Vinorelbin NC 10 mg/ml - Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat]
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
ATC-Code:
L01CA04
INN (Internationale Bezeichnung):
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrate]
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] 13.85mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
66053.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

VINORELBIN NC 10 mg/ml - Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Vinorelbin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Vinorelbin NC und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Vinorelbin NC beachten?

Wie ist Vinorelbin NC anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Vinorelbin NC aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Vinorelbin NC und wofür wird es angewendet?

Vinorelbin NC ist ein Anti-Krebs-Mittel aus der Gruppe der Vinca-Alkaloide. Es wird für

bestimmte Typen von Lungenkrebs und Brustkrebs verwendet.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Vinorelbin NC beachten?

Vinorelbin NC darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Vinorelbin oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie kürzlich eine schwere Infektion hatten oder eine deutlich verminderte Anzahl

an weißen Blutkörperchen haben (Neutropenie).

wenn Sie eine deutlich verminderte Anzahl von einem Typ Blutzellen in Ihrem Blut

haben, der Blutplättchen (Thrombozyten) heißt.

wenn Sie stillen.

in Kombination mit Gelbfieberimpfstoff.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Vinorelbin NC anwenden

wenn Sie in vorher eine Herzkrankheit namens ischämische Herzerkrankung hatten.

wenn Sie eine Strahlentherapie erhalten, deren Behandlungsfeld auch die Leber

einschließt.

wenn Sie Anzeichen oder Symptome einer Infektion (wie Fieber, Schüttelfrost,

Halsschmerzen etc.) haben, teilen Sie das sobald wie möglich Ihrem Arzt mit, so dass

dieser möglicherweise notwendige Untersuchungen veranlassen kann.

wenn Sie eine Impfung mit Lebenimpfstoff erhalten wie Schluckimpfung (orale Polio),

BCG.

Jeglicher Kontakt mit den Augen muss strengstens vermieden werden, es besteht das

Risiko einer schwerwiegenden Reizung oder sogar für eine Geschwürbildung auf der

Oberrfläche des Auges (Cornea), wenn es dazu kommt. Eine sofortige Spülung des

Auges mit Kochsalzlösung sollte durchgeführt werden, wenn irgendein Kontakt

aufgetreten ist.

wenn Sie irgendeines der in dem Abschnitt „Bei Einnahme/Anwendung von Vinorelbin

NC mit anderen Arzneimitteln“ dieser Gebrauchsinformation aufgeführten Arzneimittel

nehmen.

Vor jeder Behandlung mit Vinorelbin werden Sie einer Blutuntersuchung unterzogen. Wenn

die Ergebnisse zu niedrig sind, kann es sein, dass Ihre Behandlung verschoben wird, bis sie

auf einen zufriedenstellenden Stand zurückgekehrt sind.

Kinder und Jugendliche

Eine Anwendung von Vinorelbin NC bei Kindern unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Anwendung von Vinorelbin NC zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben, oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Dies gilt besonders, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel verwenden:

jegliche Arzneimittel, die das Knochenmark beeinflussen, z.B. Anti-Krebs-Mittel.

Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital (Medikamente, die bei Epilepsie verwendet

werden).

Antibiotika wie Rifampicin, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin.

Johanniskraut (Hypericum perforatum).

Ketoconazol und Itraconazol (Antipilzmittel).

Antivirenmittel, die bei HIV eingesetzt warden, wie Ritonavir (HIV-Protease-Inhibitoren)

Nefazodon (ein Antidepressivum).

Cyclosporine und Tacrolimus (Arzneimittel, die die Wirksamkeit des körpereigenen

Immunsystems herabsezten).

Verapamil, Quinidin (eingesetzt bei Herzproblemen).

andere Anti-Krebs-Medikamente, z.B. Mitomycin C, Cisplatin.

Blutverdünnungsmittel, z.B. Warfarin.

Impfstoffe gegen Gelbfieber und andere Lebendimpfstoffe.

Lapatinib, ein oral einzunehmendes Krebs_Medikament (z. B. zur Behandlung von

Brustkrebs)

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Schwangerschaft

Vinorelbin verursacht Geburtsfehler und sollte während der Schwangerschaft nicht

angewendet werden, es sei denn, der Nutzen ist größer als das Risiko. Ihr behandelnder

Arzt wird dies mit Ihnen besprechen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und

bis zu 3 Monate nach der Behandlung zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden.

Berichten Sie Ihrem Arzt darüber dass Sie schwanger sind oder wenn Sie dies vermuten.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Vinorelbin in die Muttermilch übergeht. Das Stillen muss daher

vor Beginn der Behandlung beendet werden.

Fruchtbarkeit

Vinorelbin kann genotoxische Effekte haben. Daher werden Männer, die mit Vinorelbin

behandelt werden angewiesen, während der Behandlung und mindestens 3 Monate nach

deren Beendigung kein Kind zu zeugen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während

der Behandlung zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden. Eine Beratung über eine

Spermakonservierung sollte vor Beginn der Behandlung eingeholt werden, da die

Möglichkeit einer unumkehrbaren Unfruchtbarkeit durch die Behandlung mit Vinorelbin

besteht.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit durchgeführt.

Sie sind selbst dafür verantwortlich zu entscheiden, ob Sie in der Lage sind ein

Motorfahrzeug zu führen oder andere Aufgaben auszuführen, die eine erhöhte

Aufmerksamkeit benötigen. Aufgrund ihrer Wirkungen oder Nebenwirkungen können Ihre

Arzneimittel einer der Faktoren sein, die Ihre Fähigkeit diese Dinge sicher auszuführen

vermindern.

Beschreibungen dieser Wirkungen können Sie in anderen Abschnitten finden. Lesen Sie

alle Informationen dieser Gebrauchsinformation zu Ihrer Beratung. Sprechen Sie mit Ihrem

Arzt, der Krankenschwester oder Ihrem Apotheker, wenn Sie sich über irgendetwas nicht

im Klaren sind.

3.

Wie ist Vinorelbin NC anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Dosierung wird durch Ihren Arzt bestimmt, der diese speziell für Sie anpasst. Die

normale Dosis für Erwachsene beträgt 25-30 mg/m

Körperoberfläche pro Woche. Die

Dosis ist von ihrem medizinischen Zustand, ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und

davon ob Sie gleichzeitig andere Arzneimittel anwenden abhängig.

Dieses Arzneimittel wird bevor es Ihnen verabreicht wird mit einer Lösung wie

physiologischer Kochsalzlösung oder Glucose 50 mg/ml (5%) verdünnt. Es wird Ihnen als

langsame Injektion in eine Vene über 5 bis 10 Minuten verabreicht, oder als Infusion

mittels eines Tropfes in eine Vene über 20 -30 Minuten. Nach Beendigung der langsamen

Injektion oder der Infusion sollte die Vene mit mindestens 250ml einer isotonen Lösung

gespült werden.

Da dieses Arzneimittel Ihnen während eines Aufenthaltes in einem Krankenhaus

verabreicht werden wird, ist es unwahrscheinlich, dass Sie zu viel oder zu wenig davon

erhalten werden, sprechen Sie trotzdem mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie

irgendwelche Bedenken haben.

Nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Arzt oder zu der Krankenschwester auf, wenn Sie weitere

Fragen haben.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde

gelegt:

Bedeutsame Nebenwirkungen – wenn eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt,

berichten Sie bitte sofort Ihrem Arzt davon:

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Schmerzen im Brustraum,

Atembeschwerden, Atmungsreaktionen

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Angina Pectoris (Schmerzen in der

Brust, die in den Nacken oder den Arm ausstrahlen), Herzanfall und Lungenkrankheit

(eventuell schwerwiegend)

Es handelt sich um ernste Nebenwirkungen. Es ist möglich, dass sie dringend medizinische

Hilfe benötigen.

Andere Nebenwirkungen– wenn sie eine der folgenden Nebenwirkungen feststellen,

berichten Sie Ihrem Arzt so bald wie möglich darüber:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Abnahme der Anzahl der

weißen Blutkörperchen, wodurch Ihre Wahrscheinlichkeit eine Infektion zu erleiden

zunehmen kann. Abnahme der Anzahl der roten Blutkörperchen (Anämie), wodurch Sie

sich müde fühlen können. Entzündung im Mund oder der Kehle. Übelkeit und Erbrechen

(sich schlecht fühlen, und sich übergeben- Arzneimittel zur Reduktion dieser

Nebenwirkungen stehen zur Verfügung), Verstopfung, Haarausfall, Schwellungen,

Wundsein, Schmerzen und/oder Rötungen der Haut an der Stelle, an der die Injektion

verabreicht wurde. Abweichende Leberfunktionstest-Werte. Verlust der tiefen

Sehnenreflexe und Schwäche in den Beinen (besonders nach einer Langzeitbehandlung).

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Gelenkschmerzen (einschließlich

Kieferschmerzen) und Muskelschmerzen. Abnahme der Kreatinins (veränderte

Nierenfunktion). Infektions-Symptome die Fieber und Schmerzen beinhalten können und

eventuell Ihre Lunge, Harnblase, Nieren, Magen oder Eingeweide betreffen kann.

Allergische Reaktionen wie Hautrötungen und Atemprobleme. Eine Verminderung einer

speziellen Art von weißen Blutkörperchen, die Fieber hervorrufen kann und in seltenen

Fällen schwerwiegend sein kann. Eine niedrige Anzahl von Blutplättchen (Thrombozyten)

genannten Blutzellen, die ihre Blutgerinnung unterstützen. Durchfall, Müdigkeit, Fieber

und Schmerzen.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Ungewöhnliche Berührungsempfindungen, die normalerweise nach dem Ende der

Behandlung verschwinden. Zu hoher oder niedriger Blutdruck einschließlich

Hitzewallungen und kalten Gliedmaßen. Schwierigkeiten mit der Atmung und Atemnot.

Schwerwiegende Infektion, welche die Eingeweide betreffen können, Blutvergiftung.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

schwerwiegende Verstopfung, die

zu Darmverschluss führen kann, Kieferschmerzen, Entzündung der Bauchspeicheldrüse,

niedrige Natriumkonzentration im Blut. Veränderungen im EKG (veränderte Herz-Kurve),

Beschädigung der Haut um die Injektionsstelle (eine sachgemäße Anwendung der

Infusionsnadel und anschließendes Spülen mildern diese Nebenwirkung). Sehr niedriger

Blutdruck, Kreislaufkollaps, Hautreaktionen wie z. B. Hautausschlag, Juckreiz,

Nesselsucht.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Schwere Blutvergiftung, mit

eventuell tödlichem Ausgang, Guillaine-Barré-Syndrom (Entzündung der peripheren

Nerven, das eine schwerwiegende Schwäche verursachen kann), Syndrom der inadäquaten

ADH-Sekretion (SIADH). Symptome davon beinhalten Gewichtszunahme, Übelkeit,

Erbrechen, Muskelkrämpfe, Verwirrtheit und Krämpfe (Anfälle). Beschleunigter

Herzschlag, Herzrhythmusstörung.

Nicht bekannt (Häufigkeit aufgrund der Datenlage nicht abschätzbar):

Symptome einer

allergischen oder anaphylaktischen Reaktion mit plötzlich auftretenden Anzeichen, wie z.

B. Hautausschlag, Juckreiz oder Blasenbildung der Haut, Schwierigkeiten beim Schlucken,

Schwellung des Gesichts, der Lippen, Zunge oder anderer Bereiche des Körpers,

Kurzatmigkeit, Keuchen oder Schwierigkeiten beim Atmen, extreme Müdigkeit (Sie

fühlen sich möglicherweise, als ob Sie ohnmächtig werden); Fieber und Infektionen

hervorgerufen durch eine sehr niedrige Anzahl an Blutzellen (reduzierte Anzahl an weißen

und roten Blutplättchen sowie den Blutplättchen), schwere allergische Reaktion

einschließlich Schock, Appetitverlust, Hand-Fuß-Syndrom einschließlich Rötung (ähnlich

einem Sonnenbrand), Schwellung, Kribbeln oder Brennen, Berührungsempfindlichkeit,

Spannungsgefühl der Haut, dicke Schwielen und Blasen an den Handflächen und

Fußsohlen.

Veränderungen im Blut können ebenfalls auftreten, Ihr Arzt wird veranlassen, dass bei

Ihnen Bluttests durchgeführt werden um dies zu beobachten (niedrige Anzahl weißer

Blutkörperchen, Anämie und/oder niedrige Anzahl Blutplättchen (Thrombozyten),

Leberfunktion, Nierenfunktion und Veränderungen bei bestimmten Salzen in Ihrem

Körper).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Vinorelbin NC aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Im Kühlschrank lagern (2 – 8 °C). Nicht einfrieren.

Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Sie dürfen

das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen

Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen.

Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Vinorelbin NC enthält

Der Wirkstoff ist Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] 13,85 mg/ml entsprechend Vinorelbin

10 mg/ml).

Der sonstige Bestandteil ist Wasser für Injektionszwecke.

Wie Vinorelbin NC aussieht und Inhalt der Packung

Vinorelbin NC Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat) ist

eine klare, farblose bis blass gelbe Lösung.

Dieses Arzneimittel wird geliefert in Glasgefäßen mit Gummistopfen mit Polymerüberzug,

Aluminiumsiegel und Polypropylen-Flip-Off-Cap.Diese werden als Durchstechflaschen

(Vials) bezeichnet. Glas-Vials mit durchsichtigem Kunststoff-Behälter (ONKO-Safe).

Eine 1 ml Durchstechflasche enthält 10 mg Vinorelbin.

Eine 5 ml Durchstechflasche enthält 50 mg Vinorelbin.

Packungsgrößen mit 1, 5 und 10 Durchstechflaschen mit je 1 ml bzw. 5 ml

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

EBEWE Pharma Ges.m.b.H. Nfg. KG

Mondseestrasse 11,

4866 Unterach, Österreich

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Mitgliedsstaat

Produktname

Deutschland

Vinorelbine NC 10mg/ml – Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung

Slowenien

Vinorelbin Sandoz 10 mg/ml koncentrat za

raztopino za infundiranje

Slowakei

Vinorelbin Sandoz 10 mg/ml infúzny koncen-

trát

Ungarn

Vinorelbin Sandoz 10 mg/ml koncentrátum

oldatos infúzióhoz

Belgien, Dänemark, Estland, Finnland,

Griechenland, Grossbritannien, Italien, Lettland,

Litauen, Luxemburg, Norwegen, Schweden,

Tschechien

Vinorelbine Ebewe 10mg/ml – Konzentrat

zur Herstellung einer Infusionslösung

Spanien

VINORELBINA PLACASOD 10mg/ml con-

centrado para solución para perfusión

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im September 2018.

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal

bestimmt:

Vinorelbin “NC” 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Vorsichtsmaßnahmen:

Richtlinien zur ordnungsgemäßen Handhabung und Entsorgung von zytostatischen

Arzneimitteln müssen befolgt werden.

Eine geeignete Sicherheitsausrüstung, Einweghandschuhe, eine Gesichtsmaske und eine

Einmal-Schürze sollten getragen werden. Ausgelaufene Flüssigkeit und Spritzer müssen

aufgewischt werden.

Jeglicher Kontakt mit den Augen muss strengstens vermieden werden. Sollte eine

Exposition erfolgen, sollten die Augen umgehend mit physiologischer Kochsalzlösung

gespült werden. Wenn die Reizung fortbesteht, muss ein Augenarzt hinzugezogen werden.

Im Falle eines Verschüttens auf die Haut muss die Haut gründlich mit Wasser gewaschen

werden.

Nach dem Abschluß der Handhabung sollte jegliche exponierte Oberfläche gründlich

gereinigt werden, und Hände und Gesicht sollten gewaschen werden. Jegliches nicht

verwendetes Produkt oder Abfallmaterial müssen entsprechend den örtlichen Vorschriften

entsorgt werden.

NUR ZUR INTRAVENÖSEN ANWENDUNG, VOR VERABREICHUNG VERDÜNNEN

Inkompatibilitäten:

Alkalische Lösungen sollten nicht zur Verdünnung von Vinorelbin NC verwendet werden

(Risiko einer Fällung). Vinorelbin NC darf, außer mit physiologischer Kochsalzlösung

oder Glukose 50 mg/ml (5%)-Lösung nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Es existiert keine Inkompatibilität zwischen Vinorelbin NC und klaren Glasvials, PVC

oder Infusions-Sets mit PVC-Schlauchmaterial.

Verabreichung:

Vinorelbin NC sollte nur intravenös verabreicht werden.

Vinorelbin NC kann mittels einer langsamen Bolusinjektion (5-10 Minuten) verabreicht

werden, nach Verdünnung mit 20 – 50 mg/ml physiologischer Kochsalzlösung oder

Glucoselösung 50 mg/ml (5%) oder durch eine Kurzinfusion (20-30 Minuten) nach

Verdünnung mit 125 ml physiologischer Kochsalzlösung oder Glucoselösung 50 mg/ml

(5%). Der Verabreichung sollte immer eine Infusion von mindestens 250 ml isotoner

Lösung folgen, um die Vene zu spülen.

Es ist sehr wichtig sicherzustellen, dass die Kanüle korrekt in der Vene plaziert ist, bevor

die Injektion begonnen wird. Wenn Vinorelbin NC während der intravenösen

Verabreichung in das umgebende Gewebe gelangt, kann eine erhebliche Reizung erfolgen.

In diesem Fall sollte die Injektion gestoppt werden, die Vene mit Kochsalzlösung gespült

und der Rest der Dosis in eine andere Vene verabreicht werden. Im Falle einer

Extravasation können intravenös Glucocorticoide gegeben werden, um das Risiko einer

Phlebitis zu reduzieren.

Lagerung und Haltbarkeit:

Als Handelspackung: Im Kühlschrank lagern (2 – 8 °C). Nicht einfrieren.

Durchstechflasche im Umkarton und vor Licht geschützt aufbewahren. Nach dem auf dem

Etikett angebebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Ungeöffnete Packung: 3 Jahre

Geöffnete Handelspackung: Eine geöffnete Handelspackung sollte umgehend gebraucht

werden und eventuelle nicht gebrauchte Rückstände der Lösung sollten entsorgt werden.

Verdünnte Zubereitung: unter dem mikrobiologischen Aspekt, sollte das Produkt

umgehend verbraucht werden. Falls nicht umgehend angewendet, liegen die

Lagerzeiträume nach Zubereitung und die Lagerungsbedingungen in der Verantwortung

des Anwenders und sollten normalerweise nicht mehr als 24 Stunden bei 2 bis 8°C

betragen, es sei denn, die Verdünnung wurde unter kontrollierten und validierten

aseptischen Bedingungen vorgenommen.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Vinorelbin NC 10 mg/ml - Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Vinorelbin

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] 13,85 mg/ml entsprechend Vinorelbin 10 mg/ml.

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 10 mg Vinorelbin.

5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthalten 50 mg Vinorelbin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Klare, farblose bis blass gelbe Lösung

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Vinorelbin ist indiziert bei der Behandlung von:

Nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (Stadium 3 oder 4)

als Monotherapie bei Patienten mit metastatischem Brustkrebs (Stadium 4), wenn eine Be-

handlung mit einer Anthracycline und Toxane beinhaltenden Chemotherapie versagt hat

oder nicht angezeigt ist.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Streng intravenöse Verabreichung nach entsprechender Verdünnung Vinorelbin NC sollte in

Kooperation mit einem Arzt verabreicht werden, der über weit reichende Erfahrungen in der

Therapie mit Zytostatika verfügt. Eine intrathekale Anwendung ist kontraindiziert und kann

tödlich sein

Zu Anweisungen bezüglich der Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Ab-

schnitt 6.6

Vinorelbin NC kann mittels einer langsamen Bolusinjektion (5-10 Minuten) verabreicht wer-

den, nach Verdünnung mit 20 – 50 mg/ml physiologischer Kochsalzlösung oder Glucoselö-

sung 50 mg/ml (5%) oder durch eine Kurzinfusion (20-30 Minuten) nach Verdünnung mit

125 ml physiologischer Kochsalzlösung oder Glucoselösung 50 mg/ml (5%). Der Verabrei-

chung sollte immer einer Infusion von mindestens 250ml einer isotonischen Lösung folgen,

um die Vene zu spülen.

Dosierung

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs:Als Monotherapie beträgt die übliche Dosierung 25 – 30

mg/m

einmal wöchentlich. Bei einer Polychemotherapie hängt der Anwendungsplan von

dem jeweiligen Therapieprotokoll ab. Die normale Dosis kann angewendet werden (25 – 30

mg/m

), aber die Häufigkeit der Verabreichung sollte reduziert werden, beispielsweise an den

Tagen 1 und 5 in jeder dritten Woche oder an den Tagen 1 und 8 in jeder dritten Woche ent-

sprechend der Kur.

Fortgeschrittener oder metastatischer Brustkrebs: Die normale Dosis beträgt 25-30 mg/m

verabreicht einmal wöchentlich.

Die maximal tolerierbare Dosis pro Verabreichung: 35,4 mg/m

Körperoberfläche.

Anwendung bei älteren Patienten:

Nach den klinischen Erfahrungen liegen keine Anhaltspunkte für signifikante Unterschiede

bei älteren Patienten im Hinblick auf die Ansprechrate vor; bei manchen dieser Patienten kann

allerdings eine höhere Empfindlichkeit nicht ausgeschlossen werden. Altersbedingte

Änderungen der Pharmakokinetik von Vinorelbin sind nicht bekannt.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern ist nicht belegt. Die Anwendung bei Kindern

wird daher nicht empfohlen.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Die Pharmakokinetik von Vinorelbin ist bei Patienten mit moderater oder schwerer

eingeschränkter Leberfunktion nicht verändert. Dennoch wird als Vorsichtsmaßnahme bei

Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz eine reduzierte Dosis von 20 mg/m2 sowie eine

engmaschige Kontrolle der hämatologischen Parameter empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und

5.2).

Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionBei Patienten mit verminderter Nierenfunktion

braucht die Dosis nicht angepasst werden (siehe 5.2).

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Vincaalkaloide oder einen der in Ab-

schnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Neutrophilenzahl < 1500/mm

oder schwerwiegende bestehende oder kürzlich zurücklie-

gende Infektion (innerhalb der letzten 2 Wochen).

Thrombozytenzahl < 100 000/mm

Das Stillen sollte während der Behandlung mit Vinorelbin unterbrochen werden (siehe

4.6)

In Kombination mit Gelbfieber-Impfstoff (siehe Abschnitt 4.5)

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Besondere Warnhinweise

Vinorelbin sollte nur von einem Arzt verabreicht werden, der über Erfahrungen in der

Chemotherapie verfügt.

Ausschließlich für die intravenöse Anwendung.

Während der Behandlung sollte eine enge haematologische Überwachung erfolgen (Bestim-

mung

Hämoglobingehaltes

Leukozytenzahl,

Neutrophilenzahl

Thrombozytenzahl vor jeder neuen Infusion), da die Störung des Blut bildenden Systems das

Hauptrisiko während der Behandlung mit Vinorelbin darstellt.

Neutropenie, die nicht kummulativ ist, und ihren Nadir zwischen dem 7. und 14. Tag nach

der Verabreichung hat, und die innerhalb von 5-7 Tagen schnell reversibel ist innerhalb

von 5-7 Tagen, ist die hauptsächliche dosislimitierende Nebenwirkung. Wenn die Zahl der

neutrophilen Granulozyten unter 1500/mm3 liegt und/oder die Thrombozytenzahl unter

100000/mm3 ist, sollte die Behandlung bis zur Erholung ausgesetzt werden.

Wenn der Patient Anzeichen oder Symptome zeigt, die eine Infektion vermuten lassen,

sollte eine sofortige Untersuchung vorgenommen werden.

Bei japanischen Populationen wurde häufiger von interstitiellen Lungenerkrankungen be-

richtet. Diese spezifische Bevölkerung sollte mit besonderer Aufmerksamkeitbeobachtet

werden.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen im Rahmen der Anwendung

Bei Patienten mit einer Ischämischen Herzerkrankung in der Vorgeschichte ist besondere

Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.8).

Die Pharmakokinetik von Vinorelbin ist bei Patienten mit moderater oder schwerer einge-

schränkter Leberfunktion nicht verändert. Zur Dosisanpassung in dieser speziellen Patien-

tengruppe, siehe Abschnitt 4.2.

Wegen der nur geringen renalen Ausscheidung liegen keine pharmakokinetischen Gründe-

für eine Dosisreduktion von Vinorelbin bei Patienten mit eingeschränkterNierenfunktion

vor (siehe Abschnitt 4.2).

Vinorelbin NC sollte nicht gleichzeitig mit einer Radiotherapie verabreicht werden, wenn

das Behandlungsfeld die Leber einschließt.

Vinorelbin NC darf nicht mit den Augen in Kontakt kommen; es besteht das Risiko schwe-

rer Irritationen und sogar für eine Ulzeration an der Cornea wenn das Arzneimittel unter

Druck versprüht wird. Wenn solches geschieht, muss das Auge sofort mit physiologischer

Kochsalzlösung gespült und ein Augenarzt hinzugezogen werden.

Starke Inhibitoren oder Induktoren für CYP3A4 können die Vinorelbinkonzentration be-

einflussen und daher sollte man umsichtig vorgehen (siehe Abschnitt 4.5 Wechselwirkun-

gen die spezifisch bei Vinorelbei auftreten können). Von der Kombination mit Phenytoin

wird (wie bei allen Zytostatika) ebenso abgeraten wie von der Kombination mit Itraconazol

(wie bei allen Vinca-Alkaloiden)

Dieses Produkt ist generell in Kombination mit Lebendimpfstoffen nicht empfohlen und

speziell bei gleichzeitiger Anwendung von Gelbfieber-Impfstoff kontrandiziert

Zu Informationen zu Schwangerschaft, Stillen und Fruchtbarkeit siehe Abschnitt 4.6.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, die bei allen zytotoxischen Arzneimitteln auftreten können

Da das Thromboserisiko bei Tumorerkrankungen ansteigt, werden häufig

Blutgerinnungshemmer zur Behandlung eingesetzt. Aufgrund der hohen intraindividuellen

Variabilität der Blutgerinnung während des Krankheitsverlaufs und aufgrund einer

möglichen Wechselwirkung von oralen Blutgerinnungshemmern mit der Chemotherapie

muss, im Falle einer Behandlung des Patienten mit oralen Blutgerinnungshemmern, die

Häufigkeit der Kontrolle des INR-Werts (International Normalized Ratio) erhöht werden.

Gleichzeitige Anwendung kontraindiziert:

Gelbfieber-Impfstoff: Risiko einer tödlich verlaufenden generalisierten Impferkrankung (siehe

Abschnitt 4.3)

Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen:

Attenuierte Lebendimpfstoffe (für Gelbfieber-Impfstoff siehe „Gleichzeitige Anwendung

kontraindiziert“): Risiko einer möglicherweise tödlich verlaufenden generalisierten

Impferkrankung. Das Risiko ist bei Patienten erhöht, die bereits durch ihre Grunderkrankung

immungeschwächt sind. Es wird empfohlen, soweit vorhanden (Poliomyelitis), einen

inaktivierten Impfstoff zu verwenden (siehe Abschnitt 4.4).

Phenytoin: Risiko einer Verschlimmerung der Konvulsionen infolge einer reduzierten Ab-

sorption des Phenytoins durch das zytotoxische Arzneimittel oder verminderte Wirksamkeit

des zytotoxischen Arzneimittels infolge der durch Phenytoin verstärkten hepatischen Metabo-

lisierung.

Gleichzeitige Anwendung sorgfältig abwägen:

Ciclosporin, Tacrolimus: eine exzessive Immunsuppression mit dem Risiko einer

Lymphproliferation muss in Betracht gezogen werden.

Wechselwirkungen, die spezifisch bei Vinca-Alkaloiden auftreten können:

Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen:

Itraconazol: Erhöhte Neurotoxizität der Vinca-Alkaloide aufgrund ihres verlangsamten

hepatischen Metabolismus

Gleichzeitige Anwendung sorgfältig abwägen:

Mitomycin C: das Risiko für Bronchospasmen und Dyspnoe ist erhöht, in seltenen Fällen

wurde eine interstitielle Pneumonie beobachtet (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Da Vinca-Alkaloide bekannte Substrate des P-Glycoproteins sind und hierzu keine spezifi-

schen Studien vorliegen, sollte bei gleichzeitiger Anwendung von Vinorelbin und starken

Modulatoren dieses Membrantransporters Vorsicht geübt werden.

Wechselwirkungen, die spezifisch bei Vinrelbin auftreten können

Bei einer Kombination von Vinorelbin und anderen Arzneimitteln mit bekannter Knochen-

markstoxizität ist eine Steigerung der myelosuppressiven Nebenwirkungen wahrscheinlich.

CYP3A4 ist das Haupt Enzym, das in den Metabolismus von Vinorelbin eingebunden ist, und

eine Kombination mit einem Arzneimittel, das dieses Iso-Enzym fördert (wie Phenytoin, Phe-

nobarbital, Rifampicin, Carbamazepin, Hypericum perforatum) oder behindert (wie Itracona-

zol, Ketoconazol, HIV-Protease-Inhibitoren, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin,

Nefazodon) kann die Konzentration an Vinorelbin im Blut beeinflussen.

Eine Kombination von Vinorelbin-Cisplatin (eine sehr gebräuchliche Kombination) zeigte

über mehrere Behandlungzyklen keine Interaktion bezüglich der pharmakologischen Parame-

ter von Vinorelbin . Allerdings wurde bei Patienten, die eine Kombinationstherapie mit Vino-

relbin und Cisplatin erhielten ein höheres Vorkommen von Granulocytopenie berichtet, als

bei Patienten, die nur Vinorelbin erhielten.

In einer klinischen Phase-I-Studie mit intravenösem Vinorelbin in Verbindung mit Lapatinib

zeigte sich eine erhöhte Inzidenz für Grad 3/4 Neutropenie. In dieser Studie war die

empfohlene Dosis der intravenösen Form von Vinorelbin in einem 3-Wochenplan an Tag

1 und Tag 8 22,5 mg/m2, wenn sie mit täglich 1000 mg Lapatinib kombiniert wurde. Diese

Art der Kombination sollte mit Vorsicht verabreicht werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt nur unzureichende Daten über die Anwendung von Vinorelbin bei schwangeren Frau-

en.Tierstudien zeigten Embryotoxizität und Teratogenität (siehe Abschnitt 5.3). Auf Grundla-

ge der Ergebnisse aus Tierstudien und der pharmakologischen Wirkung des Arzneimittels

besteht das mögliche Risiko von embryonalen und fetalen Missbildungen. Vinorelbin sollte

daher nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, der individuell

erwartete Nutzen überwiegt das mögliche Risiko. Falls eine Schwangerschaft während der

Behandlung eintritt, sollte die Patientin über das Risiko für das ungeborene Kind aufgeklärt

und sorgfältig überwacht werden. Die Möglichkeit einer genetischen Beratung sollte erwogen

werden

Frauen im gebärfähigen Alter:

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und bis zu 3 Monate danach

eine sichere Verhütungsmethode anwenden und sollten im Falle einer Schwangerschaft ihren

Arzt informieren.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Vinorelbin in die Muttermilch übergeht. In tierexperimentellen Stu-

dien wurde der Übergang von Vinorelbin in die Muttermilch nicht untersucht. Ein Risiko für

den Fötus kann nicht ausgeschlossen werden. Vor Behandlungsbeginn mit Vinorelbin NC

muss abgestillt werden

Fertilität

Vinorelbin kann genotoxische Wirkungen haben. Daher werden Männer, die mit Vinorelbin

behandelt werden angewiesen, während und wenigstens 3 Monate nach der Beendigung der

Behandlung kein Kind zu zeugen. Eine Beratung über eine Samenkonservierung sollte vor der

Behandlung angestrebt werden , da die Möglichkeit einer nicht reversiblen Unfruchtbarkeit

aufgrund der Therapie mit Vinorelbin besteht.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Basierend auf dem

pharmakodynamischen Profil beeinflusst Vinorelbin nicht die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. In Anbetracht des Nebenwirkungsprofils von

Vinorelbin wird jedoch empfohlen, unter der Behandlung mit dieser Substanz entsprechende

Vorsicht walten zu lassen.

4.8 Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen, über die bei mehr als vereinzelten Fällen berichtet wurde sind im

Folgenden unterteilt nach Organklassensystem und Häufigkeit aufgeführt.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (

1/10)

Häufig (

1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (

1/1.000 bis <1/100)

Selten (

1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Knochenmarkdepression mit Neutrope-

nie, Anämie, neurologische Störungen, gastrointestinale Toxizität mit Übelkeit, Erbrechen,

Stomatitis und Obstipation, vorübergehende Anstiege von Leberwerten, Alopezie und lokale

Phlebitis.

Weitere Nebenwirkungen aus den Postmarketing-Erfahrungen werden nach der MedDRA-

Klassifikation mit der Häufigkeitsangabe „Nicht bekannt“ zusätzlich aufgeführt.

Detaillierte Angaben zu den Nebenwirkungen:

Die Nebenwirkungen werden nach der WHO-Klassifikation eingestuft (Grad 1=G1; Grad

2=G2; Grad 3=G3; Grad 4=G4; Grad 1-4=G1-4; Grad 1-2=G1-2; Grad 3-4=G3-4).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig:

virale, bakterielle, oder Pilz-Infektionen an unterschiedlichen Stellen (Respirations-, Harn-

wegs-, GI-Trakt u.a.) in leichter bis mäßiger Ausprägung und bei entsprechender Behandlung

gewöhnlich reversibel

Gelegentlich:

schwere Sepsis mit sonstigem Organversagen

Septikämie

Sehr selten:

komplizierte Septicämie mit möglicherweise tödlichem Verlauf

Nicht bekannt:

neutropenische Sepsis

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig:

Knochenmarksdepression, die überwiegend zu einer Neutropenie führt (3. Grades: 24,3 %

und 4. Grades: 27,8 % bei Monotherapie) und welche innerhalb von 5 bis 7 Tagen reversibel

und nicht kumulativ ist.

Anämie (3. - 4. Grades: 7,4 %)

Häufig:

Thrombozytopenie (3. - 4. Grades: 2,5 %) kann auftreten, ist aber selten mit schwerem Ver-

lauf

Nicht bekannt:

febrileNeutropenie

Panzytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: allergische Reaktionen (Hautreaktionen, Respirationsstörungen)

Nicht bekannt:

systemische allergische Reaktionen wie Anaphylaxie, anaphylaktischer Schock oder anaphy-

laktoide Reaktionen

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten:

Syndrom der gestörten ADH-Sekretion (SIADH)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten:

schwere Hyponatriämie

Nicht bekannt:

Anorexie

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig:

Obstipation (siehe auch ”Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts”), neurologische Störungen

(G3-4: 2,7 %) einschließlich Verlust der tiefen Sehnenreflexe. Schwäche der unteren Extremi-

täten wurde nach einer prolongierten Chemotherapie berichtet.

Gelegentlich:

schwere Parästhesien mit sensorischen und motorischen Symptomen treten sporadisch auf.

Diese Wirkungen sind meist reversibel wenn die Behandlung beendet oder abgebrochen wird.

Selten:

Auswirkungen auf das autonome Nervensystem, die zu Darmparese und Obstipation

führen. Selten entwickelt sich daraus ein paralytischer Ileus (< 3%).

(siehe auch ”Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts”),

Sehr selten:

Guillain-Barré-Syndrom

Herzerkrankungen

Selten:

Ischämische Herzerkrankung wie Angina Pektoris, Veränderungen im Elektrokardiogramm,

Myocardinfarkt, manchmal tödlich

Sehr selten:

Tachykardie, Palpitationen und Herzrhythmusstörungen

G

efäßerkrankungen

Gelegentlich:

Hypotonie, Hypertonie, Flush und Kälte der Extremitäten

Selten:

schwere Hypotonie, Kollaps

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich:

Dyspnoe und Bronchospasmen können unter Vinorelbin- sowie der Behandlung mit anderen

Vinca-Alkaloiden auftreten.

Selten:

Interstitielle Lungenerkrankung (manchmal tödlich) wurde insbesondere bei Patienten berich-

tet, die Vinorelbin in Kombination mit Mitomycin erhielten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Obstipation (siehe auch ” Erkrankungen des Nervensystems”) ist das Hauptsymptom (G3-4:

2,7 % bei Monotherapie;

G3-4: 4,1 % bei Kombinationstherapie mit weiteren Chemothera-

peutika), die sich selten zu einemparalytischen Ileus entwickelt.

Übelkeit, Erbrechen (G1-4: 30,4 % und G3-4: 2,2 %). Eine anti-emetische Therapie kann das

Auftreten reduzieren.

Stomatitis (G1-4: 15 % bei Vinorelbin-Monotherapie)

Oesophagitis, Anorexia (G1-2:14%, G3:1%)

Häufig:

Diarrhö (gewöhnlich leicht bis mittelschwer)

Selten:

Pankreatitis; paralytischer Ileus (siehe auch ” Erkrankungen des Nervensystems”), die Be-

handlung kann nach Wiederherstellung der normalen Darmtätigkeit wieder aufgenommen

werden.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig:

abnormale Leberfunktionswerte (Anstieg des Gesamt-Bilirubins, Anstieg der alkalischen

Phosphatase, Anstieg der Aspartat-Aminotransferase, Anstieg der Alanin-Aminotransferase).

(G 1-2) ohne klinische Symptome wurden berichtet (Bilirubin, alkalische Phosphatase, ASAT

in 27,6% and ALAT in 29,3%)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Alopecia (G3-4: 4,1 % bei Vinorelbin-Monotherapie), die für gewöhnlich leicht verläuft.

Selten: Hautreaktionen (generalisierte Hautreaktionen). wie z. B. Hautausschlag, Juckreiz,

Urtikaria

Nicht bekannt:

Palmoplantares Erythrodysästhesie-Syndrom

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig:

Myalgie, Arthralgie, einschließlich Kieferschmerzen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Anstieg des Kreatinins

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig:

Wie auch andere Vinca-Alkaloide besitzt auch Vinorelbin ein mäßig vesikantes Potential.

Reaktionen an der Injektionsstelle wie Erytheme, brennende Schmerzen, Verfärbung am Ver-

abreichungsort und lokale Phlebitis (G3-4: 3,7 % unter Vinorelbin-Monotherapie).

Häufig:

Müdigkeit, Fieber, Schmerzen an unterschiedlichen Stellen einschließlich Brustschmerzen

und Tumorschmerzen, Asthenie

Selten:

Nekrose am Verabreichungsort.

Durch exaktes Positionieren der Injektionsnadel oder des

Katheters und einer Bolus Injektion sowie guter Nachspülung der Vene kann diese Wirkung

begrenzt werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtig-

keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwir-

kung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Überdosierungen können schwere Knochenmarksdepressionen mit Fieber und Infektionen

hervorrufen, ebenso wurde von paralytischem Ileus berichtet. Es empfiehlt sich die sympto-

matische Behandlung mit Bluttransfusionen und einem Breitband-Antibiotikum. Es gibt kein

bekanntes Antidot.

Da es für eine Überdosierung von intravenös verabreichtem Vinorelbin kein spezifisches An-

tidot gibt, sind im Falle einer Überdosierung symptomatische Maßnahmen notwendig, z.B.:

eine fortgesetzte Kontrolle der Vitalzeichen und eine sorgfältige Überwachung des Patien-

ten;

tägliche Kontrolle der Blutwerte um die Notwendigkeit für eine Bluttransfusion zu be-

obachten, der Wachstumsfaktoren und um eine Notwendigkeit für eine Intensivpflege zu

entdecken und das Risiko von Infektionen zu verringern.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Wirkstoffe (Vinca-Alkaloide),

ATC-Code: L01CA04

Vinorelbin ist ein zytostatisches Arzneimittel aus der Familie der Vinca-Alkaloide.

Vinorelbin verhindert die Polymerisation von Tubulin und bindet bevorzugt an mitotische

Mikrotubuli, axonale Mikrotubuli werden nur bei hohen Konzentrationen beeinträchtigt. Der

zu einer Spiralisierung von Tubuli führende Effekt ist geringer ausgeprägt als bei Vincristin.

Vinorelbin blockiert die Mitose in der G2-M-Phase worauf es in der Interphase oder in der

folgenden Mitose zum Zelltod kommt.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Vinorelbin bei pädiatrischen Patienten ist nicht be-

legt. Klinische Daten von zwei einarmigen Phase-II-Studien, in denen Vinorelbin in intra-

venöser Form bei 33 und 46 pädiatrischen Patienten mit rezidivierenden soliden Tumoren,

einschließlich Rhabdomyosarkomen, anderen Weichgewebesarkomen, Ewing Sarkomen,

Liposarkomen, Synovialsarkomen, Fibrosarkomen, Tumoren des zentralen Nervensystems,

Osteosarkomen und Neuroblastomen angewendet wurde, zeigten keine relevante klinische

Aktivität. Als i.v. Dosierung wurden 30 bis 33,75 mg/m

KOF, verabreicht entweder an

Tag 1 und Tag 8 im 3-wöchentlichen Zyklus oder einmal wöchentlich für 6 Wochen im 8-

wöchentlichen Zyklus, eingesetzt. Das Toxizitätsprofil war mit dem erwachsener Patienten

vergleichbar (siehe Abschitt 4.2).

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Vinorelbin bei pädiatrischen Patienten ist nicht be-

legt. Klinische Daten von zwei einarmigen Phase-II-Studien, in denen Vinorelbin in intra-

venöser Form bei 33 und 46 pädiatrischen Patienten mit rezidivierenden soliden Tumoren,

einschließlich Rhabdomyosarkomen, anderen Weichgewebesarkomen, Ewing Sarkomen,

Liposarkomen, Synovialsarkomen, Fibrosarkomen, Tumoren des zentralen Nervensystems,

Osteosarkomen und Neuroblastomen angewendet wurde, zeigten keine relevante klinische

Aktivität. Als i.v. Dosierung wurden 30 bis 33,75 mg/m

KOF, verabreicht entweder an

Tag 1 und Tag 8 im 3-wöchentlichen Zyklus oder einmal wöchentlich für 6 Wochen im 8-

wöchentlichen Zyklus, eingesetzt. Das Toxizitätsprofil war mit dem erwachsener Patienten

vergleichbar (siehe Abschitt 4.2).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intravenöser Verabreichung ist das Blut-Konzentrations Zeit-Profil durch eine nach ei-

ner triexponential verlaufenden Eliminationskurve charakterisiert. Die terminale Halbwertzeit

betrug durchschnittlich etwa 40 Stunden. Die Blut-Clearance ist hoch, nahe zu dem hepati-

schen Blutfluss und betrug durchschnittlich 0,72 l/h/kg (Interval: 0,32-1,26 l/h/kg), während

das Verteilungsvolumen im Steady-State groß war, durchschnittlich 21,2 l/kg, was Anzeichen

für eine ausgedehnte Gewebe-Verteilung zeigt.

Vinorelbin bindet mäßig (13,5 %) an Plasmaproteine aber zu einem hohen Anteil (78 %) an

Thrombocyten.

Es konnte gezeigt werden, dass die Pharmakokinetik von intravenös verabreichtem Vinorelbin

über einen Dosisbereich von bis zu 45 mg/m

linear verläuft.

Vinorelbin wird überwiegend über CYP3A4 metabolisiert und der Haupt-Metabolit ist 4-O-

Deacetylvinorelbin.

Die renale Elimination macht nur einen geringen Teil aus (< 20% der Dosis) und besteht

hauptsächlich aus dem nicht metabolisierten Wirkstoff.

Die Elimination findet überwiegend biliär statt, sowohl für die Metaboliten als auch für das

unveränderte Vinorelbin.

Die Auswirkungen einer reduzierten Nierenfunktion auf die Vinorelbin-Verfügbarkeit sind

nicht geprüft worden, aber aufgrund der niedrigen renalen Exkretionsrate ist eine Dosisreduk-

tion nicht notwendig.

Bei Patienten mit Lebermetastasen treten Veränderungen nur bei der durchschnittlichen

Clearance von Vinorelbin auf, wenn über 75% der Leber betroffen sind. Bei 6 Krebspatienten

mit leichter Leberfunktionsstörung (Bilirubin ≤ 2 x ULN and Aminotransferasen ≤ 5 x ULN),

die mit bis zu 25 mg/m

behandelt wurden, und bei 8 Krebspatienten mit schwerer Leberfunk-

tionsstörung (Bilirubin > 2 x ULN und/oder Aminotransferasen > 5 x ULN), die mit bis zu 20

mg/m

behandelt wurden, war die durchschnittliche Total-Clearance in beiden Gruppen ver-

gleichbar zu der bei Patienten mit normaler Leberfunktion. Es kann jedoch sein, dass diese

Daten nicht repräsentativ für Patienten mit verminderter Arzneimittel-Eliminations-Kapazität

der Leber sind, und daher wird für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung Vorsicht

angeraten und eine sorgfältige Überwachung der hämatologischen Parameter ist notwendig

(siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Der mögliche Effekt einer metabolischen Störung wurde nicht ausgewertet, und daher kann

keine genaue Dosisempfehlung gegeben werden.

Es wurde eine starke Abhängigkeit zwischen der Exposition des Blutes und der Reduktion der

Leucozyten oder polynukleären Leucozyten gezeigt.

5.3 Präklinische Daten zur

Sicherheit

Mutagenes und karzinogenes Potential

In Tierstudien induzierte Vinorelbin Aneuploidie und Polyploidie. Es kann angenommen

werden, dass Vinorelbin auch genotoxische Effekte beim Menschen verursachen kann

(Aneuploidie und Polyploidie). Die Resultate für ein karzinogenes Potential bei Mäusen und

Ratten waren negativ, aber es wurden nur niedrige Dosen getestet.

Reproduktionstoxizitätsstudien

In Tierreproduktionsstudien wurden Effekte in subtherapeutischen Dosierungen beobachtet.

Embryo- und Foetotoxizität, wie intra-uterine Wachstumsverzögerung und verzögerte Kno-

chenbildung wurden beobachtet.

Teratogenität (zusammengewachsene Wirbel, fehlende Rippen) wurden bei für das Muttertier

toxischen Dosierungen beobachtet. Außerdem waren die Spermatogenese und die Sekretion

von Prostata und Samenbläschen reduziert, aber die Fruchtbarkeit bei Ratten war nicht ver-

mindert.

Sicherheitspharmakologie

Sicherheitspharmakologische Studien, die an Hunden und Affen durchgeführt wurden zeigten

keine Nebenwirkungen im Kardiovaskulären System.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Vinorelbin NC sollte nicht mit alkalischen Lösungen verdünnt werden (Risiko von Ausfällun-

gen).

Vinorelbin NC darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arz-

neimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnete Packung: 3 Jahre.

Geöffnete Packung: Eine geöffnete Durchstechflasche sollte umgehend gebraucht werden und

eventuelle nicht gebrauchte Rückstände der Lösung sollten entsorgt werden.

Verdünnte Zubereitung: unter dem mikrobiologischen Aspekt, sollte das Produkt umge-

hend verbraucht werden. Falls nicht umgehend angewendet, liegen die Lagerzeiträume

nach Zubereitung und die Lagerungsbedingungen in der Verantwortung des Anwenders

und sollten normalerweise nicht mehr als 24 Stunden bei 2 bis 8°C betragen, es sei denn,

die Verdünnung wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen vor-

genommen.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 – 8 °C). Nicht einfrieren. Durchstechflasche im Umkarton und vor

Licht geschützt aufbewahren.

Zu Lagerungsbedingungen nach der Verdünnung des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflaschen aus Klarglas (Typ I) mit einem Gummistopfen mit einem

Fluoropolymerüberzug. Der Stopfen ist mit einem Aluminiumsiegel gesichert und mit einem

Polypropylen-Flip-Off-Cap ausgerüstet. Glas-Vials mit durchsichtigem Kunststoff-Behälter

(ONKO-Safe).

Durchstechflaschen mit 1 ml und 5 ml

Packungen mit jeweils 1, 5 bzw. 10 Durchstechflaschen

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Die Herstellung und Verabreichung von Vinorelbin NC sollte nur durch geübtes Personal

erfolgen. Eine geeignete Sicherheitsausrüstung, Einweghandschuhe, eine Gesichtsmaske und

eine Einmal-Schürze sollten getragen werden.

Verschüttete und ausgelaufene Flüssigkeit müssen aufgewischt werden.

Jeglicher Kontakt mit den Augen muss strengstens vermieden werden. Sollte eine Exposition

erfolgen, sollten die Augen umgehend mit physiologischer Kochsalzlösung gespült werden.

Nach Fertigstellung sollte jegliche exponierte Oberfläche gründlich gereinigt werden, und

Hände und Gesicht sollten gewaschen werden.

Es existiert keine Inkompatibilität zwischen Vinorelbin NC und klaren Glasdurchstechfla-

schen, PVC oder Infusions-Sets mit PVC-Schlauchmaterial.

Vinorelbin NC kann mittels einer langsamen Bolusinjektion (5-10 Minuten) verabreicht wer-

den, nach Verdünnung mit 20 – 50 ml physiologischer Kochsalzlösung oder Glucoselösung

50 mg/ml (5%) oder durch eine Kurzinfusion (20-30 Minuten) nach Verdünnung mit 125 ml

physiologischer Kochsalzlösung oder Glucoselösung 50 mg/ml (5%). Der Verabreichung soll-

te immer eine Infusion von mindestens 250 ml isotoner Lösungfolgen, um die Vene zu spü-

len.

Vinorelbin NC darf nur intravenös verabreicht werden. Es ist sehr wichtig sicherzustellen,

dass die Kanüle korrekt in der Vene plaziert ist, bevor die Injektion begonnen wird. Wenn

Vinorelbin NC während der intravenösen Verabreichung in das umgebende Gewebe gelangt,

kann eine erhebliche Reizung erfolgen. In diesem Fall sollte die Injektion gestoppt werden,

die Vene mit Kochsalzlösung gespült und der Rest der Dosis in eine andere Vene verabreicht

werden. Im Falle einer Extravasation können intravenös Glucocorticoide gegeben werden, um

das Risiko einer Phlebitis zu reduzieren.

Jegliches unverbrauchtes Produkt oder Wegwerfmaterial sollte in Übereinstimmung mit den

nationalen Bestimmungen entsorgt werden.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: medwiss@hexal.com

8.

ZULASSUNGSNUMMER

Zul.-Nr. 66053.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

16. Februar 2007/11. Januar 2012

10. STAND DER INFORMATION

Dezember 2014

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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