Lamotrin-Mepha 25 mg Tabletten

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Tờ rơi thông tin Tờ rơi thông tin (PIL)

01-07-2020

Thành phần hoạt chất:
lamotriginum
Sẵn có từ:
Mepha Pharma AG
Mã ATC:
N03AX09
INN (Tên quốc tế):
lamotriginum
Dạng dược phẩm:
Tabletten
Thành phần:
lamotriginum 25 mg, calcium carbonas, sorbitolum 2.917 mg, cellulosum microcristallinum silicificatum, crospovidonum, maydis für amylum, Talkum, natrii stearylis fumaras, silica colloidalis anhydrica sind, saccharinum natricum Endwerte. Natrium 0.206 mg pro compresso.
Lớp học:
B
Nhóm trị liệu:
Synthetika
Khu trị liệu:
Antiepilepticum
Số ủy quyền:
57137
Ngày ủy quyền:
2005-07-14

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01-07-2020

Đặc tính sản phẩm Đặc tính sản phẩm - Tiếng Pháp

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01-07-2020

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Lamotrin-Mepha, Tabletten

Mepha Pharma AG

Was ist Lamotrin-Mepha und wann wird es angewendet?

Lamotrin-Mepha enthält den Wirkstoff Lamotrigin und wird auf Verschreibung des Arztes oder der

Ärztin zur Behandlung von folgenden Erkrankungen angewendet:

Epilepsie

Lamotrin-Mepha wird bei bestimmten Epilepsieformen allein oder in Kombination mit anderen

Epilepsiemitteln angewendet. Es unterdrückt die Anfälle ganz oder vermindert die Anfallshäufigkeit.

Bipolare Störung (psychische Erkrankung, bei welcher sich depressive und manische Phasen

abwechseln)

Lamotrin-Mepha wird bei Erwachsenen zur Vorbeugung von depressiven Phasen angewendet.

Wann darf Lamotrin-Mepha nicht eingenommen werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Lamotrigin oder einem der sonstigen

Bestandteile des Präparates sowie bei schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion.

Wann ist bei der Einnahme von Lamotrin-Mepha Vorsicht geboten?

Unter der Behandlung mit Lamotrin-Mepha kann es zu Hautreaktionen wie Hautausschlag kommen. Die

Hauterscheinungen treten meist innerhalb der ersten 8 Wochen auf. In seltenen Fällen können sie schwer

verlaufen. Hauterscheinungen können auch im Rahmen von Überempfindlichkeitsreaktionen wie Fieber,

Lymphknotenschwellung, Gesichtsschwellung, Störungen des Bluts, der Leber oder anderer Organe

auftreten. Wenn während der Therapie mit Lamotrin-Mepha, insbesondere in den ersten 8 Wochen nach

Therapiebeginn, ein Hautausschlag oder andere der genannten Reaktionen auftreten, ist der Arzt bzw.

die Ärztin unverzüglich aufzusuchen. Der Arzt bzw. die Ärztin wird entscheiden, ob die Therapie

weitergeführt werden kann. Informieren Sie auch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie früher bereits

einen Hautausschlag unter anderen antiepileptischen Arzneimitteln entwickelt haben oder wenn Sie

während einer früheren Einnahme von Lamotrin-Mepha an einer sogenannten aseptischen Meningitis

erkrankt sind (siehe auch «Welche Nebenwirkungen kann Lamotrin-Mepha haben?»).

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn sie am sogenannten Brugada-Syndrom leiden (einer

Erbkrankheit mit Auswirkungen auf das Herz).

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Lamotrigin behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich

selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Diese Ereignisse traten meist bei Patientinnen und

Patienten mit bipolaren Störungen auf, wurden aber auch bei Patientinnen und Patienten beobachtet, die

Lamotrigin zur Behandlung von Epilepsie erhielten. Sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt oder Ihrer

Ärztin oder suchen Sie ein nahegelegenes Spital auf, wenn Sie unter der Behandlung mit Lamotrin-

Mepha Gedanken der Selbstschädigung oder Selbsttötung haben. Eventuell kann es hilfreich sein, einem

Angehörigen, einer Pflegeperson oder einem guten Freund bzw. einer guten Freundin mitzuteilen, dass

bei Ihnen Depressionen oder starke Stimmungsschwankungen auftreten können, und ihnen diese

Packungsbeilage zum Durchlesen zu geben. Sie könnten diese Personen darum bitten, Ihnen mitzuteilen,

wenn sie an Ihnen besorgniserregende depressive oder sonstige Verhaltensänderungen bemerken.

Bei einer sehr geringen Anzahl mit Lamotrigin behandelter Patienten (weniger als 1 von 10'000) wurde

eine schwere Erkrankung des Immunsystems beobachtet, bei der die körpereigene Krankheitsabwehr

überaktiv ist (die sogenannte Hämophagozytotische Lymphohistiozytose). Diese Erkrankung kann

lebensbedrohlich sein und sich durch folgende Symptome bemerkbar machen: Fieber, Hautausschlag,

Geh- oder Sehstörungen, erstmals oder häufiger auftretende Anfälle, vergrösserte Leber und/oder Milz

mit Schmerzen und/oder Druckempfindlichkeit im Bereich oberhalb des Magens, Gelbfärbung der Haut

und/oder Augen, Drüsenschwellung im Hals-, Achsel- und/oder Leistenbereich, schnellere Blutungen

und/oder Blutergüsse, Blässe, Müdigkeit. In den meisten Fällen sind solche Beschwerden Ausdruck

weniger gravierender Nebenwirkungen, jedoch müssen Sie wissen, dass es sich auch um Anzeichen

einer Erkrankung handeln kann, die bei nicht rechtzeitiger Erkennung schwerwiegend sein kann.

Wenden Sie sich umgehend an einen Arzt, wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt.

Wenn Sie hormonale Empfängnisverhütungsmittel (z.B. «Pille») und gleichzeitig Lamotrin-Mepha

anwenden, können Zyklusveränderungen (z.B. Durchbruchblutungen) auftreten. Sollten Sie solche

Veränderungen beobachten, ist der Arzt bzw. die Ärztin unverzüglich zu benachrichtigen, da eine

verminderte schwangerschaftsverhütende Wirksamkeit unter Einnahme von Lamotrin-Mepha nicht mit

Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Ferner können hormonale Empfängnisverhütungsmittel die Wirkung von Lamotrin-Mepha beeinflussen.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie solche anwenden, denn möglicherweise muss in

diesem Fall die Dosis von Lamotrin-Mepha angepasst werden (siehe auch «Wie verwenden Sie

Lamotrin-Mepha?»).

Wechselwirkungen zwischen weiteren Arzneimitteln und Lamotrin-Mepha

Weitere Arzneimittel wie Antiepileptika (Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon, Valproat),

Rifampicin zur Behandlung von Tuberkulose und anderen Infektionen oder Arzneimittel zur

Behandlung von HIV/AIDS können die Wirkung von Lamotrin-Mepha vermindern oder verstärken. Bei

gleichzeitiger Anwendung von Lamotrin-Mepha und Risperidon, einem Arzneimittel zur Behandlung

von psychischen Erkrankungen, kann es vermehrt zu Schläfrigkeit kommen. Teilen Sie Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin mit, wenn Sie die genannten Arzneimittel anwenden, denn möglicherweise muss in diesem

Fall die Dosis von Lamotrin-Mepha angepasst werden (siehe auch «Wie verwenden Sie Lamotrin-

Mepha?»).

Lamotrin-Mepha kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen

und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Bevor Sie ein Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen, sollte

die individuelle Reaktion auf Lamotrin-Mepha abgewartet und die Situation mit dem Arzt bzw. der

Ärztin besprochen werden.

Lamotrin-Mepha enthält max. 23 mg Sorbitol pro Tablette.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Lamotrin-Mepha während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet

werden?

Bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft Antiepileptika einnehmen, ist das Risiko einer

angeborenen Fehlbildung erhöht.

Lamotrin-Mepha darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, ausser wenn dies vom

Arzt bzw. von der Ärztin ausdrücklich verordnet wurde.

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, wenden Sie sich baldmöglichst an Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin. Diese werden über die weitere Behandlung während der Schwangerschaft entscheiden.

Lamotrigin wird in die Muttermilch ausgeschieden. Daher ist das Stillen während einer Therapie mit

Lamotrin-Mepha nicht zu empfehlen.

Wie verwenden Sie Lamotrin-Mepha?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird für jeden Patienten bzw. jede Patientin die Dosis festlegen. Sie hängt ab

von der zu behandelnden Erkrankung und der gleichzeitigen Anwendung von anderen Arzneimitteln

(z.B. andere Antiepileptika, hormonale Empfängnisverhütungsmittel). Zu Beginn der Therapie wird mit

einer niedrigen Dosis begonnen, dann wird sie langsam bis zur optimalen Wirkung und Verträglichkeit

gesteigert. Um Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden, ist die langsame Dosissteigerung unbedingt

einzuhalten. Wenn im Laufe der Behandlung andere Arzneimittel hinzukommen oder abgesetzt werden,

muss die Dosis von Lamotrin-Mepha eventuell angepasst werden, das wird der behandelnde Arzt bzw.

die behandelnde Ärztin entscheiden.

Wiederaufnahme der Behandlung:

Wenden Sie sich vor der Wiederaufnahme der Behandlung mit Lamotrin-Mepha an Ihren Arzt oder Ihre

Ärztin, auch wenn Sie nur wenige Tage mit der Einnahme ausgesetzt haben.

Je nach Dosis wird Lamotrin-Mepha einmal oder zweimal täglich eingenommen. Der Arzt bzw. die

Ärztin wird Sie darüber informieren. Die Tabletten können entweder zerkaut oder in einer kleinen

Menge Wasser (Wasser sollte mindestens die Tablette decken) suspendiert oder mit ein wenig

Flüssigkeit ganz geschluckt werden. Sie können mit oder ohne Nahrungsmittel eingenommen werden.

Die 5 mg Tabletten haben eine Bruchrille und sind teilbar.

Lamotrin-Mepha soll in der Regel nicht plötzlich abgesetzt werden, da dadurch ein epileptischer Anfall

ausgelöst werden könnte. Wenn die Behandlung mit Lamotrin-Mepha beendet werden soll, wird der

Arzt bzw. die Ärztin die Dosis von Lamotrin-Mepha allmählich reduzieren, bevor die Einnahme ganz

gestoppt wird. Falls medizinisch notwendig (z.B. im Falle einer Hautreaktion), wird der Arzt bzw. die

Ärztin entscheiden, ob das Arzneimittel sofort abzusetzen ist.

Wenn Kinder (ab 2 Jahren) Lamotrin-Mepha zur Behandlung einer Epilepsie erhalten, wird die Dosis

entsprechend dem Körpergewicht festgelegt. Lamotrin-Mepha darf nicht zur Behandlung von bipolaren

Störungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden.

Bei Patienten bzw. Patientinnen mit einer mässigen oder schweren Beeinträchtigung der Leberfunktion

wird die Dosis von Lamotrin-Mepha reduziert.

Wenn Sie Lamotrin-Mepha zur Vorbeugung von bipolaren Störungen anwenden, tritt die volle Wirkung

unter Umständen erst nach einigen Wochen ein.

Lamotrin-Mepha Tabletten gibt es in Stärken von 5 mg, 25 mg, 50 mg, 100 mg und 200 mg. Je nach der

festgesetzten Dosis kann es sein, dass Sie zwei Tabletten verschiedener Stärke einnehmen müssen, z.B.

für eine Dosis von 150 mg eine Tablette zu 100 mg und eine Tablette zu 50 mg.

Wenn Sie eine grössere Menge von Lamotrin-Mepha eingenommen haben, als Sie sollten, besteht eine

höhere Wahrscheinlichkeit von schwerwiegenden Nebenwirkungen, die auch tödlich verlaufen könnten.

Mögliche Nebenwirkungen, die nach einer Überdosis von Lamotrin-Mepha auftreten können, umfassen:

Schnelle, unkontrollierbare Augenbewegungen (Nystagmus), Unsicherheit und Koordinationsstörungen,

die sich auf Ihr Gleichgewicht auswirken (Ataxie), Bewusstseinseintrübung oder Ohnmacht, Anfälle

(Konvulsionen) oder Koma. Wenn Sie eine grössere Menge von Lamotrin-Mepha eingenommen haben,

als Sie sollten, wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin oder suchen Sie die

Notaufnahme des nächstgelegenen Spitals auf. Wenn möglich, zeigen Sie dem Personal die Lamotrin-

Mepha Packung.

Halten Sie sich an die in der Packungsbeilage angegebene oder vom Arzt oder der Ärztin verschriebene

Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin

Welche Nebenwirkungen kann Lamotrin-Mepha haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Lamotrin-Mepha auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Koordinationsstörungen (Ataxie), Schläfrigkeit, Doppeltsehen,

verschwommenes Sehen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautauschlag, Müdigkeit.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Aggressivität, Reizbarkeit, Agitation, Schlaflosigkeit, Zittern (Tremor), Augenzittern (Nystagmus),

Schmerzen, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Blutbildveränderungen wie Verringerung der Zahl der weissen Blutkörperchen (Leukopenie) oder der

Blutplättchen (Thrombozytopenie), Verwirrtheit, Augenbindehautentzündung (Konjunktivitis),

Haarausfall, schwerwiegende Hautreaktionen (wie Stevens-Johnson-Syndrom), Angioödem,

Entzündung der Hirn- und Rückenmarkhäute (aseptische Meningitis: Leitsymptome sind Kopfschmerz,

Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit und ungewöhnliche Lichtempfindlichkeit. Daneben kann

es auch zu Hautausschlag, Schüttelfrost, Verwirrtheit und Benommenheit kommen).

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Andere Blutbildveränderungen wie andere Formen der Verringerung der Zahl weisser Blutkörperchen

(Neutropenie, Agranulozytose), Verringerung der Zahl der roten Blutkörperchen (Anämie),

Verringerung der Anzahl aller Blutzellen (Panzytopenie), Verringerung der Zahl der roten

Blutkörperchen aufgrund einer Bildungsstörung (aplastische Anämie); Verminderung der Anzahl an

Abwehrkörpern (Immunglobuline), Erkrankungen im Bereich der Lymphknoten (Lymphadenopathie),

Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Symptome wie Fieber, aufgedunsenes Gesicht,

Veränderungen der Blut- und Leberwerte; Tics, Halluzinationen, Albträume, Unsicherheit,

Bewegungsstörungen, Verschlimmerung eines vorbestehenden Parkinson-Syndroms, Störungen des

Muskeltonus und der Bewegungsabläufe (extrapyramidale Störungen, z.B. Bewegungsunruhe,

Choreoathetose), Zunahme der Anfallshäufigkeit, Erhöhung der Leberwerte, Leberfunktionsstörungen,

Leberversagen, schwerwiegende Hautreaktionen (wie toxische epidermale Nekrolyse), Erkrankung des

Gefässbindegewebes (Lupus-ähnliche Reaktionen), eine schwere Erkrankung des Immunsystems

(Hämophagozytotische Lymphohistiozytose, HLH, siehe auch «Wann ist bei der Einnahme von

Lamotrin-Mepha Vorsicht geboten?»), Nierenentzündung (tubulointerstitielle Nephritis), auch in

Verbindung mit einer Augenentzündung (Uveitis).

Es wurden Fälle von Knochenerkrankungen einschliesslich Osteopenie und Osteoporose (Verdünnung

des Knochens) und Knochenbrüche berichtet. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer

Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie Antiepileptika über eine lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine

Osteoporose festgestellt wurde oder wenn Sie Steroide einnehmen.

Sie sollten Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen, wenn sich Ihre Erkrankung zu irgendeinem Zeitpunkt

während der Behandlung verschlechtert.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Lamotrin-Mepha Tabletten in der Originalverpackung, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt und nicht

über 30°C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Lamotrin-Mepha kann gewisse Laboruntersuchungen zum Nachweis anderer Medikamente oder Drogen

stören. Informieren Sie daher Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin, dass Sie Lamotrin-Mepha einnehmen, wenn

Laboruntersuchungen durchgeführt werden sollen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Lamotrin-Mepha enthalten?

Wirkstoffe

Lamotrigin.

Hilfsstoffe

Tabletten zu 5 mg:

Calciumcarbonat, silifizierte mikrokristalline Cellulose, Sorbitol (E420), Crospovidon, Maisstärke,

Glyceroldibehenat, Talk, hochdisperses Siliciumdioxid, Saccharin Natrium, Cassis-Aroma*.

Tabletten zu 25, 50, 100, 200 mg:

Calciumcarbonat, silifizierte mikrokristalline Cellulose, Sorbitol (E420), Crospovidon, Maisstärke,

Natriumstearylfumarat, Talk, hochdisperses Siliciumdioxid, Saccharin Natrium, Cassis-Aroma*.

*Cassis-Aroma enthält:

Maltodextrin, modifizierte Maisstärke, natürliche und künstliche Aromen, Tricalciumphosphat, Maltol,

Natriumascorbat.

Zulassungsnummer

57137 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Lamotrin-Mepha? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Lamotrin-Mepha 5: Packungen zu 60 Tabletten.

Lamotrin-Mepha 25: Packungen zu 60 Tabletten.

Lamotrin-Mepha 50: Packungen zu 60 Tabletten.

Lamotrin-Mepha 100: Packungen zu 60 Tabletten.

Lamotrin-Mepha 200: Packungen zu 60 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Interne Versionsnummer: 11.1

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Fachinformation

Lamotrin-Mepha, Tabletten

Mepha Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Lamotriginum.

Hilfsstoffe: Saccharinum natricum, Vanillinum, Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 5 mg, 25 mg, 50 mg, 100 mg oder 200 mg Lamotriginum.

Kaubare, in einer Flüssigkeit suspendierbare oder ganz zu schluckende Tabletten.

Die Tabletten zu 5 mg Lamotrigin haben eine Bruchrille und sind teilbar.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Epilepsie:

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren

Als Monotherapie oder Zusatztherapie zur Behandlung von partieller Epilepsie mit oder ohne

sekundär generalisierte tonisch-klonische Anfälle und von primär generalisierten tonisch-klonischen

Anfällen.

Kinder 2-12 Jahre:

Als Zusatztherapie zur Behandlung von partieller Epilepsie mit oder ohne sekundär generalisierte

tonisch-klonische Anfälle und von primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen.

Lamotrin-Mepha wird nicht als initiale Monotherapie zur Behandlung von Kindern empfohlen, bei

welchen erstmals eine Epilepsie diagnostiziert wurde.

Ist die Kontrolle der Epilepsie unter zusätzlicher Verabreichung von Lamotrin-Mepha erreicht, so

können die anderen Antiepileptika abgesetzt und Lamotrin-Mepha als Monotherapie weitergeführt

werden.

Bipolare Störung (Erwachsene ab 18 Jahren):

Prävention von depressiven Episoden bei Patienten mit bipolaren Störungen.

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Hinweise

Die Tablette kann entweder zerkaut, in einer kleinen Menge Wasser (Wasser sollte mindestens die

Tablette decken) suspendiert oder mit ein wenig Flüssigkeit ganz geschluckt werden. Die Tablette

kann mit oder ohne Nahrungsmittel eingenommen werden. Die 5 mg Tabletten sind teilbar.

Um sicher zu gehen, dass bei Kindern die therapeutische Dosis aufrechterhalten wird, muss das

Körpergewicht laufend kontrolliert werden. Im Falle einer Gewichtsveränderung ist die Dosierung

entsprechend anzupassen.

Falls die gemäss dem Körpergewicht berechnete Dosis (z.B. bei Kindern oder Patienten mit

Leberinsuffizienz) nicht einer Anzahl ganzer Tabletten entspricht, sollte die zu verabreichende Dosis

auf die nächst niedrigere Anzahl ganzer Tabletten abgerundet werden.

Wiederaufnahme der Therapie:

Der verschreibende Arzt sollte bei Wiederaufnahme der Therapie bei Patienten, die Lamotrin-Mepha

aus irgendeinem Grund abgesetzt haben, abwägen, ob eine schrittweise Steigerung bis zur

Erhaltungsdosis erforderlich ist, da das Risiko eines schweren Hautausschlages mit hohen

Anfangsdosen und einem Überschreiten der empfohlenen Dosissteigerung von Lamotrigin in

Zusammenhang steht (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Je länger die letzte Dosis

zurückliegt, desto eher sollte eine schrittweise Dosissteigerung bis zur Erhaltungsdosis in Betracht

gezogen werden. Wenn der zeitliche Abstand seit dem Absetzen von Lamotrin-Mepha mehr als fünf

Halbwertszeiten (vgl. «Pharmakokinetik») beträgt, soll Lamotrin-Mepha generell gemäss dem

entsprechenden Dosierungsschema bis zur Erhaltungsdosis schrittweise aufdosiert werden.

Es wird empfohlen, dass die Therapie mit Lamotrin-Mepha bei Patienten, die die vorangegangene

Behandlung mit Lamotrigin aufgrund eines Hautausschlages abgebrochen haben, nicht wieder

aufgenommen wird, es sei denn, dass der mögliche Nutzen die Risiken klar überwiegt.

Wenn andere Antiepileptika zugunsten einer Lamotrin-Mepha-Monotherapie abgesetzt oder andere

Antiepileptika zu einem Therapieschema mit Lamotrin-Mepha hinzugefügt werden, so müssen die

möglichen Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Lamotrigin berücksichtigt und die Dosierung

entsprechend angepasst werden (vgl. untenstehende Dosierungsschemata und «Interaktionen»).

Wegen der Gefahr von Hautreaktionen soll bei allen nachfolgenden Dosierungsschemata die

empfohlene Initialdosis nicht überschritten und die angegebene langsame Dosissteigerung

eingehalten werden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Epilepsie

1. Monotherapie

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren:

Initialdosis Woche 1 und 2: 25 mg Lamotrin-Mepha 1× täglich

Woche 3 und 4: 50 mg Lamotrin-Mepha 1× täglich

Ab Woche 5 sollte die Dosis schrittweise alle 1–2 Wochen um maximal 50-100 mg erhöht werden,

bis die optimale Wirkung erreicht ist. Die übliche Erhaltungsdosis für nicht refraktäre Fälle liegt

zwischen 100 und 200 mg täglich, verabreicht in 1 oder 2 Dosen.

2. Zusatztherapie

a) Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren:

- Zusatztherapie zu Arzneimitteln, welche die Glucuronidierung von Lamotrigin induzieren (z.B.

Phenytoin, Carbamazepin, Primidon, Phenobarbital) (vgl. «Interaktionen») mit/ohne weitere

Antiepileptika (aber ohne Valproat):

Initialdosis Woche 1 und 2: 25 mg 1× täglich

Woche 3 und 4: 25 mg 2× täglich

Ab Woche 5 sollte die Dosis schrittweise alle 1–2 Wochen um max. 100 mg erhöht werden, bis die

optimale Wirkung erreicht ist. Die übliche Erhaltungsdosis beträgt 200–400 mg täglich, aufgeteilt

auf 2 Dosen.

- Zusatztherapie zu Arzneimitteln, welche die Lamotrigin-Glucuronidierung nicht signifikant

inhibieren oder induzieren (vgl. «Interaktionen»):

Initialdosis Woche 1 und 2: 25 mg 1× täglich

Woche 3 und 4: 50 mg 1× täglich

Ab Woche 5 sollte die Dosis alle ein bis zwei Wochen bis zum Erreichen eines optimalen

Ansprechens um maximal 50 bis 100 mg erhöht werden. Die zum Erreichen eines optimalen

Ansprechens erforderliche Erhaltungsdosis liegt gewöhnlich bei 100 bis 200 mg/Tag als tägliche

Einmalgabe oder verteilt auf zwei Tagesdosen.

- Zusatztherapie zu Valproat mit/ohne weitere Antiepileptika:

Initialdosis Woche 1 und 2: 25 mg jeden zweiten Tag

Woche 3 und 4: 25 mg 1× täglich

Ab Woche 5 sollte die Dosis schrittweise alle 1–2 Wochen um max. 25–50 mg erhöht werden, bis

die optimale Wirkung erreicht ist. Die übliche Erhaltungsdosis beträgt 100–200 mg täglich,

verabreicht in 1 oder 2 Dosen.

- Zusatztherapie mit Antiepileptika, von denen die pharmakokinetische Interaktion mit Lamotrigin

zurzeit nicht bekannt ist (vgl. «Interaktionen»):

Bis zum Vorliegen entsprechender Daten sollte das für die Kombinationstherapie mit Valproat

empfohlene Behandlungsregime gewählt werden.

b) Kinder 2-12 Jahre:

- Zusatztherapie zu Arzneimitteln, welche die Glucuronidierung von Lamotrigin induzieren (z.B.

Phenytoin, Carbamazepin, Primidon, Phenobarbital) (vgl. «Interaktionen») mit/ohne weitere

Antiepileptika (aber ohne Valproat):

Initialdosis Woche 1 und 2: 0,6 mg/kg Körpergewicht täglich, aufgeteilt in 2 Einzeldosen.

Woche 3 und 4: 1,2 mg/kg Körpergewicht täglich, aufgeteilt in 2 Einzeldosen.

Ab Woche 5 sollte die Dosis schrittweise alle 1–2 Wochen um max. 1,2 mg/kg Körpergewicht erhöht

werden, bis die optimale Wirkung erreicht ist. Die übliche Erhaltungsdosis ist 2–15 mg/kg

Körpergewicht täglich in 2 Dosen bis maximal 400 mg/Tag.

- Zusatztherapie zu Arzneimitteln, welche die Lamotrigin-Glucuronidierung nicht signifikant

inhibieren oder induzieren (vgl. «Interaktionen»):

Initialdosis Woche 1 und 2: 0,3 mg/kg Körpergewicht täglich, als Einmalgabe oder verteilt auf zwei

Dosen

Woche 3 und 4: 0,6 mg/kg Körpergewicht täglich, als Einmalgabe oder verteilt auf zwei Dosen

Ab Woche 5 sollte die Dosis alle ein bis zwei Wochen bis zum Erreichen eines optimalen

Ansprechens um maximal 0,6 mg/kg Körpergewicht erhöht werden. Die zum Erreichen eines

optimalen Ansprechens üblicherweise erforderliche Erhaltungsdosis liegt bei 1 bis 10 mg/kg

Körpergewicht pro Tag als Einmalgabe oder verteilt auf zwei Dosen. Die Maximaldosis liegt bei 200

mg/Tag.

- Zusatztherapie zu Valproat mit/ohne weitere Antiepileptika:

Initialdosis Woche 1 und 2: 0,15 mg/kg Körpergewicht 1× täglich*

Woche 3 und 4: 0,3 mg/kg Körpergewicht 1× täglich

Ab Woche 5 sollte die Dosis schrittweise alle 1–2 Wochen um max. 0,3 mg/kg Körpergewicht erhöht

werden, bis die optimale Wirkung erreicht ist. Die übliche Erhaltungsdosis ist 1–5 mg/kg

Körpergewicht 1× täglich oder in 2 Dosen bis maximal 200 mg/Tag.

* Wenn die errechnete Tagesdosis bei Patienten, die Valproat erhalten, 2.5-5 mg beträgt, kann

während der ersten 2 Wochen 5 mg Lamotrin-Mepha jeden 2. Tag eingenommen werden.

Falls bei Patienten, die Valproat erhalten, die errechnete Tagesdosis weniger als 2.5 mg beträgt,

sollte Lamotrin-Mepha nicht verabreicht werden.

- Zusatztherapie zu Antiepileptika, von denen die pharmakokinetische Interaktion mit Lamotrigin

zurzeit nicht bekannt ist:

Bis zum Vorliegen entsprechender Daten sollte das für die Kombinationstherapie mit Valproat

empfohlene Behandlungsregime gewählt werden.

c) Kinder unter 2 Jahren:

Zur Anwendung von Lamotrigin bei Kindern unter 2 Jahren liegen keine ausreichenden Daten vor.

Lamotrin-Mepha darf daher in dieser Altersgruppe nicht verabreicht werden.

Bipolare Störung

Lamotrigin wird zur Prävention von depressiven Episoden bei Patienten mit bipolaren Störungen

empfohlen. Eine Kombinationstherapie kann, falls klinisch indiziert, zur Vorbeugung von manischen

Phasen in Betracht gezogen werden. Die Wirksamkeit von Lamotrigin bei Manie konnte nicht

schlüssig nachgewiesen werden.

Folgende Dosierungsrichtlinien sollen eingehalten werden, um das Auftreten von depressiven Phasen

zu vermeiden. Die Lamotrin-Mepha-Dosis wird im Verlauf von 6 Wochen bis auf eine

Erhaltungsdosis gesteigert, welche vom klinischen Ansprechen abhängt. Anschliessend werden die

anderen Psychopharmaka und/oder Antiepileptika, falls klinisch indiziert, abgesetzt.

1. Therapieeinstellung

a) Lamotrigin-Monotherapie oder -Kombinationstherapie mit anderen Arzneimitteln, welche die

Glucuronidierung von Lamotrigin nicht signifikant induzieren oder inhibieren (vgl. «Interaktionen»):

Initialdosis Woche 1 und 2: 25 mg Lamotrin-Mepha 1× täglich

Woche 3 und 4: 50 mg Lamotrin-Mepha 1× täglich oder 25 mg 2× täglich

Woche 5: 100 mg Lamotrin-Mepha 1× täglich oder 50 mg 2× täglich

Ab Woche 6: Erhaltungsdosis von 200 mg pro Tag in 1–2 Einzeldosen

Die übliche Erhaltungsdosis für eine optimale Wirkung beträgt 200 mg/Tag 1× täglich oder in zwei

Teildosen. In den klinischen Studien wurden Dosierungen von 100–400 mg verabreicht.

b) Kombinationstherapie mit Inhibitoren der Lamotrigin-Glucuronidierung, z.B. Valproat:

Initialdosis Woche 1 und 2: 25 mg Lamotrin-Mepha jeden 2. Tag

Woche 3 und 4: 25 mg Lamotrin-Mepha 1× täglich

Woche 5: 50 mg Lamotrin-Mepha 1× täglich oder 25 mg 2× täglich

Ab Woche 6: Erhaltungsdosis von 100 mg pro Tag in 1–2 Einzeldosen

Die übliche Erhaltungsdosis für eine optimale Wirkung beträgt 100 mg/Tag 1× täglich oder in zwei

Teildosen. Abhängig vom klinischen Ansprechen kann die Dosis jedoch auf eine tägliche

Höchstdosis von 200 mg erhöht werden.

c) Kombinationstherapie mit Induktoren der Lamotrigin-Glucuronidierung (z.B. Phenytoin,

Carbamazepin, Phenobarbital, Primidon) bei Patienten, die KEINE Inhibitoren wie Valproat erhalten

(vgl. «Interaktionen»):

Initialdosis Woche 1 und 2: 50 mg Lamotrin-Mepha 1× täglich

Woche 3 und 4: 50 mg Lamotrin-Mepha 2× täglich

Woche 5: 100 mg Lamotrin-Mepha 2× täglich

Woche 6: 150 mg Lamotrin-Mepha 2× täglich

Ab Woche 7: Bei Bedarf Steigerung auf eine Erhaltungsdosis von 200 mg 2× täglich

d) Kombinationstherapie mit Antiepileptika, von denen die pharmakokinetische Interaktion mit

Lamotrigin zurzeit nicht bekannt ist:

Bis zum Vorliegen der entsprechenden Daten sollte das für die Kombinationstherapie mit Valproat

empfohlene Behandlungsregime gewählt werden.

2. Absetzen einer Begleitbehandlung mit Psychopharmaka nach Erreichen der Erhaltungsdosis

Andere Psychopharmaka können nach Erreichen der Erhaltungsdosis von Lamotrigin, falls klinisch

indiziert, langsam abgesetzt werden. Der folgende Dosierungsplan zum Absetzen anderer

Psychopharmaka kann verwendet werden:

a) Nach Absetzen von Arzneimitteln, welche die Lamotrigin-Glucuronidierung nicht signifikant

inhibieren oder induzieren (vgl. «Interaktionen»):

Die Erhaltungsdosis sollte beim Absetzen der anderen Arzneimittel beibehalten werden.

b) Nach Absetzen von Inhibitoren der Lamotrigin-Glucuronidierung, z.B. Valproat:

Woche 1: Erhaltungsdosis verdoppeln, dabei Dosis um maximal 100 mg/Woche erhöhen (d.h.

Erhaltungsdosis von 100 mg/Tag auf 200 mg/Tag steigern und auf 2 Gaben verteilen)

Ab Woche 2: Dosis (200 mg/Tag) beibehalten in zwei Einzeldosen pro Tag.

c) Nach Absetzen von Induktoren der Lamotrigin-Glucuronidierung (z.B. Phenytoin, Carbamazepin,

Phenobarbital, Primidon) (vgl. «Interaktionen»):

Die Lamotrigindosis sollte während 3 Wochen schrittweise verringert werden, während das die

Glucuronidierung-induzierende Arzneimittel abgesetzt wird.

Die individuelle Dosisanpassung hängt von der aktuellen Dosis ab.

Bei aktueller Dosis von 400 mg/Tag:

Woche 1: 400 mg/Tag

Woche 2: 300 mg/Tag

Ab Woche 3: Erhaltungsdosis von 200 mg/Tag in zwei Einzeldosen

Bei aktueller Dosis von 300 mg/Tag:

Woche 1: 300 mg/Tag

Woche 2: 225 mg/Tag

Ab Woche 3: 150 mg/Tag in 1–2 Einzeldosen

Bei aktueller Dosis von 200 mg/Tag:

Woche 1: 200 mg/Tag

Woche 2: 150 mg/Tag

Ab Woche 3: 100 mg/Tag in 1–2 Einzeldosen

d) Nach Absetzen von Arzneimitteln, von denen die pharmakokinetische Interaktion mit Lamotrigin

zurzeit nicht bekannt ist:

Bis zum Vorliegen entsprechender Daten können keine spezifischen Dosierungsempfehlungen

gemacht werden. Der Patient sollte in den ersten beiden Wochen nach Absetzen der Komedikation

besonders engmaschig überwacht werden. Es wird empfohlen, zunächst die aktuelle Lamotrigindosis

beizubehalten und diese bei Bedarf entsprechend der klinischen Wirkung anzupassen. Es kann

sowohl eine Dosisreduktion als auch eine Dosiserhöhung notwendig werden.

3. Anpassung der täglichen Lamotrigindosis nach Aufnahme einer Neumedikation mit anderen

Arzneimitteln:

Auf Grund von Interaktionsstudien können die folgenden Empfehlungen gemacht werden:

a) Neumedikation mit Arzneimitteln, welche die Lamotrigin-Glucuronidierung nicht signifikant

induzieren oder inhibieren:

Erhaltungsdosis (200 mg/Tag) beibehalten.

b) Neumedikation mit Inhibitoren der Lamotrigin-Glucuronidierung, z.B. Valproat:

Die Dosisanpassung ist abhängig von der aktuellen Lamotrigindosis. Bei einer Tagesdosis von

200 mg gilt:

Woche 1: 100 mg/Tag

Ab Woche 2: Erhaltungsdosis von 100 mg/Tag in 1–2 Einzeldosen

c) Neumedikation mit Induktoren der Lamotrigin-Glucuronidierung (z.B. Phenytoin, Carbamazepin,

Phenobarbital, Primidon) bei Patienten, die KEIN Valproat erhalten:

Die Dosisanpassung ist abhängig von der aktuellen Lamotrigindosis. Bei einer Tagesdosis von

200 mg gilt:

Woche 1: 200 mg/Tag

Woche 2: 300 mg/Tag

Ab Woche 3: 400 mg/Tag in zwei Einzeldosen

d) Neumedikation mit Arzneimitteln, von denen die pharmakokinetische Interaktion mit Lamotrigin

zurzeit nicht bekannt ist:

Bis zum Vorliegen entsprechender Daten sollte das für die Kombinationstherapie mit Valproat

empfohlene Behandlungsregime gewählt werden.

Absetzen von Lamotrigin

Wie andere Antiepileptika sollte auch Lamotrin-Mepha nicht abrupt abgesetzt werden. In

kontrollierten klinischen Studien hatte das abrupte Absetzen von Lamotrigin keinen Einfluss auf die

Häufigkeit, Art und Schwere der unerwünschten Ereignisse. In klinischen Studien an Patienten mit

bipolaren Störungen traten bei 2 Patienten kurze Zeit nach dem abrupten Absetzen von Lamotrigin

Krampfanfälle auf. Allerdings lagen zusätzliche Faktoren vor, die möglicherweise zum Auftreten der

Anfälle bei diesen bipolaren Patienten beigetragen haben. Die Beendigung einer Therapie mit

Lamotrigin sollte schrittweise, durch allmähliches Reduzieren der Dosis über einen Zeitraum von

mindestens 2 Wochen erfolgen (etwa 50% Dosisreduktion pro Woche), es sei denn, dass aus

Gründen der Patientensicherheit (z.B. Hautreaktionen) ein schnelleres Absetzen erforderlich

erscheint.

4. Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahre):

Lamotrigin ist nicht indiziert zur Behandlung von bipolaren Störungen bei Kindern und Jugendlichen

unter 18 Jahren (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Auch wurden bisher Sicherheit und Wirksamkeit bei dieser Altersgruppe keiner Beurteilung

unterzogen. Daher kann keine Dosisempfehlung gemacht werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen bei EPILEPSIE und BIPOLARER STÖRUNG

a) Frauen, die hormonale Kontrazeptiva einnehmen (siehe hierzu auch die Rubriken «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»)

- Eindosierung von Lamotrigin bei Patientinnen, die bereits hormonale Kontrazeptiva einnehmen:

Orale Kontrazeptiva erhöhen die Clearance von Lamotrigin. Bei der Eindosierung von Lamotrigin

sollten dennoch die empfohlenen Richtlinien (s.o.) eingehalten werden. Meist wird jedoch am Ende

der Eindosierung eine höhere Erhaltungsdosis erforderlich sein.

- Beginn der Einnahme von hormonalen Kontrazeptiva bei Patientinnen, die bereits Erhaltungsdosen

von Lamotrigin und KEINE Induktoren der Lamotrigin-Glucuronidierung erhalten:

Die Erhaltungsdosis von Lamotrigin muss in den meisten Fällen bis auf das Zweifache erhöht

werden. Es wird empfohlen, die Dosis von Lamotrigin ab dem Beginn der Einnahme des

hormonellen Kontrazeptivums je nach individuellem Ansprechen jede Woche um 50 bis 100 mg/Tag

zu erhöhen. Die Dosissteigerung sollte diese Rate nicht übersteigen mit Ausnahme solcher Fälle, in

denen das individuelle Ansprechen eine stärkere Dosiserhöhung erforderlich scheinen lässt.

- Beendigung der Einnahme von hormonalen Kontrazeptiva bei Patientinnen, die bereits

Erhaltungsdosen von Lamotrigin und KEINE Induktoren der Lamotrigin-Glucuronidierung erhalten:

Die Erhaltungsdosis von Lamotrigin muss in den meisten Fällen um bis zu 50% reduziert werden. Es

wird empfohlen, die tägliche Dosis von Lamotrigin über einen Zeitraum von 3 Wochen allmählich

um 50 bis 100 mg pro Woche zu reduzieren (mit einer Rate, die 25% der Tages-Gesamtdosis pro

Woche nicht übersteigt), sofern das klinische Ansprechen nicht für eine andere Vorgehensweise

spricht.

b) Gleichzeitige Einnahme von Virostatika

Interaktionsstudien wurden durchgeführt mit Atazanavir, Atazanavir/Ritonavir und

Lopinavir/Ritonavir (vgl. «Interaktionen»).

Bei einer Monotherapie mit Atazanavir ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Bei einer Kombinationstherapie aus Atazanavir und Ritonavir ist während der Eintitrierungsphase

von Lamotrigin ebenfalls keine Dosisanpassung erforderlich, da es sich bei dieser antiviralen

Kombination nur um einen mässigen Induktor der Glucuronidierung handelt. Es wird jedoch

wahrscheinlich eine etwas höhere Lamotrigin-Erhaltungsdosis erforderlich sein.

Bei Patienten, bei welchen während einer Lamotrigintherapie eine Behandlung mit

Atazanavir/Ritonavir abgesetzt wird, ist damit zu rechnen, dass die Lamotrigin-Erhaltungsdosis

reduziert werden muss. Umgekehrt ist bei Patienten, bei welchen während einer

Lamotriginbehandlung eine Therapie mit Atazanavir/Ritonavir neu eingeleitet wird, unter

Umständen eine Erhöhung der Erhaltungsdosis erforderlich.

Bei einer Kombinationstherapie aus Lopinavir und Ritonavir sind die Dosierungsempfehlungen für

die Zusatztherapie mit Arzneimitteln, welche die Glucuronidierung von Lamotrigin induzieren (ohne

Valproat!) zu befolgen (siehe vorne).

c) Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die Pharmakokinetik von Lamotrigin in dieser

Altersgruppe unterscheidet sich nicht signifikant von derjenigen bei Erwachsenen unter 65 Jahren.

d) Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei leichter Leberinsuffizienz (Child-Pugh Grad A) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die

Initialdosis, die Dosen während der Eindosierungsphase und die Erhaltungsdosis sind bei Patienten

mit mässiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh Grad B) um generell 50% und bei Patienten mit

schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh Grad C) um 75% zu reduzieren. Die Dosis sollte individuell

je nach klinischem Ansprechen des Patienten angepasst werden (vgl. «Pharmakokinetik»).

e) Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Da eine Kumulation des Glucuronidmetaboliten zu erwarten ist, sollten Patienten mit leichter bis

mässiger Niereninsuffizienz mit Vorsicht behandelt werden. Bei Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz ist Lamotrigin kontraindiziert (vgl. «Kontraindikationen»).

Kontraindikationen

·Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Lamotrigin oder einem der sonstigen Bestandteile des

Präparates.

·Schwere Niereninsuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Hautausschlag

In den doppelblinden Studien mit Lamotrigin in den verschiedenen Indikationen traten bei bis zu

10% der Patienten Hauterscheinungen auf, während der Prozentsatz unter Placebo bei 5–6% lag. In

seltenen Fällen wurden dabei schwere, potentiell lebensbedrohende Hautreaktionen, einschliesslich

Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxische epidermale Nekrolyse (TEN, Lyell-Syndrom)

beschrieben. Die Häufigkeit schwerer Hautreaktionen (SJS) liegt beim Erwachsenen bei ca. 1/1000.

Bei Kindern ist das Risiko höher als bei Erwachsenen. Die verfügbaren Daten aus einer Reihe von

Studien deuten darauf hin, dass bei Kindern die Häufigkeit von Hauterscheinungen, welche eine

Hospitalisation nötig machen, im Bereich von 1/300 bis 1/100 liegt.

Alle Patienten (Erwachsene und Kinder), bei denen es zum Auftreten eines Hautausschlages kommt,

sollten umgehend untersucht werden. Kann ein Kausalzusammenhang mit der Medikation nicht

sicher ausgeschlossen werden, muss Lamotrin-Mepha sofort abgesetzt werden. Es wird empfohlen,

dass die Therapie mit Lamotrin-Mepha bei Patienten, die die vorangegangene Behandlung mit

Lamotrigin aufgrund eines Hautausschlages abgebrochen haben, nicht wieder aufgenommen wird, es

sei denn, dass der mögliche Nutzen die Risiken klar überwiegt. Nach Auftreten eines Stevens-

Johnson-Syndroms (SJS) oder einer Toxisch-Epidermalen Nekrolyse (TEN) in Zusammenhang mit

der Anwendung von Lamotrigin darf der Patient/die Patientin nie wieder mit Lamotrigin behandelt

werden.

In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um leichte Hautausschläge, die selbstlimitierend sind. Die

meist makulopapulösen Hauterscheinungen treten im Allgemeinen innerhalb der ersten 8

Behandlungswochen auf und klingen nach Absetzen des Arzneimittels wieder ab. Wenngleich die

Mehrzahl der Patienten nach Absetzen der Therapie wieder beschwerdefrei war, so blieben doch in

einigen Fällen irreversible Narben zurück. Selten kam es zu Todesfällen (vgl. «Unerwünschte

Wirkungen»). Bei 2% der Patienten musste die Therapie wegen Hautreaktionen abgebrochen

werden.

Insbesondere bei Kindern kann das Auftreten eines Exanthems fälschlicherweise für eine Infektion

gehalten werden. Bei Patienten, welche innerhalb der ersten 8 Wochen nach Behandlungsbeginn

Symptome wie Hautausschlag und Fieber entwickeln, sollte deshalb unbedingt an die Möglichkeit

einer unerwünschten Arzneimittelwirkung gedacht werden. Das Gesamtrisiko für Hautreaktionen

scheint ausserdem in einem engen Zusammenhang zu stehen mit (vgl. «Dosierung/Anwendung»):

·hohen Initialdosen und dem Nichteinhalten der empfohlenen langsamen Dosissteigerung;

·der gleichzeitigen Einnahme von Valproat.

Vorsicht ist angebracht bei der Behandlung von Patienten, die in der Vorgeschichte bereits eine

Allergie oder einen Hautausschlag auf andere Antiepileptika entwickelt haben, da die Häufigkeit von

nicht schwerwiegenden Hautausschlägen unter der Behandlung mit Lamotrigin bei diesen Patienten

ungefähr dreimal höher war als bei Patienten ohne eine derartige Vorgeschichte.

Hypersensitivitätsreaktionen

Exantheme wurden auch im Rahmen eines Überempfindlichkeitssyndroms in Kombination mit

verschiedensten systemischen Symptomen wie Fieber, Lymphadenopathie, Gesichtsödem,

Veränderungen der Blut- und Leberwerte und aseptischer Meningitis beschrieben (vgl.

«Unerwünschte Wirkungen»). Dieses Syndrom variiert hinsichtlich seines klinischen Schweregrades

beträchtlich und kann in seltenen Fällen zu akuter Verbrauchskoagulopathie (DIC) und

Multiorganversagen führen. Es ist wichtig zu beachten, dass die systemischen Anzeichen einer

Überempfindlichkeit (wie z.B. Fieber und Lymphadenopathie) bereits manifest sein können, auch

wenn keine Hautveränderungen sichtbar sind.

Falls derartige Symptome vorliegen, sollte der Patient sofort untersucht und Lamotrin-Mepha nach

Ausschluss anderer Ursachen abgesetzt werden.

Aseptische Meningitis

Die Behandlung mit Lamotrigin erhöht das Risiko einer aseptischen Meningitis (vgl. «Unerwünschte

Wirkungen»). Postmarketing wurden Fälle von aseptischer Meningitis in pädiatrischen und

erwachsenen Patienten unter der Einnahme von Lamotrigin für unterschiedliche Indikationen

berichtet. Einige Patienten hatten zusätzlich Anzeichen und Symptome einer Beteiligung anderer

Organsysteme (vorwiegend hepatische und renale Beteiligung), was darauf hindeutet, dass die

aseptische Meningitis in diesen Fällen Teil einer Hypersensitivitätsreaktion war.

Aseptische Meningitis war nach Absetzen des Arzneimittels in den meisten Fällen reversibel, trat

jedoch in einer Reihe von Fällen nach erneuter Gabe von Lamotrigin wieder auf. Die erneute

Behandlung führte zu einem raschen Wiederauftreten der Symptome, die häufig stärker ausgeprägt

waren. Die Behandlung mit Lamotrigin sollte bei Patienten, welche das Arzneimittel wegen einer

aseptischen Meningitis in Verbindung mit der vorherigen Gabe von Lamotrigin abgesetzt haben,

nicht wiederaufgenommen werden.

Absetzen von Lamotrigin bei Patienten mit Epilepsie

Wie bei anderen Antiepileptika kann ein plötzliches Absetzen von Lamotrin-Mepha Rebound-

Anfälle auslösen. Falls nicht aus Sicherheitsgründen (z.B. wegen Hautveränderungen) ein abruptes

Absetzen nötig ist, sollte Lamotrin-Mepha deshalb schrittweise über einen Zeitraum von 2 Wochen

ausgeschlichen werden.

Klinische Verschlechterung und Suizidrisiko

Bei Patienten mit bipolarer Störung kann es zu einer Verschlechterung der depressiven Symptome

und/oder zum Auftreten von Suizidalität kommen, unabhängig davon, ob Arzneimittel zur

Behandlung der bipolaren Störung, einschliesslich Lamotrigin, eingenommen werden oder nicht.

25%–50% der Patienten mit bipolarer Störung unternehmen mindestens einmal einen Suizidversuch.

Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass auch bei Epileptikern ein erhöhtes Risiko für Suizidalität

besteht (s.u.).

Patienten, die Lamotrigin zur Behandlung einer bipolaren Störung erhalten, sollten daher

insbesondere zu Beginn eines neuen Behandlungszyklus oder bei einer Dosisveränderung

hinsichtlich einer klinischen Verschlechterung (einschliesslich der Entwicklung von neuen

Symptomen) und Suizidalität engmaschig überwacht werden. Bestimmte Patientengruppen, wie

Patienten mit suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken in der Anamnese und junge Erwachsene,

scheinen ein höheres Risiko für Suizidgedanken oder Suizidversuche aufzuweisen und sollten daher

während der Behandlung streng überwacht werden. Dies gilt insbesondere auch für Patienten, bei

welchen solche Symptome unmittelbar vor Einleitung der Therapie beobachtet wurden.

Bei Patienten mit einer klinischen Verschlimmerung des Zustands (einschliesslich der Entwicklung

von neuen Symptomen) und/oder dem Auftreten von Suizidalität ist ein Wechsel der Therapie in

Erwägung zu ziehen, insbesondere wenn diese Symptome ausgeprägt sind, abrupt auftreten oder

nicht zur ursprünglichen Symptomatik des Patienten gehörten. In solchen Fällen kann auch ein

Absetzen der Medikation erforderlich werden.

Es gibt Hinweise, dass bei Epileptikern ein erhöhtes Risiko für Suizidalität besteht. Eine im Januar

2008 veröffentlichte Analyse der FDA (USA) bzgl. der Daten aus 199 Placebo-kontrollierten

klinischen Studien mit insgesamt 11 Antiepileptika, darunter auch Lamotrigin, fand für Patienten mit

Epilepsie unter diesen Präparaten ein 3,6-fach höheres Risiko für Suizidalität als unter Placebo. Die

einzelnen untersuchten Substanzen unterschieden sich dabei nicht in relevanter Weise bezüglich

ihres Risikos für Suizidalität. In dieser Analyse war die Risikoerhöhung bei Patienten mit Epilepsie

sogar stärker ausgeprägt als bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen (wie z.B. bipolaren

Störungen), wo eine Risikoerhöhung auf das 1,6-Fache gefunden wurde. Insgesamt wurden unter den

Antiepileptika in allen Indikationen Suizidgedanken oder suizidales Verhalten bei 0,43% der

Behandelten beobachtet, unter Placebo hingegen nur in 0,22%.

Patienten (und deren Betreuer) sollten auf die Notwendigkeit einer Überwachung im Hinblick auf

das Auftreten von Suizidgedanken, suizidalem Verhalten oder selbstschädigenden Absichten

hingewiesen werden. Im Falle des Auftretens derartiger Symptome sollte sofort der Arzt konsultiert

werden.

Hormonale Kontrazeptiva

Wirkungen von hormonalen Kontrazeptiva auf die Wirksamkeit von Lamotrigin:

Eine Ethinylestradiol/Levonorgestrel-Kombination erhöht die Clearance von Lamotrigin auf etwa

das Doppelte, was erniedrigte Lamotriginspiegel zur Folge hat (siehe «Interaktionen»). Nach der

Dosistitration sind daher in den meisten Fällen höhere Erhaltungsdosen von Lamotrigin erforderlich,

um eine optimale therapeutische Wirkung zu erhalten (vgl. «Dosierung/Anwendung, spezielle

Dosierungsanweisungen»). Bei Frauen, die nicht bereits einen Induktor der Lamotrigin-

Glucuronidierung erhalten, aber ein hormonales Kontrazeptivum einnehmen, unter dem ein

wirkstofffreies Intervall (z.B. «einnahmefreie Woche») vorgesehen ist, kommt es im wirkstofffreien

Intervall zu einem allmählichen, vorübergehenden Anstieg der Lamotriginspiegel, was zu

Nebenwirkungen führen kann. Diese Anstiege fallen grösser aus, wenn die Dosiserhöhungen für

Lamotrigin in den Tagen vor oder während der wirkstofffreien Woche vorgenommen werden. Die

Patientinnen müssen auf entsprechende Schwankungen aufmerksam gemacht werden.

Die Veränderung der Lamotrigin-Clearance muss insbesondere bei Frauen berücksichtigt werden, die

während der Behandlung mit Lamotrigin mit der Einnahme von hormonalen Kontrazeptiva beginnen

oder diese beenden. In diesen Fällen ist meist eine Dosisanpassung für Lamotrigin erforderlich.

Wirkungen von Lamotrigin auf die Wirksamkeit hormonaler Kontrazeptiva

Da es bei einer kombinierten Einnahme von Lamotrigin und einem hormonalen Kontrazeptivum

(Ethinylestradiol/Levonorgestrel-Kombination) zu einem Anstieg der Levonorgestrel-Clearance und

zu einer Veränderung der FSH- und LH-Spiegel im Serum kommt (siehe «Interaktionen»), kann

nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass die kontrazeptive Wirksamkeit bei einigen

Patientinnen, die hormonale Verhütungsmittel zusammen mit Lamotrigin einnehmen, herabgesetzt

werden kann. Daher sollten die Patientinnen angehalten werden, über Veränderungen in ihrem

Menstruationsmuster, d.h. Durchbruchblutungen, sofort zu berichten.

Wirkung von Lamotrigin auf Substrate des organischen Kationentransporters 2 (OCT-2)

Lamotrigin ist ein Hemmer der renalen tubulären Sekretion über OCT-2-Proteine (vgl.

«Interaktionen»). Bei bestimmten Arzneimitteln, deren Ausscheidung hauptsächlich auf diesem

Wege erfolgt, können sich dadurch die Plasmakonzentrationen erhöhen. Die Koadministration von

Lamotrigin mit OCT-2-Substraten mit enger therapeutischer Breite wird nicht empfohlen.

Dihydrofolat-Reduktase

Lamotrigin ist ein schwacher Dihydrofolat-Reduktase-Hemmer; deshalb besteht bei Langzeittherapie

die Möglichkeit einer Interferenz mit dem Folatmetabolismus.

Während einer Therapiedauer bis zu einem Jahr konnten jedoch keine signifikanten Änderungen der

Hämoglobin-Konzentration, des mittleren Erythrozytenvolumens oder der Serum- oder

Erythrozytenfolat-Konzentration festgestellt werden. Die Erythrozytenfolat-Konzentration zeigte bei

dem untersuchten limitierten Kollektiv (n=14) keine Änderung bei einer Kontrolle bis zu 5 Jahren.

Veränderungen der Leberfunktion

Sowohl im Rahmen von Hypersensitivitätssyndromen als auch ausserhalb solcher Syndrome wurden

Leberfunktionsstörungen/Leberversagen beobachtet. Erhöhte Leberenzymwerte und seltene Fälle

von Leberfunktionsstörungen einschliesslich Hepatitis und akutem Leberversagen (in sehr seltenen

Fällen mit tödlichem Ausgang) sowie Pankreatitis wurden beschrieben. Bei Patienten, welche andere

Symptome einer Hypersensitivitätsreaktion aufweisen, werden daher auch Kontrollen der

Leberfunktionsparameter empfohlen.

Rhabdomyolyse, Multiorganversagen, DIC

In der Literatur gibt es Berichte, dass schwere Epilepsieanfälle, einschliesslich Status epilepticus, zu

Rhabdomyolyse, Multiorganversagen und akuter Verbrauchskoagulopathie (DIC) mit manchmal

tödlichem Ausgang führen können. Ähnliche Fälle sind unter Behandlung einer Epilepsie mit

Lamotrigin aufgetreten.

Spezielle Vorsichtsmassnahmen bei der Behandlung bipolarer Störungen mit Lamotrigin

Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahre)

Die medikamentöse Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit schweren depressiven

Erkrankungen und sonstigen psychiatrischen Störungen ist mit einem erhöhten Risiko von

Suizidgedanken und -verhalten verbunden.

Kombinationstherapie bei bipolaren Störungen

Für Patienten mit bipolaren Störungen und dem Risiko einer bevorstehenden manischen Episode

sollte, wenn klinisch indiziert, eine Kombinationstherapie erwogen werden. Derzeit gibt es keine

kontrollierten Daten zur Anwendung von Lamotrigin in Verbindung mit Therapien zur Prävention

manischer Episoden bei bipolaren Patienten. Die begrenzten Sicherheits- und Interaktionsdaten (vgl.

«Interaktionen») einer kombinierten Lithium- und Lamotrigin-Therapie deuten darauf hin, dass

Interaktionen zwischen Lithium und Lamotrigin zumindest nicht sehr häufig sind.

Interaktionen

Wechselwirkungsstudien wurden nur an Erwachsenen durchgeführt.

Die Uridin-5'-diphospho (UDP)-Glucuronyltransferasen (UGTs) scheinen die verantwortlichen

Enzyme für den Lamotrigin-Metabolismus darzustellen.

Arzneimittel, die die Glucuronidierung induzieren oder hemmen, können daher die scheinbare

Clearance von Lamotrigin beeinflussen. Zudem können starke oder mittelstarke Induktoren des

Cytochrom-P450-3A4-(CYP3A4-)Enzyms, die bekanntlich ebenfalls UGTs induzieren, die

Metabolisierung von Lamotrigin verstärken.

Arzneimittel mit einem belegten klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Metabolisierung von

Lamotrigin sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Spezielle Dosierungshinweise für diese

Arzneimittel finden sich im Abschnitt «Dosierung/Anwendung».

Es besteht kein Anhaltspunkt, dass Lamotrigin eine klinisch relevante Induktion oder Hemmung der

Cytochrom P450-Enzyme bewirkt. Lamotrigin kann den eigenen Metabolismus induzieren, dieser

Effekt ist aber gering und wahrscheinlich ohne klinische Relevanz.

Wirkungen von anderen Arzneimitteln auf die Glucuronidierung von Lamotrigin

Wirkstoffe, welche die

Glucuronidierung von

Lamotrigin signifikant

hemmen

Wirkstoffe, welche die

Glucuronidierung von Lamotrigin

signifikant induzieren

Wirkstoffe, welche die

Glucuronidierung von

Lamotrigin nicht signifikant

hemmen oder induzieren

Valproat

Carbamazepin

Phenytoin

Primidon

Phenobarbital

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir*

Atazanavir/Ritonavir*

Ethinylestradiol/Levonorgestrel-

Kombination

Lithium

Bupropion

Olanzapin

Oxcarbazepin

Felbamat

Gabapentin

Levetiracetam

Pregabalin

Topiramat

Zonisamid

Aripiprazol

Lacosamid

Perampanel

* vgl. «Dosierung/Anwendung» unter «Spezielle Dosierungsanweisungen»

Interaktionen mit Antiepileptika

Valproat, welches die Lamotrigin-Glucuronidierung hemmt, vermindert den Lamotrigin-

Metabolismus. Die Eliminationshalbwertszeit von 29 Stunden verlängert sich im Mittel auf 70

Stunden (± 14 Stunden). Bei gleichzeitiger Anwendung von Lamotrigin und Valproat muss die

Lamotrigindosis angepasst werden (vgl. «Dosierung/Anwendung»).

Gewisse Antiepileptika (wie beispielsweise Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital und Primidon),

welche Cytochrom P450 Enzyme induzieren, induzieren ebenfalls UGTs und steigern dadurch den

Metabolismus von Lamotrigin. Die Eliminationshalbwertszeit von Lamotrigin kann sich dabei auf

ca. 15 Stunden verkürzen. Bei gleichzeitiger Anwendung von Lamotrigin und den genannten

Arzneimitteln muss die Lamotrigindosis angepasst werden (vgl. «Dosierung/Anwendung»).

Bei Patienten unter Carbamazepin-Therapie, denen zusätzlich Lamotrigin gegeben wurde, zeigten

sich ZNS-Wirkungen wie Schwindel, Ataxie, Diplopie, verschwommenes Sehen und Übelkeit. Diese

Nebenwirkungen verschwanden gewöhnlich, sobald die Carbamazepin-Dosis reduziert wurde. Eine

ähnliche Wirkung wurde im Rahmen einer Studie zu Lamotrigin und Oxcarbazepin bei gesunden

erwachsenen Probanden beobachtet, allerdings erfolgte keine Untersuchung unter reduzierter Dosis.

In einer Studie bei gesunden erwachsenen Probanden mit Dosen von 200 mg Lamotrigin und

1200 mg Oxcarbazepin bewirkte Oxcarbazepin keine Veränderung in der Metabolisierung von

Lamotrigin, und Lamotrigin hatte keinen Einfluss auf den Metabolismus von Oxcarbazepin.

Eine Studie bei gesunden Probanden zeigte bei gleichzeitiger Verabreichung von Felbamat (1200 mg

2× täglich) und Lamotrigin (100 mg 2× täglich über 10 Tage) keine klinisch relevanten

Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Lamotrigin.

Gemäss einer retrospektiven Analyse der Plasmaspiegel bei Patienten, denen Lamotrigin sowohl mit

als auch ohne Gabapentin verabreicht wurde, scheint Gabapentin die Clearance von Lamotrigin nicht

zu beeinflussen.

Potenzielle pharmakokinetische Interaktionen zwischen Levetiracetam und Lamotrigin wurden in

Placebo-kontrollierten klinischen Studien untersucht. Diese Daten deuten darauf hin, dass weder

Lamotrigin die Pharmakokinetik von Levetiracetam noch Levetiracetam die Pharmakokinetik von

Lamotrigin beeinflusst.

Die gleichzeitige Verabreichung von Pregabalin (200 mg 3× täglich) hatte in einer klinischen Studie

keine Auswirkungen auf die Lamotrigin-Talspiegel im Steady State.

Topiramat führte in klinischen Studien nicht zu Veränderungen der Plasmakonzentration von

Lamotrigin. Die Verabreichung von Lamotrigin führte jedoch zu einer Erhöhung der Topiramat-

Konzentration um 15%.

In einer Studie bei Patienten mit Epilepsie hatte die gleichzeitige Verabreichung von Zonisamid (200

bis 400 mg/Tag) und Lamotrigin (150 bis 500 mg/Tag) über 35 Tage keine signifikanten

Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Lamotrigin.

In placebokontrollierten klinischen Studien an Patienten mit partiellen Krampfanfällen wirkte sich

eine gleichzeitige Anwendung von Lacosamid (200, 400 oder 600 mg/Tag) nicht auf die

Konzentrationen von Lamotrigin im Plasma aus.

In einer gepoolten Analyse der Daten aus drei placebokontrollierten klinischen Studien zur

Beurteilung von zusätzlich verabreichtem Perampanel bei Patienten mit partiellen und mit primär

generalisierten tonisch-klonischen Krampfanfällen führte die höchste untersuchte Perampanel-Dosis

(12 mg/Tag) zu einer Steigerung der Lamotrigin-Clearance um weniger als 10%. Ein Effekt dieser

Grössenordnung wird nicht als klinisch relevant betrachtet.

Obwohl über Veränderungen der Plasmakonzentration anderer Antiepileptika berichtet wurde, haben

kontrollierte Studien keinen Anhaltspunkt ergeben, dass Lamotrigin eine Wirkung auf die

Plasmakonzentration der Begleitantiepileptika hat. In-vitro-Studien zeigen, dass Lamotrigin andere

Antiepileptika nicht aus ihren Proteinbindungen verdrängt.

Interaktionen mit Psychopharmaka

Oral verabreichte Bupropion-Mehrfachdosen führten bei 12 Probanden nicht zu statistisch

signifikanten Wirkungen auf die Einzeldosis-Pharmakokinetik von Lamotrigin und nur zu einer

leichten Steigerung der AUC des Lamotriginglucuronids.

In einer Studie bei gesunden erwachsenen Probanden reduzierten 15 mg Olanzapin die AUC und

Cmax von Lamotrigin um durchschnittlich 24% bzw. 20%. Eine Wirkung dieser Grössenordnung

wird im Allgemeinen nicht als klinisch relevant erachtet. Lamotrigin in einer Dosierung von 200 mg

zeigte keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Olanzapin.

Oral verabreichte Mehrfachdosen von 400 mg Lamotrigin täglich hatten keine klinisch relevanten

Auswirkungen auf die Pharmakokinetik bei Einmalgabe von 2 mg Risperidon bei 14 gesunden

Erwachsenen. Nach der gleichzeitigen Gabe von 2 mg Risperidon und Lamotrigin berichteten 12 der

14 Probanden über Schläfrigkeit, im Gegensatz zu 1 von 20 bei alleiniger Verabreichung von

Risperidon und keinem bei alleiniger Verabreichung von Lamotrigin. Der Einfluss von Risperidon

auf die Pharmakokinetik von Lamotrigin wurde in dieser Studie nicht untersucht.

In einer pharmakokinetischen Studie an 18 erwachsenen Patienten mit einer Bipolar-I-Störung,

welche ein etabliertes Lamotrigin-Regime (≥100 mg/Tag) erhalten haben, wurde die Aripiprazol-

Dosis über einen Zeitraum von 7 Tagen von 10 mg/Tag bis zu einer Zieldosis von 30 mg/Tag erhöht.

Diese Dosis wurde über weitere 7 Tage einmal täglich verabreicht. Es war eine durchschnittliche

Verminderung der Cmax und AUC von Lamotrigin um rund 10% zu beobachten. Ein Effekt dieser

Grössenordnung dürfte keine klinisch relevanten Konsequenzen besitzen.

In den In-vitro-Inhibitionsversuchen wurde die Bildung des 2-N-Glucuronids als primären

Lamotriginmetaboliten durch die gemeinsame Inkubation mit Amitriptylin, Bupropion, Clonazepam,

Haloperidol oder Lorazepam nur leicht beeinflusst. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist

unklar, da In-vivo-Studien fehlen. Bei Kombination von Lamotrigin mit einer dieser Substanzen ist

deshalb Vorsicht geboten. Die Daten für den Bufuralolstoffwechsel in Mikrosomen der Humanleber

sprechen dafür, dass Lamotrigin die Clearance von Arzneimitteln, die vorwiegend über CYP2D6

metabolisiert werden, nicht verringert. Ausserdem belegen die Ergebnisse aus In-vitro-Versuchen,

dass eine Beeinflussung der Lamotrigin-Clearance durch Clozapin, Fluoxetin, Risperidon, Sertralin

oder Trazodon unwahrscheinlich ist.

Die Pharmakokinetik von Lithium war bei 20 gesunden Probanden, welche über einen Zeitraum von

6 Tagen 2× täglich 2 g wasserfreies Lithiumgluconat sowie 1× täglich 100 mg Lamotrigin erhielten,

nicht wesentlich verändert (<10% Abnahme der AUC). Der Einfluss dieser kombinierten Gabe auf

die Pharmakokinetik von Lamotrigin wurde in dieser Studie nicht untersucht. Eine Dosis von 100 mg

Lamotrigin entspricht der Hälfte der empfohlenen Erhaltungsdosis für die Indikation «bipolare

Störung», daher können die Ergebnisse dieser Studie eine eventuelle stärkere Beeinflussung der

Lithium-Pharmakokinetik bei therapeutischen Lamotrigindosierungen nicht ausschliessen.

Interaktionen mit hormonalen Kontrazeptiva (vgl. «Dosierung/Anwendung», «spezielle

Dosierungsanweisungen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Wirkung von hormonalen Kontrazeptiva auf die Pharmakokinetik von Lamotrigin:

In einer Studie bei 16 Probandinnen führte die Gabe eines Kombinationspräparates aus 30 µg

Ethinylestradiol und 150 µg Levonorgestrel zu einer Erhöhung der Clearance von Lamotrigin auf

etwa das Doppelte, was zu einer durchschnittlichen Senkung der AUC von Lamotrigin um 52%

sowie der Cmax um 39% führte. Die Lamotriginkonzentrationen im Serum stiegen im Verlauf des

wirkstofffreien Intervalls («pillenfreie» Woche) allmählich an, wobei die vor der Gabe gemessenen

Konzentrationen am Ende der wirkstofffreien Woche im Durchschnitt etwa doppelt so hoch waren

wie unter der Komedikation.

Andere orale Kontrazeptiva und Hormonersatztherapien (HET) wurden nicht untersucht, obgleich

diese einen ähnlichen Effekt auf die pharmakokinetischen Parameter von Lamotrigin haben können.

Wirkung von Lamotrigin auf die Pharmakokinetik des hormonalen Kontrazeptivums:

In einer Studie bei 16 Probandinnen zeigte eine Steady-state-Dosis von 300 mg Lamotrigin keinen

Einfluss auf die Pharmakokinetik der Ethinylestradiol-Komponente eines kombinierten oralen

Kontrazeptivums. Es wurde ein mässiger Anstieg der Clearance der Levonorgestrel-Komponente

beobachtet, was eine durchschnittliche Senkung der AUC von Levonorgestrel um 19% bzw. der

Cmax um 12% zur Folge hatte. Die Messung der Serumkonzentrationen für FSH, LH und Oestradiol

im Verlauf der Studie deutete bei einigen Frauen auf einen gewissen Wirkungsverlust bezüglich

Suppression der ovariellen Hormonaktivität hin, obgleich die Bestimmung der Progesteronspiegel im

Serum bei keiner der 16 Probandinnen hormonale Hinweise auf eine Ovulation ergab. Die

Auswirkung des moderaten Anstiegs der Levonorgestrel-Clearance und der Veränderungen des

Serum-FSH und Serum-LH auf die ovarielle Aktivität ist unbekannt. Eine verminderte kontrazeptive

Wirksamkeit kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Bisher wurden weder Studien mit

einer anderen Dosierung von Lamotrigin als 300 mg/Tag noch solche mit anderen weiblichen

Hormonpräparaten durchgeführt.

Interaktionen mit anderen Arzneimitteln

In einer Studie bei 10 männlichen Probanden erhöhte Rifampicin, ein Induktor der Glucuronidierung,

die Lamotrigin-Clearance und setzte die Halbwertszeit von Lamotrigin herab. Bei Patienten, die eine

Begleittherapie mit Rifampicin erhalten, sollte das für die Komedikation von Lamotrigin und

Induktoren der Glucuronidierung empfohlene Behandlungsregime zur Anwendung kommen (vgl.

«Dosierung/Anwendung»).

In einer Studie an 18 gesunden Probanden führte eine Kombinationstherapie aus Lopinavir/Ritonavir

und Lamotrigin zu einer Abnahme der Lamotrigin-Plasmakonzentration um etwa 50%. Dieser Effekt

wurde auf eine Induktion der Glucuronidierung zurückgeführt. Bei Patienten, die gleichzeitig

Lopinavir/Ritonavir und Lamotrigin erhalten, sollte daher das für die Komedikation von Lamotrigin

und Glucuronidierungs-Induktoren empfohlene Behandlungsregime verwendet werden (vgl.

«Dosierung/Anwendung»). Die Konzentrationen von Lopinavir und Ritonavir wurden durch die

Komedikation mit Lamotrigin nicht verändert.

In einer Studie an 17 gesunden Probanden führte eine Kombinationstherapie aus Atazanavir und

Ritonavir zu einer Reduktion der Plasma-AUC von Lamotrigin um durchschnittlich 32% sowie der

Cmax um 6% (vgl. «Dosierung/Anwendung», «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Eine Atazanavir-Monotherapie führte in derselben Studie nicht zu einer signifikanten oder klinisch

relevanten Beeinflussung der Lamotrigin-Exposition.

Daten aus In-vitro-Untersuchungen zur Wirkung von Lamotrigin auf OCT-2 zeigen, dass

Lamotrigin, nicht aber sein N(2)-Glucuronidmetabolit, OCT-2 in potenziell klinisch relevanten

Konzentrationen hemmt. Diese Daten belegen, dass Lamotrigin mit einem IC50-Wert von 53,8 µM

ein OCT-2-Hemmer ist (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Lamotrin-Mepha soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist

eindeutig erforderlich. Wenn eine Lamotrigin-Therapie während der Schwangerschaft als notwendig

erachtet wird, sollte die niedrigst mögliche therapeutische Dosis verwendet werden.

Reproduktionstoxikologische Studien mit Lamotrigin am Tier, bei denen Dosierungen verwendet

wurden, die über der therapeutischen Dosis für den Menschen liegen, ergaben keinen Beleg für

teratogene Effekte.

Lamotrigin hemmt geringfügig die Dihydrofolatreduktase und könnte somit wie andere

Folsäurehemmer durch Senkung der Folatspiegel zu einem erhöhten Risiko für eine embryo-fetale

Schädigung führen.

Allgemein ist das Risiko kongenitaler Fehlbildungen bei Nachkommen von Müttern, die mit

Antiepileptika behandelt wurden, im Vergleich mit der zu erwartenden Häufigkeit in der

Allgemeinbevölkerung (ca. 3%) um den Faktor 2–3 erhöht. Die in diesem Zusammenhang am

häufigsten berichteten Fehlbildungen sind Lippenspalten, kardiovaskuläre Fehlbildungen und

Neuralrohrdefekte.

Post-Marketing-Daten mehrerer prospektiver Schwangerschaftsregister dokumentieren die

Ergebnisse bei über 8700 Frauen, die im ersten Schwangerschaftstrimenon eine Lamotrigin-

Monotherapie erhalten haben. Insgesamt geben diese Daten keine einheitlichen Hinweise auf ein

wesentlich erhöhtes Risiko kongenitaler Fehlbildungen. Aus den Daten einer eingeschränkten Zahl

von Registern geht ein Anstieg des Risikos isolierter Lippen-Gaumen-Spalten hervor. Eine

Fallkontrollstudie im Vergleich zu anderen schweren kongenitalen Fehlbildungen konnte kein

erhöhtes Risiko für Lippen-Gaumen-Spalten nach Lamotrigin-Exposition nachweisen.

Darüber hinaus liegen Einzelmeldungen über eine Anenzephalie bei Nachkommen von Müttern vor,

die während der Schwangerschaft mit Lamotrigin behandelt worden waren.

Insgesamt deuten die Daten für Lamotrigin nicht auf eine deutliche Erhöhung des Risikos von

kongenitalen Missbildungen hin. Hingegen ist eine Kombinationstherapie mit verschiedenen

Antiepileptika im Vergleich zur Monotherapie mit einem höheren Risiko für kongenitale

Fehlbildungen verbunden. Für die Anwendung von Lamotrigin in der Kombinationstherapie liegen

unzureichende Daten vor, so dass nicht beurteilt werden kann, ob ein durch andere Wirkstoffe

gegebenes Missbildungsrisiko durch eine gleichzeitige Gabe von Lamotrigin beeinflusst wird.

Während der Schwangerschaft sollte wenn möglich eine Monotherapie durchgeführt werden.

Die physiologischen Veränderungen während der Schwangerschaft können die Lamotriginspiegel

und/oder die therapeutische Wirkung beeinflussen. Es gab Berichte über erniedrigte

Lamotriginspiegel während der Schwangerschaft mit einem potenziellen Risiko des Verlusts der

Anfallskontrolle. Nach der Entbindung können die Lamotriginspiegel rasch ansteigen mit dem

Risiko dosisabhängiger Nebenwirkungen. Deshalb sollten die Serumkonzentrationen von Lamotrigin

vor, während und nach der Schwangerschaft sowie kurz nach der Entbindung überwacht werden.

Falls erforderlich, sollte die Dosis angepasst werden, um die Serumkonzentration von Lamotrigin auf

der gleichen Höhe wie vor der Schwangerschaft zu halten, oder sie muss dem klinischen Ansprechen

angepasst werden. Darüber hinaus ist auf dosisabhängige Nebenwirkungen nach der Entbindung zu

achten. Bei schwangeren Frauen unter Behandlung mit Lamotrigin muss vor und während der

Schwangerschaft sowie kurz nach Entbindung eine angemessene klinische Betreuung sichergestellt

sein.

Stillzeit

Lamotrigin tritt in sehr variablen Konzentrationen in die Muttermilch über, wobei beim Säugling

Lamotriginspiegel von ca. 50% der Serumkonzentration der Mutter erreicht werden können. Bei

einigen gestillten Kindern können daher pharmakologisch wirksame Serumkonzentrationen

auftreten.

Der potentielle Nutzen des Stillens sollte gegen das mögliche Risiko des Auftretens unerwünschter

Wirkungen beim Säugling abgewogen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

2 Studien mit Freiwilligen haben gezeigt, dass die Wirkung von Lamotrigin auf okuläre Feinmotorik,

Koordination der Augen, Rumpfschwanken und subjektiv empfundene Sedierung gleich wie bei

Placebo war. In klinischen Studien mit Lamotrigin wurden ZNS-Nebenwirkungen wie Schwindel

und Diplopie beobachtet. Generell sollten die Patienten die individuelle Wirkung von Lamotrigin

abwarten, bevor sie ein Fahrzeug lenken oder eine Maschine bedienen.

Da Patienten unterschiedlich auf eine antiepileptische Therapie ansprechen, sollte bezüglich

Fahrtüchtigkeit resp. Bedienen von Maschinen und Epilepsie der Arzt konsultiert werden.

Unerwünschte Wirkungen

Folgende unerwünschte Wirkungen wurden unter Lamotrigin in klinischen Studien bei Patienten mit

Epilepsie oder bipolaren Störungen und/oder nach der Marktzulassung beobachtet. Sie sollen einen

Überblick über das Gesamt-Sicherheitsprofil von Lamotrigin unabhängig von der Indikation geben.

Einige dieser unerwünschten Wirkungen traten bei Kombinationstherapie in höherer Häufigkeit auf

als unter einer Monotherapie. Die Mehrzahl der Daten stammt aus den Studien bei Epilepsie.

Bei der Klassifikation der unerwünschten Wirkungen wurde folgende Konvention gewählt: Sehr

häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000),

sehr selten (<1/10'000).

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Selten: Leukopenie, Thrombocytopenie.

Sehr selten: andere hämatologische Auffälligkeiten (u.a. Neutropenie, Anämie, Pancytopenie,

aplastische Anämie, Agranulozytose, vereinzelt mit tödlichem Ausgang), Lymphadenopathie.

Hämatologische Störungen und Lymphadenopathie wurden sowohl im Rahmen von

Hypersensitivitätssyndromen als auch ohne solche Syndrome beobachtet.

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitssyndrom (einschliesslich Exanthemen, Fieber, Lymphadenopathie,

Gesichtsödem, Veränderungen von hämatologischen Parametern und/oder Leberwerten,

disseminierter intravaskulärer Koagulation (DIC), multiplem Organversagen) (vgl. «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Psychiatrische Störungen

Häufig: Aggressivität, Reizbarkeit, Agitation (nur in Studien bei bipolaren Störungen beobachtet).

Selten: Verwirrtheit.

Sehr selten: Tics, Halluzinationen, Albträume.

Störungen des Nervensystems

Sehr häufig: Schwindelgefühl (in einzelnen Studien bis zu 35%, bei Monotherapie seltener),

Kopfschmerzen (bis zu 26%), Ataxie (bei Kombinationstherapie in bis zu 19%, bei Monotherapie

seltener), Schläfrigkeit (bis zu 14%, bei Monotherapie seltener).

Häufig: Schlaflosigkeit, Tremor, Nystagmus.

Selten: Aseptische Meningitis (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).Sehr selten:

Unsicherheit, Bewegungsstörungen, Verschlimmerung eines vorbestehenden Parkinson-Syndroms,

extrapyramidale Effekte, Choreoathetose*, Zunahme der Anfallshäufigkeit.

* Vereinzelt wurden extrapyramidal-motorische Störungen und Choreoathetose bei Patienten ohne

entsprechendes vorbestehendes Grundleiden beschrieben.

Augenleiden

Sehr häufig: Diplopie (bis zu 25%, bei Monotherapie seltener), Verschwommensehen (bis zu 14%,

bei Monotherapie seltener).

Selten: Konjunktivitis.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Übelkeit (bis zu 18%, bei Monotherapie seltener), Erbrechen (bis zu 18%, bei

Monotherapie seltener), Diarrhoe (bis zu 12%, bei Monotherapie seltener).

Funktionsstörungen der Leber und Galle

Sehr selten: Erhöhte Werte in Leberfunktionstests, Leberfunktionsstörung, Leberversagen.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Exanthem (12–14%).

Selten: Stevens-Johnson-Syndrom, Angioödem, Alopezie.

Sehr selten: Toxische epidermale Nekrolyse.

Exantheme wurden auch als Teil eines Überempfindlichkeitssyndroms beschrieben (vgl.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der

Knochen)

Häufig: Arthralgie (nur in Studien bei bipolaren Störungen beobachtet).

Sehr selten: Lupus-ähnliche Reaktionen.

Es gibt Fallberichte über die Abnahme der Knochendichte, Osteopenie, Osteoporose und Frakturen

bei Patienten, die Lamotrigin über eine lange Zeit angewendet haben. Der Mechanismus, über den

Lamotrigin den Knochen-Metabolismus beeinflusst, ist nicht bekannt.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Müdigkeit (bis zu 10%).

Häufig: Rücken- und andere Schmerzen (nur in Studien bei bipolaren Störungen beobachtet).

Unabhängig von der Indikation, in welcher Lamotrigin verabreicht wird, kann es unter der

Behandlung zu Suizidgedanken und suizidalem Verhalten kommen. In den nachfolgenden Tabellen

sind die entsprechenden Befunde für die beiden Indikationen dargestellt:

Indikation Bipolare Störungen

Vergleich der Suizidalität in den Placebo-kontrollierten klinischen Studien

Lamotrigin

Placebo

OR (95% KI)

p-Wert

Suizidalität insgesamt

29/1212 (2.4%) 19/1054 (1.8%) 1.31 (0.73; 2.39) 0.46

davon

Suizidgedanken

19/1212 (1.6%) 15/1054 (1.4%) 1.08 (0.54; 2.18) 0.86

Vorbereitende Handlungen 1/1212 (0.1%)

0/1054 (0.0%)

inf (0.05; inf)

0.50

Suizidversuche

7/1212 (0.6%)

4/1054 (0.4%)

1.51 (0.43; 5.98) 0.56

Vollendete Suizide

2/1212 (0.2%)

0/1054 (0.0%)

inf (0.21; inf)

0.50

Indikation Epilepsie

Gepoolte Daten der Placebo-kontrollierten Studien mit insgesamt 11 Antiepileptika*

* darunter Lamotrigin (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Antiepileptika

Placebo

absolut

Prozent

absolut

Prozent

Suizidalität insgesamt

104/27863 0.37% 38/16029 0.24% 1.58

davon

Suizidgedanken

67/27863

0.24% 29/16029 0.18% 1.33

Vorbereitende Handlungen 3/27863

0.01% 1/16029

<0.01% 1.73

Suizidversuche

30/27863

0.11% 8/16029

0.04% 2.16

Vollendete Suizide

4/27863

0.01% 0/16029

0.00% –

Überdosierung

Symptome und Anzeichen

Es liegen Meldungen über die Einnahme von Einzeldosen vor, die mehr als das 10- bis 20-Fache der

maximalen therapeutischen Dosis betrugen. Dazu gehören auch tödlich verlaufende Fälle. Es traten

Symptome wie Nystagmus, Ataxie, Bewusstseinstrübung, Grand-Mal-Anfall und Koma auf. Eine

Verbreiterung des QRS-Komplexes (intraventrikuläre Überleitungsverzögerung) wurde nach

Überdosierung ebenfalls beobachtet.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot für Lamotrigin. Im Falle einer Überdosierung sollte der Patient

hospitalisiert und - gegebenenfalls unter Einbeziehung des nationalen toxikologischen

Informationszentrums - mit supportiven Massnahmen behandelt werden. Falls indiziert, sollte eine

Behandlung zur Verringerung der Resorption (Aktivkohle) durchgeführt werden. Die weitere

Behandlung sollte den klinischen Bedürfnissen entsprechend erfolgen. Zur Hämodialyse als

Therapiemassnahme bei Überdosierung liegen keine Erfahrungen vor. Bei 6 Probanden mit

Niereninsuffizienz wurden 20% des Lamotrigins während einer 4-stündigen Hämodialyse aus dem

Körper entfernt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03AX09

Wirkungsmechanismus

Lamotrigin ist ein Phenyltriazin mit antikonvulsiver Wirkung.

Die Resultate pharmakologischer Studien lassen annehmen, dass Lamotrigin ein Blocker der

spannungsregulierten Natriumkanäle ist. In elektrophysiologischen Experimenten an kultivierten

tierischen Neuronen bewirkt es einen spannungsabhängigen Block von dauernd sich wiederholenden

Entladungen und hemmt sowohl die pathologische Freisetzung von Glutamat, der Aminosäure,

welche in der Entstehung von epileptischen Anfällen eine Hauptrolle spielt, als auch

glutamatevozierte Antworten von Aktionspotentialen.

Pharmakodynamik

In speziellen Tests zur Beurteilung der Wirkung von Substanzen auf das zentrale Nervensystem

konnte bei gesunden Freiwilligen gezeigt werden, dass bei einer Dosis von 240 mg Lamotrigin die

Wirkung gleich war wie bei Placebo. Es bestand keine signifikante Störung von okulärer

Feinmotorik und Koordination der Augen, kein verstärktes Rumpfschwanken sowie subjektiv keine

sedierende Wirkung.

Klinische Wirksamkeit bei der Prophylaxe depressiver Phasen bei Patienten mit einer bipolaren

Störung

Die Wirksamkeit von Lamotrigin zur Prophylaxe depressiver Phasen bei Patienten mit einer Bipolar-

I-Störung wurde in zwei pivotalen Studien nachgewiesen.

In den beiden unabhängigen, randomisierten, multizentrischen, doppelblinden, mit Placebo- und

Lithium kontrollierten Studien wurde die Wirksamkeit einer fixen (Studie SCAB2003) oder einer

flexiblen (Studie SCAB2006) Dosis Lamotrigin bei der Langzeitprophylaxe von Relaps und

Rekurrenz von Depression und/oder Manie bei Patienten mit Bipolar-I-Störung beurteilt. Es handelte

sich dabei um Patienten, bei denen kurz zuvor oder noch anhaltend entweder eine depressive Episode

(Studie SCAB2003) oder eine manische oder hypomanische Phase (Studie SCAB2006) aufgetreten

war. Nach Erreichen einer Stabilisierung unter einer Lamotrigin-Monotherapie oder Lamotrigin plus

Psychopharmaka wurden die Patienten mittels Randomisierung in entsprechende

Behandlungsgruppen eingeteilt: Lamotrigin Fixdosis (Studie SCAB2003: 50, 200, 400 mg/Tag),

Lamotrigin variable Dosis (100 bis 400 mg/Tag), und jeweils Lithium (Serumspiegel zwischen 0,8

und 1,1 mÄq/L) oder Placebo für eine Höchstdauer von 18 Monaten.

Die Teilnehmer wurden randomisiert einer bestimmten Monotherapie zugeteilt, die unter

Beobachtung solange fortgeführt wurde, bis der Untersucher eine Intervention durch Verordnung

einer anderen psychotropen Medikation (oder einer Elektrokrampftherapie, EKT) zur Behandlung

eines eingetretenen oder unmittelbar bevorstehenden Rezidivs/Rückfalls in eine affektive Episode

der bipolaren Störung als klinisch notwendig erachtete. Dieser Endpunkt wurde als TIME (Zeit von

der ersten Dosis in der randomisierten Phase bis zur ersten Verordnung einer therapeutischen

Intervention) bezeichnet. Weitere Endpunkte waren die Zeit bis zur Intervention wegen einer

manischen Episode (TIMan) und die Zeit bis zur Intervention wegen einer depressiven Episode

(TIDep).

In beiden Studien ergab die Hauptanalyse der Zeit bis zu einem bipolaren Ereignis (TIME to Any

Bipolar Event, ABE) (Tabelle 1), einer TIDep (Tabelle 2) und einer TIMan (Tabelle 3), dass der

geschätzte Anteil der nach 12 und 18 Monaten «interventions-/ereignisfreien» Teilnehmer in der

Lamotrigin-Gruppe durchweg höher lag als in der Placebo-Gruppe. Ein Vergleich der Kaplan-Meier-

Kurven ergab für TIME (ABE) und TIDep einen statistisch signifikanten Unterschied zu Placebo

zugunsten von Lamotrigin (p <0,05).

Tabelle 1. Geschätzter Anteil «interventions-/ereignisfreier» Teilnehmer: Population zur Evaluation

der experimentellen Wirksamkeit TIME (ABE)*

SCAB2003

SCAB2006

Behandlungszeitraum

Placebo

(n= 119)

Lithium

(n= 120)

Lamotrigin

(n= 165)

Placebo

(n= 69)

Lithium

(n= 44)

Lamotrigin

(n= 58)

12 Monate

18 Monate

Angaben basieren auf Überlebensschätzungen nach Kaplan-Meier.

* Bei dieser Analyse wurden alle Teilnehmer mit Studienabbruch vor Erreichen des TIME-

Endpunktes so eingestuft, als hätten Sie TIME erreicht, ausgenommen jene Teilnehmer, bei welchen

das zur Unterbrechung führende unerwünschte Ereignis nicht auf die Symptomatologie einer

bipolaren Störung zurückzuführen war.

Tabelle 2. Geschätzter Anteil «interventions-/ereignisfreier» Teilnehmer: Population zur Evaluation

der experimentellen Wirksamkeit TIDep

SCAB2003

SCAB2006

Behandlungszeitraum

Placebo

(n= 119)

Lithium

(n= 120)

Lamotrigin

(n= 165)

Placebo

(n= 69)

Lithium

(n= 44)

Lamotrigin

(n= 58)

12 Monate

18 Monate

Angaben basieren auf Überlebensschätzungen nach Kaplan-Meier.

Tabelle 3. Geschätzter Anteil «interventions-/ereignisfreier» Teilnehmer: Population zur Evaluation

der experimentellen Wirksamkeit TIMan

SCAB2003

SCAB2006

Behandlungszeitraum

Placebo

(n= 119)

Lithium

(n= 120)

Lamotrigin

(n= 165)

Placebo

(n= 69)

Lithium

(n= 44)

Lamotrigin

(n= 58)

12 Monate

18 Monate

Angaben basieren auf Überlebensschätzungen nach Kaplan-Meier.

Bei Verabreichung von Lamotrigin war das Risiko einer Intervention wegen Depression im

Studienzeitraum um 33% (SCAB2003) und 61% (SCAB2006) geringer als bei Verabreichung von

Placebo (Proportional-Hazards-Modell von Cox: p <0,05).

Pharmakokinetik

Absorption

Bei Gesunden wird Lamotrigin rasch und vollständig aus dem Magendarmtrakt ohne wesentlichen

«First-Pass-Effect» und mit vollständiger Bioverfügbarkeit (Fabs = 0,98 ± 0,05) resorbiert. Die Peak-

Konzentration im Plasma (Cmax) wird nach zirka 2,5 Stunden (Tmax) erreicht.

Nach Applikation einer Dosis von 120 mg Lamotrigin war bei 12 gesunden Freiwilligen der

Mittelwert von Cmax 1,4 ± 0,33 µg/ml.

Durch Nahrungsaufnahme wird die Tmax auf 3,4 Stunden verlängert. Dies dürfte jedoch klinisch

keine Bedeutung haben, da die absorbierte Menge unverändert bleibt.

Das pharmakokinetische Profil ist linear bis zu 450 mg, der höchsten getesteten Dosis.

Es besteht eine erhebliche interindividuelle Variabilität der maximalen Konzentration im Steady-

State. Die intra-individuelle Variabilität ist hingegen gering.

Distribution

Die Bindung von Lamotrigin an Plasmaproteine beträgt 55%. Es ist unwahrscheinlich, dass ein

Verdrängen von Lamotrigin aus der Plasmaproteinbindung durch andere Arzneimittel zu Toxizität

führt.

Das Verteilungsvolumen ist unabhängig von der Dosis und liegt zwischen 0,92 und 1,22 l/kg.

Daten über die Plazentagängigkeit sind nicht vorhanden. Präliminäre Daten deuten darauf hin, dass

Lamotrigin in die Muttermilch übertritt, und zwar in einer Konzentration von ca. 50% der

Serumkonzentration (vgl. «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Metabolismus

Lamotrigin wird stark metabolisiert. Der Metabolismus erfolgt hauptsächlich über UDP-

Glucuronyltransferasen zum 2-N- und 5-N-Glucuronid. Ferner wird ein 2-N-Methyl-Metabolit

gebildet.

Nach Mehrfachapplikation von 2× täglich 150 mg Lamotrigin bei gesunden Freiwilligen wurde eine

leichte Induktion des eigenen Metabolismus beobachtet: Die Halbwertszeit von Lamotrigin im

Steady-State nahm um 25% ab.

Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass Lamotrigin das Cytochrom P450 Enzymsystem in einem

Ausmass induziert, in welchem klinisch relevante Arzneimittelinteraktionen zu erwarten wären.

Elimination

Die Elimination erfolgt hauptsächlich mit dem Urin. Rund 94% der verabreichten Dosis werden im

Urin nachgewiesen, davon im Mittel rund 10% als unverändertes Lamotrigin, 76% als 2-N-

Glucuronid, 10% als 5-N-Glucuronid, 0,14% als 2-N-Methyl-Metaboliten und 4% als nicht genauer

identifizierte Metaboliten. Ungefähr 2% der Dosis werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Die mittlere

Clearance im Steady-State beim gesunden Erwachsenen beträgt 39 ± 14 ml/min. Die mittlere

Eliminationshalbwertszeit beim gesunden Erwachsenen liegt zwischen 24 und 35 Stunden. Sie sinkt

auf etwa 15 Stunden, wenn Lamotrigin zusammen mit einem Induktor der Glucuronidierung wie

Carbamazepin und Phenytoin gegeben wird. Bei Komedikation mit Valproat allein kann die

Eliminationshalbwertszeit auf durchschnittlich 70 Stunden (± 14 Stunden) ansteigen. Clearance und

Halbwertszeit sind unabhängig von der Dosis.

Die Ganzkörperclearance zeigt erhebliche inter-individuelle Schwankungen, bedingt durch

unterschiedliche Geschwindigkeit des Metabolismus. Intra-individuelle Unterschiede sind weniger

ausgeprägt.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Kinder:

Die Clearance unter Berücksichtigung des Körpergewichtes ist bei Kindern höher als bei

Erwachsenen. Der höchste Wert findet sich bei Kindern unter 5 Jahren. Die

Eliminationshalbwertszeit von Lamotrigin ist bei Kindern generell kürzer als bei Erwachsenen mit

einem mittleren Wert von ungefähr 7 Stunden, wenn Lamotrigin zusammen mit Enzyminduktoren,

wie Carbamazepin und Phenytoin appliziert wird. Bei Komedikation von Lamotrigin mit Valproat

allein kann der Wert im Mittel auf 45-50 Stunden ansteigen.

Für Kinder unter 2 Jahren liegen noch wenig Daten vor.

Ältere Patienten:

Resultate einer Populationsanalyse, in welche junge und ältere Patienten mit Epilepsie

eingeschlossen wurden, zeigten keine klinisch bedeutsame Veränderung der Clearance von

Lamotrigin im Alter. Die Clearance nach Einzeldosen verringerte sich von 35 ml/min bei 20-

Jährigen auf 31 ml/min bei 70-Jährigen, was einer Abnahme um 12% entspricht. Nach 48-wöchiger

Behandlung betrug die Abnahme der Clearance 10%, von 41 ml/min bei jüngeren Patienten auf 37

ml/min bei älteren. Zusätzlich wurde die Pharmakokinetik von Lamotrigin bei 12 älteren, gesunden

Freiwilligen untersucht. Nach einer Einzeldosis von 150 mg betrug die durchschnittliche Clearance

0,39 ml/min/kg, was innerhalb des Bereiches der durchschnittlichen Clearance von 0,31-0,65

ml/min/kg lag, welcher in 9 Studien bei Erwachsenen unter 65 Jahren nach Einzeldosen von 30 bis

450 mg ermittelt wurde.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

In pharmakokinetischen Einzeldosis-Studien bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurde die

Pharmakokinetik von Lamotrigin wenig beeinflusst, die Plasmakonzentration des

Hauptglucuronidmetaboliten stieg aber, bedingt durch die reduzierte renale Clearance, um beinahe

das 8-Fache.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:

In einer Studie wurde die Pharmakokinetik von Lamotrigin-Einzeldosen bei 24 Probanden mit

Leberinsuffizienz unterschiedlichen Schweregrades mit der bei 12 Gesunden verglichen. Die

durchschnittliche Clearance von Lamotrigin betrug bei leberinsuffizienten Patienten mit Child-Pugh

Grad A, B resp. C 0,31 ml/min/kg, 0,24 ml/min/kg resp. 0,10 ml/min/kg, verglichen mit 0,34

ml/min/kg bei den gesunden Probanden.

Präklinische Daten

Mutagenität

Die Resultate einer Reihe von Mutagenitätstests weisen darauf hin, dass Lamotrigin kein genetisches

Risiko für den Menschen darstellt.

Karzinogenität:

Lamotrigin war nicht karzinogen in Langzeitstudien bei Ratte und Maus.

Fertilität:

Lamotrigin beeinträchtigte die Fertilität der Tiere während der Reproduktionsstudien nicht. Beim

Menschen hingegen liegen keine Daten vor.

Sicherheitspharmakologie:

In-vitro-Hemmung der hERG-Kanäle durch Lamotrigin wurde nur bei 323 μM beobachtet, was

jedoch mindestens das 9-Fache der ungebundenen Konzentration von 9 μg/ml (35 μM) beim

Menschen beträgt.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Es gibt Berichte über Interferenzen von Lamotrigin mit einigen Schnelltests zur Bestimmung von

Drogen im Urin, welche zu falsch-positiven Resultaten führten, insbesondere bei der Bestimmung

von Phencyclidinen (PCP). Die positiven Resultate sollten daher mit spezifischeren, chemischen

Methoden bestätigt werden.

Haltbarkeit

Lamotrin-Mepha darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel sollte in der Originalpackung trocken, vor Licht geschützt und nicht über 30 °C

gelagert werden. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

57137 (Swissmedic).

Packungen

Lamotrin-Mepha 5 Tabletten (mit Bruchrille): 60 (B)

Lamotrin-Mepha 25 Tabletten: 60 (B)

Lamotrin-Mepha 50 Tabletten: 60 (B)

Lamotrin-Mepha 100 Tabletten: 60 (B)

Lamotrin-Mepha 200 Tabletten: 60 (B)

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

Mai 2018.

Interne Versionsnummer: 12.1

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