Zavedos 10 mg Kapseln

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
idarubicini hydrochloridum
Verfügbar ab:
Pfizer AG
ATC-Code:
L01DB06
INN (Internationale Bezeichnung):
idarubicini hydrochloridum
Darreichungsform:
Kapseln
Zusammensetzung:
idarubicini hydrochloridum 10 mg, excipiens pro Kapsel.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Zytostatikum
Zulassungsnummer:
52256
Berechtigungsdatum:
1997-08-29

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-11-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-11-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses Arzneimittel ist

Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben. Auch

wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Zavedos®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Was ist Zavedos und wann wird es angewendet?

Zavedos Kapseln enthalten den Wirkstoff Idarubicinhydrochlorid, der die Teilung und Vermehrung von

Tumorzellen hemmt. Zavedos Kapseln werden bei folgenden Erkrankungen angewendet:

·Bei akuter myeloischer Leukämie in Kombination mit anderen Tumor-Arzneimitteln bei älteren

Patientinnen und Patienten, wenn eine Injektionsbehandlung mit Zavedos nicht möglich ist.

·Bei Brustkrebs in fortgeschrittenem Stadium, wenn eine erste Behandlung nicht wirksam war und eine

Injektionsbehandlung mit Zavedos nicht möglich ist.

Zavedos darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Zavedos nicht angewendet werden?

·Bei Überempfindlichkeit gegenüber Idarubicin, mit Idarubicin verwandten Substanzen (z.B.

Doxorubicin) oder einem der in Zavedos enthaltenen Hilfsstoffe.

·Bei Kindern und Jugendlichen.

·In der Schwangerschaft und Stilllzeit.

·Bei schweren Leber- und/oder schweren Nierenfunktionsstörungen.

·Bei Entzündungen der Mundschleimhaut.

·Bei gewissen Erkrankungen des Herzens wie schwerer Herzschwäche, schweren

Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, akuten entzündlichen Herzerkrankungen.

·Bei Neigung zu Blutungen.

·Bei schweren Infektionen.

·Bei verminderter Blutbildung im Knochenmark.

·Wenn Sie schon früher Idarubicin oder eine verwandte Substanz erhalten haben und eine bestimmte

Gesamtdosis dieser Arzneimittel bereits überschritten worden ist.

Wann ist bei der Einnahme von Zavedos Vorsicht geboten?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird häufig die Zahl der Blutzellen kontrollieren und bei einer Verminderung

gegebenenfalls die Verordnung der nächsten Dosis hinausschieben. Unter der Anwendung von Zavedos

kann es zu Infektionen und Blutungen kommen. Bei den ersten Anzeichen einer Infektion oder bei

Auftreten einer Blutung informieren Sie deshalb unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Unter Behandlung mit Zavedos kann es zu einer Schädigung des Herzens kommen, die sich in

Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder einer entzündlichen Herzerkrankung äussern kann. Sie

kann zu Beginn der Therapie, im späteren Therapieverlauf oder auch erst einige Monate oder sogar Jahre

nach Behandlungsende auftreten. Das Risiko für eine Herzerkrankung erhöht sich mit der

Therapiedauer, d.h. mit der gesamthaft eingenommenen Zavedos-Dosis. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird

vor Behandlungsbeginn mit Zavedos und während der Therapiedauer Ihre Herzfunktion kontrollieren

und gegebenenfalls geeignete Behandlungsmassnahmen ergreifen.

Durch den raschen Zerfall der Tumorzellen zu Beginn der Therapie mit Zavedos kann es zu einer

Erhöhung der Harnsäure im Blut kommen. Ihr Arzt bzw. Ärztin wird deshalb die Harnsäure-

Konzentration im Blut überwachen und eventuell zu deren Senkung ein Arzneimittel verordnen und

Ihnen empfehlen, viel zu trinken.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Die gleichzeitige Anwendung von Zavedos mit anderen Arzneimitteln, die ebenfalls die Blutbildung im

Knochenmark beeinträchtigen oder das Herz beeinflussen, sowie eine gleichzeitige oder vorherige

Strahlentherapie können die schädigenden Wirkungen von Zavedos verstärken.

Andere Arzneimittel, welche eine Schädigung des Herzens bewirken können, sind möglicherweise auch

nach Ende der Anwendung noch im Blut vorhanden und können die negative Wirkung von Zavedos auf

das Herz verstärken. Informieren Sie daher Ihren Arzt auch über Ihre Behandlungen während der letzten

Monate.

Während einer Behandlung mit Zavedos sollte auf eine Impfung mit sogenannten «Lebend-Impfstoffen»

verzichtet werden, da es sonst zu Infektionen kommen kann.

Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen wie Erbrechen und Übelkeit kann Zavedos die

Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen,

beeinträchtigen! Es ist deshalb Vorsicht geboten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Zavedos während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Zavedos darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Frauen in

gebärfähigem Alter, die mit Zavedos behandelt werden oder deren Partner Zavedos anwenden, sollen

eine sichere Schwangerschaftsverhütung betreiben. Der Arzt bzw. die Ärztin wird Sie über die für Sie

geeignete Empfängnisverhütungsmethode beraten. Falls während der Behandlung mit Zavedos dennoch

eine Schwangerschaft eintreten sollte, ist der Arzt bzw. die Ärztin umgehend zu informieren.

Wie verwenden Sie Zavedos?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird die Dosierung gemäss Ihrer Körperoberfläche festlegen. Die Behandlung

dauert ein bis drei Tage und kann nach einem vom Arzt bzw. von der Ärztin festgelegten Intervall

wiederholt werden. Wenn Sie an einer leichten oder mässigen eingeschränkten Nieren- und/oder

Leberfunktion leiden, muss die Dosis möglicherweise angepasst werden. Bei einer schweren Nieren-

oder Leberfunktionsstörung darf Zavedos nicht angewendet werden (siehe «Wann darf Zavedos nicht

angewendet werden?»).

Die Zavedos Kapseln sollen mit etwas Wasser zusammen mit einer leichten Mahlzeit eingenommen

werden. Vor der Einnahme soll man sich vergewissern, dass die Kapseln unbeschädigt sind. Sie dürfen

nicht gelutscht, zerbissen oder gekaut und auch nicht geöffnet werden. Achten Sie darauf, dass Sie das in

den Kapseln enthaltene Pulver (z.B. bei einer Beschädigung einer Kapsel) nicht einatmen und dass

dieses nicht mit der Haut oder Schleimhaut (Augen!) in Kontakt kommt. Sollte es dennoch zu einem

Kontakt des Kapselinhaltes mit den Augen, der Haut oder Schleimhaut kommen, sollte die betroffene

Region sofort gründlich mit Wasser gespült und der behandelnde Arzt aufgesucht werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Zavedos haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Zavedos auftreten:

Sehr häufig: Fieber und Infektionen, Verminderung der weissen und roten Blutkörperchen und der

Blutplättchen, Kopfschmerzen, Herzschädigung (Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, entzündliche

Herzerkrankungen), Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Sodbrennen,

Schleimhautentzündung oder -geschwüre (in Mund, Speiseröhre, Magen oder Darm), Beeinträchtigung

der Leberfunktion, Blutungen (inkl. Magen-Darm Blutungen), Schüttelfrost, Appetitverlust, Haarausfall,

der sich zurückbildet, Hautrötung, Hautbrennen, Hautjucken, verstärkte Haut- und Nagelfärbung,

Überempfindlichkeit der bestrahlten Haut, Hautausschlag, Hitzewallungen Flüssigkeitsverlust

Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen (inkl. Schockzustände), Krampfanfälle und andere Störungen

des Nervensystems

Selten: Leukämie

Anderes: Venenentzündung, Bildung eines Blutgerinnsels in den Beinen oder der Lunge, erhöhter

Harnsäureblutspiegel

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt, Apotheker

bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Während der Einnahme von Zavedos und noch 1-2 Tage nach Therapieende kann sich der Urin rot

färben, was jedoch ohne Bedeutung ist.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) vor Licht geschützt in der Originalpackung aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Bringen Sie nicht verwendete oder beschädigte Zavedos Kapseln unbedingt zur Entsorgung in die

Apotheke zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Zavedos enthalten?

Wirkstoffe

Idarubicinhydrochlorid.

1 Kapsel zu 5 mg enthält 5 mg Idarubicinhydrochlorid. Die Kapseln sind dunkelorange mit einem

schwarzen Aufdruck «IDARUBICIN 5».

1 Kapsel zu 10 mg enthält 10 mg Idarubicinhydrochlorid. Die Kapseln sind dunkelorange und weiss, mit

einem schwarzen Aufdruck «IDARUBICIN 10».

Hilfsstoffe

Die Kapseln enthalten zudem folgende Hilfsstoffe: Gelatine, mikrokristalline Cellulose,

Glycerolpalmitostearat und die Farbstoffe Titandioxid (E 171) und Eisenoxid rot (E 172).

Zulassungsnummer

52256 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Zavedos? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Zavedos 5 mg: 1 Kapsel.

Zavedos 10 mg: 1 Kapsel.

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

PIL V007

Fachinformation

Zavedos®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Idarubicini hydrochloridum.

Hilfsstoffe

Zavedos Kapseln: Kapselinhalt: Cellulosum microcristallinum, Glyceroli palmitostearas;

Kapselhülle: Gelatina, Color.: Titanii dioxidum (E171), Ferrum oxidatum (E172).

Zavedos Solution: Glycerolum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Zavedos: Kapseln zu 5 mg und 10 mg Idarubicinhydrochlorid.

5 mg Kapsel: dunkelorange Hartgelatinekapsel (enthält orangefarbenes Pulver), mit schwarzem

Aufdruck «IDARUBICIN 5».

10 mg Kapsel: dunkelorange und weisse Hartgelatinekapsel (enthält orangefarbenes Pulver), mit

schwarzem Aufdruck «IDARUBICIN 10».

Zavedos Solution: lnjektionslösung, Cytosafe Stechampullen zu 5 mg/5 ml, 10 mg/10 ml und

20 mg/20 ml Idarubicinhydrochlorid (Konzentration 1 mg/ml).

Klare, rot-orange sterile Lösung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zavedos Solution (intravenöse Verabreichung)

·Akute myeloische Leukämie in Kombination mit anderen Zytostatika.

·Akute lymphatische Leukämie als Reserve-Arzneimittel in Kombination mit anderen Zytostatika.

Zavedos, Kapseln

·Remissionsinduktion bei akuter myeloischer Leukämie als Teil von attenuierten

Kombinationsschemata in der Behandlung älterer Patienten. Die Kapseln sollen nur angewendet

werden, wenn die intravenöse Gabe aus medizinischen (z.B. schlechte Venenverhältnisse) oder

psychologischen Gründen (z.B. Verweigerung der i.v.-Therapie) nicht möglich ist. Sie sollen nicht

für die palliative Therapie eingesetzt werden.

·Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms nach Versagen der «first line» Chemotherapie

ohne Anthrazykline bei Patienten, bei denen eine Anthrazyklintherapie indiziert ist, jedoch die

intravenöse Gabe wegen medizinischer, psychologischer oder sozialer Gründe nicht möglich ist.

Dosierung/Anwendung

Das Arzneimittel soll nur unter Aufsicht von in der Chemotherapie erfahrenen

Hämatologen/Onkologen angewendet werden.

Intravenöse Verabreichung

Die Verabreichung erfolgt als Injektion in eine laufende Infusion von NaCl 0.9% (Zubereitung der

Injektionslösung und Verabreichung siehe «Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung»).

Akute myeloische Leukämie (bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren)

·Kombinationstherapie: Die Dosierung beträgt 12 mg/m2 täglich i.v. während 3 Tagen zusammen

mit Cytarabin. Alternativ können auch 8 mg/m2 täglich i.v. während 5 Tagen verabreicht werden.

·Monotherapie: Die Dosierung beträgt 8 mg/m2 täglich i.v. während 5 Tagen.

Zavedos ist zur Induktion einer Remission (in der Regel 1-2 Zyklen) geeignet.

Akute lymphatische Leukämie (Reserve-Arzneimittel; bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern)

Bei Erwachsenen beträgt die Dosierung 12 mg/m2 täglich i.v. während 3 Tagen und bei Kindern

10 mg/m2 täglich i.v. während 3 Tagen.

Orale Verabreichung

Die Kapseln sollen mit etwas Wasser zusammen mit einer leichten Mahlzeit eingenommen werden.

Vor der Einnahme soll man sich vergewissern, dass sie unbeschädigt sind. Sie dürfen nicht gelutscht,

zerbissen oder gekaut und auch nicht geöffnet werden. Es ist darauf zu achten, dass das in den

Kapseln enthaltene Pulver (z.B. bei einer Beschädigung einer Kapsel) nicht eingeatmet wird und

nicht mit der Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommt. Sollte es dennoch zu einem Kontakt des

Kapselinhaltes mit den Augen, der Haut oder Schleimhaut kommen, sollte die betroffene Region

sofort gründlich mit Wasser gespült werden.

Akute myeloische Leukämie (zur Remissionsinduktion im Rahmen attenuierter Schemata bei älteren

Patienten)

Die Dosierung beträgt 15 bis 30 mg/m² an 3 aufeinander folgenden Tagen in Kombination mit

anderen antileukämisch wirkenden Arzneimitteln.

Fortgeschrittenes Mammakarzinom

·Monotherapie: Die Dosierung beträgt 45 mg/m2 an einem einzigen Tag oder aufgeteilt auf 3

aufeinander folgende Tage (15 mg/m2/Tag). Die Behandlung kann alle 3 bis 4 Wochen wiederholt

werden.

·Kombinationstherapie: Die Dosierung beträgt 35 mg/m2 an einem Tag in Kombination mit oralem

Cyclophosphamid.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Leberfunktionsstörungen mit Bilirubinwerten von 1.2-2.0 mg/dl wird im Allgemeinen eine

50%ige Dosisreduktion empfohlen. Bei schweren Leberfunktionsstörungen (Bilirubin >2.0 mg/dl) ist

Zavedos kontraindiziert.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei leichten bis mässigen Nierenfunktionsstörungen soll Zavedos mit Vorsicht angewendet werden.

Bei schweren Nierenfunktionsstörungen (Serumkreatinin >2.5 mg/dl) ist Zavedos kontraindiziert.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber Idarubicin, anderen Anthrazyklinen, Anthracendione oder einem

der Hilfsstoffe

·Schwere Herzinsuffizienz (Grad III und IV)

·Frischer Myokardinfarkt

·Akute entzündliche Myokarderkrankungen

·Schwere Arrhythmien

·Stomatitis

·Hämorrhagische Diathese

·Bestehende Myelosuppression

·Vorhergehende Behandlung mit maximalen kumulativen Dosen von Idarubicin und/oder anderen

Anthrazyklinen bzw. Anthracendionen

·Floride Infektionen

·Schwere Leberinsuffizienz (Bilirubin >2.0 mg/dl)

·Schwere Niereninsuffizienz (Serumkreatinin >2.5 mg/dl)

·Orale Verwendung bei Kindern und Jugendlichen

·Schwangerschaft, Stillzeit

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wegen fehlender Daten wird eine Behandlung mit Idarubicin nach Ganzkörperbestrahlung oder

Knochenmarkstransplantation nicht empfohlen.

Die Patienten sollen sich vor dem Beginn einer Therapie mit Idarubicin von unerwünschten

Wirkungen einer vorhergegangenen zytotoxischen Behandlung wie Stomatitis und generalisierten

Infektionen erholt haben.

Hämatotoxizität

Idarubicin führt in therapeutischen Dosen zu einer Myelosuppression, insbesondere zu einer

Leukopenie. Eine Behandlung mit Idarubicin darf erst begonnen werden, wenn sich der Patient von

einer durch eine vorangegangene medikamentöse Behandlung oder durch eine Radiotherapie

verursachten Myelosuppression erholt hat.

Eine hämatologische Kontrolle mit Bestimmung des Differentialblutbildes ist zu Beginn der

Therapie mit Idarubicin und während jedes Therapiezyklus erforderlich. Komplikationen wie eine

schwere Blutung und/oder eine schwere Infektion müssen rasch und wirksam behandelt werden.

Herzfunktion

Spezielle Vorsicht ist geboten betreffend der mit Idarubicin assoziierten Kardiotoxizität, welche sich

als Soforttyp oder Spättyp manifestieren kann.

Soforttyp:

Die frühe Form der Kardiotoxizität tritt akut während der Behandlung auf (meist 24-48 Stunden nach

Einleitung der Therapie) und manifestiert sich hauptsächlich als Sinustachykardien und/oder EKG-

Abweichungen wie unspezifische Änderungen der ST-Strecke. Es wurde über Tachyarrhythmien

einschliesslich vorzeitiger ventrikulärer Kontraktionen, Kammertachykardie und Bradykardie wie

über AV- und Linksschenkelblock berichtet. Diese sind selten von klinischer Bedeutung und führen

nicht generell zum Abbruch der Idarubicin-Behandlung.

Spättyp:

Die verzögerte Form der Kardiotoxizität kann im späteren Verlauf einer Therapie oder 2-3 Monate

beziehungsweise sogar erst mehrere Monate oder Jahre nach Abschluss der Therapie in Form einer

Kardiomyopathie auftreten. Diese manifestiert sich durch eine Reduktion der LVEF (left ventricular

ejection fraction), Niedervoltage und QT-Verlängerung, und/oder als dekompensierte

Herzinsuffizienz mit Symptomen wie Dyspnoe, Lungenödem, Stauungsödeme, Kardiomegalie und

Hepatomegalie, Oligurie, Ascites, Pleuraerguss und Galopprhythmus. Subakute Effekte wie

Perikarditis/Myokarditis wurden ebenfalls beobachtet. Eine lebensbedrohliche Herzinsuffizienz ist

die schwerste Form der anthrazyklininduzierten Kardiomyopathie und stellt die kumulative

dosislimitierende Toxizität der Substanz dar.

Überwachung der Herzfunktion:

Die Herzfunktion sollte vor Beginn der Behandlung erfasst und während der gesamten

Behandlungsdauer überwacht werden, um das Risiko einer schweren Herzschädigung zu verringern.

Die Überwachung der Herzfunktion muss besonders strikt bei Patienten durchgeführt werden, die

hohe kumulative Dosen erhalten oder bei denen Risikofaktoren vorhanden sind. Jedoch kann die

Kardiotoxizität auch bei niedrigen Dosierungen auftreten und unabhängig von dem Vorhandensein

von Risikofaktoren.

Die Therapie sollte bei ersten Anzeichen einer Funktionsstörung sofort abgesetzt werden.

Eine angemessene quantitative Methode zur wiederholten LVEF-Bestimmung stellt die Multigate

Radionuclid-Angiographie (MUGA) oder die Echokardiographie (ECHO) dar.

Bei Kindern muss die Herzfunktion langfristig und in regelmässigen Abständen überprüft werden.

Kumulative Gesamtdosis:

Das Risiko für eine dekompensierte Herzinsuffizienz erhöht sich schnell mit steigender kumulativer

Gesamtdosis von Idarubicin. Für Idarubicin konnte noch keine Obergrenze für kumulative i.v. oder

orale Dosen definiert werden. Es wurde jedoch bei 5% der Patienten, die totale kumulative i.v. Dosen

von 150-290 mg/m2 erhalten hatten, von einer Kardiomyopathie im Zusammenhang mit Idarubicin

berichtet. Bei der Idarubicin-Dosis sollte eine frühere oder gleichzeitige Therapie mit anderen

Anthrazyklinen wie Doxorubicin, Epirubicin, Daunorubicin oder Anthracen-Derivaten berücksichtigt

werden. Es ist anzunehmen, dass sich die Toxizität von Idarubicin und anderen Anthrazyklinen

addiert.

Risikofaktoren:

Risikofaktoren für eine Kardiotoxizität sind manifeste oder latente kardiovaskuläre Erkrankungen,

früher oder gleichzeitig erfolgte Bestrahlung der mediastinalen/pericardialen Region,

vorausgegangene Therapie mit anderen Anthrazyklinen oder Anthracendionen sowie gleichzeitige

Gabe von Arzneimitteln, die die Herzkontraktion herabsetzen können oder deren Anwendung mit

einer Kardiotoxizität assoziiert wird (z.B. Trastuzumab).

Anthrazykline, einschliesslich Idarubicin, sollten nur bei gleichzeitiger engmaschiger Überwachung

der Herzfunktion des Patienten mit anderen kardiotoxischen Substanzen verabreicht werden. Das

Risiko für eine kardiotoxische Wirkung von Anthrazyklinen könnte auch nach dem Absetzen anderer

kardiotoxischer Arzneimittel erhöht sein, insbesondere wenn diese eine lange Halbwertszeit

aufweisen. Die Halbwertszeit von Trastuzumab beträgt ungefähr 28-38 Tage und die Substanz kann

bis zu 27 Wochen im Blut vorhanden sein. Während dieser Zeit sollte eine Therapie mit

Anthrazyklinen daher vermieden oder nur unter sorgfältiger Überwachung der Herzfunktion

durchgeführt werden.

Sekundäre Leukämie

Über das Auftreten einer sekundären Leukämie mit oder ohne präleukämischer Phase wurde bei

Patienten, die mit Anthrazyklinen, einschliesslich Idarubicin, behandelt wurden, berichtet. Sekundäre

Leukämie tritt häufiger auf, wenn Anthrazykline zusammen mit DNS-schädigenden

antineoplastischen Substanzen eingesetzt werden, die Patienten bereits intensiv mit zytotoxischen

Substanzen vorbehandelt wurden oder die Dosierung der Anthrazykline erhöht wurde.

Die sekundären Leukämien können eine Latenzzeit von 1-3 Jahren haben.

Extravasation

Eine paravenöse Injektion muss vermieden werden, es könnten schwere lokale Gewebsschäden

(Vesikation, schwere Zellulitis und Nekrose) auftreten. Durch genaues Einhalten der

Verabreichungsempfehlungen kann das Risiko einer Thrombophlebitis oder Extravasation verringert

werden (siehe «Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung»). Bei Anzeichen einer

Extravasation ist die Verabreichung sofort abzubrechen.

Tumor Lysis Syndrom

Durch raschen therapieinduzierten Zellzerfall kann eine sekundäre Hyperurikämie auftreten. Deshalb

sollten die Serumharnsäurewerte überwacht und bei Anstieg entsprechend behandelt werden.

Hydratation, Alkalisierung des Harns und Prophylaxe mit Allopurinol helfen eine Hyperurikämie zu

vermeiden.

Einfuss der Immunsuppression/erhöhte Anfälligkeit für Infektionen

Die Verabreichung von Lebend- oder attenuierten Impfstoffen bei Patienten, welche durch

Chemotherapie, einschliesslich Idarubicin, immunkomprimiert sind, kann schwere oder fatale

Infektionen verursachen. Die Immunisierung mit Lebendimpfstoffen sollte bei Patienten unter

Zavedos vermieden werden.

Bei Verwendung von inaktiven oder Tot-Impfstoffen ist zu berücksichtigen, dass der Impfschutz

vermindert sein kann.

Elektrolyte

Kalium, Kalzium, Phosphat und Kreatinin sollten nach Therapiebeginn ebenfalls kontrolliert werden.

Interaktionen

Bei gleichzeitiger Verabreichung von anderen Zytostatika kann die Toxizität von Idarubicin,

insbesondere die Myelosuppression, gastrointestinale Toxizität und Kardiotoxizität verstärkt sein.

Die gleichzeitige Verabreichung von Idarubicin mit anderen kardioaktiven Substanzen (z.B.

Kalziumantagonisten) bedingt eine Überwachung der Herzfunktion während der gesamten

Therapiedauer.

Bei einer gleichzeitigen oder innerhalb von 2-3 Wochen vor der Idarubicin-Therapie durchgeführten

Strahlentherapie kann eine additive Myelosuppression oder Kardiotoxizität auftreten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt keine Daten, ob Idarubicin beim Menschen die Fruchtbarkeit beeinflusst oder teratogen wirkt.

Im Tier wirkt Idarubicin teratogen und embryotoxisch. Idarubicin darf während der Schwangerschaft

nicht angewendet werden, es sei denn, dies sei eindeutig erforderlich. Frauen im gebärfähigen Alter

sollen während der Therapie mit Idarubicin dringend Empfängnisverhütung betreiben. Ebenso sollen

Männer kontrazeptive Massnahmen ergreifen, da aufgrund des mutagenen Potentials von Idarubicin

die Chromosomen in menschlichen Spermatozoen zerstört werden können.

Wird Idarubicin während der Schwangerschaft eingesetzt oder wird die Patientin unter der

Behandlung mit Idarubicin schwanger, muss sie über die potentielle Gefährdung des Fötus informiert

werden.

Stillzeit

Mütter dürfen während der Chemotherapie mit Idarubicin ihr Kind nicht stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund der unerwünschten Wirkungen von Idarubicin wie Nausea und Erbrechen ist beim Lenken

von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen besondere Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Schwere Myelosuppression und Kardiotoxizität sind die schwerwiegendsten Nebenwirkungen.

Der Nadir der Leukozyten und Thrombozyten wird erfahrungsgemäss 10-14 Tage nach

Therapiebeginn erreicht. Normalerweise erholen sich diese Werte in der dritten Woche. Während der

Zeit der Myelosuppression besteht ein erhöhtes Risiko, schwerwiegende, lebensbedrohliche

Infektionen sowie Blutungen zu entwickeln.

Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklasse aufgeführt und nach Häufigkeitsgrad

gewichtet, unter Berücksichtigung folgender Definitionen: sehr häufig (>10%), häufig (>1%-≤10%),

gelegentlich (>0.1%-≤1%), selten (>0.01%-≤0.1%).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr häufig: Infektionen (93%, Grad 3+4 43%).

Gelegentlich: Sepsis/Septikämie.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Selten: Sekundärleukämie (akute myeloische Leukämie), myelodysplastisches Syndrom.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig: Leukopenie, Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie, Hämorrhagie.

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: Anaphylaxie, Schock.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Hyperurikämie.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Neurotoxizität (44%, Grad 3+4 10%), Kopfschmerzen (20%).

Häufig: Krampfanfälle.

Herzerkrankungen

Sehr häufig: Kardiale Nebenwirkungen insgesamt ca. 16%, darunter:

Sinustachykardie, EKG-Veränderungen, Tachyarrhythmien, ventrikuläre Tachykardie, Bradykardie,

AV- und Schenkelblock, asymptomatische Reduktion der linksventrikulären Auswurfsfraktion,

Herzinsuffizienz, Perikarditis, Myokarditis, schwere Kardiotoxizität, akutes Herzversagen.

Gefässerkrankungen

Häufig: Thrombophlebitis.

Sehr selten: Thromboembolie, Lungenembolie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Diarrhoe (62%, Grad 3+4 12%), Anorexie (65%, Grad 3+4 12%), Nausea/Erbrechen

(85%, Grad 3+4 6%), Mukositis (58%, Grad 3+4 12%), Stomatitis, Abdominalschmerz, Sodbrennen.

Häufig: Gastrointestinal-Blutungen, Kolitis einschliesslich schwerer

Enterokolitis/neutropeniebedingter Enterokolitis mit Perforation.

Gelegentlich: Ösophagitis.

Sehr selten: Erosion/Ulzeration.

Stomatitis kann ca. 3-10 Tage nach Therapiebeginn auftreten. In schweren Fällen entwickeln sich

innerhalb weniger Tage Ulzera; die meisten Patienten erholen sich innerhalb von 3 Wochen.

Perforationen oder Blutungen traten hauptsächlich bei Patienten nach oraler Gabe auf, die unter

akuter Leukämie litten, die Arzneimittel eingenommen hatten, die bekanntermassen zu

gastrointestinalen Komplikationen führen, oder bei Patienten, die andere Krankheiten hatten. Bei

Patienten, die an einer gastrointestinalen Erkrankung leiden, die ein erhöhtes Risiko für eine Blutung

oder Perforation darstellt, muss der Arzt den möglichen Nutzen der oralen Idarubicin-Therapie gegen

das Risiko abwägen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig: Erhöhung der Leberenzyme und Bilirubin (10-20%).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Alopezie (70%, Grad 3+4 35%), lokale Hautreaktion (15%, Grad 3+4 0.5%),

Hautausschlag (25%, Grad 3+4 0%).

Häufig: Jucken, Überempfindlichkeit der bestrahlten Haut («radiation recall reaction»).

Gelegentlich: Haut- und Nagelhyperpigmentierung, Urtikaria.

Sehr selten: Akrale Erytheme.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Arzneimittelbedingte Rotfärbung des Urins in den ersten 1-2 Behandlungstagen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Fieber (61%, Grad 3+4 18%).

Häufig: Dehydratation.

Sehr selten: Hitzewallungen.

Einzelfälle von Schüttelfrost.

Überdosierung

Sehr hohe Dosen von Idarubicin können eine akute Myokardschädigung innerhalb von 24 Stunden

und eine schwere Myelosuppression innerhalb von 1-2 Wochen verursachen. Die Behandlung ist

symptomatisch und schliesst gegebenenfalls eine Bluttransfusionen und Isolation ein. Das Auftreten

einer Herzinsuffizienz mehrere Monate nach Anthrazyklin-Überdosierung ist beschrieben worden.

Daher sollten die Patienten sorgfältig kardial überwacht werden, damit bei Auftreten von Zeichen

einer Herzinsuffizienz rechtzeitig eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden kann.

Insbesondere bei oraler Überdosierung sollte der Patient auf eine mögliche gastrointestinale Blutung

und schwere Schleimhautschäden überwacht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01DB06

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Idarubicin (4-Desmethoxydaunorubicin) ist ein zytotoxisches Anthrazyklin-Antibiotikum. Durch

Interkalation in die DNA hemmt es die Topoisomerase II und dadurch die Nukleinsäure – und

Proteinsynthese. Aufgrund des Fehlens der Methoxygruppe an Position 4 des Anthrazyklingerüsts ist

Idarubicin lipophiler als andere Anthrazykline, wodurch eine verbesserte zelluläre Aufnahme erreicht

wird. Idarubicin hat eine höhere Potenz als Daunorubicin. In-vitro-Untersuchungen an

anthrazyklinresistenten Zellkulturen ergaben eine verhältnismässig geringe Kreuzresistenz von

Idarubicin mit Doxorubicin und Daunorubicin.

Idarubicinol, der Hauptmetabolit von Idarubicin, ist ebenfalls in vitro wie auch in vivo

antineoplastisch wirksam, besitzt jedoch eine deutlich geringere Kardiotoxizität als Idarubicin.

Die gastrointestinale und Hoden-Toxizität ist bei oraler und intravenöser Verabreichung von

Idarubicin vergleichbar, während die Nephro- und Hepatotoxizität bei intravenöser Gabe höher ist.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Idarubicin kann durch ein 2- oder 3-Kompartiment-Modell beschrieben

werden.

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Idarubicin rasch absorbiert mit einer t max von 2-4 Stunden. Die

absolute Bioverfügbarkeit von Idarubicin beträgt ungefähr 18 bis 39% (individuelle Werte in den

Studien schwankten zwischen 3 und 77%), während die durchschnittlichen Werte der

Bioverfügbarkeit von Idarubicin aufgrund der Daten des aktiven Metaboliten Idarubicinol etwas

höher liegen (29-58%, Extremwerte 12-153%). Die gleichzeitige Nahrungsaufnahme scheint die

Absorption von Idarubicin nicht zu beeinflussen.

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Idarubicin ist sehr gross (ca. 64 l/kg, oder ca. 1500 l/m2).

Idarubicin und Idarubicinol passieren die Blut- Hirnschranke. Die Idarubicin- und Idarubicinol-

Konzentrationen in den kernhaltigen Blut- und Knochenmarkszellen liegen zweihundertmal höher

als die Plasmakonzentrationen.

Die Plasmaproteinbindung von Idarubicin und Idarubicinol beträgt ungefähr 95-97%.

Metabolismus

Idarubicin wird nahezu vollständig zum aktiven Metaboliten Idarubicinol metabolisiert.

Der Metabolismus erfolgt sowohl in der Leber als auch extrahepatisch über eine NADPH-abhängige

Aldoketoreduktase.

Elimination

Die Clearance von Idarubicin beträgt 51-99 l/h. Die terminale Halbwertszeit von Idarubicin beträgt

10-35 Stunden, diejenige von Idarubicinol 33-69 Stunden.

Die Elimination erfolgt überwiegend über die Galle und Faeces, hauptsächlich in Form von

Idarubicinol. Die renale Elimination ist gering.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz liegen keine pharmakokinetischen Daten vor.

Leberinsuffizienz

Die Pharmakokinetik von Idarubicin wurde bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen nicht

untersucht. Es wird jedoch bei diesen Patienten erwartet, dass der Metabolismus von Idarubicin

verändert wird, und dass höhere Plasmaspiegel zustande kommen.

Pädiatrie

Für die terminale Eliminationshalbwertszeit von Idarubicin und Idarubicinol werden für pädiatrische

Patienten in der Literatur vergleichbare Daten wie bei Erwachsenen berichtet. Während der

dreitägigen Behandlung kommt es zu Akkumulation von Idarubicinol.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten liegen keine pharmakokinetischen Daten vor.

Präklinische Daten

Idarubicin erwies sich als genotoxisch bei den meisten durchgeführten In-vitro und In-vivo-Tests.

Idarubicin war karzinogen, toxisch für die Reproduktionsorgane bei Ratten, embryotoxisch und

teratogen (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Kardiotoxizitätsstudien an Tieren haben gezeigt, dass Idarubicin einen besseren therapeutischen

Index hat als Daunorubicin und Doxorubicin. In Ratten erwies sich Idarubicinol, der

pharmakologisch aktive Metabolit des Idarubicin, verabreicht in der selben Dosierung wie die

Muttersubstanz, als deutlich weniger kardiotoxisch als Idarubicin.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Solution: Eine Mischung mit anderen Arzneimitteln ist nicht zu empfehlen. Ein längerer Kontakt mit

alkalischen Lösungen sollte vermieden werden, da sonst ein rascher Zerfall erfolgt.

Zavedos darf nicht mit Heparin gemischt werden, weil sich ein Präzipitat bilden könnte.

Haltbarkeit

Die Arzneimittel dürfen nur bis zu dem auf der Packung angegebenen Verfalldatum («EXP»)

verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zavedos, Kapseln

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) vor Licht geschützt in der Originalpackung aufbewahren.

Zavedos Solution, Injektionslösung

Im Kühlschrank (2-8 °C) vor Licht geschützt in der Originalpackung aufbewahren.

Die gebrauchsfertige Lösung von Zavedos Solution enthält kein Konservierungsmittel. Aus

mikrobiologischer Sicht sollten die Cytosafe Stechampullen deshalb nach Anbruch sofort verwendet

werden. Falls erforderlich, können sie maximal 24 Stunden im Kühlschrank (2-8 °C) aufbewahrt

werden.

Hinweise für die Handhabung

Zytostatika-Hinweis: Bei der Handhabung von Zavedos, der Zubereitung der Injektionslösung und

der Entsorgung sind die Richtlinien für Zytostatika zu befolgen.

Zubereitung und Verabreichung der Injektionslösung

Zavedos Solution

Die Lösung ist gebrauchsfertig und kann direkt angewendet werden.

Verabreichung

Die gebrauchsfertige Injektionslösung darf nur intravenös verabreicht werden. Sie wird über 10-15

Minuten in eine laufende Infusion von NaCI 0.9% injiziert. Mit dieser Technik kann das Risiko einer

Thrombophlebitis oder von paravenöser Extravasation, welche zu schwerer Zellulitis und Nekrose

führen kann, verringert werden.

Zulassungsnummer

Zavedos Solution, Injektionslösung: 54670 (Swissmedic).

Zavedos, Kapseln: 52256 (Swissmedic).

Packungen

Zavedos Solution 5 mg/5 ml: 1 Cytosafe Stechampulle. [A]

Zavedos Solution 10 mg/10 ml: 1 Cytosafe Stechampulle. [A]

Zavedos Solution 20 mg/20 ml: 1 Cytosafe Stechampulle. [A]

Zavedos Kapseln 5 mg: 1, 3×1 (Sammelpackung). [A]

Zavedos Kapseln 10 mg: 1. [A]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

Mai 2018.

LLD V011

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen