Verapamil Sandoz 240mg Retardtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Verapamilhydrochlorid
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
ATC-Code:
C08DA01
INN (Internationale Bezeichnung):
verapamil hydrochloride
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Verapamilhydrochlorid 240.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
33984.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten

Wirkstoff: Verapamilhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Verapamil Sandoz und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Verapamil Sandoz beachten?

Wie ist Verapamil Sandoz einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Verapamil Sandoz aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1

Was ist Verapamil Sandoz und wofür wird es angewendet?

Verapamil Sandoz ist ein Mittel zur Behandlung von Herzerkrankungen, die mit einer

unzureichenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels einhergehen, sowie zur Behandlung

bestimmter Störungen der Herzschlagfolge und zur Behandlung von Bluthochdruck.

Verapamil Sandoz wird angewendet bei

Beschwerden (z. B. Schmerzen oder Engegefühl im Brustbereich) bei Zuständen mit

unzureichender Sauerstoffversorgung des Herzmuskels (Angina pectoris)

bei Belastung: chronisch stabile Angina pectoris (Belastungsangina)

in Ruhe: instabile Angina pectoris (Crescendoangina, Ruheangina)

durch Gefäßverengung: vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-

Angina)

Angina pectoris bei Zustand nach Herzinfarkt bei Patienten ohne Herzmuskelschwäche

(Herzinsuffizienz), wenn eine Behandlung mit Betarezeptorenblocker nicht angezeigt

Störungen der Herzschlagfolge bei

anfallsweise auftretender, vom Herzvorhof ausgehender beschleunigter

Herzschlagfolge (paroxysmaler supraventrikulärer Tachykardie)

Vorhofflimmern/Vorhofflattern (Herzrhythmusstörungen infolge einer krankhaft

erhöhten Vorhoferregung) mit schneller AV-Überleitung (außer bei WPW-Syndrom

oder Lown-Ganong-Levine-Syndrom; siehe Abschnitt 2 „Verapamil Sandoz darf nicht

eingenommen werden“)

Bluthochdruck

2

Was sollten Sie vor der Einnahme von Verapamil Sandoz beachten?

Verapamil Sandoz darf nicht eingenommen werden, wenn

Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Verapamilhydrochlorid oder einen

der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Sie einen Herz-Kreislauf-Schock erlitten haben.

bei Ihnen höhergradige Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Sinusknoten

und Herzvorhof (SA-Block II. und III. Grades) auftreten, außer wenn Sie einen

Herzschrittmacher tragen.

bei Ihnen höhergradige Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Herzvorhof und

Herzkammern (AV-Block II. und III. Grades) auftreten, außer wenn Sie einen

Herzschrittmacher tragen.

Sie unter einem Sinusknotensyndrom (Herzrhythmusstörungen infolge gestörter Funktion

des Sinusknotens) leiden, z. B. verlangsamter Herzschlag auf weniger als 60 Schläge pro

Minute oder im Wechsel auftretender verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag oder

Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Sinusknoten und Herzvorhof oder

Ausfall der Reizbildung im Sinusknoten (Sinusbradykardie, Bradykardie-Tachykardie-

Syndrom, SA-Blockierungen oder Sinusarrest), außer wenn Sie einen Herzschrittmacher

tragen.

Sie unter einer Herzmuskelschwäche (mit einer reduzierten Auswurffraktion von weniger

als 35 % und/oder einem Verschlussdruck von mehr als 20 mmHg) leiden (sofern nicht

Folge einer supraventrikulären Tachykardie, die auf Verapamil anspricht).

Sie unter Vorhofflimmern/-flattern (Herzrhythmusstörungen infolge einer krankhaft

erhöhten Vorhoferregung) und gleichzeitigem Vorliegen eines WPW (anfallsweise

auftretender beschleunigter Herzschlag durch beschleunigte Erregungsleitung zwischen

Herzvorhof und Herzkammer über ein zusätzlich vorhandenes Erregungsleitungssystem)

oder Lown-Ganong-Levine-Syndroms leiden: Es besteht dann ein erhöhtes Risiko für die

Auslösung eines beschleunigten Herzschlags in den Herzkammern (Kammertachykardie)

einschließlich Kammerflimmern.

Sie bereits ein Arzneimittel mit Ivabradin zur Behandlung bestimmter Herzerkrankungen

einnehmen.

Die gleichzeitige intravenöse Gabe von Betarezeptorenblockern darf bei Patienten während

der Behandlung mit Verapamil Sandoz nicht erfolgen (Ausnahme Intensivmedizin).

Es gibt keine Daten über die Anwendung von Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten bei

Kindern und Jugendlichen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Verapamil Sandoz einnehmen,

wenn

Sie kürzlich einen akuten Herzinfarkt mit Komplikationen, z. B. verlangsamtem Herzschlag

(Bradykardie), ausgeprägtem Blutdruckabfall (Hypotonie) oder einer

Herzmuskelschwäche des linken Herzens (Linksherzinsuffizienz), erlitten haben.

bei Ihnen leichtere Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Herzvorhof und

Herzkammern (AV-Block I. Grades) auftreten.

Sie niedrigen Blutdruck (systolisch unter 90 mmHg) haben.

Sie einen Ruhepuls unter 50 Schlägen pro Minute (Bradykardie) haben.

bei Ihnen eine stark eingeschränkte Leberfunktion vorliegt.

Sie an einer Erkrankung mit beeinträchtigter Übertragung von Nervenimpulsen auf die

Muskulatur (wie Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom, fortgeschrittene Duchenne-

Muskeldystrophie) leiden.

Wie in Vergleichsstudien zuverlässig gezeigt wurde, hat die beeinträchtigte Nierenfunktion

bei Patienten mit Nierenversagen im Endstadium keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik

von Verapamil, d. h. auf die Vorgänge, denen Verapamil im Körper unterworfen ist. Trotzdem

legen einzelne Fallberichte nahe, dass Verapamil bei Patienten mit beeinträchtigter

Nierenfunktion nur mit Vorsicht und unter sorgfältiger Überwachung angewendet werden

sollte. Verapamil kann nicht mittels Blutwäsche (Hämodialyse) entfernt werden.

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen

ärztlichen Kontrolle.

Einnahme von Verapamil Sandoz zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die Wirkung nachfolgend genannter Wirkstoffe bzw. Präparategruppen kann bei

gleichzeitiger Behandlung mit Verapamil Sandoz beeinflusst werden:

Wirkstoffe gegen Herzrhythmusstörungen (z. B. Flecainid, Disopyramid),

Betarezeptorenblocker (z. B. Metoprolol, Propranolol), Arzneimittel zur

Inhalationsnarkose

Gegenseitige Verstärkung der Herz-Kreislauf-Wirkungen (höhergradige AV-Blockierungen,

höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzmuskelschwäche, verstärkte

Blutdrucksenkung).

Die gleichzeitige intravenöse Gabe von Betarezeptorenblockern darf bei Patienten während

der Behandlung mit Verapamil Sandoz nicht erfolgen (Ausnahme Intensivmedizin).

Blutdrucksenkende Arzneimittel, harntreibende Arzneimittel (Diuretika),

gefäßerweiternde Arzneimittel (Vasodilatatoren)

Verstärkung des blutdrucksenkenden Effekts.

Digoxin, Digitoxin (Wirkstoffe zur Erhöhung der Herzkraft)

Erhöhung der Digoxin- bzw. Digitoxin-Konzentration im Blut aufgrund verminderter

Ausscheidung über die Nieren. Deshalb sollte vorsorglich auf Anzeichen einer

Überdosierung dieser Wirkstoffe geachtet werden und, falls notwendig, ihre Dosis vom Arzt

reduziert werden (eventuell nach Bestimmung ihrer Konzentration im Blut).

Chinidin (Wirkstoff gegen Herzrhythmusstörungen)

Verstärkter Blutdruckabfall ist möglich; bei Patienten mit einer bestimmten Herzerkrankung

(hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie) kann das Auftreten eines Lungenödems

(abnorme Flüssigkeitsansammlung in der Lunge) möglich sein; Erhöhung der Konzentration

von Chinidin im Blut.

Carbamazepin (Wirkstoff zur Behandlung epileptischer Krampfanfälle)

Carbamazepin-Wirkung wird verstärkt, Zunahme der nervenschädigenden Nebenwirkung.

Die Verapamilhydrochlorid-Konzentration im Blut wird gesenkt, Abschwächung der Wirkung

von Verapamilhydrochlorid.

Lithium (Wirkstoff gegen Depressionen)

Wirkungsabschwächung von Lithium, Erhöhung der nervenschädigenden Nebenwirkung.

Muskelrelaxanzien (Arzneimittel zur Muskelerschlaffung)

Mögliche Wirkungsverstärkung durch Verapamil Sandoz.

Acetylsalicylsäure (Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen und gegen die Bildung

von Blutgerinnseln)

Verstärkte Blutungsneigung.

Doxorubicin (Wirkstoff zur Tumorbehandlung)

Bei gleichzeitiger Anwendung von Doxorubicin und Verapamil in oraler Darreichungsform

wird die Doxorubicin-Konzentration im Blut (Bioverfügbarkeit und maximaler Plasmaspiegel)

bei Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom erhöht. Bei Patienten in fortgeschrittenem

Tumorstadium wurden keine signifikanten Änderungen der Pharmakokinetik von Doxorubicin

bei gleichzeitiger intravenöser Anwendung von Verapamil beobachtet.

Colchicin (Wirkstoff zur Gichtbehandlung)

Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und Colchicin kann der Plasmaspiegel von

Colchicin erhöht werden.

Ethanol (Alkohol)

Verzögerung des Ethanol-Abbaus und Erhöhung der Konzentration von Ethanol im Blut,

somit Verstärkung der Alkoholwirkung durch Verapamil Sandoz.

Fungistatika (Wirkstoffe zur Behandlung von Pilzerkrankungen wie z. B. Clotrimazol,

Ketoconazol oder Itraconazol), Proteasehemmstoffe (Wirkstoffe zur Behandlung von

HIV wie z. B. Ritonavir oder Indinavir), Wirkstoffe zur Behandlung von Infektionen

(Makrolide, z. B. Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin), Cimetidin (Wirkstoff

zur Senkung der Magensäureproduktion), Almotriptan (Wirkstoff zur Behandlung von

Migräne), Imipramin (Wirkstoff zur Behandlung von Depressionen), Glibenclamid

(Wirkstoff zur Behandlung einer Zuckererkrankung), Benzodiazepine und andere

Anxiolytika (Arzneimittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen, z. B. Buspiron,

Midazolam)

Erhöhung der Verapamilhydrochlorid-Konzentration und/oder der Konzentration dieser

Arzneimittel im Blut durch (gegenseitige) Beeinflussung des Abbaus.

Phenytoin, Phenobarbital, Rifampicin (Wirkstoff zur Tuberkulosebehandlung),

Arzneimittel zur Steigerung der Harnsäureausscheidung (Urikosurika, z. B.

Sulfinpyrazon), Johanniskrautextrakt-Präparate

Senkung der Verapamilhydrochlorid-Konzentration im Blut und Abschwächung der Wirkung

von Verapamilhydrochlorid.

Antiarrhythmika (Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen wie z. B. Amiodaron),

Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus, Tacrolimus (Wirkstoffe zur Unterdrückung der

Immunabwehr), Theophyllin (Wirkstoff zur Asthmabehandlung), Prazosin (Wirkstoff

zur Behandlung des Bluthochdrucks), Terazosin (Wirkstoff zur Behandlung von

Blasenentleerungsstörungen bei Vergrößerung der Prostata)

Erhöhung der Konzentration dieser Arzneimittel im Blut.

HMG-CoA-Reduktase-Hemmer („Statine“; Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfette)

Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und HMG-CoA-Reduktase-Hemmern (z. B.

Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin) kann die Konzentration dieser Arzneimittel im Blut

erhöht sein.

Bei Patienten, die Verapamil einnehmen, sollte daher die Behandlung mit einem HMG-CoA-

Reduktase-Hemmer (z. B. Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin) mit der geringsten

möglichen Dosis begonnen und hochtitriert werden. Wird eine Behandlung mit Verapamil zu

einer bestehenden Therapie mit HMG-CoA-Reduktase-Hemmern (z. B. Simvastatin,

Atorvastatin oder Lovastatin) hinzugefügt, sollte an eine Reduktion der Statin-Dosis gedacht

werden, wobei gegen die Serum-Cholesterin-Konzentration zurück zu titrieren ist.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und Simvastatin in höheren Dosen ist das

Risiko für eine Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie) oder einem Zerfall von

Muskelzellen (Rhabdomyolyse) erhöht. Die Simvastatindosis sollte entsprechend den

Herstellerangaben angepasst werden.

Fluvastatin, Pravastatin und Rosuvastatin werden nicht über das Cytochrom-P450-Isoenzym

3A4 metabolisiert. Eine Wechselwirkung mit Verapamil ist weniger wahrscheinlich.

Dabigatran (Arzneimittel zur Verhinderung von Blutgerinnseln)

Verapamil Sandoz sollte nicht zusammen mit einem der oben genannten Arzneimittel bzw.

Wirkstoffe angewendet werden, ohne dass Ihr Arzt ausdrücklich die Anweisung gegeben hat.

Einnahme von Verapamil Sandoz zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken

und Alkohol

Während der Einnahme von Verapamil Sandoz sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken,

da die Alkoholwirkung durch Verapamil Sandoz verstärkt wird.

Während der Einnahme von Verapamil Sandoz sollten Sie keine grapefruithaltigen Speisen

und Getränke zu sich nehmen. Grapefruit kann die Konzentration von

Verapamilhydrochlorid im Blut erhöhen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Verapamilhydrochlorid, der Wirkstoff aus Verapamil Sandoz, ist plazentagängig. Es liegen

keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Verapamilhydrochlorid während

der Schwangerschaft vor. Daten über eine begrenzte Anzahl von oral behandelten

Schwangeren lassen jedoch nicht auf fruchtschädigende Wirkungen von

Verapamilhydrochlorid schließen. Tierstudien haben schädliche Auswirkungen von

Verapamil Sandoz auf die Nachkommen gezeigt.

Daher sollten Sie Verapamil Sandoz in den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft nicht

einnehmen. In den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft dürfen Sie Verapamil Sandoz nur

einnehmen, wenn Ihr Arzt dies unter Berücksichtigung des Risikos für Mutter und Kind für

zwingend erforderlich hält.

Stillzeit

Verapamil geht in die Muttermilch über. Begrenzte Humandaten nach oraler Einnahme

haben gezeigt, dass der Säugling nur eine geringe Wirkstoffmenge aufnimmt (0,1-1 % der

mütterlichen Dosis) und daher die Einnahme von Verapamil mit dem Stillen möglicherweise

vereinbar ist.

Ein Risiko für das Neugeborene/den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden.

Wegen der Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen beim Säugling sollte Verapamil

während der Stillzeit jedoch nur dann verwendet werden, wenn dies für das Wohlergehen

der Mutter unbedingt notwendig ist.

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Verapamilhydrochlorid in Einzelfällen die Prolaktin-

Sekretion steigern und eine spontane Milchabsonderung auslösen kann.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Verapamil Sandoz kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen

so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum

Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt

in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel oder zu

Beginn einer Zusatzmedikation sowie im Zusammenwirken mit Alkohol. Verapamil Sandoz

kann möglicherweise den Blutspiegel von Alkohol erhöhen und seine Elimination

verlangsamen, wodurch die Alkohol-Effekte verstärkt werden können.

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten enthalten Lactose. Bitte nehmen Sie dieses

Arzneimittel daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass

Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3

Wie ist Verapamil Sandoz einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder

Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind.

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Verapamil Sandoz nicht anders

verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Verapamil Sandoz

sonst nicht richtig wirken kann.

Verapamilhydrochlorid, der Wirkstoff von Verapamil Sandoz, ist individuell, dem

Schweregrad der Erkrankung angepasst, zu dosieren. Nach langjähriger klinischer Erfahrung

liegt die durchschnittliche Dosis bei allen Anwendungsgebieten zwischen 240 mg und 360

mg pro Tag.

Eine Tagesdosis von 480 mg sollte als Dauertherapie nicht überschritten werden; eine

kurzfristige Erhöhung ist möglich.

Die empfohlene Dosis beträgt

Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht

Beschwerden bei Zuständen mit unzureichender Sauerstoffversorgung des Herzmuskels

(Angina pectoris)

Die empfohlene Dosierung liegt bei 240-480 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag in 2

Einzeldosen, entsprechend 2-mal täglich ½-1 Retardtablette Verapamil Sandoz

(entsprechend 240-480 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag).

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten wird angewendet, sofern mit niedrigeren Dosen

(z. B. 240 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag) keine ausreichende Wirkung erzielt wurde.

Bluthochdruck

Die empfohlene Dosierung liegt bei 240-480 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag in 1-2

Einzeldosen, entsprechend 1-mal täglich morgens 1 Retardtablette Verapamil Sandoz

(entsprechend 240 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag).

Bei unzureichender Wirksamkeit zusätzlich ½-1 Retardtablette Verapamil Sandoz 240 mg

Retardtablettenabends (entsprechend 360-480 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag).

Störungen der Herzschlagfolge (paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie,

Vorhofflimmern/Vorhofflattern mit schneller AV-Überleitung [außer bei WPW-Syndrom])

Die empfohlene Dosierung liegt bei 240-480 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag in 2

Einzeldosen, entsprechend 2-mal täglich ½-1 Retardtablette Verapamil Sandoz

(entsprechend 240-480 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag).

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten wird angewendet, sofern mit niedrigeren Dosen

(z. B. 240 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag) keine ausreichende Wirkung erzielt wurde.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Die derzeit verfügbaren Informationen werden im Abschnitt „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“ beschrieben.

Verapamil Sandoz sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion mit Vorsicht und

unter engmaschiger Beobachtung angewendet werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird in Abhängigkeit vom Schweregrad

wegen eines verlangsamten Arzneimittelabbaus die Wirkung von Verapamilhydrochlorid

verstärkt und verlängert. Deshalb sollte in derartigen Fällen die Dosierung vom Arzt mit

besonderer Sorgfalt eingestellt und mit niedrigen Dosen begonnen werden (z. B. bei

Patienten mit Leberfunktionsstörungen zunächst 2-3-mal täglich 40 mg

Verapamilhydrochlorid, entsprechend 80-120 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag). Siehe

auch Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“.

Art und Dauer der Anwendung

Zum Einnehmen

Nehmen Sie Verapamil Sandoz bitte ungelutscht und unzerkaut mit ausreichend

Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser, kein Grapefruitsaft!) am besten zu oder kurz nach den

Mahlzeiten ein.

Verapamil Sandoz bitte nicht im Liegen einnehmen.

Falls Ihnen Verapamil Sandoz wegen Schmerzen und Engegefühl (Angina pectoris) nach

einem Herzinfarkt verordnet wurde, dürfen Sie mit der Einnahme erst 7 Tage nach dem

akuten Infarktereignis beginnen.

Die Dauer der Einnahme ist nicht begrenzt, sie wird vom behandelnden Arzt bestimmt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Verapamil Sandoz zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Verapamil Sandoz eingenommen haben, als Sie

sollten

Folgende Anzeichen und Symptome einer versehentlichen oder beabsichtigten Einnahme zu

großer Mengen von Verapamil Sandoz können auftreten:

schwerer Blutdruckabfall

Herzmuskelschwäche

Herzrhythmusstörungen (z. B. verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag, Störungen

der Erregungsausbreitung im Herzen), die zum Herz-Kreislauf-Schock und Herzstillstand

führen können

Bewusstseinstrübung bis zum Koma

Erhöhung des Blutzuckers

Absinken der Kalium-Konzentration im Blut

Abfall des pH-Wertes im Blut (metabolische Azidose)

Sauerstoffmangel im Körpergewebe (Hypoxie)

Herz-Kreislauf-Schock mit Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem)

Beeinträchtigung der Nierenfunktion

Krämpfe

Über Todesfälle wurde gelegentlich berichtet.

Beim Auftreten der oben genannten Symptome ist sofort ein Arzt/Notarzt zu benachrichtigen,

der die erforderlichen Maßnahmen einleitet.

Wenn Sie die Einnahme von Verapamil Sandoz vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben, sondern führen Sie die Einnahme wie in der Dosierungsanleitung beschrieben bzw.

von Ihrem Arzt verordnet fort.

Wenn Sie die Einnahme von Verapamil Sandoz abbrechen

Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Verapamil Sandoz nicht, ohne dies

vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.

Eine Beendigung der Behandlung mit Verapamil Sandoz sollte nach längerer Behandlung

grundsätzlich nicht plötzlich, sondern ausschleichend erfolgen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Nebenwirkungen aus klinischen Studien mit Verapamil und aus Beobachtungen nach

Markteinführung

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Überempfindlichkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel- bzw. Benommenheitsgefühl, Kopfschmerzen, Neuropathie

(Erkrankungen des Nervensystems)

Selten: Missempfindungen wie Kribbeln Taubheits- und Kältegefühl in den Gliedmaßen

(Parästhesie); Zittern (Tremor)

Nicht bekannt: Störungen des unwillkürlichen Bewegungsablaufs (Extrapyramidale

Symptome), Paralyse (Tetraparese)1, Krämpfe

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Verminderung der Glukosetoleranz

Nicht bekannt: Zu hohe Kaliumkonzentration im Blut (Hyperkaliämie)

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Nervosität

Selten: Schläfrigkeit/Benommenheit/Bewusstseinstrübung (Somnolenz)

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Selten: Ohrgeräusche (Tinnitus)

Nicht bekannt: Schwindel (Vertigo)

Herzerkrankungen

Häufig: verlangsamte Herzschlagfolge (Bradykardie), Entstehung einer

Herzmuskelschwäche bzw. Verschlimmerung einer vorbestehenden Herzmuskelschwäche,

übermäßiger Blutdruckabfall und/oder Beschwerden durch Blutdruckabfall beim Wechsel der

Körperlage vom Liegen oder Sitzen zum Stehen (orthostatische Regulationsstörungen)

Gelegentlich: Herzklopfen (Palpitationen), beschleunigte Herzschlagfolge (Tachykardie)

Nicht bekannt: schwere Erregungsleitungsstörungen im Herzen (AV-Block [I., II., III.

Grades]), Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Sinusstillstand, Sinusbradykardie,

Herzstillstand (Asystolie)

Gefäßerkrankungen

Häufig: Flush (Gesichtsrötung mit Wärmegefühl), Hypotonie (erniedrigter Blutdruck)

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nicht bekannt: Verkrampfung der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmus), Kurzatmigkeit

(Dyspnoe)

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Häufig: Verstopfung, Übelkeit

Gelegentlich: Bauchschmerzen

Selten: Erbrechen

Nicht bekannt: Abdominale Beschwerden, Zahnfleischwucherung (Gingivahyperplasie);

Darmverschluss (Ileus)

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Wahrscheinlich allergisch bedingte Leberentzündung (Hepatitis) mit Erhöhung

der leberspezifischen Enzyme.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: schmerzhafte Rötungen und Schwellungen der Gliedmaßen (Erythromelalgie)

Selten: verstärktes Schwitzen (Hyperhidrose)

Sehr selten: sonnenbrandähnliche Hautreaktionen (Photodermatitis)

Nicht bekannt: Gewebeschwellungen, vor allem im Gesichtsbereich (Angioödem), schwere

allergische Hautreaktion mit schwerer Störung des Allgemeinbefindens, Stevens-Johnson-

Syndrom), Erythema multiforme, Haarausfall (Alopezie), Juckreiz (Pruritus), Punkt- oder

fleckenförmige Haut- bzw. Schleimhautblutungen (Purpura), Hautausschlag mit Flecken und

Papeln (makulo-papulöse Exantheme), Nesselsucht (Urtikaria)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten: Verschlimmerung bestimmter Muskelerkrankungen (Myasthenia gravis,

Lambert-Eaton-Syndrom, fortgeschrittene Duchenne-Muskeldystrophie

Nicht bekannt: Gelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschwäche, Muskelschmerzen (Myalgie)

Erkrankungen der Niere und Harnwege

Nicht bekannt: Niereninsuffizienz

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Nicht bekannt: Impotenz (erektile Dysfunktion), Milchfluss (Galaktorrhoe), Vergrößerung der

männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Knöchelödeme (periphere Ödeme)

Gelegentlich: Müdigkeit

Untersuchungen

Nicht bekannt: Prolaktinwerte im Blut erhöht

Es gab einen einzelnen Postmarketing-Bericht über Lähmungen (Paralyse; und zwar Schwäche in

Armen und Beinen (Tetraparese)) in Verbindung mit der gemeinsamen Anwendung von Verapamil

(Wirkstoff in Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten) und Colchicin (Wirkstoff zur

Gichtbehandlung).

Hinweis

Bei Patienten mit Herzschrittmacher kann eine Funktionsbeeinflussung unter

Verapamilhydrochlorid nicht ausgeschlossen werden.

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie

Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen weiteren

Maßnahmen entscheiden kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5

Wie ist Verapamil Sandoz aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis nach

„verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Nicht über 25 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten enthält

Der Wirkstoff ist: Verapamilhydrochlorid.

1 Retardtablette enthält 240 mg Verapamilhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Mikrokristalline Cellulose, Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Macrogol 4000,

Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Natriumalginat, Povidon (K 25), hochdisperses Siliciumdioxid,

Titandioxid (E 171), Chinolingelb, (E 104), Indigocarmin (E 132)

Wie Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten aussieht und Inhalt der Packung

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten sind hellgrüne, längliche, beidseitig leicht

gewölbte Retardtabletten mit beidseitiger Bruchkerbe.

Die Retardtabletten können in gleiche Dosen geteilt werden.

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten ist in Blisterpackungen mit 30, 50 und 100

Retardtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2016.

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Verapamil Sandoz® 40 mg Filmtabletten

Verapamil Sandoz® 80 mg Filmtabletten

Verapamil Sandoz® 120 mg Filmtabletten

Verapamil Sandoz® 240 mg Retardtabletten

Verapamilhydrochlorid

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Verapamil Sandoz 40 mg

1 Filmtablette enthält 40 mg Verapamilhydrochlorid.

Verapamil Sandoz 80 mg

1 Filmtablette enthält 80 mg Verapamilhydrochlorid.

Verapamil Sandoz 120 mg

1 Filmtablette enthält 120 mg Verapamilhydrochlorid.

Verapamil Sandoz 240 mg

1 Retardtablette enthält 240 mg Verapamilhydrochlorid.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Verapamil Sandoz 40/- 80/- 120 mg

Filmtablette

Verapamil Sandoz 40 mg

ist eine weiße, runde, bikonvexe Filmtablette.

Verapamil Sandoz 80 mg

ist eine weiße, runde, bikonvexe Filmtabletten mit einseitiger Bruchkerbe.

Die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Verapamil Sandoz 120 mg

ist eine weiße, runde, bikonvexe Filmtabletten mit einseitiger Bruchkerbe.

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Filmtablette für ein erleichtertes Schlucken und nicht zum Teilen

in gleiche Dosen.

Verapamil Sandoz 240 mg

Retardtablette

Verapamil Sandoz 240 mg

ist eine hellgrüne, längliche, bikonvexe Retardtablette

mit beidseitiger Bruchkerbe.

Die Retardtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Symptomatische koronare Herzkrankheit:

chronisch stabile Angina pectoris (Belastungsangina)

instabile Angina pectoris (Crescendoangina, Ruheangina)

vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)

Angina pectoris bei Zustand nach Myokardinfarkt bei Patienten ohne Herzinsuffizienz, wenn

Betarezeptorenblocker nicht angezeigt sind.

Störungen der Herzschlagfolge bei:

paroxysmaler supraventrikulärer Tachykardie

Vorhofflimmern/Vorhofflattern mit schneller AV-Überleitung (außer bei WPW-Syndrom oder Lown-

Ganong-Levine-Syndrom, siehe unter Abschnitt 4.3).

Hypertonie

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Verapamilhydrochlorid, der Wirkstoff von Verapamil Sandoz, ist individuell, dem Schweregrad der

Erkrankung angepasst, zu dosieren. Nach langjähriger klinischer Erfahrung liegt die durchschnittliche Dosis

bei fast allen Indikationen zwischen 240 mg und 360 mg pro Tag.

Eine Tagesdosis von 480 mg sollte als Dauertherapie nicht überschritten werden; eine kurzfristige Erhöhung

ist möglich.

Soweit nicht anders verordnet, gelten folgende Dosierungsrichtlinien:

DOSIERUNG

Verapamil Sandoz 40 mg

Verapamil Sandoz 80 mg

Verapamil Sandoz 120 mg

Filmtabletten

Verapamil Sandoz 240 mg

Retardtablette

Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht

Koronare

Herzkrankheit

Empfohlene Dosierung:

1,2

(120)-240-480 mg

Verapamilhydrochlorid

pro Tag in 3-4 Einzeldosen

Empfohlene Dosierung:

3

240-480 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag in 2 Einzeldosen

Hypertonie

Empfohlene Dosierung:

1,2

(120)-240-360 mg

Verapamilhydrochlorid

pro Tag in 3 Einzeldosen

Empfohlene Dosierung:

240-480 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag

in 1-2 Einzeldosen

(1 Einzeldosis morgens; bei unzureichender Wirksamkeit zusätzlich 1

Einzeldosis abends)

Paroxysmale,

supraventrikuläre

Tachykardie,

Vorhofflimmern/

Vorhofflattern

Empfohlene Dosierung:

1,2

(120)-240-480 mg

Verapamilhydrochlorid pro

Tag in 3-4 Einzeldosen

Empfohlene Dosierung:

3

240-480 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag in 2 Einzeldosen

Kinder (Nur bei Störungen der Herzschlagfolge)

Ältere

Vorschulkinder

bis 6 Jahre

Empfohlene Dosierung:

80-120 mg

Verapamilhydrochlorid

pro Tag in 2-3 Einzeldosen

Schulkinder

6

14 Jahre

Empfohlene Dosierung:

4

80-360 mg

Verapamilhydrochlorid

pro Tag in 2–4 Einzeldosen

1

Die Anwendung von Verapamil Sandoz 40 mg Filmtabletten ist angezeigt bei Patienten, bei denen eine ausreichende

Wirksamkeit bereits nach niedrigen Dosen erwartet werden kann (z. B. bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder

älteren Patienten).

2

Verapamil Sandoz 120 mg Filmtabletten wird angewendet, sofern mit niedrigeren Dosen (z. B. 240 mg

Verapamilhydrochlorid pro Tag) keine ausreichende Wirkung erzielt wurde.

3

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten wird angewendet, sofern mit niedrigeren Dosen (z. B. 240 mg

Verapamilhydrochlorid pro Tag) keine ausreichende Wirkung erzielt wurde.

4

Verapamil Sandoz 80/ -120 mg wird bei Schulkindern angewendet, sofern mit niedrigeren Dosen (z. B. 80-120 mg

Verapamilhydrochlorid pro Tag) keine ausreichende Wirkung erzielt wurde.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Verapamil Retardtabletten bei Kindern und Jugendlichen ist nicht

erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Die derzeit verfügbaren Informationen werden im Abschnitt 4.4 beschrieben.

Verapamilhydrochlorid sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion mit Vorsicht und unter

engmaschiger Beobachtung angewendet werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird, in Abhängigkeit vom Schweregrad, wegen eines

verlangsamten Arzneimittelabbaus die Wirkung von Verapamilhydrochlorid verstärkt und verlängert.

Deshalb sollte in derartigen Fällen die Dosierung mit besonderer Sorgfalt eingestellt und mit niedrigen

Dosen begonnen werden (z. B. bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen zunächst 2-3-mal täglich 40 mg

Verapamilhydrochlorid, entsprechend 80-120 mg Verapamilhydrochlorid pro Tag). Siehe auch Abschnitt

4.4.

Art der Anwendung

Die Einnahme erfolgt ungelutscht und unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser, kein

Grapefruitsaft!) am besten zu oder kurz nach den Mahlzeiten.

Verapamil Sandoz nicht im Liegen einnehmen.

Verapamilhydrochlorid darf bei Patienten mit Angina pectoris nach Myokardinfarkt erst 7 Tage nach dem

akuten Infarktereignis eingesetzt werden.

Die Dauer der Anwendung ist nicht begrenzt.

Nach einer längeren Therapie sollte Verapamil Sandoz grundsätzlich nicht plötzlich, sondern ausschleichend

abgesetzt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Verapamil Sandoz darf nicht eingenommen werden bei:

Überempfindlichkeit (Allergie) gegen den Wirkstoff Verapamilhydrochlorid oder einen der in Abschnitt

6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Herz-Kreislauf-Schock

ausgeprägten Reizleitungsstörungen (wie z. B. SA- bzw. AV-Block II. und III. Grades; außer bei

Patienten mit Herzschrittmacher)

Sinusknotensyndrom (außer bei Patienten mit Herzschrittmacher)

Herzinsuffizienz mit einer reduzierten Auswurffraktion von weniger als 35 % und/oder einem

Verschlussdruck von mehr als 20 mmHg (sofern nicht Folge einer supraventrikulären Tachykardie, die

auf Verapamil anspricht)

Vorhofflimmern/-flattern und gleichzeitigem Vorliegen akzessorischer Leitungsbahnen (z. B. WPW- oder

Lown-Ganong-Levine-Syndrom). Bei diesen Patienten besteht bei Verapamilgabe ein erhöhtes Risiko für

die Entwicklung einer Kammertachykardie, einschließlich Kammerflimmern.

Kombination mit Ivabradin (siehe Abschnitt 4.5)

Die gleichzeitige intravenöse Applikation von Betarezeptorenblockern darf bei Patienten während der

Behandlung mit Verapamil Sandoz nicht erfolgen (Ausnahme Intensivmedizin; siehe auch Abschnitt 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Akuter Myokardinfarkt

Bei akutem Myokardinfarkt mit Komplikationen (Bradykardie, Hypotonie, Linksherzinsuffizienz) ist

Verapamil Sandoz nur mit Vorsicht anzuwenden.

Erregungsleitungsstörung/AV-Block I. Grades/Bradykardie/Asystolie

Verapamilhydrochlorid beeinflusst den AV- und den Sinus-Knoten und verzögert die AV-Überleitung. Es ist

mit Vorsicht anzuwenden, da ein AV-Block II. oder III. Grades (Kontraindikation) oder ein unifaszikulärer,

bifaszikulärer oder trifaszikulärer Schenkelblock das Absetzen von Verapamilhydrochlorid und, falls

erforderlich, das Einleiten einer geeigneten Therapie notwendig macht.

Verapamilhydrochlorid beeinflusst den AV- und den Sinus-Knoten und kann in seltenen Fällen einen AV-

Block II. oder III. Grades, Bradykardie oder, im Extremfall, eine Asystolie hervorrufen. Dies geschieht mit

einer höheren Wahrscheinlichkeit bei Patienten mit einem Sinusknotensyndrom (Sick-Sinus-Syndrom),

welches häufiger bei älteren Patienten auftritt.

Bei Patienten, die nicht an einem Sinusknotensyndrom leiden, ist eine Asystolie normalerweise von kurzer

Dauer (ein paar Sekunden oder weniger), mit einer spontanen Rückkehr zu einem AV-Knoten- oder

normalen Sinusrhythmus. Sofern dies nicht umgehend eintritt, sollte unverzüglich mit einer geeigneten

Therapie begonnen werden. Siehe auch Abschnitt 4.8.

Antiarrhythmika, Betablocker und Inhalationsanästhetika

Antiarrhythmika (z. B. Flecainid, Disopyramid), Betarezeptorenblocker (z. B. Metoprolol, Propranolol) und

Inhalationsanästhetika können bei gleichzeitiger Einnahme von Verapamilhydrochlorid gegenseitig die

kardiovaskulären Wirkungen (höhergradige AV-Blockierung, höhergradige Senkung der Herzfrequenz,

Auftreten einer Herzinsuffizienz, verstärkte Blutdrucksenkung) verstärken (siehe auch Abschnitt 4.5).

Bei einem Patienten, der gleichzeitig Augentropfen mit Timolol (einem Betablocker)

erhielt und Verapamil einnahm, wurde eine asymptomatische Bradykardie (36

Schläge/Minute) mit einem wandernden atrialen Schrittmacher beobachtet.

Digoxin

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Verapamil ist die Digoxin-Dosis zu verringern. Siehe auch Abschnitt 4.5.

Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz-Patienten mit einer Auswurffraktion größer als 35 % sollten vor Beginn der Behandlung

mit Verapamil kompensiert und währenddessen adäquat therapiert werden.

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren („Statine“)

Siehe Abschnitt 4.5

Erkrankungen mit beeinträchtigter neuromuskulärer Transmission

Verapamilhydrochlorid sollte bei Vorliegen von Erkrankungen mit beeinträchtigter neuromuskulärer

Übertragung (Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom, fortgeschrittene Duchenne-Muskeldystrophie)

mit Vorsicht angewendet werden.

Hypotonie

Bei Hypotonie (weniger als 90 mmHg systolisch) ist eine besonders sorgfältige

Überwachung erforderlich.

Weitere Hinweise

Besondere Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion

Obwohl in Vergleichsstudien zuverlässig gezeigt wurde, dass die beeinträchtigte Nierenfunktion bei

Patienten mit terminalem Nierenversagen keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Verapamil hat, legen

einzelne Fallberichte nahe, dass Verapamil bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion nur mit

Vorsicht und unter sorgfältiger Überwachung (EKG, Blutdruck) angewendet werden sollte.

Verapamil kann nicht mittels Hämodialyse entfernt werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei stark eingeschränkter Leberfunktion nur mit Vorsicht anwenden (siehe auch

Abschnitt 4.2).

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption sollten Verapamil Sandoz nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Verapamilhydrochlorid durch die Cytochrom-P450- Isoenzyme

CYP3A4, CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9 und CYP2C18 metabolisiert wird. Verapamil hemmt CYP3A4 und

P-Glycoprotein (P-gp).

Für Inhibitoren von CYP3A4, die erhöhte Plasmaspiegel von Verapamilhydrochlorid verursachten, wurden

klinisch signifikante Interaktionen gemeldet; Induktoren von CYP3A4 hingegen haben die Plasmaspiegel

von Verapamilhydrochlorid gesenkt. Patienten sollten daher hinsichtlich Wechselwirkungen beobachtet

werden.

Die folgende Tabelle enthält einige mögliche pharmakokinetische Interaktionen:

Mögliche Interaktionen, die mit dem CYP450-Enzymsystem zusammenhängen

Begleitmedikation

Mögliche Wirkung auf Verapamil

oder die Begleitmedikation

Bemerkung

Alphablocker

Prazosin

von Prazosin

(~ 40 %),

kein

Effekt auf die Halbwertzeit

additiver blutdrucksenkender

Effekt

Terazosin

der AUC (~ 24 %) und ( 25 %)

von Terazosin

Antiarrhymika

Flecainid

minimaler Effekt auf Plasmaclearance

von Flecainid (< ~ 10 %); kein Effekt

auf die Plasmaclearance von

Verapamil

Weitere Informationen (siehe unter

Abschnitt 4.4 -Antiarrhythmika,

Betarezeptorenblocker und

Inhalationsanästhetika)

Chinidin

Clearance von oralem Chinidin

↓ (~ 35 %)

Hypotonie.

Bei Patienten mit einer hypertrophen

obstruktiven

Kardiomyopathie kann ein

Lungenödem auftreten.

Amiodaron

Erhöhung des Amiodaron-

Plasmaspiegels

Antiasthmatika

Theophyllin

orale und systemische

Clearance

um ~ 20 %

Die Reduktion der Clearance war bei

Rauchern weniger stark ausgeprägt (~

11 %)

Antikonvulsiva/Antiepileptika

Carbamazepin

AUC von Carbamazepin

(~ 46

%) bei Patienten mit

refraktorischer partieller Epilepsie

Erhöhte Carbamazepinspiegel.

Dies kann Carbamazepin-

Nebenwirkungen wie Diplopie,

Kopfschmerzen, Ataxie oder

Schwindel/Benommenheit auslösen.

Senkung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Phenytoin

Verapamil-

Plasmakonzentrationen

Antidepressiva

Imipramin

AUC von Imipramin

(~ 15 %)

Keine Auswirkung auf die Spiegel des

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

aktiven Metaboliten Desipramin.

Antidiabetika

Glibenclamid

(~ 28 %) und AUC von

Glibenclamid

(~ 26 %)

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Mittel gegen Gicht

Colchicin

von AUC (~ 2,0-fach) und c

(~ 1,3-fach) von Colchicin

Reduktion der Colchicin-Dosis (Die

gleichzeitige Einnahme von Colchicin

mit Verapamilhydrochlorid wird nicht

empfohlen).

Antiinfektiva

Clarithromycin

Möglicherweise

Verapamil-Spiegel.

Erythromycin

Möglicherweise

Verapamil-Spiegel.

Rifampicin

Bei oraler Gabe von Verapamil

der AUC (~ 97 %), c

(~ 94 %)

und oralen Bioverfügbarkeit (~ 92 %)

von Verapamil.

Blutdrucksenkender Effekt

möglicherweise verringert.

Keine Änderung der PK bei

intravenöser Gabe von Verapamil.

Telithromycin

Möglicherweise

Verapamil-Spiegel.

Antineoplastika

Doxorubicin

Bei oraler Gabe von Verapamil

der AUC (104 %) und c

(61 %) von Doxorubicin.

Bei Patienten mit kleinzelligem

Lungenkarzinom.

Keine signifikanten Änderungen der PK

von Doxorubicin bei intravenöser

Anwendung von Verapamil.

Bei Patienten mit fortgeschrittenen

Tumoren.

Azol-Fungistatika

Clotrimazol

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Ketoconazol

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Itraconazol

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Barbiturate

Phenobarbital

Clearance von oralem

Verapamil

(~ 5-fach)

Benzodiazepine und andere Anxiolytika

Buspiron

AUC und c

von Buspiron

(~ 3,4-fach)

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Midazolam

AUC (~ 3-fach) und c

(~ 2-

fach)

von Midazolam

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Betablocker

Metoprolol

Bei Patienten mit Angina

pectoris

der AUC (~ 32,5 %)

(~ 41 %) von

Metoprolol.

Siehe Abschnitt 4.4

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Propranolol

Bei Patienten mit Angina

pectoris

der AUC (~ 65 %)

(~ 94 %) von

Propranolol.

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Herzglykoside

Digitoxin

Gesamtclearance

Digitoxin

sowie

extrarenalen Clearance (~ 29 %)

Digoxin

Bei Gesunden: c

von Digoxin

(~ 44 %), c

12 h

von Digoxin

(~ 53 %), c

von Digoxin

(~ 44 %) und AUC von Digoxin

(~ 50 %).

Reduzieren der Digoxin-Dosis. Siehe

auch 4.4

H2-Rezeptor-Antagonisten

Cimetidin

AUC von R- (~ 25 %) und S-

Verapamil (~ 40 %) mit

korrespondierender ↓ der Clearance

von R- und S- Verapamil

Cimetidin reduziert die

Verapamil-Clearance nach

intravenöser Gabe von

Verapamil.

Immunologika/Immunsuppressiva

Ciclosporin

AUC, c

von Ciclosporin

(~ 45 %)

Everolimus

Everolimus-AUC

(~ 3,5-fach),

(~ 2,3-fach),

Verapamil: c

trough

(~ 2,3-fach)

Möglicherweise

Konzentrationsbestimmung und

Dosisanpassung von

Everolimus erforderlich.

Sirolimus

Sirolimus-AUC

(~ 2,2-fach);

S-Verapamil-AUC

(~ 1,5-fach)

Möglicherweise

Konzentrationsbestimmung und

Dosisanpassung von Sirolimus

erforderlich.

Tacrolimus

Tacrolimus-Spiegel möglicher-

weise

Lipidsenker/HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren

Atorvastatin

Möglicher

der Atorvastatin-

Spiegel.

AUC von Verapamil

(~ 43 %)

Weitere Informationen siehe unten.

Lovastatin

Möglicher

der Lovastatin-

Spiegel.

AUC (~ 63 %) und c

(~ 32 %)

von Verapamil

Simvastatin

AUC (~ 2,6-fach) und c

(~ 4,6-fach) von Simvastatin

Serotoninrezeptor-Agonisten

Almotriptan

AUC (~ 20 %) und c

(~ 24 %)

von Almotriptan

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Urikosurika

Sulfinpyrazon

Orale Clearance von Verapamil

(~ 3-fach), Bioverfügbarkeit

(~ 60 %)

Blutdrucksenkende Wirkung

möglicherweise reduziert.

Keine Änderung der PK bei

intravenöser Anwendung von

Verapamil.

Andere

Grapefruitsaft

der AUC von R- (~ 49 %)

bzw. S-Verapamil (~ 37 %)

der c

von R- (~ 75 %) bzw.

Verapamil (~ 51 %)

Eliminationshalbwertszeit und renale

Clearance nicht betroffen.

Während der Anwendung von

Verapamil sollten grapefruithaltige

Speisen und Getränke gemieden

werden.

Johanniskraut

der AUC von R- (~ 78 %) bzw. S-

Verapamil (~ 80 %) mit

korrespondierender Senkung

der c

Weitere Wechselwirkungen und zusätzliche Informationen

Antivirale Arzneimittel gegen HIV

Aufgrund des hemmenden Potentials einiger antiviraler HIV-Arzneimittel, wie etwa Ritonavir, können

sich die Plasmakonzentrationen von Verapamil erhöhen. Sie sollten daher mit Vorsicht angewendet, und

die Dosis von Verapamil sollte ggf. gesenkt werden.

Ebenso kann Verapamilhydrochlorid durch eine Beeinflussung des Abbaus zu einer

Erhöhung des Plasmaspiegels dieser Arzneimittel führen.

Lithium

Bei gleichzeitiger Therapie mit Verapamilhydrochlorid und Lithium wurde eine erhöhte Empfindlichkeit

gegenüber den Lithium-Effekten (Neurotoxizität) gemeldet; die Lithiumspiegel waren dabei unverändert

oder stiegen an.

Die Gabe von Verapamilhydrochlorid hat jedoch auch zur Senkung der Lithiumspiegel im Serum von

Patienten, die dauerhaft oral mit Lithium behandelt wurden, geführt. Patienten, die beide Wirkstoffe

erhalten, sollten daher engmaschig beobachtet werden.

Muskelrelaxantien

Sowohl klinische wie auch tierexperimentelle Daten zeigen, dass Verapamilhydrochlorid möglicherweise

die Wirkungen von Muskelrelaxantien verstärken kann (Curare-Typ sowie depolarisierende). Es kann

daher erforderlich werden, die Verapamildosis und/oder die Dosis des Muskelrelaxans zu verringern,

wenn beide zusammen verabreicht werden.

Acetylsalicylsäure

Verstärkte Blutungsneigung.

Ethanol (Alkohol)

Verzögerung des Ethanolabbaus und Erhöhung der Ethanolplasmaspiegel, somit

Verstärkung der Alkoholwirkung durch Verapamil.

HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (Statine)

Bei Patienten, die Verapamil einnehmen, sollte die Behandlung mit einem HMG-CoA- Reduktase-Hemmer

(z. B. Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin) mit der geringsten möglichen Dosis begonnen und

hochtitriert werden. Wird eine Behandlung mit Verapamil zu einer bestehenden Therapie mit HMG-CoA-

Reduktase- Hemmern (z. B. Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin) hinzugefügt, sollte an eine Reduktion

der Statin-Dosis gedacht werden, wobei gegen die Serum-Cholesterin- Konzentration zurück zu titrieren ist.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und Simvastatin in höheren Dosen ist das Risiko einer

Myopathie/Rhabdomyolyse erhöht. Die Simvastatindosis sollte entsprechend angepasst werden (siehe

Produktinformation des Herstellers; siehe auch Abschnitt 4.4).

Fluvastatin, Pravastatin und Rosuvastatin werden nicht über das Cytochrom-P450- Isoenzym 3A4

metabolisiert. Eine Wechselwirkung mit Verapamil ist weniger wahrscheinlich.

Antihypertensiva, Diuretika, Vasodilatatoren:

Verstärkung des antihypertensiven Effekts mit dem Risiko eines übermäßigen

Blutdruckabfalls.

Antiarrhythmika (z. B. Flecainid, Disopyramid), Betarezeptorenblocker (z. B. Metoprolol,

Propranolol), Inhalationsanästhetika:

Gegenseitige Verstärkung der kardiovaskulären Wirkungen (höhergradige AV- Blockierung,

höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzinsuffizienz, verstärkte

Blutdrucksenkung).

Die gleichzeitige intravenöse Applikation von Betarezeptorenblockern darf bei Patienten während der

Behandlung mit intravenösen Verapamilhydrochlorid nicht erfolgen (Ausnahme Intensivmedizin; siehe

auch Abschnitt 4.3). Die gleichzeitige Anwendung intravenösen Verapamilhydrochlorids und

antiadrenerger Wirkstoffe kann zu einer übermäßigen Blutdrucksenkung führen. Insbesondere bei

Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen wie z. B. schwerer Kardiomyopathie, kongestiver

Herzinsuffizienz oder kürzlich erlittenem Herzinfarkt stieg bei gleichzeitiger Verabreichung intravenöser

Betablocker oder Disopyramid zusammen mit intravenösem Verapamil das Risiko für diese

Nebenwirkungen an, da beide Substanzklassen die Myokardkontraktilität und AV-Überleitung

unterdrücken (siehe auch Abschnitt 4.8).

Die gleichzeitige Anwendung von

Ivabradin

ist aufgrund der zusätzlichen die Herzfrequenz senkenden

Wirkung von Verapamil mit Ivabradin kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Die zeitgleiche Gabe von Verapamil mit

Dabigatran

führt voraussichtlich zu höheren Konzentrationen von

Dabigatran im Blut. Aufgrund eines Blutungsrisikos ist Vorsicht geboten. Wenn Dabigatranetexilat (150 mg)

zusammen mit einer oralen Gabe von Verapamil verabreicht wird, waren die Cmax- und AUC-Werte von

Dabigatran erhöht. Die Größenordnung dieser Veränderung ändert sich jedoch abhängig vom Zeitpunkt der

Einnahme und Darreichungsform von Verapamil. Die Wirkung von Dabigatran war mit einer Verabreichung

von retardierendem Verapamil 240 mg erhöht (Cmax ca. 90 % erhöht, AUC ca. 70 %).

Wenn Verapamil 120 mg in schnell freisetzender Formulierung eine Stunde vor einer Einzeldosis von

Dabigatranetexilat verabreicht wurde, waren Cmax des Dabigatran um etwa 180 % und die AUC um etwa

150 % erhöht. Keine bedeutenden Wechselwirkungen wurden beobachtet, wenn Verapamil 2 Stunden nach

Dabigatranetexilat verabreicht wurde (Erhöhung von Cmax um ca. 10 % und der AUC um ca. 20 %).

Eine engmaschige klinische Überwachung wird empfohlen, wenn Verapamil mit Dabigatranetexilat

kombiniert wird, insbesondere beim Auftreten von Blutungen, vor allem bei Patienten mit leichter bis

mäßiger Nierenfunktionsstörung.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Verapamilhydrochlorid ist plazentagängig. Die Plasmakonzentration im Nabelvenenblut beträgt 20-92 % der

Plasmakonzentration des mütterlichen Blutes. Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der

Anwendung von Verapamilhydrochlorid während der Schwangerschaft vor. Daten über eine begrenzte

Anzahl von oral behandelten Schwangeren lassen jedoch nicht auf teratogene Wirkungen von

Verapamilhydrochlorid schließen. Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

Abschnitt 5.3).

Daher soll Verapamilhydrochlorid im ersten. und zweiten. Trimenon der Schwangerschaft nicht

eingenommen werden. Eine Einnahme im dritten. Trimenon der Schwangerschaft darf nur bei zwingender

Indikation, unter Berücksichtigung des Risikos für Mutter und Kind, erfolgen.

Stillzeit

Verapamil geht in die Muttermilch über (Milchkonzentration ca. 23 % der mütterlichen

Plasmakonzentration). Begrenzte Humandaten nach oraler Einnahme haben gezeigt, dass der Säugling nur

eine geringe Wirkstoffmenge aufnimmt (0,1-1 % der mütterlichen Dosis) und daher die Einnahme von

Verapamil mit dem Stillen möglicherweise vereinbar ist.

Ein Risiko für das Neugeborene/den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Wegen der Gefahr

schwerwiegender Nebenwirkungen beim Säugling sollte Verapamil während der Stillzeit jedoch nur dann

verwendet werden, wenn dies für das Wohlergehen der Mutter unbedingt notwendig ist.

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Verapamilhydrochlorid in Einzelfällen Hyperprolaktinämie und

Galaktorrhö verursachen kann.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit Verapamil Sandoz bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Durch individuell

auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen soweit verändert sein, dass die

Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne

sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und

Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol. Verapamil kann möglicherweise den Blutspiegel

von Alkohol erhöhen und seine Elimination verlangsamen, wodurch die Alkohol-Effekte verstärkt werden

können.

4.8

Nebenwirkungen

Die Meldungen der nachfolgend genannten Nebenwirkungen von Verapamil stammen aus klinischen

Studien, Erfahrungen nach Markteinführung oder klinischen Studien der Phase IV; sie werden nach

Systemorganklasse sortiert.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Schwindel- bzw.

Benommenheitsgefühl, gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Verstopfung, abdominale Beschwerden),

außerdem Bradykardie, Tachykardie, Palpitationen, Hypotonie, Flush, periphere Ödeme sowie Müdigkeit.

Nebenwirkungen aus klinischen Studien mit Verapamil und aus Beobachtungen nach

Markteinführung

MedDRA-

Systemorganklasse

häufig

gelegentlich

selten

sehr selten

nicht bekannt

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlich-

keit

Erkrankungen des

Nervensystems

Schwindel- bzw.

Benommenheits-

gefühl,

Kopfschmerzen,

Neuropathie

Parästhesie;

Tremor

Extrapyramidale

Symptome,

Paralyse

(Tetraparese)

Krämpfe

Stoffwechsel

- und

Ernährungsstörungen

Verminderung der

Glukosetoleranz

Hyperkaliämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Nervosität

Somnolenz

Erkrankungen des

Ohrs

und des Labyrinths

Tinnitus

Vertigo

Herzerkrankungen

Bradykardie,

Entstehung einer

Herzinsuffizienz

bzw. Ver-

schlimmerung einer

vorbe-

stehenden

Herzinsuffizienz,

übermäßiger

Blutdruckabfall

und/oder

orthostatische

Regulations-

störungen

Palpitationen,

Tachykardie

AV-Block (I., II.,

III. Grades),

Herzinsuffizienz,

Sinusstillstand,

Sinusbradykardie,

Asystolie

Gefäßerkrankungen

Flush, Hypotonie

Erkrankungen der

Atemwege,

Brustraums und

Mediastinums

Bronchospasmus,

Dyspnoe

Erkrankungen des

Gastrointestinaltraktes

Verstopfung,

Übelkeit

Abdominale

Schmerzen

Erbrechen

Abdominale

Beschwerden,

Gingivahyper-

plasie; Ileus

Leber-

Gallenerkrankungen

Wahrscheinlich

allergisch

bedingte

Hepatitis mit

reversibler

Erhöhung der

leberspezifisch

en Enzyme

Erkrankungen der

Haut

des Unterhautzellgewebes

Erythromelalgie

Hyperhidrose

Photodermatitis

Angioödem,

Stevens-Johnson-

Syndrom,

Erythema

multiforme,

Alopezie,

Juckreiz, Pruritus,

Purpura,

makulopapulöse

Exantheme,

Urtikaria

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Verschlimmerung

einer Myasthenia

gravis, eines

Lambert-Eaton-

Syndroms und

einer fortge-

schrittenen

Duchenne-

Muskeldystrophie

Arthralgie,

Muskelschwäche,

Myalgie

Erkrankungen der

Niere

Harnwege

Niereninsuffizien

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane

der Brustdrüse

Erektile

Dysfunktion,

Galaktorrhoe,

Gynäkomastie

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Periphere Ödeme

Müdigkeit

Untersuchungen

Prolaktinwerte im

Blut erhöht

Es gab einen einzelnen Postmarketing-Bericht über Paralyse (Tetraparese) in Verbindung mit der

gemeinsamen Anwendung von Verapamil und Colchicin. Dies könnte dadurch verursacht worden sein,

dass Colchicin infolge der Hemmung von CYP3A4 und P-gp durch Verapamil die Blut-Hirn-Schranke

passiert hat. Siehe auch Abschnitt 4.5.

Hinweis

Bei Patienten mit Herzschrittmacher kann eine Erhöhung der Pacing- und Sensingschwelle unter

Verapamilhydrochlorid nicht ausgeschlossen werden.

Bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen wie z. B. schwerer Kardiomyopathie, kongestiver

Herzinsuffizienz oder kürzlich erlittenem Herzinfarkt stieg bei gleichzeitiger Verabreichung intravenöser

Betablocker oder Disopyramid zusammen mit intravenösem Verapamil das Risiko schwerwiegende

Nebenwirkungen an, da beide Substanzklassen eine kardiodepressive Wirkung haben (siehe auch Abschnitt

4.5).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnissses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Die Intoxikationssymptome nach Vergiftungen mit Verapamilhydrochlorid verlaufen in Abhängigkeit von

der zugeführten Menge, dem Zeitpunkt der Entgiftungsmaßnahmen und der kontraktilen Funktionsfähigkeit

des Myokards (Altersabhängigkeit).

Folgende Symptome werden bei einer schweren Vergiftung mit Verapamil beobachtet: schwerer

Blutdruckabfall, Herzinsuffizienz, bradykarde oder tachykarde Herzrhythmusstörungen (z. B. junktionaler

Rhythmus mit AV-Dissoziation und höhergradigem AV-Block), die zum Herz-Kreislauf-Schock und

Herzstillstand führen können.

Bewusstseinstrübung bis zum Koma, Hyperglykämie, Hypokaliämie, metabolische Azidose, Hypoxie,

kardiogener Schock mit Lungenödem, Beeinträchtigung der Nierenfunktion und Konvulsionen. Über

Todesfälle wurde gelegentlich berichtet.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Therapeutisch stehen die Giftelimination und die Wiederherstellung stabiler Herz-Kreislauf-Verhältnisse im

Vordergrund.

Die Therapiemaßnahmen richten sich nach Zeitpunkt und Art der Verabreichung sowie nach Art und

Schwere der Vergiftungssymptome.

Bei Vergiftungen mit größeren Mengen von Retardpräparaten ist zu beachten, dass eine Wirkstofffreisetzung

und Resorption im Darm noch länger als 48 Stunden nach der Einnahme erfolgen kann.

Eine Magenspülung ist nach oraler Intoxikation mit Verapamilhydrochlorid anzuraten, auch noch später als

12 Stunden nach der Einnahme, falls keine Magen-Darm-Motilität (Darmgeräusche) nachweisbar ist. Bei

Verdacht auf Vergiftung mit Retardpräparaten sind umfangreiche Eliminationsmaßnahmen indiziert wie

induziertes Erbrechen, Absaugen von Magen- und Dünndarminhalt unter endoskopischer Kontrolle,

Darmspülung, Abführen, hohe Einläufe.

Eine Hämodialyse ist wegen fehlender Dialysierbarkeit von Verapamilhydrochlorid nicht sinnvoll, eine

Hämofiltration und eventuell eine Plasmapherese (hohe Plasmaeiweißbindung der Calciumantagonisten)

wird jedoch empfohlen.

Übliche intensivmedizinische Wiederbelebungsmaßnahmen, wie extrathorakale Herzmassage, Beatmung,

Defibrillation bzw. Schrittmachertherapie.

Spezifische Maßnahmen

Beseitigung von kardiodepressorischen Effekten, von Hypotonie und Bradykardie.

Bradykarde Herzrhythmusstörungen werden symptomatisch mit Atropin und/oder Beta-Sympathomimetika

(Isoprenalin, Orciprenalin) behandelt, bei bedrohlichen bradykarden Herzrhythmusstörungen ist eine

temporäre Schrittmachertherapie erforderlich. Eine Asystolie sollte mit den üblichen Methoden behandelt

werden, einschließlich betaadrenerger Stimulation (z. B, Isoprenalin).

Als spezifisches Antidot gilt Calcium, z. B. 10-20 ml einer 10 %igen Calciumgluconat-Lösung intravenös

(2,25-4,5 mmol), erforderlichenfalls wiederholt oder als Dauertropfinfusion (z. B. 5 mmol/Stunde).

Die Hypotonie, als Folge von kardiogenem Schock und arterieller Vasodilatation, wird mit Dopamin (bis 25

µg je kg Körpergewicht je Minute), Dobutamin (bis 15 µg je kg Körpergewicht je Minute), Epinephrin bzw.

Norepinephrin behandelt. Die Dosierung dieser Medikamente orientiert sich allein an der erzielten Wirkung.

Der Serum-Calcium-Spiegel sollte hochnormal bis leicht erhöht gehalten werden. In der Frühphase wird

aufgrund der arteriellen Vasodilatation zusätzlich Flüssigkeit substituiert (Ringer- oder Natriumchlorid-

Lösung).

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Selektive Calciumkanalblocker mit vorwiegender Herzwirkung,

Phenylalkylaminderivate

ATC-Code: C08DA01

Verapamilhydrochlorid gehört zu der Gruppe der Calciumantagonisten. Diese Substanzen haben eine

hemmende Wirkung auf den Calciumeinstrom durch Muskelzellmembranen.

Verapamilhydrochlorid wirkt auch als Calciumantagonist an der glatten Muskulatur, insbesondere im

Bereich der Gefäße und des Magen-Darm-Traktes. Der Effekt auf die glatte Gefäßmuskulatur äußert sich in

einer Vasodilatation.

Verapamilhydrochlorid hat als Calciumantagonist auch einen deutlichen Effekt auf das Myokard. Die

Wirkung auf den AV-Knoten äußert sich in einer Verlängerung der Überleitungszeit. Im Bereich des

Arbeitsmyokards kann es zu einem negativ inotropen Effekt kommen.

Beim Menschen verursacht Verapamilhydrochlorid infolge der Vasodilatation eine Abnahme des totalen

peripheren Widerstandes. Es kommt zu keiner reflektorischen Zunahme des Herzminutenvolumens.

Dementsprechend sinkt der Blutdruck.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Verapamilhydrochlorid ist ein Racemat aus gleichen Anteilen des R- und des S- Enantiomers. Verapamil

wird weitgehend verstoffwechselt. Norverapamil ist einer von

12 Metaboliten, die im Urin detektiert werden können; es hat 10 bis 20 % der pharmakologischen Aktivität

von Verapamil und macht 6 % des ausgeschiedenen

Wirkstoffes aus.

Die Steady-State-Plasmakonzentrationen von Norverapamil und Verapamil sind vergleichbar. Nach

mehrmals täglicher Gabe wird der Steady State nach drei bis vier Tagen erreicht.

Absorption

Nach oraler Gabe werden mehr als 90 % des Verapamils schnell aus dem Dünndarm resorbiert. Die mittlere

systemische Verfügbarkeit der unveränderten Substanz nach einer Einzelgabe von nicht retardiertem

Verapamil beträgt 22 %, bei retardiertem Verapamil sind es etwa 32 %; der Grund ist ein ausgeprägter

hepatischer First-pass- Effekt.

Die Bioverfügbarkeit bei wiederholter Gabe ist etwa zwei Mal höher. Nach Gabe von nicht retardiertem

Verapamil werden die maximalen Plasmaspiegel nach ein bis zwei Stunden erreicht, nach Gabe von

retardiertem Verapamil nach vier bis fünf Stunden. Die maximalen Plasmakonzentrationen von

Norverapamil werden nach einer Stunde (nicht retardiert) bzw. nach fünf Stunden (retardiert) erreicht.

Die Einnahme mit einer Mahlzeit hat keine Auswirkungen auf die Bioverfügbarkeit von Verapamil.

Distribution

Verapamil wird in den Körpergeweben weitgehend verteilt, das Verteilungsvolumen beträgt beim Gesunden

1,8 bis 6,8 l/kg. Verapamil wird zu 90 % an Plasmaproteine gebunden.

Metabolismus

Verapamil wird extensiv verstoffwechselt. In-vitro-Studien zeigen, dass Verapamil durch die Cytochrom-

P450-Isoenzyme CYP3A4, CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9 und CYP2C18 verstoffwechselt wird. Bei

gesunden Männern wird oral aufgenommenes Verapamil weitgehend in der Leber metabolisert; 12

Metabolite wurden identifiziert, die meisten allerdings nur in Spuren. Der größte Teil der Metabolite besteht

aus verschiedenen N- und O-dealkylierten Abbauprodukten von Verapamil. Von diesen hat nur das

Norverapamil eine nennenswerte pharmakologische Wirkung (etwa 20 % von derjenigen der

Muttersubstanz); dies wurde in einer Studie an Hunden beobachtet.

Elimination

Nach intravenöser Infusion wird Verapamil schnell bi-exponentiell eliminiert, mit einer schnelleren frühen

Distributionsphase (Halbwertzeit etwa vier Minuten) und einer langsameren terminalen Eliminationsphase

(Halbwertzeit zwei bis fünf Stunden).

Nach oraler Gabe beträgt die Eliminationshalbwertzeit von Verapamil drei bis sieben

Stunden.

Etwa 50 % der verabreichten Dosis wird innerhalb von 24 Stunden renal eliminiert,

70 % innerhalb von fünf Tagen. Bis zu 16 % werden mit den Faeces ausgeschieden. Etwa 3 bis 4 % des renal

ausgeschiedenen Wirkstoffs wird in seiner unveränderten Form ausgeschieden. Die Gesamtclearance von

Verapamil ist in etwa so groß wie der hepatische Blutfluss, etwa 1 l/h/kg (Spanne: 0,7 bis 1,3 l/h/kg).

Es gibt große interindividuelle Unterschiede in der Clearance.

Besondere Patientengruppen

Pädiatrie

Für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen sind nur begrenzte Daten zur

Pharmakokinetik verfügbar. Nach intravenöser Gabe betrug die mittlere Halbwertzeit

9,17 Stunden, die durchschnittliche Clearance betrug 30 l/h, während sie bei einem

70 kg schweren Erwachsenen 70 l/h beträgt. Die Plasmakonzentrationen im Steady

State nach oraler Gabe scheinen bei Kindern niedriger zu sein als bei Erwachsenen.

Ältere Patienten

Bei Patienten mit Bluthochdruck kann das Alter die pharmakokinetischen Effekte möglicherweise

beeinflussen. Die Eliminationshalbwertzeit kann bei älteren Patienten verlängert sein. Die blutdrucksenkende

Wirkung von Verapamil ist altersunabhängig.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Eine Einschränkung der Nierenfunktion hat keinen Effekt auf die Pharmakokinetik von Verapamil; dies

wurde in Vergleichsstudien an Patienten mit Nierenversagen im Endstadium und Patienten mit gesunden

Nieren gezeigt.

Durch Hämodialyse können Verapamil und Norverapamil nicht entfernt werden

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Halbwertzeit von Verapamil verlängert; der Grund

ist die niedrigere Clearance der oral aufgenommenen Substanz und das erhöhte Verteilungsvolumen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In-vitro-

In-vivo-

Untersuchungen erbrachten keine Hinweise auf mutagene Wirkungen von

Verapamilhydrochlorid.

Eine Langzeitstudie an der Ratte ergab keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potenzial von

Verapamilhydrochlorid.

Embryotoxizitätsstudien an Kaninchen und Ratte haben bis zu Tagesdosen von 15 mg/kg bzw. 60 mg/kg

keine Hinweise auf ein teratogenes Potenzial ergeben. Bei der Ratte traten jedoch im maternal-toxischen

Bereich Embryoletalität und Wachstumsretardierungen (geringeres Gewicht der Nachkommen) auf.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Verapamil Sandoz 40/- 80/- 120 mg Filmtabletten

mikrokristalline Cellulose

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)

Hypromellose

Lactose-Monohydrat

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Maisstärke

Povidon (K 25)

hochdisperses Siliciumdioxid

Titandioxid (E 171)

zusätzlich für

Verapamil Sandoz 40/- 80 mg Filmtabletten

Hyprolose

Macrogol 6000

zusätzlich für

Verapamil Sandoz 120 mg Filmtabletten

Macrogol 4000

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten

mikrokristalline Cellulose

Hypromellose

Lactose-Monohydrat

Macrogol 4000

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Natriumalginat

Povidon (K25)

hochdisperses Siliciumdioxid

Titandioxid (E 171)

Chinolingelb (E 104)

Indigocarmin (E 132)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Verapamil Sandoz 40/- 80/- 120 mg Filmtabletten

5 Jahre

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten

24 Monate

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Verapamil Sandoz 80 mg Filmtabletten

Für dieses Arzneimittel ist keine besondere Lagerungsbedingung erforderlich.

Verapamil Sandoz 40/- 120 mg Filmtabletten

Nicht über 30 °C lagern.

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten

Nicht über 25 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Packungen mit 30, 50 und 100 Filmtabletten bzw. Retardtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNGEN

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: medwiss@hexal.com

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Verapamil Sandoz 40 mg Filmtabletten

38266.00.00

Verapamil Sandoz 80 mg Filmtabletten

38265.01.00

Verapamil Sandoz 120 mg Filmtabletten

38266.02.00

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten

33984.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNGEN

Verapamil Sandoz 40 mg Filmtabletten

30.09.1996/07.05.2003

Verapamil Sandoz 80 mg Filmtabletten

12.02.1997/16.05.2003

Verapamil Sandoz 120 mg Filmtabletten

12.02.1997/22.05.2003

Verapamil Sandoz 240 mg Retardtabletten

28.11.1995/23.04.2003

10. STAND DER INFORMATION

August 2016

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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