Verquvo 10.0 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-09-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

28-01-2022

Wirkstoff:
vericiguatum
Verfügbar ab:
Bayer (Schweiz) AG
ATC-Code:
C01DX22
INN (Internationale Bezeichnung):
vericiguatum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
Filmtablette: vericiguatum 10.00 mg, cellulosum microcristallinum, carmellosum natricum conexum, hypromellosum, lactosum monohydricum 117.00 mg, magnesii stearas, natrii laurilsulfas, Überzug: E 172 (flavum), hypromellosum, talcum, E 171, pro compresso obducto corresp. natrium 1.65 mg.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Herzinsuffizienz
Zulassungsnummer:
68001
Berechtigungsdatum:
1970-01-01

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-09-2021

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-09-2021

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-09-2021

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-09-2021

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▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie

Nebenwirkungen melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende Kapitel «Welche

Nebenwirkungen kann Verquvo haben?».

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Verquvo®

Bayer (Schweiz) AG

Was ist Verquvo und wann wird es angewendet?

Verquvo ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Erwachsene zur Behandlung einer

chronischen Herzinsuffizienz, bei denen kürzlich die erkrankungsbedingten Symptome wie

Kurzatmigkeit, Anschwellen der Füsse und Beine aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen oder

Ermüdung zugenommen und die vielleicht ein Krankenhaus aufgesucht haben. Verquvo wird

verschrieben, um das Risiko Herzinsuffizienz-bedingter Todesfälle und Krankenhauseinweisungen im

Zusammenhang mit Herzinsuffizienz zu verringern.

Verquvo wird in geeigneter Kombination mit anderen Therapien für Herzinsuffizienz angewendet.

Herzinsuffizienz bedeutet, dass die Pumpleistung des Herzmuskels nicht mehr stark genug ist, um den

gesamten Organismus ausreichend mit Blut zu versorgen.

Verquvo ist ein Stimulator der löslichen Guanylatcyclase (sGC). Es wirkt, indem es die Arterien

erweitert, sodass es für das Herz einfacher ist, mehr Blut und Sauerstoff durch den Körper zu pumpen.

Verquvo (Vericiguat) ist eine Filmtablette zum Einnehmen. Der Wirkstoff ist 2,5 mg, 5 mg oder 10 mg

Vericiguat.

Verquvo darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Verquvo nicht eingenommen / angewendet werden?

·wenn Sie andere Stimulatoren der löslichen Guanylatcyclase (z.B. Riociguat) einnehmen (siehe

Abschnitt «Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Verquvo Vorsicht geboten?»)

·bei Überempfindlichkeit auf einen sonstigen Bestandteil dieses Arzneimittels

·wenn Sie spezifische Phosphodiesterase-5-Hemmer (z.B. Sildenafil oder Tadalafil) einnehmen (siehe

Abschnitt «Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Verquvo Vorsicht geboten?»)

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Verquvo Vorsicht geboten?

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin über alle Ihre Erkrankungen, bevor Sie mit der Einnahme

von Verquvo beginnen, z.B. wenn Sie

·niedrigen Blutdruck haben.

·Leberprobleme haben.

·Nierenprobleme haben oder dialysepflichtig sind.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

·Dies betrifft insbesondere die im Folgenden genannten Arzneimittel:

·Sildenafil

·Tadalafil

·Vardenafil

·Riociguat

Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eines dieser Arzneimittel

einnehmen.

Bitte nehmen Sie Verquvo erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Wenn bei Ihnen nach der Anwendung von Verquvo ein Schwindelgefühl auftritt, kann dies die

Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen,

beeinträchtigen. Sie sollen erst wieder ein Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen, wenn dieses

Schwindelgefühl vorüber ist.

Darf Verquvo während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?

Schwangerschaft

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger sind oder beabsichtigen, schwanger zu

werden. Es ist nicht bekannt, ob Verquvo Ihrem ungeborenen Kind schaden kann. Deshalb wird die

Einnahme von Verquvo während der Schwangerschaft nicht empfohlen. Wenn Sie im gebärfähigen

Alter sind, müssen Sie während der Behandlung mit Verquvo eine hochwirksame Verhütungsmethode

anwenden. Fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, welche Verhütungsmethode für Sie am besten ist.

Stillzeit

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie stillen oder beabsichtigen, zu stillen. Es ist nicht

bekannt, ob Verquvo in die Muttermilch übergeht und Ihr Kind schädigen kann. Deshalb wird die

Einnahme von Verquvo nicht empfohlen, wenn Sie stillen. Sie sollten zusammen mit Ihrem Arzt oder

Ihrer Ärztin entscheiden, ob Sie Verquvo einnehmen oder stillen sollen.

Wie verwenden Sie Verquvo?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Art der Anwendung

Nehmen Sie täglich zur selben Zeit 1 Tablette mit Nahrung ein. Wenn Sie keine Tabletten schlucken

können, kann Verquvo zerstossen und unmittelbar vor der Einnahme mit stillem Wasser gemischt

werden

Änderung der Dosierung

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann die Dosis je nachdem, wie Sie auf die Behandlung ansprechen, anpassen,

bis die für Sie optimale Dosis ermittelt wurde.

In der Regel wird die Einnahme zunächst mit 2,5 mg einmal täglich begonnen.

Die empfohlene Zieldosis beträgt üblicherweise 10 mg einmal täglich.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Nehmen Sie Verquvo täglich ein, so lange Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen nichts anderes mitteilt. Ein

Absetzen der Behandlung mit Verquvo kann dazu führen, dass sich Ihre Erkrankung verschlechtert.

Anwendung bei Kindern

Die Anwendung und Sicherheit von Verquvo bei Kindern und Jugendlichen unter 18 ist bisher nicht

geprüft worden.

Wenn Sie eine grössere Menge von Verquvo eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr Verquvo eingenommen haben, als Sie sollten, verständigen Sie unverzüglich Ihren Arzt

oder Ihre Ärztin oder suchen Sie die nächstgelegene Notfallstation eines Krankenhauses auf.

Wenn Sie die Einnahme von Verquvo vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme versäumt haben, holen Sie diese am selben Tag nach, sobald Sie sich daran

erinnern. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis von Verquvo ein, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben.

Welche Nebenwirkungen kann Verquvo haben?

Jedes Arzneimittel kann unbeabsichtigte oder unerwünschte Wirkungen haben. Diese werden als

Nebenwirkungen bezeichnet.

Wie alle Arzneimittel kann auch Verquvo Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen.

Die häufigste Nebenwirkung bei der Einnahme von Verquvo ist niedriger Blutdruck (Hypotonie).

Benachrichtigen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie sich schwindlig oder benommen fühlen.

Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören: Magenverstimmung, Übelkeit (Brechreiz), Erbrechen,

Sodbrennen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Abnahme der roten Blutkörperchen (Anämie).

Selten können weitere Nebenwirkungen auftreten, und wie bei anderen verschreibungspflichtigen

Arzneimitteln können manche Nebenwirkungen schwerwiegend sein.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 30°C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Verquvo enthalten?

Wirkstoffe

Eine Filmtablette Verquvo 2.5 mg enthält als Wirkstoff 2.5 mg Vericiguat.

Eine Filmtablette Verquvo 5 mg enthält als Wirkstoff 5.0 mg Vericiguat.

Eine Filmtablette Verquvo 10 mg enthält als Wirkstoff 10.0 mg Vericiguat.

Hilfsstoffe

Folgende Hilfsstoffe sind in Verquvo enthalten: Mikrokristalline Zellulose, Croscarmellose Natrium,

Laktosemonohydrat, Hypromellose, Natriumlaurylsulfat, Magnesiumstearat; Farbstoffe Titandioxid

(E171), Eisenoxid rot (E172) (enthalten in der Dosisstärke 5 mg) und Eisenoxid gelb (E172) (enthalten

in der Dosisstärke 10 mg).

Aussehen

2.5 mg: weisse, runde, bikonvexe Filmtablette, Durchmesser 7 mm, mit der Prägung «2.5» auf einer

Seite und «VC» auf der anderen Seite.

5 mg: braun-rote, runde, bikonvexe Filmtablette, Durchmesser 7 mm, mit der Prägung «5» auf einer

Seite und «VC» auf der anderen Seite.

10 mg: gelb-orange, runde, bikonvexe Filmtablette, Durchmesser 9 mm, mit der Prägung «10» auf einer

Seite und «VC» auf der anderen Seite.

Zulassungsnummer

68001 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Verquvo? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Verquvo 2.5 mg in Packungen zu 14 Filmtabletten.

Verquvo 5 mg in Packungen zu 14, 28 und 98 Filmtabletten.

Verquvo 10 mg in Packungen zu 14, 28 und 98 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2021 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, den Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur

Meldung von Nebenwirkungen, siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen».

Verquvo®

Bayer (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Vericiguat.

Hilfsstoffe

Verquvo 2.5 mg Filmtabletten enthalten: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium,

Hypromellose, Lactose-Monohydrat (61.2 mg), Magnesiumstearat, Natriumdodecylsulfat, Überzug:

Hypromellose, Talkum, Titandioxid (E171). Natriumgehalt pro Filmtablette: 0.80 mg.

Verquvo 5 mg Filmtabletten enthalten: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium,

Hypromellose, Lactose-Monohydrat (58.5 mg), Magnesiumstearat, Natriumdodecylsulfat, Überzug:

Hypromellose, Talkum, Titandioxid (E171), Eisenoxid rot (E172). Natriumgehalt pro Filmtablette: 0.81

Verquvo 10 mg Filmtabletten enthalten: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium,

Hypromellose, Lactose-Monohydrat (117.0 mg), Magnesiumstearat, Natriumdodecylsulfat, Überzug:

Hypromellose, Talkum, Titandioxid (E171), Eisenoxid gelb (E172). Natriumgehalt pro Filmtablette:

1.65 mg.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten à 2.5 mg, 5 mg und 10 mg Vericiguat.

Aussehen

2.5 mg: weisse, runde, bikonvexe Filmtablette, Durchmesser 7 mm, mit der Prägung «2.5» auf einer

Seite und «VC» auf der anderen Seite.

5 mg: braun-rote, runde, bikonvexe Filmtablette, Durchmesser 7 mm, mit der Prägung «5» auf einer

Seite und «VC» auf der anderen Seite.

10 mg: gelb-orange, runde, bikonvexe Filmtablette, Durchmesser 9 mm, mit der Prägung «10» auf einer

Seite und «VC» auf der anderen Seite.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Verquvo wird angewendet zur Behandlung von symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz bei

erwachsenen Patienten mit reduzierter Auswurffraktion, die nach einer kürzlich aufgetretenen

Dekompensation, welche eine i.v.-Therapie erforderte, stabilisiert wurden.

Verquvo wird in Kombination mit anderen Therapien für Herzinsuffizienz angewendet (siehe Rubrik

«Dosierung/Anwendung» und «Eigenschaften/Wirkungen»).

Dosierung/Anwendung

Vor Initiierung der Behandlung mit Verquvo muss eine ausreichende Stabilisierung nach kürzlich

aufgetretener Dekompensation sichergestellt werden, insbesondere bei Patienten mit stark erhöhten NT-

proBNP-Spiegeln. Die klinische Stabilisierung schliesst die Behandlung der Volumenüberladung mittels

intensivierter (intravenöser) Diuretika-Therapie und die Optimierung der Behandlung mit anderen

Standardtherapeutika für Herzinsuffizienz ein (siehe Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die empfohlene Anfangsdosis von Verquvo beträgt 2.5 mg einmal täglich und ist zusammen mit

Nahrung einzunehmen. Die Dosis von Verquvo wird je nach Verträglichkeit etwa alle 2 Wochen

verdoppelt, um die angestrebte Erhaltungsdosis von 10 mg einmal täglich zu erreichen.

Für Patienten, die keine ganzen Tabletten schlucken können, kann Verquvo zerstossen und unmittelbar

vor der Einnahme mit Wasser (ohne Kohlensäure) gemischt werden (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).

Verspätete Dosisgabe

Wird eine Einnahme versäumt, sollte sie am selben Tag nachgeholt werden, sobald sich der Patient

daran erinnert. Die Patienten dürfen nicht zwei Dosen von Verquvo am selben Tag einnehmen.

Spezielle Patientengruppen

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter oder mässiger Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von Verquvo

erforderlich. Die Anwendung von Verquvo bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurde

nicht untersucht und wird daher für diese Patientengruppe nicht empfohlen (siehe Rubrik

«Pharmakokinetik»).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von ≥15 ml/min/1.73 m2 (ohne

Dialyse) ist keine Dosisanpassung von Verquvo erforderlich. Die Anwendung von Verquvo bei

Patienten mit einer eGFR <15 ml/min/1.73 m2 zu Behandlungsbeginn oder unter Dialyse wurde nicht

untersucht und wird daher für diese Patientengruppen nicht empfohlen (siehe Rubrik

«Pharmakokinetik»).

Ältere Patienten (≥65 Jahre)

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung von Verquvo erforderlich (siehe Rubrik

«Pharmakokinetik»). Insgesamt wurden zwischen Patienten ab 65 Jahren verglichen mit jüngeren

Patienten keine Unterschiede bei der Sicherheit und Wirksamkeit von Vericiguat beobachtet. Eine

erhöhte Empfindlichkeit von manchen älteren Personen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Verquvo wurde für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht

untersucht (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

·Verquvo ist bei Patienten, die gleichzeitig andere Stimulatoren der löslichen Guanylatcyclase (sGC)

wie Riociguat erhalten, kontraindiziert (siehe Rubrik «Interaktionen»).

·Überempfindlichkeit gegenüber einem der Hilfsstoffe (siehe Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

·Verquvo ist kontraindiziert bei Patienten, die gleichzeitig mit einem Phosphodiesterase 5 –Inhibitor

(z.B. Sildenafil) behandelt werden (siehe Rubrik «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten mit stark erhöhten NT-proBNP

Vordefinierte Subgruppenanalysen und post-hoc-Analysen der VICTORIA-Studie lassen darauf

schliessen, dass sich die kardiovaskuläre Mortalität und das Risiko einer Hospitalisierung aufgrund von

Herzinsuffizienz bei Patienten mit sehr hohen NT-proBNP Spiegeln durch die Behandlung mit Verquvo

erhöhen (siehe Rubrik «Klinische Wirksamkeit»). Zusätzliche post-hoc-Analysen weisen auf eine

ungenügende Stabilisierung dieser Patienten nach vorangegangener Dekompensation hin. Vor

Aufnahme einer Behandlung mit Verquvo muss daher die ausreichende Stabilisierung der betreffenden

Patienten sichergestellt werden (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»).

Symptomatische Hypotonie

Unter der Behandlung mit Verquvo kann eine symptomatische Hypotonie auftreten. In der klinischen

Studie VICTORIA traten unerwünschte Ereignisse, die vom Prüfer als Ereignisse symptomatischer

Hypotonie festgestellt wurden, bei 9.1% der Patienten unter Verquvo und 7.9% der Patienten unter

Placebo auf, die bei 1.2% der Patienten unter Verquvo und 1.5% der Patienten unter Placebo als

schwerwiegend angesehen wurden (siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»).

Die Anwendung von Verquvo bei Patienten mit einem systolischen Blutdruck unter 100 mmHg oder

symptomatischer Hypotonie zu Behandlungsbeginn wurde nicht untersucht.

Bei Patienten mit Hypovolämie, schwerer linksventrikulärer Ausflussobstruktion, Ruhe-Hypotonie,

autonomer Dysfunktion, anamnestisch bekannter Hypotonie oder unter gleichzeitiger Behandlung mit

Antihypertensiva oder organischen Nitraten muss das Potential für symptomatische Hypotonie

berücksichtigt werden (siehe Rubrik «Interaktionen»). Bei Auftreten einer symptomatischen Hypotonie

ist eine Dosisanpassung von Diuretika und die Behandlung anderer Ursachen der Hypotonie (z.B.

Hypovolämie) zu erwägen. Falls die symptomatische Hypotonie trotz dieser Massnahmen bestehen

bleibt, ist eine vorübergehende Reduktion der Dosis oder ein Aussetzen von Verquvo in Betracht zu

ziehen.

Hilfsstoffe

Verquvo enthält je nach Dosisstärke 55.59 – 111.15 mg Laktose (als Laktosemonohydrat). Patienten mit

der seltenen hereditären Galaktose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glukose-Galaktose

Malabsorption sollten Verquvo nicht anwenden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro einzunehmende Dosis d.h. es ist

nahezu «natriumfrei».

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Einfluss anderer Substanzen auf die Pharmakokinetik von Vericiguat

Arzneimittel, die den pH-Wert im Magen erhöhen (z.B. Protonenpumpenhemmer, H2-Rezeptor-

Antagonisten, Antazida)

Vericiguat ist bei neutralem pH-Wert weniger löslich als bei saurem pH-Wert. Bei vorausgegangener

und gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, welche den pH-Wert im Magen erhöhen, wie z.B.

Protonenpumpeninhibitoren oder Antazida, verringert sich die Vericiguat-Exposition (AUC) nach

Einnahme unter Nüchternbedingungen um etwa 30%. Eine gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln,

welche den pH-Wert im Magen erhöhen, hatte hingegen keine Auswirkungen auf die Vericiguat-

Exposition bei Patienten mit Herzinsuffizienz, wenn Vericiguat wie angewiesen mit Nahrung

eingenommen wurde. (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»).

Vericiguat ist ein Substrat von UGT1A9 und UGT1A1 und der Transporter P-Glycoprotein (P-gp) und

Brustkrebs-Resistenz-Protein (BCRP).

Es wurde keine klinisch relevante Wirkung auf die Vericiguat-Exposition beobachtet, wenn Vericiguat

zusammen mit Ketoconazol (Multiweg-CYP- und Transporterinhibitor), Mefenaminsäure (UGT1A9-

Inhibitor), Rifampicin (Multiweg-UGT, CYP und Transporterinduktor), Digoxin, Warfarin, Aspirin,

Sildenafil oder der Kombination Sacubitril/Valsartan verabreicht wurde.

Es wird keine klinisch relevante Wirkung auf die Vericiguat-Exposition erwartet, wenn Vericiguat

zusammen mit Atazanavir (UGT1A1-Inhibitor) verabreicht wird.

Basierend auf in vitro Daten ist Vericiguat kein Substrat der organischen Kationentransporter (OCT1)

oder organischen Anionen-transportierenden Polypeptide (OATP1B1 und OATP1B3).

Einfluss von Vericiguat auf die Pharmakokinetik anderer Substanzen

In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass Vericiguat und sein N-Glucuronid bei klinisch relevanten

Konzentrationen weder Inhibitoren der wichtigsten CYP-Isoformen (CYP1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19,

2D6 und 3A4) oder UGT-Isoformen (UGT1A1, 1A4, 1A6, 1A9, 2B4 und 2B7) noch Induktoren von

CYP1A2, 2B6 und 3A4 sind.

In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass Vericiguat und sein N-Glucuronid bei klinisch relevanten

Konzentrationen keine Inhibitoren von Arzneimitteltransportern einschliesslich P-gp, BCRP, BSEP,

OATP1B1/1B3, OAT1, OAT3, OCT1, OCT2, MATE1 und MATE2K.

Die gleichzeitige Verabreichung von Vericiguat mit Midazolam (CYP3A-Substrat) oder Digoxin (P gp-

Substrat) zeigte in In-vivo-Studien keine klinisch relevante Wirkung auf die Exposition von Midazolam,

bzw. Digoxin.

Zusammen deuten diese Daten darauf hin, dass bei Verabreichung von Vericiguat keine Beeinflussung

der Pharmakokinetik gleichzeitig gegebener Arzneimittel, welche Substrate dieser Enzyme oder

Transporter sind, zu erwarten ist.

Pharmakodynamische Interaktionen

Gleichzeitige Anwendung kontraindiziert

Andere Stimulatoren der löslichen Guanylatcyclase

Verquvo ist bei Patienten, die gleichzeitig andere Stimulatoren der löslichen Guanylatcyclase (sGC) wie

Riociguat erhalten, kontraindiziert (siehe Rubrik «Kontraindikationen»).

PDE-5-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von Verquvo und Phosphodiesterase-5 (PDE-5) - Inhibitoren wie

Sildenafil wurde bei Patienten mit Herzinsuffizienz nicht untersucht und ist aufgrund des potenziell

erhöhten Risikos für symptomatische Hypotonie kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Die Zugabe einer Einzeldosis Sildenafil (25, 50 oder 100 mg) zu mehreren Dosen Vericiguat (10 mg)

einmal täglich bei gesunden Probanden war mit einer zusätzlichen Senkung des Blutdrucks im Sitzen

≤5,4 mmHg (systolischer/diastolischer Blutdruck, mittlerer arterieller Druck) im Vergleich zur

Verabreichung von Vericiguat allein verbunden.

Die gleichzeitige Verabreichung war nicht mit einem klinisch relevanten Effekt auf die Exposition

(AUC und Cmax) der beiden Arzneimittel verbunden.

Weitere Interaktionen

Acetylsalicylsäure

Die Verabreichung einer Einzeldosis von Vericiguat 15 mg führte bei gesunden Probanden nicht zu

einer Veränderung der Wirkung von 500 mg Acetylsalicylsäure auf die Blutungszeit oder die

Thrombozytenaggregation. Blutungszeit und Thrombozytenaggregation blieben unter 15 mg Vericiguat

allein unverändert.

Die gleichzeitige Verabreichung von Acetylsalicylsäure war nicht mit einem klinisch relevanten Effekt

auf die Exposition (AUC und Cmax) von Vericiguat verbunden.

Warfarin

Die Verabreichung mehrerer Dosen von Vericiguat 10 mg einmal täglich führte bei gesunden Probanden

nicht zu einer Veränderung der Wirkung einer Einzeldosis von 25 mg Warfarin auf die Prothrombinzeit

und die Aktivität der Faktoren II, VII und X.

Die gleichzeitige Verabreichung war nicht mit einem klinisch relevanten Effekt auf die Exposition

(AUC und Cmax) der beiden Arzneimittel verbunden.

Kombination Sacubitril/Valsartan

Die zusätzliche Gabe mehrerer Dosen von Vericiguat 2.5 mg zu mehreren Dosen von

Sacubitril/Valsartan 97/103 mg hatte bei gesunden Probanden im Vergleich zur alleinigen Gabe von

Sacubitril/Valsartan keine zusätzliche Wirkung auf den im Sitzen gemessenen Blutdruck (BD).

Die gleichzeitige Verabreichung war nicht mit einem klinisch relevanten Effekt auf die Exposition

(AUC und Cmax) der beiden Arzneimittel verbunden.

Organische Nitrate

Die gleichzeitige Verabreichung mehrerer auf 10 mg einmal täglich erhöhten Dosen von Vericiguat

führte bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit nicht zu einer signifikanten Änderung der Wirkung von

kurz- und langwirksamen Nitraten (Nitroglycerinspray und Isosorbid-Mononitrat [ISMN] 60 mg mit

veränderter Wirkstofffreisetzung) auf den im Sitzen gemessenen BD. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz

wurde die gleichzeitige Anwendung von kurzwirksamen Nitraten gut vertragen. Zur gleichzeitigen

Anwendung von Vericiguat und langwirksamen Nitraten bei Patienten mit Herzinsuffizienz liegen nur

begrenzte Erfahrungen vor (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft, Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung hochwirksame Verhütungsmethoden

anwenden

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Verquvo bei Schwangeren vor.

Eine Studie an trächtigen Ratten zeigte, dass Vericiguat über die Plazenta auf den Föten übergeht.

Tierexperimentelle Studien haben beim Vorliegen maternaler Toxizität eine Reproduktionstoxizität

gezeigt (siehe Rubrik «Präklinische Daten»).

Verquvo sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Stillzeit

Zum Übergang von Vericiguat in die Muttermilch und zur Wirkung auf das gestillte Kind oder die

Milchproduktion liegen keine Daten vor. Vericiguat wurde in der Milch laktierender Ratten

nachgewiesen (siehe Rubrik «Präklinische Daten»). Es muss eine Entscheidung darüber getroffen

werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Verquvo verzichtet werden

soll oder ob die Behandlung mit Verquvo zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens

für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Wirkung von Vericiguat auf die humane Fruchtbarkeit vor. In einer

Fertilitätsstudie mit männlichen und weiblichen Ratten zeigte Vericiguat keine Beeinträchtigung der

Fertilität und frühen Embryonalentwicklung (siehe Rubrik «Präklinische Daten»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Das Auftreten von symptomatischer Hypotonie wurde berichtet (siehe Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»); dies könnte die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit Maschinen zu bedienen

beeinflussen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Sicherheit von Verquvo bei Patienten mit symptomatischer chronischer Herzinsuffizienz und LVEF

≤45% wurde in der pivotalen Phase-3-Studie VICTORIA evaluiert, bei der Patienten, die mit Verquvo

(bis zu 10 mg einmal täglich; n=2519) oder Placebo (n=2515) behandelt wurden. (siehe Rubrik

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Die mittlere Dauer der Verquvo-Exposition betrug 1 Jahr und die maximale Dauer betrug 2.6 Jahre.

Zu einem Absetzen der Therapie aufgrund einer unerwünschten Wirkung während der

Doppelblindphase der Studie VICTORIA kam es bei 167 Patienten unter Verquvo (6.6 %) und bei

158 Patienten unter Placebo (6.3%).

Die am häufigsten berichtete Nebenwirkung unter Behandlung mit Vericiguat war Hypotonie (16,4%).

Im Verlauf der VICTORIA-Studie war die mittlere Senkung des systolischen Blutdrucks bei Patienten,

die Vericiguat erhielten, im Vergleich zu Placebo um etwa 1 bis 2 mmHg höher. In VICTORIA wurde

bei 16,4% der mit Vericiguat behandelten Patienten eine Hypotonie berichtet, verglichen mit 14,9% der

mit Placebo behandelten Patienten. Eine symptomatische Hypotonie wurde bei 9,1% der mit Vericiguat

behandelten und 7,9% der mit Placebo behandelten Patienten berichtet und bei 1,2% der mit Vericiguat

behandelten Patienten und 1,5% der mit Placebo behandelten Patienten als schwerwiegendes

unerwünschtes Ereignis angesehen.

Die Gesamtinzidenz unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) von Verquvo war mit derjenigen

von Placebo vergleichbar. Die einzelnen UAWs von Verquvo und Placebo in den verschiedenen

Systemorganklassen unterschieden sich nicht signifikant.

Die unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind nach Systemorganklasse und dann entsprechend ihrer

Häufigkeit – die am häufigsten auftretenden zuerst – gemäss der folgenden Konvention aufgeführt: Sehr

häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1'000, <1/100); selten (≥1/10'000, <1/1'000),

sehr selten (<1/10'000), Häufigkeit nicht bekannt: diese unerwünschten Wirkungen wurden in anderen

klinischen Studien als der oben genannten beobachtet, oder sie stammen aus der Postmarketing-

Überwachung. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die unerwünschten Wirkungen in absteigender

Reihenfolge des Schweregrads angegeben.

In Tabelle 1 sind die unerwünschten Arzneimittelwirkungen aufgelistet, die in VICTORIA bei Patienten

unter Verquvo und häufiger als unter Placebo aufgetreten sind.

Tabelle 1: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in VICTORIA bei Patienten unter Verquvo und

häufiger als unter Placebo aufgetreten sind, nach Systemorganklasse (SOC)

Unerwünschte Arzneimittelwirkung

Verquvo

N=2519

n (%)

Placebo

N=2515

n (%)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Anämie*

243 (9.6)

185 (7.4)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

96 (3.8)

67 (2.7)

Dyspepsie

67 (2.7)

27 (1.1)

Erbrechen

56 (2.2)

45 (1.8)

Gastroösophageale Refluxkrankheit 44 (1.7)

17 (0.7)

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindelgefühl

169 (6.7)

150 (6.0)

Kopfschmerzen

86 (3.4)

61 (2.4)

Gefässerkrankungen

Hypotonie†

412 (16.4) 375 (14.9)

* Beinhaltet: Anämie, makrozytäre Anämie, Anämie bei chronischer Krankheit,

autoimmunhämolytische Anämie, Anämie durch Blutverlust, hämolytische Anämie, hypochrome

Anämie, Eisenmangelanämie, mikrozytäre Anämie, nephrogene Anämie, normochrome Anämie,

normochrome normozytäre Anämie, normozytäre Anämie, Panzytopenie, perniziöse Anämie,

Hämatokrit erniedrigt, Hämoglobin erniedrigt und Erythrozytenzahl erniedrigt

† Beinhaltet: Blutdruck erniedrigt, diastolischer Blutdruck erniedrigt, systolischer Blutdruck erniedrigt,

Hypotonie und Orthostasesyndrom

Kardiale Elektrophysiologie

In einer speziellen QT-Studie an Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit verlängerte die

Verabreichung von 10 mg Vericiguat im Steady State das QT-Intervall nicht in klinisch relevantem

Ausmass, d.h. die maximale mittlere Verlängerung des QTcF-Intervalls lag nicht über 6 ms (Obergrenze

für das 90%-KI <10 ms).

Es wurden keine supratherapeutischen Expositionen getestet. Die integrierte Risikobewertung nicht-

klinischer und klinischer Daten zeigte keine klinisch bedeutsame QTc-Verlängerung bei einer

Verabreichung von 10 mg Vericiguat.

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder

schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System)

anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Symptome

Für eine Überdosierung bei Patienten, die mit Vericiguat behandelt wurden, liegen nur begrenzte Daten

vor. In VICTORIA wurden Dosen bis zu 10 mg untersucht. In einer Studie an HF-Patienten mit

erhaltener Auswurfsfraktion (LVEF ≥45%) wurden die untersuchten Mehrfachdosen von Vericiguat

15 mg generell gut vertragen. Eine Überdosierung kann zu Hypotonie führen.

Behandlung

Es ist eine symptomatische Behandlung anzuwenden. Aufgrund seiner hohen Plasmaproteinbindung ist

nicht zu erwarten, dass Vericiguat dialysierbar ist.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code

C01DX22

Wirkungsmechanismus

Vericiguat ist ein Stimulator der löslichen Guanylatcyclase (sGC). Herzinsuffizienz ist mit einer Störung

der Stickstoffmonoxid (NO)-Synthese und einer verminderten Aktivität des NO-Rezeptors sGC

assoziiert. Die lösliche Guanylatcyclase katalysiert die Synthese von intrazellulärem zyklischem

Guanosinmonophosphat (cGMP), einem wichtigen Signalmolekül, welches wichtige physiologische

Prozesse wie Herzkontraktilität, Gefässtonus und kardiales Remodeling reguliert. Ein Mangel an cGMP,

das durch sGC katalysiert wird, trägt zur myokardialen und vaskulären Dysfunktion bei. Vericiguat stellt

den entsprechenden Ausfall im Signalpfad durch direkte Stimulation der sGC unabhängig von und

synergistisch mit NO wieder her, damit die Konzentration an intrazellulärem cGMP ansteigt, um sowohl

die myokardiale als auch die vaskuläre Funktion zu fördern. Der zusätzliche kardiovaskuläre Nutzen von

Vericiguat bei Patienten mit Herzinsuffizienz ist daher auf die aktive Beseitigung der Störung im NO-

sGC-cGMP-Signalweg zurückzuführen, welcher für die Progression der Herzinsuffizienz verantwortlich

ist.

Pharmakodynamik

Die pharmakodynamischen Wirkungen von Vericiguat wurden nach einmaliger und wiederholter Gabe

an gesunde Probanden und Patienten mit Herzinsuffizienz beurteilt. Die Wirkungen entsprechen dem

Wirkmechanismus eines sGC-Stimulators und führen zu einer Relaxation der glatten Muskulatur und

Vasodilatation. Im Lauf der VICTORIA-Studie sank der systolische Blutdruck bei Patienten unter

Vericiguat um etwa 1 bis 2 mmHg mehr als in der Placebogruppe.

In einer 12-wöchigen placebokontrollierten Dosisfindungsstudie (SOCRATES-REDUCED) an Patienten

mit Herzinsuffizienz führte Vericiguat als Zusatz zur Standardtherapie im Vergleich zu Placebo zu einer

dosisabhängigen Reduktion der NT-proBNP-Konzentration, einem Biomarker der Herzinsuffizienz. In

VICTORIA war die geschätzte Reduktion der NT-proBNP-Konzentration zwischen Baseline und

Woche 32 bei Patienten unter Vericiguat grösser als in der Placebogruppe.

Klinische Wirksamkeit

VICTORIA

Bei VICTORIA handelte es sich um eine randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde,

ereignisgesteuerte, multizentrische Parallelgruppenstudie zum Vergleich von Verquvo und Placebo an

5050 erwachsenen Patienten mit symptomatischer chronischer Herzinsuffizienz (NYHA -Klasse II-IV)

und einer linksventrikulären Auswurfsfraktion ≤45% nach Verschlechterung der Herzinsuffizienz

(Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz innerhalb der letzten 6 Monate vor Randomisierung

oder ambulante Anwendung von i.v. Diuretika zur Therapie der Herzinsuffizienz innerhalb der letzten

3 Monate vor Randomisierung).

Der zusammengesetzte primäre Endpunkt bestand aus kardiovaskulär (KV) bedingtem Tod oder

Hospitalisation aufgrund von Herzinsuffizienz (HF) (Zeit bis zum ersten Auftreten).

Die Behandlung wurde mit 2.5 mg Vericiguat einmal täglich eingeleitet und abhängig von der

Verträglichkeit in etwa 2-wöchigen Abständen auf 5 mg einmal täglich und anschliessend auf 10 mg

einmal täglich erhöht. 90% der Gruppe unter Vericiguat erhielten bis zum Ende der Studie die

angestrebte Zieldosis von 10 mg.

Die mediane Nachbeobachtungszeit für den primären Endpunkt betrug 11 Monate.

Das Durchschnittsalter lag bei 67 Jahren. Bei der Randomisierung waren 59% der Patienten in NYHA-

Klasse II, 40% in NYHA-Klasse III und 1% in NYHA-Klasse IV. Die mittlere linksventrikuläre

Auswurfsfraktion (LVEF) betrug 29%. Zum Zeitpunkt der Randomisierung betrug die mittlere eGFR

62 ml/min/1.73 m2; 10% der Patienten hatten eine eGFR ≤30 ml/min/1.73 m2. In VICTORIA wurden

67% der Patienten innerhalb von 3 Monaten nach dem Index-Ereignis HF-Hospitalisierung

aufgenommen; 17% wurden innerhalb von 3 bis 6 Monaten nach einem solchen Ereignis und 16%

innerhalb von 3 Monaten nach ambulanter Behandlung einer sich verschlechternden HF mit i.v.

Diuretika aufgenommen. Die mediane NT-proBNP-Konzentration zum Zeitpunkt der Randomisierung

betrug 2816 pg/ml.

Vor der Studienteilnahme waren die Patienten durch eine Therapie entsprechend dem

Versorgungsstandard, u.a. mit ACE-Hemmern/ARB (73%), Betablockern (93%),

Mineralokortikoidantagonisten (70%) und einer Kombination aus einem Angiotensin-Rezeptor-Blocker

und einem Neprilysin-Inhibitor (ARNI; 15%) eingestellt. 28% hatten einen implantierten Defibrillator

und 15% einen biventrikulären Schrittmacher. 91% der Patienten wurden mit 2 oder mehreren

Arzneimitteln (Betablocker, RAS [Renin-Angiotensin-System] -Inhibitoren oder MRA) gegen

Herzinsuffizienz behandelt und 60% erhielten alle 3 Medikationen.

Verquvo senkte gegenüber Placebo das Risiko für KV-Tod oder Hospitalisierung signifikant (Hazard

Ratio [HR]: 0.90, 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0.82-0.98; p=0.019). Im Verlauf der Studie kam es

unter Vericiguat zu einer jährlichen absoluten Risikoreduktion (ARR) von 4.2% im Vergleich zu

Placebo (NNT=24 für 1 Jahr); siehe Tabelle 2.

Tabelle 2: Behandlungseffekt für den primären kombinierten Endpunkt, seine Komponenten und die

sekundären Endpunkte

Verquvo

N=2526

Placebo

N=2524

Therapievergleich

n (%)

Jährliche

Ereignisrate

(%)*

n (%)

Jährliche

Ereignisrate

(%)*

Hazard

Ratio

(95%-

KI)†

Wert‡

Jährliche

ARR (%)§

Primärer Endpunkt

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