Lisinopril-Mepha 20 Tabletten

Suisse - allemand - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Achète-le

Notice patient Notice patient (PIL)

25-10-2018

Ingrédients actifs:
lisinoprilum
Disponible depuis:
Mepha Pharma AG
Code ATC:
C09AA03
DCI (Dénomination commune internationale):
lisinoprilum
forme pharmaceutique:
Tabletten
Composition:
lisinoprilum 20 mg ut lisinoprilum dihydricum, mannitolum, calcii hydrogenophosphas dihydricus, amylum pregelificatum, carmellosum natricum conexum corresp. natrium 1.34 mg, magnesii stearas, E 172 (rubrum), E 172 (nigrum), E 172 (flavum), pro compresso.
classe:
B
Groupe thérapeutique:
Synthetika
Domaine thérapeutique:
ACE-Hemmer
Numéro d'autorisation:
56777
Date de l'autorisation:
2005-08-26

Documents dans d'autres langues

Notice patient Notice patient - français

23-10-2018

Notice patient Notice patient - italien

19-10-2018

Lire le document complet

Patienteninformation

Lisinopril-Mepha, Tabletten

Mepha Pharma AG

Was ist Lisinopril-Mepha und wann wird es angewendet?

Lisinopril-Mepha ist ein Arzneimittel zur Behandlung des hohen Blutdrucks und der

Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche, ungenügende Herzleistung), sowie von Patienten, welche

einen Herzinfarkt gehabt haben. Lisinopril-Mepha wird auch bei Patienten mit Zuckerkrankheit

(Diabetes) eingesetzt, die unter gewissen Nierenfunktionsstörungen im Zusammenhang mit ihrer

Diabetes-Erkrankung leiden. Lisinopril-Mepha gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die ACE-

Hemmer genannt wird. Lisinopril-Mepha erweitert die Blutgefässe und trägt dadurch zur Senkung

des Blutdrucks und zur Verbesserung der Herzleistung bei.

Lisinopril-Mepha ist nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zu verwenden.

Wann darf Lisinopril-Mepha nicht angewendet werden?

Falls Sie gegenüber einem der Inhaltsstoffe allergisch sind oder falls früher anlässlich der Einnahme

eines blutdrucksenkenden Arzneimittels Juckreiz, Nesselsucht, plötzlicher Abfall des Blutdruckes,

Schwellungen an den Händen, Füssen oder Fussknöcheln, im Gesicht, an den Lippen, der Zunge

oder im Rachen (Schluck- oder Atembeschwerden) auftraten, dürfen Sie Lisinopril-Mepha nicht

einnehmen. Auch wenn bei einem Ihrer Familienmitglieder ähnliche Krankheitszeichen aus

irgendwelchen anderen Gründen aufgetreten sind, sollten Sie Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin

informieren.

Wenn Sie an Diabetes mellitus (Typ 1 oder Typ 2) leiden oder eine eingeschränkte Nierenfunktion

haben und Aliskiren-enthaltende Arzneimittel zur Blutdrucksenkung einnehmen (z.B. Rasilez®),

dürfen Sie Lisinopril-Mepha nicht einnehmen.

Während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit dürfen Sie Lisinopril-Mepha nicht einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Lisinopril-Mepha Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Dies gilt in verstärktem Mass bei Behandlungsbeginn

und bei Präparatewechsel sowie im Zusammenhang mit Alkohol.

Dem behandelnden Arzt resp. der behandelnden Ärztin sollten alle Krankheiten, die Sie

durchgemacht haben oder an denen Sie jetzt leiden, bekannt sein, insbesondere hoher Blutzucker

(Diabetes) und Erkrankungen der Nieren (starke Verengung der Nierenarterien). Ihr Arzt resp. Ihre

Ärztin sollte auch informiert sein, wenn Sie an einer Verengung der Aorta oder einer krankhaften

Vergrösserung des Herzmuskels leiden.

Teilen Sie ihm/ihr ebenfalls mit, wenn Sie eine Diät befolgen oder wenn Sie an Durchfall oder

Erbrechen leiden. Falls Sie nach der Einnahme von Lisinopril-Mepha Schwellungen im Gesicht, an

Augen, Lippen oder Zunge bemerken oder wenn Schwierigkeiten beim Atmen auftreten, melden Sie

dies bitte sofort Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Nehmen Sie Lisinopril-Mepha ohne Rücksprache mit

dem Arzt bzw. der Ärztin nicht mehr weiter ein.

Wenn Sie sogenannte mTOR Hemmer, wie z.B. Temsirolimus, Everoliums, Sirolimus oder

Arzneimittel mit NEP Hemmern, wie z.B Racecadotril einnehmen, muss Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

darüber informiert sein, weil Sie das Risiko für ein Angioödem erhöhen können. Zeichen eines

Angioödems sind Schwellungen im Gesicht, der Lippen, Zunge und/oder des Hals mit

Schwierigkeiten beim Schlucken und Atmen.

Wenn Sie sich einer Dialyse unterziehen müssen, so müssen Sie das zuständige medizinische

Personal darüber informieren, dass Sie Lisinopril-Mepha (einen ACE-Hemmer) einnehmen, da

gewisse Blutfiltermembranen resp. gewisse Dialyseverfahren in diesem Fall nicht angewendet

werden dürfen. Falls Sie operiert werden müssen, sollten Sie dem Arzt resp. der Ärztin vorher

mitteilen, dass Sie Lisinopril-Mepha einnehmen.

Wenn Sie sich einer Desensibilisierungstherapie gegen Bienen- oder Wespenstiche unterziehen

wollen, informieren Sie vorher Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin, da Ihre Therapie mit Lisinopril-Mepha

geändert werden muss. Selten kann es nach Insektenstichen zu allergischen Reaktionen kommen.

Die Anwendung von Lisinopril-Mepha in Kombination mit Arzneimitteln, die den Wirkstoff

Aliskiren enthalten, wird nicht empfohlen.

Lisinopril-Mepha kann in seltenen Fällen die Wirkung von Insulin resp. oralen Antidiabetika

verstärken. Wenn Sie an Diabetes leiden und mit Insulin oder oralen Antidiabetika behandelt werden,

sollten Sie daher besonders aufmerksam auf Zeichen einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) achten.

Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung von Lisinopril-Mepha beeinflussen. Informieren Sie

deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

·Harntreibende Mittel (Diuretika),

·Blutdruckseckende Arzneimittel inklusive solche, die den Wirkstoff Aliskiren enthalten,

·Arzneimittel mit Kaliumzusätzen oder Kalium enthaltenden Ersatzsalzen und andere Arzneimittel,

die den Kaliumserumspiegel erhöhen können,

·gewisse Arzneimittel gegen Rheuma (Indometacin), Arthritis, Muskelschmerzen oder Depressionen

und Gold Injektionen (wie z.B. Natriumaurothiomalat), welche üblicherweise für die Behandlung

von chronischem Gelenkrheumatismus verwendet werden,

·Lithiumhaltige Arzneimittel gegen Depressionen,

·Arzneimittel zur Behandlung von Krebs (z.B Everolimus) und Arzneimittel, die das Abstossen eines

transplantierten Organes verhindern z.B. Niere oder Leber (wie Temsirolimus, Sirolimus),

·Racecadotril zur Behandlung von Durchfall,

·Alteplase, ein Fibrinolytikum, welcher zur Auflösung von Blutgerinnseln bei verschiedenen

Gefässerkrankungen eingesetzt wird.

Bei der erstmaligen Tabletteneinnahme kann Ihr Blutdruck stärker beeinflusst werden als während

der späteren Behandlung. Falls Ihr Blutdruck sehr tief ist, Sie sich schwach und/oder schwindlig

fühlen, legen Sie sich hin, bis es Ihnen besser geht und informieren Sie Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin.

Lisinopril-Mepha sollte nicht an Kinder und Jugendliche verabreicht werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Lisinopril-Mepha während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Informieren Sie Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin, falls Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft

planen. Lisinopril-Mepha darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen

werden.

Wie verwenden Sie Lisinopril-Mepha?

Lisinopril-Mepha kann vor, während oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Lisinopril-

Mepha wird einmal täglich verabreicht, wenn möglich immer zur selben Tageszeit.

Die Dosis von Lisinopril-Mepha ist vom Arzt resp. der Ärztin festzulegen.

Es ist wichtig, dass Sie während der Einnahme von Lisinopril-Mepha die Kontrolluntersuchungen

bei Ihrem Arzt resp. bei Ihrer Ärztin regelmässig einhalten, damit die Therapie individuell Ihren

Beschwerden angepasst werden kann.

Erwachsene

Bei hohem Blutdruck

Ihr Arzt resp. Ihre Ärztin wird die Dosierung Ihrem Gesundheitszustand anpassen. Die übliche

Anfangsdosierung beträgt 1 mal täglich eine Tablette Lisinopril-Mepha 10 mg. Die Erhaltungsdosis

ist üblicherweise eine Tablette Lisinopril-Mepha 20 mg einmal täglich. Auch die anderen

Arzneimittel, die Sie einnehmen, werden berücksichtigt. Wenn Sie vor Beginn der Therapie bereits

harntreibende Arzneimittel (Diuretika) eingenommen haben oder eine salzarme Diät einhalten, wird

Ihr Arzt resp. Ihre Ärztin entweder das Diuretikum 2–3 Tage vor der Behandlung absetzen oder die

anfängliche Dosis von Lisinopril-Mepha reduzieren.

Bei Herzinsuffizienz

Sollten Diuretika und/oder Digitalis keine genügende Wirkung aufweisen, kann Lisinopril-Mepha

zusätzlich gegeben werden. Die Behandlung von Herzinsuffizienz sollte nur unter strenger ärztlicher

Kontrolle erfolgen. Die Dosierung wird vom Arzt resp. der Ärztin festgelegt und dient zur

Ergänzung einer bereits laufenden Behandlung (meist Digitalis und/oder Diuretikum). Die übliche

Erhaltungsdosis ist einmal täglich 5–20 mg Lisinopril-Mepha.

Nach Herzinfarkt

Gewöhnlich erhält der Patient am 1. und am 2. Tag je 5 mg Lisinopril-Mepha, danach 10 mg

Lisinopril-Mepha einmal täglich.

Bei Diabetes-mellitus-Patienten mit gewissen Nierenfunktionsstörungen

Die übliche Dosierung liegt bei 10 mg oder 20 mg Lisinopril-Mepha, einmal täglich verabreicht.

Kinder und Jugendliche mit hohem Blutdruck

Bei Kindern ab 6 Jahren und Jugendlichen ist die Dosis vom Gewicht abhängig und wird vom Arzt

resp. der Ärztin individuell festgelegt. Bei Kindern unter 6 Jahren und Kindern und Jugendlichen mit

schwerer Nierenschädigung wird die Anwendung von Lisinopril-Mepha nicht empfohlen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Lisinopril-Mepha haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Lisinopril-Mepha auftreten:

Häufig sind Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck (vor allem beim Aufstehen),

Herzrhythmusstörungen, Husten, Durchfall und Erbrechen beobachtet worden. Gelegentlich können

Appetitlosigkeit, Stimmungsschwankungen, Kribbeln in den Händen und Füssen, Depressionen,

Geschmacksstörungen, Schlafstörungen, Halluzinationen, Herzklopfen, erhöhter Puls, Schnupfen,

Atemnot, Halsentzündung, Heiserkeit, Bronchitis, Übelkeit, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen,

Hautausschlag, Juckreiz, Impotenz, Müdigkeit, Erschöpfung und Brustschmerzen auftreten. Selten

ist über Gicht, Verwirrtheit, Geruchsstörungen, Lungenentzündung, Mundtrockenheit, Verstopfung,

Nesselausschlag, Haarausfall, Psoriasis, Nierenversagen und einen niedrigen Natriumspiegel im Blut

(mögliche Symptome: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen) berichtet worden. In

sehr seltenen Fällen können tiefe Blutzuckerwerte (Hypoglykämie), Entzündung der

Nasennebenhöhlen und Mundschleimhaut, heftige Oberbauchschmerzen (Entzündung der

Bauchspeicheldrüse), Gelbsucht, verstärktes Schwitzen und schwerwiegende Hautveränderungen

(mit Symptomen wie Rötung, Blasenbildung, Schälungsreaktionen und Knotenbildung) auftreten.

Sehr selten kann es während der Behandlung mit Lisinopril-Mepha zu Blutbildveränderungen

kommen. Es ist deshalb möglich, dass Ihnen der Arzt bzw. die Ärztin gelegentlich Blut entnimmt,

um festzustellen, ob Lisinopril-Mepha eine Wirkung auf Ihr Blutbild hat. Eine solche Beeinflussung

könnte sich durch Müdigkeit oder einen rauen Hals bemerkbar machen.

Seit der Markteinführung sind bei einigen Patienten schwere allergische Reaktionen beobachtet

worden.

Falls unter Lisinopril-Mepha Schwellungen im Gesicht, an Lippen, Zunge oder im Rachen (Schluck-

oder Atembeschwerden) auftreten, so unterbrechen Sie die Einnahme und benachrichtigen

unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Unterbrechen Sie die Behandlung auch, wenn ein starkes

Jucken der Haut mit Schwellungen auftreten sollte. Obwohl diese Reaktionen vorübergehend sein

können, ist es notwendig, dass Sie bis zum Abklingen der Anzeichen, mit oder ohne medikamentöse

Gegenmassnahmen, unter ärztlicher Beobachtung stehen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht über 25 °C in der Originalverpackung lagern. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Sollten Sie Tabletten besitzen, deren Haltbarkeit abgelaufen ist, so bringen Sie diese bitte in

Ihre Apotheke zur Entsorgung zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Lisinopril-Mepha enthalten?

Lisinopril-Mepha enthält als Wirkstoff Lisinopril (als Lisinopril-Dihydrat) sowie Hilfsstoffe. Es sind

Tabletten zu 20 mg, 10 mg und 5 mg erhältlich.

Zulassungsnummer

56777 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Lisinopril-Mepha? Welche Packungen sind erhältlich?

Lisinopril-Mepha erhalten Sie in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Lisinopril-Mepha 5 mg (mit Bruchkerbe, teilbar): Packungen zu 30 oder 100 Tabletten.

Lisinopril-Mepha 10 mg (mit Bruchkerbe, teilbar): Packungen zu 30 oder 100 Tabletten.

Lisinopril-Mepha 20 mg (mit Bruchkerbe, teilbar): Packungen zu 30 oder 100 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Interne Versionsnummer: 7.2

Lire le document complet

Fachinformation

Lisinopril-Mepha, Tabletten

Mepha Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Lisinoprilum ut Lisinoprilum dihydricum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Tablette Lisinopril-Mepha 5 mg (mit Bruchkerbe teilbar) enthält: 5 mg Lisinoprilum anhydricum

(als Lisinoprilum dihydricum).

1 Tablette Lisinopril-Mepha 10 mg (mit Bruchkerbe, teilbar) enthält: 10 mg Lisinoprilum

anhydricum (als Lisinoprilum dihydricum).

1 Tablette Lisinopril-Mepha 20 mg (mit Bruchkerbe, teilbar) enthält: 20 mg Lisinoprilum

anhydricum (als Lisinoprilum dihydricum).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Essentielle Hypertonie und renovaskuläre Hypertonie (Lisinopril-Mepha kann alleine oder in

Kombination mit Antihypertensiva anderer Wirkstoffklassen verabreicht werden).

Bei Stauungsherzinsuffizienz im Sinne einer Zusatztherapie zu Diuretika und falls nötig zu Digitalis.

Bei akutem Herzinfarkt innerhalb 24 Stunden bei hämodynamisch stabilen Patienten zur

Verhinderung einer linksventrikulären Dysfunktion oder einer Herzinsuffizienz und zur

Verbesserung der Prognose. Die Patienten sollten in angemessener Weise mit der empfohlenen

Standardtherapie wie Thrombolytika, Acetylsalicylsäure und Betablocker behandelt werden.

Bei normotonen insulinabhängigen und hypertonen insulinunabhängigen Diabetes-mellitus-Patienten

mit Mikroalbuminurie.

Dosierung/Anwendung

Lisinopril-Mepha wird einmal täglich verabreicht. Wie bei allen Arzneimitteln, die einmal täglich

verabreicht werden, sollte auch Lisinopril-Mepha möglichst immer zur gleichen Tageszeit

eingenommen werden. Da die Resorption von Lisinopril-Mepha durch Nahrung nicht beeinflusst

wird, können die Tabletten vor, während oder nach den Mahlzeiten verabreicht werden.

Die Dosierung sollte der Blutdruckreaktion angepasst werden.

Essentielle Hypertonie

Die übliche empfohlene Anfangsdosis beträgt 10 mg einmal täglich. Die übliche Erhaltungsdosis

beträgt 20 mg/Tag, verabreicht als tägliche Einmaldosis. Wird der gewünschte therapeutische Effekt

mit der festgelegten Dosis nicht innerhalb 2-4 Wochen erreicht, kann die Dosierung weiter erhöht

werden. Die Maximaldosis, die in kontrollierten Langzeitstudien verabreicht wurde, beträgt 80

mg/Tag.

Eine niedrigere Anfangsdosis ist nötig bei eingeschränkter Nierenfunktion (siehe

«Dosierungsanpassung bei Niereninsuffizienz»), wenn die Diuretikatherapie nicht abgesetzt werden

kann, bei Volumen- und/oder Salzmangel beliebiger Ätiologie sowie bei renovaskulärer Hypertonie.

Renovaskuläre Hypertonie

Patienten mit renovaskulärer Hypertonie, besonders solche mit bilateraler Nierenarterienstenose oder

einer Stenose der Arterie einer Einzelniere, können auf die erste Dosis von Lisinopril-Mepha

übermässig reagieren. Eine niedrigere Initialdosis von 2,5 mg oder 5 mg ist deshalb angezeigt.

Danach ist die Dosierung je nach Blutdruckreaktion zu wählen.

Stauungsherzinsuffizienz

Bei Patienten, deren Herzinsuffizienz sich mit Diuretika und/oder Digitalis nicht adäquat

beherrschen lässt, kann die Therapie mit Lisinopril-Mepha ergänzt werden. Dabei ist mit einer

niedrigen Dosis von 2,5 mg 1× pro Tag zu beginnen. Der wirksame Dosisbereich beträgt

normalerweise 5-20 mg täglich, als Einmaldosierung verabreicht.

In klinischen Studien wurde die Dosis bei Patienten, die nicht adäquat behandelt waren, in 4-

wöchigen Intervallen angepasst. Die Dosiserhöhung ist der individuellen Blutdruckreaktion des

Patienten anzupassen. Bei Patienten mit hohem Risiko einer symptomatischen Hypotonie, d.h. bei

Fällen mit Salzmangel mit oder ohne Hyponatriämie, Patienten mit Hypovolämie oder solchen, die

eine intensive Diuretikabehandlung erhalten haben, sollten diese Zustände soweit möglich vor der

Therapie mit Lisinopril-Mepha korrigiert werden. Die Auswirkungen der ersten Dosis von

Lisinopril-Mepha auf den Blutdruck sind während einiger Stunden nach Applikation aufmerksam zu

verfolgen.

Bei schwerer begleitender Herzinsuffizienz und maligner Hypertonie sollte der Therapiebeginn

sowie jede Dosisanpassung stationär erfolgen.

Akuter Herzinfarkt

Die Behandlung mit Lisinopril-Mepha kann innerhalb der ersten 24 Stunden nach Einsetzen der

Symptome begonnen werden. Die Initialdosis ist 5 mg Lisinopril-Mepha peroral, gefolgt von 5 mg

nach 24 Stunden, 10 mg nach weiteren 24 Stunden und danach 10 mg einmal täglich.

Patienten, welche zu Therapiebeginn bzw. in den ersten 3 Tagen einen systolischen Blutdruck von

≤120 mmHg haben, sollten mit einer tieferen Dosis von 2,5 mg behandelt werden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Beim Auftreten einer Hypotonie (systolischer Blutdruck ≤100 mmHg) sollte die Erhaltungsdosis

5 mg betragen. Sie kann auch zeitweise auf 2,5 mg gesenkt werden. Falls die Hypotonie anhält

(systolischer Blutdruck ≤90 mmHg während mehr als 1 Stunde), soll Lisinopril-Mepha abgesetzt

werden.

Die Behandlung soll während 6 Wochen fortgesetzt werden. Patienten, bei denen sich Symptome

einer Herzinsuffizienz manifestieren, sollen die Therapie mit Lisinopril-Mepha fortsetzen (siehe

«Dosierung/Anwendung bei Stauungsherzinsuffizienz»).

Lisinopril-Mepha ist mit intravenösem oder transdermalem Glyceroltrinitrat kompatibel.

Mikroalbuminurie bei Diabetes-mellitus-Patienten

Bei normotonen insulinabhängigen Diabetes-mellitus-Patienten mit Mikroalbuminurie beträgt die

Dosis 10 mg Lisinopril-Mepha einmal täglich verabreicht. Diese Dosis kann, falls nötig, auf 20 mg

einmal täglich erhöht werden, um einen diastolischen Blutdruck (sitzend) von <75 mmHg zu

erreichen.

Bei hypertonen insulinunabhängigen Diabetes-mellitus-Patienten mit Mikroalbuminurie gilt

ebenfalls das erwähnte Dosierungsschema, um einen diastolischen Blutdruck (sitzend) von <90

mmHg zu erzielen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Pädiatrie

Bei hypertonischen Kindern und Jugendlichen 6–16 Jahre sind beschränkte Daten zur Wirksamkeit,

Sicherheit und Pharmakokinetik vorhanden (siehe «Eigenschaften/Wirkungen» und

«Pharmakokinetik»).

Die empfohlene Anfangsdosierung beträgt einmal täglich 2,5 mg bei Patienten 20–<50 kg KG und

einmal täglich 5 mg bei Patienten ≥50 kg KG. Die Dosierung sollte individuell angepasst werden:

maximal 20 mg pro Tag bei Patienten 20–<50 kg KG bzw. maximal 40 mg pro Tag bei Patienten

≥50 kg KG. Dosen über 40 mg pro Tag wurden bei Kindern und Jugendlichen nicht geprüft.

Lisinopril-Mepha wird nicht empfohlen bei Kindern <6 Jahren oder bei Kindern und Jugendlichen

mit schwerer Nierenschädigung (GFR <30 ml/min/1,73 m²).

Ältere Patienten

In den klinischen Studien wurden keine altersabhängigen Veränderungen hinsichtlich Wirksamkeit

oder Sicherheitsprofil von Lisinopril beobachtet. Wenn fortgeschrittenes Alter aber mit einer

verminderten Nierenfunktion einhergeht, sollten die in der Tabelle gegebenen Richtlinien (siehe

«Dosierungsanpassung bei Niereninsuffizienz») für die Initialdosis Lisinopril-Mepha angewendet

werden. Danach ist die Dosierung gemäss der Blutdruckreaktion zu bestimmen.

Patienten unter diuretischer Therapie

Nach Beginn der Behandlung mit Lisinopril-Mepha kann eine symptomatische Hypotonie auftreten,

vor allem bei Patienten unter Diuretikatherapie. Deshalb ist in Fällen, wo ein Volumen- und/oder

Salzmangel vorliegt, Vorsicht geboten. Das Diuretikum ist 2-3 Tage vor Behandlungsbeginn mit

Lisinopril-Mepha abzusetzen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Falls nötig, kann

die Diuretikabehandlung in der Folge wieder aufgenommen werden.

Bei Hypertonikern, bei denen das Diuretikum nicht abgesetzt werden kann, sollte die Therapie mit

Lisinopril-Mepha mit einer Dosis von 5 mg begonnen werden. Die spätere Dosierung richtet sich

nach der Blutdruckreaktion.

Dosierungsanpassung bei Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist die Dosierung von der Kreatinin-Clearance abhängig:

Kreatininclearance (ml/min)

Initialdosis (mg/Tag)

31-80 ml/min

5-10 mg

10-30 ml/min

2,5-5 mg

<10 ml/min

(einschliesslich

Dialysepatienten)**

2,5 mg*

* Dosierung und/oder Verabreichungshäufigkeit sollten dem Ansprechen des Blutdrucks angepasst

werden.

** Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Patienten unter Hämodialyse».

Die Dosierung kann erhöht werden bis der Blutdruck unter Kontrolle ist oder bis zu einer

Maximaldosis von 40 mg täglich.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe. Patienten mit hereditärem oder

idiopathischem Angioödem oder bei denen sich unter einer früheren Behandlung mit einem ACE-

Hemmer oder einem Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten eine anaphylaktische/anaphylaktoide

Reaktion oder ein angioneurotisches Ödem entwickelt hatte.

Während einer Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern bzw. Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten mit

Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter

Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1,73 m2 ) kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Symptomatische Hypotonie

Bei unkomplizierten Fällen mit Hypertonie wurde selten eine symptomatische Hypotonie mit

Lisinopril beobachtet. Bei hypertensiven Patienten mit Volumenmangel, beispielsweise infolge

Diuretikatherapie, kochsalzarmer Diät, Dialyse, Durchfall oder Erbrechen (siehe «Interaktionen» und

«Unerwünschte Wirkungen») ist eine Hypotonie wahrscheinlicher. Auch bei Patienten, die an einer

Stauungsherzinsuffizienz mit oder ohne Niereninsuffizienz leiden, wurde eine Hypotonie beobachtet.

Sie ist wahrscheinlicher bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz schwereren Grades, die man an der

Einnahme hochdosierter Schleifendiuretika, dem Auftreten von Hyponatriämie oder funktioneller

Niereninsuffizienz erkennen kann.

Bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine symptomatische Hypotonie muss der

Therapiebeginn und die Dosisanpassung unter strenger medizinischer Überwachung erfolgen.

Entsprechende Überlegungen gelten für Patienten mit ischämischer Herzerkrankung oder

zerebrovaskulärer Krankheit, bei denen ein übermässiger Blutdruckabfall zu einem Herzinfarkt oder

Hirnschlag führen könnte.

Sollte eine Hypotonie auftreten, muss sich der Patient hinlegen und es ist nötigenfalls eine Infusion

mit physiologischer Kochsalzlösung intravenös zu verabreichen. Eine vorübergehende hypotensive

Reaktion stellt jedoch keine Kontraindikation für eine Weiterführung der Therapie mit Lisinopril-

Mepha dar; sie kann gewöhnlich ohne Schwierigkeiten fortgesetzt werden, sobald der Blutdruck

nach der Volumenexpansion wieder angestiegen ist.

Lisinopril-Mepha sollte bei Patienten mit Aortenstenose oder hypertropher Kardiomyopathie nur mit

Vorsicht verabreicht werden.

Bei manchen Patienten mit Stauungsherzinsuffizienz und normalem oder niedrigem Blutdruck kann

unter Lisinopril-Mepha eine zusätzliche Senkung des systemischen Blutdrucks erfolgen. Diese

Wirkung ist vorhersehbar und gewöhnlich ist es nicht nötig, deswegen die Therapie abzusetzen. Falls

die Hypotonie symptomatisch wird, muss die Dosis reduziert oder Lisinopril-Mepha eventuell

abgesetzt werden.

«Duale Blockade» des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems

Siehe Rubrik «Interaktionen».

Hypotonie bei akutem Herzinfarkt

Wenn bei Patienten durch die Gabe eines Vasodilatators eine ernsthafte hämodynamische

Verschlechterung zu erwarten ist, darf eine Behandlung mit Lisinopril-Mepha nicht begonnen

werden. Dies sind z.B. Patienten mit einem systolischen Blutdruck von ≤100 mmHg oder mit

kardiogenem Schock.

Während den ersten 3 Tagen nach Infarkt soll die Dosis reduziert werden, falls der systolische

Blutdruck ≤120 mmHg ist. Falls der systolische Wert auf ≤100 mmHg fällt, soll die Dosis auf 5 mg,

zeitweise sogar auf 2,5 mg gesenkt werden. Hält die Hypotonie an (systolischer Blutdruck ≤90

mmHg während mehr als 1 Stunde), soll Lisinopril-Mepha abgesetzt werden.

Chirurgie/Anästhesie

Bei grossen chirurgischen Eingriffen oder während der Narkose mit Mitteln, die Hypotonie

hervorrufen, kann Lisinopril-Mepha die Angiotensin-II-Bildung blockieren, die sekundär auf die

kompensatorische Renin-Freisetzung hin erfolgt. Falls eine Hypotonie auftritt und angenommen

wird, dass sie auf diesem Mechanismus beruht, kann sie durch Volumenexpansion korrigiert werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit Stauungsherzinsuffizienz kann eine nach dem Behandlungsbeginn mit ACE-

Hemmern auftretende Hypotonie zu einer weiteren Einschränkung der Nierenfunktion führen, wobei

fallweise ein akutes, meist reversibles Nierenversagen beobachtet wurde.

Unter der Therapie mit ACE-Hemmern traten bei gewissen Patienten mit bilateraler

Nierenarterienstenose oder einer Stenose der Arterie einer Einzelniere Erhöhungen der Blutharnstoff-

und Serumkreatininwerte auf, die aber bei Abbruch der Behandlung reversibel waren. Besonders

wahrscheinlich ist dies bei Patienten mit Niereninsuffizienz, inklusive pädiatrischen Patienten. Bei

Patienten, die zusätzlich an einer renovaskulären Hypertonie leiden, ist die Gefahr einer schweren

Hypotonie oder einer Niereninsuffizienz erhöht. Bei diesen Patienten muss der Therapiebeginn unter

strenger medizinischer Überwachung mit niederen Dosen und sorgfältiger Dosis-Titration erfolgen.

Da eine Diuretikatherapie eine zusätzliche Belastung darstellen kann, sind entsprechende

Arzneimittel abzusetzen. Die Nierenfunktion muss während den ersten Wochen der Lisinopril-

Mepha-Therapie überwacht werden.

Bei manchen Hypertonikern ohne Anzeichen einer bestehenden renovaskulären Erkrankung kam es

zu einem gewöhnlich geringfügigen und vorübergehenden Anstieg von Blutharnstoff und

Serumkreatinin, besonders wenn Lisinopril zusammen mit einem Diuretikum verabreicht wurde.

Dies ist bei Patienten mit vorbestehender Nierenschädigung wahrscheinlicher. Eine Reduktion der

Dosis von Lisinopril-Mepha und/oder das Absetzen des Diuretikums oder von Lisinopril-Mepha

können erforderlich sein.

Bei Patienten mit akutem Herzinfarkt und einer renalen Dysfunktion (Serumkreatinin >177 µmol/l

und/oder Proteinurie >500 mg/24 h) soll eine Therapie mit Lisinopril-Mepha nicht initiiert werden.

Falls eine renale Dysfunktion im Verlaufe der Behandlung auftritt (Serumkreatinin >265 µmol/l oder

eine Verdoppelung im Vergleich zum Wert vor der Behandlung), soll der Arzt einen

Therapieabbruch in Betracht ziehen.

Überempfindlichkeit/Angioneurotisches Ödem

Bei Patienten, die mit ACE-Hemmern - Lisinopril eingeschlossen - behandelt wurden, sind

gelegentlich angioneurotische Ödeme des Gesichtes, der Extremitäten, der Lippen, Zunge, Glottis

und/oder des Larynx beobachtet worden. Diese können jederzeit während der Therapie auftreten.

Lisinopril-Mepha sollte in diesen Fällen abgesetzt und der Patient sorgfältig überwacht und nicht

entlassen werden, bis die Schwellung verschwunden ist.Auch bei den Patienten, bei denen nur die

Zunge angeschwollen ist (ohne Atemnot), ist unter Umständen eine längere Beobachtung nötig, da

die Behandlung mit Antihistaminika und Kortikosteroiden möglicherweise nicht ausreichend

wirksam ist.

Sehr selten wurde über Todesfälle wegen eines Angioödems im Bereich des Larynx oder der Zunge

berichtet. Es ist wahrscheinlich, dass Patienten, bei denen die Zunge, die Glottis oder der Larynx

betroffen sind, einen Verschluss der Atemwege erleiden, insbesondere wenn diese eine Operation im

Bereich der Atemwege in ihrer Anamnese aufweisen. In diesen Fällen sollte sofort eine

Notfallbehandlung eingeleitet werden. Diese kann aus der Verabreichung von Adrenalin und/oder

dem Freihalten der Atemwege bestehen.

Der Patient sollte medizinisch streng überwacht werden (evtl. Hospitalisierung) bis die Symptome

vollständig und andauernd abgeklungen sind.

ACE-Hemmer rufen bei der schwarzen Bevölkerung häufiger angioneurotische Ödeme herbei, als

bei der nicht-schwarzen Bevölkerung. Patienten, welche ein Angioödem ohne Zusammenhang mit

einer ACE-Hemmer–Therapie in ihrer Anamnese aufweisen, könnten einem höheren Risiko

ausgesetzt sein, dass durch die Therapie mit einem ACE-Hemmer ein Angioödem ausgelöst würde

(siehe «Kontraindikationen»).

Einige Arzneimittel wie mTOR (mammalian target of rapamycin)-Hemmer, NEP (neutral

endopeptidase) - Hemmer oder gewebespezifischer Plasminogenaktivator können das Risiko für ein

Angioödem erhöhen, wenn sie zusammen mit einem ACE-Hemmer angewendet werden (siehe

«Interaktionen»).

Desensibilisierung

Bei Patienten, welche ACE-Hemmer einnehmen und sich einer Desensibilisierung (z.B. mit

Hymenoptera-Gift) unterziehen, können anaphylaktoide Reaktionen beobachtet werden. Bei den

gleichen Patienten verschwanden diese Erscheinungen, wenn die ACE-Hemmer-Therapie zeitweise

unterbrochen wurde; bei unbeabsichtigter Reexposition waren sie wieder feststellbar. Lisinopril-

Mepha muss daher abgesetzt werden, bevor mit einer Desensibilisierungstherapie begonnen wird. In

solchen Fällen darf Lisinopril-Mepha überdies nicht durch einen Betablocker ersetzt werden. Selten

kann es auch nach Insektenstichen zu anaphylaktischen Reaktionen kommen.

Diabetiker

Bei Diabetikern, die mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelt werden, sollte während des

ersten Monats einer Behandlung mit Lisinopril-Mepha der Blutzuckerspiegel eng überwacht werden

(siehe «Interaktionen»).

Patienten unter Hämodialyse

Bei Patienten, die sich gewissen Hämodialyse-Verfahren unterziehen müssen (z.B. mit High-Flux-

Membran AN 69; LDL-Apherese mit Dextransulfat) und die gleichzeitig mit einem ACE-Hemmer

behandelt worden sind, wurden anaphylaktoide Reaktionen beobachtet. Bei diesen Patienten sollten

andere Membrantypen oder ein Antihypertonikum einer anderen Substanzklasse in Betracht gezogen

werden.

Rasse

ACE-Hemmer rufen bei der schwarzen Bevölkerung häufiger angioneurotische Ödeme herbei, als

bei der nicht-schwarzen Bevölkerung.

ACE-Hemmer zeigen bei schwarzen hypertensiven Patienten einen geringeren Effekt auf die

Blutdrucksenkung, als bei nicht schwarzen Patienten.

Husten

Husten wurde im Zusammenhang mit der Anwendung von ACE-Hemmern beobachtet.

Charakteristisch ist ein unproduktiver, resistenter Husten, der nach Absetzen der Therapie reversibel

ist. Bei der Differentialdiagnose des Hustens sollte die ACE-Hemmer-Therapie berücksichtigt

werden.

Kaliumzusätze und kaliumsparende Diuretika (siehe «Interaktionen»).

Interaktionen

Arzneimittel die das Risiko für ein Angioödem erhöhen können

Die gleichzeitige Behandlung mit ACE-Hemmern und mTOR (mammalian target of rapamycin)-

Hemmern (z.B. Temsirolimus, Sirolimus, Everolimus), NEP (neutral endopeptidase) - Hemmern

(z.B. Racecadotril) oder gewebespezifischem Plasminogenaktivator (z.B. Alteplase) kann das Risiko

für ein Angioödem erhöhen.

Diuretika

Bei zusätzlicher Verabreichung eines Diuretikums zur Therapie mit Lisinopril-Mepha wird

gewöhnlich eine additive antihypertensive Wirkung erreicht. Patienten, die bereits Diuretika erhalten

und besonders jene, die erst am Beginn der diuretischen Therapie stehen, können auf die zusätzliche

Gabe von Lisinopril-Mepha gelegentlich mit einer übermässigen Blutdrucksenkung reagieren. Dem

Risiko auftretender symptomatischer Hypotonie unter Lisinopril-Mepha kann durch Absetzen des

Diuretikums vor Beginn der Behandlung mit Lisinopril-Mepha entgegengewirkt werden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Antidiabetika

Epidemiologische Studien haben darauf hingedeutet, dass die gleichzeitige Verabreichung von ACE-

Hemmern und antidiabetischer Arzneimittel (Insuline, orale Antidiabetika) eine verstärkte Senkung

des Blutzuckerspiegels mit einem Hypoglykämierisiko verursachen kann. Dieser Effekt scheint

häufiger während der ersten Wochen einer gleichzeitigen Therapie sowie bei Patienten mit

beeinträchtigter Nierenfunktion aufzutreten.

Kaliumzusätze, kaliumsparende Mittel oder Kalium enthaltende Ersatzsalze und andere Arzneimittel,

die den Kaliumserumspiegel erhöhen können

Obwohl in den klinischen Studien das Serumkalium gewöhnlich innerhalb des Normbereichs blieb,

trat in einigen Fällen eine Hyperkaliämie auf.

Zu den Risikofaktoren für das Auftreten einer Hyperkaliämie gehören Niereninsuffizienz, Diabetes

mellitus und die gleichzeitige Verabreichung von kaliumsparenden Diuretika (z.B. Spironolacton,

Triamteren oder Amilorid), Kaliumzusätzen oder Kalium enthaltenden Ersatzsalzen und andere

Arzneimittel, die den Kaliumserumspiegel erhöhen können (z.B. Heparin, Cotrimoxazol).

Die Gabe von Kaliumzusätzen, kaliumsparenden Diuretika oder Kalium enthaltenden Ersatzsalzen

und andere Arzneimittel, die den Kaliumserumspiegel erhöhen können kann besonders bei Patienten

mit eingeschränkter Nierenfunktion zu einem signifikanten Anstieg des Serumkaliums führen.

Falls die gleichzeitige Anwendung von Lisinopril-Mepha und irgendwelchen der obenerwähnten

Mittel angezeigt scheint, so sollte dies mit Vorsicht und oft wiederholten Serumkalium-Kontrollen

geschehen.

Wird Lisinopril-Mepha zusammen mit einem Kalium ausschwemmenden Diuretikum gegeben, kann

die diuretikainduzierte Hypokaliämie gebessert werden.

Lithium

Lithium sollte nicht zusammen mit ACE-Hemmern kombiniert werden, da diese die renale Lithium-

Clearance herabsetzen und dadurch das Risiko der Lithiumtoxizität besteht. Deshalb sollen bei

gleichzeitiger Verabreichung von Lithiumsalzen die Lithium-Blutspiegel sorgfältig überprüft

werden.

Gold

Bei Patienten mit einer ACE-Hemmer Therapie wurde häufiger über vasomotorische Reaktionen

(Symptome von Erweiterungen der Blutgefässe einschliesslich Wallung, Nausea, Schwindel und

Hypotonie, welche sehr schwerwiegend sein können) nach Injektionen von einspritzbarem Gold

(z.B. Natriumaurothiomalat) berichtet.

Andere Antihypertensiva

Eine Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung kann bei gleichzeitiger Verabreichung mit

anderen Antihypertensiva beobachtet werden. Ganglienblocker oder Blocker der adrenergen

Neuronen dürfen in Kombination mit Lisinopril nur unter strenger Kontrolle des Patienten

angewendet werden.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme

der Nierenfunktion (einschliesslich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des

RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Begleitmedikation

Indometacin kann die antihypertensive Wirksamkeit von gleichzeitig verabreichtem Lisinopril-

Mepha vermindern.

Bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion kann die gleichzeitige Einnahme von Lisinopril

und nicht steroidalen Antirheumatika eine Verschlechterung der Nierenfunktion herbeiführen.

Lisinopril-Mepha wurde zusammen mit Nitraten verwendet, ohne dass klinisch signifikante

unerwünschte Wirkungen eingetreten wären.

Schwangerschaft/Stillzeit

Das Arzneimittel hat schädliche pharmakologische Wirkungen auf die Schwangerschaft und/oder

den Fetus bzw. das Neugeborene.

Während der Schwangerschaft ist Lisinopril-Mepha kontraindiziert. Ist eine Schwangerschaft geplant

oder bestätigt, soll so schnell wie möglich ein Wechsel auf eine alternative Therapie initiiert werden.

Es gibt keine kontrollierten Studien mit ACE-Hemmern bei schwangeren Frauen. Es gibt eine

limitierte Anzahl Fälle von Exposition während dem ersten Trimester, die nicht mit den unter

«Fetotoxizität» beschriebenen Malformationen einhergingen.

Eine retrospektive epidemiologische Studie wies darauf hin, dass eine mütterliche Exposition mit

einem ACE-Hemmer während des ersten Trimesters der Schwangerschaft zu einem erhöhten Risiko

von Fehlbildungen führen kann, insbesondere der Herz- und Gefässsysteme sowie des Zentralen

Nervensystems.

Neugeborene sollten sorgfältig bezüglich Hypotonie, Oligurie und Hyperkaliämie überwacht werden.

Lisinopril, das die Placentaschranke passiert, wurde z.T. erfolgreich durch Peritonealdialyse aus dem

Neugeborenen-Kreislauf entfernt. Theoretisch könnte dies auch durch eine Austauschtransfusion

erreicht werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Lisinopril beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird. Lisinopril

wird bei Ratten in die Muttermilch ausgeschieden. Während der Anwendung von Lisinopril-Mepha

soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da Schwindel und Müdigkeit auftreten können, kann Lisinopril-Mepha einen Einfluss auf die

Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, haben. Dies gilt vor allem zu Beginn der

Behandlung sowie beim gleichzeitigen Genuss von Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Daten aus klinischen Studien zeigen, dass das Sicherheitsprofil von Lisinopril bei hypertensiven

Kindern und Jugendlichen vergleichbar ist mit dem von Erwachsenen.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden im Zusammenhang mit einer Behandlung mit

Lisinopril oder anderen ACE-Hemmern beobachtet:

Folgende Häufigkeitsangaben werden verwendet:

Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, <1/100), selten (>1/10'000,

<1/1000), sehr selten (<1/10'000) einschliesslich vereinzelter Berichte.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: erniedrigter Hämoglobinwert, erniedrigter Hämatokritwert, Erhöhung des Serum-Bilirubins.

Sehr selten: Knochenmarkdepression, Anämie, Thrombozytopenie, Leukopenie, Neutropenie,

Agranulozytose, hämolytische Anämie.

Erkrankungen des Immunsystems

Unbekannt: anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktion.

Endokrine Erkrankungen

Selten: unangemessene Sekretion des antidiuretischen Hormons.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Anorexie, Hyperkaliämie, Hyperurikämie.

Selten: Hyponaträmie, Gicht.

Sehr selten: Hypoglykämie.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Stimmungsschwankungen, Depression, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen,

Halluzinationen.

Selten: Verwirrtheit.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Parästhesien, Vertigo, Geschmacksstörungen.

Selten: Synkope, Störungen des Geruchsinnes.

Gefässerkrankungen

Häufig: orthostatische Beschwerden (inkl. Hypotonie), Rhythmusstörungen.

Gelegentlich: Myokardinfarkt oder zerebrovaskulärer Insult, möglicherweise als Folge übermässiger

Hypotonie bei Hochrisikopatienten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»),

Palpitationen, Tachykardie, Angina pectoris.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Husten.

Gelegentlich: Rhinitis, Dyspnoe, Halsentzündung und Heiserkeit, Bronchitis.

Selten: Pneumonie.

Sehr selten: Bronchospasmus, Sinusitis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Diarrhöe, Erbrechen.

Gelegentlich: Übelkeit, Abdominalschmerzen, Verdauungsstörungen wie Dyspepsie.

Selten: Mundtrockenheit, Verstopfung.

Sehr selten: Pankreatitis, intestinales Angioödem, Stomatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Erhöhung der Leberenzyme.

Sehr selten: hepatozelluläre oder cholestatische Hepatitis, Gelbsucht, Leberversagen.

Sehr selten wurde berichtet, dass sich bei einigen Patienten das unerwünschte Auftreten einer

Hepatitis zu einem Leberversagen weiterentwickelte. Patienten unter Lisinopril-Mepha, die eine

Gelbsucht entwickeln oder die eine markante Erhöhung der Leberenzyme aufweisen, sollen die

Therapie mit Lisinopril-Mepha abbrechen und eine angemessene medizinische Betreuung erhalten.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Exanthem, Pruritus, angioneurotisches Ödem von Gesicht, Extremitäten, Lippen,

Zunge, Glottis und/oder Larynx (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Selten: Urticaria, Alopezie, Psoriasis.

Sehr selten: Diaphorese, Pemphigus, toxisch epidermale Nekrolyse, Stevens Johnson Syndrom,

Erythema multiforme, Dermatitis exfoliativa, kutanes Pseudolymphom.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Nierenstörungen.

Gelegentlich: Erhöhung des Serumkreatinins.

Selten: Urämie, akutes Nierenversagen.

Sehr selten: Oligurie/Anurie.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Impotenz.

Allgemeine Erkrankungen

Gelegentlich: Müdigkeit, Asthenie, Thoraxschmerzen.

Ein Komplex von Symptomen, welcher Fieber, Tinnitus, Gicht, Geschmacksbeeinträchtigung,

Sehstörungen, Vaskulitis, Myalgie, Arthralgie/Arthritis, positive antinukleare Antikörper, erhöhte

Erythrozytensedimentation, Eosinophilie und Leukozytose einschliessen kann, wurde beschrieben.

Hautausschläge, Lichtempfindlichkeit oder andere dermatologische Manifestationen können dabei

auftreten.

Überdosierung

Es liegen keine Berichte von Überdosierungen beim Menschen vor. Die markantesten Auswirkungen

einer Überdosierung wären ausgeprägte Hypotonie, Elektrolytstörungen und eine Niereninsuffizienz.

Bei Überdosierung soll der Patient medizinisch sehr streng überwacht werden. Allfällige

therapeutische Massnahmen richten sich nach dem Schweregrad der auftretenden Symptome. Auf

jeden Fall sollte man versuchen die Absorption zu verhindern und die Elimination zu beschleunigen.

Falls eine schwerwiegende Hypotonie auftritt, sollte der Patient schockgelagert werden und eine

intravenöse Kochsalzlösung möglichst schnell verabreicht werden. Eine Behandlung mit Angiotensin

II (falls verfügbar) sollte in Erwägung gezogen werden. ACE-Hemmer können mittels Hämodialyse

aus dem Kreislauf entfernt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Verwendung einer «High-Flux»

Membran aus Polyacrylnitril vermieden werden sollte. Serumelektrolyte und Kreatininwerte sollten

regelmässig kontrolliert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C09AA03

Lisinopril ist ein Peptidyldipeptidase-Hemmer. Es hemmt das Angiotensin Converting Enzym

(ACE), welches die Umformung von Angiotensin I in Angiotensin II, einem vasokonstriktorisch

wirksamen Peptid, katalysiert. Angiotensin II stimuliert auch die Aldosteronsekretion in der

Nebennierenrinde. Die Hemmung des ACE führt zu einer tieferen Angiotensin-II-Konzentration, was

eine Vasodilatation und eine verminderte Aldosteronsekretion hervorruft. Letzteres resultiert in

einem Anstieg des Serumkaliums.

Obwohl angenommen wird, dass Lisinopril den Blutdruck in erster Linie durch die Hemmung des

Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems senkt, konnte auch eine antihypertensive Wirkung bei

Hypertonikern mit tiefen Renin-Werten festgestellt werden. ACE ist identisch mit der Kininase II,

einem Enzym, welches Bradykinin abbaut. Es ist noch nicht geklärt, ob erhöhte Konzentrationen des

Bradykinins, eines potenten vasodilatatorisch wirksamen Peptids, für die therapeutische Wirkung

von Lisinopril mitverantwortlich sind.

Es ist bekannt, dass ACE im Endothel vorkommt und bei Diabetikern eine erhöhte ACE-Aktivität

festgestellt werden kann. Die gesteigerte ACE-Aktivität, welche die Bildung von Angiotensin II und

den Abbau von Bradykinin katalysiert, führt zu einer Verschlimmerung der durch Hyperglykämie

hervorgerufenen Endothelschäden. ACE-Hemmer, einschliesslich Lisinopril, hemmen sowohl die

Bildung von Angiotensin II als auch den Abbau von Bradykinin und verbessern dadurch die

endotheliale Dysfunktion.

Die Wirkung von Lisinopril auf die renale Albuminausscheidung bei Diabetikern wird einerseits

durch die Blutdrucksenkung andererseits durch einen direkten Mechanismus auf das renale Gewebe

herbeigeführt.

In einer doppelblinden, randomisierten, placebo-kontrollierten, Parallelgruppen-Studie (Euclid) bei

530 normotonen Typ 1 Diabetikern fand sich nach 2 Jahren Behandlung mit Lisinopril ein

signifikanter Unterschied der Albuminausscheidungsrate im Vergleich zu Placebo (Differenz 2,2

µg/ml; p=0,03). Dabei zeigte sich der grösste Effekt bei Patienten, welche bei Behandlungsbeginn

eine Mikroalbuminurie aufwiesen.

Bei 335 Hypertonikern mit Diabetes und beginnender Nephropathie charakterisiert durch

Mikroalbuminurie wurde in einer doppelblinden, randomisierten Multizenter-Studie (Brilliant)

Lisinopril mit einem Calciumantagonisten verglichen. Die Verabreichung von 10 bis 20 mg

Lisinopril einmal täglich während 12 Monaten reduzierte den systolischen/diastolischen Blutdruck

um 13/10 mmHg und die Albuminexkretionsrate im Urin um 40%. Im Vergleich zum

Calciumantagonisten reduzierte Lisinopril die Albuminexkretionsrate signifikant mehr. Es liegen

keine Erfahrungen bei Patienten mit manifester Albuminurie oder Niereninsuffizienz vor.

In der GISSI-3-Studie erhielten 19'394 Patienten innerhalb von 24 Stunden nach einem akuten

Herzinfarkt Lisinopril und/oder Nitroglycerin (alleine oder in Kombination) resp. Placebo. Nach 6

Wochen Behandlung zeigte Lisinopril eine statistische signifikante Risikoreduktion (RR) für

Mortalität von 11% gegenüber der Kontrollgruppe (p= 0,03, absolute RR: 0,8%).

Die Risikoreduktion mit Nitroglycerin bzw. Lisinopril war nicht signifikant, aber die Kombination

von Nitroglycerin und Lisinopril bewirkte eine signifikante Risikoreduktion für Mortalität um 17%

gegenüber der Kontrollgruppe (p= 0,02, absolute RR: 1,2%).

In der Subgruppe der älteren Patienten (>70 Jahre) und der Frauen, wurde ein signifikanter Nutzen

beim kombinierten Endpunkt für Mortalität und kardiale Funktion beobachtet. Der kombinierte

Endpunkt für alle Patienten wie auch der Hochrisiko-Subgruppen zeigte nach 6 Monaten einen

signifikanten Nutzen für die während 6 Wochen mit Lisinopril oder Lisinopril plus Nitroglycerin

behandelten Patienten (p= 0,03, absolute RR 1,2%).

In einer klinischen Studie mit 115 hypertensiven Kindern und Jugendlichen 6–16 Jahre erhielten

Patienten mit <50 kg KG einmal täglich 0,625 mg, 2,5 mg oder 20 mg Lisinopril. Patienten mit

≥50 kg KG erhielten einmal täglich 1,25 mg, 5 mg oder 40 mg. Nach 2 Wochen, während denen

Lisinopril einmal täglich verabreicht worden war, senkte Lisinopril den Blutdruck dosisabhängig und

zeigte eine konsistente antihypertensive Wirkung bei Dosen ≥1,25 mg.

Dieser Effekt wurde während einem Therapieabbruch bestätigt. Der diastolische Blutdruck erhöhte

sich um 9 mmHg mehr bei Patienten unter Placebo, als bei Patienten, die eine mittlere oder hohe

Dosis Lisinopril erhalten hatten. Der dosisabhängige antihypertensive Effekt von Linsiopril war

konsistent in mehreren demographischen Untergruppen wie Alter, Tanner-Stadium, Geschlecht und

Rasse.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach der oralen Verabreichung von Lisinopril wurden maximale Serumkonzentrationen innerhalb

ca. 7 Stunden erreicht. Bei Patienten mit akutem Herzinfarkt werden die maximalen

Serumkonzentrationen tendenziell etwas später erreicht. Aufgrund der im Urin wiedergefundenen

Substanzmengen beträgt die relative Absorption von Lisinopril rund 25%, mit einer

interindividuellen Variabilität von 6-60% bei allen untersuchten Dosen (5-80 mg). Die absolute

Bioverfügbarkeit ist bei Patienten mit Herzinsuffizienz im Vergleich zu Herzgesunden um ungefähr

13% reduziert (ca. 16% im Vergleich zu ca. 29%). Die Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf

die Resorption im Gastrointestinaltrakt.

Distribution

Eine Bindung von Lisinopril an andere Plasmaproteine als das ACE wurde nicht festgestellt. Studien

an Ratten haben gezeigt, dass Lisinopril die Blut-Hirn-Schranke in geringem Masse passiert.

Humandaten liegen nicht vor.

Metabolismus

Lisinopril wird nicht metabolisiert.

Elimination

Lisinopril wird vollständig und unverändert im Urin ausgeschieden. Nach mehrfachen Dosen

berechnet sich die effektive Kumulations-Halbwertszeit auf 12,6 Stunden. Bei Gesunden beträgt die

Lisinopril-Clearance rund 50 ml/min. Der Abfall der Serumkonzentrationen weist eine verlängerte

Terminalphase auf, welche jedoch nicht zu einer Kumulierung führt. Diese Terminalphase spiegelt

die wahrscheinlich gesättigte Bindung an das ACE wider und ist nicht dosisabhängig.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Bei einer verminderten Nierenfunktion nimmt die Elimination von Lisinopril ab, da es renal

ausgeschieden wird. Dies wird jedoch erst dann klinisch relevant, wenn die glomeruläre

Filtrationsrate unter 30 ml/min abfällt. Bei einer Kreatininclearance von 30–80 ml/min war die

mittlere AUC um nur 13% erhöht, während bei einer Kreatininclearance von 5–30 ml/min die

mittlere AUC 4–5 mal erhöht war.

Lisinopril kann mittels Dialyse aus dem Kreislauf entfernt werden. Während einer 4-stündigen

Hämodialyse sind die Lisinoprilkonzentrationen im Durchschnitt um 50% gesunken, mit einer

Dialysen-Clearance zwischen 40 und 55 ml/min.

Leberinsuffizienz

Eine verminderte Leberfunktion bei zirrhotischen Patienten resultierte in einer verminderten

Absorption von Lisinopril (ungefähr 30%, bestimmt durch Wiederfindung im Urin). Wegen der

erniedrigten Clearance ist jedoch die Exposition um ungefähr 50% erhöht, verglichen mit gesunden

Personen.

Herzinsuffizienz

Patienten mit Herzinsuffizienz haben eine grössere Lisinopril-Exposition als Gesunde (im

Durchschnitt ist die AUC um 125% erhöht), aber basierend auf der Urin-Wiederfindungsrate von

Lisinopril ist die Absorption im Vergleich zu Herzgesunden um ungefähr 13% reduziert (ca. 16% im

Vergleich zu ca. 29%).

Kinder und Jugendliche

Das pharmakokinetische Profil von Lisinopril wurde bei 29 Kindern und Jugendlichen 6–16 Jahre

mit einer GFR ≥30 ml/min/1,73 m² untersucht.

Die tmax im Steadystate beträgt 6 Stunden, die Bioverfügbarkeit ca. 28%. Diese Werte sind ähnlich

denen von Erwachsenen.

Die orale Clearance bei Kindern mit 30 kg KG beträgt 10 l/h und steigt proportional zur

Nierenfunktion an.

Ältere Patienten

Ältere Patienten (65 Jahre und älter) haben höhere Blutspiegel und höhere AUC-Werte als jüngere

Patienten.

Präklinische Daten

Präklinische Daten basierend auf konventionellen Studien (allgemeine Pharmakologie, Toxizität

nach wiederholter Verabreichung, Genotoxizität, Kanzerogenität) zeigten keine speziellen Risiken

für den Menschen.

Es wurde gezeigt, dass die Klasse der ACE-Hemmer unerwünschte Wirkungen auf die späte fetale

Entwicklung hervorrufen kann. Dies kann zu fetalem Tod und congenitalen Fehlbildungen, die vor

allem den Schädel betreffen, führen. Es wurde auch über Fetotoxizität, intrauterine

Wachstumsverzögerung und offenen Ductus arteriosus berichtet. Diese Entwicklungsanomalien

scheinen zum einen Teil auf eine direkte Wirkung der ACE-Hemmer auf das fetale Renin-

Angiotensin-System und zum anderen Teil auf eine Ischämie (resultierend aus einer mütterlichen

Hypotonie, einem erniedrigten Blutfluss zwischen Fetus und Plazenta sowie einer erniedrigten

Zufuhr von Sauerstoff resp. Nährstoffen zum Fetus) zurückzuführen sein.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

«High-Flux»-Dialyse-Filter: siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C in der Originalverpackung lagern. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

56777 (Swissmedic).

Packungen

Lisinopril-Mepha 5 mg Tabletten (mit Bruchkerbe, teilbar): OP 30, OP 100 [B]

Lisinopril-Mepha 10 mg Tabletten (mit Bruchkerbe, teilbar): OP 30, OP 100 [B]

Lisinopril-Mepha 20 mg Tabletten (mit Bruchkerbe, teilbar): OP 30, OP 100 [B]

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

November 2017.

Interne Versionsnummer: 8.2

Produits similaires

Rechercher des alertes liées à ce produit

Afficher l'historique des documents

Partagez cette information