Eprex 2000 U/mL Injektionslösung

Sveits - tysk - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Preparatomtale Preparatomtale (SPC)

05-02-2018

Aktiv ingrediens:
epoetinum alfa ADNr
Tilgjengelig fra:
Janssen-Cilag AG
ATC-kode:
B03XA01
INN (International Name):
epoetinum alfa ADNr
Legemiddelform:
Injektionslösung
Sammensetning:
epoetinum alfa ADNr 2000 U.I., natrii chloridum, natrii phosphates, glycinum, polysorbatum 80, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml.
Terapeutisk gruppe:
Biotechnologika
Terapeutisk område:
Stimulierung der Erythropoese
Autorisasjonsnummer:
49078
Autorisasjon dato:
1988-07-27

Dokumenter på andre språk

Informasjon til brukeren Informasjon til brukeren - fransk

06-02-2018

Preparatomtale Preparatomtale - fransk

06-02-2018

Informasjon til brukeren Informasjon til brukeren - italiensk

05-02-2018

Les hele dokumentet

Patienteninformation

Eprex®

Janssen-Cilag AG

Was ist Eprex und wann wird es angewendet?

Bei Eprex (Epoetin alfa) handelt es sich um ein gentechnologisch hergestelltes Präparat, das die

Bildung der roten Blutzellen anregt.

Eprex wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Korrektur von Blutarmut, verursacht

durch chronisches Nierenversagen oder durch die Behandlung einer Tumorerkrankung mit

bestimmten Arzneimitteln, eingesetzt.

Eprex kann von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin auch zur Erhöhung der Eigenblutspende vor einer

Operation verabreicht werden.

Wenn Sie an Blutarmut ohne Eisenmangel leiden und ein grosser orthopädischer Eingriff vorgesehen

ist, kann Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Eprex zur Verminderung von Fremdbluttransfusionen

verschreiben. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen gleichzeitig mit Beginn der Eprex-Behandlung ein

Eisenpräparat verschreiben oder empfehlen.

Eprex darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Die Fertigspritzen sind mit dem Protecs™ Sicherheitssystem ausgerüstet, welches hilft, Verletzungen

durch Nadelstiche nach Gebrauch der Fertigspritze zu verhindern.

Was sollte dazu beachtet werden?

Während der Behandlung mit Eprex muss der Blutdruck regelmässig kontrolliert werden. Bei allen

Patienten muss der Spiegel des roten Blutfarbstoffes (sog. Hämoglobin) vom Arzt/der Ärztin

engmaschig überwacht werden, da das Risiko für thromboembolische und kardiovaskuläre

Ereignisse mit tödlichem Ausgang erhöht sein kann, wenn für die Behandlung ein

Hämoglobinspiegel angestrebt wird, der über dem Zielbereich für die Indikation liegt. Das Risiko

kann bei Patienten, mit chronischer Nierenstörung, welche auf die Behandlung mit Eprex nicht gut

ansprechen, höher sein.

Wann darf Eprex nicht angewendet werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff von Eprex (gentechnologisch

hergestelltes menschliches Erythropoietin) oder einem anderen Inhaltsstoff sowie bei

unkontrolliertem Bluthochdruck darf Eprex nicht angewendet werden.

Patienten, welche aufgrund einer Behandlung mit einem Erythropoietin eine schwere Blutarmut

entwickelt haben (Erythroblastopenie), dürfen weder Eprex noch ein anderes Erythropoietin erhalten.

Bei Patienten, bei denen eine grössere Operation geplant ist und die nicht an einem

Eigenblutspendeprogramm teilnehmen, darf Eprex nicht eingesetzt werden im Falle von: schwerer

Durchblutungsstörung des Herzens (koronare Herzkrankheit), der Arterien der Beine bzw. der Arme

(periphere arterielle Verschlusskrankheit), der Halsgefässe (vaskuläre Erkrankung der Karotiden)

oder des Gehirns (zerebrovaskuläre Erkrankung) sowie bei vor kurzem eingetretenem Herzinfarkt

oder Schlaganfall (zerebrovaskuläres Ereignis). Eprex darf nicht bei Patienten mit einer

Vorgeschichte von thrombo-embolischen Ereignissen (Blutgefässverschluss durch Gerinnsel)

eingesetzt werden.

Patienten, die im Zusammenhang mit chirurgischen Eingriffen keine angemessene Behandlung zur

Vorbeugung einer Blutpfropfbildung (Thrombose-Prophylaxe) erhalten können, dürfen nicht mit

Eprex behandelt werden.

Wann ist bei der Anwendung von Eprex Vorsicht geboten?

Die Anwendung bei Kindern ist nicht untersucht worden.

Bei allen Patienten, die mit Eprex behandelt werden, muss der Blutdruck engmaschig überwacht und

gegebenenfalls behandelt werden. Eprex sollte bei unbehandeltem, unzureichend behandeltem oder

schlecht kontrollierbarem Bluthochdruck nur mit Vorsicht angewendet werden. Eine zusätzliche oder

verstärkte blutdrucksenkende Therapie kann notwendig sein. Es ist besonders auf das Auftreten von

ungewohnten Kopfschmerzen oder auf eine Häufung von Kopfschmerzen als mögliches Warnsignal

zu achten. Ist der Blutdruck nicht kontrollierbar, muss die Eprex Behandlung abgebrochen werden.

Bei Patienten mit chronischem Nierenleiden kann es vorkommen, dass bei zu rascher Vermehrung

der roten Blutkörperchen der Blutdruck ansteigt. Während der Korrektur der Blutarmut kann es bei

diesen Patienten zu gesteigertem Appetit kommen. Falls Ihr Appetit zunimmt, informieren Sie Ihren

Arzt oder Ihre Ärztin, evtl. muss Ihre Diät oder Dialyse geändert werden.

Eprex sollte bei Patienten mit Epilepsie, epileptischen Anfällen in der Vorgeschichte oder bei

Erkrankungen, die mit einer Veranlagung für epileptische Anfälle in Verbindung stehen, wie ZNS-

Infektionen und Hirnmetastasen nur mit Vorsicht angewendet werden.

Eprex sollte bei Patienten mit chronischer Leberfunktionsstörung nur mit Vorsicht angewendet

werden. Die Sicherheit von Eprex wurde bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen nicht untersucht.

Aufgrund des verminderten Stoffwechsels können Patienten mit Leberfunktionsstörungen eine

verstärkte Bildung roter Blutkörperchen unter Eprex aufweisen.

In seltenen Fällen wurden von Patienten Monate bis Jahre nach Beginn der Behandlung über eine

ungenügende Bildung von roten Blutkörperchen berichtet, was zu einer Verstärkung der Blutarmut

führte. Wenn Sie sich plötzlich sehr müde oder schwindlig fühlen oder an Kurzatmigkeit leiden,

sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann

entscheiden, ob Eprex bei Ihnen nicht richtig wirkt und er wird die Therapie gegebenenfalls beenden.

Bei einigen Patientinnen mit Nierenschädigung setzte die Menstruation nach einer Therapie mit

Epoetin alfa wieder ein, was eine Schwangerschaft möglich macht. Besprechen Sie in einem solchen

Fall mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin die Notwendigkeit einer Kontrazeption.

Sehr selten wurde bei Patienten mit chronischer Nierenschädigung unter Epoetin alfa Behandlung

eine Verschlimmerung der bestehenden Porphyrie (Störung der Bildung von Blutfarbstoff)

beobachtet. Die Anwendung von Epoetin alfa sollte bei diesen Patienten nur mit Vorsicht erfolgen.

Wenn Sie eine Hämodialyse erhalten, können sich an folgenden Orten Blutpfropfen bilden:

·in Ihrem Dialyse Shunt. Dies ist wahrscheinlicher, wenn Sie einen tiefen Blutdruck haben oder

wenn sich Komplikationen mit Ihrer Fistula ergeben.

·im Hämodialyse-System. Ihr Arzt/resp. Ihre Ärztin könnte entscheiden, dass Ihre Heparin-Dosis

während der Dialyse erhöht wird.

Erythropoese-stimulierende Produkte sind Wachstumsfaktoren, welche in erster Linie die Produktion

roter Blutzellen stimulieren. Erythropoetin-Rezeptoren können auf der Oberfläche verschiedenster

Tumorzellen gebildet werden. Wie bei allen Wachstumsfaktoren gibt es Bedenken, dass

erythropoese-stimulierende Produkte das Tumorwachstum stimulieren könnten. Bitte diskutieren Sie

dies mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.

Aufgrund des erhöhten Risikos für Bluthochdruck während der Anfangsphase der Epoetin alfa

Behandlung sollten Patienten mit chronischer Nierenschädigung vorsichtig sein beim Ausführen von

potentiell gefährlichen Aktivitäten, wie Autofahren oder Bedienen von Maschinen, bis sie auf die

optimale Erhaltungsdosis von Epoetin alfa eingestellt sind.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an andern

Krankheiten (v.a. Bluthochdruck, Krampfanfällen, chronischer Leberfunktionsstörung oder

Gefässverschlusskrankheiten) leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch

selbstgekaufte!) einnehmen.

Darf Eprex während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Es ist nicht bekannt, ob Eprex bei Verabreichung während der Schwangerschaft oder Stillzeit

schädigende Wirkung auf das ungeborene Kind oder den Säugling hat. Teilen Sie Ihrem Arzt oder

Ihrer Ärztin mit, wenn Sie schwanger sind, es werden möchten oder stillen.

Wie verwenden Sie Eprex?

Je nach Empfehlung des Arztes oder der Ärztin wird Eprex einmal oder mehrmals pro Woche

verabreicht. Die individuelle Dosierung, die Dauer der Therapie und der Verabreichungsweg (Gabe

direkt in die Blutbahn oder unter die Haut) wird vom behandelnden Arzt resp. der behandelnden

Ärztin vorgeschrieben.

Bei Patienten mit chronischem Nierenleiden sollte die Verabreichung von Eprex vorzugsweise in die

Vene (intravenös) oder über einen intravenösen Zugang erfolgen. Ist dies nicht möglich, kann Ihr

Arzt oder Ihre Ärztin entscheiden, dass Eprex unter die Haut (subkutan) gespritzt werden soll.

Wenn Sie sich Eprex selber unter die Haut spritzen, ändern Sie nicht von sich aus die

vorgeschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so

sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Anleitung zur subkutanen Selbstinjektion für Patienten:

Versuchen Sie nicht, die Injektion selbst zu machen, bevor sie durch Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder eine

Pflegeperson darin geschult wurden.

Falls Eprex unter die Haut (subkutan) injiziert wird, beträgt das injizierte Volumen üblicherweise

nicht mehr als einen Milliliter (1 ml) in einer einzelnen Injektion.

Eprex wird alleine, ohne Beimischung anderer zur Injektion bestimmter Flüssigkeiten, verabreicht.

Schütteln Sie die Eprex Spritzen nicht. Längeres heftiges Schütteln kann das Produkt beschädigen.

Wenn es heftig geschüttelt wurde, verwenden Sie das Produkt nicht.

Durchführung der Selbstinjektion (gilt bei der Verwendung von Fertigspritzen):

Die Fertigspritzen sind mit dem Nadelschutz Protecs™ versehen, um dafür zu sorgen, dass

Nadelstichverletzungen nach der Anwendung verhindert werden. Dies wird auf der Packung

angegeben.

Die Abbildung zeigt wie die Fertigspritze aussieht.

·Nehmen Sie die Fertigspritze 30 Minuten vor dem Gebrauch aus dem Kühlschrank, damit sie

Raumtemperatur annehmen kann. Entfernen Sie während der Zeit bis zum Erreichen der

Raumtemperatur nicht die Nadelkappe von der Spritze.

·Prüfen Sie, dass Sie die verschriebene Dosierungsstärke haben, das Arzneimittel nicht abgelaufen

ist, die Packung unversehrt ist und weder Schwebepartikel in der Lösung noch Farbveränderungen

vorhanden sind.

·Stellen Sie das Material (Fertigspritze, Alkoholtupfer, Pflaster) bereit.

·Wählen Sie eine Stelle für die Injektion: Bauch (jedoch nicht in der Nähe des Bauchnabels) oder

Oberschenkel. Wechseln Sie die Injektionsstelle täglich.

·Waschen Sie Ihre Hände. Desinfizieren Sie die Injektionsstelle mit einem antiseptischen Tupfer.

·Fassen Sie die Fertigspritze am Spritzenkörper mit der bedeckten Nadel aufwärts zeigend an.

·Fassen Sie die Spritze nicht am Kolbenkopf, am Kolben, an den Nadelschutzflügeln oder der

Nadelhülle an.

·Ziehen Sie niemals am Kolben.

·Entfernen Sie die Nadelkappe erst von der Fertigspritze wenn Sie bereit sind Eprex zu injizieren.

·Nehmen Sie die Nadelkappe von der Spritze ab indem Sie den Spritzenkörper halten und die

Nadelkappe vorsichtig abziehen ohne die Spritze zu verdrehen; Drücken Sie nicht am Kolben,

berühren Sie nicht die Nadel oder schütteln Sie nicht die Spritze.

·Berühren Sie nicht die Klammern zur Aktivierung der Nadelhülle (siehe Sternchen * in der

Abbildung), damit die Nadel nicht vorzeitig vom Nadelschutz umhüllt wird.

·Bilden Sie mit Zeigefinger und Daumen eine Hautfalte. Drücken Sie nicht zu fest.

·Stechen Sie die Nadel in die Hautfalte komplett ein gemäss Anleitung des Pflegepersonals.

·Spritzeninhalt injizieren: Kolben mit dem Daumen langsam vollständig runterdrücken, bis die

gesamte Flüssigkeit injiziert ist. Drücken Sie langsam und gleichmässig, wobei Sie die Hautfalte

weiter gedrückt halten. Das Protecs™ Sicherheitssystem wird erst aktiviert, wenn der gesamte

Spritzeninhalt injiziert ist. Sie hören wahrscheinlich einen Klick, wenn der Nadelschutz Protecs™

aktiviert wurde.

·Wenn der Kolben vollständig hineingedrückt ist, ziehen Sie Spritze heraus und drücken einen

Tupfer auf die Einstichstelle, bis es nicht mehr blutet.

·Nehmen Sie Ihren Daumen langsam von dem Kolben. Sobald der Daumen vom Kolben genommen

wird, wird das Sicherheitssystem aktiviert und die Nadel wird vollständig von der Schutzkappe

umschlossen.

·Entsorgen Sie die gebrauchte Spritze in einem verschliessbaren Glas- oder Plastikbehälter.

Welche Nebenwirkungen kann Eprex haben?

Die häufigste unerwünschte Wirkung während der Behandlung mit Eprex ist ein dosisabhängiger

Anstieg des Blutdruckes oder eine Verschlimmerung eines bereits bestehenden Bluthochdruckes. Der

Blutdruck sollte, speziell zu Beginn der Behandlung, überwacht werden. Die häufigsten

Nebenwirkungen, die in den klinischen Studien mit Eprex berichtet wurden sind: Durchfall,

Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Kopfschmerzen. Grippe-ähnliche Symptome können insbesondere

zu Beginn der Behandlung auftreten.

Eine erhöhte Häufigkeit thromboembolischer Ereignisse (Gefässverschlüsse) wurde bei Patienten

unter der Behandlung mit erythropoese-stimulierenden Produkten beobachtet.

Überempfindlichkeitsreaktionen, einschliesslich Fälle von Hautausschlag (einschliesslich Urtikaria),

anaphylaktische Reaktionen und Angioödem wurden berichtet.

Bluthochdruck Krisen mit krankhafter Veränderung des Gehirns (Enzephalopathie) und

Krampfanfällen, die eine sofortige ärztliche Versorgung und intensivmedizinische Behandlung

erforderten, traten unter Behandlung mit Epoetin-alfa auch bei Patienten mit zuvor normalem oder

niedrigem Blutdruck auf. Als mögliches Warnsignal sollte besonders auf plötzlich auftretende

stechende migräneartige Kopfschmerzen geachtet werden.

Bei Patienten mit chronischem Nierenleiden und unter Hämodialyse wurde über Verschluss von

Gefässzugängen (Fisteln) berichtet.

Bei Patienten mit chronischem Nierenleiden wurde in seltenen Fällen Monate bis Jahre nach der

Behandlung mit Eprex oder anderen Erythropoietinen über eine ungenügende Bildung von roten

Blutkörperchen im Knochenmark berichtet (Erythroblastopenie). Dies kann zu einer schweren

Blutarmut führen. Der Grund für diese Blutarmut bei Patienten, welche Erythropoietin-Produkte

verwenden, ist nicht bekannt. Die Berichte zur Erythroblastopenie betrafen Patienten mit

chronischem Nierenleiden, bei welchen das Erythropoietin unter die Haut gespritzt wurde. Eprex soll

in dieser Patientengruppe vorzugsweise intravenös verabreicht werden. Obwohl dies eine seltene

Komplikation ist, müsste in diesem Fall die Therapie mit Erythropoietin gestoppt und die Anämie

gegebenenfalls mit Bluttransfusionen behandelt werden.

Unabhängig von der Behandlung mit Eprex kann es bei chirurgischen Patienten mit Herz-

Kreislauferkrankungen nach wiederholten Blutspenden zu Gefässverschlüssen und

Gefässveränderungen (thrombotische und vaskuläre Ereignisse) kommen.

Wenn solche Reaktionen auftreten, soll die Behandlung sofort unterbrochen und der Arzt, Apotheker

bzw. die Ärztin oder Apothekerin informiert werden. Weitere Nebenwirkungen, die in den klinischen

Studien mit Eprex berichtet wurden sind: Husten, Kongestion der Atemwege, Gelenkschmerzen,

Muskelschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten, Schüttelfrost, Reaktionen an der

Applikationsstelle, Fieber und periphere Wasseransammlungen (Ödeme).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Ihre Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Im Spital müssen die Fertigspritzen ungeöffnet im Kühlschrank bei einer Temperatur von 2–8 °C

aufbewahrt und vor Licht geschützt gelagert werden. Wenn Sie Eprex zuhause benutzen, müssen Sie

unbedingt darauf achten, dass Sie es in der Originalverpackung im Kühlschrank, aber nicht im

Gefrierfach aufbewahren.

Eprex darf unter keinen Umständen eingefroren werden.

Nehmen Sie die Fertigspritze 30 Minuten vor Gebrauch aus dem Kühlschrank und lassen sie stehen,

damit die Lösung Raumtemperatur annehmen kann. Eprex Fertigspritzen, welche für die

unmittelbare Verwendung bestimmt sind, können einmalig für maximal 7 Tage bei Raumtemperatur

(nicht über 25 °C!) aufbewahrt werden.

Eprex darf nicht geschüttelt und muss lichtgeschützt gelagert werden.

Verwenden Sie Eprex nicht mehr, wenn diese Lagerhinweise nicht eingehalten wurden.

Das Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Eprex enthalten?

Eprex enthält als Wirkstoff rekombinantes humanes Erythropoietin in steriler Zubereitung zur

intravenösen oder subkutanen Anwendung. Die Fertigspritzen enthalten als Hilfsstoffe zur

Stabilisation Polysorbat 80 und Glycin und als weitere Hilfsstoffe: Natriumchlorid,

Natriumphosphat, Natriumdiphosphat und Wasser für Injektionszwecke.

Fertigspritzen mit Sicherheitssystem Protecs™

Eprex 1000 U/0.5 ml enthält 1000 Einheiten (8,4 µg) rekombinantes menschliches Erythropoietin.

Eprex 2000 U/0.5 ml enthält 2000 Einheiten (16,8 µg) rekombinantes menschliches Erythropoietin.

Eprex 3000 U/0.3 ml enthält 3000 Einheiten (25,2 µg) rekombinantes menschliches Erythropoietin.

Eprex 4000 U/0.4 ml enthält 4000 Einheiten (33,6 µg) rekombinantes menschliches Erythropoietin.

Eprex 5000 U/0.5 ml enthält 5000 Einheiten (42,0 µg) rekombinantes menschliches Erythropoietin.

Eprex 6000 U/0.6 ml enthält 6000 Einheiten (50,4 µg) rekombinantes menschliches Erythropoietin.

Eprex 8000 U/0.8 ml enthält 8000 Einheiten (67,2 µg) rekombinantes menschliches Erythropoietin.

Eprex 10000 U/1.0 ml enthält 10'000 Einheiten (84,0 µg) rekombinantes menschliches

Erythropoietin.

Eprex 20000 U/0.5 ml enthält 20'000 Einheiten (168,0 µg) rekombinantes menschliches

Erythropoietin.

Eprex 30000 U/0.75 ml enthält 30'000 Einheiten (252,0 µg) rekombinantes menschliches

Erythropoietin.

Eprex 40000 U/1.0 ml enthält 40'000 Einheiten (336,0 µg) rekombinantes menschliches

Erythropoietin.

Zulassungsnummer

49078 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Eprex? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Fertigspritzen mit Sicherheitssystem Protecs™ Packungen zu

Eprex Protects Inj Lös 1000 IE Fertigspr 6× 0,5 ml. (A)

Eprex Protects Inj Lös 2000 IE Fertigspr 6× 0,5 ml. (A)

Eprex Protects Inj Lös 3000 IE Fertigspr 6× 0,3 ml. (A)

Eprex Protects Inj Lös 4000 IE Fertigspr 6× 0,4 ml. (A)

Eprex Protects Inj Lös 5000 IE Fertigspr 6× 0,5 ml. (A)

Eprex Protects Inj Lös 6000 IE Fertigspr 6× 0,6 ml (A)

Eprex Protects Inj Lös 8000 IE Fertigspr 6× 0,8 ml (A)

Eprex Protects Inj Lös 10000 IE Fertigspr 6× 1,0 ml (A)

Eprex Protects Inj Lös 20000 IE Fertigspr 1× 0,5 ml (A)

Eprex Protects Inj Lös 30000 IE Fertigspr 1× 0,75 ml und 4× 0,75 ml (A)

Eprex Protects Inj Lös 40000 IE Fertigspr 1× 1,0 ml und 4× 1,0 ml (A)

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Diese Packungsbeilage wurde im März 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Les hele dokumentet

Fachinformation

Eprex®

Janssen-Cilag AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Epoetinum alfa ADNr.

Hilfsstoffe: Polysorbat 80 (kann aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt sein), Glycin,

Natriumchlorid, Natriumphosphat, Natriumdiphosphat, Wasser ad Inj.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung

Fertigspritzen mit Sicherheitssystem (Protecs™)

Epoetinum alfa ADNr.

1'000 IE/0,5 ml, (8,4 µg/0,5 ml).

2'000 IE/0,5 ml, (16,8 µg/0,5 ml).

3'000 IE/0,3 ml, (25,2 µg/0,3 ml).

4'000 IE/0,4 ml, (33,6 µg/0,4 ml).

5'000 IE/0,5 ml, (42,0 µg/0,5 ml).

6'000 IE/0,6 ml, (50,4 µg/0,6 ml).

8'000 IE/0,8 ml, (67,2 µg/0,8 ml).

10'000 IE/1,0 ml, (84,0 µg/1,0 ml).

20'000 IE/0,5 ml, (168,0 µg/0,5 ml).

30'000 IE/0,75 ml, (252,0 µg/0,75 ml).

40'000 IE/1,0 ml, (336,0 µg/1,0 ml).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Anämie bei chronischer Niereninsuffizienz

Symptomatische, bluttransfusionsbedürftige, chronische Anämie bei chronischer, fortgeschrittener

Niereninsuffizienz (Prädialyse- und Dialysepatienten).

Tumorpatienten

Behandlung der symptomatischen Anämie und Reduktion des Transfusionsbedarfs bei erwachsenen

Tumorpatienten mit einem Hämoglobinwert von <10,5 g/dl, bei welchen eine Chemotherapie über

eine Mindestdauer von 2 Monaten vorgesehen ist.

Bei nicht platinhaltiger Chemotherapie wurde in den klinischen Studien die Behandlung mit Eprex

im Allgemeinen nach 2–3 Zyklen Chemotherapie begonnen (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Präoperativ zur Vermeidung von Fremdbluttransfusionen

Stimulierung der Erythropoese vor einem grossen orthopädischen Eingriff zur Reduktion von

allogenen Bluttransfusionen und zur Korrektur einer postoperativen Anämie bei Erwachsenen ohne

Eisenmangel. Die Behandlung mit Eprex sollte nur bei Patienten mit mittelschwerer Anämie (Hb 10–

13 g/dl) und einem erwarteten Blutverlust von 900–1800 ml durchgeführt werden.

Präoperativ mit Eigenblutspende

Stimulierung der Erythropoese zwecks Erhöhung der Eigenblutspenden und Beschränkung des

Hämoglobinabfalls bei erwachsenen Patienten, die für grössere Wahloperationen vorgesehen sind

und die erwartungsgemäss nicht die erforderliche Anzahl Einheiten Eigenblut spenden können.

Die Behandlung mit Eprex sollte nur bei Patienten ohne Eisenmangel mit mittelschwerer Anämie

(Hb 10–13 g/dl) durchgeführt werden, falls blutgewinnende Massnahmen nicht verfügbar oder

unzureichend sind, und der geplante operative Eingriff einen grossen Blutvolumenersatz fordert (4

oder mehr Einheiten Blut bei Frauen; 5 oder mehr Einheiten Blut bei Männern).

Anwendungsbeispiele: Niedrige Hämoglobinwerte, Eigenblutbedarf ≥5 Einheiten, kurze präoperative

Vorbereitungszeit.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

1. Chronische Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz bei denen ein intravenöser Zugang routinemässig

verfügbar ist (Hämodialysepatienten), soll die Verabreichung intravenös erfolgen. Die Gabe soll über

1–5 Minuten erfolgen (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). In den Fällen, in denen ein

intravenöser Zugang nicht leicht verfügbar ist (noch nicht dialysepflichtige Patienten,

Peritonealdialysepatienten) kann Eprex subkutan verabreicht werden.

Die Hämoglobin-Zielkonzentration liegt zwischen 10 und 12 g/dl (6,2–7,5 mmol/l).

Initialbehandlung: Zu Beginn der Behandlung empfiehlt sich folgende Dosierung: 3-mal wöchentlich

50 IE/kg Körpergewicht.

Die Weiterbehandlung richtet sich nach dem Ansprechen des Patienten, das durchschnittlich bei

einem Hämoglobinanstieg von unter 2 g/dl/Monat (1,25 mmol/l/Monat) liegt. Falls erforderlich,

sollte die Dosierung in 4-wöchigem Intervall um 25 IE/kg Körpergewicht erhöht werden, d.h. nach

4-wöchiger Initialbehandlung Übergang auf 3-mal wöchentlich 75 IE/kg Körpergewicht bis zum

Erreichen eines optimalen Hämoglobinwertes von 10–12 g/dl (6,2–7,5 mmol/l; Hämatokrit 0,30–

0,35 vol/vol).

Falls das Hämoglobin unter der Behandlung mit 3-mal wöchentlich 50 IE/kg Körpergewicht über 2

g/dl/Monat (1,25 mmol/l/Monat) ansteigt, ist eine Dosisanpassung durch Weglassen von einer

Injektion pro Woche vorzunehmen.

Der optimale Hämoglobinwert bleibt der Entscheidung des behandelnden Arztes vorbehalten; er liegt

im Rahmen dieser Therapie nach bisherigen Erfahrungen bei 10–12 g/dl (6,2–7,5 mmol/l;

Hämatokrit 0,30–0,35 vol/vol).

Bei Patienten mit chronischem Nierenversagen sollte bei Erhaltungstherapie die Obergrenze der

Hämoglobin-Zielkonzentration nicht überschritten werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Dauerbehandlung: Erfahrungsgemäss benötigen Patienten mit einem Ausgangs-Hämoglobinwert

unter 6 g/dl (3,7 mmol/l) höhere Erhaltungsdosen als solche, die einen Anfangs-Hämoglobinwert

über 8 g/dl (5,0 mmol/l) haben.

Bei Patienten mit einem Anfangs-Hämoglobinwert über 8 g/dl (5,0 mmol/l) liegt die wöchentliche

Erhaltungsdosis im Allgemeinen bei 100 IE/kg Körpergewicht oder leicht darüber.

Der Eisen-Status sollte sowohl vor als auch während der Behandlung kontrolliert werden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Bei gleichzeitiger Verabreichung von Eisen ist

gegebenenfalls die Dosierung von Eprex zu reduzieren, um einen zu raschen und zu starken Anstieg

des Hämoglobins zu verhindern.

Bei erwachsenen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz:

Patienten sollten engmaschig überwacht werden, um sicherzustellen, dass die niedrigste zugelassene

wirksame Dosis von Eprex angewandt wird, um die Symptome der Anämie adäquat zu kontrollieren

und dabei einen Hämoglobinwert unter oder gleich 12 g/dl (7,5 mmol/l) einzuhalten. Eprex-

Dosissteigerungen bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sollten mit Vorsicht erfolgen.

Bei Patienten mit schlechtem Ansprechen des Hämoglobinwerts auf Eprex sollten verschiedene

Ursachen für das schlechte Ansprechen abgeklärt werden (siehe Abschnitt «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Eigenschaften/Wirkungen»).

Bei erwachsenen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, die dialyse-pflichtig ist:

Zur Aufrechterhaltung eines optimalen Hämoglobinwertes von 10–12 g/dl (6,2–7,5 mmol/l;

Hämatokrit 0,30–0,35 vol/vol) genügt im allgemeinen eine Weiterbehandlung mit einer

wöchentlichen Erhaltungsdosis, die im Durchschnitt bei 100–300 IE/kg Körpergewicht liegt, verteilt

auf 2 oder 3 Einzelgaben.

Bei erwachsenen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, die noch nicht dialyse-pflichtig ist:

Während der Dauerbehandlung kann Eprex entweder 3-mal wöchentlich oder bei einer subkutanen

Verabreichung einmal wöchentlich oder einmal alle 2 Wochen bei Patienten, die einen stabilen

Hämoglobin-Status bei kürzeren Dosierungsintervallen zeigen, verabreicht werden. Eine adäquate

Anpassung der Dosis und der Dosierungsintervallen sollte durchgeführt werden, um die

Hämoglobinwerte im gewünschten Bereich zu halten: Hb von 10–12 g/dl (6,2–7,5 mmol/l).

Verlängerte Dosierungsintervallen können eine Erhöhung der Dosis erfordern.

Patienten, die bei verlängerten Dosierungsintervallen und nach adäquater Dosisanpassung keine

stabile Hämoglobin-Konzentration aufweisen, sollen Eprex mit kürzeren Dosierungsintervallen

erhalten (siehe «Klinische Wirksamkeit und Sicherheit»). Die Hämoglobinwerte sollten regelmässig

überwacht werden.

Die Maximaldosis von 200 IE/kg Körpergewicht 3-mal wöchentlich, 240 IE/kg (bis maximal 20'000

IE) einmal wöchentlich oder 480 IE/kg (bis maximal 40'000 IE) einmal alle 2 Wochen sollte nicht

überschritten werden.

2. Tumorpatienten

Die Gesamtverfassung des Patienten, d.h. die Grunderkrankung, die Art des Tumors, der

kardiovaskuläre Status, sollte für die Entscheidung ob eine Behandlung mit Eprex angezeigt ist, in

Betracht gezogen werden.

Die Injektionslösung soll subkutan verabreicht werden.

Epoetin alfa kann einmal wöchentlich oder dreimal wöchentlich verabreicht werden.

Epoetin alfa soll Patienten mit Anämie (z.B. Hb ≤10,5 g/dl [6,5 mmol/l]) verabreicht werden.

Die Hämoglobin-Zielkonzentration liegt bei Männern und Frauen zwischen 10 und 12 g/dl (6,2–7,5

mmol/l) und sollte nicht überschritten werden.

Die Eprex-Therapie sollte bis zu einem Monat nach Beendigung der Chemotherapie fortgeführt

werden.

Dreimal wöchentliche Verabreichung

Initialbehandlung: Die Dosierung beträgt 150 IE/kg Körpergewicht subkutan dreimal pro Woche.

Wenn nach 4 Behandlungswochen der Hämoglobinwert um mindestens 1 g/dl (0,62 mmol/l) oder die

Retikulozytenzahl um ≥40'000 Zellen/µl gegenüber dem Ausgangswert angestiegen ist, sollte die

Dosis von 150 IE/kg Körpergewicht beibehalten werden.

Wenn nach 4 Behandlungswochen der Hämoglobinwert <1 g/dl (0,62 mmol/l) bzw. die

Retikulozytenzahl <40'000 Zellen/µl gegenüber dem Ausgangswert angestiegen ist, ist ein

Ansprechen auf die Eprex-Therapie unwahrscheinlich und die Behandlung sollte abgebrochen

werden.

Einmal wöchentliche Verabreichung

Initialbehandlung: Die Dosierung beträgt 450 IE/kg Körpergewicht subkutan einmal pro Woche.

Körpergewicht

(kg)

Total Einheiten

(IE)

Eprex-Fertigspritzen

1× wöchentlich

(1'000 IE)

22'500

1× 20, 1× 2

24'750

1× 20, 1× 5

27'000

1× 20, 1× 6

29'250

1× 20, 1× 8

31'500

1× 30

33'750

1× 30

36'000

1× 40

38'250

1× 40

40'500

1× 40

42'750

1× 40, 1× 2

Wenn nach 4 Behandlungswochen der Hämoglobinwert um mindestens 1 g/dl (0,62 mmol/l) oder die

Retikulozytenzahl um ≥40'000 Zellen/µl gegenüber dem Ausgangswert angestiegen ist, sollte die

Dosis von 450 IE/kg Körpergewicht beibehalten werden.

Wenn nach 4 Behandlungswochen der Hämoglobinwert <1 g/dl (0,62 mmol/l) bzw. die

Retikulozytenzahl <40'000 Zellen/µl gegenüber dem Ausgangswert angestiegen ist, ist ein

Ansprechen auf die Eprex-Therapie unwahrscheinlich und die Behandlung sollte abgebrochen

werden.

Dosisanpassung bei Tumorpatienten

Ein Hämoglobinanstieg von >1 g/dl (>0,62 mmol/l) innert zwei Wochen oder ein monatlicher

Hämoglobinanstieg >2 g/dl (>1,25 mmol/l) oder ein Hämoglobinwert >12 g/dl (>7,5 mmol/l) sollte

vermieden werden. Bei einem Hämoglobinanstieg von >1 g/dl (>0,62 mmol/l) innert zwei Wochen

oder einem monatlichen Hämoglobinanstieg von >2 g/dl (>1,25 mmol/l) oder einem

Hämoglobinwert nahe 12 g/dl (7,5 mmol/l) sollte die Eprex-Dosis in Abhängigkeit vom

Hämoglobinanstieg um 25–50% reduziert werden. Wenn der Hämoglobinwert 12 g/dl (7,5 mmol/l)

überschreitet, sollte die Therapie unterbrochen werden, bis der Hämoglobinwert unter 12 g/dl (7,5

mmol/l) gefallen ist. Die Wiederaufnahme der Therapie erfolgt dann mit einer um 25% reduzierten

Dosis.

3. Präoperativ zur Vermeidung von Fremdbluttransfusionen

Eprex sollte subkutan appliziert werden.

Die empfohlene Dosierung beträgt 600 IE/kg Körpergewicht Eprex einmal wöchentlich in total 4

Gaben: beginnend 3 Wochen vor dem operativen Eingriff (Tag –21, –14 und –7) und am

Operationstag (Tag 0).

Wenn der Hämoglobinwert ≥15 g/dl ist, sollten keine weiteren Eprex-Gaben mehr erfolgen.

4. Präoperativ mit Eigenblutspende-Programm

Eprex sollte intravenös appliziert werden. Eprex sollte jeweils nach Abschluss der Eigenblutspende

verabreicht werden.

Initialbehandlung: Die folgenden Empfehlungen beziehen sich auf Patienten, die 2-mal wöchentlich

Eigenblut spenden während 3 Wochen vor einer Wahloperation. Die wirksame Dosis für die

Erhöhung der Erythropoese bei diesen Patienten variiert erfahrungsgemäss zwischen 150 und 300

IE/kg intravenös, 2-mal wöchentlich über 3 Wochen. Eine Dosis von 600 IE/kg 2-mal wöchentlich

intravenös während 3 Wochen wird empfohlen für Patienten, bei denen eine maximale Stimulation

der Erythropoese erforderlich ist, wie zum Beispiel:

·Patienten, die ≥4 Einheiten Eigenblut spenden müssen bei einem Hämoglobinwert ≤11 g/dl (Hb

≤6,8 mmol/l), oder

·bei Patienten, die ≥5 Einheiten spenden müssen bei einem Hämoglobinwert ≥11 g/dl, oder

·bei Patienten mit kürzerer präoperativer Vorbereitungszeit (1–3 Wochen).

Der Hämoglobinwert ist wöchentlich zu kontrollieren.

Dauerbehandlung: Eine Dauerbehandlung ist nicht vorgesehen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Wie bei jedem parenteral zu verabreichenden Arzneimittel, ist die Injektionslösung vor der

Applikation auf Schwebepartikel und Verfärbung zu kontrollieren.

a) Intravenöse Injektion

Wenn Eprex intravenös angewendet wird, ist die Injektion in Abhängigkeit der Gesamtdosis über 1–

5 Minuten vorzunehmen. Bei Hämodialysepatienten kann die Bolusinjektion während der Dialyse

durch einen geeigneten venösen Port im Dialysesystem erfolgen. Alternativ kann die Injektion am

Ende der Dialyse in die arteriovenöse Fistel erfolgen. Anschliessend mit 10 ml isotoner

Kochsalzlösung (NaCl 0,9%) nachspülen, um sicherzustellen, dass Epoetin alfa vollständig in den

Kreislauf gelangt.

Bei Patienten mit grippeähnlichen Symptomen und Knochenschmerzen nach Applikation von

Erythropoetin empfiehlt sich eine Injektion über etwa 5 Minuten.

Eprex eignet sich nicht für die Verabreichung als intravenöse Infusion und darf nicht zusammen mit

anderen Substanzen bzw. Lösungen verabreicht bzw. verdünnt werden.

b) Subkutane Injektion

Die subkutane Injektion sollte ebenfalls langsam erfolgen. Dabei sollte nach Möglichkeit nicht mehr

als 1 ml Injektionslösung an der gleichen Stelle verabreicht werden, weil bei empfindlichen Patienten

lokale Schmerzreaktionen auftreten können. Grössere Volumen sollten an mehreren Stellen injiziert

werden, oder die Injektionsnadel sollte intrakutan zurückgezogen werden, und die weitere Injektion

in eine andere Richtung erfolgen. Die Injektionen werden vorzugsweise entweder in den

Oberschenkel oder in die vordere Bauchwand gegeben.

Sollte die s.c.-Verabreichung vom Patienten selbst durchgeführt werden, so muss dieser über die

Selbstverabreichung genau aufgeklärt und instruiert werden. Regelmässige Kontrollen durch den

Arzt sind notwendig.

Die erste Verabreichung von Eprex sollte nur unter klinischen Bedingungen und unter Einhaltung

einer Beobachtungszeit von mindestens 4 Stunden erfolgen.

Beim Absetzen von Eprex kann die Hämoglobin-Konzentration um mindestens 0,5 g/dl/Woche

absinken.

Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen ist nicht untersucht.

Kontraindikationen

Patienten, welche aufgrund einer Behandlung mit einem Erythropoetin eine Erythroblastopenie

(PRCA = Pure Red Cell Aplasia) entwickeln, dürfen weder Eprex noch ein anderes Erythropoetin

erhalten (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Unkontrollierte Hypertonie.

Bei Vorliegen einer schweren akuten Anämie, die einer sofortigen Korrektur bedarf, stellt Eprex

keinen Ersatz für eine Notfalltransfusion dar.

Patienten, die im Zusammenhang mit chirurgischen Eingriffen keine adäquate Thrombose-

Prophylaxe erhalten können.

Patienten, die für eine grössere chirurgische Wahloperation vorgesehen sind und die nicht an einem

autologen Blutspendeprogramm teilnehmen, dürfen nicht mit Eprex behandelt werden, wenn sie an

schwerer koronarer Herzkrankheit, an peripherer arterieller Verschlusskrankheit, an vaskulärer

Erkrankung der Karotiden oder an zerebrovaskulärer Erkrankung leiden, oder wenn sie kürzlich

einen Myokardinfarkt oder ein zerebrovaskuläres Ereignis (Schlaganfall) durchgemacht haben.

Patienten mit einer Vorgeschichte von thrombo-embolischen Ereignissen.

Alle in Verbindung mit autologen Blutspende-Programmen stehenden Kontraindikationen sollten

auch bei den Patienten berücksichtigt werden, die im Rahmen einer autologen Blutspende mit Eprex

behandelt werden.

Maligne myeloische Erkrankungen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei allen Patienten, die mit Eprex behandelt werden, sollte der Blutdruck engmaschig überwacht und

gegebenenfalls behandelt werden.

Eprex sollte bei unbehandeltem, unzureichend behandeltem oder schlecht kontrollierbarem

Bluthochdruck nur mit Vorsicht angewendet werden. Eine zusätzliche oder verstärkte

antihypertensive Therapie kann notwendig sein. Ist der Blutdruck nicht kontrollierbar, muss die

Eprex Behandlung abgebrochen werden. Eprex sollte bei Patienten mit Epilepsie, epileptischen

Anfällen in der Anamnese oder bei Erkrankungen, die mit einer Prädisposition für epileptische

Anfälle assoziiert sind, wie ZNS-Infektionen und Hirnmetastasen nur mit Vorsicht angewendet

werden.

Während der Behandlung von Patienten mit zuvor normalem oder niedrigem Blutdruck mit Eprex

sind hypertone Krisen mit Enzephalopathie und Krampfanfällen aufgetreten, welche das

unverzügliche Eingreifen eines Arztes und eine intensivmedizinische Versorgung erforderlich

machten. Es sollte besonders auf plötzliche stechende migräneartige Kopfschmerzen als mögliches

Warnsignal geachtet werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Eprex sollte bei Patienten mit chronischer Leberfunktionsstörung nur mit Vorsicht angewendet

werden. Die Sicherheit von Eprex wurde bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen nicht untersucht.

Aufgrund des verminderten Stoffwechsels, können Patienten mit Leberfunktionsstörungen eine

erhöhte Erythropoese unter Eprex aufweisen.

Eine erhöhte Inzidenz von thrombovaskulären Ereignissen (TVE) wurde bei Patienten, die mit

erythropoese-stimulierenden Produkten behandelt wurden, beobachtet (siehe Abschnitt

«Unerwünschte Wirkungen»). Dazu gehören venöse und arterielle Thrombosen und Embolien

(darunter einige mit tödlichem Ausgang), wie tiefe Venenthrombose, Lungenembolien, Thrombosen

der Netzhaut und Myokardinfarkt. Darüber hinaus wurde über zerebrovaskuläre Ereignisse

(einschliesslich Hirninfarkt, Hirnblutung und transitorische ischämische Attacken) berichtet. Das

berichtete Risiko für thrombovaskuläre Ereignisse sollte sorgfältig gegen den Nutzen einer

Behandlung mit Epoetinum alfa abgewogen werden, insbesondere bei Patienten mit vorbestehenden

Risikofaktoren.

Bei allen Patienten sind die Hämoglobinkonzentrationen engmaschig zu überwachen, da potenziell

ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse mit tödlichem Ausgang besteht, wenn

Patienten bei Hämoglobinkonzentrationen behandelt werden, die über dem

Hämoglobinkonzentrations-Bereich für die Indikation liegen.

Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Epoetin alfa-Therapie bei Patienten mit zugrundeliegenden

hämatologischen Erkrankungen (z.B. hämolytische Anämie, Sichelzellanämie, Thalassämie) wurde

nicht untersucht.

Während der Eprex-Behandlung kann es innerhalb des Normbereiches zu einem leichten,

dosisabhängigen Anstieg der Thrombozytenzahl kommen. Dieser ist bei fortgesetzter Behandlung

rückläufig. Es wird empfohlen, die Thrombozytenzahl während der ersten 8 Wochen der Behandlung

regelmässig zu überwachen.

Vor Beginn einer Therapie mit Eprex und vor einer Dosiserhöhung ist eine andere Ursache der

Anämie abzuklären und zu behandeln, wie z.B. Vit. B12-Mangel, Folsäure-Mangel, Eisenmangel,

Infektion oder Entzündung, Blutverlust, Hämolyse und Knochenmarkfibrose jeglicher Genese,

Aluminium-Intoxikation. In den meisten Fällen fallen die Serumferritinwerte simultan zum Anstieg

des Hämatokrits. Um ein optimales Ansprechen auf Eprex zu sichern, sollte ein ausreichender

Eisenspeicher sichergestellt sein und wenn notwendig eine Eisensubstitution erfolgen:

·Für Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, deren Serumferritin unter 100 ng/ml liegt, wird

eine Eisensubstitution (elementares Eisen 200-300 mg täglich oral) empfohlen.

·Für Tumorpatienten wird eine Eisensubstitution (elementares Eisen 200-300 mg täglich oral)

empfohlen.

·Patienten, die präoperativ zur Vermeidung von Fremdbluttransfusionen Eprex erhalten, sollen

während der Eprex-Behandlung eine Eisensubstitution (elementares Eisen 200 mg täglich oral)

erhalten. Wenn möglich, sollte die Eisensubstitution bereits vor Behandlungsbeginn mit Eprex

initiiert werden, um einen ausreichenden Eisenspeicher vor Behandlungsbeginn mit Eprex

sicherzustellen.

·Patienten mit präoperativen Eigenblutspenden sollen mehrere Wochen vor der ersten

Eigenblutspende eine Eisensubstitution (elementares Eisen 200 mg täglich oral) erhalten, um einen

ausreichenden Eisenspeicher sicherzustellen. Die Eisensubstitution soll während der Behandlung mit

Eprex weitergeführt werden.

Unter Epoetin-alfa Behandlung wurden sehr selten erste Anzeichen einer Porphyrie oder eine

Verschlimmerung einer bestehenden Porphyrie beobachtet. Bei Patienten mit bekannter Porphyrie

sollte Epoetin alfa nur unter Vorsicht angewendet werden.

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

Behandlung der symptomatischen Anämie bei erwachsenen Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz:

Unter Anwendung von Eprex ist das Hämoglobin regelmässig zu bestimmen, bis ein stabiler Wert

von 10–12 g/dl (6,2–7,5 mmol/l; Hämatokrit 0,30–0,35 vol/vol) erreicht ist. Anschliessend ist der

Hämoglobinwert periodisch zu kontrollieren.

Bei Patienten mit chronischem Nierenversagen sollte der Hämoglobinanstieg ungefähr 1 g/dl (0,62

mmol/l) pro Monat betragen und sollte 2 g/dl (1,25 mmol/l) pro Monat nicht überschreiten, um das

Risiko einer Zunahme des Bluthochdrucks zu minimieren.

Bei Patienten mit chronischem Nierenversagen sollte bei Erhaltungstherapie die Obergrenze der

Hämoglobinkonzentrations-Bereich 10-12 g/dl nicht überschritten werden (Empfohlener Hb-Bereich

siehe «Dosierung/Anwendung»). Ziel-Hämoglobinwerte von 13 g/dl oder höher können mit einem

höheren Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, einschliesslich Tod, in Verbindung gebracht werden.

Eprex-Dosissteigerungen bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sollten mit Vorsicht

erfolgen, da hohe kumulative Epoetin-Dosen mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko, schweren

kardiovaskulären und cerebrovaskulären Ereignissen assoziiert sein können. Bei Patienten mit

schlechtem Ansprechen des Hämoglobinwerts auf Epoetine sollten verschiedene Ursachen für das

schlechte Ansprechen abgeklärt werden (siehe Abschnitte «Dosierung/Anwendung» und

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Patienten mit chronischem Nierenversagen und unzureichender Hämoglobin-Antwort auf

erythropoese-stimulierende Produkte können ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und

Mortalität aufweisen als andere Patienten.

In Einzelfällen wurde über Hyperkaliämie berichtet, ein kausaler Zusammenhang konnte jedoch

nicht nachgewiesen werden. Bei Patienten mit chronischem Nierenversagen sollten die

Serumelektrolyte überwacht werden. Bei erhöhtem oder steigendem Kaliumwert sollte, zusätzlich zu

einer geeigneten Therapie für Hyperkaliämie, eine Unterbrechung der Eprex Therapie bis zur

Normalisierung der Kaliumwerte erwogen werden.

Bei Hämodialyse-Patienten sind Shunt-Thrombosen aufgetreten. Insbesondere bei Patienten, die eine

Tendenz zu Hypotonie aufwiesen oder bei denen die Arteriovenöse Fistula Komplikationen bereitete

(z.B. Stenosen, Aneurismen etc.). Für diese Patienten wird eine frühzeitige Shunt Revision und eine

Thrombose-Prophylaxe durch Verabreichung von Acetylsalicylsäure empfohlen.

Aufgrund des Anstiegs des Hämatokrits im Rahmen der Eprex-Behandlung ist häufig eine Erhöhung

der Heparin-Dosis während der Dialyse notwendig. Bei nicht optimaler Heparinisierung ist ein

Verschluss des Dialysesystems möglich.

Bei einigen Patientinnen mit Niereninsuffizienz setzte die Menstruation nach einer Therapie mit

Epoetin alfa wieder ein. Die Möglichkeit einer eventuellen Schwangerschaft sollte diskutiert und die

Notwendigkeit einer Kontrazeption beurteilt werden.

Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz wurde Monate bis Jahre nach der Behandlung mit

Eprex oder anderen Erythropoetinen in seltenen Fällen eine Erythroblastopenie (Pure Red Cell

Aplasia) festgestellt. Bei Patienten mit chronischem Nierenversagen, denen Eprex subkutan

verabreicht wird, sollten regelmässig Kontrollen hinsichtlich eines Wirkverlustes, definiert als ein

Nicht- oder vermindertes Ansprechen einer Eprex-Therapie bei Patienten, die zuvor auf eine solche

Therapie angesprochen haben, durchgeführt werden. Dieses zeigt sich durch eine anhaltende

Verminderung der Hämoglobinwerte trotz Steigerung der Eprex-Dosis.

Bei Patienten mit plötzlichem Wirkverlust von Erythropoetinen, definiert als Verminderung der

Hämoglobinwerte (1–2 g/dl pro Monat) mit erhöhtem Bedarf an Transfusionen, sollte der

Retikulozytenwert bestimmt und die üblichen Ursachen für ein Nichtansprechen untersucht werden

(z.B. Eisen-, Folsäure- und Vitamin B12-Mangel, Aluminiumintoxikation, Infektionen oder

Entzündungen, Blutverlust, Hämolyse und Knochenmarkfibrose jeglicher Genese). Wenn der

Retikulozytenwert erniedrigt ist (<20'000/mm³), die Thrombozyten- und Leukozytenzahlen normal

sind, und wenn kein anderer Grund eines Wirkverlustes gefunden wird, sollten die Anti-

Erythropoetin-Antikörper bestimmt und eine Untersuchung des Knochenmarks zur Diagnose einer

PRCA erwogen werden. Falls eine PRCA (Erythroblastopenie) diagnostiziert wird, sollte Eprex

sofort abgesetzt werden. Aufgrund des Risikos von Kreuzreaktionen sollte keine andere

Erythropoetin-Therapie begonnen werden. Falls indiziert, können diesen Patienten Blutkonserven

transfundiert werden.

Behandlung der symptomatischen Anämie bei erwachsenen Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz, die noch nicht dialyse-pflichtig ist:

Einige Patienten mit verlängerten Dosierungsintervallen (grösser als einmal wöchentlich) können

keine ausreichenden Hämoglobinwerte erreichen und benötigen allenfalls eine Dosiserhöhung von

Eprex. Patienten, die bei verlängerten Dosierungsintervallen und nach adäquater Dosisanpassung

keine stabile Hämoglobin-Konzentration aufweisen, sollen Eprex mit kürzeren Dosisintervallen

erhalten (siehe «Klinische Wirksamkeit und Sicherheit»). Die Hämoglobinwerte sollten regelmässig

überwacht werden.

Nach zurzeit vorliegenden Erkenntnissen wird durch die Anämie-Behandlung mit Eprex bei

Patienten mit Niereninsuffizienz, die noch nicht dialysepflichtig ist, das Fortschreiten der

Niereninsuffizienz nicht beschleunigt.

Tumorpatienten

Bei Tumorpatienten sollte das Hämoglobin regelmässig bestimmt werden, bis ein stabiler Wert

erreicht ist und danach in periodischen Abständen.

Auswirkungen auf das Tumorwachstum

Erythropoese-stimulierende Produkte sind Wachstumsfaktoren, welche in erster Linie die Produktion

roter Blutzellen stimulieren. Erythropoetin-Rezeptoren können auf der Oberfläche verschiedenster

Tumorzellen gebildet werden. Es gibt Bedenken, dass erythropoese-stimulierende Produkte das

Tumorwachstum stimulieren könnten.In kontrollierten klinischen Studien mit Eprex und anderen

erythropoese-stimulierenden Produkten konnte Folgendes gezeigt werden:

·verschlechterte lokoregionale Kontrolle bei Patienten mit fortgeschrittenem Kopf-Hals-Tumor unter

Radiotherapie, wenn erythropoese-stimulierende Produkte verabreicht wurden, um einen

Hämoglobinwert von über 14 g/dl (8,7 mmol/l) zu erreichen.

·verkürzte Gesamt-Überlebenszeit und vermehrte Todesfälle aufgrund der Krankheitsprogression

nach 4 Monaten, wenn erythropoese-stimulierende Produkte bei Patientinnen mit metastasierendem

Mammakarzinom unter Chemotherapie verabreicht wurden, um einen Zielhämoglobinwert von über

12-14 g/dl (7,5-8,7 mmol/l) zu erreichen.

·ein anderes erythropoese-stimulierendes Arzneimittel (Darbepoetin alfa) erhöhte das Todesrisiko bei

Patienten mit einer aktiven malignen Erkrankung ohne Chemotherapie oder Radiotherapie, wenn es

verabreicht wurde, um einen Zielhämoglobinwert von 12 g/dl (7,5 mmol/l) zu erreichen.

Erythropoese-stimulierende Produkte sind für die Behandlung dieser Patientenpopulation nicht

zugelassen.

Vor dem Einsatz von Epoetin Präparaten bei symptomatisch anämischen Tumor-Patientinnen und –

Patienten unter myelosuppressiver Chemotherapie, sollte eine sorgfältige individuelle Evaluierung

des Nutzen-Risiko-Verhältnisses, unter besonderer Berücksichtigung der Prognose in Absprache mit

der Patientin/dem Patienten erfolgen. Bei kurativer Therapie sollen Epoetin-Präparate nicht

eingesetzt werden.

Bei Tumorpatienten unter Chemotherapie sollte für die Beurteilung der Therapieeffizienz eine 2–3-

wöchige Verzögerung zwischen der Epoetin-Gabe und der Erythropoetin-Antwort berücksichtigt

werden (dies gilt insbesondere für Patienten mit einer Gefährdung für eine Transfusion).

Präoperativ zur Vermeidung von Fremdbluttransfusionen

Fremdblutsparende Massnahmen sollten immer bei operativen Eingriffen zur Anwendung kommen.

Bei Patienten, die sich einem elektiven orthopädischen Eingriff unterziehen, sollte eine angemessene

Thromboseprophylaxe erfolgen, da sie wegen des chirurgischen Eingriffes ein erhöhtes Risiko für

thrombotische und vaskuläre Erkrankungen aufweisen, besonders bei einer zugrundeliegenden

kardiovaskulären Erkrankung. Zusätzlich sollten spezielle Vorsichtsmassnahmen bei Patienten mit

Disposition für tiefe Venenthrombosen ergriffen werden. Ebenso besteht ein erhöhtes Risiko bei

Behandlung mit Eprex für Patienten mit einem Ausgangshämoglobinwert von >13 g/dl (8,1 mmol/l)

für postoperative thrombotische/vaskuläre Erkrankungen. Aus diesem Grund sollten Patienten mit

einem Ausgangshämoglobinwert von >13 g/dl (8,1 mmol/l) nicht mit Eprex behandelt werden.

Präoperativ mit Eigenblutspende-Programm

Alle speziellen Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen, die mit einem autologen

Blutspendeprogramm assoziiert sind, insbesondere routinemässiger Volumenersatz, sollten

berücksichtigt werden.

Zur besonderen Beachtung

Vor der Verabreichung von Eprex an gesunde oder nicht-anämische Personen muss gewarnt werden

(Thromboserisiko bei Polyglobulie).

Falls sich eine Hypertonie entwickelt, sollte eine Flüssigkeitsüberlastung ausgeschlossen werden.

Eine strikte Behandlung der Hypertonie mit blutdrucksenkenden Präparaten, vorzugsweise mit

Vasodilatatoren, ist angebracht, bevor auf «Trockengewicht» reduziert wird, da solches ein weiteres

Ansteigen des Hämatokrits und damit der Viskosität bewirken kann.

Bei gegebenen Situationen ist eine Dosisreduktion resp. eine Unterbrechung der Eprex-Therapie oder

ein Aderlass vorzunehmen, insbesondere wenn die obere Grenze des Zielhämoglobin-Wertes

überschritten wird oder das Hämoglobin um mehr als 2 g/dl/Monat (1,25 mmol/l/Monat)

zugenommen hat (siehe auch indikationsspezifische Dosierungsempfehlungen).

Falls trotz energischer antihypertensiver Behandlung eine akute hypertensive Enzephalopathie mit

oder ohne Krampfanfälle auftritt, ist die Behandlung mit Eprex abzubrechen. Die Hämoglobin-

Konzentration fällt danach wöchentlich um 0,5 g/dl (0,3 mmol/l) ab.

EEG und CT sind hilfreich, um andere Ursachen für Krampfanfälle auszuschliessen.

Erneute Gaben von Eprex sollten nur unter strenger Überwachung von Hämoglobin und Blutdruck

gegeben werden, bis das Hämoglobin im Bereich von 10–12 g/dl (6,2–7,5 mmol/l; Hämatokrit 0,30–

0,35 vol/vol) stabilisiert ist.

Interaktionen

Es gibt keine Hinweise, dass die Behandlung mit Eprex den Metabolismus anderer Arzneimittel

verändert. Arzneimittel, welche die Erythropoese verringern, können auch die Antwort auf Eprex

reduzieren.

Die erythropoetische Wirkung von Eprex kann, im Falle von Eisenmangel, bei gleichzeitiger Gabe

von Eisenpräparaten verstärkt werden.

Bei Patienten mit Aluminium-Intoxikation oder Infektionen kann die Wirkung von Eprex verzögert

oder abgeschwächt auftreten.

Die durch Eprex bewirkte Erhöhung der Hämoglobin-Konzentration kann Substanzen gegen Angina

pectoris in ihrer Wirkung verstärken.

Die Wirkung gleichzeitig verabreichter Antihypertensiva kann reduziert sein.

Es liegen Daten vor, dass die gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern die Wirkung beeinflusst.

Bei gleichzeitiger antikonvulsiver Therapie kann es zu einer Erhöhung der Krampfneigung kommen.

Weil Cyclosporin A an Erythrozyten gebunden wird, ist eine potentielle Interaktion mit Cyclosporin

A gegeben. Daher sollte bei gleichzeitiger Gabe von Cyclosporin A und Eprex die Konzentration von

Cyclosporin A im Blut bestimmt werden. Gegebenenfalls ist die Cyclosporin A Dosierung

anzupassen.

Die gleichzeitige subkutane Verabreichung von Epoetin alfa 40'000 IE/ml mit 6 mg/kg Trastuzumab

hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Trastuzumab bei Patienten mit metastasierendem

Brustkrebs.

Schwangerschaft/Stillzeit

In Tierversuchen mit einer fast 20fachen der zur Anwendung bei Menschen empfohlenen

Wochendosis führte Epoetin alfa zu vermindertem fötalem Körpergewicht, zu einer Verzögerung der

Ossifikation und zu einem Anstieg der fötalen Sterblichkeit. Es wird angenommen, dass dies auf eine

verminderte maternale Gewichtszunahme zurückzuführen ist.

Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren. Unter diesen Umständen soll

das Medikament nur verabreicht werden, wenn dies offensichtlich notwendig ist.

Stillzeit

Erythropoetin ist in der humanen Milch vorhanden. Es ist jedoch nicht bekannt, ob Epoetin alfa in

die humane Milch übertritt, deshalb sollte während der Anwendung des Präparates abgestillt werden.

Bei schwangeren und stillenden Patientinnen, die an einem autologen Blutspendeprogramm

teilnehmen, wird die Anwendung von Eprex nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Wirkung von Eprex auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von

Maschinen durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigste unerwünschte Wirkung während der Behandlung mit Eprex ist ein dosisabhängiger

Anstieg des Blutdruckes oder eine Verschlimmerung einer bereits bestehenden Hypertonie. Der

Blutdruck sollte, speziell zu Beginn der Behandlung, überwacht werden. Die häufigsten

Nebenwirkungen, die in den klinischen Studien mit Eprex berichtet wurden sind: Durchfall,

Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Kopfschmerzen. Grippe-ähnliche Symptome können insbesondere

zu Beginn der Behandlung auftreten.

Eine erhöhte Inzidenz thromboembolischer Ereignisse, wurde bei Patienten unter der Behandlung

mit erythropoese-stimulierenden Produkten beobachtet (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Überempfindlichkeitsreaktionen, einschliesslich Fälle von Hautausschlag (einschliesslich Urtikaria),

anaphylaktische Reaktionen und Angioödem wurden berichtet.

Hypertensive Krisen mit Enzephalopathie und Krampfanfällen, die eine sofortige ärztliche

Versorgung und intensivmedizinische Behandlung erforderten, traten unter Behandlung mit Epoetin-

alfa auch bei Patienten mit zuvor normalem oder niedrigem Blutdruck auf. Als mögliches

Warnsignal sollte besonders auf plötzlich auftretende stechende migräneartige Kopfschmerzen

geachtet werden.

Klinische Studien

Aus insgesamt 3'559 Patienten, die in 27 randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten oder

kontrollierten Standard of Care Studien teilnahmen, wurde das globale Sicherheitsprofil von Eprex

bei 2136 anämischen Patienten untersucht. Für das Sicherheitsprofil wurden 228 mit Eprex

behandelte Patienten mit chronischem Nierenversagen aus 4 klinischen Studien (2 Studien in der

Prädialyse und 2 Studien in der Dialyse), 1404 Tumorpatienten aus 16 Studien bei Chemotherapie

bedingter Anämie, 144 Patienten aus 4 Studien zur HIV Infektion, 147 Patienten aus 2 Studien mit

Eigenblutspende-Programm und 213 Patienten aus 1 präoperativen Studie eingeschlossen.

Unerwünschte Wirkungen, die in diesen Studien, bei ≥0,1% der mit Eprex behandelten Patienten

beschrieben wurden, werden nachstehend nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt.

Unerwünschte Wirkungen, die bei ≥1% der Patienten in klinischen Studien mit Epoetin alfa

aufgetreten sind:

Chronische

Niereninsuffizienz

Onkologie

Eigenblutspende-

Programm

Chirurgie

Systemorganklasse

Prädialyse

Dialyse

EPO Plazebo EPO Plazebo EPO

Nicht

Nicht ESA

EPO Plazebo

N=79

N=46

N=93

N=147

N=112

N=103

n (%)

n (%)

n (%) n (%)

n (%)

n (%)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Hyperkalämie

3 (2)

3 (4)

(10)

2 (4)

(<1)

(<1)

1 (1)

Nervensystem

Krampfanfälle

1 (1)

2 (3)

2 (2)

(<1)

Kopfschmerzen

(17)

14 (18)

(34)

20 (43)

17 (12)

16 (14)

(12)

9 (9)

Gefässe

Embolie &

Thromboseb

2 (2)

(15)

2 (4)

6 (4)

3 (3)

6 (6)

Tiefe

Venenthrombose

6 (1)

2 (1)

2 (2)

3 (3)

Thrombose

4 (4)

1 (2)

6 (1)

2 (1)

3 (1)

Hypertoniec

(27)

20 (25)

(33)

5 (11)

2 (2)

(11)

9 (9)

Atmungsorgane

Husten

5 (4)

1 (1)

9 (9)

8 (17)

2 (1 )

2 (2)

Kongestion der

Atemwege

9 (9)

2 (4)

Gastrointestinale Störungen

Übelkeit

(11)

10 (13)

(24)

13 (28)

(19)

(21)

26 (18)

11 (10)

(45)

46 (45)

Durchfall

(12)

8 (10)

7 (7)

4 (9)

(12)

(11)

5 (3)

7 (6)

12 (12)

Erbrechen

6 (8)

9 (9)

8 (17)

(12)

(14)

7 (5)

1 (1)

(17)

14 (14)

Haut

Hautausschlaga

8 (6)

6 (8)

(11)

2 (4 )

3 (2)

2 (2)

8 (4)

2 (2)

Muskelskelettsystem

Arthralgie

(12)

6 (8)

(24)

3 (7)

3 (2)

3 (3)

5 (2)

3 (3)

Knochenschmerzen 1 (1)

6 (6)

1(2)

1 (1)

(<1)

Myalgie

3 (2)

1 (1)

6 (6)

2 (1)

3 (3)

2 (1)

Schmerzen in den

Extremitäten

7 (5)

7 (9)

2 (4)

6 (4)

2 (2)

7 (3)

4 (4)

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Schüttelfrost

6 (5)

2 (3)

(10)

3 (7)

33 2)

8 (5)

4 (4)

1 (1)

Grippeartige

Erkrankung

1 (1)

9 (9)

6 (13)

4 (3)

1 (1)

(<1)

Reaktionen an der

Applikationsstelle

(11)

16 (29)

1 (1)

1 (1)

(18)

19 (18)

Fieber

4 (3)

4 (5)

9 (9)

6 (13)

(13)

(14)

7 (5)

3 (3)

(17)

27 (26)

Periphere Ödeme

9 (7)

10 (13)

72 (5 34

2 (1)

2 (2)

4 (4)

EPO: Erythropoetin alfa

ESA: Erythropoese stimulierendes Arzneimittel.

NB: nicht berichtet

a Hautausschlag beinhaltet Urtikaria und Angioödem

b Beinhaltet arterielle und venöse, fatale und nicht fatale Ereignisse wie tiefe venöse Thrombosen,

pulmonare Embolien, Retinalthrombosen, arterielle Thrombosen (einschliesslich Myokardinfarkt),

zerebrovaskuläre Ereignisse (z.B. Schlaganfall einschliesslich Zerebralinfarkt und zerebrale

Blutungen), transitorische ischämische Attacken und Shunt-Thrombosen (einschliesslich Dialyse-

Geräte) und Thrombosen zwischen arteriovenösen Shunt Aneurismen

c Hypertonie beinhaltet hypertenisve Krisen

Postmarketing Überwachung

Nachfolgend sind unerwünschte Wirkungen aufgeführt, die nach der Markteinführung unter Eprex

berichtet wurden. Häufigkeiten werden wie folgt definiert: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100,

<1/10); gelegentlich (≥1/1'000, <1/100); selten (≥1/10'000, <1/1'000); sehr selten (<1/10'000

einschliesslich isolierte Berichte).

Sehr selten (<1/10'000 Fälle pro Patientenjahr) wurde über eine durch Erythropoietin-Antikörper

vermittelte reine Erythrozytenaplasie (Pure Red Cell Aplasia) Monate bis Jahre nach Behandlung mit

Eprex berichtet.

Unerwünschte Wirkungen, die nach der Markteinführung von Eprex berichtet wurden (die

Häufigkeit ist geschätzt aufgrund der Spontanberichtsrate):

Blut

Sehr selten

durch Erythropoietin-Antikörper vermittelte reine

Erythrozytenaplasie

Sehr selten Thrombozytämie

Überdosierung

Das Ansprechen auf Eprex ist dosisabhängig und individuell unterschiedlich. Von einer einmalig

verabreichten Überdosis sind keine unerwünschten Wirkungen zu erwarten, doch kann eine

wiederholte Überdosierung zu Polyglobulie und Hypertonie führen. Entsprechende Massnahmen

sind in den Kapiteln «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Zur besonderen Beachtung»

angegeben.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B03XA01

Wirkmechanismus

Erythropoietin (EPO) ist ein Glykoprotein-Hormon, das vorwiegend in der Niere als Reaktion auf

eine Hypoxie gebildet wird. Es ist der entscheidende Regulator bei der Produktion von Erythrozyten.

EPO greift in alle Phasen der erythroiden Reifung ein und hat seinen Haupteffekt auf der Stufe der

erythroiden Vorläuferzellen. Nach Bindung von EPO an seine Rezeptoren auf der Zelloberfläche

werden Signalwege aktiviert, die die Apoptose beeinflussen und die Proliferation erythroider Zellen

stimulieren. In Ovarialzellen chinesischer Hamster exprimiertes, rekombinantes human-EPO

(Epoetin alfa) hat eine Sequenz aus 165 Aminosäuren, die mit der Aminosäuresequenz von

humanem EPO im Urin identisch ist. Mit funktionellen Untersuchungen sind beide nicht zu

unterscheiden. Das apparente Molekulargewicht von Erythropoetin beträgt 32'000 bis 40'000 Dalton.

Die pharmakodynamischen Reaktionen auf HSA-freies Epoetin alfa, die prozentuale Veränderung

von Retikulozyten, Hämoglobin und Gesamt-Erythrozyten sowie die Fläche unter der Kurve (AUCs)

dieser pharmakodynamischen Parameter war bei beiden Dosierungsschemata ähnlich (150 IU/kg s.c.

dreimal pro Woche bis 40'000 IU/ml s.c. einmal pro Woche).

Erythropoese-stimulierende Produkte sind Wachstumsfaktoren, die vor allem die Produktion von

Erythrozyten stimulieren. Erythropoetin-Rezeptoren können auf der Zelloberfläche verschiedener

Tumorzellen exprimiert werden.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Chronisches Nierenversagen

Epoetin alfa wurde in klinischen Studien an erwachsenen anämischen Patienten mit chronischem

Nierenversagen (chronic renal failure = CRF) einschliesslich dialysepflichtigen sowie noch nicht

dialysepflichtigen Patienten zur Behandlung einer Anämie und Aufrechterhaltung des Hämatokrits

innerhalb des Konzentrationsbereichs von 30-36% geprüft.

In klinischen Studien mit Startdosen zwischen 50-150 IU/kg dreimal pro Woche sprachen etwa 95%

aller Patienten mit einem klinisch signifikanten Anstieg des Hämatokrits an. Nach etwa zwei

Monaten bestand bei so gut wie allen Patienten kein Transfusionsbedarf mehr. Sobald der

Hämatokrit-Konzentrationsbereich erreicht war, wurde die Erhaltungsdosis für jeden Patienten

individuell angepasst.

In den drei grössten klinischen Studien an dialysepflichtigen Erwachsenen betrug die

durchschnittliche Erhaltungsdosis zur Aufrechterhaltung eines Hämatokrits von 30-36% etwa 75

IU/kg dreimal pro Woche.

In einer doppelblinden, placebokontrollierten multizentrischen Studie zur Lebensqualität bei

Hämodialysepatienten mit chronischem Nierenversagen wurden nach sechsmonatiger Therapie

anhand einer Bewertung von Fatigue, physischen Symptomen, sozialen Beziehungen und Depression

(«Kidney Disease Questionnaire») klinisch und statistisch signifikante Verbesserungen bei den mit

Epoetin alfa behandelten Patienten im Vergleich zur Placebogruppe aufgezeigt. Patienten der mit

Epoetin alfa behandelten Gruppe wurden zudem in eine offene Erweiterungsstudie aufgenommen, in

der sich zeigte, dass die Verbesserungen der Lebensqualität für weitere 12 Monate aufrechterhalten

wurden.

Zusammenfassende Post-hoc-Analysen von klinischen Studien mit Erythropoese-stimulierenden

Wirkstoffen (ESAs) wurden bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (dialysepflichtigen und

nicht-dialysepflichtigen Patienten, Diabetikern und nicht-Diabetikern) durchgeführt. Mit höheren

kumulativen ESA-Dosen wurde, unabhängig vom Diabetes- oder Dialyse-Status, ein Trend zu

erhöhten Risikoereigniswahrscheinlichkeiten für Gesamtmortalität, kardiovaskuläre und

cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet (siehe Abschnitte «Dosierung/Anwendung» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erwachsene mit noch nicht dialysepflichtiger Niereninsuffizienz

In klinischen Studien bei Patienten mit chronischem Nierenversagen ohne Hämodialyse, die mit

Epoetin alfa behandelt wurden, betrug die durchschnittliche Therapiedauer fast fünf Monate. Diese

Patienten sprachen auf eine Epoetin alfa Therapie ähnlich an wie Dialyse-Patienten. Patienten mit

chronischem Nierenversagen ohne Hämodialyse zeigten einen dosisabhängigen und anhaltenden

Hämatokritanstieg, wenn Epoetin alfa entweder intravenös oder subkutan gegeben wurde. Bei beiden

Verabreichungsarten von Epoetin alfa waren ähnliche Anstiegsraten des Hämatokrits zu beobachten.

Weiterhin wurde gezeigt, dass Epoetin alfa Dosierungen von 75-150 IU/kg pro Woche einen

Hämatokrit von 36-38% bis zu sechs Monate aufrechterhalten.

In einer Studie mit verlängertem Dosisintervall für Eprex (einmal wöchentlich, einmal alle 2

Wochen) konnten einige Patienten mit verlängerten Dosisintervallen die ausreichenden

Hämoglobinkonzentrationen nicht aufrecht erhalten und erreichten die im Protokoll definierten

Hämoglobin-Abbruchkriterien (0% in der Gruppe einmal wöchentlich, 3,7% in der Gruppe einmal

alle zwei Wochen)

Eine randomisierte prospektive Studie (CHOIR) untersuchte 1432 Anämie-Patienten mit

chronischem Nierenversagen ohne Dialyse. Die Patienten wurden einer Epoetin alfa Therapie mit

einem Zielhämoglobin-Wert von 13.5 g/dl (höher als der empfohlene Zielhämoglobin-Wert) oder

von 11.3 g/dl zugeordnet. Ein schweres kardiovaskuläres Ereignis (Tod, Myokardinfarkt,

Schlaganfall oder stationäre Aufnahme wegen Stauungsinsuffizienz) trat bei 125 (18%) von 715

Patienten der Gruppe mit dem höheren Zielhämoglobin-Wert auf im Vergleich zu 97 (14%) von 717

Patienten aus der Gruppe mit dem niedrigeren Zielhämoglobin-Wert (Hazard-Ratio [HR] 1,3, 95%

Konfidenzintervall: 1,0, 1,7, p= 0.03).

Behandlung von Patienten mit chemotherapinduzierter Anämie (Tumoranämie)

Epoetin alfa wurde in klinischen Studien an erwachsenen, anämischen Krebspatienten mit

lymphoiden oder soliden Tumoren und Patienten unter verschiedenen Chemotherapie-Schemata

einschliesslich Platin- sowie Non-Platin-Chemotherapie untersucht. In diesen Studien wurde Epoetin

alfa dreimal pro Woche (tiw) sowie einmal pro Woche appliziert. Nach dem ersten

Behandlungsmonat zeigte sich bei anämischen Krebspatienten ein Hämoglobinanstieg und ein

geringerer Bedarf an Bluttransfusionen. In manchen Studien folgte auf die doppelblinde Phase eine

offene Phase, in der alle Patienten Epoetin alfa erhielten und ein anhaltender Effekt zu beobachten

war.

Die vorliegenden Hinweise sprechen für ein ähnliches hämatopoetisches Ansprechen auf eine

Epoetin alfa Therapie bei Patienten mit nichtmyeloischen hämatologischen oder soliden Tumoren

und bei Patienten mit oder ohne Knochenmarksinfiltration. In den Chemotherapiestudien wurde eine

vergleichbare Intensität der Chemotherapie in der Epoetin alfa- und der Placebogruppe durch eine

vergleichbare Fläche unter der Zeitkurve für neutrophile Granulozyten bei den mit Epoetin alfa

behandelten und den Placebo-Patienten nachgewiesen, und durch einen ähnlichen Anteil an Patienten

in der mit Epoetin alfa bzw. Placebo behandelten Patienten, deren absolute Neutrophilenzahl unter

1'000 und 500/μl abfiel.

In einer prospektiven, randomisierten, placebokontrollierten Doppelblind-Studie bei 375 anämischen

Patienten mit verschiedenen nichtmyeloiden Tumoren unter einer Non-Platin-Chemotherapie

verringerten sich die mit einer Anämie zusammenhängenden Folgeerscheinungen (z.B. Fatigue,

verminderte Leistungsfähigkeit und Aktivitätsminderung),signifikant, wie die Untersuchung anhand

der folgenden Skalen zeigte: allgemeine Skala des Functional Assessment of Cancer Therapy-

Anaemia (FACT-An), Fatigue-Skala des FACT-An sowie die Cancer Linear Analogue Scale

(CLAS).

Eine randomisierte, offene, multizentrische Studie schloss 2098 anämische Frauen mit

metastasierendem Brustkrebs ein, die eine Erstlinien- oder Zweitlinien-Chemotherapie erhielten. Es

handelte sich um eine Nichtunterlegenheitsstudie zum Ausschluss einer 15%-igen Zunahme des

Risikos für eine Tumorprogression oder Tod unter Epoetin alfa plus Standard of Care (SOC)

gegenüber alleinigem SOC. Der primäre Endpunkt medianes progressionsfreies Überleben (PFS)

gemäss Beurteilung der Krankheitsprogression durch den Prüfer betrug in beiden Armen 7,4 Monate

mit 841 (80%) Ereignissen in der Gruppe Epoetin plus SOC und gegenüber 818 (78%) Ereignissen

unter alleiniger SOC (HR 1,09, 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,99, 1.20). Dies bedeutet, dass das

«non-inferiority» Studienziel nicht erreicht wurde und dass es in der Gruppe Epoetin alfa plus SOC

für Krankheitsfortschritt oder Tod eine Risikoerhöhung von 9% gab. Das mediane PFS gemäss

Beurteilung der Krankheitsprogression durch das Independent Review Committee (zwecks

Beurteilung der Konsistenz der Resultate) betrug in beiden Armen 7,6 Monate (HR 1,03, 95% KI:

0,92, 1,15). Zum Zeitpunkt des klinischen Cut-offs waren 1337 Todesfälle gemeldet werden. Das

mediane Gesamtüberleben betrug in der Grupp mit Epoetin alfa plus SOC 17,2 Monate im Vergleich

zu 17,4 Monate in der Gruppe mit alleinigem SOC (HR 1,06, 95%-KI: 0,95, 1,18). Dies entspricht

einer Erhöhung des Todes-Risikos von 6% in der Gruppe Epoetin alfa plus SOC. Ausserdem erlitten

im Epoetin alfa Arm signifikant mehr Patienten thrombotische vaskuläre Ereignisse (2,8% im

Vergleich zu 1,4% gemäss Urteil eines Adjudication Committee). Im Arm mit Epoetin alfa plus SOC

erhielten signifikant weniger Patienten Erythrozyten-transfusionen (5,8% im Vergleich zu 11,4%).

Meldungen einzelner Studien mit Anwendung ausserhalb der zugelassenen Empfehlungen

(Zielhämoglobin-Wert über 12 g/dl und/oder keine Chemotherapie-Behandlung) gaben Anlass zu

Bedenken (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Insgesamt spricht jedoch die

Evidenz, einschliesslich der Ergebnisse aus Metaanalysen und der klinischen Erfahrungen aus

kontrollierten Studien mit erythropoese-stimulierenden Produkten, weiterhin für ein günstiges

Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Anwendung von erythropoese-stimulierenden Produkten bei

Patienten mit chemotherapieinduzierter Anämie, sofern die Anwendung gemäss der Verschreibungs-

und Anwendungsrichtlinien dieser Fachinformation erfolgt.

Pharmakokinetik

Intravenöse Applikation

Elimination

Die Halbwertszeit von Erythropoetin nach intravenöser Gabe von 50–100 IE/kg beträgt bei gesunden

Personen etwa 4 Stunden und 5 Stunden, bei Patienten mit Nierenerkrankungen nach intravenöser

Gabe von 50, 100 und 150 IE/kg. Für die Pharmakokinetik-Parameter bei Tumorpatienten wurden

Blutproben während mindestens 4 Tagen gesammelt. Daraus resultierten Halbwertszeiten von 20,1

bis 33,0 Stunden nach i.v. Gaben von 667 und 1'500 IE/kg Epoetin alfa.

Subkutane Applikation

Absorption

Die Serumspiegel sind nach subkutaner Applikation wesentlich tiefer und erreichen den höchsten

Wert nach 12 bis 18 Stunden. Die im Serum nachgewiesene Erythropoetin-Menge entspricht etwa

20% der Werte, wie sie nach i.v. Applikation gefunden werden. Ein kumulativer Effekt scheint nicht

vorzuliegen; d.h. die gemessenen Serum-Erythropoetin-Konzentrationen sind unverändert,

unabhängig davon ob sie 24 Stunden nach der ersten, bzw. 24 Stunden nach der letzten Injektion

gemessen werden. Die Konzentrations-Zeit-Profile von Erythropoetin nach Woche 1 und Woche 4

waren nach Mehrfachdosierung von 600 IE/kg bei gesunden Probanden ähnlich.

Distribution

Es ist nicht bekannt, ob r-HuEPO die Plazentarschranke passiert oder in die Muttermilch übertritt,

doch passiert es die Blut-Hirn-Schranke nicht.

Elimination

Die Halbwertszeit nach subkutaner Gabe beträgt etwa 24 Stunden, die mittleren Halbwertszeiten

betrugen 19,4 ± 8,1 Stunden nach Mehrfachdosierung von 3 mal wöchentlich 150 IE/kg bei

gesunden Probanden.

Die Bioverfügbarkeit von subkutan verabreichtem Epoetin alfa nach einer Dosis von 120 IE/kg ist

viel tiefer als nach intravenöser Gabe: ca. 20%.

Präklinische Daten

Chronische Toxizität: In Toxizitätsstudien mit Mehrfachgabe an Hunden und Ratten, nicht jedoch bei

Affen, war die Epoetin-alfa-Therapie mit subklinischer Knochenmarkfibrose assoziiert.

Knochenmarkfibrose ist eine bekannte Komplikation der chronischen Niereninsuffizienz beim

Menschen und könnte auf einen sekundären Hyperparathyreodismus oder unbekannte Faktoren

zurückzuführen sein. In einer Studie an Hämodialysepatienten, die drei Jahre mit Epoetin alfa

behandelt wurden, war die Inzidenz der Knochenmarkfibrose gegenüber der Kontrollgruppe mit

Dialysepatienten, die nicht mit Epoetin alfa behandelt wurden, nicht erhöht.

Kanzerogenität: Langzeitstudien zur Kanzerogenität wurden nicht durchgeführt. In der Literatur gibt

es widersprüchliche Berichte bezüglich einer tumorprolieferirenden Wirkung von Erythropoetinen.

Diese Berichte stützen sich auf in-vitro Befunde mit Zellen aus humanen Gewebsproben. Die

klinische Signifikanz dieser Befunde ist zur Zeit unklar.

Mutagenität: Epoetin alfa zeigte keine Veränderungen im Mutagenitäts-(Ames) und Mikrokerntest.

Reproduktionstoxikologie: siehe «Schwangerschaft/Stillzeit».

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Die Verwendbarkeit des Präparates wird durch das aufgedruckte Verfalldatum «Exp. Monat/Jahr»

begrenzt.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Im Kühlschrank bei 2–8 °C, aber nicht in der Nähe des Gefrierfaches, aufbewahren. Nicht einfrieren

oder schütteln. Zum Schutz vor Licht in der Originalpackung aufbewahren. Eprex Fertigspritzen,

welche für die ambulante Verwendung bestimmt sind, können einmalig für maximal 7 Tage bei

Raumtemperatur (nicht über 25 °C) aufbewahrt werden.

Hinweise für die Handhabung

Die Fertigspritzen sind mit dem Protecs™ Sicherheitssystem ausgerüstet, welches hilft, Verletzungen

durch Nadelstiche nach Gebrauch der Fertigspritze zu verhindern. Die detaillierte Handhabung der

Fertigspritze ist in der Packungsbeilage beschrieben.

Zulassungsnummer

49078 (Swissmedic).

Packungen

Fertigspritzen mit Sicherheitssystem Protecs™

Eprex Protecs Inj Lös 1000 IE Fertigspr 6× 0,5 ml. (A)

Eprex Protecs Inj Lös 2000 IE Fertigspr 6× 0,5 ml. (A)

Eprex Protecs Inj Lös 3000 IE Fertigspr 6× 0,3 ml. (A)

Eprex Protecs Inj Lös 4000 IE Fertigspr 6× 0,4 ml. (A)

Eprex Protecs Inj Lös 5000 IE Fertigspr 6× 0,5 ml. (A)

Eprex Protecs Inj Lös 6000 IE Fertigspr 6× 0,6 ml (A)

Eprex Protecs Inj Lös 8000 IE Fertigspr 6× 0,8 ml (A)

Eprex Protecs Inj Lös 10000 IE Fertigspr 6× 1,0 ml (A)

Eprex Protecs Inj Lös 20000 IE Fertigspr 1× 0,5 ml (A)

Eprex Protecs Inj Lös 30000 IE Fertigspr 1× 0,75 ml und 4× 0,75 ml (A)

Eprex Protecs Inj Lös 40000 IE Fertigspr 1× 1,0 ml und 4× 1,0 ml (A)

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Juni 2016.

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