Mycophenolat-Mofetil Sandoz 500 mg Filmtabletten

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Bijsluiter Bijsluiter (PIL)

01-08-2019

Productkenmerken Productkenmerken (SPC)

25-10-2018

Werkstoffen:
mofetili mycophenolas
Beschikbaar vanaf:
Sandoz Pharmaceuticals AG
ATC-code:
L04AA06
INN (Algemene Internationale Benaming):
mofetili mycophenolas
farmaceutische vorm:
Filmtabletten
Samenstelling:
mofetili mycophenolas 500 mg, excipiens pro compresso obducto.
klasse:
B
Therapeutische categorie:
Synthetika
Therapeutisch gebied:
Immunsuppressivum
Autorisatienummer:
58674
Autorisatie datum:
2009-07-17

Documenten in andere talen

Bijsluiter Bijsluiter - Frans

01-08-2019

Productkenmerken Productkenmerken - Frans

23-10-2018

Bijsluiter Bijsluiter - Italiaans

01-08-2019

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie sollten es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Mycophenolat-Mofetil Sandoz®

Sandoz Pharmaceuticals AG

Was ist Mycophenolat-Mofetil Sandoz und wann wird es angewendet?

Mycophenolat-Mofetil Sandoz enthält den Wirkstoff Mycophenolat-Mofetil. In Ihrer Packung sind

entweder 150 lilafarbene Filmtabletten, 300 blau/orange Kapseln, die oral (durch den Mund)

eingenommen werden.

Mycophenolat-Mofetil gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, welche helfen, die natürliche

Abwehrreaktion des Körpers gegen transplantierte Organe zu unterbinden.

Die Filmtabletten oder Kapseln von Mycophenolat-Mofetil Sandoz werden verwendet, um zu

verhüten, dass Ihr Körper nach einer Nieren-, Herz- oder Lebertransplantation das transplantierte

Organ abstösst. Mycophenolat-Mofetil Sandoz wird im Allgemeinen in Verbindung mit anderen

Arzneimitteln, wie Ciclosporin und Corticosteroiden, verwendet.

Mycophenolat-Mofetil Sandoz darf nur auf Verschreibung eines Arztes oder einer Ärztin verwendet

werden.

Wann darf Mycophenolat-Mofetil Sandoz nicht eingenommen werden?

Mycophenolat-Mofetil Sandoz kann beim ungeborenen Kind zu angeborenen Fehlbildungen und zu

Fehlgeburten führen.

Aus diesen Gründen dürfen Sie Mycophenolat-Mofetil Sandoz nicht einnehmen, wenn Sie

schwanger sind, vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, während der Behandlung oder

innerhalb von 6 Wochen nach der Behandlung schwanger zu werden.

Sie dürfen Mycophenolat-Mofetil Sandoz nicht einnehmen, wenn Sie stillen.

Wenn Sie schwanger werden könnten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die besten

Verhütungsmethoden.

Wenn Sie schwanger werden könnten, aber die notwendigen Verhütungsmassnahmen nicht

anwenden können oder wollen, dürfen Sie Mycophenolat-Mofetil Sandoz nicht einnehmen.

Mycophenolat-Mofetil Sandoz darf nicht angewendet werden bei einer Überempfindlichkeit auf den

Wirkstoff Mycophenolat-Mofetil. Die Anwendung von Mycophenolat-Mofetil bei Kindern und

Jugendlichen wurde, ausser bei nierentransplantierten Kindern und Jugendlichen, bisher nicht

ausreichend untersucht.

Wann ist bei der Einnahme von Mycophenolat-Mofetil Sandoz Vorsicht geboten?

Mycophenolat-Mofetil Sandoz kann beim ungeborenen Kind zu angeborenen Fehlbildungen und zu

Fehlgeburten führen. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die beste Methode

der Empfängnisverhütung.

Wenn Sie an der seltenen Stoffwechselkrankheit Lesch-Nyhan-Syndrom oder Kelly-Seegmiller-

Syndrom leiden, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, denn Sie sollten in diesen Fällen

Mycophenolat-Mofetil Sandoz nicht einnehmen.

Bei gegenwärtigen oder früheren Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt, zum Beispiel bei einem

Magengeschwür, sollte Mycophenolat-Mofetil Sandoz mit Vorsicht angewendet werden.

Der Arzt bzw. die Ärztin wird zur Kontrolle des Blutbildes regelmässige Tests vornehmen, da

Mycophenolat-Mofetil Sandoz die Blutbildung im Knochenmark beeinträchtigen kann. Falls

unerwartet blaue Flecken oder Blutungen auftreten, sollten Sie dies Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

mitteilen.

Aufgrund der durch Mycophenolat-Mofetil Sandoz verminderten körpereigenen Abwehr kann es zu

vermehrten Infektionen mit Krankheitserregern kommen. Bei Anzeichen einer Infektion (z. B.

Fieber, Halsschmerzen) sollten Sie daher Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unverzüglich verständigen.

Patientinnen und Patienten mit erhöhter Sonnenempfindlichkeit sollten sich schützen vor Sonnen-

und UV-Licht durch Tragen schützender Kleidung und Verwendung eines Lichtschutzpräparates mit

hohem Schutzfaktor.

In einer kumulativen Auswertung von mit Mycophenolat-Mofetil berichteten Fälle wurde über eine

kleine Anzahl von Fällen von sog. Pure Red Cell Aplasia (PRCA, der Körper bildet keine oder nur

vermindert rote Blutkörperchen), überwiegend bei Patienten mit Nieren- oder

Pankreastransplantation, berichtet, die mit Mycophenolat-Mofetil in Kombination mit anderen

Arzneimitteln, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken, behandelt worden waren. Bei

einigen Patienten wurde nach Unterbrechung oder Dosisreduktion der Behandlung mit

Mycophenolat-Mofetil Sandoz eine Erholung des roten Blutbilds beobachtet. Eine Änderung der

immunsuppressiven Behandlung bei Transplantationspatienten sollte mit grosser Vorsicht erfolgen,

um nicht das Transplantat zu gefährden (siehe «Welche Nebenwirkungen kann Mycophenolat-

Mofetil Sandoz haben?»).

Sie sollten während der Therapie und mindestens 6 Wochen nach Beendigung der Behandlung mit

Mycophenolat-Mofetil Sandoz kein Blut spenden.

Männer sollten während der Therapie und bis 90 Tage nach Beendigung der Behandlung mit

Mycophenolat-Mofetil Sandoz keinen Samen spenden.

Falls Sie Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Schwindel, Zittern oder Mangel an Muskelspannung spüren,

vermeiden Sie das Autofahren oder Bedienen von Maschinen.

Falls Sie andere Arzneimittel einnehmen wie Azathioprin, Tacrolimus, Isavuconazol oder

Ciclosporin A, welche auch Patientinnen und Patienten nach einer Organtransplantation verabreicht

werden, Antazida und Protonenpumpenhemmern (Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure),

Cholestyramin (Arzneimittel zur Senkung der Blutfette), Telmisartan (Arzneimittel zur Senkung des

Bluthochdrucks), die Antibiotika Rifampicin, Norfloxacin in Kombination mit Metronidazol,

Ciprofloxacin oder Amoxicillin plus Clavulansäure, oder Aciclovir und Ganciclovir gegen

Virusinfektionen, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, da es zu Wechselwirkungen zwischen

Mycophenolat-Mofetil Sandoz und diesen Arzneimitteln kommen kann.

Sind Sie auf Schutzimpfungen angewiesen? Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie beraten, ob eine

Impfung durchgeführt werden kann oder nicht.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Mycophenolat-Mofetil Sandoz während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen

werden?

Schwangerschaft

Mycophenolat-Mofetil Sandoz darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da es

das ungeborene Kind schädigen kann (kann zu angeborenen Fehlbildungen führen) oder es zu

Fehlgeburten kommen kann! Vor Behandlungsbeginn mit Mycophenolat-Mofetil Sandoz muss eine

Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Dazu müssen vor Beginn der Behandlung zwei negative

Schwangerschaftstests, die mit einem Abstand von 8-10 Tagen durchgeführt wurden, vorliegen.

Weitere Schwangerschaftstests sollten während Terminen zur Nachuntersuchungen durchgeführt

werden.

Wenn Sie schwanger werden könnten, aber die notwendigen Verhütungsmassnahmen nicht

anwenden können oder wollen, dürfen Sie Mycophenolat-Mofetil Sandoz nicht einnehmen. Sollten

Sie trotzdem schwanger werden, wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Es muss eine wirksame Empfängnisverhütung mit zwei zuverlässigen Verhütungsmethoden

durchgeführt werden, und zwar schon bevor Sie Mycophenolat-Mofetil Sandoz einzunehmen

beginnen, während der Behandlung mit Mycophenolat-Mofetil Sandoz sowie noch während sechs

Wochen nach Beendigung der Einnahme von Mycophenolat-Mofetil Sandoz. Teilen Sie Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin sofort mit, falls Sie schwanger sind oder in nächster Zeit eine Familie gründen

möchten.

Reproduktionsfähige Frauen und Männer

Bei Männern (fortpflanzungsfähig und vasektomiert) unter Behandlung mit Mycophenolat-Mofetil

Sandoz wird die Verwendung von Kondomen während der Behandlung und bis mindestens 90 Tage

nach Behandlungsende empfohlen.

Bei den Partnerinnen von Männern unter Behandlung mit Mycophenolat-Mofetil Sandoz wird

empfohlen, während der Behandlung und bis mindestens 90 Tage nach Behandlungsende eine

zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden.

Stillzeit

Mycophenolat-Mofetil Sandoz darf nicht angewendet werden, wenn Sie stillen.

Wie verwenden Sie Mycophenolat-Mofetil Sandoz?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird Sie darüber informieren, wie Sie das Arzneimittel einnehmen müssen.

Es ist wichtig, dass Sie die Filmtabletten, Kapseln genau nach Vorschrift des Arztes bzw. der Ärztin

einnehmen.

Bitte beachten Sie auch die Patienteninformationen der Arzneimittel, die in Kombination mit

Mycophenolat-Mofetil Sandoz angewendet werden – sowohl der Corticosteroide als auch von

Ciclosporin.

Im Allgemeinen wird Mycophenolat-Mofetil Sandoz wie folgt eingenommen:

Um zu verhindern, dass die transplantierte Niere abgestossen wird

Erwachsene

Die erste Dosis wird sobald wie möglich nach der Nierentransplantation gegeben. Täglich müssen

zwei Gramm (2 g) des Wirkstoffs (4 Filmtabletten oder 8 Kapseln) eingenommen werden. Die

Tagesdosis wird im Allgemeinen auf zwei Verabreichungen verteilt, so dass morgens 2 Filmtabletten

oder 4 Kapseln sowie abends 2 Filmtabletten oder 4 Kapseln einzunehmen sind.

Gewisse Patientinnen und Patienten erhalten 3 g (6 Filmtabletten oder 12 Kapseln) täglich, wiederum

die halbe Tagesdosis am Morgen und die andere Hälfte abends.

Kinder und Jugendliche im Alter von 3 Monaten bis 18 Jahren

Der Arzt bzw. die Ärztin wird die Dosis aufgrund der Körperfläche (berechnet aus Grösse und

Gewicht) festlegen. Die empfohlene Dosis ist zweimal täglich 600 mg/m2.

Um zu verhindern, dass das transplantierte Herz oder die transplantierte Leber abgestossen wird

Erwachsene

Die erste Dosis wird sobald wie möglich nach der Herz- bzw. Lebertransplantation gegeben. Täglich

müssen drei Gramm (3 g) des Wirkstoffs (6 Filmtabletten oder 12 Kapseln) eingenommen werden.

Die Tagesdosis wird im Allgemeinen auf zwei Verabreichungen verteilt, so dass morgens 3

Filmtabletten oder 6 Kapseln sowie abends 3 Filmtabletten oder 6 Kapseln einzunehmen sind.

Mycophenolat-Mofetil Sandoz Filmtabletten oder Kapseln werden im Allgemeinen auf nüchternen

Magen eingenommen. Nehmen Sie die Filmtabletten oder Kapseln unzerkaut mit einem Glas Wasser

ein. Die Filmtabletten dürfen nicht gebrochen oder zerstossen und die Kapseln nicht geöffnet

werden.

Sie müssen Mycophenolat-Mofetil Sandoz genau nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin

einnehmen. Hören Sie nicht auf, das Arzneimittel einzunehmen, bis der Arzt bzw. die Ärztin Sie

dazu auffordert.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin empfiehlt Ihnen möglicherweise, eine geringere Dosis einzunehmen, falls

die Niere noch nicht richtig funktioniert.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Anwendungsfehler

Was ist zu tun, wenn Mycophenolat-Mofetil Sandoz in zu grossen Mengen eingenommen wurde?

Falls Sie mehr Kapseln/Filmtabletten als verordnet als Einzel- oder Tagesdosis eingenommen haben,

sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie zu wenig Mycophenolat-Mofetil Sandoz eingenommen oder

eine Einnahme vergessen haben?

Nehmen Sie schnellstmöglich die zu wenig genommenen Kapseln/Filmtabletten ein; danach nehmen

Sie Mycophenolat-Mofetil Sandoz weiter, wie verordnet.

Falls Sie mehr als 1 Dosis vergessen haben, sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Welche Nebenwirkungen kann Mycophenolat-Mofetil Sandoz haben?

Mycophenolat-Mofetil Sandoz schwächt die körpereigenen Abwehrmechanismen, damit die Niere,

das Herz oder die Leber, die Ihnen transplantiert wurde, nicht abgestossen wird. Der Organismus

kann deshalb auch Infektionen nicht so gut abwehren wie sonst. Patienten, die Mycophenolat-Mofetil

Sandoz einnehmen, können daher häufiger Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Viren im Bereich

der Haut, des Mundes, des Darmes, der Lungen und der Harnwege erleiden. Bei einer sehr kleinen

Zahl von Patientinnen und Patienten, die mit Arzneimitteln wie Mycophenolat-Mofetil Sandoz zur

Verhütung der Transplantatabstossung behandelt worden sind, hat man Krebserkrankungen des

lymphatischen Gewebes und der Haut beobachtet. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird regelmässige

Blutuntersuchungen vornehmen, um Veränderungen bei den Blutkörperchen oder bei den Stoffen,

die im Blut transportiert werden (z. B. Zucker, Fett, Cholesterin), festzustellen.

Für ältere Patienten (≥65 Jahre) kann im Vergleich zu jüngeren Patienten ein erhöhtes Risiko für

Infektionen, Blutungen im Verdauungstrakt und Lungenödeme bestehen. Bei älteren

nierentransplantierten Patienten wurde zudem Atemnot deutlich häufiger beobachtet als bei jüngeren

Patienten.

Folgende weitere Nebenwirkungen können nach der Einnahme von Mycophenolat-Mofetil Sandoz

auftreten:

Alle Anwendungsbereiche

Sehr häufig (>10% der Patienten):

Infektionen, Blutarmut, geringere Anzahl weisser Blutkörperchen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck,

Husten, Atemnot, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörungen, Übelkeit,

Erbrechen, Kraftlosigkeit, Flüssigkeitsansammlung in den Geweben, Fieber.

Häufig (1 bis 10% der Patienten):

Gutartige Hauttumoren und -geschwüre, Neubildung von Körpergeweben, Gewichtsverlust,

Entzündung der Speiseröhre oder der Mundschleimhaut, Entzündung, Blutungen, oder Geschwüre

des Magen-Darm-Trakts, Darmverschluss, erhöhte alkalische Phosphatase im Blut, Haarausfall,

Unwohlsein, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Allergie.

Bei Kindern von Frauen, welche während der Schwangerschaft Mycophenolat-Mofetil Sandoz in

Kombination mit anderen immunsuppressiven Medikamenten einnahmen, wurden angeborene

Fehlbildungen beobachtet.

Bei Patientinnen welche Mycophenolat-Mofetil Sandoz einnahmen, sind spontane Fehlgeburten

aufgetreten (hauptsächlich im ersten Trimenon).

Bei Nierentransplantationspatienten:

Sehr häufig (>10% der Patienten):

Erhöhtes Cholesterin oder erniedrigte Phosphate im Blut, Blut im Urin.

Häufig (1 bis 10% der Patienten):

Hautkrebs, Hautblutung, erhöhte Anzahl weisser Blutkörperchen, geringere Anzahl der

Blutplättchen, der roten und weissen Blutkörperchen, Übersäuerung, erhöhte Menge an Zucker,

Kalium, Fette, Lactatdehydrogenase oder Kreatinin im Blut, erniedrigtes Calcium, Kalium oder

Magnesium im Blut, Verwirrung, Depression, Schlafstörungen, Schwindel, erhöhte Spannung der

Muskulatur, Kribbeln, Schläfrigkeit, Zittern, Herzrasen, niedriger Blutdruck,

Flüssigkeitsansammlung zwischen Lungen- und Rippenfell, verminderter Appetit, Blähungen,

erhöhte Leberwerte, Leberentzündung, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Muskelschwäche,

Schüttelfrost, Eingeweidebruch, Schmerzen.

Bei Herztransplantationspatienten:

Sehr häufig (>10% der Patienten):

Hautblutung, erhöhte Anzahl weisser Blutkörperchen, geringere Anzahl der Blutplättchen,

Übersäuerung, erhöhtes Cholesterin, erhöhte Menge an Zucker, Kalium, Fette, Harnstoff,

Lactatdehydrogenase oder Kreatinin im Blut, erniedrigtes Kalium, Magnesium im Blut, Verwirrung,

Depression, Schlafstörungen, Schwindel, erhöhte Spannung der Muskulatur, Kribbeln, Schläfrigkeit,

Zittern, Herzrasen, niedriger Blutdruck, Flüssigkeitsansammlung zwischen Lungen- und Rippenfell,

verminderter Appetit, Blähungen, erhöhte Leberwerte, Hautausschlag, Gelenkschmerzen,

Muskelschwäche, Schüttelfrost, Eingeweidebruch, Schmerzen.

Häufig (1 bis 10% der Patienten):

Hautkrebs, Entzündung der Haut, erniedrigtes Calcium oder Phosphate im Blut, Blut im Urin.

Bei Lebertransplantationspatienten:

Sehr häufig (>10% der Patienten):

Erhöhte Anzahl weisser Blutkörperchen, geringere Anzahl der Blutplättchen, erhöhte Menge an

Zucker, Kalium Kreatinin oder Harnstoff im Blut, erniedrigtes Calcium, Kalium, Magnesium,

Phosphate im Blut, Verwirrung, Depression, Schlafstörungen, Schwindel, Kribbeln, Zittern,

Herzrasen, niedriger Blutdruck, Flüssigkeitsansammlung zwischen Lungen- und Rippenfell,

verminderter Appetit, Blähungen, erhöhte Leberwerte, Leberentzündung, Hautausschlag,

Schüttelfrost, Eingeweidebruch, Schmerzen.

Häufig (1 bis 10% der Patienten):

Hautblutung, geringere Anzahl der Blutplättchen, roten und weissen Blutkörperchen, Übersäuerung,

erhöhtes Cholesterin und Fette im Blut, erhöhte Spannung der Muskulatur, Schläfrigkeit,

Gelenkschmerzen, Muskelschwäche, Blut im Urin.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–25°C) und ausser Reichweite von Kindern

lagern.

Weitere Hinweise

Falls Sie Mycophenolat-Mofetil Sandoz Kapseln einnehmen, sollten Sie diese ganz schlucken und

die Kapseln nicht öffnen. Falls eine Kapsel zerbricht, waschen Sie die Haut, die mit dem Pulver in

Berührung gekommen ist, mit Wasser und Seife. Gelangt Pulver aus einer beschädigten Kapsel in

Ihre Augen oder in den Mund, spülen Sie gründlich mit viel Leitungswasser.

Lassen Sie nicht verwendete Filmtabletten und Kapseln bei Ihrem Apotheker bzw. Ihrer Apothekerin

entsorgen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Mycophenolat-Mofetil Sandoz enthalten?

Wirkstoffe

Hilfsstoffe

1 Kapsel Mycophenolat-Mofetil Sandoz enthält 250 mg Wirkstoff (Mycophenolat-Mofetil), E132 als

Farbstoff und weitere Hilfsstoffe zur Herstellung von Kapseln.

1 Filmtablette Mycophenolat-Mofetil Sandoz enthält 500 mg Wirkstoff (Mycophenolat-Mofetil) und

weitere Hilfsstoffe zur Herstellung von Filmtabletten.

Zulassungsnummer

58620, 58674 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Mycophenolat-Mofetil Sandoz? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen mit 300 (3× 100) Kapseln Mycophenolat-Mofetil Sandoz 250 mg

Packungen mit 150 (3× 50) Filmtabletten Mycophenolat-Mofetil Sandoz 500 mg

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz

Diese Packungsbeilage wurde im August 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

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Fachinformation

Mycophenolat-Mofetil Sandoz®

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Mofetili Mycophenolas.

Hilfsstoffe

Kapseln: Color: E132, excipiens pro capsula.

Filmtabletten: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln zu 250 mg.

Filmtabletten zu 500 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Mycophenolat-Mofetil Sandoz ist in Kombination mit Ciclosporin und Corticosteroiden zur

Prophylaxe von akuten Transplantatabstossungsreaktionen bei Patienten mit allogener Nieren-, Herz-

oder Lebertransplantation angezeigt.

Dosierung/Anwendung

Die erste Dosis von Mycophenolat-Mofetil Sandoz soll so früh wie möglich nach einer Nieren-,

Herz- oder Lebertransplantation verabreicht werden.

Orale Verabreichung

Nierentransplantation

Erwachsene

Das beste therapeutische Nutzen-Risiko-Verhältnis wird bei Verabreichung einer Tagesdosis von 2 g

(2× 4 Kapseln/2× 2 Filmtabletten) beobachtet. Bei Nierentransplantationspatienten ist generell eine

Tagesdosis von 2 g empfohlen. Falls bei ausgewählten Patienten eine stärkere Immunsuppression

gerechtfertigt erscheint, können 3 g Mycophenolat-Mofetil Sandoz pro Tag (2× 6 Kapseln/2× 3

Filmtabletten) angewendet werden.

Bei Patienten mit verzögertem Funktionseintritt des Nierentransplantats nach der Operation ist keine

Anpassung der Dosis erforderlich. Die Patienten sollten jedoch sorgfältig überwacht werden (siehe

«Pharmakokinetik»). Im Falle einer Nierentransplantatabstossung ergeben sich keine

pharmakokinetischen Veränderungen für Mycophenolsäure (MPA), die eine Dosisreduktion oder

Unterbrechung der Anwendung erforderlich machen würden.

Kinder und Jugendliche (Alter 3 Monate bis 18 Jahre)

Die empfohlene Dosis Mycophenolat-Mofetil beträgt 600 mg/m² zweimal täglich oral verabreicht

(bis zu einer maximalen Tagesdosis von 2 g).

Bei Anwendung der festen oralen Arzneiformen können Patienten mit einer Körperoberfläche von

1,25 bis 1,5 m² Mycophenolat-Mofetil Sandoz Kapseln in einer Dosis von zweimal täglich 750 mg

(Tagesdosis: 1,5 g) bekommen. Patienten mit einer Körperoberfläche von >1,5 m² können

Mycophenolat-Mofetil Sandoz Kapseln oder Filmtabletten in einer Dosis von zweimal täglich 1 g

bekommen (Tagesdosis: 2 g).

Herztransplantation

Erwachsene

Die empfohlene Dosis für Herztransplantationspatienten beträgt zweimal täglich 1,5 g (Tagesdosis 3

g). Bei Herztransplantatabstossung liegt kein Grund zur Dosiskorrektur vor.

Kinder und Jugendliche

Für pädiatrische Herztransplantationspatienten liegen keine Daten vor.

Lebertransplantation

Erwachsene

Die empfohlene Dosis für Lebertransplantationspatienten beträgt zweimal täglich 1,5 g (Tagesdosis 3

g). Pharmakokinetische Daten bei Lebertransplantatabstossung liegen nicht vor.

Kinder und Jugendliche

Für pädiatrische Lebertransplantationspatienten liegen keine Daten vor.

Anwendungshinweise

Es wird empfohlen, die oralen Darreichungsformen von Mycophenolat-Mofetil Sandoz nüchtern

einzunehmen. Bei Patienten mit stabilem Nierentransplantat kann Mycophenolat-Mofetil Sandoz mit

Nahrung eingenommen werden (siehe «Pharmakokinetik»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Niereninsuffizienz

Mycophenolat-Mofetil Sandoz sollte bei Herz- oder Lebertransplantationspatienten mit schwerer

chronischer Niereninsuffizienz nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen das

potentielle Risiko überwiegt. Bei diesen Patienten liegen keine Daten vor.

Nierentransplantierte Patienten mit schwerer chronischer Niereninsuffizienz (glomeruläre

Filtrationsrate <25 ml/min/1,73 m²), denen Mycophenolat-Mofetil Sandoz in Einzeldosen verabreicht

wurde, wiesen gegenüber Patienten mit geringfügigerer Niereninsuffizienz oder gesunden Probanden

grössere AUC bezüglich MPA und MPA-Glucuronid (MPAG) im Plasma auf. Solchen

nierentransplantierten Patienten sollte Mycophenolat-Mofetil Sandoz nicht in Dosen über 1 g

zweimal täglich verabreicht werden, und sie sind sorgfältig zu überwachen.

Leberinsuffizienz

Bei nierentransplantierten Patienten mit schweren Leberparenchymschäden sind Dosisanpassungen

nicht erforderlich.

Zu herztransplantierten Patienten mit schweren Leberparenchymschäden liegen keine Daten vor.

Myelosuppression

Falls es zu einer Neutropenie kommt (ANC <1,3× 103/µl), muss Mycophenolat-Mofetil Sandoz

abgesetzt oder dessen Dosis muss herabgesetzt werden; ferner sollten entsprechende diagnostische

Tests durchgeführt und der Patient nach Bedarf behandelt werden.

Geriatrie

Bei älteren Patienten wird die gleiche Dosis wie bei Erwachsenen empfohlen. Für Patienten dieser

Altersgruppe ist ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Wirkungen vorhanden (siehe «Unerwünschte

Wirkungen»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Mycophenolat-Mofetil, Mycophenolsäure oder einem der Hilfsstoffe

gemäss Zusammensetzung.

Mycophenolat-Mofetil ist aufgrund seines mutagenen und teratogenen Potenzials in der

Schwangerschaft kontraindiziert (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Mycophenolat-Mofetil ist bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hoch wirksamen

Verhütungsmethoden anwenden, kontraindiziert (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Mycophenolat-Mofetil ist in der Stillzeit kontraindiziert (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Neoplasien

Patienten, die Mycophenolat-Mofetil als Bestandteil einer immunsuppressiven Therapie bekommen,

haben ein erhöhtes Risiko für Lymphome und andere Malignome, insbesondere der Haut. Das Risiko

scheint hierbei eher von der Intensität und der Dauer der Immunsuppression als von der Verwendung

eines bestimmten Mittels abzuhängen. Wie bei allen Patienten, die einem erhöhten Hautkrebsrisiko

ausgesetzt sind, sollte der Kontakt zu Sonnen- und UV-Licht durch Tragen schützender Kleidung

und Verwendung eines Lichtschutzfilters mit hohem Schutzfaktor eingeschränkt werden.

Infektionen

Eine übermässige Unterdrückung des Immunsystems kann auch die Infektionsanfälligkeit –

beispielsweise für opportunistische Infektionen, letale Infekte und Sepsis – erhöhen (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»).

In den drei kontrollierten Studien zur Prophylaxe einer Abstossungsreaktion nach einer

Nierentransplantation traten letale Infekte bei Patienten, welche Mycophenolat-Mofetil oder die

Kontrolltherapie in Kombination mit anderen Immunsuppressiva erhielten, ähnlich häufig (<2%) auf.

In der kontrollierten Studie zur Prophylaxe einer Abstossungsreaktion nach einer Herztransplantation

traten letale Infekte bei 1,7% der Patienten unter Behandlung mit Mycophenolat-Mofetil und bei

3,8% der Patienten unter Behandlung mit Azathioprin in Kombination mit weiteren

Immunsuppressiva auf.

Bei Herztransplantationspatienten, die mit Mycophenolat-Mofetil behandelt wurden, kam es häufiger

zu Infektionen durch Herpesviren (H. simplex, H. zoster und Zytomegalie-Virus) als bei Patienten,

die Azathioprin erhielten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Auch bei den mit Mycophenolat-Mofetil behandelten Leberpatienten kam es im Vergleich zu den mit

Azathioprin behandelten häufiger zu Herpes-simplex-Infektionen.

Derartige Infektionen umfassen eine latente virale Reaktivierung wie beispielsweise Hepatitis B-

oder Hepatitis C-Reaktivierung, oder Infektionen verursacht durch Polyomaviren. Über Fälle von

Hepatitis aufgrund einer Hepatitis B- oder Hepatitis C-Reaktivierung wurde bei mit

Immunsuppressiva behandelten Trägerpatienten berichtet.

Bei mit Mycophenolat-Mofetil behandelten Patienten wurden Fälle einer progressiven multifokalen

JC-Virus-assoziierten Leukenzephalopathie (PML), mit gelegentlich tödlichem Verlauf, beobachtet.

Ein kausaler Zusammenhang zwischen PML und Mycophenolat-Mofetil kann wegen anderer

Einflussfaktoren wie z.B. der zu Grunde liegenden Krankheit, Immunsuppressiva-Begleitmedikation

und Latenzzeit nicht geklärt werden. Dennoch kann eine Rolle von Mycophenolat-Mofetil nicht

ausgeschlossen werden. Bei immunsupprimierten Patienten, die neurologische Symptome

entwickeln, sollte der Arzt daher auch die PML differentialdiagnostisch berücksichtigen.

Eine BK-Virus-assoziierte Nephropathie wurde während der Anwendung von Mycophenolat-Mofetil

bei nierentransplantierten Patienten beobachtet. Diese Infektion kann mit einem schwerwiegenden

Ausgang einhergehen, manchmal mit Verlust des Nierentransplantats. Die Überwachung der

Patienten kann dazu beitragen, Patienten mit einem Risiko für eine BK-Virus-assoziierten

Nephropathie zu erkennen. Bei Patienten, welche Anzeichen einer BK-Virus-assoziierten

Nephropathie entwickeln, sollte eine Reduktion der Immunsuppression in Betracht gezogen werden.

Blut und Immunsystem

In einer kumulativen Auswertung von mit Mycophenolat-Mofetil berichteten Fälle wurde über eine

kleine Anzahl von Fälle von Pure Red Cell Aplasia (PRCA), überwiegend bei Patienten mit Nieren-

oder Pankreastransplantation, berichtet, die mit Mycophenolat-Mofetil in Kombination mit anderen

Immunsuppressiva behandelt worden waren. Bei einigen Patienten wurde nach Unterbruch oder

Dosisreduktion der Behandlung mit Mycophenolat-Mofetil eine Erholung des roten Blutbilds

beobachtet. Eine Änderung der immunsuppressiven Behandlung bei Transplantationspatienten sollte

mit grosser Vorsicht erfolgen, um nicht das Transplantat zu gefährden.

Patienten, die mit Mycophenolat-Mofetil behandelt werden, sind darauf hinzuweisen, jegliche

Anhaltspunkte für Infektionen, das unerwartete Auftreten blauer Flecken, Blutungen oder andere

Symptome einer Knochenmarkaplasie sofort zu melden.

Bis zu 1,5% der nierentransplantierten Patienten, denen Mycophenolat-Mofetil für die Prophylaxe

der Abstossungsreaktion verabreicht wurde, erlitten eine schwere Neutropenie [absolute

Neutrophilenzahl (ANC) <500/µl].

Bis zu 2,8% der herztransplantierten Patienten, denen täglich 3 g Mycophenolat-Mofetil verabreicht

wurde und keine Patienten (0%) unter Azathioprin erlitten eine schwere Neutropenie.

Das Auftreten einer Neutropenie kann von Mycophenolat-Mofetil, den Begleitmedikamenten, einer

viralen Infektion oder einer Kombination dieser Faktoren herrühren.

Bei Patienten, denen Mycophenolat-Mofetil verabreicht wird, sollte die Neutrophilenzahl überwacht

und gegebenenfalls Mycophenolat-Mofetil abgesetzt oder die Dosis reduziert werden (siehe

«Spezielle Dosierungsanweisungen»). Das Gesamtblutbild sollte während des ersten

Behandlungsmonats wöchentlich, im zweiten und dritten Behandlungsmonat zweimal monatlich und

anschliessend einmal pro Monat während des ersten Jahres bestimmt werden.

Bei Patienten unter Mycophenolat-Mofetil in Kombination mit anderen immunsuppressiven

Wirkstoffen wurden Fälle von Hypogammaglobulinämien mit wiederholten Infektionen berichtet.

Bei Patienten die wiederholt Infektionen zeigen, sollten die IgG Serumspiegel gemessen werden und

gegebenenfalls die Therapie angepasst werden. In einigen Fällen normalisierten sich die IgG Spiegel

nach einem Wechsel von Mycophenolat-Mofetil auf eine alternative immunsuppressive Therapie.

Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass Schutzimpfungen während der Behandlung

mit Mycophenolat-Mofetil unter Umständen weniger wirksam sind und dass auf die Anwendung von

Lebendimpfstoffen verzichtet werden sollte (siehe «Interaktionen»).

Gastrointestinaltrakt

Da Mycophenolat-Mofetil mit einer erhöhten Inzidenz unerwünschter Wirkungen im

Verdauungstrakt – wie gastrointestinale Ulzera, Blutungen und Perforationen – in Zusammenhang

gebracht wird, sollte Mycophenolat-Mofetil Patienten mit schweren Erkrankungen des

Gastrointestinaltraktes mit Vorsicht verabreicht werden.

Mycophenolat-Mofetil ist ein Inosinmonophosphat-Dehydrogenase-Hemmer (IMPDH); daher sollte

Mycophenolat-Mofetil Sandoz bei Patienten vermieden werden, die an dem seltenen, vererbten

Mangel an Hypoxanthin-Guanin-phosphoribosyltransferase (HGPRT), zum Beispiel Lesch-Nyhan-

oder Kelley-Seegmiller-Syndrom, leiden.

Interaktionen

Vorsicht ist bei der Umstellung von Kombinationstherapien geboten, wenn Therapieschemata mit

Immunsuppressiva, die die enterohepatische Rezirkulation von MPA beeinflussen (z.B. Ciclosporin),

auf andere, denen dieser Effekt fehlt (wie z.B. Sirolimus oder Belatacept), umgestellt werden -oder

umgekehrt-, da dies zu Veränderungen der MPA-Exposition führen könnte. Bei der Verabreichung

von Wirkstoffen anderer Klassen, die den enterohepatischen Kreislauf von MPA beeinflussen (wie

z.B. Cholestyramin, Antibiotika), ist aufgrund ihres Potenzials, die Plasmakonzentration und

Wirksamkeit von Mycophenolat-Mofetil zu reduzieren, Vorsicht geboten (s. «Interaktionen»).

Es wird empfohlen, Mycophenolat-Mofetil nicht zusammen mit Azathioprin zu verabreichen, da

beide Präparate eine Knochenmarkaplasie hervorrufen können und ihre gleichzeitige Verabreichung

nicht geprüft worden ist.

Spezielle Patientengruppen

Betagte Patienten können ein höheres Nebenwirkungsrisiko aufweisen als jüngere Patienten,

beispielweise ein erhöhtes Risiko für bestimmte Infektionen (einschliesslich eines invasiven

Gewebebefalls durch das Zytomegalie-Virus) und möglicherweise für gastrointestinale Blutungen

und Lungenödeme (s. «Unerwünschte Wirkungen»).

Mycophenolat-Mofetil ist in der Schwangerschaft und in der Stillzeit kontraindiziert (siehe

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Interaktionen

Aciclovir, Probenecid und andere aktiv tubulär sezernierte Arzneimittel

Aciclovir und seine Prodrugs (z.B. Valaciclovir), Probenecid und andere Arzneimittel, die aktiv

tubulär sezerniert werden, können mit MPAG um die tubuläre Sekretion konkurrieren. Bei

gleichzeitiger Gabe von Aciclovir und Mycophenolat-Mofetil werden die AUC von MPAG um 8,6%

und die AUC von Aciclovir um 17,4% erhöht. Bei Vorliegen einer Niereninsuffizienz kann es zu

einem weiteren Konzentrationsanstieg beider Substanzen kommen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Probenecid und Mycophenolat-Mofetil an Affen bewirkt eine

Verdreifachung der AUC von MPAG.

Bei einer Kombination von Mycophenolat-Mofetil mit anderen aktiv tubulär sezernierten

Medikamenten sind die Patienten engmaschig zu überwachen.

Ganciclovir

Gestützt auf die Resultate einer Einzeldosisstudie, bei der orales Mycophenolat-Mofetil und i.v.

Ganciclovir in der empfohlenen Dosierung verabreicht wurden, und aufgrund der bekannten

Auswirkungen von Nierenfunktionsstörungen auf die Pharmakokinetik von Mycophenolat-Mofetil

(MMF) (siehe «Pharmakokinetik») und Ganciclovir ist zu erwarten, dass die gleichzeitige

Verabreichung dieser Arzneimittel (die bezüglich der tubulären Sekretion in den Nieren miteinander

konkurrieren) zu einer Erhöhung der Konzentration von MPAG und Ganciclovir führt. Bezüglich der

Pharmakokinetik von MPA wird keine wesentliche Veränderung erwartet und eine Dosisanpassung

von MMF ist nicht erforderlich. Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, die gleichzeitig MMF und

Ganciclovir oder seine Prodrugs (z.B. Valganciclovir) erhalten, müssen genau überwacht werden.

Antazida mit Magnesium- und Aluminiumhydroxid und Protonenpumpeninhibitoren (PPI)

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Mycophenolat-Mofetil mit PPI (wie Lansoprazol und

Pantoprazol), wurde eine um bis zu 30% verminderte Exposition gegenüber Mycophenolsäure

(MPA) und eine bis zu 60% niedrigere Cmax beobachtet. In einer klinischen Studie mit

nierentransplantierten Patienten und in einer Analyse epidemiologischer Daten waren die Raten an

akuten Abstossungsreaktionen und Transplantatverlust in Mycophenolat-Mofetil-Patienten mit und

ohne PPI-Komedikation vergleichbar.

Diese klinische Beobachtung kann auf die Antazida Magnesiumhydroxid und Aluminiumhydroxid

extrapoliert werden, da bei diesen die verminderte Exposition bei gleichzeitiger Verabreichung von

Mycophenolat-Mofetil deutlich geringer ist.

Cholestyramin oder andere Arzneimittel mit Auswirkungen auf den enterohepatischen Kreislauf

Aufgrund der Verringerung der Absorption bzw. Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs

durch Cholestyramin wird die AUC von Mycophenolsäure um 40% reduziert. Cholestyramin oder

andere Arzneimittel mit Auswirkung auf den enterohepatischen Kreislauf wie Antibiotika sollten

wegen einer möglichen Reduzierung der Wirksamkeit von Mycophenolat-Mofetil nur unter

engmaschiger Kontrolle der MPA-Spiegel angewendet werden.

Ciclosporin A

Die Pharmakokinetik von Ciclosporin A wurde durch Mycophenolat-Mofetil nicht beeinflusst.

Allerdings beeinflusst Ciclosporin A die enterohepatische Rezirkulation von MPA. So führte bei

Nierentransplantationspatienten die gleichzeitige Verabreichung von Mycophenolat-Mofetil und

Ciclosporin A zu einem Abfall der MPA-Exposition um 30–50% im Vergleich zu Patienten, welche

Sirolimus oder Belatacept und vergleichbare Dosen von Mycophenolat-Mofetil erhielten.

Umgekehrt ist mit Veränderungen der MPA-Exposition zu rechnen, wenn Patienten von Ciclosporin

A auf eines der Immunosuppressiva ohne Einfluss auf den enterohepatischen Kreislauf von MPA

umgestellt werden.

Telmisartan

Die gleichzeitige Verabreichung von Telmisartan und Mycophenolat-Mofetil führte zu einer etwa

30%igen Abnahme der Mycophenolsäure-(MPA-)Konzentration. Telmisartan verändert durch

verstärkte Expression von PPAR-gamma (Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptor gamma) die

MPA-Elimination, was wiederum zu erhöhter UGT1A9-Expression und -Aktivität führt. Beim

Vergleich der Raten von Transplantatabstossung und -verlust oder der Nebenwirkungsprofile

zwischen Patienten unter Mycophenolat-Mofetil mit gleichzeitiger Telmisartan-Medikation und

Patienten unter Mycophenolat-Mofetil ohne Telmisartan-Medikation wurden keine klinischen

Auswirkungen der pharmakokinetischen Arzneimittel-Interaktion festgestellt.

Orale Kontrazeptiva

Eine Studie, an der 18 Frauen mit Psoriasis während 3 Menstruationszyklen teilnahmen und in

welcher gleichzeitig Mycophenolat-Mofetil (zweimal täglich 1 g) und Kombinationspräparate zur

oralen Kontrazeption verabreicht wurden, die Ethinylestradiol (0,02–0,04 mg) und Levonorgestrel

(0,05–0,20 mg), Desogestrel (0,15 mg) oder Gestoden (0,05–0,10 mg) enthielten, ergab keinen

klinisch nennenswerten Einfluss von Mycophenolat-Mofetil auf die Serumspiegel von Progesteron,

LH und FSH. Dies weist darauf hin, dass Mycophenolat-Mofetil die ovulationshemmende Wirkung

der oralen Kontrazeptiva nicht beeinflusst. Die Pharmakokinetik oraler Kontrazeptiva wurde bei

gleichzeitiger Anwendung von Mycophenolat-Mofetil nicht in klinisch bedeutsamem Umfang

beeinflusst (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Rifampicin

Nach dosisbezogener Korrektur beobachtete man bei einem einzelnen Patienten, der ein Herz-

Lungen-Transplantat erhalten hatte und dem gleichzeitig Rifampicin verabreicht wurde, eine

Verringerung der Mycophenolsäure-Exposition (AUC0–12) um 70%. Es wird daher empfohlen, die

MPA-Exposition zu überwachen und die Dosen von Mycophenolat-Mofetil so anzupassen, dass die

klinische Wirksamkeit erhalten bleibt, wenn die beiden Arzneimittel gleichzeitig verabreicht werden.

Tacrolimus

Die gleichzeitige Verabreichung von Tacrolimus und Mycophenolat-Mofetil hatte bei

Lebertransplantatempfängern keinen Einfluss auf die AUC oder die Cmax von MPA. Ein ähnlicher

Befund wurde in einer neueren Studie bei Nierentransplantatempfängern festgestellt.

Bei Nierentransplantationspatienten war aufgezeigt worden, dass die Konzentration von Tacrolimus

durch Mycophenolat-Mofetil nicht verändert wird.

Jedoch kam es bei gut eingestellten Lebertransplantationspatienten nach wiederholter Gabe von

Mycophenolat-Mofetil (1,5 g zweimal täglich) unter gleichzeitiger Behandlung mit Tacrolimus zu

einer Zunahme der Tacrolimus-AUC um ca. 20%.

Antibiotika

Antibiotika zur Eliminierung von β-Glukuronidase bildenden Bakterien im Darm (z.B.

Aminoglykoside, Cephalosporin, Fluorchinolon und Antibiotika aus der Klasse der Penicilline)

können die enterohepatische Rezirkulation von MPAG/MPA beeinflussen. Dies kann zu einer

verringerten systemischen MPA-Exposition beitragen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen», «Interaktionen»).

Es liegen Informationen über die folgenden Antibiotika vor:

Mycostatin/Tobramycin/Cefuroxim:

Bei oraler Anwendung einer Mixtur aus Tobramycin, Cefuroxim und Mycostatin zur selektiven

Darmdekontamination nach Lebertransplantation muss mit einer ungefähr 30% geringeren

Exposition gegenüber MPA während der Gabe der Antibiotika gerechnet werden.

Ciprofloxacin und Amoxicillin plus Clavulansäure:

Bei Empfängern von Nierentransplantaten wurde berichtet, dass es in den Tagen, welche unmittelbar

auf die Einnahme von oralem Ciprofloxacin oder Amoxicillin plus Clavulansäure folgten, zu einer

Reduktion der MPA-Talspiegel («pre-dose (trough) MPA concentrations») um 54% gekommen ist.

Dieser Effekt tendiert dazu, unter fortgesetzter Antibiotika-Anwendung abzunehmen, und

verschwindet nach Abbruch der Antibiotikabehandlung. Es wird empfohlen, die MPA-Exposition zu

überwachen und die Dosen von Mycophenolat-Mofetil Sandoz so anzupassen, dass die klinische

Wirksamkeit erhalten bleibt, wenn die beiden Arzneimittel gleichzeitig verabreicht werden.

Norfloxacin und Metronidazol:

Norfloxacin in Kombination mit Metronidazol reduzierten synergistisch die AUC0-48 von MPA

nach einer Einzeldosis Mycophenolat-Mofetil um 30%. Wurden diese Antibiotika separat

verabreicht, war der Einfluss auf die systemische MPA-Exposition geringeren Ausmasses.

Trimethoprim/Sulfamethoxazol:

Bei Anwendung der Kombination aus Trimethoprim/Sulfamethoxazol wurde kein Einfluss auf die

systemische MPA-Exposition (AUC, Cmax) festgestellt.

Phosphatbinder

Die gleichzeitige Verabreichung von Sevelamer und Mycophenolat-Mofetil verringerte die Cmax

und die AUC0-12 von MPA um 30% bzw. 25%. Sevelamer und andere Phosphatbinder sollten

deshalb vorzugsweise zwei Stunden nach einer Mycophenolat-Mofetil-Einnahme verabreicht

werden.

Lebendimpfstoffe

Lebendimpfstoffe sollten nicht Patienten mit beeinträchtigter Immunreaktion verabreicht werden, da

die Bildung von Antikörpern gegen Vakzine vermindert werden könnte.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Mycophenolat-Mofetil Sandoz ist in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die

keine hoch wirksamen Verhütungsmethoden anwenden, kontraindiziert (siehe Kontraindikationen).

Vor Beginn der Behandlung müssen weibliche und männliche fortpflanzungsfähige Patienten auf das

erhöhte Risiko einer Fehlgeburt während der Schwangerschaft sowie von angeborenen

Fehlbildungen hingewiesen und bezüglich der Prävention und Planung einer Schwangerschaft

beraten werden.

Vor Beginn der Therapie mit Mycophenolat-Mofetil müssen Patientinnen im gebärfähigen Alter

zwei negative Serum- oder Urinschwangerschaftstests mit einer Empfindlichkeit von mindestens 25

mIE/ml vorweisen; der zweite Test sollte 8–10 Tage nach dem ersten Test und unmittelbar vor

Beginn der Anwendung von Mycophenolat-Mofetil durchgeführt werden. Bei den Routineterminen

zur Nachuntersuchungen sollten die Schwangerschaftstests wiederholt werden. Die Ergebnisse aller

Schwangerschaftstests sollten mit der Patientin besprochen werden. Die Patientinnen sollten

angewiesen werden, sich unverzüglich an ihren Arzt zu wenden, falls eine Schwangerschaft eintreten

sollte. Aufgrund des mutagenen und teratogenen Potenzials von Mycophenolat-Mofetil sollten

Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn der Mycophenolat-Mofetil-Therapie, während der Therapie

und nach Beendigung der Therapie sechs Wochen lang zwei zuverlässige Verhütungsmethoden

gleichzeitig anwenden, von denen es sich bei mindestens einer um eine hoch wirksame Methode

handeln sollte, es sei denn, die Patientin entscheidet sich für sexuelle Enthaltsamkeit als

Verhütungsmethode. Sexuell aktiven Männern wird empfohlen, während der Behandlung und nach

Behandlungsende mindestens 90 Tage lang Kondome zu verwenden. Dies gilt sowohl für

fortpflanzungsfähige als auch für vasektomierte Männer, weil die Risiken in Zusammenhang mit

dem Transfer von Samenflüssigkeit auch für Männer gelten, die sich einer Vasektomie unterzogen

haben. Darüber hinaus wird auch den Partnerinnen männlicher Patienten empfohlen, während der

Behandlung und nach der letzten Dosis von Mycophenolat-Mofetil insgesamt 90 Tage lang eine hoch

wirksame Verhütungsmethode anzuwenden.

Im Rahmen der Anwendungsbeobachtung nach der Markteinführung wurden bei Kindern von

Patienten mit Exposition gegenüber Mycophenolat-Mofetil in Kombination mit anderen

Immunsuppressiva während der Schwangerschaft angeborene Fehlbildungen, zum Teil auch multiple

Fehlbildungen, beschrieben. Die folgenden Fehlbildungen wurden am häufigsten gemeldet:

·Fehlbildungen im Gesicht, z.B. Lippenspalte, Gaumenspalte, Mikrognathie und Hypertelorismus der

Orbitae;

·Anomalien des Ohrs (z.B. auffällig geformtes oder fehlendes Aussen-/Mittelohr) und Auges (z.B.

Kolobom, Mikrophthalmus);

·Fehlbildung der Finger (z.B. Polydaktylie, Syndaktylie, Brachydaktylie);

·Kardiale Anomalien, wie beispielsweise atriale und ventrikuläre septale Defekte;

·Fehlbildungen in der Speiseröhre (z.B. ösophageale Atresie);

·Fehlbildungen im Nervensystem (z.B. Spina bifida).

In der medizinischen Fachliteratur sind bei 23% bis 27% der Lebendgeburten nach

Schwangerschaften mit Mycophenolat-Mofetil-Exposition Fehlbildungen beschrieben worden. Zum

Vergleich liegt das Risiko für Fehlbildungen in der Gesamtbevölkerung geschätzt bei ungefähr 2%

und bei Empfängerinnen solider Organtransplantate unter Behandlung mit anderen

Immunsuppressiva als Mycophenolat-Mofetil bei ungefähr 4% bis 5%.

Bei Patientinnen mit Mycophenolat-Mofetil-Exposition, hauptsächlich im ersten Trimenon, sind

spontane Fehlgeburten aufgetreten (siehe «Unerwünschte Wirkungen, Anwendungsbeobachtung

nach der Markteinführung»). In der medizinischen Fachliteratur ist das Risiko nach Mycophenolat-

Mofetil-Exposition mit 45% bis 49% beziffert, verglichen mit einer Rate zwischen 12% und 33% bei

Empfängerinnen solider Organtransplantate unter Behandlung mit anderen Immunsuppressiva.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität/Teratogenität bei Ratten und

Kaninchen gezeigt (siehe «Präklinische Daten»).

Stillzeit

Mycophenolat-Mofetil ist aufgrund des Potenzials schwerwiegender unerwünschter Reaktionen beim

Säugling während der Stillzeit kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Studien mit Ratten haben ergeben, dass Mycophenolat-Mofetil in die Muttermilch ausgeschieden

wird. Es ist nicht bekannt, ob dies auch beim Menschen der Fall ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine spezifischen Studien durchgeführt. Aufgrund des pharmakodynamischen Profils

und der gemeldeten unerwünschten Wirkungen ist ein Einfluss von Mycophenolat-Mofetil

unwahrscheinlich.

Unerwünschte Wirkungen

Klinische Erfahrung

Die hauptsächlichen unerwünschten Wirkungen, die mit der Anwendung von Mycophenolat-Mofetil

zur Prophylaxe von Nieren-, Herz- und Lebertransplantationspatienten in Kombination mit

Ciclosporin und Corticoiden in Verbindung gebracht werden, sind Diarrhöe, Leukopenie, Sepsis und

Emesis. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf eine erhöhte Häufigkeit bestimmter Infektionen, z.B.

opportunistische Infektionen.

In kontrollierten Studien zur Prävention der Abstossungsreaktion nach Nierentransplantation ergab

sich für Tagesdosen von 2 g Mycophenolat-Mofetil ein insgesamt besseres Verträglichkeitsprofil als

für Tagesdosen von 3 g.

Kinder und Jugendliche (3 Monate bis 18 Jahre)

Die Art der unerwünschten Wirkungen, die in einer klinischen Studie mit 100 pädiatrischen

Patienten im Alter von 3 Monaten bis 18 Jahren, welche oral zweimal täglich 600 mg/m²

Mycophenolat-Mofetil erhielten, beobachtet wurden, war im Allgemeinen ähnlich wie bei

erwachsenen Patienten, die zweimal täglich 1 g Mycophenolat-Mofetil erhielten.

Die folgenden behandlungsbedingten unerwünschten Wirkungen traten jedoch bei Kindern und

Jugendlichen mit einer Häufigkeit von mehr als 10% auf und sie waren bei Kindern und

Jugendlichen, vor allem bei denjenigen unter 6 Jahren, im Vergleich zu Erwachsenen häufiger:

Diarrhöe, Leukopenie, Sepsis, Infektionen, Anämie.

Ältere Patienten (≥65 Jahre)

Für ältere Patienten kann, insbesondere wenn sie Mycophenolat-Mofetil im Rahmen einer

immunsuppressiven Kombinationstherapie erhalten, im Vergleich zu jüngeren ein erhöhtes Risiko

für bestimmte Infektionen (einschliesslich eines invasiven Gewebebefalls durch das Zytomegalie-

Virus (CMV)) und möglicherweise für gastrointestinale Blutungen und Lungenödeme bestehen.

Unerwünschte Wirkungen, die bei älteren nierentransplantierten Patienten deutlich häufiger

beobachtet wurden, waren Leukopenie, erhöhtes Serumkreatinin und Dyspnoe; diese unerwünschten

Wirkungen traten jedoch bei den Patienten, die Mycophenolat-Mofetil erhielten, nicht häufiger auf

als bei denen, die Azathioprin erhielten. Es wurde keine erhöhte Malignomrate oder Mortalität in

dieser Altersgruppe der Empfänger von Nierentransplantaten gefunden.

Nebenwirkungsprofil von Mycophenolat-Mofetil nach oraler Verabreichung

Die unerwünschten Wirkungen, die bei >10% und bei 3%–<10% der mit Mycophenolat-Mofetil

behandelten Patienten in den kontrollierten Studien zur Prophylaxe einer Abstossungsreaktion nach

einer Nierentransplantation (3 Studien, Daten bei 2 g und 3 g), nach einer Herztransplantation (1

Studie) und nach einer Lebertransplantation (1 Studie) sowie nach Markteinführung gemeldet

wurden, sind nachfolgend aufgelistet. Die Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: «Sehr

häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1'000), «selten» (<1/1'000,

>1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000).

Nierentransplantationsstudien mit Mycophenolat-Mofetil in Kombination mit Ciclosporin und

Corticosteroiden (Gesamtzahl Patienten 1483, davon 991 mit Mycophenolat-Mofetil behandelt) und

Daten nach Markteinführung

Infektionen

Sehr häufig: Infektionen (20,9%), Sepsis (19,7%).

Blut und Lymphsystem

Sehr häufig: Anämie (25,8%), hypochrome Anämie (11,5%), Leukozytose (10,9%), Leukopenie

(34,5%), Thrombozytopenie (10,1%).

Häufig: Ekchymose, Polyzythämie, Blutungen.

Endokrine Störungen

Häufig: Diabetes mellitus, Funktionsstörungen der Nebenschilddrüse.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypercholesterinämie (12,8%), Hyperglykämie (12,4%), Hyperkaliämie (10,3%),

Hypokaliämie (10,1%), Hypophosphatämie (15,8%).

Häufig: Dehydratation, Hypervolämie, Hypokalzämie, Hypoglykämie, Hypoproteinämie, Azidose,

erhöhtes Kreatinin, Hyperkalzämie, Hyperlipämie, Hyperurikämie, Gewichtszunahme.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Angst, Depression.

Nervensystem

Sehr häufig: Schwindel (11,2%), Schlafstörungen (11,8%), Tremor (11,8%), Kopfschmerzen

(21,1%).

Häufig: Parästhesien, Somnolenz.

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Sehr häufig: Angeborene Fehlbildungen*, Spontanaborte**.

* bei Lebendgeburten.

** in exponierten Schwangeren. Die Häufigkeit ist nicht per Indikation stratifiziert.

Augen

Häufig: Konjunktivitis, Amblyopie, Katarakt.

Herz/Kreislauf

Sehr häufig: Hypertonie (32,4%).

Häufig: Angina pectoris, Vorhofflimmern, orthostatische Hypotonie, Hypotonie, Tachykardie,

Thrombosen, Vasodilatation, Palpitationen.

Atmungsorgane

Sehr häufig: vermehrter Husten (15,5%), Dyspnoe (17,3%), Pharyngitis (11,2%), Bronchitis

(11,9%), Pneumonie (10,6%).

Häufig: Lungenödem, Asthma, Pleuraerguss, Rhinitis, Sinusitis.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Obstipation (22,9%), Durchfall (36,1%), Dyspepsie (17,6%), orale Candidose (12,1%),

Übelkeit (23,6%), Erbrechen (13,6%), Bauchschmerzen (27,6%).

Häufig: Appetitverlust, Gingivitis, Zahnfleischhyperplasie, Gastroenteritis, Ösophagitis, Stomatitis,

Flatulenz, gastrointestinale Blutungen, gastrointestinale Candidose, Ileus, Gastritis, Hernie,

vergrössertes Abdomen.

Leber und Galle

Häufig: Leberfunktionsstörungen, Hepatitis, Erhöhung der alkalischen Phosphatase, erhöhte

Enzymspiegel (Gamma-Glutamyltransferase, Lactat-Dehydrogenase, SGOT und SGPT).

Haut

Sehr häufig: Akne (10,1%), Herpes simplex (18,2%).

Häufig: Gutartige Hautneoplasien, Hautkrebs, Pilzerkrankung der Haut, kutane Hyperthrophie,

Juckreiz, Schwitzen, Hautgeschwüre, Alopezie, Herpes zoster, Hirsutismus, Exanthem.

Muskelskelettsystem

Sehr häufig: Rückenschmerzen (12,1%).

Häufig: Gelenk- und Muskelschmerzen, Beinkrämpfe, Myasthenie.

Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Harnwegsinfektionen (45,5%), Hämaturie (14,0%), Tubulusnekrose (10,0%).

Häufig: Dysurie, Harndrang, Albuminurie, Hydronephrose, Pyelonephritis.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Impotenz.

Allgemeine Störungen

Sehr häufig: Asthenie (16,1%), Fieber (23,3%), Schmerzen auf der Brust (13,4%), unbestimmte

Schmerzen (33,0%), Ödeme (12,2%).

Häufig: Zysten (einschliesslich Lymphozele und Hydrozele), grippeähnliches Syndrom,

Gesichtsödem, Unwohlsein, Beckenschmerzen.

Herztransplantationsstudie mit Mycophenolat-Mofetil in Kombination mit Ciclosporin und

Corticosteroiden (Gesamtzahl Patienten 578, davon 289 mit Mycophenolat-Mofetil behandelt) und

Daten nach Markteinführung

Infektionen

Sehr häufig: Infektionen (25,6%), Sepsis (18,7%).

Blut und Lymphsystem

Sehr häufig: Anämie (42,9%), hypochrome Anämie (24,6%), Leukozytose (40,5%), Leukopenie

(30,4%), Thrombozytopenie (23,5%), Ekchymose (16,6%).

Häufig: Petechien, Prothrombin erhöht, Verlängerung der Thromboplastinzeit, Blutungen.

Endokrine Störungen

Häufig: Diabetes mellitus, Cushing-Syndrom, Hypothyreose.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypercholesterinämie (41,2%), Hyperglykämie (46,7%), Hyperkaliämie (14,5%),

Hypokaliämie (31,8%), Azidose (14,2%), erhöhte Harnstoff-Stickstoff-Werte im Blut (34,6%),

erhöhtes Kreatinin (39,4%), Hyperlipämie (10,7%), Hyperurikämie (16,3%), Hypervolämie (16,6%),

Hypomagnesiämie (18,3%), Hyponaträmie (11,4%), Gewichtszunahme (15,6%).

Häufig: Dehydratation, Hypervolämie, Hypokalzämie, Hypoglykämie, Hypoproteinämie, Alkalose,

Gicht, Hypochlorämie, Hypophosphatämie, Hypoxie, respiratorische Azidose, Durst,

Gewichtsverlust.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Angst (28,4%), Agitiertheit (13,1%), Verwirrtheit (13,5%), Depression (15,6%).

Häufig: Emotionale Labilität, Halluzinationen, Denkstörungen.

Nervensystem

Sehr häufig: Schwindel (28,7%), Schlafstörungen (40,8%), Tremor (24,2%), Parästhesien (20,8%),

Somnolenz (11,1%), Kopfschmerzen (54,3%).

Häufig: Krampfanfälle, Neuropathie, Schwindel.

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Sehr häufig: Angeborene Fehlbildungen*, Spontanaborte**.

* bei Lebendgeburten.

** in exponierten Schwangeren. Die Häufigkeit ist nicht per Indikation stratifiziert.

Augen

Sehr häufig: Amblyopie (14,9%).

Häufig: Konjunktivitis, Sehstörungen, Augenblutungen.

Ohr und Innenohr

Häufig: Taubheit, Ohrschmerzen, Tinnitus.

Herz/Kreislauf

Sehr häufig: Hypertonie (77,5%), Herzrhythmusstörungen (19,0%), Bradykardie (17,3%), Hypotonie

(32,5%), akute Herzinsuffizienz (11,8%), Perikarderguss (15,9%).

Häufig: Angina pectoris, orthostatische Hypotonie, supraventrikuläre und ventrikuläre Extrasystolen,

Vorhofflattern, Vorhofflimmern, supraventrikuläre und ventrikuläre Tachykardien, Herzstillstand,

chronische Herzinsuffizienz, pulmonale Hypertonie, Synkope, Gefässspasmen, erhöhter venöser

Druck.

Atmungsorgane

Sehr häufig: Vermehrter Husten (31,1%), Dyspnoe (36,7%), Pharyngitis (18,3%), Asthma (11,1%),

Rhinitis (19,0%), Pleuraerguss (17,0%), Sinusitis (26,0%), Pneumonie (10,7%).

Häufig: Lungenödem, Apnoe, Atelektase, Bronchitis, Epistaxis, Hämoptoe, Singultus, Neoplasien,

Pneumothorax, vermehrter Auswurf, Stimmveränderungen.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Obstipation (41,2%), Durchfall (45,3%), Dyspepsie (18,7%), orale Candidose (11,4%),

Übelkeit (54,0%), Erbrechen (33,9%), Flatulenz (13,8%), Bauchschmerzen (33,9%).

Häufig: Appetitverlust, Gingivitis, Zahnfleischhyperplasie, Gastroenteritis, Ösophagitis, Stomatitis,

Dysphagie, Melaena, Hernie, vergrössertes Abdomen.

Leber und Galle

Sehr häufig: Erhöhte Enzymspiegel (Lactat-Dehydrogenase (23,2%), SGOT (17,3%), SGPT

(15,6%)), Bilirubinämie (18,0%).

Häufig: Erhöhung der alkalischen Phosphatase, Leberfunktionsstörungen, Ikterus.

Haut

Sehr häufig: Akne (12,1%), Herpes simplex (20,4%), Herpes zoster (10,7%), Exanthem (22,2%).

Häufig: Gutartige Hautneoplasien, Hautkrebs, Pilzerkrankung der Haut, kutane Hyperthrophie,

Juckreiz, Schwitzen, Hautgeschwüre, Blutungen, Zellulitis, Wundheilungsstörungen.

Muskelskelettsystem

Sehr häufig: Beinkrämpfe (16,6%), Muskelschmerzen (12,5%), Rückenschmerzen (34,6%),

Myasthenie (12,5%).

Häufig: Gelenkschmerzen, Nackenschmerzen.

Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Harnwegsinfektionen (13,2%), Nierenfunktionsstörungen (21,8%), Oligurie (14,2%).

Häufig: Dysurie, Harndrang, Hämaturie, Nykturie, Niereninsuffizienz, Harninkontinenz,

Harnretention.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Impotenz.

Allgemeine Störungen

Sehr häufig: Asthenie (43,3%), Fieber (47,4%), Schmerzen auf der Brust (26,3%), unbestimmte

Schmerzen (75,8%), Ödeme (26,6%).

Häufig: Zysten (einschliesslich Lymphozele und Hydrozele), grippeähnliches Syndrom,

Gesichtsödem, Unwohlsein, Beckenschmerzen, Blässe.

Lebertransplantationsstudie mit Mycophenolat-Mofetil in Kombination mit Ciclosporin und

Corticosteroiden (Gesamtzahl Patienten 564, davon 277 mit Mycophenolat-Mofetil behandelt) und

Daten nach Markteinführung

Infektionen

Sehr häufig: Infektionen (27,1%), Sepsis (27,4%).

Blut und Lymphsystem

Sehr häufig: Anämie (43,0%), hypochrome Anämie (13,7%), Leukozytose (22,4%), Leukopenie

(45,8%), Thrombozytopenie (38,3%).

Häufig: Ekchymose, Panzytopenie, erhöhte Prothrombinzeit, Blutungen.

Endokrine Störungen

Häufig: Diabetes mellitus.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Erhöhte Harnstoff-Stickstoff-Werte im Blut (10,1%), erhöhtes Kreatinin (19,9%),

Hyperglykämie (43,7%), Hyperkaliämie (22,0%), Hypokalzämie (30,0%), Hypokaliämie (37,2%),

Hypoglykämie (10,5%), Hypomagnesiämie (39,0%), Hypophosphatämie (14,4%), Hypoproteinämie

(13,4%).

Häufig: Azidose, Dehydratation, Hypercholesterinämie, Hyperlipämie, Hyperphosphatämie,

Hypervolämie, Hyponatriämie, Hypoxie, Hypovolämie, Gewichtszunahme, Gewichtsverlust.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Angst (19,5%), Verwirrung (17,3%), Depression (17,3%).

Häufig: Psychose, abnormes Denken, Delirium, Erregung.

Nervensystem

Sehr häufig: Benommenheit (16,2%), Schlaflosigkeit (52,3%), Parästhesien (15,2%), Tremor

(33,9%), Kopfschmerzen (53,8%).

Häufig: Konvulsionen, Mundtrockenheit, Hypästhesie, Neuropathie, Somnolenz.

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Sehr häufig: Angeborene Fehlbildungen*, Spontanaborte**.

* bei Lebendgeburten.

** in exponierten Schwangeren. Die Häufigkeit ist nicht per Indikation stratifiziert.

Augen

Häufig: Sehstörungen, Amblyopie, Konjunktivitis.

Ohr und Innenohr

Häufig: Taubheit.

Herz/Kreislauf

Sehr häufig: Hypertonie (62,1%), Hypotonie (18,4%), Tachykardie (22,0%).

Häufig: Arterielle Thrombose, Vorhofflimmern, Arrhythmien, Bradykardie, Vasodilatation,

Synkope.

Atmungsorgane

Sehr häufig: Atelektase (13,0%) Verstärkung von Husten (15,9%), Dyspnoe (31,0%), Pharyngitis

(14,1%), Pleuraerguss (34,3%), Pneumonie (13,7%), Sinusitis (11,2%).

Häufig: Asthma, Bronchitis, Nasenbluten, Hyperventilation, Pneumothorax, Lungenödem,

Candidose der Atemwege, Rhinitis.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Anorexie (25,3%), Obstipation (37,9%), Diarrhöe (51,3%), Dyspepsie (22,4%),

Flatulenz (12,6%), Übelkeit (54,5%) und Erbrechen (32,9%), orale Candidose (10,1%), Hernien

(11,6%), Peritonitis (10,1%), Aszites (24,2%), vergrössertes Abdomen (18,8%), Bauchschmerzen

(62,5%).

Häufig: Schluckstörungen, Gastritis, Magen-Darmblutungen, Ileus, Melaena, Mundgeschwüre,

Ösophagitis, rektale Beschwerden, Magenulkus.

Leber und Galle

Sehr häufig: Cholangitis (14,1%), cholestatischer Ikterus (11,9%), Hepatitis (13,0%), Bilirubinämie

(14,4%), abnorm veränderte Leberfunktionstests (24,9%).

Häufig: Gelbsucht, Erhöhung der alkalischen Phosphatase, erhöhte Enzymspiegel (SGOT und

SGPT).

Haut

Sehr häufig: Pruritus (14,1%), Hautausschlag (17,7%), Schwitzen (10,8%), Wundheilungsstörungen

(10,5%).

Häufig: Akne, pilzbedingte Dermatitis, Blutungen, Herpes simplex, Herpes zoster, Hirsutismus,

benigne Hauttumoren, Hautgeschwüre, vesikulär-bullöses Exanthem, Zellulitis, Skrotalödem,

Abszess.

Muskelskelettsystem

Sehr häufig: Rückenschmerzen (46,6%).

Häufig: Gelenk-, Nacken- und Muskelschmerzen, Beinkrämpfe, Myasthenie, Osteoporose.

Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Anomale Nierenfunktion (25,6%), Oligurie (17,0%), Harnwegsinfektionen (18,1%).

Häufig: Akutes Nierenversagen, Dysurie, Hämaturie, Nierenversagen, Pollakisurie, Harninkontinenz.

Allgemeine Störungen

Sehr häufig: Asthenie (35,4%), Schüttelfrost (10,8%), Fieber (52,3%), Thoraxschmerzen (15,9%),

undefinierbare Schmerzen (74,0%), Ödeme (28,2%).

Häufig: Zysten (einschliesslich Lymphozele und Hydrozele), grippeartige Symptome, Unwohlsein.

Weitere Informationen zu ausgewählten unerwünschten Wirkungen

Maligne Tumoren

Patienten, die Mycophenolat-Mofetil als Bestandteil einer immunsuppressiven Therapie bekommen,

haben ein erhöhtes Risiko für Lymphome und andere Malignome, insbesondere der Haut (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Eine lymphoproliferative Erkrankung oder ein Lymphom entwickelte sich bei 0,4% bis 1% der

Patienten, die Mycophenolat-Mofetil (2 g oder 3 g) mit anderen Immunsuppressiva im Rahmen

kontrollierter klinischer Studien mit Nieren-, Herz- und Lebertransplantationspatienten erhalten

hatten und bis zu einem Jahr nachverfolgt wurden.

In kontrollierten Studien zur Prophylaxe einer Abstossungsreaktion nach einer Nierentransplantation

betrug die Lymphoma-Rate 3,9% bei einem durchschnittlichen Follow-up von 42 Monaten.

Nicht-Melanom-Hauttumore traten bei 1,6% bis 4,2% der Patienten auf; andere Arten von Tumoren

traten bei 0,7% bis 2,1% der Patienten auf. Daten zur Sicherheit über 3 Jahre bei Nieren- und

Herztransplantationspatienten zeigten keine unerwarteten Änderungen der Häufigkeit von bösartigen

Tumoren im Vergleich zu 1-Jahresdaten auf. Lebertransplantationspatienten wurden über mindestens

1 Jahr, aber weniger als 3 Jahre nachverfolgt.

Opportunistische Infektionen

Alle transplantierten Patienten sind einem erhöhten Risiko für opportunistische Infektionen

ausgesetzt, das Risiko steigt mit der gesamten immunsuppressiven Belastung.

Bei Nieren- bzw. Lebertransplantationspatienten war die Gesamtinzidenz opportunistischer Infekte

bei mit Mycophenolat-Mofetil und Azathioprin behandelten Patienten ähnlich.

Bei herztransplantierten Patienten war die Gesamtinzidenz opportunistischer Infektionen unter

Mycophenolat-Mofetil etwa 10% höher als unter Azathioprin.

Bei Nieren-, Herz- und Lebertransplantationspatienten, die über mindestens ein Jahr nachverfolgt

wurden, waren die häufigsten üblichen opportunistischen Infektionen bei Patienten unter

Mycophenolat-Mofetil (2 g oder 3 g pro Tag) Schleimhaut-Candida-Infektionen, CMV-Virämie/

-Syndrom und Herpes simplex-Infektionen. Der Anteil von Patienten mit CMV-Virämie/-Syndrom

betrug 13,5%.

Eine Sepsis (im Allgemeinen durch das Zytomegalovirus verursacht) trat bei nierentransplantierten

Patienten, die mit Mycophenolat-Mofetil behandelt wurden, etwas häufiger auf als bei

Kontrollpatienten und war bei den Patienten, die täglich 3 g erhielten, etwas häufiger als bei denen,

die täglich 2 g erhielten. In der kontrollierten Herztransplantations-Studie ergab sich kein

Unterschied in der Sepsis-Inzidenz von mit Mycophenolat-Mofetil behandelten Patienten und

Kontrollpatienten.

Unter Mycophenolat-Mofetil zur Prävention der Nierentransplantatabstossung kam es in ähnlicher

Häufigkeit (<2%) zu Infektionen mit letalem Ausgang wie unter Vergleichspräparat, dies jeweils in

Kombination mit anderen Immunsuppressiva.

In der kontrollierten Studie zur Prophylaxe einer Abstossungsreaktion traten letale

Infektionen/Sepsis bei herztransplantierten Patienten, die Mycophenolat-Mofetil bzw. Azathioprin in

Kombination mit anderen Immunsuppressiva erhielten, bei 1,7% (Mycophenolat-Mofetil) bzw. 3,8%

(Azathioprin) der Behandelten auf.

Harnwegsinfektionen waren in allen nierentransplantierten Behandlungsgruppen häufig zu

beobachten, allerdings häufiger bei Patienten unter Mycophenolat-Mofetil im Vergleich zu den mit

Azathioprin oder Placebo behandelten Patienten.

Gastrointestinale unerwünschte Wirkungen

Diarrhöe trat bei nieren- oder herztransplantierten Patienten unter Mycophenolat-Mofetil im

Vergleich zu Azathioprin oder Placebo häufiger auf. Auch Emesis trat in diesen beiden

Patientengruppen etwas häufiger auf. Diese den Verdauungstrakt betreffenden unerwünschte

Wirkungen kamen bei nierentransplantierten Patienten, die täglich 3 g erhielten, häufiger vor als bei

denen, die täglich 2 g erhielten.

Myelosuppression

Leukopenie trat bei den nierentransplantierten Patienten, die Mycophenolat-Mofetil einnahmen,

häufiger auf als bei denen der Kontrollgruppen. Am häufigsten war sie bei Patienten, die 3 g

Mycophenolat-Mofetil pro Tag erhielten.

Im Gegensatz dazu trat Leukopenie bei herztransplantierten Patienten unter Azathioprin häufiger auf

als unter Behandlung mit Mycophenolat-Mofetil.

Bis zu 1,5% der nierentransplantierten Patienten, die Mycophenolat-Mofetil zur Prävention der

Transplantatabstossung erhielten, entwickelten eine schwere Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl

<500/µl).

Bis zu 2,8% der herztransplantierten Patienten, denen täglich 3 g Mycophenolat-Mofetil zur

Prophylaxe einer Abstossungsreaktion verabreicht wurde, und keiner der herztransplantierten

Patienten unter Azathioprin entwickelten eine schwere Neutropenie.

Postmarketing-Erfahrung

Infektionen

Schwere, lebensbedrohliche Infektionen wie Meningitis und infektiöse Endokarditis sind

gelegentlich gemeldet worden. Ausserdem gibt es Hinweise auf ein häufigeres Auftreten bestimmter

Infektionsarten wie Tuberkulose sowie atypischer Infektionen durch Mykobakterien.

Bei mit Mycophenolat-Mofetil behandelten Patienten wurden Fälle einer progressiven multifokalen

Leukenzephalopathie (PML), mit gelegentlich tödlichem Verlauf, beobachtet (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»). Eine BK-Virus-assoziierte Nephropathie wurde bei mit Mycophenolat-

Mofetil behandelten Patienten beobachtet. Diese Infektion kann mit einem schwerwiegenden

Ausgang assoziiert sein und führt manchmal zum Verlust des Nierentransplantats.

Blut und Immunsystem

Über Fälle von Pure Red Cell Aplasia (PRCA) und Hypogammaglobulinämie wurden bei Patienten

berichtet, die mit Mycophenolat-Mofetil Sandoz in Kombination mit anderen immunsuppressiven

Wirkstoffen behandelt worden waren (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kongenitale Störungen

Bei Kindern von Patientinnen, die während der Schwangerschaft Mycophenolat-Mofetil in

Kombination mit anderen Immunsuppressiva ausgesetzt waren, wurden im Rahmen der

Anwendungsbeobachtung nach der Markteinführung angeborene Fehlbildungen beschrieben (siehe

«Schwangerschaft»)

Schwangerschaft, Puerperium und perinatale Phase:

Bei Patientinnen mit Mycophenolat-Mofetil-Exposition, hauptsächlich im ersten Trimenon, sind

spontane Fehlgeburten aufgetreten (siehe «Schwangerschaft»).

Gastrointestinale Störungen

Colitis (manchmal verursacht durch CMV), Pankreatitis, isolierte Fälle von intestinaler

Zottenatrophie.

Weitere unerwünschte Wirkungen, die nach der Markteinführung von Mycophenolat-Mofetil

beobachtet wurden, entsprechen denjenigen, die in kontrollierten Studien bei Nieren-, Herz- oder

Lebertransplantationen auftraten.

Überdosierung

Die Erfahrungen bezüglich Überdosierung von Mycophenolat-Mofetil beim Menschen sind sehr

beschränkt. Die Fälle gemeldeter Überdosierung liegen im Rahmen des bekannten Sicherheitsprofils

des Präparates.

MPA und MPAG können durch Hämodialyse nicht eliminiert werden. Bei hohen

Plasmakonzentrationen von MPAG (>100 µg/ml) lassen sich jedoch geringe Mengen MPAG

beseitigen. MPA kann mittels Gallensäurebinder wie Cholestyramin entfernt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L04AA06

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Mycophenolat-Mofetil (MMF) ist der 2-Morpholinoethylester der Mycophenolsäure (MPA). MPA

ist ein selektiver, nicht-kompetitiver und reversibler Hemmer der Inosinmonophosphat-

Dehydrogenase (IMPDH), der daher den De-novo-Weg der Guanosin-Nucleotidsynthese hemmt. Da

für die Proliferation von T- und B-Lymphozyten die De-novo-Synthese von Purinen unerlässlich ist,

während andere Zellarten den Wiederverwertungsstoffwechsel benützen können, wirkt MPA stärker

zytostatisch auf Lymphozyten als auf andere Zellen.

Klinische Wirksamkeit

Nierentransplantation

Erwachsene

Drei Studien zur Prophylaxe der akuten Abstossungsreaktion verglichen zwei verschiedene

Dosierungen von oralem Mycophenolat-Mofetil (zweimal täglich 1 g und zweimal täglich 1,5 g) mit

Azathioprin (2 Studien) oder Placebo (1 Studie) jeweils in Kombination mit Ciclosporin und

Corticosteroiden.

Primärer Endpunkt zur Beurteilung der Wirksamkeit war der Anteil der Patienten in jeder

Behandlungsgruppe mit Therapieversagen innerhalb der ersten 6 Monate nach der Transplantation

(bioptisch nachgewiesene akute Abstossungsreaktion oder Tod, Organverlust oder vorzeitiger

Studienabbruch aus anderen Gründen).

Mycophenolat-Mofetil in Kombination mit Corticosteroiden und Ciclosporin verminderte statistisch

signifikant (p <0,05) die Häufigkeit von Therapieversagen innerhalb der ersten 6 Monate nach der

Transplantation im Vergleich zur aktiven Kontrolle mit Azathioprin:

Studie USA (N=499): Therapieversagen (bioptisch nachgewiesen) unter Mycophenolat-Mofetil 2 g

31,1% (19,8%), Mycophenolat-Mofetil 1 g 31,3% (17,5%), Azathioprin 47,6% (38,0%).

Studie Kanada/Australien (N=503): Therapieversagen (bioptisch nachgewiesen) unter

Mycophenolat-Mofetil 2 g 38,2% (19,7%), Mycophenolat-Mofetil 1 g 34,8% (15,9%), Azathioprin

50% (35,5%).

Studie Europa (N=491): Therapieversagen (bioptisch nachgewiesen) unter Mycophenolat-Mofetil 2 g

30,3% (17,0%), Mycophenolat-Mofetil 1 g 38,8% (13,8%), Placebo 56% (46,4%).

Es konnte bezüglich Organverlust und Tod des Patienten (12 Monate nach Transplantation) kein

Vorteil von Mycophenolat-Mofetil festgestellt werden.

Behandlung der refraktären Abstossungsreaktion

In einer randomisierten offenen Vergleichsstudie wurden 150 nierentransplantierten Patienten mit

einer refraktären akuten Organabstossungsreaktion täglich entweder 3 g MMF oder intravenöse

Corticosteroide verabreicht. Es ergab sich eine Verminderung der Häufigkeit von Organverlust oder

Tod nach 6 Monaten für Mycophenolat-Mofetil 14,3% vs. intravenöse Corticosteroide 26,0%

(p=0,062).

Pädiatrie

In einer Studie an 100 pädiatrischen Patienten von 3 Monaten bis 18 Jahren (33 Patienten <6 Jahre, 8

Patienten <2 Jahre) war der Anteil der mittels Biopsie nachgewiesenen Abstossungsreaktionen über

alle Altersgruppen (3 Monate bis <6 Jahre, 6 Jahre bis <12 Jahre, 12 Jahre bis 18 Jahre) ähnlich und

mit der von Erwachsenen vergleichbar. Die kumulative Häufigkeit von Organverlust (5%) und Tod

des Patienten (2%) 12 Monate nach der Transplantation war ebenfalls gleich bei erwachsenen

Nierentransplantationspatienten.

Herztransplantation

In einer Studie mit 650 Patienten (davon 72 Placebo) erhielten die Patienten zweimal täglich 1,5 g

Mycophenolat-Mofetil (N=289) oder einmal täglich 1,5–3 mg Azathioprin pro kg Körpergewicht

(N=289) jeweils in Kombination mit Ciclosporin und Corticosteroiden. Es fand sich kein

Unterschied zwischen Mycophenolat-Mofetil und Azathioprin in beiden Primärendpunkten: (1)

bioptisch nachgewiesene Abstossungsreaktion mit Beeinträchtigung der hämodynamischen

Parameter, Retransplantation oder Tod mit 32% bei Mycophenolat-Mofetil vs. 35% bei Azathioprin

und (2) Transplantatüberleben innerhalb der ersten 12 Monate (Tod oder Retransplantation) mit 6,2%

bei Mycophenolat-Mofetil vs. 11,4% bei Azathioprin.

Lebertransplantation

In einer Studie mit 565 Patienten wurde bis zu 14 Tage lang zweimal täglich 1 g Mycophenolat-

Mofetil intravenös gefolgt von zweimal täglich 1,5 g Mycophenolat-Mofetil oral verabreicht bzw. im

Kontrollarm 1-2 mg Azathioprin pro kg Körpergewicht intravenös gefolgt von täglich 1–2 mg

Azathioprin pro kg Körpergewicht oral, jeweils in Kombination mit Ciclosporin und

Corticosteroiden. Primäre Endpunkte zur Beurteilung der Wirksamkeit waren: (1) der Anteil der

Patienten, die innerhalb der ersten 6 Monate nach der Transplantation eine oder mehrere mittels

Biopsie nachgewiesene und behandelte Abstossungsreaktionen erlitten, starben oder sich einer

Retransplantation unterziehen mussten, und (2) der Anteil der Patienten, die innerhalb der ersten 12

Monate nach der Transplantation einen Organverlust (Tod/Retransplantation) erlitten. Patienten,

welche die Behandlung vorzeitig abbrachen, wurden hinsichtlich Abstossungsreaktion und

Organverlust (Tod/Retransplantation) ein Jahr lang nachbeobachtet.

Resultate

In den (Intent-to-treat-) Primäranalysen war Mycophenolat-Mofetil in Kombination mit

Corticosteroiden und Ciclosporin zur Prophylaxe der akuten Abstossungsreaktion wirksamer (38,5%

vs. 47,7%; p=0,025) als Azathioprin und in Bezug auf das Überleben gleich wirksam (Tod oder

Retransplantation nach 12 Monaten 14,7% vs. 14,6%).

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Mycophenolat-Mofetil wurde bei Nieren-, Herz- und

Lebertransplantationspatienten untersucht.

Das pharmakokinetische Profil von Mycophenolsäure ist bei Nieren- und

Herztransplantationspatienten ähnlich.

Bei Lebertransplantationspatienten, die eine Dosis von 1,5 g Mycophenolat-Mofetil oral erhielten,

sind die Blutspiegel von Mycophenolsäure wie bei Nierentransplantationspatienten nach

Verabreichung einer Dosis von 1 g oral.

In der frühen Posttransplantationsphase (<40 Tage nach Transplantation) lag die mittlere MPA-AUC

der Nieren-, Herz- und Lebertransplantationspatienten um zirka 30% und die Cmax um zirka 40%

unter den entsprechenden Werten der späten Posttransplantationsphase (3-6 Monate nach

Transplantation).

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Mycophenolat-Mofetil rasch und zu einem grossen Teil absorbiert

und in einer vollständigen präsystemischen Metabolisierung in MPA, den aktiven Metaboliten,

umgewandelt. Mycophenolat-Mofetil ist nach oraler Verabreichung im Plasma nicht nachweisbar.

Aufgrund eines enterohepatischen Kreislaufs beobachtet man im Allgemeinen 6–12 Stunden nach

der Verabreichung einen sekundären Anstieg der Plasmakonzentration von MPA.

Die absolute Bioverfügbarkeit von Mycophenolsäure nach oraler Gabe von Mycophenolat-Mofetil

beträgt 94%.

Die Einnahme von Nahrung hatte keinen Einfluss auf das Ausmass der Resorption (MPA-AUC) von

Mycophenolat-Mofetil, das Nierentransplantationspatienten in Dosen von zweimal täglich 1,5 g

verabreicht wurde. Die Maximalkonzentration (Cmax) von MPA nahm jedoch in Gegenwart von

Nahrung um 40% ab.

Kapseln und Filmtabletten sind bioäquivalent.

Distribution

MPA ist – bei klinisch bedeutsamen Konzentrationen – zu 97% an Plasmaalbumin gebunden. MPAG

(MPA-Glucuronid) ist in dem bei stabilen Patienten nach einer Nierentransplantation beobachteten

MPAG-Konzentrationsbereich zu 82% an Plasmaalbumin gebunden. Bei höheren MPAG-

Konzentrationen, wie sie zum Beispiel bei Patienten mit verzögertem Funktionseintritt des

Transplantats oder schwerer Niereninsuffizienz vorliegen, geht jedoch die gebundene Dosisfraktion

in vitro auf 62% zurück.

Metabolismus

Nach oraler Verabreichung wird Mycophenolat-Mofetil präsystemisch vollständig zum aktiven MPA

metabolisiert.

MPA wird in der Leber hauptsächlich durch Glucuronyltransferase (die Isoform UGT1A9) in

inaktives phenolisches MPA-Glucuronid (MPAG) umgewandelt. In vivo wird MPAG über die

enterohepatische Rezirkulation wieder zurück in freies MPA umgewandelt; auch ein kleinerer Anteil

an Acylglucuronid (AcMPAG) wird gebildet. AcMPAG ist pharmakologisch aktiv und steht im

Verdacht, für einige der Nebenwirkungen von MMF (Diarrhöe, Leukopenie) verantwortlich zu sein.

Elimination

Ca. 93% der Dosis wird über die Nieren grösstenteils als MPAG ausgeschieden, ca. 5,5% über die

Faeces. In die Galle sezerniertes MPAG unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf.

Aufgrund des enterohepatischen Kreislaufes ist die Bestimmung der t½ von MPA erschwert. Die

scheinbare Halbwertzeit beträgt ungefähr 16-18 Std.

Die Ausscheidung von MPA hängt von verschiedenen Transportproteinen ab. Organische Anionen

transportierende Polypeptide (OATPs) und das Multidrug-Resistance-Protein 2 (MRP2) sind an der

MPA-Ausscheidung beteiligt; OATP-Isoformen, MRP2 und das Brustkrebs-Resistenz-Protein

(BCRP = breast cancer resistance protein) sind Transporter, die mit der biliären Exkretion von

Glucuroniden assoziiert sind. Auch das Multidrug-Resistance-Protein 1 (MRP1) kann MPA

transportieren, sein Beitrag scheint jedoch auf den Absorptionsvorgang beschränkt zu sein. In der

Niere kommt es zu einer starken Interaktion von MPA und seinen Metaboliten mit renalen

organischen Anionen-Transportern.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

In einer Einzeldosisstudie (6 Probanden pro Gruppe) war die AUC von MPA bei

nierentransplantierten Patienten mit schwerer chronischer Niereninsuffizienz (glomeruläre

Filtrationsrate <25 ml/min/1,73 m²) um 28–75% höher als die AUC gesunder Personen oder von

Patienten mit weniger schwerer Niereninsuffizienz. Die AUC von MPAG war ebenfalls erhöht. Die

durchschnittliche Zunahme der AUC von MPA bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz war

mit dem Anstieg der MPA-AUC bei Erhöhung der Tagesdosis von Mycophenolat-Mofetil von 2 g

auf 3 g täglich vergleichbar.

Patienten mit verzögerter Nierentransplantatfunktion

Bei Patienten mit verzögerter Nierentransplantatfunktion nach der Verpflanzung war die mittlere

MPA-AUC0–12 vergleichbar mit derjenigen von Patienten ohne Verzögerung der

Transplantatfunktion, doch die MPAG-AUC0-12 war gegenüber letzteren um das Doppelte bis

Dreifache erhöht.

Für herz- oder lebertransplantierte Patienten mit schwerer chronischer Niereninsuffizienz liegen

keine Daten vor.

Leberinsuffizienz

Bei leichter und mässiggradiger Leberzirrhose (Child Pugh A und B) war die Pharmakokinetik von

MPA und MPAG durch die Leberparenchymerkrankung unbeeinflusst. Untersuchungen bei

schwerem Leberparenchymschaden und akuter Funktionsstörung liegen nicht vor.

Kinder und Jugendliche

Bei 55 pädiatrischen Nierentransplantationspatienten (im Alter von 1 Jahr bis 18 Jahren), denen oral

zweimal täglich 600 mg/m² Mycophenolat-Mofetil (bis maximal zweimal täglich 1 g) verabreicht

wurde, wurden die pharmakokinetischen Parameter ausgewertet. Mit dieser Dosis wurden ähnliche

MPA-AUC-Werte erreicht wie bei erwachsenen Nierentransplantationspatienten, welche

Mycophenolat-Mofetil in einer Dosis von zweimal täglich 1 g in der frühen und späten

Posttransplantationsphase erhielten. Die MPA-AUC-Werte in allen Altersgruppen waren in der

frühen und späten Posttransplantationsphase ähnlich.

Ältere Patienten (≥65 Jahre)

Die Kinetik bei älteren Patienten wurde nicht untersucht.

Präklinische Daten

In experimentellen Modellen war Mycophenolat-Mofetil nicht tumorerzeugend. Die höchste Dosis,

die in den Tierstudien zur Kanzerogenität geprüft wurde, ergab ungefähr die 2- bis 3-fache

systemische Verfügbarkeit (AUC oder Cmax) dessen, was bei Nierentransplantationspatienten nach

Gabe der empfohlenen klinischen Dosis von 2 g/Tag bzw. die 1,3- bis 2-fache systemische

Verfügbarkeit (AUC oder Cmax) dessen, was bei Herztransplantationspatienten nach Gabe der

empfohlenen klinischen Dosis von 3 g/Tag gefunden wurde.

Zwei Genotoxizitätsuntersuchungen (der In-vitro-Maus-Lymphom-Thymidin-Kinase-Test und der

In-vivo-Maus-Knochenmark-Mikronucleustest) deuteten darauf hin, dass Mycophenolat-Mofetil in

stark zytotoxischen Dosen ein Potenzial aufweist, chromosomale Aberrationen zu bewirken. Andere

Genotoxizitätsuntersuchungen (Mutagenese-Test in Bakterien, mitotischer Genkonversion-Test in

der Hefe oder der Chromosomenaberrationstest an Ovarialzellen des chinesischen Hamsters) zeigten

keine mutagene Wirkung.

Mycophenolat-Mofetil beeinflusste in oralen Dosen von bis zu 20 mg/kg/Tag die Fertilität von

Rattenmännchen nicht. Die systemische Verfügbarkeit dieser Dosis entspricht dem 2- bis 3-fachen

der empfohlenen klinischen Dosis von 2 g/Tag für Nierentransplantationspatienten bzw. der 1,3- bis

2-fachen empfohlenen klinischen Dosis von 3 g/Tag für Herztransplantationspatienten. In einer

Studie über die weibliche Fertilität und Fortpflanzung bei Ratten traten nach Verabreichung oraler

Dosen von 4,5 mg/kg/Tag in der ersten Filialgeneration (F1) Missbildungen (wie Anophtalmie,

Agnathie und Hydrocephalus) auf, ohne dass beim Muttertier toxische Symptome beobachtet

wurden. Die systemische Verfügbarkeit dieser Dosis entsprach ungefähr dem 0,5-fachen der

empfohlenen klinischen Dosis von 2 g/Tag für Nierentransplantationspatienten und ungefähr dem

0,3-fachen der empfohlenen klinischen Dosis von 3 g/Tag für Herztransplantationspatienten. Bei den

behandelten Weibchen (P1-Weibchen) sowie bei den Nachkommen der ersten Filialgeneration (F2-

Weibchen oder -Männchen) wurden keine Auswirkungen auf die Fertilität und die

Fortpflanzungsparameter festgestellt.

In teratologischen Studien an Ratten und Kaninchen kam es mit 6 mg/kg/Tag bei Ratten

beziehungsweise 90 mg/kg/Tag bei Kaninchen zu einer fetalen Fruchtresorption und zu

Missbildungen (wie Anophthalmie, Agnathie und Hydrocephalus [bei Ratten] bzw. kardiovaskulären

und renalen Anomalien, wie z.B. Ektopie des Herzens und der Nieren, Hernia diaphragmatica und

Hernia umbilicalis [bei Kaninchen]), ohne dass beim Muttertier toxische Symptome auftraten. Die

systemische Verfügbarkeit dieser Dosen entspricht ungefähr dem 0,5-fachen oder weniger der

empfohlenen klinischen Dosis von 2 g/Tag für Nierentransplantationspatienten und ungefähr dem

0,3-fachen der empfohlenen klinischen Dosis von 3 g/Tag für Herztransplantationspatienten (siehe

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Das Blut bildende System und das Lymphsystem waren die Organe, die in den toxikologischen

Studien mit Mycophenolat-Mofetil bei Ratten, Mäusen, Hunden und Affen in erster Linie betroffen

waren. Diese Erscheinungen traten bei einer systemischen Verfügbarkeit auf, die der empfohlenen

klinischen Dosis von 2 g/Tag für Nierentransplantationspatienten entsprach oder niedriger war.

Gastrointestinale unerwünschte Wirkungen wurden bei Hunden bei einer systemischen Verfügbarkeit

beobachtet, die der empfohlenen klinischen Dosis entsprach bzw. niedriger war. Gastrointestinale

und renale unerwünschte Wirkungen in Verbindung mit Dehydratation wurden auch bei Affen bei

der höchsten Dosis beobachtet (die systemische Verfügbarkeit entsprach der nach Gabe der

klinischen Dosis bzw. war grösser). Das präklinische Toxizitätsprofil von Mycophenolat-Mofetil

scheint mit den unerwünschten Wirkungen übereinzustimmen, die bei klinischen Studien beim

Menschen beobachtet wurden. Dadurch liegen nun für die Patienten massgebliche Ergebnisse zur

Verträglichkeit vor (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

lagern.

Hinweise für die Handhabung

Kapseln/Filmtabletten

Da Mycophenolat-Mofetil eine teratogene Wirkung hat (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»), sollten

die Filmtabletten von Mycophenolat-Mofetil Sandoz nicht zerstossen und Kapseln von

Mycophenolat-Mofetil Sandoz nicht geöffnet werden. Das in den Kapseln von Mycophenolat-

Mofetil Sandoz enthaltene Pulver nicht inhalieren oder in direkten Kontakt mit Haut und

Schleimhäuten bringen. Falls es zu einem solchen Kontakt kommt, gründlich mit Seife und Wasser

auswaschen; Augen mit gewöhnlichem Wasser spülen.

Zulassungsnummer

58620, 58674 (Swissmedic).

Packungen

Mycophenolat-Mofetil Sandoz Kapseln zu 250 mg: 300 (3× 100) [B]

Mycophenolat-Mofetil Sandoz Filmtabletten zu 500 mg: 150 (3× 50) [B]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

Februar 2016.

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