Azithromycin Sandoz 500 Filmtabletten

Швейцария - немски - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Листовка Листовка (PIL)

01-02-2019

Активна съставка:
azithromycinum
Предлага се от:
Sandoz Pharmaceuticals AG
АТС код:
J01FA10
INN (Международно Name):
azithromycinum
Лекарствена форма:
Filmtabletten
Композиция:
azithromycinum 500 mg ut azithromycinum dihydricum, excipiens pro compresso obducto.
Клас:
A
Терапевтична група:
Synthetika
Терапевтична област:
Infektionskrankheiten
Номер на разрешението:
57482
Дата Оторизация:
2008-05-14

Документи на други езици

Листовка Листовка - френски

01-02-2019

Данни за продукта Данни за продукта - френски

23-10-2018

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01-02-2019

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Azithromycin Sandoz®, Filmtabletten

Was ist Azithromycin Sandoz® und wann wird es angewendet?

Azithromycin Sandoz ist ein Antibiotikum, das viele bakterielle Erreger von Infektionen hemmt.

Azithromycin Sandoz darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin

zur Behandlung folgender Infektionen angewendet werden:

-Infektionen der Atemwege einschliesslich Lungenentzündungen, akute Verschlimmerung der

chronischen Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündungen, Entzündung im Rachenbereich und Angina.

-Mittelohrentzündungen.

-Haut- und Wundinfektionen.

-Bestimmte durch Chlamydien bedingte Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen

Krankheit verschrieben.

Das Antibiotikum Azithromycin in Azithromycin Sandoz ist nicht gegen alle Mikroorganismen, welche

Infektionskrankheiten verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig

dosierten Antibiotikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für

die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an. Auch bei späteren neuen Infektionen

dürfen Sie Azithromycin Sandoz nicht ohne erneute ärztliche Konsultation anwenden.

Wenn Sie eine Überdosis Azithromycin Sandoz eingenommen haben, müssen Sie sich in ärztliche

Behandlung begeben.

Wann darf Azithromycin Sandoz® nicht eingenommen werden?

Patientinnen oder Patienten, welche eine bekannte oder vermutete Überempfindlichkeit (Allergie) auf

Azithromycin, Erythromycin, andere Makrolid- oder Ketolid-Antibiotika oder andere Azithromycin

Sandoz-Inhaltsstoffe haben, dürfen Azithromycin Sandoz nicht einnehmen.

Machen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darauf aufmerksam, falls Sie einmal auf Antibiotika mit

Nebenwirkungen reagiert haben oder wenn Sie eine frühere Behandlung mit Azithromycin Sandoz nicht

gut vertragen haben.

Wann ist bei der Einnahme von Azithromycin Sandoz® Vorsicht geboten?

Während der Behandlung mit Azithromycin Sandoz kann es zu Lichtempfindlichkeitsreaktionen

kommen (Auftreten von Hautausschlägen). Meiden Sie deshalb während und mindestens 7 Tage nach

der Einnahme von Azithromycin Sandoz direktes Sonnenlicht und Solarien.

Während der Behandlung mit Azithromycin Sandoz wurden selten schwere allergische Reaktionen wie

Schwellungen der Haut und Schleimhäute, des Gesichts, der Zunge und des Kehlkopfes, Herzklopfen,

Blutdruckabfall (bis hin zu Ohnmacht und Schock) und Atemnot oder Atembeschwerden sowie schwere

Hautreaktionen (gerötete Schwellung mit zahlreichen kleinen Pusteln (akute generalisierte

exanthematöse Pustulosis), Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, DRESS-

Syndrom) beobachtet. Diese schweren Krankheitsbilder mit Blasen- und Geschwürbildung betreffen vor

allem die Schleimhäute. Zusätzlich zeigen sich auf der Haut ebenfalls typische Schäden (münzgrosse

Hautrötungen mit einer zentralen Hauterhebung oder Blase). Hinzu kommen häufig hohes Fieber und

körperliche Abgeschlagenheit. Azithromycin Sandoz ist bei den ersten Anzeichen solcher allergischen

Reaktionen abzusetzen und der Arzt/die Ärztin zu kontaktieren.

Azithromycin Sandoz sollte mit Vorsicht angewendet werden, wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden,

wenn Sie andere Medikamente einnehmen, welche eine Rhythmusstörung verursachen können oder

wenn Sie unter Elektrolytstörungen leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin,

·wenn Sie bekanntermassen an einer Herzmuskelerkrankung oder unregelmässigem oder verlangsamtem

Herzschlag leiden oder eine Auffälligkeit im Elektrokardiogramm (EKG) haben, die «Verlängerung der

QT-Zeit» genannt wird.

·wenn Sie Antiarrhythmika, Antidepressiva, Antibiotika oder antipsychotische Medikamente

einnehmen.

·wenn Sie an Elektrolytstörungen leiden.

Azithromycin Sandoz soll bei älteren Patienten, welche empfindlicher für Arzneimittel-Einflüsse auf das

Herz (Herzrhythmusstörungen) reagieren können, mit Vorsicht angewendet werden.

Wenn Sie unter einer Leberfunktionsstörung leiden, dürfen Sie Azithromycin Sandoz nur unter

engmaschiger ärztlicher Kontrolle einnehmen. Bei Auftreten von Symptomen einer Hepatitis

(Leberentzündung) wie Schwächegefühl, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen,

Müdigkeit, Gelbfärbung der Augen (Bindehaut) und Haut, entfärbter Stuhl, muss unverzüglich der Arzt/

die Ärztin kontaktiert werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie während oder nach der Behandlung mit

Azithromycin Sandoz schweren anhaltenden Durchfall bekommen. Das Präparat ist in diesem Fall

abzusetzen und es dürfen keine Arzneimittel, welche die Darmperistaltik (Darmbewegung) hemmen,

eingenommen werden.

Unter einer Behandlung mit Azithromycin wurde über das Auftreten oder die Verschlimmerung von

Beschwerden eines bestimmten Muskelleidens (Myasthenia gravis) berichtet.

Nach Anwendung von Azithromycin, dem Wirkstoff von Azithromycin Sandoz, bei Neugeborenen

(Behandlung in den ersten 42 Tagen nach der Geburt), wurden Fälle einer Verengung im Bereich des

Magenausgangs (kindliche hypertrophische Pylorusstenose, IHPS) berichtet. Kontaktieren Sie Ihren

Arzt oder Ihre Ärztin, wenn es bei Ihrem bzw. dem von Ihnen betreuten Kind zu Erbrechen oder

Irritationen beim Füttern kommt.

Nehmen Sie während der Behandlung mit Azithromycin Sandoz keine Arzneimittel mit dem Wirkstoff

Ergotamin oder Ergotamin-Abkömmlingen (z.B. Dihydergot®, Cafergot®, Bellergal®) ein.

Nehmen Sie Azithromycin Sandoz nicht gleichzeitig mit magensäurehemmenden Arzneimitteln

(Antacida) ein.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie Arzneimittel, die das Immunsystem unterdrücken

(Immunsuppressiva), Antikoagulantien (Blutverdünnungsmittel), Herzglykoside (wie z.B. Digoxin und

Colchicin) oder Mittel gegen Migräne, Allergien, HIV Infektion oder Tuberkulose einnehmen.

Nach der Markteinführung wurde über Muskelerkrankungen (Rhabdomyolyse) bei Patienten berichtet,

die Azithromycin gleichzeitig mit Cholesterinsenkern (Statinen) erhielten.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie:

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Azithromycin Sandoz® während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen

werden?

Untersuchungen am Tier zeigten keine Schädigung des Foetus. Untersuchungen bei schwangeren Frauen

wurden aber nicht durchgeführt. Das Arzneimittel geht in die Muttermilch über, daher soll Azithromycin

Sandoz während der Stillzeit nicht angewendet oder es soll abgestillt werden.

Vorsichtshalber sollten Sie während der Schwangerschaft und Stillzeit möglichst auf Arzneimittel

verzichten und Azithromycin Sandoz nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin

einnehmen.

Wie verwenden Sie Azithromycin Sandoz®?

Grundsätzlich soll die vom Arzt oder von der Ärztin verordnete Dosierung und Behandlungsdauer genau

eingehalten werden, um den vollen Nutzen von Azithromycin Sandoz zu erhalten. Falls vom Arzt oder

von der Ärztin nicht anders verordnet, gelten folgende übliche Dosierungen:

Azithromycin Sandoz wird einmal täglich eingenommen. Die Filmtabletten können nur zur erleichterten

Einnahme zerbrochen werden und müssen in nüchternem Zustand, d.h. mindestens eine Stunde vor oder

mindestens 2 Stunden nach dem Essen eingenommen werden.

Erwachsene

Durch Chlamydien bedingte Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane:

Einmaldosis 1 g Azithromycin Sandoz (4 Filmtabletten zu 250 mg oder 2 Filmtabletten zu 500 mg).

Alle anderen Indikationen

1.−3. Tag: einmal täglich 500 mg (2 Filmtabletten zu 250 mg oder 1 Filmtablette zu 500 mg).

Kinder

Kinder, die mehr als 45 kg wiegen, sollen mit der für Erwachsene empfohlenen Dosierung behandelt

werden. Konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Ihre Ärztin für die Behandlung von Kindern unter 45 kg

Körpergewicht.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung oder Therapiedauer. Wenn Sie glauben, das

Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit

Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Azithromycin Sandoz® haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Azithromycin Sandoz auftreten

Häufig (bei 1–10% der Patienten):

Störungen im Magen-Darm-Trakt wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, weicher Stuhl,

Bauchschmerzen sowie Bauchkrämpfe, Verdauungsstörungen und Verstopfung. Informieren Sie

umgehend den Arzt oder die Ärztin, wenn während oder nach der Behandlung mit Azithromycin Sandoz

schwere und anhaltende Durchfälle auftreten.

Gelegentlich bis häufig (bei 0,1−10% der Patienten):

Nach Anwendung von Azithromycin, dem Wirkstoff von Azithromycin Sandoz, bei Neugeborenen

(Behandlung in den ersten 42 Tagen nach der Geburt), wurden Fälle einer Verengung im Bereich des

Magenausgangs (kindliche hypertrophische Pylorusstenose, IHPS) berichtet. Kontaktieren Sie Ihren

Arzt oder Ihre Ärztin, wenn es bei Ihrem bzw. dem von Ihnen betreuten Kind zu Erbrechen oder

Irritationen beim Füttern kommt.

Gelegentlich (bei 0,1–1% der Patienten):

Blähungen, Pilzinfektionen, Scheidenentzündungen, allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz

und Nesselfieber, Nervosität, Benommenheit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Missempfindungen

(Parästhesien) und Müdigkeit.

Selten (bei 0,01–0,1% der Patienten):

Ohnmacht, Schwindel, Krämpfe, Krampfanfälle, Hyperaktivität, aggressive Reaktionen, Unwohlsein,

Schwäche, Erregung, Angst, tiefer Blutdruck, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, schwere

anhaltende Durchfälle, Lichtempfindlichkeitsreaktionen (Hautreaktionen in Zusammenhang mit

Sonnenlicht), schwerer Hautausschlag, Muskelerkrankung (Myasthenia gravis) (siehe «Wann ist bei der

Einnahme von Azithromycin Sandoz Vorsicht geboten?»), Gelenkschmerzen und Zungenverfärbung.

Störungen des Geschmack/Geruchsinn sowie verminderte Berührungsempfindlichkeit.

Selten sind schwere allergische Reaktionen beobachtet worden. Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt

oder Ihre Ärztin, falls obengenannte Nebenwirkungen oder allergische Symptome wie Hautausschlag,

Juckreiz, Rötung, Hautbläschen, Gesichtsoedem oder Atemnot auftreten.

Vor allem bei der Einnahme von höheren Dosen von Azithromycin Sandoz über eine längere Zeit

wurden selten Hörstörungen, einschliesslich Ohrenklingen, Taubheit und komplettem/teilweisem

Hörverlust, beobachtet. Die meisten dieser Symptome bildeten sich wieder zurück. Konsultieren Sie bei

Auftreten solcher Symptome Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Abnormale Nieren-, Bauchspeicheldrüsen- und Leberfunktion (inklusive Entzündung der

Bauchspeicheldrüse, Leberentzündung und Gelbsucht, Leberversagen, akutes Nierenversagen), wurden

selten beobachtet. Konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Bauchschmerzen,

Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder eine Gelbfärbung der Haut auftreten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15−25°C) und ausser Reichweite von Kindern lagern.

Weitere Hinweise

Nach Beendigung der Behandlung soll die Azithromycin Sandoz Packung mit dem restlichen Inhalt

Ihrer Abgabestelle (Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin) zum fachgerechten Entsorgen

zurückgebracht werden.

Weitere Auskünfte über Azithromycin Sandoz erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Azithromycin Sandoz® enthalten?

1 Filmtablette (mit Zierrille) Azithromycin Sandoz enthält:

Wirkstoffe

Azithromycin 250 mg resp. 500 mg in Form von Azithromycin Dihydrat.

Hilfsstoffe

Zulassungsnummer

57482 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Azithromycin Sandoz®? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Filmtabletten zu 250 mg: 4 und 6 Filmtabletten (mit Zierrille).

Filmtabletten zu 500 mg: 3 Filmtabletten (mit Zierrille).

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz

Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

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Fachinformation

Azithromycin Sandoz®

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Azithromycinum (ut A. dihydricum).

Hilfsstoffe:

Azithromycin Sandoz Filmtabletten:

Excipiens pro compresso obducto.

Azithromycin Sandoz Pulver zur Herstellung einer Suspension:

Saccharum, Aromatica: Ethylvanillinum et alia, excipiens ad pulverem.

5 ml zubereitete Suspension enthalten 3,92 g Zucker.

Hinweis für Diabetiker: Der Zuckergehalt der Suspension muss berücksichtigt werden, wenn

Azithromycin Sandoz Suspension für Diabetiker verschrieben wird.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten

1 Filmtablette (mit Zierrille) enthält 250 mg bzw. 500 mg Azithromycin (ut. A. dihydricum).

Pulver zur Herstellung einer Suspension

5 ml zubereitete Suspension enthalten 200 mg Azithromycin (ut. A. dihydricum). Azithromycin

Pulver zur Herstellung einer Suspension ist ein trockenes Pulver, das nach Zubereitung mit Wasser

eine crème-weisse bis leicht gelbliche Suspension mit Bananenaroma ergibt.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Azithromycin ist bei den folgenden Infektionen, die durch empfindliche Mikroorganismen

hervorgerufen werden, indiziert:

·bei Infektionen des unteren Respirationstraktes: akute Exacerbation der chronischen Bronchitis,

ambulant erworbene, leichte bis mittelschwere Pneumonie, die durch Pneumokokken, Haemophilus

influenzae und Moraxella catarrhalis hervorgerufen werden und die sich für eine orale Therapie

eignen.

·bei Infektionen des oberen Respirationstraktes einschliesslich Sinusitis, Tonsillitis und Pharyngitis

(Penicillin ist üblicherweise das Arzneimittel der Wahl zur Behandlung einer Streptococcus

pyogenes-Pharyngitis und schliesst eine Prophylaxe des rheumatischen Fiebers mit ein).

Azithromycin ist im Allgemeinen gegen Streptokokken im Oropharynx wirksam, jedoch sind

Untersuchungsresultate, welche die Wirksamkeit von Azithromycin bei der anschliessenden

Verhütung des rheumatischen Fiebers belegen, zur Zeit nicht vorhanden.

·bei der Otitis media

·bei Haut- und Wundinfektionen

·bei nicht-gonorrhoischer Urethritis und Cervicitis hervorgerufen durch Chlamydia trachomatis. Eine

gleichzeitige Infektion mit Gonokokken oder Treponema pallidum sollte ausgeschlossen werden, da

diese Erreger nicht beeinflusst werden.

·Prophylaxe der intrazellulären Mycobacterium avium-Komplex-Infektion (MAK) bei HIV

infizierten Patienten über 12 Jahren, die weniger als 100 CD4-Lymphozyten/µl haben.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Azithromycin Sandoz soll einmal täglich eingenommen werden.

Die Azithromycin Sandoz Filmtabletten können zur Erleichterung der Einnahme geteilt werden,

nicht aber zur Verwendung einer halben Einheit.

Die Einnahme der zubereiteten Suspension erfolgt mit Hilfe einer Dosierspritze, die der Packung

beiliegen.

Azithromycin Sandoz Filmtabletten und Suspension müssen nüchtern, d.h. mindestens eine Stunde

vor oder 2 Stunden nach dem Essen eingenommen werden.

Übliche Dosierung

a) Erwachsene

Alle Indikationen mit Ausnahme von Chlamydia trachomatis Infektionen und MAK-Prophylaxe

Die Gesamtdosis beträgt 1500 mg und soll wie folgt verabreicht werden:

1.−3. Tag: 500 mg pro Tag (2 Filmtabletten zu 250 mg oder 1 Filmtablette zu 500 mg).

Chlamydia trachomatis Infektionen

Sexuell übertragbare Krankheiten, welche durch Chlamydia trachomatis hervorgerufen werden,

werden mit einer oralen Einmaldosis von 1000 mg Azithromycin (4 Filmtabletten zu 250 mg oder 2

Filmtabletten zu 500 mg) behandelt.

MAK-Prophylaxe

Zur Prophylaxe gegen MAK-Infektionen bei Patienten mit HIV-Infektionen beträgt die Dosis

1200 mg einmal pro Woche (30 ml Suspension [200 mg/5 ml]).

b) Pädiatrie

Alle Indikationen mit Ausnahme von MAK-Prophylaxe

Die Gesamtdosis bei Kindern älter als 6 Monate beträgt 30 mg/kg Körpergewicht (KG). Während 3

Tagen sollen einmal pro Tag 10 mg/kg KG verabreicht werden.

Kinder mit einem Körpergewicht von weniger als 45 kg sollten mit Azithromycin Sandoz

Suspension behandelt werden. Resultate mit Kindern unter 6 Monaten fehlen.

Für Kinder, die weniger als 20 kg wiegen, soll die Azithromycin Sandoz Suspension so genau wie

möglich mit Hilfe der beigelegten 10 ml Dosier-Spritze abgemessen werden. Die Dosierspritze ist

mit 0,25 ml Markierungen eingeteilt. 0,25 ml Suspension entsprechen 10 mg Azithromycin.

Bei Kindern, die 20 kg oder mehr wiegen, soll die Azithromycin Sandoz Suspension mit Hilfe der

beigelegten 10 ml Dosierspritze entsprechend den folgenden Dosierungsempfehlungen verabreicht

werden.

Gewicht (kg)

Alter (Jahre) Dosierung

Packung

<20

>½−4

1.−3. Tag:

einmal täglich 10 mg/kg KG

(Dosierspritze verwenden;

0,25 ml = 10 mg)

Suspension 15 ml

(600 mg Flasche)

20−25

4−7

1.−3. Tag:

einmal täglich ½

Dosierspritze

= 5 ml (200 mg)

Suspension 15 ml

(600 mg Flasche)

26−35

8−11

1.−3. Tag:

einmal täglich ¾

Dosierspritze

= 7,5 ml (300 mg)

Suspension 22,5 ml

(900 mg Flasche)

36−45

12−14

1.−3. Tag:

einmal täglich 1 Dosierspritze

= 10 ml (400 mg)

Suspension 30 ml

(1200 mg Flasche)

>45

Erwachsenen-Dosierung

1.−3. Tag:

einmal täglich 500 mg

Filmtabletten

6× 250 mg

oder

3× 500 mg

Azithromycin Sandoz Filmtabletten sollen nur an Kinder, die über 45 kg wiegen, verabreicht werden.

MAK-Prophylaxe (Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren)

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Azithromycin zur Prävention von MAK-Infektionen bei

Kindern wurde nicht untersucht. Aufgrund von pharmakokinetischen Daten bei Kindern entspricht

eine einmal wöchentliche Dosis von 20 mg/kg KG bei Kindern ungefähr einer einmal wöchentlichen

Dosis von 1200 mg bei Erwachsenen, bei jedoch höheren Cmax Werten. Die Dosis von 1200 mg

einmal wöchentlich darf nicht überschritten werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Geriatrie

Es bedarf keiner Dosisanpassung beim älteren Patienten. Ältere Patienten sind anfälliger für

Torsades de Pointes oder Arrhythmien als jüngere Patienten (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit leicht bis mässig eingeschränkter Nierenfunktion (GFR 10–80 ml/min) ist keine

Dosisanpassung erforderlich. Azithromycin sollte mit Vorsicht bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung (GFR <10 ml/min) verabreicht werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung kann mit Vorsicht die gleiche

Dosierung wie bei Patienten mit normaler Leberfunktion angewendet werden (siehe Abschnitt

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik; Kinetik spezieller

Patientengruppen»).

Korrekte Einnahme

Die Azithromycin Sandoz Filmtabletten können zur Erleichterung der Einnahme geteilt werden,

nicht aber zur Verwendung einer halben Einheit.

Azithromycin Sandoz Filmtabletten und Suspension müssen nüchtern, d.h. mindestens eine Stunde

vor oder 2 Stunden nach dem Essen eingenommen werden.

Anweisung zur Zubereitung der Azithromycin Sandoz Suspension (200 mg/5 ml) vgl. Rubrik

«Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung».

Kontraindikationen

Azithromycin Sandoz ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen

Azithromycin, gegen Erythromycin, gegen andere Makrolid- oder Ketolid-Antibiotika oder einen

anderen Inhaltsstoff von Azithromycin Sandoz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überempfindlichkeit

Es wurden selten schwere allergische Reaktionen einschliesslich Angioödem und Anaphylaxie

(selten tödlich verlaufend) sowie dermatologische Reaktionen wie akute generalisierte

exanthematöse Pustulosis (AGEP), das Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse

(selten tödlich verlaufend) und Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

(DRESS) beobachtet. Einige dieser Reaktionen traten unter Azithromycin mit sich wiederholender

Symptomatik auf und machten eine länger dauernde Überwachung und Therapie notwendig.

Beim Auftreten allergischer Reaktionen ist das Arzneimittel abzusetzen und eine geeignete Therapie

einzuleiten.

Während der Behandlung mit Azithromycin Sandoz kann es zu Lichtempfindlichkeitsreaktionen

kommen. Während mindestens 7 Tagen nach Einnahme von Azithromycin Sandoz sollte deshalb

direktes Sonnenlicht gemieden werden.

Lebertoxizität

Da die Leber den wichtigsten Ausscheidungsweg für Azithromycin darstellt, darf Azithromycin bei

Patienten mit Leberfunktionsstörung nur mit Vorsicht verabreicht werden (siehe Abschnitt

«Pharmakokinetik/Kinetik spezieller Patientengruppen»).

Auffallende Leberfunktionswerte, Hepatitis, cholestatischer Ikterus, hepatische Nekrose und

Leberversagen (teilweise mit tödlichem Ausgang) wurden beobachtet. Azithromycin ist sofort

abzusetzen, wenn Symptome einer Hepatitis auftreten.

Infantile hypertrophische Pylorusstenose (IHPS)

Nach Anwendung von Azithromycin bei Neugeborenen (Behandlung in den ersten 42 Tagen nach

der Geburt), wurden Fälle von infantiler hypertrophischer Pylorusstenose (IHPS) berichtet, die

teilweise eine chirurgische Pylorusmyotomie erforderten. Die Eltern und das Pflegepersonal sollen

aufgefordert werden, ihren Arzt oder ihre Ärztin zu kontaktieren, wenn es zu Erbrechen oder

Irritationen beim Füttern kommt.

Superinfektion

Wie bei jeder Antibiotikatherapie wird während einer Azithromycintherapie eine Überwachung im

Hinblick auf Symptome einer Superinfektion mit resistenten Mikroorganismen, einschliesslich mit

Pilzen, empfohlen.

Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö

Die Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD) ist mit nahezu allen antibakteriellen

Wirkstoffen einschliesslich Azithromycin beobachtet worden und ihr Schweregrad kann von leichter

Diarrhö bis zur tödlichen Kolitis reichen. Die Behandlung mit antibakteriellen Wirkstoffen verändert

die normale Flora des Dickdarms, was zum Überwuchern durch C. difficile führen kann. C. difficile

produziert die Toxine A und B, die zur Entstehung der CDAD beitragen. Hypertoxin-produzierende

Stämme von C. difficile bedingen eine erhöhte Morbidität und Mortalität, denn diese Infektionen

können gegen antimikrobielle Therapie resistent sein, was unter Umständen eine Kolektomie

erfordert. Eine CDAD ist bei allen Patienten mit Diarrhö nach antibiotischer Behandlung in Betracht

zu ziehen. Es ist eine sorgfältige Anamnese zu erheben, da Fälle von CDAD mehr als zwei Monate

nach antibiotischer Behandlung beschrieben worden sind.

Peristaltikhemmende Arzneimittel sind in diesem Fall kontraindiziert.

Ergotamin-Derivate

Wenn Patienten gleichzeitig Ergotamin oder Ergotamin-Derivate und gewisse Makrolidantibiotika

einnehmen, kann ein Ergotismus auftreten. Untersuchungen über eine mögliche Interaktion zwischen

Ergotamin und Azithromycin fehlen. Wegen der theoretischen Möglichkeit eines Ergotismus soll

Azithromycin jedoch nicht zusammen mit Ergotamin oder einem anderen Mutterkornalkaloid-

Derivat verabreicht werden.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (GFR <10 ml/min) wurde eine Erhöhung der

Azithromycin-Konzentrationen um 33% beobachtet (siehe «Pharmakokinetik»).

Verlängerung des QT-Intervalls

Unter Behandlung mit Makroliden, einschliesslich Azithromycin, wurde eine Verlängerung der

Repolarisierung des Herzens und des QT-Intervalls beobachtet, die zu Arrhythmien und Torsade de

Pointes führen können (siehe «Eigenschaften/Wirkungen, Pharmakodynamik»). Medizinische

Fachpersonen sollten das Risiko einer lebensbedrohenden QT-Verlängerung in Betracht ziehen wenn

sie Nutzen und Risiken von Azithromycin bei Risikopatienten abwägen. Vorsicht ist daher geboten

bei der Behandlung von:

·Patienten mit kongenitaler oder erworbener QT-Verlängerung

·Patienten, die bereits andere QT-Intervalls-verlängernde Wirkstoffe einnehmen, wie

Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Antipsychotika, Antidepressiva und Fluorchinolone

·Patienten mit Elektrolytstörungen, insbesondere mit Hypokaliämie und Hypomagnesiämie

·Patienten mit klinisch relevanter Bradykardie, Herzarrhythmien oder Herzinsuffizienz

·älteren Patienten, welche empfindlicher auf arzneimittel-assoziierte Einflüsse auf das QT-Intervall

reagieren können.

Myasthenia gravis

Unter einer Therapie mit Azithromycin wurde über eine Exazerbation von Symptomen einer

Myasthenia gravis oder das Auftreten eines Myasthenie-Syndroms berichtet (siehe Abschnitt

«Unerwünschte Wirkungen»).

Fertilität

In Fertilitätsstudien an Ratten wurde nach Gabe von Azithromycin eine verminderte

Schwangerschaftsrate festgestellt (siehe «Präklinische Daten»). Die Bedeutung dieser Resultate für

den Menschen ist nicht bekannt.

Diabetes

Azithromycin Sandoz Pulver zur Herstellung einer oralen Suspension enthalten Sucrose und sollten

Patienten mit den seltenen hereditären Krankheitsbildern der Fructose-Intoleranz, der Glucose-

Galactose-Malabsorption oder dem Saccharase-Isomaltase-Mangel nicht verabreicht werden.

Interaktionen

Interaktionen im Zusammenhang mit Cytochrom P-450

Azithromycin interagiert nicht wesentlich mit dem hepatischen Cytochrom P450-System. Daher

werden pharmakokinetische Interaktionen, wie sie von Erythromycin und anderen Makroliden

bekannt sind, für Azithromycin nicht erwartet. Eine Induktion des hepatischen Cytochrom P450-

Systems bzw. eine Inaktivierung über einen Cytochrom-Metaboliten-Komplex findet mit

Azithromycin nicht statt.

Für viele über das Cytochrom P450-System metabolisierten Substanzen haben pharmakokinetische

Interaktionsstudien bei Versuchspersonen gezeigt, dass ihre gleichzeitige Verabreichung mit

Azithromycin in den üblichen empfohlenen Dosen nicht zu wesentlich erhöhten

Plasmakonzentrationen des Arzneimittels oder seines aktiven Metaboliten führt (Beispiele siehe

Tabelle 1 und 2).

Ciclosporin

In einer pharmakokinetischen Studie mit gesunden Probanden, die 500 mg Azithromycin täglich oral

über 3 Tage erhielten und dann eine orale Einzeldosis von 10 mg/kg Ciclosporin einnahmen, waren

Cmax und AUC0-5 von Ciclosporin signifikant erhöht. Cmax von Ciclosporin ohne gleichzeitige

Verabreichung von Azithromycin betrug 1334 ng/ml (834−1698 ng/ml), bei gleichzeitiger

Verabreichung von Azithromycin 1651 ng/ml (1378−2228 ng/ml). Ohne gleichzeitige Verabreichung

von Azithromycin betrugen AUC0-5 bzw. AUC0-∞ von Ciclosporin 4922 ng/ml × h (2632−6824

ng/ml × h) bzw. 11'616 ng/ml × h (9138−14'486 ng/ml × h), bei gleichzeitiger Verabreichung von

Azithromycin lagen die entsprechenden Werte bei 5771 ng/ml × h (4742−7300 ng/ml × h) bzw.

11'557 ng/ml × h (8672−15'078 ng/ml × h). Bevor die gleichzeitige Verabreichung dieser

Arzneimittel in Betracht gezogen wird, ist daher Vorsicht geboten, da das Potential für das Auftreten

von unerwünschten Wirkungen erhöht sein könnte. Wenn eine gleichzeitige Anwendung dieser

Arzneimittel notwendig ist, müssen die Ciclosporinkonzentrationen regelmässig kontrolliert und

allfällige Dosisanpassungen vorgenommen werden.

Rifabutin

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Azithromycin und Rifabutin wurden Neutropenien beobachtet.

Obwohl Neutropenien mit der Anwendung von Rifabutin in Zusammenhang gebracht worden sind,

konnte ein kausaler Zusammenhang mit der Kombination mit Azithromycin nicht festgestellt

werden. Die Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen steigt unter einer Kombinationstherapie an

(siehe auch Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen»).

Ergotamin

Wegen der theoretischen Möglichkeit eines Ergotismus wird die gleichzeitige Anwendung von

Azithromycin und Ergotamin-Derivaten nicht empfohlen (siehe Abschnitt «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Statine

Nach Markteinführung wurden Fälle von Rhabdomyolyse bei Patienten beobachtet, die

Azithromycin gleichzeitig mit Statinen (wie z.B. Atorvastatin) erhielten.

Orale Antikoagulantien

In einer pharmakodynamischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die

antikoagulierende Wirkung einer Einmaldosis Warfarin (15 mg) durch Azithromycin nicht verändert.

Im Rahmen der Post Marketing Überwachung sind Fälle beschrieben worden, bei denen die

Antikoagulation als Folge einer gleichzeitigen Verabreichung von Azithromycin und oralen

Antikoagulantien vom Cumarin Typ verstärkt worden ist. Obwohl ein kausaler Zusammenhang nicht

nachgewiesen worden ist, soll die Häufigkeit der Prothrombinzeitbestimmungen neu überprüft

werden, wenn Azithromycin bei Patienten verwendet wird, die Antikoagulantien vom Cumarin-Typ

erhalten.

Digoxin

Es wurde berichtet, dass die gleichzeitige Gabe von Makrolid-Antibiotika einschliesslich

Azithromycin zusammen mit P-Glykoprotein-Substraten wie beispielsweise Digoxin zu erhöhten

Serumspiegeln des P-Glykoprotein-Substrates führte. Daher sollte bei gleichzeitiger Gabe von

Azithromycin und P-Glykoprotein-Substraten wie Digoxin die Möglichkeit erhöhter

Digoxinkonzentrationen im Serum berücksichtigt werden.

Während und nach der Azithromycin-Behandlung ist eine klinische Überwachung und eventuell eine

Kontrolle der Digoxinserumspiegel erforderlich.

Antacida

In einer Pharmakokinetik-Studie konnte gezeigt werden, dass bei gleichzeitiger Verabreichung von

Azithromycin mit Antacida die Bioverfügbarkeit von Azithromycin unverändert bleibt, obwohl die

maximale Serumkonzentration um etwa 25% reduziert wird. Patienten, die sowohl Azithromycin als

auch Antacida erhalten, sollten die beiden Arzneimittel deshalb nicht gleichzeitig einnehmen.

Mit Azithromycin und weiteren Arzneimitteln, die gleichzeitig mit Azithromycin verabreicht werden

könnten, wurden Interaktionsstudien durchgeführt. Die Auswirkungen der gleichzeitigen Gabe von

Azithromycin auf die Pharmakokinetik von anderen Arzneimitteln ist in Tabelle 1 aufgelistet, die

Auswirkungen von anderen Arzneimitteln auf die Pharmakokinetik von Azithromycin in Tabelle 2.

Die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin in therapeutischer Dosierung hatte eine geringe

Auswirkung auf die Arzneimittel, die in Tabelle 1 aufgelistet sind. Für die in Tabelle 1 aufgelisteten

Arzneimittel wird bei gleichzeitiger Verabreichung mit Azithromycin keine Dosisanpassung

empfohlen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin und Efavirenz oder Fluconazol hatte einen

geringen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Azithromycin. Es wird keine Dosisanpassung von

Azithromycin empfohlen, wenn das Arzneimittel zusammen mit den in Tabelle 2 aufgelisteten

Arzneimitteln verabreicht wird.

Tabelle 1

Arzneimittelinteraktionen: Pharmakokinetische Parameter der gleichzeitig mit Azithromycin

verabreichten Arzneimittel

Gleichzeitig

verabreichtes

Arzneimittel

Dosierung des gleichzeitig

verabreichten Arzneimittels

in der Interaktionsstudie =

Keine

Dosierungsempfehlung

Dosierung von

Azithromycin in der

Interaktionsstudie = Keine

Dosierungsempfehlung

Quotient (mit/ohne

Azithromycin) der

pharmakokinetischen

Parameter des

gleichzeitig

verabreichten

Arzneimittels

(90%Cl);

Keine Auswirkung =

1,00

Mittlere

Cmax

Mittlere

Atorvastatin

10 mg/Tag

× 8 Tage

500 mg/Tag p.o. an den

Tagen 6−8

0,83

(0,63−1,08)

1,01

(0,81−1,

Carbamazepin

200 mg/Tag

× 2 Tage, danach

200 mg BID × 18 Tage

500 mg/Tag p.o. an den

Tagen 16−18

0,97

(0,88−1,06)

0,96

(0,88−1,

Cetirizin

20 mg/Tag

× 11 Tage

500 mg p.o. am 7. Tag,

danach

250 mg/Tag an den Tagen

8−11

1,03

(0,93−1,14)

1,02

(0,92−1,

Didanosin

200 mg p.o. BID

× 21 Tage

1200 mg/Tag p.o. an den

Tagen 8−21

1,44

(0,85−2,43)

1,14

(0,83−1,

Efavirenz

400 mg/Tag

× 7 Tage

600 mg p.o.

am 7. Tag

14 1,04*

0,95*

Fluconazol

200 mg p.o.

Einmaldosis

1200 mg p.o. Einmaldosis 18 1,04

(0,98−1,11)

1,01

(0,97−1,

Indinavir

800 mg TID

× 5 Tage

1200 mg p.o.

am 5. Tag

0,96

(0,86−1,08)

0,90

(0,81−1,

Midazolam

15 mg p.o.

am 3. Tag

500 mg/Tag p.o.

× 3 Tage

1,27

(0,89−1,81)

1,26

(1,01−1,

Nelfinavir

750 mg TID

× 11 Tage

1200 mg p.o.

am 9. Tag

0,90

(0,81−1,01)

0,85

(0,78−0,

Rifabutin

300 mg/Tag

× 10 Tage

500 mg p.o.

am 1. Tag,

danach 250 mg/Tag

an den Tagen 2−10

s. Fussnote

Sildenafil

100 mg

an den Tagen 1 und 4

500 mg/Tag p.o.

× 3 Tage

1,16

(0,86−1,57)

0,92

(0,75−1,

Theophyllin

4 mg/kg i.v.

an den Tagen 1, 11, 25

500 mg p.o.

am 7. Tag, 250 mg/Tag

an den Tagen 8−11

1,19

(1,02−1,40)

1,02

(0,86−1,

Theophyllin

300 mg p.o. BID

× 15 Tage

500 mg p.o.

am 6. Tag,

danach 250 mg/Tag

an den Tagen 7−11

1,09

(0,92−1,29)

1,08

(0,89−1,

Triazolam

0.125 mg

am 2. Tag

500 mg p.o.

am 1. Tag,

danach 250 mg/Tag

am 2. Tag

12 1,06*

1,02*

Trimethoprim/

Sulfamethoxazol

160 mg/800 mg/Tag p.o.

× 7 Tage

1200 mg p.o.

am 7. Tag

0,85

(0,75−0,97)/

0,90

(0,78−1,03)

0,87

(0,80−0,

95)/

0,96

(0,88−1,

Zidovudin

500 mg/Tag p.o.

× 21 Tage

600 mg/Tag p.o.

× 14 Tage

1,12

(0,42−3,02)

0,94

(0,52−1,

Zidovudin

500 mg/Tag p.o.

× 21 Tage

1200 mg/Tag p.o.

× 14 Tage

1,31

(0,43−3,97)

1,30

(0,69−2,

NA – Not Available

*-90% Konfidenzintervall nicht berichtet

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Azithromycin lagen die mittleren Rifabutinkonzentrationen

einen halben Tag nach der letzten Rifabutindosis bei 60 ng/ml resp. bei 71 ng/ml bei gleichzeitiger

Verabreichung mit Placebo.

Durch die Verabreichung von Azithromycin stieg die Konzentration von phosphoryliertem

Zidovudin, dem klinisch aktiven Metaboliten, in den Mononuklearen Zellen des peripheren Blutes

von 2,24 auf 4,11 pmol/106 Zellen x h/ml deutlich an (p=0,0045). Die klinische Relevanz dieser

Ergebnisse ist unklar.

Tabelle 2

Arzneimittelinteraktionen: Pharmakokinetische Parameter von Azithromycin in Gegenwart von

gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln

Gleichzeitig

verabreichtes

Arzneimittel

Dosierung des gleichzeitig

verabreichten Arzneimittels

in der Interaktionsstudie =

Keine

Dosierungsempfehlung

Dosierung von

Azithromycin in der

Interaktionsstudie = Keine

Dosierungsempfehlung

Quotient (mit/ohne

gleichzeitig

verabreichtes

Arzneimittel) der

pharmakokinetischen

Parameter von

Azithromycin (90%

Cl);

Keine Auswirkung =

1,00

Mittlere

Cmax

Mittlere

Efavirenz

400 mg/Tag

× 7 Tage

600 mg p.o.

am 7. Tag

1,22

(1,04−1,42)

0,92*

Fluconazol

200 mg p.o.

Einzeldosis

1200 mg p.o. Einzeldosis

0,82

(0,66−1,02)

1,07

(0,94−1,

Nelfinavir

750 mg TID

× 11 Tage

1200 mg p.o.

am 9. Tag

2,36

(1,77−3,15)

2,12

(1,80−2,

Rifabutin

300 mg/Tag

× 10 Tage

500 mg p.o.

am 1. Tag,

danach 250 mg/Tag

an den Tagen 2−10

s. Fussnote

NA – Not Available

*-90% Konfidenzintervall nicht berichtet

Bei gleichzeitiger täglicher Gabe von 300 mg Rifabutin lag die mittlere Azithromycinkonzentration

einen Tag nach der letzten Dosis bei 53 ng/ml bzw. bei 49 ng/ml bei gleichzeitiger Gabe von

Placebo.

Cetirizin

Bei gesunden Probanden hatte die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin über 5 Tage mit

20 mg Cetirizin im Steady State weder pharmakokinetische Wechselwirkungen noch signifikante

Veränderungen des QT-Intervalls zur Folge.

Cimetidin

Eine pharmakokinetische Studie, bei welcher eine Dosis Cimetidin 2 Stunden vor der

Azithromycineinnahme verabreicht wurde, zeigte, dass die Pharmakokinetik von Azithromycin

durch eine Einmaldosis von Cimetidin nicht verändert wird.

Methylprednisolon

In einer pharmakokinetischen Interaktions-Studie mit gesunden Probanden wurde keine signifikante

Wirkung von Azithromycin auf die Pharmakokinetik von Methylprednisolon beobachtet.

Orale Kontrazeptiva

Orale Antibiotika können mit der enterohepatischen Rezirkulation von kontrazeptiven Steroiden

interferieren, wodurch deren systemische Verfügbarkeit und Wirksamkeit reduziert wird. Eine

pharmakokinetische Interaktionsstudie zeigt jedoch, dass fünf Tage Behandlung mit oralem

Azithromycin (am ersten Tag 500 mg, gefolgt von 250 mg täglich) keinen signifikanten Effekt auf

die pharmakokinetischen Parameter (AUC, Cmax, Tmax) von Ethinylestradiol und Levonorgestrel

hat. Die Resorption der kontrazeptiven Steroide aus dem Gastrointestinaltrakt wurde offensichtlich

durch Azithromycin nicht beeinflusst.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es wurden tierexperimentelle Reproduktionsstudien bis zu annähernd maternaltoxischen

Konzentrationen durchgeführt. In diesen Untersuchungen ergaben sich keine Hinweise auf eine

Beeinträchtigung des Fetus durch Azithromycin. Bei schwangeren Frauen gibt es jedoch keine

entsprechenden, gut kontrollierten Studien. Azithromycin sollte während der Schwangerschaft nicht

verabreicht werden, es sei denn, dies ist klar notwendig.

Azithromycin geht bei Menschen in die Muttermilch über. Es existieren jedoch keine adäquat und

zuverlässig kontrollierte Studien bei stillenden Frauen, welche die Pharmakokinetik des Übergangs

von Azithromycin in die Muttermilch beschreiben. Daher soll Azithromycin bei stillenden Frauen

nicht angewendet werden. Ist eine Behandlung unabdinglich, soll abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Azithromycin Sandoz kann wegen der möglichen Nebenwirkungen die Aufmerksamkeit

beeinträchtigen. Im Falle von möglichen Nebenwirkungen ist bei Teilnahme am Strassenverkehr und

beim Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgende Liste enthält Nebenwirkungen, die in klinischen Prüfungen und nach der

Markteinführung (mit (*) markiert) beobachtet wurden.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organklasse und Häufigkeit aufgelistet:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000,

≥1/10'000), sehr selten (<1/10'000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Moniliasis und Vaginitis.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Neutropenie und Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Allergische Reaktionen einschliesslich Rash, Pruritus und Urtikaria.

Selten: Anaphylaxie (selten fatal) (siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»),

Photosensibilisierung, Ödem und Angioödem.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Nervosität.

Selten: Aggressive Reaktionen, Erregung und Angst.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Benommenheit, Somnolenz, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Parästhesien.

Selten: Synkope, Schwindel, Konvulsionen, Hyperaktivität, Hypaesthesie, Unwohlsein und Asthenie.

Selten wurde über Geruchs-/Geschmacksbeeinträchtigungen bzw. Geruchs-/Geschmacksverlust

berichtet.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Taubheit*, Tinnitus*.

Selten: Beeinträchtigung des Gehörs*. Über Beeinträchtigung des Gehörs wurde mit Makrolid-

Antibiotika berichtet. Es liegen Berichte von einigen Patienten vor, die unter Azithromycin an einer

Beeinträchtigung des Gehörs, einschliesslich Verlust des Hörens, Taubheit und/oder Tinnitus, litten.

Viele dieser Fälle traten in Studien im Zusammenhang mit der Einnahme hoher Dosen über längere

Zeit auf. Die meisten Fälle, bei denen Follow-up Informationen erhältlich waren, waren reversibel.

Herzerkrankungen

Selten: Hypotonie, Palpitationen, Verlängerung des QT-Intervalls, Torsade de Pointes und

Arrhythmien, inklusive der von anderen Makroliden bekannten ventrikulären Tachykardien, sind

selten berichtet worden.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Nausea, Erbrechen/Diarrhö (selten bis zur Dehydration), weicher Stuhl, abdominale

Schmerzen oder Krämpfe, Dyspepsie und Obstipation.

Gelegentlich – **Häufig: Nach Anwendung von Azithromycin bei Neugeborenen (Behandlung in

den ersten 42 Tagen nach der Geburt), wurden Fälle von infantiler hypertrophischer Pylorusstenose

(IHPS)* berichtet. **Häufig: Nach Anwendung von Azithromycin bei Neugeborenen in den ersten 2

Wochen nach der Geburt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gelegentlich: Flatulenz.

Selten: Pseudomembranöse Colitis, Pankreatitis und Verfärbungen der Zunge.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: Leberfunktionsstörungen einschliesslich Hepatitis und cholestatischer Ikterus, sowie

Lebernekrosen und Leberversagen, die selten fatal verliefen.

Reversible Erhöhungen der Lebertransaminasen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Schwere Hautreaktionen einschliesslich Erythema multiforme, akute generalisierte

exanthematöse Pustulosis (AGEP)*, Stevens-Johnson Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse,

Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)*.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Arthralgien, Myasthenia gravis* (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: Interstitielle Nephritis und akutes Nierenversagen.

Untersuchungen

Gelegentlich wurde eine erhöhte Serum Kreatinin-Phosphokinase Aktivität beobachtet.

Langzeit-Behandlung mit der Dosierung von 1200 mg wöchentlich:

Die Art der Nebenwirkungen unter der MAK-Prophylaxe (1200 mg/Woche) bei schwer

immungeschwächten HIV infizierten Patienten war mit der Art der Nebenwirkungen unter einer

Kurzzeittherapie vergleichbar. Die Inzidenz der Nebenwirkungen (Gastrointestinaltrakt,

Neutropenie) kann jedoch erhöht sein. Die allgemeine Nebenwirkungsinzidenz war bei Patienten mit

einer Azithromycin Monotherapie (78–80%) oder einer Azithromycin/Rifabutin

Kombinationstherapie (83,5%) höher als bei Patienten mit einer Rifabutin Monotherapie (59,7%)

oder einer Placebobehandlung (31,9%). Diese Unterschiede kamen hauptsächlich durch die hohe

Inzidenz von gastrointestinalen Nebenwirkungen zustande.

Überdosierung

Die meisten Nebenwirkungen, die unter höheren als den empfohlenen Dosen aufgetreten waren,

entsprachen von der Art ungefähr den Nebenwirkungen unter normalen Dosen, traten aber häufiger

auf. An zusätzlichen Nebenwirkungen wurden bei über längere Zeiträume gegebenen Dosen von 600

mg/d Sehstörungen und Neutropenien beobachtet. Bei einer Überdosierung sind je nach Bedarf

allgemein symptomatische und unterstützende Massnahmen indiziert.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01FA10

Wirkungsmechanismus

Azithromycin ist ein Azalidantibiotikum (Untergruppe der Makrolide) und unterscheidet sich

chemisch von Erythromycin. Chemisch wird es durch Einfügung eines Stickstoffatoms in den

Lakton-Ring von Erythromycin A erhalten. Die chemische Bezeichnung lautet 9-Deoxy-9a-aza-9a-

methyl-9a-homoerythromycin A. Das Molekulargewicht beträgt 749.

Azithromycin bindet an die 23S-rRNA der 50S-Ribosomenuntereinheit. Es blockiert die

Proteinsynthese durch Hemmung des Transpeptidierungs-/Translokationsschritts der Proteinsynthese

und durch Hemmung des Zusammenbaus der 50S-Ribosomenuntereinheit.

Pharmakodynamik

Die Verlängerung des QTc-Intervalls wurde in einer randomisierten, placebo-kontrollierten Parallel-

Studie an 116 gesunden Probanden untersucht, die entweder Chloroquin (1000 mg) allein oder in

Kombination mit Azithromycin (500 mg, 1000 mg bzw.1500 mg einmal täglich) erhielten. Co-

Administration von Azithromycin erhöhte dosis- und konzentrationsabhängig das QTc-Intervall. Im

Vergleich zu Chloroquin allein betrug der maximale mittlere QTcF Anstieg (95% Signifikanzniveau)

bei Co-Administration von 500, 1000 bzw. 1500 mg Azithromycin 5 (10) ms, 7 (12) ms bzw. 9 (14)

Resistenzmechanismus

Die Resistenz gegenüber Makroliden, wie z.B. Azithromycin, beruht vor allem auf zwei

Mechanismen: zum einen der molekularen Veränderung der rRNA-Zielstruktur (meist durch

Methylierung der 23S-rRNA) und zum anderen dem aktiven Efflux. Das Auftreten dieser

Resistenzmechanismen variiert von Spezies zu Spezies und innerhalb einer Spezies variiert die

Häufigkeit der Resistenz abhängig vom geografischen Standort.

Die Resistenzdaten des Schweizerischen Zentrums für Antibiotikaresistenzen (anresis.ch) für die

Jahre 2010 bis 2012 sind in der Tabelle 1 aufgeführt, wobei sich die Angaben spezifisch auf

Azithromycin* oder auf die Gruppe der Makrolide** (Azithromycin, Clarithromycin, Dirithromycin,

Erythromycin, Josamycin und Roxithromycin) beziehen.

Tabelle 1: Azithromycin* bzw. Makrolid**-Empfindlichkeit der Keime Staphylococcus aureus,

Staphylococcus saprophyticus, Haemophilus influenzae, Streptococcus pneumoniae, untersucht am

Schweizerischen Zentrum für Antibiotikaresistenzen (anresis.ch) in den Jahren 2010 bis 2012.

Staphylococcus

aureus**

Staphylococcus

aureus,

Methicillin-

resistent**

Staphylococcus aureus,

Methicillin-

empfindlich**

Jahr

2010 85,3

23'251 31,6

2220

91,1

20'703

2011 85,3

23'556 33,3

2213

90,7

20'992

2012 85,2

22'392 38,1

2079

90,1

19'910

Staphylococcus

saprophyticus*

Haemophilus

influenzae*

Streptococcus

pneumoniae**

Jahr

2010 58,5

97,5

84,3

2281

2011 57,3

93,8

84,2

2322

2012 59,5

1968

Streptococcus

pneumoniae,

Penicillin-

nicht

empfindlich**

Streptococcus

pneumoniae,

Penicillin-

empfindlich**

Jahr

2010 36,3

90,6

1777

2011 38,0

90,6

1720

2012 35,3

89,9

1383

Quelle anresis.ch

Breakpoints

Methode zur Bestimmung der in-vitro-Empfindlichkeit von Bakterien gegenüber Azithromycin

Untersuchungen auf Empfindlichkeit können unter Verwendung von standardisierten Laborverfahren

durchgeführt werden, wie sie beispielsweise vom European Committee on Antimicrobial

Susceptibility Testing (EUCAST) definiert sind. Dazu gehören Dilutionsverfahren (MHK-

Ermittlung) und Testblättchen-Empfindlichkeitsverfahren.

Basierend auf einer Reihe von Studien wird empfohlen, die in-vitro-Aktivität von Azithromycin in

Raumluft zu testen, um einen physiologischen pH-Wert des Wachstumsmediums zu gewährleisten.

Erhöhte CO2-Spannungen, welche häufig bei Streptokokken und Anaerobiern sowie gelegentlich bei

anderen Spezies verwendet werden, führen zu einer Senkung des pH-Wertes des Mediums. Dies

beeinträchtigt die apparente Wirksamkeit von Azithromycin stärker als diejenige von anderen

Makroliden.

EUCAST-Empfindlichkeits-Breakpoints für Azithromycin

MHK (mg/l)

Empfindlich Resistent

Staphylococcus Spezies

≤1

>2

Streptococcus pneumoniae

≤0,25

>0,5

β-hämolysierende Streptokokkena ≤0,25

>0,5

Haemophilus influenzae

≤0,12

>4

Moraxella catarrhalis

≤0,25

>0,5

Neisseria gonorrhoeae

≤0,25

>0,5

a Umfasst die Gruppen A, B, C, G.

EUCAST = European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing.

MHK = minimale Hemmkonzentration.

Quelle: EUCAST-Website.

Antibakterielles Spektrum

Im Folgenden wird die Empfindlichkeit bakterieller Spezies gegenüber Azithromycin angegeben.

Die Prävalenz einer erworbenen Resistenz kann für bestimmte Spezies geografisch und zeitlich

variieren. Deshalb sind lokale Informationen zur Resistenzlage wünschenswert, insbesondere bei der

Behandlung von schwerwiegenden Infektionen. Gegebenenfalls sollte ein Experte zu Rate gezogen

werden, wenn eine lokale Resistenz so häufig auftritt, dass der Nutzen des Wirkstoffs zumindest bei

einigen Arten von Infektionen fraglich erscheint.

Azithromycin zeigt eine Kreuzresistenz mit Erythromycin-resistenten grampositiven Stämmen. Wie

oben beschrieben bestimmen einige ribosomale Modifikationen häufig eine Kreuzresistenz mit

anderen Antibiotika-Klassen, deren ribosomale Bindungsstellen sich mit denen der Makrolide

überlappen: Lincosamide (einschliesslich Clindamycin) und Streptogramine der Gruppe B. Eine

allmählich abnehmende Empfindlichkeit gegenüber Makroliden wurde insbesondere bei

Streptococcus pneumoniae und Staphylococcus aureus aber auch bei Streptococcus viridans und

Streptococcus agalactiae beobachtet.

Zu den Organismen, die im Allgemeinen empfindlich gegenüber Azithromycin sind, zählen:

Aerobe und fakultativ grampositive Bakterien (Erythromycin-resistente Erreger): S. aureus,

Streptococcus agalactiae*, S. pneumoniae*, Streptococcus pyogenes* andere β-hämolysierende

Streptokokken (Gruppen C, F, G) und Streptococcus Viridans-Gruppe.

Makrolid-resistente Erreger wurden bei den aeroben und fakultativ grampositiven Bakterien relativ

häufig festgestellt, insbesondere bei Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) und Penicillin-

resistenten S. pneumoniae (PRSP).

Aerobe und fakultativ gramnegative Bakterien: Bordetella pertussis, Campylobacter jejuni,

Haemophilus ducreyi*, Haemophilus influenzae*, Haemophilus parainfluenzae*, Legionella

pneumophila, Moraxella catarrhalis* und Neisseria gonorrhoeae*.

Pseudomonas spp. und die meisten Enterobacteriaceae besitzen eine inhärente Resistenz gegen

Azithromycin, auch wenn Azithromycin zur Behandlung von Infektionen mit Salmonella enterica

eingesetzt wird.

Anaerobier: Clostridium perfringens, Peptostreptococcus spp. und Prevotella bivia.

Andere bakterielle Spezies: Borrelia burgdorferi, Chlamydia trachomatis, Chlamydophila

pneumoniae*, Mycoplasma pneumoniae*, Treponema pallidum und Ureaplasma urealyticum.

Mit HIV-Infektionen assoziierte opportunistische Pathogene: MAK* und die eukaryontischen

Mikroorganismen Pneumocystis jirovecii und Toxoplasma gondii.

* Die Wirksamkeit von Azithromycin gegen die angegebenen Spezies wurde in klinischen Studien

gezeigt.

Klinische Wirksamkeit

Die in vivo Wirksamkeit von Azithromycin korreliert mit den anhaltend hohen Azithromycin-

Gewebekonzentrationen, einschliesslich den in vivo gemessenen intrazellulären Konzentrationen in

Phagozyten. Nach oraler Verabreichung von 1,2 g Azithromycin an HIV positive Patienten

überschritten die Azithromycin-Konzentrationen in den Leukozyten den MHK90-Wert von M.

avium. Nach einer Einmalgabe von 1200 mg Azithromycin blieben die durchschnittlichen Spiegel in

den Leukozyten über 32 µg/ml beziehungsweise 16 µg/ml nach 60 Stunden beziehungsweise 4-5

Tagen.

In einer placebo-kontrollierten Studie an Patienten mit CD4-Zahl <100/µl zeigte sich, dass die mit

Azithromycin behandelten Patienten signifikant weniger häufig eine MAK-Bakteriämie entwickelten

als die mit Placebo therapierten Patienten. Die kumulative Einjahres-Inzidenzrate einer

disseminierten MAK-Erkrankung lag in der mit Azithromycin behandelten Gruppe bei 8,24% und in

der Placebo-Gruppe bei 20,22%.

Bei Patienten mit einer Kombinationstherapie von Azithromycin und Rifabutin war die

Wahrscheinlichkeit, eine MAK-Bakteriämie zu entwickeln, geringer als bei Patienten unter

Monotherapie mit Azithromycin.

Die kumulative Einjahresinzidenz einer disseminierten MAK-Erkrankung lag in der mit

Azithromycin behandelten Gruppe bei 7,62% und in der mit Azithromycin und Rifabutin

behandelten Gruppe bei 2,75%. Die Prophylaxe beeinflusste die Überlebenszeit jedoch nicht.

Aufgrund schlechter Verträglichkeit brachen jedoch die Patienten mit einer Kombinationstherapie

die Behandlung häufiger ab.

In Prophylaxe-Studien gegen MAK-Infektionen war das Auftreten von anderen bakteriellen

Infektionen unter der Behandlung mit Azithromycin ebenfalls verringert.

Pharmakokinetik

Absorption

Azithromycin weist eine Bioverfügbarkeit von ungefähr 37% (13−56%) auf.

Die maximale Plasmakonzentration wird 2−3 Stunden nach Azithromycineinnahme erreicht.

Der Einfluss von Nahrung auf die Bioverfügbarkeit von Azithromycin hängt von der verabreichten

galenischen Form ab:

Da derzeit keine Untersuchungsergebnisse zum Einfluss von Nahrung auf die Bioverfügbarkeit von

Azithromycin Sandoz Filmtabletten und Suspension vorliegen, soll Azithromycin Sandoz nur im

Nüchternzustand eingenommen werden.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung von Azithromycin ist im Bereiche der Serumkonzentration beim

Menschen variabel. Die Proteinbindung beträgt 51% bei einer Konzentration von 0,02 mg/l und sinkt

auf 7% bei einer Konzentration von 2 mg/l.

Das grosse Verteilungsvolumen im Steady State (31,1 l/kg) sowie die grosse Plasma-Clearance (630

ml/min) deuten darauf hin, dass die lange Halbwertszeit durch eine weitgehende Azithromycin-

Aufnahme ins Gewebe und darauffolgende Abgabe aus dem Gewebe entsteht.

In humanen pharmakokinetischen Studien lagen die Azithromycin-Konzentrationen in den Geweben

signifikant höher als im Plasma (bis zum 50-fachen der maximal gemessenen Konzentrationen im

Plasma, was darauf hinweist, dass eine hohe Gewebeaffinität der Substanz besteht).

Die folgende Tabelle zeigt die Verhältniszahlen zwischen Azithromycin-Konzentrationen in

ausgewählten Geweben (oder Körperflüssigkeiten) und Konzentrationen im Plasma (oder Serum).

Azithromycin-Konzentrationen nach Einnahme der in der Klinik empfohlenen Dosierung

Gewebe oder

Flüssigkeit

Zeit nach

Dosierung

Konzentration im

Gewebe oder in der

Körperflüssigkeit

mg/kg oder mg/l

Entsprechende Plasma-

oder

Serumkonzentration

mg/l

Verhältnis von Gewebe

(Körperflüssigkeit) zu

Plasma (Serum)

Haut

72−96

0,012

Lunge

72−96

0,012

>100

Sputum

2−4

0,64

Sputum

10−12

Tonsillen*

9−18

0,03

>100

Tonsillen*

0,006

>100

Cervix

0,04

* Dosierungsschema: 2× 250 mg mit einem Dosisintervall von 12 Stunden.

Die gute Gewebediffusion wurde durch weitere Konzentrationsbestimmungen in Geweben bzw. in

Körperflüssigkeiten (Knochen, Ejakulat, Prostata, Ovarien, Uterus, Tuben, Magen, Leber und

Gallenblase) bestätigt. Da entsprechende gut kontrollierte Studien, die die Wirksamkeit von

Azithromycin bei Infektionen in den obenerwähnten zusätzlichen Geweben bzw. Organen

untersuchen, fehlen, bleibt die klinische Bedeutung dieser Gewebekonzentrationen unbekannt.

Bei nicht entzündeten Meningen waren die Liquorkonzentrationen sehr tief (<0,01 mg/l).

Die Konzentrationen von Azithromycin im Lungen-, Tonsillen- und Prostata-Gewebe bleiben hoch,

auch wenn die Serum- oder Plasmakonzentrationen unter die Nachweisgrenze absinken.

Nach oraler Verabreichung täglicher Dosen von 600 mg Azithromycin lagen die mittleren

maximalen Plasmakonzentrationen (Cmax) am 1. Tag bei 0,33 µg/ml und am 22. Tag bei 0,55 µg/ml.

Die mittleren Spitzenkonzentrationen, welche in Leukozyten, dem hauptsächlichen Ort von

disseminierten MAK-Infektionen, gemessen wurden, lagen bei 252 µg/ml (± 49%) und blieben im

Steady State über 24 Stunden oberhalb 146 µg/ml (± 33%).

Die durchschnittlichen Spitzen-Konzentrationen in den peripheren Leukozyten betrugen 140 µg/ml.

Die Konzentrationen blieben über 32 µg/ml während ungefähr 60 Stunden nach oraler

Verabreichung einer Einmaldosis von 1200 mg.

Tierstudie: Phagozyten

In Tierstudien wurden hohe Azithromycinkonzentrationen in Phagozyten nachgewiesen. In

Versuchsmodellen setzten stimulierte Phagozyten während der aktiven Phagozytose grössere

Azithromycinmengen frei als nicht stimulierte. Dies führte im Tiermodell zu einer hohen

Azithromycinkonzentration am Ort der Infektion.

Metabolismus und Elimination

Die terminale Plasmahalbwertszeit, widerspiegelt die Gewebshalbwertszeit von 2 bis 4 Tagen.

In den ersten drei Tagen wird ungefähr 12% einer intravenös verabreichten Dosis in unveränderter

Form renal ausgeschieden. Der grösste Teil davon erscheint während den ersten 24 Stunden im Urin

(ungefähr 10% der intravenös verabreichten Dosis). Nach oraler Gabe ist die biliäre Ausscheidung

der Hauptausscheidungsweg von unverändertem Azithromycin.

Beim Menschen wurden sehr hohe Konzentrationen von unverändertem Azithromycin in der Galle

nachgewiesen (67% der biliär ausgeschiedenen, Azithromycin abhängigen Stoffe). Daneben konnten

in der menschlichen Galle 10 Metaboliten nachgewiesen werden, welche durch N-Demethylierung

(18,6% der biliär ausgeschiedenen Azithromycin abhängigen Stoffe), O-Demethylierung,

Hydroxylierung des Desosamin und des Aglyconringes sowie durch Spaltung der

Kladinosebindungen (13% der biliär ausgeschiedenen Azithromycin abhängigen Stoffe) entstehen.

Vergleiche zwischen HPLC- und mikrobiologischen Gewebsuntersuchungen deuten an, dass die

Metaboliten von Azithromycin mikrobiologisch unwirksam sind.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei älteren Probanden (>65 Jahre) lagen nach 5-tägiger Azithromycineinnahme (1. Tag 500 mg,

2.−5. Tag 250 mg) die AUC-Werte um durchschnittlich 29%, die Tmax-Werte um durchschnittlich

37,5% höher als bei den jüngeren Probanden (<40 Jahre). Da diese Unterschiede als klinisch

bedeutungslos angesehen werden, wird eine Dosisanpassung nicht empfohlen.

Kinder

Nach 5-tägiger Azithromycintherapie (10 mg/kg KG Tag 1, 5 mg/kg KG Tag 2−5) waren die AUC-

Werte (0−24 h) bei Kindern (6−15 Jahre) lediglich 13% höher als bei Erwachsenen (22−39 Jahre).

Der durchschnittliche Tmax-Wert unterschied sich in den zwei untersuchten Gruppen um weniger als

1 Stunde. Diese kleinen pharmakokinetischen Unterschiede sind wahrscheinlich eine Folge der in

den Studien verwendeten unterschiedlichen Formulierungen (Erwachsene: Filmtabletten, Kinder:

Suspension).

Leberinsuffizienz

Bei einer leichten (Child Pugh Klasse A) bis mittelschweren (Child Pugh Klasse B)

Leberfunktionsstörung unterschied sich die Serum-Pharmakokinetik von Azithromycin nach einer

Einzeldosis nicht wesentlich von derjenigen bei normaler Leberfunktion. Untersuchungen nach

Mehrfachapplikation fehlen. Es scheint, dass bei diesen Patienten die renale Azithromycin-

Ausscheidung gesteigert ist, möglicherweise um die verminderte hepatische Ausscheidung zu

kompensieren. Da die Leber jedoch den wichtigsten Ausscheidungsweg für Azithromycin darstellt,

darf Azithromycin bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen nur mit Vorsicht verabreicht werden.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit geringgradiger bis mässiger Niereninsuffizienz (GFR 10−80 ml/min) war die

Pharmakokinetik nach einmaliger oraler Gabe von 1 g Azithromycin unverändert. Bei schwerer

Niereninsuffizienz (GFR <10 ml/min) ergaben sich statistisch signifikante Unterschiede gegenüber

nierengesunden Patienten in AUC0-120 (8,8 µg hr/ml vs. 11,7 µg hr/ml), Cmax (1,0 µg/ml vs. 1,6

µg/ml) und CLr (2,3 ml/min/kg vs. 0,2 ml/min/kg).

Präklinische Daten

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Azithromycin ist gering. Die LD50 liegt nach oraler Gabe bei Maus und

Ratte bei über 2 g freier Base/kg, bei parenteraler Gabe (i.p.) bei männlichen Mäusen über 400

mg/kg und bei Ratten über 500 mg/kg Körpergewicht.

Chronische Toxizität

Die Azithromycin-Gewebespiegel in den bis zu 6-monatigen Studien an Ratten und Hunden zeigten

eine Abhängigkeit von Dosis und Behandlungsdauer. Nach mehrfacher Gabe von Dosen über 10

mg/kg KG stiegen die Konzentrationen bei beiden Spezies überproportional. Bei diskontinuierlicher

Gabe (10 Tage Substanzgabe, dann 10 Tage ohne Azithromycin, dann wieder 10 Tage Substanz

usw.) von 30 mg/kg KG betrugen die Azithromycin-Konzentrationen nach 100 Dosierungen nur ¼

bis ½ der Werte, die nach kontinuierlicher Behandlung über den gleichen Zeitraum (182

Dosierungen) gemessen wurden.

Es wurden histopathologische Veränderungen gefunden, die als Phospholipidose bezeichnet werden.

Hierbei handelt es sich um die intrazelluläre Aufnahme von Azithromycin in Gewebelysosomen, die

lichtmikroskopisch durch das Auftreten von zytoplasmatischen Vakuolen nachweisbar ist.

Elektronenmikroskopisch stellen sich diese als vergrösserte Vakuolen dar, die ein lamellenartig

angeordnetes Muster von Myelinkörpern beinhalten. Die Phospholipidose wurde mit Ausnahme von

Gehirn und Lunge in allen Geweben gefunden, die untersucht worden sind. Ihre Ausprägung war

dosisabhängig, und sie war nach Absetzen von Azithromycin reversibel.

Bei Ratten blieb die Phospholipidose nach den Dosen 20 mg/kg KG/d (kontinuierliche Gabe) und 40

mg/kg KG/d (diskontinuierliche Gabe, Schema s.o.) über 6 Monate ohne Folgeerscheinungen für die

Organe.

Bei Hunden, der empfindlichen Spezies, war die Organtoxizität auf die Nieren (Glomerulonephrose),

die Leber (fokale Nekrosen der Hepatozyten und Gallengänge) und die Gallenblase (Hyperplasie und

fokale Nekrosen) beschränkt. Das sind die Gewebe, in denen nach 61 aufeinander folgenden Dosen

von 100 mg/kg KG/d die höchsten Azithromycin-Konzentrationen erreicht worden sind (bis über

5000 µg/g Gewebe). Nach diskontinuierlicher Gabe (Schema s.o., insgesamt 100 Dosen) mit der

gleichen Dosis wurden keine pathologischen Veränderungen in diesen Geweben gefunden. Nach

Behandlung mit Dosen über 20 mg/kg KG/d wurden beim Hund folgende reversible Veränderungen

von Laborparametern festgestellt: Anstieg der Transaminasen, Abnahme der Parameter des roten

Blutbildes (Erythrozytenzahl, Hämatokritwert, Hämoglobinkonzentration), Auftreten atypischer

eosinophiler Granulozyten und vakuoliger Lymphozyten, Proteinurie.

Kanzerogenität

Kanzerogenitätsstudien mit Azithromycin wurden nicht durchgeführt, da nur eine kurzzeitige

Anwendung vorgesehen ist und keine Hinweise auf mutagene oder kanzerogene Eigenschaften

vorliegen.

Reproduktionstoxizität

Präklinische Studien zur Beurteilung der Trächtigkeitsraten von Ratten, die mit Azithromycin

behandelt wurden, liessen darauf schliessen, dass eine Behandlung mit Azithromycin (in Dosen von

20 bzw. 30 mg/kg/d, nicht jedoch von 10 mg/kg/d) eine geringfügige Verminderung der Fertilität

verursachen könnte. Dabei mussten sowohl die männlichen als auch die weiblichen Ratten

gleichzeitig behandelt werden, um eine Auswirkung auf die Trächtigkeitsrate zu verursachen. Dieser

minimale Effekt wurde durch eine Steigerung der Dosis von 20 auf 30 mg/kg/d nicht verstärkt. Die

Behandlung mit Azithromycin hatte keine Auswirkungen auf andere Fortpflanzungsparameter.

In Tierexperimenten bezüglich einer Embryotoxizität wurden bei Mäusen und Ratten keine

teratogenen Effekte beobachtet. Bei Ratten verursachten Dosen von 100 und 200 mg/kg KG/d leichte

Verzögerungen der mütterlichen Körpergewichtszunahme und der fetalen Ossifikation. In der Peri-

und Postnatalstudie ergaben sich bei Ratten leichte Retardierungen ab 50 mg/kg KG/d

(Verzögerungen der physischen Entwicklung und des Reflexverhaltens).

In Neonatalstudien zeigten Ratten und Hunde keine höhere Empfindlichkeit gegenüber Azithromycin

als erwachsene Tiere der jeweiligen Gattung.

Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.

Mutagenität

In-vivo- und in-vitro-Untersuchungen zum Nachweis von Gen- und Chromosomenmutationen

ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

lagern.

Nach der Zubereitung mit Wasser bleibt die Suspension bei Raumtemperatur (15−25 °C) während 5

Tagen stabil. Nach dieser Zeit sollte die Suspension nicht mehr verwendet werden.

Hinweise für die Handhabung

Zubereitung der Azithromycin Sandoz-Suspension (200 mg/5 ml)

1.Flasche kräftig schütteln um das Pulver aufzulockern.

2.Die untenstehende Tabelle gibt das Volumen des Trinkwassers an, welches zur Zubereitung der

Suspension verwendet werden muss:

Volumen des Trinkwassers,

das mit beigepackter

Dosierspritze

hinzugefügt werden muss

Azithromycin Gehalt

15 ml Flasche

8 ml

600 mg

22,5 ml Flasche 11 ml

900 mg

30 ml Flasche

14 ml

1200 mg

3.Gut schütteln.

4.Beiliegenden gelochten Stopfen (Adapter) in den Flaschenhals drücken. Der Stopfen verbindet die

Dosierspritze mit der Flasche und bleibt im Flaschenhals.

5.Jeweils unmittelbar vor Gebrauch schütteln.

Die Einnahme der zubereiteten Suspension erfolgt mit Hilfe einer Dosierspritze, die der Packung

beiliegt.

Entnahme der gebrauchsfertigen Suspension mittels Dosierspritze

·Flasche unmittelbar vor jeder Entnahme schütteln.

·Dosierspritze fest in die Öffnung des Stopfens stecken. Der Spritzenkolben soll dabei bis zum

Anschlag in der Spritze stecken.

·Flasche mit der aufgesetzten Dosierspritze vorsichtig umdrehen. Den Spritzenkolben langsam bis

zur verordneten Anzahl Milliliter (ml) nach unten ziehen. Bei Luftblasen im aufgezogenen Saft, den

Kolben wieder in die Spritze drücken und erneut langsam füllen.

·Flasche mit der aufgesetzten Dosierspritze wieder aufrecht stellen und die Spritze aus dem

gelochten Kolben herausziehen.

Einnahme der gebrauchsfertigen Suspension mittels Dosierspritze

Der Saft kann direkt aus der Dosierspritze in den Mund entleert werden oder zur Einnahme auf einen

Löffel gegeben werden. Bei der direkten Gabe in den Mund sollte der Patient aufrecht sitzen.

Flasche nach jedem Gebrauch gut verschliessen. Die Dosierspritze nach der Einnahme durch

mehrmaliges Füllen und Entleeren mit klarem Wasser reinigen.

Nach der Zubereitung mit Wasser bleibt die Suspension bei Raumtemperatur (15-25 °C) während 5

Tagen stabil.

Nach dieser Zeit sollte die Suspension nicht mehr verwendet werden.

Zulassungsnummer

57482 (Filmtabletten), 57627 (Suspension) (Swissmedic).

Packungen

Azithromycin Sandoz Filmtabletten (Zierrille) zu 250 mg: 4 und 6. [A]

Azithromycin Sandoz Filmtabletten (Zierrille) zu 500 mg: 3. [A]

Azithromycin Sandoz Suspension 200 mg/5 ml: 15 ml, 22,5 ml und 30 ml (mit Dosierspritze). [A]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

August 2017.

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