Mirena Intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem

Thụy Sĩ - Tiếng Đức - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Tờ rơi thông tin Tờ rơi thông tin (PIL)

01-11-2020

Thành phần hoạt chất:
levonorgestrelum
Sẵn có từ:
Bayer (Schweiz) AG
Mã ATC:
G02BA03
INN (Tên quốc tế):
levonorgestrelum
Dạng dược phẩm:
Intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem
Thành phần:
levonorgestrelum 52 mg cum liberatione 20 µg/24 h, poly(dimethylsiloxani) elastomerum, silica colloidalis anhydrica, polyethylenum, barii sulfas, E 172 (nigrum) pro praeparatione.
Lớp học:
B
Nhóm trị liệu:
Synthetika
Khu trị liệu:
Intrauterine Kontrazeption/Idiopathische Hypermenorrhoe/ Schutz v.Endometriumshyperplasie b.Östrogensubstitution
Số ủy quyền:
52996
Ngày ủy quyền:
1995-07-28

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, und bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie

vielleicht später nochmals lesen.

Mirena®

Bayer (Schweiz) AG

Was ist Mirena und wann wird es angewendet?

Mirena ist ein Intrauterines Wirkstofffreisetzungssystem (IUS) und dient

·der Empfängnisverhütung,

·der Behandlung übermässiger Menstruationsblutungen sowie

·dem Schutz vor einem übermässigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumshyperplasie)

während einer Östrogen-Ersatztherapie in den Wechseljahren oder danach.

Mirena besteht aus einem ca. 3 cm langen T-förmigen Kunststoffkörper, der nach der Einlage in die

Gebärmutter das Hormon Levonorgestrel abgibt. Dieses Hormon ist einem der körpereigenen Hormone

der geschlechtsreifen Frau ähnlich.

Die T-Form des Kunststoffkörpers ermöglicht eine optimale Anpassung an die Form der Gebärmutter.

Das Hormon befindet sich in einem zylinderförmigen Reservoir am senkrechten Teil des

Kunststoffkörpers und wird in kontinuierlicher, sehr kleiner Menge an den Körper abgegeben. Am

unteren Ende von Mirena befindet sich eine Öse, an der die braunen Kontrollfäden befestigt sind, die Sie

selbst ertasten können. Der Kunststoffkörper enthält Bariumsulfat, und ist somit bei Röntgenaufnahmen

sichtbar. Sowohl der Kunststoffkörper mit seiner speziellen T-Form als auch das Hormon Levonorgestrel

dienen der Empfängnisverhütung, und zwar auf folgende Weise:

·Der Schleim im Gebärmutterhals wird durch Levonorgestrel dickflüssig und damit zur Barriere für die

Spermien.

·Durch die lokale Einwirkung von Mirena auf die Gebärmutterschleimhaut werden die Bedingungen für

die Einnistung des Keimes erschwert.

·Weiter wird das Milieu in der Gebärmutter und den Eileitern so verändert, dass die Spermien in ihrer

Beweglichkeit weitgehend gehemmt und in ihrer Funktion beeinträchtigt werden.

·Eireifung und Eisprung können beeinflusst werden; bei einem Teil der Frauen wird der Eisprung

unterdrückt.

Levonorgestrel führt auch zu einem verminderten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und damit zu

einer Verringerung des menstruellen Blutflusses und der menstruellen Beschwerden bei Patientinnen mit

übermässigen Menstruationsblutungen. Die Verminderung des Blutverlustes führt auch zu einer

Besserung der Blutarmut. Bei Anwendung von Mirena zusammen mit einer Östrogen-Ersatztherapie in

den Wechseljahren oder danach wirkt Levonorgestrel dem übermässigen Aufbau der

Gebärmutterschleimhaut entgegen, welche durch das Östrogen verursacht wird.

Mirena wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin eingelegt.

Wann darf Mirena nicht angewendet werden?

In folgenden Situationen darf Mirena nicht angewendet werden:

·bei angeborenen oder erworbenen Anomalien der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses

(einschliesslich Gebärmutterpolypen),

·bei bestehenden oder wiederkehrenden Entzündungen des unteren Beckens,

·bei Gebärmutterentzündung nach einer Entbindung,

·im Falle einer mit Fieber und Schmerzen einhergehenden Fehlgeburt in den vergangenen drei Monaten,

·bei Infektionen des unteren Genitaltraktes und des Gebärmutterhalses,

·bei Gestagen-abhängigen Tumoren,

·bei Nachweis oder Verdacht auf Tumorerkrankungen des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter

(einschliesslich Zellveränderungen am Gebärmutterhals),

·bei ungeklärten Blutungen aus der Scheide,

·bei Anwendung von Arzneimitteln, die das Immunsystem unterdrücken, und wenn sonst eine erhöhte

Anfälligkeit für Infektionen besteht,

·bei akuten Lebererkrankungen oder Lebertumoren,

·bei Schwangerschaft,

·bei Überempfindlichkeit gegen Levonorgestrel oder einen Bestandteil von Mirena.

Wann ist bei der Anwendung von Mirena Vorsicht geboten?

Vor der Einlage von Mirena wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihre Krankengeschichte prüfen und Sie

gründlich allgemein und gynäkologisch untersuchen. Eine Schwangerschaft ist auszuschliessen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie über die Vorteile und Risiken der Anwendung von Mirena

informieren.

Bei der Einlage und Entfernung von Mirena kann es zu Schmerzen, Blutungen oder auch einer

kurzdauernden Bewusstlosigkeit kommen. Nach dem Einlegen von Mirena sollten Sie sich eine Zeitlang

hinlegen und ausruhen.

Epilepsie

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie Epileptikerin sind, damit entsprechende

Vorbereitungen getroffen werden können, da die Einlage von Mirena einen Krampfanfall auslösen kann.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie 1-3 Monate nach Einlegen von Mirena und anschliessend jährlich

erneut untersuchen. Im Falle von Beschwerden kontaktieren Sie ebenfalls Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Einige Frauen spüren in den ersten Wochen nach der Einlage von Mirena menstruationsähnliche

Schmerzen. Bei stärkeren Schmerzen oder wenn die Schmerzen mehr als 3 Wochen nach der Einlage

andauern, suchen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.

Wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn eine der folgenden Erkrankungen

vorliegt oder erstmals auftritt während Sie Mirena verwenden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird

entscheiden, ob Mirena entfernt werden muss.

·bestätigte oder vermutete geschlechtshormon-abhängige Neoplasien (Gewebeneubildungen),

insbesondere Brustkrebs

·schwere arterielle Erkrankungen wie z.B. Schlaganfall oder Herzinfarkt

·tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie

·erstmaliges Auftreten oder Verschlechterung migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt

starker Kopfschmerzen; Migräne mit einseitigem Sehverlust

·plötzliche Seh-, Hör-, Sprach- oder sonstige Wahrnehmungsstörungen sowie andere Anzeichen, die auf

eine zerebrale Ischämie (Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn) hindeuten können

·Gelbsucht oder Verdacht auf Lebertumore

·stärkerer Blutdruckanstieg.

Nachstehend sind mehrere Situationen beschrieben, bei denen Mirena entfernt werden soll oder bei

denen die Wirksamkeit von Mirena beeinträchtigt ist. In diesen Situationen sollten Sie entweder auf

Geschlechtsverkehr verzichten oder eine andere Methode zur Empfängnisverhütung (Barriere-Methode,

z.B. Kondome) anwenden.

Perforation

Mirena kann, insbesondere während des Einlegens, in die Gebärmutterwand eindringen oder diese

durchstossen, wobei dies allerdings möglicherweise erst einige Zeit später erkannt wird. Eine Mirena,

die ausserhalb der Gebärmutterhöhle liegt, ist nicht wirksam und muss sobald wie möglich entfernt

werden. Siehe dazu auch bei «Was ist beim Tragen von Mirena zu beachten?/Selbstkontrolle». Das

Risiko für Perforationen ist erhöht bei Frauen die stillen und bei Frauen, bei welchen Mirena innerhalb

der ersten 9 Monate nach der Geburt eingesetzt wurde, und kann erhöht sein bei Frauen mit nach hinten

gebogener Gebärmutterlage.

Ausstossung

Mirena kann aufgrund von Muskelkontraktionen in der Gebärmutter z.B. während der Periode

unbemerkt aus der Gebärmutter ausgestossen werden oder verschoben werden, und damit zum Verlust

der empfängnisverhütenden Wirkung führen. Dies kann sich durch Blutungen resp. eine Zunahme der

Menstruationsblutung, Schmerzen und das Spüren des unteren Endes von Mirena in der Scheide äussern.

In diesem Fall sind Sie nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt und Mirena muss entfernt

werden. Siehe dazu auch «Was ist beim Tragen von Mirena zu beachten?/Selbstkontrolle».

Unterleibsinfektionen

Es besteht insbesondere direkt nach dem Einlegen von Mirena und im ersten Monat danach ein Risiko

für eine Unterleibsinfektion. Anhaltende Bauchschmerzen, Fieber, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

oder ungewöhnliche Blutungen können Symptome sein. Das Infektionsrisiko ist erhöht, wenn eine Frau

oder ihr Partner mehrere Sexualpartner(innen) hat. Unterleibsinfektionen müssen umgehend behandelt

werden, da sie die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft

erhöhen.

In sehr seltenen Fällen können ernsthafte Infektionen oder Sepsis (schwere Blutvergiftung, die tödlich

verlaufen kann) unmittelbar nach der Einlage auftreten.

Mirena muss entfernt werden, wenn es zu wiederholten Unterleibsinfektionen kommt, wenn eine

Infektion schwer verläuft oder wenn eine akute Infektion nicht innerhalb weniger Tage auf eine

Behandlung anspricht.

Eileiterschwangerschaften

Während der Anwendung von Mirena kommt es in seltenen Fällen zu einer Schwangerschaft. Falls eine

Schwangerschaft eintritt, ist das Risiko erhöht, dass es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelt.

Dies gilt insbesondere für Frauen, bei denen bereits früher einmal eine Eileiterschwangerschaft

aufgetreten ist und bei Frauen, die Operationen an den Eileitern oder Unterleibsinfektionen hatten. Bei

korrekter Anwendung von Mirena tritt bei ungefähr 1 von 1000 Frauen pro Jahr eine

Eileiterschwangerschaft ein. Eine Eileiterschwangerschaft ist ein bedrohlicher Zustand.

Suchen Sie daher beim Auftreten der folgenden Symptome, welche auf eine Eileiterschwangerschaft

hinweisen können, sofort den Arzt bzw. die Ärztin auf:

·anhaltende Blutungen und/oder starke Schmerzen im Unterbauch, insbesondere nach vorherigem

Ausbleiben der Periode,

·typische Schwangerschaftszeichen in Verbindung mit Schwächegefühl, Schmerzen und Blutungen.

Blutungsmuster

Bei der Anwendung von Mirena kann es zu unterschiedlichen Arten von Störungen der

Menstruationsblutung kommen; siehe dazu «Welche Nebenwirkungen kann Mirena haben?». Es kann

zum Ausbleiben der Menstruation kommen. Ist dies zum ersten Mal der Fall, sollten Sie einen

Schwangerschaftstest machen. Bei weiterem Ausbleiben der Menstruation ist dies in der Regel nicht

mehr nötig, ausser es liegen weitere Anzeichen für eine Schwangerschaft vor. Bei neu auftretenden

Blutungsstörungen nach längerer, unproblematischer Anwendung sollten Sie sich an Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin wenden.

Blutgerinnselbildung

Studien mit kombinierten hormonalen Kontrazeptiva («Pille», Verhütungspflaster oder Vaginalring)

zeigen ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (sogenannte Thrombosen) in Venen und

Arterien, für Embolien, Herzinfarkt und Schlaganfall. Gemäss neusten Daten ist hingegen das Risiko

unter Gestagen-Monopräparaten (wie Mirena) vermutlich nicht erhöht. Trotzdem sollten beim Auftreten

möglicher Symptome von Blutgerinnseln die Entfernung von Mirena und die Verwendung geeigneter

nichthormonaler Verhütungsmethoden in Betracht gezogen werden (z.B. Kondom).

Erste Anzeichen venöser thromboembolischer Ereignisse können sein:

Starke Schmerzen oder Schwellung in einem Bein, ungewohnt stechende Schmerzen unklarer Ursache

beim Atmen oder Husten, Kurzatmigkeit, Schmerz oder Engegefühl in der Brust.

Erste Anzeichen arterieller thromboembolischer Ereignisse können sein:

Plötzliche starke Schmerzen in der Brust, eventuell mit Ausstrahlung in den linken Arm; plötzliche

Atemnot; extremes Schwächegefühl; erstmaliges Auftreten einer Migräne oder jegliche ungewöhnliche,

schwere und anhaltende Kopfschmerzen; plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des Gesichtes, eines

Armes oder Beines, vor allem einer Körperhälfte; plötzliche Gehstörungen, Gleichgewichts- oder

Koordinationsstörungen; plötzliche Sehstörungen; undeutliche Aussprache oder Verständnisprobleme;

Schwindel; Bewusstseinsverlust mit oder ohne Krampfanfälle; deutlicher Blutdruckanstieg.

Sie sollten jedoch bedenken, dass durch angemessene Behandlung bestehender Krankheiten das damit

verbundene Thromboserisiko verringert werden kann und dass eine Schwangerschaft im Vergleich zur

Anwendung von Mirena ein höheres Risiko birgt.

Brustkrebsrisiko

Das Risiko für Brustkrebs steigt mit dem Alter. Während der Anwendung kombinierter oraler

Kontrazeptiva («die Pille») ist das Risiko der Diagnose eines Brustkrebses leicht erhöht. Nach Absetzen

der Präparate nimmt das erhöhte Risiko kontinuierlich innerhalb von 10 Jahren ab. Es hängt nicht von

der Dauer der Anwendung ab, sondern vom Alter der Anwenderin.

Es liegen widersprüchliche Befunde vor, ob Präparate wie Mirena das Risiko für Brustkrebs erhöhen

können. Die bisher vorliegenden Daten zur Anwendung von Mirena bei Frauen im gebärfähigen Alter

ergaben keine Hinweise für eine relevante Risikoerhöhung. Zur Anwendung von Mirena als Schutz vor

Endometriumhyperplasie (übermässigem Wachstum der Gebärmutterschleimhaut) während einer

Östrogenersatztherapie liegen hingegen keine ausreichenden Daten vor, darum ist weder bestätigt noch

widerlegt, dass diese Anwendung von Mirena mit einem Brustkrebsrisiko verbunden ist.

Lebererkrankungen

In seltenen Fällen sind nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie in Mirena enthalten, gutartige,

noch seltener bösartige Veränderungen der Leber beobachtet worden, die vereinzelt zu Blutungen im

Bauchraum geführt haben. Deshalb ist der Arzt bzw. die Ärztin zu informieren, falls Sie an Leberkrebs

leiden (da ein möglicher Effekt von Mirena nicht ausgeschlossen werden kann) oder wenn ungewohnte

Oberbauchschmerzen auftreten, die nicht von selbst bald vorübergehen.

Vergrösserte Eifollikel

Unter Mirena treten bei Frauen im gebärfähigen Alter gewöhnlich Monatszyklen mit einem Eisprung

auf. Manchmal ist die Rückbildung des Eifollikels verzögert und er kann weiter an Grösse zunehmen.

Die meisten dieser vergrösserten Follikel rufen keine Symptome hervor, aber manche können zu

Unterleibsschmerzen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen. Sie müssen unter Umständen

ärztlich behandelt werden, aber gewöhnlich verschwinden sie von selbst wieder.

In folgenden Situationen sind besondere Vorsichtsmassnahmen angezeigt:

·Herz- und Herzklappenerkrankung: Gemäss aktuellen Schweizerischen Richtlinien ist die Verordnung

von einem Antibiotikum als Schutz vor einer möglichen Infektion an der Herzinnenhaut während der

Einlage und die Entfernung von Mirena nicht notwendig. Bei Unklarheiten soll mit dem behandelnden

Kardiologen Rücksprache genommen werden.

·Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit): Das Hormon Levonorgestrel kann Ihren Kohlenhydratstoffwechsel

beeinflussen. Aus diesem Grund sollte bei Diabetikerinnen der Blutzuckerspiegel überwacht werden.

Eine Umstellung der Diabetesbehandlung ist während der Anwendung von Mirena in der Regel jedoch

nicht notwendig.

Mirena gewährt keinen Schutz vor einer HIV-Infektion (AIDS) oder anderen sexuell übertragbaren

Krankheiten.

Psychiatrische Erkrankungen

Manche Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel wie Mirena anwenden, berichten über Depression

oder depressive Verstimmung. Depressionen können schwerwiegend sein und gelegentlich zu

Selbsttötungsgedanken führen. Wenn bei Ihnen Stimmungsschwankungen und depressive Symptome

auftreten, lassen Sie sich so rasch wie möglich von einem Arzt/einer Ärztin medizinisch beraten.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Gewisse Arzneimittel können bei gleichzeitiger Anwendung die Wirkung von Mirena beeinträchtigen.

z.B. Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie (Barbiturate, Phenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin,

Topiramat, Felbamat, Primidon), Tuberkulose (Rifampicin), oder Arzneimittel gegen eine HIV/HCV-

Infektion (Proteaseinhibitoren und Nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-lnhibitoren (z.B.

Ritonavir, Nelfinavir, Boceprevir, Efavirenz) oder Johanniskraut-Präparate (Hypericum perforatum)

gegen Depressionen einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel oder

Grapefruitsaft einnehmen:

·Antipilzmittel, die Wirkstoffe wie z.B. ltraconazol, Voriconazol oder Fluconazol enthalten,

·Bestimmte Antibiotika (sogenannte Makrolide), die als Wirkstoff Clarithromycin oder Erythromycin

enthalten,

·Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen (mit den Wirkstoffen

Diltiazem oder Verapamil),

·Arzneimittel, welche zur Behandlung von HIV-Infektionen eingesetzt werden (Cobicistat).

Wirkung von Mirena auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Es sind bisher jedoch keine Auswirkungen auf

die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen festgestellt worden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Mirena während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Schwangerschaft

Mirena darf während einer Schwangerschaft oder bei Verdacht auf eine Schwangerschaft nicht eingelegt

werden. Vor dem Einlegen muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein. Während der Anwendung

von Mirena kommt es in seltenen Fällen zu einer Schwangerschaft.

Tritt die Periode nach dem Einlegen von Mirena nicht mehr ein, ist eine Schwangerschaft

auszuschliessen. Haben Sie während der Anwendung von Mirena Ihre Periode und bleibt diese dann

plötzlich aus, muss eine Schwangerschaft ebenfalls ausgeschlossen werden. Das Ausbleiben der Periode

kann aber auch eine Folge der Hormonwirkung sein (siehe auch «Welche Nebenwirkungen kann Mirena

haben?»). Bei Unsicherheit kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, damit er bzw. sie über die

Notwendigkeit eines Schwangerschaftstests entscheiden kann. Typische Zeichen für eine

Schwangerschaft können zum Beispiel sein: Spannungsgefühl in den Brüsten, Müdigkeit, Übelkeit.

Sollten Sie unter der Anwendung von Mirena schwanger werden, so sollte Mirena so schnell wie

möglich entfernt werden, wobei damit allerdings ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko verbunden ist.

Verbleibt Mirena während der Schwangerschaft in der Gebärmutter, so besteht eine erhöhte Gefahr einer

Infektion und/oder einer Fehl- oder Frühgeburt.

Falls Sie während der Schwangerschaft grippeähnliche Symptome, Fieber, Schmerzen, Bauchkrämpfe,

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, vaginale Blutungen oder Scheidenausfluss bemerken, müssen Sie

sich unverzüglich bei Ihrem Arzt bzw. bei Ihrer Ärztin melden.

Eine Wirkung des Hormons auf das ungeborene Kind, insbesondere eine Vermännlichung, kann nicht

ausgeschlossen werden. Aufgrund der hohen empfängnisverhütenden Wirksamkeit gibt es zurzeit nur

sehr wenige klinische Erfahrungen zu ausgetragenen Schwangerschaften unter Mirena. Es gibt jedoch

keine Hinweise auf Geburtsdefekte, die mit einer Schwangerschaft unter Mirena in Verbindung stehen.

Stillzeit

Mirena kann in der Stillzeit angewendet werden. Zu beachten ist dabei das erhöhte Risiko von

Gebärmutterperforationen (siehe unter «Wann ist bei der Anwendung von Mirena Vorsicht

geboten?/Perforation»). Levonorgestrel geht in geringen Mengen in die Muttermilch über, Hinweise auf

nachteilige Wirkungen auf die Gesundheit des Kindes liegen bisher jedoch nicht vor. Beschaffenheit und

Menge der Muttermilch werden nicht beeinflusst.

Wie verwenden Sie Mirena?

Einlagedauer

Die Einlagedauer beträgt 6 Jahre falls Mirena zum Zweck der Empfängnisverhütung verwendet wird.

Mirena wirkt vom 1. Tag der Einlage an empfängnisverhütend.

5 Jahre beträgt die Einlagedauer wenn Mirena für die Behandlung übermässiger Menstruationsblutungen

oder als Schutz vor einem übermässigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut

(Endometriumshyperplasie) während einer Östrogen-Ersatztherapie in den Wechseljahren oder danach

verwendet wird.

Zeitpunkt der Einlage/des Ersetzens von Mirena

Mirena wird bei der erstmaligen Verwendung bei Frauen im fruchtbaren Alter innerhalb von sieben

Tagen nach Beginn der Menstruation eingesetzt. Nach einer Fehlgeburt im ersten Trimester kann Mirena

sofort eingesetzt werden. Bei einer regulären Entbindung sollte Mirena erst eingesetzt werden, wenn die

Gebärmutter sich komplett zurückgebildet hat (frühestens nach 6 Wochen; siehe dazu auch «Wann ist bei

der Anwendung von Mirena Vorsicht geboten?/Perforation»).

Mirena ist nicht die Verhütungsmethode der ersten Wahl für junge Frauen, die nie schwanger waren,

auch nicht für postmenopausale Frauen mit Gebärmutterschwund.

Mirena kann nach Ablauf einer fünfjährigen Einlagedauer an jedem beliebigen Zyklustag ersetzt werden.

Wird Mirena zum Schutz vor einem übermässigen Wachstum der Uterusschleimhaut während einer

Östrogen-Ersatztherapie angewendet, kann es jederzeit eingesetzt werden, falls bei Ihnen keine

Monatsblutungen mehr auftreten. Andernfalls wird es während der letzten Tage der Blutung eingesetzt.

Die Einlage von Mirena wird in folgenden Schritten vorgenommen:

·Sie werden gynäkologisch untersucht und Lage und Grösse Ihrer Gebärmutter werden festgestellt.

·Einführen eines Spekulums (gynäkologisches Instrument zur Offenhaltung der Scheide) in die Scheide.

Desinfektion der Scheide und des Gebärmutterhalses.

·Einführen eines dünnen, biegsamen Plastikrohres, welches Mirena enthält, in die Scheide und

anschliessend in die Gebärmutter. Dies kann unangenehm und evtl. mit leichten Schmerzen oder

Blutungen verbunden sein.

·Sicherstellen, dass Mirena am richtigen Ort in der Gebärmutter liegt.

·Entfernen des Plastikröhrchens, wobei Mirena in der Gebärmutter zurückbleibt.

·Kürzen der Kontrollfäden von Mirena.

Nach der Einlage von Mirena erhalten Sie möglicherweise von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin eine

Memocard als Erinnerung für das Datum der Einlage sowie des Wechsels bzw. der Entfernung. Bringen

Sie diese zu jedem geplanten Termin mit.

Selbstkontrolle

Prüfen Sie bitte nach jeder Periode oder, falls Sie keine Periode mehr haben, in regelmässigen Abständen

ob Sie die Kontrollfäden mit Ihren Fingern an ihrem Platz ertasten können oder ob Mirena vorgedrungen

ist. Ziehen Sie nicht an den Fäden, Sie könnten Mirena versehentlich herausziehen. Wenn Sie die Fäden

nicht mehr spüren, wenn Sie spüren, dass Mirena vorgedrungen ist, oder wenn Sie oder Ihr Partner

Schmerzen oder Unbehagen während des Geschlechtsverkehrs spüren, suchen Sie bitte Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin auf. Siehe dazu auch «Wann ist bei der Anwendung von Mirena Vorsicht

geboten?/Ausstossung».

Falls Sie Tampons verwenden, entfernen Sie diese bitte vorsichtig, um nicht unabsichtlich an den

Kontrollfäden zu ziehen.

Entfernung von Mirena

Mirena kann jederzeit durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin entfernt oder ersetzt werden. Wird Mirena

ersetzt, sind keine weiteren Massnahmen zur Empfängnisverhütung nötig. Nach der Entfernung von

Mirena kehren die Monatsblutungen zurück. Falls eine Schwangerschaft nicht erwünscht ist, sollte

Mirena nach dem siebten Tag des Monatszyklus nicht mehr entfernt werden. Ist dies nicht möglich,

müssen Sie mindestens sieben Tagen vor der Entfernung eine andere Methode zur Empfängnisverhütung

(Barriere-Methode, z.B. Kondome) anwenden. Weiter muss, um eine fortlaufende Empfängnisverhütung

zu gewährleisten, sofort nach der Entfernung von Mirena eine andere Kontrazeptionsmethode

angewendet werden.

Ist bei Ihnen unter der Anwendung von Mirena keine Monatsblutung mehr aufgetreten, sollten Sie eine

Barriere-Methode zur Empfängnisverhütung mindestens sieben Tagen vor der Entfernung und bis zum

Wiedereintritt der Menstruation anwenden.

Zusätzliche Informationen zu besonderen Patientengruppen:

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Mirena wurde an Frauen ab einem Alter von 18 Jahren untersucht.

Mirena darf Mädchen vor der ersten Regelblutung (Menarche) nicht eingesetzt werden.

Ältere Frauen (ab 65 Jahren)

Bei Frauen über 65 Jahren wurde Mirena bisher nicht untersucht.

Welche Nebenwirkungen kann Mirena haben?

Schwerwiegende Reaktionen sowie damit verbundene Symptome sind in der Rubrik «Wann ist bei der

Anwendung von Mirena Vorsicht geboten?» beschrieben.

Sehr häufig treten unterschiedliche Arten von Störungen bei der Menstruationsblutung auf.

Sehr häufig kommt es auch zu vergrösserten Eifollikeln; siehe dazu «Wann ist bei der Anwendung von

Mirena Vorsicht geboten?».

Nachstehend sind Nebenwirkungen aufgeführt, die bei Anwendung von Mirena auftreten können.

Sehr häufig (betrifft mehr als eine von 10 Anwenderinnen)

·Kopfschmerzen

·Bauch-/Unterleibsschmerzen

·Veränderte Menstruationsblutungen, einschliesslich verstärkter oder abgeschwächter Blutungen,

Schmierblutungen, Oligomenorrhoe (gelegentlich ausbleibende Blutungen), Amenorrhoe (vollständig

ausbleibende Blutungen)

·Vulvovaginitis (Entzündung der äusseren Geschlechtsorgane oder der Scheide)

·Scheidenausfluss

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwenderinnen)

·Depressive Verstimmung/Depression

·verringerter Geschlechtstrieb

·Migräne

·Übelkeit

·Akne

·vermehrte Behaarung am Körper und im Gesicht (Hirsutismus)

·Rückenschmerzen

·Unterbauchschmerzen

·Infektionen des oberen Genitaltrakts (z.B. Gebärmutterschleimhautentzündung)

·Eierstockzysten

·Schmerzen bei der Monatsblutung (Dysmenorrhoe)

·Spannungsgefühl/Schmerzen in den Brüsten

·Ausstossung von Mirena (komplett oder teilweise)

·Gewichtszunahme

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwenderinnen)

·Haarausfall

·Fettiges Haar

·Stimmungsschwankungen

·Flüssigkeitseinlagerungen

·Eindringen von Mirena in die Gebärmutterwand oder Durchstossen derselben; siehe dazu auch «Wann

ist bei der Anwendung von Mirena Vorsicht geboten?/Perforation»

Häufigkeit unbekannt

·Überempfindlichkeitsreaktionen (allergische Reaktion) einschliesslich Hautausschlag, Quaddelbildung

und Angioödem (plötzliche Schwellung z.B. von Augen, Mund, Rachen)

·Erhöhter Blutdruck

Seit Markteinführung von Mirena wurden Einzelfälle von Brustkrebs gemeldet.

Die folgenden möglichen Nebenwirkungen sind in Zusammenhang mit der Einlage oder dem Entfernen

von Mirena gemeldet worden:

Schmerzen, Blutungen, vasovagale Reaktion mit Schwindel oder Synkope (Ohnmacht). Bei Frauen mit

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Fachinformation

Mirena®

Bayer (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Levonorgestrelum.

Hilfsstoffe: Polydimethylsiloxan-Elastomer; Siliciumdioxid; T-Körper: Polyäthylen mit 20-24%

Bariumsulfat; Kontrollfäden: Polyäthylen mit Farbstoff: Eisenoxid (E172)

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Gestagen abgebendes Intrauterinsystem (IUS) mit 52 mg Levonorgestrel (initiale Abgaberate 20

μg/24 Std.)

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

·Intrauterine Kontrazeption

·Idiopathische Hypermenorrhoe

·Schutz vor Endometriumshyperplasie während einer Östrogen-Substitutionstherapie

Dosierung/Anwendung

Mirena sollte nur von Ärzten oder Ärztinnen eingelegt werden, die Erfahrung in der Einlage

Levonorgestrel-haltiger IUS haben und/oder ausreichend in der Einlagetechnik von Mirena instruiert

wurden.

Detaillierte Hinweise zur Einlage des IUS befinden sich in der Packung.

Gestaltet sich die Einlage schwierig und/oder ist sie mit starken Schmerzen und/oder Blutungen

verbunden, sollten, um eine Perforation auszuschliessen, direkt nach der Einlage eine ärztliche

Untersuchung und eine Sonographie durchgeführt werden.

Anwendung von Mirena bei Frauen im gebärfähigen Alter

Mirena muss innerhalb von 7 Tagen nach Beginn der Menstruation eingesetzt werden. Das

Auswechseln gegen ein neues Intrauterinsystem kann hingegen zu jedem Zeitpunkt während des

Monatszyklus vorgenommen werden. Eine Post-abortionem-Insertion (1. Trimenon) kann sofort

vorgenommen werden. Bei Aborten im 2. Trimenon sowie post partum muss mit der Einlage bis zur

kompletten Involution, d.h. mindestens 6 Wochen, gewartet werden. Dauert die Involution

wesentlich länger (wie dies z.B. nach einer Sectio caesarea möglich ist), sollte mit der Einlage bis 12

Wochen gewartet werden.

Mirena eignet sich nicht zur postkoitalen Kontrazeption.

Anwendung von Mirena bei postmenopausalen Patientinnen

Wird Mirena zur Endometriumsprotektion während einer Östrogen-Substitutionstherapie

angewendet, kann es bei Vorliegen einer Amenorrhoe jederzeit eingelegt werden; kommt es noch zu

Monatsblutungen, wird das IUS während der letzten Tage der Menstruation oder Abbruchblutung

eingesetzt.

Mirena kann sowohl mit oralen wie auch mit transdermalen Östrogen-Monopräparaten kombiniert

werden. Die Fachinformation des Östrogen-Präparates, das in Kombination mit Mirena verwendet

werden soll, muss vor der Einlage von Mirena beachtet werden.

Einlagedauer:

Das Intrauterinsystem ist spätestens am Ende des fünften Jahres zu entfernen. Wird die

Östrogensubstitutionstherapie vor Ablauf der 5 Jahre beendet, kann Mirena ebenfalls entfernt

werden.

Entfernen von Mirena:

Mirena kann mit Hilfe einer Pinzette durch leichtes Ziehen an den Fäden entfernt werden. Nach der

Entfernung kann sofort ein neues LNG-haltiges Intrauterinsystem eingesetzt werden. Falls die Fäden

nicht sichtbar sind und das Intrauterinsystem bei der Sonographie im Cavum uteri zu sehen ist, kann

dieses mit Hilfe einer schmalen Zange entfernt werden. Eventuell muss der Zervixkanal hierzu

dilatiert oder ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden.

Wird weiterhin eine Kontrazeption gewünscht, sollte, falls die Anwenderin regelmässige Blutungen

hat, die Entfernung von Mirena innerhalb der ersten 7 Tage nach Beginn der Menstruation erfolgen.

Bei Anwenderinnen ohne regelmässige Blutungen oder wenn Mirena zu einem anderen Zeitpunkt im

Zyklus entfernt wird, besteht das Risiko einer Schwangerschaft, falls die Anwenderin in der Woche

vor der Entfernung Geschlechtsverkehr hatte. Um einen Konzeptionsschutz zu gewährleisten, muss

sofort nach der Entfernung ein neues LNG-haltiges IUS eingelegt oder eine andere

Kontrazeptionsmethode angewendet werden. Zur Frage des Anwendungsbeginns bei Umstellung auf

ein anderes hormonales Kontrazeptivum siehe Fachinformation des jeweiligen Präparates.

Nach der Entfernung von Mirena sollte überprüft werden, ob das System intakt ist. Bei

Entfernungen, die sich schwierig gestalteten, wurde vereinzelt berichtet, dass der Hormonzylinder

sich über die horizontalen Arme verschoben hatte, so dass die Arme im Zylinder eingeschlossen

waren. Diese Situation erfordert keine weiteren Massnahmen, so lange die Vollständigkeit des

Systems sichergestellt wurde. Die Köpfchen am Ende der horizontalen Arme verhindern

normalerweise, dass der Zylinder sich komplett vom T-Körper löst.

Spezielle Dosierungsanweisungen:

Kinder/Jugendliche:

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Mirena wurde an Frauen ab einem Alter von 18 Jahren

untersucht. Die Anwendung von Mirena ist bei Mädchen vor der Menarche nicht indiziert.

Bei Jugendlichen wird, falls Arzt und Anwenderin sich für die Anwendung eines IUS entscheiden

(siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), die gleiche Dosierung wie bei

Erwachsenen empfohlen. Für die Kontrazeption bei Jugendlichen stehen Levonorgestrel-Haltige IUS

mit geringerer Grösse zur Verfügung (Wirkstoffgehalt 19.5 mg bzw. 13.5 mg).

Ältere Patientinnen:

Mirena wurde bei Frauen >65 Jahre nicht untersucht.

Niereninsuffizienz:

Mirena wurde bei Frauen mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht untersucht. Es sind daher keine

Dosierungsempfehlungen möglich.

Leberinsuffizienz:

Mirena wurde bei Frauen mit eingeschränkter Leberfunktion nicht untersucht. Mirena darf bei akuten

Lebererkrankungen oder Lebertumoren nicht angewendet werden (siehe «Kontraindikationen»).

Kontraindikationen

·angeborene oder erworbene Anomalien des Uterus (einschliesslich Endometriumpolypen) oder der

Zervix;

·akute entzündliche Erkrankungen des kleinen Beckens (Pelvic Inflammatory Disease, PID) oder

rezidivierende PID in der Anamnese;

·Zervizitis

·Infektionen des unteren Genitaltraktes;

·Post-partum-Endometritis;

·septischer Abort in den vergangenen 3 Monaten;

·Gestagen-abhängige Tumoren;

·Nachweis oder Verdacht auf maligne Erkrankungen des Corpus oder der Zervix uteri

(einschliesslich Zervixdysplasie);

·nicht abgeklärte Vaginalblutungen;

·akute Lebererkrankung oder Lebertumore;

·immunsuppressive Therapie sowie alle Bedingungen, die mit einer erhöhten Infektionsanfälligkeit

verbunden sind;

·Schwangerschaft;

·Überempfindlichkeit gegenüber Levonorgestrel oder einem der übrigen Bestandteile von Mirena;

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Mirena sollte nur unter strenger Indikationsstellung angewendet werden.

Vor der ersten Insertion von Mirena ist eine allgemeine und gynäkologische Untersuchung inklusive

Palpation der Mammae und Ausschluss einer Schwangerschaft sowie der übrigen Kontraindikationen

durchzuführen. Ein Zervixabstrich sollte durchgeführt werden, und eine Behandlung eventueller

Infektionen des Genitaltraktes muss abgeschlossen sein. Da es in den ersten Monaten unter der

Anwendung von Mirena häufig zu Blutungsunregelmässigkeiten und Schmierblutungen kommen

kann, sind vor der Einlage pathologische Veränderungen des Endometriums auszuschliessen.

Vor der Insertion ist die Anwenderin über Wirksamkeit, Risiken und Nebenwirkungen von Mirena

aufzuklären, insbesondere über das seltene Risiko einer Uterusperforation (siehe unten) sowie über

die Möglichkeit einer ektopischen Schwangerschaft im Falle eines Kontrazeptionsversagens. Die

Risiken und Vorteile einer intrauterinen Kontrazeption sollten abgewogen und mit der Anwenderin

besprochen werden.

Mirena ist für postmenopausale Frauen mit fortgeschrittener Uterusatrophie nicht die Methode der

ersten Wahl.

Vor der Insertion von Mirena müssen Position des Uterus und Grösse des Cavum uteri bestimmt

werden. Die korrekte Positionierung von Mirena im Fundus ist wichtig, um eine einheitliche

Wirkung von Levonorgestrel auf das Endometrium zu bewirken, eine Ausstossung zu verhindern und

die Wirksamkeit zu optimieren. Deshalb sollte die Anleitung zum Einsetzen genau befolgt werden.

Die Einlagetechnik für Mirena sollte sorgfältig geschult werden, da sie sich von jener der

Kupferspiralen unterscheidet.

Bei der Einlage und Entfernung können Schmerzen und Blutungen auftreten. Die Insertion kann eine

vasovagale Reaktion auslösen, z.B. Synkope oder bei Epileptikerinnen einen Anfall. Bei der Einlage

empfehlen sich deshalb besondere Vorsicht und evtl. entsprechende Vorbereitungen für das

Auftreten eines Anfalls.

Menstruationsähnliche Schmerzen nach der Insertion sind normal. Die Anwenderin soll aufgefordert

werden, sich bei starken Schmerzen sowie bei Schmerzen, die mehr als 3 Wochen nach der Insertion

andauern, an ihren Arzt bzw. ihre Ärztin zu wenden.

Die Anwenderin sollte ein bis drei Monate nach Insertion und anschliessend jährlich sowie im Falle

von Problemen erneut untersucht werden.

Die Anwenderin ist ferner anzuweisen, die Information für Patientinnen aufmerksam zu lesen, damit

eine Selbstkontrolle und das rechtzeitige Aufsuchen des Arztes bzw. der Ärztin gewährleistet sind.

Gründe für das Entfernen von Mirena:

Bei Auftreten einer der oben genannten Kontraindikationen oder einer der folgenden Erkrankungen

sollte Mirena entfernt werden:

·bestätigte oder vermutete Sexualhormon-abhängige Neoplasien (insbesondere Brustkrebs)

·schwere arterielle thromboembolische Erkrankungen wie z.B. Schlaganfall oder Myokardinfarkt

·tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie

·erstmaliges Auftreten oder Exacerbation migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt

starker Kopfschmerzen; fokale Migräne mit asymmetrischem Visusverlust,

·plötzliche Seh-, Hör-, Sprach- oder sonstige Wahrnehmungsstörungen sowie andere Symptome, die

auf eine zerebrale Ischämie hindeuten können,

·Ikterus

·stärkerer Blutdruckanstieg

Lagekontrolle:

Die Aufklärung und Unterweisung der Anwenderin zur Kontrolle der Rückholfäden durch

Selbstuntersuchung wird empfohlen. Die Rückholfäden können sich in den Uterus oder in den

Zervixkanal zurückgezogen haben und bei der nächsten Menstruation wieder auftauchen. Wenn die

Rückholfäden bei einer Kontrolluntersuchung nicht in der Vagina tastbar sind, sollte zunächst eine

Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Liegt keine Schwangerschaft vor, so lassen sich die Fäden

meist durch vorsichtiges Sondieren des Zervixkanals mit einem geeigneten Instrument lokalisieren.

Sind die Fäden nicht auffindbar, wurde das IUS möglicherweise ausgestossen oder hat die

Uteruswand penetriert.

Wenn der Verdacht besteht, dass sich das System nicht in der richtigen Lage befindet, muss dies z.B.

sonographisch kontrolliert werden. Falls dies nicht erfolgreich ist, kann eine Röntgenuntersuchung

zur Lokalisierung erfolgen. Der Kunststoffkörper des IUS ist mit Bariumsulfat versetzt und gibt

daher einen guten Kontrast.

Bei nicht korrekter Lage des IUS muss dieses entfernt und durch ein neues steriles IUS ersetzt

werden. Bei extrauteriner Lage ist eine chirurgische (im allgemeinen laparoskopische) Entfernung

erforderlich.

Perforation:

Eine Perforation oder Penetration des Uterus oder der Zervix kann durch ein IUS wie Mirena

verursacht werden, sie geschieht meist während der Einlage, wird allerdings möglicherweise erst

einige Zeit später erkannt. Dadurch kann die Wirkung von Mirena reduziert sein. In einem solchen

Fall ist Mirena unverzüglich zu entfernen und geeignete Massnahmen einzuleiten, um

Komplikationen der Perforation auszuschliessen.

Eine grosse, prospektive Post-Marketing-Studie zeigte, dass das Risiko einer Uterusperforation

insbesondere dann erhöht ist, wenn die Insertion postpartal oder während der Stillzeit erfolgt. Dabei

fand sich eine Risikoerhöhung bis 36 Wochen nach einer Entbindung.

Der Zeitabstand nach einer Entbindung und das Stillen stellten zwei unabhängige Risikofaktoren dar.

Bei stillenden Frauen betrug die Inzidenz von Perforationen 5.3 pro 1000 Insertionen. Bei nicht-

stillenden Frauen lag die Perforations-Inzidenz bis 36 Wochen postpartum bei 1.7 pro 1000

Insertionen. Diese Inzidenz war höher als bei Frauen die weder stillten noch innerhalb der vorigen 36

Wochen entbunden hatten (0.7 pro 1000 Insertionen).

Insgesamt lag die Inzidenz von Uterusperforationen unter Mirena in dieser Studie über einen

Beobachtungszeitraum von 1 Jahr bei 1.4 pro 1000 Insertionen (95%-KI 1.1-1.8) und unter Kupfer-

IUDs bei 1.1 pro 1000 Insertionen (95%-KI 0.7-1.6). Die überwiegende Mehrzahl der Perforationen

wurde dabei bereits innerhalb der ersten drei Monate nach Insertion diagnostiziert. Über einen

Beobachtungszeitraum von 5 Jahren lag (bei rund 39'000 Teilnehmmerinnen) die Inzidenz von

Perforationen insgesamt bei 2.0 (95%-KI: 1.6 – 2.5) pro 1000 Insertionen.

Das Risiko für Perforationen kann bei Frauen mit retrovertierter Uteruslage erhöht sein.

Vor der Entscheidung, Mirena anzuwenden, muss die Anwenderin über das Risiko einer

Uterusperforation aufgeklärt werden. Insbesondere sind Frauen während der Stillzeit bzw. bis 36

Wochen post partum darauf hinzuweisen, dass in dieser Zeit das Risiko für eine Perforation erhöht

ist.

Ausstossung:

Blutungen resp. eine Zunahme der Menstruationsblutung und Schmerzen können Hinweise auf eine

partielle oder totale Ausstossung sein. Eine partielle oder vollständige Ausstossung kann von der

Anwenderin unbemerkt auftreten und zu einer Verminderung oder zum Verlust des kontrazeptiven

Schutzes führen. Falls es zu einer partiellen Ausstossung kommt, ist Mirena zu entfernen. Nach

Ausschluss einer Schwangerschaft kann ein neues System eingesetzt werden.

Anwenderinnen, die Tampons verwenden, sollten darauf hingewiesen werden, diese vorsichtig zu

entfernen, um nicht unabsichtlich den Kontrollfaden zu ziehen.

Unterleibsinfektionen:

Über Fälle von Unterleibsinfektionen wurde bei Anwendung aller Formen intrauteriner

Kontrazeptiva berichtet. Unterleibsinfektionen können ernsthafte Folgen haben und die Fertilität

beeinträchtigen sowie das Risiko ektopischer Schwangerschaften erhöhen. Risikofaktoren für

Unterleibsinfektionen (z.B. Verkehr mit mehreren Sexualpartnern, sexuell übertragbare Infektionen,

PIDs in der Anamnese) sind daher gründlich zu evaluieren.

Der Inserter trägt dazu bei, Mirena während der Insertion vor einer Kontamination mit

Mikroorganismen zu schützen, und der Mirena-Inserter wurde auf eine Minimierung des

Infektionsrisikos ausgelegt. Bei Anwenderinnen von Intrauterinsystemen aus Kupfer ist die Rate an

Unterleibsinfektionen im ersten Monat nach der Insertion am höchsten und nimmt anschliessend

langsam ab. Einige Studien deuten darauf hin, dass die Rate an Unterleibsinfektionen bei

Anwenderinnen von Mirena niedriger ist als bei Kupfer-freisetzenden Intrauterinsystemen.

Falls bei der Anwenderin rezidivierende Endometritiden oder andere entzündliche Erkrankungen des

kleinen Beckens auftreten oder falls eine akute Infektion schwer verläuft oder nicht innerhalb

weniger Tage auf eine entsprechende Behandlung anspricht, muss Mirena entfernt werden. Selbst bei

nur geringfügigen Symptomen, die auf eine Infektion hinweisen, sind bakteriologische

Untersuchungen angezeigt und eine Überwachung empfohlen.

Nach Insertion eines Intrauterinsystems wie Mirena können, wie auch bei anderen gynäkologischen

oder chirurgischen Eingriffen, in sehr seltenen Fällen schwere Infektionen bis hin zur Sepsis

(einschliesslich Sepsis mit Streptokokken der Gruppe A) auftreten.

Ektopische Schwangerschaft:

Wenn Frauen nach Insertion von Mirena schwanger werden, ist das relative Risiko für eine

ektopische Schwangerschaft erhöht. Frauen, die während der Verwendung von Mirena schwanger

werden, sind deshalb im Hinblick auf eine ektopische Schwangerschaft zu untersuchen. Die

Anwenderin ist auf die möglichen Symptome einer Extrauteringravidität (Auftreten heftiger

Schmerzen im unteren Abdomen, insbesondere im Zusammenhang mit einem Ausbleiben der

Menstruation bzw. beim Auftreten einer Blutung nach vorheriger Amenorrhoe) hinzuweisen und zu

informieren, dass sie bei derartigen Symptomen umgehend einen Gynäkologen konsultieren sollten.

Dies gilt in besonderem Masse für Anwenderinnen mit einer ektopischen Schwangerschaft in der

Anamnese sowie bei Patientinnen nach Eileiteroperationen oder entzündlichen Erkrankungen des

kleinen Beckens. Diese Anwenderinnen sind auf ein erhöhtes Risiko und die Symptome einer

Extrauteringravidität ausdrücklich hinzuweisen, und andere kontrazeptive Methoden sollten erwogen

werden.

In den klinischen Studien lag die Rate extrauteriner Schwangerschaften unter Mirena bei ca. 0.1%

pro Jahr. Die Absolutzahl ektopischer Schwangerschaften ist unter Mirena aufgrund der höheren

kontrazeptiven Wirksamkeit niedriger als unter Kupfer-Intrauterinsystemen. In der oben (unter

«Perforation») zitierten Post-Marketing-Studie war der Anteil an ektopischen Schwangerschaften an

sämtlichen trotz Kontrazeption eingetretenen Schwangerschaften unter Mirena jedoch höher als unter

den Kupfer-haltigen IUD's.

Blutungsmuster:

Bei Frauen, die Mirena anwenden, können unterschiedliche Arten von Menstruationsstörungen

auftreten (häufigere, verlängerte, verkürzte oder verstärkte Blutungen, Zwischen- und

Schmierblutungen, Oligomenorrhoe, Amenorrhoe, Dysmenorrhoe). Bei einigen Frauen im

gebärfähigen Alter kann es im Rahmen der Inaktivierung der Endometriumsproliferation während

der ersten Monate nach der Insertion von Mirena zu einer Zunahme von Schmierblutungen kommen.

Im weiteren Verlauf führt die Unterdrückung der Endometriumsproliferation zu einer Reduktion der

Blutungsdauer und -menge. 20% der Anwenderinnen haben im ersten Monat verlängerte Blutungen

(mehr als 8 Tage), die nach 3 Monaten noch bei 3% bestehen.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter entwickelt sich über die Zeit eine Oligo- und/oder Amenorrhoe

(bei 57% bzw. bei 16% der Frauen bis zum Ende des ersten Anwendungsjahres). Falls 6 Wochen

nach Insertion des IUS die Menstruation nicht eingetreten ist, ist ein Schwangerschaftstest

durchzuführen. Die Möglichkeit einer Schwangerschaft sollte auch dann in Betracht gezogen

werden, wenn bei vorhandenen Menstruationszyklen die Menstruation nicht innerhalb von 6 Wochen

nach der vorhergehenden eintritt. Ein wiederholter Schwangerschaftstest bei Vorliegen einer

Amenorrhoe ist hingegen in der Regel nicht nötig, es sei denn, es liegen sonstige Anzeichen für eine

Schwangerschaft vor.

Bei Frauen, die Mirena während der Stillzeit angewendet haben, wurden in seltenen Fällen uterine

Blutungen beobachtet.

Bei der Anwendung von Mirena in Kombination mit einer Östrogen-Substitutionstherapie kann es in

der Peri- und Postmenopause in den ersten Monaten der Behandlung zu Schmierblutungen und

unregelmässigen Blutungen kommen. Bereits während des ersten Jahres werden die Blutungen und

Schmierblutungen schwächer, und bei etwa 40% der Patientinnen treten sie nach 12 Monaten gar

nicht mehr auf.

Blutungsunregelmässigkeiten waren in der Perimenopause häufiger als bei postmenopausalen

Frauen.

Wurde Mirena schon zu einem früheren Zeitpunkt zur Kontrazeption eingelegt und kommt es nach

Beginn einer zusätzlichen Östrogen-Substitutionstherapie zu Blutungsunregelmässigkeiten, müssen

pathologische Zustände des Endometriums ausgeschlossen werden.

Auch bei Auftreten von Blutungsunregelmässigkeiten nach längerer Behandlungsdauer müssen

geeignete diagnostische Massnahmen zum Ausschluss organischer Veränderungen (z.B.

Endometriumspolypen, Endometriumshyperplasie, Endometriumskarzinom) ergriffen werden.

Thromboembolische Ereignisse:

Epidemiologische Studien zeigen ein erhöhtes Risiko venöser und arterieller thromboembolischer

Erkrankungen (wie z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Myokardinfarkt oder Apoplexie) bei

der Anwendung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (CHC). Gemäss neuester Daten ist hingegen

das Risiko unter Gestagen-Monopräparaten (wie Mirena) vermutlich nicht erhöht. Trotzdem sollten

bei Auftreten möglicher Symptome thromboembolischer Ereignisse entsprechende diagnostische und

therapeutische Massnahmen eingeleitet werden.

Auch unter einer Östrogen-Substitutionstherapie ist das Risiko für arterielle und venöse

thromboembolische Ereignisse erhöht.

Im Falle einer bestätigten Thrombose sollten die Entfernung von Mirena und geeignete alternative,

nichthormonale Kontrazeptionsmethoden in Betracht gezogen werden. Bei Patientinnen, welche

Mirena zur Prophylaxe einer Endometriumshyperplasie während einer Östrogen-

Substitutionstherapie anwenden, muss im Falle des Verdachts auf ein thromboembolisches Ereignis

insbesondere auch das Östrogenpräparat abgesetzt werden.

Erste Anzeichen venöser thromboembolischer Ereignisse können sein:

starke Schmerzen oder Schwellung in einem Bein, ungewohnt stechende Schmerzen unklarer

Ursache beim Atmen oder Husten, Kurzatmigkeit, Schmerz oder Engegefühl in der Brust.

Erste Anzeichen arterieller thromboembolischer Ereignisse können sein:

plötzliche starke Schmerzen in der Brust, eventuell mit Ausstrahlung in den linken Arm, plötzliche

Atemnot, extremes Schwächegefühl, erstmaliges Auftreten einer Migräne oder jegliche

ungewöhnliche, schwere und anhaltende Kopfschmerzen; plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des

Gesichtes, eines Armes oder Beines, vor allem einer Körperhälfte; motorische Störungen, plötzlicher

teilweiser oder vollständiger Visusverlust; Diplopie; unartikulierte Sprache oder Aphasie; Schwindel;

Bewusstseinsverlust mit oder ohne fokale Krampfanfälle; deutlicher Blutdruckanstieg.

Bei der Nutzen-Risiko-Abwägung bezüglich vaskulärer Risiken sollte beachtet werden, dass durch

angemessene Behandlung bestehender Krankheiten das damit verbundene Thromboserisiko

verringert werden kann und dass eine Schwangerschaft im Vergleich zur Anwendung von Mirena ein

höheres Risiko birgt.

Mammakarzinom:

Das Risiko für Mammakarzinome steigt mit dem Alter. Während der Anwendung kombinierter

hormonaler Kontrazeptiva (CHC) ist das Risiko der Diagnose eines Mammakarzinoms leicht erhöht.

Nach Absetzen der CHC nimmt das erhöhte Risiko kontinuierlich innerhalb von 10 Jahren ab. Es

hängt nicht von der Dauer der Anwendung ab, sondern vom Alter der Anwenderin. Für Gestagen-

Monopräparate wie Mirena ist die verfügbare Datenlage zu gering, um diesbezügliche Berechnungen

zu erstellen. Es liegen widersprüchliche Befunde vor, ob auch solche Präparate das Risiko für ein

Mammakarzinom erhöhen können. Die bisher vorliegenden Daten zur Anwendung von Mirena bei

Frauen im gebärfähigen Alter ergaben keine Hinweise für eine relevante Risikoerhöhung.

Für postmenopausale Frauen, d.h. die Anwendung von Mirena in der Indikation «Schutz vor

Endometriumshyperplasie während einer Östrogen-Substitution», liegen hingegen keine

ausreichenden Daten vor. Nach der Marktzulassung von Mirena wurden in dieser Indikation

Einzelfälle von Mammakarzinomen gemeldet.

Lebererkrankungen:

In seltenen Fällen wurden nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie Mirena enthält, über

gutartige, noch seltener über bösartige Lebertumore berichtet, die vereinzelt zu lebensgefährlichen

intraabdominalen Blutungen geführt haben. Wenn starke Oberbauchschmerzen, eine

Lebervergrösserung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor

in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden.

Bei Ikterus sowie bei Lebervergrösserung mit Verdacht auf Entwicklung von Lebertumoren ist

Mirena zu entfernen.

Funktionelle Ovarialzysten:

In den Fällen, in denen es nach Einlage von Mirena weiterhin zu einer Follikelreifung kommt, kann

es gelegentlich zu einer verzögerten Follikelatresie und damit zu einer weiteren Grössenzunahme des

entsprechenden Follikels kommen. Solche vergrösserten Follikel sind klinisch nicht von

Ovarialzysten zu unterscheiden. Vergrösserte Follikel können bei etwa 7% der Anwenderinnen unter

der Anwendung von Mirena beobachtet werden. Diese Follikel sind meistens asymptomatisch,

können aber auch Unterleibsschmerzen oder eine Dyspareunie verursachen. In den meisten Fällen

sind solche vergrösserten Follikel klinisch nicht relevant und bilden sich im Lauf von 2 - 3 Monaten

zurück. Sollte dies nicht der Fall sein, sind fortlaufende sonographische Kontrollen sowie

gegebenenfalls auch andere diagnostische oder therapeutische Massnahmen zu empfehlen. In

Einzelfällen kann eine chirurgische Intervention erforderlich sein.

In folgenden Fällen ist eine besondere Überwachung der Anwenderin geboten:

Herzklappenerkrankungen:

Eine Endokarditis-Prophylaxe ist bei Einlage und Entfernung des IUS gemäss den aktuellen

Richtlinien für die Endokarditis-Prophylaxe nicht notwendig. Bei Unklarheiten soll mit dem

behandelnden Kardiologen Rücksprache genommen werden.

Diabetes mellitus:

Levonorgestrel kann die Glukosetoleranz beeinträchtigen, daher sollte bei Diabetikerinnen der

Blutzuckerspiegel überwacht werden. Im Allgemeinen ist jedoch keine Dosisanpassung von

Antidiabetika erforderlich.

Es ist darauf hinzuweisen, dass Mirena keinen Schutz vor einer HIV-Infektion (AIDS) oder anderen

sexuell übertragbaren Krankheiten bietet.

Interaktionen

Um potentielle Interaktionen zu erkennen, sollte auch die Fachinformation der gleichzeitig

verabreichten Arzneimittel konsultiert werden.

Enzyminduktoren

Interaktionen zwischen hormonalen Kontrazeptiva und Arzneimitteln, die mikrosomale Enzyme

induzieren, können eine erhöhte Clearance der Sexualhormone verursachen. Dies gilt z.B. für

Barbiturate, Carbamazepin, Felbamat, Oxcarbazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin und

Topiramat sowie für Arzneimittel, welche Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten. Der

Einfluss dieser Arzneimittel auf die Wirksamkeit von Mirena ist nicht bekannt, aufgrund der

hauptsächlich lokalen Wirkung von Mirena jedoch vermutlich klinisch nicht relevant.

Substanzen mit enzyminduzierender und/oder –inhibierender Wirkung:

Darüber hinaus ist bekannt, dass verschiedene Inhibitoren der HIV/HCV-Protease (z.B. Ritonavir,

Nelfinavir, Boceprevir) und der Nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase (z.B. Efavirenz) zu

einer Erniedrigung oder einer Erhöhung der Plasmakonzentrationen von Gestagenen führen können.

Enzyminhibitoren

Starke und moderate CYP3A4-Inhibitoren wie Azol-Antimykotika (z.B. Itraconazol, Voriconazol,

Fluconazol), Makrolid-Antibiotika (z.B. Clarithromycin, Erythromycin), Cobicistat, Diltiazem,

Verapamil und Grapefruitsaft können die Plasmaspiegel von Gestagenen erhöhen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Anwendung von Mirena ist während einer Schwangerschaft kontraindiziert. Vor Beginn der

Anwendung ist eine Schwangerschaft auszuschliessen. Wenn bei eingesetztem IUS sechs Wochen

nach der letzten Periode die Menstruation ausbleibt, muss eine Schwangerschaft ebenfalls

ausgeschlossen werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Im Falle einer Schwangerschaft unter der Anwendung von Mirena sollte das IUS entfernt werden.

Die Entfernung von Mirena sowie eine Sondierung des Uterus können allerdings zu einem

Spontanabort führen. Jeglicher Versuch einer Entfernung bedingt eine vorherige sonographische

Lokalisierung des IUS. Ein hochliegendes intracavitäres System dürfte ein geringeres Risiko für

einen Infekt oder Abort bedeuten, seine Entfernung jedoch mit grosser Wahrscheinlichkeit einen

Abort induzieren. Eine ektopische Schwangerschaft ist auszuschliessen.

Wird die Schwangerschaft fortgesetzt und das IUS in situ belassen, besteht ein erhöhtes Risiko für

Spontanaborte, Frühgeburten und septische Komplikationen. In einem solchen Fall muss die

Anwenderin daher über dieses Risiko aufgeklärt und engmaschig sonographisch und infektiologisch

überwacht werden. Sie ist ausserdem darauf hinzuweisen, alle abnormen Symptome wie

grippeähnliche Zustände, Fieber, Schmerzen, Abdominalkrämpfe, Dyspareunie, Blutungen oder

Fluor vaginalis umgehend ihrem Arzt mitzuteilen, damit im Falle septischer Komplikationen eine

sofortige Intervention gewährleistet ist.

Zum Gesundheitszustand von Kindern nach Schwangerschaften, welche während einer Behandlung

mit Mirena eintraten, liegen nur limitierte Daten vor (<200 Schwangerschaften). Die Anwenderin

sollte jedoch darüber informiert werden, dass gemäss aktuellem Stand des Wissens keine Hinweise

auf Geburtsdefekte vorliegen, die mit dem Gebrauch eines Gestagen-abgebenden IUS, das in situ

belassen wurde, in Verbindung gebracht werden.

Aufgrund der lokalen Hormonexposition infolge der intrauterinen Levonorgestrel-Applikation ist

eine Virilisierung des Foeten nicht auszuschliessen.

Stillzeit:

Ca. 0.1% der Levonorgestreldosis werden vom Säugling während des Stillens aufgenommen. Da

unter der Anwendung von Mirena nur geringe Levonorgestrel-Mengen systemisch verfügbar werden,

sind jedoch keine schädigenden Auswirkungen auf den Säugling zu erwarten. Mirena scheint keinen

negativen Einfluss auf die Qualität und Quantität der Muttermilch zu haben. Mirena kann deshalb

während der Stillzeit angewendet werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Bei Insertion während der Stillzeit muss jedoch das in dieser Zeit (bzw. generell während der ersten

Monate post partum) erhöhte Risiko für Uterusperforationen beachtet werden (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Entsprechende Studien wurden nicht durchgeführt. Auswirkungen Gestagen-haltiger IUS auf die

Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen sind jedoch bisher nicht bekannt.

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von

Mirena oder anderen hormonalen Kontrazeptiva sind in der Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe dort). Auch zu den möglichen Auswirkungen von Mirena

auf das Blutungsverhalten wird auf die Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

verwiesen.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen, welche unter Mirena beobachtet wurden, waren

Blutungsstörungen und benigne Ovarialzysten.

Die Angaben zur Sicherheit beruhen auf klinischen Studien in den Indikationen Kontrazeption und

idiopathische Hypermenorrhoe an insgesamt 5091 Frauen, welche über 12101 Frauenjahre

beobachtet wurden. Darüber hinaus liegen Daten aus klinischen Studien in der Indikation «Schutz

vor Endometriumshyperplasie während einer Östrogen-Substitutionstherapie» von weiteren 514

Frauen (bzw. 1219 Frauenjahren) vor.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen, welche in klinischen Studien und während der

Marktüberwachung unter Mirena beobachtet wurden, nach Organsystem und Häufigkeit aufgeführt.

Die Häufigkeiten sind dabei definiert als:

sehr häufig (≥1/10),

häufig (≥1/100, <1/10),

gelegentlich (≥1/1'000, <1/100),

selten (≥1/10'000, <1/1'000) und

nicht bekannt (beruhend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue

Häufigkeit kann daher nicht abgeschätzt werden).

Infektionen:

Sehr häufig: Vulvovaginitis (10,5%).

Häufig: Infektionen des oberen Genitaltrakts (z.B. Endometritis).

Immunsystem:

Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Rash, Urtikaria und Angioödem).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Häufig: Gewichtszunahme.

Psychiatrische Störungen:

Häufig: depressive Verstimmungen/Depression, verringerte Libido.

Gelegentlich: Stimmungsschwankungen.

Nervensystem:

Sehr häufig: Kopfschmerzen (15,3%).

Häufig: Migräne.

Herz/Kreislauf:

Nicht bekannt: Blutdruckerhöhung.

Gastrointestinale Störungen:

Sehr häufig: Abdominalschmerzen (21,0%).

Häufig: Übelkeit.

Haut:

Häufig: Akne, Hirsutismus.

Gelegentlich: Alopezie, fettiges Haar.

Muskelskelettsystem:

Häufig: Rückenschmerzen.

Reproduktionssystem und Brust:

Sehr häufig: Schmierblutungen (32%), abgeschwächte Menstruationsblutungen (23%), Amenorrhoe

(18%), Fluor vaginalis (15%), verstärkte Menstruationsblutungen (12%), Oligomenorrhoe (10%).

Häufig: Ovarialzysten, Dysmenorrhoe, Brustspannen, Mastalgie, Ausstossung des IUS (partiell oder

komplett), Unterbauchschmerzen.

Gelegentlich: Uterusperforation (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei Frauen, die unter der Anwendung von Mirena schwanger werden, ist das Risiko für eine

ektopische Schwangerschaft erhöht.

Allgemeine Störungen:

Gelegentlich: Ödeme.

Während Insertion und Entfernen wurden folgende unerwünschte Wirkungen beobachtet:

Schmerzen, Blutungen, vasovagale Reaktion mit Schwindel oder Synkope. Bei Epileptikerinnen

kann es zu Krampfanfällen kommen.

Überdosierung

Nicht zutreffend.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G02BA03

Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik:

Das Gestagen abgebende Intrauterinsystem (IUS) Mirena besteht aus einem annähernd T-förmigen

Polyäthylenkörper mit einem weiss- bzw. blassgelben Hormon-freisetzenden Zylinderreservoir.

Dieses Reservoir umhüllt mantelartig den vertikalen Schenkel des IUS und enthält 52 mg

Levonorgestrel, welches mittels einer regulierenden Membran aus Polydimethylsiloxan

kontinuierlich abgegeben wird.

Der weisse T-Körper besitzt am vertikalen Schenkel eine Schlaufe und zwei horizontale Arme am

anderen Ende. An der Schlaufe befinden sich braune Rückholfäden.

Das gestagenhaltige Zylinderreservoir ist 19 mm lang, die Gesamtlänge des IUS beträgt 32 mm.

Levonorgestrel ist ein Gestagen mit antiöstrogener Wirkung. Mittels des Intrauterinsystems Mirena

wird es direkt in das Cavum uteri appliziert. Diese Applikationsart erlaubt eine niedrige tägliche

Dosis, da das Hormon direkt am Zielorgan freigesetzt wird.

Der kontrazeptive und therapeutische Effekt von Mirena beruht auf der lokalen intrauterinen

Wirkung des Levonorgestrels, indem:

·die Proliferation des Endometriums reversibel supprimiert wird,

·und es zu einer Zunahme der Viskosität des Zervixsekrets kommt.

Morphologische Veränderungen des Endometriums und eine geringe Fremdkörperreaktion des

Endometriums scheinen ebenfalls vorzuliegen. Die Viskositätszunahme des Zervixschleims inhibiert

die Spermienpassage durch den Zervixkanal. Das lokale Milieu des Uterus und der Tuben

beeinträchtigt die Motilität der Spermien und ihre Funktion, so dass eine Befruchtung verhindert

wird.

Bei einigen Frauen lässt sich zusätzlich eine Anovulation bzw. eine beeinträchtigte Follikelreifung

nachweisen.

Klinische Wirksamkeit:

Kontrazeption

Mirena ist während fünf Jahren kontrazeptiv wirksam. Die kontrazeptive Wirkung von Mirena wurde

in 5 grossen klinischen Studien an insgesamt 3'330 Mirena Anwenderinnen untersucht. Die Daten

dieser Studien ergaben einen Pearl Index von ca. 0,2% im ersten Jahr und einen kumulativen Pearl

Index nach 5 Jahren von ca. 0,7%. Die Versagerquote enthält auch Schwangerschaften, die infolge

einer nicht erkannten Ausstossung des IUS oder einer Perforation eingetreten sind. Eine ähnliche

kontrazeptive Wirksamkeit wurde in einer grossen Anwendungsbeobachtung mit mehr als 17'000

Mirena-Anwenderinnen gefunden.

Die Rate ektopischer Schwangerschaften liegt mit 0.1% pro Jahr niedriger als für Kupfer-

Intrauterinsysteme. Sie ist auch signifikant tiefer als die geschätzte Rate von 0,3-0,5 pro 100

Frauenjahre, geschätzt bei Frauen, die keine kontrazeptiven Massnahmen anwenden.

Die Fertilität ist nach Entfernung von Mirena nicht beeinträchtigt; die Schwangerschaftsrate

entsprach jener bei Frauen ohne Empfängnisschutz. Etwa 80% der Frauen mit Kinderwunsch wurden

innerhalb von 12 Monaten nach Entfernung von Mirena schwanger.

Das Blutungsmuster unter Mirena ist das Resultat der direkten Einwirkung des Levonorgestrels auf

das Endometrium und gibt nicht den ovarialen Zyklus wieder. Die Art des Blutungsmusters zeigte

ausserdem in den klinischen Studien keinen klaren Zusammenhang mit Follikelreifung, Ovulation

oder Steroidhormon-Produktion.

Im Rahmen der Inaktivierung der Endometriumsproliferation kann es bei Frauen im gebärfahigen

Alter in den ersten Monaten nach der Insertion von Mirena zu verlängerten Blutungen und einer

Zunahme von Schmierblutungen kommen. Die Unterdrückung der Endometriumsproliferation führt

im weiteren Verlauf zu einer Reduktion der Blutungsdauer und -menge. Bei einigen Frauen kommt

es zu einer Oligo- oder Amenorrhoe. Die Ovarialfunktion ist normal, und natürliche Estradiolspiegel

werden aufrechterhalten, selbst wenn es zu einer Amenorrhoe kommt.

Idiopathische Hypermenorrhoe

Bei Behandlung der Hypermenorrhoe führt das IUS bereits nach 3 Monaten zu einer ausgeprägten

Reduktion des menstruellen Blutflusses. Bei einigen Frauen kommt es sogar zu einer Amenorrhoe.

Die Verminderung des Blutverlustes führt zu einem Anstieg des Hämoglobingehaltes. Eine

Hypermenorrhoe, die durch submuköse Myome verursacht wird, spricht weniger gut auf die

Behandlung mit Mirena an.

Schutz vor Endometriumshyperplasie während einer Östrogen-Substitutionstherapie

Für die Wirksamkeit von Mirena bezüglich Prophylaxe einer Endometriumshyperplasie während

einer Östrogentherapie fanden sich keine Unterschiede zwischen oraler und transdermaler

Östrogenverabreichung. Die beobachtete Hyperplasie-Rate unter einer alleinigen Östrogentherapie

beträgt etwa 20%. In klinischen Studien an insgesamt 634 peri- und postmenopausalen

Anwenderinnen von Mirena wurde im Beobachtungszeitraum in der Gruppe der postmenopausalen

Frauen kein Fall einer Endometriumshyperplasie berichtet. In den Studien wurden die meisten

Frauen über einen Zeitraum von 5 Jahren behandelt.

Pharmakokinetik

Absorption

Levonorgestrel wird lokal im Cavum uteri freigesetzt. Die Freisetzung sofort nach der Insertion von

Mirena. Die geschätzte in-vivo-Abgaberate zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Insertion ist in

der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

Zeitpunkt

Geschätzte in-vivo-Abgaberate

Bei Insertion

20 µg/24 Std

1 Jahr nach Insertion

18 µg/24 Std

5 Jahre nach Insertion

10 µg/24 Std

Durchschnitt über 5 Jahre 15 µg/24 Std

Das aus dem IUS freigesetzte Levonorgestrel wird vom Endometrium absorbiert.

Eine Stunde nach Insertion des IUS ist Levonorgestrel im Serum nachweisbar. Die maximale

Serumkonzentration wird innerhalb von zwei Wochen nach der Insertion erreicht. Die Serumspiegel

weisen eine hohe inter individuelle Variabilität auf. An Tag 0-30 nach Insertion von Mirena betragen

die mittleren Serumkonzentrationen 128±47 pg/ml. Danach wurden bei Frauen im gebärfähigen

Alter mit einem Körpergewicht über 55 kg folgende Serumkonzentrationen bestimmt (angegeben ist

jeweils der Median sowie in Klammern die 25%- bis 75%-Perzentile):

Nach 6 Monaten: 206 pg/ml (151-264 pg/ml)

Nach 12 Monaten: 194 pg/ml (146-266 pg/ml)

Nach 60 Monaten: 131 pg/ml (113-161 pg/ml)

Die Serumspiegel im Steady-State sind damit deutlich niedriger als bei anderen etablierten

Anwendungen von Levonorgestrel, die systemischen Wirkungen des Gestagens sind daher minimal.

Körpergewicht und SHBG-Serumkonzentration beeinflussen die systemische Levonorgestrel-

Konzentration. Ein geringes Körpergewicht und/oder hohe SHBG-Konzentrationen führen zu einer

erhöhten Levonorgestrel-Konzentration. Bei Frauen im gebärfähigen Alter mit einem niedrigen

Körpergewicht (37 bis 55 kg) liegt die durchschnittliche Levonorgestrel-Konzentration um 35-50%

höher.

Bei postmenopausalen Anwenderinnen, die zusätzlich eine nicht-orale Östrogen-

Substitutionstherapie erhielten, wurden folgende Levonorgestrel-Konzentrationen im Serum

bestimmt (angegeben ist jeweils der Median sowie in Klammern die 25%- bis 75%-Perzentile):

Nach 12 Monaten: 257 pg/ml (186-326 pg/ml)

Nach 60 Monaten: 149 pg/ml (122-180 pg/ml)

Bei postmenopausalen Frauen, die zusätzlich eine orale Östrogen-Substitutionstherapie erhielten, war

der Median der Serum-Levonorgestrel-Konzentration nach 12 Monaten aufgrund der Induktion vom

sexualhormonbindenden Globulin (SHBG) auf 478 pg/ml (25%- bis 75%-Perzentile: 341-655 pg/ml)

erhöht.

Distribution

Etwa 64% des Levonorgestrels sind spezifisch an SHBG, ca. 35% unspezifisch an Albumin

gebunden; nur weniger als 2% der Gesamtkonzentration im Serum liegen als freies Steroid vor.

Dabei hängt die relative Verteilung von der SHBG-Konzentration im Serum ab. Nach Insertion von

Mirena nahm die SHBG-Konzentration innerhalb des ersten Monats um ca. 20-30% ab, blieb im

ersten Jahr relativ stabil und nahm danach leicht zu.

Das Verteilungsvolumen beträgt 106 Liter.

Etwa 0,1% der mütterlichen Dosis von Levonorgestrel kann in die Muttermilch übergehen.

Metabolismus

Levonorgestrel wird weitgehend in der Leber metabolisiert. Die wichtigsten metabolischen

Abbauwege sind die Reduktion der Δ4-3-oxo Gruppe und Hydroxilierungen an den Positionen 2α,

1β und 16β, gefolgt von Konjugation. CYP3A4 ist als Hauptenzym in den oxidativen Metabolismus

von Levonorgestrel involviert, allerdings scheint der oxidative Metabolismus nur eine untergeordnete

Rolle zu spielen im Vergleich zu Reduktion und Konjugation.

Die Metaboliten von Levonorgestrel haben nur schwache oder gar keine pharmakologische Aktivität.

Elimination

Die metabolische Clearance von Levonorgestrel im Serum beträgt ungefähr 1,0 ml/min/kg. Die

Metaboliten werden mit Stuhl und Urin im Verhältnis 1:1 ausgeschieden. Die

Eliminationshalbwertszeit beträgt ungefähr 1 Tag. Unverändertes Levonorgestrel wird nur in Spuren

ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Zur Pharmakokinetik bei Jugendlichen oder Anwenderinnen >65 Jahren sowie bei Frauen mit Leber-

oder Niereninsuffizienz liegen keine Daten vor.

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen mit Levonorgestrel zur Toxizität nach wiederholter Gabe, zur

Genotoxizität und zum karzinogenen Potential ergaben keine eindeutigen Hinweise auf besondere

Risiken für den Menschen.

Levonorgestrel ist ein Gestagen mit antiöstrogener Wirkung, dessen toxikologische Eigenschaften

gut bekannt sind. Zusätzlich zu dem bekannten Profil nach oraler Verabreichung von Levonorgestrel

wurden Studien über eine Beobachtungsdauer von 9 und 12 Monaten an Affen durchgeführt, denen

ein Levonorgestrel-freisetzendes IUS in den Uterus eingesetzt wurde. In diesen Studien bestätigte

sich eine gute lokale Verträglichkeit. Es wurden keine Anzeichen lokaler oder systemischer Toxizität

festgestellt.

Levonorgestrel kann nach hohen parenteralen Dosierungen virilisierende Wirkungen an weiblichen

Rattenfeten hervorrufen, wenn es während der sensiblen Phase der Entwicklung der Genitalorgane

verabreicht wird. Jedoch wurden nach intrauteriner Verabreichung von Levonorgestrel an trächtige

Kaninchen weder Teratogenität noch Anzeichen einer Virilisierung weiblicher Feten festgestellt.

Darüber hinaus gibt es keine Anzeichen für Embryotoxizität oder Teratogenität aus

reproduktionstoxikologischen Studien mit oraler Verabreichung von Levonorgestrel an Ratten oder

Kaninchen.

Die Sicherheitsbeurteilung der Elastomerkomponenten des Hormonreservoirs, der

Polyäthylenmaterialien des Präparates und der Kombination des Elastomers mit Levonorgestrel

wurde sowohl aufgrund der Bestimmung der genetischen Toxizität (Standard in vitro und in vivo

Systeme) als auch aufgrund von Biokompatibilitätsuntersuchungen (an Mäusen, Ratten,

Meerschweinchen, Kaninchen und in vitro Untersuchungen) vorgenommen. Dabei wurden keine

Bioinkompatibilitäten festgestellt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit:

Mirena darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit EXP bezeichneten Datum eingelegt werden. Nach

Insertion ist Mirena während 5 Jahren wirksam.

Besondere Lagerungshinweise:

Nicht über 30 °C vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung:

Für die Einlage von Mirena ist die «Anleitung zum Einsetzen» in der Packung zu beachten.

Mirena ist in einem Blister steril verpackt. Der Blister sollte erst unmittelbar vor der Einlage geöffnet

werden. Die weitere Anwendung sollte unter aseptischen Bedingungen erfolgen. Bei Beschädigung

der sterilen Verpackung sollte das IUS nicht verwendet werden.

Das IUS befindet sich an der Spitze eines Inserters und ist nach der Entnahme aus der sterilen

Packung im Wesentlichen frei von sichtbaren Verunreinigungen.

Jeder Anwenderin, der ein IUS eingelegt wurde, ist die Packungsbeilage «Information für

Patientinnen» zum aufmerksamen Lesen mitzugeben.

Nicht verwendetes Material und Abfälle sollten in Übereinstimmung mit den lokalen Richtlinien

entsorgt werden.

Zulassungsnummer

52996 (Swissmedic).

Packungen

Ein Gestagen abgebendes IUS in gebrauchsfertiger steriler Einzelverpackung. (B)

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

Stand der Information

März 2018.

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