Vimizim

Evrópusambandið - þýska - EMA (European Medicines Agency)

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Opinber matsskýrsla PAR
Virkt innihaldsefni:
Rekombinante humane N-Acetylgalactosamin-6-Sulfatase (Rhgals)
Fáanlegur frá:
BioMarin International Limited
ATC númer:
A16AB12
INN (Alþjóðlegt nafn):
elosulfase alfa
Meðferðarhópur:
Anderen Verdauungstrakt und Stoffwechsel-Produkte,
Lækningarsvæði:
Mukopolysaccharidose IV
Ábendingar:
Vimizim wird angezeigt für die Behandlung von Mukopolysaccharidose, Typ IVA (Morquio A Syndrome, MPS IVA) bei Patienten aller Altersgruppen.
Vörulýsing:
Revision: 11
Leyfisstaða:
Autorisiert
Leyfisnúmer:
EMEA/H/C/002779
Leyfisdagur:
2014-04-27
EMEA númer:
EMEA/H/C/002779

Skjöl

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Opinber matsskýrsla Opinber matsskýrsla - portúgalska
Opinber matsskýrsla Opinber matsskýrsla - rúmenska
Opinber matsskýrsla Opinber matsskýrsla - slóvakíska
Opinber matsskýrsla Opinber matsskýrsla - slóvenska
Samantekt á eiginleikum vöru Samantekt á eiginleikum vöru - norskt bókmál
Opinber matsskýrsla Opinber matsskýrsla - króatíska

B. PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Vimizim 1 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Elosulfase alfa

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede

auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende

Abschnitt 4.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Vimizim und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie beachten, bevor Vimizim bei Ihnen angewendet wird?

Wie ist Vimizim anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Vimizim aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Vimizim und wofür wird es angewendet?

Vimizim enthält ein Enzym mit der Bezeichnung Elosulfase alfa, das zu einer Gruppe von

Arzneimitteln gehört, die als Enzymersatztherapien bekannt sind. Es wird zur Behandlung von

Erwachsenen und Kindern mit Mucopolysaccharidose vom Typ IVA (Morquio A-Syndrom,

MPS IVA) angewendet.

Bei Patienten mit MPS IVA liegt entweder ein niedriger Spiegel oder gar kein Enzym

N-acetylgalactosamin-6-Sulfatase vor, das bestimmte Substanzen im Körper wie Keratansulfat, das in

vielen Körpergeweben wie Knorpel und den Knochen vorkommt, abbaut. Dadurch werden diese

Substanzen nicht wie erforderlich abgebaut und vom Körper verarbeitet. Sie akkumulieren in den

Geweben im Körper und beeinträchtigen die normale Funktion, was die Symptome der MPS IVA

verursacht, wie z. B. Gehschwierigkeiten, Atembeschwerden, kleine Körpergröße und Hörverlust.

Wirkweise von Vimizim

Dieses Arzneimittel ersetzt das natürliche Enzym N-acetylgalactosamin-6-Sulfatase, das bei

MPS IVA-Patienten fehlt. Es wurde gezeigt, dass die Behandlung das Gehen verbessert und die

Spiegel von Keratansulfat im Körper senkt. Dieses Arzneimittel kann die Symptome der MPS IVA

verbessern.

2.

Was sollten Sie beachten, bevor Vimizim bei Ihnen angewendet wird?

Vimizim

darf bei Ihnen nicht angewendet werden,

wenn Sie lebensbedrohliche allergische Reaktionen auf Elosulfase alfa oder einen der in Abschnitt

6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels hatten

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wenn Sie mit Vimizim behandelt werden, können Sie Infusionsreaktionen entwickeln. Eine

Infusionsreaktion, einschließlich allergischer Reaktionen, ist jegliche Nebenwirkung, die während

der Infusion oder innerhalb eines Tages nach der Infusion auftritt (siehe Abschnitt 4). Wenn bei

Ihnen eine derartige Reaktion auftritt,

wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.

Sollten Sie während der Infusion allergische Reaktionen zeigen, kann Ihr Arzt die Infusion

verlangsamen oder abbrechen. Ihr Arzt kann auch entscheiden, Ihnen weitere Arzneimittel zu

geben, um allergische Reaktionen zu behandeln (z. B. Antihistaminika und/oder Kortikosteroide).

Wenn bei Ihnen Rückenschmerzen, Taubheit in Ihren Armen oder Beinen oder eine fehlende

Kontrolle über Urin- oder Stuhlabgang auftreten,

müssen Sie sich sofort an Ihren Arzt wenden

Diese Probleme können zu der Erkrankung gehören und können durch Druck auf Ihr Rückenmark

verursacht worden sein.

Anwendung von Vimizim zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Sie sollten Vimizim nicht während der Schwangerschaft erhalten, wenn es nicht eindeutig erforderlich

ist. Es ist nicht bekannt, ob Vimizim in die Muttermilch ausgeschieden wird. Besprechen Sie mit

Ihrem Arzt, ob die Vorteile der Einnahme von Vimizim größer sind als das potenzielle Risiko für Ihr

neugeborenes Kind, während Sie stillen. Es ist nicht bekannt, ob Vimizim die Fertilität beim

Menschen beeinflusst. In tierexperimentellen Studien wurde keine Wirkung auf die Fertilität

beobachtet.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Einige Patienten berichteten über Schwindelgefühl während der Vimizim-Infusion. Informieren Sie

bitte Ihren Arzt, wenn Ihnen nach Ihrer Infusion schwindlig ist, besonders vor dem Führen eines

Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen, wo Schwindel gefährlich sein kann.

Vimizim enthält Natrium und Sorbitol (E420)

Dieses Arzneimittel enthält in jeder 5 ml Durchstechflasche 8 mg Natrium (der Hauptbestandteil von

Koch-/Speisesalz). Dies entspricht 0,4 % der empfohlenen täglichen Aufnahme von Natrium über die

Nahrung für einen Erwachsenen.

Dieses Arzneimittel enthält in jeder 5 ml Durchstechflasche 100 mg Sorbitol, was 40 mg/kg entspricht.

Sorbitol ist eine Fructosequelle. Wenn Sie (oder Ihr Kind) an einer hereditären

Fructoseunverträglichkeit (HFI), einer seltenen Erbkrankheit, leiden, dürfen Sie dieses Arzneimittel

nicht verabreicht bekommen, sofern dies nicht mit Ihrem Arzt besprochen wurde.

Bevor Sie oder Ihr Kind dieses Arzneimittel erhalten, müssen Sie Ihrem Arzt mitteilen, falls Sie (oder

Ihr Kind) an HFI leiden oder Ihr Kind keine süßen Lebensmittel oder Getränke mehr zu sich nehmen

kann, weil diese bei ihm zu Übelkeit, Erbrechen oder unangenehmen Beschwerden, wie etwa

Blähungen, Magenkrämpfe oder Diarrhö, führen.

3.

Wie ist Vimizim anzuwenden?

Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal wird Ihnen Vimizim als Infusion in eine Vene

verabreichen.

Das Arzneimittel muss vor der Verabreichung verdünnt werden. Ihr Arzt oder das medizinische

Fachpersonal wird Ihnen vor ihrer Behandlung einige Arzneimittel geben, um allergische Reaktionen

zu verringern. Sie erhalten gegebenenfalls auch fiebersenkende Arzneimittel.

Dosis

Die Dosis, die Sie erhalten, basiert auf Ihrem Körpergewicht. Das empfohlene Dosisregime für

Erwachsene und Kinder besteht aus 2 mg/kg Körpergewicht einmal pro Woche als Tropf in eine Vene

(intravenöse Infusion). Jede Infusion wird über einen Zeitraum von ungefähr 4 Stunden gegeben. Die

Behandlung mit Vimizim kann ab einem Alter so jung wie möglich gegeben werden und ist zur

langfristigen Anwendung vorgesehen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Nebenwirkungen wurden hauptsächlich beobachtet, während die Patienten das Arzneimittel erhielten

oder kurz danach („Infusionsreaktionen“). Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen waren schwere

allergische Reaktionen (Auftreten gelegentlich - kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen) und

mildes bis mäßiges Erbrechen (Auftreten sehr häufig - kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen).

Symptome einer allergischen Reaktion umfassen Hautausschlag, Juckreiz oder Nesselsucht auf der

Haut (häufig beobachtet – können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen).

Sollten bei Ihnen

Schluckbeschwerden, Schwierigkeiten beim Sprechen, schwere Kurzatmigkeit oder Giemen,

Schwellungen von Gesicht oder Lippen, Schwindelgefühl oder schwacher Puls eintreten, können

dies Symptome einer schweren allergischen Reaktion sein und Sie sollten

unverzüglich Ihren

Arzt benachrichtigen

. Basierend auf dem Schweregrad der Nebenwirkung, kann Ihr Arzt die Infusion

verlangsamen oder vorübergehend unterbrechen und/oder Ihnen zusätzliche Arzneimittel zur Senkung

der Auswirkungen einer schwerwiegenden allergischen Reaktion (z. B. Antihistaminika und/oder

Kortikosteroide) oder zur Fiebersenkung (Antipyretika) verabreichen.

Sehr häufige Nebenwirkungen umfassen Symptome einer Infusionsreaktion wie z. B. Kopfschmerzen,

Übelkeit, Fieber, Schüttelfrost und Magenschmerzen. Weitere sehr häufige Nebenwirkungen waren

Diarrhö, Schmerzen in Mund und Rachen, Schwindel und Atembeschwerden.

Häufig beobachtete Nebenwirkungen waren Muskelschmerzen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V aufgeführte nationale

Meldesystem anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Vimizim aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Durchstechflasche nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Ungeöffnete Durchstechflaschen:

Im Kühlschrank lagern (2°C –8°C).

Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Sie dürfen Vimizim nicht verwenden, wenn die Lösung verfärbt ist oder sichtbare Partikel enthält.

Nach dem Verdünnen:

Nach dem Verdünnen sollte die Lösung sofort verwendet werden. Falls diese nicht sofort verwendet

wird, ist der Anwender für die Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung nach Zubereitung

verantwortlich, die normalerweise 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C gefolgt von 24 Stunden bei 23 °C –

27 °C

während der Anwendung nicht überschreiten sollte.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Vimizim enthält

Der Wirkstoff ist Elosulfase alfa. Jeder ml Konzentrat enthält 1 mg Elosulfase alfa. Jede

Durchstechflasche mit 5 ml enthält 5 mg Elosulfase alfa.

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumacetat-Trihydrat, Natriumdihydrogenphosphat 1 H

Argininhydrochlorid, Sorbitol, Polysorbat 20, Wasser für Injektionszwecke (siehe Abschnitt 2

unter „Vimizim enthält Natrium und Sorbitol (E420)“).

Wie Vimizim aussieht und Inhalt der Packung

Vimizim wird als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat) geliefert. Das

klar bis leicht opaleszente, farblose oder hellgelbe Konzentrat darf keine sichtbaren Partikel enthalten.

Packungsgrößen: 1 Durchstechflasche mit 5 ml.

Pharmazeutischer Unternehmer

BioMarin International Limited

Shanbally, Ringaskiddy

County Cork, P43 R298

Irland

Hersteller

BioMarin International Limited

Shanbally, Ringaskiddy

County Cork, P43 R298

Irland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im MM/JJJJ

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar. Sie finden dort auch Links zu anderen

Internetseiten über seltene Erkrankungen und Behandlungen.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Vimizim darf, außer mit den nachfolgend aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln in derselben

Infusion gemischt werden.

Jede Durchstechflasche Vimizim ist nur zum einmaligen Gebrauch vorgesehen. Vimizim muss mit

isotonischer Natriumchloridlösung für Infusionszwecke mittels aseptischer Technik verdünnt werden.

Die verdünnte Vimizim-Lösung sollte den Patienten mit einem Infusionsset verabreicht werden, das

mit einem 0,2 µm-Filter im Schlauchsystem ausgestattet sein kann.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

Herstellung der Vimizim-Infusion (Es ist aseptische Technik anzuwenden)

Es muss die Anzahl der zu verdünnenden Durchstechflaschen auf Basis des Gewichts des einzelnen

Patienten bestimmt und im Voraus aus dem Kühlschrank entnommen werden, damit sie eine

Temperatur von 23°C – 27°C erreichen können. Die Durchstechflaschen nicht erhitzen oder in der

Mikrowelle erwärmen. Das empfohlene Dosisregime besteht aus 2 mg/kg Körpergewicht einmal

pro Woche als Tropf in eine Vene (durch intravenöse Infusion). Jede Infusion wird ungefähr 4

Stunden dauern.

Patientengewicht (kg) multipliziert mit 2 (mg/kg) = Patientendosis (mg)

Patientendosis (mg) dividiert durch 1 (mg/ml Konzentrat Vimizim) = Gesamtzahl der ml

Vimizim

Gesamtmenge (ml) Vimizim dividiert durch 5 ml pro Durchstechflasche = Gesamtzahl der

Durchstechflaschen

Die berechnete Gesamtzahl der Durchstechflaschen wird auf die nächste ganze Durchstechflasche

aufgerundet.

Man nimmt einen Infusionsbeutel mit isotonischer Natriumchloridlösung für Infusionszwecke, der

zur intravenösen Verabreichung geeignet ist. Das Gesamtvolumen der Infusion wird durch das

Körpergewicht des Patienten bestimmt.

Patienten mit einem Gewicht von weniger als 25 kg sollten ein Gesamtvolumen von 100 ml

erhalten.

Patienten mit einem Gewicht von 25 kg oder darüber sollten ein Gesamtvolumen von 250 ml

erhalten.

Vor dem Verdünnen muss jede einzelne Durchstechflasche auf Partikel und Verfärbung kontrolliert

werden. Das klar bis leicht opaleszente, farblose oder hellgelbe Konzentrat darf keine sichtbaren

Partikel enthalten. Die Durchstechflaschen nicht schütteln.

Ein Volumen der isotonischen Natriumchloridlösung für Infusionszweck, das dem zuzugebenden

Gesamtvolumen des Vimizim-Konzentrats entspricht, muss aus einem 100 ml- oder 250 ml-

Infusionsbeutel aufgezogen und entsorgt werden.

Das berechnete Volumen Vimizim aus der entsprechenden Anzahl Durchstechflaschen wird

langsam und vorsichtig aufgezogen, um übermäßiges Schütteln zu vermeiden.

Das Vimizim-Volumen muss der isotonischen Natriumchloridlösung für Infusionszwecke langsam

zugegeben werden.

Bei Verdünnung mit 100 ml isotonischer Natriumchloridlösung-Infusionslösung:

die anfängliche

Rate beträgt 3 ml/h. Die Infusionsrate wird alle 15 Minuten folgendermaßen erhöht: zuerst wird die

Rate auf 6 ml/h erhöht, dann wird die Rate alle 15 Minuten um 6 ml/h erhöht, bis eine maximale Rate

von 36 ml/h erreicht ist.

Bei Verdünnung mit 250 ml isotonischer Natriumchloridlösung-Infusionslösung:

die anfängliche

Rate beträgt 6 ml/h. Die Infusionsrate wird alle 15 Minuten folgendermaßen erhöht: zuerst wird die

Rate auf 12 ml/h erhöht, dann wird die Rate alle 15 Minuten um 12 ml/h erhöht, bis eine maximale

Rate von 72 ml/h erreicht ist.

Patiente

n-

gewicht

(kg)

Gesamt-

volumen

der

Infusion

(ml)

Schritt 1

Anfängliche

Infusionsrate

0-15 Minuten

(ml/h)

Schritt

2

15-30

Minute

n

(ml/h)

Schritt

3

30-45

Minute

n

(ml/h)

Schritt

4

45-60

Minute

n

(ml/h)

Schritt

5

60-75

Minute

n

(ml/h)

Schritt

6

75-90

Minute

n

(ml/h)

Schritt

7

90+

Minute

n

(ml/h)

< 25

≥ 25

Die Infusionsrate kann nach Verträglichkeit des Patienten erhöht werden.

Die verdünnte Lösung muss vor der Infusion vorsichtig vermischt werden.

Vor der Anwendung muss die verdünnte Lösung visuell auf Partikel kontrolliert werden. Nicht

verwenden, wenn die Lösung verfärbt ist oder wenn sich Partikel in der Lösung befinden

Die verdünnte Lösung sollte sofort verwendet werden. Wird sie nicht sofort verwendet, ist der

Anwender für die Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung nach Zubereitung verantwortlich, die

normalerweise 24 Stunden bei 2°C – 8°C gefolgt von 24 Stunden bei 23°C – 27°C während der

Anwendung nicht überschreiten sollte.

ANHANG I

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von

Nebenwirkungen, siehe Abschnitt 4.8.

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Vimizim 1 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder ml Lösung enthält 1 mg Elosulfase alfa*. Jede Durchstechflasche mit 5 ml enthält 5 mg

Elosulfase alfa.

*Elosulfase alfa ist eine rekombinante Form der humanen N-Acetylgalactosamin-6-Sulfatase

(rhGALNS) und wird durch rekombinante DNA-Technologie in Ovarialzellen

des chinesischen

Hamsters

hergestellt.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Durchstechflasche mit 5 ml enthält 8 mg Natrium und 100 mg Sorbitol (E420).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).

Eine klare bis leicht opaleszente, farblose oder hellgelbe Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Vimizim ist zur Behandlung der Mucopolysaccharidose vom Typ IVA (Morquio A-Syndrom,

MPS IVA) bei Patienten aller Altersklassen indiziert.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung sollte von einem Arzt überwacht werden, der in der Behandlung von Patienten mit

MPS IVA oder anderen erblichen Stoffwechselerkrankungen erfahren ist. Die Gabe von Vimizim

sollte durch einen entsprechend geschulten Mediziner erfolgen, der medizinische Notfälle behandeln

kann. Bei Patienten, die die Infusionen gut vertragen, kann eine Verabreichung zuhause unter Aufsicht

von entsprechend ausgebildetem medizinischen Fachpersonal in Betracht gezogen werden.

Dosierung

Die empfohlene Dosis von Elosulfase alfa beträgt 2 mg/kg Körpergewicht, verabreicht einmal pro

Woche. Das Gesamtvolumen der Infusion sollte über ca. 4 Stunden verabreicht werden (siehe

Tabelle 1).

Aufgrund des Potenzials von Überempfindlichkeitsreaktionen mit Elosulfase alfa sollten die Patienten

30 bis 60 Minuten vor Beginn der Infusion Antihistaminika mit oder ohne Antipyretika erhalten (siehe

Abschnitt 4.4).

Spezielle Populationen

Ältere Patienten (≥ 65 Jahre alt)

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Vimizim bei Patienten im Alter von über 65 Jahren ist bisher

noch nicht erwiesen, und für diese Patienten kann kein alternatives Behandlungsregime empfohlen

werden. Es ist nicht bekannt, ob ältere Patienten anders reagieren als jüngere Patienten.

Kinder und Jugendliche

Die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen ist die Gleiche wie bei Erwachsenen. Zurzeit

vorliegende Daten werden in Abschnitt 4.8 und Abschnitt 5.1 beschrieben.

Art der Anwendung

Nur zur intravenösen Infusion.

Patienten mit einem Gewicht von weniger als 25 kg sollten ein Gesamtvolumen von 100 ml erhalten.

Bei Verdünnung in 100 ml sollte die anfängliche Infusionsrate 3 ml/h betragen. Die Infusionsrate wird

alle 15 Minuten je nach Verträglichkeit folgendermaßen erhöht: erste Erhöhung der Rate auf 6 ml/h,

dann eine weitere Erhöhung der Rate alle 15 Minuten um 6 ml/h, bis eine maximale Rate von 36 ml/h

erreicht ist.

Patienten mit einem Gewicht von 25 kg oder mehr sollten ein Gesamtvolumen von 250 ml erhalten.

Bei Verdünnung in 250 ml sollte die anfängliche Infusionsrate 6 ml/h betragen. Die Infusionsrate wird

alle 15 Minuten je nach Verträglichkeit folgendermaßen erhöht: erste Erhöhung der Rate auf 12 ml/h,

dann eine weitere Erhöhung der Rate alle 15 Minuten um 12 ml/h, bis eine maximale Rate von

72 ml/h erreicht ist.

Tabelle 1: Empfohlene Volumina und Raten der Infusion

*

Patienten-

gewicht

(kg)

Gesamt-

volumen

der

Infusion

(ml)

Schritt 1

Anfängliche

Infusionsrate

0-15 Minuten

(ml/h)

Schritt 2

15-30

Minuten

(ml/h)

Schritt 3

30-45

Minuten

(ml/h)

Schritt 4

45-60

Minuten

(ml/h)

Schritt 5

60-75

Minuten

(ml/h)

Schritt 6

75-90

Minuten

(ml/h)

Schritt 7

90+

Minuten

(ml/h)

< 25

≥ 25

Die Infusionsrate kann nach Verträglichkeit des Patienten erhöht werden.

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3

Gegenanzeigen

Lebensbedrohliche Überempfindlichkeit (anaphylaktische Reaktion) gegen den Wirkstoff oder einen

der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile (siehe Abschnitt 4.4).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Anaphylaxie und schwere allergische Reaktionen

Anaphylaxie und schwere allergische Reaktionen wurden in klinischen Studien berichtet. Deshalb

muss bei der Anwendung von Elosulfase alfa eine entsprechende medizinische Versorgung direkt

verfügbar sein. Wenn diese Reaktionen auftreten, muss die Infusion sofort beendet und eine

angemessene medizinische Behandlung begonnen werden. Die aktuellen medizinischen Standards der

Notfallversorgung müssen befolgt werden. Bei Patienten, die während der Infusion allergische

Reaktionen erlebt haben, sollte eine erneute Anwendung mit Vorsicht erfolgen.

Infusionsreaktionen

Infusionsreaktionen (IR) waren die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen in klinischen

Studien. IR können allergische Reaktionen umfassen

.

Die Patienten sollten vor Beginn der Infusion

Antihistaminika mit oder ohne Antipyretika erhalten (siehe Abschnitt 4.2). Die Behandlung von IR

sollte auf dem Schweregrad der Reaktion beruhen und eine Verlangsamung oder zeitweilige

Unterbrechung der Infusion und/oder die Anwendung zusätzlicher Antihistaminika, Antipyretika

und/oder Kortikosteroide beinhalten. Wenn schwere IR auftreten, muss die Infusion sofort beendet

und eine angemessene Behandlung begonnen werden. Die erneute Anwendung nach einer schweren

Reaktion sollte mit Vorsicht und unter strenger Überwachung durch den behandelnden Arzt erfolgen.

Rückenmarkskompression/Kompression des zervikalen Rückenmarks

In klinischen Studien wurde Rückenmarkskompression/Kompression des zervikalen Rückenmarks

(SCC) sowohl bei Patienten unter Vimizim als auch bei Patienten unter Placebo beobachtet. Die

Patienten sollten auf Zeichen und Symptome von SCC (einschließlich Rückenschmerzen, Paralyse der

Extremitäten unterhalb der Höhe der Kompression, Urin- und Stuhlinkontinenz) überwacht werden

und die entsprechende klinische Versorgung erhalten.

Salzarme Diät

Dieses Arzneimittel enthält 8 mg Natrium pro Durchstechflasche, was 0,4 % der von der WHO

empfohlenen maximalen täglichen Aufnahme von 2 g Natrium für einen Erwachsenen entspricht, und

wird isotonischer Natriumchloridlösung für Infusionszwecke angewendet (siehe Abschnitt 6.6).

Sorbitol (E420)

Dieses Arzneimittel enthält 100 mg Sorbitol pro Durchstechflasche, was 40 mg/kg entspricht.

Patienten mit hereditärer Fructoseunverträglichkeit (HFI) darf dieses Arzneimittel nicht verabreicht

werden, sofern dies nicht unbedingt erforderlich ist.

Bei Säuglingen und Kleinkindern (unter 2 Jahren) kann eine hereditäre Fructoseunverträglichkeit

(HFI) eventuell noch nicht diagnostiziert worden sein. Arzneimittel, die Sorbitol/Fructose enthalten

und intravenös verabreicht werden, können lebensbedrohlich sein. Der Nutzen der Behandlung für das

Kind im Vergleich zu den damit in Zusammenhang stehenden Risiken muss vor der Behandlung

vollständig beurteilt werden.

Bei jedem Patienten muss vor Verabreichung dieses Arzneimittels eine ausführliche Anamnese im

Hinblick auf HFI-Symptome erfasst werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt keine Daten zur Anwendung von Vimizim bei schwangeren Frauen.

Tierexperimentelle Studien zeigen keine direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen hinsichtlich

Schwangerschaft oder embryofötaler Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3). Diese Studien sind jedoch

nur von begrenzter Relevanz. Als Vorsichtsmaßnahme ist die Anwendung von Vimizim während der

Schwangerschaft vorzugsweise zu vermeiden, wenn es nicht eindeutig erforderlich ist.

Stillzeit

Verfügbare Daten zur Fortpflanzung an Tieren haben die Ausscheidung von Elosulfase alfa in der

Milch gezeigt. Es ist nicht bekannt, ob Elosulfase alfa in die Muttermilch beim Menschen

ausgeschieden wird, es wird jedoch keine systemische Exposition über die Muttermilch erwartet.

Wegen fehlender Daten beim Menschen sollte Vimizim nur bei stillenden Frauen angewendet werden,

wenn angenommen wird, dass der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für das Kind überwiegt.

Fertilität

In prä-klinischen Studien (siehe Abschnitt 5.3) wurde mit Elosulfase alfa keine Einschränkung der

Fertilität beobachtet.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Vimizim hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen. Schwindel wurde als mit Infusionen assoziierte Reaktion berichtet, die die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen am Tag der Infusion beeinflussen

kann.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Beurteilung der Nebenwirkungen basiert auf der Exposition von 176 Patienten mit MPS IVA im

Alter von 5 bis 57 Jahren mit 2 mg/kg Elosulfase alfa einmal wöchentlich (n=58), 2 mg/kg Elosulfase

alfa einmal alle 2 Wochen (n=59) oder Placebo (n=59) in einer randomisierten, doppelblinden,

placebokontrollierten Studie.

Bei der Mehrheit der Nebenwirkungen handelte es sich um IR, die definiert sind als Reaktionen, die

nach Beginn der Infusion bis zum Ende des Tages nach der Infusion auftreten. Schwere IR wurden in

klinischen Studien beobachtet und umfassten Anaphylaxie, Überempfindlichkeit und Erbrechen. Die

häufigsten IR-Symptome (mit einem Auftreten bei ≥ 10 % der mit Vimizim behandelten Patienten und

≥ 5 % mehr im Vergleich zu Placebo) waren Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Pyrexie,

Schüttelfrost und Bauchschmerzen. Die IR waren generell leicht oder mittelschwer und traten in den

ersten 12 Behandlungswochen häufiger auf, und tendenziell mit der Zeit seltener.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Daten in der folgenden Tabelle 2 beschreiben Nebenwirkungen aus klinischen Studien bei

Patienten, die mit Vimizim behandelt wurden.

Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich

(≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen mit absteigendem Schweregrad angegeben

.

Tabelle 2: Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Vimizim behandelt wurden

MedDRA

Systemische Organklasse

MedDRA

Bevorzugte Bezeichnung

Häufigkeit

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaxie

Gelegentlich

Überempfindlichkeit

Häufig

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

Sehr häufig

Schwindel

Sehr häufig

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Dyspnoe

Sehr häufig

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Diarrhö, Erbrechen, Schmerzen im

Mund- und Rachenbereich,

Oberbauchschmerzen,

Bauchschmerzen, Übelkeit

Sehr häufig

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Myalgie

Häufig

Schüttelfrost

Sehr häufig

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Pyrexie

Sehr häufig

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Immunogenität

Alle Patienten entwickelten in klinischen Studien Antikörper gegen Elosulfase alfa. Etwa 80 % der

Patienten entwickelten neutralisierende Antikörper, die die Bindung von Elosulfase alfa an den

Kationen-unabhängigen Mannose-6-Phosphat-Rezeptor verhindern können. Anhaltende

Verbesserungen der Wirksamkeitsmessgrößen und Reduktionen des Keratansulfats (KS) im Urin mit

der Zeit wurden über die Studien hinweg beobachtet, trotz des Vorliegens gegen Elosulfase alfa

gerichteter Antikörper. Es fanden sich keine Korrelationen zwischen höheren Antikörpertitern oder

Positivität für neutralisierende Antikörper und Reduktionen der Wirksamkeitsmessgrößen oder dem

Auftreten von Anaphylaxie oder anderen Überempfindlichkeitsreaktionen. IgE-Antikörper gegen

Elosulfase alfa wurden bei ≤ 10 % der behandelten Patienten nachgewiesen und standen nicht konstant

mit Anaphylaxie oder anderen Überempfindlichkeitsreaktionen und/oder dem Absetzen der

Behandlung im Zusammenhang.

Kinder und Jugendliche

Bei Patienten < 5 Jahre entsprach das Gesamt-Sicherheitsprofil von Vimizim bei 2 mg/kg/Woche dem

Sicherheitsprofil von Vimizim, das bei älteren Kindern beobachtet wurde.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

In klinischen Studien wurden Elosulfase alfa-Dosen bis zu 4 mg/kg pro Woche erforscht. Im

Anschluss an die Verabreichung höherer Dosen wurden keine spezifischen Anzeichen oder Symptome

festgestellt. Es wurden keine Unterschiede des Sicherheitsprofils beobachtet. Zum Management von

Nebenwirkungen siehe Abschnitte 4.4 und 4.8.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel,

Enzyme. ATC-Code: A16AB12.

Wirkmechanismus

Die Mucopolysaccharidosen bilden eine Gruppe lysosomaler Speicherkrankheiten, die durch einen

Mangel an spezifischen lysosomalen Enzymen verursacht werden, die für den Katabolismus der

Glukosaminglykane (GAG) benötigt werden. MPS IVA ist durch das Fehlen oder eine deutliche

Reduktion der Aktivität der

N

-Acetylgalactosamin-6-Sulfatase gekennzeichnet. Der Mangel an

Sulfataseaktivität führt zur Akkumulation der GAG-Substrate KS und Chondroitin-6-Sulfat (C6S) im

lysosomalen Zellkompartiment im gesamten Körper. Die Akkumulation führt zu einer ausgedehnten

zellulären Dysfunktion, Gewebe- und Organdysfunktion. Elosulfase alfa soll das exogene Enzym

N-Acetylgalactosamin-6-Sulfatase liefern, das in die Lysosomen aufgenommen wird und den

Katabolismus der GAGs KS und C6S steigert. Die Enzymaufnahme durch die Zellen in die

Lysosomen wird über Kationen-unabhängige Mannose-6-Phosphat-Rezeptoren vermittelt, wodurch

die GALNS-Aktivität und die Clearance von KS und C6S wiederhergestellt werden.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

In klinischen Studien, die mit Vimizim durchgeführt wurden, wurde der Einfluss der Behandlung auf

die systemischen Manifestationen der MPS IVA in verschiedenen Domänen beurteilt, einschließlich

Ausdauer, respiratorische Funktion, Wachstumsgeschwindigkeit und Mobilität sowie KS im Urin.

Insgesamt wurden 235 Patienten mit MPS IVA in 6 klinische Studien aufgenommen und mit Vimizim

exponiert.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Vimizim wurde in einer randomisierten, doppelblinden,

placebokontrollierten klinischen Phase-3-Studie mit 176 MPS IVA-Patienten im Alter von 5 bis

57 Jahren beurteilt. Die Mehrheit der Patienten stellte sich mit kleiner Statur, gestörter Ausdauer und

Skelettmuskelsymptomen vor. Patienten, die zur Baseline in einem 6-Minuten-Gehtest mehr als

30 Meter (m) aber weniger als 325 m gehen konnten, wurden in die Studie aufgenommen.

Die Patienten erhielten über insgesamt 24 Wochen Elosulfase alfa 2 mg/kg jede Woche (n=58) oder

2 mg/kg alle 2 Wochen (n=59) oder Placebo (n=59). Alle Patienten wurden vor jeder Infusion mit

Antihistaminika behandelt. Der primäre Endpunkt war die Veränderung der Distanz im

6-Minuten-Gehtest ab der Baseline verglichen mit Placebo in Woche 24. Die sekundären Endpunkte

waren die Veränderung des 3-Minuten-Treppensteig-Tests (MSCT) und der KS-Spiegel im Urin ab

der Baseline in Woche 24. Danach wurden insgesamt 173 Patienten in eine Verlängerungsstudie

aufgenommen, in der die Patienten Elosulfase alfa 2 mg/kg jede Woche oder 2 mg/kg alle 2 Wochen

erhielten, danach wechselten alle Patienten nach Verfügbarkeit der Ergebnisse in Woche 24 zu

2 mg/kg jede Woche.

Der primäre und die sekundären Endpunkte wurden in Woche 24 evaluiert (siehe Tabelle 3). Der

modellierte Behandlungseffekt der in 6 Minuten gelaufenen Strecke im Vergleich zu Placebo betrug

22,5 m (KI

: 4,0, 40,9; p=0,0174) für das Regime mit 2 mg/kg pro Woche. Der modellierte

Behandlungseffekt der pro Minute gelaufenen Stufen im Vergleich zu Placebo betrug

1,1 Stufen/Minute (KI

: -2,1, 4,4; p=0,4935) für das Regime mit 2 mg/kg pro Woche. Der modellierte

Behandlungseffekt der prozentualen Veränderung der KS im Urin im Vergleich zu Placebo betrug

-40,7 % (KI

, -49,0, -32,4; p<0,0001) für das Regime mit 2 mg/kg pro Woche. Der Unterschied war

für alle Endpunkte zwischen der Placebogruppe und der Gruppe mit wöchentlicher Behandlung am

größten. Die Ergebnisse des Regimes alle 2 Wochen für die in 6 Minuten gelaufene Strecke oder die

pro Minute gelaufenen Stufen waren mit Placebo vergleichbar.

Tabelle 3: Ergebnisse der placebokontrollierten klinischen Studie mit 2 mg/kg/Woche

Vimizim

Placebo

Vimizim vs.

Placebo

Baseline

Woche

24

Ver-

änderung

Baseline

Woche

24

Ver-

änderung

Unterschied

der Ver-

änderungen

6-Minuten-Gehtest (Meter)

Mittel

-wert

± SA

203,9

±76,32

243,3

±83,53

36,5

±58,49

211,9

±69,88

225,4

±83,22

13,5

±50,63

Modellbasierter

Mittelwert

(95 % KI)

p-Wert

22,5

: 4,0,

40,9)

(p = 0,0174)

3-Minuten-Treppensteig-Test (Stufen/Minute)

Mittel

-wert

± SA

29,6

±16,44

34,9

± 18,39

± 8,06

30,0

± 14,05

33,6

± 18,36

± 8,51

Modellbasierter

Mittelwert

(95 % KI)

p-Wert

: -2,1,

4,4)

(p = 0,4935)

* ein Patient in der Gruppe mit Vimizim schied nach 1 Infusion aus

Modellbasierter Mittelwert für Vimizim versus Placebo, adjustiert für Baseline

In zusätzlichen Verlängerungsstudien zeigten Patienten, die Elosulfase alfa 2 mg/kg jede Woche

erhielten, eine Beibehaltung der anfänglichen Verbesserung und eine anhaltende Reduktion der KS im

Urin für bis zu 156 Wochen.

Kinder und Jugendliche

Es ist wichtig, die Behandlung so früh wie möglich zu beginnen.

Die Mehrheit der Patienten, die Vimizim im Rahmen klinischer Studien erhielten, befanden sich im

Altersbereich von Kindern und Jugendlichen (5 bis 17 Jahre). In einer Open-Label-Studie erhielten

15 Kinder im Alter von unter 5 Jahren (9 Monate bis < 5 Jahre) mit MPS IVA einmal wöchentlich

2 mg/kg Vimizim für 52 Wochen. Für die Patienten folgte eine Langzeit-Nachbeobachtungsstudie von

mindestens weiteren 52 Wochen (insgesamt 104 Wochen). Die Sicherheit und die

pharmakodynamischen Ergebnisse bei diesen Patienten entsprachen den Ergebnissen in den ersten

52 Wochen (siehe Abschnitt 4.8). Der Baseline-Mittelwert (±SA) der normalisierten Stehhöhe

(Z-Score) betrug -1,6 (±1,61). Nach den ersten 52 Wochen Behandlung lag der Z-Score für die

normalisierte Stehhöhe bei -1,9 (±1,62). Der Mittelwert (±SA) der normalisierten Stehhöhe (Z-Score)

in Woche 104 betrug -3,1 (±1,13).

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Vimizim eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur

Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in MPS IVA

gewährt. Siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Parameter von Elosulfase alfa wurden bei 23 Patienten mit MPS IVA

evaluiert, die wöchentliche intravenöse Infusionen mit 2 mg/kg Elosulfase alfa über etwa 4 Stunden

für 22 Wochen erhielten, und die Parameter in Woche 0 und Woche 22 wurden verglichen. In Woche

22 hatten die mittlere AUC

und die C

im Vergleich zu Woche 0 um 181 % und 192 %

zugenommen.

Tabelle 4: Pharmakokinetische Eigenschaften

Pharmakokinetische

Parameter

Woche 0

Mittelwert (SA)

Woche 22

Mittelwert (SA)

, Minute µg/ml

238 (100)

577 (416)

, µg/ml

1,49 (0,534)

4,04 (3,24)

CL, ml/Minute/kg

10,0 (3,73)

7,08 (13,0)

, Minute

7,52 (5,48)

35,9 (21,5)

, Minute

172 (75,3)

202 (90,8)

: Bereich unter der Plasmakonzentration-Zeitkurve von Zeit Null bis zur letzten messbaren

Konzentration;

: Maximal beobachtete Plasmakonzentration;

CL: Gesamtclearance von

Elosulfase alfa

nach der intravenösen Anwendung;

: Eliminierungshalbwertzeit;

max:

von Zeit Null bis zur maximal beobachteten Plasmakonzentration

Biotransformation

Elosulfase alfa ist ein Protein, und es wird erwartet, dass es über Peptidhydrolyse abgebaut wird.

Folglich wird nicht erwartet, dass eine gestörte Leberfunktion die Pharmakokinetik von Elosulfase alfa

beeinflusst.

Elimination

Die renale Eliminierung von Elosulfase wird als Nebenpfad für die Clearance angesehen. Die mittlere

Halbwertzeit (t

) nahm von 7,52 Minuten in Woche 0 auf 35,9 Minuten in Woche 22 zu. Männliche

und weibliche Patienten zeigten eine vergleichbare Elosulfase alfa-Clearance, und die Clearance zeigte

in Woche 22 keinen Trend hinsichtlich des Alters oder Gewichts. Der Einfluss von Antikörpern auf

die Pharmakokinetik von Elosulfase alfa wurde beurteilt. Es zeigte sich keine Assoziation zwischen

dem Antikörper-Gesamttiter und der Elosulfase-Clearance. Die Patienten mit positiver

neutralisierender Antikörper-Reaktion zeigten jedoch eine Reduktion der Clearance

(CL)-Gesamtwerte und eine verlängerte t

. Trotz der Änderung des pharmakokinetischen Profils

hatte das Vorliegen von neutralisierenden Antikörpern keine Auswirkungen auf die

Pharmakodynamik, die Wirksamkeit oder die Sicherheit der Patienten, die mit Elosulfase alfa

behandelt wurden. Nach der wöchentlichen Dosierung war keine Akkumulation der Elosulfase alfa im

Plasma nachweisbar.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie mit Evaluierung des

zentralen Nervensystems, des respiratorischen und kardiovaskulären Systems, zur Toxizität bei

Einmal- und wiederholter Gabe an Ratten und Affen, zur Fertilität und zur embryonalen Entwicklung

an Ratten oder Kaninchen lassen die prä-klinischen Daten keine besonderen Gefahren für den

Menschen erkennen. Die Evaluierung der Studie zur peri- und postnatalen Entwicklung an Ratten wird

durch die nachfolgende Verabreichung von Diphenhydramin behindert und ist deshalb von begrenzter

Relevanz.

Langzeitstudien an Tieren zur Evaluierung des karzinogenen Potenzials oder Studien zur Evaluierung

des mutagenen Potenzials wurden mit Elosulfase alfa nicht durchgeführt. Studien zur Reproduktion

wurden an Ratten mit Dosen durchgeführt, die dem bis zu 10-fachen der Dosis beim Menschen

entsprechen und haben keinen Nachweis einer gestörten Fertilität oder Reproduktionsleistung ergeben.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumacetat-Trihydrat

Natriumdihydrogenphosphat 1 H

Argininhydrochlorid

Sorbitol (E420)

Polysorbat 20

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Nach der Verdünnung

Die chemische und physikalische Gebrauchsstabilität wurde für bis zu 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C,

gefolgt von bis zu 24 Stunden bei 23 °C – 27 °C, nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die verdünnte Lösung sofort verwendet werden. Falls diese nicht

sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und Bedingungen der Aufbewahrung nach

Zubereitung verantwortlich, die normalerweise 24 Stunden bei 2 °C – 8 °C gefolgt von 24 Stunden bei

23 °C – 27 °C

während der Anwendung nicht überschreiten sollte.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C). Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche aus Klarglas (Typ I) mit einem Butyl-Gummistopfen und einer gebördelten

Flip-Off

-Versiegelung (Aluminium) mit einem Schnappdeckel aus Kunststoff.

Packungsgrößen: 1 Durchstechflasche.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Jede Durchstechflasche Vimizim ist nur zum einmaligen Gebrauch vorgesehen. Vimizim muss mit

isotonischer Natriumchloridlösung für Infusionszwecke mittels aseptischer Technik verdünnt werden.

Die verdünnte Lösung wird den Patienten mit einem Infusionsset verabreicht. Es kann ein Infusionsset

mit einem 0,2 μm-Filter im Schlauchsystem verwendet werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

Herstellung der Vimizim-Infusion

Aseptische Technik ist anzuwenden.

Vimizim muss vor der Verabreichung verdünnt werden.

Die Anzahl der zu verdünnenden Durchstechflaschen basiert auf dem Gewicht des einzelnen

Patienten. Die empfohlene Dosis beträgt 2 mg pro kg.

Die Anzahl der zu verdünnenden Durchstechflaschen auf Basis des Gewichts des einzelnen

Patienten und die empfohlene Dosis von 2 mg/kg wird mit der folgenden Rechnung bestimmt:

Patientengewicht (kg) multipliziert mit 2 (mg/kg) = Patientendosis (mg)

Patientendosis (mg) dividiert durch 1 (mg/ml Konzentrat Vimizim) = Gesamtzahl der ml

Vimizim

Gesamtmenge (ml) Vimizim dividiert durch 5 ml pro Durchstechflasche = Gesamtzahl der

Durchstechflaschen

Die berechnete Gesamtzahl der Durchstechflaschen wird auf die nächste ganze

Durchstechflasche aufgerundet. Die richtige Anzahl an Durchstechflaschen wird aus dem

Kühlschrank entnommen. Die Durchstechflaschen dürfen nicht erhitzt oder in der Mikrowelle

erwärmt werden. Die Durchstechflaschen nicht schütteln.

Man nimmt einen Infusionsbeutel mit isotonischer Natriumchloridlösung für Infusionszwecke,

der zur intravenösen Verabreichung geeignet ist. Das Gesamtvolumen der Infusion wird durch

das Körpergewicht des Patienten bestimmt.

Patienten mit einem Gewicht von weniger als 25 kg sollten ein Gesamtvolumen von

100 ml erhalten.

Patienten mit einem Gewicht von 25 kg oder darüber sollten ein Gesamtvolumen von

250 ml erhalten.

Vor dem Aufziehen des Vimizim aus der Durchstechflasche wird jede einzelne

Durchstechflasche visuell auf Partikel und Verfärbung kontrolliert. Da es sich um eine

Proteinlösung handelt, kann es zu leichter Ausflockung (dünne lichtdurchlässige Fasern)

kommen. Die Vimizim-Lösung sollte klar bis leicht opaleszent, farblos oder hellgelb sein.

Nicht verwenden, wenn die Lösung verfärbt ist oder wenn sich Partikel in der Lösung

befinden.

Ein Volumen der isotonischer Natriumchloridlösung für Infusionszwecke, das dem

zuzugebenden Volumen des Vimizim-Konzentrats entspricht, muss aus dem Infusionsbeutel

aufgezogen und entsorgt werden.

Das berechnete Volumen Vimizim aus der entsprechenden Anzahl Durchstechflaschen wird

langsam und vorsichtig aufgezogen, um übermäßiges Schütteln zu vermeiden.

Vimizim wird langsam und vorsichtig zugegeben, um Schütteln zu vermeiden.

Der Infusionsbeutel wird vorsichtig rotiert, um eine ausreichen

de Verteilung von Vimizim

sicherzustellen. Die Lösung nicht schütteln.

Die verdünnte Lösung wird den Patienten mit einem Infusionsset verabreicht. Es kann ein

Infusionsset verwendet werden, das mit einem 0,2 µm-Filter im Schlauchsystem ausgestattet

ist.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

BioMarin International Limited

Shanbally, Ringaskiddy

County Cork, P43 R298

Irland

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

EU/1/14/914/001

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 28. April 2014

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:

10.

STAND DER INFORMATION

MM.JJJJ

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.

7 Westferry Circus

Canary Wharf

London E14 4HB

United Kingdom

An agency of the European Union

Telephone

+44 (0)20 7418 8400

Facsimile

+44 (0)20 7418 8416

E-mail

info@ema.europa.eu

Website

www.ema.europa.eu

© European Medicines Agency, 2014. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

EMA/109796/2014

EMEA/H/C/002779

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Vimizim

Elosulfase alfa

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für

Vimizim. Hierin wird erläutert, wie die Agentur das Arzneimittel beurteilt hat, um zu ihren

Empfehlungen für die Zulassung des Arzneimittels in der EU und die Anwendungsbedingungen zu

gelangen. Diese Zusammenfassung ist nicht als praktischer Rat zur Anwendung von Vimizim zu

verstehen.

Wenn Sie als Patient praktische Informationen über Vimizim benötigen, lesen Sie bitte die

Packungsbeilage oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist Vimizim und wofür wird es angewendet?

Vimizim ist ein Arzneimittel, das den Wirkstoff Elosulfase alfa enthält. Es wird zur Behandlung von

Patienten mit Mucopolysaccharidose vom Typ IVA (MPS IVA, auch bekannt als Morquio A-Syndrom)

angewendet. Verursacht wird diese Krankheit durch den Mangel an einem Enzym namens N-

Acetylgalactosamin-6-Sulfatase, das vom Körper benötigt wird, um sogenannte Glykosaminoglykane

(GAGs) abzubauen. Fehlt dieses Enzym oder ist es in nur sehr geringen Mengen vorhanden, können die

GAGs nicht abgebaut werden und reichern sich in den Knochen und Organen an. Dies führt dann zu

den typischen Merkmalen der Krankheit, von denen sich Minderwuchs (kurze Knochen), Beschwerden

beim Gehen und Atmen, Hornhauttrübung und Hörverlust am stärksten bemerkbar machen.

Da es nur wenige Patienten mit MPS IVA gibt, gilt die Krankheit als selten, und Vimizim wurde am

24. Juli 2009 als Arzneimittel für seltene Leiden („Orphan-Arzneimittel“) ausgewiesen.

Wie wird Vimizim angewendet?

Die Behandlung mit Vimizim sollte unter Aufsicht eines Arztes erfolgen, der in der Behandlung von

Patienten mit MPS IVA bzw. vergleichbaren Krankheiten erfahrenen ist. Das Arzneimittel ist nur auf

ärztliche Verschreibung erhältlich und sollte von einem entsprechend geschulten Angehörigen der

Gesundheitsberufe verabreicht werden.

Vimizim

EMA/109796/2014

Seite 2/3

Vimizim ist als Konzentrat zur Herstellung einer intravenösen Infusionslösung (Tropfinfusion) erhältlich.

Die empfohlene Dosis beträgt 2 mg pro Kilogramm Körpergewicht, verabreicht einmal pro Woche. Die

Infusion sollte über etwa 4 Stunden verabreicht werden. Vor Beginn der Infusion mit Vimizim sollten

die Patienten ein Arzneimittel zur Verhinderung einer allergischen Reaktion auf Vimizim erhalten. Den

Patienten kann auch ein Arzneimittel zur Verhinderung von Fieber (Antipyretikum) gegeben werden.

Wie wirkt Vimizim?

Vimizim ist eine Enzym-Ersatz-Therapie. Eine Enzym-Ersatz-Therapie versorgt Patienten mit dem

Enzym, das sie selbst nicht (ausreichend) herstellen können. Bei dem Wirkstoff in Vimizim, Elosulfase

alfa, handelt es sich um eine Kopie des humanen Enzyms N-Acetylgalactosamin-6-Sulfatase. Dieses

Ersatzenzym unterstützt den Abbau von GAGs und stoppt deren Anreicherung in den Zellen, was dazu

führt, dass die Symptome der MPS IVA gelindert werden.

Elosulfase alfa wird mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt, einer Methode, bei der ein

bestimmtes Gen (DNA) in eine Zelle eingebracht wird und diese dazu befähigt, das gewünschte Enzym

zu produzieren.

Welchen Nutzen hat Vimizim in den Studien gezeigt?

Vimizim wurde in einer Hauptstudie, an der 176 Patienten mit MPS IVA teilnahmen, mit einem Placebo

(einem Scheinmedikament) verglichen. Das Hauptkriterium für die Wirksamkeit war die Zunahme der

Strecke, die Patienten nach 6-monatiger Behandlung innerhalb von sechs Minuten zu Fuß gehen

konnten.

Vor der Behandlung konnten die Patienten in sechs Minuten durchschnittlich 200 Meter zu Fuß

zurücklegen. Nach 6 Monaten konnten Patienten, die mit der empfohlenen Dosis Vimizim behandelt

worden waren, in sechs Minuten im Schnitt 37 Meter weiter laufen, während die Patienten, die das

Placebo verabreicht bekommen hatten, eine 14 Meter längere Strecke schafften. Das Ergebnis der

Studie legte außerdem nahe, dass das Arzneimittel die Atmung und das Treppensteigen bei Patienten

verbessern kann und bei Kindern das Wachstum.

Welche Risiken sind mit Vimizim verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Vimizim (die mehr als 1 von 10 Personen betreffen können) sind

Infusionsreaktionen, u. a. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Schüttelfrost und

Bauchschmerzen. Diese sind in der Regel leicht bis mäßig und treten in den ersten 12

Behandlungswochen häufiger auf. Zu den schwerwiegenden, aber nur gelegentlich auftretenden

Infusionsreaktionen gehört eine Anaphylaxie (schwere allergische Reaktion). Die vollständige

Auflistung der im Zusammenhang mit Vimizim berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu

entnehmen.

Vimizim darf nicht bei Patienten angewendet werden, die eine lebensbedrohliche allergische Reaktion

auf Elosulfase alfa oder irgendeinen anderen Inhaltsstoff von Vimizim gezeigt haben.

Warum wurde Vimizim zugelassen?

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Agentur gelangte zu dem Schluss, dass der Nutzen

von Vimizim gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, es für die Anwendung in der EU

zuzulassen. Der CHMP gelangte zu dem Schluss, dass die Patienten nach 6-monatiger Behandlung mit

Vimizim innerhalb von sechs Minuten nachweislich eine größere Strecke zu Fuß gehen konnten und

dies mit anderen günstigen Auswirkungen, u. a. einer Verbesserung in der Fähigkeit, tägliche

Vimizim

EMA/109796/2014

Seite 3/3

Aktivitäten durchzuführen, einherging. Der Ausschuss war weiterhin der Ansicht, dass das

Sicherheitsprofil von Vimizim beherrschbar zu sein scheint und schwerwiegende Nebenwirkungen

selten sind, Langzeit-Sicherheitsdaten jedoch weiter gesammelt werden müssen.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren und

wirksamen Anwendung von Vimizim ergriffen?

Es wurde ein Risikomanagementplan entwickelt, um sicherzustellen, dass Vimizim so sicher wie

möglich angewendet wird. Auf der Grundlage dieses Plans wurden Sicherheitsinformationen in die

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage für Vimizim

aufgenommen, einschließlich geeigneter Vorsichtsmaßnahmen für Angehörige der Gesundheitsberufe

und Patienten.

Außerdem muss der Hersteller von Vimizim sicherstellen, dass alle Angehörigen der

Gesundheitsberufe, die dieses Arzneimittel voraussichtlich verschreiben oder anwenden,

Schulungsmaterial erhalten, welches sie über die korrekte Anwendung des Arzneimittels und das Risiko

schwerwiegender allergischer Reaktionen informiert. Das Unternehmen wird auch ein Verzeichnis zur

Abschätzung des Langzeit-Nutzens und der Langzeit-Risiken von Vimizim erstellen.

Nähere Informationen sind in der Zusammenfassung des Risikomanagementplans enthalten.

Weitere Informationen über Vimizim

Am 28. April 2014 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen

von Vimizim in der gesamten Europäischen Union.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR und die Zusammenfassung des Risikomanagementplans für

Vimizim finden Sie auf der Website der Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human

medicines/European public assessment reports. Wenn Sie weitere Informationen zur Behandlung mit

Vimizim benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage (ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich

an Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Zusammenfassung des Gutachtens des Ausschusses für Arzneimittel für seltene Leiden zu Vimizim

finden Sie auf der Website der Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/Rare disease

designation.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im April 2014 aktualisiert.

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