Zithromax 100 mg Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Швейцария - немецкий - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Активный ингредиент:
azithromycinum
Доступна с:
Pfizer AG
код АТС:
J01FA10
ИНН (Международная Имя):
azithromycinum
Фармацевтическая форма:
Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
состав:
azithromycinum 100 mg bestellen azithromycinum dihydricum, arom.: vanillinum, ethylvanillinum und andere, excipiens ad granulatum für das Papier.
класс:
A
Терапевтическая группа:
Synthetika
Терапевтические области:
Infektionskrankheiten
Количество Авторизация:
51999
Дата Авторизация:
1992-12-22

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Zithromax® Sachets

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Was ist Zithromax und wann wird es angewendet?

Zithromax ist ein Antibiotikum, das viele bakterielle Erreger von Infektionen hemmt.

Zithromax darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin

·zur Behandlung folgender Infektionen angewendet werden:

·Infektionen der Atemwege einschliesslich Lungenentzündungen, akute Verschlimmerung der

chronischen Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündungen, Entzündung im Rachenbereich und

Angina.

·Mittelohrentzündungen.

·Haut- und Wundinfektionen.

·Bestimmte durch Chlamydien bedingte Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane.

·zur Prophylaxe folgender Infektion angewendet werden:

·Sogenannte MAK-Infektion (Mycobacterium-avium-intrazellulare-Komplex-Infektion), die bei

immungeschwächten Patienten oder Patientinnen auftreten kann.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zur Behandlung ihrer

gegenwärtigen Krankheit oder zur Prophylaxe einer Infektion, die durch einen gewissen Erreger

hervorgerufen wird, verschrieben.

Das Antibiotikum Azithromycin in Zithromax ist nicht gegen alle Mikroorganismen, welche

Infektionskrankheiten verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht

richtig dosierten Antibiotikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von

sich aus für die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an. Auch bei späteren

neuen Infektionen bzw. wiederholter Prophylaxe dürfen Sie Zithromax nicht ohne erneute ärztliche

Konsultation anwenden.

Wenn Sie eine Überdosis Zithromax eingenommen haben, müssen Sie sich in ärztliche Behandlung

begeben.

Hinweis für Diabetiker/innen

Wenn Sie Diabetiker/in sind und Zithromax Sachets bekommen, müssen Sie den Zuckergehalt

(Saccharose) der Sachets berücksichtigen.

1 Sachet zu 100 mg Azithromycin enthält 1.9 g verwertbare Kohlenhydrate.

1 Sachet zu 300 mg Azithromycin enthält 5.8 g verwertbare Kohlenhydrate.

1 Sachet zu 500 mg Azithromycin enthält 4.8 g verwertbare Kohlenhydrate.

Wann darf Zithromax nicht angewendet werden?

Patienten oder Patientinnen, welche eine bekannte oder vermutete Überempfindlichkeit (Allergie)

auf Azithromycin, Erythromycin andere Makrolid- oder Ketolid-Antibiotika oder andere Zithromax-

Inhaltsstoffe haben, dürfen Zithromax nicht einnehmen.

Machen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darauf aufmerksam, falls Sie einmal auf Antibiotika mit

Nebenwirkungen reagiert haben oder wenn Sie eine frühere Behandlung mit Zithromax nicht gut

vertragen haben.

Wann ist bei der Einnahme von Zithromax Vorsicht geboten?

Während der Behandlung mit Zithromax kann es zu Lichtempfindlichkeitsreaktionen kommen

(Auftreten von Hautausschlägen). Meiden Sie deshalb während und mindestens 7 Tage nach der

Einnahme von Zithromax direktes Sonnenlicht und Solarien.

Während der Behandlung mit Zithromax wurden selten schwere allergische Reaktionen wie

Schwellungen der Haut und Schleimhäute, des Gesichts, der Zunge und des Kehlkopfes,

Herzklopfen, Blutdruckabfall (bis hin zu Ohnmacht und Schock) und Atemnot oder

Atembeschwerden sowie schwere Hautreaktionen (gerötete Schwellung mit zahlreichen kleinen

Pusteln (akute generalisierte exanthematöse Pustulosis), Stevens-Johnson-Syndrom, toxische

epidermale Nekrolyse, DRESS-Syndrom) beobachtet. Diese schweren Krankheitsbilder mit Blasen-

und Geschwürbildung betreffen vor allem die Schleimhäute. Zusätzlich zeigen sich auf der Haut

ebenfalls typische Schäden (münzgrosse Hautrötungen mit einer zentralen Hauterhebung oder

Blase). Hinzu kommen häufig hohes Fieber und körperliche Abgeschlagenheit. Zithromax ist bei den

ersten Anzeichen solcher allergischen Reaktionen abzusetzen und der Arzt / die Ärztin zu

kontaktieren.

Zithromax sollte mit Vorsicht angewendet werden, wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden, wenn

Sie andere Medikamente einnehmen, welche eine Rhythmusstörung verursachen können oder wenn

Sie unter Elektrolytstörungen leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin,

·wenn Sie bekanntermassen an einer Herzmuskelerkrankung oder unregelmässigem oder

verlangsamtem Herzschlag leiden oder eine Auffälligkeit im Elektrokardiogramm (EKG) haben, die

«Verlängerung der QT-Zeit» genannt wird.

·wenn Sie Antiarrhythmika, Antidepressiva, Antibiotika oder antipsychotische Medikamente

einnehmen.

·wenn Sie an Elektrolytstörungen leiden.

Zithromax soll bei älteren Patienten, welche empfindlicher für Arzneimittel-Einflüsse auf das Herz

(Herzrhythmusstörungen) reagieren können, mit Vorsicht angewendet werden.

Wenn Sie unter einer Leberfunktionsstörung leiden, dürfen Sie Zithromax nur unter engmaschiger

ärztlicher Kontrolle einnehmen. Bei Auftreten von Symptomen einer Hepatitis (Leberentzündung)

wie Schwächegefühl, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen, Müdigkeit,

Gelbfärbung der Augen (Bindehaut) und Haut, entfärbter Stuhl, muss unverzüglich der Arzt / die

Ärztin kontaktiert werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie während oder nach der Behandlung mit

Zithromax schweren anhaltenden Durchfall bekommen. Das Präparat ist in diesem Fall abzusetzen

und es dürfen keine Arzneimittel, welche die Darmperistaltik (Darmbewegung) hemmen,

eingenommen werden.

Unter einer Behandlung mit Zithromax wurde über das Auftreten oder die Verschlimmerung von

Beschwerden eines bestimmten Muskelleidens (Myasthenia gravis) berichtet.

Nach Anwendung von Azithromycin, dem Wirkstoff von Zithromax, bei Neugeborenen (Behandlung

in den ersten 42 Tagen nach der Geburt), wurden Fälle einer Verengung im Bereich des

Magenausgangs (kindliche hypertrophische Pylorusstenose, IHPS) berichtet. Kontaktieren Sie Ihren

Arzt oder Ihre Ärztin, wenn es bei Ihrem bzw. dem von Ihnen betreuten Kind zu Erbrechen oder

Irritationen beim Füttern kommt.

Nehmen Sie während der Behandlung mit Zithromax keine Arzneimittel mit dem Wirkstoff

Ergotamin oder Ergotamin-Abkömmlingen (z.B. Dihydergot®, Cafergot®, Bellergal®) ein.

Nehmen Sie Zithromax nicht gleichzeitig mit magensäurehemmenden Arzneimitteln (Antacida) ein.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie Arzneimittel, die das Immunsystem

unterdrücken (Immunsuppressiva), Antikoagulantien (Blutverdünnungsmittel), Herzglykoside (wie

z.B. Digoxin und Colchicin) oder Mittel gegen Migräne, Allergien, HIV Infektion oder Tuberkulose

einnehmen.

Nach der Markteinführung wurde über Muskelerkrankungen (Rhabdomyolyse) bei Patienten

berichtet, die Zithromax gleichzeitig mit Cholesterinsenkern (Statinen) erhielten.

Dieses Produkt enthält Saccharose und ist daher für Patienten und Patientinnen mit Fructose-

Intoleranz, Saccharase-Isomaltase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption (seltene

Stoffwechselkrankheiten) nicht angezeigt.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu

bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie:

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa)!

Darf Zithromax während der Schwangerschaft oder der Stillzeit eingenommen werden?

Untersuchungen am Tier zeigten keine Schädigung des Foetus. Untersuchungen bei schwangeren

Frauen wurden aber nicht durchgeführt. Das Arzneimittel geht in die Muttermilch über, daher soll

Zithromax während der Stillzeit nicht angewendet oder es soll abgestillt werden.

Vorsichtshalber sollten Sie während der Schwangerschaft und Stillzeit möglichst auf Arzneimittel

verzichten und Zithromax nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin einnehmen.

Wie verwenden Sie Zithromax?

Grundsätzlich soll die vom Arzt oder von der Ärztin verordnete Dosierung und Behandlungsdauer

genau eingehalten werden, um den vollen Nutzen von Zithromax zu erhalten. Falls vom Arzt oder

von der Ärztin nicht anders verordnet, gelten folgende übliche Dosierungen:

Bei allen Indikationen, mit Ausnahme von der MAK Prophylaxe, muss Zithromax einmal täglich

eingenommen werden.

Zithromax Sachet kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Erwachsene

a.) Durch Chlamydien bedingte Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane

Einmaldosis 1 g Zithromax (2 Sachets zu 500 mg).

b.) MAK (Mycobacterium-avium-intracellulare-Komplex) Prophylaxe

Die einmal wöchentliche Dosierung zur MAK Prophylaxe bei immungeschwächten HIV infizierten

Patienten oder Patientinnen beträgt 1'200 mg (4 Sachets zu 300 mg).

c.) Alle anderen Indikationen

1.-3. Tag: Einmal täglich 500 mg (1 Sachet zu 500 mg).

Kinder

a.) Alle Indikationen ausser MAK Prophylaxe

Bei Kindern älter als 6 Monate werden während 3 Tagen einmal pro Tag 10 mg/kg Körpergewicht

verabreicht.

Gewicht

(kg)

Alter

(Jahre)

Dosierung

Packung

Exakt 10

1.-3. Tag: einmal täglich 1 Sachet à 100 mg

Sachets 3× 100 mg

20-25

1.-3. Tag: einmal täglich 2 Sachets à 100 mg

Sachets 6× 100 mg

26-35

8-11

1.-3. Tag: einmal täglich 1 Sachet à 300 mg

Sachets 3× 300 mg

36-45

12-14

1.-3. Tag: einmal täglich 1 Sachet à 100 mg und 1

Sachet à 300 mg

Sachets 3× 100 mg 3×

300 mg

>45

Erwachsenendosierung 1.-3. Tag: einmal täglich 1

Sachet à 500 mg

Sachets 3× 500 mg

b.) MAK Prophylaxe

Die einmal wöchentliche Dosierung zur MAK Prophylaxe bei 12- bis 18-jährigen Kindern wird von

Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin berechnet und verschrieben.

Einnahme des Sachetinhalts

Der Sachet-Inhalt soll kurz vor Einnahme in einem zu einem Drittel mit Wasser gefüllten Glas

aufgeschwemmt werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung oder Therapiedauer. Wenn Sie glauben,

das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker

bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Zithromax haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Zithromax auftreten

Häufig (bei 1-10% der Patienten): Störungen im Magen-Darm-Trakt wie Appetitlosigkeit, Übelkeit,

Erbrechen, Durchfall, weicher Stuhl, Bauchschmerzen sowie Bauchkrämpfe, Verdauungsstörungen

und Verstopfung. Informieren Sie umgehend den Arzt oder die Ärztin, wenn während oder nach der

Behandlung mit Zithromax schwere und anhaltende Durchfälle auftreten.

Gelegentlich bis häufig (bei 0.1-10% der Patienten): Nach Anwendung von Azithromycin, dem

Wirkstoff von Zithromax, bei Neugeborenen (Behandlung in den ersten 42 Tagen nach der Geburt),

wurden Fälle einer Verengung im Bereich des Magenausgangs (kindliche hypertrophische

Pylorusstenose, IHPS) berichtet. Kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn es bei Ihrem

bzw. dem von Ihnen betreuten Kind zu Erbrechen oder Irritationen beim Füttern kommt.

Gelegentlich (bei 0.1-1% der Patienten): Blähungen, Pilzinfektionen, Scheidenentzündungen,

allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz und Nesselfieber, Nervosität, Benommenheit,

Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Missempfindungen (Parästhesien) und Müdigkeit.

Selten (bei 0.01-0.1% der Patienten): Ohnmacht, Schwindel, Krämpfe, Krampfanfälle,

Hyperaktivität, aggressive Reaktionen, Unwohlsein, Schwäche, Erregung, Angst, tiefer Blutdruck,

Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, schwere anhaltende Durchfälle,

Lichtempfindlichkeitsreaktionen (Hautreaktionen in Zusammenhang mit Sonnenlicht), schwerer

Hautausschlag, Muskelerkrankung (Myasthenia gravis) (siehe «Wann ist bei der Einnahme von

Zithromax Vorsicht geboten?»), Gelenkschmerzen und Zungenverfärbung. Störungen des

Geschmack/Geruchsinn sowie verminderte Berührungsempfindlichkeit.

Selten sind schwere allergische Reaktionen beobachtet worden. Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt

oder Ihre Ärztin, falls obengenannte Nebenwirkungen oder allergische Symptome wie

Hautausschlag, Juckreiz, Rötung, Hautbläschen, Gesichtsoedem oder Atemnot auftreten.

Vor allem bei der Einnahme von höheren Dosen von Zithromax über eine längere Zeit wurden selten

Hörstörungen, einschliesslich Ohrenklingen, Taubheit und komplettem/teilweisem Hörverlust,

beobachtet. Die meisten dieser Symptome bildeten sich wieder zurück. Konsultieren Sie bei

Auftreten solcher Symptome Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Abnormale Nieren- Bauchspeicheldrüsen- und Leberfunktion (inklusive Entzündung der

Bauchspeicheldrüse, Leberentzündung und Gelbsucht, Leberversagen, akutes Nierenversagen),

wurden selten beobachtet. Konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Bauchschmerzen,

Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder eine Gelbfärbung der Haut auftreten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zum auf der Packung mit «EXP» angegebenen Datum verwendet

werden.

Aufbewahrung/Lagerung

Bei Raumtemperatur (15-25 °C), in der Originalpackung und ausser Reichweite von Kindern

aufbewahren. Nach Beendigung der Behandlung soll die Zithromax Packung mit dem restlichen

Inhalt Ihrer Abgabestelle (Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin) zum fachgerechten

Entsorgen zurückgebracht werden.

Weitere Auskünfte über Zithromax erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Zithromax enthalten?

1 Sachet Zithromax enthält:

Wirkstoff: Azithromycin 100, bzw. 300, bzw. 500 mg in Form von Azithromycin Dihydrat;

Hilfsstoffe: Saccharose (1.9 g resp. 5.8 g resp. 4.8 g), wasserfreies Trinatriumphosphat,

Hydroxypropyl-Cellulose, Xanthan Gummi; Aromatica: künstliches Kirschenaroma, künstliches

Vanillearoma (enthält Vanillin und Ethylvanillin), künstliches Bananenaroma.

Zulassungsnummer

51999 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Zithromax? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Sachets:

3 Sachets zu 100 mg

3 Sachets zu 300 mg

3 Sachets zu 500 mg

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Azithromycin: Lizenz von Pliva, Zagreb (Kroatien).

Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

PIL V012

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Fachinformation

Zithromax®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Azithromycinum (ut A. dihydricum).

Hilfsstoffe:

Filmtabletten: Amylum pregelificatum, Calcii hydrogenophosphas anhydricus, Croscarmellosum

natricum, Aqua purificata, Magnesii stearas, Natrii laurilsulfas; Color.: White Opadry® (Lactosum,

Hydroxypropylmethylcellulosum (E464), Titanii dioxidum (E171), Triacetinum).

Pulver zur Herstellung einer Suspension: Saccharum, Natrii phosphas anhydricus,

Hydroxypropylcellulosum, Xanthani Gummi; Aromatica: Aroma cerasi artificiale FMC11929,

Aroma vanillae artificiale FMC11489 (enthält Vanillinum und Ethylvanillinum), Aroma bananae

artificiale FMC15223.

5 ml zubereitete Suspension enthalten 3.87 g Zucker.

Hinweis für Diabetiker

Der Zuckergehalt der Suspension muss berücksichtigt werden, wenn Zithromax Suspension für

Diabetiker verschrieben wird.

Sachet: Saccharum, Natrii phosphas anhydricus, Hydroxypropylcellulosum, Xanthani Gummi;

Aromatica: Aroma cerasi artificiale FMC11929, Aroma vanillae artificiale FMC11489 (enthält

Vanillinum und Ethylvanillinum), Aroma bananae artificiale FMC15223.

1 Sachet zu 100 mg enthält 1.9 g Zucker.

1 Sachet zu 300 mg enthält 5.8 g Zucker.

1 Sachet zu 500 mg enthält 4.8 g Zucker.

Hinweis für Diabetiker

Der Zuckergehalt des Sachets muss berücksichtigt werden, wenn Zithromax Sachet für Diabetiker

verschrieben wird.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten

Filmtabletten zu 250 mg Azithromycinum (ut A. dihydricum) (weiss, kapselförmig, graviert mit

«ZTM 250») und Filmtabletten zu 500 mg Azithromycinum (ut A. dihydricum) (weiss,

kapselförmig, graviert mit «ZTM 500», Zierbruchrille).

Pulver zur Herstellung einer Suspension

5 ml zubereitete Suspension enthalten 200 mg Azithromycin (ut. A. dihydricum). Azithromycin

Pulver zur Herstellung einer Suspension ist ein trockenes Pulver, das nach Zubereitung mit Wasser

eine weisse bis gebrochen weisse Suspension ergibt.

Sachets

Die mit einem Sachet zubereitete Suspension enthält 100 mg, 300 mg oder 500 mg Azithromycin (ut.

A. dihydricum). Azithromycin Sachets enthalten ein trockenes Pulver, das bei Zugabe in Wasser eine

weisse bis gebrochen weisse Suspension ergibt.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Azithromycin ist bei den folgenden Infektionen, die durch empfindliche Mikroorganismen

hervorgerufen werden, indiziert:

·bei Infektionen des unteren Respirationstraktes: akute Exacerbation der chronischen Bronchitis,

ambulant erworbene, leichte bis mittelschwere Pneumonie, die durch Pneumokokken, Haemophilus

influenzae und Moraxella catarrhalis hervorgerufen werden und die sich für eine orale Therapie

eignen.

·bei Infektionen des oberen Respirationstraktes einschliesslich Sinusitis, Tonsillitis und Pharyngitis

(Penicillin ist üblicherweise das Medikament der Wahl zur Behandlung einer Streptococcus

pyogenes-Pharyngitis und schliesst eine Prophylaxe des rheumatischen Fiebers mit ein).

Azithromycin ist im Allgemeinen gegen Streptokokken im Oropharynx wirksam, jedoch sind

Untersuchungsresultate, welche die Wirksamkeit von Azithromycin bei der anschliessenden

Verhütung des rheumatischen Fiebers belegen, zur Zeit nicht vorhanden.

·bei der Otitis media.

·bei Haut- und Wundinfektionen.

·bei nicht-gonorrhoischer Urethritis und Cervicitis hervorgerufen durch Chlamydia trachomatis. Eine

gleichzeitige Infektion mit Gonokokken oder Treponema pallidum sollte ausgeschlossen werden, da

diese Erreger nicht beeinflusst werden.

·Prophylaxe der intrazellulären Mycobacterium avium-Komplex-Infektion (MAK) bei HIV

infizierten Patienten über 12 Jahren, die weniger als 100 CD4-Lymphozyten/µl haben.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Zithromax soll einmal täglich eingenommen werden.

Die 250 mg Zithromax Filmtabletten sollen ganz geschluckt und nicht geteilt werden.

Die 500 mg Zithromax Filmtabletten können zur Erleichterung der Einnahme geteilt werden, nicht

aber zur Verwendung einer halben Einheit.

Zithromax Filmtabletten, Suspension und Sachets können zusammen mit der Nahrung oder ohne

Nahrung eingenommen werden.

Übliche Dosierung

a) Erwachsene

Alle Indikationen mit Ausnahme von Chlamydia trachomatis Infektionen und MAK-Prophylaxe

Die Gesamtdosis beträgt 1'500 mg und soll wie folgt verabreicht werden: 1.-3. Tag: 500 mg pro Tag

(1 Sachet zu 500 mg oder 1 Filmtablette zu 500 mg oder 2 Filmtabletten zu 250 mg).

Chlamydia trachomatis Infektionen

Sexuell übertragbare Krankheiten, welche durch Chlamydia trachomatis hervorgerufen werden,

werden mit einer oralen Einmaldosis von 1'000 mg Azithromycin (2 Sachets zu 500 mg oder 2

Filmtabletten zu 500 mg oder 4 Filmtabletten zu 250 mg) behandelt.

MAK-Prophylaxe

Zur Prophylaxe gegen MAK-Infektionen bei Patienten mit HIV-Infektionen beträgt die Dosis

1'200 mg einmal pro Woche (4 Sachets zu 300 mg oder 30 ml Suspension (200 mg/5 ml)).

b) Pädiatrie

Alle Indikationen mit Ausnahme von MAK-Prophylaxe

Die Gesamtdosis bei Kindern älter als 6 Monate beträgt 30 mg/kg Körpergewicht (KG). Während 3

Tagen sollen einmal pro Tag 10 mg/kg KG verabreicht werden.

Kinder mit einem Körpergewicht von weniger als 45 kg sollten mit der Zithromax Suspension oder

den Zithromax Sachets behandelt werden. Resultate mit Kindern unter 6 Monaten fehlen.

Für Kinder, die weniger als 20 kg wiegen, soll die Azithromycin Suspension so genau wie möglich

mit Hilfe der beigelegten 10 ml Dosier-Spritze abgemessen werden. Die Dosierspritze ist mit 0.25 ml

Markierungen eingeteilt. 0.25 ml Suspension entsprechen 10 mg Azithromycin.

Bei Kindern, die 20 kg oder mehr wiegen, soll die Azithromycin Suspension mit Hilfe des

beigelegten 5 ml Messlöffels entsprechend den folgenden Dosierungsempfehlungen verabreicht

werden.

Gewicht

(kg)

Alter

(Jahre)

Dosierung

Packung

<20

>½-4

1.-3. Tag:

einmal täglich 10 mg/kg KG

(Dosierspritze verwenden; 0.25 ml =

10 mg)

Suspension 15 ml (600 mg Flasche)

oder bei Kindern mit einem KG von

genau 10 kg Sachets 3× 100 mg

20-25

1.-3. Tag:

einmal täglich 1 Messlöffel = 5 ml

(200 mg) oder 2 Sachets zu 100 mg

Suspension 15 ml (600 mg Flasche)

oder Sachets 6× 100 mg

26-35

8-11

1.-3. Tag:

einmal täglich 1½ Messlöffel = 7.5 ml

(300 mg) oder 1 Sachet zu 300 mg

Suspension 30 ml (1'200 mg Flasche)

oder Sachets 3× 300 mg

36-45

12-14

1.-3. Tag:

einmal täglich 2 Messlöffel = 10 ml

(400 mg) oder 1 Sachet zu 100 mg und 1

Suspension 30 ml (1'200 mg Flasche)

oder Sachets 3× 100 mg und 3×

Sachet zu 300 mg

300 mg

>45

Erwachsenen-Dosierung

1.-3.Tag: einmal täglich 500 mg

Sachets 3× 500 mg oder

Filmtabletten 6× 250 mg bzw. 3×

500 mg

Zithromax Filmtabletten sollen nur an Kinder, die über 45 kg wiegen, verabreicht werden.

MAK-Prophylaxe (Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren)

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Azithromycin zur Prävention von MAK-Infektionen bei

Kindern wurde nicht untersucht. Aufgrund von pharmakokinetischen Daten bei Kindern entspricht

eine einmal wöchentliche Dosis von 20 mg/kg KG bei Kindern ungefähr einer einmal wöchentlichen

Dosis von 1'200 mg bei Erwachsenen, bei jedoch höheren Cmax-Werten. Die Dosis von 1'200 mg

einmal wöchentlich darf nicht überschritten werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Geriatrie

Es bedarf keiner Dosisanpassung beim älteren Patienten. Ältere Patienten sind anfälliger für

Torsades de Pointes oder Arrhythmien als jüngere Patienten (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit leicht bis mässig eingeschränkter Nierenfunktion (GFR 10-80 ml/min) ist keine

Dosisanpassung erforderlich. Azithromycin sollte mit Vorsicht bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung (GFR <10 ml/min) verabreicht werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung kann mit Vorsicht die gleiche

Dosierung wie bei Patienten mit normaler Leberfunktion angewendet werden (siehe Abschnitt

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik/Kinetik spezieller

Patientengruppen»).

Korrekte Einnahme

Die Filmtabletten sollen ganz geschluckt und nicht geteilt werden.

Zithromax Filmtabletten, Suspension und Sachets können mit oder ohne Nahrung eingenommen

werden. Die vorgängige Nahrungseinnahme kann die gastrointestinale Verträglichkeit von

Azithromycin verbessern.

Anweisung zur Zubereitung der Zithromax Suspension (200 mg/5 ml) und Auflösung der Sachets

vgl. Rubrik «Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung».

Kontraindikationen

Zithromax ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Azithromycin,

gegen Erythromycin, gegen andere Makrolid- oder Ketolid-Antibiotika oder einen anderen

Inhaltsstoff von Zithromax.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überempfindlichkeit

Es wurden selten schwere allergische Reaktionen einschliesslich Angioödem und Anaphylaxie

(selten tödlich verlaufend) sowie dermatologische Reaktionen wie akute generalisierte

exanthematöse Pustulosis (AGEP), das Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse

(selten tödlich verlaufend) und Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

(DRESS) beobachtet. Einige dieser Reaktionen traten unter Azithromycin mit sich wiederholender

Symptomatik auf und machten eine länger dauernde Überwachung und Therapie notwendig.

Beim Auftreten allergischer Reaktionen ist das Arzneimittel abzusetzen und eine geeignete Therapie

einzuleiten.

Während der Behandlung mit Zithromax kann es zu Lichtempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Während mindestens 7 Tagen nach Einnahme von Zithromax sollte deshalb direktes Sonnenlicht

gemieden werden.

Lebertoxizität

Da die Leber den wichtigsten Ausscheidungsweg für Azithromycin darstellt, darf Azithromycin bei

Patienten mit Leberfunktionsstörung nur mit Vorsicht verabreicht werden (siehe Abschnitt

«Pharmakokinetik/Kinetik spezieller Patientengruppen»).

Auffallende Leberfunktionswerte, Hepatitis, cholestatischer Ikterus, hepatische Nekrose und

Leberversagen (teilweise mit tödlichem Ausgang) wurden beobachtet. Azithromycin ist sofort

abzusetzen, wenn Symptome einer Hepatitis auftreten.

Infantile hypertrophische Pylorusstenose (IHPS)

Nach Anwendung von Azithromycin bei Neugeborenen (Behandlung in den ersten 42 Tagen nach

der Geburt), wurden Fälle von infantiler hypertrophischer Pylorusstenose (IHPS) berichtet, die

teilweise eine chirurgische Pylorusmyotomie erforderten. Die Eltern und das Pflegepersonal sollen

aufgefordert werden, ihren Arzt oder ihre Ärztin zu kontaktieren, wenn es zu Erbrechen oder

Irritationen beim Füttern kommt.

Superinfektion

Wie bei jeder Antibiotikatherapie wird während einer Azithromycintherapie eine Überwachung im

Hinblick auf Symptome einer Superinfektion mit resistenten Mikroorganismen, einschliesslich mit

Pilzen, empfohlen.

Clostridium difficile-assoziierte Diarrhö

Die Clostridium difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD) ist mit nahezu allen antibakteriellen

Wirkstoffen, einschliesslich Azithromycin, beobachtet worden und ihr Schweregrad kann von

leichter Diarrhö bis zur tödlichen Kolitis reichen. Die Behandlung mit antibakteriellen Wirkstoffen

verändert die normale Flora des Dickdarms, was zum Überwuchern durch C. difficile führen kann.

C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entstehung der CDAD beitragen. Hypertoxin-

produzierende Stämme von C. difficile bedingen eine erhöhte Morbidität und Mortalität, denn diese

Infektionen können gegen antimikrobielle Therapie resistent sein, was unter Umständen eine

Kolektomie erfordert. Eine CDAD ist bei allen Patienten mit Diarrhö nach antibiotischer Behandlung

in Betracht zu ziehen. Es ist eine sorgfältige Anamnese zu erheben, da Fälle von CDAD mehr als

zwei Monate nach antibiotischer Behandlung beschrieben worden sind.

Peristaltikhemmende Arzneimittel sind in diesem Fall kontraindiziert.

Ergotamin-Derivate

Wenn Patienten gleichzeitig Ergotamin oder Ergotamin-Derivate und gewisse Makrolidantibiotika

einnehmen, kann ein Ergotismus auftreten. Untersuchungen über eine mögliche Interaktion zwischen

Ergotamin und Azithromycin fehlen. Wegen der theoretischen Möglichkeit eines Ergotismus soll

Azithromycin jedoch nicht zusammen mit Ergotamin oder einem anderen Mutterkornalkaloid-

Derivat verabreicht werden.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (GFR <10 ml/min) wurde eine Erhöhung der

Azithromycin-Konzentrationen um 33% beobachtet (siehe «Pharmakokinetik»).

Verlängerung des QT-Intervalls

Unter Behandlung mit Makroliden, einschliesslich Azithromycin, wurde eine Verlängerung der

Repolarisierung des Herzens und des QT-Intervalls beobachtet, die zu Arrhythmien und Torsade de

Pointes führen können (siehe «Eigenschaften/Wirkungen/Pharmakodynamik»). Medizinische

Fachpersonen sollten das Risiko einer lebensbedrohenden QT-Verlängerung in Betracht ziehen wenn

sie Nutzen und Risiken von Azithromycin bei Risikopatienten abwägen. Vorsicht ist daher geboten

bei der Behandlung von:

·Patienten mit kongenitaler oder erworbener QT-Verlängerung.

·Patienten, die bereits andere QT-Intervalls-verlängernde Wirkstoffe einnehmen, wie

Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Antipsychotika, Antidepressiva und Fluorchinolone.

·Patienten mit Elektrolytstörungen, insbesondere mit Hypokaliämie und Hypomagnesiämie.

·Patienten mit klinisch relevanter Bradykardie, Herzarrhythmien oder Herzinsuffizienz.

·älteren Patienten, welche empfindlicher auf arzneimittel-assoziierte Einflüsse auf das QT-Intervall

reagieren können.

Myasthenia gravis

Unter einer Therapie mit Azithromycin wurde über eine Exazerbation von Symptomen einer

Myasthenia gravis oder das Auftreten eines Myasthenie-Syndroms berichtet (siehe Abschnitt

«Unerwünschte Wirkungen»).

Fertilität

In Fertilitätsstudien an Ratten wurde nach Gabe von Azithromycin eine verminderte

Schwangerschaftsrate festgestellt (siehe «Präklinische Daten»). Die Bedeutung dieser Resultate für

den Menschen ist nicht bekannt.

Diabetes

Zithromax Filmtabletten enthalten Lactose und sollten Patienten mit dem seltenen hereditären

Krankheitsbild der Galaktose-Intoleranz, einem Laktase-Mangel oder einer Glukose-/Galaktose-

Malabsorption nicht verabreicht werden.

Zithromax Sachet und Pulver zur Herstellung einer oralen Suspension enthalten Sucrose und sollten

Patienten mit den seltenen hereditären Krankheitsbildern der Fructose-Intoleranz, der Glucose-

Galactose-Malabsorption oder dem Saccharase-Isomaltase-Mangel nicht verabreicht werden.

Interaktionen

Interaktionen im Zusammenhang mit Cytochrom P-450

Azithromycin interagiert nicht wesentlich mit dem hepatischen Cytochrom P450-System. Daher

werden pharmakokinetische Interaktionen, wie sie von Erythromycin und anderen Makroliden

bekannt sind, für Azithromycin nicht erwartet. Eine Induktion des hepatischen Cytochrom P450-

Systems bzw. eine Inaktivierung über einen Cytochrom-Metaboliten-Komplex findet mit

Azithromycin nicht statt.

Für viele über das Cytochrom P450-System metabolisierten Substanzen haben pharmakokinetische

Interaktionsstudien bei Versuchspersonen gezeigt, dass ihre gleichzeitige Verabreichung mit

Azithromycin in den üblichen empfohlenen Dosen nicht zu wesentlich erhöhten

Plasmakonzentrationen des Medikamentes oder seines aktiven Metaboliten führt. (Beispiele siehe

Tabelle 1 und 2).

Ciclosporin

In einer pharmakokinetischen Studie mit gesunden Probanden, die 500 mg Azithromycin täglich oral

über 3 Tage erhielten und dann eine orale Einzeldosis von 10 mg/kg Ciclosporin einnahmen, waren

Cmax und AUC0-5 von Ciclosporin signifikant erhöht. Cmax von Ciclosporin ohne gleichzeitige

Verabreichung von Azithromycin betrug 1'334 ng/ml (834-1'698 ng/ml), bei gleichzeitiger

Verabreichung von Azithromycin 1'651 ng/ml (1'378-2'228 ng/ml). Ohne gleichzeitige

Verabreichung von Azithromycin betrugen AUC0-5 bzw. AUC0-∞ von Ciclosporin 4'922 ng/mlh

(2'632-6'824 ng/mlh) bzw. 11'616 ng/mlh (9'138-14'486 ng/mlh), bei gleichzeitiger Verabreichung

von Azithromycin lagen die entsprechenden Werte bei 5'771 ng/mlh (4'742-7'300 ng/mlh) bzw.

11'557 ng/mlh (8'672-15'078 ng/mlh). Bevor die gleichzeitige Verabreichung dieser Arzneimittel in

Betracht gezogen wird, ist daher Vorsicht geboten, da das Potential für das Auftreten von

unerwünschten Wirkungen erhöht sein könnte. Wenn eine gleichzeitige Anwendung dieser

Arzneimittel notwendig ist, müssen die Ciclosporinkonzentrationen regelmässig kontrolliert und

allfällige Dosisanpassungen vorgenommen werden.

Rifabutin

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Azithromycin und Rifabutin wurden Neutropenien beobachtet.

Obwohl Neutropenien mit der Anwendung von Rifabutin in Zusammenhang gebracht worden sind,

konnte ein kausaler Zusammenhang mit der Kombination mit Azithromycin nicht festgestellt

werden. Die Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen steigt unter einer Kombinationstherapie an

(siehe auch Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen»).

Ergotamin

Wegen der theoretischen Möglichkeit eines Ergotismus wird die gleichzeitige Anwendung von

Azithromycin und Ergotamin-Derivaten nicht empfohlen (siehe Abschnitt «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Statine

Nach Markteinführung wurden Fälle von Rhabdomyolyse bei Patienten beobachtet, die

Azithromycin gleichzeitig mit Statinen (wie z.B. Atorvastatin) erhielten.

Orale Antikoagulantien

In einer pharmakodynamischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die

antikoagulierende Wirkung einer Einmaldosis Warfarin (15 mg) durch Azithromycin nicht verändert.

Im Rahmen der Post Marketing Überwachung sind Fälle beschrieben worden, bei denen die

Antikoagulation als Folge einer gleichzeitigen Verabreichung von Azithromycin und oralen

Antikoagulantien vom Cumarin-Typ verstärkt worden ist. Obwohl ein kausaler Zusammenhang nicht

nachgewiesen worden ist, soll die Häufigkeit der Prothrombinzeitbestimmungen neu überprüft

werden, wenn Azithromycin bei Patienten verwendet wird, die Antikoagulantien vom Cumarin-Typ

erhalten.

Digoxin

Es wurde berichtet, dass die gleichzeitige Gabe von Makrolid-Antibiotika einschliesslich

Azithromycin zusammen mit P-Glykoprotein-Substraten wie beispielsweise Digoxin zu erhöhten

Serumspiegeln des P-Glykoprotein-Substrates führte. Daher sollte bei gleichzeitiger Gabe von

Azithromycin und P-Glykoprotein-Substraten wie Digoxin die Möglichkeit erhöhter

Digoxinkonzentrationen im Serum berücksichtigt werden.

Während und nach der Azithromycin-Behandlung ist eine klinische Überwachung und eventuell eine

Kontrolle der Digoxinserumspiegel erforderlich.

Antacida

In einer Pharmakokinetik-Studie konnte gezeigt werden, dass bei gleichzeitiger Verabreichung von

Azithromycin mit Antacida die Bioverfügbarkeit von Azithromycin unverändert bleibt, obwohl die

maximale Serumkonzentration um etwa 25% reduziert wird. Patienten, die sowohl Azithromycin als

auch Antacida erhalten, sollten die beiden Arzneimittel deshalb nicht gleichzeitig einnehmen.

Mit Azithromycin und weiteren Arzneimitteln, die gleichzeitig mit Azithromycin verabreicht werden

könnten, wurden Interaktionsstudien durchgeführt. Die Auswirkungen der gleichzeitigen Gabe von

Azithromycin auf die Pharmakokinetik von anderen Arzneimitteln ist in Tabelle 1 aufgelistet, die

Auswirkungen von anderen Arzneimitteln auf die Pharmakokinetik von Azithromycin in Tabelle 2.

Die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin in therapeutischer Dosierung hatte eine geringe

Auswirkung auf die Arzneimittel, die in Tabelle 1 aufgelistet sind. Für die in Tabelle 1 aufgelisteten

Arzneimittel wird bei gleichzeitiger Verabreichung mit Azithromycin keine Dosisanpassung

empfohlen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin und Efavirenz oder Fluconazol hatte einen

geringen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Azithromycin. Es wird keine Dosisanpassung von

Azithromycin empfohlen, wenn das Arzneimittel zusammen mit den in Tabelle 2 aufgelisteten

Arzneimitteln verabreicht wird.

Tabelle 1

Arzneimittelinteraktionen: Pharmakokinetische Parameter der gleichzeitig mit Azithromycin

verabreichten Arzneimittel

Gleichzeitig

verabreichtes

Arzneimittel

Dosierung des gleichzeitig

verabreichten Arzneimittels

in der Interaktionsstudie =

keine Dosierungs-

empfehlung

Dosierung von

Azithromycin in der

Interaktionsstudie = keine

Dosierungs-empfehlung

N Quotient (mit/ohne

Azithromycin) der

pharmakokinetischen

Parameter des

gleichzeitig

verabreichten

Arzneimittels (90%

CI);

keine Auswirkung =

1.00

Mittlere

Cmax

Mittlere

Atorvastatin

10 mg/d × 8 Tage

500 mg/d p.o. an den

Tagen 6-8

0.83

(0.63-1.08)

1.01

(0.81-

1.25)

Carbamazepin

200 mg/d × 2 Tage, danach

200 mg BID x 18 Tage

500 mg/d p.o. an den

Tagen 16-18

0.97

(0.88-1.06)

0.96

(0.88-

1.06)

Cetirizin

20 mg/d × 11 Tage

500 mg p.o. am 7. Tag,

danach 250 mg/d an den

Tagen 8-11

1.03

(0.93-1.14)

1.02

(0.92-

1.13)

Didanosin

200 mg p.o. BID × 21 Tage

1'200 mg/d p.o. an den

Tagen 8-21

1.44

(0.85-2.43)

1.14

(0.83-

1.57)

Efavirenz

400 mg/d × 7 Tage

600 mg p.o. am 7. Tag

14 1.04*

0.95*

Fluconazol

200 mg p.o. Einmaldosis

1'200 mg p.o. Einmaldosis 18

1.04

(0.98-1.11)

1.01

(0.97-

1.05)

Indinavir

800 mg TID × 5 Tage

1'200 mg p.o. am 5. Tag

0.96

(0.86-1.08)

0.90

(0.81-

1.00)

Midazolam

15 mg p.o. am 3. Tag

500 mg/d p.o. × 3 Tage

1.27

(0.89-1.81)

1.26

(1.01-

1.56)

Nelfinavir

750 mg TID × 11 Tage

1'200 mg p.o. am 9. Tag

0.90

(0.81-1.01)

0.85

(0.78-

0.93)

Rifabutin

300 mg/d × 10 Tage

500 mg p.o. am 1. Tag,

danach 250 mg/d an den

Tagen 2-10

NA s. Fussnote

Sildenafil

100 mg an den Tagen 1 und

500 mg/d p.o. × 3 Tage

1.16

(0.86-1.57)

0.92

(0.75-

1.12)

Theophyllin

4 mg/kg i.v. an den Tagen

1, 11, 25

500 mg p.o. am 7. Tag,

250 mg/d an den Tagen 8-

1.19

(1.02-1.40)

1.02

(0.86-

1.22)

Theophyllin

300 mg p.o. BID × 15 Tage

500 mg p.o. am 6. Tag,

danach 250 mg/d an den

Tagen 7-11

1.09

(0.92-1.29)

1.08

(0.89-

1.31)

Triazolam

0.125 mg am 2. Tag

500 mg p.o. am 1. Tag,

danach 250 mg/d am 2.

12 1.06*

1.02*

Trimethoprim/

Sulfamethoxazol

160 mg/800 mg/d p.o. × 7

Tage

1'200 mg p.o. am 7. Tag

0.85

(0.75-

0.97)/0.90

(0.78-1.03)

0.87

(0.80-

0.95)/0.9

(0.88-

1.03)

Zidovudin

500 mg/d p.o. × 21 Tage

600 mg/d p.o. × 14 Tage

1.12

(0.42-3.02)

0.94

(0.52-

1.70)

Zidovudin

500 mg/d p.o. × 21 Tage

1'200 mg/d p.o. × 14 Tage 4

1.31

(0.43-3.97)

1.30

(0.69-

2.43)

NA – Not Available

* 90% Konfidenzintervall nicht berichtet

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Azithromycin lagen die mittleren Rifabutinkonzentrationen

einen halben Tag nach der letzten Rifabutindosis bei 60 ng/ml resp. bei 71 ng/ml bei gleichzeitiger

Verabreichung mit Placebo.

Durch die Verabreichung von Azithromycin stieg die Konzentration von phosphoryliertem

Zidovudin, dem klinisch aktiven Metaboliten, in den Mononuklearen Zellen des peripheren Blutes

von 2.24 auf 4.11 pmol/106 Zellen × h/ml deutlich an (p=0.0045). Die klinische Relevanz dieser

Ergebnisse ist unklar.

Tabelle 2

Arzneimittelinteraktionen: Pharmakokinetische Parameter von Azithromycin in Gegenwart von

gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln

Gleichzeitig

verabreichtes

Arzneimittel

Dosierung des gleichzeitig

verabreichten Arzneimittels

in der Interaktionsstudie =

keine Dosierungs-

empfehlung

Dosierung von

Azithromycin in der

Interaktionsstudie = keine

Dosierungs-empfehlung

Quotient (mit/ohne

gleichzeitig

verabreichtes

Arzneimittel) der

pharmakokinetischen

Parameter von

Azithromycin (90%

CI);

keine Auswirkung =

1.00

Mittlere

Cmax

Mittlere

Efavirenz

400 mg/d × 7 Tage

600 mg p.o. am 7. Tag

1.22

(1.04-1.42)

0.92*

Fluconazol

200 mg p.o. Einzeldosis

1'200 mg p.o. Einzeldosis

0.82

(0.66-1.02)

1.07

(0.94-

1.22)

Nelfinavir

750 mg TID × 11 Tage

1'200 mg p.o. am 9. Tag

2.36

(1.77-3.15)

2.12

(1.80-

2.50)

Rifabutin

300 mg/d × 10 Tage

500 mg p.o. am 1. Tag,

danach 250 mg/d an den

Tagen 2-10

NA s. Fussnote

NA – Not Available

* 90% Konfidenzintervall nicht berichtet

Bei gleichzeitiger täglicher Gabe von 300 mg Rifabutin lag die mittlere Azithromycinkonzentration

einen Tag nach der letzten Dosis bei 53 ng/ml bzw. bei 49 ng/ml bei gleichzeitiger Gabe von

Placebo.

Cetirizin

Bei gesunden Probanden hatte die gleichzeitige Verabreichung von Azithromycin über 5 Tage mit

20 mg Cetirizin im Steady State weder pharmakokinetische Wechselwirkungen noch signifikante

Veränderungen des QT-Intervalls zur Folge.

Cimetidin

Eine pharmakokinetische Studie, bei welcher eine Dosis Cimetidin 2 Stunden vor der

Azithromycineinnahme verabreicht wurde, zeigte, dass die Pharmakokinetik von Azithromycin

durch eine Einmaldosis von Cimetidin nicht verändert wird.

Methylprednisolon

In einer pharmakokinetischen Interaktions-Studie mit gesunden Probanden wurde keine signifikante

Wirkung von Azithromycin auf die Pharmakokinetik von Methylprednisolon beobachtet.

Orale Kontrazeptiva

Orale Antibiotika können mit der enterohepatischen Rezirkulation von kontrazeptiven Steroiden

interferieren, wodurch deren systemische Verfügbarkeit und Wirksamkeit reduziert wird. Eine

pharmakokinetische Interaktionsstudie zeigt jedoch, dass fünf Tage Behandlung mit oralem

Azithromycin (am ersten Tag 500 mg, gefolgt von 250 mg täglich) keinen signifikanten Effekt auf

die pharmakokinetischen Parameter (AUC, Cmax, Tmax) von Ethinylestradiol und Levonorgestrel

hat. Die Resorption der kontrazeptiven Steroide aus dem Gastrointestinaltrakt wurde offensichtlich

durch Azithromycin nicht beeinflusst.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es wurden tierexperimentelle Reproduktionsstudien bis zu annähernd maternaltoxischen

Konzentrationen durchgeführt. In diesen Untersuchungen ergaben sich keine Hinweise auf eine

Beeinträchtigung des Fetus durch Azithromycin. Bei schwangeren Frauen gibt es jedoch keine

entsprechenden, gut kontrollierten Studien. Azithromycin sollte während der Schwangerschaft nicht

verabreicht werden, es sei denn, dies ist klar notwendig.

Azithromycin geht bei Menschen in die Muttermilch über. Es existieren jedoch keine adäquat und

zuverlässig kontrollierte Studien bei stillenden Frauen, welche die Pharmakokinetik des Übergangs

von Azithromycin in die Muttermilch beschreiben. Daher soll Azithromycin bei stillenden Frauen

nicht angewendet werden. Ist eine Behandlung unabdinglich, soll abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Zithromax kann wegen der möglichen Nebenwirkungen die Aufmerksamkeit beeinträchtigen. Im

Falle von möglichen Nebenwirkungen ist bei Teilnahme am Strassenverkehr und beim Bedienen von

Maschinen Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgende Liste enthält Nebenwirkungen, die in klinischen Prüfungen und nach der

Markeinführung (mit (*) markiert) beobachtet wurden.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organklasse und Häufigkeit aufgelistet:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1'000), selten (<1/1'000,

≥1/10'000), sehr selten (<1/10'000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Moniliasis und Vaginitis.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Neutropenie und Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Allergische Reaktionen einschliesslich Rash, Pruritus und Urtikaria.

Selten: Anaphylaxie (selten fatal) (siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»),

Photosensibilisierung, Ödem und Angioödem.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Nervosität.

Selten: Aggressive Reaktionen, Erregung und Angst.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Benommenheit, Somnolenz, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Parästhesien.

Selten: Synkope, Schwindel, Konvulsionen, Hyperaktivität, Hypaesthesie, Unwohlsein und Asthenie.

Selten wurde über Geruchs-/Geschmacksbeeinträchtigungen bzw. Geruchs-/Geschmacksverlust

berichtet.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Taubheit*, Tinnitus*.

Selten: Beeinträchtigung des Gehörs*. Über Beeinträchtigung des Gehörs wurde mit Makrolid-

Antibiotika berichtet. Es liegen Berichte von einigen Patienten vor, die unter Azithromycin an einer

Beeinträchtigung des Gehörs, einschliesslich Verlust des Hörens, Taubheit und/oder Tinnitus, litten.

Viele dieser Fälle traten in Studien im Zusammenhang mit der Einnahme hoher Dosen über längere

Zeit auf. Die meisten Fälle, bei denen Follow-up Informationen erhältlich waren, waren reversibel.

Herzerkrankungen

Selten: Hypotonie, Palpitationen, Verlängerung des QT-Intervalls, Torsade de Pointes und

Arrhythmien, inklusive der von anderen Makroliden bekannten ventrikulären Tachykardien, sind

selten berichtet worden.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Nausea, Erbrechen/Diarrhö (selten bis zur Dehydration), weicher Stuhl, abdominale

Schmerzen oder Krämpfe, Dyspepsie und Obstipation.

Gelegentlich – **Häufig: Nach Anwendung von Azithromycin bei Neugeborenen (Behandlung in

den ersten 42 Tagen nach der Geburt), wurden Fälle von infantiler hypertrophischer Pylorusstenose

(IHPS)* berichtet. **Häufig: Nach Anwendung von Azithromycin bei Neugeborenen in den ersten 2

Wochen nach der Geburt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gelegentlich: Flatulenz.

Selten: Pseudomembranöse Colitis, Pankreatitis und Verfärbungen der Zunge.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: Leberfunktionsstörungen einschliesslich Hepatitis und cholestatischer Ikterus, sowie

Lebernekrosen und Leberversagen, die selten fatal verliefen. Reversible Erhöhungen der

Lebertransaminasen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Schwere Hautreaktionen einschliesslich Erythema multiforme, akute generalisierte

exanthematöse Pustulosis (AGEP)*, Stevens-Johnson Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse,

Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)*.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Arthralgien, Myasthenia gravis* (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: Interstitielle Nephritis und akutes Nierenversagen.

Untersuchungen

Gelegentlich wurde eine erhöhte Serum Kreatinin-Phosphokinase Aktivität beobachtet.

Langzeit-Behandlung mit der Dosierung von 1'200 mg wöchentlich

Die Art der Nebenwirkungen unter der MAK-Prophylaxe (1'200 mg/Woche) bei schwer

immungeschwächten HIV infizierten Patienten war mit der Art der Nebenwirkungen unter einer

Kurzzeittherapie vergleichbar. Die Inzidenz der Nebenwirkungen (Gastrointestinaltrakt,

Neutropenie) kann jedoch erhöht sein. Die allgemeine Nebenwirkungsinzidenz war bei Patienten mit

einer Azithromycin Monotherapie (78-80%) oder einer Azithromycin/Rifabutin

Kombinationstherapie (83.5%) höher als bei Patienten mit einer Rifabutin Monotherapie (59.7%)

oder einer Placebobehandlung (31.9%). Diese Unterschiede kamen hauptsächlich durch die hohe

Inzidenz von gastrointestinalen Nebenwirkungen zustande.

Überdosierung

Die meisten Nebenwirkungen, die unter höheren als den empfohlenen Dosen aufgetreten waren,

entsprachen von der Art ungefähr den Nebenwirkungen unter normalen Dosen, traten aber häufiger

auf. An zusätzlichen Nebenwirkungen wurden bei über längere Zeiträume gegebenen Dosen von

600 mg/d Sehstörungen und Neutropenien beobachtet. Bei einer Überdosierung sind je nach Bedarf

allgemein symptomatische und unterstützende Massnahmen indiziert.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01FA10

Wirkungsmechanismus

Azithromycin ist ein Azalidantibiotikum (Untergruppe der Makrolide) und unterscheidet sich

chemisch von Erythromycin. Chemisch wird es durch Einfügung eines Stickstoffatoms in den

Lakton-Ring von Erythromycin A erhalten. Die chemische Bezeichnung lautet 9-Deoxy-9a-aza-9a-

methyl-9a-homoerythromycin A. Das Molekulargewicht beträgt 749.

Azithromycin bindet an die 23S-rRNA der 50S-Ribosomenuntereinheit. Es blockiert die

Proteinsynthese durch Hemmung des Transpeptidierungs-/Translokationsschritts der Proteinsynthese

und durch Hemmung des Zusammenbaus der 50S-Ribosomenuntereinheit.

Pharmakodynamik

Die Verlängerung des QTc-Intervalls wurde in einer randomisierten, placebo-kontrollierten Parallel-

Studie an 116 gesunden Probanden untersucht, die entweder Chloroquin (1'000 mg) allein oder in

Kombination mit Azithromycin (500 mg, 1'000 mg bzw.1'500 mg einmal täglich) erhielten. Co-

Administration von Azithromycin erhöhte dosis- und konzentrationsabhängig das QTc-Intervall. Im

Vergleich zu Chloroquin allein betrug der maximale mittlere QTcF Anstieg (95% Signifikanzniveau)

bei Co-Administration von 500, 1'000 bzw. 1'500 mg Azithromycin 5 (10) ms, 7 (12) ms bzw. 9 (14)

Resistenzmechanismus

Die Resistenz gegenüber Makroliden, wie z.B. Azithromycin, beruht vor allem auf zwei

Mechanismen: zum einen der molekularen Veränderung der rRNA-Zielstruktur (meist durch

Methylierung der 23S-rRNA) und zum anderen dem aktiven Efflux. Das Auftreten dieser

Resistenzmechanismen variiert von Spezies zu Spezies und innerhalb einer Spezies variiert die

Häufigkeit der Resistenz abhängig vom geografischen Standort.

Die Resistenzdaten des Schweizerischen Zentrums für Antibiotikaresistenzen (anresis.ch) für die

Jahre 2010 bis 2012 sind in der Tabelle 1 aufgeführt, wobei sich die Angaben spezifisch auf

Azithromycin* oder auf die Gruppe der Makrolide** (Azithromycin, Clarithromycin, Dirithromycin,

Erythromycin, Josamycin und Roxithromycin) beziehen.

Tabelle 1: Azithromycin* bzw. Makrolid**-Empfindlichkeit der Keime Staphylococcus aureus,

Staphylococcus saprophticus, Haemophilus influenzae, Streptococcus pneumoniae, untersucht am

Schweizerischen Zentrum für Antibiotikaresistenzen (anresis.ch) in den Jahren 2010 bis 2012.

Staphylococcus

aureus**

Staphylococcus

aureus,

Methicillin-

resistent**

Staphylococcus

aureus,

Methicillin-

empfindlich**

Jahr

2010 85.3

23'251 31.6

2'220

91.1

20'703

2011 85.3

23'556 33.3

2'213

90.7

20'992

2012 85.2

22'392 38.1

2'079

90.1

19'910

Staphylococcus

saprophticus**

Haemophilus

influenzae*

Streptococcus

pneumoniae**

Jahr

2010 58.5

97.5

84.3

2'281

2011 57.3

93.8

84.2

2'322

2012 59.5

1'968

Streptococcus

pneumoniae,

Penicillin-

nicht

empfindlich*

Streptococcus

pneumoniae,

Penicillin-

empfindlich**

Jahr

2010 36.3

90.6

1'777

2011 38.0

90.6

1'720

2012 35.3

89.9

1'383

Quelle anresis.ch

Breakpoints

Methode zur Bestimmung der in-vitro-Empfindlichkeit von Bakterien gegenüber Azithromycin

Untersuchungen auf Empfindlichkeit können unter Verwendung von standardisierten Laborverfahren

durchgeführt werden, wie sie beispielsweise vom European Committee on Antimicrobial

Susceptibility Testing (EUCAST) definiert sind. Dazu gehören Dilutionsverfahren (MHK-

Ermittlung) und Testblättchen-Empfindlichkeitsverfahren.

Basierend auf einer Reihe von Studien wird empfohlen, die in-vitro-Aktivität von Azithromycin in

Raumluft zu testen, um einen physiologischen pH-Wert des Wachstumsmediums zu gewährleisten.

Erhöhte CO2-Spannungen, welche häufig bei Streptokokken und Anaerobiern sowie gelegentlich bei

anderen Spezies verwendet werden, führen zu einer Senkung des pH-Wertes des Mediums. Dies

beeinträchtigt die apparente Wirksamkeit von Azithromycin stärker als diejenige von anderen

Makroliden.

EUCAST-Empfindlichkeits-Breakpoints für Azithromycin

MHK (mg/l)

Empfindlich Resistent

Staphylococcus Spezies

≤1

>2

Streptococcus pneumoniae

≤0.25

>0.5

β-hämolysierende Streptokokkena ≤0.25

>0.5

Haemophilus influenzae

≤0.12

>4

Moraxella catarrhalis

≤0.25

>0.5

Neisseria gonorrhoeae

≤0.25

>0.5

a Umfasst die Gruppen A, B, C, G.

EUCAST = European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing.

MHK = minimale Hemmkonzentration.

Quelle: EUCAST-Website.

Antibakterielles Spektrum

Im Folgenden wird die Empfindlichkeit bakterieller Spezies gegenüber Azithromycin angegeben.

Die Prävalenz einer erworbenen Resistenz kann für bestimmte Spezies geografisch und zeitlich

variieren. Deshalb sind lokale Informationen zur Resistenzlage wünschenswert, insbesondere bei der

Behandlung von schwerwiegenden Infektionen. Gegebenenfalls sollte ein Experte zu Rate gezogen

werden, wenn eine lokale Resistenz so häufig auftritt, dass der Nutzen des Wirkstoffs zumindest bei

einigen Arten von Infektionen fraglich erscheint.

Azithromycin zeigt eine Kreuzresistenz mit Erythromycin-resistenten grampositiven Stämmen. Wie

oben beschrieben bestimmen einige ribosomale Modifikationen häufig eine Kreuzresistenz mit

anderen Antibiotika-Klassen, deren ribosomale Bindungsstellen sich mit denen der Makrolide

überlappen: Lincosamide (einschliesslich Clindamycin) und Streptogramine der Gruppe B. Eine

allmählich abnehmende Empfindlichkeit gegenüber Makroliden wurde insbesondere bei

Streptococcus pneumoniae und Staphylococcus aureus aber auch bei Streptococcus viridans und

Streptococcus agalactiae beobachtet.

Zu den Organismen, die im Allgemeinen empfindlich gegenüber Azithromycin sind, zählen:

Aerobe und fakultativ grampositive Bakterien (Erythromycin-resistente Erreger): S. aureus,

Streptococcus agalactiae*, S. pneumoniae*, Streptococcus pyogenes* andere β-hämolysierende

Streptokokken (Gruppen C, F, G) und Streptococcus viridans-Gruppe.

Makrolid-resistente Erreger wurden bei den aeroben und fakultativ grampositiven Bakterien relativ

häufig festgestellt, insbesondere bei Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) und Penicillin-

resistenten S. pneumoniae (PRSP).

Aerobe und fakultativ gramnegative Bakterien: Bordetella pertussis, Campylobacter jejuni,

Haemophilus ducreyi*, Haemophilus influenzae*, Haemophilus parainfluenzae*, Legionella

pneumophila, Moraxella catarrhalis* und Neisseria gonorrhoeae*.

Pseudomonas spp. und die meisten Enterobacteriaceae besitzen eine inhärente Resistenz gegen

Azithromycin, auch wenn Azithromycin zur Behandlung von Infektionen mit Salmonella enterica

eingesetzt wird.

Anaerobier: Clostridium perfringens, Peptostreptococcus spp. und Prevotella bivia.

Andere bakterielle Spezies: Borrelia burgdorferi, Chlamydia trachomatis, Chlamydophila

pneumoniae*, Mycoplasma pneumoniae*, Treponema pallidum und Ureaplasma urealyticum.

Mit HIV-Infektionen assoziierte opportunistische Pathogene: MAC* und die eukaryontischen

Mikroorganismen Pneumocystis jirovecii und Toxoplasma gondii.

* Die Wirksamkeit von Azithromycin gegen die angegebenen Spezies wurde in klinischen Studien

gezeigt.

Klinische Wirksamkeit

Die in-vivo Wirksamkeit von Azithromycin korreliert mit den anhaltend hohen Azithromycin-

Gewebekonzentrationen, einschliesslich den in-vivo gemessenen intrazellulären Konzentrationen in

Phagozyten. Nach oraler Verabreichung von 1.2 g Azithromycin an HIV positive Patienten

überschritten die Azithromycin-Konzentrationen in den Leukozyten den MHK90-Wert von M.

avium. Nach einer Einmalgabe von 1'200 mg Azithromycin blieben die durchschnittlichen Spiegel in

den Leukozyten über 32 µg/ml beziehungsweise 16 µg/ml nach 60 Stunden beziehungsweise 4-5

Tagen.

In einer placebo-kontrollierten Studie an Patienten mit CD4-Zahl <100/µl zeigte sich, dass die mit

Azithromycin behandelten Patienten signifikant weniger häufig eine MAK-Bakteriämie entwickelten

als die mit Placebo therapierten Patienten. Die kumulative Einjahres-Inzidenzrate einer

disseminierten MAK-Erkrankung lag in der mit Azithromycin behandelten Gruppe bei 8.24% und in

der Placebo-Gruppe bei 20.22%.

Bei Patienten mit einer Kombinationstherapie von Azithromycin und Rifabutin war die

Wahrscheinlichkeit, eine MAK-Bakteriämie zu entwickeln, geringer als bei Patienten unter

Monotherapie mit Azithromycin.

Die kumulative Einjahresinzidenz einer disseminierten MAK-Erkrankung lag in der mit

Azithromycin behandelten Gruppe bei 7.62% und in der mit Azithromycin und Rifabutin

behandelten Gruppe bei 2.75%. Die Prophylaxe beeinflusste die Überlebenszeit jedoch nicht.

Aufgrund schlechter Verträglichkeit brachen jedoch die Patienten mit einer Kombinationstherapie

die Behandlung häufiger ab.

In Prophylaxe-Studien gegen MAK-Infektionen war das Auftreten von anderen bakteriellen

Infektionen unter der Behandlung mit Azithromycin ebenfalls verringert.

Pharmakokinetik

Absorption

Azithromycin weist eine Bioverfügbarkeit von ungefähr 37% (13-56%) auf.

Die maximale Plasmakonzentration wird 2-3 Stunden nach Azithromycineinnahme erreicht.

Der Einfluss von Nahrung auf die Bioverfügbarkeit von Azithromycin hängt von der verabreichten

galenischen Form ab:

Nach Einnahme von Zithromax Filmtabletten zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit wurde keine

signifikante Reduktion der Bioverfügbarkeit beobachtet.

Um die Wirkung einer sehr fettreichen Standardmahlzeit auf die Azithromycin Serumkonzentration

nach Einnahme von zwei 250 mg Filmtabletten zu untersuchen, wurde eine offene, randomisierte,

«two-way crossover» Studie mit 12 gesunden Probanden durchgeführt. Die Resultate zeigten, dass

die maximale Plasmakonzentration (Cmax) durch die gleichzeitige Nahrungsaufnahme um 23%

angestiegen war, während die AUC konstant blieb.

Die Bioverfügbarkeit von Azithromycin wird bei gleichzeitiger Einnahme von Nahrung und

Zithromax Suspension bzw. Sachets nicht klinisch signifikant beeinflusst. Bei 28 erwachsenen

gesunden, männlichen Probanden kam es nach der Einnahme von Azithromycin Suspension

zusammen mit Nahrung zu einem 56%-igen Anstieg der maximalen Plasmakonzentration (Cmax)

während die AUC unverändert blieb.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung von Azithromycin ist im Bereiche der Serumkonzentration beim

Menschen variabel. Die Proteinbindung beträgt 51% bei einer Konzentration von 0.02 mg/l und sinkt

auf 7% bei einer Konzentration von 2 mg/l.

Das grosse Verteilungsvolumen im Steady State (31.1 l/kg) sowie die grosse Plasma-Clearance

(630 ml/min) deuten darauf hin, dass die lange Halbwertszeit durch eine weitgehende Azithromycin-

Aufnahme ins Gewebe und darauffolgende Abgabe aus dem Gewebe entsteht.

In humanen pharmakokinetischen Studien lagen die Azithromycin-Konzentrationen in den Geweben

signifikant höher als im Plasma (bis zum 50-Fachen der maximal gemessenen Konzentrationen im

Plasma, was darauf hinweist, dass eine hohe Gewebeaffinität der Substanz besteht).

Die folgende Tabelle zeigt die Verhältniszahlen zwischen Azithromycin-Konzentrationen in

ausgewählten Geweben (oder Körperflüssigkeiten) und Konzentrationen im Plasma (oder Serum).

Azithromycin-Konzentrationen nach Einnahme der in der Klinik empfohlenen Dosierung

Gewebe

oder

Flüssigkeit

Zeit nach

Dosierung

Konzentration im

Gewebe oder in der

Körperflüssigkeit

mg/kg oder mg/l

Entsprechende Plasma-

oder

Serumkonzentration

mg/l

Verhältnis von Gewebe

(Körperflüssigkeit) zu

Plasma (Serum)

Haut

72-96

0.012

Lunge

72-96

0.012

>100

Sputum

0.64

Sputum

10-12

Tonsillen*

9-18

0.03

>100

Tonsillen*

0.006

>100

Cervix

0.04

* Dosierungsschema: 2× 250 mg mit einem Dosisintervall von 12 Stunden.

Die gute Gewebediffusion wurde durch weitere Konzentrationsbestimmungen in Geweben bzw. in

Körperflüssigkeiten (Knochen, Ejakulat, Prostata, Ovarien, Uterus, Tuben, Magen, Leber und

Gallenblase) bestätigt. Da entsprechende gut kontrollierte Studien, die die Wirksamkeit von

Azithromycin bei Infektionen in den obenerwähnten zusätzlichen Geweben bzw. Organen

untersuchen, fehlen, bleibt die klinische Bedeutung dieser Gewebekonzentrationen unbekannt.

Bei nicht entzündeten Meningen waren die Liquorkonzentrationen sehr tief (<0.01 mg/l).

Die Konzentrationen von Azithromycin im Lungen-, Tonsillen- und Prostata-Gewebe bleiben hoch,

auch wenn die Serum- oder Plasmakonzentrationen unter die Nachweisgrenze absinken.

Nach oraler Verabreichung täglicher Dosen von 600 mg Azithromycin lagen die mittleren

maximalen Plasmakonzentrationen (Cmax) am 1. Tag bei 0.33 µg/ml und am 22. Tag bei 0.55 µg/ml.

Die mittleren Spitzenkonzentrationen, welche in Leukozyten, dem hauptsächlichen Ort von

disseminierten MAC-Infektionen, gemessen wurden, lagen bei 252 µg/ml (±49%) und blieben im

Steady State über 24 Stunden oberhalb 146 µg/ml (±33%).

Die durchschnittlichen Spitzen-Konzentrationen in den peripheren Leukozyten betrugen 140 mcg/ml.

Die Konzentrationen blieben über 32 mcg/ml während ungefähr 60 Stunden nach oraler

Verabreichung einer Einmaldosis von 1'200 mg.

Tierstudie: Phagozyten

In Tierstudien wurden hohe Azithromycinkonzentrationen in Phagozyten nachgewiesen. In

Versuchsmodellen setzten stimulierte Phagozyten während der aktiven Phagozytose grössere

Azithromycinmengen frei als nicht stimulierte. Dies führte im Tiermodell zu einer hohen

Azithromycinkonzentration am Ort der Infektion.

Metabolismus und Elimination

Die terminale Plasmahalbwertszeit, widerspiegelt die Gewebshalbwertszeit von 2 bis 4 Tagen.

In den ersten drei Tagen wird ungefähr 12% einer intravenös verabreichten Dosis in unveränderter

Form renal ausgeschieden. Der grösste Teil davon erscheint während den ersten 24 Stunden im Urin

(ungefähr 10% der intravenös verabreichten Dosis). Nach oraler Gabe ist die biliäre Ausscheidung

der Hauptausscheidungsweg von unverändertem Azithromycin.

Beim Menschen wurden sehr hohe Konzentrationen von unverändertem Azithromycin in der Galle

nachgewiesen (67% der biliär ausgeschiedenen, Azithromycin-abhängigen Stoffe). Daneben konnten

in der menschlichen Galle 10 Metaboliten nachgewiesen werden, welche durch N-Demethylierung

(18.6% der biliär ausgeschiedenen Azithromycin abhängigen Stoffe), O-Demethylierung,

Hydroxylierung des Desosamin und des Aglyconringes sowie durch Spaltung der

Kladinosebindungen (13% der biliär ausgeschiedenen Azithromycin abhängigen Stoffe) entstehen.

Vergleiche zwischen HPLC- und mikrobiologischen Gewebsuntersuchungen deuten an, dass die

Metaboliten von Azithromycin mikrobiologisch unwirksam sind.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei älteren Probanden (>65 Jahre) lagen nach 5-tägiger Azithromycineinnahme (1.Tag 500 mg, 2.-5.

Tag 250 mg) die AUC-Werte um durchschnittlich 29%, die Tmax-Werte um durchschnittlich 37.5%

höher als bei den jüngeren Probanden (<40 Jahre). Da diese Unterschiede als klinisch bedeutungslos

angesehen werden, wird eine Dosisanpassung nicht empfohlen.

Kinder

Nach 5-tägiger Azithromycintherapie (10 mg/kg KG Tag 1, 5 mg/kg KG Tag 2-5) waren die AUC-

Werte (0-24 h) bei Kindern (6-15 Jahre) lediglich 13% höher als bei Erwachsenen (22-39 Jahre). Der

durchschnittliche Tmax-Wert unterschied sich in den zwei untersuchten Gruppen um weniger als 1

Stunde. Diese kleinen pharmakokinetischen Unterschiede sind wahrscheinlich eine Folge der in den

Studien verwendeten unterschiedlichen Formulierungen (Erwachsene: Kapseln, Kinder: Suspension).

Leberinsuffizienz

Bei einer leichten (Child Pugh Klasse A) bis mittelschweren (Child Pugh Klasse B)

Leberfunktionsstörung unterschied sich die Serum-Pharmakokinetik von Azithromycin nach einer

Einzeldosis nicht wesentlich von derjenigen bei normaler Leberfunktion. Untersuchungen nach

Mehrfachapplikation fehlen. Es scheint, dass bei diesen Patienten die renale Azithromycin-

Ausscheidung gesteigert ist, möglicherweise um die verminderte hepatische Ausscheidung zu

kompensieren. Da die Leber jedoch den wichtigsten Ausscheidungsweg für Azithromycin darstellt,

darf Azithromycin bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen nur mit Vorsicht verabreicht werden.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit geringgradiger bis mässiger Niereninsuffizienz (GFR 10-80 ml/min) war die

Pharmakokinetik nach einmaliger oraler Gabe von 1 g Azithromycin unverändert. Bei schwerer

Niereninsuffizienz (GFR <10 ml/min) ergaben sich statistisch signifikante Unterschiede gegenüber

nierengesunden Patienten in AUC0-120 (8.8 µg hr/ml vs. 11.7 µg hr/ml), Cmax (1.0 µg/ml vs.

1.6 µg/ml) und CLr (2.3 ml/min/kg vs. 0.2 ml/min/kg).

Präklinische Daten

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Azithromycin ist gering. Die LD50 liegt nach oraler Gabe bei Maus und

Ratte bei über 2 g freier Base/kg, bei parenteraler Gabe (i.p.) bei männlichen Mäusen über

400 mg/kg und bei Ratten über 500 mg/kg Körpergewicht.

Chronische Toxizität

Die Azithromycin-Gewebespiegel in den bis zu 6-monatigen Studien an Ratten und Hunden zeigten

eine Abhängigkeit von Dosis und Behandlungsdauer. Nach mehrfacher Gabe von Dosen über

10 mg/kg KG stiegen die Konzentrationen bei beiden Spezies überproportional. Bei

diskontinuierlicher Gabe (10 Tage Substanzgabe, dann 10 Tage ohne Azithromycin, dann wieder 10

Tage Substanz usw.) von 30 mg/kg KG betrugen die Azithromycin-Konzentrationen nach 100

Dosierungen nur ¼ bis ½ der Werte, die nach kontinuierlicher Behandlung über den gleichen

Zeitraum (182 Dosierungen) gemessen wurden.

Es wurden histopathologische Veränderungen gefunden, die als Phospholipidose bezeichnet werden.

Hierbei handelt es sich um die intrazelluläre Aufnahme von Azithromycin in Gewebelysosomen, die

lichtmikroskopisch durch das Auftreten von zytoplasmatischen Vakuolen nachweisbar ist.

Elektronenmikroskopisch stellen sich diese als vergrösserte Vakuolen dar, die ein lamellenartig

angeordnetes Muster von Myelinkörpern beinhalten. Die Phospholipidose wurde mit Ausnahme von

Gehirn und Lunge in allen Geweben gefunden, die untersucht worden sind. Ihre Ausprägung war

dosisabhängig, und sie war nach Absetzen von Azithromycin reversibel.

Bei Ratten blieb die Phospholipidose nach den Dosen 20 mg/kg KG/d (kontinuierliche Gabe) und

40 mg/kg KG/d (diskontinuierliche Gabe, Schema s.o.) über 6 Monate ohne Folgeerscheinungen für

die Organe.

Bei Hunden, der empfindlichen Spezies, war die Organtoxizität auf die Nieren (Glomerulonephrose),

die Leber (fokale Nekrosen der Hepatozyten und Gallengänge) und die Gallenblase (Hyperplasie und

fokale Nekrosen) beschränkt. Das sind die Gewebe, in denen nach 61 aufeinander folgenden Dosen

von 100 mg/kg KG/d die höchsten Azithromycin-Konzentrationen erreicht worden sind (bis über

5'000 μg/g Gewebe). Nach diskontinuierlicher Gabe (Schema s.o., insgesamt 100 Dosen) mit der

gleichen Dosis wurden keine pathologischen Veränderungen in diesen Geweben gefunden. Nach

Behandlung mit Dosen über 20 mg/kg KG/d wurden beim Hund folgende reversible Veränderungen

von Laborparametern festgestellt: Anstieg der Transaminasen, Abnahme der Parameter des roten

Blutbildes (Erythrozytenzahl, Hämatokritwert, Hämoglobinkonzentration), Auftreten atypischer

eosinophiler Granulozyten und vakuoliger Lymphozyten, Proteinurie.

Kanzerogenität

Kanzerogenitätsstudien mit Azithromycin wurden nicht durchgeführt, da nur eine kurzzeitige

Anwendung vorgesehen ist und keine Hinweise auf mutagene oder kanzerogene Eigenschaften

vorliegen.

Reproduktionstoxizität

Präklinische Studien zur Beurteilung der Trächtigkeitsraten von Ratten, die mit Azithromycin

behandelt wurden, liessen darauf schliessen, dass eine Behandlung mit Azithromycin (in Dosen von

20 bzw. 30 mg/kg/d, nicht jedoch von 10 mg/kg/d) eine geringfügige Verminderung der Fertilität

verursachen könnte. Dabei mussten sowohl die männlichen als auch die weiblichen Ratten

gleichzeitig behandelt werden, um eine Auswirkung auf die Trächtigkeitsrate zu verursachen. Dieser

minimale Effekt wurde durch eine Steigerung der Dosis von 20 auf 30 mg/kg/d nicht verstärkt. Die

Behandlung mit Azithromycin hatte keine Auswirkungen auf andere Fortpflanzungsparameter.

In Tierexperimenten bezüglich einer Embryotoxizität wurden bei Mäusen und Ratten keine

teratogenen Effekte beobachtet. Bei Ratten verursachten Dosen von 100 und 200 mg/kg KG/d leichte

Verzögerungen der mütterlichen Körpergewichtszunahme und der fetalen Ossifikation. In der Peri-

und Postnatalstudie ergaben sich bei Ratten leichte Retardierungen ab 50 mg/kg KG/d

(Verzögerungen der physischen Entwicklung und des Reflexverhaltens).

In Neonatalstudien zeigten Ratten und Hunde keine höhere Empfindlichkeit gegenüber Azithromycin

als erwachsene Tiere der jeweiligen Gattung.

Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht.

Mutagenität

In-vivo- und in-vitro-Untersuchungen zum Nachweis von Gen- und Chromosomenmutationen

ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Zithromax darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerhinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C), in der Originalpackung und ausser Reichweite von Kindern

aufbewahren.

Nach der Zubereitung mit Wasser bleibt die Suspension bei Zimmertemperatur während 5 Tagen

stabil.

Nach dieser Zeit sollte die Suspension nicht mehr verwendet werden.

Hinweise für die Handhabung

Zubereitung der Zithromax-Suspension (200 mg/5 ml)

1. Flasche kräftig schütteln um das Pulver aufzulockern.

2. Die untenstehende Tabelle gibt das Volumen des Trinkwassers an, welches zur Zubereitung der

Suspension verwendet werden muss:

Volumen des Trinkwassers, das mit beigepacktem Messbecher

hinzugefügt werden muss

Azithromycin-Gehalt

15 ml

Flasche

9 ml

600 mg

30 ml

Flasche

15 ml

1'200 mg

3. Gut schütteln.

4. Jeweils unmittelbar vor Gebrauch schütteln.

Auflösung der Sachets

Der Sachet-Inhalt soll kurz vor Einnahme in einem zu einem Drittel mit Wasser gefüllten Glas

suspendiert werden.

Zulassungsnummer

Zithromax Pulver zur Herstellung einer Suspension: 51352 (Swissmedic).

Zithromax Sachets: 51999 (Swissmedic).

Zithromax Filmtabletten: 53488 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten 250 mg:

4 und 6 Filmtabletten. [A]

Filmtabletten 500 mg:

3 Filmtabletten. [A]

Pulver zur Herstellung einer Suspension

Suspension 200 mg/5 ml: 15 ml (600 mg, mit Dosierspritze, Messlöffel und Messbecher) und 30 ml

(1'200 mg, mit Dosierspritze, Messlöffel und Messbecher). [A]

Sachets:

3× 100 mg. [A]

3× 300 mg. [A]

3× 500 mg. [A]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

August 2017.

LLD V018

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