Sifrol 1,0 mg Tabletten

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Ficha técnica Ficha técnica (SPC)

24-10-2018

Ingredientes activos:
pramipexolum
Disponible desde:
Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH
Código ATC:
N04BC05
Designación común internacional (DCI):
pramipexolum
formulario farmacéutico:
Tabletten
Composición:
pramipexoli dihydrochloridum monohydricum 1.00 mg corresp. pramipexolum 0.7 mg, mannitolum, maydis amylum, silica colloidalis anhydrica, povidonum K 25, magnesii stearas pro compresso.
clase:
B
Grupo terapéutico:
Synthetika
Área terapéutica:
Morbus Parkinson, symptomatische Behandlung des idiopathischen Restless Legs Syndroms (RLS)
Número de autorización:
54277
Fecha de autorización:
1997-12-10

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Ficha técnica Ficha técnica - francés

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Ficha técnica Ficha técnica - italiano

01-05-2020

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Sifrol®

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH

Was ist Sifrol und wann wird es angewendet?

Sifrol gehört zur Gruppe der Dopaminagonisten, die die Dopaminrezeptoren im Gehirn stimulieren. Es

enthält den Wirkstoff Pramipexol-Dihydrochlorid-Monohydrat und wird zur Behandlung von

Beschwerden, die bei Parkinson-Krankheit auftreten, von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verschrieben.

Sifrol kann allein oder in Kombination mit Levodopa oder anderen Arzneimitteln gegen die Parkinson-

Krankheit verabreicht werden.

Sifrol wird auch zur Behandlung des Syndroms der unruhigen Beine (idiopathischen Restless Legs

Syndroms) eingesetzt.

Das Arzneimittel soll nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin eingenommen werden.

Wann darf Sifrol nicht eingenommen / angewendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegenüber Pramipexol oder einem anderen Bestandteil des Präparates.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Sifrol Vorsicht geboten?

Wenn die Nierenfunktion beeinträchtigt ist, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, insbesondere

Arzneimittel, die die Nierenfunktion beeinflussen, oder Arzneimittel, die über die Nieren ausgeschieden

werden, z.B. Magensäuresekretionshemmer, Arzneimittel zur Behandlung des erworbenen

Immundefektsyndroms (AIDS) mit dem Wirkstoff Zidovudin, Arzneimittel zur Behandlung von

Krebserkrankungen mit dem Wirkstoff Cisplatin, oder wenn Sie andere Arzneimittel zur Behandlung der

Parkinson-Krankheit oder Arzneimittel, die Müdigkeit (Somnolenz) hervorrufen können, einnehmen,

sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin davon in Kenntnis setzen.

Die Einnahme von antipsychotischen Arzneimitteln während einer Behandlung mit Sifrol sollte

vermieden werden.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an einer Herzkrankheit leiden. Ihr Blutdruck

sollte regelmässig überprüft werden, besonders zu Beginn der Behandlung. Damit soll ein Abfall des

Blutdrucks beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) vermieden werden.

Sifrol kann bei manchen Patienten und Patientinnen Verhaltensänderungen, z.B. Spielsucht

(pathologisches Spielen), Kaufsucht sowie gesteigertes sexuelles Verlangen (erhöhte Libido),

Essattacken sowie Sinnestäuschungen und Schläfrigkeit hervorrufen. Informieren Sie Ihren Arzt bzw.

Ärztin, wenn Sie oder Ihre Familie/Betreuungspersonen solche ungewöhnlichen Verhaltensweisen an

Ihnen bemerken. Möglicherweise muss Ihr Arzt/Ihre Ärztin dann die Dosis anpassen oder die

Behandlung abbrechen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie oder Ihre Familie/Ihre Betreuungspersonen

bemerken, dass Sie manisches Verhalten (Unruhe, euphorische Stimmung oder Übererregtheit) oder

Delir (verminderte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Realitätsverlust) entwickeln. Möglicherweise muss

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin dann die Dosis anpassen oder die Behandlung abbrechen.

Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie nach dem Absetzen Ihrer Sifrol-

Behandlung oder einer Dosisreduktion Symptome wie Depression, Teilnahmslosigkeit (Apathie), Angst,

Müdigkeit, Schwitzen oder Schmerzen verspüren. Wenn diese Probleme länger als wenige Wochen

anhalten, muss Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihre Behandlung eventuell anpassen. Patienten und

Patientinnen mit einer Parkinson-Krankheit haben gegenüber der Gesamtbevölkerung ein erhöhtes

Risiko, einen schwarzen Hautkrebs (Melanom) zu entwickeln. Daher sollten Sie in regelmässigen

Abständen eine Hautuntersuchung durch einen erfahrenen Hautarzt resp. eine erfahrene Hautärztin

unternehmen und unter anderem auf eine Vergrösserung, eine Farbänderung sowie auf ein Jucken von

Hautbereichen (z.B. Leberflecken) achten und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unverzüglich darüber

informieren.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Sifrol kann bei manchen Patienten und Patientinnen zu Schläfrigkeit führen. Alkoholgenuss kann

ebenfalls müde machen und daher durch Sifrol ausgelöste Müdigkeit noch verstärken. Seien Sie

besonders vorsichtig, wenn Sie plötzliche übermässige Schläfrigkeit verspüren. Auch darüber sollten Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, ebenso wenn Sie feststellen, dass Sie während der Ausübung

von Alltagsaktivitäten plötzlich eingeschlafen sind. In seltenen Fällen wurde, wie bei anderen

Parkinsonmitteln, über plötzliches Einschlafen berichtet, das ohne Vorwarnung jederzeit während der

Behandlung auftreten kann. Falls Sie an plötzlichem Einschlafen oder an starker Müdigkeit tagsüber

leiden, dürfen Sie daher während der Einnahme von Sifrol kein Motorfahrzeug führen oder andere

Aktivitäten ausüben (z.B. Bedienen von Maschinen), bei denen eine verminderte Aufmerksamkeit Sie

selbst oder andere gefährdet.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie oder Ihre Familie/Betreuungsperson bemerken,

dass Sie suchtähnliche Symptome entwickeln, die zum heftigen Verlangen nach hohen Dosen von Sifrol

und anderen dopaminergen Arzneimitteln führen (bekannt als Dopamin-Dysregulationssyndrom).

Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie folgende Beschwerden oder Symptome

haben oder entwickeln:

·Halluzinationen (Dinge sehen, hören oder fühlen, die gar nicht da sind). Die meisten Halluzinationen

sind visueller Art.

·Motorische Fehlfunktionen (Dyskinesien; z.B. abnorme, unkontrollierte Bewegungen der

Gliedmassen). Wenn Sie an fortgeschrittener Parkinson-Krankheit leiden und auch Levodopa

einnehmen, könnten Sie während der schrittweisen Erhöhung der Dosierung von Sifrol motorische

Fehlfunktionen (Dyskinesien) entwickeln.

·Unfähigkeit, den Körper und den Hals gerade und aufrecht zu halten (axiale Dystonie). Insbesondere

kann bei Ihnen eine Beugung des Kopfes und Halses nach vorn (Antecollis), eine Vorwärtsneigung des

Rumpfes (Kamptokormie) oder eine seitliche Beugung des Rückens (auch als Pleurothotonus oder Pisa-

Syndrom bezeichnet) auftreten.

·Sehstörungen. Lassen Sie während der Behandlung mit Sifrol Ihre Augen in regelmässigen Abständen

untersuchen.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen

Darf Sifrol während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Sifrol

sollte während der Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn dies absolut notwendig ist. Nur Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin kann entscheiden, ob Sie während der Schwangerschaft Sifrol anwenden dürfen.

Sifrol sollte in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Ist eine Behandlung notwendig, sollte abgestillt

werden. Kontaktieren Sie auf jeden Fall Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Wie verwenden Sie Sifrol?

Sifrol sollte während oder ausserhalb der Mahlzeiten mit Wasser eingenommen werden. Die Dosierung

wird nur von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin festgelegt.

Sifrol Tabletten sind nur für Erwachsene und sollten nicht von Kindern oder Jugendlichen bis zu 18

Jahren eingenommen werden.

Parkinson-Krankheit

Die Behandlung beginnt mit der Einnahme von 1 Tablette (0,125 mg) Sifrol 3 x täglich.

Die Tagesdosis wird dann schrittweise im Abstand von 5-7 Tagen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

erhöht, bis die für Sie geeignete Dosis erreicht ist.

Mit dieser Dosierung, sie liegt zwischen 0,375 mg und 4,5 mg Sifrol pro Tag, erfolgt dann Ihre weitere

Behandlung. Nehmen Sie diese Tagesdosis in drei gleich grossen Teilen ein. Besteht eine

Nierenfunktionsstörung, so kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin auch eine niedrigere Dosis verschreiben.

Restless Legs Syndrom

Die Behandlung beginnt mit der Einnahme von 1 Tablette (0,125 mg) Sifrol einmal täglich 2-3 Stunden

vor dem Zubettgehen. Falls diese Dosis zur Symptomlinderung nicht ausreicht, kann Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin empfehlen, die Dosis alle 4-7 Tage schrittweise auf 0,25 mg, 0,5 mg oder 0,75 mg pro Tag zu

erhöhen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Ihre

Nierenfunktion beeinträchtigt ist.

Falls Sie einmal die Einnahme von Sifrol vergessen haben, setzen Sie Ihre Behandlung so früh wie

möglich fort. Nehmen Sie also nie mehr als eine Dosis auf einmal.

Sollten Sie versehentlich zu viele Tabletten genommen haben, nehmen Sie sofort Kontakt zu Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin auf oder seiner/ihrer Stellvertretung. Nehmen Sie die Arzneimittelpackung mit und

fahren Sie nicht selbst Auto.

Brechen Sie die Einnahme von Sifrol nicht ab, ohne zuerst mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin gesprochen

zu haben.

Wenn Sie die Einnahme dieses Arzneimittels abbrechen müssen, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die

Dosis schrittweise verringern. Bei einem plötzlichen Absetzen besteht ein hohes Risiko zur

Verschlechterung der Symptome.

Zudem kann der plötzliche Abbruch, wenn Sie an der Parkinson-Krankheit leiden, einen

Krankheitszustand hervorrufen, der malignes neuroleptisches Syndrom genannt wird und ein erhebliches

Gesundheitsrisiko darstellen kann. Zu den Symptomen zählen: herabgesetzte oder fehlende

Muskelbewegungen (Akinesie), Muskelsteifheit, Fieber, instabiler Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz

(Tachykardie), Verwirrtheit, eingeschränktes Bewusstsein (z.B. Koma).

Wenn Sie die Einnahme von Sifrol abbrechen oder reduzieren, könnte dies bei Ihnen auch einen

Krankheitszustand hervorrufen, der Dopaminagonistenentzugssyndrom genannt wird. Zu den

Symptomen zählen Depression, Teilnahmslosigkeit (Apathie), Angst, Müdigkeit, Schwitzen oder

Schmerzen. Wenn Sie diese Symptome bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Sifrol haben?

Wenn Sie unter der Parkinson-Krankheit leiden, können die folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen

auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Schwindel, unwillkürliche Bewegungen, Schläfrigkeit, Übelkeit

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Schlaflosigkeit, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Verwirrtheit, ungewöhnliche Träume, Drang sich

ungewöhnlich zu verhalten, Kopfschmerzen, Sehstörungen einschliesslich Doppeltsehen,

verschwommenes Sehen, schlechteres Sehen, niedriger Blutdruck, Erbrechen, Verstopfung,

Flüssigkeitsansammlung z.B. in den Armen oder in den Beinen (peripheres Ödem), Müdigkeit,

Gewichtsabnahme einschliesslich vermindertem Appetit

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Lungenentzündung (Pneumonie), unzureichende Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (ADH)

mit Zeichen der Überwässerung des Körpers/Abfall der Blutsalze (mit z.B. Störungen des Bewusstseins

inkl. Koma, von Gedächtnis und Konzentration, Krampfanfällen, Sinnestäuschungen (Halluzinationen),

Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen), Störungen der Libido, Wahnvorstellungen, Paranoia (z.B.

übertriebene Angst um das eigene Wohlbefinden), Spielsucht, übermässige sexuelle Aktivität,

Kaufsucht, Unruhe, Essattacken (Verzehr grosser Mengen in kurzer Zeit) oder zwanghaftes Essen (mehr

als normal und über das Sättigungsgefühl hinaus), Delir (verminderte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit,

Realitätsverlust), übermässiger Bewegungsdrang, plötzliches Einschlafen mit und ohne vorhergehender

Müdigkeit (Somnolenz), Ohnmachtsanfall, Gedächtnisstörung (Amnesie), Beugung des Kopfes und

Halses nach vorn (Antecollis), Herzschwäche einschliesslich Herzversagen, Atemnot, Schluckauf,

Hautsymptome wie Hautausschlag, Juckreiz und weitere allergische Reaktionen, Gewichtszunahme

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Manisches Verhalten (Unruhe, euphorische Stimmung oder Übererregtheit)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Nach dem Absetzen Ihrer Sifrol-Behandlung oder einer Dosisreduktion können Depression, Apathie,

Angst, Müdigkeit, Schwitzen oder Schmerzen auftreten (das sogenannte

Dopaminagonistenentzugssyndrom).

Wenn Sie unter dem Restless Legs Syndrom leiden, können die folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen

auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Übelkeit

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Schlaflosigkeit, ungewöhnliche Träume, Schwindel, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen,

Verstopfung, Müdigkeit

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Lungenentzündung (Pneumonie), unzureichende Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (ADH)

mit Zeichen der Überwässerung des Körpers/Abfall der Blutsalze (mit z.B. Störungen des Bewusstseins

inkl. Koma, von Gedächtnis und Konzentration, Krampfanfällen, Sinnestäuschungen (Halluzinationen),

Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen), Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Verwirrtheit, Unruhe,

Störung der Libido, Wahnvorstellungen, Paranoia (z.B. übertriebene Angst um das eigene

Wohlbefinden), Drang sich ungewöhnlich zu verhalten wie z.B. Essattacken (Verzehr grosser Mengen in

kurzer Zeit) oder zwanghaftes Essen (mehr als normal und über das Sättigungsgefühl hinaus),

Kaufsucht, übermässige sexuelle Aktivität, krankhafte Spielsucht, manisches Verhalten (Unruhe,

euphorische Stimmung oder Übererregtheit), Delir (verminderte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit,

Realitätsverlust), unwillkürliche Bewegungen, plötzliches Einschlafen mit und ohne vorhergehender

Müdigkeit (Somnolenz), Ohnmachtsanfall, Gedächtnisstörung (Amnesie), übermässiger

Bewegungsdrang, Beugung des Kopfes und Halses nach vorn (Antecollis), Sehstörungen einschliesslich

Doppeltsehen, verschwommenes Sehen, schlechteres Sehen, Herzschwäche einschliesslich

Herzversagen, niedriger Blutdruck, Atemnot, Schluckauf, Hautsymptome wie Hautausschlag, Juckreiz

und weitere allergische Reaktionen, Flüssigkeitsansammlung z.B. in den Armen oder in den Beinen

(peripheres Ödem), Gewichtszunahme bzw. Gewichtsabnahme einschliesslich verminderte Appetit.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Nach dem Absetzen Ihrer Sifrol-Behandlung oder einer Dosisreduktion können Depression, Apathie,

Angst, Müdigkeit, Schwitzen oder Schmerzen auftreten (das sogenannte

Dopaminagonistenentzugssyndrom).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Sifrol Tabletten sind bis zur Verwendung in den Originalblisterstreifen aufzubewahren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Sifrol enthalten?

Wirkstoffe

Der Wirkstoff ist Pramipexoldihydrochlorid-Monohydrat

Jede Tablette enthält 0,125 mg, 0,25 mg, 0,5 mg oder 1,0 mg Pramipexoldihydrochlorid-Monohydrat

entsprechend 0,088 mg, 0,18 mg, 0,35 mg oder 0,7 mg Pramipexol

Hilfsstoffe

Mannitol, Maisstärke, hochdisperses Siliciumdioxid, Povidon K25, Magnesiumstearat

Zulassungsnummer

54277 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Sifrol? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Tabletten zu 0,125 mg: 30

Tabletten (teilbar) zu 0,25 mg: 30 und 100

Tabletten (teilbar) zu 0,5 mg: 100

Tabletten (teilbar) zu 1,0 mg: 100

Zulassungsinhaberin

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH, Basel

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

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Fachinformation

Sifrol®/- ER

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Pramipexolum ut Pramipexoli dihydrochloridum monohydricum.

Hilfsstoffe

Tabletten: Excip. pro compresso.

Retardtabletten: Excip. pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 0,125 mg, 0,25 mg, 0,5 mg und 1,0 mg Pramipexol-Dihydrochlorid-Monohydrat

(entsprechend 0,088 mg, 0,18 mg, 0,35 mg und 0,7 mg Pramipexol-Base).

Die Sifrol Tabletten, mit Ausnahme von Sifrol 0,125 mg Tabletten, können in gleiche Hälften geteilt

werden.

Retardtabletten zu 0,375 mg, 0,75 mg, 1,5 mg, 3,0 mg und 4,5 mg Pramipexol-Dihydrochlorid-

Monohydrat (entsprechend 0,26 mg, 0,52 mg, 1,05 mg, 2,1 mg und 3,15 mg Pramipexol-Base).

Die Sifrol ER Retardtabletten dürfen weder geteilt noch zerdrückt werden.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Sifrol Tabletten

Symptomatische Behandlung der idiopathischen Parkinson-Erkrankung, als Monotherapie oder in

Kombination mit Levodopa.

Symptomatische Behandlung des idiopathischen Restless Legs Syndroms (RLS).

Sifrol ER Retardtabletten

Symptomatische Behandlung der idiopathischen Parkinson-Erkrankung, als Monotherapie oder in

Kombination mit Levodopa.

Dosierung/Anwendung

Die Tabletten/Retardtabletten sollten oral mit oder ohne Nahrung mit etwas Wasser eingenommen

werden. Die Tagesdosis wird bei Behandlung mit Sifrol Tabletten, aufgeteilt in gleiche Dosen,

dreimal täglich eingenommen.

Die Retardtabletten sollten einmal täglich und jeden Tag immer ungefähr zu selben Zeit

eingenommen werden. Die Retardtabletten sollten ganz geschluckt werden und dürfen weder gekaut

noch geteilt bzw. zerdrückt werden. Wird die Einnahme einer Retardtablette vergessen, kann die

Einnahme der vergessenen Retardtablette innerhalb von 12 Stunden nachgeholt werden. Wird die

vergessene Einnahme erst nach 12 Stunden festgestellt, sollte die Dosis ausgelassen und die nächste

Einnahme am nächsten Tag zum regulären Zeitpunkt eingenommen werden.

Parkinsonerkrankung

Anfangsbehandlung

Beginnend mit einer Initialdosis von 0,375 mg/Tag sollte die Dosierung von Sifrol/Sifrol ER in

Abständen von 5-7 Tagen schrittweise erhöht werden.

Unter der Voraussetzung, dass keine schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen auftreten, sollte

die Dosis bis zum Erreichen eines maximalen Behandlungserfolgs erhöht werden.

Im ersten Schritt (frühestens nach einer Woche) kann die Dosis um 0.375 mg erhöht werden.

Ist eine weitere Dosissteigerung erforderlich, sollte die Tagesdosis in wöchentlichen Abständen um

0,75 mg bis zu einer Höchstdosis von 4,5 mg/Tag erhöht werden.

Patienten, die Sifrol Tabletten bereits einnehmen, können von einen Tag auf den anderen auf die

gleiche Tagesdosis Sifrol ER Retardtabletten umgestellt werden.

Nach der Umstellung auf Sifrol ER Retardtabletten sollte die Dosis in den ersten Wochen

entsprechend dem therapeutischen Ansprechen des Patienten angepasst werden.

Dauerbehandlung

Die individuelle Dosierung von Sifrol/Sifrol ER sollte zwischen 0,375 mg bis maximal 4,5 mg/Tag

liegen.

In den klinischen Studien, sowohl an Patienten mit frühen als auch mit fortgeschrittenen

Erkrankungsstadien, wurde die Wirksamkeit bereits ab einer Tagesdosis von 1,5 mg nachgewiesen.

Bei einzelnen Patienten kann durch eine höhere Tagesdosis als 1,5 mg ein zusätzlicher

therapeutischer Nutzen erzielt werden.

Das betrifft vor allem Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung, bei denen eine Verringerung der

Levodopa-Dosierung angestrebt wird. Es ist jedoch zu beachten, dass die Inzidenz und der

Schweregrad von Somnolenz bei Dosierungen über 1,5 mg/Tag ansteigen.

Dosierung bei Patienten mit zusätzlicher Levodopa-Behandlung

Bei Patienten mit gleichzeitiger Levodopa-Therapie ist eine Verringerung der Levodopa-Dosis,

sowohl während der Anfangs- als auch der Dauerbehandlung mit Sifrol/Sifrol ER angezeigt, um die

Möglichkeit einer überschiessenden dopaminergen Stimulation zu vermeiden. Auf Grund von Daten

aus einer kontrollierten Studie an Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist eine

Reduktion der Levodopa-Dosis um 25% (oder mehr) zu empfehlen.

Absetzen der Therapie

Ein plötzlicher Abbruch einer dopaminergen Therapie kann zur Entwicklung eines malignen

neuroleptischen Syndroms führen.

Sifrol/Sifrol ER sollten schrittweise um 0.75 mg Pramipexol (entspricht 0.54 mg der Pramipexol-

Base) pro Tag reduziert werden, bis zu einer Tagesdosis von 0.75 mg Pramipexol (entspricht

0.54 mg der Pramipexol-Base). Anschliessend sollte die Dosis um 0.375 mg Pramipexol (entspricht

0.26 mg der Pramipexol-Base) pro Tag reduziert werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Restless Legs Syndrom

Die empfohlene Initialdosis von Sifrol beträgt 0,125 mg einmal täglich, 2-3 Stunden vor dem

Zubettgehen. Bei Patienten, die eine zusätzliche symptomatische Linderung benötigen, kann die

Dosis alle 4-7 Tage stufenweise um 0.125 mg bis zu einer Höchstdosis von 0,75 mg/Tag erhöht

werden.

Absetzen der Therapie

Sifrol kann ohne schrittweise Dosisreduktion abgesetzt werden. Nach abrupter Beendigung der

Behandlung wurde bei 10% der Patienten ein Rebound der RLS-Symptome beobachtet. Dieser

Effekt trat über alle Dosisstufen hinweg ähnlich ausgeprägt auf.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Dosierung bei Parkinson-Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion

Die Ausscheidung von Pramipexol hängt von der Nierenfunktion ab. Für die Anfangsbehandlung

wird folgendes Dosierungsschema empfohlen:

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance >50 ml/min ist keine Reduzierung der Tagesdosis bzw.

der Einnahmefrequenz erforderlich.

Sifrol Tabletten

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 20-50 ml/min sollte die initiale Tagesdosis von

Sifrol Tabletten auf zwei getrennte Einnahmen beginnend mit je 0,125 mg beschränkt werden

(0,25 mg/Tag).

Eine Höchstdosis von 2,25 mg Pramipexol pro Tag sollte nicht überschritten werden.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <20 ml/min sollte die Tagesdosis von Sifrol Tabletten,

beginnend mit 0,125 mg/Tag, auf einmal verabreicht werden.

Eine Höchstdosis von 1,5 mg Pramipexol pro Tag sollte nicht überschritten werden.

Tritt während der Dauerbehandlung eine Abnahme der Nierenfunktion auf, ist die Tagesdosis von

Sifrol um denselben Prozentsatz zu reduzieren, um den die Kreatinin-Clearance abnimmt. Verringert

sich beispielsweise die Kreatinin-Clearance um 30%, so ist die Tagesdosis Sifrol um 30% zu

reduzieren. Beträgt die Kreatinin-Clearance 20-50 ml/min kann die Tagesdosis auf zwei Einnahmen

verteilt werden, beträgt sie weniger als 20 ml/min kann die Tagesdosis auf einmal verabreicht

werden.

Sifrol ER Retardtabletten

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30-50 ml/min sollte die Behandlung mit

Sifrol ER 0,375 mg Retardtabletten jeden zweiten Tag eingeleitet werden.

Vor einer Erhöhung der Tagesdosis nach einer Woche, sollte Vorsicht angewandt und das

therapeutische Ansprechen und die Verträglichkeit sorgfältig beurteilt werden. Ist eine weitere

Dosiserhöhung erforderlich, sollte die Tagesdosis in wöchentlichen Abständen um 0,375 mg

Pramipexol bis zu einer Höchstdosis von 2,25 mg Pramipexol pro Tag erhöht werden.

Es liegen keine Daten zur Behandlung von Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <30 ml/min mit

Sifrol ER Retardtabletten vor. Die Anwendung von Sifrol Tabletten sollte in Betracht gezogen

werden. Tritt während der Dauerbehandlung eine Abnahme der Nierenfunktion auf, so sollten oben

stehende Empfehlungen berücksichtigt werden.

Dosierung bei RLS-Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion

Die Verwendung von Sifrol bei RLS-Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion wurde nicht

untersucht.

Die Ausscheidung von Pramipexol hängt von der Nierenfunktion ab und ist eng mit der Kreatinin-

Clearance verbunden.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance >20 ml/min ist keine Reduzierung der Tagesdosis

erforderlich.

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <20 ml/min) ist entsprechend der

Dosierungsempfehlung bei Parkinson-Erkrankung die Tagesdosis um denselben Prozentsatz zu

reduzieren, um den die Kreatinin-Clearance abnimmt.

Dosierung bei Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion

Der mögliche Einfluss einer Leberinsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Sifrol/Sifrol ER wurde

nicht untersucht.

Bei Beeinträchtigung der Leberfunktion ist eine Reduktion der Dosis nicht erforderlich, da ca. 90%

des absorbierten Wirkstoffs über die Nieren ausgeschieden werden.

Dosierung bei Kindern und Jugendlichen

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Sifrol/Sifrol ER bei Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren

wurde nicht untersucht.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Pramipexol oder einem anderen Bestandteil des Arzneimittels,

Hämodialyse.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Beeinträchtigte Nierenfunktion

Wird Sifrol/Sifrol ER einem Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion verschrieben, sollte die

Dosierung entsprechend der Angaben im Kapitel «Dosierung/Anwendung» reduziert werden.

Halluzinationen und Desorientiertheit

Halluzinationen und Verwirrtheit sind bekannte unerwünschte Wirkungen bei einer Behandlung mit

Dopamin-Agonisten und Levodopa. Halluzinationen traten bei Patienten mit fortgeschrittener

Parkinson-Erkrankung, die Sifrol/Sifrol ER zusammen mit Levodopa erhielten, häufiger auf als bei

Sifrol-Monotherapie in frühen Erkrankungsstadien. Während des klinischen

Entwicklungsprogramms für die Zulassung des Restless-Legs-Syndroms wurde ein Fall von

Halluzinationen berichtet. Die Patienten sollten informiert werden, dass (vor allem visuelle)

Halluzinationen auftreten können.

Dyskinesien

Während der Initialbehandlung mit Sifrol/Sifrol ER können Dyskinesien vorkommen, insbesondere

bei der Anwendung von Sifrol/Sifrol ER als Zusatztherapie zu Levodopa. Wenn sie auftreten, sollte

die Levodopa-Dosis reduziert werden.

Plötzliches Einschlafen und Somnolenz

Wie bei der Behandlung mit anderen Dopaminagonisten und Levodopa selber, wurde bei

Behandlung mit Pramipexol über Somnolenz (sehr häufig) und über plötzliches Einschlafen

(gelegentlich) berichtet, insbesondere bei Parkinson-Patienten. Dies hat bei gefährlichen Tätigkeiten

wie z.B. Autofahren zu Unfällen oder Beinahe-Unfällen geführt, und kann sowohl für den Patienten

als auch für andere Personen lebensbedrohlich sein. In der Regel trat dieses plötzliche Einschlafen

ohne Wahrnehmung von Warnanzeichen auf. Werden derartige Fälle von plötzlichem Einschlafen

beobachtet, sollte eine Dosisreduktion oder eine Beendigung der Behandlung erwogen werden. Mit

Pramipexol behandelte Patienten sollten davor gewarnt werden, dass ihre Sicherheit und die anderer

Personen gefährdet ist, wenn diese unerwünschten Wirkungen während des Führens von Fahrzeugen

oder der Bedienung von Maschinen eintreten. Den Patienten ist von solchen Aktivitäten abzuraten,

falls sie unter Somnolenz und/oder plötzlichem Einschlafen leiden. Wegen möglicher additiver

Effekte wird zu erhöhter Vorsicht geraten, wenn Patienten andere sedierende Arzneimittel oder

Alkohol in Kombination mit Pramipexol einnehmen (siehe auch «Interaktionen», «Wirkungen auf

die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen», «Unerwünschte Wirkungen»).

Impulskontrollstörungen und zwanghafte Verhaltensweisen

Spielsucht, gesteigerte Libido und Hypersexualität wurde bei Parkinson-Patienten berichtet, die mit

Dopaminagonisten einschliesslich Pramipexol behandelt wurden. Patienten und Betreuende sollten

informiert werden, dass darüber hinaus weitere Symptome einer Impulskontrollstörung oder

zwanghaften Verhaltens wie Essattacken, Hyperphagie und Kaufsucht auftreten können. Eine

Dosisreduktion oder ein schrittweises Absetzen der Behandlung sollte in Betracht gezogen werden.

Manisches Verhalten und Delir

Die Patienten sollten regelmässig im Hinblick auf die Entwicklung von Manie und Delir überwacht

werden. Patienten und Betreuende sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei Patienten,

die mit Pramipexol behandelt werden, Manie und Delir auftreten können. Eine Dosisreduktion oder

ein schrittweises Absetzen sollte in Betracht gezogen werden, wenn solche Symptome auftreten.

Patienten mit psychotischen Störungen

Patienten mit psychotischen Störungen sollten mit Dopaminagonisten nur behandelt werden, wenn

der mögliche Nutzen die Risiken überwiegt. Die gleichzeitige Verabreichung von antipsychotischen

Arzneimitteln und Pramipexol wird nicht empfohlen (siehe «Interaktionen»).

Patienten mit schwerer kardiovaskulärer Erkrankung

Im Falle einer schweren kardiovaskulären Erkrankung ist Vorsicht geboten. Wegen des allgemeinen

Risikos einer orthostatischen Hypotonie bei dopaminerger Therapie ist es empfehlenswert, den

Blutdruck besonders am Anfang der Therapie zu kontrollieren.

Dystonie

Patienten mit Morbus Parkinson können mit axialer Dystonie wie Antecollis, Kamptokormie oder

Pleurothotonus (Pisa-Syndrom) vorstellig werden. Eine Dystonie wurde gelegentlich nach der

Einleitung einer Behandlung mit Dopaminagonisten einschliesslich Pramipexol berichtet, jedoch

konnte ein eindeutiger Kausalzusammenhang nicht nachgewiesen werden. Eine Dystonie kann auch

mehrere Monate nach Aufnahme oder Anpassung der medikamentösen Behandlung auftreten. Bei

Auftreten von Dystonie sollte die dopaminerge Therapie überprüft und gegebenenfalls angepasst

werden.

Augenärztliche Kontrollen

In Karzinogenitätsstudien wurde bei Albinoratten unter einer Pramipexol-Überdosierung eine

Netzhautdegeneration mit Verlust von Photorezeptoren festgestellt. Diese pathologischen

Veränderungen wurden in keiner der anderen untersuchten Spezies (Albinomäuse, pigmentierte

Ratten, Affen, Minischweinen) beobachtet. Auf Grund des betroffenen universellen Mechanismus

darf dies im Hinblick auf den Menschen nicht ignoriert werden. Allerdings ergaben Untersuchungen

beim Menschen bisher keine Hinweise auf das Vorkommen ähnlicher Prozesse.

Augenärztliche Untersuchungen werden in regelmässigen Abständen empfohlen oder bei Auftreten

von Sehstörungen (siehe «Unerwünschte Wirkungen» und «Präklinische Daten»).

Melanom

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Patienten mit Morbus Parkinson gegenüber der

Gesamtbevölkerung ein erhöhtes Risiko (2- bis ca. 6-fach) haben, ein Melanom zu entwickeln. Ob

das festgestellte erhöhte Risiko auf Morbus Parkinson oder auf andere Faktoren zurückzuführen ist,

wie Arzneimittel zur Behandlung von Morbus Parkinson, ist nicht klar. Aus diesen erwähnten

Gründen sollten Patienten und die behandelnden Ärzte beraten sein, bei der Anwendung von

Pramipexol bzw. anderen dopaminergen Arzneimitteln auf Melanome zu achten.

Malignes neuroleptisches Syndrom

Nach plötzlichem Absetzen der dopaminergen Therapie wurden Symptome eines malignen

neuroleptischen Syndroms beobachtet (siehe «Dosierung/Anwendung, Parkinsonerkrankung,

Absetzen der Therapie»).

Zunahme des Restless Legs Syndroms (Augmentation)

Literaturberichte weisen auf eine mögliche Zunahme des RLS nach einer dopaminergen Behandlung

hin.

Dies äussert sich in einem früheren Auftreten der Symptome am Abend (oder sogar am Nachmittag),

einer Verstärkung der Symptome, und/oder einem Ausbreiten der Symptome auf andere

Extremitäten. Gegebenenfalls ist ein Absetzen von Sifrol oder eine Umstellung der medikamentösen

Therapie erforderlich.

Das Phänomen der Augmentation wurde in einer kontrollierten klinischen Studie über 26 Wochen

gesondert untersucht. Eine Augmentation wurde bei 11,8% der Patienten der Pramipexol-Gruppe (N

= 152) und bei 9,4% der Patienten der Placebo-Gruppe (N = 149) beobachtet. Die Kaplan-Meier-

Analyse der Zeit bis zum Auftreten einer Augmentation zeigte zwischen der Pramipexol- und der

Placebo-Gruppe keinen signifikanten Unterschied.

Fertilität

Es liegen keine klinischen Studien zur Auswirkung auf die Fertilität beim Menschen vor.

Tierexperimentelle Studien haben zwar keine direkte oder indirekte schädliche Wirkung auf die

männliche Fertilität ergeben, jedoch eine verringerte weibliche Fertilität durch die Beeinflussung des

weiblichen Zyklus, wie von einem Dopaminagonisten zu erwarten ist (siehe auch «Präklinische

Daten»).

Überreste im Stuhl

Es gibt Berichte über das Auftreten von Überresten im Stuhl, die wie intakte Sifrol Retardtabletten

aussehen können. Wenn ein Patient hierüber berichtet, muss das Ansprechen des Patienten auf die

Behandlung erneut geprüft werden.

Interaktionen

Plasmaproteinbindung

Eine Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln, die die Plasmaproteinbindung oder den

Metabolismus beeinflussen, ist unwahrscheinlich.

Inhibitoren bzw. Kompetitoren der aktiven renalen Ausscheidung

Cimetidin reduziert die renale Clearance von Pramipexol um annähernd 34%, wahrscheinlich durch

Hemmung des kationischen sekretorischen Transportsystems der renalen Tubuli. Deshalb können

Pramipexol und Arzneimittel, die die aktive renale Tubulussekretion hemmen oder auf diesem Wege

ausgeschieden werden, sich gegenseitig beeinflussen und zu einer reduzierten Clearance von einem

oder beiden Arzneimitteln führen. Arzneimittel, die neben Cimetidin in diese Kategorie gehören sind

Amantadin, Diltiazem, Chinidin, Chinin, Ranitidin, Triamteren, Verapamil, Digoxin, Procainamid,

Zidovudin, Cisplatin und Trimethoprim. Wird eines dieser Arzneimittel zusammen mit Sifrol/Sifrol

ER verabreicht, sollte auf Zeichen einer Dopaminüberstimulation, wie Dyskinesien, Agitiertheit oder

Halluzinationen geachtet werden. In solchen Fällen ist eine Dosisreduktion erforderlich.

Kombination mit Selegilin und Levodopa

Selegilin und Levodopa beeinflussen die Pharmakokinetik von Pramipexol nicht. In einer kleinen

pharmakokinetischen Studie (n = 9) wurde das Ausmass der Gesamtresorption und Elimination von

Levodopa durch die gleichzeitige Verabreichung von Pramipexol nicht verändert. Bei einer

Kombinationstherapie kann es aber trotzdem zu einer überschiessenden dopaminergen Stimulation

kommen.

Die initiale Resorptionsrate von Levodopa war bei 4 von 9 Probanden erhöht, die alle weiblich

waren.

Es wird empfohlen, während der Dosissteigerung von Sifrol/Sifrol ER bei Parkinson-Patienten, die

Dosierung von Levodopa zu verringern und die Dosierung anderer Anti-Parkinson-Therapeutika

konstant zu halten (siehe «Dosierung bei Patienten mit zusätzlicher Levodopa-Behandlung»).

Anticholinergika und Amantadin

Die Wechselwirkung mit Anticholinergika und Amantadin wurde nicht geprüft.

Da die Ausscheidung von Anticholinergika überwiegend über den hepatischen Metabolismus erfolgt,

ist eine pharmakokinetische Wechselwirkung mit Pramipexol eher unwahrscheinlich.

Antipsychotische Arzneimittel

Die gleichzeitige Verabreichung von antipsychotischen Arzneimitteln mit Pramipexol wird nicht

empfohlen, z.B. wenn Dopamin-antagonistische Wirkungen zu erwarten sind (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Andere Arzneimittel/Alkohol

Wegen möglicher additiver Effekte wird zu erhöhter Vorsicht geraten, wenn Patienten andere

sedierende Arzneimittel oder Alkohol in Kombination mit Pramipexol einnehmen sowie bei

gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, welche den Plasmaspiegel von Pramipexol erhöhen

(z.B. Cimetidin).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Der Einfluss auf Schwangerschaft wurde beim Menschen nicht untersucht. Untersuchungen an

Nagetieren und Kaninchen ergaben keinen Hinweis auf teratogene Wirkungen. In maternal toxischen

Dosen war Pramipexol bei der Ratte auch für den Embryo toxisch (siehe «Präklinische Daten»).

Sifrol/Sifrol ER sollte während der Schwangerschaft nicht verwendet werden, es sei denn, dies ist

absolut notwendig.

Stillzeit

Der Übertritt von Pramipexol in die Muttermilch wurde beim Menschen nicht geprüft. Bei Ratten

war die Konzentration von Pramipexol und seinen Metaboliten (gemessen als 14C-Radioaktivität) in

der Milch höher als im Plasma.

Da Pramipexol beim Menschen die Prolaktinsekretion inhibiert, ist eine Hemmung der Laktation zu

erwarten.

Da keine Daten aus klinischen Studien am Menschen vorliegen, sollte Sifrol/Sifrol ER während der

Stillzeit möglichst nicht eingenommen werden. Ist eine Anwendung unvermeidbar, sollte abgestillt

werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Dem Patienten sollte bewusst sein, dass Halluzinationen auftreten können und die

Verkehrstüchtigkeit beeinflussen können.

Patienten sollen vor den möglichen sedierenden Wirkungen (einschliesslich Somnolenz und

plötzliches Einschlafen während den täglichen Aktivitäten), welche mit Sifrol/Sifrol ER assoziiert

sind gewarnt werden. Da die Somnolenz und plötzliches Einschlafen potentiell gefährliche

Auswirkungen haben können, sollten die Patienten angewiesen werden, weder Kraftfahrzeuge zu

führen, Maschinen zu bedienen noch andere potenziell gefährliche Tätigkeiten auszuführen. Dies gilt

bis genügend Erfahrung mit der Einnahme von Sifrol/Sifrol ER vorhanden ist, um abschätzen zu

können, ob die mentalen und/oder motorischen Fähigkeiten durch Sifrol/Sifrol ER negativ

beeinflusst werden. Die Patienten sollen bei Somnolenz und Fällen von plötzlichem Einschlafen

während täglicher Aktivitäten (z.B. Gespräche, Essen, usw.), welche zu jedem Zeitpunkt der

Behandlung auftreten können, ihren Arzt aufsuchen (siehe auch «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Unerwünschte Wirkungen

Definition der verwendeten Häufigkeitskategorien: sehr häufig (≥10%), häufig (≥1%, <10%),

gelegentlich (≥0,1%, <1%), selten (>0,01%, <0,1%).

Parkinson-Erkrankung

Die unten aufgeführten unerwünschten Wirkungen basieren auf der Analyse von gepoolten, Placebo-

kontrollierten Studien mit insgesamt 210 Patienten unter Sifrol ER, 1568 Patienten unter Sifrol und

1297 Patienten unter Placebo, sowie von Post-Marketing Studien.

(%: Sifrol Tabletten/Sifrol ER Retardtabletten).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Pneumonie.

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Inadäquate ADH-Sekretion*.

Bei Auftreten einer Hyponatriämie sollte differentialdiagnostisch an das Vorliegen eines Syndroms

der inadäquaten ADH-Sektretion (SIADH) gedacht werden und weitere mögliche Ursachen

ausgeschlossen werden. Ein SIADH kann sich klinisch äussern durch z.B. Störungen des

Bewusstseins einschliesslich Koma, Halluzinationen, Krampfanfälle, Kopfschmerzen, Störungen der

Konzentration und des Gedächtnisses, Muskelkrämpfe.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Insomnia, Halluzinationen, Verwirrtheit, ungewöhnliche Träume, Verhaltensauffälligkeiten

im Sinne von Impulskontrollstörungen und zwanghaftem Verhalten.

Gelegentlich: Störung der Libido, Hypersexualität, Wahnvorstellungen, Paranoia, Spielsucht,

Kaufsucht, Unruhe, Essattacken*, Hyperphagie*, Delir.

Selten: Manie.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Schwindel (18,4%/5,2%), Dyskinesie (16,8%/7,6%), Somnolenz (11,7%/18,6%).

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Hyperkinesie, plötzliches Einschlafen, Synkope, Amnesie, Antecollis*.

Die Inzidenz von Somnolenz steigt in Dosierungen über 1,5 mg an (siehe auch «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Augenerkrankungen

Häufig: Sehstörungen einschliesslich Diplopie, verschwommenes Sehen, verminderte Sehschärfe.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Herzversagen*.

In klinischen Studien und der Post-Marketing Erfahrung wurde bei Patienten, die Pramipexol

erhielten, über Herzinsuffizienz berichtet. In einer pharmaepidemiologischen Studie wurde beim

Einsatz von Pramipexol ein erhöhtes Risiko einer Herzinsuffizienz im Vergleich zu Nicht-

Verwendung von Pramipexol gefunden.

Gefässerkrankungen

Häufig: Hypotonie.

Am Behandlungsbeginn kann eine Hypotonie auftreten, besonders dann, wenn Sifrol zu schnell in

höheren Dosen verabreicht wird.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Dyspnoe, Schluckauf.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit (17,8%/14,3%).

Häufig: Erbrechen, Obstipation.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Exanthem, Pruritus und weitere Überempfindlichkeitsreaktionen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: periphere Ödeme, Müdigkeit.

Untersuchungen

Häufig: Gewichtsabnahme einschliesslich vermindertem Appetit.

Gelegentlich: Gewichtszunahme.

* Diese unerwünschte Wirkung wurde nach der Markteinführung beobachtet. Mit 95%iger

Wahrscheinlichkeit ist die Häufigkeitskategorie nicht höher als gelegentlich, sondern kann niedriger

sein. Eine präzise Häufigkeitseinschätzung ist nicht möglich, da diese unerwünschte Wirkung nicht

in klinischen Studien bei n=2762 mit Pramipexol behandelten Parkinson-Patienten dokumentiert

worden ist.

Von Patienten, die mit Dopaminagonisten zur Behandlung von Morbus Parkinson, einschliesslich

Sifrol, behandelt wurden, wurde – insbesondere bei hohen Dosierungen – über Anzeichen von

pathologischem Spielen (Spielsucht), gesteigerter Libido und Hypersexualität berichtet. Diese

Anzeichen waren im Allgemeinen nach Dosisreduktion oder Absetzen reversibel. Fälle von erhöhter

Nahrungseinnahme (Hyperphagie) wurden ebenfalls berichtet.

Restless-Legs-Syndrom

Die unten aufgeführten unerwünschten Wirkungen basieren auf der Analyse von gepoolten, Placebo-

kontrollierten Studien mit insgesamt 1036 Patienten unter Sifrol und 610 Patienten unter Placebo,

sowie von Post-Marketing Studien.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Pneumonie*.

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Inadäquate ADH-Sekretion*.

Bei Auftreten einer Hyponatriämie sollte differentialdiagnostisch an das Vorliegen eines Syndroms

der inadäquaten ADH-Sektretion (SIADH) gedacht werden und weitere mögliche Ursachen

ausgeschlossen werden. Ein SIADH kann sich klinisch äussern durch z.B. Störungen des

Bewusstseins einschliesslich Koma, Halluzinationen, Krampfanfälle, Kopfschmerzen, Störungen der

Konzentration und des Gedächtnisses, Muskelkrämpfe.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Insomnia, ungewöhnliche Träume.

Gelegentlich: Halluzinationen, Verwirrtheit, Unruhe, Störung der Libido.

Wahnvorstellungen*, Paranoia*, Verhaltensauffälligkeiten* im Sinne von Impulskontrollstörungen

und zwanghaftem Verhalten wie z.B. Essattacken*, Hyperphagie*, Kaufsucht*, Hypersexualität*

und Spielsucht*, Manie*, Delir*.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel, Somnolenz, Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Dyskinesie, plötzliches Einschlafen (siehe auch «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»), Synkope, Amnesie*, Hyperkinesie*, Antecollis*.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Sehstörungen einschliesslich Diplopie, verschwommenes Sehen, verminderte

Sehschärfe.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Herzversagen*.

In klinischen Studien und der Post-Marketing Erfahrung wurde bei Patienten, die Pramipexol

erhielten, über Herzinsuffizienz berichtet. In einer pharmaepidemiologischen Studie wurde beim

Einsatz von Pramipexol ein erhöhtes Risiko einer Herzinsuffizienz im Vergleich zu Nicht-

Verwendung von Pramipexol gefunden.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Hypotonie.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Dyspnoe, Schluckauf.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit (12,3%).

Häufig: Erbrechen, Obstipation.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Exanthem, Pruritus und weitere Überempfindlichkeitsreaktionen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Müdigkeit.

Gelegentlich: periphere Ödeme.

Untersuchungen

Gelegentlich: Gewichtszunahme bzw. Gewichtsabnahme einschliesslich vermindertem Appetit.

* Diese unerwünschte Wirkung wurde nach der Markteinführung beobachtet. Mit 95%iger

Wahrscheinlichkeit ist die Häufigkeitskategorie nicht höher als gelegentlich, sondern kann niedriger

sein. Eine präzisere Häufigkeitseinschätzung ist nicht möglich, da diese unerwünschte Wirkung nicht

in klinischen Studien bei n=1395 mit Pramipexol behandelten Patienten mit Restless-Legs-Syndrom

dokumentiert worden ist.

Überdosierung

Symptome

Klinische Erfahrungen mit starker Überdosierung liegen nicht vor. Zu erwarten sind

Nebenwirkungen, die mit dem pharmakodynamischen Profil von Dopamin-Agonisten

zusammenhängen, z.B. Übelkeit, Erbrechen, Hyperkinesie, Halluzinationen, Agitation und

Hypotonie.

Behandlung

Ein Antidot zur Behandlung einer Überdosierung von Dopamin-Agonisten ist nicht bekannt. Liegen

Zeichen einer zentral-nervösen Stimulation vor, kann die Gabe eines Neuroleptikums angezeigt sein.

Die Behandlung einer Überdosierung kann allgemein unterstützende Massnahmen, zusammen mit

Magenspülung, intravenöser Flüssigkeitszufuhr, die Gabe von Aktivkohle sowie EKG-

Überwachung, erfordern.

Pramipexol ist nur in geringem Mass dialysierbar.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N04BC05

Pramipexol, der Wirkstoff von Sifrol und Sifrol ER, ist ein nicht-ergoliner Dopamin-Agonist, der mit

hoher Selektivität und Spezifität an Dopaminrezeptoren der D2-Subfamilie, hier vorzugsweise an die

D3-Rezeptoren, bindet. Pramipexol besitzt eine volle intrinsische Wirksamkeit.

Pramipexol verringert motorische Ausfälle bei Parkinson, indem es die Dopaminrezeptoren im

Corpus striatum stimuliert. Tierversuche zeigten, dass Pramipexol die Synthese, Freisetzung und den

Turnover von Dopamin hemmt.

In Tierversuchen schützt Pramipexol dopaminerge Neurone vor einer Degeneration aufgrund von

Ischämie oder der Neurotoxizität von Metamphetamin.

Der genaue Wirkungsmechanismus von Sifrol in der Behandlung des Restless Legs Syndroms (RLS)

ist nicht bekannt. Obwohl die Pathophysiologie des RLS weitgehend unbekannt ist, weisen

neuropharmakologische Daten auf eine Einwirkung des primären dopaminergen Systems hin.

Positronenemissionstomographische (PET) Studien lassen auf eine milde präsynaptische

dopaminerge Fehlfunktion in der Pathogenese des RLS schliessen.

In-vitro-Studien zeigen, dass Pramipexol Neuronen vor der neurotoxischen Wirkung von Levodopa

schützt.

An Probanden wurde eine dosisabhängige Verringerung der Prolaktinkonzentration beobachtet.

In einer mit gesunden Probanden durchgeführten klinischen Studie, bei der Sifrol ER Retardtabletten

rascher als empfohlen (alle 3 Tage) auf eine Dosis von 4,5 mg pro Tag auftitriert wurden, wurden

eine Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz beobachtet. Bei mit Patienten durchgeführten

klinischen Studien wurde dieser Effekt nicht beobachtet.

Parkinson-Erkrankung

In kontrollierten, klinischen Studien wurde die Wirksamkeit von Sifrol über 6 Monate untersucht. In

Langzeitstudien liegen Erfahrungen bis zu 4 Jahren vor.

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer von einem Tag auf den anderen vorgenommenen

Umstellung von Sifrol Tabletten auf die gleiche Tagesdosis Sifrol ER Retardtabletten wurde in einer

doppelblinden klinischen Studie mit Morbus-Parkinson-Patienten im Frühstadium untersucht. Die

Umstellung wurde als erfolgreich erachtet, wenn bei den Patienten keine Verschlechterung des

UPDRS Teil II+III um mehr als 15% gegenüber dem Ausgangswert auftrat und keine

arzneimittelbedingten unerwünschten Ereignisse, die zum Absetzen des Arzneimittels führten. Von

den 103 zur Behandlung mit Sifrol ER Retardtabletten randomisierten Patienten wurden 87 nach

einer möglichen Dosisanpassung erfolgreich umgestellt; bei 72 von 87 Patienten wurde keine

Dosisänderung vorgenommen.

Restless Legs Syndrom

Die Wirksamkeit von Sifrol wurde in vier Placebo-kontrollierten Studien bei ca. 1000 Patienten mit

mildem bis sehr schwerem RLS untersucht. In kontrollierten Studien bei Patienten, welche bis zu

12 Wochen behandelt wurden, war Sifrol wirksam und eine anhaltende Wirksamkeit über einen

Zeitraum von 9 Monaten konnte gezeigt werden. Die Wirksamkeit von Sifrol hielt nach

Weiterführung der Studien im open-label Modus über ein Jahr an. In einer weiteren

plazebokontrollierten klinischen Studie wurde die Wirksamkeit von Pramipexol über 26 Wochen bei

Patienten mit mässigem bis schwerem RLS bestätigt.

Pharmakokinetik

Absorption

Pramipexol wird nach oraler Einnahme rasch und vollständig resorbiert. Die absolute

Bioverfügbarkeit ist grösser als 90%.

Maximale Plasmakonzentrationen treten nach Einnahme von Sifrol Tabletten nach 1-3 Stunden auf.

Nach Einnahme von Sifrol ER retard tritt die maximale Plasmakonzentration nach ca. 6 Stunden auf.

Bei Einnahme mit Nahrung wird die Bioverfügbarkeit nicht klinisch relevant verändert.

Pramipexol verfügt über eine lineare Kinetik im therapeutischen Dosisbereich.

Die Plasmaspiegel weisen relativ geringe individuelle Schwankungen auf.

Distribution

Im Menschen ist die Proteinbindung von Pramipexol gering (<20%). Das Verteilungsvolumen ist

gross (400 l). In Ratten wurde eine hohe Wirkstoff-Konzentration im Gehirn festgestellt (sie betrug

ca. das 8-fache der Plasmakonzentration).

Metabolismus

Pramipexol wird im Menschen nur in geringem Ausmass metabolisiert.

Elimination

Die renale Exkretion von unverändertem Pramipexol stellt den wesentlichsten Eliminationsweg dar

und gilt für ca. 80% der Dosis. Etwa 90% einer 14C markierten Dosis wird über die Nieren

ausgeschieden, weniger als 2% werden im Stuhl nachgewiesen. Die Gesamt-Clearance von

Pramipexol beträgt ca. 500 ml/min, die renale Clearance ca. 400 ml/min. Die

Eliminationshalbwertszeit (t½) reicht von 8 Stunden bei jungen Patienten bis 12 Stunden bei älteren

Patienten.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz unterschiedlichen Schweregrades war die Pramipexol-

Clearance gut mit der Kreatinin-Clearance korreliert. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz

(Kreatinin-Clearance ca. 20 ml/min) war die Pramipexol-Clearance um etwa 75%, bei Patienten mit

mässiggradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance ca. 40 ml/min) um etwa 60% herabgesetzt.

Bei Dialyse-Patienten ist die Pramipexol-Clearance extrem niedrig, da Pramipexol durch die Dialyse

nur in vernachlässigbar geringem Ausmass eliminiert wird.

Bezüglich der empfohlenen niedrigeren Anfangs- und Erhaltungsdosen wird auf den Abschnitt

«Dosierung bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion» verwiesen.

Präklinische Daten

Toxizität nach wiederholter Verabreichung

Studien zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung zeigten, dass Pramipexol hauptsächlich auf das

ZNS und die weiblichen Fortpflanzungsorgane eine funktionale Wirkung ausübte, die wahrscheinlich

aus einem überschiessenden pharmakodynamischen Effekt des Arzneimittels resultierte.

Eine Abnahme des diastolischen und systolischen Blutdrucks und der Herzfrequenz wurden beim

Minischwein beobachtet. Eine Tendenz zur Blutdruck senkenden Wirkung wurde beim Affen

festgestellt.

Reproduktions- und Entwicklungstoxizität

Die potenziellen Wirkungen von Pramipexol auf die Reproduktion und Entwicklung wurden an

Ratten und Kaninchen untersucht. Bei Ratten und Kaninchen erwies sich Pramipexol als nicht

teratogen, war aber in maternal-toxischen Dosen bei der Ratte für den Embryo toxisch.

Aufgrund des hypoprolaktinämischen Effektes der Substanz und der besonderen Rolle von Prolaktin

in der Fortpflanzungsfunktion bei weiblichen Ratten, sind die Wirkungen von Pramipexol auf die

Schwangerschaft und weibliche Fertilität noch nicht vollständig aufgeklärt.

Eine Verzögerung in der sexuellen Entwicklung (d.h. präputiale Trennung und vaginale Öffnung)

wurde bei Ratten beobachtet. Die Relevanz für den Menschen ist nicht bekannt.

Genotoxizität und Kanzerogenität

Pramipexol zeigte keine Genotoxizität. In einer Karzinogenitätsstudie entwickelten männliche Ratten

Hyperplasien und Adenome der Leydig-Zellen, was mit dem prolaktinhemmenden Effekt von

Pramipexol erklärt werden kann. Der Befund ist für den Menschen nicht klinisch relevant. Dieselbe

Studie zeigte auch, dass Pramipexol bei einer Dosierung von 2 mg/kg (der Salzform) und höher mit

einer Retinadegeneration bei Albinoratten assoziiert war. Letzteres wurde bei pigmentierten Ratten

nicht beobachtet, auch nicht in einer 2 Jahre dauernden Karzinogenitätsstudie bei Albinomäusen oder

anderen untersuchten Spezies.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel ist ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Sifrol Tabletten bzw. Sifrol ER Retardtabletten sind bis zur Verwendung in den Original-

Blisterstreifen aufzubewahren.

Sifrol Tabletten: In der Originalpackung vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur (15-25 °C)

aufbewahren.

Sifrol ER Retardtabletten: In der Originalpackung bei Raumtemperatur (15-25 °C) und vor

Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.

Zulassungsnummer

54277, 60057 (Swissmedic).

Packungen

Tabletten zu 0,125 mg: 30 (B)

Tabletten zu 0,25 mg: 30, 100 (B)

Tabletten zu 0,5 mg: 100 (B)

Tabletten zu 1,0 mg: 100 (B)

Retardtabletten zu 0,375 mg: 10 (B)

Retardtabletten zu 0,75 mg: 10, 30 (B)

Retardtabletten zu 1,5 mg: 30 (B)

Retardtabletten zu 3,0 mg: 30 (B)

Retardtabletten zu 4,5 mg: 30 (B)

Zulassungsinhaberin

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH, Basel.

Stand der Information

April 2018.

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