Zanidip 10 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
lercanidipinum
Verfügbar ab:
RECORDATI AG
ATC-Code:
C08CA13
INN (Internationale Bezeichnung):
lercanidipinum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
lercanidipini hydrochloridum 10 mg corresp. lercanidipinum 9.4 mg, lactosum monohydricum 30 mg, cellulosum microcristallinum, carboxymethylamylum natricum A corresp. natrium mg, povidonum K 30, magnesii stearas, Überzug: hypromellosum, talcum, macrogolum 6000, E 171, E 172, pro compresso obducto, natrium 3.6 mg corresp..
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Hypertonie
Zulassungsnummer:
54874
Berechtigungsdatum:
2004-09-28

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-12-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-05-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-12-2018

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Zanidip®

Was ist Zanidip und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Zanidip ist ein Arzneimittel zur Behandlung von leichtem bis mittelschwerem, nicht

organbedingten(essenziellen) Bluthochdruck.

Der enthaltene Wirkstoff Lercanidipin gehört zur Arzneimittelgruppe der Calciumkanalblocker (vom

Dihydropyridin-Typ), welche zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt wird.

Was sollte dazu beachtet werden?

Zanidip darf nicht mit Grapefruitsaft oder Grapefruit selber zusammen eingenommen werden, da

dadurch die Wirkung von Zanidip verstärkt wird.

Die Wirkung gefässerweiternder blutdrucksenkender Arzneimittel kann durch Alkohol verstärkt

werden, so dass während der Einnahme von Zanidip, angeraten wird, auf den Genuss von Alkohol zu

verzichten.

Wann darf Zanidip nicht eingenommen / angewendet werden?

Zanidip darf nicht eingenommen werden:

§wenn Sie früher einmal auf den Wirkstoff Lercanidipin oder eng verwandte Arzneimittel allergisch

reagiert haben (wie z.B. Amlodipin, Nicardipin, Felodipin, Isradipin, Nifedipin oder Lacidipin) oder

gegen einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels allergisch sind,

§wenn Sie schwanger sind, gerade stillen oder im gebärfähigen Alter sind und keine sichere

Verhütung anwenden,

§wenn Sie bestimmte Herzleiden haben wie: medikamentös nicht vollständig behandelbare

Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Behinderung des Blutabflusses aus dem Herzen, instabile

Angina pectoris (Ruheangina oder unter Belastung graduell sich verschlimmernde Angina pectoris),

falls Sie vor weniger als einem Monat einen Herzinfarkt hatten,

§falls Sie schwer leber- oder nierenkrank sind;

§bei gleichzeitiger Einnahme von:

§sogenannten starken CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Itraconazol, Erythromycin,

Troleandomycin, Ritonavir, Clarithromycin), Cyclosporin, Grapefruitsaft,

§ bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Zanidip Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Dies gilt in besonderem Masse bei

Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Arzneimittelwechsel sowie im Zusammenwirken mit

Alkohol.

Zanidip darf nur unter besonderer Vorsicht eingenommen werden, wenn Sie an bestimmten

Herzrhythmusstörungen (Sinusknotensyndrom) leiden und keinen Schrittmacher tragen. Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin muss davon unbedingt unterrichtet werden, damit dies bei der Verordnung von

Zanidip berücksichtigt werden kann.

Wenn Sie an leichter bis mittelschwerer Leber- oder Nierenerkrankung leiden oder Dialysen

durchführen lassen müssen, informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darüber, damit die Dosis

entsprechend abgestimmt werden kann.

Die Anwendung und Sicherheit von Zanidip bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher

nicht geprüft worden.

Wenn Sie Zanidip gleichzeitig mit Arzneimitteln wie Cimetidin (in einer Dosis von mehr als 800 mg

täglich), Digoxin oder Midazolam regelmässig einnehmen, sollten Sie ärztlich überwacht werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines dieser Arzneimittel einnehmen.

Während der Behandlung mit Zanidip ist Vorsicht geboten, wenn Sie mit einem der folgenden

Arzneimittel behandelt werden: Rifampicin, Terfenadin, Astemizol, Antiarrhythmika der Klasse III,

wie z.B. Amiodaron oder Chinidin. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines

dieser Arzneimittel einnehmen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin werden Sie beraten.

Vorsicht ist geboten, wenn Sie Mittel gegen Krampfanfälle wie z.B. Phenytoin oder Carbamazepin

einnehmen, da die blutdrucksenkende Wirkung von Zanidip herabgesetzt werden kann.

Orale Antimykotika (Mittel gegen Pilzerkrankungen zum Einnehmen, z.B. Ketoconazol oder

Itraconazol), Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin oder Troleandomycin) und antivirale Mittel

zum Einnehmen gegen HIV (z.B. Ritonavir) können die Wirkung von Zanidip verstärken. Die

gleichzeitige Anwendung sollte daher vermieden werden.

Wird Zanidip gemeinsam mit einem Arzneimittel eingenommen das Cyclosporin enthält, kann eine

Wirkungsverstärkung beider Mittel auftreten; sie sollten daher nicht zusammen eingenommen

werden.

Zanidip kann zusammen mit Betablockern (Mittel gegen Bluthochdruck oder bestimmte

Herzkrankheiten) sicher angewendet werden, jedoch kann eine Dosisanpassung von Zanidip

erforderlich sein.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Zanidip und Simvastatin (Mittel zur Senkung des

Cholesterinspiegels) sollte darauf geachtet werden, dass beide Arzneimittel wie vorgeschrieben

eingenommen werden (Zanidip morgens und Simvastatin abends).

Bezüglich der Wirkung von Grapefruitsaft oder Alkohol in Verbindung mit Zanidip siehe unter „Was

sollte dazu beachtet werden“.

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmässigen ärztlichen Kontrolle.

Eine Tablette enthält 30 mg bzw. 60 mg Laktose (Zanidip 10 mg bzw. Zanidip 20 mg). Nehmen Sie

Zanidip erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Zuckerunverträglichkeit leiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

§an anderen Krankheiten leiden,

§Allergien haben oder

§andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Zanidip während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet

werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, wenn Sie keine sichere Verhütungsmethode

anwenden und wenn Sie stillen, dürfen Sie Zanidip nicht einnehmen.

Wenn Sie Zanidip einnehmen und den Verdacht haben schwanger zu sein, setzen Sie sich mit Ihrem

Arzt oder Ihrer Ärztin in Verbindung.

Wie verwenden Sie Zanidip?

Nehmen Sie Zanidip wie von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin verschrieben ein.

Die empfohlene Dosis beträgt einmal täglich 1 Filmtablette Zanidip 10 mg (gelb). Abhängig vom

Ansprechen des Patienten kann die Dosis auf 2 Filmtabletten Zanidip 10 mg (gelb) bzw. 1

Filmtablette Zanidip 20 mg (rosafarben) erhöht werden. Die Dosissteigerung sollte schrittweise

erfolgen, da es etwa 2 Wochen dauern kann, bis die maximale blutdrucksenkende Wirkung erreicht

wird. Die Filmtablette verfügt über eine Burchkerbe zur Teilung zur vereinfachten Einnahme. Die

Buchkerbe ist nicht geeignet zur Dosierung einer Teildosis.

Nehmen Sie die Tablette immer zur gleichen Zeit, am besten morgens ein. Eine Mahlzeit mit hohem

Fettanteil erhöht die Blutspiegel des Arzneimittels signifikant. Schlucken Sie die Tablette möglichst

unzerkaut mit einem Glas Wasser.

Bei älteren Patienten ist eine Anpassung der täglichen Dosis nicht erforderlich. Dennoch sollte in den

ersten Therapiewochen der Blutdruck wiederholt kontrolliert werden um gelegentliche Fälle von

niedrigem Blutdruck zu erkennen. Bitte konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin beim Auftreten

von Schwindel oder Herzklopfen. Im Falle einer Überdosierung, die zu übermässiger peripherischer

Gefässerweiterung mit ausgeprägter Senkung des Blutdrucks führen kann, nehmen Sie bitte Kontakt

mit Ihrem Arzt bzw. mit Ihrer Ärztin auf.

Die Anwendung und Sicherheit von Zanidip bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher

nicht geprüft worden.

Wenn Sie einmal eine Einnahme vergessen haben, holen Sie Ihre normale Dosis möglichst sofort

nach und nehmen Sie am nächsten Tag Zanidip wieder wie verschrieben ein. Nehmen Sie auf keinen

Fall die doppelte Dosis auf einmal ein.

Die verschriebene Dosis darf nicht überschritten werden.

Falls Sie mehr als die verschriebene Dosis einnehmen oder im Falle einer Überdosierung, müssen Sie

sofort ärztliche Hilfe aufsuchen und falls möglich die Tabletten und/oder die Packung mitnehmen.

Überschreiten der richtigen Dosis kann dazu führen, dass der Blutdruck zu stark absinkt und die

Herzschläge unregelmässig und schneller werden. Ausserdem kann es zu Bewusstlosigkeit kommen.

Da der Wirkstoff von Zanidip lange wirksam ist, ist es wichtig, dass der Zustand nach einer

Dosisüberschreitung mindestens 24 Stunden beobachtet wird.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Zanidip haben?

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern): Kopfschmerzen, Anschwellen der Knöchel oder

Beine, erhöhter Puls, Herzklopfen oder plötzliches Erröten des Gesichts oder der Brust.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern): Schwindel, tiefer Blutdruck, Übelkeit,

Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Rötung, Ausschlag, Muskelschmerzen, erhöhtes

Urinvolumen, Schwäche oder Ermüdung auftreten.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10‘000 Anwendern): Überempfindlichkeit, Schläfrigkeit, Ohnmacht,

Angina pectoris, Durchfall, Erbrechen, Hautausschlag, Brustschmerzen, häufigeres Wasserlassen.

Nebenwirkungen mit nicht bekannter Häufigkeit (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar): Verdickung des Zahnfleisches, Flüssigkeitsansammlung innerhalb des

Bauchfells, vorübergehende Erhöhungen der Serumspiegel von Leberenzymen (Transaminasen),

Schwellung von Haut oder Schleimhäuten.

Manche Dihydropyridine können selten zu Angina pectoris Anfällen (Schmerzen in der Herzgegend

mit Beengungsgefühl) führen; sehr selten kann es bei Patienten mit bestehender Angina pectoris zu

einer Zunahme von Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen. Sollten bei Ihnen

ähnliche Probleme mit Zanidip auftreten, verständigen Sie bitte sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre

Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Zanidip enthalten?

Wirkstoffe

Gelbe Filmtablette: 10 mg Lercanidipinhydrochlorid

Rosafarbene Filmtablette: 20 mg Lercanidipinhydrochlorid

Hilfsstoffe

Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Povidon

K30, Magnesiumstearat, Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol, Talkum, Eisenoxid (E172).

Zulassungsnummer

54874 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Zanidip? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Zanidip 10 mg und 20 mg: Packungen zu 28 und 98 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Recordati AG, 6340 Baar

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Transferiert von RECORDATI SA

Zanidip

Recordati AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Lercanidipini hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Lactosum monohydricum, Color.: E 171, E 172; Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Runde, bikonvexe Filmtabletten mit einseitiger Bruchrille.

Zanidip ist in zwei Dosierungen erhältlich:

Eine gelbe Filmtablette enthält 10 mg Lercanidipinhydrochlorid (entsprechend 9,4 mg Lercanidipin).

Eine rosafarbene Filmtablette enthält 20 mg Lercanidipinhydrochlorid (entsprechend 18,8 mg

Lercanidipin).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Behandlung von leichtem bis mittelschwerem essenziellem Bluthochdruck.

Dosierung/Anwendung

Die empfohlene orale Dosis beträgt einmal täglich 10 mg und ist vorzugsweise am Morgen

einzunehmen. Abhängig vom Ansprechen des Patienten kann die Dosis auf 20 mg erhöht werden.

Die Dosissteigerung sollte nach 2 Wochen erfolgen, weil erst dann die maximale blutdrucksenkende

Wirkung erreicht ist.

Bei einigen Patienten, die mit einem einzigen blutdrucksenkenden Wirkstoff nicht ausreichend

eingestellt werden können, kann die zusätzliche Gabe von Zanidip zur Behandlung mit einem Beta-

Adrenorezeptorenblocker (Atenolol), einem Diuretikum (Hydrochlorothiazid) oder einem ACE-

Hemmer (Captopril oder Enalapril) nützlich sein.

Da die Dosis-Wirkungs-Kurve steil ansteigt und ein Plateau bei einer Dosis von 20–30 mg erreicht,

ist es unwahrscheinlich, dass höhere Dosierungen zu einer Wirkungssteigerung führen;

Nebenwirkungen können sich jedoch verstärken.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Anwendung bei älteren Patienten

Obwohl die pharmakokinetischen Daten und die klinische Erfahrung darauf schliessen lassen, dass

eine Anpassung der täglichen Dosis nicht erforderlich ist, ist zu Beginn der Behandlung von älteren

Patienten wegen einer möglicherweise stärkeren Blutdrucksenkung besondere Vorsicht geboten.

Anwendung bei Kindern

Da keine klinischen Erfahrungen bei der Behandlung von Patienten unter 18 Jahren vorliegen, ist die

Anwendung kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Anwendung bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen ist zu Beginn

der Behandlung mit besonderer Vorsicht vorzugehen. Obwohl das übliche Dosierungsschema von

diesen Patientengruppen vertragen zu werden scheint, ist bei Erhöhung der Tagesdosis auf 20 mg

Vorsicht geboten.

Zanidip soll bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden, da hierzu

noch keine klinischen Erfahrungen vorliegen. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

(Dialyse-Patienten mit Kreatinin-Clearance <10 ml/min) wurde eine um 70% erhöhte Exposition mit

dem aktiven Enantiomer beobachtet. Daher soll Zanidip bei solchen Patienten nicht angewendet

werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Lercanidipin, andere Dihydropyridine oder einem der

sonstigen Bestandteile des Arzneimittels.

Schwangerschaft und Stillzeit.

Frauen im gebärfähigen Alter, sofern keine sichere Verhütung erfolgt.

Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstraktes.

Unbehandelte kongestive Herzinsuffizienz.

Instabile Angina pectoris.

Schwere Nieren- und Leberfunktionsstörungen.

Innerhalb eines Monats nach einem Myokardinfarkt.

Gleichzeitige Einnahme mit:

starken CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir, Erythromycin,

Troleandomycin).

Cyclosporin.

Grapefruitsaft.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Sinusknotensyndrom (wenn kein Schrittmacher

eingesetzt wurde). Obwohl in kontrollierten hämodynamischen Studien keine Beeinträchtigung der

Ventrikelfunktion festgestellt wurde, ist auch bei Patienten mit einer linksventrikulären

Funktionsstörung Vorsicht geboten. Es gibt Hinweise darauf, dass einige kurzzeitwirksame

Calciumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko bei

Patienten mit ischämischer Herzerkrankung einhergehen. Obwohl Zanidip Langzeitwirkung hat, ist

bei solchen Patienten Vorsicht geboten.

Anwendung bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen ist zu Beginn

der Behandlung mit besonderer Vorsicht vorzugehen. Obwohl das übliche Dosierungsschema von

diesen Patientengruppen vertragen zu werden scheint, ist bei Erhöhung der Tagesdosis auf 20 mg

Vorsicht geboten.

Zanidip soll bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden, da hierzu

noch keine klinischen Erfahrungen vorliegen. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

(Dialyse-Patienten mit Kreatinin-Clearance <10 ml/min) wurde eine um 70% erhöhte Exposition mit

dem aktiven Enantiomer beobachtet. Daher soll Zanidip bei solchen Patienten nicht angewendet

werden.

Der Genuss von Alkohol sollte vermieden werden, weil er die Wirkung von gefässerweiternden,

blutdrucksenkenden Arzneimitteln verstärken kann.

CYP3A4-Induktoren wie Antikonvulsiva (z.B. Phenytoin, Carbamazepin) und Rifampicin können

die Lercanidipin-Plasmaspiegel erniedrigen. Dadurch kann die Wirksamkeit von Zanidip geringer

sein als erwartet.

Eine Tablette enthält 30 mg bzw. 60 mg Laktose (Zanidip 10 mg bzw. Zanidip 20 mg) und sollte

daher nicht an Patienten verabreicht werden, die an Laktase-Mangel, Galaktosämie oder Glukose-

Galaktose-Malabsorption leiden.

Interaktionen

Von Lercanidipin ist bekannt, dass es von CYP3A4-Enzymen metabolisiert wird. Daher können

gleichzeitig verabreichte CYP3A4-Inhibitoren oder -Induktoren den Metabolismus und die

Elimination von Lercanidipin beeinflussen.

Die gleichzeitige Einnahme von Zanidip mit CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Itraconazol,

Ritonavir, Erythromycin, Troleandomycin) ist kontraindiziert.

Eine Interaktionsstudie mit einem starken CYP3A4-Inhibitor, Ketoconazol, hat einen erheblichen

Anstieg der Lercanidipin-Plasmaspiegel gezeigt (15fache Erhöhung der AUC sowie 8fache

Erhöhung der Cmax des Eutomers S-Lercanidipin).

Cyclosporin und Lercanidipin sollen nicht zusammen angewendet werden.

Nach der gleichzeitigen Gabe von Lercanidipin und Cyclosporin wurden erhöhte Plasmaspiegel

beider Wirkstoffe beobachtet. Eine Studie an jungen gesunden Probanden hat gezeigt, dass die

Plasmaspiegel von Lercanidipin unverändert blieben, wenn Cyclosporin 3 Stunden nach der

Lercanidipin-Einnahme gegeben wurde, während die AUC von Cyclosporin um 27% erhöht war. Die

gleichzeitige Gabe von Zanidip und Cyclosporin führte jedoch zu einer 3fachen Erhöhung der

Lercanidipin-Plasmaspiegel und zu einer um 21% erhöhten AUC von Cyclosporin.

Lercanidipin soll nicht zusammen mit Grapefruitsaft eingenommen werden.

Wie andere Dihydropyridine ist Lercanidipin gegen eine Hemmung des Stoffwechsels durch

Grapefruitsaft – mit einem hieraus resultierenden Anstieg seiner systemischen Verfügbarkeit und

verstärkter hypotensiver Wirkung – empfindlich.

Nach gleichzeitiger oraler Anwendung von 20 mg zusammen mit Midazolam bei freiwilligen älteren

Versuchspersonen war die Resorption von Lercanidipin um ca. 40% erhöht, während die

Resorptionsgeschwindigkeit verringert wurde (tmax war von 1,75 Stunden auf 3 Stunden verlängert).

Die Midazolamkonzentrationen blieben unverändert.

Vorsicht empfiehlt sich, wenn Zanidip gleichzeitig mit anderen CYP3A4-Substraten verschrieben

wird, wie Terfenadin, Astemizol, Antiarrhytmika der Klasse III, wie z.B. Amiodaron, Quinidin.

Vorsicht ist geboten, wenn Zanidip gleichzeitig mit CYP3A4-Induktoren wie Antikonvulsiva (z.B.

Phenytoin, Carbamazepin) und Rifampicin verabreicht wird, da die blutdrucksenkende Wirkung von

Zanidip herabgesetzt werden kann; der Blutdruck sollte häufiger als üblich überwacht werden.

Wenn Zanidip zusammen mit Metoprolol verabreicht wurde, einem Beta-Blocker, der hauptsächlich

über die Leber eliminiert wird, war die Bioverfügbarkeit von Metoprolol nicht verändert, während

die von Lercanidipin um 50% reduziert war. Dieser Effekt ist wahrscheinlich auf einen durch Beta-

Blocker verringerten hepatischen Blutfluss zurückzuführen und kann deshalb auch bei anderen

Wirkstoffen dieser Klasse auftreten. Daher kann Lercanidipin mit Beta-Adrenorezeptorenblockern

sicher angewendet werden, jedoch kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.

In einer Interaktionsstudie mit Fluoxetin (ein Inhibitor von CYP2D6 und CYP3A4), die mit

Probanden im Alter von 65 ± 7 Jahren (Durchschnitt ± Standardabweichung) durchgeführt wurde,

wurde keine klinisch relevante Veränderung der Pharmakokinetik von Lercanidipin festgestellt.

Die gleichzeitige Anwendung von Cimetidin in einer Tagesdosis von 800 mg führt zu keiner

signifikanten Änderung der Plasmaspiegel von Lercanidipin. Bei höheren Dosen ist jedoch Vorsicht

geboten, da die Bioverfügbarkeit und die blutdrucksenkende Wirkung von Lercanidipin verstärkt

werden können.

Die gleichzeitige Anwendung von 20 mg Lercanidipin bei mit Beta-Methyldigoxin chronisch

behandelten Patienten erbrachte keine Hinweise auf eine pharmakokinetische Interaktion. Bei

gesunden Probanden, die nach der Einnahme von 20 mg Lercanidipin mit Digoxin behandelt wurden,

wurde ein mittlerer Anstieg der Cmax von Digoxin um 33% beobachtet, während die AUC sowie die

renale Clearance nicht signifikant verändert wurden. Patienten unter gleichzeitiger Digoxin-Therapie

sollten sorgfältig auf Anzeichen einer Digoxin-Intoxikation beobachtet werden.

Die wiederholte Anwendung einer Dosis von 20 mg Zanidip zusammen mit 40 mg Simvastatin hatte

keine signifikante Veränderung der AUC von Lercanidipin zur Folge, während AUC von

Simvastatin um 56% und die seines aktiven Betahydroxysäure-Metaboliten um 28% erhöht wurde.

Eine klinische Relevanz derartiger Veränderungen ist unwahrscheinlich. Wenn Lercanidipin

morgens und Simvastatin (wie für derartige Arzneimittel vorgesehen) abends gegeben wird, ist keine

Wechselwirkung zu erwarten. Da die Wechselwirkung mit Simvastatin, einem sehr sensitiven

Modelsubstrat für CYP3A4, nicht signifikant und klinisch relevant ist, ist mit weniger sensitiven

Substraten, z.B. anderen Statinen, keine Wechselwirkung zu erwarten.

Bei gleichzeitiger Gabe von 20 mg Lercanidipin an gesunde Probanden blieb die Pharmakokinetik

von Warfarin und von Acenocoumarol unverändert.

Zanidip wurde gemeinsam mit Diuretika und ACE-Hemmern sicher verabreicht.

Der Genuss von Alkohol sollte vermieden werden, weil er die Wirkung von gefässerweiternden,

blutdrucksenkenden Arzneimitteln verstärken kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die zu Lercanidipin vorliegenden Daten ergeben keinen Hinweis auf teratogene Effekte bei Ratten

und Kaninchen; die Reproduktionsfähigkeit bei Ratten war nicht beeinträchtigt. Da noch keine

klinischen Erfahrungen über die Anwendung von Lercanidipin während der Schwangerschaft und

Stillzeit vorliegen und andere Dihydropyridine in Tierversuchen eine teratogene Wirkung aufwiesen,

darf Zanidip während der Schwangerschaft nicht verordnet werden und zur Behandlung von Frauen

im gebärfähigen Alter nur bei sicherer Kontrazeption eingesetzt werden.

Da Lercanidipin stark lipophil ist, ist ein Übergang in die Muttermilch zu erwarten. Eine Anwendung

während der Stillzeit darf deshalb nicht erfolgen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen, wie z.B. Schwindel, Schwäche, Ermüdung und

selten Somnolenz kann die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit Werkzeuge und Maschinen zu

bedienen beeinträchtigt sein. Dies gilt in besonderem Masse bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung

und Arzneimittelwechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Bei ungefähr 1,8% der behandelten Patienten traten Nebenwirkungen auf. Im Folgenden sind die

unerwünschten Wirkungen nach Organklasse aufgelistet.

Stoffwechsel- und Ernährungssystem

Lercanidipin scheint keine negativen Auswirkungen auf den Blutzucker- oder Serum-Lipid-Spiegel

zu haben.

Psychische Störungen

Selten: Somnolenz.

Nervensystem

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Schwindel.

Herz-Kreislauf-Störungen

Gelegentlich: Flush, Tachykardie, Palpitation.

Selten: Hypotonie, Angina pectoris.

Manche Dihydropyridine können selten zu Präkordialschmerzen und Angina pectoris führen; sehr

selten kann es bei Patienten mit einer bereits bestehenden Angina pectoris zu einer Zunahme von

Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen. In Einzelfällen ist das Auftreten eines

Myokardinfarkts möglich.

Gastrointestinale Störungen

Selten: Übelkeit, Dyspepsie, Diarrhoe, Abdominalschmerzen, Erbrechen.

Selten: Gingivahypertrophie.

Leber und Galle

Sehr selten: reversible Erhöhung der Serumspiegel von Lebertransaminasen.

Haut

Selten: Rash.

Muskelskelettsystem

Selten: Myalgie.

Nieren und Harnwege

Selten: Polyurie.

Sehr selten: häufigeres Wasserlassen.

Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Periphere Ödeme.

Selten: Asthenie, Ermüdung.

Sehr selten: Brustschmerzen.

Überdosierung

Nach Markteinführung wurde über 2 Fälle von Überdosierung berichtet (150 mg bzw. 280 mg

Lercanidipin, eingenommen zum Suizidversuch). Der erste Patient entwickelte Schläfrigkeit und

wurde mit einer Magenspülung behandelt. Der zweite Patient entwickelte einen kardiogenen Schock

mit schwerer myokardialer Ischämie und leichtem Nierenversagen; er wurde mit hohen

Katecholamin-Dosen, Furosemid, Digitalis und parenteralen Plasmaexpandern behandelt. In beiden

Fällen erholten sich die Patienten ohne bleibenden Schaden.

Wie bei anderen Dihydropyridinen wäre zu erwarten, dass eine Überdosierung zu einer exzessiven

Dilatation der peripheren Gefässe mit ausgeprägter Hypotonie und Reflextachykardie führen kann.

Bei schwerer Hypotonie, Bradykardie und Bewusstlosigkeit könnte eine kardiovaskuläre

Unterstützung nützlich sein, im Falle einer Bardykardie mittels intravenöser Atropin-Gabe.

Im Hinblick auf die langanhaltende pharmakologische Wirkung von Lercanidipin ist es wichtig, dass

der kardiovaskuläre Zustand der betroffenen Patienten mindestens 24 Stunden lang überwacht wird.

Über den therapeutischen Nutzen einer Dialyse liegen keine Informationen vor. Da das Arzneimittel

stark lipophil ist, geben die Plasmaspiegel höchstwahrscheinlich keinen Hinweis auf die Dauer des

Risikozeitraumes, und eine Dialyse ist möglicherweise unwirksam.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C08CA13

Selektiver Calciumkanalblocker, mit vorwiegender Gefässwirkung

Wirkungsmechanismus

Lercanidipin ist ein Calciumantagonist aus der Dihydropyridingruppe und hemmt den

transmembranösen Calciumeinstrom in den Herzmuskel und die glatte Muskulatur. Der

Mechanismus der antihypertensiven Wirkung ist auf eine direkte relaxierende Wirkung auf die glatte

Gefässmuskulatur zurückzuführen, wodurch insgesamt der periphere Widerstand herabgesetzt wird.

Pharmakodynamik

Trotz seiner kurzen pharmakokinetischen Plasmahalbwertszeit besitzt Lercanidipin aufgrund seines

hohen Membranverteilungskoeffizienten eine verlängerte antihypertensive Wirkung. Es hat wegen

seiner hohen vaskulären Selektivität keine negativ-inotrope Wirkung. Da die durch Zanidip bewirkte

Gefässerweiterung graduell eintritt, wurde bei hypertonen Patienten nur in seltenen Fällen eine akute

Hypotonie mit Reflextachykardie beobachtet.

Die antihypertensive Wirkung beruht wie bei anderen asymmetrischen 1,4-Dihydropyridinen

hauptsächlich auf dem (S)-Enantiomer.

Klinische Wirksamkeit

Zusätzlich zu den zur Stützung der therapeutischen Indikationen durchgeführten klinischen Studien

wurde in einer weiteren kleinen, unkontrollierten aber randomisierten Studie an Patienten mit

schwerer Hypertonie (mittlerer diastolischer Blutdruck ± SD 114,5 ± 3,7 mmHg) gezeigt, dass sich

bei 40% der 25 Patienten mit einmal täglich 20 mg und bei 56% der 25 Patienten mit zweimal täglich

10 mg Zanidip der Blutdruck normalisierte (DBP ≤90 mmHg am Ende einer 60tägigen Behandlung).

In einer placebo-kontrollierten, randomisierten Doppelblindstudie an Patienten mit isolierter

systolischer Hypertonie führte Zanidip zur Senkung des mittleren systolischen Blutdrucks von 172,6

± 5,6 mmHg auf 140,2 ± 8,7 mmHg.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Anwendung von 10–20 mg wird Zanidip vollständig resorbiert, und

Plasmaspitzenspiegel von 3,30 ± 2,09 ng/ml bzw. 7,66 ± 5,90 ng/ml treten etwa 1,5–3 Stunden nach

Verabreichung auf. Die Plasmaspiegel von Lercanidipin zeigen keine direkte Dosislinearität (nicht-

lineare Kinetik). Nach 10, 20, oder 40 mg wurden Plasmaspitzenspiegel im Verhältnis 1:3:8 und

AUC-Werte im Verhältnis 1:4:18 beobachtet. Dies deutet auf eine progressive Sättigung des First-

pass Metabolismus hin. Demgemäss erhöht sich die Verfügbarkeit bei zunehmender Dosis.

Die beiden Enantiomere von Lercanidipin zeigen ein ähnliches Profil der Plasmaspiegel: die Zeit bis

zum Erreichen der Plasmaspitzenspiegel und die Halbwertszeit für die Ausscheidung sind für beide

Enantiomere gleich, Plasmaspitzenkonzentrationen und AUC sind im Durchschnitt für das (S)-

Enantiomer 1,2fach grösser. In vivo wurde keine Interkonversion der Enantiomere beobachtet.

Aufgrund des hohen First-pass-Metabolismus beträgt die absolute Bioverfügbarkeit bei Patienten, die

Zanidip zusammen mit einer Mahlzeit einnahmen, ca. 10%. Bei gesunden nüchternen Probanden ist

die Bioverfügbarkeit auf ein Drittel dieses Wertes reduziert.

Die orale Verfügbarkeit von Lercanidipin erhöht sich um das 4fache, wenn Zanidip bis zu 2 Stunden

nach einer fettreichen Mahlzeit eingenommen wird. Die Erfahrung zeigt dennoch, dass die

Einnahmezeit in Bezug auf das Frühstück die Wirksamkeit und Sicherheit des Arzneimittels nicht

beeinflusst.

Distribution

Die Verteilung des Wirkstoffs aus dem Plasma ins Gewebe und in die Organe erfolgt schnell und

ausgeprägt.

Die Serumproteinbindung beträgt über 98%. Da die Plasmaproteinspiegel bei Patienten mit schweren

Nieren- oder Leberfunktionsstörungen herabgesetzt sind, kann der freie Anteil des Arzneimittels

erhöht sein.

Metabolismus

Zanidip wird extensiv durch CYP3A4 metabolisiert. In Urin und Faeces findet sich kein

unveränderter Wirkstoff. Lercanidipin wird vorwiegend in inaktive Metaboliten umgewandelt und

ca. 50% der Dosis werden im Urin ausgeschieden.

In-vitro-Versuche mit menschlichen Lebermikrosomen haben gezeigt, dass Lercanidipin in

gewissem Masse hemmend auf CYP3A4 und CPY2D6 wirkt, wenn Konzentrationen zugrunde

gelegt werden, die dem 160fachen bzw. 40fachen der Plasmaspitzenspiegel nach einer Dosis von

20 mg entsprechen.

Ausserdem ergaben Interaktionsstudien beim Menschen, dass Lercanidipin die Plasmaspiegel von

Midazolam, einem typischen Substrat von CYP3A4, oder von Metoprolol, einem typischen Substrat

von CYP2D6, nicht beeinflusste. Eine Hemmung der Biotransformation von Arzneistoffen, die durch

CYP3A4 und CYP2D6 metabolisiert werden, ist daher durch therapeutische Dosen von Zanidip nicht

zu erwarten.

Elimination

Die Elimination erfolgt hauptsächlich durch Biotransformation.

Es wurde eine mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit von 8–10 Stunden ermittelt; aufgrund der

hohen Bindung an die Lipidmembran dauert die therapeutische Wirksamkeit 24 Stunden an. Nach

wiederholter Anwendung wurde keine Kumulation beobachtet.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Lercanidipin waren bei älteren Patienten und Patienten

mit leichter bis mittelschwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung vergleichbar mit den im

Allgemeinen vorgefundenen Patientenpopulationen. Bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung oder Dialyse-Patienten fanden sich höhere Plasmaspiegel (um ca. 70%). Bei

mittelschwerer bis schwerer Leberfunktionsstörung ist die systemische Bioverfügbarkeit

wahrscheinlich erhöht, da Lercanidipin in der Leber metabolisiert wird.

Präklinische Daten

Sicherheitspharmakologische Studien an Tieren haben keine Wirkungen auf das autonome

Nervensystem, das ZNS oder auf Magen-Darm-Funktionen bei antihypertensiven Dosen ergeben.

Die relevanten Wirkungen, die in Langzeitstudien an Ratten und Hunden beobachtet wurden, standen

direkt oder indirekt in Zusammenhang mit den bekannten Wirkungen von hochdosierten

Calciumantagonisten und äusserten sich vorwiegend in überhöhter pharmakodynamischer Aktivität.

Lercanidipin war nicht mutagen, und es gab keine Hinweise auf ein karzinogenes Potential.

Die Fertilität und die allgemeine Fortpflanzungsleistung bei Ratten wurde von der Behandlung mit

Lercanidipin nicht beeinflusst.

Es gab keinen Hinweis auf teratogene Wirkungen bei Ratten und Kaninchen, jedoch führte

Lercanidipin bei Ratten in hohen Dosen zu Prä- und Postimplantationsverlusten sowie zu einer

Verzögerung der Fötalentwicklung.

Die Anwendung von Lercanidipinhydrochlorid in hohen Dosen (12 mg/kg/Tag) während der Wehen

führte zu Dystokie.

Die Distribution von Lercanidipin und/oder seinen Metaboliten in trächtigen Tieren und der

Übergang in die Muttermilch sind nicht untersucht worden.

Die Metaboliten wurden nicht in separaten Toxizitätsstudien untersucht.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Zanidip darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Verfalldatum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und in der Originalverpackung aufbewahren.

Zulassungsnummer

54874 (Swissmedic).

Packungen

Zanidip 10 mg à 28, 98 Filmtabletten (B).

Zanidip 20 mg à 28, 98 Filmtabletten (B).

Zulassungsinhaberin

Recordati SA, 6340 Baar.

Stand der Information

Juli 2004.

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