Xenetix 300

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Fachinformation Fachinformation (SPC)

13-11-2002

Wirkstoff:
Iobitridol
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH (8050167)
INN (Internationale Bezeichnung):
Iobitridol
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Iobitridol (28003) 65,81 Gramm
Verabreichungsweg:
Injektion intravasal; Infusion intravasal
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Nein
Zulassungsnummer:
43247.01.00
Berechtigungsdatum:
2000-05-19

Fachinformation

Xenetix 300

November 2002

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Xenetix 300

Wirkstoff: Iobitridol

2. Verschreibungsstatus / Apotheken-

pflicht

Verschreibungspflichtig

Dieses Arzneimittel enthält einen Stoff,

dessen Wirkung in der medizinischen

Wissenschaft noch nicht allgemein be-

kannt ist. Der pharmazeutische Unter-

nehmer hat deshalb für dieses Arznei-

mittel der zuständigen Bundesoberbe-

hörde einen Erfahrungsbericht nach §

49 Abs. 6 AMG vorzulegen.

3.

Zusammensetzung

des

Arzneimit-

tels

3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe

Nichtionisches

iodhaltiges

Röntgen-

kontrastmittel

3.2 Arzneilich wirksamer Bestandteil

100 ml Injektionslösung enthalten:

Iobitridol 65,81 g

Iodgehalt = 300 mg I/ml

Osmolalität bei 37°C: 695 mOsm/kg

Viskosität bei 20°C: 11 mPa

Viskosität bei 37°C: 6 mPa

3.3 Sonstige Bestandteile

Natriumcalciumedetat

(Stabilisator),

Trometamolhydrochlorid,

Trometa-

mol, Salzsäure und Natriumhydroxid-

Lösung

zur pH-Einstellung, Wasser

für Injektionszwecke.

4. Anwendungsgebiete

Xenetix 300 kann bei Erwachsenen und

Kindern eingesetzt werden zur intrave-

nösen Urographie, Schädel- und Ganz-

körper-Computertomographie,

intrave-

nösen DSA, Arteriographie und Angio-

kardiographie.

5. Gegenanzeigen

Xenetix 300 darf für die Myelographie

nicht eingesetzt werden, da hierzu noch

keine Untersuchungen vorliegen.

Bei Patienten mit manifester Schilddrü-

senüberfunktion darf Xenetix 300 nicht

angewendet werden.

Eine

sorgfältige

Risiko-Nutzen-

Abwägung ist erforderlich bei Patienten

- Überempfindlichkeit gegen iodhaltige

Röntgenkontrastmittel,

- Niereninsuffizienz,

- Plasmozytom,

- Allergie,

- Asthma bronchiale,

beschwerdefrei

verlaufender

Schild-

drüsenüberfunktion (latente Hyperthy-

reose) und blanden Knotenstrumen,

- eingeschränkter Nierenfunktion,

- schweren Funktionsstörungen der Le-

ber,

- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie de-

kompensierter

Herzinsuffizienz,

schweren

Herzrhythmusstörungen,

instabiler Angina pectoris, Myokardin-

farkt in der Anamnese und pulmona-

ler Hypertonie,

- manifestem Diabetes mellitus,

- zerebralem Krampfleiden,

- fortgeschrittener Hirnarteriosklerose,

- akutem Hirninfarkt,

- akuter intrakranieller Blutung und Zu-

ständen,

einer

Schädigung

der Blut-Hirn-Schranke einhergehen.

Besondere Vorsicht ist auch geboten

bei Neugeborenen und Säuglingen, äl-

teren

Patienten

Patienten

schlechtem Allgemeinzustand.

Wie für alle nichtionischen Kontrastmit-

tel, liegen auch für Xenetix 300 keine

kontrollierten Studien über die Anwen-

dung

beim

Menschen

während

Schwangerschaft und Stillzeit vor, die

die Unbedenklichkeit des Kontrastmit-

tels belegen könnten.

Schwangerschaft:

Tierversuche haben keine Hinweise auf

teratogene

Effekte

gezeigt.

Während

einer

Schwangerschaft

sollte

jegliche

Belastung durch Röntgenstrahlen ver-

mieden werden. Die Entscheidung zu

einer Untersuchung mit oder ohne Kon-

trastmittel muß deshalb auf einer sorg-

fältigen Risiko-Nutzen-Abwägung beru-

hen.

Stillzeit:

Es liegen keine Untersuchungen zum

Übertritt von Iobitridol in die Muttermilch

vor. Tierversuche ergaben eine geringe

Exkretion in die Milch (< 3 %). Sollte

eine Untersuchung während der Lakta-

tionsperiode

erforderlich

werden,

das Stillen vor der Untersuchung ein-

zustellen

sollte

frühestens

Stunden nach der Untersuchung wieder

aufgenommen werden.

6. Nebenwirkungen

Anwendung

iodhaltiger

Röntgen-

kontrastmittel kann unerwünschte Wir-

kungen auslösen, die in Abhängigkeit

von der Indikation variieren können und

die im allgemeinen leichter oder mittel-

schwerer Natur sind. Es können jedoch

auch ernstere, lebensbedrohliche, ana-

phylaktoide

Reaktionen

hervorgerufen

werden.

Im Verlauf der klinischen Prüfungen mit

Iobitridol

wurden

beobachtet:

injekti-

onsbedingtes,

kurzzeitiges

Wärmege-

fühl (35 %), Schmerzen an der Injekti-

onsstelle (2 %) oder im Lumbal-, Ab-

dominal- oder Brustbereich, generelle

Schmerzempfindungen (1,7 %), Haut-

reaktionen in Form von verschiedenar-

tigen Hautreaktionen (1,0 %), abnorme

Geschmacksempfindungen

(1,0

Übelkeit (0,9 %), Erbrechen (0,9 %),

Kopfschmerzen (0,7 %) und in geringe-

Ausmaß

(<

Harndrang,

Tremor, Rhinitis.

Als Einzelfälle, bei denen ein Zusam-

menhang mit der Anwendung des Kon-

trastmittels nicht mit völliger Sicherheit

ausgeschlossen werden kann, wurden

berichtet:

transitorische

ischämische

Attacke

(TIA),

Sehstörung,

Laryngo-

spasmus,

ventrikuläre

Extrasystolen,

Blutdruckabfall,

Tachykardie,

Blut-

druckanstieg und Tränenfluß.

Schwerwiegendere Reaktionen, die iso-

liert oder kombiniert auftreten können,

sind

möglich.

Dazu

gehören

Haut-

reaktionen sowie respiratorische, neu-

rosensorische,

gastrointestinale

kardiovaskuläre

Störungen

Kreislaufkollaps

unterschiedlichen

Schweregrades, in Ausnahmefällen mit

Schock und/oder Kreislaufstillstand.

Patienten

anamnestisch

kannten Allergien und Asthma kann es

erfahrungsgemäß

häufiger

Über-

empfindlichkeitsreaktionen

kommen.

Weiterhin kann es in Einzelfällen zur

vorübergehenden Beeinträchtigung der

Nierenfunktion,

entsprechender

Disposition

Nierenversagen,

kommen.

Bei gleichzeitiger schwerer Niereninsuf-

fizienz und Ausscheidungsstörung der

Leber kann die Kontrastmittelausschei-

dung verzögert sein. Es muß mit einem

gehäuften Auftreten von unerwünsch-

ten Wirkungen gerechnet werden.

Patienten

schweren

Herzer-

krankungen,

besonders

solchen

schwerer Herzinsuffizienz und korona-

rer Herzkrankheit, besteht ein höheres

Risiko

schwerwiegender

Reaktionen.

Die intravasale Injektion des Kontrast-

mittels kann bei Patienten mit manifes-

oder

beginnender

Herzinsuffizienz

Lungenödeme

hervorrufen,

während

die Anwendung bei pulmonalem Hoch-

druck

Herzklappenerkrankungen

ausgeprägten

Veränderungen

Hämodynamik

führen

kann.

Ischämi-

sche EKG-Veränderungen und schwere

Arrhythmien werden am häufigsten bei

alten und herzkranken Patienten beo-

bachtet.

Häufigkeit

Schweregrad

scheinen in Relation mit der Schwere

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Xenetix 300

November 2002

der Herzerkrankungen zu stehen. Bei

schwerer

chronischer

Hypertonie

kann

Risiko

einer

Nierenschädi-

gung

durch

Verabreichung

Kontrastmittels als auch durch die Ka-

theterisierung selbst erhöht sein.

Es ist bekannt, daß bei angiographi-

schen Untersuchungen, bei denen das

Kontrastmittel über das arterielle Blut

Gehirn

gelangt,

neurologische

Komplikationen

auftreten

können

vorübergehende Verwirrtheit und Som-

nolenz,

Synkopen,

Koma,

vorüberge-

hende

Paresen,

Sehstörungen

oder

Fazialisschwäche

Krampfanfälle.

Bei Patienten mit fokalen Hirnschäden

oder

Epilepsie

können

neurologische

Komplikationen erfahrungsgemäß häu-

figer auftreten.

Kontrastmittelbedingte

Unverträglich-

keitsreaktionen können auch bei nicht-

ionischen, monomeren Kontrastmitteln

mit zeitlicher Verzögerung nach mehre-

ren Stunden bis einigen Tagen auftre-

ten.

Wird

Kontrastmittel

neben

Blutgefäß

(paravasal)

gespritzt,

kann

es in Einzelfällen zu stärkeren Gewebs-

reaktionen

kommen,

deren

Ausmaß

von der Menge und der Konzentration

Gewebe

gelangten

Kon-

trastmittellösung abhängt.

Prophylaktische Maßnahmen

Wie für alle iodierten Kontrastmittel gilt,

daß nichtionische, wasserlösliche, triio-

dierte Produkte zu leichten, schweren

oder

lebensbedrohenden

Unverträg-

lichkeitsreaktionen,

anaphylaktoiden

Reaktionen oder anderen allergischen

Manifestationen führen können. Diese

treten häufig frühzeitig und mitunter mit

Verzögerung auf.

sind

unvorhersehbar

treten

häufiger bei Patienten mit einer Aller-

gieanamnese

(Nesselsucht,

Asthma,

Heuschnupfen, Ekzeme, verschiedene

Nahrungsmittel- bzw. Medikamentenal-

lergien) auf. Sie können auch Patienten

betreffen, die während einer früheren

Untersuchung mit einem iodierten Kon-

trastmittel überempfindlich reagiert ha-

ben.

Eine Prüfung der Kontrastmittelverträg-

lichkeit

mittels

Iodreaktionstests

oder

anderer

verfügbarer

Tests

nicht

möglich.

Ärzte sowie das Pflegepersonal müs-

sen über Symptome sowie allgemeine

und medikamentöse Sofortmaßnahmen

unterrichtet sein. Die eventuell benötig-

te Notfallmedikation bzw. das Notfall-

besteck müssen bereitgestellt sein.

Behandlung

Alle Schweregrade einer anaphylaktoi-

den Reaktion von der Urtikaria bis zum

Kreislaufstillstand

sind

möglich.

Applikation des Kontrastmittels ist so-

fort zu beenden. Aus der Objektivierung

klinischen

Bildes

ergibt

sich

notwendige

allgemeine

medika-

mentöse Therapie. Neben den Basis-

maßnahmen, wie sie bei jeder Reani-

mation indiziert sind, ist der Einsatz von

Medikamenten adaptiert an das klini-

sche Bild angezeigt.

schweren

Kontrastmittelzwischen-

fällen

allgemeinen

eine

24stündige Überwachung des Patien-

ten auf einer Intensivstation erforder-

lich.

7. Wechselwirkungen mit anderen Mit-

teln

Die gleichzeitige Verabreichung ande-

Arzneimittel

erfordert

besondere

Vorsichtsmaßnahmen.

Arzneimittel, welche die Krampfschwel-

erniedrigen,

z.B.

Pheno-

thiazinderivate, trizyklische Antidepres-

siva, MAO-Hemmer, Analeptika, Neuro-

leptika, insbesondere bei Patienten mit

Epilepsie

oder

fokalen

Hirnschäden,

können die Auslösung eines Krampfan-

falls

begünstigen

sollten

daher,

wenn möglich und ärztlich vertretbar,

48 Std. vor und bis zu 24 Std. nach ei-

ner zerebralen Angiographie abgesetzt

werden.

Es liegen Berichte vor, daß bekannte

Kontrastmittelreaktionen wie z.B. Haut-

rötung, Erythem, Fieber bzw. grippear-

tige

Symptome

nach

Gabe

Röntgenkontrastmitteln

Patienten,

die zur gleichen Zeit mit Interferon oder

Interleukinen behandelt wurden, häufi-

ger und vor allem verzögert auftreten

können.

Diuretika:

Im Falle einer Diuretika bedingten De-

hydratation besteht ein erhöhtes Risiko

für

eine

akute

Niereninsuffizienz, be-

sonders nach höheren Dosen eines io-

dhaltigen Kontrastmittels. Vor Anwen-

dung des Kontrastmittels muß deshalb

der Wasserhaushalt ausgeglichen sein.

Metformin:

Bei Diabetikern unter Metformin kann

eine

Laktatazidose

durch

eine

durch

das Kontrastmittel induzierte funktionel-

le Niereninsuffizienz ausgelöst werden.

Die Behandlung mit Metformin sollte 48

Stunden vor der Kontrastmitteluntersu-

chung und für mindestens 2 Tage nach

der Untersuchung ausgesetzt werden.

Behandlung

kann

wieder

aufge-

nommen

werden,

wenn

eine

ausrei-

chende

Funktionsfähigkeit

Niere

durch entsprechende Kontrollen nach-

gewiesen wurde.

Schilddrüsenfunktionstests:

Nach

Verabreichung

iodhaltiger

Kon-

trastmittel ist die Fähigkeit der Schild-

drüse zur Aufnahme von Radioisotopen

für die Diagnose von Schilddrüsenfunk-

tionsstörungen

zwei

Wochen

lang beeinträchtigt, in Einzelfällen so-

gar länger.

8. Warnhinweise

Keine.

9. Wichtigste Inkompatibilitäten

Um Inkompatibilitäten auszuschließen,

sollte

Xenetix

nicht

anderen

Arzneimitteln

gemischt

werden

stets mit separater Nadel und Spritze

verabreicht werden.

10. Dosierung mit Einzel- und Tages-

gaben

Die Dosierung ist abhängig von der

Untersuchung,

Alter,

dem Gewicht, der Herzfunktion, dem

Allgemeinzustand des Patienten und

der angewandten Technik. Üblicher-

weise

werden

gleichen

Iod-

Konzentrationen und Volumina ver-

wendet wie bei anderen iodhaltigen

Röntgenkontrastmitteln. Wie bei allen

Kontrastmitteln

sollte

niedrigste

Dosierung, die zur Erzielung des ge-

wünschten

Untersuchungsergebnis-

ses ausreicht, gewählt werden.

Die folgenden Dosierungsempfehlun-

gen beruhen auf den allgemeinen Er-

fahrungen

nichtionischen

Kon-

trastmitteln sowie auf den mit Xenetix

durchgeführten

klinischen

Studien.

Das insgesamt verabreichte Volumen

sollte 250 ml nicht überschreiten.

---------------------------------------------------

Anwendungs- mittlere Gesamtvo-

gebiet Dosierung lumen

(min/max)

---------------------------------------------------

i.v. Urographie

- Bolus-Injektion 50-100 ml

- i.v. Infusion 100 ml

---------------------------------------------------

Schädel-CT 50-100 ml

Erwachsene

Ganzkörper-CT 75-175 ml

Erwachsene

Schädel und 1-2,5 ml/kg altersabh.

Ganzkörper-CT

Kinder

---------------------------------------------------

Intravenöse digi- 30-45 ml/

tale Subtraktions- Injektion*

angiographie

Zerebrale Arterio- 5-45 ml/In-

graphie jektion ins-

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Xenetix 300

November 2002

gesamt

nicht mehr

als 200 ml

Arteriographie 40-60 ml/

der unteren Ex- Injektion

tremitäten

Angiokardiogra-

phie Erwachsene

Koronarangio-

graphie 4-8 ml/In-

jektion

Ventrikulographie 30-60 ml/

Injektion

---------------------------------------------------

* In Abhängigkeit von den untersuch-

Gefäßabschnitten,

jedoch

keinem Fall mehr als 250 ml.

11. Art und Dauer der Anwendung

Xenetix 300 ist ein Röntgenkontrast-

mittel, das im allgemeinen ein- oder

mehrmalig im Rahmen eines Unter-

suchungsganges

Anwendung

kommt.

Wiederholungsuntersuchun-

gen sind möglich.

Nichtionische

Kontrastmittel

sollten

vor der Anwendung auf Körpertempe-

ratur erwärmt werden, da erfahrungs-

gemäß erwärmte Kontrastmittel bes-

ser vertragen werden.

Kontrastmittelbehältnisse

sind

nicht

für

Mehrfachentnahme

stimmt.

Verwendung

Ent-

nahmekanülen

Durchstechen

des Stopfens und zum Aufziehen der

Lösung wird empfohlen. Xenetix 300

sollte

erst

unmittelbar

wendung in die Spritze aufgezogen

werden.

einem

Untersu-

chungsgang nicht verbrauchte Kon-

trastmittellösung ist zu verwerfen.

Für

Anwendung

Infusionsflasche gelten zusätzlich die

folgenden Hinweise:

wird

empfohlen,

daß

Kon-

trastmittel, nach einmaligem Durch-

stechen des Stopfens mit einer ent-

sprechenden Entnahmekanüle für ei-

nen Injektomaten oder einer Einmal-

spritze, entnommen wird.

Generell

muß

Entnahmekanüle

mit folgenden Eigenschaften ausge-

stattet

sein:

Trokar,

Luftfilter, Luer-

Verbindung, eventuell mit einem An-

schlußschlauch und einem schützen-

den Verschlußstopfen.

Ergänzende

Anwendungshinweise

der jeweiligen Hersteller der Entnah-

mekanülen und Füllvorrichtungen für

Injektomaten sind zu beachten.

Ende

Untersuchungstages

sind die in der Infusionsflasche ver-

bliebenen Reste des Kontrastmittels

sowie

Entnahmekanüle

ver-

werfen.

Um dem Risiko einer Thrombenbil-

dung vorzubeugen, ist die Dauer des

Kontaktes zwischen Blut und nichtio-

nischen

Kontrastmitteln

Spritzen

und Kathetern so kurz wie möglich zu

halten.

Einer

sorgfältigen

angiogra-

phischen Technik wie z.B. häufiges

Spülen der Katheter mit physiologi-

scher

Kochsalzlösung

gegebe-

nenfalls mit Heparinzusatz sollte be-

sondere

Aufmerksamkeit

gewidmet

werden.

Generelle

Vorsichtsmaßnahmen

für

die

Anwendung

iodhaltiger

Kontrastmittel:

Die Untersuchung darf nur in Anwe-

senheit eines Arztes erfolgen; ein ve-

nöser Zugang zur Notfallbehandlung

im Falle einer Unverträglichkeitsreak-

tion sollte vorhanden sein. Die Kon-

trastmittelapplikation sollte möglichst

im Liegen erfolgen.

Das Untersuchungsrisiko verlangt ei-

ne für die notfallmäßige Reanimation

erforderliche

Ausstattung

insbeson-

dere

für den Fall, daß der Patient

gleichzeitig

Beta-Blocker

erhält,

dann Adrenalin und intravenös verab-

reichbare Volumina eine geringe Wir-

kung haben.

Der Patient sollte nach der Untersu-

chung mindestens 30 min unter Be-

obachtung bleiben.

Individuelle

Vorsichtsmaßnahmen

für

die

Anwendung

iodhaltiger

Kontrastmittel:

Vor und nach der Untersuchung muß

der Patient ausreichend hydratisiert

sein.

gestörter

Wasser-

Elektrolythaushalt ist zu korrigieren.

Dies gilt insbesondere für Patienten

multiplen

Myelomen,

Diabetes

mellitus, Poly- oder Oligurie, Hyper-

urikämie, sowie bei Kleinkindern, al-

Patienten

Patienten

schlechtem

Allgemeinzustand.

diesen

Patienten

darf

Flüssig-

keitszufuhr

keinem

Fall

Kontrastmittelgabe

eingeschränkt

werden.

Bei Patienten mit Neigung zu Aller-

gien,

bekannter

Überempfindlichkeit

gegen

iodierte

Kontrastmittel

anamnestisch bekanntem Asthma ist

besondere Aufmerksamkeit geboten.

Eine absolut zuverlässige Schutzwir-

kung durch Prämedikation mit Anti-

histaminika

Kortikosteroiden

kann

nicht erwartet werden, da je-

weils nur eine partielle, wenn auch

wichtige Inhibition der an der anaphy-

laktoiden Reaktion beteiligten Media-

torsubstanzen erreicht wird.

Vorsichtsmaßnahmen

bei

Patien-

ten

mit

spezifischen

Erkrankun-

gen:

Niereninsuffizienz:

Eine

vorbestehende

Niereninsuffizi-

enz kann durch die Anwendung eines

Kontrastmittels zu einem akuten Nie-

renversagen führen. Als vorbeugende

Maßnahmen sind zu sehen: Identifi-

zierung von Hochrisiko-Patienten; Si-

cherstellung einer adäquaten Hydra-

tation

Verabreichung

Kontrastmittels;

vorzugsweise

sollte

i.v.

Infusion

vor,

während

nach der Untersuchung bis zur Aus-

scheidung

Kontrastmittels

über

die Niere fortgesetzt werden. Bis zur

vollständigen Ausscheidung des Kon-

trastmittels sollten nach Möglichkeit

die Verabreichung potentiell nephro-

toxischer

Arzneimittel,

größere

chi-

rurgische Eingriffe oder Verfahren wie

eine

renale

Angioplastie

vermieden

werden.

Weitere

Kontrastmittel-

untersuchungen sollten so lange ver-

schoben werden, bis die Nierenfunk-

tion

ihren

Ausgangswerten

rückgekehrt ist.

Patienten

monoklonaler

Gammopathie

(multiples

Myelom,

Waldenström

Makroglobulinämie)

intravasale

Anwendung

Kontrastmitteln nicht unbedenklich. In

solchen Fällen kann das Risiko einer

Nierenschädigung durch ausreichen-

de Hydratation vor der Untersuchung

verringert werden.

Phäochromozytom:

Die Patienten können nach einer Un-

tersuchung mit intravasal verabreich-

ten Kontrastmitteln in schwere (selten

unkontrollierbare) Blutdruckkrisen ge-

raten.

Eine

Prämedikation

Rezeptorenblockern

wird

deshalb

empfohlen.

Hyperthyreose, blande Struma:

Der sehr geringe Anteil freien anor-

ganischen Iods in den Kontrastmittel-

lösungen kann die Schilddrüsenfunk-

tion beeinflussen; dies tritt besonders

bei Patienten mit Hyperthyreose oder

Strumen auf.

Diabetes mellitus:

Die vorgeschädigten Nieren diabeti-

scher Patienten stellen einen Risiko-

faktor

für

ein Nierenversagen

nach

Kontrastmittelapplikation dar. Bei Pa-

tienten unter Biguaniden kann eine

Laktatazidose hervorgerufen werden

(siehe Abschnitt “Wechselwirkungen

mit anderen Mitteln”).

Sichelzellanämie:

Zur Vorbeugung einer Krise bei Pati-

enten mit Sichelzellanämie sollte eine

ausreichende

Hydratation

sicherge-

stellt sein. Es sollte das geringstmög-

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Xenetix 300

November 2002

liche

Volumen

eines

niedrig

kon-

zentrierten,

niederosmolaren

Kon-

trastmittels verwendet werden.

12. Notfallmaßnahmen, Symptome und

Gegenmittel

Überdosierungen können zu lebens-

bedrohlichen unerwünschten Wirkun-

gen hauptsächlich auf das Lungen-

und Herzkreislaufsystem führen. Bei

Überdosierung oder bei verminderter

renaler Elimination läßt sich Xenetix

durch Hämodialyse aus dem Orga-

nismus entfernen.

13. Pharmakologische und toxikologi-

sche

Eigenschaften,

Pharmakoki-

netik und Bioverfügbarkeit, soweit

diese Angaben für die therapeuti-

sche Verwendung erforderlich sind

Pharmakodynamik:

Xenetix

nichtionisches,

wasserlösliches,

triiodiertes

Kon-

trastmittel für uro- und angiographi-

sche Untersuchungen. Das Iobitridol-

Molekül weist eine stabile Hydrophilie

auf.

Die Untersuchung der Sicherheitspa-

rameter

hinsichtlich

hämodynami-

scher, kardiovaskulärer, bronchopul-

monaler, renaler, neurologischer und

rheologischer Effekte zeigen für Iobit-

ridol ein mit anderen nichtionischen,

wasserlöslichen,

triiodierten,

nieder-

osmolaren

Kontrastmitteln

gleiches

Profil.

Pharmakokinetik:

pharmakokinetischen

Eigen-

schaften von Iobitridol bei Tieren und

Menschen sind mit denjenigen ande-

rer nichtionischer Kontrastmittel ver-

gleichbar.

Nach intravaskulärer Injektion verteilt

sich Iobitridol im Blutkreislauf und im

Interzellularraum. Es wird schnell und

in unveränderter Form über die Nie-

ren ausgeschieden (glomeruläre Filt-

ration ohne tubuläre Rückresorption

oder Sekretion).

Die Protein-Bindung beträgt bei Be-

stimmung mittels Ultrafiltration 2,1 %.

Versuche an Kaninchen zeigten, daß

Xenetix

intakte

Blut-Hirn-

Schranke nicht überwindet.

Falle

einer

Niereninsuffizienz

konnte im Tierversuch eine langsa-

heterotope

Ausscheidung

über

die Gallenwege gezeigt werden.

Versuche mit weiblichen Kaninchen

und Ziegen ergaben, daß Iobitridol in

sehr geringen Mengen die Plazenta

(< 0,1 %) passiert und in die Mutter-

milch übergeht (< 3 %).

Beim Menschen zeigt Iobitridol eine

lineare, der verabreichten Dosis di-

rekt proportionale Kinetik. Die Elimi-

nationshalbwertzeit (T

= 1,8 Std.),

Verteilungsvolumen

) und die Gesamtclearance (Cl

= 0,080 l

) belegen die Vertei-

lung

Extrazellularraum

schnelle Ausscheidung der nicht me-

tabolisierten Substanz über die Nie-

ren. Die vollständige Elimination er-

folgt innerhalb von 24 Std., wobei 93

+ 5 % innerhalb der ersten 8 Std. mit

dem Urin ausgeschieden werden.

Toxikologie:

Akute Toxizität

Wie bei allen wasserlöslichen, nicht-

ionischen, triiodierten Kontrastmitteln,

die in Einzeldosen mit großem Volu-

(25-50

ml/kg

verabreicht

werden, treten auch bei Iobitridol als

vorübergehende Effekte Hypothermie

oder/und Atemdepression auf. In Un-

tersuchungen an verschiedenen Spe-

zies (Maus, Ratte, Hund) traten an

den Zielorganen Niere und Leber do-

sisabhängig tubuläre Ektasie und he-

patozelluläre Vakuolisierung auf.

Toxizität bei wiederholter Gabe

Bei wiederholter intravenöser Verab-

reichung an Hunden über 28 Tage

wurden im höheren Dosisbereich (8

ml/kg/Tag = 2,8 g/kg/Tag) eine gra-

nulärvakuoläre

Degeneration

gefun-

den.

Eine

dosisabhängige

negative

Beeinflussung

Erythrozyten

(Echinozyten,

Haematokrit,

Haemo-

globin) und eine leichte Zunahme des

Nierengewichtes wurden generell be-

obachtet.

Reproduktionstoxizität

Reproduktionstoxikologische

Unter-

suchungen

Kaninchen

ergaben

im höheren Bereich Ossifikationsre-

tardierungen.

Mutagenität

Befunde

ausführlichen

in-vitro-

und in-vivo-Untersuchungen mit Iobit-

ridol ergaben keine Hinweise auf mu-

tagene Wirkungen.

14. Sonstige Hinweise

Keine.

15. Dauer der Haltbarkeit

Wie in den Bezugsländern angege-

ben.

16. Besondere Lager- und Aufbewah-

rungshinweise

Licht

Röntgenstrahlen

schützt und bei einer Temperatur un-

ter 30°C lagern!

17.

Darreichungsformen

und

Pa-

ckungsgrößen

(10x150

ml),

(10x20

ml),

20 ml, 50 ml, 60 ml, 75 ml, 100 ml,

200 ml, 500 ml

18. Stand der Information

Oktober 1998

19.

Name

oder

Firma

und

Anschrift

des

pharmazeutischen

Unterneh-

mers

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Am Gänslehen 4 - 6

83451 Piding

Tel.: 08651/704-0

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