Vocabria 600 mg / 3 ml Depot-Injektionssuspension

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Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-01-2022

Wirkstoff:
cabotegravirum
Verfügbar ab:
ViiV Healthcare GmbH
ATC-Code:
J05AJ04
INN (Internationale Bezeichnung):
cabotegravirum
Darreichungsform:
Depot-Injektionssuspension
Zusammensetzung:
cabotegravirum 600 mg, mannitolum, polysorbatum 20, macrogolum 3350, aqua ad iniectabile, ad solutionem pro 3 ml.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
HIV-Infektion
Zulassungsnummer:
67740
Berechtigungsdatum:
2021-08-10

Dokumente in anderen Sprachen

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-05-2021

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-05-2021

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, den Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur

Meldung von Nebenwirkungen, siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen».

Vocabria Depot-Injektionssuspension

ViiV Healthcare GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Cabotegravir.

Hilfsstoffe

Mannitol (E421), Polysorbat 20, Macrogol 3350, Wasser für Injektionszwecke ad solutionem pro 1 ml.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Depot-Injektionssuspension zur intramuskulären Applikation:

Jede 2 ml Durchstechflasche enthält 400 mg Cabotegravir (200 mg/ml) als freie Säure.

Jede 3 ml Durchstechflasche enthält 600 mg Cabotegravir (200 mg/ml) als freie Säure.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Vocabria-Injektionen sind in Kombination mit Rilpivirin-Injektionen zur Behandlung von Infektionen

mit dem humanen Immundefizienzvirus Typ 1 (HIV-1) bei Erwachsenen indiziert, die seit mindestens 6

Monaten vor Umstellung auf die Cabotegravir-Rilpivirin-Kombination unter einer stabilen

antiretroviralen Therapie virologisch supprimiert (HIV-1 RNA <50 Kopien/ml) sind und keine

bekannten oder vermuteten Resistenzen gegen sowie in der Vorgeschichte kein virologisches Versagen

mit Wirkstoffen aus der NNRTI- oder INI-Klasse aufweisen (siehe Abschnitt Klinische Wirksamkeit).

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung muss durch einen Arzt eingeleitet werden, der Erfahrung in der Behandlung von HIV-

Infektionen hat.

Vocabria Injektionen sind stets in Kombination mit Rilpivirin Injektionen zur Behandlung der HIV-1

Infektion zu verabreichen. Beachten Sie daher immer auch die Fachinformation für Rilpivirin

Injektionen.

Bevor mit der Injektion von Vocabria begonnen wird, sollte der behandelnde Arzt die Patienten

sorgfältig auswählen, die mit dem erforderlichen Injektionsplan einverstanden sind, und die Patienten

über die Wichtigkeit der Einhaltung der geplanten Dosierungstermine beraten, um die virale Suppression

aufrechtzuerhalten und das Risiko eines viralen «Rebounds» und einer möglichen Resistenzentwicklung

bei ausgelassenen Dosen zu verringern.

Übliche Dosierung

Erwachsene

Orale Einleitungsbehandlung

Um die Verträglichkeit von Cabotegravir zu testen, wird die orale Einnahme von Cabotegravir-Tabletten

bei virologisch supprimierten Patienten für die Dauer von rund einem Monat (mindestens 28 Tage,

maximal 2 Monate) vor Behandlungsbeginn mit Cabotegravir-Injektionen empfohlen. Eine Tablette

Vocabria (30 mg) sollte mit einer Tablette Rilpivirin (25 mg) einmal täglich eingenommen werden. Bei

Verabreichung mit Rilpivirin sollten Vocabria Tabletten zu einer Mahlzeit eingenommen werden (siehe

Fachinformation zu Vocabria Tabletten).

Monatliche Dosierung (Suspension zur Injektion)

Erstinjektion

Am letzten Tag der oralen Einleitungsbehandlung wird eine Erstinjektion von 3 ml (600 mg) Vocabria

(intramuskulär) bei Erwachsenen empfohlen. Die Cabotegravir- und Rilpivirin-Injektionen sollten an

separaten glutealen Injektionsstellen (gegenüberliegende Seiten) während desselben Termins verabreicht

werden. Wenn gegenüberliegende Seiten nicht möglich sind, sollten die Injektionen in einem Abstand

von mindestens 2 cm verabreicht werden.

Folgeinjektionen

Nach der Vocabria-Erstinjektion beträgt die empfohlene Dosis für die Folgeinjektionen bei Erwachsenen

einmal monatlich eine einzelne 2 ml (400 mg) i.m. Injektion. Die Cabotegravir- und Rilpivirin-

Injektionen sollten an separaten glutealen Injektionsstellen (gegenüberliegende Seiten) während

desselben Besuchs verabreicht werden. Wenn gegenüberliegende Seiten nicht möglich sind, sollten die

Injektionen in einem Abstand von mindestens 2 cm verabreicht werden. Ein 2 cm Abstand sollte auch zu

früheren Injektionsstellen oder eventuellen Reaktionen an früheren Injektionsstellen eingehalten werden.

Patienten können Injektionen bis zu 7 Tage vor oder nach dem Datum der geplanten Gabe der

monatlichen 2 ml-Dosis erhalten.

Tabelle 1: Empfohlene orale Einleitung und Dosierungsschema für monatliche intramuskuläre

Verabreichung bei Erwachsenen

ORALE

EINLEITUNGSBEHANDLUNG

ERSTINJEKTION

i.m.

FOLGEINJEKTIONEN

i.m.

Arzneimittel

Einmal täglich

(für mindestens 28 Tage, bis

maximal 2 Monate),

gefolgt von der Erstinjektion

Nach oraler

Einleitungsbehandlung:

Einmalig

Einen Monat nach der

Erstinjektion und danach

monatlich

Vocabria

30 mg

3 ml (600 mg)

2 ml (400 mg)

Rilpivirin

25 mg

3 ml (900 mg)

2 ml (600 mg)

Dosierung alle 2 Monate (Suspension zur Injektion)

Einleitungsinjektionen

Am letzten Tag der oralen Einleitungsbehandlung beträgt die empfohlene initiale intramuskuläre

Vocabria Einleitungsinjektion 3 ml (600 mg) bei Erwachsenen. Einen Monat später sollte eine zweite

intramuskuläre Vocabria Einleitungsinjektion von 3 ml (600 mg) verabreicht werden. Die Patienten

können diese zweite Einleitungsinjektion bis zu 7 Tage vor oder nach dem geplanten

Verabreichungsdatum erhalten.

Folgeinjektionen

Nach der zweiten Einleitungsinjektion werden alle 2 Monate intramuskuläre Vocabria-Folgeinjektionen

von 3 ml (600 mg) bei Erwachsenen verabreicht. Die Patienten können Folgeinjektionen bis zu 7 Tage

vor oder nach dem geplanten Datum erhalten.

Tabelle 2: Empfohlene orale Einleitungsbehandlung und Dosierungsschema für intramuskuläre

Verabreichung alle 2 Monate bei Erwachsenen

ORALE

EINLEITUNGSBEHANDLUNG

EINLEITUNGSINJEKTIONEN

i.m.

FOLGEINJEKTIONEN

i.m.

Arzneimittel

Einmal täglich

(für mindestens 28 Tage, bis

maximal 2 Monate), gefolgt von

den Einleitungsinjektionen

Nach oraler

Einleitungsbehandlung sowie 1

Monat danach

Zwei Monate nach der

letzten

Einleitungsinjektion und

danach alle 2 Monate

Vocabria

30 mg

3 ml (600 mg)

3 ml (600 mg)

Rilpivirin

25 mg

3 ml (900 mg)

3 ml (900 mg)

Dosierungsempfehlungen beim Wechsel von monatlicher Verabreichung zu Injektionen alle 2 Monate

Patienten, die von einem Schema mit Folgeinjektionen jeden Monat zu einem Dosierungsschema mit

Folgeinjektionen alle 2 Monate wechseln, sollten einen Monat nach der letzten Folgeinjektion von 2 ml

(400 mg) eine einzelne intramuskuläre Injektion von 3 ml (600 mg) Vocabria und danach alle 2 Monate

3 ml (600 mg) erhalten.

Dosierungsempfehlungen beim Wechsel von Injektionen alle 2 Monate auf monatliche Injektionen

Patienten, die von einem zweimonatlichen Dosierungsschema auf ein monatliches Dosierungsschema in

der Erhaltungsphase wechseln, sollten zwei Monate nach der letzten 3 ml (600 mg) Vocabria-Injektion

eine einzelne intramuskuläre Injektion von 2 ml (400 mg) Vocabria und danach monatlich 2 ml (400

mg) erhalten.

Versäumte Injektionen

Es wird dringend empfohlen, das Dosierungsschema der Injektionen einzuhalten. Wenn Patienten einen

Injektionstermin versäumen, ist in einer klinischen Neubeurteilung zu prüfen, ob die Wiederaufnahme

der Therapie angemessen ist (siehe Tabelle 3 und 4).

Verpasste monatliche Injektion

Orale Überbrückungsbehandlung und Wiederaufnahme der monatlichen Injektionen:

Wenn eine Verzögerung um mehr als 7 Tage von einem Injektionstermin nicht zu vermeiden ist, können

bis zu zwei aufeinanderfolgende monatliche Injektionen durch die Einnahme von Vocabria Tabletten

(30 mg einmal täglich) in Kombination mit Rilpivirin Tabletten (25 mg einmal täglich) ersetzt werden.

Die erste Dosis der oralen Therapie muss einen Monat (+/- 7 Tage) nach der letzten Cabotegravir- bzw.

Rilpivirin-Injektion eingenommen werden, und die Injektionstherapie wird am letzten Tag der oralen

Therapie wiederaufgenommen (siehe Tabelle 3). Falls mehr als zwei aufeinanderfolgende monatliche

Injektionen ausgelassen werden und ersetzt werden müssen, sollte einen Monat nach der letzten

Injektion von Vocabria eine alternative orale Behandlung eingeleitet werden.

Tabelle 3: Empfohlenes Dosierungsschema für die Wiederaufnahme der monatlichen Injektionen nach

versäumter Injektion oder nach oraler Überbrückungsbehandlung

Zeitraum seit

letzter Injektion

Empfehlung

≤2 Monate:

Möglichst schnelle Rückkehr zum Dosierungsschema mit 2 ml (400 mg) Injektion

einmal monatlich

> 2 Monate:

Wiederaufnahme mit Einmalinjektion von 3 ml (600 mg), anschliessend Fortsetzung

des Dosierungsschemas mit 2 ml (400 mg) Injektionen einmal monatlich

Verpasste 2-Monats-Injektion:

Orale Überbrückungsbehandlung und Wiederaufnahme der Injektionen alle 2 Monate:

Wenn eine Verzögerung vom geplanten Injektionstermin um mehr als 7 Tage nicht zu vermeiden ist,

können Vocabria-Tabletten (30 mg) in Kombination mit Rilpivirin-Tabletten (25 mg) einmal täglich als

Ersatz für einen 2-Monats-Injektionstermin verwendet werden. Die erste Dosis der oralen Therapie muss

zwei Monate (+/- 7 Tage) nach der letzten Vocabria- bzw. Rilpivirin-Injektion eingenommen werden

und die Injektionstherapie wird am letzten Tag der oralen Therapie wiederaufgenommen (siehe Tabelle

Tabelle 4: Empfohlenes Dosierungsschema für die Wiederaufnahme der Injektionen alle 2 Monate nach

versäumten Injektionen oder nach oraler Überbrückungsbehandlung

Versäumter

Injektions-Termin

Zeitraum seit

letzter

Injektion

Empfehlung

Injektion 2 (Monat 3)

≤2 Monate:

Möglichst rasche Wiederaufnahme der 3 ml (600 mg) Injektion

und Fortsetzung des Dosierungsschemas mit Injektionen alle 2

Monate.

> 2 Monate:

Re-Initiierung mit 3 ml-Dosis (600 mg), gefolgt von einer zweiten

3 ml-Einleitungsinjektion (600 mg) einen Monat später und

anschliessend Fortsetzung des Dosierungsschemas mit Injektionen

alle 2 Monate.

Injektion 3 oder

später (ab Monat 5)

≤3 Monate:

Möglichst rasche Wiederaufnahme der 3 ml (600 mg) Injektion

und Fortsetzung des Dosierungsschemas mit Injektionen alle 2

Monate.

> 3 Monate:

Re-Initiierung mit 3 ml-Dosis (600 mg), gefolgt von einer zweiten

3 ml-Einleitungsinjektion (600 mg) einen Monat später und

anschliessend Fortsetzung des Dosierungsschemas mit Injektionen

alle 2 Monate.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Stadium A oder B) ist

keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-

Stadium C) wurde Cabotegravir nicht untersucht (siehe Abschnitt Pharmakokinetik – Kinetik spezieller

Patientengruppen).

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leicht bis schwer eingeschränkter Nierenfunktion, die nicht dialysepflichtig sind, ist

keine Anpassung der Dosierung erforderlich (siehe Abschnitt Pharmakokinetik – Kinetik spezieller

Patientengruppen).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich. Zur Anwendung von Cabotegravir

bei Patienten ab 65 Jahren liegen nur eingeschränkt Daten vor (siehe Abschnitt Pharmakokinetik –

Kinetik spezieller Patientengruppen).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cabotegravir bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

wurden nicht untersucht.

Art der Anwendung

Nur für die gluteale intramuskuläre (i.m.) Injektion verwenden. Nicht intravenös injizieren.

Die Cabotegravir- und Rilpivirin-Injektionen sollten an separaten glutealen Injektionsstellen

(gegenüberliegende Seiten) während desselben Besuchs verabreicht werden. Wenn gegenüberliegende

Seiten nicht möglich sind, sollten die Injektionen in einem Abstand von mindestens 2 cm verabreicht

werden. Ein 2 cm Abstand sollte auch zu früheren Injektionsstellen oder eventuellen Reaktionen an

früheren Injektionsstellen eingehalten werden.

Die detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Injektion in der Gebrauchsanweisung in der

Packung ist zu beachten.

Die Vocabria-Injektion muss von einer medizinischen Fachperson verabreicht werden.

Dabei ist unter Beachtung des BMI des Patienten eine ausreichend lange Nadel zu verwenden, um in den

Gluteus-Muskel vorzudringen.

Kontraindikationen

In folgenden Fällen ist Cabotegravir kontraindiziert:

·bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Cabotegravir oder irgendeinem anderen Bestandteil der

Injektionsformulierung

·bei Anwendung starker UGT1A1 Induktoren wie z.B. von Rifampicin, Rifapentin, Phenytoin,

Phenobarbital, Carbamazepin und Oxcarbazepin, da erwartet wird, dass sie die Cabotegravir-

Plasmakonzentrationen verringern und zu einem Verlust der virologischen Antwort führen können.

Vocabria Injektionen sind nur in Kombination mit Rilpivirin Injektionen zur Behandlung einer HIV-1

Infektion indiziert, daher sollte auch die Fachinformation für Rilpivirin Injektionen beachtet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Langwirkende Eigenschaften einer Cabotegravir-Injektion

Restkonzentrationen einer Cabotegravir-Injektion können über einen längeren Zeitraum (bis zu 12

Monate oder länger) im Kreislauf der Patienten bleiben. Deshalb muss bereits vor der Wahl der Therapie

bei der individuellen Nutzen/Risiko-Abwägung sowie bei Absetzen des Arzneimittels die verlängerte

Freisetzung von Cabotegravir über den aktiven Dosierungszeitraum hinaus berücksichtigt werden (siehe

Abschnitte Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen (Hypersensitivitätsreaktionen, Hepatotoxizität),

Interaktionen mit anderen Arzneimitteln, Schwangerschaft und Stillzeit, Unerwünschte Wirkungen,

Pharmakokinetik sowie Überdosierung).

Es gibt keinen Mechanismus, durch den die Freisetzung von Cabotegravir nach intramuskulärer

Injektion gestoppt oder neutralisiert werden bzw. aus dem Muskel (z.B. durch Aspiration) oder dem Blut

(z.B. durch Hämodialyse) aufgrund starker Proteinbindung entfernt werden kann.

Überempfindlichkeitsreaktionen

In Verbindung mit anderen Integrase-Inhibitoren wurden Überempfindlichkeitsreaktionen gemeldet.

Diese Reaktionen waren gekennzeichnet durch Ausschlag, konstitutionelle Auffälligkeiten sowie

bisweilen Organdysfunktionen einschliesslich Leberschäden. In Verbindung mit Cabotegravir wurden

bisher keine derartigen Reaktionen beobachtet. Dennoch müssen Ärzte aufmerksam sein und

Cabotegravir bzw. andere verdächtige Wirkstoffe sofort absetzen, falls Zeichen und Symptome einer

Überempfindlichkeitsreaktion auftreten (u.a. schwerer oder mit Fieber einhergehender Hautausschlag,

allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Blasenbildung, orale

Läsionen, Konjunktivitis, Gesichtsödem, Hepatitis, Eosinophilie oder Angioödem). In diesem Fall ist

der klinische Status des Patienten einschliesslich Leber-Aminotransferasen zu überwachen und ggf. eine

geeignete Behandlung einzuleiten. Um Patienten mit erhöhtem Risiko einer

Überempfindlichkeitsreaktion zu identifizieren, wird eine orale Einleitungsbehandlung empfohlen (siehe

Abschnitte Dosierung und Anwendung, Kontraindikationen sowie Langwirkende Eigenschaften einer

Cabotegravir-Injektion).

Hepatotoxizität

Bei einer begrenzen Anzahl von Patienten mit oder ohne bekannter Lebervorerkrankung wurde unter

Cabotegravir eine Lebertoxizität festgestellt (siehe Abschnitt Unerwünschte Wirkungen).

Es wird eine Überwachung der Leberfunktionswerte empfohlen. Bei vermuteter Lebertoxizität muss

Cabotegravir abgesetzt werden (siehe Abschnitt Langwirkende Eigenschaften einer Cabotegravir-

Injektion).

Risiko einer Resistenzbildung nach Behandlungsende

Um das Risiko einer viralen Resistenzbildung zu minimieren, ist es wichtig, eine alternative, voll

suppressive antiretrovirale Therapie einzuleiten, spätestens einen Monat nach der letzten Injektion von

Cabotegravir bei monatlicher Dosierung resp. spätestens 2 Monate nach der letzten Injektion von

Cabotegravir bei Dosierung alle 2 Monate.

Bei einem vermuteten virologischen Versagen muss so schnell wie möglich eine alternative Therapie

erfolgen.

Opportunistische Infektionen

Auch unter Cabotegravir oder einer anderen antiretroviralen Behandlung besteht stets ein Risiko für

opportunistische Infektionen oder sonstige Komplikationen der HIV-Infektion. Deshalb ist eine

engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte angezeigt, die über Erfahrung in der Behandlung

dieser HIV-Begleiterkrankungen verfügen.

Immunrekonstitutions- und Inflammationssyndrom

Bei Patienten, die eine antiretrovirale Kombinationstherapie erhielten, wurde über ein

Immunrekonstitutions- und Inflammationssyndrom berichtet. In der Anfangsphase einer antiretroviralen

Kombinationstherapie können Patienten, deren Immunsystem auf die Behandlung anspricht, eine

entzündliche Reaktion gegen indolente oder residuelle opportunistische Infektionen (z.B. mit

Mycobacterium-avium-Komplex, Zytomegalievirus, Pneumocystis-jiroveci-Pneumonie und

Tuberkulose) entwickeln, was eine weitere Abklärung und Behandlung erforderlich machen kann. Es

liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow und

Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmen eines Immunrekonstitutions- und Inflammationssyndrom

auftraten. Allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens variabler, und diese Ereignisse können viele

Monate nach Beginn der Behandlung auftreten.

Infektionsübertragung

Obwohl eine wirksame Virussuppression unter antiretroviraler Therapie das Übertragungsrisiko auf

sexuellem Wege nachweislich erheblich reduziert, lässt sich ein Restrisiko nicht ausschliessen. Daher

sind Vorsichtsmassnahmen zur Vorbeugung einer solchen Übertragung gemäss den nationalen Leitlinien

zu ergreifen.

Begleitende Behandlung mit Rilpivirin

Vocabria Injektionen sind in Kombination mit Rilpivirin Injektionen zur Behandlung der HIV-1

Infektion indiziert, daher ist die Fachinformationen für Rilpivirin Injektionen ebenfalls zu beachten.

Interaktionen mit anderen Arzneimitteln

Vorsicht ist geboten, wenn Vocabria zusammen mit anderen Arzneimitteln verordnet wird, welche die

Cabotegravir-Exposition vermindern könnten (siehe Interaktionen).

Die gleichzeitige Anwendung von Vocabria Injektionen und Rifabutin ist zu vermeiden (siehe

Interaktionen).

Patienten mit Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virus-Koinfektion

Patienten mit einer Hepatitis-B-Koinfektion waren von der Teilnahme an den Studien mit Vocabria

ausgeschlossen. Es wird nicht empfohlen, bei Patienten mit Hepatitis-B-Koinfektion eine Behandlung

mit Vocabria einzuleiten. Es sind die aktuellen Behandlungsrichtlinien für die Behandlung einer HIV-

Infektion bei Patienten mit Hepatitis-B-Virus-Koinfektion zu befolgen sowie der Abschnitt

Interaktionen (siehe unten) ist zu beachten.

Zur Anwendung von Vocabria bei Patienten mit Hepatitis-C-Virus-Koinfektion liegen nur sehr

begrenzte Daten vor. Wenn während der Behandlung mit Vocabria eine Hepatitis-C-Infektion auftritt,

sind die aktuellen Behandlungsrichtlinien für eine HIV-Infektion bei Patienten mit gleichzeitig

bestehender Hepatitis-C-Virusinfektion zu befolgen, sowie der Abschnitt Interaktionen (siehe unten) ist

zu beachten.

Interaktionen

Vocabria Injektionen sind in Kombination mit Rilpivirin Injektionen zur Behandlung der HIV-1

Infektion indiziert. Die mit Rilpivirin assoziierten Interaktionen sind der Fachinformation für Rilpivirin

Injektionen zu entnehmen.

Wirkung von Vocabria auf andere Arzneimittel

Cabotegravir hatte in vivo keinen Einfluss auf das CYP3A4-Substrat Midazolam. Ferner zeigt

Cabotegravir keine klinisch relevante Hemmung der folgenden Enzyme und Transporter: CYP1A2,

CYP2A6, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, CYP3A4, UGT1A1, UGT1A3, UGT1A4,

UGT1A6, UGT1A9, UGT2B4, UGT2B7, UGT2B15 und UGT2B17, P-gp, Brustkrebs-Resistenzprotein

(BCRP), Gallensalz-Exportpumpe (BSEP), organischer Kationentransporter (OCT)1, OCT2, OATP1B1,

OATP1B3, Multidrug and Toxin Extrusion (MATE) Transporter 1, MATE 2-K, Multidrug-Resistenz-

Protein (MRP) 2 oder MRP4.

Cabotegravir hemmte in vitro die organischen Anionentransporter (OAT) 1 (IC50=0.81 μM) und OAT3

(IC50=0.41 μM). Laut physiologiebasierten pharmakokinetischen Modellen sind bei klinisch relevanten

Konzentrationen jedoch keine Interaktionen mit OAT-Substraten zu erwarten.

Cabotegravir bewirkte in vitro keine Induktion von CYP1A2, CYP2B6 oder CYP3A4.

Aufgrund dieser Daten und der Ergebnisse von Arzneimittelinteraktionsstudien ist nicht damit zu

rechnen, dass Cabotegravir einen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Arzneimitteln hat, die Substrate

der genannten Enzyme oder Transporter darstellen.

Aufgrund des In-vitro- und des klinischen Interaktionsprofils ist nicht damit zu rechnen, dass

Cabotegravir die Konzentrationen anderer antiretroviraler Arzneimittel wie Protease-Hemmer,

nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer,

Integrase-Hemmer, Entry-Hemmer und Ibalizumab verändert.

Wirkung anderer Arzneimittel auf Vocabria

Cabotegravir wird primär über UGT1A1 und in geringem Umfang über UGT1A9 metabolisiert.

Arzneimittel, die starke Induktoren von UGT1A1 oder UGT1A9 darstellen, dürften die

Plasmakonzentration von Cabotegravir senken und seine Wirksamkeit dementsprechend verringern

(siehe Abschnitt Kontraindikationen).

Simulationen mit physiologisch basierten pharmakokinetischen (PBPK) Modellen zeigen, dass bei

gleichzeitiger Verabreichung von Cabotegravir und anderen Arzneimitteln, die UGT-Enzyme hemmen,

keine klinisch relevanten Interaktionen zu erwarten sind.

In vitro war Cabotegravir kein Substrat von OATP1B1, OATP1B3 oder OCT1.

Cabotegravir ist ein Substrat von P-gp und BCRP; aufgrund seiner hohen Permeabilität ist jedoch bei

gleichzeitiger Verabreichung von P-gp- oder BCRP-Inhibitoren keine veränderte Resorption zu

erwarten.

Für Cabotegravir als Injektion wurden keine Arzneimittelinteraktionsstudien durchgeführt. Die Daten zu

Arzneimittelinteraktionen in Tabelle 5 stammen aus Studien mit oralem Cabotegravir.

Tabelle 5: Interaktionen mit anderen Arzneimitteln

Einfluss von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln auf die Pharmakokinetik von Cabotegravir1

Gleichzeitig

verabreichte

Wirkstoffklasse

Wirkstoff und

Dosis

Auswirkungen auf die

Arzneimittelkonzentration

GMR (90%-Kl)

Kein Effekt = 1.00

Empfehlung zur gleichzeitigen Anwendung

Cmax

Cτ or

Antivirale Wirkstoffe gegen HIV-1

NNRTI

Etravirin

200 mg

2x täglich

1.04

(0.99, 1.09)

1.01

(0.96,

1.06)

1.00

(0.94,

1.06)

Etravirin hatte keinen signifikanten Einfluss auf die

Plasmakonzentration von Cabotegravir. Eine Dosis

Anpassung ist nicht erforderlich.

NNRTI

Rilpivirin

1.05

(0.96, 1.15)

1.12

(1.05,

1.19)

1.14

(1.04,

1.24)

Rilpivirin hatte keinen signifikanten Einfluss auf die

Plasmakonzentration von Cabotegravir. Eine Dosis

Anpassung ist nicht erforderlich.

25 mg

1x täglich

Sonstige Wirkstoffe

Rifabutin

300 mg

1x täglich

0.83

(0.76, 0.90)

0.77

(0.74,

0.83)

0.74

(0.70,

0.78)

Da Rifabutin die Plasmakonzentration von Cabotegravir

signifikant verringern kann, sollte die gleichzeitige

Verabreichung vermieden werden.

Rifampicin

600 mg

1x täglich

0.94

(0.87, 1.02)

0.41

(0.36,

0.46)

0.50

(0.44,

0.57)

Rifampicin verringerte die Cabotegravir-

Plasmakonzentrationen aufgrund der Induktion des UGT-

Metabolismus signifikant, was wahrscheinlich zu einem

Verlust der therapeutischen Wirkung führt.

Dosierungsempfehlungen für die gleichzeitige

Verabreichung von Vocabria mit Rifampicin wurden nicht

ermittelt, und die gleichzeitige Verabreichung von

Vocabria mit Rifampicin ist kontraindiziert.

1 Cabotegravir 30 mg einmal täglich oral verabreicht für alle Studien ausser für Rifampicin, wo

Cabotegravir 30 mg als Einzeldosis verabreicht wurde

GMR = Geometric Mean Ratio

Wirkung von Cabotegravir1 auf die Pharmakokinetik von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln

Gleichzeitig

verabreichte

Wirkstoffklasse +

Wirkstoff und

Dosis

Auswirkungen auf die

Arzneimittelkonzentration

GMR (90%-Kl)

Kein Effekt = 1.00

Empfehlung zur gleichzeitigen Anwendung

Cmax

AUC Cτ or C24

Antivirale Wirkstoffe gegen HIV-1

Rilpivirin

25 mg

1x täglich

0.96

(0.85,

1.09)

0.99

(0.89,

1.09)

0.92

(0.79,

1.07)

Cabotegravir veränderte die Rilpivirin-

Plasmakonzentrationen nicht signifikant. Eine

Dosisanpassung von Rilpivirin ist bei gleichzeitiger

Verabreichung mit Vocabria nicht erforderlich.

Sonstige Wirkstoffe

Ethinylestradiol

0.92

(0.83,

1.02

(0.97,

1.00

(0.92,

Cabotegravir veränderte die

Ethinylestradiol/Levonorgestrel-Plasmakonzentrationen

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