Clexane 120 mg/0.8 ml injizierbare Lösung

Uswisi - Kijerumani - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Nunua Sasa

Taarifa za kipeperushi Taarifa za kipeperushi (PIL)

24-10-2018

Tabia za bidhaa Tabia za bidhaa (SPC)

24-10-2018

Viambatanisho vya kazi:
enoxaparinum natricum
Inapatikana kutoka:
Sanofi-Aventis (Suisse) SA
ATC kanuni:
B01AB05
INN (Jina la Kimataifa):
enoxaparinum natricum
Dawa fomu:
injizierbare Lösung
Tungo:
enoxaparinum natricum 120 mg corresp. 12000 U.I. anti-Xa, aqua ad iniectabile q.s. ad solutionem pro 0.8 ml.
Darasa:
B
Kundi la matibabu:
Biotechnologika
Eneo la matibabu:
Gerinnungshemmer
Idhini idadi:
49456
Idhini ya tarehe:
1988-08-31

Nyaraka katika lugha zingine

Taarifa za kipeperushi Taarifa za kipeperushi - Kifaransa

23-10-2018

Tabia za bidhaa Tabia za bidhaa - Kifaransa

01-12-2018

Taarifa za kipeperushi Taarifa za kipeperushi - Kiitaliano

19-10-2018

Soma hati kamili

Patienteninformation

Clexane® Injektionslösung

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Was ist Clexane und wann wird es angewendet?

Nach operativen Eingriffen oder bei Bettlägerigkeit besteht die Gefahr der Bildung von

Blutgerinnseln (Thrombosen) insbesondere der Beine. Diese Blutgerinnsel können über den

Kreislauf in die Lungen gelangen, wo sie Blutgefässe verschliessen (Lungenembolien). Dies äussert

sich unter anderem in Brustschmerzen und Atemnot. Eine Lungenembolie ist lebensbedrohend.

Clexane wird auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin zur Vorbeugung gegen die Entstehung

von Thrombosen angewendet. Enoxaparin, der Wirkstoff von Clexane, ist ein niedermolekulares

Heparin, welches den Vorgang der Blutgerinnung bremst und so der Bildung von Blutgerinnseln

entgegenwirkt. Das Arzneimittel wird mittels Spritze und Nadel unter die Haut verabreicht.

Was sollte dazu beachtet werden?

Während des Spitalaufenthaltes haben Sie regelmässig Injektionen zur Vorbeugung gegen

Thrombosen verabreicht erhalten. Die Fortsetzung dieser medikamentösen Behandlung ist auch nach

Entlassung aus dem Spital noch während einer gewissen Zeitdauer notwendig.

Wann darf Clexane nicht angewendet werden?

Clexane darf nicht angewendet werden bei einer bekannten oder vermuteten Überempfindlichkeit

(Allergie) gegen Enoxaparin, bei Blutabnormalitäten sowie bei gewissen Krankheitszuständen, deren

Abwesenheit der Arzt vor der ersten Verabreichung von Clexane geprüft hat, wie gewissen

entzündlichen Herzkrankheiten und akutem Magen-Darm-Geschwür.

Clexane darf nicht verwendet werden, falls Sie in den vergangenen 100 Tagen an einer

heparininduzierten Thrombozytopenie gelitten haben oder wenn Sie zirkulierende Antikörper

aufweisen.

Wann ist bei der Anwendung von Clexane Vorsicht geboten?

Vorsicht ist geboten bei gewissen Lebererkrankungen und gewissen Netzhauterkrankungen.

Halten Sie sich strikte an die Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin. Falsche Dosierung oder

gleichzeitige Einnahme von anderen Medikamenten könnte in seltenen Fällen ungünstige

Auswirkungen auf die Blutgerinnung haben.

Informieren Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie andere Medikamente anwenden. Bei

Anwendung von Clexane in Kombination mit gewissen anderen Medikamenten (Schmerzmittel,

Entzündungshemmer und Medikamente gegen die Blutgerinnung) ist Vorsicht geboten. Falls die

Kombination von Clexane mit einem dieser Medikamente erforderlich ist, wird Sie Ihr Arzt

sorgfältig überwachen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihren Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Clexane während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Schwangerschaft

Clexane darf ausschliesslich auf ausdrückliche Verschreibung Ihres Arztes angewendet werden, da

bisher nur begrenzte Erfahrungen mit einer Anwendung von Enoxaparin an Schwangeren vorliegen.

Unter der Geburt ist die peridurale Anästhesie bei Frauen, die mit Antikoagulanzien behandelt

werden, kontraindiziert.

Clexane darf zudem nicht im Fall einer bevorstehenden Fehlgeburt angewendet werden.

Zur Anwendung von Enoxaparin zur Thromboseprophylaxe bei Schwangeren mit künstlichen

Herzklappen liegen nur unzureichende Erkenntnisse vor. In einer klinischen Studie an Schwangeren

mit künstlichen Herzklappen, die zweimal täglich 1 mg Enoxaparin-Natrium pro kg Körpergewicht

zur Prävention thromboembolischer Ereignisse erhalten hatten, traten bei zwei von acht Frauen

Thromben auf, die zur Blockade der Herzklappe und zum Tod von Mutter und Kind führten. Daher

sollte der Arzt vor der Verabreichung von Clexane bei schwangeren Frauen mit künstlicher

Herzklappe das Risiko-Nutzen-Verhältnis sorgfältig abwägen.

Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Frage eines eventuellen Überganges von

Enoxaparin in die Muttermilch vor, jedoch erscheint ein gerinnungshemmender Effekt auf den

Säugling unwahrscheinlich.

Wie verwenden Sie Clexane?

Clexane muss strikte gemäss den Anweisungen des Arztes angewendet werden. Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin setzt die Dosierung und die Behandlungsdauer fest. Nur bei genauer Einhaltung dieser

Vorschriften kann der grösstmögliche Nutzen von Clexane erreicht werden. Brechen Sie die

Therapie nicht vorzeitig ab, selbst wenn Sie sich besser fühlen, denn oft klingen die

Krankheitszeichen vor der vollständigen Heilung ab. Eine ungenügende Anwendungsdauer oder ein

zu frühes Beenden der Behandlung kann das Risiko der Bildung einer Thrombose erhöhen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder

Apothekerin.

In der Regel wird Clexane als einmal tägliche Injektion von 40 mg Enoxaparin subkutan (unter die

Haut) verabreicht. Die Injektion sollte stets zur gleichen Tageszeit erfolgen. Die Behandlung wird

nach Spitalentlassung über eine Zeitdauer von ca. 3 Wochen fortgesetzt.

Über die Verabreichung der Injektion werden Sie vom Spitalpersonal genauestens instruiert.

Zur Vermeidung versehentlicher Nadelstiche nach der Injektion sind die Fertigspritzen mit einem

automatischen Sicherheitssystem ausgestattet.

Als Injektionsort eignet sich die Haut der vorderen seitlichen Bauchwand sowie die Haut an der

Aussenseite des Oberschenkels. Zur besseren Verträglichkeit der Injektionen wird empfohlen, von

einer Injektion zur nächsten abwechselnd die rechte und die linke Seite zu verwenden.

Desinfizieren Sie die Einstichstelle mittels eines Tupfers, der mit einem Desinfektionsmittel getränkt

ist.

Abb. 1: Nehmen Sie die Spritze aus der Verpackung und ziehen Sie die Verschlusskappe ab.

Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit der Nadel, damit diese steril bleibt. Falls sich an der

Nadelspitze ein Tropfen gebildet hat, darf dieser nicht abgestreift werden. Schütteln Sie ihn ab,

indem Sie mit nach unten gerichteter Nadel leicht gegen die Spritze klopfen. Lassen Sie die

Luftblase in der Spritze. Es kommt vor, dass sich die Luftblase nicht am Spritzenkolben befindet. In

diesem Fall klopfen Sie mit nach unten gerichteter Nadel leicht gegen die Spritze, damit die Blase bis

zum Spritzenkolben aufsteigt.

Wird (auf Anweisung des Arztes) nur eine Teilmenge verabreicht, bestimmen Sie mithilfe der

Masseinteilung die erforderliche Menge und lassen Sie mit nach unten gerichteter Nadel vorsichtig

die überschüssige Flüssigkeit ab.

Abb. 2: Bilden Sie an der desinfizierten Körperstelle mit dem Daumen und Zeigefinger eine

Hautfalte. Halten Sie mit einer Hand die Hautfalte gut fest. Mit der anderen Hand stechen Sie die

Spritzenadel senkrecht in die Haut und führen Sie sie in der ganzen Länge ein. Die Nadellänge ist so

berechnet, dass die Injektionsflüssigkeit genau in die gewünschte subkutane Hautregion verabreicht

wird. Drücken Sie langsam auf den Spritzenkolben und injizieren Sie die gesamte

Flüssigkeitsmenge.

Abb. 3: Das Sicherheitssystem aktiviert sich während der Injektion, wenn der Spritzenkolben den

Anschlag erreicht und schützt auf diese Weise die verunreinigte Nadel, ohne den Patienten zu stören.

Um das Sicherheitssystem auszulösen, ist es notwendig, den Spritzenkolben voll durchzudrücken.

Hinweis: Das Sicherheitssystem kann erst aktiviert werden, wenn die Spritze vollkommen entleert

ist.

Ziehen Sie danach die Nadel vorsichtig wieder heraus und lassen Sie erst dann die Hautfalte wieder

los. Reiben oder massieren Sie die Injektionsstelle nicht.

Welche Nebenwirkungen kann Clexane haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Clexane auftreten:

An der Injektionsstelle kann sich nach der Verabreichung ein kleiner Bluterguss («blauer Fleck»,

Hämatom) bilden; dies ist bei der Injektion solcher Wirkstoffe nichts aussergewöhnliches und völlig

harmlos.

Selten können Blutungszwischenfälle auftreten, in der Regel nur bei Vorhandensein von

Verletzungen oder bei gleichzeitiger Verabreichung gewisser anderer Medikamente.

Über das Auftreten von allergischen Reaktionen (Hautausschlag lokal oder über den ganzen Körper,

Gesichtsschwellung, Anaphylaktischer Schock) wurde berichtet.

Es wurden auch häufig Kopfschmerzen, Leberschäden, ein Osteoporose Risiko bei längerer

Behandlung und Beschleunigung von Haarausfall beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Haltbarkeit: Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Aufbewahrung/Lagerung: Bewahren Sie Clexane in der geschlossenen Originalpackung ausserhalb

der Reichweite von Kindern und bei Raumtemperatur (15-25 C) auf. Nicht einfrieren.

Nach Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle

(Arzt/Apotheker) zum fachgerechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen der Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Clexane enthalten?

1 Fertigspritze Clexane 20 mg/0,2 ml enthält 20 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 40 mg/0,4 ml enthält 40 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 60 mg/0,6 ml enthält 60 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 80 mg/0,8 ml enthält 80 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 100 mg/1,0 ml enthält 100 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 120 mg/0,8 ml enthält 120 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 150 mg/1,0 ml enthält 150 mg Enoxaparin.

Zulassungsnummer

49456 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Clexane? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Clexane 40, 60, 80, 100, 120 und 150 mg: Packungen mit 2 Fertigspritzen.

Clexane 20, 40, 60, 80, 100, 120 und 150 mg: Packungen mit 10 Fertigspritzen.

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Soma hati kamili

Fachinformation

Clexane®/- multi

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Zusammensetzung

Wirkstoff: Enoxaparin natrium.

Hilfsstoffe: Clexane multi, Mehrdosenbehälter: Conserv.: Alcohol benzylicus 45 mg, Aqua q.s. ad

solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Wirkstoffmenge

Äquivalent

I.E. anti-Xa

Galenische Form

Wirkstoff

Clexane

20 mg

2000 I.E. anti-Xa

Fertigspritze zu 0,2 ml

Enoxaparin natrium

40 mg

4000 I.E. anti-Xa

Fertigspritze zu 0,4 ml

Enoxaparin natrium

60 mg

6000 I.E. anti-Xa

Fertigspritze zu 0,6 ml

Enoxaparin natrium

80 mg

8000 I.E. anti-Xa

Fertigspritze zu 0,8 ml

Enoxaparin natrium

100 mg

10'000 I.E. anti-Xa Fertigspritze zu 1,0 ml

Enoxaparin natrium

120 mg

12'000 I.E. anti-Xa Fertigspritze zu 0,8 ml

Enoxaparin natrium

150 mg

15'000 I.E. anti-Xa Fertigspritze zu 1,0 ml

Enoxaparin natrium

Clexane Multi

300 mg

30'000 I.E. anti-Xa

Mehrdosenbehälter zu 3

Enoxaparin natrium

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Prophylaxe thromboembolischer Erkrankungen venösen Ursprungs, speziell in der orthopädischen

oder allgemeinen Chirurgie.

Prophylaxe von thromboembolischen Erkrankungen venösen Ursprungs bei bettlägerigen

medizinischen Patienten mit einer akuten Erkrankung, wie:

·Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III oder IV).

·Akute respiratorische Insuffizienz.

·Akute infektiöse oder rheumatische Erkrankungen verbunden mit einem/anderen

thromboembolischen Risikofaktor/en.

Behandlung der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen Myokardinfarktes als

Kombinationsbehandlung mit Acetylsalicylsäure.

Therapie des akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes (STEMI).

Behandlung der tiefen Venenthrombose mit oder ohne Lungenembolie. Bei Patienten mit

Lungenembolie ohne klinische Diagnose einer tiefen Venenthrombose ist die Wirksamkeit von

Enoxaparin zur Prävention der rekurrenten Thrombose nicht belegt und solche Patienten sollten mit

unfraktioniertem Heparin behandelt werden.

Patienten mit Lungenembolie, bei denen eine chirurgische Thrombektomie oder eine fibrinolytische

Therapie geplant ist, sowie Risikopatienten mit instabiler Kreislaufsituation sollten von einer

Behandlung mit Enoxaparin ausgeschlossen werden.

Bei Beckenvenenthrombosen, bei Patienten mit wiederholten Lungenembolien in der Anamnese

sowie bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko soll bis zum Vorliegen weiterer Daten die

Behandlung mit unfraktioniertem intravenösem Heparin erfolgen.

Thromboseprophylaxe im extrakorporalen Kreislauf bei der Hämodialyse.

Dosierung/Anwendung

Prophylaxe von venösen Thrombosen in der Chirurgie

Bei Patienten mit geringem Thromboembolie-Risiko wird eine wirksame Thromboembolie-

Prophylaxe mit einer täglichen Injektion von 20 mg (0,2 ml = 2000 I.E. anti-Xa) subkutan (SK)

erreicht. In der allgemeinen chirurgischen Praxis wird die erste Injektion etwa 2 Stunden vor dem

operativen Eingriff verabreicht.

Bei Patienten mit einem hohen Thromboembolie-Risiko, vor allem bei Eingriffen in der

orthopädischen Chirurgie, wird eine tägliche Injektion von 40 mg SK (0,4 ml = 4000 I.E. anti-Xa)

Enoxaparin empfohlen. Bei der orthopädischen Chirurgie wird die erste Injektion 12 Stunden vor

dem Eingriff verabreicht.

Die Dauer der Behandlung sollte solange fortgeführt werden, solange ein Thromboembolie-Risiko

besteht und erstreckt sich im Allgemeinen auf die gesamte Immobilisierungsphase (durchschnittlich

7-10 Tage nach dem chirurgischen Eingriff). In der orthopädischen Chirurgie hat sich eine

Fortsetzung der Prophylaxe mit 40 mg SK 1×/Tag während 3 weiteren Wochen nach der

Initialbehandlung als wirksam erwiesen. Bei länger vorgesehener Antikoagulation sollte rechtzeitig

auf orale Antikoagulanzien umgestellt werden.

Spezielle Empfehlungen zum Dosierungsintervall gelten bei spinaler/epiduraler Anästhesie und bei

perkutaner koronarer Revaskularisation (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).

Prophylaxe von venösen Thrombosen in der allgemeinen Medizin

Die empfohlene Dosierung von Enoxaparin beträgt 40 mg SK einmal pro Tag verabreicht als

subkutane Injektion. Die Dauer der Behandlung beträgt mindestens 6 Tage und sollte fortgesetzt

werden bis zum Erlangen der vollständigen Beweglichkeit, maximal 14 Tage.

Unter normalen Anwendungsbedingungen führt Enoxaparin zu keinen Veränderungen der

Koagulationsparameter. Daher ist die Überwachung der Behandlung mit Hilfe solcher Tests

überflüssig und nicht möglich (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).

Behandlung der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen Myokardinfarktes

Die empfohlene Dosierung für Enoxaparin beträgt 1 mg/kg SK alle 12 Stunden in Kombination mit

oraler Gabe von Acetylsalicylsäure (100 bis 325 mg einmal täglich).

Die Behandlung dieser Patienten mit Enoxaparin sollte mindestens für 2 Tage verschrieben und bis

zur klinischen Stabilisierung fortgesetzt werden. Die übliche Behandlungsdauer beträgt 2 bis 8 Tage.

Therapie des akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes (STEMI)

Die empfohlene Dosis beträgt 30 mg Enoxaparin als einmaliger Bolus intravenös (IV) und eine

Dosis von 1 mg/kg subkutan, danach eine Injektion von 1 mg/kg subkutan alle 12 Stunden (maximal

100 mg für jede der ersten beiden SK Dosen, danach 1 mg/kg für die folgenden SK Dosen). Für

Patienten ab 75 Jahren siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen», Ältere Patienten.

Bei kombinierter Anwendung von Enoxaparin mit einem Thrombolytikum (fibrinspezifisch oder

nicht fibrinspezifisch) sollte Enoxaparin ab 15 Minuten vor bis 30 Minuten nach Beginn der

fibrinolytischen Behandlung verabreicht werden. Sobald die Diagnose STEMI gestellt ist, sollten die

Patienten Acetylsalicylsäure erhalten. Wenn keine Kontraindikationen bestehen, muss diese

Behandlung mit einer Dosis zwischen 75 und 325 mg einmal täglich fortgeführt werden.

Es wird empfohlen, Enoxaparin bis zur Entlassung aus dem Spital oder für maximal 8 Tage zu

verabreichen.

Patienten mit perkutaner Koronarintervention (PCI): Wenn die letzte subkutane Enoxaparin-Gabe

weniger als 8 Stunden vor dem Aufblasen des Ballons erfolgt ist, ist eine zusätzliche Verabreichung

nicht erforderlich. Wenn die letzte subkutane Enoxaparin-Gabe mehr als 8 Stunden vor Aufblasen

des Ballons erfolgt ist, sollte eine Dosis von 0,3 mg/kg Enoxaparin als Bolus IV verabreicht werden.

Behandlung der tiefen Venenthrombose mit oder ohne Lungenembolie

Die Verabreichung von Enoxaparin erfolgt subkutan als zwei Injektionen täglich von 1 mg/kg

Körpergewicht. Alternativ ist nur bei Patienten ohne komplizierte thromboembolische Probleme eine

einzige Injektion täglich von 1,5 mg/kg Körpergewicht möglich. Für Patienten mit komplizierten

thromboembolischen Problemen wird die Injektion von 1 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich

empfohlen.

Bei adipösen Patienten und bei Krebsleiden zeigte sich eine verringerte Wirksamkeit mit Injektion

einer einzigen Enoxaparin-Dosis täglich von 1,5 mg/kg Körpergewicht. Deshalb wird für diese

Patienten die Applikation von Enoxaparin als zwei Injektionen täglich von 1 mg/kg Körpergewicht

empfohlen.

Die initiale Therapie mit Enoxaparin dauert durchschnittlich etwa 10 Tage. Die Einleitung einer

oralen Antikoagulantientherapie (Vitamin K-Antagonisten) erfolgt überlappend, d.h. Enoxaparin

wird solange fortgesetzt, bis die Thromboplastinzeit im angestrebten therapeutischen Bereich liegt.

Thromboseprophylaxe im extrakorporalen Kreislauf bei der Hämodialyse

Die empfohlene Dosis beträgt 1 mg/kg Enoxaparin. Als allgemeine Regel gilt, dass die intravenöse

Verabreichung aufgrund der hohen Bioverfügbarkeit von Enoxaparin nicht erforderlich ist.

Bei Patienten mit wiederholter Hämodialyse kann eine Koagulationsprophylaxe im extrakorporalen

Kreislauf mittels Injektion von 1 mg (= 100 I.E. anti-Xa)/kg Enoxaparin in den arteriellen Teil des

Dialysekreislaufs zu Beginn der Dialyse erzielt werden. Gewöhnlich reicht diese Dosis für eine

4stündige Hämodialysesitzung. Sollten sich Fibrinablagerungen bilden (z.B. bei einer längeren

Session als üblich), ist die Verabreichung einer weiteren Injektion von 0,5-1 mg (= 50-100 I.E. anti-

Xa)/kg angebracht, je nach Zeitdauer bis zum Ende der Dialyse.

Bei Hämodialyse-Patienten mit einem hohen Blutungsrisiko (insbesondere bei prä- oder

postoperativer Dialyse) oder mit einem aktiven hämorrhagischen Syndrom kann eine Dialyse mit

einer Dosis von 0,5 mg (= 50 I.E. anti-Xa)/kg (bei zweifachem vaskulärem Zugang) oder 0,75 mg

(= 75 I.E. anti-Xa)/kg (bei einem vaskulären Zugang) durchgeführt werden.

Spezielle Dosierungsanweisung

Ältere Patienten

Für die Therapie des akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes (STEMI):

Patienten ab 75 Jahren erhalten keinen initialen IV Bolus. Verabreicht werden 0,75 mg/kg subkutan

alle 12 Stunden (maximal 75 mg für jede der beiden ersten SK Dosen, danach 0,75 mg/kg für die

restlichen SK Dosen).

Sonstige Indikationen:

Sofern keine Niereninsuffizienz vorliegt, ist keine Dosisanpassung notwendig. (siehe

«Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Kinder

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Enoxaparin bei Kindern ist nicht genügend untersucht.

Niereninsuffizienz

Siehe auch «Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik».

Bei geringer bis mässiger Niereninsuffizienz (Kreatininclearance 30-80 ml/Min) ist eine sorgfältige

Überwachung angezeigt. Bei schwerer Nierenfunktionseinschränkung (Kreatininclearance

<30 ml/Min) ist aufgrund der signifikant erhöhten Enoxaparinexposition eine Dosisanpassung

erforderlich:

Therapeutische Dosen

Standarddosis

Schwere Niereninsuffizienz

1 mg/kg SK 2× täglich, alternativ 1,5 mg/kg 1×

täglich (siehe oben)

1 mg/kg SK 1× täglich

Zur Behandlung des akuten STEMI bei unter 75-jährigen Patienten:

30 mg als einmaliger Bolus IV + 1 mg/kg SK,

danach 1 mg/kg SK zweimal täglich

(maximal 100 mg für jede der ersten beiden SK

Dosen)

30 mg als einmaliger Bolus IV + 1 mg/kg SK,

danach 1 mg/kg SK einmal täglich

(maximal 100 mg nur für die erste SK Dosis)

Zur Behandlung des akuten STEMI bei über 75-jährigen Patienten:

0,75 mg/kg SK zweimal täglich, ohne initiale IV 1 mg/kg SK einmal täglich, ohne initiale IV

Bolusgabe

(maximal 100 mg für jede der ersten beiden SK

Dosen)

Bolusgabe

(maximal 100 mg nur für die erste SK Dosis)

Prophylaktische Dosen

Standarddosis

Schwere Niereninsuffizienz

40 mg SK 1× täglich 20 mg SK 1× täglich

20 mg SK 1× täglich 20 mg SK 1× täglich

Diese empfohlenen Dosisanpassungen sind nicht für die Thromboseprophylaxe bei Hämodialyse

anwendbar.

Leberinsuffizienz

Da entsprechende klinische Studien fehlen, ist Enoxaparin bei Patienten mit eingeschränkter

Leberfunktion mit Vorsicht anzuwenden (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).

Spinale/epidurale Anästhesie

Bei spinaler oder epiduraler Anästhesie bitte den Abschnitt «Vorsichtsmassnahmen» beachten.

Verabreichung

Subkutane Injektion

Enoxaparin wird subkutan injiziert und ist in folgenden Fällen indiziert: Prophylaxe

thromboembolischer Erkrankungen venösen Ursprungs, Behandlung tiefer Venenthrombosen,

Behandlung der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes, Behandlung

des akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes.

Injektion als Bolusgabe IV

Beim akuten ST-Hebungs-Myokardinfarkt muss die Initialbehandlung mit einer einmaligen Injektion

als Bolusgabe IV mit unmittelbar anschliessender subkutaner Injektion erfolgen.

Patienten ab 75 Jahren erhalten keine initiale IV Bolusgabe (siehe «Spezielle

Dosierungsanweisungen»).

Injektion in den arteriellen Teil des Dialysekreislaufs

Zur Gerinnungsprophylaxe im extrakorporalen Kreislauf bei der Hämodialyse wird Enoxaparin in

den arteriellen Teil des Dialysekreislaufs verabreicht.

Enoxaparin darf nicht intramuskulär verabreicht werden.

Die vorgefüllte Fertigspritze ist gebrauchsbereit. Bei Mehrdosenbehältern wird die Verwendung

einer Tuberkulinspritze oder einer vergleichbaren Spritze empfohlen, um die adäquate Menge

Enoxaparin entnehmen zu können.

Subkutane Injektionstechnik

Zur Vermeidung versehentlicher Nadelstiche nach der Injektion sind die Fertigspritzen mit einem

automatischen Sicherheitssystem ausgestattet.

Das Sicherheitssystem aktiviert sich während der Injektion, wenn der Spritzenkolben den Anschlag

erreicht und schützt auf diese Weise die verunreinigte Nadel, ohne den Patienten zu stören.

Um das Sicherheitssystem auszulösen, ist es notwendig, den Spitzenkolben voll durchzudrücken.

Hinweis: das Sicherheitssystem kann erst aktiviert werden, wenn die Spritze vollkommen entleert ist.

Enoxaparin sollte bevorzugt am liegenden Patienten subkutan ins anterolaterale oder posterolaterale

Gewebe der Gürtelzone verabreicht werden, wobei nachfolgende Injektionen abwechslungsweise

links und rechts durchgeführt werden sollten.

Die vorgefüllten Fertigspritzen sind gebrauchsbereit; eventuell vorhandene Luft sollte vor der

Applikation nicht herausgestossen werden.

Die Injektion selbst erfolgt vertikal durch Einführung der gesamten Nadellänge in eine mittels

Daumen und Zeigefinger gefasste Hautfalte. Die Hautfalte muss während der ganzen Injektionsdauer

gehalten werden. Die Injektionsstelle soll nach der Applikation nicht gerieben/massiert werden.

Injektionstechnik bei der intravenösen Bolusgabe (nur bei STEMI-Indikation)

Der Mehrdosenbehälter sollte zur intravenösen Injektion verwendet werden. Enoxaparin sollte weder

mit anderen Medikamenten gemixt noch mit diesen gemeinsam verabreicht werden. Um eine

mögliche Vermischung von Enoxaparin mit anderen Medikamenten zu vermeiden, sollte der

gewählte venöse Zugang vor und nach der Verabreichung von Enoxaparin als Bolus IV mit einer

ausreichenden Menge Kochsalz- oder Glukoselösung gespült werden. Enoxaparin kann mit 0,9%iger

Kochsalzlösung oder 5%iger Glukoselösung sicher verabreicht werden.

Kontraindikationen

Clexane ist kontraindiziert bei einer Überempfindlichkeit auf Enoxaparin, Heparin und Derivate und

andere niedermolekulare Heparine, Benzylalkohol (bei Verwendung von Clexane multi), akuter

bakterieller Endokarditis und Thrombozytopenie mit positivem in-vitro-Aggregationstest in

Gegenwart von Enoxaparin.

Clexane ist kontraindiziert, wenn in den vergangenen 100 Tagen eine immunvermittelte,

heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT) aufgetreten ist, oder bei zirkulierenden Antikörpern.

Clexane ist kontraindiziert bei aktiven, grösseren Blutungen und bei Zuständen mit erhöhtem Risiko

unkontrollierter Blutungen einschliesslich kurz zurückliegendem hämorrhagischen Schlaganfalls.

Bei erhöhtem Blutungsrisiko ist intravenöses Standardheparin vorzuziehen (Vorteil wegen kurzer

Halbwertszeit und Möglichkeit der raschen Neutralisierung durch Protamin).

Nachfolgende Zustände sind grundsätzlich ebenfalls als Kontraindikationen zu bezeichnen: aktives

peptisches Ulkus, zerebrovaskuläre Anfälle (ausser bei systemischer Embolie).

Beckenvenenthrombosen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Relative Kontraindikationen

Die verschiedenen niedermolekularen Heparine sind nicht austauschbar und es sollte während einer

Therapie nicht von einem Präparat auf ein anderes gewechselt werden, denn sie unterscheiden sich in

Herstellungsprozess, Molekulargewicht, spezifischer anti-Xa Aktivität, Einheit und Dosierung.

Enoxaparin soll nicht intramuskulär verabreicht werden.

Es ist mit Vorsicht anzuwenden bei Patienten mit Leberinsuffizienz, Hypertonie oder

gastrointestinalem Ulkus in der Anamnese, bei gestörter Hämostasis, diabetischer Retinopathie, nach

kürzlich erfolgtem ischämischem Schlaganfall oder nach kürzlich erfolgtem neurologischem oder

ophthalmologischem chirurgischem Eingriff.

Vorsichtsmassnahmen

Blutungen

Wie bei anderen Antikoagulanzien können Blutungen auftreten. Bei Auftreten von Blutungen

müssen entsprechende therapeutische Massnahmen eingeleitet werden. Clexane ist wie andere

Antikoagulanzien in Situationen mit erhöhtem Blutungsrisiko mit Vorsicht zu verabreichen.

Die Verabreichung von Clexane 1,5 mg/kg einmal täglich ist bei Patienten mit erhöhtem

Blutungsrisiko zu vermeiden, da das Blutungsrisiko möglicherweise grösser ist als bei Applikation

von 1 mg/kg zweimal täglich.

Spinale/Epidurale Anästhesie/Lumbalpunktion

Bei Verwendung von Enoxaparin im Zusammenhang mit spinaler/epiduraler Anästhesie ist über

Fälle von spinalen bzw. epiduralen Hämatomen berichtet worden.

Solche Hämatome können zu langdauernden oder bleibenden Lähmungen führen. Das Risiko für

solche Ereignisse ist bei Verwendung eines postoperativen epiduralen Dauerkatheters oder bei

gleichzeitiger Gabe anderer Medikamente, welche die Hämostase beeinflussen wie nicht-steroidale

Entzündungshemmer (siehe «Interaktionen») erhöht. Das Risiko scheint nach traumatischer oder

wiederholter Punktion des Liquors sowie bei Patienten, die sich bereits einer Wirbelsäulenoperation

unterzogen haben oder eine Wirbelsäulendeformation aufweisen, ebenfalls erhöht zu sein.

Um das potentielle Risiko von Blutungen bei Patienten, welche mit Enoxaparin bei

epiduraler/spinaler Anästhesie oder Analgesie behandelt werden, zu vermindern, sollte das Anlegen

und Entfernen des Epiduralkatheters zum Zeitpunkt des niedrigsten Plasmaspiegels von Enoxaparin

(siehe «Pharmakokinetik») erfolgen; jedoch ist der genaue Zeitpunkt, ab dem beim einzelnen

Patienten eine ausreichend geringe koagulationshemmende Wirkung erreicht wird, nicht bekannt.

Das Anlegen bzw. das Entfernen eines Katheters sollte frühestens 12 h nach Verabreichung der

geringsten Enoxaparindosis (20 mg 1× täglich, 30 mg 1- bis 2× täglich oder 40 mg 1× täglich) und

frühestens 24 h nach Verabreichung höherer Enoxaparindosen (0,75 mg/kg 2× täglich, 1 mg/kg 2×

täglich oder 1,5 mg/kg 1× täglich) erfolgen.

Zu diesem Zeitpunkt ist ein Anti-Xa-Spiegel noch nachweisbar, und die vorgesehenen Fristen stellen

keine Garantie dafür dar, dass rückenmarksnahe Hämatome vermieden werden können. Patienten,

die eine Dosis von 0,75 mg/kg 2× täglich oder 1 mg/kg 2× täglich erhalten, darf die zweite

Enoxaparindosis nicht verabreicht werden, um die Karenzfrist vor dem Anlegen oder Entfernen des

Katheters zu verlängern. Auch wenn keine spezifische Empfehlung für die Verabreichung der

nächsten Enoxaparindosis nach dem Entfernen des Katheters gegeben werden kann, sollte ebenso die

Gabe der nächsten Dosis frühestens vier Stunden nach Entfernen des Katheters erfolgen, basierend

auf der Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses und unter Berücksichtigung der

Thrombosegefahr auf der einen und der Blutungsgefahr auf der anderen Seite im Kontext des

Verfahrens und der patientenspezifischen Risikofaktoren. Bei Patienten mit einer Kreatinin-

Clearance von <30 ml/Minute muss zusätzlich die verzögerte Enoxaparin-Ausscheidung beachtet

werden. Zu erwägen ist hier die Verdopplung der Frist bis zum Entfernen des Katheters auf

mindestens 24 Stunden für die geringste vorgeschriebene Enoxaparindosis (30 mg 1× täglich) und

auf mindestens 48 Stunden für die stärkste Dosis (1 mg/kg/Tag).

Falls der Arzt sich entschliesst, eine spinale/epidurale Anästhesie oder eine Lumbalpunktion bei

Antikoagulation vorzunehmen, ist grösste Aufmerksamkeit und engmaschige Überwachung

erforderlich, um allfällige Befunde und Symptome einer neurologischen Störung wie

Rückenschmerzen in der Mittellinie, sensorische und motorische Ausfälle (Taubheitsgefühl oder

Schwäche in den Beinen) sowie Funktionsstörungen des Darms und/oder der Harnblase festzustellen.

Die Patienten sind anzuweisen, ihren Arzt sofort zu informieren, wenn einer der oben genannten

Befunde oder Symptome auftritt. Der Verdacht auf ein Spinal- bzw. Epiduralhämatom erfordert eine

vordringliche Diagnose und Behandlung einschliesslich Dekompression des Rückenmarks.

Vorgehen bei perkutaner koronarer Revaskularisation (PCI)

Um das Risiko von Blutungen nach einer vaskulären Intervention während der Behandlung einer

instabilen Angina pectoris, eines Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes oder eines akuten ST-Hebungs-

Myokardinfarktes zu herabmindern, sind die empfohlenen Abstände für die Enoxaparin-Injektionen

genau einzuhalten. Nach einer perkutanen Koronarintervention (PCI) ist es wichtig, an der

Einstichstelle die Hämostasis herbeizuführen. Wird ein Verschlusssystem benutzt, kann der

vaskuläre Zugang sofort entfernt werden. Wird eine manuelle Kompressionsmethode angewandt,

sollte der vaskuläre Zugang 6 Stunden nach der letzten intravenösen oder subkutanen Injektion von

Enoxaparin entfernt werden. Muss die Behandlung mit Enoxaparin weitergeführt werden, darf die

nachfolgende Dosis frühestens 6 bis 8 Stunden nach Entfernung des vaskulären Zugangs verabreicht

werden. Die Einstichstelle sollte auf Zeichen einer Blutung bzw. der Bildung von Hämatomen

überwacht werden.

Heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT)

Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von immunvermittelter HIT in den vergangenen 100 Tagen

oder mit zirkulierenden Antikörpern ist die Verwendung von Enoxaparin natrium kontraindiziert.

Die zirkulierenden Antikörper können mehrere Jahre überleben.

Enoxaparin natrium ist bei Patienten mit einer Vorgeschichte (mehr als 100 Tage) von

heparininduzierter Thrombozytopenie ohne zirkulierende Antikörper mit äusserster Vorsicht zu

verwenden. Die Entscheidung, Enoxaparin natrium in einem solchen Fall zu verschreiben, darf erst

nach einer sorgfältigen Risikobewertung und nach dem Einsatz alternativer, heparinfreier

Behandlungen getroffen werden.

Ältere Patienten

Es besteht keine erhöhte Blutungstendenz bei der Verwendung von Enoxaparin zur Prophylaxe von

thromboembolischen Ereignissen. Im therapeutischen Dosisbereich kann es bei älteren Patienten

(insbesondere im Alter von über 70 Jahren) zu einem erhöhten Risiko von Blutungskomplikationen

kommen (siehe «Dosierung» und «Pharmakokinetik»). Entsprechende kardiovaskuläre Überwachung

ist angezeigt.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nehmen die Enoxaparinexposition und das

Blutungsrisiko zu. Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatininclearance <30 ml/Min) ist die

Enoxaparinexposition signifikant erhöht und eine Dosisanpassung für therapeutische und

prophylaktische Verabreichung angezeigt (siehe «Pharmakokinetik»). Bei leichter bis mässiger

Niereninsuffizienz (30-80 ml/Min) ist keine Dosisanpassung erforderlich, jedoch muss die

Verabreichung sorgfältig überwacht werden (siehe «Pharmakokinetik» und «Dosierung»).

Untergewicht

Eine Erhöhung der Enoxaparinexposition wurde bei untergewichtigen Frauen (<45 kg) und Männern

(<57 kg) in prophylaktischen Dosen beobachtet. Dies kann zu erhöhtem Blutungsrisiko führen. Bei

diesen Patienten wird eine sorgfältige Überwachung und ev. Dosisreduktion empfohlen.

Übergewicht

Das Risiko für thromboembolische Ereignisse ist bei übergewichtigen Patienten erhöht. Die

Sicherheit und Wirksamkeit prophylaktischer Dosen bei übergewichtigen Patienten (IBMI >30

kg/m2) sind nicht vollständig geklärt und es gibt aktuell keinen Konsens hinsichtlich der

Dosisanpassung. Anzeichen und Symptome der thromboembolischen Erkrankung müssen bei dieser

Patientengruppe sorgfältig überwacht werden.

Labortests

Bei Dosierungen für die Prophylaxe von Venenthrombosen beeinflusst Enoxaparin die Blutungszeit

und die globalen Blutkoagulationstests nicht bedeutend, noch stört es die Plättchenaggregation oder

die Bindung von Fibrinogen an die Plättchen.

Bei höheren Dosierungen kann ein Anstieg der aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit) und

der ACT (activated coagulation time) vorkommen. Anstieg von aPTT und ACT korrelieren nicht

linear mit der zunehmenden antithrombotischen Aktivität von Enoxaparin und sind deshalb

ungeeignet und unzuverlässig für die Überwachung der Aktivität von Enoxaparin.

Herzklappenprothesen

Der Einsatz von Clexane zur Thromboembolieprophylaxe wurde bei Patienten mit

Herzklappenprothese ungenügend untersucht. Es liegen vereinzelte Berichte von Thrombosen der

Herzklappenprothesen nach Verabreichung von Enoxaparin zur Thromboembolieprophylaxe vor.

Diverse Umstände (Grunderkrankung und unvollständige Fallberichte) lassen keine eindeutige

Bewertung zu (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

In einer klinischen Studie bei 8 schwangeren Frauen mit Herzklappenprothese entwickelten sich bei

2 von 8 Frauen nach Verabreichung von 1 mg/kg Enoxaparin 2× täglich zur

Thromboembolieprophylaxe Blutgerinnsel, die zu einer Blockierung der Herzklappen und zum Tod

der Mutter und des Fötus führten. Zudem liegen vereinzelte analoge Spontanmeldungen bei

schwangeren Frauen vor. Schwangere Frauen mit Herzklappenprothesen unterliegen bekanntlich

einem erhöhten Risiko einer Thromboembolie (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Kinder

Clexane multi enthält Benzylalkohol als Konservierungsmittel und sollte bei Neugeborenen nicht

angewendet werden. Die Verabreichung von Benzylalkohol enthaltenden Arzneimitteln führte bei

Frühgeborenen zu einem Atemnotsyndrom mit tödlichem Ausgang.

Interaktionen

Es wird empfohlen, Substanzen, welche die Hämostase (Blutgerinnung) beeinflussen, vor einer

Therapie mit Enoxaparin abzusetzen, ausser bei strikter Indikation. Diese Substanzen umfassen

Medikamente wie systemisch verabreichte Salicylate, Acetylsalicylsäure und nicht-steroidale

Entzündungshemmer inkl. Ketorolac, Dextran, Ticlopidin und Clopidogrel, systemisch verabreichte

Glukokortikoide, Thrombolytika und Antikoagulanzien, andere Inhibitoren der Plättchenaggregation

inkl. Glykoprotein IIb/IIIa Antagonisten. Falls eine Kombination indiziert ist, sollte Enoxaparin

vorsichtig angewendet werden d.h. entsprechende klinische Überwachung und Laborkontrollen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Enoxaparin zeigte sich im Tierversuch weder embryotoxisch noch teratogen. Untersuchungen

anhand von fötalem Blut bei schwangeren Frauen haben gezeigt, dass Enoxaparin die

Plazentarschranke während des 2. und 3. Trimesters nicht passiert. Über die Anwendung von

Enoxaparin während der Schwangerschaft bei Menschen ist in mehr als 200 Publikation berichtet

worden. Zu diesen Studien gehören prospektive und retrospektive Studien, Fallserien und

Fallberichte. Diese Studien befassen sich mit der Anwendung von Enoxaparin bei über 4000

schwangeren Frauen weltweit.

In einer grossen retrospektiven Studie wurden 624 Schwangerschaften bei 604 Frauen, die zu 693

Geburten geführt haben, analysiert. Im Rahmen dieser Studie wurde Enoxaparin zur Behandlung

akuter VTE in einer Dosis von 1 mg/kg 2× täglich und zur Thromboembolieprophylaxe in einer

täglichen Dosis von 20 mg oder 40 mg verabreicht. Zudem sind fünf prospektive Studien zur

Behandlung der TEV und vier prospektive Studien VTE-Prophylaxe während der Schwangerschaft,

die es ermöglich haben, Daten zu 285 Schwangerschaften zu sammeln, publiziert worden. Die

verwendeten Dosen sind vergleichbar mit denjenigen, die in der retrospektiven Studie berichtet

wurden.

Insgesamt legen die Studien nahe, dass bei schwangeren Frauen im Vergleich zu nicht schwangeren

Frauen keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Blutungen, Thrombopenie oder Osteoporose

besteht. Dies verhält sich anders bei schwangeren Frauen mit Herzklappenprothesen (siehe unten).

Zudem kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass es keinen Beleg dafür gibt, dass die

Anwendung von Enoxaparin in der Schwangerschaft mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für das

Auftreten kongenitaler fötaler Anomalien assoziiert ist. Da bei allen Patienten, die Antikoagulanzien

erhalten, einschliesslich schwangerer Frauen, ein Blutungsrisiko besteht, sollte Enoxaparin nur bei

ärztlich festgestellter klinischer Notwendigkeit während der Schwangerschaft eingesetzt werden.

Unter der Geburt ist die peridurale Anästhesie bei Schwangeren, die mit Antikoagulanzien behandelt

werden, kontraindiziert. Unter der Geburt sollte die peridurale Anästhesie frühestens 24 Stunden

nach der letzten an das Körpergewicht angepassten verabreichten Dosis des niedermolekularen

Heparins angewendet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Eine Substitution

des niedermolekularen Heparins durch unfraktioniertes Heparin ist zu erwägen. Im Falle der

Verabreichung von niedermolekularem Heparin und sogar nach vorzeitiger Einstellung der

Verabreichung von niedermolekularem Heparin wird die Kontrolle der Anti-Xa-Aktivität vor der

Platzierung eines Katheters für die peridurale Anästhesie empfohlen. Eine Konsultation bei einem

Spezialisten für Blutgerinnung sollte in Betracht gezogen werden.

Die gerinnungshemmende Therapie ist bei Blutungsneigung, wie z.B. bei Abortus imminens

(bevorstehende Fehlgeburt), kontraindiziert.

Umstritten ist in der Schwangerschaft die akute Behandlung mit Heparin bei disseminierter

intravasaler Gerinnung mit Verbrauchskoagulopathie, wie z.B. bei vorzeitiger Plazentalösung. Hier

werden heute synthetische Antifibrinolytika eingesetzt.

In einer klinischen Studie bei 8 schwangeren Frauen mit Herzklappenprothese, entwickelten sich bei

2 von 8 Frauen nach Verabreichung von 1 mg/kg Enoxaparin 2× täglich zur

Thromboembolieprophylaxe Blutgerinnsel, die zu einer Blockierung der Herzklappen und zum Tod

der Mutter und des Fötus führten. Zudem liegen vereinzelte analoge Spontanmeldungen bei

schwangeren Frauen vor. Schwangere Frauen mit Herzklappenprothesen unterliegen bekanntlich

einem erhöhten Risiko einer Thromboembolie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen –

Vorsichtsmassnahmen»).

Es liegen bisher nur begrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Enoxaparin in der Stillzeit vor. In

einer prospektiven Studie, in der 12 stillende Frauen prophylaktische Dosen Enoxaparin erhielten,

war keine Anti-Xa-Aktivität feststellbar. Die orale Absorption von Enoxaparin durch das

Neugeborene ist unwahrscheinlich. Da jedoch viele Arzneimittel in die Muttermilch übergehen, wird

aus Vorsicht vom Stillen abgeraten.

Der Mehrdosenbehälter enthält Benzylalkohol. Da Benzylalkohol die Plazenta passieren kann, sollte

Clexane multi während der Schwangerschaft mit Vorsicht angewendet werden (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

Enoxaparin wurde in klinischen Studien an über 15'000 Patienten evaluiert.

Davon wurden 1'776 mit erhöhtem Risiko für thromboembolische Komplikationen nach einem

orthopädischen oder abdominalchirurgischen Eingriff prophylaktisch gegen tiefe Venenthrombose

(TVT) behandelt. Weitere 1'169 Patienten, bei denen ebenfalls eine TVT-Prophylaxe durchgeführt

wurde, waren aufgrund akuter Erkrankungen in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. 559 Patienten

wurden für tiefe Venenthrombose mit oder ohne Lungenembolie behandelt, 1'578 für instabile

Angina pectoris und Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt, und 10'176 für akuten Myokardinfarkt mit

ST-Hebung.

Als häufigste Reaktion wurden im Rahmen dieser klinischen Studien Blutungen gemeldet. Dabei

handelte es sich im Falle von höchstens 4,2% der Patienten um schwere Blutungen, von denen einige

einen tödlichen Ausgang nahmen. (Bei chirurgischen Patienten wurden hämorrhagische

Komplikationen unter folgenden Voraussetzungen als schwer eingestuft: Wenn die Blutung (1) ein

klinisch signifikantes Ereignis auslöste oder (2) mit einem Hämoglobinverlust von ≥2 g/dl

einherging oder die Transfusion von mindestens 2 Einheiten eines Blutprodukts erforderte.

Retroperitoneale und intrakranielle Blutungen wurden ausnahmslos als schwer eingestuft.

Wie bei anderen Antikoagulanzien kann auch bei Enoxaparin in Gegenwart assoziierter

Risikofaktoren wie etwa blutungsanfällige Organläsionen, invasive Verfahren oder gleichzeitige

Anwendung von Arzneimitteln mit Einfluss auf die Hämostase eine Blutung auftreten (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Die im Laufe von klinischen Studien beobachteten oder durch Pharmakovigilanz gemeldeten

unerwünschten Wirkungen werden nachstehend aufgeführt.

Dabei gelten folgende Häufigkeitsdefinitionen: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10),

gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1'000), sehr selten (<1/10'000).

Die durch Pharmakovigilanz gemeldeten unerwünschten Wirkungen befinden sich unter «selten».

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Sehr häufig: Thrombozytose (erhöhte Plättchenzahl, >400 G/l).

Häufig: Thrombozytopenie.

Häufig: Blutungsanämie.

Selten:

·Fälle von immunallergischer Thrombozytopenie mit Thrombose; in einigen dieser Fälle wurde die

Thrombose durch Infarkt eines Organs oder Ischämie einer Gliedmasse kompliziert (siehe

«Vorsichtsmassnahmen», Heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT)).

·Eosinophilie.

Störungen des Immunsystems

Häufig: Allergische Reaktion.

Selten: Anaphylaktische bzw. anaphylaktoide Reaktion, Anaphylaktischer Schock.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen

Funktionsstörungen der Gefässe

Sehr häufig: Blutung.

Gelegentlich: Retroperitoneale Blutung, intrakranielle Blutung.

Selten: Fälle von spinalem oder epiduralem Hämatom während einer Anästhesie oder einer Spinal-

bzw. Epiduralpunktion (einhergehend mit neurologischen Läsionen verschiedenen Grades,

einschliesslich einer anhaltenden bzw. bleibenden Lähmung).

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Sehr häufig: Erhöhte Leberenzyme (vor allem Transaminasen: Transaminasenspiegel >3-facher

oberer Normwert).

Selten:

·Hepatozelluläre Leberschädigung.

·Cholestatische Leberschäden.

Störungen der Skelettmuskulatur

Selten: Osteoporose nach Langzeitbehandlung bei länger als 3 Monate.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Urtikaria, Juckreiz, Erythem.

Gelegentlich: Bullöse Dermatose.

Weitere Meldungen aus der Pharmakovigilanz

Selten:

·Hautvaskulitis, Hautnekrose, gewöhnlich an der Einstichstelle auftretend. (Im Allgemeinen gehen

diesen Erscheinungen eine Purpura oder schmerzhafte infiltrierte erythematöse Plaques voraus.) Es

empfiehlt sich, die Behandlung mit Enoxaparin-Natrium abzubrechen.

·Knötchen an der Einstichstelle (entzündliche Knötchen und nicht zystische Enoxaparin-

Einschlüsse). Sie verschwinden nach einigen Tagen und sollten nicht zu einem Behandlungsabbruch

führen.

·Alopezie.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Hämatom an der Einstichstelle, Schmerzen an der Einstichstelle, andere Reaktionen an der

Einstichstelle (wie etwa Ödem, Blutung, Überempfindlichkeit, Entzündung, Knötchen, nicht-

allergische Schmerzen oder Reaktionen an der Einstichstelle).

Gelegentlich: Lokale Reizung, Hautnekrose an der Einstichstelle.

Untersuchungen

Selten: Hyperkaliämie.

Überdosierung

Eine massive orale Einnahme von Enoxaparin (keine Fälle bekannt) sollte aufgrund der äusserst

geringen gastrointestinalen Resorption theoretisch ohne ernste Folgen sein. Doch sollte dies durch

Messung der plasmatischen anti-FXa- und anti-FIIa-Aktivität bestätigt werden.

Eine intravenöse oder subkutane Überdosierung kann zu leichteren oder schwereren

hämorrhagischen Komplikationen führen. Eine Neutralisierung durch vorsichtige, langsame i.v.-

Gabe von Protamin ist bei Überdosierung angezeigt.

Innerhalb der ersten 8 h nach Gabe von Enoxaparin beträgt die zu verabreichende Dosis 1 mg

Protamin pro 1 mg verabreichte Dosis Enoxaparin. Bleibt die aktivierte partielle Thromboplastinzeit,

gemessen 2 bis 4 h nach der Infusion von Protamin deutlich erhöht/verlängert, soll eine zweite

Infusion mit einer Dosierung von 0,5 mg Protamin pro 1 mg Enoxaparin verabreicht werden.

Ab der Zeitdauer von >8 und <12 h seit der Enoxaparin-Gabe wird zur Neutralisierung eine Dosis

von 0,5 mg Protamin pro mg Enoxaparin verabreicht, sind mehr als 12 h verstrichen, ist eine

Protamingabe nicht mehr angezeigt.

Eine vollständige Neutralisierung der anti-Xa Aktivität wird auch durch die Gabe von Protamin

niemals erreicht (max. 60%).

Eine Überdosierung mit Protamin ist zu vermeiden, da dies zu hypotensiven und anaphylaktischen

Reaktionen und einer überschiessenden Koagulabilität führen kann.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B01AB05

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Enoxaparin ist ein niedermolekulares Heparin mit einem mittleren Molekulargewicht von ca.

4'500 Daltons (<2'000 Daltons ≤20%, 2'000 bis 8'000 Daltons ≥68%, >8'000 Daltons ≤18%).

Enoxaparin-Natrium wird durch alkalische Depolymerisation des Benzylesters von Heparin

biologischen Ursprungs gewonnen. Seine Struktur ist gekennzeichnet durch eine 2-O-sulfo-4-

Enepyranosuronsäure-Gruppe am nichtreduzierenden Ende und ein 2-N,6-O-disulfo-D-Glukosamin

am reduzierenden Ende der Kette. Rund 20% (15-25%) der Struktur von Enoxaparin enthalten ein

1,6-Anhydroderivat am nichtreduzierenden Ende der Polysaccharidkette.

Enoxaparin zeigt eine starke Anti-Xa-Wirkung (ca. 100 IE/mg) und eine schwache Anti-IIa- bzw.

Antithrombin-Wirkung (ca. 28 IE/mg). Das Verhältnis von Anti-Faktor-Xa-Wirkung zu Anti-Faktor-

IIa-Wirkung liegt zwischen 3,3 und 5,3. Diese gerinnungshemmenden Wirkungen werden durch

Antithrombin III (ATIII) geregelt, das die Blutgerinnung beim Menschen hemmt.

Zusätzlich zu seiner Anti-Xa/IIa-Wirkung besitzt Enoxaparin noch weitere antithrombotische

Eigenschaften, darunter die (ATIII-abhängige) Hemmung anderer Gerinnungsfaktoren wie Faktor

VIIa, die Induktion des Tissue Factor Pathway Inhibitors (TFPI) sowie die verminderte Freisetzung

des von-Willebrand-Faktors (vWF) aus dem Gefässendothel in die Blutbahn. Man weiss, dass diese

Faktoren zur antithrombotischen Gesamtwirkung von Enoxaparin beitragen.

Im Tierversuch zeigte Enoxaparin eine ausgeprägte antithrombotische Wirkung bei sehr geringer

Auswirkung auf die Blutung. Zusätzlich besitzt Enoxaparin thrombolytische Eigenschaften.

Klinische Wirksamkeit

Beim Menschen wurde bestätigt, dass Enoxaparin eine verlängerte antithrombotische Aktivität

besitzt, wobei es, in üblicher Dosierung, keine signifikante Wirkung auf die Koagulationsparameter

aufweist. Es hat weder einen Einfluss auf die Thrombozytenaggregation noch auf die Bindung von

Fibrinogen an die Thrombozyten.

Klinische Daten bei der Behandlung der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen

Myokardinfarktes

In einer grossen Multizenterstudie wurden 3171 Patienten mit instabiler Angina Pectoris oder Nicht-

Q-Wellen Myokardinfarkt eingeschlossen. Die stationäre Behandlung mit Enoxaparin oder

unfraktioniertem Heparin erfolgte während mindestens 2 und maximal 8 Tagen. In der mit

Enoxaparin behandelten Gruppe traten innerhalb der ersten 14 Tage wiederkehrende Angina

pectoris-Anfälle, Myokardinfarkte oder Todesfälle (kombinierter Tripelendpunkt) verglichen mit der

Placebogruppe signifikant weniger häufig auf.

Es liegen keine klinischen Studien mit Enoxaparin gezielt auf die Lungenembolie vor. Es wurde

lediglich eine Metaanalyse durchgeführt, welche die in therapeutische Studien eingeschlossenen

Patienten mit tiefer Venenthrombose und damit einhergehender Lungenembolie umfasste. Diese

Metaanalyse ergab für die Patienten-Untergruppen mit tiefer Venenthrombose und zusätzlicher

Lungenembolie eine vergleichbare Inzidenz im Hinblick auf die Rekurrenz der Thrombose wie für

die Gesamtheit der in diese therapeutischen Studien eingeschlossenen Patienten mit tiefer

Venenthrombose.

Klinische Daten zur Behandlung der tiefen Venenthrombose (TVT)

900 Patienten mit symptomatischer TVT der unteren Extremitäten mit oder ohne Lungenembolie

(LE) wurden im Spital in eine multizentrische randomisierte Studie mit parallelen Gruppen

aufgenommen: 1) Clexane 1,5 mg/kg s.c. einmal täglich, oder 2) Clexane 1 mg/kg s.c. alle 12

Stunden, oder 3) Standardheparin i.v. als Bolus (5'000 I.E.), gefolgt von einer kontinuierlichen

Infusion (so dosiert, dass eine aPTT von 55-85 Sekunden erreicht wurde). Alle Patienten erhielten

auch innerhalb von 72 Stunden nach Einleitung der Behandlung mit Clexane oder Standardheparin

und während 90 Tagen einen Vitamin-K-Antagonisten mit Dosisanpassung in Abhängigkeit von der

Prothrombinzeit, so dass ein INR von 2,0 bis 3,0 erreicht wurde. Die Behandlung mit Clexane oder

Standardheparin erfolgte während mindestens 5 Tagen bis zum Erreichen des INR-Zielwerts mit dem

Vitamin-K-Antagonisten. Beide Dosierungen von Clexane verminderten das Rezidivrisiko der

venösen Thromboembolie (TVT mit oder ohne LE) ähnlich wie die Behandlung mit

Standardheparin. Die Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit sind nachfolgend in Tabelle 1

dargestellt.

Tabelle 1: Wirksamkeit und Sicherheit von Clexane zur Behandlung der TVT mit oder ohne LE

Indikation

Dosierung

Dosierung

Clexane

Clexane

Heparin

1,5 mg/kg 1× d

s.c.

n (%)

1 mg/kg 2× d

s.c.

n (%)

i.v. (aPTT

adaptiert)

n (%)

Anzahl der behandelten Patienten

298 (100)

312 (100)

290 (100)

Gesamtanzahl der venösen thromboembolischen

Ereignisse

13 (4,4)*

9 (2,9)*

12 (4,1)*

Schwere Blutungen während der

Behandlungsperiode

5 (1,7)

4 (1,3)

6 (2,1)

* 95%-Vertrauensintervall der Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen in Bezug auf die

Gesamtanzahl der venösen thromboembolischen Ereignisse:

Clexane 1× täglich im Vergleich zu Heparin: -3,0% bis +3,5%

Clexane 2× täglich im Vergleich zu Heparin: -4,2% bis +1,7%

Clexane 1× täglich im Vergleich zu Clexane 2× täglich: -1,5% bis +4,5%

TVT = tiefe Venenthrombose, LE = Lungenembolie, s.c. = subkutan, aPTT = aktivierte partielle

Thromboplastinzeit, PT = Prothrombinzeit, INR = International Normalized Ratio

Klinische Daten zur Behandlung des akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes (STEMI)

In einer grossen Multizenterstudie (EXTRACT) wurden 20'479 Patienten mit akutem ST-Hebungs-

Myokardinfarkt (STEMI), die für eine fibrinolytische Therapie geeignet waren, randomisiert und

erhielten entweder Enoxaparin (einmalig einen 30 mg IV Bolus und eine Dosis von 1 mg/kg SK,

gefolgt von subkutanen Injektionen von 1,0 mg/kg alle 12 Stunden) oder unfraktioniertes Heparin IV

(adjustierte Dosis auf Basis der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) über 48 Stunden).

Alle Patienten wurden zudem mindestens 30 Tage lang mit Aspirin behandelt. Die Enoxaparin-Dosis

wurde für Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz und für Patienten ab 75 Jahren adjustiert. Die

subkutanen Enoxaparin-Injektionen wurden bis zur Entlassung aus dem Spital oder für maximum 8

Tage verabreicht.

Bei 4'716 der 20'479 Patienten wurde eine perkutane Koronarintervention (PCI) unter

antithrombotischer Behandlung durchgeführt, die mit dem gleichen Wirkstoff wie nach der

Randomisierung erfolgte. Demnach musste die perkutane Koronarintervention (PCI) bei den mit

Enoxaparin behandelten Patienten gemäss der in den vorangegangenen Studien festgesetzten

Dosierung unter Enoxaparin-Behandlung erfolgen (keine Änderung): Keine zusätzliche Dosis, wenn

die letzte subkutane Injektion weniger als 8 Stunden vor Aufblasen des Ballons verabreicht worden

war, oder Injektion von 0,3 mg/kg Enoxaparin als IV Bolus, wenn die letzte subkutane Injektion

mehr als 8 Stunden vor Aufblasen des Ballons erfolgt war.

Enoxaparin hat die Inzidenz des primären Evaluationskriteriums – eine kombinierte Rate von

Todesfällen (alle Ursachen) und Myokardinfarktrezidiven in den ersten 30 Tagen nach der

Randomisierung – im Vergleich zum unfraktionierten Heparin signifikant gesenkt [9,9% in der

Enoxaparin-Gruppe versus 12,0% in der Gruppe mit unfraktioniertem Heparin], wobei das Risiko im

Vergleich zum unfraktionierten Heparin um 17% gesenkt wurde (P <0,001).

Eine Untergruppenanalyse zum gleichen kombinierten Wirksamkeitskriterium

«Tod/Myokardinfarktrezidive» hat zwischen den Patienten mit PCI-Intervention und den Patienten

mit konservativer Therapie innerhalb der Enoxaparin-Gruppe bzw. innerhalb der UFH-Gruppe keine

statistisch signifikanten Unterschiede ergeben. Die Patienten mit PCI-Intervention zeigten unter

Enoxaparin kein höheres Risiko für schwere Blutungen als unter UFH.

Die Vorteile der Enoxaparin-Behandlung sind für eine Reihe von Wirksamkeitsergebnissen

offensichtlich. Nach 48 Stunden beträgt die Risikoreduktion für eine Myokardinfarktrezidive im

Vergleich zur Behandlung mit unfraktioniertem Heparin 35% (P <0,001).

Die positive Auswirkung von Enoxaparin auf das primäre Endpunkt war in den wichtigsten

Untergruppen (Einteilung nach Alter, Geschlecht, Lokalisierung des Infarktes, Diabetes,

vorangegangenen Myokardinfarkten, Art des verabreichten Fibrinolytikums sowie Zeitabstand

zwischen den ersten klinischen Anzeichen und dem Beginn der Behandlung) konsistent.

Die Inzidenz der kombinierten Raten von Todesfällen, Myokardinfarktrezidiven und intrazerebralen

Blutungen (ein Kriterium für den netto klinischen Nutzen) war in der Enoxaparin-Gruppe (10,1%)

signifikant geringer (P <0,0001) als in der Gruppe mit unfraktioniertem Heparin (12,2%), was eine

Reduktion des relativen Risikos um 17% zugunsten der Clexane-Behandlung darstellt.

Pharmakokinetik

Die pharmakokinetischen Parameter von Enoxaparin wurden aufgrund der Veränderungen der

plasmatischen anti-FXa-Aktivität abgeleitet.

Nach subkutaner Injektion ist die Resorption rasch und vollständig. Die Absorption ist direkt

proportional zur verabreichten Dosis und somit linear, im Gegensatz zu unfraktioniertem Heparin.

Die Bioverfügbarkeit beträgt basierend auf anti-Xa-Aktivität nahezu 100%.

Absorption

Die mittlere maximale Plasma anti-Xa-Aktivität ist nach 3 bis 5 Stunden erreicht; sie beträgt nach

einer Dosis von 20 mg (= 2'000 I.E. anti-Xa) im Mittel 0,2 anti-Xa I.E./ml und nach 40 mg

(= 4'000 I.E. anti-Xa) 0,4 anti-Xa I.E./ml.

Die mittlere maximale anti-IIa-Aktivität wird nach subkutaner Verabreichung von 40 mg ungefähr

nach 4 Stunden erreicht; bei einer Dosis von 20 mg ist sie mit der konventionellen Methode

(amidolytic method) nicht messbar. Nach Gabe von 1 mg/kg beträgt das mittlere Maximum der anti-

IIa-Aktivität im Plasma ungefähr 0,1 anti-IIa I.E./ml.

Das mittlere Maximum der anti-IIa-Aktivität im Plasma beträgt nach wiederholter Gabe von 1 mg/kg

zweimal täglich ungefähr 0,13 I.E. anti-IIa/ml und nach wiederholter Gabe von 1,5 mg/kg einmal

täglich ungefähr 0,19 I.E. anti-IIa/ml.

Ein IV Bolus von 30 mg, unmittelbar gefolgt von 1 mg/kg subkutan alle 12 Stunden führte zu einem

initialen Maximalwert des Anti-Faktor-Xa-Spiegels von 1,16 I.E./ml (n= 16) und entspricht im

Durchschnitt einer Exposition von 88% des Spiegels im Steady-State. Der Steady-State wurde am

zweiten Behandlungstag erreicht.

Distribution

Das scheinbare Verteilungsvolumen der Enoxaparin anti-Xa-Aktivität entspricht ungefähr dem

Blutvolumen. Die anti-FXa-Aktivität von Enoxaparin ist im intravaskulären Raum lokalisiert.

Metabolismus/Elimination

Enoxaparin ist eine Substanz mit geringer Clearance der anti-Xa-Aktivität. Sie beträgt etwa 0,7-1 l/h

nach s.c. Verabreichung. Die Elimination verläuft monophasisch mit einer Halbwertszeit von etwa

4 h nach s.c. Einfachdosis und etwa 7 h nach Mehrfachdosen.

Enoxaparin wird hauptsächlich in der Leber über Desulfatisierung und/oder Depolymerisation in

Heparin-Untereinheiten mit niedrigeren Molekulargewichten und mit stark reduzierter biologischer

Aktivität abgebaut. Die renale Clearance der aktiven Fragmente macht etwa 10% der verabreichten

Dosis aus.

Die renale Ausscheidung der aktiven und inaktiven Fragmente beträgt etwa 40% der verabreichten

Dosis.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Niereninsuffizienz: Es wurde eine lineare Beziehung zwischen der anti-Xa-Aktivität

Plasmaclearance und der Kreatininclearance im Fliessgleichgewicht beobachtet. Dies bedeutet eine

verringerte Ausscheidung von Enoxaparin bei reduzierter Nierenfunktion. Bei Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz (Kreatininclearance <30 ml/min) steigt die AUC in Fliessgleichgewicht nach

wiederholter täglicher Verabreichung von 40 mg s.c. um durchschnittlich 65% an (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Dosierung/Anwendung», Spezielle

Dosierungsanweisungen, Niereninsuffizienz).

Leberinsuffizienz: Keine Angaben.

Ältere Patienten: eine Dosisanpassung ist nicht notwendig (siehe «Dosierung/Anwendung»,

Spezielle Dosierungsanweisungen, Ältere Patienten und «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Hämodialyse: Die Eliminationsrate ist unverändert bei Patienten unter Dialyse.

Pharmakokinetische Interaktionen

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Enoxaparin und Thrombolytika wurden keine

pharmakokinetischen Interaktionen beobachtet.

Präklinische Daten

Es sind keine für die Anwendung von Clexane/Clexane multi relevanten präklinischen Daten

bekannt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

SK Injektion: nicht mischen mit anderen Medikamenten.

Intravenöse Injektion (Bolus): nur bei STEMI-Indikation. Enoxaparin kann mit 0,9%iger

Kochsalzlösung oder 5%iger Glukoselösung sicher verabreicht werden, darf aber nicht mit anderen

Medikamenten gemixt oder zusammen mit diesen verabreicht werden.

Haltbarkeit

Verfalldatum «EXP» auf der Packung beachten.

Die Durchstechflasche Clexane multi soll nach Anbruch nicht länger als 28 Tage aufbewahrt werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren. Nicht einfrieren!

Zulassungsnummer

49456, 54297 (Swissmedic).

Packungen

Clexane 40, 60, 80, 100, 120 und 150 mg: Packungen mit 2 Fertigspritzen. (B)

Clexane 20, 40, 60, 80, 100, 120 und 150 mg: Packungen mit 10 Fertigspritzen. (B)

Clexane 20, 40, 60, 80, 100, 120 und 150 mg: Packungen mit 50 Fertigspritzen (Spitalpackungen).

Clexane multi 300 mg/3 ml: Packungen mit 1 Durchstechflasche. (B)

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

Juli 2017.

Bidhaa zinazofanana

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