Paroxetin-Mepha 20 mg Filmtabletten

Zwitserland - Duits - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Bijsluiter Bijsluiter (PIL)

01-09-2019

Productkenmerken Productkenmerken (SPC)

25-10-2018

Werkstoffen:
paroxetinum
Beschikbaar vanaf:
Mepha Pharma AG
ATC-code:
N06AB05
INN (Algemene Internationale Benaming):
paroxetinum
farmaceutische vorm:
Filmtabletten
Samenstelling:
paroxetinum 20 mg ut paroxetini hydrochloridum hemihydricum, calcii hydrogenophosphas, povidonum K 30, carboxymethylamylum natricum A corresp. natrium 0.25 mg, magnesii stearas, Überzug: methylcellulosum, macrogolum 400, polysorbatum 80, E 171 pro compresso obducto.
klasse:
B
Therapeutische categorie:
Synthetika
Therapeutisch gebied:
Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
Autorisatienummer:
58636
Autorisatie datum:
2009-04-09

Documenten in andere talen

Bijsluiter Bijsluiter - Frans

01-09-2019

Productkenmerken Productkenmerken - Frans

23-10-2018

Bijsluiter Bijsluiter - Italiaans

01-09-2019

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Paroxetin-Mepha Filmtabletten

Mepha Pharma AG

Was ist Paroxetin-Mepha und wann wird es angewendet?

Paroxetin-Mepha ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, seelischer Erschöpfung und

Organbeschwerden, die mit der Depression in Zusammenhang stehen können. Sowohl die Gemütslage

als auch die körperlichen Symptome werden gebessert.

Paroxetin-Mepha kann das Wiederauftreten depressiver Symptome sowie neuer Episoden verhindern.

Paroxetin-Mepha wird auch zur Behandlung folgender Angsterkrankungen eingesetzt: soziale Phobie

(krankhafte Angst vor gesellschaftlichen Situationen), Panikstörungen, generalisierte Angst,

Zwangsstörungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen (Angstzustände nach belastenden

Erlebnissen).

Man nimmt an, dass Paroxetin-Mepha seine Wirkung über die Verstärkung des biologischen

Übermittlerstoffes Serotonin im Gehirn entfaltet.

Paroxetin-Mepha darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin hin eingenommen werden.

Wann darf Paroxetin-Mepha nicht eingenommen werden?

Bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff von Paroxetin-Mepha (Paroxetin) sowie in

Paroxetin-Mepha enthaltenen Hilfsstoffen.

Bei Kindern und Jugendlichen (unter 18 Jahren)

Paroxetin-Mepha darf nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet

werden. In kontrollierten klinischen Studien bei Patienten bzw. Patientinnen unter 18 Jahren mit

schweren depressiven Störungen, Zwangsstörungen oder Kindern mit sozialer Phobie wurde ein

erhöhtes Risiko von unerwünschten Wirkungen wie suizidalen Gedanken, feindseligem Verhalten und

Stimmungsschwankungen festgestellt. Ausserdem wurde in diesen Studien kein angemessener

Wirksamkeitsnachweis in der Behandlung von Depressionen erbracht.

Paroxetin-Mepha darf nicht zusammen mit Arzneimitteln, die den Wirkstoff Thioridazin enthalten,

eingenommen werden, da dadurch die Wirkung von Thioridazin verstärkt werden könnte.

Paroxetin-Mepha soll weder zusammen mit gewissen Arzneimitteln gegen Depressionen oder gegen die

Parkinson'sche Krankheit (sogenannte MAO-Hemmer) sowie Arzneimitteln mit den Wirkstoffen

Linezolid (Antibiotikum) oder Methylthioniniumchlorid (Methylenblau), noch innerhalb der ersten zwei

Wochen nach deren Absetzen verwendet werden. Auch sollten diese MAO-Hemmer nicht vor zwei

Wochen nach Abschluss der Behandlung mit Paroxetin-Mepha angewendet werden. Ein Wechsel

zwischen den beiden Arzneimitteln darf nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Paroxetin-Mepha darf auch nicht zusammen mit Arzneimitteln, die den Wirkstoff Pimozid enthalten (in

der Schweiz nicht zugelassen), eingenommen werden.

Wann ist bei der Einnahme von Paroxetin-Mepha Vorsicht geboten?

In klinischen Studien wurden Informationen erhalten, die darauf hindeuten, dass bei jungen

Erwachsenen, insbesondere solchen mit einer Depression, unter der Behandlung mit Paroxetin-Mepha

möglicherweise ein erhöhtes Risiko von Suizidverhalten (einschliesslich Suizidversuche) besteht. Die

Mehrzahl der Suizidversuche in den klinischen Studien über Depression betraf Patienten und

Patientinnen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren.

Gelegentlich gehen die Symptome einer Depression oder anderer psychiatrischer Störungen mit

Gedanken an Selbstverletzung oder Suizidversuch einher. Sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt bzw.

mit Ihrer Ärztin oder suchen Sie ein nahe gelegenes Krankenhaus auf, wenn Sie zu Beginn der

Behandlung oder zu einem späteren Zeitpunkt solche Gedanken oder Erlebnisse haben.

Sie sollten Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auch dann aufsuchen, wenn sich Ihre Depression zu irgendeinem

Zeitpunkt während der Behandlung verschlechtert oder wenn neue Symptome auftreten.

Bei Patientinnen und Patienten mit einer Herzkrankheit, bei Epileptikern, bei Glaukompatienten

(Patientinnen und Patienten, die an einem erhöhten Augeninnendruck leiden) sowie bei Patientinnen und

Patienten mit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung ist Paroxetin-Mepha vorsichtig anzuwenden.

Werden gleichzeitig noch andere Arzneimittel eingenommen, kann es in gewissen Fällen zu einer

Abschwächung oder Verstärkung der Wirkung von Paroxetin-Mepha oder der anderen Arzneimittel

kommen. Vorsicht ist geboten, wenn neben Paroxetin-Mepha z.B. eines der folgenden Arzneimittel

eingesetzt wird: ein weiteres Mittel gegen Depressionen, starke Beruhigungsmittel, Fentanyl (wird in der

Anästhesie und zur Behandlung von chronischen Schmerzen verwendet), Mivacurium oder

Suxamethonium (werden in der Anästhesie bei Narkosen verwendet), Arzneimittel gegen die

Parkinson'sche Krankheit, Epilepsie oder Magengeschwüre, eine Kombination aus Fosamprenavir und

Ritonavir, die zur Behandlung von HIV (Humaner Immunmangel-Virus) verwendet wird, ein

«Blutverdünnungsmittel», Tamoxifen, das zur Therapie von Brustkrebs angewendet wird. Informieren

Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin falls Sie eines der oben erwähnten Arzneimittel einnehmen. Vor einer

Narkose muss der Narkosearzt oder die Narkoseärztin über die Behandlung mit Paroxetin-Mepha

informiert werden.

Aus Vorsichtsgründen wird vom Alkoholkonsum während der Therapie mit Paroxetin-Mepha abgeraten.

Paroxetin-Mepha kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen

und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen!

Die Behandlung mit Paroxetin-Mepha soll wegen möglicher Nebenwirkungen wie Schwindel,

Kopfschmerzen, Empfindungsstörungen, Erregung oder Angst, Übelkeit, Schwitzen und Muskelzittern

nicht abrupt abgesetzt werden.

Bei einer Behandlung mit Paroxetin-Mepha (vor allem in den ersten Wochen) können Symptome wie

innere Unruhe, Agitiertheit und die Unfähigkeit, still zu sitzen oder zu stehen auftreten. Sollten Sie

solche Symptome haben, ist der Arzt bzw. die Ärztin sofort zu benachrichtigen.

Bei Patienten und Patientinnen, die Arzneimittel wie Paroxetin-Mepha einnehmen, besteht ein erhöhtes

Risiko von Knochenbrüchen. Das Risiko ist zu Beginn der Behandlung am höchsten.

Arzneimittel wie Paroxetin-Mepha können das Sperma beeinflussen. Bei einigen Männern kann die

Fruchtbarkeit unter der Behandlung mit Paroxetin-Mepha beeinträchtigt sein.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Paroxetin-Mepha während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Bei Frauen, die schwanger sind oder beabsichtigen, schwanger zu werden, sollte Paroxetin-Mepha nicht

neu verschrieben werden. Frauen, die schwanger sind und schon mit Paroxetin-Mepha behandelt

werden, dürfen Paroxetin-Mepha nur auf ausdrückliche Verordnung des Arztes bzw. der Ärztin weiter

einnehmen. Die Einnahme während der Stillzeit wird nicht empfohlen. Sie müssen Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin informieren, wenn Sie schwanger sind, mit einer Schwangerschaft rechnen oder stillen. Dies ist

darauf zurückzuführen, dass die Ergebnisse einiger Studien auf ein erhöhtes Risiko von Geburtsfehlern,

insbesondere Herzfehlern, bei Kindern von Müttern, die in den ersten Schwangerschaftsmonaten

Paroxetin erhalten haben, hindeuten. In diesen Studien wurde herausgefunden, dass bei ungefähr 1 von

50 Kindern (2%), deren Mütter in der Frühphase der Schwangerschaft Paroxetin erhalten hatten, ein

Herzfehler auftrat, während die normale Häufigkeit in der Gesamtpopulation bei 1 von 100 Kindern

(1%) liegt.

Darüber hinaus wurde eine sogenannte persistierende pulmonale Hypertonie bei Kleinkindern

festgestellt, deren Mütter SSRIs (einschliesslich Paroxetin) während der Schwangerschaft erhalten

hatten. Bei persistierender pulmonaler Hypertonie ist der Blutdruck in den Blutgefässen zwischen dem

Herz und den Lungen des Kleinkindes zu hoch. Es wurde berichtet, dass das Risiko bei Säuglingen,

deren Mütter in der Spätphase der Schwangerschaft SSRIs einnahmen, vier- bis fünfmal höher war als in

der Gesamtbevölkerung (Rate von 1 bis 2 Fällen pro 1000 Schwangerschaften).

Ausserdem wurde von Frühgeburten bei schwangeren Frauen berichtet, die Paroxetin eingenommen

hatten, wobei jedoch nicht bekannt ist, ob diese Frühgeburten tatsächlich auf die Anwendung von

Paroxetin zurückzuführen sind.

Folgende Symptome können bei Neugeborenen, deren Mütter in den späten Stadien der

Schwangerschaft Paroxetin erhalten hatten, sofort oder kurz nach der Geburt auftreten: Schlafstörungen,

Nervosität, ständiges Weinen, Reizbarkeit, Schwierigkeiten beim Stillen, übermässige Schläfrigkeit,

Zittern, Erbrechen, niedriger Blutzuckerspiegel, Atemschwierigkeiten, dunkelblaue bis lilafarbene

Verfärbung der Haut (Zyanose), Krampfanfälle, angespannte oder übermässig entspannte Muskulatur

oder Schwierigkeiten bei der Regelung der Körpertemperatur. Diese Symptome legen sich

normalerweise mit der Zeit.

Wie verwenden Sie Paroxetin-Mepha?

Die empfohlene Anfangsdosierung bei Depressionen beträgt 20 mg pro Tag. Eventuell ist es nötig, die

Dosierung auf 30 mg oder maximal 40 mg pro Tag zu erhöhen.

Die empfohlene Anfangsdosierung bei sozialer Phobie, generalisierter Angst und posttraumatischen

Belastungsstörungen beträgt 20 mg pro Tag. Eventuell ist eine Erhöhung der Dosierung auf maximal 50

mg pro Tag nötig.

Bei Zwangs- und Panikstörungen sind eher höhere Dosen nötig, die bis zu 60 mg pro Tag betragen

können. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird die für Ihre Situation bestgeeignete Dosierung verordnen. Die

Behandlungsdauer kann von Patient zu Patient bzw. von Patientin zu Patientin stark variieren. Sie kann

sich über mehrere Monate erstrecken.

Paroxetin-Mepha wird am besten morgens zusammen mit Nahrung eingenommen. Die Filmtabletten

sollten geschluckt und nicht gekaut werden. Manchmal kann es erforderlich sein, die Filmtabletten zu 20

mg zu halbieren damit Sie die für Sie passende Dosierung einnehmen können. Die Filmtabletten zu 30

mg dürfen nur zur erleichterten Einnahme geteilt werden, nicht aber zur Dosierung einer Teildosis. Bei

Patientinnen und Patienten mit schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung, eventuell auch bei älteren

Patientinnen und Patienten, wird der Arzt bzw. die Ärztin eher eine niedrigere Dosierung wählen.

Die Behandlung mit Paroxetin-Mepha soll wegen möglicher Nebenwirkungen wie Schwindel,

Kopfschmerzen, Empfindungsstörungen, Erregung oder Angst, Übelkeit, Schwitzen und Muskelzittern

nicht abrupt abgesetzt werden. Zum Absetzen sollte gemäss neueren klinischen Studien die tägliche

Dosis in wöchentlichen Schritten von jeweils 10 mg pro Tag herabgesetzt werden (Ausschleichen).

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Paroxetin-Mepha haben?

Die unerwünschten Wirkungen von Paroxetin-Mepha können nach den ersten Behandlungstagen

schwächer werden oder ganz verschwinden.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Paroxetin-Mepha auftreten:

Immunsystem

Sehr selten treten schwere allergische Reaktionen einschliesslich allergischem Schock auf

(Anaphylaxie). Zu den Anzeichen gehören: Kribbeln und Schwellungen im Gesicht und Hals- oder im

Mundbereich (Angioödem), bedrohlich wirkende Atemnot, Kollaps oder Bewusstlosigkeit. In diesem

Fall muss eine sofortige notärztliche Behandlung erfolgen (siehe auch «Welche Nebenwirkungen kann

Paroxetin-Mepha haben? – Überempfindlichkeitsreaktionen»).

Magen-Darm-Trakt

Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall und verminderter Appetit.

Nervensystem

Schwitzen, Mundtrockenheit, Schlafstörungen, Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und

ungewöhnliche Träume (einschliesslich Alpträume). Selten wurde über Krampfanfälle berichtet.

Sinne

Gelegentlich verschwommenes Sehen und Pupillenerweiterung (Mydriasis), selten erhöhter

Augeninnendruck (Glaukom).

Überempfindlichkeitsreaktionen

Selten treten Überempfindlichkeitsreaktionen auf. Diese äussern sich zum Beispiel mit juckendem

Hautausschlag, Nesselfieber, Asthma, allergischen Schwellungen von Haut und Schleimhäuten (siehe

auch «Welche Nebenwirkungen kann Paroxetin-Mepha haben? – Immunsystem»).

Sehr selten wurden auch schwerwiegende Hautreaktionen wie Erythema multiforme, Stevens-Johnson-

Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse beobachtet. Diese äussern sich z.B. durch schmerzhafte

Blasenbildung an Haut und Schleimhäuten, Fieber und Augenbindehautentzündungen.

Falls Überempfindlichkeitsreaktionen bei Ihnen auftreten, konsultieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin und setzen Sie das Arzneimittel ab.

Andere

Erhöhte Blutwerte von Cholesterin, Anstieg der Leberenzyme, Leberentzündung, gelegentlich

verbunden mit Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und Augen), Leberversagen, Muskelzittern,

Kraftlosigkeit, Gähnen, sexuelle Störungen, selten Bewegungsstörungen und erhöhte Tendenz zu Haut-

und Schleimhautblutungen (einschliesslich gastrointestinaler Blutungen), selten Menstruationsstörungen

einschliesslich starker oder verzögerter Regelblutungen, Zwischenblutungen und Ausbleiben der

Regelblutungen. Gelegentlich wurde über Herzklopfen, Synkopen (kurze Bewusstlosigkeit),

Blutdruckabfall bei Lagewechsel, Gewichtszunahme und Gewichtsabnahme, sowie Harnverhaltung und

Harninkontinenz berichtet. In seltenen Fällen sind Störungen des Flüssigkeits- und Salzhaushaltes zum

Beispiel mit Verwirrtheit, Halluzinationen, Krampfanfällen und Hirnödem (Schwellung infolge

Ansammlung wässriger Flüssigkeit im Hirn) beobachtet worden. Symptome wie innere Unruhe,

Agitiertheit, die Unfähigkeit, still zu sitzen oder zu stehen, das Syndrom der unruhigen Beine «Restless

legs Syndrom» (attackenförmig auftretende schmerzhafte Empfindungen und Drang zu Bewegung in

den Beinen, vor allem nachts bzw. im Liegen) können ebenfalls auftreten.

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurden folgende unerwünschte Wirkungen beobachtet:

emotionale Labilität (einschliesslich Selbstverletzungen, Suizidgedanken, Suizidversuche, Weinen und

Stimmungsschwankungen), Feindseligkeit, verminderter Appetit, Zittern, Schwitzen, Hyperaktivität und

Agitiertheit.

Nach Absetzen von Paroxetin-Mepha kann es zu Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen,

Empfindungsstörungen (einschliesslich Stromschlaggefühle und Tinnitus [summendes, zischendes,

pfeifendes, klingelndes oder sonstiges anhaltendes Geräusch in den Ohren]), Erregung oder Angst,

Herzklopfen, Müdigkeit, Schlafstörungen (einschliesslich intensiver Träume), Übelkeit, Schwitzen,

Muskelzittern, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Sehstörungen und Durchfall kommen. Solche Symptome treten

gewöhnlich innerhalb weniger Tage nach Absetzen oder sehr selten nach unbeabsichtigtem Auslassen

einer Dosis auf. Sie treten besonders auf, wenn das Absetzen von Paroxetin abrupt erfolgt. Vor dem

Absetzen von Paroxetin-Mepha konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Im Allgemeinen sind diese

Symptome begrenzt und klingen innerhalb von zwei Wochen von selbst ab. Bei einzelnen Personen

können die Absetzsymptome schwerwiegend sein und für längere Zeit anhalten.

Nach Absetzen von Paroxetin-Mepha bei Kindern und Jugendlichen traten zusätzliche Symptome wie

emotionale Labilität (einschliesslich suizidale Gedanken, selbstschädigendes Verhalten, Suizidversuche,

Stimmungsschwankungen und Traurigkeit / Weinen), Oberbauchschmerzen und Nervosität auf.

Eine weitere, sehr seltene Nebenwirkung (sogenanntes Serotoninsyndrom), welche besonders bei

Kombination mit gewissen anderen zentralwirksamen Arzneimitteln (z.B. Lithium) auftritt, äussert sich

durch Bewusstseinstrübung, Muskelstarre, Muskelzittern, Zuckungen und Fieber.

Paroxetin-Mepha gehört zu den sogenannten selektiven Serotonin Wiederaufnahme Hemmern (SSRIs),

die zu sexuellen Funktionsstörungen führen können.

Es wurde über Fälle von langanhaltenden Sexualfunktionsstörungen berichtet, bei denen die Symptome

trotz Absetzen der Medikation mit SSRIs anhielten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

In der Originalverpackung und nicht über 25°C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Paroxetin-Mepha enthalten?

Wirkstoffe

Filmtablette zu 20 mg:

Paroxetin 20 mg als Paroxetinhydrochlorid-Hemihydrat.

Filmtablette zu 30 mg:

Paroxetin 30 mg als Paroxetinhydrochlorid-Hemihydrat.

Hilfsstoffe

Calciumhydrogenphosphat, Povidon K 30, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Magnesiumstearat,

Titandioxid (E171), Methylcellulose, Macrogol 400, Polysorbat 80.

Zulassungsnummer

58636 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Paroxetin-Mepha? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Paroxetin-Mepha Filmtabletten 20 mg: Packungen zu 14, 28 und 98 Filmtabletten (mit Bruchrille,

teilbar).

Paroxetin-Mepha Filmtabletten 30 mg: Packungen zu 28 und 98 Filmtabletten (mit Bruchrille).

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Interne Versionsnummer: 6.3

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Fachinformation

Paroxetin-Mepha Lactab®

Mepha Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Paroxetinum ut Paroxetini hydrochloridum hemihydricum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lactab (mit Bruchrille) zu 20 mg sowie Lactab (mit Bruchrille) zu 30 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung einer Depressiven Episode (Major Depressive Disorder, MDD):

Behandlung Depressiver Episoden (Akutbehandlung) sowie Erhaltungstherapie bei Patienten mit

Rezidiven.

Behandlung folgender Angsterkrankungen:

Behandlung von sozialer Phobie:

Die Langzeitwirksamkeit (>12 Wochen) ist noch nicht etabliert.

Behandlung von Panikstörungen mit oder ohne Agoraphobie:

In einer placebokontrollierten Einjahresstudie konnte gezeigt werden, dass die Wirksamkeit von

Paroxetin bei Langzeitbehandlung von Panikstörungen erhalten bleibt.

Behandlung von generalisierten Angststörungen:

Paroxetin hat sich in der Behandlung von generalisierten Angststörungen als wirksam erwiesen.

Behandlung von Zwangsstörungen:

In einer Metaanalyse zweier placebokontrollierter Studien konnte gezeigt werden, dass die

Wirksamkeit von Paroxetin bei einjähriger Behandlung von Zwangsstörungen erhalten bleibt.

Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen:

Paroxetin hat sich in der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen bei Patienten ab 18

Jahren als wirksam erwiesen. Die Langzeitwirksamkeit (>12 Wochen) ist nicht nachgewiesen (vgl.

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Depressive Episode:

Die empfohlene Anfangsdosierung beträgt 20 mg pro Tag (1 Lactab zu 20 mg), eingenommen als

morgendliche Einmaldosis. Bei einigen Patienten kann es nötig sein, die Dosis zu erhöhen.

Wenn ein Patient nach drei Wochen nicht auf die Behandlung anspricht, kann die Dosis auf 30 mg

(1½ Lactab zu 20 mg oder 1 Lactab zu 30 mg) oder 40 mg (2 Lactab zu 20 mg) erhöht werden.

Während der ersten 2 bis 3 Wochen der Therapie, und danach sooft klinisch angezeigt, sollte die

Dosierung von Paroxetin-Mepha, wie bei allen Antidepressiva, kontrolliert und wenn nötig korrigiert

werden.

Behandlung der Angsterkrankungen:

Soziale Phobie:

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 20 mg. Bei Patienten, die auf diese Dosis nicht ansprechen, kann

die Tagesdosis nach drei Wochen, in wöchentlichen Schritten von nicht mehr als 10 mg, bis zu einer

maximalen Tagesdosis von 50 mg erhöht werden.

Die Wirksamkeit bzw. Notwendigkeit einer Behandlung über mehr als 12 Wochen ist nicht belegt.

Panikstörungen:

Es ist bekannt, dass zu Beginn der Behandlung von Panikstörungen eine Verschlechterung der

Symptomatik vorkommen kann. Um diese möglichst gering zu halten, wird eine niedrige

Anfangsdosis von 10 mg Paroxetin-Mepha täglich empfohlen. Diese Initialdosis wird wöchentlich in

10 mg-Schritten bis zur empfohlenen Standard-Tagesdosis von 40 mg erhöht. Bei Patienten, die auf

diese Dosierung nicht ansprechen, kann die Dosis bis zu einer maximalen Tagesdosis von 60 mg

erhöht werden.

Generalisierte Angststörung:

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 20 mg. Bei Patienten, die auf diese Dosis nicht ansprechen, kann

die Tagesdosis bei Bedarf in wöchentlichen 10 mg-Schritten bis zu einer maximalen Tagesdosis von

50 mg gesteigert werden.

Zwangsstörungen:

Bei Zwangsstörungen beträgt die empfohlene Anfangsdosierung 20 mg pro Tag, die in

wöchentlichen 10 mg-Schritten bis zu einer Standard-Tagesdosis von 40 mg erhöht wird. Die Dosis

kann bei ungenügendem Ansprechen bis zu einer maximalen Tagesdosis von 60 mg erhöht werden.

Posttraumatische Belastungsstörung:

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 20 mg. Bei Patienten, die auf diese Dosis nicht ansprechen, kann

die Tagesdosis bei Bedarf in wöchentlichen Schritten von 10 mg gesteigert werden. Die maximale

Tagesdosis von 50 mg sollte nicht überschritten werden.

Allgemeine Informationen

Therapiedauer:

Es wird empfohlen, die Therapie genügend lange fortzusetzen; oft sind mehrere Monate Behandlung

nötig.

Korrekte Art der Einnahme:

Paroxetin-Mepha wird am besten als morgendliche Einmaldosis zusammen mit der Nahrung

eingenommen. Die Lactab sollten geschluckt und nicht gekaut werden.

Absetzsymptome nach Ende der Behandlung mit Paroxetin:

Ein plötzliches Absetzen sollte vermieden werden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

und «Unerwünschte Wirkungen»). In klinischen Studien wurde während der Ausschleichphase die

Dosierung in wöchentlichen Intervallen um 10 mg/ Tag reduziert.

Falls nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeinträchtigende

Absetzerscheinungen auftreten, kann erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis weiter

einzunehmen, um diese dann in kleineren Schritten zu reduzieren.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten:

Bei älteren Menschen sind die Plasmakonzentrationen erhöht (vgl. «Pharmakokinetik»). Die

Dosierung sollte 20 mg pro Tag nicht überschreiten.

Kinder und Jugendliche (7 bis 17 Jahre):

Paroxetin darf nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen angewendet werden, da in

kontrollierten klinischen Studien ein erhöhtes Risiko von suizidalem und feindseligem Verhalten

festgestellt wurde. Ausserdem wurde in diesen Studien kein angemessener Wirksamkeitsnachweis in

der Behandlung von Depressionen erbracht (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und

«Unerwünschte Wirkungen»).

Kinder unter 7 Jahre:

Paroxetin-Mepha darf bei Kindern unter 7 Jahren nicht angewendet werden, da Sicherheit und

Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht untersucht wurden.

Nieren- oder Leberfunktionsstörung:

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) oder

schwerer Leberfunktionsstörung kommt es zu erhöhten Plasmakonzentrationen. Die Dosierung sollte

bei diesen Patienten daher auf das untere Ende des empfohlenen Bereiches beschränkt werden.

Kontraindikationen

Bekannte oder vermutete Überempfindlichkeit gegenüber einem in Paroxetin-Mepha enthaltenen

Inhaltsstoff.

Paroxetin-Mepha soll weder zusammen mit MAO-Hemmern (einschliesslich Linezolid, ein

Antibiotikum und reversibler, nicht selektiver Monoaminoxidasehemmer, oder

Methylthioniniumchlorid [Methylenblau]), noch innerhalb der ersten zwei Wochen nach deren

Absetzen verwendet werden. Auch sollten MAO-Hemmer frühestens zwei Wochen nach Abschluss

einer Behandlung mit Paroxetin-Mepha verabreicht werden (vgl. auch «Interaktionen»).

Paroxetin-Mepha soll nicht in Kombination mit Thioridazin eingenommen werden. Paroxetin hemmt

das hepatische Cytochrom P450 Enzym 2D6. Die Hemmung von CYP2D6 kann zu einer Erhöhung

der Plasmakonzentrationen von Thioridazin führen (vgl. «Interaktionen»). Die alleinige

Verabreichung von Thioridazin kann zu einer QTc-Intervall-Verlängerung in Verbindung mit

schweren ventrikulären Arrhythmien wie Torsade de pointes und plötzlichem Tod führen.

Paroxetin-Mepha soll nicht in Kombination mit Pimozid eingenommen werden (vgl.

«Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren):

Die Behandlung mit Antidepressiva von Kindern und Jugendlichen mit einer depressiven Episode

nach ICD-10 (bzw. Major Depressive Disorder, MDD, nach DSM-IV Klassifikation) und sonstigen

psychiatrischen Störungen ist mit einem erhöhten Risiko von Suizidgedanken und -verhalten

verbunden. Paroxetin darf nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

eingesetzt werden. In klinischen Studien mit Kindern und Jugendlichen traten suizidales Verhalten

(Suizidversuche und suizidale Gedanken) und feindseliges Verhalten (vor allem Aggression,

Oppositionsverhalten und Wut) häufiger bei mit Paroxetin behandelten Patienten auf als unter

Placebobehandlung. Ausserdem wurde in diesen Studien kein angemessener Wirksamkeitsnachweis

erbracht, und Langzeitdaten bei Kindern zu Wachstum, Reifung sowie zur kognitiven Entwicklung

und zur Verhaltensentwicklung fehlen (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Klinische Verschlimmerung und Suizidrisiko bei Erwachsenen:

Bei jungen Erwachsenen, insbesondere während einer depressiven Episode nach ICD-10 (bzw.

Major Depressive Disorder, MDD, nach DSM-IV Klassifikation), könnte unter der Behandlung mit

Paroxetin ein erhöhtes Risiko von Suizidverhalten bestehen. Bei einer Analyse von Placebo-

kontrollierten Studien mit Erwachsenen mit psychiatrischen Störungen zeigte sich ein

Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen (prospektiv definiert als Altersbereich zwischen 18 und 24

Jahren) unter einer Paroxetin-Behandlung mit grösserer Häufigkeit als bei Placebo (17/776 [2,19%]

versus 5/542 [0,92%]), wobei dieser Unterschied jedoch statistisch nicht signifikant war. In den

älteren Altersgruppen (Alter zwischen 25 und 64 Jahren und ab 65 Jahre) war ein solcher Anstieg

nicht zu beobachten. Bei Erwachsenen mit MDD (alle Altersgruppen) bestand ein statistisch

signifikanter Anstieg der Häufigkeit von Suizidverhalten bei den mit Paroxetin behandelten Patienten

im Vergleich zu Placebo-behandelten Patienten (11/3455 [0,32%] versus 1/1978 [0,05%]; es

handelte sich bei allen Ereignissen um Suizidversuche). Die Mehrzahl dieser Suizidversuche unter

einer Paroxetin-Behandlung (8 von 11) war jedoch bei jüngeren Erwachsenen im Alter zwischen 18

und 30 Jahren zu verzeichnen. Diese MDD-Daten deuten darauf hin, dass die höhere Häufigkeit von

Suizidverhalten bei jüngeren Erwachsenen mit verschiedenen psychiatrischen Störungen über das

Alter von 24 Jahren hinaus bestehen könnte.

Bei Patienten mit einer Depression kann es zu einer Verschlechterung der depressiven Symptome

und/oder zum Auftreten von Suizidgedanken und -verhalten (Suizidalität) kommen, unabhängig

davon, ob Arzneimittel zur Behandlung der Depression eingenommen werden oder nicht. Dieses

Risiko bleibt bis zum Eintritt einer signifikanten Remission bestehen. Es entspricht der allgemeinen

klinischen Erfahrung mit allen antidepressiven Therapien, dass das Suizidrisiko im Anfangsstadium

der Erholungsphase noch zunehmen kann. Andere psychische Erkrankungen, für die Paroxetin

verschrieben wird, können mit einem erhöhten Risiko für suizidales Verhalten einhergehen und diese

Erkrankungen können ebenso zusammen mit einer depressiven Episode nach ICD-10 (bzw. Major

Depressive Disorder, MDD, nach DSM-IV Klassifikation) auftreten.

Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko von Suizidgedanken oder -versuchen bei Patienten mit

einer Vorgeschichte von Suizidverhalten oder -gedanken, bei jungen Erwachsenen sowie bei

Patienten mit ausgeprägten Suizidvorstellungen bereits vor Behandlungsbeginn. Sämtliche Patienten

sollten hinsichtlich einer klinischen Verschlechterung (einschliesslich der Entwicklung von neuen

Symptomen) und Suizidalität während der Behandlung engmaschig überwacht werden, insbesondere

zu Beginn eines neuen Behandlungszyklus oder bei einer Dosisveränderung (Steigerung oder

Senkung).

Es gibt ungenügende Daten über das Risiko von suizidgebundenem Verhalten bei bisher nicht

medikamentös behandelten Patienten. Diese Patienten sollten daher während der Behandlung

sorgfältig überwacht werden.

Patienten (und deren Betreuer) sollten auf die Notwendigkeit einer Überwachung auf eine

Verschlechterung des Zustands (einschliesslich der Entwicklung von neuen Symptomen) und/oder

das Auftreten von Suizidgedanken, suizidalem Verhalten und selbstschädigenden Absichten

hingewiesen werden und sofort medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten.

Dabei ist zu beachten, dass das Auftreten von manchen Symptomen, wie Ruhelosigkeit, Akathisie

oder Manie, sowohl auf den zugrunde liegenden Krankheitszustand als auch auf die

Arzneimitteltherapie zurückzuführen sein könnte (vgl. unten «Akathisie» und «Manie und bipolare

Störung»; «Unerwünschte Wirkungen»).

In Erwägung zu ziehen ist ein Wechsel der Therapie, u.a. möglicherweise mit Absetzen der

Medikation bei Patienten mit einer klinischen Verschlimmerung des Zustands (einschliesslich der

Entwicklung von neuen Symptomen) und/oder dem Auftreten von Suizidvorstellungen/-verhalten,

insbesondere wenn diese Symptome ausgeprägt sind, abrupt auftreten oder nicht zur ursprünglichen

Symptomatik des Patienten gehörten.

Akathisie:

Die Anwendung von Paroxetin kann mit der Entwicklung einer Akathisie verbunden sein, die durch

innere Unruhe und durch psychomotorische Agitiertheit, wie die Unfähigkeit still zu sitzen oder zu

stehen, üblicherweise verbunden mit einem subjektiven Gefühl der Gequältheit gekennzeichnet ist.

Diese tritt vor allem in den ersten Wochen einer Behandlung auf. Bei Patienten, die diese Symptome

entwickeln, könnte eine Erhöhung der Dosis nachteilig sein.

Serotoninsyndrom/Malignes neuroleptisches Syndrom:

In seltenen Fällen können sich ein Serotoninsyndrom oder ein dem malignen neuroleptischen

Syndrom ähnelndes Bild in Verbindung mit der Behandlung mit Paroxetin entwickeln, vor allem bei

gleichzeitiger Verabreichung anderer serotonerger und/oder neuroleptischer Substanzen, sowie

MAO-Hemmer und Lithium-Salze (vgl. «Kontraindikationen» und «Interaktionen»). Da diese

Syndrome möglicherweise zu lebensbedrohlichen Zuständen führen können, sollte die Behandlung

mit Paroxetin bei Auftreten solcher Fälle (gekennzeichnet durch eine Reihe geballt auftretender

Symptome wie Hyperthermie, Rigidität, Myoklonus, vegetativer Instabilität mit möglicherweise

rasch schwankenden Vitalparametern, mentalen Veränderungen einschliesslich Verwirrtheit,

Reizbarkeit, extremer Agitiertheit bis hin zu Delirium und Koma) abgebrochen und eine

unterstützende symptomatische Behandlung eingeleitet werden. Paroxetin sollte aufgrund des

Risikos eines Serotoninsyndroms nicht in Kombination mit Serotonin-Präkursoren (wie L-

Tryptophan, Oxitriptan) angewendet werden (vgl. «Interaktionen»).

Manie und bipolare Störung:

Vor Beginn einer Behandlung mit einem Antidepressivum sind die Patienten in geeigneter Weise zu

untersuchen, um zu bestimmen, ob ein Risiko für bipolare affektive Störungen besteht. In diesem

Zusammenhang ist zu beachten, dass Paroxetin zur Behandlung bipolarer Depressionen nicht

zugelassen ist. Wie alle Antidepressiva sollte Paroxetin bei Patienten mit manischen Episoden in der

Vorgeschichte nur mit Vorsicht angewendet werden. Paroxetin sollte abgesetzt werden bei Patienten,

die in eine manische Phase eintreten.

Tamoxifen:

Einige Studien haben ein erhöhtes Rezidivrisiko und erhöhte Mortalität bei gleichzeitiger

Anwendung von Tamoxifen und CYP2D6-Inhibitoren (wie z.B. Paroxetin) gezeigt. Paroxetin sollte

nicht während einer Brustkrebsbehandlung mit Tamoxifen angewendet werden, es sei denn das

Absetzen der Paroxetin-Therapie stellt ein grösseres Risiko für die Patientin dar. Die Verschreiber

sollten die Anwendung eines anderen Antidepressivums in Betracht ziehen, das keine oder nur eine

schwache inhibierende Wirkung auf CYP2D6 ausübt.

Knochenbrüche:

In epidemiologischen Studien zum Frakturrisiko nach der Einnahme bestimmter Antidepressiva,

einschliesslich SSRI, wurde über einen Zusammenhang mit Frakturen berichtet. Das Risiko tritt

während der Behandlung auf und ist zu Beginn der Therapie am grössten. Bei der Betreuung von

Patienten, die mit Paroxetin behandelt werden, sollte die Möglichkeit einer Fraktur berücksichtigt

werden.

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen:

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen (vgl. auch

«Pharmakokinetik», «Dosierung/Anwendung»).

Diabetes:

Bei Patienten mit Diabetes mellitus können sich unter Behandlung mit einem SSRI die

Blutzuckerwerte ändern. Die Dosierung von Insulin und/oder oralen Antidiabetika muss

gegebenenfalls angepasst werden.

Epilepsie:

Die Daten bei der Anwendung von Paroxetin bei Epileptikern sind sehr beschränkt. Paroxetin-Mepha

sollte bei Epileptikern mit Vorsicht eingesetzt werden.

Krampfanfälle:

Die Inzidenz von Krampfanfällen liegt bei Patienten, die mit Paroxetin behandelt wurden, unter

0,1%. Bei Patienten, bei denen Krampfanfälle auftreten, sollte die Behandlung mit Paroxetin-Mepha

abgebrochen werden.

Elektrokrampf-Therapie:

Es existiert wenig klinische Erfahrung über die gleichzeitige Anwendung von Paroxetin und

Elektrokrampf-Therapie.

Glaukom:

Wie andere SSRIs kann Paroxetin Mydriasis verursachen und ist daher bei Patienten mit

Engwinkelglaukom mit Vorsicht anzuwenden.

Hyponatriämie:

Selten traten Hyponatriämien auf (vorwiegend bei älteren Patienten), welche nach Absetzen von

Paroxetin reversibel waren. Vorsicht ist auch bei Patienten mit einem Risiko für eine Hyponatriämie,

z.B. durch die gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel oder durch Leberzirrhose, geboten. Die

Hyponatriämie ist im Allgemeinen nach Absetzen von Paroxetin reversibel.

Blutungen:

Es gibt Berichte über Haut- und Schleimhautblutungen (einschliesslich gastrointestinaler Blutungen)

sowie gynäkologische Blutungen während einer Therapie mit Paroxetin. Bei älteren Patienten ist das

Risiko möglicherweise erhöht.

Vorsicht ist geboten bei Patienten, die zusätzlich zu einem SSRI mit oralen Antikoagulantien, mit

Arzneimitteln, die die Thrombozytenfunktion beeinträchtigen oder mit anderen Arzneimitteln, die

das Blutungsrisiko erhöhen (z.B. atypische Antipsychotika wie Clozapin, Phenothiazine, die meisten

trizyklischen Antidepressiva, Acetylsalicylsäure, nicht-steroidale Antirheumatika, COX2-Hemmer)

behandelt werden, sowie bei Patienten mit hämorrhagischen Erkrankungen in der Anamnese oder mit

sonstigen für Blutungen prädisponierenden Faktoren (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Kardiale Probleme:

Paroxetin zeigte in den bisherigen Studien keine klinisch relevanten Änderungen des Blutdrucks, der

Herzfrequenz und des EKG. Trotzdem sollten vor allem bei Patienten mit Blutdruck- oder kardialen

Problemen die üblichen Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden.

Symptome beim Absetzen von Paroxetin:

Bei Absetzen von Paroxetin-Mepha können Absetzsymptome auftreten, besonders wenn das

Absetzen von Paroxetin abrupt erfolgt (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»). In klinischen Studien bei

Erwachsenen traten Nebenwirkungen nach Ende der Behandlung bei 30% der Patienten auf, die mit

Paroxetin behandelt wurden, verglichen mit 20% der Patienten, die Placebo erhielten. Diese

Absetzsymptome sind nicht damit gleich zu setzen, dass das Arzneimittel suchterzeugend wirkt oder

zur Abhängigkeit führt.

Die Gefahr von Absetzsymptomen kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein, einschliesslich

der Behandlungsdauer und Dosierung und der Geschwindigkeit der Dosisreduktion.

Es wurde über Schwindel, Sensibilitätsstörungen (einschliesslich Parästhesie, Stromschlaggefühl und

Tinnitus), Schlafstörungen (einschliesslich intensiver Träume), Agitiertheit oder Angst, Übelkeit,

Tremor, Konfusion, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, emotionale Instabilität,

Reizbarkeit und Sehstörungen berichtet. Die meisten dieser Symptome sind im Allgemeinen leicht

oder mittelgradig ausgeprägt, können jedoch bei einigen Patienten auch stark ausgeprägt sein. Solche

Symptome treten gewöhnlich innerhalb weniger Tage nach Absetzen auf und können so von wieder

auftretenden Krankheitssymptomen, die später und langsam auftreten, unterschieden werden. In sehr

seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis durch

den Patienten berichtet. Im Allgemeinen sind diese Symptome begrenzt und klingen innerhalb von

zwei Wochen von selbst ab, auch wenn sie bei einzelnen Personen prolongiert (zwei bis drei Monate

oder länger nach Ende der Behandlung) auftreten. Es wird daher empfohlen, die Behandlung mit

Paroxetin ausschleichend durch schrittweise Verringerung der Dosis über einen Zeitraum von

mehreren Wochen oder Monaten, je nach Bedarf des Patienten, zu beenden (vgl. «Absetzsymptome

nach Ende der Behandlung mit Paroxetin» – «Dosierung/Anwendung»).

Fertilität:

Einige klinische Studien haben gezeigt, dass SSRI (einschliesslich Paroxetin) die Qualität des

Spermas beeinflussen können. Dieser Effekt scheint nach Absetzen der Behandlung reversibel zu

sein. Veränderungen der Spermaqualität können bei manchen Männern die Fertilität beeinflussen.

Interaktionen

Serotonerge Substanzen:

Wie bei anderen SSRIs kann die Verabreichung von Paroxetin mit serotonergen Arzneimitteln zum

Auftreten von 5-HT-assoziierten Wirkungen führen (Serotoninsyndrom: vgl. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»). Vorsicht ist geboten und eine engmaschigere klinische Überwachung ist

erforderlich, wenn serotonerge Arzneimittel (wie z.B. L-Tryptophan, Triptane, Tramadol, SSRIs,

Lithium, Fentanyl und Präparate mit Johanniskraut [Hypericum perforatum]) in Verbindung mit

Paroxetin verabreicht werden.

MAO-Hemmer:

Paroxetin-Mepha soll weder zusammen mit MAO-Hemmern (einschliesslich Linezolid, ein

Antibiotikum und reversibler, nicht-selektiver Monoaminoxidasehemmer, oder

Methylthioniniumchlorid [Methylenblau]), noch innerhalb der ersten zwei Wochen nach deren

Absetzen verwendet werden. Nach dieser Zeitspanne sollte die Behandlung vorsichtig begonnen, und

die Dosierung bis zum Erreichen der optimalen Wirkung gesteigert werden. Auch sollten MAO-

Hemmer frühestens zwei Wochen nach Abschluss einer Behandlung mit Paroxetin-Mepha

verabreicht werden (vgl. «Kontraindikationen»).

Lithium:

In einer Studie mit depressiven Patienten, die mit Lithium stabilisiert wurden, wurde keine

pharmakokinetische Interaktion zwischen Paroxetin und Lithium beobachtet. Da relativ wenig

klinische Erfahrung über die gleichzeitige Anwendung von Paroxetin und Lithium besteht, sollte

man wegen der möglichen Auslösung eines Serotoninsyndroms bei der Verschreibung dieser

Kombination jedoch vorsichtig sein.

L-Tryptophan:

Da über unerwünschte Wirkungen (z.B. Serotoninsyndrom) bei der gleichzeitigen Anwendung von

Tryptophan mit anderen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern berichtet wurde, sollte

Paroxetin-Mepha nicht zusammen mit einer Tryptophan-Medikation verordnet werden (vgl.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Pimozid:

In einer Studie mit Pimozid in niedriger Einzeldosis (2 mg) wurden bei gleichzeitiger Verabreichung

mit Paroxetin erhöhte Pimozidspiegel nachgewiesen (Erhöhung der AUC um das 2,5-fache und der

Cmax um das 1,6-fache). Diese Interaktion ist auf die bekannten CYP2D6-hemmenden

Eigenschaften von Paroxetin zurückzuführen. Aufgrund der geringen therapeutischen Breite von

Pimozid und dessen bekannten Wirkung einer Verlängerung des QT-Intervalls, ist eine gleichzeitige

Anwendung von Pimozid und Paroxetin kontraindiziert (vgl. «Kontraindikationen»).

Arzneimittel-metabolisierende Enzyme:

Metabolismus und Pharmakokinetik von Paroxetin können durch die Aktivierung oder Hemmung

arzneimittelabbauender Enzyme beeinflusst werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Paroxetin mit einem bekannten, enzymhemmenden Arzneimittel

(Cimetidin) sollte im unteren Bereich dosiert werden. Eine Anpassung der Anfangsdosierung ist

nicht notwendig, wenn Paroxetin zusammen mit einem bekannten, enzyminduzierenden Arzneimittel

angewendet wird (z.B. Carbamazepin, Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin). Jede nachfolgende

Dosisanpassung sollte anhand des klinischen Effektes bestimmt werden (Wirksamkeit und

Verträglichkeit).

Fosamprenavir/Ritonavir:

Die gleichzeitige Verabreichung von Fosamprenavir/Ritonavir mit Paroxetin reduzierte die

Plasmaspiegel von Paroxetin signifikant. Jede Dosisanpassung sollte anhand des klinischen Effektes

bestimmt werden (Verträglichkeit und Wirksamkeit).

Procyclidin:

Die tägliche Anwendung von Paroxetin erhöht die Plasmaspiegel von Procyclidin signifikant. Wenn

anticholinergische Wirkungen festgestellt werden, sollte die Dosis von Procyclidin reduziert werden.

Antikonvulsiva (Carbamazepin, Phenytoin, Valproinsäure):

Die gleichzeitige Verabreichung scheint keinen Einfluss auf das

pharmakokinetische/pharmakodynamische Profil bei Patienten mit Epilepsie zu haben.

Pharmakokinetische Daten zeigen, dass eine gleichzeitige Verabreichung mit Diazepam keine

Dosisanpassung von Paroxetin erfordert.

Neuromuskuläre Blocker:

Paroxetin kann wie alle Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) die Aktivität der Plasma-

Cholinesterase vermindern und auf diese Weise die Dauer der inhibierenden Wirkung von

Mivacurium und Suxamethonium auf die neuromuskuläre Reizübertragung, also neuromuskuläre

Blockaden, verlängern. Das kann zum Beispiel postoperativ zu einer Verlängerung der

Beatmungspflicht, Aufrechterhaltung von Paralysen sowie Auftreten von neurologischen Störungen

inklusive Konvulsionen führen.

Hemmung des hepatischen Cytochrom-P450-Enzyms CYP2D6:

Wie andere Antidepressiva, einschliesslich anderer selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer,

hemmt Paroxetin das hepatische Enzym Cytochrom P450 2D6, das für den Metabolismus von

Debrisoquin und Spartein verantwortlich ist. Die Hemmung von CYP2D6 kann daher die

Plasmakonzentrationen von gleichzeitig verabreichten Wirkstoffen erhöhen, welche durch dieses

Isoenzym metabolisiert werden. Dazu gehören gewisse trizyklische Antidepressiva (z.B.

Amitriptylin, Clomipramin, Nortriptylin, Imipramin und Desipramin), Phenothiazin-Neuroleptika

(z.B. Perphenazin und Thioridazin, vgl. «Kontraindikationen»), Risperidon, Atomoxetin, gewisse

Klasse 1C Antiarrhythmika (z.B. Propafenon und Flecainid), Metoprolol und Codein. Es wird nicht

empfohlen, Paroxetin in Kombination mit Metoprolol bei kardialer Insuffizienz einzusetzen, da ein

enger therapeutischer Bereich von Metoprolol in dieser Indikation besteht.

Tamoxifen wird unter anderem über CYP2D6 metabolisiert. CYP2D6-Inhibitoren wie Paroxetin

können zu einer Reduktion der Wirksamkeit von Tamoxifen führen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Neuroleptika, trizyklische Antidepressiva:

Da die gleichzeitige Anwendung von Paroxetin und Neuroleptika oder trizyklischen Antidepressiva

nicht untersucht wurde, sollten derartige Kombinationen mit Vorsicht unternommen werden.

Antikoagulantien:

Vorläufige Daten weisen darauf hin, dass eine pharmakodynamische Interaktion zwischen Paroxetin

und oralen Antikoagulantien (Warfarin) bestehen könnte, die durch vermehrtes Bluten bei

unveränderten Prothrombinzeiten gekennzeichnet ist. Paroxetin sollte deshalb bei Patienten, die orale

Antikoagulantien erhalten, mit besonderer Vorsicht angewandt werden (vgl. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Nicht-steroidale Antirheumatika/Acetylsalicylsäure:

Es können pharmakodynamische Interaktionen zwischen Paroxetin und nicht-steroidalen

Antirheumatika/Acetylsalicylsäure auftreten. Die gleichzeitige Anwendung von Paroxetin und nicht-

steroidalen Antirheumatika/Acetylsalicylsäure kann zu einer erhöhten Blutungsneigung führen (vgl.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Arzneimittel, die den Magen-pH-Wert beeinflussen:

Resorption und Pharmakokinetik von Paroxetin werden durch die gleichzeitige Einnahme von

Nahrung oder Antazida nicht beeinflusst.

Obwohl Paroxetin die von Alkohol hervorgerufene Beeinträchtigung der geistigen und motorischen

Fähigkeiten nicht verstärkt, ist Alkohol während der Behandlung zu meiden.

Paroxetin hat keine oder nur eine geringe Auswirkung auf die Pharmakokinetik vieler Arzneimittel

einschliesslich Digoxin, Propranolol und Warfarin.

Es existiert wenig klinische Erfahrung über die gleichzeitige Anwendung von Paroxetin und

Elektrokrampf-Therapie.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft:

Tierstudien haben keinen direkten Beweis einer Teratogenität erbracht.

Neuere epidemiologische Studien zur Anwendung von Antidepressiva während des ersten

Schwangerschaftstrimenons berichten über ein erhöhtes Risiko kongenitaler Missbildungen,

insbesondere kardiovaskulärer Art (z.B. Ventrikel- und Vorhofseptumdefekte) im Zusammenhang

mit der Anwendung von Paroxetin. Das Datenmaterial deutet darauf hin, dass das Risiko für einen

kardiovaskulären Defekt beim Neugeborenen nach Paroxetinexposition der Mutter bei ungefähr 1/50

liegt, im Vergleich zu einer zu erwartenden Häufigkeit von solchen Defekten von ungefähr 1/100

Kindern in der Gesamtpopulation (vgl. «Eigenschaften/Wirkungen»).

Bei Frauen, die beabsichtigen, demnächst schwanger zu werden, oder schon schwanger sind, sollte

Paroxetin nicht neu verschrieben werden. Bei Frauen, die schwanger sind und schon mit Paroxetin

behandelt werden, wird der Arzt bzw. die Ärztin die zur Verfügung stehenden

Behandlungsalternativen sorgfältig abwägen müssen und Paroxetin nur dann weiter verschreiben,

falls dies absolut notwendig ist. Beim Entscheid zum Abbruch einer Paroxetinbehandlung einer

Schwangeren sollte sich der Arzt bzw. die Ärztin an den Abschnitten «Dosierung/Anwendung –

Absetzsymptome nach Ende der Behandlung mit Paroxetin» und «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen – Symptome beim Absetzen von Paroxetin» orientieren. Ein plötzliches

Absetzen der Therapie sollte auch in der Schwangerschaft vermieden werden.

Es wurde von Frühgeburten bei schwangeren Frauen berichtet, die Paroxetin oder andere SSRIs

eingenommen hatten. Ein kausaler Zusammenhang mit der medikamentösen Therapie konnte jedoch

nicht nachgewiesen werden.

Neugeborene sollten überwacht werden, wenn die Anwendung von Paroxetin bei der Mutter bis in

späte Stadien der Schwangerschaft (vor allem im letzten Drittel) fortgesetzt wird. Folgende

Symptome können bei Neugeborenen nach der maternalen Anwendung von Paroxetin in den späten

Stadien der Schwangerschaft auftreten: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, instabile

Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Trinken, Erbrechen, Hypoglykämie, muskulärer

Hypertonus oder Hypotonus, Hyperreflexie, Tremor, ängstliches/nervöses Zittern, Reizbarkeit,

Lethargie, Schläfrigkeit, Schlafstörungen und ständiges Schreien. Die Symptome können entweder

durch serotonerge Wirkungen oder durch Absetzsymptome verursacht sein. In der Mehrzahl der

Fälle beginnen die Komplikationen sofort oder sehr bald (weniger als 24 Stunden) nach der Geburt.

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die Anwendung von SSRIs (einschliesslich Paroxetin)

während der Schwangerschaft, vor allem im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft, mit

einem erhöhten Risiko einer persistierenden pulmonalen Hypertonie des Neugeborenen (PPHN)

verbunden war. Es wurde berichtet, dass das erhöhte Risiko bei Kindern von Frauen, welche SSRIs

in der Spätphase der Schwangerschaft einnahmen, vier- bis fünfmal höher war als in der allgemeinen

Bevölkerung (Rate von 1 bis 2 Fällen pro 1000 Schwangerschaften).

Stillzeit:

Geringe Mengen Paroxetin gehen in die Muttermilch über. Die Serumkonzentrationen aus

veröffentlichten Studien lagen bei den gestillten Kindern entweder unter der Nachweisgrenze (<2

ng/ml) oder waren sehr niedrig (<4 ng/ml). Es wurden keine Anzeichen von Arzneimittelwirkungen

bei diesen Kindern beobachtet. Trotzdem sollte Paroxetin während der Stillzeit nicht angewendet

werden. Ist die Verabreichung des Präparates unabdingbar, sollte abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da unter der Paroxetin-Mepha-Therapie Schläfrigkeit und Schwindel auftreten können, ist den

Patienten beim Führen eines Motorfahrzeuges und dem Bedienen von Maschinen Vorsicht zu

empfehlen.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen von Paroxetin können im Verlauf der Therapie an Intensität und

Häufigkeit abnehmen.

Bei der Klassifikation der unerwünschten Wirkungen wurde folgende Konvention gewählt: Sehr

häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000),

sehr selten (<1/10'000).

Erkrankungen des Blut- und des Lymphsystems

Gelegentlich: abnorme Blutungen, vorwiegend die Haut und die Schleimhäute betreffend.

Sehr selten: Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: schwere allergische Reaktionen (einschliesslich anaphylaktischem Schock und

Angioödem).

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten: Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: erhöhte Cholesterin-Werte, Appetitverlust (4–8% vs. Placebo 2%).

Selten: Hyponatriämie.

Selten trat eine Hyponatriämie auf – eventuell mit Hirnödem, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen

oder Krampfanfällen – und schien reversibel nach Absetzen von Paroxetin. Einige Fälle waren

vermutlich verursacht durch das Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons.

Die meisten der gemeldeten Fälle betrafen ältere Patienten, die Diuretika und andere Arzneimittel

einnahmen.

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig: Somnolenz (20–22% vs. Placebo 5–9%), Schlaflosigkeit (13–21% vs. Placebo 7–16%).

Häufig: Agitiertheit, abnorme Träume (einschliesslich Alpträume).

Gelegentlich: Verwirrtheit, Halluzinationen.

Selten: manische Reaktionen, Angstzustände, Depersonalisation, Panikattacken, Akathisie (vgl.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Diese Symptome können auch aufgrund der zugrunde liegenden Erkrankung auftreten.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel (10–11% vs. Placebo 6–7%), Tremor (9–10% vs. Placebo 1–2%),

Kopfschmerzen.

Gelegentlich: extrapyramidale Störungen.

Selten: klonische Krämpfe, Akathisie, Restless-Legs-Syndrom (RLS).

Sehr selten: Serotoninsyndrom (Symptome: Agitiertheit, Verwirrtheit, Diaphorese, Halluzinationen,

Hyperreflexie, Myoklonus, Schüttelfrost, Tachykardie und Tremor).

Es sind seltene Berichte von extrapyramidalen Störungen einschliesslich orofazialer Dystonie

gemeldet worden. Die meisten dieser Wirkungen sind bei Patienten mit eigentlichen

Bewegungsstörungen aufgetreten oder bei Patienten, die Neuroleptika erhielten.

Selten wurden Verwirrtheit, manische Reaktionen und epileptische Manifestationen (Krampfanfälle)

beobachtet.

Es sind Fälle von postoperativer Verlängerung der Beatmungspflicht, von Paralysen sowie

neurologischen Störungen inklusive Konvulsionen gemeldet worden, die auf die Verlängerung von

neuromuskulären Blockaden aufgrund von Interaktionen zwischen Paroxetin und Muskelrelaxantien

zurückgeführt werden (vgl. «Interaktionen»).

Augenerkrankungen

Gelegentlich: verschwommenes Sehen und Mydriasis (vgl. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Selten: akutes Glaukom.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Sinus-Tachykardie, EKG-Veränderungen.

Selten: Bradykardie.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Vasodilatation, orthostatische Hypotonie, Synkopen.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Gähnen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Nausea (23–25% vs. Placebo 7–11%).

Häufig: Verstopfung (5–12% vs. Placebo 2–8%), Durchfall (9% vs. Placebo 6–8%), Erbrechen,

Mundtrockenheit (9–18% vs. Placebo 3–11%).

Sehr selten: gastrointestinale Blutungen.

Erkrankungen der Leber und Gallenblase

Selten: Erhöhung von Leberenzymwerten.

Sehr selten: Lebererkrankungen (wie Hepatitis, gelegentlich in Verbindung mit Gelbsucht und/oder

Leberversagen).

Selten ist über vorübergehende Erhöhungen der Leberenzyme berichtet worden. Seit der

Markteinführung gibt es bei Patienten, die Paroxetin eingenommen haben, sehr selten (<0,01%)

Berichte über Lebererkrankungen wie Hepatitis, gelegentlich verbunden mit Gelbsucht und/oder

Leberversagen. Obwohl keine kausale Beziehung nachgewiesen werden konnte, sollte Paroxetin-

Mepha abgesetzt werden, wenn sich Leberfunktionsstörungen entwickeln.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Schwitzen (9–12% vs. Placebo 2–3%).

Gelegentlich: Hautausschlag, Juckreiz.

Sehr selten: schwerwiegende Hautreaktionen (einschliesslich Erythema multiforme, Stevens-

Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und DRESS-Syndrom [Drug Rash with

Eosinophilia and Systemic Symptoms]), Urtikaria, Photosensitivitätsreaktionen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Arthralgie, Myalgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Harnverhaltung, Harninkontinenz.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: sexuelle Funktionsstörungen: Ejakulationsstörungen (13–28% vs. Placebo 0–1%),

Verminderung der Libido (3–12% vs. Placebo 0–1%), weibliche sexuelle Dysfunktion (1–9% vs.

Placebo 0–1%).

Selten: Hyperprolaktinämie/Galaktorrhoe, Menstruationsstörungen einschliesslich Menorrhagie,

Metrorrhagie, Menometrorrhagie, verzögerte Menstruation und Amenorrhoe.

Sehr selten: Priapismus.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Asthenie (13–22% vs. Placebo 6–14%), Gewichtszunahme.

Sehr selten: periphere Ödeme.

Die Einnahme von Paroxetin kann gelegentlich zu einer Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme

führen. Paroxetin hat eine geringere Tendenz als trizyklische Antidepressiva, Mundtrockenheit,

Verstopfung und Schläfrigkeit hervorzurufen.

Bei Absetzen treten häufig Absetzsymptome auf (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Absetzsymptome

Häufig: Schwindel, Sinnesstörungen, Schlafstörungen, Angstzustände, Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Ruhelosigkeit, Übelkeit, Tremor, Verwirrtheit, Schwitzen, emotionale Instabilität,

Sehstörungen, Herzklopfen, Reizbarkeit, Durchfall.

Bei Abbruch einer Paroxetin-Mepha-Behandlung (insbesondere bei abruptem Absetzen) können

Symptome, wie Schwindel, Sinnesstörungen (einschliesslich Parästhesie,

Elektroschockempfindungen und Tinnitus), Schlafstörungen (einschliesslich intensiver Träume),

Ruhelosigkeit oder Angstzustände, Übelkeit, Kopfschmerzen, Tremor, Verwirrtheit, Durchfall,

Schwitzen, Herzklopfen, emotionale Instabilität, Reizbarkeit und Sehstörungen auftreten. Bei der

Mehrzahl der betroffenen Patienten sind diese Ereignisse nur leicht bis mässig stark ausgeprägt und

legen sich von selbst. Bei einzelnen Personen können die Absetzsymptome schwerwiegend sein und

für längere Zeit anhalten. Daher wird empfohlen, eine Paroxetin-Mepha-Behandlung langsam und

durch kleine Dosisreduktionen auszuschleichen, sobald sie nicht mehr erforderlich ist (vgl.

«Dosierung/Anwendung», sowie «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Unerwünschte Ereignisse bei den klinischen Studien mit Kindern und Jugendlichen (7–17 Jahre)

In klinischen Kurzzeitstudien (bis zu 10 bis 12 Wochen) mit Kindern und Jugendlichen wurden

folgende Nebenwirkungen bei mindestens 2% der mit Paroxetin behandelten Patienten berichtet und

traten mindestens doppelt so häufig wie unter Placebobehandlung auf: erhöhtes suizidales Verhalten

(einschliesslich Suizidversuche und suizidaler Gedanken), selbstschädigendes Verhalten und erhöhte

Aggressivität/Feindseligkeit. Die Beobachtungen von Suizidgedanken und Suizidversuchen stammen

vorwiegend aus den klinischen Studien mit Jugendlichen während einer depressiven Episode nach

ICD-10 Klassifikation (bzw. Major Depressive Disorder, MDD, nach DSM-IV Klassifikation).

Feindseligkeit war insbesondere bei Kindern mit Zwangsstörung (Obsessive-Compulsive Disorder,

OCD) zu beobachten, vor allem bei jüngeren Kindern unter 12 Jahren. Unter Paroxetin wurden

weiterhin häufiger als unter Placebo ein verminderter Appetit, Tremor, Schwitzen, Hyperkinesie,

Unruhe und emotionale Labilität (einschliesslich Weinen und Stimmungsschwankungen) beobachtet.

In Studien, bei denen die Behandlung ausschleichend beendet wurde (Verringerung der Tagesdosis

im wöchentlichen Intervall um 10 mg/Tag bis zu einer Dosis von 10 mg/Tag), wurden im Lauf der

Ausschleichphase oder beim Absetzen von Paroxetin die folgenden Symptome bei mindestens 2%

der Patienten und mindestens doppelt so häufig wie bei Placebo beschrieben: emotionale Labilität

(einschliesslich Weinen, Stimmungsschwankungen, selbstschädigenden Verhaltens, suizidaler

Gedanken und Suizidversuche), Nervosität, Schwindel, Übelkeit und Oberbauchschmerzen (vgl.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Klinische Erfahrungen zeigen eine relative Sicherheit bei Überdosierung von Paroxetin. Erfahrungen

mit Fällen von Überdosierungen von Paroxetin haben gezeigt, dass zusätzlich zu den im Kapitel

«Unerwünschte Wirkungen» beschriebenen Ereignissen folgende Symptome beschrieben worden

sind: Fieber, Blutdruckveränderungen und unkontrollierte Muskelkontraktionen.

Im Allgemeinen erholten sich die Patienten ohne schwerwiegende Spätfolgen, sogar in Fällen, in

welchen Einmaldosen bis zu 2000 mg (hundertfache Standarddosierungen) eingenommen worden

waren. Gelegentlich gibt es Berichte über Koma und EKG-Veränderungen sowie sehr selten über

Todesfälle, falls Patienten Paroxetin zusammen mit anderen psychotropen Substanzen und eventuell

mit Alkohol konsumiert haben.

Es sind Fälle von Überdosierung mit Paroxetin allein (bis 850 mg) und in Kombination mit anderen

Substanzen bekannt.

Es existiert kein spezifisches Antidot. Die Behandlung besteht aus den bei Überdosierung mit

Antidepressiva üblichen Massnahmen. Die Vitalfunktionen sind sorgfältig zu überwachen. Die

Behandlung des Patienten sollte nach klinischer Indikation oder ggf. nach den Empfehlungen des

nationalen toxikologischen Informationszentrums erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N06AB05

Paroxetin ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Die antidepressive Wirkung und die

Wirksamkeit in der Behandlung von Zwangs- sowie Panikstörungen dürften auf seiner spezifischen

Hemmung der Aufnahme von Serotonin (5-Hydroxytryptamin, 5-HT) in Neuronen des Gehirns

beruhen. Paroxetin ist chemisch mit trizyklischen, tetrazyklischen und anderen verfügbaren

Antidepressiva nicht verwandt.

Die Hauptmetaboliten von Paroxetin sind pharmakologisch praktisch inaktiv und dürften daher nicht

an der therapeutischen Wirkung beteiligt sein.

Die anticholinergen Wirkungen sind sowohl tierexperimentell wie auch in klinischen Studien

geringer als bei trizyklischen Antidepressiva.

Paroxetin besitzt eine selektive Wirkung; in-vitro Studien haben gezeigt, dass es, im Gegensatz zu

trizyklischen Antidepressiva, eine geringe Affinität für α1-, α2- und β-Adrenozeptoren sowie für

Dopamin (D2)-, 5-HT1-artige, 5-HT2 und Histamin (H1)-Rezeptoren aufweist. Das Fehlen einer

Wirkung auf postsynaptische Rezeptoren in vitro wird durch in-vivo Studien bestätigt, welche ein

Fehlen von ZNS-dämpfender und hypotensiver Wirkung zeigen. Paroxetin beeinträchtigt weder die

psychomotorischen Funktionen, noch potenziert es die dämpfende Wirkung von Alkohol.

Wie Studien gezeigt haben, besitzt Paroxetin eine geringe Tendenz, die antihypertensive Wirkung

von Guanethidin abzuschwächen.

Studien, bei denen Patienten bis zu einem Jahr lang Paroxetin erhielten, zeigten, dass Paroxetin das

Wiederauftreten depressiver Symptome sowie neuer Episoden verhindern kann.

Posttraumatische Belastungsstörung:

In einer Rückfall-Präventionsstudie bei Responders auf eine Initialbehandlung von 12 Wochen Dauer

mit Paroxetin ergab sich während weiteren 24 Wochen unter Studienmedikation kein Unterschied

bezüglich Rückfallsrate zwischen den zu Paroxetin randomisierten Patienten und denjenigen, welche

Placebo erhielten. Die Wirksamkeit von Paroxetin über die initiale Behandlungsdauer von 12

Wochen hinaus ist somit nicht belegt.

In einer neueren retrospektiven Epidemiologiestudie aus den USA wurde bei 5956 Kleinkindern,

deren Mütter im ersten Schwangerschaftstrimenon Paroxetin oder ein anderes Antidepressivum

eingenommen hatten, ein erhöhtes Risiko von schweren kongenitalen Missbildungen aller Art für

Paroxetin im Vergleich zu anderen Antidepressiva festgestellt (odds ratio 1,8; 95%

Konfidenzintervall 1,2–2,8). Darüber hinaus wurde für Paroxetin im Vergleich zu anderen

Antidepressiva auch ein erhöhtes Risiko kardiovaskulärer Missbildungen ermittelt (odds ratio 1,5;

95% Konfidenzintervall 0,8–2,9). Nicht berücksichtigt in diesen Angaben sind Frauen, die neben

Antidepressiva auch teratogene Arzneimittel erhalten hatten. Ventrikelseptumdefekte machten den

grössten Teil der kardiovaskulären Missbildungen aus.

Die Prävalenz von kongenitalen Missbildungen aller Art bzw. kardiovaskulären Missbildungen bei

diesen Kleinkindern lag bei 4% bzw. 1,5% im Fall von Paroxetin und bei 2% bzw. 1% für andere

Antidepressiva. In der Gesamtpopulation belaufen sich diese Häufigkeitsraten auf 3% (kongenitale

Missbildungen aller Art) bzw. 1% (kardiovaskuläre Missbildungen) (Centers for Disease Control and

Prevention, USA, und Metropolitan Atlanta Birth Congenital Defects Program Data [MACDP]).

In einer Studie basierend auf Datenmaterial des Schwedischen Melderegisters wurden die

Kleinkinder von 6896 Frauen untersucht, welche in der frühen Schwangerschaft mit Antidepressiva

in Kontakt gekommen waren (5123 Frauen mit SSRI-Exposition einschliesslich 815 Frauen mit

Paroxetin-Exposition). Bei den Paroxetin-exponierten Kleinkindern bestand ein erhöhtes Risiko

kardiovaskulärer Missbildungen im Vergleich zum Gesamtkollektiv des Registers (odds ratio 1,8;

95% Konfidenzintervall 1,1–2,8). Die Häufigkeitsrate kardiovaskulärer Missbildungen nach der

Paroxetin-Exposition in der frühen Schwangerschaft lag bei 2% gegenüber 1% beim Gesamtkollektiv

des Registers. Beim Gesamtrisiko von kongenitalen Missbildungen wurde für die Paroxetin-

exponierten Kleinkinder kein Anstieg festgestellt.

Pharmakokinetik

Absorption:

Paroxetin wird nach oraler Gabe gut resorbiert und unterliegt einem First-pass-Metabolismus. Die

absolute Bioverfügbarkeit von Paroxetin ist variabel infolge eines First-pass-Metabolismus, der

gesättigt werden kann. Die Resorption und Pharmakokinetik von Paroxetin werden durch die

gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst.

Nach täglichen Gaben von 20 mg betrugen die Steady-State-Werte von Cmax und Tmax 12–90

ng/ml (im Mittel 41 ng/ml) bzw. 3–7 Stunden (im Mittel 5 Stunden).

Distribution:

Paroxetin wird extensiv im Gewebe verteilt (mittl. Verteilungsvolumen: 10–20 l/kg); nur 1%

verbleibt im Plasma. Etwa 95% des bei therapeutischen Dosen im Plasma vorhandenen Paroxetins

sind proteingebunden.

Elimination:

Paroxetin wird zum grössten Teil in der Leber metabolisiert. Von einer Dosis Paroxetin werden 64%

im Urin ausgeschieden (im Allgemeinen weniger als 2% der Dosis in unveränderter Form). Die

übrigen 36% werden mit den Faeces ausgeschieden (höchstens 1% der Dosis unverändert).

Die Eliminationshalbwertszeit ist variabel (6–71 Stunden bei Steady-State), beträgt aber im

Allgemeinen etwa einen Tag. Systemische Steady-State-Spiegel werden 7 bis 14 Tage nach Beginn

der Behandlung erreicht. Die Pharmakokinetik scheint sich unter Langzeitbehandlung nicht zu

verändern.

Paroxetin wird teilweise durch das Enzym Cytochrom P450 2D6 metabolisiert, welches mit dem

Spartein/Debrisoquin Polymorphismus zusammenhängt (zirka 10% der weissen Bevölkerung sind

«poor metabolisers» von Spartein und Debrisoquin). Weil dieses Enzym gesättigt werden kann, und

weil dadurch die Menge an Paroxetin im Körper durch wiederholte Dosierung erhöht wird, wird die

Clearance reduziert. Die Enzymsättigung führt zu einer überproportionalen Zunahme der

Plasmakonzentrationen von Paroxetin während der Annäherung an den Steady-State. Dies ist jedoch

nur bei Personen ausgeprägt, die anfänglich besonders tiefe Plasmakonzentrationen aufweisen. Im

Steady-State, in welchem das Cytochrom P450 2D6-Enzym im Wesentlichen gesättigt ist, wird die

Paroxetin-Clearance von anderen P450-Enzymen bestimmt, bei denen – im Gegensatz zu P450 2D6

– eine Sättigung nicht nachgewiesen werden kann. Zusammenfassend: allfällige nicht-lineare

Veränderungen der Plasmakonzentrationen in Zusammenhang mit einer Erhöhung der Dosis nach

Erreichen des Steady-State sind im Allgemeinen geringfügig und auf Personen beschränkt, die

niedrige Konzentrationen bei tieferen Dosierungen aufweisen.

Die Elimination der Metaboliten ist biphasisch, initial bestimmt durch den First-pass-Metabolismus

und anschliessend durch die systemische Elimination.

Kinetik spezieller Patientengruppen:

Höhere Plasmakonzentrationen von Paroxetin kommen bei älteren Personen (im Durchschnitt um

etwa 75%) sowie bei Personen mit schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz vor.

Überdies wurde keine Korrelation zwischen den Plasmakonzentrationen von Paroxetin und der

klinischen Wirkung (weder unerwünschte Wirkungen noch Wirksamkeit) gefunden.

Präklinische Daten

Karzinogenität:

2-Jahres-Studien an Mäusen und Ratten ergaben kein tumorerzeugendes Potential für Paroxetin.

Genotoxizität:

In-vitro und in-vivo durchgeführte Versuchsreihen ergaben keinen Hinweis auf genotoxische

Wirkungen.

Reproduktionstoxizität:

Reproduktionsstudien an Ratten zeigten keine klinisch signifikanten Effekte von Paroxetin auf die

männliche und weibliche Fertilität. Untersuchungen in Kaninchen und Ratten mit einer 6 bis 50-mal

der maximal empfohlenen klinischen Dosis ergaben keinen Hinweis auf eine Teratogenität.

Allerdings trat in Rattenstudien, in Analogie zu anderen Serotonin-Wiederaufnahmehemmern

(SSRI), eine Erhöhung der Anzahl der Totgeburten, eine Erniedrigung des Geburtsgewichts und eine

Erhöhung der neonatalen Mortalität auf. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist unbekannt.

Bei Versuchstieren (Ratten) gingen geringe Mengen in die Muttermilch sowie in den Foetus über.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit:

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise:

In der Originalverpackung und nicht über 25 °C lagern.

Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

58636 (Swissmedic).

Packungen

Paroxetin-Mepha Lactab (teilbar) 20 mg 14 [B]

Paroxetin-Mepha Lactab (teilbar) 20 mg 28 [B]

Paroxetin-Mepha Lactab (teilbar) 20 mg 98 [B]

Paroxetin-Mepha Lactab (teilbar) 30 mg 28 [B]

Paroxetin-Mepha Lactab (teilbar) 30 mg 98 [B]

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

September 2017.

Interne Versionsnummer: 5.1

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