Abilify 30 mg Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-11-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
aripiprazolum
Verfügbar ab:
Otsuka Pharmaceutical (Switzerland) GmbH
ATC-Code:
N05AX12
INN (Internationale Bezeichnung):
aripiprazolum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
aripiprazolum 30 mg, excipiens pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Neuroleptikum
Zulassungsnummer:
56209
Berechtigungsdatum:
2004-06-08

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-11-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-02-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-11-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-02-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses Arzneimittel

ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben. Auch

wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

ABILIFY® Tabletten

Was sind Abilify Tabletten und wann werden sie angewendet?

Abilify Tabletten enthalten den Wirkstoff Aripiprazol und gehören zu einer Gruppe von Arzneimitteln

welche Antipsychotika genannt werden. Abilify Tabletten dürfen nur auf Verschreibung des Arztes oder

der Ärztin angewendet werden.

Abilify Tabletten werden bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 13 Jahren)

- mit krankhafter Störung des Denkens, Fühlens und Erlebens in Bezug auf die eigene Persönlichkeit

und die Umwelt,

- zur Behandlung eines Zustands mit übersteigertem Hochgefühl, dem Gefühl, ungewöhnliche Energie

zu haben, viel weniger Schlaf zu brauchen als gewöhnlich, sehr schnellem Sprechen mit schnell

wechselnden Ideen und manchmal starker Reizbarkeit angewendet.

Bei erwachsenen Patienten, welche auf die Behandlung mit Abilify Tabletten angesprochen haben,

werden Abilify Tabletten auch vorbeugend zur Vermeidung des Wiederauftretens eines solchen

Zustandes angewendet.

Was sollte dazu beachtet werden?

Während der Behandlung mit einem Antipsychotikum, wozu auch Abilify Tabletten gezählt werden,

kann es mehrere Tage oder Wochen dauern, bis die gewünschte Wirkung eintritt. Daher werden Sie am

Anfang der Behandlung häufig von Ihrem Arzt bzw. von Ihrer Ärztin kontrolliert werden.

Wann dürfen Abilify Tabletten nicht eingenommen werden?

Abilify Tabletten dürfen nicht eingenommen werden, wenn Sie überempfindlich (allergisch) auf den

Wirkstoff Aripiprazol oder auf einen anderen Bestandteil des Arzneimittels sind. Patienten bzw.

Patientinnen unter 13 Jahren sollten Abilify Tabletten nicht einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Abilify Tabletten Vorsicht geboten?

Abilify Tabletten müssen bei Patientinnen und Patienten mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte oder

bei Patientinnen und Patienten mit Hirnschlag oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung im

Gehirn in der Vorgeschichte mit Vorsicht angewendet werden. Bei Patientinnen und Patienten mit

Demenz wird die Anwendung von Abilify Tabletten nicht empfohlen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie

diesbezüglich beraten. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie Schluckbeschwerden

haben.

Antipsychotika, wie z.B. Abilify Tabletten, können unkontrollierte Bewegungen, Fieber,

Muskelsteifheit, beschleunigte Atmung, Schweissausbrüche, beeinträchtigtes Wahrnehmungsvermögen,

plötzliche Veränderungen des Blutdrucks und der Herzfrequenz oder Schwindel (besonders beim

Aufstehen aus einer liegenden oder sitzenden Position) bewirken. Falls Sie diese Nebenwirkungen an

sich beobachten, kontaktieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie daran denken oder sich danach

fühlen, sich etwas anzutun. Über Suizidgedanken und entsprechendes Verhalten wurde während der

Behandlung mit Aripiprazol berichtet.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie, Ihre Familie oder die Sie betreuende Person an

Ihnen den Drang oder das Verlangen bemerken, sich ungewöhnlich zu verhalten, und Sie den Impuls,

den Trieb oder die Versuchung nicht kontrollieren können, bestimmte Handlungen durchzuführen, mit

denen Sie sich selbst und andere gefährden könnten. Man spricht in diesem Zusammenhang von

Störungen der Impulskontrolle. Diese können zu Verhaltensweisen wie Spielsucht, zwanghaftem Essen

oder Kaufen, übermässig gesteigertem Sexualtrieb bzw. obsessiven sexuellen Gedanken oder Gefühlen

führen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin muss in diesem Fall möglicherweise Ihre Dosis reduzieren oder das

Medikament absetzen.

Aripiprazol kann Schläfrigkeit, starkes Absinken des Blutdrucks beim Aufstehen, Schwindel und

Veränderungen in Ihrer Bewegungsfähigkeit und Ihrem Gleichgewicht verursachen, was zu Stürzen

führen kann. Vorsicht ist insbesondere dann geboten, wenn Sie ein älterer Patient oder geschwächt sind.

Vom gleichzeitigen Alkoholkonsum mit Abilify Tabletten wird abgeraten, da die kombinierte Wirkung

von Alkohol und Abilify Tabletten zu Benommenheit führen kann.

Abilify Tabletten können die Wirkung von Arzneimitteln gegen hohen Blutdruck (Antihypertonika)

verstärken. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie ein solches Arzneimittel anwenden.

Abilify Tabletten enthalten Lactose. Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel erst nach Rücksprache mit

Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Abilify Tabletten könnten, wie andere Antipsychotika auch, Auswirkungen auf die Reaktionsfähigkeit,

die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen oder Werkzeuge zu bedienen, haben. Daher sollten Sie

keine Fahrzeuge lenken oder gefährliche Maschinen bedienen, bis Sie sicher sind, dass das Arzneimittel

bei Ihnen diesbezüglich keine nachteiligen Effekte bewirkt.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden. Während der Behandlung mit Abilify Tabletten sollen andere Arzneimittel nur mit

dem Einverständnis des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Dürfen Abilify Tabletten während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Schwangerschaft

Abilify Tabletten sollen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, ausser auf ärztliche

Verordnung. Bei gesicherter oder vermuteter Schwangerschaft oder wenn Sie eine Schwangerschaft

planen, bitte unverzüglich den Arzt bzw. die Ärztin konsultieren.

Bei Anwendung von Abilify Tabletten während des letzten Drittels der Schwangerschaft können bei

Neugeborenen Zittern, Muskelsteifigkeit, Schwäche, Schläfrigkeit, Erregung, Schwierigkeiten beim

Atmen oder Probleme beim Füttern auftreten.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unverzüglich im Falle einer Schwangerschaft, um das

weitere Vorgehen zu besprechen. Die Behandlung soll keinesfalls aus eigenem Ermessen abgesetzt

werden. Ein plötzliches Absetzen von Abilify Tabletten kann schwerwiegende Folgen haben.

Bitte informieren Sie auch unverzüglich Ihren Frauenarzt bzw. -ärztin oder Geburtshelfer/-in über eine

Einnahme während der Schwangerschaft, insbesondere wenn beschriebene Auffälligkeiten bei Ihrem

Kind nach der Geburt auftreten.

Stillzeit

Wenn Sie Abilify Tabletten einnehmen, sollten Sie nicht stillen. Bitte informieren Sie unverzüglich

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie bereits stillen.

Wie verwenden Sie Abilify Tabletten?

Wie und wann Sie Abilify Tabletten einnehmen sollten

Die Dosierung von Abilify Tabletten wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin individuell für Sie

festgelegt. Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt im Allgemeinen 1 x täglich 1 Tablette à 15 mg. Es

kann jedoch sein, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen eine tiefere oder höhere Dosis bis maximal 30 mg

pro Tag verordnet.

Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren beginnen im Allgemeinen mit einer tiefen Dosis Abilify Sirup.

Die Dosis sollte dann schrittweise bis zur üblichen Dosis von einmal täglich 10 mg erhöht werden. Es

kann jedoch sein, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen eine tiefere oder höhere Dosis bis maximal 30 mg

pro Tag verordnet.

Nehmen Sie die Abilify Tabletten jeden Tag zur gleichen Zeit ein (mit oder ohne Mahlzeit); immer mit

Wasser und unzerkaut schlucken.

Das Arzneimittel sollten Sie nicht von sich aus absetzen, auch dann nicht, wenn Sie sich besser fühlen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Wenn Sie zuviel Abilify Tabletten eingenommen haben

Falls Sie einmal zuviel Abilify Tabletten eingenommen haben oder wenn jemand anders einige Ihrer

Abilify Tabletten eingenommen hat, bitte umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren. Wenn Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin nicht erreichen können, bitte das nächste Spital aufsuchen und die Packung

mitnehmen.

Wenn Sie die Einnahme von Abilify Tabletten vergessen haben

Falls Sie die Einnahme der Dosis einmal vergessen haben, nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald

Sie daran denken. Nehmen Sie jedoch nicht an einem Tag die doppelte Dosis ein.

Welche Nebenwirkungen können Abilify Tabletten haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Abilify Tabletten auftreten:

Kopfschmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, unangenehmes Gefühl

im Magen oder Bauch, Aufstossen nach dem Essen, Verstopfung, innere Unruhe, Angst, Schwindel,

Schlafprobleme, Ruhelosigkeit, Schläfrigkeit, Zittern, Parkinsonismus, Bewegungsstörungen,

Krampfanfälle, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Schluckauf.

Während der Einnahme von Abilify Tabletten können weiterhin die folgenden Nebenwirkungen

auftreten: Verlust der Kontrolle über den Impuls, den Trieb oder die Versuchung, Handlungen

durchzuführen, die Sie oder andere gefährden könnten. Dies kann sich in dem starken Impuls äussern,

sich trotz schwerwiegender persönlicher oder familiärer Folgen exzessiv dem Glücksspiel hinzugeben,

oder in einem veränderten oder verstärkten sexuellen Interesse und Verhalten, das für Sie und andere

Anlass zu erheblicher Sorge gibt, zum Beispiel in einem verstärkten Sexualtrieb, aber auch in

unkontrolliertem masslosem Kaufverhalten, Heisshungeressen (man verzehrt innerhalb kurzer Zeit

riesige Mengen an Nahrung) oder zwanghaftem Essen (man isst mehr als gewöhnlich und über den

Hunger hinaus). Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie irgendeine dieser

Verhaltensweisen an sich bemerken. Er oder sie wird dann mit Ihnen über Wege sprechen, diese

Symptome in den Griff zu bekommen bzw. zu lindern.

Ausserdem wurde auch über allergische Reaktionen (z.B. Schwellungen im Mund und Hals, Juckreiz,

Hautausschlag), erhöhten Speichelfluss, Schluckstörungen, Appetitlosigkeit, Durchfall, trockenen Mund,

Sprachstörungen, Aufmerksamkeitsstörung, Lethargie, Nervosität, Spielsucht, Suizidgedanken,

Suizidversuch, Suizid, Depression, Aggression, Ohnmacht, Muskelschmerzen, Brustschmerzen,

Kältegefühl, Serotonin-Syndrom (eine Reaktion, die Glücksgefühle, Schläfrigkeit, Schwerfälligkeit,

Ruhelosigkeit, Trunkenheitsgefühl, Fieber, Schwitzen oder steife Muskeln verursachen kann), Syndrom

der unruhigen Beine, Fieber, übermässiges Schwitzen, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, erhöhte

Blutspiegel des Hormons Prolaktin, Bauchspeicheldrüsenentzündung, erhöhten Blutzucker,

Zuckerkrankheit, Ödeme, Harnretention, Harninkontinenz, Bluthochdruck, Verschluss eines

Blutgefässes aufgrund eines Blutgerinnsels, ungewöhnlichen Herzschlag, plötzlichen unerklärbaren Tod,

Herzanfall, Verminderung der Zahl weisser Blutkörperchen und Blutplättchen, schmerzhafte

Dauererektion des Penis, Verkrampfung im Mund- und Rachenbereich, Fixierung der Augäpfel in einer

Position, Lungenentzündung infolge des Aspirierens von Fremdstoffen, Lichtempfindlichkeit,

ungewöhnlichen Haarausfall oder schütteres Haar, Leberentzündung, Gelbsucht, Schmerzen, Krämpfe

und schwerwiegende allergische Reaktionen, wie zum Beispiel durch Arzneimittel verursachter

Hautausschlag mit einer Erhöhung der Zahl eosinophiler Granulozyten und systemischen Symptomen

(DRESS) berichtet. Bei DRESS kommt es anfangs zu grippeähnlichen Symptomen und Hautausschlag

im Gesicht, gefolgt von grossflächigem Ausschlag, erhöhter Temperatur, vergrösserten Lymphknoten,

erhöhten Leberwerten und einer Erhöhung der Zahl bestimmter weisser Blutkörperchen (Eosinophilie),

was in Blutuntersuchungen zu sehen ist.

Bei der Anwendung von Abilify Tabletten während des letzten Drittels der Schwangerschaft können bei

Neugeborenen sehr selten Zittern, Muskelsteifigkeit, Schwäche, Schläfrigkeit, Erregung,

Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern auftreten.

Bei Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren traten Nebenwirkungen in ähnlicher Art und

Häufigkeit wie bei Erwachsenen auf mit Ausnahme der Nebenwirkungen Schläfrigkeit,

Bewegungsstörungen, Unvermögen ruhig zu sitzen, abnormale Muskelspannung, Müdigkeit,

Magenbeschwerden, trockener Mund, erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Appetit und

Aufmerksamkeitsstörungen, welche häufiger als bei Erwachsenen auftraten.

Bei einigen Patienten bzw. Patientinnen kann Schwindel (besonders beim Aufstehen aus einer liegenden

oder sitzenden Position) oder Herzklopfen auftreten; wenn diese Zustände anhalten oder sich

verschlimmern, kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Antipsychotika, wie z.B. Abilify Tabletten, können unkontrollierte Bewegungen, Fieber,

Muskelsteifheit, beschleunigte Atmung, Schweissausbrüche, beeinträchtigtes Wahrnehmungsvermögen

oder plötzliche Veränderungen des Blutdrucks und der Herzfrequenz bewirken. Falls Sie diese

Nebenwirkungen an sich beobachten, kontaktieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Das Arzneimittel muss bei Raumtemperatur (15-25°C), in der Originalverpackung, an einem trockenen

Ort und vor Lichteinwirkung geschützt, für Kinder unzugänglich und nicht sichtbar aufbewahrt werden.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Abilify Tabletten enthalten?

Wirkstoffe

Tabletten zu 5 mg, 10 mg, 15 mg bzw. 30 mg Aripiprazol

Hilfsstoffe

Lactose-Monohydrat, Maisstärke, mikrokristalline Cellulose, Hydroxypropylcellulose,

Magnesiumstearat, Eisenoxid (E172 in 10 mg, 15 mg und 30 mg Tabletten), Indigocarmin (E132 nur in

5 mg Tabletten).

Zulassungsnummer

56209 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Abilify Tabletten? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Abilify Tabletten zu 5 mg: Packungen zu 28 Tabletten

Abilify Tabletten zu 10 mg: Packungen zu 28 Tabletten

Abilify Tabletten zu 15 mg: Packungen zu 28 Tabletten

Abilify Tabletten zu 30 mg: Packungen zu 28 Tabletten

Zulassungsinhaberin

Otsuka Pharmaceutical (Switzerland) GmbH, 8152 Opfikon

Diese Packungsbeilage wurde im November 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Warnhinweise/Vorsichtsmassnahmen, Unerwünschte Wirkungen

ABILIFY®

Zusammensetzung

Wirkstoff

Aripiprazolum

Hilfsstoffe

Tabletten

Lactosum monohydricum, Maydis amylum, Cellulosum microcristallinum,

Hydroxypropylcellulosum, Magnesii stearas, Color: E172 (10 mg, 15 mg und 30 mg), E132 (nur

5 mg)

Schmelztabletten

Calcii silicas, Carmellosum natricum conexum, Crospovidonum, Silicii dioxidum, Xylitolum,

Cellulosum microcristallinum, Aspartamum, Acesulfamum kalicum, Acidum tartaricum, Magnesii

stearas, Lactosum monohydricum, Ethylvanillinum, Vanillinum, Aromatica, Color: E172

Sirup

Saccharum (400 mg/ml), Fructosum (200 mg/ml), Dinatrii edetas, Glycerolum, Acidum lacticum,

Propylenglycolum, Natrii hydroxidum, Aqua purificata, Aromatica: Vanillinum et alia; Conserv.:

Methylis parahydroxybenzoas (E218), Propylis parahydroxybenzoas (E216).

1 Einzeldosis à 10 ml bzw. 15 ml Sirup enthält 6 bzw 9 g verwertbare Kohlenhydrate (= 0,6 g/ml).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 5 mg, 10 mg, 15 mg und 30 mg Aripiprazol

Schmelztabletten zu 10 mg und 15 mg Aripiprazol

Sirup: 1 ml enthält 1 mg Aripiprazol

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Abilify ist für die Behandlung der Schizophrenie indiziert bei Erwachsenen und Jugendlichen ab

13 Jahren.

Abilify ist indiziert zur Behandlung mässig starker bis starker manischer Episoden bei Bipolar-I-

Störungen und für die Prävention neuer manischer Episoden bei Erwachsenen, welche vorgängig auf

die Behandlung der manischen Episoden mit Aripiprazol ansprachen.

Abilify ist indiziert zur Monotherapie in der Akutbehandlung starker manischer oder gemischter

Episoden bei Bipolar-I-Störungen bei Jugendlichen ab 13 Jahren.

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Abilify kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Erwachsene

Schizophrenie: Die empfohlene Anfangsdosis von Abilify beträgt 1 x täglich 10 mg oder 15 mg.

Eine Dosiserhöhung sollte nicht vor Erreichen des Steady-State (nach 2 Wochen) vorgenommen

werden. Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 1 x täglich 15 mg.

In klinischen Studien war Abilify wirksam in einem Dosisbereich zwischen 10 und 30 mg / Tag.

Eine gesteigerte Wirksamkeit bei Dosierungen über einer Tagesdosis von 15 mg wurde nicht

nachgewiesen, obwohl einzelne Patienten von einer höheren Dosis profitieren können. Die maximale

Tagesdosis sollte 30 mg nicht überschreiten.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störungen: Die empfohlene Anfangsdosis von Abilify ist 15 mg

einmal täglich mit oder ohne Kombination von stimmungsstabilisierenden Substanzen (siehe

Abschnitt «Klinische Wirksamkeit»).

Im Allgemeinen sollte initial die begleitende Anwendung eines Tranquilizers (z.B. Benzodiazepin)

erfolgen.

Abhängig vom Zustand des Patienten sollte die Erstbehandlung unter stationären klinischen

Bedingungen erfolgen. Die maximale Tagesdosis sollte 30 mg nicht überschreiten.

Zur Rezidivprophylaxe der manischen Episoden bei Patienten, welche bereits Aripiprazol erhalten

haben, soll die Therapie mit der gleichen Dosis weitergeführt werden.

Jugendliche (13-17 Jahre)

Schizophrenie: Die empfohlene Dosis von Abilify ist 1 x täglich 10 mg unabhängig von den

Mahlzeiten. Die Behandlung sollte für zwei Tage mit 2 mg/Tag (Abilify 1 mg/ml, Sirup) eingeleitet,

danach für zwei Tage auf 5 mg/Tag und dann auf die empfohlene Dosis von 10 mg/Tag erhöht

werden. Falls erforderlich sollten zusätzliche Dosiserhöhungen in 5 mg Schritten erfolgen ohne

jedoch die maximale tägliche Dosis von 30 mg zu überschreiten.

In klinischen Studien war Abilify wirksam in einem Dosisbereich zwischen 10 und 30 mg / Tag.

Eine gesteigerte Wirksamkeit bei Dosierungen über einer Tagesdosis von 10 mg wurde nicht

nachgewiesen, obwohl einzelne Patienten von einer höheren Dosis profitieren können.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störungen: Die empfohlene Zieldosis von Abilify ist 1 x täglich

10 mg unabhängig von den Mahlzeiten. Die Behandlung sollte für zwei Tage mit 2 mg/Tag (Abilify

1 mg/ml, Sirup) eingeleitet, danach für zwei Tage auf 5 mg/Tag und dann auf die empfohlene Dosis

von 10 mg/Tag erhöht werden.

Eine gesteigerte Wirksamkeit wurde für Dosen > 10 mg/Tag nicht nachgewiesen. Eine Dosierung

> 10 mg/Tag wird nicht empfohlen. Wenn Dosen > 10 mg/Tag eingesetzt werden, sollten

Dosiserhöhungen in 5 mg-Schritten erfolgen und eine maximale Dosierung von 30 mg/Tag nicht

überschritten werden.

Die Behandlung soll so lange erfolgen, wie dies für die Kontrolle der akuten Symptome erforderlich

ist. Die vorgesehene maximale Behandlungsdauer beträgt 4 Wochen. Die Wirksamkeit einer

Behandlung über diesen Zeitraum hinaus ist nicht konsistent nachgewiesen (siehe

«Eigenschaften/Wirkungen - Klinische Wirksamkeit»).

Abilify sollte in dieser Indikation nur von Ärzten mit Erfahrungen in der Therapie bipolarer

Störungen bei Jugendlichen verordnet werden. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter

13 Jahren ist nicht indiziert.

Die Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung von Abilify zur Rezidivprophylaxe manischer

Episoden bei Kinder und Jugendlichen mit Bipolar-I-Störungen wurde nicht nachgewiesen.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Placebo-kontrollierte Studien mit Aripiprazol wurden mit einer zu geringen Anzahl von Patienten

≥ 65 Jahre durchgeführt, um zu bestimmen, ob diese Altersgruppe im Vergleich zu jüngeren

Patienten unterschiedlich auf Aripiprazol anspricht (siehe auch «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die Wirksamkeit von Abilify in der Behandlung von Schizophrenie und Bipolar-I-Störung bei

Patienten ≥ 65 Jahre wurde nicht nachgewiesen. Mit Rücksicht auf die grössere Empfindlichkeit

dieser Patientengruppe sollte eine niedrigere Initialdosis in Betracht gezogen werden, wenn klinische

Faktoren dies rechtfertigen (siehe «Pharmakokinetik»).

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung von Abilify bei Kindern unter 13 Jahren wird nicht empfohlen.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mässiger Leberinsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die

vorhandenen Daten reichen nicht aus, um bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz

Dosierungsempfehlungen festzulegen. Bei diesen Patienten sollte die Dosierung vorsichtig

eingestellt werden. Die Maximaldosis von 30 mg sollte jedoch bei Patienten mit schwerer

Leberinsuffizienz mit Vorsicht angewendet werden (siehe «Pharmakokinetik»).

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe

«Pharmakokinetik»).

Geschlecht

Keine geschlechtsspezifische Dosisanpassung erforderlich (siehe «Pharmakokinetik»).

Raucher

Keine Dosisanpassung bei Rauchern erforderlich.

Dosierungsanpassung aufgrund von Interaktionen

Bei Co-Medikation von Abilify mit einem starken CYP3A4- oder CYP2D6-Inhibitor sollte die

Aripiprazol-Dosis reduziert werden (siehe «Interaktionen»). Nach Absetzen des CYP3A4- bzw.

CYP2D6- Inhibitors sollte die Abilify-Dosierung erhöht werden. Etwa 8 % der Kaukasier sind

'schlechte' (= ''poor'') Metabolisierer von CYP2D6-Substraten (siehe «Pharmakokinetik»).

Bei der Co-Medikation von Abilify mit einem starken CYP3A4- Induktor sollte die Aripiprazol-

Dosis gesteigert werden (siehe «Interaktionen»). Zusätzliche Dosis-Erhöhungen von Abilify sollten

auf einer klinischen Beurteilung beruhen. Nach Absetzen des CYP3A4-Induktors sollte die Abilify-

Dosierung reduziert werden (siehe «Interaktionen»).

Die Packung von Abilify Sirup enthält zur Dosierung einen kalibrierten Messbecher (Graduierung

zwischen 5 ml und 30 ml) und eine Messpipette (Graduierung zwischen 0,5 ml und 2 ml in 0,5 ml

Abständen).

Abilify Sirup kann als Alternative zu Abilify Tabletten verwendet werden. Dabei ist zu

berücksichtigen, dass in Studien mit gesunden Probanden bei gleicher Dosierung unter dem Sirup

höhere maximale Plasmakonzentrationen und schlechtere gastrointestinale Verträglichkeit

beobachtet worden sind als unter Tabletten. Deshalb empfiehlt es sich, mit der niedrigsten

empfohlenen Anfangsdosis zu beginnen und diese gegebenenfalls zu steigern. Bei Patienten, die von

Abilify Tabletten auf Abilify Sirup umgestellt werden, sollte die Dosis gegebenenfalls reduziert

werden. Patienten, die zuvor 30 mg Tabletten erhalten haben, sollten 25 ml Sirup erhalten.

Patienten, die Schwierigkeiten beim Schlucken von Abilify Tabletten haben, können die

Schmelztabletten oder die Lösung zum Einnehmen alternativ zu den Tabletten einnehmen.

Betreffend Handhabung der Schmelztablette siehe Rubrik «Sonstige Hinweise».

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung

(siehe «Zusammensetzung»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überwachung der Patienten

Während der Behandlung mit einem Antipsychotikum kann es mehrere Tage bis zu einige Wochen

dauern, bis sich der klinische Zustand des Patienten bessert. Die Patienten sollten in dieser Zeit

durchgängig engmaschig überwacht werden.

Abhängig vom Zustand des Patienten sollte die Erstbehandlung unter stationären klinischen

Bedingungen erfolgen.

Suizidalität

Bei Patienten mit einer psychotischen Erkrankung oder einer affektiven Störung besteht die

potentielle Gefahr suizidalen Verhaltens und wurde in einigen Fällen nach Beginn oder nach

Wechsel einer antipsychotischen Therapie berichtet, auch bei Behandlung mit Aripiprazol (siehe

«Unerwünschte Wirkungen »). Bei Hochrisiko-Patienten sollte die medikamentöse Therapie von

einer engmaschigen Überwachung begleitet werden. Um das Risiko einer Überdosierung zu

vermeiden, sollte wenn möglich nur die kleinste Tabletten-Menge von Abilify verschrieben werden.

In einer epidemiologischen Studie zeigte sich das Suizidalitätsrisiko bei Patienten mit Schizophrenie

und bipolaren Störungen unter Aripiprazol nicht verschieden von anderen Neuroleptika.

Spätdyskinesien

Weil das Risiko von Spätdyskinesien während einer Langzeitbehandlung mit Antipsychotika

zunimmt, sollte bei entsprechenden Anzeichen und Symptomen eventuell die Dosis reduziert oder

die Behandlung abgebrochen werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Nach Therapieabbruch

können sich diese Symptome vorübergehend verschlechtern, erstmals oder wieder auftreten.

Krampfanfälle

Wie andere Antipsychotika sollte auch Aripiprazol bei Krampfanfällen in der Anamnese oder bei

Zuständen, die mit Krampfanfällen im Zusammenhang stehen, mit Vorsicht angewendet werden

(siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Antipsychotika, inklusive Aripiprazol, wurde über MNS,

einen potentiell lebensbedrohlichen Symptomkomplex, berichtet (siehe «Unerwünschte

Wirkungen»).

Klinische Manifestationen eines MNS sind: Fieber, Muskelrigidität, veränderte/wechselnde

Bewusstseinslage, Anzeichen autonomer Instabilität (unregelmässiger Puls oder Blutdruck,

Tachykardie, Schwitzen, Herzrhythmusstörungen), Erhöhung der Kreatinphosphokinase,

Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes Nierenversagen. Bei Anzeichen und Symptomen, die

auf ein MNS hindeuten oder bei hohem Fieber unklarer Genese ohne weitere klinische Manifestation

von MNS müssen alle Antipsychotika, inklusive Aripiprazol, abgesetzt werden.

Kardiovasukläre Erkrankungen

Aufgrund des α1-adrenergen Rezeptorantagonismus besteht unter Aripiprazol das Risiko einer

orthostatischen Hypotonie.

Aripiprazol sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit bekannter kardiovaskulärer

Erkrankung (Krankheitsgeschichte mit Myokardinfarkt oder ischämischer Herzerkrankung,

Herzinsuffizienz oder Überleitungsstörungen), mit zerebrovaskulärer Erkrankung oder bei

Bedingungen mit Prädisposition für Hypotonie (Dehydration, Hypovolämie oder Behandlung mit

Antihypertensiva) und bei Hypertonie (einschliesslich akzelerierte und maligne Form).

Fälle von venöser Thromboembolie (VTE) sind mit Antipsychotika berichtet worden. Da mit

Antipsychotika behandelte Patienten oft bereits bestehende Risikofaktoren für VTE aufweisen,

sollten vor und während der Behandlung mit Aripiprazol alle möglichen Risikofaktoren für VTE

identifiziert werden und Vorsichtmassnahmen getroffen werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

QT-Verlängerung

In klinischen Studien mit Aripiprazol war die Inzidenz einer QT-Verlängerung vergleichbar zu

Placebo. Wie bei anderen Antipsychotika sollte Aripiprazol bei Patienten, bei denen in der

Familienanamnese eine QT-Verlängerung auftrat, mit Vorsicht angewendet werden.

Kognitive und motorische Beeinträchtigung

In placebo-kontrollierten Kurzzeitstudien wurde über Somnolenz bei 11 % der mit Aripiprazol

behandelten Patienten gegenüber 6 % der mit Placebo behandelten Patienten berichtet. Bei 0,2 %

(5/2096) der mit Aripiprazol behandelten Patienten erfolgte ein Therapieabbruch aufgrund der

Somnolenz. Trotz der gegenüber Placebo relativ gering erhöhten Häufigkeit von Somnolenz kann

Aripiprazol, wie andere Antipsychotika auch, eventuell das Urteilsvermögen, das Denken oder die

motorischen Fähigkeiten beeinträchtigen. (Siehe auch Abschnitt «Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit

und auf das Bedienen von Maschinen».)

Ältere Patienten mit Demenz assoziierter Psychose

Erhöhte Mortalität

Bei älteren Patienten mit Demenz assoziierter Psychose, welche mit atypischen Antipsychotika

behandelt werden (inklusive Aripiprazol) ist das Mortalitätsrisiko im Vergleich zu Placebo erhöht.

In drei 10-wöchigen, placebo-kontrollierten Studien mit Aripiprazol bei älteren Patienten mit einer

Psychose, welche mit Alzheimer-Demenz assoziiert war (n = 938; Durchschnittsalter: 82,4 Jahre,

Bereich: 56-99 Jahre), starben während der doppelblinden Phase der Studie oder innerhalb 30 Tagen

nach Abschluss 3,5 % der Patienten unter Abilify im Vergleich zu 1,7 % der Patienten unter Placebo.

Obwohl die Todesursachen unterschiedlich waren, schienen sie meistens entweder kardiovaskulärer

(z.B. Herzversagen, plötzlicher Herztod) oder infektiöser (z.B. Pneumonie) Art zu sein.

Zerebrovaskuläre unerwünschte Reaktionen

Zerebrovaskuläre unerwünschte Reaktionen (z.B. Schlaganfall, transitorische ischämische Attacken)

inklusive Todesfälle traten bei 1,3 % der mit Aripiprazol behandelten Patienten gegenüber 0,6 % der

Patienten unter Placebo auf (Durchschnittsalter: 84 Jahre, Bereich 78-88 Jahre). Dieser Unterschied

war statistisch nicht signifikant. Die unerwünschten Wirkungen über welche mit einer Häufigkeit

von ≥ 5 % und einem im Vergleich zu Placebo mindestens doppelt so häufigem Auftreten unter

Aripiprazol berichtet wurde, waren: Lethargie, Somnolenz und Harninkontinenz.

Aripiprazol ist nicht für die Behandlung von mit Demenz einhergehenden Psychosen und/oder

Verhaltensstörungen zugelassen und wird daher nicht zur Anwendung bei dieser speziellen

Patientengruppe empfohlen.

Hyperglykämie und Diabetes mellitus

Hyperglykämie, in einigen Fällen extrem und assoziiert mit Ketoazidose oder hyperosmolarem

Koma oder Tod, wurde bei Patienten berichtet, die mit atypischen antipsychotischen Wirkstoffen,

inklusive Aripiprazol, behandelt wurden. Epidemiologische Studien deuten auf ein erhöhtes Risiko

für unerwünschte Wirkungen bezüglich Hyperglykämie unter Therapie mit atypischen

antipsychotischen Wirkstoffen hin.

In klinischen Studien mit Aripiprazol gab es keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zu

Placebo bei den Inzidenzraten unerwünschter Ereignisse in Bezug auf Hyperglykämie

(einschliesslich Diabetes) oder bei anormalen Glucose-Laborwerten.

Patienten, die mit antipsychotischen Wirkstoffen einschliesslich Aripiprazol behandelt werden,

sollten auf Anzeichen und Symptome einer Hyperglykämie (wie z.B. Polydipsie, Polyurie,

Polyphagie und Schwäche) beobachtet werden und Patienten mit Diabetes mellitus oder mit

Risikofaktoren für Diabetes mellitus sollten regelmässig in Bezug auf eine Verschlechterung der

Glucosewerte überwacht werden.

Dysphagie

Motilitätsstörungen der Speiseröhre und Aspiration sind mit der Einnahme von antipsychotischen

Arzneimitteln, einschliesslich Aripiprazol, assoziiert worden. Aripiprazol und andere

antipsychotische Arzneimittel sollten mit Vorsicht bei Patienten mit einem Risiko für

Aspirationspneumonie angewendet werden.

Gewichtszunahme

Eine Gewichtszunahme wird im Allgemeinen bei schizophrenen Patienten und bei Patienten mit

bipolarer Manie aufgrund von Komorbiditäten, der Anwendung von Antipsychotika, bei denen

Gewichtszunahme als Nebenwirkung bekannt ist bzw. einer ungesunden Lebensführung beobachtet

und könnte zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Über eine Gewichtszunahme wurde nach

Markteinführung (Häufigkeit nicht bekannt, siehe «Unerwünschte Wirkungen /Postmarketing-

Erfahrung») bei Patienten berichtet, denen Aripiprazol verschrieben wurde. In den beobachteten

Fällen weisen die Patienten gewöhnlich signifikante Risikofaktoren wie Diabetes,

Schilddrüsenerkrankung oder Hypophysenadenom in der Anamnese auf. In klinischen Studien hat

Aripiprazol nicht zu einer klinisch relevanten Gewichtszunahme geführt (siehe

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Pathologische Spielsucht

Unter der Einnahme von Aripipazol können sich bei Patienten Süchte, insbesondere Spielsucht, und

die Unfähigkeit, diese zu kontrollieren, verstärken.

Andere Süchte, die berichtet wurden, umfassen: verstärkten Sexualtrieb, zwanghafte Kaufsucht,

Heisshunger oder Esssucht und andere impulsive oder zwanghafte Verhalten. Es ist wichtig für den

verordnenden Arzt/Ärztin, Patienten unter der Therapie mit Aripiprazol oder deren Betreuer speziell

nach einem neuen Auftreten oder einer Verstärkung von Spielsucht, des Sexualtriebes, von

Kaufsucht oder von Heisshunger oder Esssucht zu befragen. Es ist darauf hinzuweisen, dass

Symptome von Impulskontrollstörungen auch mit der Grunderkrankung in Zusammenhang stehen

können; jedoch wurden einige Fälle berichtet, bei denen die Süchte abnahmen oder aufhörten,

nachdem die Dosis reduziert oder das Medikament abgesetzt wurde.

Impulskontrollstörungen können dem Patienten oder anderen Personen Schaden zufügen, wenn sie

nicht erkannt werden. Ziehen Sie eine Dosisreduktion oder ein Absetzen des Medikamentes in

Betracht, falls ein Patient oben genannte Süchte unter der Medikation mit Aripiprazol entwickeln

sollte (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Phenylketonurie

Bei Patienten, die an Phenylketonurie leiden, muss beachtet werden, dass die Abilify

Schmelztabletten Aspartam enthalten. Phenylalanin ist ein Bestandteil von Aspartam. Die Abilify

Schmelztabletten zu 10 mg resp. 15 mg enthalten 1,12 mg resp. 1,68 mg Phenylalanin pro Tablette.

Lactose

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten Abilify Tabletten und Abilify Schmelztabletten nicht einnehmen.

Unverträglichkeit (Sirup)

Abilify Sirup enthält pro 1 ml 200 mg Fructose. Patienten mit der seltenen, hereditären Fructose-

Intoleranz sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Abilify Sirup enthält Methylparahydroxybenzoat und Propylparahydroxybenzoat, welche allergische

Reaktionen auslösen können (möglicherweise verzögert).

Abilify Sirup enthält pro 1 ml 400 mg Saccharose. Patienten mit der seltenen, hereditären Fructose-

Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Sucrase-Isomaltase-Mangel sollten Abilify Sirup

nicht einnehmen.

Interaktionen

Da Aripiprazol primär auf das ZNS wirkt, ist Vorsicht geboten, wenn es in Kombination mit anderen

zentral wirksamen Medikamenten mit sich überlagernden Nebenwirkungen wie Sedierung und mit

Alkohol eingenommen wird (siehe auch «Unerwünschte Wirkungen»).

Aufgrund seines α1-adrenergen Rezeptorantagonismus kann Aripiprazol möglicherweise die

Wirkung bestimmter antihypertensiver Substanzen verstärken.

Möglicher Einfluss von anderen Medikamenten auf Aripiprazol

Der H2-Antagonist Famotidin, ein potenter Magensäureblocker, hatte keinen klinisch relevanten

Effekt auf die Pharmakokinetik von Aripiprazol.

Aripiprazol wird über verschiedene Wege unter Beteiligung der Enzyme CYP2D6 und CYP3A4,

aber nicht der CYP1A-Enzyme, metabolisiert. Daher ist für Raucher keine Dosisanpassung

erforderlich.

Chinidin und andere CYP2D6 Inhibitoren

In einer klinischen Studie mit gesunden Probanden steigerte ein hochwirksamer CYP2D6-Inhibitor

(Chinidin) die AUC von Aripiprazol um 107 %, während die Cmax unverändert blieb. Die AUC und

Cmax von Dehydro-Aripiprazol, dem aktiven Metaboliten, verringerte sich um 32 % und um 47 %.

Die Aripiprazol-Dosis sollte auf etwa die Hälfte der verschriebenen Dosis verringert werden, wenn

Aripiprazol zusammen mit Chinidin gegeben wird. Es ist zu erwarten, dass andere hochwirksame

Inhibitoren von CYP2D6, wie Fluoxetin und Paroxetin, ähnliche Effekte haben und deshalb sollten

ähnliche Dosisreduktionen vorgenommen werden.

Ketoconazol und andere CYP3A4 Inhibitoren

In einer klinischen Studie mit gesunden Probanden steigerte ein hochwirksamer Inhibitor von

CYP3A4 (Ketoconazol) die AUC und Cmax von Aripiprazol um 63 % bzw. 37 %. Die AUC und

Cmax von Dehydro-Aripiprazol stiegen um 77 % bzw. 43 %. Bei CYP2D6 'schlechten' (= ''poor'')

Metabolisierern kann die gemeinsame Anwendung mit hochwirksamen Inhibitoren von CYP3A4 in

höheren Plasmakonzentrationen von Aripiprazol resultieren im Vergleich zu CYP2D6 extensiven

Metabolisierern. Wenn man die gemeinsame Gabe von Ketoconazol oder anderen hochwirksamen

CYP3A4-Inhibitoren mit Aripiprazol in Betracht zieht, sollte der potenzielle Nutzen die potenziellen

Risiken für den Patienten überwiegen. Wenn Ketoconazol zusammen mit Aripiprazol gegeben wird,

sollte die Aripiprazol-Dosis auf ungefähr die Hälfte der verschriebenen Dosis reduziert werden.

Andere hochwirksame Inhibitoren von CYP3A4, wie Itraconazol und HIV-Proteaseinhibitoren,

dürften ähnliche Wirkungen haben und deshalb sollten ähnliche Dosisreduktionen vorgenommen

werden.

Nach Absetzen des CYP2D6- oder CYP3A4-Inhibitors sollte die Dosierung von Aripiprazol auf die

Dosishöhe vor Beginn der Begleittherapie angehoben werden.

Carbamazepin und andere CYP3A4 Induktoren

Nach gemeinsamer Anwendung mit Carbamazepin, einem hochwirksamen Induktor von CYP3A4,

waren die geometrischen Mittel der Cmax und AUC von Aripiprazol um 68 % bzw. 73 % niedriger

im Vergleich zur Monotherapie mit Aripiprazol (30 mg). Ebenso waren für Dehydro-Aripiprazol die

geometrischen Mittel der Cmax und AUC nach der gemeinsamen Anwendung mit Carbamazepin um

69 % bzw. 71 % niedriger als nach Monotherapie mit Aripiprazol.

Die Aripiprazol-Dosis sollte bei gemeinsamer Gabe von Aripiprazol mit Carbamazepin verdoppelt

werden. Es ist zu erwarten, dass andere hochwirksame Induktoren von CYP3A4 (wie Rifampicin,

Rifabutin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon, Efavirenz, Nevirapin und Johanniskraut) ähnliche

Wirkungen haben und deshalb sollten ähnliche Dosiserhöhungen vorgenommen werden. Nach

Absetzen der hochwirksamen CYP3A4-Induktoren sollte die Dosierung von Aripiprazol auf die

empfohlene Dosis reduziert werden.

Valproat und Lithium

Wenn entweder Valproat oder Lithium gleichzeitig mit Aripiprazol eingenommen wurde, gab es

keine klinisch signifikante Veränderung der Aripiprazol-Konzentrationen.

Serotonin-Syndrom

Bei Patienten, die Aripiprazol eingenommen haben, wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms

berichtet. Mögliche Anzeichen und Symptome dieses Syndroms können insbesondere bei

gleichzeitiger Anwendung von anderen serotonergen Arzneimitteln wie SSRI/SNRI oder

Arzneimitteln, bei denen bekannt ist, dass sie die Aripiprazolkonzentrationen erhöhen, auftreten

(siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Möglicher Einfluss von Aripiprazol auf andere Medikamente

In klinischen Studien hatte eine tägliche Dosierung von 10-30 mg Aripiprazol keinen signifikanten

Effekt auf den Metabolismus der Substrate von CYP2D6 (Dextromethorphan), CYP2C9 (Warfarin),

CYP2C19 (Omeprazol, Warfarin) und CYP3A4 (Dextromethorphan). Ausserdem zeigten

Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol in vitro kein Potential für eine Veränderung des über CYP1A2

induzierten Stoffwechsels. Daher ist nicht zu erwarten, dass Aripiprazol klinisch bedeutsame

Interaktionen über diese Enzyme verursacht.

Wenn Aripiprazol gleichzeitig mit Valproat, Lithium oder Lamotrigin eingenommen wurde, gab es

keine klinisch signifikanten Veränderungen der Valproat-,Lithium- oder Lamotrigin-

Konzentrationen.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren.

In tierexperimentellen Studien beeinträchtigte Aripiprazol die Fertilität nicht. Entwicklungs-

Toxizität, einschliesslich möglicher teratogener Effekte, wurde beobachtet: bei Ratten nach Dosen,

die subtherapeutische bis therapeutische Expositionen ergaben (basierend auf der AUC) und bei

Kaninchen nach Dosen mit Expositionen, die 3-11 mal der mittleren Steady-State-AUC bei der

maximal empfohlenen klinischen Dosis entsprachen. Die eine maternale Toxizität hervorrufende

Dosierung war ähnlich derjenigen, die Entwicklungs-Toxizität verursachte.

Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Patientinnen sollte geraten werden, ihren

Arzt zu benachrichtigen, wenn sie schwanger werden oder eine Schwangerschaft während der

Behandlung mit Aripiprazol planen. Aufgrund der unzureichenden Datenlage zur Sicherheit beim

Menschen und aufgrund der in den Reproduktionsstudien beim Tier entstandenen Bedenken darf

Aripiprazol in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen

rechtfertigt eindeutig das potentielle Risiko für den Fetus.

Nicht-teratogene Effekte

Bei Neugeborenen, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika

(einschliesslich Aripiprazol) exponiert sind, besteht nach der Geburt die Gefahr von extrapyramidal-

motorischen Symptomen und/oder Entzugssymptomen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Diese

Symptome beim Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten

Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Atemnot und Störungen bei der Nahrungsaufnahme/Probleme

beim Füttern einschliessen. Diese Komplikationen waren unterschiedlich in ihrem Schweregrad.

Während in einigen Fällen die Symptome selbstlimitierend waren, benötigten in anderen Fällen die

Neugeborenen eine Überwachung auf der Intensivstation oder eine verlängerte Hospitalisation. Über

solche Ereignisse wurde bei einer Aripiprazol-Exposition sehr selten berichtet.

Stillzeit

Aripiprazol geht in die menschliche Muttermilch über.

Derzeit fehlen humane Daten aus kontrollierten Untersuchungen zur Langzeitsicherheit

einschliesslich aus z.B. seriellen Messungen in der Muttermilch oder Bestimmungen der

Plasmaspiegel beim Säugling.

Während der Therapie mit Aripiprazol soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wie bei der Therapie mit anderen Antipsychotika sollten auch Patienten unter Aripiprazol davor

gewarnt werden, Fahrzeuge zu lenken oder gefährliche Maschinen zu bedienen, bis sie sicher sind,

dass das Medikament keinen negativen Einfluss hat. Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass

Aripiprazol die kognitive Funktion beeinträchtigt.

Unerwünschte Wirkungen

Erfahrung aus klinischen Studien

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen bei Patienten, die mit oralem Aripripazol

in Placebo-kontrollierten Studien behandelt wurden, sind Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und

Übelkeit.

Aufstellung der unerwünschten Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen traten häufiger (≥ 1 %) auf als unter Placebo oder wurden

als mögliche medizinisch relevante Nebenwirkungen (*) eingestuft.

Sie sind geordnet nach Systemorganklassen (MedDRA) und absteigender Häufigkeit: «Sehr häufig»

(≥ 1/10), «häufig» (≥ 1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥ 1/1'000, < 1/100), «selten» (≥ 1/10'000, <

1/1'000), «sehr selten» (< 1/10'000).

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Hyperprolaktinämie

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig: Schlaflosigkeit (11 %)

Häufig: Angst, Unruhe

Gelegentlich: Hypersexualität

Erkrankungen des Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerz (15 %)

Häufig: Akathisie, Schwindel, Sedierung, Tremor, Schläfrigkeit, extrapyramidale Symptome (z.B.

Dystonie, Parkinsonismus, Dyskinesie)

Gelegentlich: Tardive Dyskinesie*, Krampfanfall*

Selten: Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)*

Augenerkrankungen

Häufig: Verschwommenes Sehen

Gelegentlich: Doppeltsehen

Herzerkrankungen

Häufig: Tachykardie*

Gefässerkrankungen

Häufig: Orthostasesyndrom*

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Schluckauf

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit (11 %)

Häufig: Erbrechen, Dyspepsie, Obstipation, Hypersalivation

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Ermüdung

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Extrapyramidale Symptome (EPS)

Schizophrenie: In einer kontrollierten Langzeitstudie über 52 Wochen trat bei Patienten, die mit

Aripiprazol behandelt wurden, eine insgesamt geringere Inzidenz (27,1 %) von EPS einschliesslich

Parkinsonismus, Akathisie, Dystonie und Dyskinesie auf, verglichen mit Patienten, die mit

Haloperidol behandelt wurden (59,2 %). In einer Placebo-kontrollierten Langzeitstudie über

26 Wochen betrug die Inzidenz von EPS 20,3 % bei Patienten unter Aripiprazol-Behandlung und

13,1 % bei Patienten unter Placebo. In einer anderen kontrollierten Langzeitstudie über 26 Wochen

betrug die Inzidenz von EPS 16,8 % bei Patienten, die mit Aripiprazol behandelt wurden, und 15,7 %

bei Patienten unter Olanzapin-Therapie.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störungen: In einer kontrollierten 12-wöchigen Studie betrug die

Inzidenz von EPS 23,5 % bei den mit Aripiprazol behandelten Patienten und 53,3 % bei den mit

Haloperidol behandelten Patienten. In einer anderen Studie über 12 Wochen betrug die Inzidenz von

EPS 26,6 % bei den mit Aripiprazol behandelten Patienten und 17,6 % bei den mit Lithium

behandelten Patienten. In der 26-wöchigen Phase der Erhaltungstherapie in einer placebo-

kontrollierten Studie war die Inzidenz von EPS 18,2 % bei den mit Aripiprazol behandelten Patienten

gegenüber 15,7 % bei den Patienten in der Placebo-Gruppe.

Dystonie

Symptome einer Dystonie, verlängerte, abnormale Muskelkontraktionen, können bei empfindlichen

Personen während der ersten Behandlungstage auftreten. Dystoniesymptome umfassen: Krampf der

Genickmuskulatur, der manchmal zu einem Schlundkrampf fortschreitet, Schluckbeschwerden,

Atembeschwerden und/oder Zungenprotrusion. Obwohl diese Symptome bei niedriger Dosierung

auftreten können, treten sie häufiger und stärker bei hochpotenten und bei höheren Dosen von

Antipsychotika der ersten Generation auf. Ein erhöhtes Risiko für eine akute Dystonie wird bei

Männern und jüngeren Altersgruppen beobachtet.

Prolaktin

In den klinischen Studien zu den zugelassenen Indikationen und als Post-Marketing Erfahrung wurde

für Aripiprazol sowohl ein Anstieg als auch eine Senkung des Serumprolaktins im Vergleich zur

Baseline beobachtet.

Prolaktinspiegel wurden in allen Studien für alle Dosierungen von Aripiprazol ausgewertet

(n = 28242). Die Inzidenz von Hyperprolaktinämie oder erhöhtem Serumprolaktin bei den mit

Aripiprazol behandelten Patienten (0,3 %) war ähnlich derjenigen für Placebo (0,2 %). Die Inzidenz

von Hypoprolaktinämie oder erniedrigtem Serumprolaktin bei den mit Aripiprazol behandelten

Patienten war 0,4 % verglichen mit 0,02 % unter Placebo.

Laborwerte

CPK-Erhöhungen, welche meist vorübergehend und asymptomatisch waren, wurden bei 3,5 % der

mit Aripiprazol behandelten Patienten gegenüber 2,0 % der Patienten unter Placebo beobachtet.

Die Patientengruppen unter Aripiprazol und Placebo zeigten in Bezug auf potentiell klinisch

signifikante Veränderungen der routinemässig kontrollierten Laborparameter keine medizinisch

bedeutsamen Unterschiede.

Kinder und Jugendliche

Schizophrenie bei Jugendlichen ab 13 Jahren

In einer placebo-kontrollierten, klinischen Kurzzeitstudie mit 302 Jugendlichen (Alter: 13-17 Jahre)

mit Schizophrenie waren Häufigkeit und Art von unerwünschten Wirkungen vergleichbar mit

denjenigen bei Erwachsenen mit Ausnahme der folgenden unerwünschten Wirkungen, welche bei

mit Aripiprazol behandelten Jugendlichen häufiger auftraten als bei mit Aripiprazol behandelten

Erwachsenen (und häufiger als bei Placebo): Über Schläfrigkeit/Sedation und extrapyramidale

Symptome wurde sehr häufig berichtet (≥ 10 %). Über Trockenheitsgefühl im Mund und erhöhter

Appetit wurde häufig berichtet (≥ 1 %, < 10 %).

Akute manische Episoden bei Bipolar-I-Störungen bei Jugendlichen ab 13 Jahren

Häufigkeit und Art von unerwünschten Wirkungen bei Jugendlichen mit manischer oder gemischter

Episode einer Bipolar-I-Störung, welche mit 10 mg Aripiprazol/Tag behandelt wurden, waren im

Allgemeinen ähnlich im Vergleich zu jenen bei Erwachsenen, mit Ausnahme der folgenden

unerwünschten Wirkungen, welche bei Jugendlichen häufiger auftraten: Somnolenz (17,8 %),

Ermüdung (11,7 %) und Akathisie (12,1 %) wurden sehr häufig (≥ 1/10) und Dyskinesie häufig

(≥ 1/100, < 1/10) berichtet.

Die entsprechend häufigsten unerwünschten Wirkungen unter 30 mg Aripiprazol/Tag im Vergleich

zu Erwachsenen waren:

Sehr häufig (≥ 1/10): extrapyramidale Störung (28,8 %), Somnolenz (20,3 %) Akathisie (16,9 %)

Häufig (≥ 1/100): Dystonie, Magenbeschwerden, erhöhte Herzfrequenz und

Aufmerksamkeitsstörung.

Post-Marketing Erfahrung

Ebenfalls wurde während der Post-Marketing-Beobachtungsphase über die folgenden unerwünschten

Wirkungen berichtet. Die Häufigkeit dieser unerwünschten Wirkungen ist nicht bekannt (kann

aufgrund der vorhandenen Daten nicht abgeschätzt werden).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Allergische Reaktionen (z.B. Anaphylaktische Reaktionen, Angioödem einschliesslich Zungenödem

und Gesichtsödem, Pruritus, Urtikaria, Hautausschlag)

Endokrine Erkrankungen

Diabetische Ketoazidose, diabetisches hyperosmolares Koma

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, Hyponaträmie, Anorexie, Hyperglykämie, Diabetes mellitus

Psychiatrische Erkrankungen

Agitiertheit, Nervosität, Suizidgedanken, Suizidversuche, begangene Suizide (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»), Depression, Aggression, Impulskontrollstörungen (z.B. pathologisches

Spielen, zwanghafte Kaufsucht, Heisshunger oder Esssucht)

Erkrankungen des Nervensystems

Sprachstörung, Grand-mal-Anfall, Serotonin-Syndrom, Aufmerksamkeitsstörung, Lethargie

Herzerkrankungen

QT-Verlängerung, ventrikuläre Arrhythmien, plötzlicher Tod unbekannter Ursache, Herzstillstand,

Torsades-de-Pointes, Bradykardie

Gefässerkrankungen

Synkope, Hypertonie, venöse thromboembolische Ereignisse (einschliesslich Lungenembolie und

tiefer Venenthrombose), siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Aspirationspneumonie,

Oropharyngealspasmus, Laryngospasmus

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Pankreatitis, Dysphagie, erhöhter Speichelfluss, Bauchbeschwerden, Magenbeschwerden, Diarrhoe,

trockener Mund

Leber- und Gallenerkrankungen

Hepatitis, Ikterus, Erhöhung der Alanin Aminotransferase (ALT), Erhöhung der Aspartat

Aminotransferase (AST), Erhöhung der γ-Glutamyltransferase (γ-GT)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Hyperhidrosis, Lichtempfindlichkeitsreaktion, Alopezie

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Myalgie, Rhabdomyolyse, Steifheit

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Harnretention, Harninkontinenz

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Extrapyramidalmotorische und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen (siehe

«Schwangerschaft/Stillzeit»)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Priapismus

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Brustschmerzen, Störung der

Temperaturregulation (z.B. Hypothermie, Pyrexie), periphere Oedeme, Schmerzen

Untersuchungen

Erhöhung der Kreatin-Phosphokinase, erhöhter Blutzucker, Blutzuckerschwankung, erhöhtes

glycosyliertes Hämoglobin

Überdosierung

Anzeichen und Symptome

In klinischen Studien und seit der Markteinführung wurden unbeabsichtigte oder beabsichtigte

Überdosierungen von bis zu ca. 1'260 mg Aripiprazol allein bei erwachsenen Patienten beobachtet

und waren nicht letal. Potentiell medizinisch relevante Anzeichen und Symptome beinhalteten

Lethargie, Blutdruckerhöhung, Somnolenz, Tachykardie, Übelkeit und Erbrechen. Zusätzlich gab es

Berichte von unbeabsichtigten Überdosierungen bei Kindern. In keinem Fall führten diese

Überdosierungen mit bis zu 195 mg Aripiprazol allein bei Kindern zum Tode. Die potenziell

medizinisch relevanten Anzeichen und Symptome, die berichtet wurden, beinhalteten Somnolenz

vorübergehende Bewusstlosigkeit und extrapyramidale Symptome. Bei denjenigen Patienten, die

hospitalisiert wurden, gab es keine Berichte, die auf klinisch signifikante Auswirkungen bzgl.

Vitalzeichen, Laboruntersuchungen oder EKG hinwiesen.

Behandlung einer Überdosierung

Eine Überdosierung sollte symptomatisch behandelt werden sowie unterstützende Massnahmen

umfassen, wie Freihalten der Atemwege, Sauerstoffversorgung und Beatmung. Der mögliche

Einfluss anderer Arzneimittel sollte in Betracht gezogen werden. Folglich sollte die kardiovaskuläre

Überwachung sofort beginnen, und es sollte eine kontinuierliche elektrokardiographische

Überwachung durchgeführt werden, um mögliche Arrhythmien festzustellen. Nach jeder

vorliegenden oder vermuteten Überdosierung ist eine engmaschige medizinische Überwachung

solange angezeigt, bis sich der Patient erholt hat.

Aktivkohle (50 g), eine Stunde nach Aripiprazol gegeben, verringerte die Cmax von Aripiprazol um

ca. 41 % und die AUC um ca. 51 %. Dies deutet darauf hin, dass Aktivkohle ein wirksames Mittel in

der Behandlung einer Überdosierung sein kann.

Hämodialyse

Keine Erfahrungswerte bei Überdosierung. Da Aripiprazol nicht unverändert durch die Nieren

ausgeschieden wird und eine hohe Plasmaproteinbindung aufweist, ist es unwahrscheinlich, dass eine

Hämodialyse erfolgversprechend ist.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AX12

Wirkungsmechanismus / Pharmakodynamik

Die Wirkung von Abilify bei Schizophrenie und bei Bipolar-I-Störungen beruht in erster Linie auf

Aripiprazol. Der genaue Wirkungsmechanismus ist, wie bei anderen bei der Schizophrenie und

Bipolar-I-Störungen wirksamen Medikamenten, nicht vollständig sicher geklärt. Die Wirkung wird

derzeit hauptsächlich auf die Kombination einer partiell agonistischen Aktivität an den Dopamin D2-

und Serotonin-5HT1a-Rezeptoren und einer antagonistischen Aktivität an den Serotonin-5HT2a-

Rezeptoren zurückgeführt.

In vitro hatte Aripiprazol eine hohe Affinität zum Dopamin D2- und D3-Rezeptor und zum Serotonin

5HT1a- und 5HT2a-Rezeptor sowie eine moderate Affinität zum Dopamin D4-, Serotonin 5HT2c-

und 5HT7-, α1-adrenergen und H1-Histamin-Rezeptor. Ausserdem zeigte Aripiprazol eine moderate

Affinität zur Serotonin-Wiederaufnahme-Stelle und keine nennenswerte Affinität zu Muscarin-

Rezeptoren. Die Interaktion mit anderen Rezeptoren als den Dopamin- und Serotonin-Subtypen

könnte einige der anderen klinischen Effekte von Aripiprazol erklären.

Im Tiermodell zeigte Aripiprazol antagonistische Eigenschaften bei dopaminerger Hyperaktivität

und agonistische Eigenschaften bei dopaminerger Hypoaktivität.

Beim Menschen: Bei Verabreichung von Aripiprazol in Dosierungen von 0,5 bis 30 mg 1 x täglich

während 2 Wochen an gesunde Probanden zeigte die Positronen-Emissions-Tomographie eine

dosisabhängige Reduktion der Bindung von 11C-Racloprid, einem spezifischen D2-Rezeptor-

Liganden, am Nucleus caudatus und am Putamen.

Klinische Wirksamkeit

Erwachsene

Schizophrenie: In 3 placebo-kontrollierten Studien über 4-6 Wochen an 1228 schizophrenen

Patienten mit positiven oder negativen Symptomen zeigte Aripiprazol eine statistisch signifikant

stärker ausgeprägte Besserung der negativen sowie der positiven Symptome als Placebo.

Abilify ist wirksam in der Aufrechterhaltung des Therapieerfolgs bei Weiterbehandlung von

Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben.

In einer mit Haloperidol kontrollierten Studie über 52 Wochen wurde unter Aripiprazol eine

signifikant stärker ausgeprägte Besserung der negativen und eine vergleichbare Besserung der

positiven Symptome beobachtet.

In einer placebo-kontrollierten Studie über 26 Wochen an stabilisierten Patienten mit chronischer

Schizophrenie zeigte die Aripiprazol-Gruppe eine signifikant bessere Fortdauer des

Therapieerfolges.

In einer multinationalen mit Haloperidol kontrollierten 52-wöchigen Doppelblind-Studie zur akuten

Schizophrenie an 1278 Patienten mit unterschiedlichen Schweregraden depressiver Symptome

(Ausgangswert durchschnittlich 12,6 auf der Montgomery-Asberg-Depressionsskala) wurde bei

Patienten unter Aripiprazol eine signifikant stärker ausgeprägte Besserung der depressiven

Symptome beobachtet.

In einer multinationalen mit Olanzapin kontrollierten Doppelblindstudie zur Schizophrenie

(314 Patienten) während 26 Wochen trat bei signifikant weniger Personen unter Aripiprazol eine

Gewichtszunahme von ≥ 7 % im Vergleich zum Ausgangswert auf als bei Patienten unter Olanzapin.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störungen: In drei 3-wöchigen, placebo-kontrollierten Studien,

welche Patienten mit einer manischen oder gemischten Episode bei einer Bipolar-I-Störung

einschlossen, zeigte Aripiprazol eine gegenüber Plazebo überlegene Wirksamkeit bei der Reduktion

von manischen Symptomen über drei Wochen. Diese Studien schlossen Patienten mit oder ohne

psychotische Symptome bzw. mit oder ohne «Rapid Cycling»-Verlauf ein.

In einer placebo-kontrollierten Monotherapie-Studie über 3 Wochen mit fixer Dosierung mit

Patienten mit einer manischen oder gemischten Episode der Bipolar-I-Störung zeigte Aripiprazol

gegenüber Placebo keine überlegene Wirksamkeit.

In zwei 12-wöchigen Studien mit Placebo- und Aktivkontrolle zeigte Aripiprazol bei Patienten mit

einer manischen oder gemischten Episode bei einer Bipolar-I-Störung, mit oder ohne psychotische

Symptome, eine überlegene Wirksamkeit gegenüber Placebo nach drei Wochen und eine Erhaltung

der Wirkung vergleichbar mit Lithium oder Haloperidol nach 12 Wochen. Aripiprazol zeigte nach

12 Wochen auch eine mit Lithium und Haloperidol vergleichbare Rate an symptomatischer

Remission.

In einer 6-wöchigen, placebo-kontrollierten Studie, welche Patienten mit einer Bipolar-I-Störung

einschloss (mit oder ohne psychotische Symptome) und welche während zwei Wochen ungenügend

auf eine Lithium- oder Valproat-Monotherapie (bei einem therapeutischen Serum-Spiegel)

ansprachen, ergab die zusätzliche Aripiprazol-Therapie eine stärkere Reduktion der Manie-

Symptome als eine Lithium- oder Valproat-Monotherapie.

In einer 26-wöchigen, placebo-kontrollierten Studie und einer nachfolgenden 74-wöchigen

Verlängerungsphase bei manischen Patienten, bei welchen eine Remission unter Aripiprazol

während einer Stabilisierungsphase vor der Randomisierung erzielt wurde, war Aripiprazol

gegenüber Placebo überlegen hinsichtlich der Verhinderung eines Rezidivs einer manischen Episode

der bipolaren Störung, nicht aber einer depressiven Episode. 161 Patienten (Aripiprazol n = 78,

Placebo n = 83) wurden randomisiert und 67 Patienten (Aripiprazol n = 39, Placebo n = 28)

beendeten die 26-wöchige Phase.

Kinder und Jugendliche

Schizophrenie: In einer 6-wöchigen placebo-kontrollierten Studie mit 302 jugendlichen

schizophrenen Patienten mit positiven oder negativen Symptomen zeigte Aripiprazol eine statistisch

signifikant stärker ausgeprägte Besserung der psychotischen Symptome als Placebo.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung: In einer 4-wöchigen, placebo-kontrollierten Studie mit

n = 296 Kindern und Jugendlichen (10-17 Jahre), welche die DSM-IV Kriterien für eine Bipolar-I-

Störung mit akuter manischer oder gemischter Episode (mit oder ohne psychotische Symptome)

erfüllten und welche einen Y-MRS Ausgangswert von ≥ 20 Punkten hatten, war Aripiprazol

überlegen gegenüber Placebo bzgl. Reduktion des Y-MRS Wertes über 4 Wochen (Primärer

Wirksamkeitsendpunkt):

Woche 4

Mittlere Änderung des Y-MRS-

Wertes

(LOCF##)

Woche 4

Mittlere Änderung des Y-MRS-

Wertes

(OC#)

10 mg

Aripiprazol

65 -13,9*

53 -14,9*

30 mg

Aripiprazol

59 -16,8**

45 -17,9*

Placebo

58 -10,1

41 -11,1

* p< 0,05 und ** p< 0,001 verglichen mit Placebo

# Observed Cases; ## Last Observation Carried Forward-Imputation

In einer 26-wöchigen, doppelblinden, placebo-kontrollierten Erhaltungsphase dieser Studie wurde

der Erhalt der Wirkung untersucht.

Die Wirksamkeitsdaten aus dieser Studienphase sind schwieriger zu interpretieren, da es zu

Änderungen des Studiendesigns kam und viele Studienteilnehmer aus der Studie ausschieden.

Nach 12 Behandlungswochen stellte sich die Wirksamkeit beispielsweise wie folgt dar:

Woche 12

Mittlere Änderung des Y-MRS-

Wertes

(LOCF##)

Woche 12

Mittlere Änderung des Y-MRS-

Wertes

(OC#)

10 mg

Aripiprazol

65 -15,6*

34 -21,4

30 mg

Aripiprazol

59 -16,8**

25 -20,5

Placebo

58 -9,7

13 -21,5

* p< 0,05 und ** p< 0,001 verglichen mit Placebo

# Observed Cases; ## Last Observation Carried Forward- Imputation

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen, welche in den gepoolten 10 mg und 30 mg

Behandlungsgruppen und häufiger als bei Placebo innerhalb der ersten 4 Behandlungswochen

auftraten waren Somnolenz, Ermüdung, extrapyramidale Störungen und Akathisie (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»).

Die folgenden unerwünschten Wirkungen zeigten eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Extrapyramidale

Störung (Häufigkeit: bei 10 mg: 9,1 %, bei 30 mg: 28,8 % und bei Placebo: 1,7 %) und Akathisie

(Häufigkeit: bei 10 mg: 12,1 %, bei 30 mg: 20,3 % und bei Placebo: 1,7 %).

Die mittlere Änderung des Körpergewichtes bei den jugendlichen Studienteilnehmern unter

Aripiprazol war nach 4, 12 bzw. 30 Wochen 0,7 kg, 2,4 kg bzw. 5,8 kg und unter Placebo 0,7 kg,

0,2 kg bzw. 2,3 kg.

Pharmakokinetik

Abilify Tabletten

Absorption

Die maximalen Plasmaspiegel von Aripiprazol werden innerhalb von 3- 5 Stunden nach

Verabreichung erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit der Tablettenformulierung nach oraler

Verabreichung beträgt 87 %. Die Bioverfügbarkeit von Aripiprazol wird durch die gleichzeitige

Einnahme mit einer Mahlzeit nicht beeinflusst.

Distribution

Aripiprazol wird im gesamten Körper mit einem apparenten Verteilungsvolumen von 4,9 l/kg

verteilt. In therapeutischen Konzentrationen wird Aripiprazol zu über 99 % an Plasmaproteine,

hauptsächlich Albumin, gebunden.

Steady-State-Konzentrationen von Aripiprazol werden innerhalb von 2 Wochen erreicht. Die

Akkumulation von Aripiprazol ist bei wiederholter Anwendung voraussagbar. Im Steady-State ist die

Pharmakokinetik von Aripiprazol dosis-proportional.

Die Verfügbarkeit von Aripiprazol und OPC-14857 variiert im Laufe des Tages nicht.

Die Aktivität dieses im menschlichen Plasma vorkommenden Hauptmetaboliten wurde sowohl in

vitro als auch in Tierversuchen nachgewiesen.

Metabolismus

Aripiprazol wird primär in der Leber, hauptsächlich über 3 Biotransformationswege, metabolisiert:

Dehydrogenierung, Hydroxylierung und N-Dealkylierung.

In vitro-Studien zeigten, dass die Dehydrogenierung und Hydroxylierung von Aripiprazol durch die

Enzyme CYP3A4 und CYP2D6 erfolgt, während die N-Dealkylierung durch CYP3A4 katalysiert

wird.

Aripiprazol macht den Hauptanteil des Medikamentes im systemischen Kreislauf aus. Im Steady-

State betrug der Anteil von Dehydro-Aripiprazol ca. 40 % der AUC von Aripiprazol im Plasma.

Elimination

Ungefähr 8 % der Kaukasier fehlt die Fähigkeit CYP2D6 Substrate zu metabolisieren. Diese werden

als «poor metabolizers» (PM) klassifiziert, wobei der Rest «extensive metabolizers» (EM) sind. PMs

haben eine ca. 80 % erhöhte Aripiprazol-Exposition und eine ca. 30 % verminderte Exposition des

aktiven Metaboliten verglichen zu den EMs. Dies führt zu einer ca. 60 % höheren Exposition des

gesamten aktiven Teils einer verabreichten Aripiprazol-Dosis verglichen mit EMs.

Die mittlere Eliminations-Halbwertszeit von Aripiprazol beträgt ca. 75 Stunden für EMs und

146 Stunden für PMs. Die CYP2D6-Substrat-Metabolisierung wird von Aripiprazol weder gehemmt

noch induziert.

Nach oraler Gabe einer Einzeldosis von 14C-Aripiprazol wurden ca. 27 % der verabreichten

Radioaktivität im Urin bzw. 60 % in den Faeces nachgewiesen. Weniger als 1 % Aripiprazol wurde

unverändert im Urin und ca. 18 % wurden unverändert in den Faeces ausgeschieden.

Die Gesamtkörper-Clearance von Aripiprazol beträgt 0,7 ml/Min/kg und erfolgt primär über die

Leber.

Abilify Schmelztabletten

Abilify Schmelztabletten sind bioäquivalent zu Abilify Tabletten und können alternativ zu diesen

verwendet werden.

Abilify Sirup

Aripiprazol wird bei oraler Verabreichung als Sirup gut absorbiert. Unter gleicher Dosierung wurden

beim Sirup, im Vergleich zu den Tabletten, leicht erhöhte, maximale Plasmakonzentrationen (Cmax),

jedoch eine äquivalente systemische Exposition (AUC) ermittelt. In vergleichenden

Bioverfügbarkeitsstudien mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von 30 mg

Aripiprazol als Sirup mit derjenigen von 30 mg Aripiprazol als Tablette verglichen. Das Verhältnis

Sirup zu Tablette der geometrisch gemittelten Cmax-Werte betrug 122 % (n = 30). Die

Pharmakokinetik der Einzeldosis von Aripiprazol war linear und Dosis proportional.

Pharmakokinetik spezieller Patientengruppen

Jugendliche (13-17 Jahre)

Die Pharmakokinetik von Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol war bei pädiatrischen Patienten

zwischen 13 und 17 Jahren nach Korrektur der Unterschiede des Körpergewichts ähnlich wie bei

Erwachsenen.

Niereninsuffizienz

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Aripiprazol und OPC-14857 waren bei Patienten mit

schwerer Nierenerkrankung (Kreatininclearance < 30 ml/min) und bei gesunden jungen Probanden

betreffend Exposition (AUC) vergleichbar.

Leberinsuffizienz

Eine Studie mit Verabreichung einer Einzeldosis (15 mg Aripiprazol) an Probanden mit

Leberzirrhose unterschiedlichen Schweregrades (Child-Pugh-Klassen A, B und C) zeigte keinen

signifikanten Effekt der Leberinsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Aripiprazol und OPC-14857.

Ältere Personen

Die Pharmakokinetik von Aripiprazol bei gesunden älteren und jüngeren erwachsenen Probanden

war nicht unterschiedlich. Ebenso zeigten sich bei einer pharmakokinetischen Untersuchung

schizophrener Patienten keine altersabhängigen Effekte.

Rauchen und ethnische Zugehörigkeit

Eine populations-spezifische Analyse ergab keine Hinweise auf klinisch signifikante Unterschiede

hinsichtlich der ethnischen Zugehörigkeit oder der Auswirkung des Rauchens auf die

Pharmakokinetik von Aripiprazol.

Geschlecht

Die Pharmakokinetik von Aripiprazol war sowohl bei gesunden Probanden wie auch bei

schizophrenen Patienten zwischen Männern und Frauen nicht unterschiedlich.

Präklinische Daten

Untersuchungen an Kalium-Kanälen haben Hinweise auf ein QT-verlängerndes Potential gezeigt; die

IC50 lag bei 117,9 ng/ml. Die in vitro-Versuche wurden mit serumfreien Kulturen durchgeführt. Es

ist zu berücksichtigen, dass Aripiprazol eine hohe Plasmaproteinbindung besitzt und deshalb beim

Menschen eine geringe freie Konzentration von Aripiprazol vorliegen wird.

Präklinische Daten zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Verabreichung,

Genotoxizität, Karzinogenität oder Reproduktionstoxizität zeigten kein spezielles Risiko für den

Menschen. Toxikologisch signifikante Effekte wurden lediglich in einer Dosierung bzw. Exposition

beobachtet, welche die maximale Dosis bzw. Exposition beim Menschen deutlich überschritten, was

für die klinische Anwendung nur begrenzte oder keine Bedeutung hat.

In einer Dosierung von 20-60 mg/kg/Tag (6,5-19,5 x die empfohlene maximale Humandosis,

berechnet auf mg/m2 Körperoberfläche) wurde nach 104 Wochen bei Ratten eine dosisabhängige

Nebennierenrinden-Toxizität (Lipofuscin-Pigment-Akkumulation und/oder parenchymatöser

Zellverlust) beobachtet.

Als Folge der Ausschüttung von Sulfat-Konjugaten der Hydroxy-Metaboliten von Aripiprazol in der

Galle von Affen trat nach wiederholter oraler Verabreichung von 25-125 mg/kg/Tag (16-81 x die

empfohlene maximale Humandosis, berechnet auf mg/m2 Körperoberfläche) Cholelithiasis auf.

Da beim Menschen im Vergleich zum Affen der präsystemische Metabolismus von Aripiprazol

wesentlich geringer ist, betrugen die Konzentrationen dieser Sulfatkonjugate in der menschlichen

Galle bei einer Tagesdosis von 30 mg nicht mehr als 6 % derjenigen beim Affen und liegen

hinsichtlich der in vitro-Löslichkeit weit unter deren Grenzwerten (6 %).

In Karzinogenitätsstudien verursachte Aripiprazol keine Tumoren bei männlichen Mäusen oder

Ratten. Bei weiblichen Mäusen war die Inzidenz des Hypophysenadenoms und des

Adenokarzinomes sowie des Adenokanthoms der Brustdrüse erhöht nach oraler Verabreichung von 3

bis 30 mg/kg/Tag (0,1-0,9 x die empfohlene max. Humandosis berechnet auf die AUC und 0,5-5 x

berechnet auf mg/m2 Körperoberfläche). Bei weiblichen Ratten war die Inzidenz des Brustdrüsen-

Fibroadenoms erhöht nach oraler Verabreichung von 10 mg/kg/Tag (0,1 x die empfohlene max.

Humandosis berechnet auf die AUC bzw. 3 x die empfohlene max. Humandosis berechnet auf

mg/m2 Körperoberfläche). Ebenfalls war die Inzidenz des adrenocorticalen Karzinoms und des

kombinierten adrenocorticalen Adenoms/Karzinoms erhöht bei einer oralen täglichen Verabreichung

von 60 mg/kg (10 x die empfohlene max. Humandosis berechnet auf die AUC und 19,5 x die

empfohlene max. Dosis berechnet auf mg/m2 Körperoberfläche).

Bei einer Mehrfach-Dosis-Studie mit juvenilen Hunden war das Toxizitätsprofil vergleichbar zu

demjenigen welches bei erwachsenen Tieren beobachtet wurde.

Bei einer Mehrfach-Dosis-Studie mit juvenilen Ratten war das Toxizitätsprofil vergleichbar zu

demjenigen welches bei erwachsenen Tieren beobachtet wurde. Aufgefallen ist jedoch, dass die

Exposition der juvenilen Tiere im Vergleich zu adulten Tieren erhöht war, dass ZNS-Effekte

innerhalb der Recoveryphase nicht vollständig reversibel waren und dass es bei den juvenilen Ratten

zu einer verzögerten sexuellen Reifung kam.

Das Mutagenitäts-Potential von Aripiprazol wurde in verschiedenen Tests evaluiert («in vitro

bacterial reverse-mutation assay», «in vitro bacterial DNA repair assay», «in vitro forward gene

mutation assay» in Lymphomzellen von Mäusen, «in vitro chromosomal aberration assay» in

Lungenzellen von chinesischen Hamstern (CHL), «in vivo micronucleus assay» in Mäusen,

«unscheduled DNA synthesis assay» in Ratten).

Aripiprazol und ein Metabolit (2,3-DCPP) waren im «in vitro chromosomal aberration assay» in

CHL Zellen positiv. Der Metabolit 2,3-DCPP erhöhte die zahlenmässigen Aberrationen im «in vitro

assay» in CHL Zellen ohne metabolische Aktivierung.

Der «in vivo micronucleus assay» in Mäusen ergab ein positives Testergebnis; Diese Resultate

kamen aufgrund eines Mechanismus zustande, der für den Menschen nicht relevant ist.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Abilify Sirup sollte vor der Einnahme weder mit anderen Flüssigkeiten verdünnt noch mit Essen

vermischt werden.

Haltbarkeit

Nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Verfalldatum anwenden.

Abilify Sirup: Die Aufbrauchfrist nach dem ersten Öffnen beträgt 6 Monate.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung bei Raumtemperatur (15–25°C) und ausser Reichweite von Kindern

aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung von Abilify Schmelztabletten

Abilify Schmelztabletten dürfen erst unmittelbar vor der Einnahme wie folgt aus dem Blister

entnommen werden (siehe dazu Abbildungen auf der Faltschachtel):

·Einen einzelnen Teilblister entlang der Perforation abtrennen (1).

·Die Folie des abgetrennten Teilblisters von der schwarz markierten Ecke beginnend abziehen (2,3).

·Die Schmelztablette nicht durch die Folie drücken, da sie dadurch beschädigt werden kann.

·Die Schmelztablette mit der trockenen Hand entnehmen und auf die Zunge legen.

Die Schmelztablette zerfällt unter Einfluss des Speichels schnell. Sie kann mit oder ohne Flüssigkeit

eingenommen werden. Alternativ kann die Schmelztablette in Wasser gelöst und die erhaltene

Suspension getrunken werden. Es sollte nicht versucht werden, die Schmelztablette zu teilen.

Zulassungsnummer

56209, 57348, 57831 (Swissmedic)

Packungen

Abilify Tabletten zu 5 mg: Packungen zu 28* Tabletten

Abilify Tabletten zu 10 mg: Packungen zu 28* Tabletten

Abilify Tabletten zu 15 mg: Packungen zu 28* Tabletten

Abilify Tabletten zu 30 mg: Packungen zu 28* Tabletten

Abilify Schmelztabletten zu 10 mg: Packungen zu 28* Schmelztabletten

Abilify Schmelztabletten zu 15 mg: Packungen zu 28* Schmelztabletten

Abilify 1 mg/ml Sirup: Packungen zu 150 ml* pro Flasche [B]

Zulassungsinhaberin

Otsuka Pharmaceutical (Switzerland) GmbH, 8152 Opfikon

Stand der Information

Juni 2017

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen