Revatio Filmtabletten

Швейцарія - німецька - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Активний інгредієнт:
sildenafilum
Доступна з:
Pfizer PFE Switzerland GmbH
Код атс:
G04BE03
ІПН (Міжнародна Ім'я):
sildenafilum
Фармацевтична форма:
Filmtabletten
Склад:
sildenafilum 20.00 mg ut sildenafili citras, cellulosum microcristallinum, calcii hydrogenophosphas, carmellosum natricum conexum corresp. natrium 0.6 mg, magnesii stearas, Überzug: hypromellosum, E 171, lactosum monohydricum 0.735 mg, triacetinum, pro compresso obducto.
Клас:
B
Терапевтична група:
Synthetika
Терапевтична области:
Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie (primäre pulmonale Hypertonie, sowie mit Bindegewebserkrankungen assoziierte PAH) der WHO-Klasse II und III, zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit
Кількість Авторизація:
57505
Дата Авторизація:
2006-11-09

Документи іншими мовами

інформаційний буклет інформаційний буклет - французька

01-05-2020

Характеристики продукта Характеристики продукта - французька

23-10-2018

інформаційний буклет інформаційний буклет - італійська

01-05-2020

Характеристики продукта Характеристики продукта - італійська

01-05-2020

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Revatio®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Was ist Revatio und wann wird es angewendet?

Revatio wird zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie eingesetzt (hoher Blutdruck in den

Blutgefässen der Lunge). Revatio senkt den Blutdruck, indem es diese Gefässe erweitert. Revatio gehört

zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Phosphodiesterase-Typ 5-Hemmer bezeichnet werden.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Wann darf Revatio nicht angewendet werden?

Wenn Sie als Patient mit einer Herzerkrankung (z.B. Angina pectoris «Brustschmerzen») mit

Arzneimitteln behandelt werden, die Nitrate oder Stickstoffmonoxid-Donatoren (z.B. mit dem Wirkstoff

Molsidomin, Nitroglycerin oder ähnliche) enthalten, dürfen Sie keinesfalls Sildenafil (Revatio)

einnehmen. Die gleichzeitige Anwendung von Revatio kann eine gefährliche Verstärkung der Wirkung

dieser Arzneimittel in Form von Blutdruckabfall und Kreislaufzusammenbruch verursachen. Dies gilt

ebenso für die Anwendung der illegal vertriebenen «Poppers» (mit dem Wirkstoff Amylnitrit).

Revatio darf nicht angewendet werden, wenn Sie mit Arzneimitteln behandelt werden, die

Guanylatcyclase-Stimulatoren wie Riociguat (zur Erweiterung der Lungenarterien bei spezifischen

Formen der pulmonalen Hypertonie), Voriconazol oder Itraconazol (gegen Pilzerkrankungen) oder

Ritonavir (bei HIV) enthalten.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie eines der oben erwähnten Arzneimittel

einnehmen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin.

Revatio darf nicht angewendet werden, wenn Sie vor kurzem einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt

erlitten haben, einen niedrigen Blutdruck haben oder wenn Sie an einer schweren Leberkrankheit leiden.

Nehmen Sie Revatio nicht ein, wenn Sie jemals auf Sildenafil oder einen der anderen Inhaltsstoffe von

Revatio überempfindlich (allergisch) reagiert haben. Eine allergische Reaktion kann sich als

Hautausschlag, Jucken, Gesichtsschwellung, geschwollene Lippen oder Kurzatmigkeit bemerkbar

machen. Wenn solche Reaktionen jemals bei Ihnen aufgetreten sind, müssen Sie dies Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin mitteilen.

Revatio darf an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht verabreicht werden.

Wann ist bei der Einnahme von Revatio Vorsicht geboten?

Bei akuten Herz-Kreislauf-Beschwerden oder –Erkrankungen dürfen Sie nicht mit nitrathaltigen

Arzneimitteln behandelt werden, falls Sie zuvor ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Sildenafil

eingenommen haben. Eine gleichzeitige Anwendung solcher Arzneimittel kann zu einem Absinken des

Blutdrucks führen, was lebensbedrohliche Ausmasse annehmen kann. Deshalb dürfen Sie auch die

illegal vertriebene Substanz «Amylnitrit», die in den sog. «Poppers» enthalten ist, nicht verwenden.

Informieren Sie vor der Verschreibung von Revatio Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie einen

Schlaganfall oder einen Herzinfarkt hatten, an einer Herzerkrankung leiden, Schmerzen im Brustkorb

(Angina pectoris) oder andere Herzbeschwerden oder einen niedrigen Blutdruck haben.

Plötzlich auftretende Herzbeschwerden stellen eine medizinische Notfallsituation dar, die sofortige

ärztliche Behandlung erfordert. Alle Personen, die Sie behandeln, müssen darauf aufmerksam gemacht

werden, dass Sie Revatio eingenommen haben. Diese Information ist für Ihre weitere Behandlung

wichtig!

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auch, wenn Sie Guanylatcyclase-Stimulatoren wie

Riociguat einnehmen, da diese Ihren Blutdruck zusätzlich verringern können.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Arzneimittel gegen zu hohen Blutdruck

einnehmen. Bei einigen Patienten, die Alphablocker zur Behandlung von Bluthochdruck oder

Prostatabeschwerden einnehmen, kann es im Stehen zu Schwindelgefühl und Benommenheit kommen.

Dabei handelt es sich um Symptome einer sogenannten orthostatischen Hypotonie, ausgelöst durch

einen zu niedrigen Blutdruck beim raschen Aufsitzen oder Aufstehen.

Kontaktieren Sie bei plötzlichen Sehstörungen oder einem Sehverlust auf einem oder beiden Augen

unverzüglich einen Arzt bzw. eine Ärztin. Revatio, sowie auch weitere Arzneimittel mit Wirkstoffen aus

der Gruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE5-Hemmer) wie Tadalafil, Vardenafil, dürfen in

einem solchen Fall nicht weiter eingenommen werden. Ein solches Ereignis könnte einen permanenten

Verlust des Sehvermögens zur Folge haben. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auch, falls Sie

bereits früher einen schweren Sehverlust erlitten haben oder an bestimmten, seltenen

Augenerkrankungen (wie sog. Retinitis Pigmentosa) leiden.

Sie sollten Revatio auf keinen Fall gleichzeitig mit Viagra anwenden, da in Viagra derselbe Wirkstoff

(Sildenafil) wie in Revatio enthalten ist.

Bei Vorliegen der folgenden Erkrankungen sollten Sie ebenfalls die Anwendung von Revatio mit Ihrem

Arzt bzw. Ihrer Ärztin besprechen:

·Sichelzellanämie (eine Veränderung der roten Blutkörperchen), Leukämie (Blutkrebs), multiplem

Myelom (Knochenmarkkrebs), irgendeiner Erkrankung oder einer Deformation Ihres Penis, da in diesen

Fällen besondere Vorsicht bei der Behandlung nötig sein kann.

·Magengeschwür oder einer Störung der Blutgerinnung (z.B. Hämophilie), da Revatio unerwünschte

Wirkungen auf diese Erkrankungen ausüben könnte.

·Funktionsstörung der Niere oder Leber.

·Anwendung anderer Arzneimittel aus der Gruppe der PDE5-Hemmer mit den Wirkstoffen Tadalafil

oder Vardenafil (siehe auch Abschnitt «Was ist Revatio und wann wird es angewendet?».

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Revatio und manche Arzneimittel können sich gegenseitig ungünstig beeinflussen. Nehmen Sie Revatio

nur dann mit anderen Arzneimitteln ein, wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen sagt, dass Sie dies tun

können.

Revatio kann zu einer schwerwiegenden Verstärkung der Wirkung von Arzneimitteln führen, die Nitrate

oder Stickstoffmonoxid-Donatoren (z.B. mit den Wirkstoffen Molsidomin, Nitroglycerin oder ähnliche)

enthalten. Eine gleichzeitige Einnahme solcher Arzneimittel mit Revatio ist strengstens untersagt.

Wenn Sie Bosentan gegen Lungenhochdruck einnehmen, bitten Sie vor der Einnahme von Revatio Ihren

Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin um Rat, da Ihre Dosis eventuell angepasst

werden muss.

Es gibt eine Reihe von Arzneimitteln, die den Abbau der Wirksubstanz von Revatio in der Leber

verlangsamen oder verhindern, sodass die Wirkung, aber auch die unerwünschten Wirkungen

(Nebenwirkungen) von Revatio verstärkt werden können. Zu diesen Arzneimitteln zählen u.a. gewisse

Antibiotika (sog. «Makrolide» wie Clarithromycin), Mittel gegen Pilzerkrankungen (wie z.B.

Itraconazol), gewisse Medikamente gegen HIV (sog. Protease-Hemmer) oder Arzneimittel gegen

überschüssige Magensekretion oder Magengeschwüre mit dem Wirkstoff Cimetidin.

Hinweise zu den Hilfsstoffen

Bitte nehmen Sie Revatio Filmtabletten erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein,

wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden, da die Filmtabletten

Lactose enthalten.

Revatio Filmtabletten enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosiereinheit, d.h. sie sind

nahezu «natriumfrei».

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Nach der Einnahme von Revatio können Schwindel und Sehstörungen (die manchmal mehrere Stunden

dauern) wie verschwommenes Sehen oder abnormale Farbwahrnehmung gelegentlich auftreten. Deshalb

sollten Sie wissen, wie Sie auf Revatio reagieren, bevor Sie ein Fahrzeug lenken oder Maschinen

bedienen. Dies ist auch bei Aktivitäten, die eine präzise Farbenunterscheidung erfordern, zu

berücksichtigen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Revatio während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder glauben, schwanger zu sein, bitten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw.

Ihre Ärztin oder Apothekerin um Rat, bevor Sie Revatio einnehmen. Revatio sollte während der

Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, eine Anwendung ist dringend erforderlich.

Sobald Sie mit der Einnahme von Revatio beginnen, dürfen Sie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin nicht weiter stillen, da Sildenafil in geringem Umfang in die Muttermilch übergeht. Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin wird die Notwendigkeit der Anwendung bei Ihnen gegenüber möglichen

unerwünschten Wirkungen auf den Säugling sorgfältig abwägen.

Wie verwenden Sie Revatio?

Nehmen Sie Revatio immer genau nach Anweisung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin ein. Wenn

diesbezüglich Fragen auftreten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin. Die empfohlene Dosis beträgt 20 mg dreimal täglich im Abstand von 6 bis 8 Stunden. Das

Arzneimittel kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Nehmen Sie nicht mehr Tabletten ein, als Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen verordnet hat.

Wenn Sie mehr als die von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verordnete Anzahl von Tabletten eingenommen

haben, setzen Sie sich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung.

Falls Sie einmal vergessen haben, Revatio einzunehmen, holen Sie die Einnahme so schnell wie möglich

nach und nehmen die Tabletten anschliessend wieder zu den gewohnten Zeiten ein. Nehmen Sie als

Ausgleich für vergessene Tabletten keinesfalls die doppelte Dosis ein.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Besondere Hinweise für Patienten mit Nieren- oder Lebererkrankungen

Sie sollten Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, falls Sie eine Funktionsstörung der Niere oder der

Leber haben, da die Dosierung dann möglicherweise angepasst werden muss.

Welche Nebenwirkungen kann Revatio haben?

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Kopfschmerzen, Durchfall, Hitzegefühl verbunden mit Gesichtsrötung, Schmerzen in den Extremitäten

(Gliederschmerzen) sowie Verdauungsstörungen.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Cellulitis, grippeähnliche Symptome, Nebenhöhlenentzündung, Wassereinlagerung, Schlafstörungen,

Angst, Migräne, Zittern, Kribbeln, Gefühl des Brennens, Taubheit in Händen und Füssen, reduzierte

Sehschärfe, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Veränderung des Farbsehens, Doppeltsehen,

Lichtempfindlichkeit, abnormales Gefühl im Auge, Reizungen am Auge, Schwindel, Bronchitis,

Nasenbluten, laufende Nase, Nasenschleimhautschwellung, Husten, Magenentzündung, Magen-Darm-

Entzündung, Sodbrennen, Hämorrhoiden, Spannungsgefühl im Bauch, Mundtrockenheit, Haarausfall,

Hautrötung, Muskelschmerzen, Vergrösserung der Brustdrüse des Mannes, erhöhte Körpertemperatur,

Nachtschweiss, Gewichtszunahme und Rückenschmerzen.

Es traten zudem einzelne Fälle von Hautausschlägen, Ohrgeräuschen, Taubheit, Ohrenschmerzen,

verschiedenen Blutungen oder Blutdruckabfall (von Schwindel bis Ohnmacht) auf.

In seltenen Fällen berichteten Männer, die PDE5-Hemmer – oral einzunehmende Arzneimittel gegen

erektile Dysfunktion, zu denen auch Viagra gehört – eingenommen hatten, über eine plötzliche

Verminderung oder sogar über einen plötzlichen Verlust der Sehkraft in einem oder beiden Augen. Ob

diese Ereignisse direkt mit diesen Arzneimitteln oder mit anderen Faktoren wie Bluthochdruck oder

Diabetes (Zuckerkrankheit) in Zusammenhang stehen oder auf eine Kombination von beiden

zurückzuführen sind, lässt sich nicht ermitteln. Wenn Sie eine plötzliche Verminderung oder sogar einen

plötzlichen Verlust Ihrer Sehkraft feststellen, setzen Sie alle PDE5-Hemmer, einschliesslich Viagra bzw.

Revatio, umgehend ab, und suchen Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.

Nach der Einnahme von Sildenafil wurde über übermässig lang anhaltende und manchmal schmerzhafte

Erektionen berichtet. Wenn Sie eine derartige, mehr als 4 Stunden dauernde Erektion haben, sollten Sie

umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zu Rate ziehen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 30 °C, vor Feuchtigkeit geschützt und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Revatio enthalten?

Filmtabletten sind weiss, rund, beidseitig gewölbt, mit den Bezeichnungen «PFIZER» auf der einen und

«RVT 20» auf der anderen Seite.

Wirkstoffe

1 Filmtablette enthält 20 mg Sildenafil (als Sildenafilcitrat).

Hilfsstoffe

Mikrokristalline Cellulose, Calciumhydrogenphosphat (wasserfrei), Croscarmellose-Natrium,

Magnesiumstearat, Hypromellose, Titandioxid, Lactosemonohydrat, Triacetin.

Zulassungsnummer

57505 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Revatio? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen mit 90 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

PIL V014

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Fachinformation

Revatio®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff

Sildenafilum ut Sildenafili citras.

Hilfsstoffe

Filmtabletten

Tablettenkern: Cellulosum microcristallinum, Calcii hydrogenophosphas anhydricus, Carmellosum

natricum conexum, Magnesii stearas.

Filmüberzug: Hypromellosum, Titanii dioxidum (E171), Lactosum monohydricum, Glycerolum

triacetas.

Injektionslösung

Glucosum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten: 20 mg.

Weisse, runde, bikonvexe Filmtabletten mit den Bezeichnungen «PFIZER» auf der einen und

«RVT 20» auf der anderen Seite.

Injektionslösung: Durchstechflaschen zu 10 mg/12.5 ml (Konzentration 0.8 mg/ml).

Klare, farblose, sterile Lösung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie (primäre pulmonale Hypertonie sowie mit

Bindegewebserkrankung assoziierte PAH) der WHO-Funktionsklassen II und III, zur Verbesserung

der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Dosierung/Anwendung

Die Injektionslösung wird für die Weiterführung der Therapie bei Patienten angewendet, welche die

Filmtabletten vorübergehend nicht einnehmen können, ansonsten aber klinisch und hämodynamisch

stabil sind.

Die Injektionslösung soll als intravenöse Bolusinjektion verabreicht werden.

Anwendung bei Erwachsenen

Die empfohlene Dosis bei oraler Anwendung beträgt 20 mg dreimal täglich. Die Tabletten sollten in

Abständen von ca. 6 bis 8 Stunden mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden.

Die empfohlene Dosis bei intravenöser Anwendung beträgt 10 mg (12.5 ml Injektionslösung)

dreimal täglich als Bolusinjektion.

Es wird davon ausgegangen, dass eine 10 mg intravenös verabreichte Dosis vergleichbar ist mit einer

20 mg oral verabreichten Dosis in Bezug auf die Exposition von Sildenafil und dessen N-Desmethyl-

Metaboliten sowie hinsichtlich pharmakologischer Effekte.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten

Da die Clearance von Sildenafil bei älteren Patienten reduziert ist, hat die Anwendung mit Vorsicht

zu erfolgen.

Kinder und Jugendliche

Aufgrund unzureichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit soll Revatio bei Kindern und

Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter bis mässiger Nierenfunktionsstörung sind keine Dosisanpassungen

erforderlich. Da die Clearance von Sildenafil bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

reduziert ist, hat die Anwendung mit Vorsicht zu erfolgen. Es existieren keine Erfahrungen in der

Behandlung der PAH mit Sildenafil bei schweren Nierenfunktionsstörungen (d.h. Kreatinin-

Clearance <30 ml/min).

Patienten mit Leberfunktionsstörung

Da die Clearance von Sildenafil bei Patienten mit leichter bis mässiger Leberfunktionsstörung (d.h.

Child-Pugh Klassen A und B) reduziert ist, hat die Anwendung mit Vorsicht zu erfolgen. Es

existieren keine Erfahrungen in der Behandlung der PAH mit Sildenafil bei schweren

Leberfunktionsstörungen (d.h. Child-Pugh Klasse C).

Komedikation mit CYP3A4-Inhibitoren

Die Gabe starker CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Voriconazol, Ritonavir) zusammen mit

Sildenafil ist kontraindiziert (siehe «Interaktionen» und «Kontraindikationen»).

Die gemeinsame Gabe von Sildenafil mit den moderaten CYP3A4-Inhibitoren Erythromycin oder

Saquinavir erhöhte die systemische Exposition von Sildenafil. Die gemeinsame Anwendung von

Sildenafil mit diesen Substanzen hat daher mit Vorsicht zu erfolgen (siehe «Interaktionen»).

Eine Verringerung der Dosis auf zweimal täglich 20 mg (10 mg bei intravenöser Injektion) sollte

erwogen werden bei gleichzeitiger Verabreichung an Patienten, die bereits CYP3A4-Inhibitoren wie

Erythromycin oder Saquinavir erhalten. Bei Anwendung zusammen mit stärkeren CYP3A4-

Inhibitoren (z.B. Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon) wird eine Verringerung der Dosis

auf einmal täglich 20 mg (10 mg bei intravenöser Injektion) empfohlen.

Komedikation mit CYP3A4-Induktoren

Bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Induktoren könnten Anpassungen der Sildenafildosis

erforderlich werden (siehe «Interaktionen»).

Komedikation mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der PAH

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Sildenafil bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen

Arzneimitteln zur Behandlung der PAH (z.B. Ambrisentan, Iloprost, andere PDE5-Inhibitoren)

wurde nicht in kontrollierten klinischen Studien untersucht. Deshalb ist bei gleichzeitiger

Anwendung dieser Arzneimittel Vorsicht geboten.

Komedikation mit Alphablockern

Um die Möglichkeit einer orthostatischen Hypotonie möglichst gering zu halten, sollten Patienten,

die mit Alphablockern behandelt werden, vor Beginn der Sildenafil-Behandlung stabil eingestellt

sein (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Kontraindikationen

Entsprechend seiner bekannten pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid/cGMP-

Stoffwechselweg (siehe «Eigenschaften/Wirkungen») konnte gezeigt werden, dass Sildenafil den

blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten potenziert. Daher ist die Verabreichung an Patienten, die

Stickstoffmonoxid-Donatoren (z.B. Molsidomin, andere Koronarvasodilatatoren mit

Nitroverbindungen bzw. Nitrat in jeglicher Form) anwenden, absolut kontraindiziert (siehe

«Interaktionen»). Patienten sind zudem ausdrücklich zu informieren, dass sie illegal vertriebene

Nitrate, sog. «Poppers» (Amylnitrit), oder andere Nitrate auf keinen Fall während der Therapie mit

Revatio anwenden dürfen.

Die gleichzeitige Anwendung von Sildenafil mit Guanylatcyclase-Stimulatoren wie z.B. Riociguat

ist aufgrund einer additiven hypotonen Wirkung kontraindiziert.

Revatio ist kontraindiziert in Kombination mit starken CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Itraconazol,

Voriconazol, Ritonavir; siehe «Interaktionen»).

Die Sicherheit von Sildenafil wurde bei folgenden Patientengruppen nicht untersucht, und seine

Anwendung bei diesen Gruppen ist daher kontraindiziert: bei Patienten mit schwerer Einschränkung

der Leberfunktion (d.h. Child-Pugh Klasse C), bei Patienten mit einem kürzlich zurückliegenden

Schlaganfall oder Herzinfarkt und bei Patienten mit ausgeprägter Hypotonie (Blutdruck

<90/50 mmHg) bei Behandlungsbeginn.

Revatio ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem

der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vasodilatatoren können den kardiovaskulären Status von Patienten mit pulmonaler

Venenverschlusskrankheit signifikant verschlechtern. Die Gabe von Revatio an Patienten mit

pulmonaler Venenverschlusskrankheit wird daher nicht empfohlen, da diesbezüglich keine

klinischen Daten vorliegen.

Zur intravenösen Applikation von Sildenafil bei klinisch oder hämodynamisch instabilen Patienten

stehen keine klinischen Daten zur Verfügung. Eine Anwendung bei solchen Patienten wird daher

nicht empfohlen.

Da die Sicherheit von Sildenafil in den folgenden Patientengruppen nicht untersucht wurde, wird die

Anwendung von Sildenafil bei diesen Patienten nicht empfohlen: Patienten mit schwerer

kardiovaskulärer Erkrankung wie zum Beispiel schwerer Herzinsuffizienz, instabiler Angina pectoris

oder lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen (für kardiovaskuläre Effekte von Sildenafil siehe

«Eigenschaften/Wirkungen») sowie mit bekannter erblich bedingter degenerativer Retinaerkrankung

wie beispielsweise Retinitis pigmentosa (eine Minderheit dieser Patienten hat eine genetisch bedingte

Störung der retinalen Phosphodiesterasen).

Nitrate

Revatio potenziert die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten (siehe «Kontraindikationen» und

«Interaktionen»).

Patienten, die akute kardiovaskuläre Ereignisse erleiden, dürfen nicht mit Nitraten behandelt werden,

wenn sie Sildenafil eingenommen haben oder eingenommen haben könnten, da schwere

lebensbedrohliche Hypotonien auftreten können. Der Patient ist vom verschreibenden Arzt

entsprechend zu informieren (siehe «Interaktionen»).

Vasodilatatorische Wirkung

Sildenafil besitzt vasodilatatorische Eigenschaften, die zu einer vorübergehenden, leichten

Blutdrucksenkung führen (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»). Vor der Verschreibung von Sildenafil

sollten Ärzte daher sorgfältig abwägen, ob Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen durch diese

vasodilatatorische Wirkung beeinträchtigt werden könnten, z.B. Patienten mit Hypotonie im

Ruhezustand (Blutdruck <90/50 mmHg), Dehydratation, schwerer linksventrikulärer

Abflussbehinderung (z.B. Aortenstenose, hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie) oder autonomer

Dysfunktion.

Interaktion mit Stimulatoren der Guanylatcyclase

Stimulatoren der Guanylatcyclase (wie Riociguat) bewirken ebenso wie PDE5-Inhibitoren

Veränderungen des intrazellulären cGMP. Trotz unterschiedlichem Wirkmechanismus wirken beide

Substanzklassen vasodilatatorisch. Wenn bei Kombination der beiden Wirkprinzipien der cGMP-

Spiegel ansteigt, ist ein additiver Effekt auf den systemischen Blutdruck mit erhöhtem Risiko für

eine symptomatische Hypotonie zu erwarten (siehe auch «Interaktionen»). Revatio darf daher nicht

zusammen mit Stimulatoren der Guanylatcyclase angewendet werden.

Alphablocker

Die gleichzeitige Verabreichung von Sildenafil und Alphablockern kann bei einigen empfindlichen

Patienten zu symptomatischer Hypotonie führen (siehe «Interaktionen»). Um das Potenzial für eine

orthostatische Hypotonie zu minimieren, sollten Patienten, die eine Alphablocker-Therapie erhalten,

vor Beginn einer Behandlung mit Sildenafil hämodynamisch stabil sein. Der Arzt sollte den

Patienten erläutern, wie sie sich bei Auftreten von Symptomen einer orthostatischen Hypotonie zu

verhalten haben.

Kardiovaskuläre Risiken

Im Rahmen der Marktüberwachung von Sildenafil zur Behandlung der erektilen Dysfunktion wurde

in zeitlicher Verbindung mit der Anwendung von Sildenafil von schwerwiegenden kardiovaskulären

Ereignissen berichtet, wie Herzinfarkt, instabiler Angina pectoris, plötzlichem Herztod, ventrikulärer

Arrhythmie, zerebrovaskulärer Blutung, transitorischer ischämischer Attacke, Hypertonie und

Hypotonie. Die meisten – aber nicht alle – der betroffenen Patienten wiesen vorbestehende

kardiovaskuläre Risikofaktoren auf. Viele Ereignisse traten den Berichten zufolge während des

Geschlechtsverkehrs oder kurz danach auf, einige wenige kurz nach der Einnahme von Sildenafil,

aber ohne dass der Patient sexuell aktiv wurde. Andere Ereignisse traten erst Stunden oder Tage nach

der Einnahme von Sildenafil und sexueller Aktivität auf. Es ist nicht möglich, zu beurteilen, ob diese

Ereignisse in direktem Zusammenhang mit Sildenafil, sexueller Aktivität, der zugrunde liegenden

kardiovaskulären Erkrankung des Patienten, einer Kombination dieser Faktoren oder mit anderen

Faktoren stehen.

Auswirkungen auf das Sehvermögen

Der Patient ist anzuweisen, bei einem plötzlichen Sehverlust auf einem oder beiden Augen alle

PDE5-Inhibitoren, einschliesslich Revatio, sofort abzusetzen und sich unverzüglich in ärztliche

Behandlung zu begeben. Ein solches Ereignis kann ein Zeichen für eine nicht-arteriitische anteriore

ischämische Optikusneuropathie (NAION) sein, die eine Verminderung der Sehkraft bis hin zu

einem permanenten Verlust des Sehvermögens zur Folge haben kann. Gemäss Literatur beträgt die

jährliche Inzidenz einer NAION in der Allgemeinbevölkerung 2.5-11.8 Fälle pro 100'000 Männer im

Alter ≥50 pro Jahr.

NAION wurde nach Markteinführung in seltenen Fällen in zeitlichem Zusammenhang mit der

Anwendung von PDE5-Inhibitoren wie Sildenafil beobachtet. Die meisten der betroffenen Patienten

zeigten vorbestehende Risikofaktoren für die Entwicklung einer NAION wie tiefer Cup/Disc-Ratio

(«crowded disc»), Diabetes, arterielle Hypertonie, Alter >50 Jahre, Koronarangiopathien,

Hyperlipidämie oder Rauchen.

In einer Beobachtungsstudie wurde untersucht, ob eine kürzlich erfolgte episodische Anwendung

von PDE5-Inhibitoren (als Klasse), typischerweise zur Behandlung von Erektionsstörungen, mit dem

akuten Auftreten von NAION in Zusammenhang steht. Die Ergebnisse zeigten eine zweifache

Erhöhung des NAION-Risikos innerhalb von 5 Halbwertzeiten nach Einnahme des PDE5-Inhibitors.

Personen, bei denen bereits eine NAION aufgetreten ist, haben ein erhöhtes Risiko für NAION-

Rezidive bzw. eine NAION am anderen Auge. PDE5-Inhibitoren wie Sildenafil sollten bei diesen

Patienten mit Vorsicht eingesetzt werden und nur, wenn der erwartete Nutzen die Risiken überwiegt.

Ärzte sollten dieses Risiko mit ihren Patienten besprechen. Zudem ist zu erörtern, inwiefern die

Anwendung von PDE5-Inhibitoren auch zu anderen unerwünschten Wirkungen führen könnte (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»).

Hämostase

In-vitro-Studien an menschlichen Thrombozyten haben Hinweise dafür erbracht, dass Sildenafil die

antiaggregatorische Wirkung von Nitroprussid-Natrium, einem Stickstoffmonoxid-Donator,

verstärkt. Hinsichtlich der Verabreichung von Sildenafil an Patienten mit Blutgerinnungsstörungen

oder aktiven peptischen Ulzera liegen keine Sicherheitsdaten vor. Die Gabe von Sildenafil an diese

Patienten sollte daher nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Bei Patienten, deren pulmonale arterielle Hypertonie als Folge einer Bindegewebserkrankung auftrat,

war die Inzidenz einer Epistaxis höher (Sildenafil 12.9%, Placebo 0%) als bei Patienten mit primärer

pulmonaler Hypertonie (Sildenafil 3.0%, Placebo 2.4%). Ebenfalls eine höhere Epistaxisinzidenz

zeigte sich zudem bei Patienten unter Sildenafil, die begleitend mit einem oralen Vitamin-K-

Antagonisten behandelt wurden (8.8% vs. 1.7% bei nicht mit einem Vitamin-K-Antagonisten

behandelten Patienten).

Priapismus und anatomische Penismissbildungen

Prolongierte Erektionen und Priapismus wurden aus der Marktüberwachung von Sildenafil gemeldet.

Patienten sollen angewiesen werden, bei Erektionen, die länger als 4 h andauern, unverzüglich einen

Arzt aufzusuchen. Ein Priapismus stellt einen urologischen Notfall dar. Wird ein Priapismus nicht

sofort behandelt, kann es zu Gewebeschäden am Penis sowie zum dauerhaften Verlust der Potenz

kommen.

Bei Patienten mit anatomischen Penismissbildungen (z.B. Angulation, Fibrose im Bereich der

Corpora cavernosa, Induratio penis plastica) sowie bei Patienten mit für Priapismus

prädisponierenden Erkrankungen wie Sichelzellanämie, multiplem Myelom oder Leukämie sollte

Sildenafil mit entsprechender Vorsicht angewendet werden.

Gleichzeitige Anwendung mit Bosentan

In einer Studie an 103 PAH-Patienten (primäre PAH und sekundäre PAH assoziiert mit einer

Bindegewebserkrankung) mit Bosentan-Grundbehandlung konnte im 6-Minuten-Gehtest kein

zusätzlicher Benefit für Sildenafil als Komedikation von Bosentan im Vergleich zur alleinigen

Anwendung von Bosentan gezeigt werden (siehe «Eigenschaften/Wirkungen – Klinische

Wirksamkeit»).

Gleichzeitige Anwendung mit anderen PDE5-Inhibitoren

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Sildenafil bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen PDE5-

Inhibitoren (einschliesslich Viagra) wurde nicht untersucht. Eine gleichzeitige Anwendung wird

nicht empfohlen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Aufgrund unzureichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit soll Revatio bei Kindern und

Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden. In einer klinischen Langzeitstudie bei

pädiatrischen Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie wurde unter höheren Dosen eine

erhöhte Mortalität beobachtet.

Hinweise zu den Hilfsstoffen

Revatio Filmtabletten enthalten Laktose. Patienten mit der seltenen hereditären Galaktoseintoleranz,

Lapp-Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Interaktionsstudien wurden, falls nicht anders bezeichnet, an gesunden männlichen Erwachsenen und

mit oraler Sildenafilgabe durchgeführt. Diese Ergebnisse sind übertragbar auf andere

Patientengruppen und Verabreichungswege.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Sildenafil

In-vitro-Studien

Der Sildenafil-Metabolismus wird durch die Cytochrom-P450 (CYP)-Isoenzyme 3A4 (Hauptweg)

und 2C9 (Nebenweg) vermittelt. Die Sildenafil-Clearance kann folglich durch Inhibitoren dieser

Isoenzyme herab- und durch Induktoren dieser Isoenzyme heraufgesetzt werden.

In-vivo-Studien

Enzyminduktoren

Die Komedikation von Sildenafil im Steady State (80 mg oral dreimal täglich) mit dem Endothelin-

Rezeptorantagonisten Bosentan, einem moderaten CYP3A4-, CYP2C9- und möglicherweise auch

CYP2C19-Induktor, im Steady State (125 mg zweimal täglich) führte zu einer Verminderung der

AUC sowie der Cmax von Sildenafil um 62.6% bzw. 55.4%. Die Kombination beider Arzneimittel

bewirkte keine klinisch relevanten Blutdruckveränderungen (stehend und liegend) und wurde von

gesunden Probanden gut vertragen.

Eine populationskinetische Analyse an den Daten von 3 Studien bei Patienten mit PAH

(einschliesslich einer 12-wöchigen Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von oral appliziertem

Sildenafil als Zusatz zu einer Bosentan-Therapie) zeigte bei gleichzeitiger Verabreichung zusammen

mit Bosentan eine vergleichbare Reduktion der Sildenafil-Exposition, wie sie in der Studie an

gesunden Probanden beobachtet worden war (siehe auch «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Eigenschaften/Wirkungen – Klinische Wirksamkeit»).

Bei gleichzeitiger Verabreichung zusammen mit schwachen CYP3A4-Induktoren zeigte die

populationskinetische Analyse eine rund dreifach erhöhte Sildenafil-Clearance, was konsistent ist zu

den Befunden der Interaktionsstudie mit Bosentan. Es wird erwartet, dass die gleichzeitige

Verabreichung starker CYP3A4-Induktoren zusammen mit Sildenafil zu einer substanziellen

Reduktion der Sildenafil-Plasmakonzentrationen führt.

Starke CYP3A4-Inhibitoren

Die Komedikation des HIV-Protease-Inhibitors Ritonavir, einem hoch wirksamen Cytochrom-P450-

Inhibitor, im Steady State (500 mg zweimal täglich) mit Sildenafil (100 mg oral als Einmaldosis)

bewirkte einen Anstieg der Cmax von Sildenafil um das 4-Fache (300%) sowie der Plasma-AUC von

Sildenafil um das 11-Fache (1000%). Nach 24 Stunden lagen die Plasmakonzentrationen von

Sildenafil immer noch bei ungefähr 200 ng/ml, verglichen mit rund 5 ng/ml bei alleiniger

Verabreichung von Sildenafil. Diese Beobachtung steht in Einklang mit der ausgeprägten Wirkung

von Ritonavir auf eine breite Palette von Cytochrom-P450-Substraten. Angesichts dieser

pharmakokinetischen Ergebnisse ist die gleichzeitige Einnahme von Sildenafil und Ritonavir

kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Bei anderen starken CYP3A4-Inhibitoren wie beispielsweise Itraconazol oder Voriconazol dürften

ähnliche Effekte wie bei Ritonavir zu erwarten sein (siehe «Kontraindikationen»).

Moderate CYP3A4-Inhibitoren

Die Komedikation des HIV-Protease-Inhibitors Saquinavir, einem CYP3A4-Inhibitor, im Steady

State (1200 mg dreimal täglich) mit Sildenafil (100 mg oral als Einmaldosis) bewirkte einen 2.4-

fachen Anstieg der Cmax und einen 3.1-fachen Anstieg der AUC von Sildenafil.

Bei Patienten, die über fünf Tage mit zweimal täglich 500 mg Erythromycin, einem moderaten

CYP3A4-Inhibitor, behandelt worden waren (Steady State), kam es nach einmaliger oraler Einnahme

von 100 mg Sildenafil zu einem Anstieg der systemischen Exposition von Sildenafil (AUC) um

182%.

Eine populationskinetische Analyse an den Daten von 2 klinischen Studien zeigte bei gleichzeitiger

Verabreichung zusammen mit schwachen oder moderaten CYP3A4-Inhibitoren eine Reduktion der

Sildenafil-Clearance um rund 30%.

Bei anderen CYP3A4-Inhibitoren wie z.B. Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon wird

erwartet, dass der Effekt zwischen jenem von Ritonavir und jenem von Saquinavir oder

Erythromycin liegt, d.h. man vermutet eine ungefähr 6-fach erhöhte Exposition. Daher wird bei der

Anwendung dieser CYP3A4-Inhibitoren eine Dosisanpassung empfohlen (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Grapefruitsaft kann, als schwacher Inhibitor des CYP3A4-Stoffwechsels in der Darmwand, ebenfalls

einen leichten Anstieg der Konzentration von oral verabreichtem Sildenafil im Plasma hervorrufen.

Andere Interaktionen

Die gleichzeitige Verabreichung von Sildenafil (50 mg oral) und Cimetidin (800 mg), einem

Cytochrom-P450- und unspezifischen CYP3A4-Inhibitor, bewirkte eine Erhöhung der

Sildenafilkonzentration im Plasma um 56%.

Es fand sich kein signifikanter Einfluss von Azithromycin (500 mg täglich über 3 Tage) auf AUC,

Cmax, tmax, Eliminationsrate oder Halbwertszeit von Sildenafil oder seinem Hauptmetaboliten.

Eine populationskinetische Analyse an den Daten von 2 klinischen Studien zeigte bei gleichzeitiger

Verabreichung zusammen mit Betablockern eine Reduktion der Sildenafil-Clearance um ca. 34%.

Die Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem Sildenafil wurde durch einzelne Dosen eines

Antazidums (Magnesiumhydroxid/Aluminiumhydroxid) nicht beeinflusst.

Die Pharmakokinetik von oral verabreichtem Sildenafil wurde durch die gleichzeitige Einnahme

eines oralen Kontrazeptivums (30 µg Ethinylestradiol und 150 µg Levonorgestrel) nicht beeinflusst.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von intravenös appliziertem Sildenafil

Die populationskinetischen Modelle deuten darauf hin, dass die Interaktionen mit Sildenafil bei

intravenöser Applikation geringer sind als bei oraler Gabe. Dies wird darauf zurückgeführt, dass

zumindest ein Teil der bei oraler Verabreichung beobachteten Interaktionen auf Effekte auf den First

pass-Metabolismus zurückzuführen sind.

Einfluss von Sildenafil auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

In-vitro-Studien

Sildenafil ist ein schwacher Inhibitor der Cytochrom-P450-Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1

und 3A4 (IC50 >150 µM). Es wird erwartet, dass Sildenafil die Pharmakokinetik von Substraten

dieser CYP-Enzyme bei klinisch relevanten Konzentrationen nicht beeinflusst.

In-vivo-Studien

Sildenafil bewirkte im Steady State (80 mg oral dreimal täglich) einen Anstieg der AUC und der

Cmax von Bosentan (125 mg zweimal täglich) um 49.8% bzw. 42%.

Bei Komedikation von Sildenafil (50 mg oral) mit den CYP2C9-Substraten Tolbutamid (250 mg)

und Warfarin (40 mg) zeigten sich keine signifikanten Interaktionen.

Zwischen Sildenafil (100 mg oral als Einmaldosis) und Acenocoumarol wurden keine

pharmakokinetischen Interaktionen beobachtet. Eine Beeinflussung der Antikoagulation kann für die

in der Schweiz vertriebenen Vitamin K-Antagonisten (Phenprocoumon, Acenocoumarol) jedoch

nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Die Antikoagulation sollte daher bei Komedikation mit

Revatio engmaschig überwacht werden.

Sildenafil hatte keine klinisch relevanten Auswirkungen auf die Plasmaspiegel eines oralen

Kontrazeptivums (30 µg Ethinylestradiol und 150 µg Levonorgestrel).

Zu Interaktionen zwischen Sildenafil und unspezifischen Phosphodiesterase-Inhibitoren wie

Theophyllin oder Dipyridamol liegen keine Daten vor.

Pharmakodynamische Interaktionen

Nitrate

Entsprechend seiner bekannten pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-/cGMP-

Stoffwechselweg (siehe «Eigenschaften/Wirkungen») konnte gezeigt werden, dass Sildenafil den

blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten potenziert. Daher ist die gleichzeitige Gabe von Sildenafil

mit jeglichen Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren kontraindiziert (siehe

«Kontraindikationen»).

Nicorandil ist eine Mischung aus Kaliumkanalöffner und Nitrat. Aufgrund der Nitratkomponente

besteht bei diesem Arzneimittel die Gefahr schwerwiegender Interaktionen mit Sildenafil.

Stimulatoren der Guanylatcyclase

In Tiermodellen wurde eine additive Wirkung auf den Blutdruck beobachtet, wenn der

Guanylatcyclase-Stimulator Riociguat mit PDE5-Inhibitoren (Sildenafil oder Vardenafil) kombiniert

wurde. Unter höheren Dosen traten in manchen Fällen überadditive Effekte auf den systemischen

Blutdruck auf. Auch in klinischen Studien wurden additive hämodynamische Effekte beobachtet. Die

gleichzeitige Anwendung von Revatio mit Stimulatoren der Guanylatcyclase ist daher

kontraindiziert.

Antihypertensiva

In einer spezifischen Interaktionsstudie, in der Hypertoniker Sildenafil (100 mg oral) zusammen mit

Amlodipin erhielten, zeigte sich eine zusätzliche Senkung des Blutdrucks im Liegen um systolisch

8 mmHg und diastolisch 7 mmHg. Das Ausmass dieser zusätzlichen Blutdrucksenkung entsprach

ungefähr der Blutdrucksenkung, die nach alleiniger Gabe von Sildenafil bei gesunden Probanden

beobachtet wurde (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Die gleichzeitige Verabreichung von Sildenafil und Alphablockern kann bei einzelnen empfindlichen

Patienten zu symptomatischer Hypotonie führen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In drei Interaktionsstudien wurde der Alphablocker Doxazosin (4 mg und 8 mg) zusammen mit

Sildenafil (25 mg, 50 mg oder 100 mg) an stabil mit Doxazosin-eingestellte Patienten mit benigner

Prostatahyperplasie (BPH) verabreicht. Bei dieser Studienpopulation wurde ein zusätzlicher mittlerer

Blutdruckabfall von jeweils 7/7 mmHg, 9/5 mmHg und 8/4 mmHg im Liegen und 6/6 mmHg,

11/4 mmHg und 4/5 mmHg im Stehen beobachtet. Gelegentlich wurde über eine symptomatische

orthostatische Hypotonie berichtet. Gemeldet wurden dabei Schwindelgefühle und Benommenheit,

jedoch keine Synkopen.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Alkohol bei gesunden Probanden mit maximalen

Blutalkoholspiegeln von durchschnittlich 0.08% (80 mg/dl) wurde durch Sildenafil (50 mg oral)

nicht verstärkt.

Sildenafil (50 mg oral) verstärkte die durch Aspirin (150 mg) bewirkte Verlängerung der

Blutungszeit nicht.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Sildenafil bei Schwangeren vor. In Tierstudien haben sich

in Bezug auf Trächtigkeit und embryonale/fötale Entwicklung keine Hinweise auf direkte oder

indirekte schädliche Auswirkungen ergeben. Untersuchungen an Tieren zeigten jedoch eine Toxizität

hinsichtlich der postnatalen Entwicklung (siehe «Präklinische Daten»).

Aufgrund fehlender Daten sollte Revatio bei schwangeren Frauen nicht angewendet werden, es sei

denn eine Anwendung ist dringend erforderlich.

Stillzeit

Es liegen keine adäquaten kontrollierten Studien bei stillenden Müttern vor. Beschränkte Daten

weisen auf einen Übergang von Sildenafil und dessen aktivem Metaboliten in die Muttermilch in

sehr geringem Umfang hin. Es ist nicht zu erwarten, dass diese Mengen zu unerwünschten

Wirkungen beim Säugling führen könnten. Verschreibende Ärzte sollten die klinische Notwendigkeit

der Anwendung bei stillenden Müttern gegenüber möglichen unerwünschten Wirkungen auf den

Säugling sorgfältig abwägen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da in klinischen Studien unter Sildenafil gelegentlich Schwindel und teilweise längerdauernde

Sehstörungen aufgetreten sind, sollten die Patienten wissen, wie sie auf Revatio reagieren, bevor sie

ein Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen. Dies ist auch bei Tätigkeiten zu berücksichtigen, die

eine präzise Farbenunterscheidung erfordern.

Unerwünschte Wirkungen

Orale Anwendung

Die am häufigsten in der gemeinsamen Auswertung zweier placebokontrollierter Studien berichteten

unerwünschten Wirkungen (Häufigkeit ≥10%) unter oral verabreichtem Revatio im Vergleich zu

Placebo waren Kopfschmerzen, Diarrhoe, Flushing, Schmerzen in den Extremitäten und Dyspepsie.

In der folgenden Auflistung sind die unerwünschten Wirkungen aufgeführt, die unter oraler

Anwendung von Revatio (20 mg, 40 mg oder 80 mg dreimal täglich) in den beiden

placebokontrollierten Studien bei pulmonaler arterieller Hypertonie bei ≥1% der Patienten und

häufiger als unter Placebo auftraten (>1% Differenz). Angaben zur Sicherheit der intravenösen

Anwendung siehe weiter unten.

Die unerwünschten Wirkungen sind nach MedDRA-Organklassen und Häufigkeitsgraden gegliedert

unter Berücksichtigung folgender Definition: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10) und

unbekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue

Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die

unerwünschten Wirkungen nach absteigender Häufigkeit geordnet.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Cellulitis, Influenza, Sinusitis.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Anämie.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Flüssigkeitsretention, Gewichtszunahme.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Schlaflosigkeit, Angst.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen (50.4%).

Häufig: Migräne, Tremor, Parästhesie, Gefühl des Brennens, Hypästhesie.

Augenerkrankungen

Häufig: reduzierte Sehschärfe, Retinablutungen, Sehstörungen, Photophobie, Diplopie,

Chromatopsie, Zyanopsie, abnormales Gefühl im Auge, Augenreizungen, Verschwommensehen.

Nicht bekannt: Gesichtsfeld-Defekte, nicht arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie

(NAION; siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Verschluss von Netzhautgefässen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Vertigo.

Es liegen Einzelmeldungen über ein- oder beidseitige Hörminderungen bis hin zur (irreversiblen)

Taubheit vor, teilweise zusammen mit Tinnitus und/oder Schwindel. Ob diese in einem kausalen

Zusammenhang mit der Einnahme von PDE5-Inhibitoren einschliesslich Sildenafil stehen, ist nicht

geklärt.

Gefässerkrankungen

Sehr häufig: Flushing (14.7%).

Unbekannt: Hypotonie, verschiedene Hämorrhagien (z.B. Augen-, Hirn-, Lungenblutung).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Bronchitis, Epistaxis, Rhinitis, Husten, Nasenschleimhautschwellung.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Diarrhoe (17.0%), Dyspepsie (13.2%).

Häufig: Gastritis, Gastroenteritis, gastroösophagealer Reflux, Hämorrhoiden, abdominelles

Spannungsgefühl, Mundtrockenheit.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Alopezie, Erythem.

Unbekannt: Hautausschlag.

Skelettmuskulatur- Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig Schmerzen in den Extremitäten (13.5%).

Häufig: Myalgie, Rückenschmerzen.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: Gynäkomastie.

Unbekannt: prolongierte Erektion, Priapismus.

Allgemeine Erkrankungen

Häufig: Pyrexie, Nachtschweiss.

Intravenöse Anwendung

In einer placebokontrollierten Studie wurden 66 Patienten mit PAH intravenös mit Revatio

behandelt. Häufig gemeldete unerwünschte Wirkungen mit wahrscheinlichem Kausalzusammenhang

waren in der PAH-Gruppe Vasodilatation und Übelkeit (jeweils Inzidenz zwischen 1% und <10%).

Insgesamt deuten die vorhandenen Sicherheitsdaten sowie die pharmakokinetischen Modellierungen

darauf hin, dass das Sicherheitsprofil bei intravenöser Applikation von 10 mg Sildenafil jenem bei

oraler Gabe von 20 mg entspricht.

Überdosierung

In Studien erhielten gesunde Probanden orale Einmaldosen bis zu 800 mg Sildenafil. Die Art der

hierbei beobachteten unerwünschten Wirkungen war ähnlich jener unter niedrigeren Dosierungen,

während Inzidenz und Schweregrad erhöht waren. Dosierungen von 200 mg führten nicht zu einer

stärkeren Wirksamkeit, jedoch zu einem Anstieg der Inzidenz unerwünschter Wirkungen

(Kopfschmerzen, Flushing, Schwindel, Dyspepsie, verstopfte Nase, Sehstörungen).

Im Falle einer Überdosierung sollten je nach Bedarf standardmässige supportive Massnahmen

eingeleitet werden. Da Sildenafil in hohem Mass proteingebunden vorliegt und kaum renal eliminiert

wird, ist von einer Dialyse keine Beschleunigung der Clearance zu erwarten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G04BE03

Pharmakodynamik/Wirkungsmechanismus

Sildenafil ist ein wirksamer und selektiver Hemmstoff der cGMP-spezifischen Phosphodiesterase

Typ 5 (PDE5) in der glatten Muskulatur des Lungengefässsystems, wo die PDE5 für den Abbau von

cGMP verantwortlich ist. Sildenafil bewirkt eine Erhöhung des cGMP in den Zellen der glatten

Muskulatur, was zu einer Relaxation führt. Bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie kann

dies eine selektive Vasodilatation des pulmonalen Gefässbetts und, in geringerem Ausmass, eine

Vasodilatation im Körperkreislauf bewirken.

Der in Revatio enthaltene Wirkstoff Sildenafil ist derselbe wie der bei Viagra® zur Behandlung der

erektilen Dysfunktion bei Männern eingesetzte. Bei Männern ist unter Behandlung mit Revatio nach

sexueller Stimulation das Auftreten von Erektionen daher theoretisch denkbar.

In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Sildenafil ein selektiver PDE5-Inhibitor ist. Es wirkt stärker auf

PDE5 als auf andere bekannte Phosphodiesterasen. Im Vergleich zu PDE6, die am

Phototransduktionsprozess in der Retina beteiligt ist, beträgt die Selektivität das 10-Fache, im

Vergleich zu PDE1 das 80-Fache und im Vergleich zu PDE2, 3, 4, 7, 8, 9, 10 und 11 das 700-Fache.

Die Selektivität für PDE5 ist mehr als 4000-fach höher als für PDE3, dem an der Steuerung der

kardialen Kontraktilität beteiligten cAMP-spezifischen Phosphodiesterase-Isoenzym.

Sicherheitspharmakodynamik

Herz-Kreislauf-System

Sildenafil bewirkt eine leichte und vorübergehende Reduktion des systemischen Blutdrucks, die in

den meisten Fällen keine klinisch relevanten Folgen hat. Nach Gabe einer oralen Sildenafildosis von

100 mg betrug die maximale Senkung des Blutdrucks im Liegen systolisch 8.3 mmHg und

diastolisch 5.3 mmHg. Nach dauerhafter oraler Gabe von 80 mg Sildenafil dreimal täglich an

gesunde männliche Probanden entsprach die grösste Abweichung des Blutdrucks im Liegen

gegenüber dem Ausgangswert im Schnitt einer Senkung von systolisch 9.0 mmHg und diastolisch

8.4 mmHg.

Nach dauerhafter oraler Gabe von 80 mg Sildenafil dreimal täglich an Patienten mit systemischer

Hypertonie wurde eine durchschnittliche Reduktion des systolischen und diastolischen Blutdrucks

gegenüber dem Ausgangswert von 9.4 mmHg bzw. 9.1 mmHg gemessen.

Nach dauerhafter oraler Gabe von 80 mg Sildenafil dreimal täglich an Patienten mit pulmonaler

arterieller Hypertonie wurde eine geringere Blutdrucksenkung beobachtet (Reduktion des

systolischen und diastolischen Blutdrucks um jeweils 2 mmHg). Dies könnte auf Verbesserungen des

Herzminutenvolumens als Folge der positiven Effekte von Sildenafil auf den pulmonalen

Gefässwiderstand zurückzuführen sein.

Orale Einmaldosen von bis zu 100 mg Sildenafil führten bei gesunden Probanden zu keinen klinisch

relevanten EKG-Veränderungen. Nach dauerhafter oraler Gabe von 80 mg Sildenafil dreimal täglich

an Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie wurden keine klinisch relevanten EKG-

Veränderungen beobachtet.

In einer Studie zu den hämodynamischen Effekten einer oralen Einmaldosis von 100 mg Sildenafil

bei 14 Patienten mit schwerer koronarer Herzkrankheit (>70%ige Stenose mindestens einer

Koronararterie) nahm der mittlere systolische und diastolische Blutdruck in Ruhe im Vergleich zum

Ausgangswert um 7% bzw. 6% ab. Der mittlere pulmonale systolische Blutdruck verminderte sich

um 9%. Sildenafil beeinflusste weder das Herzminutenvolumen, noch beeinträchtigte es die

Durchblutung in den stenosierten Koronararterien.

Visuelle Störungen

Eine Stunde nach Einnahme von 100 mg Sildenafil wurden bei einigen Studienteilnehmern mit Hilfe

des Farnsworth-Munsell-100-Farben-Test leichte, vorübergehende Veränderungen des Farbensehens

(Blau/Grün) festgestellt. Zwei Stunden nach Einnahme waren diese Veränderungen nicht mehr

nachweisbar. Diese Veränderungen des Farbensehens hängen vermutlich mit der Hemmung der

PDE6 zusammen, die beim Phototransduktionsprozess der Retina eine Rolle spielt. Sildenafil übt

keinen Einfluss auf die Sehschärfe oder das Kontrastsehen aus. In einer kleinen,

placebokontrollierten Untersuchung an 9 Patienten mit dokumentierter, altersbedingter

Makuladegeneration im Frühstadium zeigten 100 mg Sildenafil als Einmaldosis in den

durchgeführten Sehtests (Sehschärfe, Amsler-Gitter, Lichtertest, Humphrey-Perimeter und

Photostress-Test) keine signifikanten Veränderungen.

Klinische Wirksamkeit

Oral verabreichtes Sildenafil

An einer randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudie nahmen 278 Patienten teil, die

unter primärer PAH, unter einer mit einer Bindegewebserkrankung assoziierten PAH oder unter einer

PAH nach chirurgischer Korrektur angeborener Herzfehler litten. Die Studienpopulation bestand aus

68 Männern (25%) und 209 Frauen (75%) im Alter von 18 bis 81 Jahren (Durchschnittsalter 49

Jahre), die zu Beginn in sechs Minuten eine Gehstrecke von 100 bis 450 Metern bewältigten. An der

Studie nahmen Patienten der WHO-Funktionsklassen I-IV teil.

Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die Veränderung gegenüber dem Ausgangswert für die 6-

Minuten-Gehstrecke nach 12 Wochen. Dabei wurde in allen 3 Sildenafilgruppen ein statistisch

signifikanter Anstieg der in 6 Minuten zurückgelegten Gehdistanz beobachtet. Im Einzelnen legten

die Patienten unter 20 mg, 40 mg bzw. 80 mg Sildenafil 45 (p<0.0001), 46 (p<0.0001) bzw. 50

Meter (p<0.0001) mehr zurück (placebokorrigiert). Die Wirkung der einzelnen Sildenafildosen war

nicht signifikant unterschiedlich.

Analysiert nach WHO-Funktionsklassen zeigte sich ein statistisch signifikanter Anstieg der in 6

Minuten zurückgelegten Gehdistanz in der 20 mg Dosierungsgruppe. Für Probanden in den

Funktionsklassen II bzw. III wurde eine placebokorrigierte Verbesserung von 49 m (p=0.0007) bzw.

45 m (p=0.0031) beobachtet. Für die Funktionsklassen I und IV waren die Fallzahlen (n=1 bzw. n=9)

zu gering, um eine statistische Analyse zu erlauben.

Die Verbesserung der Gehdistanz zeigte sich erstmals nach Behandlungswoche 4 und hielt auch in

Woche 8 und 12 an.

Im Vergleich zu Placebo wurde unter allen Sildenafildosen eine statistisch signifikante Absenkung

des mittleren pulmonal-arteriellen Drucks (mPAP) erreicht. Der placebokorrigierte

Behandlungseffekt für dreimal täglich 20 mg Sildenafil betrug –2.7 mmHg (p=0.04). Die

Wirksamkeit der höheren untersuchten Sildenafil-Dosierungen unterschied sich nicht von jener der

20 mg Dosis. Die mittlere Veränderung des pulmonalen Gefässwiderstandes (PVR) gegenüber

Baseline betrug unter dreimal täglich 20 mg Sildenafil –122 dyn.sec/cm5. Nach 12 Wochen unter

20 mg Sildenafil war die prozentuale Senkung des PVR proportional grösser (11.2%) als die

Reduktion des systemischen Gefässwiderstandes (7.2%).

Langzeitdaten

207 mit Revatio behandelte Patienten aus der pivotalen Studie wurden über mindestens 3 Jahre in

einer offenen Langzeit-Erweiterungsstudie mit Revatio weiterbehandelt. Die Kaplan-Meier-

Schätzungen für eine Überlebensdauer von 1, 2 und 3 Jahren betrugen 96%, 91% und 82%. Für

Patienten, welche zu Studienbeginn auf die WHO Funktionsklasse II entfielen, waren die

Überlebenschancen nach 1, 2 und 3 Jahren mit 99%, 91% und 84% besser als für Patienten der WHO

Funktionsklasse III mit 94%, 90% und 81%.

Intravenös verabreichtes Sildenafil

Der Einfluss von intravenös appliziertem Sildenafil mit oder ohne inhaliertes Stickoxid (iNO) auf

den pulmonalen Gefässwiderstand (PVR) wurde in einer randomisierten, placebokontrollierten

Studie an n=85 Patienten mit pulmonaler Hypertonie untersucht. 45 dieser Patienten wiesen eine

PAH auf (davon 35 im Sildenafil- und 10 im Placebo-Arm), 34 eine pulmonale venöse Hypertonie

(davon 25 im Sildenafil- und 9 im Placebo-Arm). Bei den übrigen 6 Patienten bestand eine

pulmonale Hypertonie als Folge einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD; alle mit

Sildenafil behandelt). Über sämtliche Patientengruppen hinweg reduzierte Sildenafil sowohl den

PVR als auch den mittleren pulmonal-arteriellen Druck (mPAP). Besonders innerhalb der PAH-

Gruppe zeigte sich eine dosisabhängige Antwort bei Plasmakonzentrationen von 10 bis 100 ng/ml,

jedoch schien die Reduktionsrate bei Konzentrationen von 100 bis 500 ng/ml zu stagnieren. In den

Sildenafil-Gruppen erhöhten sich die durchschnittlichen Absolutwerte des Herzminutenvolumens

nach jeder Dosisgabe. Unter Sildenafil zeigte sich eine Reduktion des systolischen und diastolischen

Blutdrucks, welche in den Gruppen ohne iNO klinisch nicht relevant war. Es fanden sich weder

klinisch relevante Veränderungen der Herzfrequenz noch klinisch relevante Veränderungen der

Blutgas-Konzentrationen (PaO2, PaCO2, SvO2 und SpO2).

Kombinierte Anwendung mit Bosentan

In einer randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie wurden 103 Patienten mit

pulmonaler arterieller Hypertonie (primäre PAH und mit Bindegewebserkrankung assoziierte PAH)

untersucht, welche seit mindestens 3 Monaten mit Bosentan behandelt worden waren. Patienten

wurden randomisiert zu Placebo oder Sildenafil (20 mg dreimal täglich), jeweils in Kombination mit

Bosentan (62.5-125 mg zweimal täglich). Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die Veränderung der

in 6 Minuten zurückgelegten Gehdistanz nach 12 Wochen gegenüber dem Ausgangswert. Die

Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Unterschied der mittleren Veränderung zwischen Sildenafil

20 mg und Placebo (13.62 m bzw. 14.08 m).

Pharmakokinetik

Absorption

Maximale Plasmaspiegel werden nach oraler Gabe im nüchternen Zustand innerhalb von 30 bis 120

Minuten (Median: 60 Minuten) erreicht. Die mittlere absolute orale Bioverfügbarkeit von Sildenafil

beträgt 41% (Streubreite 25-63%). Nach oraler Einnahme von Sildenafil dreimal täglich nehmen

AUC und Cmax im Dosisbereich von 20 bis 40 mg dosisproportional zu. Nach oralen Dosen von

80 mg dreimal täglich ging der Anstieg der Plasmakonzentrationen von Sildenafil geringfügig über

die Dosisproportionalität hinaus.

In einer populationskinetischen Analyse war die Sildenafil-Exposition unter einer Dosis von dreimal

täglich 80 mg fünfmal höher als unter einer Dosis von dreimal täglich 20 mg.

Wird Sildenafil zusammen mit Nahrung eingenommen, ist die Absorptionsrate reduziert. Die tmax

verzögerte sich im Durchschnitt um 60 Minuten, während die Cmax im Mittel um 29% verringert

war. Allerdings war das Ausmass der Absorption nicht signifikant beeinträchtigt (AUC verringerte

sich um 11%).

Eine intravenöse Dosierung von 10 mg ist erforderlich, um vergleichbare Plasmakonzentration wie

nach oraler Gabe von 20 mg zu erreichen.

Distribution

Das mittlere Verteilungsvolumen im Steady State (VSS) beträgt 105 l, was auf eine Verteilung in die

Gewebe hinweist. Sildenafil und sein wichtigster im Blutkreislauf zirkulierender N-Desmethyl-

Metabolit (UK-103,320) liegen beide zu rund 96% in proteingebundener Form vor. Die

Proteinbindung ist unabhängig von der Gesamtkonzentration des Arzneimittels.

Metabolismus

Sildenafil wird überwiegend hepatisch durch die mikrosomalen Isoenzyme CYP3A4 (Hauptweg)

und CYP2C9 (Nebenweg) metabolisiert. Der wichtigste zirkulierende Metabolit resultiert aus der N-

Demethylierung von Sildenafil. Dieser Metabolit zeigt bezüglich der PDE-Selektivität ein ähnliches

Profil wie Sildenafil. Er weist in vitro eine Hemmwirkung für PDE5 auf, die rund 50% jener der

Stammsubstanz entspricht. Bei gesunden Probanden betrugen die Plasmaspiegel dieses Metaboliten

rund 40% der für Sildenafil beobachteten Werte. Bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie

ist das Verhältnis des Metaboliten (UK-103,320) zu Sildenafil jedoch höher. Der N-Desmethyl-

Metabolit wird weiter metabolisiert. Nach oraler Gabe von 20 mg Sildenafil dreimal täglich betrugen

die Plasmaspiegel dieses Metaboliten rund 72% der für Sildenafil beobachteten Werte (d.h. der

Anteil dieses Metaboliten an den pharmakologischen Effekten von Sildenafil beträgt etwa 36%). Die

sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Wirksamkeit sind unbekannt.

Bei gesunden Probanden waren die Plasmaspiegel des N-Desmethyl-Metaboliten nach intravenöser

Anwendung signifikant tiefer als nach oraler Gabe.

Elimination

Die totale Clearance von Sildenafil beträgt 41 l/h mit einer terminalen Halbwertszeit von 3 bis 5

Stunden. Nach oraler oder intravenöser Applikation wird Sildenafil weitgehend metabolisiert und in

Form der Metaboliten zu rund 80% über die Fäzes und zu rund 13% renal ausgeschieden.

Unverändertes Sildenafil und sein aktiver N-Desmethyl-Metabolit werden nur in geringen Mengen

(<4% der Dosis) renal eliminiert.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Gesunde ältere Probanden (65 Jahre oder älter) zeigten eine herabgesetzte Sildenafil-Clearance,

wobei die Plasmaspiegel von Sildenafil und des aktiven N-Desmethyl-Metaboliten ungefähr 90%

höher lagen als bei jüngeren Probanden (18 bis 45 Jahre). Aufgrund der altersabhängigen

Unterschiede bei der Plasmaproteinbindung lag der entsprechende Anstieg der Plasmaspiegel des

freien Sildenafils bei rund 40%.

Nierenfunktionsstörungen

Bei Probanden mit leichter (Kreatinin-Clearance 50-80 ml/min) bis mässiger (Kreatinin-Clearance

30-49 ml/min) Nierenfunktionsstörung unterschied sich die Pharmakokinetik von Sildenafil nicht

signifikant von jener bei nierengesunden Probanden gleichen Alters. Nach einer oralen Einzeldosis

von 50 mg waren Cmax und AUC des N-Desmethyl-Metaboliten um durchschnittlich 73% bzw.

126% erhöht. Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance

<30 ml/min) war die Clearance von Sildenafil herabgesetzt und resultierte in Erhöhungen von AUC

(um 100%) und Cmax (um 88%) im Vergleich zu nierengesunden Probanden gleichen Alters. Die

AUC des N-Desmethyl-Metaboliten war bei schwerer Niereninsuffizienz auf das Dreifache, die

Cmax um 79% erhöht.

Leberfunktionsstörungen

Bei Probanden mit leichter bis mässiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh A und B) war die Clearance

von Sildenafil herabgesetzt, was zu Erhöhungen von AUC (85%) und Cmax (47%) im Vergleich zu

Probanden gleichen Alters mit normaler Leberfunktion führte. Die Pharmakokinetik von Sildenafil

bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child Pugh C) wurde nicht untersucht.

Populationspharmakokinetik

Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie wiesen gegenüber gesunden Probanden über das

untersuchte Dosisspektrum hinweg (20-80 mg oral dreimal täglich) 20–50% höhere durchschnittliche

Steady-State-Konzentrationen auf. Cmin war im Vergleich zu gesunden Probanden doppelt so hoch.

Beide Beobachtungen lassen darauf schliessen, dass bei Patienten mit pulmonaler arterieller

Hypertonie eine im Vergleich zu gesunden Probanden niedrigere Clearance und/oder höhere orale

Bioverfügbarkeit von Sildenafil vorliegt.

Präklinische Daten

Die präklinische Datenlage ergibt keinen Hinweis auf eine besondere Gefährdung des Menschen.

Basis hierfür sind die üblichen Untersuchungen zur Bestimmung der Sicherheitspharmakologie,

Toxizität nach wiederholter Dosierung, Genotoxizität, Karzinogenität und Reproduktionstoxizität.

Bei Jungtieren von Ratten, die prä- und postnatal mit 60 mg/kg Sildenafil behandelt worden waren,

zeigte sich bei einer Exposition, die etwa dem 50-Fachen der erwarteten Exposition beim Menschen

bei einer Dosierung von 20 mg dreimal täglich entsprach, eine verminderte Wurfgrösse, ein

geringeres Gewicht der Jungtiere an Tag 1 und ein vermindertes Überleben bis zum Tag 4. Diese

Effekte wurden bei einer Exposition beobachtet, die so weit über der maximalen Dosis beim

Menschen lag, dass sie als für den klinischen Einsatz nicht relevant erachtet wurden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Die Injektionslösung darf nicht mit anderen Arzneimitteln oder intravenös angewendeten

Verdünnungsmitteln ausser mit jenen unter «Hinweise für die Handhabung» erwähnten gemischt

werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Filmtabletten: Nicht über 30 °C, vor Feuchtigkeit geschützt und ausser Reichweite von Kindern

aufbewahren.

Injektionslösung: Nicht über 25 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Die Lösung ist unmittelbar nach Anbruch der Durchstechflasche zu verwenden.

Hinweise für die Handhabung

Injektionslösung

Es ist keine Verdünnung oder Aufbereitung der Lösung vor Anwendung erforderlich. Die

Injektionslösung soll als intravenöse Bolusinjektion verabreicht werden.

Chemische und physikalische Kompatibilität wurde für folgende Lösungen gezeigt: Glucose 5%,

NaCl 0.9%, Ringerlactat, Glucose 5%/NaCl 0.45%, Ringerlactat mit Glucose 5%, Glucose

5%/20 mEq KCl.

Zulassungsnummer

Filmtabletten: 57505 (Swissmedic).

Injektionslösung: 60411 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten 20 mg: Packung mit 90 Filmtabletten [B].

Injektionslösung 0.8 mg/ml: 1 Durchstechflasche zu 10 mg/12.5 ml [B].

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

Dezember 2017.

LLD V022

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