Accupro 20 Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
quinaprilum
Verfügbar ab:
Pfizer AG
ATC-Code:
C09AA06
INN (Internationale Bezeichnung):
quinaprilum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
quinaprilum 20 mg zu quinaprili hydrochloridum, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
ACE-Hemmer
Zulassungsnummer:
50141
Berechtigungsdatum:
1989-09-28

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses

Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen

weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das

Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Accupro® 5/10/20

Was ist Accupro und wann wird es angewendet?

Accupro ist ein Arzneimittel, das auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin zur Behandlung des

Bluthochdrucks (Hypertonie) angewendet wird. Es ist ausserdem zusammen mit einem

wasserausschwemmenden Arzneimittel und/oder zusammen mit einem Herzglykosid zur Therapie

der Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) geeignet. Quinapril, der Wirkstoff von Accupro,

gehört zur Gruppe der Angiotensin-Converting-Enzym-Inhibitoren (ACE-Hemmer). Seine Wirkung

beruht auf einer Hemmung körpereigener Stoffe, die unter anderem für einen erhöhten Blutdruck

verantwortlich sind bzw. das Fortschreiten der Herzleistungsschwäche beeinflussen.

Was sollte dazu beachtet werden?

Um Ihr Befinden zu verbessern, kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin zusätzliche Massnahmen, wie z.B.

eine Gewichtsabnahme und/oder Änderung der Ernährung, empfehlen.

Wann darf Accupro nicht angewendet werden?

Accupro darf nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln, welche die Wirkstoffkombination

Sacubitril/Valsartan zur Behandlung von Herzinsuffizienz enthalten, angewendet werden. Eine

gleichzeitige Anwendung erhöht das Risiko für Angioödeme (Schwellungen im Gesicht, an Augen,

Lippen oder Zunge, Atemprobleme).

Accupro darf nicht angewendet werden, wenn bei Ihnen im Zusammenhang mit der Einnahme

anderer blutdrucksenkender Mittel, wie anderer ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten, oder in Ihrer Familie Schwellungen im Gesicht, an Augen, Lippen oder Zunge oder

ähnliche Krankheitszeichen aufgetreten sind. In diesen Fällen sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

informieren.

Während der Schwangerschaft dürfen Sie Accupro nicht einnehmen (siehe «Darf Accupro während

einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?»).

Wenn Sie an Diabetes (Typ 1 oder Typ 2), mässig oder schwer eingeschränkter Nierenfunktion,

erhöhtem Kaliumspiegel im Blut oder Herzschwäche (sogenannter Herzinsuffizienz) mit gleichzeitig

niedrigem Blutdruck leiden, dürfen Sie Accupro nicht gleichzeitig mit Aliskiren, einem

blutdrucksenkenden Wirkstoff, einnehmen.

Wenn Sie an Diabetes (Typ 1 oder Typ 2) mit Organschäden, mässig oder schwer eingeschränkter

Nierenfunktion, erhöhtem Kaliumspiegel im Blut oder Herzinsuffizienz mit gleichzeitig niedrigem

Blutdruck leiden, dürfen Sie Accupro nicht gleichzeitig mit gewissen blutrucksenkenden Mitteln

(Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten oder ACE-Hemmer) einnehmen.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Quinapril oder einen anderen Inhaltsstoff darf

Accupro nicht eingenommen werden.

Wann ist bei der Einnahme von Accupro Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu

bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Die Reaktionsfähigkeit kann durch die individuell in Erscheinung tretenden Nebenwirkungen von

Accupro beeinträchtigt werden. Daher sollten Sie vor entsprechenden Tätigkeiten wissen, wie Sie auf

dieses Medikament reagieren. Spezielle Vorsicht ist geboten zu Beginn der Behandlung, bei einer

Dosiserhöhung oder einem Arzneimittelwechsel, wie auch bei der Einnahme von Alkohol.

Bitte achten Sie vor allem bei Behandlungsbeginn auf folgende Anzeichen einer möglichen

Unverträglichkeit oder zu starken Wirkung:

-Haut und Gefässsystem: Falls Sie nach Einnahme von Accupro Schwellungen im Gesicht, an

Augen, Lippen oder Zunge bemerken oder wenn Schwierigkeiten beim Atmen auftreten, melden Sie

dies bitte sofort Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin und nehmen Sie Accupro nicht weiter ein.

-Magen-Darmtrakt: Treten bei Ihnen während der Behandlung Bauchschmerzen mit oder ohne

Übelkeit oder Erbrechen auf, so benachrichtigen Sie bitte Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin kann feststellen, ob diese Erscheinungen im Zusammenhang mit der Einnahme von

Accupro stehen.

-Zu niedriger Blutdruck: Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin ebenfalls, wenn Sie speziell zu

Behandlungsbeginn unter starker Benommenheit leiden. Dies könnte mit einer übermässigen

Blutdrucksenkung zusammenhängen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird dann eine Dosisanpassung

vornehmen. Die Möglichkeit eines zu starken Blutdruckabfalls besteht auch, wenn Sie z.B. aufgrund

von Durchfall, Erbrechen oder übermässigem Schwitzen zu viel Flüssigkeit verloren haben.

Sprechen Sie auch in diesem Fall mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

-Blutbild: Treten bei Ihnen Anzeichen einer Infektion auf (z.B. Fieber, Halsschmerzen), die nicht

innerhalb von 2-3 Tagen wieder abklingen, suchen Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

auf. Er bzw. sie kann durch eine Blutuntersuchung feststellen, ob diese Erscheinungen mit der

Accupro-Behandlung zusammenhängen.

-Verminderte Natriumkonzentration im Blut: Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn bei

Ihnen Symptome wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, eingeschränktes

Erinnerungsvermögen, Verwirrung, Schwäche und Gleichgewichtsstörung auftreten. Diese

Symptome können Hinweise auf eine verminderte Natriumkonzentration sein, welche unter

Behandlung mit Accupro bzw. Arzneimitteln aus der Gruppe der ACE-Hemmer auftreten kann.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie:

-an anderen Krankheiten leiden (besonders wenn es sich um Erkrankungen der Blutgefässe handelt);

-Allergien haben oder

-andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Dies gilt vor allem für wasserausschwemmende Arzneimittel (Diuretika), Kaliumpräparate oder

kaliumhaltige Diätsalze, Lithiumpräparate, andere blutdrucksenkende Arzneimittel, gewisse

Arzneimittel, die nach Transplantationen oder bei einigen Krebsarten eingesetzt werden (sogenannte

mTOR-Hemmer), bestimmte Arzneimittel gegen Diabetes (sogenannte DPP-4-Hemmer),

Arzneimittel gegen Herzinsuffizienz mit der Wirkstoffkombination Sacubitril/Valsartan, bestimmte

Schmerzmittel oder entzündungshemmende Arzneimittel und tetracyclinhaltige Antibiotika.

Accupro kann in seltenen Fällen die Wirkung von Insulin bzw. oralen Antidiabetika verstärken.

Wenn Sie an Diabetes leiden und mit Insulin oder oralen Antidiabetika behandelt werden, sollten Sie

besonders aufmerksam auf Zeichen einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) achten.

Falls Sie sich einer Operation, Narkose oder Dialysebehandlung unterziehen müssen, teilen Sie

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin bitte mit, dass Sie einen ACE-Hemmer einnehmen. Ebenfalls sollten

Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mitteilen, dass Sie einen ACE-Hemmer einnehmen, wenn bei Ihnen

eine Desensibilisierungstherapie mit Bienen- oder Wespengift vorgesehen ist. Selten kann es auch

nach Insektenstichen zu einer Allergie kommen.

Accupro Filmtabletten enthalten Laktose. Wenn Sie an der seltenen, vererbten Galaktose-

Unverträglichkeit, Lapp-Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption leiden und eine

laktosefreie Diät einhalten, sollten Sie dies beachten.

Darf Accupro während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Accupro darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da ein klares Risiko für das

ungeborene Kind besteht. Accupro darf auch nicht eingenommen werden, wenn Sie eine

Schwangerschaft planen. Falls Sie während der Behandlung mit Accupro schwanger werden, müssen

Sie sofort die Therapie abbrechen und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren. Wenn Sie im

gebärfähigen Alter sind, müssen Sie eine wirksame Methode der Empfängnisverhütung anwenden.

Während der Anwendung von Accupro soll nicht gestillt werden.

Wie verwenden Sie Accupro?

Accupro kann unabhängig von den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Die

Dosierung wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin festgelegt. Im Allgemeinen gelten folgende

Dosierungsrichtlinien:

Bei Bluthochdruck

Patientinnen und Patienten, die nicht mit wasserausschwemmenden Arzneimitteln (Diuretika)

behandelt werden, erhalten als Anfangsdosis 1x täglich 1 Filmtablette Accupro 10 mg. Bei

Patientinnen und Patienten mit Diuretikavorbehandlung wird eine Anfangsdosis von 1x täglich 1

Filmtablette Accupro 5 mg empfohlen, um die Wirkung von Accupro auf den Blutdruck

festzustellen. Dazu sollte der Patient bzw. die Patientin 2-4 Stunden nach der ersten Einnahme unter

ärztlicher Aufsicht bleiben.

Ist eine weitere Blutdrucksenkung erforderlich, kann der Arzt bzw. die Ärztin die Dosierung bis auf

2 Filmtabletten Accupro 20 mg täglich steigern.

Die Dosierung bei Langzeitanwendung richtet sich nach dem Ansprechen des Blutdrucks und liegt

gewöhnlich bei 2 Filmtabletten Accupro 10 mg bzw. 1 Filmtablette Accupro 20 mg täglich.

Bei Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz)

Es empfiehlt sich, die Behandlung herzinsuffizienter Patientinnen und Patienten mit Accupro unter

strenger Kontrolle des Arztes bzw. der Ärztin durchzuführen. Die Anfangsdosierung beträgt im

allgemeinen 1x täglich 1 Filmtablette Accupro 5 mg. Dabei sollte die erste Einnahme unter ärztlicher

Aufsicht (ca. 2-4 Stunden) erfolgen. Danach kann (bei gleichzeitiger Behandlung mit Diuretika

und/oder Herzglykosiden) die Tagesdosis schrittweise auf bis zu 2 Filmtabletten Accupro 20 mg

täglich angepasst werden.

Dosiseinstellung bei eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei älteren Patientinnen und Patienten

Bei eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei älteren Patientinnen und Patienten wird Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin die Behandlung mit 5 mg oder allenfalls tieferen Dosis Quinapril beginnen und

anschliessend eine Einstellung der für Sie richtigen Dosierung mit Accupro vornehmen.

Bei Kindern und Jugendlichen

Zur Anwendung von Accupro bei Kindern und Jugendlichen liegen bisher keine klinischen

Erfahrungen vor. Die Anwendung des Präparates bei Kindern und Jugendlichen kann daher nicht

empfohlen werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die vorgeschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Accupro haben?

Bisher beobachtete unerwünschte Wirkungen waren gewöhnlich geringfügig ausgeprägt und von

vorübergehender Natur. Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Accupro

auftreten:

Häufig beobachtet wurden Benommenheit, Kopfschmerzen, zu niedriger Blutdruck, Übelkeit,

Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Husten, Halsschmerzen, Schnupfen,

Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen,

Missempfindungen (z.B. Kribbeln).

Gelegentlich kann es zu Mund- und Rachentrockenheit, Herzklopfen, Herzjagen, Engegefühl in der

Herzgegend, Nervosität, Schläfrigkeit, Schwindel, Gesichtsrötung, Magenbeschwerden, Blähungen,

Infektionen des Harntraktes, Impotenz, Sehschwäche, Verstimmungszuständen, Hautausschlägen,

Juckreiz, verstärktem Schwitzen, Wasseransammlung in den Geweben, allergischen Reaktionen (z.B.

erhöhter Lichtempfindlichkeit), Gelenkschmerzen und Fieber kommen. Selten können eine

Verschlechterung der Nierenfunktion und akutes Nierenversagen sowie ein kurzdauernder

Bewusstseinsverlust (Ohnmacht) auftreten.

Des Weiteren gab es einzelne Fälle von Blutarmut, akuter allergischer Allgemeinreaktion, akut

auftretender Schwellung der Schleimhaut (Quincke-Ödem), Blutdruckabfall bei Lagewechsel,

Lungenentzündung, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Haarausfall und Schuppung der Haut und

blasenbildender Erkrankung der Haut.

In seltenen Fällen kann Accupro zu Leberschädigungen führen. Beim Auftreten von Müdigkeit,

Appetitlosigkeit, Übelkeit, entfärbtem Stuhl, dunklem Urin oder Gelbsucht sollten Sie umgehend mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin Kontakt aufnehmen, damit das Arzneimittel bei Bedarf abgesetzt

werden kann und die erforderlichen Untersuchungen durchgeführt werden können. Beachten Sie

bitte auch die Hinweise unter «Wann ist bei der Einnahme von Accupro Vorsicht geboten?».

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern in der Originalverpackung

aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Accupro enthalten?

Wirkstoff

Accupro 5: 1 Filmtablette mit Bruchrille enthält 5 mg Quinapril (als Quinaprilhydrochlorid).

Accupro 10: 1 Filmtablette mit Bruchrille enthält 10 mg Quinapril (als Quinaprilhydrochlorid).

Accupro 20: 1 Filmtablette mit Bruchrille enthält 20 mg Quinapril (als Quinaprilhydrochlorid).

Hilfsstoffe

Tablettenkern: Magnesiumcarbonat, Lactose, Gelatine, Crospovidon, Magnesiumstearat;

Filmüberzug: Opadry (Eisenoxid [E172], Titandioxid [E171], Hydroxypropylcellulose,

Hydroxymethylcellulose, Polyethylenglykol), Candelilla Wachs.

Zulassungsnummer

50141 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Accuretic? Welche Packungen sind erhältlich?

Sie erhalten Accupro in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen

Accupro 5: 30 Filmtabletten.

Accupro 10: 100 Filmtabletten.

Accupro 20: 100 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

PIL V011

Fachinformation

Accuproâ 5/10/20

Zusammensetzung

Wirkstoff

Quinaprilum ut Quinaprili hydrochloridum.

Hilfsstoffe

Tablettenkern: Magnesii subcarbonas ponderosus, Lactosum monohydricum, Gelatina,

Polyvinylpolypyrrolidonum, Magnesii stearas; Filmüberzug: Opadry (Ferrum oxydatum [E172],

Titanii dioxidum [E171], Methylhydroxypropylcellulosum, Hydroxypropylcellulosum,

Polyaethylenglycolum), Cera candelilla.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten (mit Bruchrille) mit Quinaprilhydrochlorid, entsprechend 5 mg bzw. 10 mg bzw.

20 mg Quinapril Base.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypertonie: Accupro kann entweder allein oder in Kombination mit einem Diuretikum angewendet

werden.

Herzinsuffizienz: Als Zusatzmedikation bei Patienten mit Herzinsuffizienz, die nicht ausreichend auf

Herzglykoside und/oder Diuretika ansprechen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Hypertonie

Monotherapie: Die empfohlene Anfangsdosis beträgt bei Patienten, die nicht mit Diuretika behandelt

werden, einmal täglich 10 mg. Anschliessend sollte die Dosis je nach Ansprechen des Patienten

(jeweils durch Verdoppeln der Dosis) bis zu 40 mg/d titriert werden. Die Erhaltungsdosis liegt

gewöhnlich bei 20 mg/d; sie kann als Einzeldosis oder verteilt auf zwei Dosen pro Tag gegeben

werden. Bei den meisten Patienten war in der Langzeitbehandlung der Hypertonie eine einmal

tägliche Verabreichung ausreichend.

Kombinationstherapie mit Diuretika: Bei Patienten, die gleichzeitig mit Diuretika behandelt werden,

wird eine Anfangsdosis von 5 mg Quinapril empfohlen, um festzustellen, ob eine symptomatische

Hypotonie auftritt. Anschliessend sollte die Dosis je nach Ansprechen des Blutdrucks des Patienten

titriert werden (vgl. Monotherapie). Für eine Kombinationstherapie kommen Diuretika vom Thiazid-

Typ oder Furosemid in Frage (siehe auch «Interaktionen»).

Herzinsuffizienz

Bei Herzinsuffizienz beträgt die Anfangsdosis 5 mg Quinapril als Einzeldosis. Nach der ersten Dosis

soll der Patient engmaschig auf Anzeichen eines symptomatischen Blutdruckabfalls beobachtet

werden (Wirkungsmaximum nach ca. 2-4 h).

Danach wird (bei gleichzeitiger Behandlung mit Diuretika und/oder Herzglykosiden) die Dosis bis

zu maximal 40 mg/d (zweimal täglich 20 mg) schrittweise unter Kontrolle der klinischen

Symptomatik, des Blutdrucks und der Nierenfunktion den Bedürfnissen des Patienten angepasst. Bei

Dauertherapie genügen zur Behandlung der Patienten Dosierungen von 10-20 mg/d als

Begleittherapie, aufgeteilt in ein oder zwei Dosen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen: Wie aus den pharmakokinetischen Daten hervorgeht, hängt

die Elimination von Quinapril von der Funktionsfähigkeit der Niere ab. Bei Patienten mit einer

Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 60 ml/min. wird eine Anfangsdosierung von 5 mg Quinapril

empfohlen, bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <30 ml/min eine Anfangsdosierung von

2.5 mg Quinapril. Wird die Anfangsdosierung gut vertragen, so kann die Dosis entsprechend dem

klinischen und hämodynamischen Ansprechen langsam erhöht werden, ausser es tritt ein

übermässiger Blutdruckabfall oder eine signifikante Verschlechterung der Nierenfunktion auf.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz sollte die Behandlung in Abhängigkeit vom Ausmass der

Niereninsuffizienz gemäss der folgenden Tabelle begonnen werden:

Kreatinin-Clearance Höchste empfohlene Anfangsdosierung

>60 ml/min

10 mg

30-60 ml/min

5 mg

10-30 ml/min

2.5 mg

<10 ml/min

Für eine Dosierungsempfehlung liegen hier keine ausreichenden klinischen

Erfahrungen vor.

Ältere Patienten (älter als 65 Jahre): Ein höheres Lebensalter allein scheint die Sicherheit und

Wirksamkeit von Accupro nicht zu beeinflussen. Da sich die Nierenfunktion mit zunehmendem Alter

jedoch verschlechtern kann, wird bei älteren Patienten eine Anfangsdosis von 1x täglich 5 mg

Quinapril empfohlen. Anschliessend sollte auch hier die Dosis je nach Ansprechen des Blutdrucks

titriert werden (vgl. «Spezielle Dosierungsanweisungen - Patienten mit Nierenfunktionsstörungen»).

Kinder und Jugendliche: Zur Anwendung von Accupro bei Kindern und Jugendlichen liegen bisher

keine klinischen Erfahrungen vor.

Art der Anwendung

Accupro kann ohne Berücksichtigung von Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden.

Kontraindikationen

Kombination von Quinapril mit Sacubitril/Valsartan aufgrund eines erhöhten Risikos für

Angioödeme.

Anamnestisch bekanntes angioneurotisches Ödem infolge einer früheren ACE-Inhibitor-

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten-Therapie oder hereditären Ursprungs.

Quinapril ist kontraindiziert bei Frauen die schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder im

gebärfähigen Alter sind und keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Quinapril darf nur

verabreicht werden, wenn eine Schwangerschaft unwahrscheinlich ist und die Frauen über die

möglichen Schädigungen des Fötus informiert wurden (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Kombination von Accupro mit Aliskiren bei Patienten mit Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2),

mässig oder schwerwiegend eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1.73 m2),

Hyperkaliämie (>5 mmol/l) oder bei hypotonen Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz.

Kombination von Accupro mit Angiotensin Rezeptor Blockern oder anderen ACE- Inhibitoren bei

Patienten mit Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2) und Endorganschäden, mässig oder

schwerwiegend eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1.73 m2), Hyperkaliämie

(>5 mmol/l) oder bei hypotonen Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz.

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Angioödeme im Kopf-/Halsbereich

Über das Auftreten von angioneurotischen Ödemen bei Patienten, die mit ACE-Inhibitoren

einschliesslich Accupro behandelt worden sind, wurde berichtet (siehe auch «Unerwünschte

Wirkungen»). Falls es zum Auftreten von Kehlkopfstridor oder Angioödemen im Gesichtsbereich,

der Zunge oder des Kehlkopfes kommt, sollte Accupro sofort abgesetzt und eine angemessene

Behandlung eingeleitet werden. Der Patient sollte bis zum Abklingen der Schwellung sorgfältig

überwacht werden. Wenn die Schwellung auf Gesicht und Lippen begrenzt ist, verschwindet sie

gewöhnlich auch ohne Behandlung; zur symptomatischen Therapie kann der Einsatz von

Antihistaminika nützlich sein. Angioödeme mit Beteiligung des Kehlkopfes können dagegen

lebensbedrohlich sein. Bei Beteiligung der Zunge oder des Kehlkopfes, die eine Obstruktion der

Atemwege vermuten lässt, sollte unverzüglich eine angemessene Therapie (z.B. Gabe von

Adrenalin) eingeleitet werden.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Therapie mit einem Inhibitor des mammalian target of rapamycin

(mTOR) (z.B. Temsirolimus), der Dipeptidylpeptidase 4(DPP-4) (z.B. Vildagliptin) oder einem

neutralen Endopeptidase-Inhibitor (z.B. Sacubitril) erhalten, kann ein erhöhtes Risiko von

Angioödemen bestehen. Bei Patienten, die bereits einen ACE-Inhibitor anwenden, ist daher bei

Beginn einer Behandlung mit einem mTOR-Inhibitor, einem DPP-4-Inhibitor oder einem neutralen

Endopeptidase-Inhibitor Vorsicht geboten.

Intestinales Angioödem

Bei Patienten, die mit ACE-Inhibitoren therapiert wurden, wurde über das Auftreten von intestinalem

Angioödem berichtet. Symptome waren abdominale Schmerzen (mit oder ohne Übelkeit oder

Erbrechen). Bei einigen Fällen lag keine frühere Anamnese eines Angioödems im Gesichtsbereich

vor und die C-1 Esterase-Werte lagen im Normalbereich. Das Angioödem wurde u.a. durch

abdominale CT- oder Ultraschalluntersuchung oder während einer Operation diagnostiziert. Die

Symptome verschwanden nach Beendigung der Therapie mit dem ACE-Inhibitor. Intestinales

Angioödem sollte in die Differentialdiagnose von mit ACE-Inhibitoren behandelten Patienten

aufgenommen werden, die unter abdominalen Schmerzen leiden.

Patienten, welche ein Angioödem ohne Zusammenhang mit einer ACE-Inhibitor-Therapie in ihrer

Anamnese aufweisen, könnten einem höheren Risiko ausgesetzt sein, dass durch die Therapie mit

einem ACE-Inhibitor ein Angioödem ausgelöst wird.

Anaphylaktoide Reaktionen

Hämodialyse/Low-density lipoprotein (LDL)-Apherese: Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-

Inhibitoren und Polyacrylnitril-metallylsulfonat-high-flux-Membranen oder LDL-Apherese mit

Dextransulfat im Rahmen einer Dialysebehandlung besteht die Gefahr, dass anaphylaktoide

Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum Schock) auftreten. Diese Kombination

muss daher vermieden werden, entweder durch den Gebrauch anderer Arzneimittel gegen den hohen

Blutdruck oder durch die Anwendung anderer Membranen bei der Dialyse.

Desensibilisierung/Insektenstiche: Zu anaphylaktoiden Reaktionen kann es bei Patienten kommen,

die während der Behandlung mit einem ACE-Inhibitor eine Therapie zur Desensibilisierung mit

Wespen- und Bienengift erhalten. Accupro muss daher abgesetzt werden, bevor mit der

Desensibilisierungstherapie begonnen wird. In solchen Fällen darf Accupro nicht durch einen

Betablocker ersetzt werden. Selten kann es nach Insektenstichen zu anaphylaktoiden Reaktionen

kommen.

Hinweise zu den Hilfsstoffen

Accupro Filmtabletten enthalten Laktose. Patienten mit der seltenen hereditären Galaktoseintoleranz,

Lapp-Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

Hypotonie

Eine symptomatische Hypotonie wurde bei Hypertonikern unter Accupro-Medikation nur

gelegentlich beobachtet. Sie kann jedoch bei Patienten mit Salz- oder Volumenverlust (z.B. bei

Vorbehandlung mit Diuretika, nach Durchfällen und Erbrechen, bei Diät mit eingeschränkter

Kochsalzzufuhr) unter einer Therapie mit ACE-Inhibitoren auftreten, wobei diese Verluste vor

Therapiebeginn ausgeglichen werden sollten.

Ebenso können Patienten, die bei Beginn einer Accupro- Therapie bereits mit einem Diuretikum

behandelt wurden, eine symptomatische Hypotonie entwickeln. Bei diesen Patienten sollte, wenn

möglich, die Diuretika- Therapie 2 bis 3 Tage vor der Accupro- Therapie gestoppt resp. unterbrochen

werden. Falls der Blutdruck mit Accupro allein nicht unter Kontrolle gebracht werden kann, sollte

die Diuretika- Therapie wieder aufgenommen werden. Wenn es nicht möglich ist, das Diuretikum

abzusetzen, sollte Quinapril einschleichend dosiert werden (siehe auch «Dosierung/Anwendung»,

«Interaktionen»).

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Neigung zur Hypotonie sollte die Therapie mit Accupro in

der empfohlenen Dosis unter enger ärztlicher Überwachung begonnen werden. Innerhalb der ersten

zwei Wochen nach Behandlungsbeginn sowie nach eventueller Dosiserhöhung sollten diese

Patienten engmaschig überwacht werden. Analoge Überlegungen gelten auch für Patienten mit

ischämischer Herzkrankheit oder zerebrovaskulären Erkrankungen, bei denen ein übermässiger

Blutdruckabfall zu einem Myokardinfarkt oder zu einem zerebrovaskulären Insult führen kann.

Beim Auftreten einer symptomatischen Hypotonie sollte der Patient flach gelagert werden.

Nötigenfalls ist eine Infusion von physiologischer Kochsalzlösung angezeigt. Eine vorübergehende

symptomatische Hypotonie ist keine Gegenanzeige für eine weitere Behandlung mit Accupro. In

solchen Fällen ist jedoch eine Dosisverringerung von Accupro oder dem evtl. gleichzeitig

verabreichten Diuretikum zu erwägen.

Blutbild

Unter der Behandlung mit ACE-Inhibitoren ist in sehr seltenen Fällen bei Patienten mit

unkomplizierter Hypertonie, häufiger jedoch bei Patienten mit Niereninsuffizienz, insbesondere bei

gleichzeitigen Kollagenkrankheiten eine Agranulozytose oder Knochenmarksdepression aufgetreten.

Innerhalb der klinischen Prüfung mit Accupro sind gelegentlich Fälle von Neutropenie, selten von

Thrombozytopenie bzw. Panzytopenie aufgetreten. Die Kausalität dieser Veränderungen ist nicht

gesichert, das Blutbild normalisierte sich ausserdem im weiteren Verlauf der Behandlung. Dennoch

sollte, wie unter Behandlung mit anderen ACE-Inhibitoren, bei Patienten mit Kollagenkrankheiten

und/oder Nierenfunktionsstörungen das weisse Blutbild überwacht werden.

Ältere Patienten

In diesen Fällen ist eine Dosisanpassung erforderlich (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Niereninsuffizienz

Aufgrund der inhibitorischen Wirkung auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System können bei

prädisponierten Patienten Störungen der Nierenfunktion auftreten. Bei Patienten mit schwerer

Herzinsuffizienz, deren Nierenfunktion von der Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-

Systems abhängt, kann die Behandlung mit einem ACE-Inhibitor wie Quinapril mit Oligurie

und/oder progressiver Azotämie, selten akutem Nierenversagen und/oder Tod einhergehen.

Die Halbwertszeit von Quinaprilat ist proportional zum Absinken der Kreatinin-Clearance

verlängert. Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von <60 ml/min. benötigen eine niedrigere

Anfangsdosierung mit Quinapril (siehe «Dosierung/Anwendung»). Die Dosierung sollte

entsprechend dem therapeutischen Ansprechen gesteigert und die Nierenfunktion eng überwacht

werden, obwohl Studien darauf hinweisen, dass Quinapril keine Verschlechterung der

Nierenfunktion herbeiführt.

Bei einigen Patienten mit Hypertonie oder Herzinsuffizienz ohne bestehende vaskuläre

Nierenerkrankung wurde ein Anstieg von Blutharnstoff-Stickstoff und Serumkreatinin beobachtet,

der gewöhnlich geringfügig ausgeprägt und von vorübergehender Natur war, und insbesondere dann

auftrat, wenn Quinapril zusammen mit einem Diuretikum verabreicht wurde. Die Wahrscheinlichkeit

für ein Ansteigen dieser Laborwerte ist bei Patienten mit bestehender Nierenfunktionsstörung erhöht.

Eine Dosisverminderung und/oder Beendigung der Behandlung mit dem Diuretikum und/oder

Quinapril kann in diesen Fällen angezeigt sein.

Leberinsuffizienz

Die Kombination von Quinapril mit einem Diuretikum sollte bei Patienten mit verminderter

Leberfunktion oder progressiver Lebererkrankung nur mit Vorsicht angewendet werden, da

geringfügige Änderungen des Flüssigkeits- oder Elektrolytgleichgewichts zu einem hepatischen

Koma führen können. Der Metabolismus von Quinapril zu Quinaprilat ist normalerweise abhängig

von der hepatischen Esterase. Bei Patienten mit alkoholischer Zirrhose sind die Quinaprilat-

Konzentrationen aufgrund verminderter Deesterifikation von Quinapril erniedrigt.

Kaliumstoffwechsel

Unter Monotherapie mit Accupro kann die Serumkaliumkonzentration ansteigen. Wegen der

Möglichkeit einer weiteren Erhöhung des Kaliumspiegels sollte eine Begleittherapie mit

kaliumsparenden Diuretika oder anderen Arzneimitteln, die den Serumkaliumspiegel erhöhen,

vorsichtig begonnen und der Kaliumspiegel engmaschig überwacht werden (siehe auch

«Interaktionen»). Bei gleichzeitiger Anwendung kann Accupro mithelfen, die durch Thiaziddiuretika

hervorgerufene Hypokaliämie zu vermindern.

Hyponatriämie und SIADH

Das Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH) und eine

nachfolgende Hyponatriämie wurden in einigen Patienten beobachtet, die mit anderen ACE-

Inhibitoren behandelt worden waren. Eine regelmässige Kontrolle der Serumnatriumwerte wird

empfohlen bei älteren Patienten und anderen Patienten, welche ein Risiko für Hyponatriämie

aufweisen.

Chirurgie/Anästhesie

Obwohl eine Hypotonie, ausgelöst durch die gleichzeitige Verabreichung von Quinapril und

Anästhetika, bisher nicht beobachtet wurde, ist bei grosschirurgischen Eingriffen oder Anästhesien

Vorsicht geboten. Es ist bekannt, dass Inhibitoren des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE)

die Angiotensin-II-Bildung hemmen. Kompensatorische Renin-Freisetzungen können somit während

der Narkose zu keiner Blutdrucksteigerung führen.

Eine eventuell auftretende Hypotonie kann durch Volumenexpansion korrigiert werden.

Aortenstenose

Bei Patienten mit Aortenstenose oder anderen Abflussbehinderungen soll Accupro nur mit grösster

Vorsicht angewendet werden.

Renovaskuläre Hypertonie

Vorsicht ist bei Hypertonikern mit uni- oder bilateraler Nierenarterienstenose geboten. Bei solchen

Patienten ist die Nierenfunktion vor allem in den ersten Wochen der Behandlung eng zu überwachen.

Therapieumstellung von Patienten unter Betablocker-Behandlung

Die Behandlung mit Betablockern sollte nicht abrupt unterbrochen werden. Ihre Dosierung soll nach

Beginn der Behandlung mit Accupro ausschleichend beendet werden (siehe Fachinformation des

Betablockers).

Hypoglykämie bei Diabetikern

Bei der Therapie von insulinpflichtigen oder mit oralen Antidiabetika behandelten diabetischen

Patienten können bei Einnahme von ACE-Inhibitoren Hypoglykämien auftreten. Eine engere

Überwachung von Diabetikern könnte daher notwendig sein (siehe auch «Interaktionen»).

Patienten in Behandlung mit Lithium

Siehe «Interaktionen».

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Inhibitoren, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme

der Nierenfunktion (einschliesslich eines akuten Nierenversagens) erhöht.

Eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Inhibitoren,

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen.

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Inhibitoren und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Gleichzeitige Verabreichung von NSARs

Siehe «Interaktionen».

Husten

Über Husten bei der Anwendung von ACE-Inhibitoren einschliesslich Quinapril, wurde berichtet.

Charakteristisch ist ein unproduktiver, resistenter Husten, der nach Absetzen der Therapie reversibel

ist. Bei der Differentialdiagnose des Hustens sollte die ACE-Inhibitor-Therapie berücksichtigt

werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen wurde Accupro nicht untersucht.

Interaktionen

Diuretika

Wie bei Behandlung mit anderen ACE-Inhibitoren kann bei Patienten, die mit Diuretika

vorbehandelt sind (insbesondere, wenn diese Therapie erst vor kurzer Zeit begonnen wurde), nach

Beginn der Therapie mit Accupro ein überschiessender Blutdruckabfall auftreten.

Die Wahrscheinlichkeit dieses hypotensiven Effekts nach der ersten Dosis von Quinapril kann

dadurch verringert werden, indem entweder das Diuretikum abgesetzt oder die Anfangsdosis auf

5 mg Accupro reduziert wird (siehe «Dosierung/Anwendung»). Wenn es nicht möglich ist, das

Diuretikum abzusetzen, sollte der Patient bis zu zwei Stunden nach Einnahme der ersten Dosis

ärztlich überwacht werden.

Arzneimittel, welche die Serumkaliumkonzentration erhöhen

Durch die von Quinapril herbeigeführte Senkung des Aldosteron Spiegels, kann eine

Kaliumretention resultieren. Deshalb sollte die gleichzeitige Verabreichung von Accupro und

kaliumsparenden Diuretika (z.B. Spironolacton, Triamteren oder Amilorid) und/oder

Kaliumpräparaten bzw. kaliumhaltigen Diätsalzsubstituten oder anderen Arzneimitteln welche den

Serumkaliumspiegel erhöhen nur mit Vorsicht und entsprechender Kontrolle der

Serumkaliumspiegel erfolgen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In älteren Patienten oder Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurde die gleichzeitige Gabe

eines ACE-Inhibitors mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim mit schwerwiegender Hyperkaliämie in

Verbindung gebracht, von welcher man annimmt, dass sie auf Trimethoprim zurückzuführen ist.

Quinapril und Trimethoprim-haltige Produkte sollten deshalb nur mit Vorsicht, und unter

angemessener Beobachtung der Serumkaliumkonzentration gleichzeitig verabreicht werden.

Lithium/Natrium

Wie bei anderen Arzneimitteln, die Natrium ausschwemmen, kann sich die Ausscheidung von

Lithium reduzieren. Es kann folglich zu einer Erhöhung der Serum-Lithium-Konzentration kommen.

Der Lithiumspiegel soll daher sorgfältig überwacht werden.

Nicht steroidale Antirheumatika einschliesslich selektiver Cyclooxygenase-2-Inhibitoren

Bei älteren Patienten, bei Hypovolämie (einschliesslich bei Patienten unter Diuretika Behandlung)

oder bei Patienten mit Niereninsuffizienz, kann sich die Nierenfunktion bei gleichzeitiger

Verabreichung von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), einschliesslich selektiver

Cyclooxygenase-2 (COX-2)- und ACE-Inhibitoren, einschliesslich Quinapril verschlechtern, ev. bis

zum akuten Nierenversagen. Diese Wirkungen sind im Allgemeinen reversibel. Die Nierenfunktion

muss bei gleichzeitiger Verabreichung von Quinapril und NSAR regelmässig überwacht werden.

Die antihypertensive Wirkung von ACE-Inhibitoren (z.B. Quinapril) kann durch NSAR vermindert

werden.

Andere Arzneimittel, die Angioödeme verursachen können

Bei gleichzeitiger Anwendung mit einem mTOR-Inhibitor (z.B. Temsirolimus), einem DPP-4-

Inhibitor (z.B. Vildagliptin) oder einem neutralen Endopeptidase-Inhibitor (z.B. Sacubitril) kann ein

erhöhtes Risiko von Angioödemen bestehen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Tetracycline und andere Wirkstoffe, die mit Magnesium interferieren

Bei gleichzeitiger Applikation von Tetracyclin und Accupro wird die Resorption von Tetracyclin um

ca. 28-37% verringert. Diese Resorptionsverminderung ist durch den in der Tablettenformulierung

enthaltenen Hilfsstoff Magnesiumcarbonat bedingt. Bei gleichzeitiger Anwendung von Accupro und

tetracyclinhaltigen Medikamenten sollte diese Interaktion beachtet werden.

Antidiabetika

Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Inhibitoren und Insulin oder oralen Antidiabetika besteht

aufgrund einer möglichen Erhöhung der Insulinsensitivität die Möglichkeit einer verstärkten

Blutzuckersenkung. Diabetiker sollten daher auf das Auftreten hypoglykämischer Reaktionen

hingewiesen und entsprechend überwacht werden.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems (RAAS) mit ACE-Inhibitoren (ACE-I),

Angiotensin-II-Rezeptor-Inhibitoren oder Aliskiren

Siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Andere Arzneimittel

Keine klinisch relevanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen traten auf, wenn Accupro

gleichzeitig mit Propranolol, Hydrochlorothiazid, Digoxin oder Cimetidin angewendet wurde. Die

antikoagulatorische Wirkung (gemessen an der Prothrombinzeit) einer Einzeldosis Warfarin wurde

durch die gleichzeitige Gabe von Quinapril zweimal täglich nicht signifikant verändert. Die

gleichzeitige Verabreichung von Atorvastatin (multiple 10 mg Dosis) mit Quinapril (80 mg) führte

zu keiner signifikanten Änderung der Steady-state Pharmakokinetik-Parameter von Atorvastatin.

Hinweis

Mögliche anaphylaktoide Reaktionen bei Patienten unter Hämodialyse / LDL-Apherese und

gleichzeitiger Einnahme eines ACE-Inhibitors (Details siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Accupro soll in der Schwangerschaft grundsätzlich nicht angewendet werden (siehe

«Kontraindikationen»). Sollte eine Schwangerschaft eintreten, muss eine Therapie mit Quinapril

abgebrochen werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollen während der Behandlung mit Accupro

eine verlässliche Methode der Kontrazeption anwenden. ACE-Inhibitoren können nach

Verabreichung an schwangeren Frauen fötale und neonatale Erkrankungen und Tod bewirken.

Kinder, die während der Schwangerschaft ACE-Hemmern ausgesetzt waren, können ein Risiko für

Missbildungen des Herz-Kreislauf-Systems und des ZNS aufweisen. In Zusammenhang mit der

Anwendung von ACE-Inhibitoren während der Schwangerschaft sind Berichte über Frühgeburten,

Hypotonie, Nierenschäden (einschliesslich Nierenversagen), Unterentwicklung des Schädels und der

Lunge, Oligohydramnie, Kontraktur der Gliedmassen, Fehlbildungen im Gesicht, intrauterine

Wachstumsverzögerung, Ductus arteriosus apertus und Tod des Fötus oder des Neugeborenen

bekannt. Es gilt zu beachten, dass eine Oligohydramnie möglicherweise erst in Erscheinung treten

kann, wenn der Fötus bereits eine irreversible Verletzung erlitten hat.

Alle Neugeborenen sollen nach Exposition in utero sorgfältig auf genügende Harnausscheidung,

Hyperkaliämie und Blutdruck untersucht werden. Nötigenfalls müssen angebrachte medizinische

Massnahmen ergriffen werden, wie z.B. Rehydrierung, Unterstützung des Blutdrucks und der renalen

Durchblutung.

Stillzeit

ACE-Inhibitoren, einschliesslich Quinapril, werden in limitierter Menge in die Muttermilch

sezerniert. Während der Anwendung von Quinapril soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wie jedes andere blutdrucksenkende Arzneimittel kann auch Accupro die Aufmerksamkeit und

Konzentration herabsetzen. Daher ist Vorsicht im Strassenverkehr und beim Bedienen von

Maschinen geboten, speziell zu Behandlungsbeginn.

Unerwünschte Wirkungen

Allgemeine Hinweise

In seltenen Fällen (<0.1%) können, wie bei allen ACE-Inhibitoren, cholestatischer Ikterus sowie

Leberfunktionsstörungen mit erhöhter Transaminasen-Konzentration auftreten. In solchen Fällen ist

die Therapie mit Accupro abzubrechen.

Nachstehend sind die beschriebenen unerwünschten Wirkungen geordnet nach Systemorganklassen

und gemäss den folgenden Häufigkeitsangaben dargestellt: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100,

<1/10), gelegentlich (≥1/1’000, <1/100), selten (≥1/10’000, <1/1’000), sehr selten (<1/10’000).

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden häufig unter Accupro bei Patienten in

kontrollierten klinischen Studien beobachtet

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Schlaflosigkeit (1.3%).

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Parästhesien (1.1%), Benommenheit (5.5%), Kopfschmerzen (7.2% vs. 16.9% Placebo).

Gefässerkrankungen

Häufig: Hypotonie (1.1%).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Husten (3.9%), Brustschmerzen (2%), Dyspnoe (2.3 %), Pharyngitis (1.3% vs. 1.9%

Placebo), Rhinitis (3.2% vs. 4.5% Placebo).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit und/oder Erbrechen (2.8%), Diarrhö (2%), Dyspepsie (1.6%),

Abdominalschmerzen (1.9% vs. 2.2% Placebo).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Rückenschmerzen (1.4%), Myalgie (2.2% vs. 3.3% Placebo).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Müdigkeit (3.5%).

Untersuchungen

Häufig: Anstieg1) von Serumkreatinin und Serumharnstoff-Stickstoff (>als das 1.25-Fache des

oberen Grenzwertes) (2%).

1) Mit Accupro als Monotherapie. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Diuretika behandelt werden,

treten diese Anstiege mit höherer Wahrscheinlichkeit auf. Die erhöhten Werte waren jedoch häufig

im weiteren Verlauf der Behandlung reversibel.

Weniger häufig beobachtete unerwünschte Wirkungen in (un)kontrollierten Studien

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Neutropenie.

Selten: Agranulozytose, Thrombozytopenie bzw. Panzytopenie1), Hyperkaliämie1) 2).

1) siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

2) siehe «Kontraindikationen».

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Depression, Nervosität.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Somnolenz, Schwindel.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Amblyopie.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Palpitationen, Tachykardie, Herzinsuffizienz, Angina pectoris, Myokardinfarkt.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Vasodilatation.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Mund- und Rachentrockenheit, Flatulenz, Gastritis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Erhöhung der Bilirubin- und Leberenzymkonzentration (inkl. Transaminasen)1),

cholestatischer Ikterus1) und Leberfunktionsstörungen1), Hepatitis.

1) Siehe «Allgemeine Hinweise».

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Gelegentlich: vermehrtes Schwitzen, Pruritus, Hautausschläge (u.U. mit schwerem Verlauf).

Selten: Dermatopolymyositis.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Arthralgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Infektionen des Harntraktes.

Selten: Verschlechterung der Nierenfunktion, akutes Nierenversagen.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Impotenz.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Ödeme (periphere und generalisierte), Fieber.

Unerwünschte Wirkungen aus der Post-Marketing Erfahrung

Die Daten aus der Post-Marketing Erfahrung beschreiben die weltweit spontan gemeldeten, in der

Literatur beschriebenen und von den Behörden gemeldeten unerwünschten Wirkungen. Die Post-

Marketing Erfahrung umfasst unerwünschte und unerwartete Ereignisse, die unabhängig von ihrer

Kausalität nach der Einnahme von Accupro aufgetreten sind.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Hämolytische Anämie.

Erkrankungen des Immunsystems: anaphylaktoide Reaktionen, Photosensibilisierung, Angioödem1),

intestinales Angioödem.

1) Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Herzerkrankungen: Synkope.

Gefässerkrankungen: orthostatische Hypotonie.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: eosinophile Pneumonie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Pankreatitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes: Alopezie, exfoliative Dermatitis, Pemphigus.

Untersuchungen: Hyponatriämie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Am wahrscheinlichsten wird sich eine Überdosierung in Form einer ausgeprägten Hypotonie

äussern, die durch intravenöse Volumenexpansion behandelt werden sollte.

Quinapril und seine Metaboliten können durch Hämodialyse oder Peritonealdialyse nicht in

nennenswertem Umfang aus dem Kreislauf entfernt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C09AA06

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Quinapril, der Wirkstoff von Accupro Filmtabletten, wird im Organismus rasch zu dem eigentlich

wirksamen Metaboliten Quinaprilat umgesetzt. Quinaprilat ist ein potenter Inhibitor des Angiotensin-

Converting-Enzyms (ACE), welches die Umwandlung von Angiotensin I zum vasokonstriktorisch

wirkenden Angiotensin II katalysiert. Angiotensin II ist durch verschiedene Mechanismen, wie z.B.

die Stimulation der Aldosteronsekretion, an der Funktion und der Regulierung der Gefässe beteiligt.

Die Wirkungsweise von Quinapril besteht in der Hemmung der Aktivität von Gewebs- und Plasma-

ACE. Dadurch werden die Vasokonstriktion und die Aldosteronsekretion vermindert. Der periphere

Gefässwiderstand nimmt ab. Der Blutdruck sinkt ohne eine deutliche Änderung der Herzfrequenz.

Der Wegfall der negativen Rückkoppelung von Angiotensin II auf die Renin-Sekretion resultiert in

einer erhöhten Plasma-Renin-Aktivität.

Obwohl angenommen wird, dass der Blutdruck hauptsächlich durch das Renin-Angiotensin-

Aldosteron-System gesenkt wird, hat Quinapril auch eine blutdrucksenkende Wirkung bei

Hypertonikern mit tiefen Renin-Werten. ACE ist identisch mit der Kininase II, dem Enzym, das

Bradykinin abbaut. Bradykinin ist ein potenter Peptidvasodilatator. Es ist möglich, dass dieser

Mechanismus an der blutdrucksenkenden Wirkung der ACE-Inhibitoren beteiligt ist.

Andere mögliche Mechanismen, die zur Wirksamkeit von Quinapril beitragen, umfassen eine

Dämpfung der Aktivität des sympathischen Nervensystems und eine Hemmung des Gewebe-ACE.

Es konnte in einer tierexperimentellen Studie gezeigt werden, dass die blutdrucksenkende Wirkung

von Quinapril länger andauert als die hemmende Wirkung auf das Plasma-ACE. Mit der hemmenden

Wirkung auf das Gewebs-ACE hingegen korreliert sie besser.

Die blutdrucksenkende Wirkung beginnt innerhalb einer Stunde, das Maximum wird 2-4 Stunden

nach der Einnahme erreicht. Bei den empfohlenen Dosierungen hält die blutdrucksenkende Wirkung

im Allgemeinen während 24 Stunden an. Bei gewissen Patienten muss bis zu zwei Wochen therapiert

werden, um den maximalen therapeutischen Effekt zu erreichen.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz bewirkt Quinapril eine Erniedrigung des pulmonalen

Kapillardrucks. Vor- und Nachlast des Herzens werden gesenkt. Das Herzminutenvolumen steigt an,

ohne dass gleichzeitig die Herzfrequenz erhöht wird. Die physische Belastbarkeit der Patienten wird

gesteigert.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Diuretika und/oder anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln

wird der blutdrucksenkende Effekt von Accupro verstärkt.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Gabe von Quinapril werden maximale Quinapril-Konzentrationen innerhalb von

1 Stunde beobachtet. Basierend auf Wiederfindungsstudien im Urin beträgt das Ausmass der oralen

Resorption ca. 60%. Die Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die Resorption von Quinapril.

Nach der Resorption wird Quinapril zu einem grossen Teil zum eigentlich aktiven Hauptmetaboliten

Quinaprilat metabolisiert.

Maximale Plasmaspiegel von Quinaprilat, dem wirksamen Metaboliten, werden ca. 2 h nach oraler

Gabe von Quinapril beobachtet. Bei einer enteralen Resorptionsrate von 60% für oral verabreichtes

Quinapril beträgt die absolute Bioverfügbarkeit von Quinaprilat 38%.

Distribution

Die Proteinbindung von Quinaprilat beträgt ca. 97%, die ungebundene Fraktion ca. 3%. Quinaprilat

hat ein Verteilungsvolumen von ca. 11 l. Studien an Ratten zeigen, dass Quinapril nicht die Blut-

Hirn-Schranke überschreitet.

Metabolismus

Quinapril wird fast vollständig zu Quinaprilat metabolisiert. Daneben entstehen einige weitere,

mengenmässig weniger bedeutende und pharmakologisch inaktive Metaboliten.

Elimination

Die Ausscheidung erfolgt zu 70-89% über die Nieren. Quinapril zeigt eine apparente Halbwertszeit

der Elimination von ca. 1 h. Quinaprilat wird zu einem wesentlichen Anteil über die Nieren

ausgeschieden; die effektive Kumulationshalbwertszeit beträgt ca. 3 h (ein Steady-state wird nach 1-

2 Tagen erreicht). Die Dissoziationshalbwertszeit vom ACE beträgt ca. 26 h. Die Plasmaclearance

von Quinaprilat beträgt 60-80 ml/min. Die Eliminationshalbwertszeit aus dem Plasma beträgt ca. 2 h

und ist dosisunabhängig.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz, ältere Patienten

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurden bis zu einer Kreatinin-Clearance von 60 ml/min.

normale Quinaprilat-Plasmaspiegelverläufe gemessen. Bei einer Kreatinin-Clearance von weniger als

60 ml/min steigen die Quinaprilat-Spiegel an, die Eliminationshalbwertszeit ist verlängert.

Pharmakokinetische Studien an Patienten mit terminalen Nierenerkrankungen, die chronisch

hämodialysiert waren oder ambulant mit peritonealer Dialyse behandelt wurden, zeigten, dass

Dialyse nur einen geringen Einfluss auf die Elimination von Quinaprilat hat.

Die Elimination von Quinaprilat ist ausserdem bei älteren Patienten (älter als 65 Jahre) und bei

Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz verlangsamt. Die Verlangsamung korreliert mit der

eingeschränkten Nierenfunktion, die oft bei diesen Patienten vorliegt. Bei Patienten mit mässig

eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30-60 ml/min) und älteren Patienten kann es

erforderlich sein, die Dosis zu reduzieren.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberzirrhose wurden erniedrigte Plasmaspiegel von Quinaprilat gemessen, was

auf eine verminderte Metabolisierung von Quinapril bei der Leberpassage zurückzuführen ist.

Präklinische Daten

Karzinogenität, Mutagenität, Fertilität

In Studien an Mäusen und Ratten wurden unter Dosierungen von 75-100 mg/kg/d (bzw. der 50- bis

60-fachen maximalen, humanen, täglichen Dosierung) keine karzinogenen Wirkungen beobachtet.

Quinapril wurde ausreichend auf Mutagenität untersucht. Es ergaben sich keine relevanten Hinweise

auf ein mutagenes Potential. Im Ames-Test mit oder ohne metabolische Aktivierung zeigte auch

Quinaprilat keine mutagenen Eigenschaften. Quinapril wirkte bei einer ausreichenden Prüfung in

Gen-und Chromosomenmutationstests in vitro und in vivo nicht mutagen.

Untersuchungen an Ratten und Kaninchen haben bis zu Dosen von 300 bzw. 1.5 mg/kg/d keine

Hinweise für ein teratogenes Potential ergeben. Während bei der Ratte keine embryotoxischen

Wirkungen beobachtet wurden, traten beim Kaninchen maternaltoxische und embryotoxische Effekte

ab einer Dosis von 1 mg/kg/d auf. Bei der Verabreichung während der Fetalentwicklung und der

Laktation kam es ab einer Dosis von 25 mg/kg/d bei der Ratte zu Wachstumsretardierungen der

Nachkommen. Beeinträchtigungen der Fertilität wurden weder bei den Elterntieren noch bei den

Nachkommen beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern in der Originalverpackung

aufbewahren.

Zulassungsnummer

50141 (Swissmedic).

Packungen

Accupro 5 Filmtabletten (mit Bruchrille): 30. [B]

Accupro 10 Filmtabletten (mit Bruchrille): 100. [B]

Accupro 20 Filmtabletten (mit Bruchrille): 100. [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

Mai 2017.

LLD V014

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