Topamax 15 mg Kapseln

Sveitsi - saksa - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Osta se nyt

Pakkausseloste Pakkausseloste (PIL)

01-05-2020

Valmisteyhteenveto Valmisteyhteenveto (SPC)

24-10-2018

Aktiivinen ainesosa:
topiramatum
Saatavilla:
Janssen-Cilag AG
ATC-koodi:
N03AX11
INN (Kansainvälinen yleisnimi):
topiramatum
Lääkemuoto:
Kapseln
Koostumus:
topiramatum 15 mg, sacchari sphaerae, povidonum K 30, cellulosi acetas, Kapselhülle: gelatina, E 171 pro capsula.
luokka:
B
Terapeuttinen ryhmä:
Synthetika
Terapeuttinen alue:
Antiepileptikum, Migräneprophylaxe
Myyntiluvan numero:
54751
Valtuutus päivämäärä:
1999-03-24

Asiakirjat muilla kielillä

Pakkausseloste Pakkausseloste - ranska

01-05-2020

Valmisteyhteenveto Valmisteyhteenveto - ranska

01-05-2020

Pakkausseloste Pakkausseloste - italia

01-05-2020

Valmisteyhteenveto Valmisteyhteenveto - italia

18-09-2021

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Topamax®

Janssen-Cilag AG

Was ist Topamax und wann wird es angewendet?

Epilepsie

Topamax ist ein Arzneimittel, das allein oder in Kombination mit einem anderen Arzneimittel zur

Behandlung bestimmter Anfallsformen bei Epilepsie angewendet wird. Die Krankheit Epilepsie beruht

auf einer zeitweise gesteigerten Erregbarkeit gewisser Nervenzellen im Gehirn.

Migräne

Topamax wird zur vorbeugenden Behandlung von Migränekopfschmerzen eingesetzt. Der Nutzen bei

der Behandlung von akuten Migräneanfällen wurde bisher nicht nachgewiesen.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Wann darf Topamax nicht eingenommen / angewendet werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff oder auf einen der Inhaltsstoffe soll Topamax

nicht angewendet werden.

Während einer Schwangerschaft darf Topamax nicht eingenommen werden. Frauen im gebärfähigen

Alter, welche keine sichere Verhütungsmethode anwenden, dürfen Topamax nicht anwenden.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Topamax Vorsicht geboten?

Topamax darf wie andere Arzneimittel gegen Epilepsie nicht plötzlich abgesetzt werden, sondern die

Dosis soll allmählich reduziert werden. Sollte ein Absetzen von Topamax notwendig sein, darf dies nur

unter Anleitung des Arztes bzw. der Ärztin geschehen.

Wenn eine plötzliche Verminderung der Sehschärfe und/oder Augenschmerzen, Rötung des Auges oder

Pupillenerweiterung auftreten, muss umgehend der Arzt oder die Ärztin aufgesucht werden. Diese

Symptome können typischerweise innerhalb des ersten Behandlungsmonats auftreten. Die Behandlung

mit Topamax sollte gemäss den Angaben des Arztes bzw. der Ärztin so schnell als möglich beendet und

geeignete Massnahmen zur raschen Verminderung des Augeninnendruckes ergriffen werden.

Treten unter Einnahme von Topamax Gesichtsfeldausfälle auf, sollte die Behandlung mit Topamax

gemäss den Angaben des Arztes bzw. der Ärztin beendet werden.

Bei gewissen Patienten bzw. Patientinnen kann Topamax die Bildung von Nierensteinen und das

Auftreten damit verbundener Symptome wie Nierenkolik, Nieren- und Lendenschmerzen begünstigen.

Risikofaktoren für eine Nierensteinbildung sind, neben familiärer Veranlagung, bereits früher

aufgetretene Nierensteine und gesteigerte Kalzium-Ausscheidung im Harn oder die gleichzeitige

Einnahme anderer Arzneimittel, welche die Nierensteinbildung fördern. Es ist sehr wichtig, während der

Therapie mit Topamax auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten, um dieses Risiko zu verringern.

Unter der Behandlung mit Topiramat wurde in seltenen Fällen ein übermässiger Säuregehalt des Blutes

(metabolische Azidose) beobachtet.

Bei folgenden Beschwerden oder Therapien sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt bzw. mit Ihrer Ärztin, da

diese die Ausbildung einer metabolischen Azidose begünstigen können: Nierenerkrankungen, schwere

Erkrankungen der Atmungsorgane, Status epilepticus (andauernder epileptischer Zustand), Durchfall,

chirurgische Eingriffe, ketogene Diät oder bestimmte Arzneimittel.

Symptome einer akuten oder chronischen, metabolischen Azidose können Hyperventilation (gesteigerte

Atmung), unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Appetitlosigkeit, oder solche mit ernsteren

Folgen wie Herzrhythmusstörungen oder einen Zustand der Regungslosigkeit (Stupor) umfassen.

Chronische, unbehandelte metabolische Azidose kann das Risiko für Nierensteine und

Kalziumablagerungen in der Niere erhöhen.

Eine chronische metabolische Azidose kann bei Kindern das Wachstum verringern. Die Auswirkungen

von Topiramat auf Wachstum und Knochen sind bei Kindern und Erwachsenen nicht systematisch

untersucht worden.

Je nach vorbestehenden Beschwerden ist bei einer Therapie mit Topiramat eine angemessene

Untersuchung, einschliesslich der Messung der Serum-Bicarbonatspiegel, empfohlen. Wenn sich eine

metabolische Azidose entwickelt und fortbesteht, kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin eine Verringerung der

Dosis oder die Beendigung der Behandlung mit Topiramat verordnen (Dosis ausschleichen).

Falls die Topiramatbehandlung trotz des Vorliegens einer anhaltenden Azidose weitergeführt werden

soll, kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin eine alkalisierende Therapie in Betracht ziehen.

In seltenen Fällen wurde eine eingeschränkte Schweissbildung und eventuell als Folge eine erhöhte

Körpertemperatur beobachtet. Die meisten Fälle betrafen Kinder bei erhöhter Umgebungstemperatur

und körperlicher Aktivität wie Sport. Eine angemessene Flüssigkeitszufuhr während der Behandlung mit

Topiramat ist sehr wichtig. Eine gute Flüssigkeitszufuhr vor und während Aktivitäten wie z.B. Sport

oder Aufenthalt in hohen Temperaturen muss sichergestellt sein und kann das Risiko hitzebedingter

Nebenwirkungen reduzieren.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Topamax behandelt wurden, hatten

Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem

Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in

Verbindung.

Falls während der Behandlung Symptome einer Leberentzündung auftreten wie ungewohnte Müdigkeit,

Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gelbfärbung der Augen und/oder der Haut, sollten Sie unverzüglich Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren.

Falls unter der Behandlung mit Topamax ein unerwünschter Gewichtsverlust eintritt, sollten eine

gesteigerte Nahrungsaufnahme oder diätetische Massnahmen in Betracht gezogen werden.

Bei Patienten bzw. Patientinnen mit Leberfunktionsstörungen ist Topamax mit Vorsicht anzuwenden.

Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln

Topamax kann die Wirkung von Phenytoin, ein anderes Arzneimittel, das ebenfalls angewendet wird

gegen Epilepsie, verstärken.

Andererseits können andere gleichzeitig eingenommene Arzneimittel gegen Epilepsie die Wirkung von

Topamax vermindern: Phenytoin (Phenhydan®, Phenytoin-Gerot®) und Carbamazepin (Tegretol®,

Timonil®) und Lamotrigin (Lamictal®).

Die zusätzliche Gabe von Hydrochlorothiazid während einer Therapie mit Topamax kann erfordern,

dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin eine Anpassung der Topiramat-Dosis vornimmt. Informieren Sie Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen, da Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin evtl. eine Dosisanpassung vornehmen muss: Amitriptylin (Saroten Retard®, Tryptizol®,

Limbitrol®), Haloperidol (Haldol®, Sigaperidol®), Propranolol (Inderal®, Propranolol Helvepharm®),

Lithium (Litarex®, Lithiofor®, Priadel®, Quilonorm®).

Wird bei Patienten bzw. Patientinnen unter Metformin-Therapie (Glucophage®, Diabiformin®), oder

unter Pioglitazon-Therapie (Actos®) Topamax neu gegeben oder abgesetzt, muss die routinemässige

Überwachung des Blutzuckerspiegels mit grosser Sorgfalt durchgeführt werden, um eine adäquate

Kontrolle des Diabetes-Status zu gewährleisten.

Topamax kann auch die Wirkung von einigen empfängnisverhütenden Arzneimitteln beeinträchtigen.

Informieren Sie daher Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über jede Veränderung Ihrer Blutungszyklen.

Die gleichzeitige Anwendung von Topamax mit Sultiam oder mit Arzneimitteln, welche Acetazolamid

als Wirkstoff enthalten, kann das Risiko einer Nierenstein-Bildung erhöhen und sollte daher vermieden

werden.

Wie andere Antiepileptika kann Topamax die Wirkung von Alkohol verstärken. Es ist empfehlenswert,

während der Behandlung mit Topamax auf Alkohol zu verzichten.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Topiramat und Valproinsäure wurde über Hypothermie (definiert als

unbeabsichtigtes Absinken der Körperkerntemperatur auf <35 °C) berichtet. Dieses unerwünschte

Ereignis kann nach Beginn der Behandlung oder nach Erhöhung der Tagesdosis von Topiramat

auftreten.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter

·Vor dem Beginn einer Behandlung mit Topiramat müssen Sie darüber informiert werden, dass ein

erhöhtes Risiko für Fehlbildungen und insbesondere für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten besteht, wenn

während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten treten besonders

im ersten Schwangerschaftsdrittel auf und oft noch bevor Sie sich bewusst sind, dass Sie schwanger

sind. Deshalb sollen mögliche alternative Behandlungen mit dem Arzt besprochen werden.

·Während einer Behandlung mit Topiramat muss eine zuverlässige Schwangerschaftsverhütung

angewendet werden.

·Falls Sie während der Behandlung mit Topiramat schwanger werden möchten, müssen Sie dies sofort

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mitteilen, damit er/sie mit Ihnen die möglichen Behandlungsalternativen

und die Behandlungsumstellung besprechen kann. Die Behandlung soll nur in Absprache mit dem Arzt

bzw. mit der Ärztin abgesetzt werden, keinesfalls aus eigenem Ermessen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Wie alle Antiepileptika wirkt auch Topamax auf das

Zentralnervensystem und kann Schläfrigkeit, Schwindel oder andere ähnliche Symptome hervorrufen.

Es kann auch Sehstörungen und/oder verschwommenes Sehen hervorrufen. Diese unerwünschten

Wirkungen könnten möglicherweise gefährlich werden, wenn Sie ein Fahrzeug lenken oder eine

Maschine bedienen müssen.

Topamax kann schwerwiegende Hautreaktionen hervorrufen. Informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre

Ärztin, wenn Sie einen Hautausschlag entwickeln.

Topamax Filmtabletten enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.h. sie sind

nahezu «natriumfrei».

Bitte nehmen Sie Topamax Filmtabletten/Topamax Kapseln erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein,

wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Topamax während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?

Während einer Schwangerschaft darf Topamax nicht eingenommen werden. Bei Eintritt einer

Schwangerschaft ist sofort der Arzt bzw. die Ärztin zu benachrichtigen, der/die mit Ihnen das weitere

Vorgehen besprechen wird. Die Behandlung soll keinesfalls aus eigenem Ermessen abgesetzt werden.

Ein plötzliches Absetzen von Topamax kann schwerwiegende Folgen haben. Epileptische Anfälle

während der Schwangerschaft können zu Gesundheitsschäden der Mutter und des sich entwickelnden

Kindes führen.

Kontrollen während der Schwangerschaft mit sorgfältiger Ultraschalluntersuchung in einem

spezialisierten Zentrum werden empfohlen. Eine zusätzliche Einnahme von Folsäure ist am Anfang

einer Schwangerschaft immer indiziert, insbesondere bei Behandlung mit einem Enzym-Induktor wie

Topiramat.

Ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Fehlbildungen, besonders von Lippen-Kiefer-

Gaumenspalten besteht, wenn Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel mit Topiramat behandelt

werden.

Bei einigen männlichen Säuglingen, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Topamax, mit oder

ohne Gabe anderer Arzneimittel gegen Epilepsie, behandelt worden waren, wurde eine Missbildung der

Harnröhre festgestellt.

Während einer Therapie mit Topamax darf nicht gestillt werden.

Wie verwenden Sie Topamax?

Die Dosierung wird grundsätzlich von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin bestimmt.

Epilepsie

Behandlung gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie

Erwachsene: Die Behandlung beginnt normalerweise mit einer niedrigen Dosis von 25–50 mg pro Tag

(eventuell weniger), die dann alle 1–2 Wochen schrittweise bis zum Erreichen der gewünschten

Wirkung gesteigert wird.

Kinder ab 2 Jahren: Die Behandlung beginnt normalerweise mit einer niedrigen Dosis, die dann alle 1–2

Wochen schrittweise bis zum Erreichen der gewünschten Wirkung gesteigert wird.

Behandlung mit Topamax alleine

Erwachsene: Die Behandlung beginnt mit 25 mg abends und wird dann schrittweise vom Arzt bzw. der

Ärztin bis zum Erreichen der gewünschten Wirkung gesteigert.

Kinder ab 7 Jahren: Die Behandlung beginnt normalerweise mit einer niedrigen Dosis und wird dann

vom Arzt bzw. der Ärztin alle 1–2 Wochen schrittweise gesteigert, bis die gewünschte Wirkung erreicht

ist.

Migräne

Die Behandlung beginnt mit 25 mg abends und wird dann alle 1–2 Wochen schrittweise vom Arzt/der

Ärztin bis zum Erreichen der gewünschten Wirkung gesteigert. Auch wenn Sie nicht jeden Tag an

Migränekopfschmerzen leiden, so ist es wichtig, dass Sie die Anweisungen Ihres Arztes/Ihrer Ärztin

genau befolgen, damit das Auftreten von Migränekopfschmerzen reduziert werden kann.

Für Erwachsene und Jugendliche über 16 Jahre: Die übliche Dosierung beträgt 100 mg pro Tag. Die

Dosis wird auf 2 Gaben aufgeteilt (50 mg morgens und 50 mg abends).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird die Hälfte der üblichen Dosis empfohlen.

Hämodialyse-Patienten sollen am Tag der Hämodialyse eine Zusatzdosis von Topamax erhalten.

Bei älteren Patienten ist keine Anpassung der Dosis erforderlich, vorausgesetzt, dass die Nierenfunktion

intakt ist.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist Topamax mit Vorsicht anzuwenden, weil in diesen

Fällen der Blutspiegel von Topamax erhöht sein kann.

Topamax ist in Form von Filmtabletten oder Kapseln, gefüllt mit kleinen Wirkstoffkügelchen,

verfügbar. Die Filmtabletten sollten nicht auseinandergebrochen werden. Die Kapseln eignen sich für

Patienten bzw. Patientinnen, denen das Schlucken Probleme bereitet (z.B. Kleinkinder und ältere

Patienten bzw. Patientinnen). Die Kapseln können entweder als Ganzes geschluckt oder zusammen mit

Nahrung eingenommen werden. Dazu wird die Kapsel vorsichtig geöffnet; der ganze Inhalt wird über

eine kleine Menge (Inhalt eines Teelöffels) Nahrung von weicher Beschaffenheit, wie z.B. Buttermilch,

Yoghurt oder Apfelsauce gestreut und unzerkaut hinuntergeschluckt. Diese Mischung aus Nahrung und

Granulat sollte sofort und unzerkaut hinuntergeschluckt werden. Eine einmal bereitete Mischung darf

nicht für eine spätere Einnahme aufbewahrt werden. Topamax kann unabhängig von Mahlzeiten

eingenommen werden.

Eine plötzliche Therapie-Umstellung ist zu unterlassen. Antiepileptika, einschliesslich Topamax, sollten

stufenweise abgesetzt werden, um das Risiko für das Auftreten von Anfällen und den Anstieg der

Anfallsfrequenz zu vermeiden. Ändern Sie daher nicht von sich aus die verschriebene Dosierung.

Der Behälter von Topamax ist mit einem kindersicheren Verschluss versehen und muss wie folgt

geöffnet werden: Drücken Sie den Plastikschraubverschluss nach unten, während Sie ihn im

Gegenuhrzeigersinn drehen.

Was ist zu tun, wenn die Einnahme von Topamax einmal vergessen oder zuviel eingenommen wurde?

Wenden Sie sich in jedem Fall an einen Arzt oder eine Ärztin, wenn Sie eine grössere Menge Topamax

eingenommen haben als Sie sollten. Anzeichen und Symptome einer Überdosierung können sein:

Krampfanfälle, Schläfrigkeit, Sprechstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen,

Beeinträchtigung der geistigen Aktivität, Lethargie, Koordinationsstörungen, Erstarrung (Stupor),

niedriger Blutdruck, Bauchschmerzen, Erregung, Schwindel, Depression und übermässiger Säuregehalt

des Blutes (metabolische Azidose).

Wenn Sie die Einnahme von Topamax vergessen haben, setzen Sie die Einnahme zum nächsten

vorgesehenen Zeitpunkt in der verordneten Dosierung fort.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Topamax haben?

Die Mehrheit der häufigsten unerwünschten Wirkungen zeigten einen leichten bis moderaten

Schweregrad und waren dosisabhängig. Die dosisabhängigen Nebenwirkungen begannen üblicherweise

in der Einstellungsphase und blieben häufig bis in die Erhaltungsphase bestehen. Eine schnelle

Aufdosierung und höhere Anfangsdosen waren mit höheren Häufigkeiten von unerwünschten

Wirkungen verbunden.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Topamax auftreten:

Erwachsene

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Verlangsamung der geistigen Funktion, Depression, Schläfrigkeit,

Benommenheit, Abgeschlagenheit/Fatique, Reizbarkeit, Gedächtnisstörungen,

Aufmerksamkeitsstörungen, Geschmacksstörungen Gefühlsstörungen (Parästhesien),

Koordinationsstörungen, Augenzittern (Nystagmus), Doppeltsehen, Übelkeit, Durchfall.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Appetitminderung, Schlafstörungen, Angstgefühle, Störung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit,

depressive Verstimmung, Verwirrtheit, Aggressivität, Agitation, Wut, Desorientierung, veränderte

Stimmungslage, Stimmungsschwankungen, Lethargie, Sedierung, geistige Beeinträchtigung,

Sprech-/Sprachstörungen, Zittern, Gedächtnisstörung (Amnesie), Gleichgewichtsstörungen,

Gangstörung, psychomotorische Verlangsamung, kognitive Störungen, herabgesetzte Empfindung von

Sinnesreizen, Erektionsstörung, Geschmacksstörungen, verschwommenes Sehen, Sehstörungen,

Gesichtsfeldausfälle, herabgesetzte Empfindung von Sinnesreizen im Gesicht, trockene Augen,

Ohrenschmerzen, Ohrgeräusche (Tinnitus), Atemnot, Schnupfen, Nasenbluten, Empfindungsstörungen

im Mund, Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), Rückfluss von Magenflüssigkeit in die

Speiseröhre, Zahnfleischbluten, Bauchschmerzen, Blähungen, Magenbeschwerden, Durst, Verstopfung,

Verdauungsstörungen, Mundtrockenheit, Hautausschlag, Haarausfall, Muskelschmerzen,

Muskelkrämpfe, Muskelzuckungen, muskuloskelettale Brustkorbschmerzen, Gelenkschmerzen,

Schwäche (Asthenie), Blutarmut (Anämie), Juckreiz, Nierensteine, erschwerte Blasenentleerung,

häufige Entleerung kleiner Harnmengen.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern), selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

oder sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Erkrankung der Lymphknoten, allergische Reaktion, Appetitsteigerung, übermässiger Säuregehalt des

Blutes (metabolische Azidose), Verhaltensstörungen, Teilnahmslosigkeit, Weinen, Ablenkbarkeit,

Störung der sexuellen Erregung, Stottern, Euphorie, Affektverflachung, Halluzinationen (optische und

akustische), Mangel an spontanen Sprachäusserungen, Abnahme des Sexualtriebs, Manie,

Panikstörungen, wahnhafte Störungen, Haftenbleiben an Vorstellungen bzw. beharrliches Wiederholen

von Bewegungen oder Wörtern, Lesestörungen, Ruhelosigkeit, Suizidgedanken, Suizidversuch,

Traurigkeit, abnormes Denken, Bewegungslosigkeit (Akinese), Ungeschicklichkeit,

Bewusstseinseinschränkung, Schwindel, Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse),

Speichelfluss, Schreibstörung, Bewegungsstörungen, Kribbelgefühl, verstärkte oder veränderte

Empfindung von Sinnesreizen, gestörte Geruchswahrnehmung, kurze Bewusstlosigkeit (Synkope),

Zustand der Reglosigkeit (Stupor), ungewöhnliche Gefühle oder Empfindungen, die einer Migräne oder

einer bestimmten Art von Anfällen vorausgehen (Aura), unwillkürliche anormale Muskelbewegungen

(Dystonie), Krampfanfälle, Sehstörungen, vorübergehende Blindheit, Grüner Star (Glaukom), erhöhter

Tränenfluss, Pupillenerweiterung, Nachtblindheit, reduzierte Sehschärfe, Taubheit, Ohrenbeschwerden,

Hörstörungen, Störungen des Herzrhythmus, Hautrötung, Hitzewallungen, lageabhängiger tiefer

Blutdruck, Raynaud-Syndrom (Durchblutungsstörung in den Fingern), Stimmstörung, verstopfte Nase,

Husten, Bauchbeschwerden, schlechter Atemgeruch, übermässige Speichelsekretion, fehlende

Schweisssekretion, allergischer Hautausschlag, Hautverfärbung, abnormer Hautgeruch,

Gesichtsschwellung, muskuläre Erschöpfung, Muskelschwäche, muskuloskelettale Steifheit, Steine in

den ableitenden Harnwegen, Kalziumablagerungen in der Niere, Blut im Urin, Nierenkolik,

Nierenschmerzen, Harninkontinenz (ungewollter Harnabgang), sexuelle Funktionsstörungen, Gefühl der

Abnormität, Trunkenheitsgefühl, Gefühl der «Zappeligkeit», Krankheitsgefühl, peripheres Kältegefühl,

Schwerfälligkeit.

Kinder

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Appetitminderung, Schläfrigkeit, Lethargie, Aufmerksamkeitsstörungen, Abgeschlagenheit/Fatigue,

Reizbarkeit, Gefühlsstörungen (Parästhesien), Gewichtsabnahme.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Appetitminderung/Anorexie, Aggressivität, Verhaltensstörungen, Verwirrtheit, veränderte

Stimmungslage, Gleichgewichtsstörungen, Benommenheit, Gedächtnisstörungen, Lernbehinderung,

Verstopfung, Hautausschlag, Gangstörung, Verlangsamung der geistigen Funktion, Depression,

Schwindel, Nasenbluten, Durchfall, Erbrechen, Haarausfall, Fieber, Schwäche (Asthenie).

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern), selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

oder sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Allergische Reaktion, Appetitsteigerung, Wut, Apathie, Weinen, Ablenkbarkeit, Störung der

sprachlichen Ausdrucksfähigkeit, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Haftenbleiben an

Vorstellungen bzw. beharrliches Wiederholen von Bewegungen oder Wörtern, Suizidgedanken,

Suizidversuch, Sprechstörungen, Geschmacksstörungen, herabgesetzte Empfindung von Sinnesreizen,

psychische Störungen, Augenzittern (Nystagmus), gestörte Geruchswahrnehmung, psychomotorische

Überaktivität, psychomotorische Verlangsamung, kurze Bewusstlosigkeit (Synkope), Krampfanfälle,

Tremor, Doppeltsehen, erhöhter Tränenfluss, verschwommenes Sehen, Ohrenschmerzen, Störungen des

Herzrhythmus, lageabhängiger tiefer Blutdruck, verstopfte Nase, übermässige Sekretion der

Nasennebenhöhlen, Schnupfen, Bauchbeschwerden, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Pankreatitis

(Entzündung der Bauchspeicheldrüse), Blähungen, Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis),

Rückfluss von Magenflüssigkeit in die Speiseröhre, Zahnfleischbluten, Empfindungsstörungen im

Mund, Magenbeschwerden, Gelenkschmerzen, muskuloskelettale Steifheit, Muskelschmerzen,

Harninkontinenz, häufige Entleerung kleiner Harnmengen, Gefühl der Abnormität, Erhöhung der

Körpertemperatur, Krankheitsgefühl, Schwerfälligkeit.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 25°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Trocken lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Topamax Filmtabletten und Kapseln sind in Plastikbehältern mit kindersicherem Verschluss erhältlich.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Topamax enthalten?

Wirkstoffe

1 Filmtablette Topamax 25 mg enthält 25 mg Topiramat

1 Filmtablette Topamax 50 mg enthält 50 mg Topiramat

1 Filmtablette Topamax 100 mg enthält 100 mg Topiramat

1 Filmtablette.Topamax 200 mg enthält 200 mg Topiramat

1 Kapsel Topamax 15 mg enthält 15 mg Topiramat

1 Kapsel Topamax 50 mg enthält 50 mg Topiramat

Hilfsstoffe

1 Filmtablette Topamax 25 mg enthält Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose,

Carboxymethylstärke-Natrium Typ A, vorverkleisterte Stärke, Magnesiumstearat, Opadry® weiss [YS-

1-7706-G; Hypromellose, Titandioxid (E171), Polyethylenglycol, Polysorbat 80], Carnaubawachs.

1 Filmtablette Topamax 50 mg enthält Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose,

Carboxymethylstärke-Natrium Typ A, vorverkleisterte Stärke, Magnesiumstearat, Opadry® hellgelb

[YS-1-6382-G; Hypromellose, Titandioxid (E171), Polyethylenglycol, Polysorbat 80, Eisenoxid gelb

(E172)], Carnaubawachs.

1 Filmtablette Topamax 100 mg enthält Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose,

Carboxymethylstärke-Natrium Typ A, vorverkleisterte Stärke, Magnesiumstearat, Opadry® gelb [YS-1-

6370-G; Hypromellose, Titandioxid (E171), Polyethylenglycol, Polysorbat 80, Eisenoxid gelb (E172)],

Carnaubawachs.

1 Filmtablette.Topamax 200 mg enthält Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose,

Carboxymethylstärke-Natrium, vorverkleisterte Stärke, Magnesiumstearat, Opadry® rosa [YS-1-1456-

G; Hypromellose, Titandioxid (E171), Polyethylenglycol, Polysorbat 80, Eisenoxid rot (E172)],

Carnaubawachs.

1 Kapseln Topamax 15 mg enthält Zucker-Stärke-Pellets (Saccharose und Stärke), Povidon K 30,

Celluloseacetat, Titandioxid (E171), Gelatine.

1 Kapseln Topamax 50 mg enthält Zucker-Stärke-Pellets (Saccharose und Stärke), Povidon K 30,

Celluloseacetat, Titandioxid (E171), Gelatine.

Zulassungsnummer

53537, 54751 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Topamax? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen mit 60 Filmtabletten zu 25, 50, 100 und 200 mg.

Packungen mit 60 Kapseln zu 15 und 50 mg.

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

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Fachinformation

Topamax®

Janssen-Cilag AG

Zusammensetzung

Filmtabletten

Wirkstoff: Topiramat.

Hilfsstoffe:

Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Carboxymethylstärke-Natrium,

vorverkleisterte Stärke, Magnesiumstearat.

Filmüberzug:

Topamax 25 mg: Opadry® weiss [YS-1-7706-G; Hydroxypropylmethylcellulose, Titandioxid

(E171), Polyethylenglycol, Polysorbat 80], Carnaubawachs.

Topamax 50 mg: Opadry® hellgelb [YS-1-6382-G; Hydroxypropylmethylcellulose, Titandioxid

(E171), Polyethylenglycol, Polysorbat 80, Eisenoxid gelb (E172)], Carnaubawachs.

Topamax 100 mg: Opadry® gelb [YS-1-6370-G; Hydroxypropylmethylcellulose, Titandioxid

(E171), Polyethylenglycol, Polysorbat 80, Eisenoxid gelb (E172)], Carnaubawachs.

Topamax 200 mg: Opadry® rosa [YS-1-1456-G; Hydroxypropylmethylcellulose, Titandioxid

(E171), Polyethylenglycol, Polysorbat 80, Eisenoxid rot (E172)], Carnaubawachs.

Kapseln

Wirkstoff: Topiramat.

Hilfsstoffe: Zucker-Pellets (Saccharose und Stärke), Povidon, Celluloseacetat, Titandioxid, Gelatine.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 25 mg, 50 mg, 100 mg, 200 mg Topiramat.

Kapseln zu 15 mg, 25 mg und 50 mg Topiramat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Epilepsie

Topamax ist indiziert

·als Monotherapie bei Patienten ab 7 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie. Für schwer zu

kontrollierende Epilepsien sind nicht genügend Daten vorhanden;

·zur Umstellung von Epilepsiepatienten ab 7 Jahren auf Topiramat-Monotherapie, wenn eine

Indikation wie schlechte Toleranz oder Therapieversagen mit anderen Antiepileptika besteht;

·als Zusatztherapie für Erwachsene und Kinder (ab 2 Jahren) mit partiellen Anfallsformen und

generalisierten tonisch-klonischen Anfällen;

·als Zusatztherapie für die Behandlung von Anfällen, die mit dem Lennox-Gastaut Syndrom

assoziiert sind, bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren.

Migräne

Topamax ist angezeigt zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen und Jugendlichen über 16 Jahren.

Der Nutzen von Topamax bei der Behandlung akuter Migräneanfälle wurde bislang noch nicht

untersucht.

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Bemerkungen

Für eine optimale Kontrolle der Anfälle wird für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren empfohlen, die

Behandlung mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese dann auf eine wirksame Dosis zu

titrieren.

Topamax ist in Form von Filmtabletten und Kapseln, gefüllt mit kleinen Wirkstoffkügelchen,

verfügbar.

Die Filmtabletten sollen nicht auseinander gebrochen werden.

Die Kapseln sind für jene Patienten gedacht, denen das Schlucken Probleme bereitet (z.B.

Kleinkinder und ältere Patienten). Die Kapseln können entweder als Ganzes geschluckt oder

zusammen mit Nahrung eingenommen werden. Dazu wird die Kapsel vorsichtig geöffnet; der ganze

Inhalt wird über eine kleine Menge (Inhalt eines Teelöffels) Nahrung von weicher Konsistenz

gestreut und unzerkaut hinuntergeschluckt.

Eine einmal bereitete Mischung darf nicht für eine spätere Einnahme aufbewahrt werden.

Die Plasmakonzentrationen von Topiramat müssen nicht überwacht werden, um die Behandlung mit

Topamax zu optimieren.

Topamax kann ohne Rücksicht auf Mahlzeiten eingenommen werden.

1. Epilepsie -Zusatztherapie

Erwachsene

Als Adjuvans zu anderen Antiepileptika beträgt die minimale wirksame Topiramat-Dosis 200

mg/Tag. Die übliche Tagesdosis liegt zwischen 200 mg-400 mg, verteilt auf zwei Gaben. Die

Maximaldosis von 800 mg/Tag darf nicht überschritten werden. Es wird empfohlen, die Behandlung

mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese dann auf eine wirksame Dosis zu titrieren.

Die Therapie sollte mit 25-50 mg abends während einer Woche beginnen. In der Folge sollte die

Dosis in wöchentlichen Intervallen jeweils um 25-50 mg (bis 100 mg) gesteigert und in zwei Gaben

aufgeteilt werden. Die Titration sollte sich nach den klinischen Ergebnissen richten. Bei manchen

Patienten kann eine Gabe pro Tag ausreichen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Diese Dosierungsempfehlungen gelten für alle Erwachsenen einschliesslich älterer Patienten, sofern

sie nicht an einer Nierenerkrankung leiden (vgl. «Spezielle Patientengruppen»).

Kinder ab 2 Jahren

Als Adjuvans zu anderen Antiepileptika beträgt die übliche Tagesdosis 5-9 mg/kg/Tag, verteilt auf

zwei Gaben. Es wird empfohlen, die Behandlung mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese

dann auf eine wirksame Dosis zu titrieren.

Die Titration sollte mit der abendlichen Einnahme von 25 mg (oder weniger, ausgehend von 1-3

mg/kg/Tag) während einer Woche beginnen. In der Folge sollte die Dosis in 1-2-wöchentlichen

Intervallen jeweils um 1-3 mg/kg/Tag (verteilt auf zwei Gaben) gesteigert werden, bis die

gewünschte Wirkung erzielt wird. Die Titration sollte sich nach den klinischen Ergebnissen richten.

Tagesdosen bis zu 30 mg/kg/Tag wurden von Kindern im klinischen Versuch gut vertragen.

2. Epilepsie – Monotherapie

Allgemein

Wenn gleichzeitig angewendete Antiepileptika abgesetzt werden, um auf eine Monotherapie mit

Topamax umzustellen, sollten mögliche Auswirkungen auf die Anfallskontrolle beachtet werden.

Sofern ein sofortiges Absetzen der bis dahin gegebenen Antiepileptika nicht aus Sicherheitsgründen

angezeigt ist, ist eine graduelle Dosisreduktion um ca. 1/3 der Dosis alle 2 Wochen zu empfehlen

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Wenn enzyminduzierende Präparate weggelassen werden, steigen die Topiramat-Blutspiegel an. Eine

Dosisreduktion von Topamax kann, soweit klinisch indiziert, nötig sein.

Erwachsene

Die Titration sollte mit 25 mg abends für die Dauer einer Woche beginnen. In der Folge sollte die

Dosis in 1 oder 2 wöchigen Intervallen jeweils um 25 bis 50 mg/Tag, auf 2 Gaben verteilt, gesteigert

werden. Sollte der Patient die Dosissteigerung während der Titrationsphase nicht vertragen, kann

eine Dosiserhöhung in kleineren Schritten oder mit längeren Intervallen gewählt werden. Dosis und

Titrationsrate sollten sich am klinischen Effekt orientieren.

Für eine Monotherapie bei Erwachsenen ist die angestrebte empfohlene Dosierung 100 mg/Tag. Die

empfohlene maximale Tagesdosis beträgt 500 mg. Einige Patienten mit refraktären Epilepsieformen

haben Dosierungen von 1000 mg/Tag in Form einer Topiramat-Monotherapie vertragen.

Diese Dosierungsempfehlungen gelten für alle Erwachsenen einschliesslich älterer Patienten, sofern

sie nicht an einer Nierenerkrankung leiden (vgl. «Spezielle Patientengruppen»).

Kinder

Die Behandlung von Kindern im Alter von 7 Jahren und mehr sollte mit 0,5 bis 1 mg/kg abends in

der ersten Woche beginnen. Die Dosis sollte dann in 1- oder 2-wöchigen Intervallen um 0,5 bis 1

mg/kg/Tag (aufgeteilt auf 2 Einzelgaben) angehoben werden. Sollte das Kind die Dosissteigerung

während der Titrationsphase nicht vertragen, kann eine Dosiserhöhung in kleineren Schritten oder

mit längeren Intervallen gewählt werden. Dosis und Titrationsrate sollten sich nach dem klinischen

Effekt richten.

Abhängig vom klinischen Ansprechen liegt die empfohlene initiale Zieldosis für die Topiramat-

Monotherapie bei Kindern ≥7 Jahren im Bereich von 100 mg/Tag. Die empfohlene maximale

Tagesdosis beträgt 400 mg.

Kinder, bei denen innerhalb der letzten 3 Jahre partielle Anfallsformen festgestellt wurden, haben

Dosen bis zu 500 mg/Tag erhalten.

Der Behälter von Topamax ist mit einem kindersicheren Verschluss versehen und muss wie folgt

geöffnet werden: Drücken Sie den Plastikschraubverschluss nach unten während Sie ihn im

Gegenuhrzeigersinn drehen.

3. Migräne

Die Dosierung wird einschleichend titriert, beginnend mit 25 mg abends während der ersten Woche.

Anschliessend wird die Dosierung stufenweise um jeweils 25 mg erhöht; jede Dosierungsstufe wird

eine Woche lang beibehalten. Falls der Patient dieses Einschleichregime nicht verträgt, können die

Intervalle zwischen den einzelnen Dosiserhöhungen auch verlängert werden.

Die empfohlene Tagesdosis Topiramat zur Migräneprophylaxe beträgt 100 mg, aufgeteilt in zwei

Einzelverabreichungen. Unter Umständen kann bereits eine Tagesdosis von 50 mg für ein

zufriedenstellendes Behandlungsergebnis ausreichend sein. Die höchste bislang verabreichte

Tagesdosis lag bei 200 mg. Dosis und Geschwindigkeit der Dosissteigerung richten sich jeweils nach

dem klinischen Ergebnis.

Spezielle Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit mässiger oder schwerer Niereninsuffizienz (CLCR <70 ml/min) wird die Hälfte der

üblichen Anfangsdosis und der üblichen Erhaltungsdosis empfohlen (siehe «Pharmakokinetik»).

Wie bei allen Patienten sollte sich der Titrationsplan auch bei diesen Patienten nach den klinischen

Ergebnissen (d.h. Anfallsfrequenz, Vermeiden von unerwünschten Wirkungen) richten, wobei

berücksichtigt werden muss, dass Patienten mit bekannter Niereninsuffizienz bei jeder Dosis länger

brauchen, um den Steady-State zu erreichen.

Es ist sehr wichtig, während der Therapie mit Topamax, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu

achten. Hydrierung kann das Risiko für Nephrolithiasis reduzieren (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Da Topamax bei der Hämodialyse aus dem Blut eliminiert wird, sollte diesen Patienten am Tag der

Hämodialyse eine zusätzliche Dosis Topamax in der Grössenordnung von ungefähr einer halben

Tagesdosis verabreicht werden, und zwar in zwei Gaben jeweils bei Beginn und nach Ende der

Hämodialyse. Die Zusatzdosis kann je nach Eigenschaften der verwendeten Dialysegeräte variieren

(siehe «Pharmakokinetik»).

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen ist Topamax mit Vorsicht anzuwenden, da in diesen

Fällen die Plasmaclearance vermindert sein kann (siehe «Pharmakokinetik»).

Ältere Patienten

Es ist keine Dosisanpassung bei älteren Patienten erforderlich, vorausgesetzt, dass die

Nierenfunktion intakt ist (siehe «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit auf einen Inhaltsstoff.

Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Frauen im gebärfähigen Alter, die keine sichere Verhütungsmethode anwenden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Antiepileptika, einschliesslich Topamax, sollten stufenweise abgesetzt werden, um das Risiko für das

Auftreten von Anfällen und den Anstieg der Anfallsfrequenz zu vermeiden. In klinischen Studien

wurde die tägliche Dosis bei Erwachsenen mit Epilepsie in wöchentlichen Intervallen jeweils um 50-

100 mg/Tag reduziert. Die Reduktion betrug 25-50 mg bei Erwachsenen, welche Topamax in Dosen

bis zu 100 mg/Tag zur Migräneprophylaxe erhielten. In klinischen Studien mit Kindern wurde

Topamax schrittweise über einen Zeitraum von 2-8 Wochen abgesetzt. Ist aus medizinischen

Gründen ein schnelles Absetzen von Topamax notwendig, wird eine angemessene Überwachung

empfohlen.

Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist sehr wichtig. Die

Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis reduzieren (siehe unten). Eine angemessene

Flüssigkeitszufuhr vor und während Aktivitäten wie z.B. körperlichen Aktivitäten oder

Wärmeexposition kann das Risiko von hitzebezogenen Nebenwirkungen reduzieren (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»). Hierauf ist insbesondere auch bei pädiatrischen Patienten zu achten.

Nephrolithiasis

Bei manchen Patienten, vor allem bei solchen mit einer Prädisposition zu Nephrolithiasis, besteht ein

erhöhtes Risiko der Entstehung von Nierensteinen und des Auftretens damit verbundener Symptome

wie Nierenkolik, Nieren- und Lendenschmerzen.

Risikofaktoren für Nephrolithiasis sind eine vorangegangene Nierensteinbildung, bekannte Fälle von

Nierensteinen in der Familie und Hyperkalzurie. Keiner dieser Risikofaktoren erlaubt aber eine

zuverlässige Prognose darüber, ob während der Behandlung mit Topiramat auch tatsächlich

Nierensteine entstehen. Bei Patienten, die noch andere mit Nephrolithiasis in Zusammenhang zu

bringende Arzneimittel einnehmen, kann das Risiko noch grösser sein (siehe «Interaktionen - andere

Formen von Interaktionen»).

Akute Myopie und sekundäres Winkelblockglaukom

Bei Patienten, die mit Topamax behandelt wurden, beobachtete man das Syndrom einer akuten

Myopie verbunden mit einem sekundären Winkelblockglaukom. Es zeigten sich Symptome wie

plötzliche Verschlechterung der Sehschärfe und/oder Augenschmerzen. Ophthalmologische Befunde

können Myopie, Abflachung der Vorderkammer, Hyperämie am Auge (Rötung) und erhöhten

intraokulären Druck zeigen. Mydriasis kann dabei vorkommen, muss aber nicht. Das Syndrom kann

assoziiert sein mit einer Schwellung des Ziliarkörpers, wodurch Linse und Iris nach vorne

verschoben werden und ein sekundäres Winkelblockglaukom resultiert. Diese Symptome entwickeln

sich typischerweise innerhalb eines Monates nach Beginn der Topamax-Therapie. Im Gegensatz zum

primären Engwinkelglaukom, das selten im Alter unter 40 Jahren auftritt, wurde das mit Topamax

assoziierte sekundäre Winkelblockglaukom bei Kindern und Erwachsenen beobachtet. In den

meisten Fällen ist ein reversibler Verlauf dokumentiert. Die Behandlung beinhaltet das Absetzen von

Topamax, so schnell wie es gemäss der Beurteilung des Arztes möglich ist, und angemessene

Massnahmen, um den intraokulären Druck zu verringern. Durch diese Massnahmen lässt sich der

intraokuläre Druck im Allgemeinen vermindern.

Gesichtsfeldausfälle

Bei Patienten, die Topiramat erhielten, wurden unabhängig vom erhöhten Augeninnendruck

Gesichtsfeldausfälle berichtet. In klinischen Studien erwiesen sich die meisten dieser Ereignisse nach

Absetzen von Topiramat als reversibel. Falls während der Behandlung mit Topiramat Sehstörungen

auftreten, soll ein Absetzen des Arzneimittels in Betracht gezogen werden.

Metabolische Azidose

Unter der Behandlung mit Topiramat wurde eine hyperchlorämische metabolische Azidose mit

normaler Anionenlücke (d.h. Absinken des Serum-Bicarbonatspiegels auf Werte unterhalb des

Normbereichs ohne Vorliegen einer respiratorischen Alkalose) beobachtet. Dieser Abfall des Serum-

Bicarbonatspiegels wird durch die hemmende Wirkung von Topiramat auf die renale

Carboanhydrase hervorgerufen. Im Allgemeinen tritt der Abfall des Bicarbonatspiegels zu Beginn

einer Topamax-Therapie ein; ein Auftreten ist jedoch zu jedem Behandlungszeitpunkt möglich. Der

Abfall des Bicarbonatspiegels ist in der Regel gering bis moderat mit einem durchschnittlichen

Absinken der Werte um 4 mmol/l bei Tagesdosen von 100 mg oder darüber bei Erwachsenen bzw.

ca. 6 mg/kg bei Kindern. Ein Abfallen der Werte unter 10 mmol/l wurde selten beobachtet.

Beschwerden oder Therapien, die die Ausbildung einer Azidose begünstigen (z.B.

Nierenerkrankungen, schwere Erkrankungen des respiratorischen Systems, Status epilepticus,

Diarrhö, chirurgische Eingriffe, ketogene Diät oder bestimmte Arzneimittel) können die Bicarbonat-

senkende Wirkung von Topiramat verstärken.

Symptome einer akuten oder chronischen, metabolischen Azidose können Hyperventilation,

unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Anorexie, oder solche mit ernsteren Folgen wie

Herzrhythmusstörungen oder Stupor umfassen. Chronische, unbehandelte metabolische Azidose

kann das Risiko für Nephrolithiasis oder Nephrokalzinose erhöhen und kann zu Osteomalazie oder

Osteoporose mit einem erhöhten Risiko von Frakturen führen.

Chronische metabolische Azidose bei pädiatrischen Patienten kann das Wachstum verringern. Die

Auswirkungen von Topiramat auf Wachstum und Knochen sind bei Kindern und Erwachsenen nicht

systematisch untersucht worden.

Die gleichzeitige Anwendung von Topamax mit anderen Carboanhydrase-Hemmern wie

Acetazolamid und Sultiam kann das Risiko einer Nierenstein-Bildung erhöhen und sollte daher

vermieden werden.

Je nach vorbestehenden Beschwerden ist bei einer Therapie mit Topiramat eine angemessene

Untersuchung, einschliesslich der Messung der Serum-Bicarbonatspiegel, empfohlen. Wenn sich

eine metabolische Azidose entwickelt und fortbesteht, sollte eine Verringerung der Dosis oder die

Beendigung der Behandlung mit Topiramat in Betracht gezogen werden (Dosis ausschleichen).

Falls die Topiramatbehandlung trotz des Vorliegens einer persistierenden Azidose weitergeführt

werden soll, ist eine alkalisierende Therapie in Betracht zu ziehen.

Hyperammonämie und Enzephalopathie

Über Hyperammonämie mit oder ohne Enzephalopathie wurde im Zusammenhang mit einer

Topiramatbehandlung berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Das Risiko für

Hyperammonämie unter Topiramat scheint dosisabhängig zu sein. Über Hyperammonämie wurde

häufiger berichtet, wenn Topiramat gleichzeitig mit Valproinsäure angewendet wurde (siehe

«Interaktionen»).

Die klinischen Symptome einer hyperammonämischen Enzephalopathie beinhalten häufig akute

Veränderungen des Bewusstseinsgrads und/oder kognitiver Funktion zusammen mit Lethargie. In

den meisten Fällen klang die hyperammonämische Enzephalopathie nach Absetzen der Behandlung

wieder ab. Bei Patienten, die im Zusammenhang mit der Topiramat-Monotherapie oder

-Zusatztherapie unerklärliche Lethargie oder Veränderungen im mentalen Status entwickeln, wird

empfohlen, eine hyperammonämische Enzephalopathie in Betracht zu ziehen und den Ammonium-

Spiegel zu bestimmen.

Oligohidrosis (eingeschränkte Schweissbildung) und Hyperthermie

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Topiramat wurde über Oligohidrosis und Anhidrosis

berichtet. Vermindertes Schwitzen und Hyperthermie können insbesondere bei kleinen Kindern

auftreten, die hohen Umgebungstemperaturen ausgesetzt sind.

Vorsicht ist geboten, wenn Topiramat mit Arzneimitteln kombiniert wird, welche die Regulation der

Körpertemperatur über die Schweissbildung beeinflussen können, wie z.B. Carboanhydrase-Hemmer

oder Anticholinergika.

Kalorische Ergänzung

Während der Therapie sollten Patienten auf Gewichtsverlust kontrolliert werden, und bei Patienten

mit Gewichtsverlust diätetische Massnahmen oder gesteigerte Nahrungsaufnahme in Betracht

gezogen werden.

Stimmungsstörungen/Depression

In Placebo-kontrollierten Studien war die Inzidenz an Stimmungsstörungen und Depressionen unter

Topamax mit 11% (793/7161) höher als unter Placebo mit 6% (170/2661). Daher ist Vorsicht

besonders bei Anwendung von Topamax bei Patienten mit vorbestehender depressiver Verstimmung

geboten.

Suizid/Suizidgedanken

Antiepileptika einschliesslich Topamax erhöhen bei Patienten, die diese Arzneimittel in

verschiedenen Indikationen einnehmen, das Risiko für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten.

Eine Metaanalyse randomisierter Placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte ein

erhöhtes Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten (0,43% unter Antiepileptika versus

0,24% unter Placebo). Der Mechanismus für die Auslösung dieser unerwünschten Wirkung ist nicht

bekannt.

In doppelblinden klinischen Studien traten bei mit Topamax behandelten Patienten suizidbezogene

Ereignisse (Suizidgedanken, Suizidversuche und Suizid) mit einer Häufigkeit von 0,5% (46 von

8'652 behandelten Patienten) im Vergleich zu 0,2% bei mit Placebo behandelten Patienten (8 von

4'045 behandelten Patienten) auf. Ein vollzogener Suizid eines Patienten unter Topiramat wurde in

einer doppelblinden Studie zu bipolaren Störungen gemeldet.

Patienten sollten deshalb auf Anzeichen für Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Auftreten oder

Verschlechterung einer Depression sowie ungewöhnliche Stimmungsschwankungen überwacht

werden, und eine entsprechende Behandlung sollte erwogen werden. Patienten (und deren

Betreuungspersonen) sollten angewiesen werden, bei Auftreten von Anzeichen für Suizidgedanken

oder suizidales Verhalten unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter

·Topiramat ist bei Frauen kontraindiziert, die keine sichere Verhütungsmethode anwenden.

·Topamax kann bei der Anwendung bei Schwangeren Schäden beim ungeborenen Kind verursachen.

·Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antiepileptika, einschliesslich Topiramat, besteht ein

erhöhtes Risiko für vorzeitige Wehen und Frühgeburt.

·Topamax sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen

das potentielle Risiko für den Fötus rechtfertigt.

·Vor dem Beginn einer Behandlung mit Topiramat müssen Frauen darüber informiert werden, dass

ein erhöhtes Risiko für kongenitale Fehlbildungen (z.B. kraniofaziale Defekte, Hypospadie,

Anomalien, die verschiedene Körpersysteme einschliessen) und insbesondere für Lippen-Kiefer-

Gaumenspalten besteht, wenn während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt.

·Der Arzt muss vor der Verschreibung von Topiramat eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse

vornehmen, mögliche Alternativbehandlungen in Erwägung ziehen und mit der Patientin besprechen.

·Während einer Behandlung mit Topiramat muss eine zuverlässige Kontrazeption angewendet

werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Wirksamkeit von kombinierten,

östrogenhaltigen Kontrazeptiva aufgrund pharmakokinetischer Interaktionen mit Topiramat

vermindert sein kann (Induktion von CYP3A4).

·Falls eine Frau während der Therapie mit Topiramat schwanger werden möchte, muss sie dies sofort

ihrem Arzt mitteilen, um Behandlungsalternativen zu erheben und die Umstellung zu veranlassen.

Die Behandlung soll nur in Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden.

Für weitere Details siehe «Schwangerschaft/Stillzeit».

Interaktionen

Auswirkungen von Topamax auf andere Antiepileptika

Wird Topamax zusätzlich zu den Antiepileptika Carbamazepin, Valproinsäure, Phenobarbital,

Primidon verabreicht, hat dies keine Auswirkung auf deren Steady-State-Plasmakonzentrationen: Bei

einigen Patienten, die mit Phenytoin behandelt werden, kann die zusätzliche Gabe von Topamax

allerdings zu einer Erhöhung (um 25%) des Phenytoin-Plasmaspiegels führen, bei anderen blieben

die Phenytoin-Plasmaspiegel jedoch unverändert. Dies ist wahrscheinlich auf die Hemmung des

polymorphen Cytochroms P 450 CYP2C meph zurückzuführen. Demzufolge ist der Phenytoin-

Spiegel von Patienten unter Phenytoin, bei denen klinische Zeichen oder Symptome von Toxizität

auftreten, zu überwachen.

Es wurde eine pharmakokinetische Interaktionsstudie mit Topiramat und Lamotrigin bei Patienten

mit Epilepsie durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die zusätzliche Topiramatgabe von 100 bis 400

mg/Tag während einer Therapie mit Lamotrigin (Duchschnittsdosis 327 mg/Tag) eine leichte

Abnahme der Exposition von Lamotrigin zur Folge hat.

Die stärkste Reduktion der systemischen Exposition von ca. 10% wurde bei einer Dosis von 400

mg/Tag beobachtet. Zusätzlich waren während der Behandlung mit Lamotrigin die Steady-state

Plasmakonzentrationen von Topiramat um 15% tiefer. Die klinische Bedeutung dieser Änderungen

ist nicht bekannt.

Auswirkungen anderer Antiepileptika auf Topamax

Phenytoin und Carbamazepin senken die Plasmakonzentration von Topiramat. Werden Phenytoin

oder Carbamazepin während einer Behandlung mit Topamax hinzugefügt oder abgesetzt, muss unter

Umständen die Topiramat-Dosis entsprechend angepasst werden. Dabei sollte sich die Titration nach

den klinischen Wirkungen richten.

Wird Valproinsäure während einer Behandlung mit Topamax hinzugefügt oder abgesetzt, hat dies

keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf die Plasmakonzentrationen von Topiramat zur Folge;

eine Anpassung der Topiramat-Dosis erübrigt sich deshalb.

Die Ergebnisse dieser Interaktionen sind in der folgenden Tabelle 1 zusammengefasst:

Tabelle 1: Wechselwirkungen mit Antiepileptika

Gleichzeitig verabreichtes

Antiepileptikum

Konzentration des Antiepileptikums

Konzentration von

Topiramat

Phenytoin

<-> oder 25% Anstiega

48% Abnahme

Carbamazepin (CBZ)

<->

40% Abnahme

Carbamazepin-Epoxidb

<->

Valproinsäure

11% Abnahme

14% Abnahme

Phenobarbital

<->

Primidon

<->

Lamotrigin

<-> bei Topiramat-Dosen bis zu 400

mg/Tag

15% Abnahme

a Bei einigen Patienten nahm die Plasmakonzentration um 25% zu (im Allgemeinen bei Patienten,

die Phenytoin 2× täglich einnahmen).

b Aktiver Metabolit von CBZ, der aber nicht verabreicht wird.

<-> Änderung der Plasmakonzentration unter 10%.

NU Nicht untersucht.

Andere Arzneimittelinteraktionen

Digoxin: In einer Studie mit Einzeldosen nahm die Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve

(AUC) für Serumdigoxin bei gleichzeitiger Behandlung mit Topamax um 13% ab. Die klinische

Relevanz dieser Feststellung ist noch nicht geklärt. Wird bei einer Behandlung mit Digoxin Topamax

hinzugefügt oder abgesetzt, ist der Serum-Digoxinspiegel sorgfältig zu überwachen.

Orale Kontrazeptiva: Im Rahmen einer Studie an gesunden Probandinnen zu den

pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit einem oralen Kombinationskontrazeptivum, das 1 mg

Norethindron (NET) und 35 µg Ethinylestradiol (EE) enthielt, führte die Verabreichung von

Topamax als Monotherapie in Dosen zwischen 50 und 200 mg/Tag zu kleineren, statistisch nicht

signifikanten Änderungen der mittleren Exposition (AUC) bei beiden Komponenten. In einer

weiteren Studie wurde bei Patientinnen, die Topamax in Dosen von 200, 400 und 800 mg/Tag als

Zusatztherapie zu Valproinsäure erhielten, eine statistisch signifikante Reduktion der EE-Exposition

von 18%, 21% bzw. 30% festgestellt. In beiden Studien wurde unter Topamax (50-800 mg täglich)

keine signifikante Beeinflussung der NET-Exposition beobachtet. Während es bei

Epilepsiepatientinnen bei Dosen zwischen 200 und 800 mg täglich zwar zu einer dosisabhängigen

Reduktion der EE-Exposition kam, konnten dagegen bei Dosen zwischen 50 und 200 mg täglich (bei

gesunden Probanden) keine signifikanten, dosisabhängigen Veränderungen der EE-Exposition

festgestellt werden. Bislang ist die klinische Relevanz der beobachteten Veränderungen unbekannt.

Patientinnen, die neben Topamax gleichzeitig orale Kombinationskontrazeptiva einnehmen, müssen

mit einer möglichen Verminderung der kontrazeptiven Wirksamkeit sowie mit verstärkten

Durchbruchblutungen rechnen. Patientinnen, die östrogenhaltige Kontrazeptiva einnehmen, sind zur

Mitteilung jedweder Veränderung ihres Blutungsmusters anzuhalten. Auch ohne

Durchbruchblutungen kann die kontrazeptive Wirksamkeit vermindert sein.

Lithium: Bei gesunden Probanden wurde bei der gleichzeitigen Gabe von Lithium und 200 mg

Topiramat pro Tag eine Abnahme der systemischen Verfügbarkeit von Lithium beobachtet (18% der

AUC). Bei Patienten mit bipolaren Störungen blieb die Pharmakokinetik von Lithium während der

Behandlung mit Topiramat bei Dosen von 200 mg/Tag unverändert. Bei Topiramat-Dosen bis 600

mg/Tag wurde jedoch eine Erhöhung der systemischen Verfügbarkeit beobachtet (26% der AUC).

Die Lithiumspiegel sollten bei gleichzeitiger Gabe von Topiramat überwacht werden.

Risperidon: Interaktionsstudien mit gesunden Probanden und Patienten mit bipolaren Störungen

ergaben bei Ein- und Mehrfachdosierungen vergleichbare Resultate. Bei der gleichzeitigen Gabe von

Risperidon und Topiramat (in steigender Dosierung von 100, 250 und 400 mg/Tag) nahm die

systemische Verfügbarkeit von Risperidon (bei Dosen von 1 bis 6 mg/Tag) ab (Abnahme der Steady-

state AUC um 16% bzw. 33% bei Dosen von 250 bzw. 400 mg/Tag). Bei der Pharmakokinetik der

aktiven antipsychotischen Fraktion (Risperidon und 9-Hydroxy-Risperidon) wurden minimale

Änderungen beobachtet, bei der Pharmakokinetik von 9-Hydroxy-Risperidon keine. Daher ist davon

auszugehen, dass sich bei gleichzeitiger Gabe von Risperidon und Topiramat keine klinisch

signifikanten Änderungen der systemischen Verfügbarkeit der gesamten aktiven Fraktion von

Risperidon oder von Topiramat ergeben. Diese Interaktion ist somit wahrscheinlich nicht von

klinischer Bedeutung.

Hydrochlorothiazid (HCTZ): In einer Interaktionsstudie mit gesunden Freiwilligen wurde die

Steady-state Pharmakokinetik von HCTZ (25 mg/24 h) und Topiramat (96 mg/12 h) bei einzelner

und gleichzeitiger Gabe ermittelt. Die Resultate dieser Studie zeigten, dass die Cmax von Topiramat

um 27% und die AUC um 29% erhöht wurden, wenn HCTZ zusätzlich zu Topiramat gegeben wurde.

Die klinische Bedeutung dieser Änderung ist nicht bekannt. Die zusätzliche Gabe von HCTZ

während einer Therapie mit Topamax kann eine Anpassung der Topiramat Dosis erforderlich

machen. Die Steady-state Pharmakokinetik von HCTZ wurde nicht signifikant durch die

gleichzeitige Gabe von Topiramat beeinflusst. Klinische Laboruntersuchungen zeigten eine

Abnahme des Serumkaliums nach Gabe von Topiramat oder HCTZ. Diese war grösser, wenn HCTZ

und Topiramat in Kombination gegeben wurden.

Metformin: In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Steady-state-

Pharmakokinetik von Metformin und Topiramat im Plasma untersucht; es wurde Metformin alleine

und in Kombination mit Topiramat verabreicht. Die Resultate der Studie zeigten, dass bei

gleichzeitiger Gabe von Metformin und Topiramat die durchschnittliche Cmax und die

durchschnittliche AUC0-12 h von Metformin um 18% bzw. 25% zunahmen. Die durchschnittliche

CL/F nahm währenddessen um 20% ab.

Topiramat beeinflusste die tmax von Metformin nicht. Die klinische Signifikanz des Effekts von

Topiramat auf die Pharmakokinetik von Metformin ist unklar. Die orale Plasmaclearance von

Topiramat scheint vermindert zu sein, wenn es gleichzeitig mit Metformin verabreicht wird. Das

Ausmass der Änderung der Clearance ist nicht bekannt. Die klinische Signifikanz des Effekts von

Metformin auf die Topiramat-Pharmakokinetik ist unklar. Wird bei Patienten unter Metformin-

Therapie Topamax neu gegeben oder abgesetzt, muss die routinemässige Überwachung mit grosser

Sorgfalt durchgeführt werden, um eine adäquate Kontrolle des Diabetes-Status zu gewährleisten.

Pioglitazon: In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Steady-state-

Pharmakokinetik von Topiramat und Pioglitazon bei einzelner und kombinierter Gabe untersucht.

Die zusätzliche Gabe von 192 mg Topiramat pro Tag während einer Therapie mit Pioglitazon hat

eine Reduktion der Exposition von Pioglitazon und seiner Metaboliten zur Folge, die bei Pioglitazon

(Reduktion um 15%) und dem aktiven Hydroxymetaboliten wenig, bei dem aktiven Keto-

Metaboliten (Reduktion um 60%) aber deutlich nachweisbar war. Pioglitazon verminderte gering die

Spiegel von Topiramat.

Wird Topamax während einer Behandlung mit Pioglitazon hinzugefügt oder wird Pioglitazon

während einer Therapie mit Topamax neu gegeben, muss, um eine adäquate Kontrolle des Diabetes-

Status zu gewährleisten, die routinemässige Überwachung mit grosser Sorgfalt durchgeführt werden.

Die klinische Signifikanz dieser Befunde ist nicht bekannt.

Andere Formen von Interaktionen:

Arzneimittel, die zu einer Nephrolithiasis prädisponieren: Wird Topamax gleichzeitig mit anderen

Arzneimitteln verabreicht, die eine Nephrolithiasis prädisponieren, kann es dieses Risiko erhöhen.

Während einer Behandlung mit Topamax sollten also keine solchen Arzneimittel verordnet werden,

da sie ein physiologisches Umfeld schaffen können, welches die Gefahr einer Bildung von

Nierensteinen erhöht.

Die gleichzeitige Verabreichung von Topamax und Alkohol oder anderen sedativ wirkenden

Substanzen wurden in klinischen Studien nicht geprüft; es ist trotzdem ratsam, dass Patienten

während der Behandlung mit Topamax auf die Einnahme von Alkohol verzichten, da Antiepileptika

im Allgemeinen die Alkohol-Wirkung verstärken.

Valproinsäure: Die gleichzeitige Gabe von Topiramat und Valproinsäure wurde mit

Hyperammonämie mit und ohne Enzephalopathie in Verbindung gebracht. Dies wurde bei Patienten

beobachtet, die zuvor die alleinige Gabe von Topiramat oder Valproinsäure gut vertrugen. In den

meisten Fällen verschwanden die Symptome nach Absetzen eines der Präparate wieder (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»). Diese unerwünschte

Wirkung beruht nicht auf einer pharmakokinetischen Interaktion.

Im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Anwendung von Topiramat und Valproinsäure wurde über

Hypothermie (definiert als unbeabsichtigtes Absinken der Körperkerntemperatur auf <35 °C) sowohl

in Verbindung mit Hyperammonämie als auch in deren Abwesenheit berichtet. Dieses unerwünschte

Ereignis kann nach Beginn der Behandlung oder nach Erhöhung der Tagesdosis von Topiramat

auftreten.

Die Behandlung mit Topiramat oder Valproinsäure sollte gegebenenfalls sistiert werden bei

Patienten, welche eine Hypothermie entwickeln, die durch eine Vielzahl von klinischen

Abnormalitäten einschliesslich Lethargie, Verwirrung, Koma und wesentliche Änderungen in

anderen wichtigen Organsysteme wie Herz-Kreislauf und Atmungssystem manifestiert werden

können. Die klinische Beurteilung und Behandlung in diesem Zusammenhang sollte die

Untersuchung des Ammonium-Spiegels im Blut beinhalten.

Vitamin-K-Antagonisten

Nach gleichzeitiger Gabe von Topiramat und Vitamin-K-Antagonisten wurden verminderte

Prothrombinzeit/International Normalized Ratio (PT/INR)-Werte berichtet. Bei gleichzeitiger

Behandlung mit Topiramat und Vitamin-K-Antagonisten muss die INR engmaschig überwacht

werden.

Amitriptylin: In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Steady-state

Pharmakokinetik von Amitriptylin bei einzelner und kombinierter Gabe mit Topiramat untersucht.

Die gleichzeitige Gabe von Topiramat und Amitriptylin führte zu einer Zunahme der Exposition des

Metaboliten Nortriptylin um 20%. Die Steady-state Pharmakokinetik von Amitritiptylin wurde durch

die gleichzeitige Gabe von Topiramat nicht beeinflusst. Die klinische Signifikanz dieser Ergebnisse

ist nicht bekannt.

Dehydroergotamin (subkutan): In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die

Pharmakokinetik von Topiramat und Dehydroergotamin (1 mg subkutan) bei alleiniger und

kombinierter Gabe untersucht. Es fand sich keine relevante wechselseitige Beeinflussung der

Pharmakokinetik von Topiramat und Dehydroergotamin subkutan.

Haloperidol: In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von

Haloperidol bei alleiniger und kombinierter Gabe mit Topiramat untersucht. Die zusätzliche Gabe

von Topiramat während einer Therapie mit Haloperidol hatte eine Zunahme der Exposition des

reduzierten Metaboliten zur Folge (Anstieg der AUC um durchschnittlich 31%), während die

Exposition von Haloperidol unbeeinflusst blieb. Die klinische Relevanz dieser Änderung ist nicht

bekannt.

Propranolol: In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von

Propranolol und Topiramat bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Die Steady-state

Pharmakokinetik von Propranolol wurde durch die Behandlung mit Topiramat nicht beeinflusst. Es

wurde eine leichte Zunahme der systemischen Exposition des 4-Hydroxypropranolols (Zunahme von

Cmax um 17%) unter der Behandlung mit Topiramat 50 mg/12 h beobachtet. Die systemische

Exposition von 4-Hydroxypropranolol war jedoch während der Behandlung mit Topiramat 100

mg/12 h gleich wie bei der Gabe von Propranolol alleine. Die systemische Exposition von Topiramat

im Steady-state wurde durch die Behandlung mit Propranolol 40 mg/12 h und Propranolol 80 mg/12

h wie folgt beeinflusst: Zunahme der cmax um 9% bzw. 16% und der AUC um 9% bzw. 17%. Die

klinische Relevanz der Änderungen ist nicht bekannt.

Sumatriptan (subkutan und oral): In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die

Pharmakokinetik von Sumatriptan (subkutan und oral) bei alleiniger und kombinierter Gabe mit

Topiramat untersucht. Die Pharmakokinetik von Sumatripan als einzelne orale Filmtablette oder als

einmalige subkutane Injektion wurde durch Topiramat klinisch nicht relevant beeinflusst.

Pizotifen: In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von

Pizotifen und Topiramat bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Während der Behandlung

mit Topiramat war die systemische Exposition (AUC) von Pizotifen leicht erhöht (um 15%).

Während der Behandlung mit Pizotifen war die systemische Exposition (AUC) von Topiramat um

15% vermindert. Diese Änderungen werden als klinisch nicht relevant angesehen.

Diltiazem: In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von

Diltiazem und Topiramat bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Die AUC von Diltiazem

wurde durch die Behandlung mit Topiramat um 25% vermindert, diejenige von Desacetyldiltiazem

um 18%. Die Cmax und AUC von N-Demethyldiltiazem blieben unbeeinflusst.

Venlafaxin: In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von

Venlafaxin und Topiramat bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Die Cmax und AUC von

Venlafaxin und Topiramat wurden nicht beeinflusst.

Flunarizin: In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden und Migränepatienten wurde die

Pharmakokinetik von Flunarizin und Topiramat bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Bei

Topiramat-Dosen von 100 mg/Tag wurde ein Anstieg der AUC von Flunarizin um 16% beobachtet.

Die AUC von Flunarizin nahm auch bei alleiniger Gabe um 14% zu. Die Steigerung der

Verfügbarkeit beruht möglicherweise auf einer Akkumulation während der Erreichung des Steady-

State. Die systemische Verfügbarkeit (AUC) von Topiramat wurde durch die gleichzeitige Einnahme

von Flunarizin nicht beeinflusst.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien zeigten in allen untersuchten Spezies Missbildungen (siehe «Präklinische

Daten»). Beim Menschen passiert Topiramat die Plazenta. Im Nabelschnurblut und im mütterlichen

Blut wurde über ähnliche Konzentrationen berichtet.

Es liegen keine hinreichenden und gut kontrollierten Studien mit Topamax bei Schwangeren vor.

Daten aus Schwangerschaftsregistern deuten darauf hin, dass Topiramat sowohl als Monotherapie als

auch als Bestandteil eines Polytherapieregimes das Risiko von kongenitalen Fehlbildungen (z.B.

kraniofaziale Defekte, Hypospadie und Anomalien, die verschiedene Körpersysteme betreffen) und

insbesondere das Risiko für die Entstehung einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bei Neugeborenen

erhöht. Das Risiko wurde bei allen Dosen beobachtet und als dosisabhängig beschrieben. Bei Frauen

unter Behandlung mit Topiramat, die bereits ein Kind mit kongenitaler Fehlbildung zur Welt

gebracht haben, scheint bei Exposition gegenüber Topiramat bei weiteren Schwangerschaften ein

erhöhtes Risiko für Fehlbildungen zu bestehen.

Auch besteht ein erhöhtes Risiko für vorzeitige Wehen und Frühgeburt im Zusammenhang mit der

Anwendung von Antiepileptika einschliesslich Topiramat.

Darüber hinaus deuten Daten aus anderen Studien darauf hin, dass mit der Anwendung von

Antiepileptika in Kombinationstherapien, im Vergleich zur Monotherapie, ein erhöhtes Risiko für

teratogene Wirkungen verbunden ist.

Im Vergleich zu einer Referenzgruppe ohne Einnahme von Antiepileptika, zeigten die registrierten

Daten für die Monotherapie mit Topamax eine erhöhte Prävalenz für ein niedriges Geburtsgewicht

(<2500 Gramm). In einem Schwangerschaftsregister wurde bei einer in utero der Topiramat-

Monotherapie ausgesetzten Gruppe von Säuglingen, über eine erhöhte Häufigkeit von für ihr

Gestationsalter kleinen Kindern berichtet (SGA; Small for Gestational Age; definiert als

Geburtsgewicht jenes unter der 10. Perzentile nach Berichtigung um das Gestationsalter und die

Stratifizierung nach dem Geschlecht). SGA wurde bei allen Dosen beobachtet und ist dosisabhängig.

Die Prävalenz von SGA ist bei Frauen, die während der Schwangerschaft höhere Topiramatdosen

erhalten haben, erhöht. Darüber hinaus ist die Prävalenz von SGA bei Frauen, welche die

Anwendung von Topiramat während der späteren Schwangerschaft fortgesetzt haben, höher als bei

Frauen, welche die Anwendung vor dem dritten Trimenon beendeten. Die Langzeitauswirkungen der

SGA-Befunde konnten nicht bestimmt werden. Ein Kausalzusammenhang zwischen niedrigem

Geburtsgewicht und SGA konnte nicht belegt werden.

Aus diesen Gründen ist Topamax während der Schwangerschaft generell kontraindiziert, und

Patientinnen im gebärfähigen Alter sind entsprechend zu informieren und z.B. darauf hinzuweisen,

eine adäquate Verhütungsmethode anzuwenden (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Sollte es dennoch zu einer Schwangerschaft kommen, sind folgende Massnahmen zu beachten:

Indikation Epilepsie:

Frauen, die an Epilepsie leiden und während der Behandlung mit Topiramat schwanger werden,

müssen dies sofort ihrem Arzt mitteilen. Die Patientin ist über die Gefährdung von Mutter und Kind

durch epileptische Anfälle in der Schwangerschaft und die mögliche Schädigung des Fötus durch das

Arzneimittel zu informieren. Das Risiko für Lippen-Kiefer- und Gaumenspalten für Feten, deren

Müttern mit Topiramat behandelt werden, sollte sorgfältig gegen den Nutzen der

Arzneimitteltherapie für die Mutter abgewogen werden (alternative Therapiemöglichkeiten, Gefahr

von Krampfanfällen).

Die weitere Behandlung ist mit dem Neurologen abzusprechen.

Indikation Migräneprophylaxe:

Falls Topiramat zur Migräneprophylaxe verschrieben wurde, muss das Arzneimittel rasch, aber

schrittweise unter Aufsicht eines Neurologen abgesetzt werden.

Alternative Behandlungen sind in diesem Fall zu berücksichtigen.

Kontrollen während der Schwangerschaft mit sorgfältiger Ultraschalluntersuchung in einem

spezialisierten Zentrum werden empfohlen. Eine zusätzliche Einnahme von Folsäure ist am Anfang

einer Schwangerschaft immer indiziert, insbesondere bei Behandlung mit einem Enzym-Induktor wie

Topiramat.

Stillzeit

Topiramat wird in der Milch säugender Ratten ausgeschieden. Es liegen keine kontrollierten

klinischen Studien vor, die untersuchten, ob Topamax in die menschliche Muttermilch übertritt.

Allerdings weisen Beobachtungen bei einer limitierten Patientenzahl auf eine extensive Exkretion

von Topiramat in die Muttermilch hin. Bei gestillten Säuglingen, deren Mütter mit Topiramat

behandelt wurden, wurde über Diarrhöe und Somnolenz berichtet.

Es sollte eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen oder vielmehr die Anwendung

des Arzneimittels beendet wird, wobei der Nutzen des Stillens für das Kind gegen den Nutzen des

Arzneimittels für die Mutter abzuwägen ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wie alle Antiepileptika wirkt auch Topamax auf das Zentralnervensystem und kann Schläfrigkeit,

Schwindel oder andere ähnliche Symptome hervorrufen. Es kann auch Sehstörungen und/oder

verschwommenes Sehen hervorrufen. Diese unerwünschten Wirkungen könnten möglicherweise

gefährlich werden, wenn Patienten ein Fahrzeug lenken oder eine Maschine bedienen müssen.

Unerwünschte Wirkungen

Daten aus klinischen Studien

Die Sicherheit von Topamax wurde anhand von Daten klinischer Studien untersucht. Diese

umfassten 4111 Patienten (3182 unter Topamax und 929 unter Placebo) aus 20 Doppelblindstudien

und 2847 Patienten aus 34 Open-Label-Studien, die auf Grund primärer generalisierter tonisch-

klonischer Anfälle, partieller Anfälle, Anfälle im Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-

Syndrom, neu oder kürzlich diagnostizierter Epilepsie oder Migräne behandelt wurden. Den

Informationen in diesem Abschnitt liegen gepoolte Daten zugrunde.

Die meisten unerwünschten Arzneimittelwirkungen waren von leichtem bis mässigem Schweregrad

und waren dosisabhängig.

Die dosisabhängigen Nebenwirkungen begannen üblicherweise in der Titrationsphase und blieben

häufig bis in die Erhaltungsphase bestehen. Eine schnelle Titration und höhere Initialdosen waren

mit höheren Inzidenzen von unerwünschten Wirkungen assoziiert, welche auch zum Absetzen

führten.

Im Zusammenhang mit Topamax wurden in klinischen Studien folgende unerwünschte Wirkungen

beobachtet:

Da Topamax meist gleichzeitig mit anderen Antiepileptika angewendet wurde, besteht bezüglich der

unerwünschten Wirkungen nicht notwendigerweise ein Kausalzusammenhang mit der Gabe von

Topamax.

Epilepsie Zusatztherapie

Daten aus placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie – Erwachsene

In Tabelle 2 sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in

placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie von ≥1% der mit

Topamax behandelten erwachsenen Patienten angegeben wurden. Zu den unerwünschten

Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei

Epilepsie im empfohlenen Dosisbereich 200-400 mg von >5% der erwachsenen Patienten angegeben

wurden, gehörten (in absteigender Häufigkeit) Schläfrigkeit, Benommenheit,

Abgeschlagenheit/Fatigue, Reizbarkeit, Gewichtsabnahme, Verlangsamung der geistigen

Funktionen, Parästhesien, Diplopie, Koordinationsstörungen, Übelkeit, Nystagmus, Lethargie,

Anorexie, Sprechstörungen, verschwommenes Sehen, Appetitminderung, Gedächtnisstörungen und

Diarrhö.

Tabelle 2: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien

zur Zusatztherapie bei Epilepsie von ≥1% der mit Topamax behandelten erwachsenen Patienten

angegeben wurden

Topamax

200-400 mg/Tag

Topamax

600-1000 mg/Tag

Placebo

System/Organklasse

(n= 354)

(n= 437)

(n= 382)

Unerwünschtes Ereignis

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Anorexie

Appetitminderung

Psychiatrische Störungen

Verlangsamung der geistigen

Funktionen

19,5

Störung der sprachl. Ausdrucksfähigkeit

Verwirrtheit

Depression

11,7

Schlafstörungen

Aggressivität

Agitation

Angstgefühle

Desorientiertheit

Veränderte Stimmungslage

Störungen des Nervensystems

Schläfrigkeit

17,8

17,4

Benommenheit

16,4

34,1

13,6

Parästhesien

17,2

Koordinationsstörungen

11,4

Nystagmus

11,7

Lethargie

Sprechstörungen

Gedächtnisstörungen

10,8

Aufmerksamkeitsstörungen

11,9

Tremor

Amnesie

Gleichgewichtsstörungen

Hypästhesie

Intentionstremor

Geschmacksstörungen

Geistige Beeinträchtigung

Sprachstörungen

Augenleiden

Diplopie

12,1

Verschwommenes Sehen

Sehstörungen

Gastrointestinale Störungen

Übelkeit

15,1

Diarrhö

14,0

Oberbauchschmerzen

Obstipation

Magenbeschwerden

Dyspepsie

Mundtrockenheit

Bauchschmerzen

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Myalgie

Muskelkrämpfe

Muskuloskelettale Brustkorbschmerzen

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Abgeschlagenheit/Fatigue

13,0

30,7

11,8

Reizbarkeit

14,6

Asthenie

Gangstörung

Untersuchungen

Gewichtsabnahme

11,9

Daten aus placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie – Pädiatrische

Patienten

In Tabelle 3 sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in

placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie von >2% der mit

Topamax behandelten pädiatrischen Patienten (2-16 Jahre) angegeben wurden. Zu den

unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit einer Inzidenz von >5% im empfohlenen Dosisbereich

(5-9 mg/kg/Tag) gehörten (in absteigender Häufigkeit) Appetitminderung,

Abgeschlagenheit/Fatigue, Schläfrigkeit, Lethargie, Reizbarkeit, Aufmerksamkeitsstörungen,

Gewichtsabnahme, Aggressivität, Exanthem, Verhaltensstörungen, Anorexie,

Gleichgewichtsstörungen und Obstipation.

Tabelle 3: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien

zur Zusatztherapie bei Epilepsie von ≥2% der mit Topamax behandelten pädiatrischen Patienten

angegeben wurden

Topamax Placebo

System/Organklasse

(n= 104)

(n= 102)

Unerwünschtes Ereignis

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Appetitminderung

19,2

12,7

Anorexie

Psychiatrische Störungen

Aggressivität

Verhaltensstörungen

Verwirrtheit

Veränderte Stimmungslage 2,9

Störungen des Nervensystems

Schläfrigkeit

15,4

Lethargie

13,5

Aufmerksamkeitsstörungen 10,6

Gleichgewichtsstörungen

Benommenheit

Gedächtnisstörungen

Respiratorische, thorakale und mediastinale

Funktionsstörungen

Nasenbluten

Gastrointestinale Störungen

Obstipation

Funktionsstörungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Exanthem

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der

Applikationsstelle

Abgeschlagenheit/Fatigue

16,3

Reizbarkeit

11,5

Gangstörung

Untersuchungen

Gewichtsabnahme

Epilepsie – Monotherapie

Qualitativ waren die beobachteten Nebenwirkungen bei Monotherapie- und Zusatztherapiestudien

vergleichbar. Mit Ausnahme von Parästhesien und Abgeschlagenheit/Fatigue traten diese

Nebenwirkungen bei den Monotherapiestudien mit gleicher oder kleinerer Inzidenz auf.

Erwachsene

In klinischen Doppelblind-Studien wurden folgende klinisch relevanten Nebenwirkungen

beobachtet:

Stoffwechselstörungen

Sehr häufig: Gewichtsabnahme.

Störungen des Zentralnervensystems

Sehr häufig: Anorexie (13%), Schläfrigkeit, Parästhesien (63%), Kopfschmerzen (25%),

Abgeschlagenheit/Fatigue (33%), Schwindel (25%).

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Übelkeit (25%).

Daten aus kontrollierten Doppelblindstudien zur Monotherapie bei Epilepsie – Erwachsene

In Tabelle 4 sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in kontrollierten

Doppelblindstudien zur Epilepsie-Monotherapie von ≥1% der mit Topamax behandelten

erwachsenen Patienten angegeben wurden. Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit einer

Inzidenz von >5% bei der empfohlenen Dosis (400 mg/Tag) gehörten (in absteigender Häufigkeit)

Parästhesien, Gewichtsabnahme, Abgeschlagenheit/Fatigue, Anorexie, Depression,

Gedächtnisstörungen, Angstgefühle, Diarrhö, Asthenie, Geschmacksstörungen und Hypästhesie.

Tabelle 4: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in kontrollierten Doppelblindstudien zur

Epilepsie-Monotherapie von ≥1% der mit Topamax behandelten erwachsenen Patienten angegeben

wurden

Topamax

50 mg/Tag

Topamax

400 mg/Tag

System/Organklasse

(n= 257)

(n= 153)

Unerwünschtes Ereignis

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Anämie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Anorexie

12,4

Appetitminderung

Psychiatrische Störungen

Depression

Angstgefühle

Verlangsamung der geistigen

Funktionen

Störung der sprachl. Ausdrucksfähigkeit

Depressive Stimmung

Veränderte Stimmungslage

Stimmungsschwankungen

Störungen des Nervensystems

Parästhesien

18,7

40,5

Gedächtnisstörungen

Geschmacksstörungen

Hypästhesie

Gleichgewichtsstörungen

Sprechstörungen

Kognitive Störungen

Lethargie

Geistige Beeinträchtigung

Psychomotorische Verlangsamung

Sedierung

Gesichtsfeldausfälle

Augenleiden

Trockene Augen

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Ohrenschmerzen

Tinnitus

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Dyspnoe

Schnupfen

Gastrointestinale Störungen

Diarrhö

Orale Parästhesien

Mundtrockenheit

Gastritis

Bauchschmerzen

Gastroösophageale Refluxkrankheit

Zahnfleischbluten

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Exanthem

Haarausfall

Juckreiz

Hypästhesie im Gesicht

Generalisierter Juckreiz

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes

und der Knochen

Muskelkrämpfe

Gelenkschmerzen

Muskelzuckungen

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Nephrolithiasis

Dysurie

Pollakisurie

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Erektile Dysfunktion

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Abgeschlagenheit/Fatigue

15,2

14,4

Asthenie

Reizbarkeit

Untersuchungen

Gewichtsabnahme

17,0

Kinder

In klinischen Doppelblind-Studien wurden folgende klinisch relevanten Nebenwirkungen bei mit

Topiramat behandelten Kindern mit einer Inzidenz von ≥10% beobachtet: Kopfschmerzen,

Abgeschlagenheit/Fatigue, Anorexie und Schläfrigkeit.

Daten aus kontrollierten Doppelblindstudien zur Monotherapie bei Epilepsie – Pädiatrische Patienten

In Tabelle 5 sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in kontrollierten

Doppelblindstudien zur Epilepsie-Monotherapie von ≥2% der mit Topamax behandelten

pädiatrischen Patienten (10-16 Jahre) angegeben wurden. Zu den unerwünschten

Arzneimittelwirkungen mit einer Inzidenz von >5% bei der empfohlenen Dosis (400 mg/Tag)

gehörten (in absteigender Häufigkeit) Gewichtsabnahme, Parästhesien, Diarrhö,

Aufmerksamkeitsstörungen, Pyrexie und Haarausfall.

Tabelle 5: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in kontrollierten Doppelblindstudien zur

Epilepsie-Monotherapie von ≥2% der mit Topamax behandelten pädiatrischen Patienten angegeben

wurden

Topamax

50 mg/Tag

Topamax

400 mg/Tag

System/Organklasse

(n= 77)

(n= 63)

Unerwünschtes Ereignis

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Appetitminderung

Psychiatrische Störungen

Verlangsamung der geistigen

Funktionen

Veränderte Stimmungslage

Depression

Störungen des Nervensystems

Parästhesien

15,9

Aufmerksamkeitsstörungen

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Vertigo

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Nasenbluten

Gastrointestinale Störungen

Diarrhö

Erbrechen

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Haarausfall

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Pyrexie

Asthenie

Untersuchungen

Gewichtsabnahme

20,6

Soziale Umstände

Lernbehinderung

Migräne

Daten aus placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Migräneprophylaxe – Erwachsene

Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit einer Inzidenz von >5% bei der empfohlenen

Dosis gehörten (in absteigender Häufigkeit) Parästhesien, Abgeschlagenheit/Fatigue, Übelkeit,

Diarrhö, Gewichtsabnahme, Geschmacksstörungen, Anorexie, Appetitminderung, Schlafstörungen,

Hypästhesie, Aufmerksamkeitsstörungen, Angstgefühle, Schläfrigkeit und Störung der sprachlichen

Ausdrucksfähigkeit.

Patienten unter Topiramat erfuhren Gewichtsveränderungen, deren prozentuale Mittelwerte eine

Dosisabhängigkeit zeigten. Bei den Patienten der Placebogruppe konnten keine derartigen

Gewichtsveränderungen festgestellt werden. Durchschnittlich betrugen die Gewichtsveränderungen

bei der Placebo-Gruppe 0,0% und bei den Gruppen mit 50, 100 bzw. 200 mg Topiramat 2,3%, 3,2%

respektive 3,8%.

In Tabelle 6 sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufgeführt, die in placebokontrollierten

Doppelblindstudien zur Migräneprophylaxe von ≥1% der mit Topamax behandelten erwachsenen

Patienten angegeben wurden.

Tabelle 6: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien

zur Migräneprophylaxe von ≥1% der mit Topamax behandelten erwachsenen Patienten angegeben

wurden

Topamax

50 mg/Tag

Topamax

100 mg/Tag

Topamax

200 mg/Tag

Placebo

System/Organklasse

(n= 227)

(n= 374)

(n= 501)

(n= 436)

Unerwünschtes Ereignis

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Anorexie

Appetitminderung

Psychiatrische Störungen

Schlafstörungen

Angstgefühle

Störung der sprachl. Ausdrucksfähigkeit

Depression

Depressive Stimmung

Verwirrtheit

Stimmungsschwankungen

Affektlabilität

Verlangsamung der geistigen

Funktionen

Störungen des Nervensystems

Parästhesien

35,7

50,0

48,5

Geschmacksstörungen

15,4

12,6

Hypästhesie

Aufmerksamkeitsstörungen

Schläfrigkeit

Gedächtnisstörungen

Amnesie

Tremor

Gleichgewichtsstörungen

Geistige Beeinträchtigung

Augenleiden

Verschwommenes Sehen

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Tinnitus

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Dyspnoe

Nasenbluten

Gastrointestinale Störungen

Übelkeit

13,6

14,6

Diarrhö

11,2

10,0

Mundtrockenheit

Orale Parästhesien

Obstipation

Bauchblähung

Magenbeschwerden

Gastroösophageale Refluxkrankheit

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Muskelzuckungen

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Abgeschlagenheit/Fatigue

15,0

15,2

19,2

11,2

Asthenie

Reizbarkeit

Durst

Untersuchungen

Gewichtsabnahme

10,8

Daten aus anderen klinischen Studien

In Tabelle 7 sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in den

placebokontrollierten klinischen Doppelblindstudien von <1% der mit Topamax behandelten

erwachsenen Patienten angegeben wurden. Ferner sind darin unerwünschte Arzneimittelwirkungen

aufgeführt, die in klinischen Open-Label-Studien mit jeglicher Häufigkeit von den mit Topamax

behandelten erwachsenen Patienten berichtet wurden.

Tabelle 7: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten klinischen

Doppelblindstudien von <1% der mit Topamax behandelten erwachsenen Patienten angegeben

wurden, oder die in klinischen Open-Label-Studien mit jeglicher Häufigkeit von den mit Topamax

behandelten erwachsenen Patienten berichtet wurden

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Leukopenie, Lymphadenopathie, Thrombozytopenie

Störungen des Immunsystems

Überempfindlichkeit

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Hyperchlorämische Azidose, Hypokaliämie, Appetitsteigerung, metabolische Azidose, Polydipsie

Psychiatrische Störungen

Verhaltensstörungen, Anorgasmie, Apathie, Weinen, Ablenkbarkeit, Störung der sexuellen

Erregung, Stottern, frühmorgendliches Erwachen, gehobene Stimmung, Euphorie,

Affektverflachung, Halluzinationen, akustische Halluzinationen, optische Halluzinationen,

Hypomanie, Einschlafstörungen, Mangel an spontanen Sprachäusserungen, Libidoabnahme,

Teilnahmslosigkeit, Libidoverlust, Manie, Durchschlafstörungen, Abnahme der

Orgasmusempfindung, Panikattacken, Panikstörungen, Panikreaktion, Paranoia, Perseveration,

Lesestörungen, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Suizidgedanken, Suizidversuch, Traurigkeit,

abnormes Denken

Störungen des Nervensystems

Ausfall des Geschmackssinns, Akinesie, Anosmie, Aphasie, Apraxie, Aura, Gefühl des Brennens,

zerebelläres Syndrom, zirkadiane Schlafrhythmusstörungen, Ungeschicklichkeit, Komplex partieller

Anfall, Konvulsion, Bewusstseinseinschränkung, orthostatischer Schwindel, Speichelfluss,

Dysästhesie, Schreibstörung, Dyskinesie, Dysphasie, Dystonie, essenzieller Tremor, Grand-mal-

Anfall, Kribbelgefühl, Hyperästhesie, Hypersomnie, verminderte Geschmacksempfindung,

Hypokinese, Hyposmie, periphere Neuropathie, gestörte Geruchswahrnehmung, schlechte

Schlafqualität, Präsynkope, repetitives Sprechen, sensorische Störungen, Verlust der sensorischen

Wahrnehmung, Stupor, Synkope, Unempfindlichkeit gegenüber Reizen

Augenleiden

Akkommodationsstörungen, gestörte Tiefenwahrnehmung, Amblyopie, Blepharospasmus, transiente

Blindheit, unilaterale Blindheit, Glaukom, erhöhter Tränenfluss, Mydriasis, Nachtblindheit,

Photopsie, Presbyopie, Flimmerskotom, Skotom, reduzierte Sehschärfe

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Taubheit, neurosensorische Taubheit, unilaterale Taubheit, Ohrenbeschwerden, Hörstörungen

Funktionsstörungen des Herzens

Bradykardie, Sinusbradykardie, Palpitationen

Funktionsstörungen der Gefässe

Hautrötung (Flush), Hitzewallungen, orthostatische Hypotonie, Raynaud-Syndrom

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Dysphonie, Belastungsdyspnoe, verstopfte Nase, paranasale Hypersekretion der Nebenhöhlen

Gastrointestinale Störungen

Abdominale Beschwerden, Unterbauchschmerzen, abdominelle Empfindlichkeit, schlechter

Atemgeruch, epigastrische Beschwerden, Flatulenz, Glossodynie, orale Hypästhesie,

Mundschmerzen, Pankreatitis, übermässige Speichelsekretion

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Anhidrose, allergische Dermatitis, Erythem, makulöses Exanthem, Hautverfärbung, abnormer

Hautgeruch, Gesichtsschwellung, Urtikaria, lokalisierte Urtikaria

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Flankenschmerzen, muskuläre Erschöpfung, Muskelschwäche, muskuloskelettale Steifheit

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Harnleiterstein, Steine in den ableitenden Harnwegen, Hämaturie, Inkontinenz, Dranginkontinenz,

Nierenkolik, Nierenschmerzen, Harninkontinenz

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Sexuelle Funktionsstörungen

Allgemeine Störungen

Gesichtsödem, Gefühl der Abnormität, Trunkenheitsgefühl, Gefühl der «Zappeligkeit»,

Krankheitsgefühl, peripheres Kältegefühl, Schwerfälligkeit

Untersuchungen

Verminderte Bicarbonatkonzentration, Vorliegen von Harnkristallen, abnormer Tandem-Gang-Test,

verminderte Leukozytenzahl

In Tabelle 8 sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in den kontrollierten

klinischen Doppelblindstudien von <1% der mit Topamax behandelten pädiatrischen Patienten

angegeben wurden. Ferner sind darin unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufgeführt, die in

klinischen Open-Label-Studien mit jeglicher Häufigkeit von den mit Topamax behandelten

pädiatrischen Patienten berichtet wurden.

Tabelle 8: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in kontrollierten klinischen Doppelblindstudien

von <1% der mit Topamax behandelten pädiatrischen Patienten angegeben wurden, oder die in

klinischen Open-Label-Studien mit jeglicher Häufigkeit von den mit Topamax behandelten

pädiatrischen Patienten berichtet wurden

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Eosinophilie, Leukopenie, Lymphadenopathie, Thrombozytopenie

Störungen des Immunsystems

Überempfindlichkeit

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Hyperchlorämische Azidose, Hypokaliämie, Appetitsteigerung

Psychiatrische Störungen

Wut, Apathie, Weinen, Ablenkbarkeit, Störung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit,

Einschlafstörungen, Schlaflosigkeit, Durchschlafstörungen, Stimmungsschwankungen,

Perseveration, Schlafstörungen, Suizidgedanken, Suizidversuch

Störungen des Nervensystems

Zirkadiane Schlafrhythmusstörungen, Konvulsion, Sprechstörungen, Geschmacksstörungen, Grand-

mal-Anfall, Hypästhesie, mentale Beeinträchtigung, Nystagmus, gestörte Geruchswahrnehmung,

schlechte Schlafqualität, psychomotorische Hyperaktivität, psychomotorische Verlangsamung,

Synkope, Tremor

Augenleiden

Diplopie, erhöhter Tränenfluss, verschwommenes Sehen

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Ohrenschmerzen

Funktionsstörungen des Herzens

Palpitationen, Sinusbradykardie

Funktionsstörungen der Gefässe

Orthostatische Hypotonie

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Verstopfte Nase, Hypersekretion der Nasennebenhöhlen, Schnupfen

Gastrointestinale Störungen

Bauchbeschwerden, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Flatulenz, Gastritis, gastroösophageale

Refluxkrankheit, Zahnfleischbluten, Glossodynie, orale Parästhesien, Pankreatitis,

Magenbeschwerden

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Gelenkschmerzen, muskuloskelettale Steifheit, Myalgie

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Inkontinenz, Dranginkontinenz, Pollakisurie

Allgemeine Störungen

Gefühl der Abnormität, Hyperthermie, Krankheitsgefühl, Schwerfälligkeit

Laboruntersuchungen

In klinischen Studien wurde im Zusammenhang mit der Verabreichung von Topiramat eine

durchschnittliche Abnahme der Serum-Bikarbonatkonzentration um 4 mmol/l festgestellt (s.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In Doppelblindstudien wurde Hypokaliämie, definiert als Abnahme des Serumkaliumspiegels unter

3.5 mmol/l, bei 0.4% der mit Topiramat behandelten Patienten und bei 0.1% der mit Placebo

behandelten Patienten beobachtet.

Erfahrungen nach der Markteinführung

Neben den unerwünschten Wirkungen, die während klinischen Prüfungen von Topamax aufgetreten

sind, sind folgende unerwünschte Wirkungen von Patienten, die Topamax nach der Zulassung

erhielten, weltweit gemeldet worden.

In Tabelle 9 sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufgeführt, die erstmals nach der

Markteinführung von Topamax als UAW festgestellt wurden. Die Häufigkeitsangaben entsprechen

dabei folgender Konvention:

Sehr häufig: ≥1/10

Häufig: ≥1/100 bis <1/10

Gelegentlich: ≥1/1'000 bis <1/100

Selten: ≥1/10'000 bis <1/1'000

Sehr selten: <1/10'000, einschliesslich Einzelfälle

In Tabelle 9 sind die UAW nach Häufigkeitskategorie entsprechend den Spontanberichtsraten

aufgeführt.

Tabelle 9: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die nach der Markteinführung von Topamax

festgestellt wurden, nach Häufigkeitskategorie geschätzt auf Grundlage von Spontanberichtsraten

Infektionen und Infestationen

Sehr selten Nasopharyngitis

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Sehr selten Neutropenie

Störungen des Immunsystems

Sehr selten Allergisches Ödem

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten

Hyperammonämie

Hyperammonämische Enzephalopathie

Psychiatrische Störungen

Sehr selten Verzweiflungsgefühl

Augenleiden

Sehr selten

Abnorme Wahrnehmungen im Auge

Engwinkelglaukom

Bewegungsstörung der Augen

Lidödem

Myopie, Maculopathie

Bindehautödem

Respiratorische, thorakale und mediastinale

Funktionsstörungen

Sehr selten Husten

Funktionsstörungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Sehr selten

Erythema multiforme

Periorbitales Ödem

Stevens-Johnson-Syndrom

Toxische epidermale Nekrolyse

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des

Bindegewebes und der Knochen

Sehr selten

Gelenkschwellung

Beschwerden in den Extremitäten

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden

Harnwege

Sehr selten Renale tubuläre Azidose

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der

Applikationsstelle

Sehr selten

Generalisiertes Ödem

Grippeähnliche Symptome

Untersuchungen

Sehr selten Gewichtszunahme

Überdosierung

Symptome

Von Überdosierung mit Topiramat wurde berichtet. Die beobachteten Symptome waren

Konvulsionen, Schläfrigkeit, Sprechstörungen, verschwommenes Sehen, Diplopie, mentale

Beeinträchtigung, Lethargie, Koordinationsstörungen, Stupor, Hypotonie, Bauchschmerzen,

Erregung, Schwindel und Depression. Es gab in den meisten Fällen keine schwerwiegenden

klinischen Konsequenzen. Im Zusammenhang mit Überdosierungen mit mehreren Arzneimitteln,

einschliesslich Topiramat, wurde jedoch von Todesfällen berichtet. Eine Überdosierung mit

Topiramat kann zu schwerer metabolischer Azidose führen (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die höchste berichtete Topiramat-Überdosis lag zwischen 96 und 110 g und hatte ein 20 bis 24

Stunden anhaltendes Koma mit anschliessender vollständiger Genesung nach 3 bis 4 Tagen zur

Folge.

Behandlung

Bei akuter Überdosierung mit Topiramat sollte der Magen sofort mittels Magenspülung oder durch

induziertes Erbrechen geleert werden, falls die Einnahme vor kurzem erfolgte. Für Aktivkohle

konnte in in-vitro Untersuchungen gezeigt werden, dass es Topiramat absorbiert. Die Hämodialyse

ist eine geeignete Massnahme, um Topiramat aus dem Körper zu entfernen. Der Patient muss gut

hydriert sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03AX11

Topiramat ist als Sulphamat-substituiertes Monosaccharid klassifiziert. Es sind drei

pharmakologische Eigenschaften festgestellt worden, die möglicherweise zu seiner antikonvulsiven

Wirkung beitragen:

Topiramat vermindert die Erzeugung von Aktionspotentialen quantitativ. Wenn Neurone einer

anhaltenden Depolarisierung ausgesetzt werden, vermindert Topiramat die Anzahl Aktionspotentiale.

Dies weist auf eine («state dependent») Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle hin.

Topiramat erhöht deutlich die Aktivität von GABA an gewissen GABA-Rezeptoren, beeinflusst aber

offenbar nicht die Wirkung von N-Methyl-D-Aspartat (NMDA) am NMDA-Rezeptorsubtyp.

Topiramat antagonisiert schwach die aktivierende Wirkung von Glutamat an den Kainat/AMPA-

Subtypen der Glutamatrezeptoren.

Topiramat hemmt zudem gewisse Isoenzyme der Carboanhydrase. Diese pharmakologische Wirkung

ist viel schwächer als die von Acetazolamid, einem bekannten Carboanhydrase-Hemmer, und gilt

nicht als wesentliche Komponente der antiepileptischen Wirkung von Topiramat.

Klinische Wirksamkeit:

Epilepsie:

Die Ergebnisse aus klinischen Studien belegen die Wirksamkeit von Topamax Filmtabletten und

Kapseln als Monotherapie bei Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern (Alter ≥6 Jahre) und als

Zusatztherapie bei Erwachsenen und Kindern (Alter 2-16 Jahre) in der Behandlung von partiellen

Anfällen, primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen und bei Lennox-Gastaut-Syndrom bei

Patienten im Alter von 2 Jahren und älter.

1. Epilepsie – Zusatztherapie

Kontrollierte Versuche bei Patienten mit partiellen Anfällen

Erwachsene mit partiellen Anfällen

Die Wirksamkeit von Topiramat als Zusatztherapie für Erwachsene mit partiellen Anfällen wurde in

fünf randomisierten, Placebo-kontrollierten Multicenter-Doppelblindstudien gezeigt. Zwei Studien

verglichen unterschiedliche Topiramatdosierungen und Placebo, drei Studien verglichen eine

Dosierung mit Placebo. Eingeschlossen wurden Patienten mit vorangegangenen partiellen Anfällen

mit oder ohne sekundär generalisierten Anfällen.

Zusätzlich zu Topamax bzw. Placebo durften die Patienten in diesen Studien maximal zwei

Antiepileptika einnehmen. Bei allen Studien wurden die Patienten während einer 4- bis 12-wöchigen

Baseline-Phase auf die optimalen Dosen ihrer begleitenden Antiepileptikatherapie eingestellt.

Patienten, die während der Baseline-Phase eine vorher spezifizierte minimale Anzahl von partiellen

Anfällen mit oder ohne sekundärer Generalisierung hatten (12 Anfälle bei 12-Wochen-Baseline-

Phase, 8 Anfälle bei 8-Wochen und 3 Anfälle bei 4 Wochen) wurden randomisiert der Einnahme von

Placebo oder einer festgelegten Dosis Topamax zusätzlich zu ihren anderen Antiepileptika zugeteilt.

Nach der Randomisierung begann die Doppelblindphase der Behandlung. Die Patienten erhielten als

Anfangsdosis 100 mg Topiramat pro Tag; die Dosis wurde dann in ein- oder zweiwöchigen

Abständen in Schritten von 100 oder 200 mg/Tag bis zum Erreichen der Zieldosis erhöht, ausser

wenn aufgrund von Unverträglichkeit eine Erhöhung nicht möglich war. Nach der Titrationsphase

begannen die Patienten die 4-, 8- oder 12-wöchige Stabilisierungsphase. Die Anzahl der den

einzelnen Dosen randomisiert zugeordneten Patienten und die Mittel- und Medianwerte der

tatsächlichen Dosen in der Einstellungsphase sind in Tabelle 10 dargestellt.

Pädiatrische Patienten von 2-16 Jahren mit partiellen Anfällen

Die Wirksamkeit von Topiramat als Zusatztherapie für pädiatrische Patienten im Alter von 2 bis 16

Jahren mit partiellen Anfällen wurde in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Multicenter-

Doppelblindstudie gezeigt. In dieser Studie wurden Patienten eingeschlossen, bei denen in der

Vergangenheit partielle Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung aufgetreten waren.

Zusätzlich zu Topamax bzw. Placebo durften die Patienten in dieser Studie maximal zwei

Antiepileptika einnehmen. Die Patienten wurden während einer 8-wöchigen Baseline-Phase auf die

optimalen Dosen ihrer begleitenden Antiepileptikatherapie eingestellt. Patienten, die in der Baseline-

Phase mindestens sechs partielle Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung hatten, wurden

randomisiert der Einnahme von Placebo oder Topamax zusätzlich zu ihren anderen Antiepileptika

zugeteilt.

Nach der Randomisierung begann die Doppelblindphase der Behandlung. Die Anfangsdosis von

Topamax betrug 25 oder 50 mg/Tag; diese Dosis wurde in zweiwöchigen Abständen in Schritten von

25 bis 150 mg/Tag bis zum Erreichen der Zieldosis von 125, 175, 225 oder 400 mg/Tag, abhängig

vom Gewicht der Patienten, erhöht, so dass letztendlich eine Tagesdosis von ca. 6 mg/kg verabreicht

wurde, ausser wenn aufgrund von Unverträglichkeit eine Erhöhung nicht möglich war. Nach der

Titration folgte eine 8-wöchige Stabilisierungsphase.

Kontrollierte Studien bei Patienten mit primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen

Die Wirksamkeit von Topiramat als Zusatztherapie für Patienten im Alter von 2 Jahren und älter mit

primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen wurde in zwei randomisierten, kontrollierten

Multicenter-Doppelblindstudien gezeigt, in denen eine Topiramat-Dosierung mit Placebo verglichen

wurde.

Zusätzlich zu Topamax bzw. Placebo durften die Patienten in diesen Studien maximal zwei

Antiepileptika einnehmen. Die Patienten wurden während einer 8-wöchigen Baseline-Phase auf die

optimalen Dosen ihrer begleitenden Antiepileptikatherapie eingestellt. Patienten, die in der Baseline-

Phase mindestens drei primär generalisierte tonisch-klonische Anfälle hatten, wurden randomisiert

der Einnahme von Placebo oder Topamax zusätzlich zu ihren anderen Antiepileptika zugeteilt.

Nach der Randomisierung begann die Doppelblindphase der Behandlung. Zu Anfang erhielten die

Patienten 4 Wochen lang 50 mg Topiramat pro Tag; diese Dosis wurde in zweiwöchigen Abständen

in Schritten von 50 bis 150 mg/Tag bis zum Erreichen der Zieldosis von 175, 225 oder 400 mg/Tag,

abhängig vom Gewicht der Patienten, erhöht, so dass letztendlich eine Tagesdosis von ca. 6 mg/kg

verabreicht wurde, ausser wenn aufgrund von Unverträglichkeit eine Erhöhung nicht möglich war.

Nach der Titration folgte eine 12-wöchige Stabilisierungsphase.

Kontrollierte Studien bei Patienten mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom

Die Wirksamkeit von Topiramat als Zusatztherapie bei Anfällen in Verbindung mit dem Lennox-

Gastaut-Syndrom wurde in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Multicenter-

Doppelblindstudie gezeigt. Bei Patienten im Alter ≥2 Jahren wurde eine Topiramat-Dosierung gegen

Placebo verglichen.

Zusätzlich zu Topamax bzw. Placebo durften die Patienten in dieser Studie maximal zwei

Antiepileptika einnehmen. Patienten, die vor der Teilnahme an der Studie mindestens 60 Anfälle pro

Monat hatten, wurden in einer 4-wöchigen Baseline-Phase auf die optimalen Dosen ihrer

begleitenden Antiepileptikatherapie eingestellt. Nach der Baseline-Phase wurden die Patienten

randomisiert der Einnahme von Placebo oder Topamax zusätzlich zu ihren anderen Antiepileptika

zugeteilt. Begonnen wurde mit einer Topiramatdosis von 1 mg/kg pro Tag während einer Woche;

diese Dosis wurde in der darauffolgenden Woche auf 3 mg/kg pro Tag und schliesslich auf 6 mg/kg

pro Tag erhöht. Nach der Titration folgte eine 8-wöchige Stabilisierungsphase. Die Hauptkriterien

für die Wirksamkeit waren die prozentuale Verringerung der Zahl der Drop-Anfälle und eine

Globalbewertung der Anfallsschwere durch die Eltern.

In allen Studien zur Zusatztherapie wurde während der gesamten Doppelblindphase die Reduktion

der Anfallsrate in Bezug auf die Basislinie gemessen. Die mittlere prozentuale Reduktion der

Anfallsraten und die Responder-Raten (Anteil der Patienten mit mindestens 50% Reduktion) pro

Behandlungsgruppe und Studie sind in Tabelle 10 aufgeführt.

In der Studie zum Lennox-Gastaut-Syndrom wurde auch eine globale Verbesserung hinsichtlich der

Anfallsschwere bewertet.

Tabelle 10: Wirksamkeitsdaten aus den Placebo-kontrollierten Doppelblindstudien zur

Epilepsiebehandlung mit Topiramat als Zusatztherapie

Zieldosis (mg/Tag)

Protokoll

Resultate

Wirksamkeit

Placebo 200

1000

≈6

mg/kg/Tag*

Partielle Anfälle

Studien bei Erwachsenen

% mittlere Reduktion der

Anfallsrate

11.6

27.2a 47.5b 44.7c –

% Responder

% mittlere Reduktion der

Anfallsrate

40.8c 41.0c 36.0c –

% Responder

% mittlere Reduktion der

Anfallsrate

40.7e –

% Responder

% mittlere Reduktion der

Anfallsrate

-12.2

46.4f

% Responder

% mittlere Reduktion der

Anfallsrate

-20.6

24.3c –

% Responder

Studien bei Kindern

% mittlere Reduktion der

Anfallsrate

10.5

33.1d

% Responder

hPrimär generalisierter tonisch-klonische Anfälle

% mittlere Reduktion der

Anfallsrate

56.7d

% Responder

YTCE

% mittlere Reduktion der

Anfallsrate

33.2

57.1d

% Responder

iLennox-Gastaut Syndrom

% mittlere Reduktion der

Anfallsrate

-5.1

14.8d

% Responder

Verbesserung der

Anfallsschwerej

Vergleiche mit Placebo: a p= 0.080; b p ≤0.010; c p ≤0.001; d p ≤0.050; e p= 0.065; f p ≤0.005; g p=

0.071;

h % Mittlere Reduktion und % Responder sind für PGTC-Anfälle angegeben;

i % Mittlere Reduktion und % Responder für Sturzanfälle, d.h. tonische oder atonische Anfälle;

j Prozent der Probanden, die minimale, grosse oder sehr grosse Verbesserungen ab Basislinie

aufwiesen.

* Für die Protokolle YP, YTC und YTCE wurden Protokoll-spezifische Zieldosierungen (<9,3

mg/kg/Tag) auf der Basis des Probandengewichts zur Annäherung an eine Dosierung von 6 mg/kg

pro Tag zugewiesen; diese Dosierungen entsprechen mg/Tag-Dosierungen von 125, 175, 225 und

400 mg/Tag.

Subgruppenanalysen dieser Studien zur antiepileptischen Wirksamkeit von Topamax Filmtabletten

ergaben keine Unterschiede hinsichtlich Geschlecht, Rasse, Alter, Anfallsrate in Bezug auf die

Basislinie oder zusätzliche Antiepileptika.

2. Epilepsie – Monotherapie

Um die Wirksamkeit und Sicherheit von Topamax als Monotherapie zu evaluieren, wurden drei

randomisierte, klinische Parallelgruppen-Doppelblindstudien durchgeführt. Die Studien YI und

EPMN-104 untersuchten das Ansprechen auf unterschiedliche Dosierungen, wobei ein

Dosierungsschema mit niedrigen Dosierungen mit einem mit hohen Dosierungen verglichen wurde.

In der Studie EPMN-105 wurde die Topamax Monotherapie mit Carbamazepin oder Valproat bei

Patienten mit neu diagnostizierter Epilepsie verglichen.

In der Studie YI (Studie mit einem Zentrum) wurden Patienten (n= 48) im Alter von 15 bis 63 Jahren

mit refraktären partiellen Anfällen von ihrer aktuellen Behandlung auf eine Monotherapie mit

Topamax 100 mg/Tag oder 1000 mg/Tag umgestellt. Die Hochdosisgruppe war der

Niedrigdosisgruppe bezüglich der Wirksamkeitsparametern statistisch überlegen. Bei 54% der

Patienten der Hochdosisgruppe wurde das Ziel der Umstellung auf Monotherapie erreicht, im

Vergleich zu 17% in der Niedrigdosisgruppe, wobei der Unterschied zwischen den Dosierungen

statistisch signifikant war (p= 0.005). Die durchschnittliche Zeit bis zum Ausstieg war in der

Hochdosisgruppe signifikant länger (p= 0.002). In der von Prüfern und Patienten vorgenommenen

allgemeinen Beurteilung des klinischen Ansprechens schnitt die Hochdosisgruppe statistisch besser

ab (p ≤0.002).

In der Studie EPMN-104 wurden erwachsene und pädiatrische Patienten (n= 252) im Alter von 6 bis

85 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie nach ihrem Körpergewicht in die Niedrigdosis- (25 oder

50 mg/Tag) oder die Hochdosisgruppe (200 oder 500 mg/Tag) randomisiert. Insgesamt waren 54%

der Hochdosisgruppe und 39% der Niedrigdosisgruppe während der Doppelblindphase anfallsfrei

(p= 0.022). Die Hochdosisgruppe war der Niedrigdosisgruppe auch hinsichtlich der Verteilung der

Anfallsfrequenz (p= 0.008) und des Zeitunterschieds bis zum ersten Anfall über drei Topiramat-

Plasmakonzentrationsbereiche hinweg überlegen (p= 0.015).

In der Studie EPMN-105 wurden Patienten (n= 613) im Alter von 6 bis 84 Jahren mit neu

diagnostizierter Epilepsie randomisiert, und erhielten entweder 100 bzw. 200 mg/Tag Topamax oder

eine Standard-Antiepileptika-Behandlung (Carbamazepin oder Valproat). Topamax war bezüglich

der Anfallsreduktion bei diesen Patienten mindestens so wirksam wie Carbamazepin oder Valproat;

die 95% Konfidenzintervalle für den Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen waren

eng und schlossen Null ein – ein Hinweis darauf, dass kein statistisch signifikanter Unterschied

zwischen den Gruppen vorlag. Die zwei Behandlungsgruppen waren auch hinsichtlich aller

Endpunkte zum klinischen Nutzen und zur Wirksamkeit vergleichbar, einschliesslich der Zeit bis

zum Ausstieg, dem Anteil der anfallsfreien Probanden und der Zeit bis zum ersten Anfall.

3. Migräne

Die Ergebnisse von 2 randomisierten, Placebo-kontrollierten, klinischen Multicenter-

Parallelgruppen-Versuchen (MIGR-001 und MIGR-002) zeigten die Wirksamkeit von Topamax in

der prophylaktischen Behandlung von Migränekopfschmerz. Primärer Endpunk der Wirksamkeit war

die Reduktion der Häufigkeit der Migränekopfschmerzen. Als Messgrösse diente die Änderung der

Migränerate über 4 Wochen von der Basislinien- zur Doppelblindbehandlungs-Phase in jeder

Topiramat Behandlungsgruppe verglichen mit Placebo der ITT (Intent-to-treat) Population.

In der ersten Studie (MIGR-001) wurden insgesamt 469 Patienten randomisiert und lieferten Daten

zur Wirksamkeit. 265 Patienten schlossen die komplette 26-wöchige Doppelblindphase ab. Die

durchschnittlichen Tagesdosierungen betrugen 47.8 mg/Tag, 88.3 mg/Tag und 132.1 mg/Tag in den

Zieldosisgruppen für Topamax 50, 100 bzw. 200 mg/Tag.

Die mittlere Häufigkeit der Migränekopfschmerzen während der Basislinienphase betrug ungefähr

5.5 Migränekopfschmerzen/28 Tage und war in allen Behandlungsgruppen ähnlich. Die Änderung in

der mittleren Migränerate über 4 Wochen von der Basislinien- zur Doppelblindphase war 1.3, 2.1

und 2.2 in den Zieldosisgruppen für Topamax 50, 100 und 200 mg/Tag, verglichen mit 0,8 in der

Placebogruppe. Die Unterschiede zwischen den Gruppen Topamax 100 und 200 mg/Tag versus

Placebo waren statistisch signifikant (p <0,001 für beide Vergleiche).

In der zweiten Studie (MIGR-002) wurden insgesamt 468 Patienten randomisiert und lieferten

Wirksamkeitsdaten. 265 Patienten schlossen die komplette 26-wöchige Doppelblindphase ab. Die

durchschnittlichen Tagesdosierungen betrugen 46.5 mg/Tag, 85.6 mg/Tag und 150.2 mg/Tag in den

Zieldosisgruppen für Topamax 50, 100 und 200 mg/Tag.

Die mittlere Häufigkeit der Migränekopfschmerzen in der Basislinienphase betrug ungefähr 5,5

Migränekopfschmerzen/28 Tage und war in allen Behandlungsgruppen ähnlich. Die Änderung in der

mittleren Migränerate über 4 Wochen von der Basislinien- zur Doppelblindphase war 1.4, 2.1 und

2.4 in den Zieldosisgruppen von Topamax 50, 100 und 200 mg/Tag, verglichen mit 1.1 in der

Placebogruppe. Die Unterschiede zwischen den Gruppen Topamax 100 und 200 mg/Tag versus

Placebo waren statistisch signifikant (p= 0.008 bzw. <0.001).

In beiden Studien waren keine offensichtlichen Unterschiede im Behandlungseffekt innerhalb alters-

oder geschlechtsspezifischer Untergruppen festzustellen.

In einer Ergänzungsstudie MIGR-003 wurde gezeigt, dass die monatliche Häufigkeit der

Migräneperioden (primärer Endpunkt) im Vergleich mit der Basisperiode unter Placebo um (0.8

Perioden/Monat) abnahm, die Reduktion betrug unter Topamax 100 mg/Tag (1.6 Perioden/Monat)

und unter Topamax 200 mg/Tag (1.1 Perioden/Monat). Diese Unterschiede waren gemäss

statistischem Protokoll nicht signifikant. Als sekundärer Endpunkt wurden Topamax 100 mg/Tag

und Topamax 200 mg/Tag auch mit der aktiven Kontrolle Propanolol 160 mg/Tag verglichen (1.6,

1.1, 1.6 Perioden/Monat), es wurde nicht geprüft, ob die aktive Kontrolle (Propanolol) statistisch

signifikant besser war als Placebo.

Die durchschnittlichen Tagesdosierungen betrugen 87.9 mg/Tag, 124.2 mg/Tag bzw. 129.6 mg/Tag

in den Zieldosisgruppen Topamax 100 mg/Tag, 200 mg/Tag bzw. Propranolol 160 mg/Tag.

In einer weiteren Studie CAPSS-155 wurden hinsichtlich der primären Wirksamkeitsanalyse keine

statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Topiramat und Placebo festgestellt (Änderung der

monatlichen Migräne-Episodenrate bezüglich der Basislinie). Die durchschnittlichen

Tagesdosierungen betrugen 116.3 mg/Tag in der Zieldosisgruppe Topamax 200 mg/Tag.

Pharmakokinetik

Absorption

Topiramat wird rasch und gut resorbiert. Aufgrund der im Urin gefundenen Radioaktivität beträgt die

mittlere Resorption bei einer Dosis von 100 mg 14C-Topiramat mindestens 81%. Nahrungsmittel

haben keine klinisch signifikante Wirkung auf die Bioverfügbarkeit von Topiramat.

Topiramat Filmtabletten und Kapseln sind bioäquivalent.

Distribution

Das mittlere scheinbare Verteilungsvolumen für Einzeldosen von bis zu 1200 mg beträgt 0,55-0,8

l/kg und liegt bei Frauen tiefer als bei Männern. Die Plasmaproteinbindung beträgt im Allgemeinen

13-17%.

Die Plasmakonzentrationen von Topiramat schwanken zwischen einzelnen Individuen nur sehr

wenig, weshalb sich seine Pharmakokinetik gut voraussagen lässt. Es handelt sich um eine lineare

Kinetik, wobei die Plasmaclearance konstant bleibt und die Plasma-AUC bei gesunden Probanden

über einen Bereich von 100-400 mg dosisproportional zunimmt. Bei Patienten mit normaler

Nierenfunktion kann es 4-8 Tage dauern, bis der Steady-State erreicht ist. Bei Patienten mit mittlerer

bis schwerer Niereninsuffizienz kann es 10-15 Tage dauern, bis der Steady-state erreicht ist. Die

mittleren maximalen Plasmakonzentrationen (Cmax) nach mehrfachen oralen Gaben von zweimal

100 mg/Tag lagen bei gesunden Probanden bei 6,76 µg/ml.

Metabolismus

Topiramat wird bei gesunden Probanden nur zu 20% metabolisiert. Bei Patienten, die gleichzeitig

mit anderen als Enzym-Induktoren bekannten Antiepileptika behandelt werden, wird Topiramat bis

zu 50% metabolisiert. Aus Plasma, Urin und Fäzes wurden sechs Metaboliten isoliert.

Zwei Metaboliten, welche die Struktur von Topiramat weitgehend beibehielten, entfalteten in Tests

nur eine geringe oder gar keine antikonvulsive Wirkung.

Elimination

Beim Menschen werden unverändertes Topiramat und seine Metaboliten hauptsächlich über die

Nieren ausgeschieden. Nach oraler Gabe lag die totale Plasmaclearance bei rund 20-30 ml/min.

Nach mehrfachen Dosen von zweimal 50 mg bzw. 100 mg/Tag Topiramat lag die mittlere Plasma-

Eliminationshalbwertzeit bei ca. 21 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Patienten mit mittelschwerer und schwerer Niereninsuffizienz (CLCR <70 ml/min) ist die

Plasmaclearance und die renale Clearance von Topiramat erniedrigt. Aus diesem Grund werden bei

einer gegebenen Dosis bei Patienten mit Niereninsuffizienz höhere Steady-State-

Plasmakonzentrationen von Topiramat als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion erwartet.

Ausserdem benötigen Patienten mit Niereninsuffizienz bei allen Dosen eine längere Zeitspanne zum

Erreichen des Steady-State. Bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Niereninsuffizienz wird

die Hälfte der üblichen Anfangsdosis und der üblichen Erhaltungsdosis empfohlen.

Die Plasmaclearance von Topiramat ist bei älteren Patienten unverändert, sofern keine

Nierenkrankheiten vorliegen.

Topiramat wird durch Hämodialyse wirkungsvoll aus dem Plasma entfernt. Eine verlängerte Dauer

der Hämodialyse kann einen Abfall der Topiramatkonzentration unter den für die Aufrechterhaltung

einer antiepileptischen Wirkung erforderlichen Wert verursachen. Um einen raschen Abfall der

Plasmakonzentration von Topiramat während der Hämodialyse zu vermeiden, kann eine zusätzliche

Dosis Topiramat erforderlich sein. Die effektive Dosisanpassung sollte 1) die Dauer der Dialyse, 2)

die Clearancerate des angewendeten Dialysesystems und 3) die effektive renale Clearance von

Topiramat bei dem dialysierten Patienten berücksichtigen.

Die Plasmaclearance von Topiramat nimmt bei Patienten mit mittlerer bis schwerer

Leberfunktionsstörung durchschnittlich um 26% ab. Deshalb sollte Topiramat bei Patienten mit

Leberfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden.

Kinetik bei Kindern von 2-12 Jahren

Die Pharmakokinetik von Topiramat bei Kindern verläuft wie bei Erwachsenen unter «Add-On»-

Therapie linear, wobei die Plasmaclearance dosisunabhängig ist und die Steady-State-

Plasmakonzentrationen sich proportional zur verabreichten Dosis erhöhen. Bei Kindern wird eine

höhere Clearance und eine kürzere Halbwertszeit beobachtet als bei Erwachsenen, weshalb die

Plasmakonzentrationen für dieselbe mg/kg-Dosis bei Kindern tiefer liegen können als bei

Erwachsenen. Wie auch bei Erwachsenen werden durch die gleichzeitige Verabreichung von anderen

als Enzym-Induktoren bekannten Antiepileptika die Steady-State-Plasmakonzentrationen bei

Kindern verringert.

Präklinische Daten

Wiederholte orale Behandlung mit Topiramat verursachte in Nagern reversible Hyperplasien von

Epithelzellen des Magens (12 Monate Rattenstudie mit Dosen von 10, 55 und 300 mg/kg.) Diese

Befunde traten im Bereich humantherapeutischer Exposition auf.

In der Karzinogenesestudie der Maus traten Tumoren der glatten Muskulatur der Harnblase auf

(männliche Tiere bei 300 mg/kg; in allen Dosisgruppen).

Topiramat war in allen Studien der genetischen Toxizität frei von mutagenen Effekten.

Topiramat passiert in der Ratte die Plazentaschranke. In reproduktionstoxikologischen Studien

wurden in allen Spezies (Maus, Ratte und Kaninchen) teratogene Effekte beobachtet, die mit denen

von Carboanhydrasehemmern vergleichbar sind. Jungtiere wiesen auch in der Laktationsphase

geringere Körpergewichte auf.

Trotz Toxizität beim Mutter- und Vatertier schon ab 8 mg/kg/Tag wurden in nicht klinischen Studien

zur Fertilität bei männlichen und weiblichen Ratten bei Dosen bis 100 mg/kg/Tag keine Effekte auf

die Fertilität beobachtet, trotz Toxizität beim Mutter- und Vatertier schon ab 8 mg/kg/Tag.

Bei juvenilen Ratten führte die orale Verabreichung von Topiramat in Dosierungen von bis zu

300 mg/Tag in der Entwicklungsphase, welche dem Säuglingsalter, der Kindheit bzw. der Jugend

entspricht, zu ähnlichen Toxizitäten wie bei erwachsenen Tieren (verminderte Futteraufnahme mit

geringerer Gewichtszunahme, zentrolobuläre hepatozelluläre Hypertrophie und leichte urotheliale

Hyperplasie der Harnblase). Es waren keine bedeutsamen Auswirkungen auf das Wachstum der

langen Röhrenknochen (Tibia) oder die Knochenmineraldichte (Femur) nachweisbar; ebenso wenig

zeigten sich Auswirkungen auf die Entwöhnung und reproduktive Entwicklung, die neurologische

Entwicklung (einschliesslich Untersuchungen von Gedächtnis und Lernen), das Paarungsverhalten,

die Fruchtbarkeit oder Hysterotomie-Parameter.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Topamax Filmtabletten sollten an einem trockenen Ort unter 25 °C in der Originalverpackung

aufbewahrt werden. Topamax Kapseln sollten an einem trockenen Ort unter 25 °C aufbewahrt

werden.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Arzneimittel/Nahrungsmittel-Mischungen dürfen für einen späteren Gebrauch nicht gelagert werden.

Topamax Kapseln können als Ganzes geschluckt oder zusammen mit Nahrung eingenommen

werden. Die Kapseln sollten vorsichtig geöffnet und der Inhalt über eine kleine Menge weicher

Nahrung, wie z.B. Buttermilch, Yoghurt oder Apfelsauce, gestreut werden. Die Mischung aus

Nahrung und Granulat sollte sofort und unzerkaut hinuntergeschluckt werden (s.

«Dosierung/Anwendung, Allgemeine Bemerkungen»).

Topamax Filmtabletten und Kapseln sind in Plastikbehältern mit kindersicherem Verschluss

erhältlich.

Zulassungsnummer

53537, 54751 (Swissmedic).

Packungen

Topamax Filmtabletten zu 25 mg: 60 [B]

Topamax Filmtabletten zu 50 mg: 60 [B]

Topamax Filmtabletten zu 100 mg: 60 [B]

Topamax Filmtabletten zu 200 mg: 60 [B]

Topamax Kapseln zu 15 mg: 60 [B]

Topamax Kapseln zu 25 mg: 60 [B] (zurzeit nicht im Handel)

Topamax Kapseln zu 50 mg: 60 [B]

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

August 2018.

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