Co-Diovan 160/12,5 Filmtabletten

Suíça - alemão - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Ingredientes ativos:
valsartanum, hydrochlorothiazidum
Disponível em:
Novartis Pharma Schweiz AG
Código ATC:
C09DA03
DCI (Denominação Comum Internacional):
valsartanum, hydrochlorothiazidum
Forma farmacêutica:
Filmtabletten
Composição:
valsartanum 160 mg, hydrochlorothiazidum 12.5 mg, excipiens pro compresso Dunst.
Classe:
B
Grupo terapêutico:
Synthetika
Área terapêutica:
Hypertonie
Número de autorização:
54470
Data de autorização:
1998-01-28

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Co-Diovan®

Novartis Pharma Schweiz AG

Was ist Co-Diovan und wann wird es angewendet?

Co-Diovan enthält zwei sich ergänzende Wirksubstanzen, die das blutdruckregulierende System des

Körpers beeinflussen: Valsartan, das in erster Linie zu einer Erweiterung der Blutgefässe führt und

damit den Blutdruck senkt, und Hydrochlorothiazid, welches den Natriumchlorid- und Wassergehalt im

Körper vermindert, indem es die Urinausscheidung erhöht.

Co-Diovan wird zur Behandlung des leichten und mittelschweren Bluthochdrucks eingesetzt, bei

Patienten, deren Bluthochdruck ein Kombinationspräparat erfordert.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann die Wirkung mittels Blutdruckmessung kontrollieren und nachweisen.

Co-Diovan darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Wieso sollte ein hoher Blutdruck (Hypertonie) behandelt werden?

Wenn ein hoher Blutdruck nicht behandelt wird, können lebenswichtige Organe wie das Herz, die

Nieren und das Hirn geschädigt werden. Sie können sich wohl fühlen und keine Symptome haben, aber

die unbehandelte Hypertonie kann zu Spätfolgen wie z.B. Hirnschlag, Herzinfarkt, Herzschwäche,

Nierenfunktionsstörungen oder Erblinden führen.

Wann darf Co-Diovan nicht angewendet werden?

Sie dürfen Co-Diovan nicht einnehmen, wenn Sie jemals überempfindlich oder allergisch auf Valsartan,

Hydrochlorothiazid oder einen anderen Bestandteil dieses Arzneimittels reagiert haben. Wenn Sie

schwanger sind, planen schwanger zu werden oder stillen, oder wenn Sie an einer Zerstörung der kleinen

Gallengänge innerhalb der Leber (biliäre Zirrhose), die zu Gallenstauung führt leiden, wenn Sie an

Diabetes (Typ 1 und 2) oder eingeschränkter Nierenfunktion leiden, während Sie den

blutdrucksenkenden Wirkstoff Aliskiren einnehmen, oder wenn Sie an stark verminderter Harnmenge

leiden (Anurie), dürfen Sie Co-Diovan nicht einnehmen. Falls Sie an einem hereditären Angioödem

leiden. Falls früher anlässlich der Einnahme eines blutdrucksenkenden Medikamentes Schwellungen im

Gesicht, Lippen, Zunge oder im Rachen (Schluck- oder Atembeschwerden) auftraten, dürfen Sie Co-

Diovan nicht einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Co-Diovan Vorsicht geboten?

Wie jedes andere blutdrucksenkende Mittel kann auch Co-Diovan Ihre Aufmerksamkeit und

Konzentration herabsetzen. Daher ist Vorsicht im Strassenverkehr und beim Bedienen von Werkzeugen

oder Maschinen geboten.

Vorsicht ist geboten,

·wenn Sie an einer Nieren- oder Lebererkrankung, an Allergien oder Asthma leiden.

·Falls bei Ihnen nach der Einnahme von Co-Diovan Reaktionen wie Schwellung im Gesicht, der Arme

und Beine, Augen, Lippen oder Zunge (Anzeichen eines Angioödem) auftreten. Sie müssen in diesen

Fällen überwacht und eventuell entsprechend behandelt werden.

Ein eventuell bestehender Salz-/Flüssigkeitsmangel - verursacht z.B. durch übermässiges Erbrechen,

Durchfall oder Diuretika (harntreibende Mittel) - ist vor Beginn der Behandlung auszugleichen.

Möglicherweise wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin auch Ihre Nierenfunktion überprüfen.

Vorsicht ist geboten, wenn Sie mit einem ACE-Hemmer oder Aliskiren (Arzneimittel gegen

Bluthochdruck) behandelt werden.

Falls Sie einen Sehkraftverlust bemerken oder Augenschmerzen auftreten, kann dies auf eine

Flüssigkeitsansammlung im Gefässbett des Auges zurückführbar sein (Aderhauterguss) oder auf eine

Druckzunahme im Auge. Dies kann nach Einnahme von Co-Diovan innerhalb von Stunden bis Wochen

auftreten und kann zu einem permanenten Sehkraftverlust führen, falls nicht rechtzeitig eine Behandlung

eingeleitet wird. Falls sie eine Penicillin- oder Sulfonamid-Allergie haben, ist das Risiko einen

Aderhauterguss zu erleiden möglicherweise erhöht.

Wenn Sie an Herzschwäche leiden oder einen Herzinfarkt hatten ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Befolgen Sie die ärztliche Anweisung für die Anfangsdosierung sorgfältig. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

wird möglicherweise auch Ihre Nierenfunktion überprüfen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin vor Beginn der Behandlung mit Co-Diovan wenn Sie an:

·einer leichten bis mittelschweren Nieren- oder Lebererkrankung,

·einem akuten Hautausschlag (Lupus erythematodes),

·Hyperurikämie, Gicht oder Diabetes (Zuckerkrankheit),

·zu tiefem Blut-Kalium- oder Natriumspiegel, oder zu hohem Blut Kalziumspiegel, leiden oder einmal

gelitten haben.

·Wenn Sie schon einmal Hautkrebs hatten oder wenn bei Sie im Verlauf der Behandlung eine

unerwartete Hautveränderung bemerken. Die Behandlung mit Hydrochlorothiazid (einem der

Wirkstoffe von Co-Diovan), insbesondere über längere Zeit und in höherer Dosierung, kann zu einem

erhöhten Risiko für bestimmte Arten von Haut- und Lippenkrebs (nicht-melanozytärer, «weisser»

Hautkrebs) führen, möglicherweise aufgrund einer Erhöhung der Empfindlichkeit der Haut gegenüber

UV-Strahlung. Schützen Sie Ihre Haut während der Behandlung mit Co-Diovan vor Sonnenlicht und

UV-Strahlen. Lassen Sie Ihre Haut regelmässig auf neu aufgetretene Hautveränderungen untersuchen

und weisen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unverzüglich darauf hin, wenn bei Ihnen verdächtige

Hautveränderungen aufgetreten sind.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bei gleichzeitiger Anwendung von Co-Diovan mit anderen Arzneimitteln kann es zu Wechselwirkungen

kommen (Verstärkung oder Abschwächung der Wirkung von Co-Diovan oder des anderen Arzneimittels

oder vermehrte Nebenwirkungen). Dazu gehören: Kaliumhaltige Arzneimittel, kaliumhaltige

Salzersatzmittel oder andere Arzneimittel, die das Kalium im Blut erhöhen können (z.B. Heparin zur

Blutverdünnung), Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird möglicherweise die Menge an Kalium im Blut

periodisch überprüfen; Entzündungs- und Schmerzmittel (sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika

einschliesslich COX-2 Hemmer), Lithium (ein Arzneimittel zur Behandlung gewisser psychischer

Erkrankungen), wasserausschwemmende Arzneimittel, ACE-Hemmer oder Aliskiren, kortisonartige

Arzneimittel (Steroide), Antiarrhythmika (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen), gewisse

Arzneimittel zur Behandlung von Infektionen (Amphotericin B, Penicillin G, Rifamycin-Gruppe),

andere blutdrucksenkende Arzneimittel, Digoxin oder andere Digitalis-Glykoside (Herzmittel), Insulin

oder antidiabetische Arzneimittel zum Einnehmen, Allopurinol (Gichtmittel), Amantadin (zur

Behandlung der Parkinson-Krankheit, auch bei gewissen Virus-Erkrankungen), gewisse Krebs-

Arzneimittel, anticholinerge Wirkstoffe (zur Behandlung verschiedener Störungen wie z.B. Magen-

Darm-Krämpfe, Krämpfe der Harnblase, Asthma, Reisekrankheit, Muskelkrämpfe, Parkinson-Krankheit

und als Hilfsmittel zur Narkose), Colestyramin, Colestipol und andere Harze (zur Behandlung hoher

Blutfette), muskelentspannende Arzneimittel, Vitamin D und Kalziumsalze, Ciclosporin (zur

Verhinderung der Organabstossung nach Transplantation oder bei anderen Krankheiten wie rheumatoide

Arthritis oder Neurodermitis), Ritonavir (antiretrovirales Arzneimittel zur Behandlung von HIV/AIDS

Infektionen), Arzneimittel gegen Epilepsie wie Carbamazepin, Diazoxid (Bluthochdruck oder zu tiefem

Blutzucker), Lithium, Antidepressiva, Antipsychotika (zur Behandlung bestimmter psychiatrischer

Störungen), blutdrucksteigernde Amine (wie Noradrenalin), Barbiturate, Narkotika (einschläfernde

Mittel) und Alkohol.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden. Er bzw. sie wird

entscheiden, welches Arzneimittel Sie gleichzeitig mit Co-Diovan anwenden können, und eventuell die

Dosis eines der Arzneimittel anpassen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder äusserlich

anwenden.

Darf Co-Diovan während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Sie dürfen Co-Diovan nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder planen, schwanger zu werden.

Ähnliche Arzneimittel wurden mit schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes in Verbindung

gebracht, vor allem, wenn sie nach dem dritten Schwangerschaftsmonat eingenommen werden. Für Co-

Diovan liegen zurzeit noch keine Erfahrungen vor. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sofort Ihren Arzt

oder Ihre Ärztin aufsuchen, wenn Sie glauben, Sie könnten schwanger sein. Informieren Sie Ihren Arzt

oder Ihre Ärztin auch, wenn Sie eine Schwangerschaft planen.

Ist eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich, sollte abgestillt werden.

Wie verwenden Sie Co-Diovan?

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin entscheidet über die für Sie richtige Dosierung.

Die übliche Dosierung beträgt einmal täglich 1 Filmtablette Co-Diovan 80/12.5 (entspricht 80 mg

Valsartan und 12.5 mg Hydrochlorothiazid). Bei ungenügender Blutdrucksenkung nach 3-4 Wochen

Behandlung, kann zunächst auf Co-Diovan 160/12.5 (entspricht 160 mg Valsartan und 12.5 mg

Hydrochlorothiazid) und dann anschliessend auf Co-Diovan 160/25 (entspricht 160 mg Valsartan und

25 mg Hydrochlorothiazid) erhöht werden.

Die Dosierung ist unabhängig vom Alter. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung bei Kindern

und Jugendlichen unter 18 Jahren wurden jedoch nicht überprüft. Deshalb ist die Anwendung von Co-

Diovan bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Co-Diovan wird mit Flüssigkeit eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von einer Mahlzeit

erfolgen. Es empfiehlt sich jedoch, Co-Diovan täglich zur selben Zeit (z.B. morgens) einzunehmen.

Haben Sie einmal eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis zur üblichen Zeit ein.

Verdoppeln Sie die Dosis nicht!

Unterbrechen Sie nicht von sich aus die Behandlung, ohne dass Ihr Arzt dies angeordnet hat.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Co-Diovan haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Co-Diovan auftreten:

Zu den häufiger genannten unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Müdigkeit,

Benommenheit, Blutdruckabfall beim Aufstehen, Husten, Schnupfen, Entzündung des Rachens,

Infektionen der oberen Atemwege, Appetitlosigkeit, Durchfall, Hautausschlag, Rückenschmerzen,

Gelenkschmerzen, Impotenz.

Gelegentlich wurden Virusinfektionen, Fieber, Kraftlosigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit,

Angstzustände, Sensibilitätsstörungen, Sehstörungen, Mittelohrentzündung, Ohrensausen, Herzklopfen,

schneller Herzschlag, Ödeme, tiefer Blutdruck, übermässiges Schwitzen, Bronchitis, Atemnot,

Entzündung der Nasennebenhöhlen, Halsschmerzen, Mundtrockenheit, Austrocknen, Bauchschmerzen,

Verdauungsstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen in den Armen, in den Beinen, im

Brustbereich sowie im Nacken, Gelenkentzündung, Verstauchungen und Zerrungen, Muskelkrämpfe,

häufiges Wasserlassen, Harnwegsinfekte oder verminderte Libido genannt.

Selten wurden eine Verschlechterung der diabetischen Stoffwechsellage, Depression, Verstopfung,

Gelbsucht, Lichtempfindlichkeit, Bindehautentzündungen, Sehschwäche oder Schmerzen in den Augen

(hoher Augendruck), Herzrhythmusstörungen, Muskel- oder Nervenschmerzen, stark verminderte

Harnmenge (Nierenerkrankung oder Nierenversagen) beobachtet.

Sehr selten kann es zu Ohnmacht, allergischen Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schwellung im

Gesicht, Rötung oder Juckreiz, zu einer Reaktivierung eines kutanen Lupus erythematodes sowie zu

Nierenfunktionsstörungen oder zu Atembeschwerden einschliesslich Lungenentzündung und

Lungenödem sowie zu Nasenbluten oder zu starken Oberbauchschmerzen (Pankreatitis) kommen.

Ferner wurde über Blasenbildung auf der Haut, Muskelkrämpfe, Schwäche (Asthenie) berichtet sowie

über Haut- und Lippenkrebs (nicht-melanozytärer, «weisser» Hautkrebs: Auftreten eines Knotens oder

verfärbten Fleckens auf der Haut, der sich auch nach einigen Wochen nicht zurückgebildet hat und über

Monate und manchmal Jahre langsam wächst bzw. von rötlichen bis rosafarbenen, festen,

krebsbedingten Knoten, die sich zu Geschwüren entwickeln können; krebsbedingte Flecken hingegen

sind in der Regel flach und schuppig; tritt häufig an Hautstellen auf, die regelmässig der Sonne

ausgesetzt sind, wie z.B. im Gesicht, an den Ohren, Händen, Schultern, am Oberkörper oder Rücken).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Darüber hinaus sollten Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin umgehend jegliche unerwarteten

Veränderungen der Haut zeigen, die Sie während der Behandlung mit Co-Diovan beobachten.

Was ist ferner zu beachten?

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Co-Diovan vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30 °C aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Co-Diovan enthalten?

Co-Diovan 80/12.5 Filmtabletten enthalten die Wirkstoffe Valsartan 80 mg und Hydrochlorothiazid

12.5 mg sowie Hilfsstoffe.

Co-Diovan 160/12.5 Filmtabletten enthalten die Wirkstoffe Valsartan 160 mg und Hydrochlorothiazid

12.5 mg sowie Hilfsstoffe.

Co-Diovan 160/25 Filmtabletten enthalten die Wirkstoffe Valsartan 160 mg und Hydrochlorothiazid

25 mg sowie Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

54470 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Co-Diovan? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Co-Diovan 80/12.5 Filmtabletten zu 28 und 98

Co-Diovan 160/12.5 Filmtabletten zu 28 und 98

Co-Diovan 160/25 Filmtabletten zu 28 und 98

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz

Diese Packungsbeilage wurde im September 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

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Fachinformation

Co-Diovan®

Novartis Pharma Schweiz AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Valsartanum, Hydrochlorothiazidum.

Hilfsstoffe: Excip. pro compr. obduct.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Co-Diovan 80/12.5

Filmtabletten zu 80 mg Valsartanum und 12.5 mg Hydrochlorothiazidum.

Ovale, leicht konvexe, nicht teilbare, blass orange Filmtabletten. Auf der einen Seite ist HGH und

auf der anderen Seite CG eingeprägt.

Co-Diovan 160/12.5

Filmtabletten zu 160 mg Valsartanum und 12.5 mg Hydrochlorothiazidum.

Ovale, leicht konvexe, nicht teilbare, dunkelrote Filmtabletten. Auf der einen Seite ist HHH und auf

der anderen Seite CG eingeprägt.

Co-Diovan 160/25

Filmtabletten zu 160 mg Valsartanum und 25 mg Hydrochlorothiazidum.

Ovale, leicht konvexe, nicht teilbare, braun-orange Filmtabletten. Auf der einen Seite ist HXH und

auf der anderen Seite NVR eingeprägt.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der essentiellen Hypertonie leichten und mässigen Grades bei Patienten, deren

Blutdruck durch eine Monotherapie nicht ausreichend kontrolliert ist.

Dosierung/Anwendung

Die empfohlene Dosierung beträgt 1 Filmtablette Co-Diovan 80/12.5 pro Tag. Bei ungenügender

Blutdrucksenkung nach 3-4 Wochen Therapie kann eine Fortsetzung der Therapie mit 1 Filmtablette

Co-Diovan 160/12.5 pro Tag erforderlich sein. Die Behandlung mit 1 Filmtablette Co-Diovan 160/25

pro Tag ist auf diejenigen Patienten beschränkt, die unter Co-Diovan 160/12.5 keine ausreichende

Blutdrucksenkung aufweisen. Der maximale blutdrucksenkende Effekt wird innerhalb von 2 bis 4

Wochen beobachtet.

Die Einnahme von Co-Diovan kann unabhängig von einer Mahlzeit erfolgen. Co-Diovan sollte mit

etwas Flüssigkeit eingenommen werden.

Anwendung bei älteren Patienten (über 65 Jahren)

Co-Diovan kann unabhängig vom Alter angewendet werden.

Anwendung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann eine Dosisreduktion erforderlich sein. Wegen

des Wirkstoffes Hydrochlorothiazid ist Co-Diovan bei Patienten mit Anurie kontraindiziert (s.

«Kontraindikationen») und sollte bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min)

mit besonderer Vorsicht angewendet werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Für die Anwendung bei terminaler Niereninsuffizienz (GFR <10 ml/min) oder Dialysebehandlung

liegen keine Erfahrungen für die Anwendung von Valsartan vor.

Anwendung bei eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann eine Dosisreduktion erforderlich sein. Wegen

der Wirkstoffkomponente Hydrochlorothiazid sollte Co-Diovan bei Patienten mit eingeschränkter

Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Wegen der Wirkstoffkomponente Valsartan ist Co-Diovan bei Patienten mit biliärer Zirrhose und

Cholestase kontraindiziert.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Co-Diovan in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen

unterhalb von 18 Jahren wurde nicht überprüft.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber Valsartan oder Hydrochlorothiazid, gegenüber einem der anderen

Bestandteile von Co-Diovan oder gegenüber Sulfonamid-Derivaten.

·Co-Diovan ist kontraindiziert bei Patienten mit hereditärem Angioödem oder bei denen sich unter

einer früheren Behandlung mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten ein

angioneurotisches Oedem entwickelt hatte.

·Schwangerschaft und Stillzeit (s. «Schwangerschaft/Stillzeit»).

·biliäre Zirrhose oder Cholestase.

·Anurie.

·Gleichzeitige Anwendung von Angiotensin-Rezeptorantagonisten (ARB) – einschliesslich Co-

Diovan – oder von Angiotensin-Konversionsenzym-Hemmern (ACEI) mit Aliskiren bei Patienten

mit Diabetes Mellitus (Typ 1 und Typ 2) sowie Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (GFR

<60 ml/min) (s. Rubrik «Interaktionen», Unterabschnitt «Duale Blockade des RAAS»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Elektrolyte

Kalium

Thiazid-Diuretika können eine Hypokaliämie verursachen oder eine vorbestehende Hypokäliamie

verschlimmern. Bei Erkrankungen, welche mit erhöhtem Kaliumverlust einhergehen, sollten

Thiazide nur mit Vorsicht und unter regelmässiger Kontrolle des Serumkaliums gegeben werden.

Vor Beginn einer Behandlung mit Thiaziden wird die Korrektur einer Hypokaliämie empfohlen. Ein

gleichzeitig bestehender Magnesiummangel kann die Korrektur einer Hypokaliämie erschweren. Da

Co-Diovan einen Angiotensin-ll-Rezeptor-Antagonisten enthält, ist jede Substitution von Kalium

unter der Behandlung mit Co-Diovan abzuwägen und sollte mit Vorsicht erfolgen. Die Kalium-und

Magnesiumkonzentrationen sollten regelmässig kontrolliert werden. Alle Patienten, die Thiazid-

Diuretika erhalten, sollten hinsichtlich Imbalancen der Elektrolyte überwacht werden.

Natrium

Thiazid-Diuretika können das Neuauftreten einer Hyponatriämie auslösen oder eine vorbestehende

Hyponatriämia verschlimmern. Diese kann mit neurologischen Symptomen (Erbrechen, Verwirrtheit,

Apathie) einhergehen. Thiazid-Diuretika sollen nur nach Korrektur eines vorbestehenden

Hyponatriämie verabreicht werden. Eine regelmässige Überwachung der Natriumkonzentration im

Serum sollte erfolgen.

Kalzium

Thiazid-Diuretika verringern die Kalziumausscheidung im Urin und können eine Erhöhung des

Serumkalziums verursachen. Thiazid-Diuretika sollten nur nach Korrektur einer vorbestehenden

Hyperkalziämie bzw. nach Behandlung der dafür verantwortlichen Erkrankung begonnen werden.

Eine regelmässige Überwachung der Kalziumkonzentration im Serum sollte erfolgen.

Volumenmangel

Bei Patienten mit relevantem Volumenmangel kann nach Beginn der Behandlung mit Co-Diovan

eine symptomatische Hypotonie auftreten. Ein bestehender Volumenmangel sollte vor Beginn der

Behandlung ausgeglichen werden.

Nierenarterienstenose

Co-Diovan sollte bei Patienten mit einseitiger oder beidseitiger Nierenarterienstenose oder Stenose

einer Einzelniere mit grosser Vorsicht angewendet werden, da sich bei solchen Patienten

Blutharnstoff- und Serumkreatininwerte erhöhen können.

Niereninsuffizienz

Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. Bei

schwer eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <30 ml/min) können Thiaziddiuretika ihre diuretische

Wirksamkeit verlieren. Die Verabreichung von Co-Diovan bei diesen Patienten sollte deswegen nur

nach genauer Prüfung des Nutzen/Risiko-Verhältnisses und unter Kontrolle klinischer und

laborchemischer Parameter erfolgen.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min) ist die gleichzeitige

Anwendung von ARB – einschliesslich Co-Diovan – oder ACEI mit Aliskiren kontraindiziert (s.

Rubrik «Interaktionen», Unterabschnitt «Duale Blockade des RAAS»).

Für die Anwendung bei terminaler Niereninsuffizienz (GFR <10 ml/min) oder Dialysebehandlung

liegen keine Erfahrungen für die Anwendung von Valsartan vor.

Leberinsuffizienz

Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion. Thiazide

können bei diesen Patienten Elektrolytimbalancen, hepatische Enzephalopathien sowie ein

hepatorenales Syndrom auslösen. Die Verabreichung von Co-Diovan bei diesen Patienten sollte

deswegen nur nach genauer Prüfung des Nutzen/Risiko-Verhältnisses und unter Kontrolle klinischer

und laborchemischer Parameter erfolgen. Bei biliärer Zirrhose oder Cholestase ist die Anwendung

von Co-Diovan kontraindiziert.

Angioödem

Bei mit Valsartan behandelten Patienten wurden Angioödeme einschliesslich von Schwellungen der

Larynx und der Glottis, die zu Behinderungen des Luftstroms und/oder Schwellung des Gesichts, der

Lippen, des Rachens und/oder der Zunge führten, festgestellt. Bei einigen dieser Patienten waren

bereits zu einem früheren Zeitpunkt Angioödeme bei der Einnahme von anderen Medikamenten

einschliesslich von ACE-Hemmern aufgetreten. Die Verabreichung von Co-Diovan muss bei

Patienten, bei denen ein Angioödem auftritt, sofort unterbrochen werden und Co-Diovan darf ihnen

nicht wieder verabreicht werden.

Systemischer Lupus erythematodes

Thiaziddiuretika, einschliesslich Hydrochlorothiazid, können einen systemischen Lupus

erythematodes auslösen oder verschlechtern.

Metabolische Effekte

Co-Diovan kann auf Grund einer verminderten Harnsäure-Clearance die Serumkonzentration von

Harnsäure erhöhen und Hyperurikämien verursachen bzw. verschlimmern sowie bei disponierten

Patienten Gichtschübe auslösen. Deswegen wird die Anwendung von Co-Diovan bei Patienten mit

Hyperurikämie und/oder Gicht nicht empfohlen.

Thiaziddiuretika einschliesslich Hydrochlorthiazid können die Glukostoleranz stören und eine

diabetische Stoffwechsellage verschlechtern. Die Serumspiegel von Cholesterin und Triglyzeriden

können unter der Anwendung von Hydrochlorothiazid ansteigen.

Sonstiges

Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Hydrochlorothiazid treten bei Patienten mit Allergien

und Asthma mit grösserer Wahrscheinlichkeit auf.

Akute Myopie und sekundäres Winkelblockglaukom

Hydrochlorothiazid, ein Sulfonamid, welches in Co-Diovan enthalten ist, kann idiosynkratische

Reaktionen hervorrufen, welche zu akuter transienter Myopie oder zu akutem Winkelblockglaukom

führen können. Dies äussert sich in akut verminderter Sehschärfe oder Augenschmerz, welche

typischerweise innerhalb von Stunden bis Wochen nach Beginn der Medikamentengabe auftreten.

Unbehandelte akute Winkelblockglaukome können zu permanentem Visusverlust führen. Die

Initialbehandlung besteht im schnellstmöglichen Absetzen des Medikaments. Chirurgische und

medizinische Massnahmen müssen in Betracht gezogen werden, sollte der intraokulare Druck auf

andere Weise unkontrollierbar bleiben. Ein Risikofaktor für die Entstehung eines

Winkelblockglaukoms unter der Behandlung mit Hydrochlorothiazid könnte eine vorbestehende

Sulfonamid- oder Penicillin-Allergie sein.

Patienten mit Herzinsuffizienz und früherem Herzinfarkt

Bei Patienten, deren Nierenfunktion von der Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems

abhängt (z.B. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz), wurde die Behandlung mit ACE-Hemmern

oder Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten mit Oligurie und/oder progressiver Azotämie und in

seltenen Fällen mit akutem Nierenversagen und/oder Tod in Verbindung gebracht. Bei der

Untersuchung von Patienten mit Herzinsuffizienz oder Patienten, die bereits einen Herzinfarkt

erlitten haben, sollte die Nierenfunktion immer mit geprüft werden.

Fertilität

Es liegen keine Angaben zur Wirkung Valsartan auf die menschliche Fertilität vor. Bei

Untersuchungen an Ratten wurden keine Auswirkungen von Valsartan auf die Fertilität festgestellt

(s. «Präklinische Daten»).

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

(siehe «Kontraindikationen» und «Interaktionen», Unterabschnitt «Duale Blockade des RAAS».)

Interaktionen

Interaktionen, die beide Komponenten betreffen

Lithium

Folgende Interaktionen können bei Anwendung beider Komponenten (Valsartan und/oder

Hydrochlorothiazid) von Co-Diovan auftreten:

Ein reversibler Konzentrationsanstieg an Lithium im Serum und Lithium-Toxizität wurden bei

gleichzeitiger Verabreichung von Lithium und ACE Inhibitoren oder Angiotensin II Rezeptor

Antagonisten oder Thiaziden beobachtet. Da Thiazide die renale Lithium-Clearance reduzieren, kann

die Lithium Toxizität nach der Anwendung von Co-Diovan erhöht sein. Die genaue Überwachung

der Lithium-Konzentration im Serum bei gleichzeitiger Anwendung wird daher empfohlen.

Nicht-steroidale anti-inflammatorische Arzneimittel (NSAIDs) inklusive selektive Cyclooxygenase-2

Inhibitoren (COX2-Inhibitoren):

Die Verabreichung von NSAIDs und COX2-Inhibitoren kann zu einer Minderung des

antihypertensiven Effekts von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (AIIRAs) führen. Bei älteren

Patienten, Patienten mit Nierenfunktionsstörung und solchen mit Volumenmangel (auch unter

Diuretikatherapie) kann die gleichzeitige Verabreichung von NSAIDs (oder COX2-Inhibitoren) mit

einem AIIRA das Risiko einer Verschlechterung der Nierenfunktion (inklusive akutem

Nierenversagen) erhöhen. Bei solchen Patienten sollten diese Medikamente deswegen nur mit

Vorsicht und unter Kontrolle der Nierenfunktion kombiniert werden.

Andere Antihypertensiva: Die Anwendung von Co-Diovan verstärkt die antihypertensive Wirkung

anderen blutdrucksenkender Arzneimitteln (z.B. Betablocker, Vasodilatatoren, Kalziumkanalblocker,

ACE-Hemmern, Angiotensin Rezeptorblocker (ARB) und Direkte Renin-Inhibitoren (DRIs)).

Valsartan

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems mit ARB, ACEI oder Aliskiren: Die

gleichzeitige Gabe von ARB, einschliesslich Co-Diovan, mit anderen auf das RAAS wirkenden

Arzneimitteln ist gegenüber einer Monotherapie mit einer erhöhten Inzidenz von Hypotonie,

Synkope, Hyperkaliämie und Nierenfunktionsstörungen (einschliesslich akutem Nierenversagen)

verbunden. Eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE Hemmern,

ARB oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen. Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als

absolut notwendig erachtet wird, sollte dies unter Aufsicht eines Spezialisten und unter

Durchführung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck

erfolgen (s. Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min) ist die gleichzeitige

Anwendung von ARB – einschliesslich Co-Diovan – oder von ACEI mit Aliskiren kontraindiziert (s.

Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Kontraindikationen»).

Bei Patienten mit Diabetes Typ 1 und 2 ist die gleichzeitige Anwendung von ARB – einschliesslich

Co-Diovan – oder von ACEI mit Aliskiren kontraindiziert (s. Rubrik «Kontraindikationen»). ACE-

Hemmern – einschliesslich Diovan – und Angiotensin-Rezeptorblockern (ARB) sollten bei Patienten

mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Kalium: Unter der Kombinationsbehandlung von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten mit anderen

Arzneimitteln, die zu einer Erhöhung des Serumkaliums führen können (z.B. Kaliumsparende

Diuretika, Kaliumhaltige Präparate, Heparin), kann das Risiko für eine Hyperkaliämie erhöht sein.

Die Gabe von Valsartan, welches in Co-Diovan enthalten ist, sollte in solchen Fällen mit Vorsicht

und unter Kontrolle des Kaliumspiegels erfolgen.

Transporter: In-vitro-Untersuchungen mit menschlichem Lebergewebe weisen darauf hin, dass

Valsartan ein Substrat des hepatischen Aufnahmetransporters OATP1B1 und des hepatischen

Auswärtstransporters MRP2 ist. Deshalb kann die systemische Valsartan-Exposition sich bei

gleichzeitiger Verabreichung von Hemmern der Transporter OATP1B1 (Rifampicin, Ciclosporin)

bzw. MRP2 (Ritonavir) erhöhen.

Unter Monotherapie mit Valsartan wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit den

folgenden Arzneimitteln beobachtet: Cimetidin, Warfarin, Furosemid, Digoxin, Atenolol,

Indometacin, Hydrochlorothiazid, Amlodipin, Glibenclamid.

Hydrochlorothiazid

Arzneimittel mit Einfluss auf Serum-Kalium- oder Magnesiumspiegel: Kalium- und/oder

Magnesiumverluste können bei gleichzeitiger Gabe von Hydrochlorothiazid mit kaliuretischen

Diuretika (z.B. Furosemid), Glukokortikoiden, ACTH, Amphotericin B, Carbenoxolon, Penicillin G,

Salicylaten oder Antiarrhythmika verstärkt werden.

Herzglykoside (Digitalis): Eine durch Thiazide verursachte Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie

kann das Auftreten digitalisbedingter Arrhythmien begünstigen.

Skelettmuskelrelaxantien: Thiaziddiuretika, einschliesslich Hydrochlorothiazid, potenzieren die

Wirkung von Skelettmuskelrelaxantien vom Curaretyp.

Antidiabetika: Thiazide können die Glukosetoleranz stören. Eine Dosisanpassung von Insulin und

oralen Antidiabetika kann erforderlich sein.

Allopurinol: Die gleichzeitige Gabe von Thiaziddiuretika, einschliesslich Hydrochlorothiazid, kann

die Häufigkeit des Auftretens von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol erhöhen.

Amantadin: Die gleichzeitige Gabe von Thiazid-Diuretika einschliesslich Hydrochlorothiazid kann

das Risiko unerwünschter Wirkungen von Amantadin vergrössern.

Diazoxid: Thiazid-Diuretika können die hyperglykämische Wirkung von Diazoxid verstärken.

Antineoplastika (z.B. Cyclophosphamid, Methotrexat): Die gleichzeitige Gabe von Thiazid-Diuretika

kann die renale Ausscheidung zytotoxischer Arzneimittel verringern und ihre myelosuppressiven

Wirkungen steigern.

Anticholinergika: Die Bioverfügbarkeit von Thiaziddiuretika kann bei einer gleichzeitigen Gabe von

Anticholinergika (z.B. Atropin, Biperiden) erhöht werden, wahrscheinlich aufgrund einer

verringerten gastrointestinalen Motilität und einer Verzögerung der Magenentleerung. Umgekehrt

können prokinetische Arzneimittel wie beispielsweise Cisaprid die Bioverfügbarkeit von Thiazid-

Diuretika verringern.

Methyldopa: Bei gleichzeitiger Gabe von Methyldopa mit Hydrochlorothiazid wurden Einzelfälle

von hämolytischer Anämie beschrieben.

Ionenaustauscherharze: Die Absorption von Thiazid-Diuretika einschliesslich Hydrochlorothiazid

wird durch Cholestyramin oder Colestipol vermindert. Deswegen sollte die Gabe von

Hydrochlorothiazid und dem Ionenaustauscherharz zeitversetzt erfolgen. Dabei sollte das

Zeitintervall möglichst gross gewählt werden, um die Interaktionen zu minimieren.

Vitamin D: Bei gleichzeitiger Anwendung von Thiaziddiuretika, einschliesslich Hydrochlorothiazid,

mit Vitamin D oder Kalziumsalzen kann es zu einem verstärkten Anstieg des Serumkalziumspiegels

kommen.

Ciclosporin: Durch die gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin wird möglicherweise das Risiko

einer Hyperurikämie erhöht und es können Symptome einer Gicht auftreten.

Kalziumsalze: Durch die Erhöhung der tubulären Rückresorption von Kalzium kann die gleichzeitige

Anwendung von thiazidartigen Diuretika zu Hyperkalzämie führen.

Arzneimittel mit Einfluss auf den Serum-Natriumspiegel: Die hyponatriämische Wirkung von

Diuretika kann durch die gleichzeitige Verabreichung von Arzneimitteln wie Antidepressiva,

Antipsychotika, Antiepileptika etc. verstärkt werden. Beim Langzeitgebrauch dieser Arzneimittel ist

Vorsicht geboten.

Alkohol, Barbiturate oder Narkotika: Die gleichzeitige Verabreichung von Thiazid-Diuretika mit

Alkohol, Barbituraten oder Narkotika kann eine orthostatische Hypotonie verstärken.

Blutdrucksteigernde Amine: Hydrochlorothiazid kann das Ansprechen auf blutdrucksteigernde

Amine wie beispielsweise Noradrenalin reduzieren. Die klinische Relevanz dieser Wirkung reicht

jedoch für einen Ausschluss ihrer Anwendung nicht aus.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Co-Diovan wirkt direkt auf die RAAS, deshalb darf Co-Diovan während der Schwangerschaft oder

von Frauen, die planen schwanger zu werden, nicht eingenommen werden (s. «Kontraindikationen»).

Fachpersonen, welche Arzneimittel verschreiben, die auf das RAAS wirken, sollten Frauen im

gebärfähigen Alter über das potentielle Risiko dieser Arzneimittel während der Schwangerschaft

informieren.

Aufgrund des Wirkungsmechanismus von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten kann ein Risiko für

den Embryo und Fötus nicht ausgeschlossen werden. Anhand retrospektiver Daten wurde die

Anwendung von ACE-Hemmern im 1. Trimenon mit einem potentiellen Risiko von Geburtsschäden

assoziiert. Für Arzneimittel, die direkt auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS)

wirken, sind zudem Schädigung und Tod der Föten nach Gabe während des 2. und 3. Trimenons

beschrieben worden. Beim Menschen beginnt die fötale Nierenperfusion, welche von der

Entwicklung des RAAS abhängig ist, im 2. Trimenon. Demzufolge nimmt das Risiko einer

Behandlung mit Valsartan während der Schwangerschaft im 2. und 3. Trimenon zu. Es wurde über

Spontanaborte, Oligohydramnion und neonatale Nierenfunktionsstörungen berichtet, wenn

schwangere Frauen versehentlich Valsartan eingenommen hatten.

Alle Neugeborenen sollen nach Exposition in utero sorgfältig auf genügende Harnausscheidung,

Hyperkaliämie und Blutdruck untersucht werden. Nötigenfalls müssen angebrachte medizinische

Massnahmen ergriffen werden, wie z.B. Rehydrierung, um das Arzneimittel aus dem Kreislauf zu

entfernen.

Die Exposition gegenüber Thiaziddiuretika, einschliesslich Hydrochlorothiazid, in utero kann einen

fötalen oder neonatalen Ikterus oder eine Thrombozytopenie verursachen und ist möglicherweise mit

anderen Nebenwirkungen verbunden, als beim Erwachsenen bekannt.

Wird im Verlauf der Behandlung eine Schwangerschaft festgestellt, ist Co-Diovan abzusetzen.

Stillzeit

Im Tierversuch (Ratten) trat Valsartan in die Milch über. Hydrochlorothiazid passiert die Plazenta

und geht in die Muttermilch über. Untersuchungen bei Frauen während der Stillzeit liegen nicht vor,

weshalb während der Stillzeit nicht mit Co-Diovan behandelt werden sollte.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wie andere Antihypertonika kann Co-Diovan die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die

Fähigkeit, Werkzeuge und Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Es wird zur Vorsicht geraten.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in 5 kontrollierten klinischen Prüfungen mit 7616

Patienten beobachtet, wovon 4372 Patienten Valsartan in Kombination mit Hydrochlorothiazid

erhielten.

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1'000, «selten»

(<1/1'000, >1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000), «nicht bekannt» (kann mittels der verfügbaren

Daten nicht beurteilt werden).

Infektionen

Gelegentlich: Virusinfektionen, Fieber.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Dehydration.

Nicht bekannt: Hypokaliämie, Hyponaträmie.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Benommenheit.

Gelegentlich: Asthenie, Schwindel, Schlaflosigkeit, Angstzustände, Parästhesie.

Selten: Depression.

Nicht bekannt: Synkope.

Augen

Gelegentlich: Sehstörungen.

Selten: Konjunktivitis.

Ohr und Innenohr

Gelegentlich: Mittelohrentzündung, Tinnitus.

Herz

Gelegentlich: Herzklopfen, Tachykardie.

Gefässe

Gelegentlich: Oedeme, Hypotonie, Hyperhidrose.

Atmungsorgane

Häufig: Husten, Rhinitis, Pharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege.

Gelegentlich: Bronchitis, Dyspnoe, Sinusitis, pharyngolaryngeale Schmerzen, Mundtrockenheit.

Sehr selten: Nasenbluten.

Nicht bekannt: Nicht-kardiales Lungenödem.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Durchfall.

Gelegentlich: Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Gastroenteritis.

Muskelskelettsystem

Häufig: Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen.

Gelegentlich: Schmerzen in Armen oder Beinen, Thoraxschmerzen, Nackenschmerzen, Arthritis,

Verstauchungen und Zerrungen, Muskelkrämpfe, Myalgie.

Nieren und Harnwege

Gelegentlich: häufiges Wasserlassen, Harnweginfekte.

Sehr selten: Nierenfunktionsstörungen.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: erektile Dysfunktion.

Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Müdigkeit.

Laborbefunde

Nicht bekannt: Neutropenie.

Eine Abnahme des Serumkaliums von mehr als 20% wurde bei 3.7% der mit Co-Diovan behandelten

Patienten und bei 3.1% der Patienten, die Plazebo erhielten, gesehen.

Eine Erhöhung des Kreatinins und eine Erhöhung des Stickstoffs aus Blut-Harnstoff (BUN) wurde

bei 1.9% resp. 14.7% der mit Co-Diovan behandelten Patienten und bei 0.4% resp. 6.3% der

Patienten, die in kontrollierten, klinischen Studien Plazebo erhielten, gesehen.

Die folgenden Ereignisse wurden ebenfalls in klinischen Studien bei Patienten mit Hypertonie

unabhängig ihres Kausalzusammenhangs mit der Studienmedikation beobachtet: Hypoästhesie,

Grippe, Schlaflosigkeit, Ligamentverrenkung, Muskelzerrung, Nasenverstopfung, Nasopharyngitis,

Nackenschmerzen, peripheres Oedem, Nebenhöhlenverstopfung.

Folgende Befunde sind im Zusammenhang mit der Valsartan-Monotherapie aufgetreten, wurden

unter Co-Diovan hingegen nicht beobachtet:

In seltenen Fällen kann die Behandlung mit Valsartan mit einem Abfall des Hämoglobins und des

Hämatokrits einhergehen. In kontrollierten klinischen Studien wurde eine signifikante Abnahme

(>20%) des Hämatokrits bei 0.8% und des Hämoglobins bei 0.4% der Patienten beobachtet.

Demgegenüber nahmen unter Placebo die Werte des Hämatokrits oder des Hämoglobins bei 0.1%

der Patienten ab.

Neutropenie wurde bei 1.9% der mit Valsartan behandelten Patienten und bei 1.6% der mit ACE-

Hemmern behandelten Patienten festgestellt.

In kontrollierten klinischen Studien wurden signifikante Erhöhungen der Blutkonzentrationen von

Kreatinin, Kalium und Gesamtbilirubin bei 0.8%, 4.4% bzw. 6% der mit Valsartan behandelten

Patienten und bei 1.6%, 6.4% bzw. 12.9% der mit einem ACE-Hemmer behandelten Patienten

beobachtet.

Gelegentlich wurde unter Valsartan eine Erhöhung der Leberfunktionswerte festgestellt.

Bei essentieller Hypertonie ist unter der Behandlung mit Valsartan keine spezielle Überwachung der

Laborwerte erforderlich.

Seit Markteinführung des Präparates wurde über das Auftreten von Synkope, über sehr seltene Fälle

von Angioödem, Rash, Pruritus sowie andere Überempfindlichkeitsreaktionen wie Serumkrankheit

und Vaskulitis berichtet. Sehr seltene Fälle von Nierenfunktionsstörungen wurden ebenfalls

beobachtet.

Mit unbekannter Häufigkeit wurde über Dermatitis bullous berichtet.

Valsartan

Andere unerwünschte Ereignisse, über die in klinischen Studien mit Valsartan unabhängig von einem

kausalen Zusammenhang berichtet wurde, waren:

Häufig: Gelenkschmerzen.

Gelegentlich: Oedeme, Asthenie, Schlaflosigkeit, Rash, verminderte Libido, Schwindel.

Selten: Gastroenteritis, Neuralgie.

Sehr selten: Thrombozytopenie, Herzrhythmusstörung, akutes Nierenversagen.

Ein Einzelfall eines Angioödems wurde beschrieben.

Hydrochlorothiazid

Blut- und Lymphsystem

Selten: Thrombozytopenie, vereinzelt mit Purpura.

Sehr selten: Leukopenie, Agranulozytose, Knochenmarkinsuffizienz, hämolytische Anämie.

Immunsystem

Sehr selten: Nekrotisierende Vaskulitis, Überempfindlichkeitsreaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypokaliämie, erhöhte Blutlipide.

Häufig: Hyponatriämie, Hypomagnesiämie und Hyperurikämie, Appetitmangel.

Selten: Hyperkalzämie, Hyperglykämie, Glykosurie, Verschlechterung der diabetischen

Stoffwechsellage.

Sehr selten: Hypochlorämische Alkalose.

Psychiatrische Störungen

Selten: Schlafstörungen.

Nervensystem

Selten: Kopfschmerzen, Schwindel oder Benommenheit, Depression und Parästhesien.

Augen

Selten: Visusstörungen, besonders in den ersten Behandlungswochen.

Herz

Selten: Herzrhythmusstörungen.

Gefässe

Häufig: Orthostatische Hypotonie, die durch Alkohol, Anästhetika oder Sedativa verstärkt werden

kann.

Atmungsorgane

Sehr selten: Atembeschwerden einschliesslich Pneumonitis und Lungenödem.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: leichte Übelkeit und Erbrechen.

Selten: Abdominalbeschwerden, Obstipation, Diarrhoe.

Sehr selten: Pankreatitis.

Leber und Galle

Selten: Cholestase oder Ikterus.

Haut

Häufig: Urtikaria und andere Formen von Hautausschlag.

Selten: Photosensibilisierung.

Sehr selten: toxisch epidermale Nekrolyse, Lupus erythematodes-ähnliche Reaktionen der Haut,

Reaktivierung eines kutanen Lupus erythematodes.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Impotenz.

Unerwünschte Wirkungen aus den Erfahrungen nach der Markteinführung

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden im Rahmen der Erfahrungen nach der

Markteinführung identifiziert. Da diese Wirkungen freiwillig von einer Population unbekannter

Grösse gemeldet werden, ist es nicht immer möglich, die Häufigkeit zuverlässig abzuschätzen.

Häufigkeit unbekannt: Akutes Nierenversagen, Nierenfunktionsstörung, aplastische Anämie,

Erythema multiforme, Pyrexie, Muskelspasmen, Schwächegefühl, akute Myopie und akutes

Winkelblockglaukom.

Überdosierung

Überdosierung mit Valsartan kann sich in einer ausgeprägten Hypotonie äussern, welche wiederum

zu Bewusstseinseinschränkung, Kreislaufkollaps und/oder Schock führen kann.

Ausserdem können die folgenden Anzeichen und Symptome aufgrund einer Überdosierung mit

Hydrochlorothiazid auftreten: Übelkeit, Schläfrigkeit, Hypovolämie, Elektrolytstörungen, verbunden

mit Arrhythmien und Muskelspasmen.

In allen Fällen einer Überdosierung sollten allgemeine unterstützende Massnahmen eingeleitet

werden. Dies kann eine engmaschige Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktion und Massnahmen

zu deren Stabilisierung umfassen.

Valsartan kann aufgrund der starken Plasmaproteinbindung durch Hämodialyse nicht entfernt

werden. Hydrochlorothiazid dagegen kann durch Dialyse entfernt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C09DA03

Valsartan

Das aktive Hormon des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) ist Angiotensin II, das

durch das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) aus Angiotensin I gebildet wird. Angiotensin II

bindet an spezifische Rezeptoren, die sich in den Zellmembranen verschiedener Gewebe befinden.

Es besitzt eine Vielzahl physiologischer Wirkungen, insbesondere beeinflusst es direkt und indirekt

die Regulierung des Blutdrucks. Angiotensin II ist ein starker Vasokonstriktor und hat eine direkte

pressorische Wirkung. Ausserdem fördert es die Natriumretention und stimuliert die Aldosteron-

Sekretion.

Valsartan ist ein oral wirksamer und spezifischer Angiotensin-II-Antagonist. Valsartan besitzt eine

selektive Wirkung auf den AT1-Rezeptor-Subtyp, der für die bekannten Effekte von Angiotensin II

verantwortlich ist. Die erhöhten Plasmaspiegel von Angiotensin II nach AT1-Rezeptor-Blockade

durch Valsartan können die freien AT2-Rezeptoren stimulieren. Dies scheint der Wirkung des AT1-

Rezeptors zusätzlich entgegenzuwirken. Valsartan übt keinerlei partiell agonistische Aktivität am

AT1-Rezeptor aus. Seine Affinität für den AT1-Rezeptor ist ungefähr 20'000-fach stärker als für den

AT2-Rezeptor.

Valsartan hemmt das ACE (= Kininase II), das Enzym, welches Angiotensin I zu Angiotensin II

konvertiert und Bradykinin abbaut, nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass Angiotensin-II-Antagonisten

Hustenreiz verursachen, da sie weder auf ACE wirken noch Bradykinin oder Substanz P verstärken.

In vergleichenden klinischen Studien mit Valsartan und einem ACE-Hemmer war die Häufigkeit von

trockenem Husten bei Patienten, die mit Valsartan behandelt wurden, signifikant geringer (p <0.05)

als bei denen, die mit einem ACE-Hemmer behandelt wurden (2.6% vs. 7.9%). In einer klinischen

Studie an Patienten, bei denen zuvor unter der Therapie mit einem ACE-Hemmer trockener Husten

aufgetreten war, kam es unter Valsartan bei 19.5%, unter einem Thiaziddiuretikum bei 19.0% und

unter einem ACE-Hemmer bei 68.5% der Patienten zu Husten (p <0.05). In kontrollierten klinischen

Studien betrug die Häufigkeit von Husten bei Patienten, die mit einer Kombination von Valsartan

und Hydrochlorothiazid behandelt wurden, 2.9%.

Valsartan hat keine Wirkung auf andere Hormonrezeptoren oder Ionenkanäle mit bekannter

Bedeutung für die kardiovaskuläre Regulation.

Valsartan senkt bei Patienten mit Hypertonie den Blutdruck, ohne die Pulsfrequenz zu beeinflussen.

Bei den meisten Patienten setzt die antihypertensive Wirkung innerhalb von 2 h nach Verabreichung

einer oralen Einzeldosis ein; die maximale Blutdrucksenkung wird nach 4-6 h erreicht. Die

antihypertensive Wirkung hält nach Einnahme über 24 h an. Die maximale Blutdrucksenkung wird

im Allgemeinen 2-4 Wochen nach Therapiebeginn erreicht und bei Langzeittherapie

aufrechterhalten. Die Kombination mit Hydrochlorothiazid führt zu einer signifikanten zusätzlichen

Blutdrucksenkung.

Absetzen von Valsartan führt zu keinem schnellen Blutdruckanstieg (Rebound) oder anderen

unerwünschten Ereignissen.

Valsartan verändert die Nüchternwerte von Gesamtcholesterin, Triglyceriden, Serumglukose oder

Harnsäurespiegel bei Hypertonikern nicht.

Hydrochlorothiazid

Der hauptsächliche Wirkort von Thiaziddiuretika ist der frühdistale Tubulus. Es konnte gezeigt

werden, dass sich in der Nierenrinde ein Rezeptor mit hoher Affinität befindet, der die primäre

Bindungsstelle und den Wirkort von Thiaziddiuretika, die den NaCl-Transport im frühdistalen

Tubulus hemmen, darstellt. Die Wirkung der Thiazide erfolgt durch Hemmung des Na+Cl--

Symports. Möglicherweise erfolgt durch eine kompetitive Besetzung der Cl--Bindungsstelle eine

Beeinflussung der Elektrolytreabsorption: Direkt kommt es dadurch zu einer Zunahme der

Ausscheidung von Natrium und Chlorid in äquivalenten Mengen. Indirekt kommt es zu einer

Reduktion des Plasmavolumens und nachfolgend zu einer Zunahme der Plasma-Renin-Aktivität,

einer Zunahme der Aldosteronsekretion, einer verstärkten Ausscheidung von Kalium und einer

verminderten Serumkalium-Konzentration.

Die Verbindung Renin-Aldosteron ist Angiotensin II vermittelt, so dass die gleichzeitige Gabe eines

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten dazu führt, den mit Thiaziden verbundenen Kaliumverlust zu

vermindern.

Pharmakokinetik

Valsartan

Absorption

Nach oraler Einnahme von Valsartan wird die Peak-Plasmakonzentration (Cmax) innerhalb von 2-4

Stunden erreicht. Die mittlere absolute Bioverfügbarkeit von Valsartan beträgt 23% (Streubereich 23

± 7). Im untersuchten Dosierungsbereich ist die Pharmakokinetik von Valsartan linear. Bei einmal

täglicher Einnahme akkumuliert Valsartan nur gering. Die Plasmakonzentrationen waren bei

Männern und Frauen ähnlich.

Durch die Einnahme während einer Mahlzeit wird die Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve

(AUC) von Valsartan um 48% und Cmax um 59% verringert. Allerdings sind die

Plasmakonzentrationen ab 8 h nach Einnahme von Valsartan nüchtern oder mit einer Mahlzeit

vergleichbar. Die Verringerung von AUC und Cmax bewirkt keine klinisch signifikante

Verminderung der therapeutischen Wirkung, so dass die Einnahme von Valsartan unabhängig von

einer Mahlzeit erfolgen kann.

Distribution

Valsartan wird stark (zu 94-97%) an Serumproteine, vor allem an Albumin, gebunden. Der Steady-

state wird innerhalb 1 Woche erreicht. Das Verteilungsvolumen im Steady-state nach intravenöser

Verabreichung von Valsartan beträgt ungefähr 17 l, was darauf hinweist, dass Valsartan sich nicht

extensiv in die Gewebe verteilt.

Verglichen mit der Leberdurchblutung (ungefähr 30 l/h) erfolgt die Plasma-Clearance relativ

langsam (ungefähr 2 l/h).

Metabolismus

Valsartan wird nicht in hohem Ausmass biologisch umgewandelt, da nur ungefähr 20% der Dosis als

Metaboliten wiedergefunden wird. Ein Hydroxymetabolit wurde im Plasma in tiefen

Konzentrationen identifiziert (weniger als 10% der Valsartan AUC). Dieser Metabolit ist

pharmakologisch inaktiv.

Elimination

Valsartan zeigt eine multiexponentielle Abbaukinetik (primäre Halbwertszeit <1 h und terminale

Halbwertszeit Beta etwa 9 h). Valsartan wird vorwiegend in die Faeces (ungefähr 83% der Dosis)

und in den Urin (ungefähr 13% der Dosis) ausgeschieden, hauptsächlich in unveränderter Form.

Nach intravenöser Gabe beträgt die Plasma-Clearance von Valsartan ungefähr 2 l/h und seine renale

Clearance 0.62 l/h (ungefähr 30% der Gesamtclearance). Die Halbwertszeit von Valsartan beträgt 6

Hydrochlorothiazid

Absorption

Nach oraler Gabe wird Hydrochlorothiazid schnell resorbiert (tmax ca. 2 h).

Innerhalb des therapeutischen Bereichs ist die Zunahme der mittleren AUC linear und proportional

zur Dosis. Die Einnahme zusammen mit Essen kann im Vergleich zum nüchternen Zustand sowohl

eine Zunahme als auch eine Abnahme der systemischen Verfügbarkeit von Hydrochlorothiazid

bewirken. Diese Einflüsse sind gering und haben wenig klinische Bedeutung.

Die absolute Bioverfügbarkeit von Hydrochlorothiazid beträgt nach oraler Gabe ca. 70%.

Distribution, Elimination

Verteilung und Elimination wurden weitgehend als eine bi-exponentiellen Kinetik beschrieben.

Das apparente Verteilungsvolumen beträgt 4-8 l/kg. Zirkulierendes Hydrochlorothiazid ist zu 40-

70% an Serumeiweiss gebunden, hauptsächlich Serumalbumin. Hydrochlorothiazid kumuliert in den

Erythrozyten mit ungefähr der 3fachen Konzentration wie im Plasma.

Hydrochlorothiazid wird hauptsächlich in unveränderter Form ausgeschieden. In der terminalen

Eliminationsphase wird Hydrochlorothiazid mit einer Halbwertszeit von durchschnittlich 6 bis 15 h

aus dem Plasma eliminiert. Die Kinetik von Hydrochlorothiazid ändert sich bei wiederholter Gabe

nicht, und bei einmal täglicher Gabe gibt es nur eine geringe Akkumulation.

Von der resorbierten Menge werden mehr als 95% unverändert über die Niere ausgeschieden.

Valsartan/Hydrochlorothiazid

Die systemische Verfügbarkeit von Hydrochlorothiazid wird bei gleichzeitiger Gabe mit Valsartan

um ca. 30% reduziert. Die Kinetik von Valsartan wird bei gleichzeitiger Gabe von

Hydrochlorothiazid nicht nennenswert beeinflusst. Die beobachtete Interaktion hat keinen Einfluss

auf die gemeinsame Anwendung von Valsartan und Hydrochlorothiazid, weil in kontrollierten

klinischen Studien eine deutliche blutdrucksenkende Wirkung gezeigt wurde, die grösser ist als jene

der Einzelsubstanzen.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Im Vergleich zu jüngeren Freiwilligen war bei einigen älteren Patienten (>65 Jahre) eine etwas

höhere systemische Verfügbarkeit von Valsartan zu beobachten, was sich jedoch als klinisch nicht

relevant erwies.

Im Vergleich zu jungen, ist bei älteren Patienten die Hydrochlorothiazid-Konzentration im Steady-

state höher und die systemische Clearance beträchtlich langsamer. Deshalb ist bei älteren Patienten,

die mit Hydrochlorothiazid behandelt werden, eine sorgfältige Überwachung angezeigt.

Patienten mit Nierenfunktionsstörung

Valsartan

Wie bei einer Substanz mit einer renalen Ausscheidung von nur 30% der Gesamtelimination aus dem

Plasma zu erwarten, wurde keine Korrelation zwischen der Nierenfunktion und der systemischen

Verfügbarkeit von Valsartan festgestellt. Folglich ist bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung keine

Dosisanpassung erforderlich (schwere Niereninsuffizienz s. «Kontraindikationen»). Mit Dialyse-

Patienten wurden keine Studien durchgeführt. Da aber Valsartan stark an Plasmaproteine gebunden

wird, ist eine Elimination durch Dialyse nicht zu erwarten.

Hydrochlorothiazid

Die renale Clearance von Hydrochlorothiazid erfolgt sowohl durch passive Filtration als auch durch

aktive Sekretion in den Tubulus. Wie für eine Substanz, die nahezu ausschliesslich über die Nieren

ausgeschieden wird zu erwarten, hat die Nierenfunktion einen wesentlichen Einfluss auf die Kinetik

von Hydrochlorothiazid (s. «Kontraindikationen»).

Bei Nierenfunktionsstörungen sind die mittleren Maximalkonzentrationen im Plasma und die AUC-

Werte von Hydrochlorothiazid erhöht und die Ausscheidung im Urin verringert. Infolge der deutlich

verringerten renalen Clearance ist bei Patienten mit leichter bis mässig starker Niereninsuffizienz die

mittlere Halbwertszeit der Elimination fast verdoppelt.

Hydrochlorothiazid kann durch Dialyse eliminiert werden.

Patienten mit Leberfunktionsstörung

In einer pharmakokinetischen Studie bei Patienten mit milder bis mässiger Leberfunktionsstörung

war die Konzentration an Valsartan verglichen mit gesunden Freiwilligen etwa um das Zweifache

erhöht. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine Daten vor (s.

«Kontraindikationen»).

Lebererkrankungen mit leichter bis mässiger Leberfunktionseinschränkung beeinflussen die

Pharmakokinetik von Hydrochlorothiazid im Allgemeinen nicht wesentlich.

Präklinische Daten

Valsartan:Hydrochlorothiazid

In unterschiedlichen präklinischen Studien an mehreren Tierarten gab es keine Ergebnisse, die darauf

hinwiesen, dass therapeutische Dosierungen von Valsartan:Hydrochlorothiazid bei Menschen nicht

angewendet werden sollten.

Valsartan

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität,

Karzinogenität und Fertilität, und abgesehen von Fötotoxizität bei Kaninchen, lassen die

präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Chronische Toxizität: In präklinischen Sicherheitsstudien wurden bei hohen Valsartan-Dosierungen

(200-600 mg/kg Körpergewicht/Tag) bei Ratten eine Reduzierung der Parameter der roten

Blutkörperchen (Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit) und Veränderungen der

Nierenhämodynamik (leicht erhöhte Harnstoffwerte im Blut sowie renale tubuläre Hyperplasie und

Basophilie bei männlichen Tieren) beobachtet. Diese Dosierungen bei Ratten (200 und 600

mg/kg/Tag) entsprechen der 6- und 18-fachen empfohlenen Dosierung für Menschen auf mg/m2-

Basis (die Berechnung basiert auf einer oral verabreichten Dosis von 320 mg/Tag und einem 60 kg

schweren Patienten). Bei Marmosetten und vergleichbaren Dosierungen waren die Veränderungen

ähnlich, aber schwerer. Das galt insbesondere für die Niere, wo die Veränderungen in eine

Nephropathie mit erhöhten Harnstoff- und Kreatininwerten mündeten. Weiterhin wurden bei beiden

Arten Hypertrophien der renalen juxtaglomerulären Zellen beobachtet. Alle Veränderungen wurden

vermutlich durch die pharmakologische Wirkung von Valsartan erzeugt, die insbesondere bei

Marmosetten persistierende Hypotonie verursacht. Bei therapeutischen Dosen für Menschen scheint

die Hypertrophie der renalen juxtaglomerulären Zellen nicht relevant zu sein.

Reproduktionstoxizität: Valsartan hatte keine unerwünschten Auswirkungen auf die reproduktive

Leistung von männlichen und weiblichen Ratten bei oral verabreichten Dosen bis zu 200 mg/kg/Tag.

Bei Studien zur embryofetalen Entwicklung (Segment II) bei Mäusen, Ratten und Kaninchen wurde

gemeinsam mit mütterlicher Toxizität für Valsarten-Dosierungen von 600 mg/kg/Tag bei Ratten und

von 10 mg/kg/Tag bei Kaninchen Fetotoxizität festgestellt. In einer Studie über die Toxizität für die

peri- und postnatale Entwicklung (Segment III) zeigten sich bei Nachkommen von Ratten, deren

Eltern 600 mg/kg/Tag im letzten Trimester und während der Laktation erhielten, eine leicht

verringerte Überlebensrate und ein leichter Entwicklungsverzug.

Mutagenität: In verschiedenen in vitro und in vivo Standardstudien zur Genotoxizität konnte für

Valsartan kein mutagenes Potenzial weder auf Gen- noch auf Chromosom-Ebene festgestellt werden.

Kanzerogenität: Bei der Verabreichung von Valsartan mit dem Futter in Dosierungen von bis zu 160

bzw. 200 mg/kg/Tag über 2 Jahre an Mäuse und Ratten ergaben sich keine Anhaltspunkte für eine

Kanzerogenität.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid wurde mit negativen Ergebnissen auf Mutagenität, Klastogenität,

Reproduktionsleistung und Kanzerogenität getestet.

Hydrochlorothiazid erwies sich nicht als teratogen und hatte keine Auswirkungen auf Fertilität und

Konzeption. Bei 3 untersuchten Tierarten, die mindestens die 10-Fache Dosis der für den Menschen

empfohlenen Dosis von ~1 mg/kg erhalten hatten, zeigte sich kein teratogenes Potenzial. Eine

verminderte Gewichtszunahme bei gesäugten Rattenjungen wurde der hohen Dosis (das 15-Fache

der Dosis für den Menschen) und dem diuretischen Effekt von Hydrochlorothiazid, mit den

entsprechenden Folgen auf die Milchproduktion, zugeschrieben.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Co-Diovan vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30 °C aufbewahren.

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

54470 (Swissmedic).

Packungen

Co-Diovan 80/12.5 Filmtabl 28 (Kalenderpackung) [B]

Co-Diovan 80/12.5 Filmtabl 98 (Kalenderpackung) [B]

Co-Diovan 160/12.5 Filmtabl 28 (Kalenderpackung) [B]

Co-Diovan 160/12.5 Filmtabl 98 (Kalenderpackung) [B]

Co-Diovan 160/25 Filmtabl 28 (Kalenderpackung) [B]

Co-Diovan 160/25 Filmtabl 98 (Kalenderpackung) [B]

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

September 2015.

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