Serdolect 20 mg Filmtabletten

Zwitserland - Duits - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Koop het nu

Bijsluiter Bijsluiter (PIL)

24-10-2018

Productkenmerken Productkenmerken (SPC)

24-10-2018

Werkstoffen:
sertindolum
Beschikbaar vanaf:
Lundbeck (Schweiz) AG
ATC-code:
N05AE03
INN (Algemene Internationale Benaming):
sertindolum
farmaceutische vorm:
Filmtabletten
Samenstelling:
sertindolum 20 mg, maydis amylum, lactosum monohydricum 118.84 mg, hydroxypropylcellulosum, cellulosum microcristallinum, carmellosum natricum conexum corresp. natrium 0.35 mg, magnesii stearas, Überzug: hypromellosum, macrogolum 400, E 171, E 172 (flavum), E 172 (rubrum), E 172 (nigrum) pro compresso obducto.
klasse:
B
Therapeutische categorie:
Synthetika
Therapeutisch gebied:
Neurolepticum
Autorisatienummer:
53845
Autorisatie datum:
1997-08-26

Documenten in andere talen

Bijsluiter Bijsluiter - Frans

23-10-2018

Productkenmerken Productkenmerken - Frans

23-10-2018

Bijsluiter Bijsluiter - Italiaans

19-10-2018

Lees het volledige document

Patienteninformation

Serdolect®

Lundbeck (Schweiz) AG

Was ist Serdolect und wann wird es angewendet?

Serdolect, welches den Wirkstoff Sertindol enthält, gehört zu der Gruppe von Arzneimitteln, die

gegen Schizophrenie wirksam sind. Dieses Arzneimittel hilft, gewisse chemische Ungleichgewichte

im Hirn zu korrigieren, die die Symptome Ihrer Krankheit bewirken. Serdolect wird auf

Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin eingenommen.

Da Serdolect Ihr Herz beeinträchtigen kann, wird Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Serdolect nur

verschreiben, wenn Sie ein anderes Antipsychotikum nicht mehr einnehmen können.

Wann darf Serdolect nicht eingenommen werden?

Serdolect darf nicht eingenommen werden,

·wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Sertindol oder einem der anderen Bestandteile von

Serdolect sind,

·wenn bei Ihnen eine Störung des Wasser- oder Salzhaushaltes vorliegt (bei zu geringem Kalium-

oder Magnesiumgehalt im Blut) und Sie wegen dieses Mangelzustands nicht behandelt werden,

·wenn Sie unter einer schweren Gefässerkrankung oder einer schweren Herzerkrankung leiden, wie

Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Verdickung des Herzmuskels (Herzhypertrophie),

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) oder ungewöhnlich langsamem Puls (weniger als 50 Schläge

pro Minute),

·wenn eine Herzuntersuchung mittels EKG (Elektrokardiogramm) ergeben hat, dass das QT-Intervall

bei Ihnen verlängert ist (QT-Intervallverlängerung = eine Störung des elektrischen

Reizleitungssystems im Herzen, die sich z.B. in einer erhöhten Anfälligkeit für Rhythmusstörung

äussern kann). Eine solche Störung kann angeboren sein oder sich auch spontan entwickeln,

·wenn Sie unter einer schweren Lebererkrankung leiden,

·wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die das QT-Intervall verlängern oder den Blutplasmaspiegel von

Serdolect beeinflussen können. Beispiele für solche Arzneimittel sind:

·Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (z.B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid)

·Antipsychotika (z.B. Haloperidol, Quetiapin)

·«Makrolid»-Antibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin)

·«Chinolon»-Antibiotika (z.B. Gatifloxacin, Moxifloxacin)

·Antihistaminika (Mittel gegen Heuschnupfen oder andere Allergien) wie Terfenadin, Astemizol

·«Azol»-Antimykotika (Mittel gegen Pilzinfektionen) (z.B. Itraconazol, Ketoconazol)

·Kalziumkanalblocker, die zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck oder Herzschmerzen verwendet

werden (z.B. Diltiazem, Verapamil)

·Arzneimittel wie z.B. Lithium (Anwendung bei manisch-depressiven Erkrankungen), Cisaprid

(Anwendung bei bestimmten Magenproblemen), Cimetidin (Mittel zur Behandlung von

Magengeschwüren), Mittel gegen HIV (AIDS-Viren) (z.B. Indinavir).

Wann ist bei der Einnahme von Serdolect Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Lenken Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, ehe Sie wissen, wie Sie auf die

Einnahme von Serdolect reagieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Es ist ratsam, während der Behandlung mit Serdolect Alkohol zu meiden.

Besondere Vorsicht ist geboten:

·wenn Sie oder jemand aus Ihrer Familie schon einmal Blutgerinnsel gebildet haben, denn

Arzneimittel wie Serdolect werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht.

·wenn bei Ihnen Risikofaktoren für einen Schlaganfall vorliegen, wie Bluthochdruck,

kardiovaskuläre Erkrankungen oder Probleme mit den Blutgefässen im Gehirn.

·wenn Sie älter als 65 Jahre alt sind.

·wenn Sie an Parkinson leiden.

·wenn Sie eine Lebererkrankung haben.

Für ältere Demenzpatienten, die ein Antipsychotikum einnehmen, besteht ein erhöhtes

Schlaganfallrisiko. Serdolect wird nicht zur Anwendung bei älteren Demenzpatienten empfohlen.

Ihre körperliche Gesundheit muss mit besonderer Vorsicht überwacht werden, wenn Sie an Diabetes

leiden.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie an Epilepsie (Krampfanfälle) leiden oder

frühere Anfallserkrankungen hatten. Eine vorsichtige Behandlung mit Serdolect wird in diesem Fall

nötig.

Vor und während der Behandlung mit Serdolect wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin bestimmte

Untersuchungen durchführen, um zu entscheiden, ob die Behandlung für Sie sicher ist. Dazu

gehören:

·ein Elektrokardiogramm (EKG) Ihres Herzens, um zu kontrollieren ob das QT-Intervall nicht

verlängert ist. Drei Wochen nach Behandlungsbeginn oder nachdem Sie eine Dosis von 16 mg

Serdolect pro Tag erreicht haben, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin in der Regel erneut ein EKG

aufnehmen. Diese Untersuchung wird alle 3 Monate wiederholt. Falls die Dosis von Serdolect oder

von einem anderen Arzneimittel durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin geändert wird, wird erneut ein

EKG aufgenommen.

·eine Laborkontrolle, um den Kalium- sowie Magnesium-Gehalt Ihres Blutes zu überprüfen. Falls

diese zu tief sind, muss dieser Zustand behoben werden, bevor Sie mit der Serdolect Behandlung

beginnen können.

·die Überwachung Ihres Blutdrucks.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls während der Behandlung mit Serdolect folgende

Symptome auftreten:

·hohes Fieber, ungewöhnliche Muskelsteifheit oder Bewusstseinsstörungen (vor allem im

Zusammenhang mit Schwitzen und raschem Herzschlag). Diese Symptome könnten auf ein seltenes

Krankheitsbild, dem sogenannten neuroleptischen malignen Syndrom, hinweisen, welches im

Zusammenhang mit anderen Antipsychotika gemeldet wurde. Falls diese Symptome auftreten,

kontaktieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird

gegebenenfalls die Behandlung mit Serdolect beenden.

·unkontrollierte Bewegungen des Körpers, des Mundes oder der Zunge. Falls solche Symptome

auftreten, kontaktieren Sie bitte sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, da es sich um eine Spätdyskinesie

handeln könnte. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann die Dosierung von Serdolect reduzieren oder die

Behandlung abbrechen.

·Herzklopfen (abnormale Herzschläge), Bewusstseinsverlust (Ohnmacht) oder Krämpfe.

Gegebenenfalls muss erneut ein EKG aufgenommen werden.

·Erbrechen und Durchfall. Kontaktieren Sie bitte ebenfalls Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie so

genannte Diuretika (harntreibende Arzneimittel) einnehmen. Diese Arzneimittel werden in der Regel

gegen hohen Blutdruck oder Ödeme eingenommen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird gegebenenfalls

Ihren Kaliumgehalt im Blut überprüfen.

Gewisse Arzneimittel beeinflussen den Serdolect-Gehalt im Blut. Besondere Vorsicht ist geboten,

wenn Sie Serdolect zusammen mit folgenden Arzneimitteln einnehmen:

·Dopaminagonisten (Arzneimittel, welche bei Parkinson eingenommen werden), da gewisse

Antipsychotika die Wirkung dieser Arzneimittel vermindern können. Falls Sie ein Arzneimittel

gegen Ihre Parkinsonerkrankung einnehmen und sich Ihre Symptome verschlechtern, sollten Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

·Fluoxetin und Paroxetin (Wirkstoffe zur Behandlung von Depressionen) können die Blutspiegel von

Serdolect erhöhen, weshalb Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin unter Umständen die Dosis von Serdolect

herabsetzen wird.

·Carbamazepin, Phenytoin sowie Phenobarbital (Wirkstoffe zur Behandlung der Epilepsie) und

Rifampicin (ein Antibiotikum, oft verwendet zur Behandlung von Tuberkulose), da sie die Wirkung

von Serdolect verringern können.

Wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosis eines Ihrer Arzneimittel ändert, müssen möglicherweise

die Dosis von Serdolect geändert oder EKG-Untersuchungen durchgeführt werden.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten und Patientinnen mit den seltenen erblichen

Stoffwechselstörungen Galactose-Unverträglichkeit, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption, sollten Serdolect nicht einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Serdolect während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin um Rat.

Die Sicherheit von Serdolect während der Schwangerschaft wurde nicht nachgewiesen. Deshalb

sollte Serdolect während der Schwangerschaft nicht verwendet werden.

Bei Anwendung von Serdolect während des letzten Drittels der Schwangerschaft können bei

Neugeborenen Zittern, Muskelsteifigkeit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Erregung,

Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern auftreten.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ärztin unverzüglich im Falle einer Schwangerschaft, um das

weitere Vorgehen zu besprechen. Die Behandlung soll keinesfalls aus eigenem Ermessen abgesetzt

werden. Ein plötzliches Absetzen von Serdolect kann schwerwiegende Folgen haben.

Bitte informieren Sie auch unverzüglich Ihren Frauenarzt bzw. –ärztin oder Geburtshelfer/-in über

eine Einnahme während der Schwangerschaft, insbesondere wenn beschriebene Auffälligkeiten bei

Ihrem Kind nach der Geburt auftreten.

Es ist zu erwarten, dass Sertindol in die Muttermilch übergeht. Wenn eine Behandlung mit Serdolect

für notwendig gehalten wird, soll abgestillt werden.

Sertindol kann Nebenwirkungen verursachen, die Ihre sexuelle Aktivität und Fortpflanzungsfähigkeit

beeinflussen können. Diese Wirkungen sind vorübergehend. Besprechen Sie Probleme im

Zusammenhang mit Ihrer sexuellen Aktivität bitte mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Wie verwenden Sie Serdolect?

Serdolect wird einmal täglich eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten

erfolgen. Die Filmtabletten sind unzerkaut mit Wasser einzunehmen.

Die Behandlung sollte bei allen Patienten und Patientinnen mit 4 mg/Tag (1 Filmtablette Serdolect 4

mg) beginnen. Die Dosis kann alle 4-5 Tage um jeweils 4 mg erhöht werden, bis die optimale

tägliche Erhaltungsdosis im Bereich von 12-20 mg/Tag erreicht ist.

Nur in sehr seltenen Fällen wird die Höchstdosis von 24 mg/Tag verordnet.

Ältere Patienten und Patientinnen (über 65 Jahre):

Über die Behandlung von älteren Patienten und Patientinnen liegen nur begrenzte klinische

Erfahrungen vor (siehe «Welche Nebenwirkungen kann Serdolect haben?»). Empfohlen werden eine

langsamere Dosissteigerung und eine niedrigere Erhaltungsdosis.

Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren):

Die Anwendung und Sicherheit von Serdolect wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.

Eingeschränkte Nierenfunktion:

Bei Patienten und Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktion kann Serdolect in der üblichen

Dosierung angewendet werden.

Eingeschränkte Leberfunktion:

Die Erhaltungsdosis von Patienten und Patientinnen mit leichten oder mittelschweren

Leberfunktionsstörungen sollte niedriger sein und die Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung

langsamer erfolgen.

Nehmen Sie Ihre Tabletten so lange wie es Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin empfiehlt. Hören Sie

nicht auf, sie zu nehmen, auch wenn Sie beginnen, sich besser zu fühlen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Die Behandlung sollte nicht abrupt beendet werden, da sonst mit dem Auftreten von

Nebenwirkungen zu rechnen ist. Die Beendigung der Behandlung sollte schrittweise und immer in

Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin erfolgen.

Wenn Sie eine Tablette vergessen, beunruhigen Sie sich nicht. Nehmen Sie einfach die nächste

Tablette, wenn sie fällig ist. Wenn Sie mehr als eine Tablette vergessen, kontaktieren Sie bitte Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wenn Sie versehentlich zu viel Serdolect eingenommen haben, kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin oder die Notfallabteilung des nächsten Spitals und nehmen Sie die Packung des

Arzneimittels mit. Zeichen einer Überdosierung können unter anderem zunehmende Schläfrigkeit,

verwaschene Sprache, beschleunigter Pulsschlag oder niedriger Blutdruck sein.

Welche Nebenwirkungen kann Serdolect haben?

Zu Beginn der Behandlung mit Serdolect fühlen Sie sich möglicherweise schwindlig, wenn Sie aus

dem Sitzen oder Liegen aufstehen. Dieses Gefühl verschwindet sehr wahrscheinlich, nachdem Sie

Serdolect einige Zeit eingenommen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird das Risiko für Schwindel

senken, indem die Behandlung mit einer niedrigen Dosis gestartet und die Dosis über einige Wochen

schrittweise erhöht wird.

Sollten Sie Nebenwirkungen feststellen, die schwerwiegend sind oder länger als zwei Wochen

anhalten, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wenn folgende Nebenwirkungen auftreten, benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin oder suchen Sie direkt ein Spital auf:

Gelegentlich (bei weniger als 1 von 100 Patienten):

·Sehr schneller oder unregelmässiger oder kräftiger Herzschlag, Schwindel oder Ohnmacht,

eventuell auch Kurzatmigkeit oder Schmerzen in der Brust. Diese Symptome könnten auf einen

lebensbedrohlich unregelmässigen Herzschlag hinweisen.

·Unkontrollierbare Bewegungen vor allem von Mund, Zunge und Gliedmassen (dies könnte auf

einen Zustand bekannt als tardive Dyskinesie hinweisen).

Selten (bei weniger als 1 von 1'000 Patienten):

·Eine Kombination aus Fieber, beschleunigter Atmung, Schwitzen, Muskelsteifheit und

Benommenheit oder Schläfrigkeit (diese Symptome können auf ein malignes neuroleptisches

Syndrom hinweisen).

Häufigkeit unbekannt:

·Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen

der Beine), die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen

sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können.

Zusätzlich zu den obengenannten Nebenwirkungen wurden folgende unerwünschte Wirkungen

beobachtet:

Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Patienten):

·Rhinitis (verstopfte Nase)

·Unfähigkeit zum Samenerguss

Häufig (bei weniger als 1 von 10 Patienten):

·Schwindelgefühl oder plötzliches Schwindelgefühl beim Aufstehen

·Trockener Mund

·Gelenkschmerzen

·Gewichtszunahme

·Schwellungen der Hände oder Füsse

·Kurzatmigkeit

·Merkwürdiges Gefühl auf der Haut, wie Kribbeln und Nadelstiche

·Volumenmässig verminderter Samenerguss

·Impotenz

·Veränderungen der elektrischen Tätigkeit Ihres Herzens (sog. «Verlängerung der QT-Zeit»). Eine

Verlängerung der QT-Zeit kann Symptome wie Herzklopfen und Ohnmacht verursachen.

·Rote und/oder weisse Blutkörperchen im Urin. Dies wird durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin getestet;

es ist mit blossem Auge nicht sichtbar.

Gelegentlich (bei weniger als 1 von 100 Patienten):

·Hoher Blutzucker

·Ohnmacht

·Krampfanfälle

·Unregelmässiger Herzschlag, bekannt als «Torsade de pointes»

·Erhöhte Blutwerte eines Hormons, das Prolaktin genannt wird

·Milchige oder klare Absonderung aus den Brüsten (Galaktorrhö)

Bei Anwendung von Serdolect während des letzten Drittels der Schwangerschaft können bei

Neugeborenen Zittern, Muskelsteifigkeit, Schwäche, Schläfrigkeit, Erregung, Schwierigkeiten beim

Atmen oder Probleme beim Füttern auftreten.

Es wurde bei älteren Personen mit Demenz, die Neuroleptika einnehmen im Vergleich zu solchen,

die keine Neuroleptika erhalten, ein kleiner Anstieg von Todesfällen verzeichnet.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Erbrechen oder Durchfall auftreten oder wenn Sie

Entwässerungstabletten (Diuretika) einnehmen. Diese werden normalerweise zur Behandlung von

hohem Blutdruck oder Ödemen (Schwellungen, wenn Ihr Körper zu viel Wasser speichert)

angewendet. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird möglicherweise die Konzentration von Kalium in Ihrem

Blut messen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Serdolect in der Originalpackung bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum

verwendet werden.

Bringen Sie angefangene Packungen Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin

zur fachgerechten Entsorgung zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Serdolect enthalten?

Serdolect Filmtabletten enthalten 4 mg, 12 mg, 16 mg, oder 20 mg Sertindol (als Wirkstoff) und

Hilfsstoffe. Im Tablettenkern: Maisstärke, Lactosemonohydrat, Hydroxypropylcellulose,

mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat; im Filmüberzug:

Hypromellose, Macrogol 400 und Farbstoffe: Titaniumdioxid (E171). Zusätzlich enthalten die 4 mg

Filmtabletten gelbes Eisenoxid (E172), die 12 mg Filmtabletten gelbes und rotes Eisenoxid (E172),

die 16 mg Filmtabletten rotes Eisenoxid (E172) und die 20 mg Filmtabletten gelbes, rotes, und

schwarzes Eisenoxid (E172).

Serdolect Filmtabletten enthalten Lactose.

Serdolect 4 mg enthält 60.8 mg

Serdolect 12 mg enthält 84.5 mg

Serdolect 16 mg enthält 95.1 mg

Serdolect 20 mg enthält 118.8 mg

Zulassungsnummer

53845 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Serdolect? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 30 Filmtabletten (4 mg).

Packungen zu 28 und 98 Filmtabletten (12 mg, 16 mg oder 20 mg).

Zulassungsinhaberin

Lundbeck (Schweiz) AG, Opfikon.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

04102016PI

Lees het volledige document

Fachinformation

Serdolect®

Lundbeck (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Sertindol.

Hilfsstoffe:

Tablettenkern: Maisstärke, Lactosemonohydrat, Hydroxypropylcellulose, mikrokristalline Cellulose,

Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat.

Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol 400, Color: Titaniumdioxid (E171), zusätzlich enthalten die

4 mg Filmtabletten gelbes Eisenoxid (E172), die 12 mg Filmtabletten gelbes und rotes Eisenoxid

(E172), die 16 mg Filmtabletten rotes Eisenoxid (E172) und die 20 mg Filmtabletten gelbes, rotes

und schwarzes Eisenoxid (E172).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 4 mg, 12 mg, 16 mg, 20 mg Sertindol.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der Schizophrenie

Aufgrund kardiovaskulärer Sicherheitsbedenken sollte Serdolect nur bei Patienten mit Schizophrenie

angewendet werden, die zumindest mit einem anderen Antipsychotikum ungenügenden

Behandlungserfolg und/oder ungenügende Verträglichkeit zeigten.

Serdolect sollte in Notfallsituationen nicht zur raschen Beherrschung akuter Erregungszustände

verabreicht werden.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Serdolect wird einmal täglich eingenommen, mit oder ohne Mahlzeiten.

Bei Patienten, bei denen eine Sedierung erforderlich ist, können gleichzeitig Benzodiazepine

verabreicht werden.

Hinweis: Eine EKG-Überwachung ist vor und während der Behandlung mit Serdolect erforderlich

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Klinische Studien haben gezeigt, dass Serdolect das QT-Intervall in einem grösseren Ausmass

verlängert als einige andere Antipsychotika. Serdolect sollte daher nur bei Patienten mit

Schizophrenie angewendet werden, die zumindest mit einem anderen Antipsychotikum

ungenügenden Behandlungserfolg und/oder ungenügende Verträglichkeit zeigten.

Ärzte, die Serdolect verordnen, sollten die erforderlichen Sicherheitsmassnahmen vollständig

befolgen (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Titration

Die Therapie mit Serdolect sollte mit 4 mg täglich begonnen werden. Die Dosis wird alle 4-5 Tage

um 4 mg gesteigert (Titration) bis zur optimalen Erhaltungsdosis, die im Bereich von 12-20 mg liegt.

Aufgrund der α1-blockierenden Wirkung von Serdolect kann während der anfänglichen Dosis-

Titrationsphase orthostatische Hypotonie auftreten. Eine Anfangsdosis von 8 mg oder eine zu rasche

Dosiserhöhung heben das Risiko für eine orthostatische Hypotonie deutlich an.

Je nach individuellem Ansprechen des Patienten kann die Dosis bis auf 20 mg/Tag erhöht werden.

Nur in Ausnahmefällen sollte die Höchstdosis von 24 mg angewandt werden, da klinische Studien

nicht eindeutig zeigen konnten, dass Dosierungen über 20 mg wirksamer waren, und im oberen

Dosisbereich QT-Verlängerungen verstärkt auftraten.

Der Blutdruck sollte während der Titrationsphase sowie in der frühen Erhaltungsphase kontrolliert

werden.

Die volle antipsychotische Wirkung tritt nach 2-4 Wochen ein.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Geriatrie

Eine pharmakokinetische Studie zeigte keine Unterschiede zwischen jungen und älteren Patienten.

Für Patienten über 65 Jahre liegen jedoch nur begrenzt Daten aus klinischen Studien vor. Mit einer

Behandlung sollte erst nach Durchführung einer gründlichen kardiovaskulären Untersuchung

begonnen werden.

Langsamere Titration und tiefere Erhaltungsdosen können bei älteren Patienten angezeigt sein, da

diese eventuell eine grössere Sensibilität gegenüber den kardiovaskulären Effekten von Sertindol

haben könnten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen bis zu einem Alter von 18 Jahren

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Serdolect wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.

Patienten mit herabgesetzter Nierenfunktion

Serdolect kann bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen in der üblichen Dosierung angewandt

werden. Die Pharmakokinetik von Serdolect wurde durch Hämodialyse nicht beeinflusst.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit einer leichten oder mittelschweren Leberfunktionsstörung sind eine langsamere

Dosis-Titration sowie eine niedrigere Erhaltungsdosis angezeigt.

Behandlungsunterbruch mit Serdolect

Bei Patienten mit einem Behandlungsunterbruch mit Serdolect von weniger als einer Woche ist eine

nochmalige einschleichende Dosierung nicht notwendig, die Erhaltungsdosis kann wieder weiter

gegeben werden. Bei längerem Behandlungsunterbruch sollte der einschleichende Dosierungsplan

hingegen eingehalten werden.

Vor erneuter Titration von Serdolect sollte ein EKG abgeleitet werden.

Wechsel von anderen Antipsychotika

Wenn Patienten von einem anderen oralen Antipsychotikum zu Serdolect wechseln, soll die

Behandlung mit Serdolect gemäss dem empfohlenen Titrationsplan begonnen werden, wobei die

anderen oralen Neuroleptika graduell oder sofort abgesetzt werden.

Patienten, die mit einem Depot-Antipsychotikum behandelt wurden, beginnen anstelle der geplanten

nächsten Injektion die Therapie mit Serdolect gemäss Titrationsplan.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Sertindol oder einem der Hilfsstoffe von Serdolect.

Serdolect ist bei Patienten mit bekannter unbehandelter Hypokaliämie und solchen mit unbehandelter

Hypomagnesiämie kontraindiziert.

Patienten mit anamnestisch bekannten klinisch relevanten Herz-Kreislauf-Erkrankungen,

dekompensierter Herzinsuffizienz, Herzhypertrophie, Arrhythmien oder Bradykardie (<50 Schläge

pro Minute) dürfen Serdolect nicht einnehmen.

Eine Behandlung mit Serdolect ist ausserdem bei Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom

oder dieser Krankheit in der Familienanamnese und bei Patienten mit bekannter erworbener QT-

Verlängerung (QTc-Intervall >450 msec (Männer), bzw. >470 msec (Frauen)) kontraindiziert.

Begleitmedikationen, die bekanntermassen eine QT-Verlängerung hervorrufen, stellen eine

Kontraindikation für eine Serdolect-Behandlung dar. Zu diesen Arzneimitteln zählen:

·Antiarrhythmika der Klasse Ia und III (z.B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid)

·einige Neuroleptika (z.B. Haloperidol, Quetiapin)

·einige Makrolide (z.B. Erythromycin)

·einige Antihistaminika (z.B. Terfenadin, Astemizol)

·einige Chinolonantibiotika (z.B. Gatifloxacin, Moxifloxacin)

Diese Liste ist nicht vollständig; einzelne andere Medikamente, die bekanntlich auch das QT-

Intervall verlängern (z.B. Cisaprid, Lithium), sind ebenfalls kontraindiziert.

Die gleichzeitige Verabreichung von Sertindol und Medikamenten, die bekanntermassen die

Leberenzyme Cytochrom P450 3A hemmen (siehe «Interaktionen»), ist kontraindiziert. Zu den

entsprechenden Klassen gehören:

·systemische Behandlung mit «Azol»-Antimykotika (z.B. Itraconazol, Ketoconazol)

·einige Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin)

·einige Kalzium-Antagonisten (z.B. Diltiazem, Verapamil)

·HIV-Proteaseinhibitoren (z.B. Indinavir)

Diese Liste ist nicht vollständig; einzelne andere Medikamente, die bekanntlich ebenfalls die

CYP3A-Enzyme stark hemmen (z.B. Cimetidin) sind ebenfalls kontraindiziert.

Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz dürfen Sertindol nicht einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Herzkreislauf:

In klinischen Studien wurde beobachtet, dass Serdolect das QT-Intervall stärker verlängert als einige

andere Neuroleptika. Die mittlere QT-Verlängerung ist am oberen Ende des empfohlenen

Dosisbereichs (20 und 24 mg) stärker ausgeprägt. Die Verlängerung des QTc-Intervalls birgt bei

einigen Arzneimitteln das Risiko, Arrhythmien vom Typ Torsade de pointes (TdP) (einer

lebensbedrohlichen polymorphen Kammertachykardie) sowie einen plötzlichen Tod hervorzurufen.

Klinische und nichtklinische Daten konnten jedoch nicht belegen, dass Serdolect ein grösseres

arrhythmogenes Potential als andere Antipsychotika hat. Daher sollte Serdolect nur bei Patienten mit

Schizophrenie angewendet werden, die zumindest mit einem anderen Antipsychotikum

ungenügenden Behandlungserfolg und/oder ungenügende Verträglichkeit zeigten.

Ärzte, die Serdolect verordnen, sollten die erforderlichen Sicherheitsmassnahmen vollständig

einhalten.

EKG-Kontrolle:

·EKG-Kontrollen sind vor und während der Behandlung mit Serdolect erforderlich.

·Serdolect ist kontraindiziert, wenn bei Behandlungsbeginn bei männlichen Patienten ein QTc-

Intervall von >450 msec und bei weiblichen Patienten von >470 msec beobachtet wird.

·EKG-Kontrollen sollten zu Behandlungsbeginn, darauf nach Erreichen des Steady-State nach etwa 3

Wochen oder Erreichen einer Dosis von 16 mg, und wieder nach einer Behandlungsdauer von 3

Monaten durchgeführt werden.

·Während der Erhaltungstherapie ist alle drei Monate ein EKG erforderlich.

·Während der Erhaltungstherapie sind vor und nach jeder Dosiserhöhung EKG-Aufzeichnungen

vorzunehmen.

·Ein EKG wird nach jeder zusätzlichen Gabe oder Erhöhung der Dosis einer Begleitmedikation, die

zu einer Erhöhung der Sertindol-Konzentration führen könnte, empfohlen (siehe «Interaktionen»).

·Wird während der Behandlung mit Serdolect ein QTc-Intervall von mehr als 500 msec gemessen,

sollte die Behandlung mit Serdolect abgebrochen werden.

·Werden bei den Patienten Symptome wie Palpitationen, Konvulsionen oder Synkope beobachtet, die

ein Zeichen für das Auftreten von Arrhythmien sein könnten, sollte der verschreibende Arzt

umgehend eine Untersuchung einschliesslich eines EKGs einleiten.

·Das EKG wird idealerweise morgens abgeleitet und für die Berechnung des QTc-Intervalls sind die

Bazett- oder die Fridericia-Formel zu bevorzugen.

Das Risiko einer QT-Verlängerung steigt bei Anwendung einer Begleitmedikation, die das QTc-

Intervall verlängert oder den Metabolismus von Sertindol hemmt (siehe «Kontraindikationen»).

Bei Patienten, bei denen das Risiko einer erheblichen Elektrolytenentgleisung vorliegt, sind vor

Behandlungsbeginn mit Serdolect die Kalium- und Magnesiumserumspiegel zu bestimmen.

Gegebenenfalls sind vor Aufnahme einer Behandlung dann niedrige Kalium- und Magnesiumspiegel

zu korrigieren. Treten Erbrechen, Durchfall oder andere Störungen des Elektrolytenhaushalts auf,

oder wird eine Behandlung mit kaliumentziehenden Diuretika durchgeführt, ist eine Kontrolle der

Kaliumspiegel im Serum angebracht.

Aufgrund der α1-blockierenden Wirkung von Sertindol können während der anfänglichen Dosis-

Titrationsphase orthostatische Symptome auftreten.

Neuroleptika können die Wirkung von L-Dopa- und Dopamin-Agonisten hemmen. Serdolect sollte

bei Patienten mit Morbus Parkinson vorsichtig eingesetzt werden.

Einige SSRI's wie Fluoxetin und Paroxetin (potente CYP2D6-Hemmer) können die Plasmaspiegel

von Sertindol um den Faktor 2-3 erhöhen. Eine Kombinationstherapie mit Serdolect und diesen

Arzneimitteln sollte daher nur unter besonderer Vorsicht und bei positiver Nutzen-Risiko-Abwägung

erfolgen.

Eine niedrigere Erhaltungsdosis von Serdolect kann erforderlich sein und eine sorgfältige EKG-

Kontrolle sollte vor und nach jeder Dosisänderung dieser Arzneimittel durchgeführt werden (siehe

«Interaktionen»).

Serdolect sollte bei Patienten, die langsame CYP2D6-Metabolisierer sind, mit Vorsicht eingesetzt

werden (siehe «Interaktionen»).

Von Hyperglykämie oder der Verschlimmerung eines bereits bestehenden Diabetes während der

Behandlung mit Sertindol wurde in sehr seltenen Fällen berichtet. Eine adäquate klinische

Überwachung ist bei diabetischen Patienten und bei Patienten mit Risikofaktoren für die

Entwicklung eines Diabetes Mellitus ratsam.

Risiko für das Auftreten von unerwünschten zerebrovaskulären Ereignissen:

In randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die

mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein etwa um das dreifache erhöhtes

Risiko für unerwünschte zerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet. Der Mechanismus, der zu dieser

Risikoerhöhung führt, ist unbekannt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Wirkung auch

bei der Anwendung anderer Antipsychotika oder bei anderen Patientengruppen auftritt. Sertindol

sollte daher bei Patienten, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben, mit Vorsicht angewendet

werden. Aufgrund des erhöhten Risikos von schwerwiegenden kardiovaskulären Erkrankungen bei

älteren Menschen, sollte Sertindol bei Patienten über 65 Jahren nur mit Vorsicht angewendet werden.

Mit einer Behandlung sollte erst nach einer gründlichen kardiovaskulären Untersuchung begonnen

werden.

Venöse Thromboembolien:

Unter Behandlung mit Neuroleptika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet

worden. Patienten, die mit Neuroleptika behandelt werden, zeigen oftmals erworbene Risikofaktoren

für VTE. Deshalb sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung

mit Sertindol identifiziert und präventive Massnahmen ergriffen werden.

Erhöhtes Todesfallrisiko bei älteren Personen mit Demenz:

Die Daten von zwei grossen Anwendungsbeobachtungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit

Demenz, welche mit Neuroleptika behandelt werden, ein leicht erhöhtes Todesfallrisiko haben im

Vergleich zu Nicht-Behandelten. Es existieren nicht genügend Daten, um eine abschliessende

Beurteilung des genauen Ausmasses des Risikos zu geben. Die Ursache des erhöhten Risikos ist

nicht bekannt.

Sertindol ist nicht zugelassen zur Behandlung von demenz-bezogenen Verhaltensstörungen.

Herabgesetzte Leberfunktion:

Patienten mit leichten/mittelschweren Leberfunktionsstörungen sollten genau beobachtet werden.

Eine langsamere Dosis-Titration und eine niedrigere Erhaltungsdosis sind angezeigt (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Tardive Dyskinesie:

Es wird angenommen, dass die tardive Dyskinesie durch eine Überempfindlichkeit der

Dopaminrezeptoren in den Basalganglien aufgrund einer chronischen Rezeptorblockade durch

Neuroleptika hervorgerufen wird. In klinischen Studien wurde eine niedrige Inzidenz (vergleichbar

mit der von Placebo) von extrapyramidalen Symptomen unter Serdolect-Behandlung beobachtet.

Dennoch wurde eine Langzeitbehandlung mit neuroleptischen Substanzen (vor allem mit höheren

Dosierungen) mit dem Risiko der tardiven Dyskinesie in Verbindung gebracht. Treten Anzeichen

einer tardiven Dyskinesie auf, sollte eine Dosisreduzierung oder ein Absetzen der Medikation

erwogen werden.

Epileptische Anfälle:

Serdolect sollte bei Patienten mit einer Anamnese von epileptischen Anfällen mit Vorsicht

angewandt werden.

Malignes neuroleptisches Syndrom:

Ein potentiell gefährlicher Komplex von Symptomen, der als malignes neuroleptisches Syndrom

bezeichnet wird, wird gelegentlich im Zusammenhang mit antipsychotischen Medikamenten

festgestellt. Das Auftreten eines malignen neuroleptischen Syndroms erfordert ein sofortiges

Absetzen von antipsychotischen Medikamenten.

Absetz-Symptome:

Akute Absetz-Symptome, wie Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und Schlaflosigkeit, wurden nach

abruptem Absetzen von Antipsychotika beschrieben. Erneutes Auftreten von psychotischen

Symptomen könnte auch erfolgen und das Auftreten von unwillkürlichen Bewegungsstörungen (wie

Akathisie, Dystonie, Dyskinesie) wurde berichtet. Aus diesen Gründen ist ein schrittweises Absetzen

ratsam.

Aufgrund des Gehaltes an Lactose-Monohydrat sollten Patienten mit der seltenen hereditären

Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption Serdolect nicht

einnehmen.

Interaktionen

Verlängerungen des QT-Intervalls infolge der Serdolect-Behandlung können durch die gleichzeitige

Gabe von anderen Medikamenten, die auch das QT-Intervall erhöhen, verstärkt werden. Die

gleichzeitige Gabe solcher Medikamente stellt daher eine Kontraindikation dar (siehe

«Kontraindikationen»).

Solch eine Wechselwirkung kann z.B. zwischen Chinidin und Sertindol auftreten. Zusätzlich zum

Einfluss auf die QT-Intervall-Verlängerung (siehe «Kontraindikationen») wird CYP2D6 durch

Chinidin erheblich gehemmt.

Sertindol wird extensiv metabolisiert durch die CYP2D6 und CYP3A Isozyme des Cytochrom P450

Systems. CYP2D6 ist polymorph in der Population. Beide Isoenzyme können durch eine Reihe von

psychotropen und anderen Medikamenten gehemmt werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

CYP2D6: Bei Patienten, welche gleichzeitig Fluoxetin oder Paroxetin (starke CYP2D6-Hemmer)

einnehmen, ist die Plasmakonzentration von Sertindol um den Faktor 2-3 erhöht. Aus diesem Grund

sollte Sertindol nur mit grösster Vorsicht gleichzeitig mit diesen oder anderen CYP2D6-Hemmern

verabreicht werden. Möglicherweise ist eine tiefere Erhaltungsdosis von Sertindol erforderlich,

sowie eine sorgfältige EKG-Überwachung vor und nach jeder Dosisanpassung dieser Arzneimittel

notwendig (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

CYP3A: Geringfügige Erhöhungen (<25%) der Sertindol-Plasmakonzentration konnten für

Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin, ein CYP3A-Hemmer) und Calziumantagonisten (Diltiazem,

Verapamil) nachgewiesen werden. Bei langsamen CYP2D6 Metabolisierern könnte die Wirkung

jedoch ausgeprägter sein (da die Metabolisierung von Sertindol über CYP2D6 wie auch CYP3A

erfolgt). Da es nicht möglich ist, langsame CYP2D6 Metabolisierer routinemässig zu erfassen, ist die

gleichzeitige Verabreichung von CYP3A-Hemmern und Sertindol kontraindiziert, da dies zu

signifikant erhöhten Sertindol-Spiegeln führen kann (siehe «Kontraindikationen»).

Der Sertindol-Stoffwechsel wird durch Substanzen deutlich erhöht, die CYP-Isoenzyme induzieren.

Vor allem Carbamazepin, Rifampicin, Phenobarbital und Phenytoin können die Plasmakonzentration

von Sertindol um den Faktor 2-3 herabsetzen. Eine reduzierte antipsychotische Wirksamkeit bei

Patienten, die diese Medikamente oder andere induzierende Stoffe einnehmen, kann eine

Dosisanpassung im oberen Dosisbereich notwendig machen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Sicherheit der Anwendung von Sertindol während der Schwangerschaft ist nicht nachgewiesen.

Sertindol war in tierexperimentellen Reproduktionsstudien nicht teratogen. In entsprechenden

Studien beeinflusste die Substanz, bei Plasmakonzentrationen die unter den therapeutisch erzielten

lagen, die Fertilität männlicher Mäuse und Ratten. In einer Peri-/Postnatal-Studie wurde beim

Nachwuchs von mit humantherapeutisch relevanten Dosen von Sertindol behandelten weiblichen

Ratten eine verminderte Fertilität beobachtet (siehe «Präklinische Daten»).

Beim Menschen wurden Nebenwirkungen wie Hyperprolaktinämie, Galaktorrhoe, Erektionsstörung,

Ejakulationsstörung und Ausbleiben der Ejakulation berichtet. Diese Nebenwirkungen können einen

negativen Einfluss auf die weibliche und/oder männliche Sexualfunktion und Fertilität haben. Die

Wirkungen sind nach Absetzen reversibel.

Wenn eine klinisch signifikante Hyperprolaktinämie, Galaktorrhoe oder sexuelle Dysfunktion

auftritt, sollte eine Dosisreduktion (wenn möglich) oder das Absetzen in Betracht gezogen werden.

Nicht-teratogene Effekte:

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft

Antipsychotika (einschliesslich Sertindol) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für

extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei

Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor,

Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen.

Diese Komplikationen können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Bei einigen Fällen

waren sie selbst limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf

der Intensivstation oder eine längere Hospitalisation.

Sertindol soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar

notwendig. Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen der Behandlung erforderlich, so soll dies

möglichst nicht abrupt geschehen.

Stillzeit

Es wurden keine Studien bei stillenden Müttern durchgeführt. Es ist jedoch zu erwarten, dass

Sertindol in die Muttermilch übergeht.

Wenn eine Behandlung mit Serdolect für zwingend notwendig gehalten wird, soll abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Serdolect wirkt nicht sedierend. Trotzdem wird Patienten angeraten, vom Autofahren und Bedienen

von Maschinen abzusehen, bis ihre individuelle Empfindlichkeit bekannt ist.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Ereignisse in klinischen Studien mit einer Inzidenz über 1%, die mit der Einnahme

von Serdolect in Zusammenhang gebracht werden und häufiger waren als unter Placebo, sind (in

abnehmender Reihenfolge der Häufigkeit): Rhinitis/nasale Kongestion, Ejakulationsstörungen

(vermindertes Ejakulationsvolumen), Schwindel, Mundtrockenheit, orthostatische Hypotonie,

Arthralgie, Gewichtszunahme, periphere Ödeme, Dyspnoe, Parästhesien, Impotenz und QT-

Verlängerungen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Extrapyramidale Symptome (EPS)

Das Auftreten von extrapyramidalen Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Serdolect behandelt

wurden, entspricht der Häufigkeit des Auftretens bei Patienten, die Placebo erhielten. Zusätzlich

konnte in Placebo-kontrollierten Studien gezeigt werden, dass der Prozentsatz der Serdolect-

Patienten, die eine Anti-EPS-Medikation benötigen, sich nicht von dem bei Placebogabe

unterscheidet.

Einige der unerwünschten Arzneimittelwirkungen, zum Beispiel die orthostatische Hypotension,

treten zu Beginn der Behandlung auf und klingen unter fortgesetzter Behandlung ab.

Nachfolgend sind unerwünschte Wirkungen aus Spontanmeldungen und Post-Marketing-Studien

nach Organsystem und Häufigkeit aufgeführt:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1'000), selten (<1/1'000,

≥1/10'000), sehr selten (<1/10'000), Häufigkeit unbekannt (Häufigkeit aufgrund der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar).

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Hyperprolaktinämie.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtszunahme.

Gelegentlich: Hyperglykämie.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel, Parästhesie.

Gelegentlich: Synkope, Konvulsionen, Bewegungsstörungen (vor allem tardive Dyskinesie, siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Selten: Fälle eines Malignen Neuroleptischen Syndroms (MNS) (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Herzerkrankungen

Häufig: Periphere Ödeme, QT-Verlängerung (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gelegentlich: Torsade de pointes (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gefässerkrankungen

Häufig: Orthostatische Hypotonie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Häufigkeit unbekannt: Fälle von venösen Thromboembolien, einschliesslich Fälle von

Lungenembolie und von tiefer Venenthrombose, wurden unter Antipsychotika Therapie berichtet.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig: Rhinitis/nasale Kongestion (26.7%).

Häufig: Dyspnoe.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Mundtrockenheit.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Arthralgie.

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Häufigkeit unbekannt: Arzneimittelentzugssyndrom beim Neugeborenen (siehe

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Ausbleiben der Ejakulation (15.6%).

Häufig: Ejakulationsstörung, Erektionsstörung, Impotenz.

Gelegentlich: Galaktorrhoe.

Untersuchungen

Häufig: Erythrozyten im Urin positiv, Leukozyten im Urin positiv.

Überdosierung

Die Erfahrungen mit Serdolect bei einer akuten Überdosierung sind beschränkt. Todesfälle sind

aufgetreten. Es sind Fälle bekannt von Patienten, die sich nach Einnahme von mehreren Hundert mg

(bis 840 mg) ohne Folgen wieder erholten. Zeichen einer Überdosierung waren Somnolenz,

undeutliches Sprechen, Tachykardie, Hypotension und vorübergehende Verlängerung des QTc-

Intervalls.

Es wurden auch Fälle von Torsade de pointes (TdP) beobachtet, häufig in Zusammenhang mit

Begleitmedikationen, die bekanntermassen TdP auslösen.

Behandlung: Bei akuter Überdosierung sind die Atemwege freizuhalten und eine ausreichende

Sauerstoffversorgung ist sicherzustellen.

Es sollte sofort eine kontinuierliche Überwachung des EKGs und der Vitalzeichen eingeleitet

werden. Bei Auftreten einer QTc-Verlängerung wird empfohlen, den Patienten bis zur

Normalisierung des QTc-Intervalls zu überwachen. Die Halbwertszeit von 2 bis 4 Tagen für

Sertindol ist dabei zu berücksichtigen.

Ein Venenkatheter sollte gelegt werden und die Verabreichung von aktivierter Kohle mit einem

Abführmittel sollte erwogen werden.

Die Möglichkeit, dass mehrere Medikamente beteiligt sein könnten, sollte ferner in Betracht gezogen

werden.

Es existiert kein spezifisches Antidot für Sertindol. Auch ist Sertindol nicht dialysierbar, deshalb

sollten stützende Massnahmen ergriffen werden. Hypotension und Kreislaufkollaps sollten mit

angemessenen Massnahmen wie intravenösem Flüssigkeitsersatz behandelt werden. Falls zur

vaskulären Unterstützung sympathomimetisch wirkende Substanzen eingesetzt werden, sollten nicht

Adrenalin oder Dopamin verwendet werden, da eine Betastimulation kombiniert mit der α1-

antagonistischen Wirkung von Sertindol die Hypotension verschlimmern könnte.

Bei einer antiarrhythmischen Therapie mit Chinidin, Disopyramid oder Procainamid besteht

theoretisch die Gefahr einer QT-Intervall verlängernden Wirkung, welche sich mit derjenigen von

Sertindol addieren könnte.

In Fällen von schweren extrapyramidalen Symptomen sollten anticholinerge Medikamente

verabreicht werden. Eine sorgfältige medizinische Überwachung sollte bis zur Genesung des

Patienten fortgesetzt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AE03

Wirkungsmechanismus

Es wird angenommen, dass das neuropharmakologische Profil von Sertindol als neuroleptische

Substanz auf seinen selektiv hemmenden Effekt auf mesolimbische dopaminerge Neurone

zurückzuführen ist und durch einen ausgewogenen hemmenden Effekt sowohl auf zentrale Dopamin

D2- und Serotonin 5HT2-Rezeptoren als auch auf α1-adrenerge Rezeptoren bestimmt wird.

In pharmakologischen Tierversuchen hemmt Sertindol spontan aktive dopaminerge Neuronen im

mesolimbischen ventralen tegmentalen Bereich des Hirns, ohne die dopaminergen Neuronen der

Substantia nigra pars compacta (SNC) zu beeinflussen. Letzteres ist von Bedeutung, da angenommen

wird, dass die Hemmung der SNC-Aktivität am Auftreten von motorischen Nebenwirkungen

beteiligt ist, die bei vielen antipsychotisch wirksamen Medikamenten auftreten.

Antipsychotische Medikamente sind bekannt dafür, dass sie infolge ihrer Dopaminblockierung die

Serum-Prolaktin-Spiegel erhöhen. In Kurzzeitstudien wurde ein Anstieg beobachtet, die Werte

blieben jedoch innerhalb des Normbereichs. In Langzeitstudien (1 Jahr) wurde kein Anstieg

beobachtet.

Allerdings wurde nach Markteinführung gelegentlich von Hyperprolaktinämie und mit Prolaktin

verbundenen Nebenwirkungen unter der Anwendung von Sertindol berichtet.

Sertindol hat keinen Effekt auf muskarinische und histaminische H1-Rezeptoren. Dies wird bestätigt

durch die Abwesenheit von anticholinergen und sedativen Wirkungen, die in Verbindung stehen mit

diesen Rezeptoren.

Weitere Informationen zu klinischen Studien:

Die SCoP-Studie (Sertindole Cohort Prospective Study) war eine multinationale Studie, die als

grosse einfache Studie unter normalen Anwendungsbedingungen durchgeführt wurde und bei der die

Gesamtmortalität, kardiale Sicherheit und Suizidalität unter Sertindol mit der unter Risperidon

verglichen wurden. Die Studie war als prospektive, randomisierte, teilverblindete Studie mit zwei

parallelen Gruppen angelegt; Sertindol (n = 4930) und Risperidon (n = 4928) mit

Behandlungsperioden bis zu 4 Jahren.

Die Gesamtmortalität (der erste primäre Endpunkt) war für Sertindol und Risperidon ähnlich. Die

Todesursachen unterschieden sich zwischen den beiden Behandlungsgruppen. Die häufigste

Todesursache bei Patienten, die mit Serdolect behandelt wurden, war kardial, mit einem signifikant

höheren Risiko für kardiale Mortalität als bei der Risperidon-Gruppe.

Unter Sertindol traten 31 kardiale Todesfälle auf gegenüber 12 unter Risperidon (Hazard Ratio 2.84,

95% CI 1.45-5.5). Ebenso waren plötzliche Todesfälle unter Sertindol mit 13 Fällen deutlich

häufiger als unter Risperidon mit 3 Fällen (Hazard Ratio 5.1, 95% CI 1.45-17.9).

Bei Patienten, die mit Sertindol behandelt wurden, wurde ein niedrigeres Risiko für Suizidversuche

beobachtet, obwohl das Risiko für vollendeten Suizid zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant

verschieden war.

Pharmakokinetik

Sertindol wird über die Leber ausgeschieden, und zwar mit einer mittleren terminalen Halbwertszeit

von etwa 3 Tagen. Die Clearance von Sertindol nimmt bei wiederholter Gabe bis auf ungefähr 14

l/Stunde ab (bei Frauen ist die scheinbare Clearance etwa 20% niedriger als bei Männern, obwohl die

auf die fettfreie Körpermasse korrigierten Clearance-Werte vergleichbar sind). Daher ist aufgrund

einer Erhöhung der systemischen Bioverfügbarkeit die Kumulierung nach wiederholter Gabe höher,

als nach Extrapolation von Einzeldosenergebnissen zu erwarten wäre. Dennoch ist im Steady-State

die Clearance dosisunabhängig und die Plasmakonzentrationen sind dosisproportional. Aufgrund des

Polymorphismus beim Cytochrom P450 2D6 (CYP2D6) liegt eine mässig ausgeprägte

interindividuelle Variabilität der Pharmakokinetik von Sertindol vor. Die Sertindol-Clearancewerte

von Patienten, denen dieses Leberenzym fehlt, betragen nur die Hälfte oder ein Drittel der Werte von

guten CYP2D6-Metabolisierern. Bei diesen schlechten Metabolisierern (bis zu 10% der

Bevölkerung) werden daher die Plasmaspiegel das Zwei- bis Dreifache des Normalwertes betragen.

Die Sertindol-Konzentration ist kein Prädiktor für die therapeutische Wirksamkeit bei einem

einzelnen Patienten; die individuelle Dosiseinstellung wird daher am besten durch eine Beurteilung

der therapeutischen Wirkung und der Verträglichkeit vorgenommen.

Absorption

Sertindol wird nach oraler Verabreichung gut absorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden nach etwa

10 Stunden erreicht. Verschiedene Dosierungen verhalten sich bioäquivalent. Gleichzeitige

Nahrungsaufnahme sowie Aluminium-Magnesium Antazida haben keinen klinisch signifikanten

Einfluss auf die Geschwindigkeit oder das Ausmass der Sertindol-Absorption.

Distribution

Das Verteilungsvolumen (Vβ/F) von Sertindol nach wiederholter Dosierung beträgt ungefähr 20 l/kg.

Sertindol ist zu etwa 99.5% an Plasmaproteine gebunden, primär an Albumine und α1-azide

Glykoproteine.

Sertindol dringt in die roten Blutkörperchen ein mit einem Blut/Plasma Verhältnis von 1.0. Sertindol

durchdringt leicht die Blut-Hirn Schranke und die Plazentabarriere.

Bei Patienten, die mit den empfohlenen Dosen behandelt werden, liegen 90% der gemessenen

Serumkonzentrationen unter 140 ng/ml (≈320 nmol/l).

Metabolismus

Zwei Metaboliten wurden im menschlichen Plasma identifiziert: Dehydrosertindol (Oxidation des

Imidazolidinon-Rings) und Norsertindol (N-Desalkylierung). Die Konzentrationen von

Dehydrosertindol und Norsertindol betragen im Steady-state etwa 80% beziehungsweise 40% der

Muttersubstanz.

Die Aktivität von Sertindol beruht hauptsächlich auf der Muttersubstanz, die Metaboliten scheinen

beim Menschen keine signifikante pharmakologische Wirkung zu haben.

Elimination

Sertindol und seine Metaboliten werden sehr langsam ausgeschieden, insgesamt werden 14 Tage

nach Verabreichung 50-60% einer radioaktiv markierten oralen Dosis wiedergefunden. Etwa 4% der

Dosis werden im Urin als Muttersubstanz plus Metaboliten ausgeschieden, wovon weniger als 1%

der Dosis als Ausgangsverbindung vorliegt. Die Ausscheidung der restlichen Muttersubstanz und der

restlichen Metaboliten erfolgt hauptsächlich über die Faeces.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten: Eine pharmakokinetische Studie zeigte keine Unterschiede zwischen jungen und

älteren Patienten.

Reduzierte Nierenfunktion: Die Clearance von Sertindol ist unverändert bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion. Bei Dialysepatienten war ausserdem die Pharmakokinetik von

Sertindol nicht beeinträchtigt.

Reduzierte Leberfunktion: Eine pharmakokinetische Studie bei Patienten mit beeinträchtigter

Leberfunktion ergab, dass die Clearance etwa um die Hälfte reduziert war.

Präklinische Daten

Eine QT-Verlängerung im EKG, möglicherweise infolge einer Hemmung des verzögerten

Gleichrichter-Kaliumkanals (IKr, HERG), wurde in tierexperimentellen Studien beobachtet. In

Kaninchen-Herzfasern und Purkinje-Fasern von Hunden fehlen für Sertindol jedoch die frühen

Nachdepolarisationen. Frühe Nachdepolarisationen gelten als mitverantwortliche Auslöser von

Torsade de pointes. Sertindol induzierte auch bei experimentell herbeigeführter schwerer

Hypokalämie (1.5 mmol/l) und Bradykardie keine Kammerarrhythmien vom Typ Torsade de pointes

in Kaninchenherzen nach operativer Entfernung des AV-Knotens.

In tierexperimentellen Reproduktionsstudien wurden keine Hinweise auf teratogene Wirkungen

gefunden. Viszerale und skelletale Anomalien des Kaninchens wurden bei maternal toxischen Dosen

von 3 mg/kg beobachtet.

Nach oraler Verabreichung von Sertindol an Mäuse und Ratten zeigte sich nach Dosen ≥ 0.14 mg/kg,

resultierend in systemischer Exposition kleiner/gleich der beim Menschen erwarteten Exposition,

eine Beeinträchtigung der männlichen Fertilität. Die innerhalb von 7 Wochen reversible

Verminderung der Fertilität männlicher adulter Tiere ist wahrscheinlich auf eine antagonistische

Wirkung am α1-Adrenorezeptor sowie zusätzliche Interaktionen mit Serotoninrezeptoren und

Prolaktinsekretion zurückzuführen.

In einer Peri-/Postnatalen-Studie an Ratten wurde eine erhöhte Mortalität sowie ein vermindertes

Wachstum und eine verspätete Entwicklung der Jungtiere bei Dosierungen (≥0.6 mg/kg) festgestellt,

die mit einer Wirkung auf das Muttertier verbunden waren und der empfohlenen Dosierung auf einer

mg/m2 Basis entsprachen oder diese unterschritten. Der no-observed-adverse-effect level (NOAEL)

wurde mit kleiner 0.2 mg/kg ermittelt. Paarungshäufigkeit und Fertilität der Nachkommen von

weiblichen Ratten, die Sertindol erhalten hatten, waren reduziert.

Sertindol erwies sich in einer Reihe von In vitro- und In vivo-Genotoxizitätsstudien als nicht toxisch.

An Mäusen und Ratten durchgeführte Kanzerogenitätsstudien zeigten keine für die klinische

Anwendung von Sertindol relevanten tumorigenen Wirkungen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) in der Originalverpackung

aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

53845 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten zu 4 mg: 30 [B]

Filmtabletten zu 12 mg: 28 [B]

Filmtabletten zu 12 mg: 98 [B]

Filmtabletten zu 16 mg: 28 [B]

Filmtabletten zu 16 mg: 98 [B]

Filmtabletten zu 20 mg: 28 [B]

Filmtabletten zu 20 mg: 98 [B]

Zulassungsinhaberin

Lundbeck (Schweiz) AG, Opfikon.

Stand der Information

Juni 2016.

04102016FI

Vergelijkbare producten

Zoekwaarschuwingen met betrekking tot dit product

Bekijk de geschiedenis van documenten

Deel deze informatie