Allopurinol Aristo 100 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

14-06-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

14-06-2021

Wirkstoff:
Allopurinol
Verfügbar ab:
Aristo Pharma GmbH (3082323)
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Allopurinol (3633) 100 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2204771.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-03-10

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Allopurinol Aristo 100 mg Tabletten

Allopurinol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Allopurinol Aristo und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Allopurinol Aristo beachten?

Wie ist Allopurinol Aristo einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Allopurinol Aristo aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Allopurinol Aristo und wofür wird es angewendet?

Allopurinol Aristo enthält den Wirkstoff Allopurinol.

Dieses Arzneimittel wirkt, indem es die Geschwindigkeit bestimmter chemischer Reaktionen im Körper

verlangsamt, um die Harnsäurespiegel in Blut und Urin zu senken.

Hohe Harnsäurespiegel können verursachen:

Gicht

Bildung von Nierensteinen oder bestimmte andere Arten von Nierenproblemen

Bei Gicht wird die Harnsäure in Ihren Gelenken und Sehnen in Form von Kristallen abgelagert. Diese

Kristalle verursachen eine Entzündungsreaktion. Diese Entzündung führt dazu, dass die Haut um

bestimmte Gelenke geschwollen, empfindlich und wund wird, sobald sie nur leicht berührt wird. Sie

können auch feststellen, dass Sie starke Schmerzen bekommen, wenn das Gelenk bewegt wird.

Allopurinol Aristo wird bei Erwachsenen angewendet:

zur Reduzierung des Harnsäurespiegels, wenn eine Diät nicht ausreicht

zur Behandlung und Vorbeugung der oben aufgeführten Komplikationen, bei denen Ihr Körper zu

viel Harnsäure produziert

Zusätzlich kann Allopurinol Aristo bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren angewendet werden:

zur Vorbeugung und Behandlung von Komplikationen, bei denen der Körper zu viel Harnsäure

produziert, beispielsweise während der Behandlung von Krebs (z. B. Leukämie)

bei bestimmten Enzymmangelkrankheiten wie dem Lesch-Nyhan-Syndrom

Was sollten Sie vor der Einnahme von Allopurinol Aristo beachten?

Allopurinol Aristo darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Allopurinol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Allopurinol Aristo einnehmen,

wenn Sie Leber- oder Nierenprobleme haben. Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise eine niedrigere

Dosis verordnen oder Sie bitten, diese weniger häufig einzunehmen. Er wird Sie auch genauer

überwachen.

wenn Sie aktuell einen Gichtanfall haben. Ihr Arzt kann während der ersten 4 Behandlungswochen

auch die gleichzeitige Gabe eines geeigneten Schmerzmittels oder anderer Arzneimittel zur

Behandlung der Gicht (Colchicin) in Betracht ziehen.

wenn Sie Schilddrüsenprobleme haben

wenn Sie von Han-Chinesen, Thailändern oder Koreanern abstammen

Besondere Vorsicht mit Allopurinol Aristo ist erforderlich:

Schwere Hautreaktionen (Überempfindlichkeitssyndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch

epidermale Nekrolyse), wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol berichtet. Diese

können sich anfänglich als rötliche, schießscheibenartige oder kreisförmige Flecken (oft mit Bläschen in

der Mitte) am Körperstamm zeigen. Oftmals kann der Ausschlag auch Geschwüre in Mund, Hals, Nase,

im Genitalbereich und gerötete und geschwollene Augen (Konjunktivitis) einschließen. Diesen

möglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen gehen oft grippeähnliche Symptome (Fieber,

Kopfschmerzen und Körperschmerzen) voraus. Der Hautausschlag kann sich zu einer großflächigen

Blasenbildung und Ablösung der Haut entwickeln. Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder diese

Hautsymptome auftreten, beenden Sie die Einnahme von Allopurinol und suchen Sie sofort einen

Arzt auf.

Wenn bei Ihnen eine schwere Hautreaktion im Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol

aufgetreten ist, dürfen Sie nie wieder mit Allopurinol behandelt werden.

Diese schweren Hautreaktionen können bei Menschen, die von Han-Chinesen, Thailändern oder

Koreanern abstammen, häufiger auftreten. Eine chronische Nierenkrankheit kann das Risiko bei diesen

Patienten möglicherweise noch weiter erhöhen.

Wenn Sie Krebs oder das Lesch-Nyhan-Syndrom haben, kann die Harnsäurekonzentration im Urin

ansteigen. Um dies zu verhindern, müssen Sie darauf achten, zur Verdünnung des Urins, ausreichend

Wasser zu trinken.

Wenn Sie Nierensteine haben, werden die Nierensteine kleiner und können in Ihre Harnwege gelangen,

was zu Problemen führen kann. Die Urinmenge, die Sie produzieren, sollte mindestens 2 Liter pro Tag

betragen, um das Risiko der Bildung von Nierensteinen zu verringern. Sie müssen darauf achten

ausreichend Wasser zu trinken.

Einnahme von Allopurinol Aristo zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden. Dies gilt auch für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, einschließlich

pflanzlicher Arzneimittel. Dies liegt daran, dass Allopurinol die Wirkungsweise einiger Arzneimittel

beeinflussen kann. Auch einige andere Arzneimittel können die Wirkung von Allopurinol Aristo

beeinflussen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

Probenecid, Benzbromaron, Sulfinpyrazon (Arzneimittel zur Behandlung von Gicht)

Acetylsalicylsäure

6-Mercaptopurin oder Azathioprin (Arzneimittel zur Behandlung von Krebs)

Ampicillin oder Amoxicillin (Antibiotika): Nehmen Sie Allopurinol nicht zusammen mit

Ampicillin oder Amoxicillin ein, da dies zum häufigeren Auftreten von Hautausschlägen führen

kann. Sofern möglich sollten andere Antibiotika als Ampicillin oder Amoxicillin angewendet

werden.

Warfarin (Arzneimittel zur Blutverdünnung)

Chlorpropamid (Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes)

Theophyllin (Arzneimittel zur Behandlung von Atem- oder Herzproblemen)

Arzneimittel für die Chemotherapie (z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin,

Procarbazin, Alkylhalogenide). Bluterkrankungen treten häufiger auf, wenn diese Arzneimittel

gemeinsam angewendet werden. Blutbildkontrollen sind daher in regelmäßigen Zeitabständen

durchzuführen.

Vidarabin (Arzneimittel zur Behandlung von Herpes oder Windpocken)

Ciclosporin (Arzneimittel zur Herabsetzung Ihrer körpereigenen Immunabwehr)

Phenytoin (Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie)

Didanosin (Arzneimittel zur Behandlung der HIV-Infektion)

Aluminiumhydroxid. Allopurinol kann bei gleichzeitiger Einnahme eine eingeschränkte Wirkung

haben. Zwischen der Einnahme beider Arzneimittel sollten mindestens 3 Stunden liegen.

Furosemid und Diuretika (Arzneimittel zur vermehrten Wasserausscheidung), wie zum Beispiel

Thiazide

ACE-Hemmer (Arzneimittel zur Behandlung von Herzproblemen und hohem Blutdruck),

insbesondere, wenn Sie Nierenprobleme oder chronisches Nierenversagen haben

Einnahme von Allopurinol Aristo zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Sie sollten Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt, wie Innereien z.B. Leber, Bries, Niere, Hirn, Herz

und Zunge sowie Fleischextrakt und Alkohol, insbesondere Bier, vermeiden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Sie sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, es sei denn, Ihr Arzt rät Ihnen

dazu.

Allopurinol wird während der Stillzeit nicht empfohlen. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie das Stillen

abbrechen oder die Allopurinol-Therapie abbrechen/vermeiden sollten.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Möglicherweise fühlen Sie sich schläfrig, schwindelig oder haben Probleme mit der Koordination. Falls

dies auftritt, führen Sie keine Fahrzeuge und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen.

Allopurinol Aristo enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Allopurinol Aristo erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist,

dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Wie ist Allopurinol Aristo einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Erwachsene

Die empfohlene Dosis beträgt 100 mg Allopurinol pro Tag. Normalerweise werden Sie mit einer

niedrigen Dosis beginnen, um das Risiko des Auftretens von Nebenwirkungen zu verringern.

Wenn nötig, kann die Dosis von Ihrem Arzt,auf täglich 600 mg bis 800 mg Allopurinol gesteigert

werden.

Die Tageshöchstdosis beträgt 800 mg Allopurinol.

Die Tabletten sollten einmal täglich nach einer Mahlzeit eingenommen werden, insbesondere bei

Patienten mit empfindlichem Magen. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, sollten nicht mehr als 300 mg

Allopurinol als Einzeldosis eingenommen werden.

Wenn eine tägliche Dosis von mehr als 300 mg Allopurinol angezeigt ist oder wenn bei Ihnen Magen-

Darm-Unverträglichkeiten (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) auftreten, kann die Dosis über den Tag

verteilt in mehrere Dosen aufgeteilt werden.

Ihr Arzt wird Ihnen die richtige Dosis mitteilen!

Bitte stellen Sie sicher, dass Sie während der Einnahme dieses Arzneimittels ausreichend Wasser trinken.

Ältere Patienten und Patienten mit Leber- oder Nierenproblemen

Wenn Sie eine ältere Person sind oder eine verminderte Leber- oder Nierenfunktion haben, kann Ihr

Arzt Ihnen eine niedrigere Dosis verordnen oder Ihnen raten, die Tabletten in längeren Abständen

einzunehmen.

Wenn Sie zwei- oder dreimal pro Woche eine Dialyse erhalten, kann Ihr Arzt Ihnen eine Dosis von

300 mg oder 400 mg verordnen, die direkt nach Ihrer Dialyse eingenommen werden soll.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren

Die Tagesdosis beträgt 10 mg/kg Körpergewicht bis maximal 400 mg/Tag, verteilt auf drei Einzeldosen.

Art der Anwendung

Allopurinol Aristo ist zum Einnehmen.

Nehmen Sie die Tabletten nach einer Mahlzeit mit einem Glas Wasser, jeden Tag ungefähr zur gleichen

Zeit, ein.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung mit Allopurinol Aristo hängt von der Grunderkrankung ab. Bitte nehmen Sie

Allopurinol Aristo regelmäßig und für die vom Arzt bestimmte Dauer ein.

Eine laufende Überwachung durch Ihren Arzt ist notwendig. Ihr Arzt sollte Ihre Harnsäurespiegel

wiederholt und regelmäßig durch Blutuntersuchungen kontrollieren. Gleichzeitig sollte auf mögliche

Nebenwirkungen geachtet werden und Sie sollten mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen, wenn Sie

den Eindruck haben, dass die Wirkung von Allopurinol Aristo zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Allopurinol Aristo eingenommen haben als Sie sollten

Wenn Sie mehr Allopurinol Aristo einnehmen als Sie sollten, wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder

gehen Sie ins Krankenhaus. Nehmen Sie die Packung dieses Arzneimittels mit. Anzeichen für eine

Überdosierung können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel sein.

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol Aristo vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome auftritt, beenden Sie sofort die Anwendung von

Allopurinol Aristo und holen Sie dringend ärztlichen Rat ein:

Überempfindlichkeitsreaktionen (allergische Reaktionen)

Selten: kann bis zu 1 von 1 000 Behandelten betreffen

Fieber und Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (grippeähnliche Beschwerden) und

allgemeines Unwohlsein. Veränderungen der Haut, z. B. offene, schmerzende Stellen an Mund,

Hals, Nase, Genitalien oder Bindehautentzündung (rote, geschwollene Augen), großflächige

Blasenbildung oder Ablösen der Haut

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Fieber, Hautausschlag, allgemeine

Schmerzen, Unregelmäßigkeiten bei Blut- und Leberfunktionstests (diese können Anzeichen einer

Multiorgan-Überempfindlichkeitsreaktion sein).

Sehr selten: kann bis zu 1 von 10 000 Behandelten betreffen

Schwere, möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen,

Stevens-Johnson-Syndrom und Toxisch epidermale Nekrolyse) (siehe Abschnitt 2.)

Schwere allergische Reaktion, die zu einem Anschwellen des Gesichts oder des Rachens führt

Schwere, möglicherweise lebensbedrohliche allergische Reaktion

Wenn Sie Gicht haben, kann es zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol Aristo bei Ihnen zu einem

Gichtanfall kommen.

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist häufiger, wenn Sie Nieren- oder Leberprobleme haben oder

wenn Sie gleichzeitig Ampicillin oder Amoxicillin einnehmen.

Weitere Nebenwirkungen

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Hautreaktionen (Ausschlag)

erhöhter Thyreotropinspiegel im Blut

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Übelkeit oder Erbrechen

anomale Leberwerte

Selten: kann bis zu 1 von 1 000 Behandelten betreffen

Leberprobleme, wie Leberentzündung

Sehr selten: kann bis zu 1 von 10 000 Behandelten betreffen

Erkrankungen der Lymphknoten

gastrointestinale Blutungen

Sie bekommen leichter blaue Flecken oder Sie können Halsschmerzen oder andere Anzeichen einer

Infektion entwickeln. Diese Auswirkungen treten in der Regel bei Patienten mit Leber- oder

Nierenproblemen auf. Wenden Sie sich so bald wie möglich an Ihren Arzt.

allgemeine

körperliche

Kraftlosigkeit

(Asthenie),

Taubheitsgefühl,

Gleichgewichtsstörungen,

Lähmungserscheinungen oder Bewusstlosigkeit

allgemeines Unwohlsein oder allgemeine körperliche Schwäche

Auftreten von eitrigen Entzündungen der Haut (Furunkulose)

Brustschmerzen (Angina pectoris), hoher Blutdruck oder langsamer Puls

Erhöhung von Harnstoff im Blut (Urämie)

Blut im Urin (Hämaturie)

blutiges Erbrechen

Veränderung Ihrer normalen Darmtätigkeit oder vermehrte Ausscheidung von Fett im Stuhl

(Steatorrhoe)

Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) vor allem im Gesicht (Quincke-Ödem)

Vergrößerung der männlichen Brust

Gefühl von Kribbeln, Kitzeln, Prickeln oder Brennen der Haut (Parästhesie)

Entzündung der Mundschleimhaut

Erhöhung der Cholesterinwerte im Blut (Hyperlipidämie)

Änderung des Geschmackssinns

Haarausfall oder Farbverlust

Unfruchtbarkeit oder Impotenz

Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit oder Sehstörungen

Mangel an willkürlicher Koordination von Muskelbewegungen (Ataxie), Muskelschmerzen

traurige Verstimmtheit (Depression)

Trübungen der Augenlinse (Grauer Star)

Anormaler Glucosestoffwechsel (Diabetes)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Allopurinol Aristo aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach „verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Aufbewahrungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter

www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Allopurinol Aristo enthält

Der Wirkstoff ist Allopurinol.

Jede Tablette enthält 100 mg Allopurinol.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Povidon K30, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

Wie Allopurinol Aristo aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde, bikonvexe Tablette mit einer Bruchkerbe auf einer Seite.

Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.

Allopurinol Aristo ist in Packungen mit 28, 30, 50, 60 und 100 Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Aristo Pharma GmbH

Wallenroder Straße 8-10

13435 Berlin

Deutschland

Tel.: +49 30 71094-4200

Fax: +49 30 71094-4250

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter

den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Dänemark

Allopurinol Aristo

Deutschland

Allopurinol Aristo 100 mg Tabletten

Italien

Allopurinolo Aristo

Niederlande

Allopurinol Aristo

Norwegen

Allopurinol Aristo

Österreich

Allopurinol Aristo 100 mg Tabletten

Portugal

Alopurinol Aristo

Schweden

Allopurinol Aristo

Spanien

Alopurinol Aristo 100 mg comprimidos EFG

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

FACHINFORMATION

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Allopurinol Aristo 100 mg Tabletten

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 100 mg Allopurinol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Tablette enthält 38 mg Lactose (als Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiße, runde, bikonvexe Tablette mit einem Durchmesser von etwa 7,7 mm und einer Bruchkerbe

auf einer Seite.

Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.

KLINISCHE ANGABEN

Anwendungsgebiete

Erwachsene

Hyperurikämie mit Serum-Harnsäurewerten im Bereich von 500 µmol/l (8,5 mg/100 ml) und

darüber, sofern nicht diätetisch beherrschbar

Klinische Zustände, bei denen Urat/Harnsäureablagerungen auftreten können, insbesondere

idiopathische Gicht, akute Harnsäurenephropathie

Auflösung und Verhinderung der Bildung von Calciumoxalatsteinen bei gleichzeitiger

Hyperurikämie

Sekundäre Hyperurikämie unterschiedlicher Genese

Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren

Sekundäre Hyperurikämie unterschiedlicher Genese

Harnsäurenephropathie bei Leukämie-Behandlung

Angeborene Enzymmangelkrankheiten Lesch-Nyhan-Syndrom (teilweiser oder totaler Mangel

der Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase) und Adenin-Phosphoribosyl-

Transferasemangel

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

In Abhängigkeit von den Serum-Harnsäurewerten beträgt die empfohlene Dosis 100 mg bis 300 mg

Allopurinol täglich.

Um das Risiko des Auftretens von unerwünschten Wirkungen zu verringern, sollte die Behandlung

mit 100 mg Allopurinol täglich begonnen werden. Diese Dosis sollte nur bei unzureichend gesenkten

Serum-Harnsäurespiegeln erhöht werden.

In Einzelfällen kann die Dosis auf 600 mg Allopurinol täglich gesteigert werden. Hierfür ist der

Serum-Oxipurinolspiegel zu beachten, der einen Wert von 15 µg/ml (100 µmol) nicht überschreiten

sollte.

Die tägliche Höchstdosis beträgt 800 mg Allopurinol.

Zur besseren Verträglichkeit sollte als Einzeldosis nicht mehr als 300 mg Allopurinol eingenommen

werden. Sollte die tägliche Dosis 300 mg Allopurinol überschreiten und eine gastrointestinale

Unverträglichkeit auftreten, kann ein aufgeteiltes Dosierungsschema sinnvoll sein.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Da spezifische Daten nicht vorliegen, sollte die niedrigste Dosis, mit der eine zufriedenstellende

Urat-Reduktion erreicht wird, angewendet werden. Insbesondere sind die Hinweise zu

eingeschränkter Nierenfunktion in Abschnitt 4.2 „Eingeschränkte Nierenfunktion“ und Abschnitt 4.4

zu beachten.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ohne Dosisanpassung kann es zu einer Überdosierung kommen,

da Allopurinol und seine Metaboliten über die Nieren ausgeschieden werden.

Zur Verminderung des Risikos sollte die empfohlenen Dosis angepasst werden. Beim Vorliegen von

schweren Nierenfunktionsstörungen kann es ratsam sein, nicht mehr als 100 mg Allopurinol/Tag

oder Einzeldosen von 100 mg in größeren Abständen als einem Tag anzuwenden. Die

eingenommene Dosis sollte nur bei ungenügender Wirkung erhöht werden. Der Serum-

Oxipurinolspiegel sollte überwacht werden und einen Wert von 15,2 µg/ml nicht überschreiten.

Eine Anleitung für die Dosierung bei Niereninsuffizienz gibt folgendes Schema:

Kreatinin-Clearance

Tagesdosis

> 20 ml/min

Standarddosis

10–20 ml/min

100 mg–200 mg

< 10 ml/min

100 mg oder längere Intervalle

Bei Hämodialyse können sofort nach jeder Behandlung (d. h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300 mg bis

400 mg Allopurinol gegeben werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollten niedrigere Dosen, ähnlich wie bei Patienten

mit Niereninsuffizienz empfohlen, angewendet werden. Zu Beginn der Behandlung sollten zusätzlich

regelmäßige Leberfunktionstests durchgeführt werden.

Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren

Die Tagesdosis beträgt 10 mg/kg Körpergewicht, bis zu maximal 400 mg/Tag, verteilt auf drei

Einzeldosen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Zur Verhinderung der Bildung

von Calciumoxalat- und Harnsäuresteinen sowie bei primärer Hyperurikämie und Gicht ist in den

meisten Fällen eine Dauertherapie erforderlich. Bei sekundärer Hyperurikämie wird eine

vorübergehende Behandlung entsprechend der Dauer der erhöhten Harnsäurewerte empfohlen.

Art der Anwendung

Allopurinol Aristo ist zum Einnehmen.

Die Tabletten sollten einmal täglich mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Nach neueren Literatur-Empfehlungen erübrigt sich unter einem Serumharnsäurewert von

506 µmol/l entsprechend 8,5 mg/100 ml eine medikamentöse Therapie, sofern Diätvorschriften

eingehalten werden und keine Nierenschäden vorliegen.

Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt z. B. Innereien wie Leber, Bries, Niere, Hirn, Herz und

Zunge sowie Fleischextrakt und Alkohol, insbesondere Bier, sollten vermieden werden, da hierdurch

Guanosin, ein Ribonukleosid, aufgenommen wird, das den Harnsäurespiegel stark erhöht.

Beim Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Hautausschlag, ist Allopurinol Aristo

sofort abzusetzen.

Überempfindlichkeitssyndrom (DRESS), SJS und TEN

Überempfindlichkeitsreaktionen im Zusammenhang mit Allopurinol können sich auf viele

verschiedene Weisen äußern, einschließlich makulopapulösem Hautausschlag,

Hypersensitivitätssyndrom (auch als DRESS bekannt – Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und

systemischen Symptomen) sowie lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom

[SJS] und Toxisch epidermaler Nekrolyse [TEN]). Die Patienten sollten über die Anzeichen und

Symptome dieser Überempfindlichkeitsreaktionen informiert und engmaschig bezüglich des

Auftretens von Hautreaktionen überwacht werden. Das Risiko für das Auftreten dieser Reaktionen

ist in den ersten Behandlungswochen höher.

Wenn zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung Anzeichen und Symptome für ein SJS oder eine

TEN auftreten (z. B. ein progredienter Hautausschlag mit Blasenbildung oder begleitenden

Schleimhautläsionen), muss die Therapie mit Allopurinol sofort beendet werden. Der Verlauf der

Überempfindlichkeitsreaktionen wird maßgeblich von der frühzeitigen Diagnosestellung und dem

sofortigen Absetzen aller verdächtigen Arzneimittel abhängig, d. h. frühzeitiges Absetzen des

Arzneimittels verbessert die Prognose. Nach Auftreten eines Überempfindlichkeitssyndroms, eines

SJS oder einer TEN darf keine erneute Behandlung mit Allopurinol erfolgen. Kortikosteroide können

hilfreich bei der Behandlung von Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut sein.

HLA-B*5801-Allele

Es wurde gezeigt, dass das HLA-B*5801-Allel mit dem Risiko in Verbindung steht, ein Allopurinol-

assoziiertes Hypersensitivitätssyndrom oder SJS/TEN zu entwickeln. Die Häufigkeit des

Vorkommens des Allels HLA-B*5801 variiert stark zwischen den verschiedenen ethnischen

Bevölkerungsgruppen: bis zu 20 % in der Population der Han-Chinesen, 8 bis 15 % bei den Thai,

etwa 12 % in der Population der Koreaner und 1 bis 2 % der Individuen japanischer oder

europäischer Abstammung.

Ein Screening auf HLA-B*5801 sollte vor Beginn einer Behandlung mit Allopurinol bei

Patientensubgruppen mit bekannter hoher Prävalenz dieses Allels erwogen werden. Eine chronische

Nierenerkrankung kann das Risiko bei diesen Patienten möglicherweise noch weiter erhöhen. Falls

bei Patienten mit Abstammung von Han-Chinesen, Thai oder Koreanern keine Möglichkeit zur

Genotypisierung hinsichtlich HLA-B*5801 besteht, sollte vor Beginn einer Therapie der Nutzen

sorgfältig abgewogen werden und er sollte die möglichen höheren Risiken übersteigen. Bei anderen

Patientenpopulationen ist die Genotypisierung nicht etabliert.

Wenn bei einem Patienten bekannt ist, dass er Träger eines HLA-B*5801-Allels ist (insbesondere

bei Abstammung von Han-Chinesen, Thai oder Koreanern), sollte Allopurinol nur angewendet

werden, wenn keine sinnvollen therapeutischen Alternativen zur Verfügung stehen und der Nutzen

die Risiken übersteigt. Es ist dann eine besondere Überwachung des Patienten hinsichtlich der

Ausbildung eines Hypersensitivitätssyndroms (DRESS) oder SJS/TEN erforderlich und der Patient

ist darüber zu informieren, die Therapie bei den ersten Anzeichen von entsprechenden Symptomen

sofort abzubrechen.

SJS/TEN kann auch bei Patienten auftreten, die negativ für HLA-B*5801 sind, unabhängig von ihrer

ethnischen Herkunft.

Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion

Eine besonders sorgfältige Überwachung ist erforderlich bei eingeschränkter Nierenfunktion,

Leberfunktion oder vorbestehenden Blutbildungsstörungen. Bei Patienten mit eingeschränkter

Nieren- oder Leberfunktion sind die entsprechenden Dosierungsempfehlungen zu beachten (siehe

Abschnitt 4.2).

Insbesondere bei Patienten, die wegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz z. B. mit Diuretika oder

ACE-Hemmern behandelt werden, kann eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion vorliegen und

Allopurinol sollte in dieser Patientengruppe mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).

Bei Vorliegen einer Uratnephropathie oder anderer pathologische Veränderungen die die

Nierenfunktion beeinträchtigen, ist die Dosis entsprechend anzupassen (siehe Abschnitt 4.2).

Um erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z. B. bei einer Strahlen- oder

Chemotherapie von Neoplasmen sowie bei dem Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten können, zu

vermeiden, ist bei Einnahme von Allopurinol zur Gewährleistung einer ausreichenden Diurese auf

eine reichliche Flüssigkeitszufuhr zu achten. Darüber hinaus kann eine Alkalisierung des Harns

durch Verbesserung der Löslichkeit von Urat/Harnsäure zur vermehrten Ausscheidung dieser

Substanzen mit dem Urin beitragen.

Akute Gichtanfälle

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfällen sollte die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren

vollständigem Abklingen begonnen werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol können

durch Mobilisierung größerer Harnsäuredepots akute Gichtanfälle ausgelöst werden. Deshalb ist

während der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige prophylaktische Analgetika- oder

Colchicingabe ratsam.

Festsetzen von Harnsäure-Nierensteinen

Bei großen Harnsäuresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschließen, dass sich Teile der infolge

einer Allopurinol-Behandlung aufgelösten Steine im Harnleiter festsetzen können.

Bei der Behandlung der Gicht und bei Harnsäuresteinen sollte die Urinmenge mindestens 2 Liter pro

Tag betragen.

Erkrankungen der Schilddrüse

In einer offenen Langzeit-Verlängerungsstudie wurden bei 5,8 % der Patienten unter

Langzeitbehandlung mit Allopurinol erhöhte TSH-Werte (> 5,5 μIE/ml) beobachtet. Bei der

Anwendung von Allopurinol bei Patienten mit veränderter Schilddrüsenfunktion ist Vorsicht

geboten.

Lactose

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten Allopurinol Aristo nicht einnehmen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Probenecid

Allopurinol verlangsamt die Elimination.

Probenecid, Benzbromaron, Sulfinpyrazon oder Salicylate in hohen Dosen

Die Ausscheidung von Allopurinol wird durch die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die eine

vermehrte Harnsäureausscheidung bewirken, beschleunigt. Dies kann die Wirksamkeit von

Allopurinol herabsetzen. Die klinische Bedeutung ist in jedem Einzelfall zu bewerten.

6-Mercaptopurin und Azathioprin

Wenn 6-Mercaptopurin oder Azathioprin zusammen mit Allopurinol eingenommen, darf nur ein

Viertel der üblichen Dosis von 6-Mercaptopurin oder Azathioprin angewendet werden, da die

Hemmung der Xanthinoxidase den Metabolismus dieser Wirkstoffe verringert und somit ihre

Wirkung verlängert.

Ampicillin oder Amoxicillin

Eine Zunahme der Häufigkeit allergischer Reaktionen (Hautausschlägen) ist bei gleichzeitiger

Allopurinol-Gabe berichtet worden. Deshalb sollten - wenn möglich - Patienten unter Allopurinol-

Therapie andere Antibiotika erhalten.

Antikoagulantien vom Cumarin-Typ

Die Wirkung kann bei gleichzeitiger Gabe mit Allopurinol verstärkt werden. Daher müssen alle

Patienten, die Antikoagulantien erhalten, engmaschig hinsichtlich der Blutgerinnung überwacht

werden. Ggf. ist eine entsprechende Dosisreduktion des Cumarin-Antikoagulans erforderlich.

Chlorpropamid

Insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion kann das Risiko einer verlängerten

hypoglykämischen Wirkung durch die gleichzeitige Gabe von Chlorpropamid und Allopurinol

erhöht sein, was eine Dosisreduktion erforderlich macht.

Theophyllin

Allopurinol hemmt bei hoher Dosierung den Theophyllin-Stoffwechsel. Zu Beginn der Behandlung

mit Allopurinol oder bei Erhöhung der Allopurinol-Dosis sollten die Theophyllin-Plasmaspiegel

bestimmt werden.

Zytostatika

Bei Gabe von Allopurinol und Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin,

Procarbazin, Alkylhalogenide) treten Blutbildveränderungen häufiger auf als bei Einzelgabe der

Wirkstoffe.

Blutbildkontrollen sind daher in regelmäßigen Zeitintervallen durchzuführen.

Vidarabin

Es gibt Hinweise darauf, dass die Plasmahalbwertszeit von Vidarabin in Gegenwart von Allopurinol

verlängert ist. Bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel ist besondere Aufmerksamkeit

erforderlich, um verstärkte toxische Wirkungen zu erkennen.

Ciclosporin

Berichte deuten darauf hin, dass die Plasmakonzentration von Ciclosporin während der

gleichzeitigen Behandlung mit Allopurinol erhöht sein kann. Die Möglichkeit einer erhöhten

Toxizität von Ciclosporin ist bei gleichzeitiger Gabe dieser Arzneimittel zu berücksichtigen.

Phenytoin

Allopurinol kann die Oxidation von Phenytoin in der Leber hemmen. Ob diesem Befund eine

klinische Bedeutung zukommt, ist nicht bekannt.

Didanosin

Allopurinol kann bei gleichzeitiger Anwendung mit Didanosin dessen Exposition steigern und somit

das Potenzial für Didanosin-assoziierte Nebenwirkungen erhöhen, da die Xanthinoxidase an der

Metabolisierung von Didanosin beteiligt ist. Die Patienten sollten im Hinblick auf Didanosin-

assoziierte Nebenwirkungen engmaschig überwacht werden.

Aluminiumhydroxid

Allopurinol kann bei gleichzeitiger Einnahme von Aluminiumhydroxid eine eingeschränkte Wirkung

haben. Zwischen der Einnahme der beiden Arzneimittel sollten mindestens 3 Stunden liegen.

Diuretika

Es wurde eine Wechselwirkung zwischen Allopurinol und Furosemid berichtet, die zu erhöhten

Serumurat- und Plasmaoxipurinolkonzentrationen führt.

Insbesondere bei beeinträchtigter Nierenfunktion wurde ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer

Überempfindlichkeit berichtet, wenn Allopurinol mit Diuretika, insbesondere Thiaziden, gegeben

wird.

Angiotensin-Converting-Enzym(ACE)-Hemmer

Insbesondere bei beeinträchtigter Nierenfunktion und chronischem Nierenversagen wurde ein

erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Überempfindlichkeit berichtet, wenn Allopurinol mit ACE-

Hemmern wie Captopril gegeben wird.

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt nur unzureichende Erkenntnisse über die Sicherheit von Allopurinol in der Schwangerschaft

beim Menschen. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

Abschnitt 5.3).

Da Allopurinol mit dem Purinstoffwechsel interagiert und das potenzielle Risiko für den Menschen

noch nicht bestimmt ist, sollte Allopurinol während der Schwangerschaft nur angewendet werden,

wenn es keine sicherere Alternative gibt und wenn die Erkrankung selbst Risiken für Mutter oder

Kind birgt. Im Falle einer unbeabsichtigten Schwangerschaft sollte eine Ultraschalluntersuchung im

ersten Schwangerschaftsdrittel erfolgen, um eine normale fetale Entwicklung zu bestätigen.

Stillzeit

Allopurinol und sein Metabolit Oxipurinol werden beim Menschen in die Muttermilch

ausgeschieden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen

ist oder ob auf die Behandlung mit Allopurinol verzichtet werden soll / die Behandlung mit

Allopurinol zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der

Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Allopurinol hat einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen.

Da unter Behandlung mit Allopurinol über Nebenwirkungen wie Somnolenz, Schwindel und Ataxie

berichtet worden ist, sollten Patienten vor dem Führen eines Fahrzeugs, dem Bedienen von

Maschinen oder der Teilnahme an gefährlichen Aktivitäten Vorsicht walten lassen, bis sie sich

ausreichend sicher sind, dass Allopurinol ihre Leistungsfähigkeit nicht einschränkt.

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(≥1/10)

Häufig

(≥1/100, <1/10)

Gelegentlich

(≥1/1 000, <1/100)

Selten

(≥1/10 000, <1/1 000)

Sehr selten

(<1/10 000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist häufiger bei Bestehen einer Nieren- und/oder

Leberinsuffizienz oder bei gleichzeitiger Einnahme von Ampicillin- oder Amoxicillin.

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Sehr

selten

Es wurden Einzelfälle

vom Auftreten von

Furunkeln

gemeldet

Gutartige, bösartige und

unspezifische Neubildungen

(einschl. Zysten und Polypen)

Sehr

selten

Sehr selten wurde ein angioimmunoblastisches T-

Zell-Lymphom, das nach dem Absetzen von

Allopurinol reversibel zu sein scheint, beschrieben.

Erkrankungen des Blutes und

des Lymphsystems

Sehr

selten

Sehr selten: Agranulozytose, Thrombozytopenie

und aplastische Anämie.

Sehr selten wurde das Auftreten von

Agranulozytose, Thrombozytopenie, und

aplastischer Anämie, insbesondere bei Patienten

mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

berichtet. Dies unterstreicht die Notwendigkeit

einer besonders sorgfältigen Überwachung dieser

Patientengruppe.

In Einzelfällen wurde über Blutbildveränderungen

wie Leukopenie, Leukozytose und Eosinophilie

berichtet.

Erkrankungen des

Immunsystems

Selten

Eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion mit

Multiorgan-Beteiligung (bekannt als

Hypersensitivitätssyndrom oder DRESS) mit

Fieber, Hautausschlägen, Vaskulitis,

Lymphadenopathie, Pseudolymphom, Arthralgie,

Leukopenie, Eosinophilie, Milzvergrößerung,

abweichenden Leberfunktionswerten und Schwund

der Gallengänge (vanishing bile duct syndrome,

Zerstörung und verschwinden der Gallengänge)

kann in verschiedenen Ausprägungen vorkommen.

Andere Organe können ebenfalls betroffen sein

(z. B. Leber, Lunge, Nieren, Bauchspeicheldrüse,

Myokard und Darm). Wenn solche Reaktionen zu

irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung auftreten,

muss Allopurinol sofort und dauerhaft abgesetzt

werden (siehe Abschnitt 4.4).

Wenn generalisierte

Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind,

waren gewöhnlich Vorerkrankungen der Niere

oder Leber vorhanden, insbesondere bei tödlichem

Ausgang.

Sehr selten

Über anaphylaktische Reaktionen wurde berichtet.

Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) oder Toxisch

epidermale Nekrolyse (TEN) (siehe Abschnitt 4.4).

Es wurden Einzelfälle gemeldet von Quincke-

Ödem

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr selten

Diabetes mellitus, Hyperlipämie

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr selten

Depression

Erkrankungen des

Nervensystems

Sehr selten

Parästhesie, Koma, Lähmung, Ataxie, Neuritis,

Kopfschmerz, Neuropathie, Dysgeusie, Somnolenz

Augenerkrankungen

Sehr selten

Katarakt, Makula-Degeneration, Sehstörung

Erkrankungen des Ohrs und

des Labyrinths

Sehr selten

Vertigo

Herzerkrankungen

Sehr selten

Angina pectoris, Bradykardie

Gefäßerkrankungen

Sehr selten

Hypertonie

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Gelegent-

lich

Erbrechen, Übelkeit und Durchfall können

auftreten. Insbesondere bei magenempfindlichen

Patienten kann diese Reaktion vermieden werden,

indem Allopurinol nach dem Essen mit genügend

Wasser eingenommen wird.

Sehr selten

Hämatemesis, Steatorrhoe, Stomatitis

Nicht

bekannt

Gastrointestinale Hämorrhagie

Leber- und

Gallenerkrankungen

Selten

Selten wurde über Leberfunktionsstörungen, die

von einem asymptomatischen Anstieg der

Leberwerte bis hin zur Hepatitis (einschließlich

Lebernekrose und granulomatöser Hepatitis)

reichten, berichtet.

Erkrankungen der Haut

und des Unterhautzellgewebes

Häufig

Hautreaktionen sind die häufigsten

Nebenwirkungen (ca. 4 %); sie können zu jedem

Zeitpunkt der Behandlung auftreten, und zwar mit

Hautjucken, in makulopapulöser, manchmal

schuppenartiger, manchmal Purpura-ähnlicher und

selten exfoliativer Form.

Beim Auftreten derartiger Reaktionen ist

Allopurinol Aristo sofort abzusetzen. Nach dem

Abklingen leichter Reaktionen kann die Therapie

wieder mit einer niedrigen Dosis (z. B. 50 mg/Tag)

aufgenommen werden. Diese Dosis ist bei Bedarf

allmählich zu erhöhen. Wenn der Hautausschlag

wieder auftritt, muss Allopurinol ganzdauerhaft

abgesetzt werden, da schwere

Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten können

(siehe Abschnitt 4.8 „Erkrankungen des

Immunsystems“ und Abschnitt 4.4).

Darüber hinaus wurden in Einzelfällen folgende

Beobachtungen gemacht:

Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich u. a. in

Fieber, Hautreaktionen, Schüttelfrost und

Gelenkschmerzen äußern können,

Leberfunktionsstörungen (reversible Erhöhung der

Transaminasen und der alkalischen Phosphatasen),

akute Cholangitis und Xanthinsteine

Sehr selten

Über Angioödem und über akuten

anaphylaktischen Schock wurde berichtet.

Es wurden Einzelfälle gemeldet von

Alopezie und verfärbtem Haar

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Sehr selten

Es wurden Einzelfälle gemeldet von

Muskelschmerzen

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Sehr selten

Es wurden Einzelfälle gemeldet von Hämaturie,

Azotaemie

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Sehr selten

Es wurden Einzelfälle gemeldet von Infertilität,

Impotenz, Gynäkomastie

Brustdrüse

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr selten

Es wurden Einzelfälle gemeldet von allgemeinem

Unwohlsein, Ödemen, Asthenie

Untersuchungen

Häufig

Thyreotropin im Blut erhöht*

Bei Auftreten von erhöhtem Thyreotropin (TSH)

in den entsprechenden Studien wurden weder

Auswirkungen auf den Spiegel von freiem T4

noch TSH-Spiegel, die auf eine subklinische

Hypothyreose hindeuten, gemeldet.

Zu Beginn einer Behandlung mit Allopurinol kann es zu einem reaktiven Gichtanfall kommen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

Überdosierung

Nach Einnahme von 20 g Allopurinol traten bei einem Patienten Symptome wie Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall und Schwindel auf. Bei einem weiteren Patienten hatte die Einnahme von 22,5 g

Allopurinol keine unerwünschten Wirkungen zur Folge.

Nach chronischer Einnahme von täglich 200 mg bis 400 mg Allopurinol bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion wurden schwere Intoxikationserscheinungen beschrieben, die in

Hautreaktionen, Fieber, Hepatitis, Eosinophilie und Verschlechterung der Nierenfunktion bestanden.

Beim Verdacht auf Vorliegen einer Überdosierung sind – insbesondere bei Komedikation mit

Azathioprin oder 6-Mercaptopurin – rebsorptionsmindernde und eliminationsbeschleunigende

Maßnahmen wie reichliche Flüssigkeitszufuhr oder ggf. Hämodialyse angezeigt.

Ein spezielles Antidot ist nicht bekannt.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Gichtmittel, Urikostatika,

ATC-Code: M04AA01

Wirkmechanismus

Allopurinol und sein Hauptmetabolit Oxipurinol verringern die Harnsäurebildung durch Hemmung

des Enzyms Xanthinoxidase, das die Oxidation von Hypoxanthin zu Harnsäure katalysiert.

Infolgedessen werden Harnsäure- und Uratspiegel im Serum und im Urin gesenkt.

Zusätzlich zur Hemmung des Purinabbaus kann bei einigen Patienten die de novo-Purinbiosynthese,

durch Hemmung der Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase, unterdrückt werden.

Daneben beobachtet man eine Reduzierung der häufig gesteigerten Purinbiosynthese auf das normale

physiologische Niveau. Das während der Allopurinol-Behandlung vermehrt anfallende Hypoxanthin

wird sofort zu Inosinmonophosphat und weiter zu Adenosinmonophosphat (AMP) und

Guanosinmonophosphat (GMP) überführt. Erhöhte AMP- und GMP-Konzentrationen bewirken eine

physiologische Rückkopplungshemmung der PRPP-Amidotransferase, dem ersten Enzym der

Purinbiosynthese.

Allopurinol bildet in geringen Mengen (Konzentration in der Leber < 0,0001 mmol/l) ein

Ribonukleotid, dessen Konzentration zu gering ist, um pharmakologisch aktiv zu sein.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Resorption von Allopurinol aus dem Gastrointestinaltrakt erfolgt schnell. Studien haben

Allopurinol 30–60 Minuten nach Einnahme im Blut nachgewiesen. Schätzungen zur

Bioverfügbarkeit schwanken zwischen 67 % bis 90 %. Etwa 1,5 Stunden nach Einnahme werden

Allopurinol-Plasmaspitzenspiegel erreicht, die jedoch schnell abfallen, so dass nach 6 Stunden kaum

noch Allopurinol im Plasma nachweisbar ist. Oxipurinol-Plasmaspitzenwerte werden etwa 3–

5 Stunden nach der Einnahme gemessen. Eine gastrale Resorption erfolgt nicht, die günstigsten

Resorptionsbedingungen liegen im Duodenum und im oberen Jejunum vor.

Die Allopurinol-Serum-Maximalwerte betragen bei der therapeutisch üblichen Dosis von 300 mg in

Abhängigkeit vom Ausmaß und der Geschwindigkeit der individuellen first-pass-Umwandlung in

Oxipurinol zwischen 1,0 µg/ml und 2,6 µg/ml, durchschnittlich 1,8 µg/ml. Die korrespondierenden

Oxipurinol-Werte liegen zwischen 5 µg/ml und 11 µg/ml, durchschnittlich bei 8,4 µg/ml.

Unter standardisierten Bedingungen mit Probanden wurden nach Einmalgabe von 300 mg

Allopurinol Plasmaspitzenwerte von durchschnittlich 5,24 µg Oxipurinol/ml gemessen. 24 Stunden

nach der einmaligen oralen Gabe von 300 mg Allopurinol betrug die mittlere Konzentration von

Oxipurinol im Plasma 3,78 µg/ml.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Oxipurinol tritt bei Einleitung der Therapie eine Kumulation

auf. Nach etwa 1 Woche ist ein Gleichgewicht erreicht. Die Plasmakonzentrationen am Ende des

Dosierungsintervalles steigen bei nierengesunden Patienten nicht weiter an.

Nach chronischer Anwendung von 300 mg Allopurinol bei Probanden unter standardisierten

Bedingungen stellte sich etwa 168 Stunden nach Beginn der Einnahme von 300 mg Allopurinol ein

Gleichgewicht des Plasmaoxipurinolspiegels ein. Die Oxipurinolkonzentration betrug bei den

Probanden durchschnittlich 9,98 µg/ml. Die interindividuelle Variation der Plasmakonzentrationen

war allerdings hoch.

Verteilung

Allopurinol wird vernachlässigbar von Plasmaproteinen gebunden, und daher wird angenommen,

dass Variationen in der Proteinbindung die Clearance nicht signifikant verändern. Das scheinbare

Verteilungsvolumen von Allopurinol beträgt etwa 1,6 l/kg, was auf eine relativ große Aufnahme in

das Gewebe schließen lässt. Wenngleich Angaben zu den Gewebekonzentrationen von Allopurinol

beim Menschen nicht vorliegen, sind die höchsten Allopurinol- und Oxipurinolkonzentrationen in

der Leber und in der Darmschleimhaut zu erwarten, da in diesen Geweben die

Xanthinoxidaseaktivität sehr hoch ist.

Biotransformation

Allopurinol wird durch die Xanthinoxidase und Aldehydoxidase schnell zu Oxipurinol oxidiert

(Halbwertszeit ca. 2 Stunden). Oxipurinol ist auch ein Inhibitor der Xanthinoxidase, hat jedoch eine

geringere Affinität zu dem Enzym.

Elimination

Weder Allopurinol noch sein Hauptmetabolit Oxipurinol weisen eine ausgeprägte Bindungsaffinität

für Plasmaproteine auf. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend über die Nieren, wobei weniger als

10 % des Wirkstoffs unverändert mit dem Urin ausgeschieden werden. Etwa 20 % des

eingenommenen Allopurinols werden nach 48–72 Stunden mit den Faeces ausgeschieden.

Oxipurinol wird nach tubulärer Rückresorption unverändert mit dem Urin ausgeschieden.

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