Verapamil-ratiopharm 5 mg/ 2ml Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Verapamilhydrochlorid
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
C08DA01
INN (Internationale Bezeichnung):
verapamil hydrochloride
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Verapamilhydrochlorid 5.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
5414.00.00

Gebrauchsinformation: Information für

Anwender

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

Wirkstoff: Verapamilhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

beachten?

3. Wie ist

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml und wofür wird es angewendet?

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

ist ein Mittel zur Behandlung von Herzerkrankungen, die mit einer

unzureichenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels einhergehen und zur Behandlung bestimmter

Störungen der Herzschlagfolge.

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

wird angewendet zur

Behandlung von Störungen der Herzschlagfolge:

anfallsweise auftretender, vom Herzvorhof ausgehender beschleunigter Herzschlagfolge

(paroxysmaler supraventrikulärer Tachykardie)

Vorhofflimmern/Vorhofflattern (Herzrhythmusstörungen infolge einer krankhaft erhöhten

Vorhoferregung) mit schneller AV-Überleitung (außer bei WPW-Syndrom oder Lown-Ganong-

Levine-Syndrom, siehe 2. unter „

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

darf nicht angewendet

werden“).

Zur einleitenden Behandlung bei instabiler Angina pectoris, wenn Nitrate und/oder Beta-

Rezeptorenblocker nicht angezeigt sind.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml beachten?

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Verapamilhydrochlorid oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels

sind

wenn Sie einen Herz-Kreislauf-Schock erlitten haben

wenn bei Ihnen höhergradige Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Sinusknoten und

Herzvorhof (SA-Block II. und III. Grades) auftreten, außer wenn Sie einen Herzschrittmacher

tragen

wenn bei Ihnen höhergradige Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Herzvorhof und

Herzkammern (AV-Block II. und III. Grades) auftreten, außer wenn Sie einen Herzschrittmacher

tragen

wenn Sie unter einem Sinusknotensyndrom (Herzrhythmusstörungen infolge gestörter Funktion des

Sinusknotens) leiden, z. B. verlangsamter Herzschlag auf weniger als 60 Schläge pro Minute oder

im Wechsel auftretender verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag oder

Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Sinusknoten und Herzvorhof oder Ausfall der

Reizbildung im Sinusknoten (Sinusbradykardie, Bradykardie-Tachykardie-Syndrom, SA-

Blockierungen oder Sinusarrest), außer wenn Sie einen Herzschrittmacher tragen

wenn Sie unter einer Herzmuskelschwäche (mit einer reduzierten Auswurffraktion von weniger als

35 % und/oder einem Verschlussdruck von mehr als 20 mmHg) leiden (sofern nicht Folge einer

supraventrikulären Tachykardie, die auf Verapamil anspricht)

wenn Sie unter Vorhofflimmern/-flattern (Herzrhythmusstörungen infolge einer krankhaft erhöhten

Vorhoferregung) und gleichzeitigem Vorliegen eines WPW-Syndroms (anfallsweise auftretender

beschleunigter Herzschlag durch beschleunigte Erregungsleitung zwischen Herzvorhof und

Herzkammer über ein zusätzlich vorhandenes Erregungsleitungssystem) oder Lown-Ganong-

Levine-Syndroms leiden: Es besteht dann ein erhöhtes Risiko für die Auslösung eines

beschleunigten Herzschlags in den Herzkammern (Kammertachykardie) einschließlich

Kammerflimmern.

wenn Sie gleichzeitig Ivabradin einnehmen (siehe „Anwendung von

Verapamil-ratiopharm

®

5

mg/2 ml

zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Die intravenöse Gabe von

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

darf bei Patienten mit gleichzeitiger

Beta-Rezeptorenblocker-Behandlung nicht erfolgen (Ausnahme Intensivmedizin) (siehe „Anwendung

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

anwenden,

wenn Sie kürzlich einen akuten Herzinfarkt mit Komplikationen, z. B. verlangsamtem Herzschlag

(Bradykardie), ausgeprägtem Blutdruckabfall (Hypotonie) oder einer Herzmuskelschwäche des

linken Herzens (Linksherzinsuffizienz), erlitten haben

wenn bei Ihnen leichtere Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Herzvorhof und

Herzkammern (AV-Block I. Grades) auftreten

wenn Sie niedrigen Blutdruck (systolisch unter 90 mmHg) haben

wenn Sie einen Ruhepuls unter 50 Schlägen pro Minute (Bradykardie) haben

wenn bei Ihnen eine stark eingeschränkte Leberfunktion vorliegt (siehe 3. „Wie ist

Verapamil-

ratiopharm

®

5 mg/2 ml

anzuwenden?“)

wenn Sie an einer Erkrankung mit beeinträchtigter Übertragung von Nervenimpulsen auf die

Muskulatur (wie Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom, fortgeschrittene Duchenne-

Muskeldystrophie) leiden

wenn Sie eine beschleunigte Herzschlagfolge in den Herzkammern haben (ventrikuläre

Tachykardie mit breitem QRS-Komplex > 0,12 Sek.)

wenn Sie akute, neu auftretende, sich ändernde bzw. zunehmende oder während leichter

körperlicher Belastung bzw. in Ruhe auftretende Schmerzen und Engegefühl im Brustkorb haben

(akute instabile Angina pectoris). Hier muss die intravenöse Anwendung unter sorgfältiger

Indikationsstellung und strenger Überwachung erfolgen.

Wie in Vergleichsstudien zuverlässig gezeigt wurde, hat die beeinträchtigte Nierenfunktion bei

Patienten mit Nierenversagen im Endstadium keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Verapamil,

das heißt auf die Vorgänge, denen Verapamil im Körper unterworfen ist. Trotzdem legen einzelne

Fallberichte nahe, dass Verapamil bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion nur mit Vorsicht

und unter sorgfältiger Überwachung angewendet werden sollte. Verapamil kann nicht mittels

Blutwäsche (Hämodialyse) entfernt werden.

Anwendung von Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Die Wirkung nachfolgend genannter Wirkstoffe bzw. Präparategruppen kann bei gleichzeitiger

Behandlung mit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

beeinflusst werden:

Ivabradin (Wirkstoff zur Behandlung von Herzerkrankungen):

Verstärkung der Senkung der Herzfrequenz. Verapamilhydrochlorid darf nicht zusammen mit

Ivabradin angewendet werden (siehe „

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

darf nicht angewendet

werden“).

Wirkstoffe gegen Herzrhythmusstörungen (z. B. Flecainid, Disopyramid), Beta-Rezeptorenblocker

(z. B. Metoprolol, Propranolol), Arzneimittel zur Inhalationsnarkose:

Gegenseitige Verstärkung der Herz-Kreislauf-Wirkungen (höhergradige AV-Blockierungen,

höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzmuskelschwäche, verstärkte

Blutdrucksenkung).

die intravenöse Gabe von

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

darf bei Patienten mit

gleichzeitiger Beta-Rezeptorenblocker-Behandlung nicht erfolgen (Ausnahme

Intensivmedizin)(siehe „

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

darf nicht angewendet werden“).

Blutdrucksenkende Arzneimittel, harntreibende Arzneimittel (Diuretika), gefäßerweiternde

Arzneimittel (Vasodilatatoren):

Verstärkung des blutdrucksenkenden Effekts.

Digoxin, Digitoxin (Wirkstoffe zur Erhöhung der Herzkraft):

Erhöhung der Digoxin- bzw. Digitoxin-Konzentration im Blut aufgrund verminderter

Ausscheidung über die Nieren. Deshalb sollte vorsorglich auf Anzeichen einer Überdosierung

dieser Wirkstoffe geachtet werden und, falls notwendig, ihre Dosis vom Arzt reduziert werden

(evtl. nach Bestimmung der Digoxin- bzw. Digitoxin-Konzentration im Blut).

Dabigatran (Wirkstoff gegen Bildung von Blutgerinnseln):

Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und Dabigatran kann die Konzentration von

Dabigatran im Blut erhöht werden, was zu einem erhöhten Blutungsrisiko führt.

Chinidin (Wirkstoff gegen Herzrhythmusstörungen):

Verstärkter Blutdruckabfall ist möglich, bei Patienten mit einer bestimmten Herzerkrankung

(hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie) kann das Auftreten eines Lungenödems (abnorme

Flüssigkeitsansammlung in der Lunge) möglich sein, Erhöhung der Konzentration von Chinidin im

Blut.

Carbamazepin (Wirkstoff zur Behandlung epileptischer Krampfanfälle):

Carbamazepin-Wirkung wird verstärkt, Zunahme der nervenschädigenden Nebenwirkung.

Die Verapamilhydrochlorid-Konzentration im Blut wird gesenkt, Abschwächung der Wirkung von

Verapamilhydrochlorid.

Lithium (Wirkstoff gegen Depressionen):

Wirkungsabschwächung von Lithium, Erhöhung der nervenschädigenden Nebenwirkung.

Muskelrelaxanzien (Arzneimittel zur Muskelerschlaffung):

Mögliche Wirkungsverstärkung durch

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

Acetylsalicylsäure (Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen und gegen die Bildung von

Blutgerinnseln):

Verstärkte Blutungsneigung.

Doxorubicin (Wirkstoff zur Tumorbehandlung):

Bei gleichzeitiger Anwendung von Doxorubicin und Verapamil in oraler Darreichungsform wird

die Doxorubicin-Konzentration im Blut (Bioverfügbarkeit und maximaler Plasmaspiegel) bei

Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom erhöht. Bei Patienten in fortgeschrittenem

Tumorstadium wurden keine signifikanten Änderungen der Pharmakokinetik von Doxorubicin bei

gleichzeitiger intravenöser Anwendung von Verapamil beobachtet.

Colchicin (Wirkstoff zur Gichtbehandlung):

Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und Colchicin kann der Plasmaspiegel von Colchicin

erhöht werden.

Ethanol (Alkohol):

Verzögerung des Ethanol-Abbaus und Erhöhung der Konzentration von Ethanol im Blut, somit

Verstärkung der Alkoholwirkung durch

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

Fungistatika (Wirkstoffe zur Behandlung von Pilzerkrankungen, wie z. B. Clotrimazol,

Ketoconazol oder Itraconazol), Proteasehemmstoffe (Wirkstoffe zur Behandlung von HIV, wie z.

B. Ritonavir oder Indinavir), Wirkstoffe zur Behandlung von Infektionen (Makrolide, z. B.

Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin), Cimetidin (Wirkstoff zur Senkung der

Magensäureproduktion), Almotriptan (Wirkstoff zur Behandlung von Migräne), Imipramin

(Wirkstoff zur Behandlung von Depressionen), Glibenclamid (Wirkstoff zur Behandlung einer

Zuckererkrankung), Benzodiazepine und andere Anxiolytika (Arzneimittel zur Behandlung

psychischer Erkrankungen, z. B. Buspiron, Midazolam):

Erhöhung der Verapamilhydrochlorid-Konzentration und/oder der Konzentrationen dieser

Arzneimittel im Blut durch (gegenseitige) Beeinflussung des Abbaus.

Phenytoin, Phenobarbital (Wirkstoffe zur Behandlung epileptischer Krampfanfälle), Rifampicin

(Wirkstoff zur Tuberkulosebehandlung), Arzneimittel zur Steigerung der Harnsäureausscheidung

(Urikosurika, z. B. Sulfinpyrazon), Johanniskrautextrakt-Präparate:

Senkung der Verapamilhydrochlorid-Konzentration im Blut und Abschwächung der Wirkung von

Verapamilhydrochlorid.

Antiarrhythmika (Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen, wie z. B. Amiodaron), Ciclosporin,

Everolimus, Sirolimus, Tacrolimus (Wirkstoffe zur Unterdrückung der Immunabwehr),

Theophyllin (Wirkstoff zur Asthmabehandlung), Prazosin (Wirkstoff zur Behandlung des

Bluthochdrucks), Terazosin (Wirkstoff zur Behandlung von Blasenentleerungsstörungen bei

Vergrößerung der Prostata):

Erhöhung der Konzentration dieser Arzneimittel im Blut.

HMG-CoA-Reduktase-Hemmer („Statine“; Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfette):

Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und HMG-CoA-Reduktase-Hemmern (z. B.

Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin) kann die Konzentration dieser Arzneimittel im Blut

erhöht sein.

Bei Patienten, die Verapamil anwenden, sollte daher die Behandlung mit einem HMG-CoA-

Reduktase-Hemmer (z. B. Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin) mit der geringsten möglichen

Dosis begonnen und hochtitriert werden. Wird eine Behandlung mit Verapamil zu einer

bestehenden Therapie mit HMG-CoA-Reduktase-Hemmern (z. B. Simvastatin, Atorvastatin oder

Lovastatin) hinzugefügt, sollte an eine Reduktion der Statin-Dosis gedacht werden, wobei gegen

die Serum-Cholesterin-Konzentration zurück zu titrieren ist.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und Simvastatin in höheren Dosen ist das Risiko für

eine Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie) oder einem Zerfall von Muskelzellen

(Rhabdomyolyse) erhöht. Die Simvastatindosis sollte entsprechend den Herstellerangaben

angepasst werden.

Fluvastatin, Pravastatin und Rosuvastatin werden nicht über das Cytochrom-P450-Isoenzym 3A4

metabolisiert. Eine Wechselwirkung mit Verapamil ist weniger wahrscheinlich.

Arzneimittel mit hoher Bindung an Plasmaeiweiße:

Da Verapamilhydrochlorid zu einem hohen Prozentsatz an Plasmaeiweiße gebunden wird, sollte es

Patienten, die andere Arzneimittel mit hoher Plasmaeiweißbindung erhalten, mit Vorsicht

verabreicht werden.

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

sollte nicht zusammen mit einem der oben genannten Arzneimittel

bzw. Wirkstoffe angewendet werden, ohne dass Ihr Arzt ausdrücklich die Anweisung gegeben hat.

Anwendung von Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken

und Alkohol

Während der Anwendung von

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

sollten Sie möglichst keinen

Alkohol trinken, da die Alkoholwirkung durch

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

verstärkt wird.

Während der Anwendung von

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

sollten Sie keine grapefruithaltigen

Speisen und Getränke zu sich nehmen. Grapefruit kann die Konzentration von Verapamilhydrochlorid

im Blut erhöhen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Verapamilhydrochlorid, der Wirkstoff aus

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

, ist plazentagängig. Es

liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der intravenösen Anwendung von Verapamilhydrochlorid

während der Schwangerschaft vor. Bei der intravenösen Verabreichung kann es bei der Mutter zu

einem Blutdruckabfall kommen, der eine Unterversorgung des Kindes mit Sauerstoff zur Folge haben

kann. Daten über eine begrenzte Anzahl von oral behandelten Schwangeren lassen jedoch nicht auf

fruchtschädigende Wirkungen von Verapamilhydrochlorid schließen. Tierstudien haben schädliche

Auswirkungen von Verapamilhydrochlorid auf die Nachkommen gezeigt.

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

darf Ihnen in der Schwangerschaft nicht intravenös verabreicht

werden.

Stillzeit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

darf Ihnen in der Stillzeit nicht intravenös verabreicht werden, da

der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Verapamilhydrochlorid

in Einzelfällen die Prolaktin-Sekretion steigern und eine spontane Milchabsonderung auslösen kann.

Falls Ihr Arzt entscheidet, dass Sie während der Stillzeit mit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

behandelt werden müssen, sollen Sie die Milch während dieser Zeit abpumpen und entsorgen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr,

zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in

verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel oder zu Beginn einer

Zusatzmedikation sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

kann

möglicherweise den Blutspiegel von Alkohol erhöhen und seine Elimination verlangsamen, wodurch

die Alkohol-Effekte verstärkt werden können.

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

enthält Natrium

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro

Ampulle, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.

3. Wie ist Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel

immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

nicht

anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da

Verapamil-

ratiopharm

®

5 mg/2 ml

sonst nicht richtig wirken kann.

Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht:

Initialdosis 5 mg Verapamilhydrochlorid (entsprechend 2 ml

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

ggf. nach 5-10 Minuten weitere 5 mg Verapamilhydrochlorid.

Falls erforderlich, kann eine anschließende Dauertropfinfusion von 5-10 mg Verapamilhydrochlorid

pro Stunde in isotonischer Natriumchlorid-, 5%iger Glucose-Lösung oder anderen geeigneten

Lösungen (pH < 6,5) erfolgen, im Durchschnitt bis zu einer Gesamtdosis von 100 mg

Verapamilhydrochlorid pro Tag.

Eingeschränkte Nierenfunktion:

Die derzeit verfügbaren Informationen werden im Abschnitt 2. „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“ beschrieben.

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion mit

Vorsicht und unter engmaschiger Beobachtung angewendet werden.

Eingeschränkte Leberfunktion:

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann die biologische Verfügbarkeit von

Verapamilhydrochlorid erheblich zunehmen. Deshalb sollte bei diesen Patienten die Dosierung mit

besonderer Sorgfalt erfolgen.

Dosierungsempfehlung für Kinder:

Bei Anzeichen einer tachykardiebedingten Herzinsuffizienz (energetische Erschöpfung des Myokards)

ist vor der intravenösen Gabe von Verapamilhydrochlorid eine Digitalisierung erforderlich.

0 – 1 Jahr: Nur unter zwingender Indikation, wenn keine Alternative verfügbar. In seltenen Fällen

traten schwere hämodynamische Zwischenfälle – einige von ihnen tödlich – nach intravenöser Gabe

von Verapamilhydrochlorid bei Neugeborenen und Säuglingen auf.

Alter

Dosis

Verapamilhydrochlorid

entsprechend

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

Neugeborene

0,75-1,0 mg

0,3-0,4 ml

Säuglinge

0,75-2,0 mg

0,3-0,8 ml

1-5 Jahre

2,0-3,0 mg

0,8-1,2 ml

6-14 Jahre

2,5-5,0 mg

1,0-2,0 ml

Die Injektion soll jeweils nur bis zum Wirkungseintritt erfolgen.

Art und Dauer der Anwendung:

Zum Einspritzen in die Vene.

Die intravenöse Gabe sollte langsam (Injektionsdauer mindestens 2 Minuten) unter Beobachtung des

Patienten, möglichst unter EKG- und Blutdruckkontrolle, erfolgen.

Falls nicht der gesamte Ampulleninhalt injiziert wird, so sind die Reste zu verwerfen.

Über die Dauer der intravenösen Behandlung entscheidet der behandelte Arzt.

Wird die Therapie der instabilen Angina pectoris intravenös mit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

begonnen, sollte so bald wie möglich auf eine orale Therapie mit Verapamilhydrochlorid umgestellt

werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

Verapamil-

ratiopharm

®

5 mg/2 ml

zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml angewendet haben, als Sie

sollten

Folgende Anzeichen und Symptome einer versehentlichen oder beabsichtigten Anwendung zu großer

Mengen von

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

können auftreten:

Schwerer Blutdruckabfall, Herzmuskelschwäche, Herzrhythmusstörungen (z. B. verlangsamter oder

beschleunigter Herzschlag, Störungen der Erregungsausbreitung im Herzen), die zum Herz-Kreislauf-

Schock und Herzstillstand führen können. Bewusstseinstrübung bis zum Koma, Erhöhung des

Blutzuckers, Absinken der Kalium-Konzentration im Blut, Abfall des pH-Wertes im Blut

(metabolische Azidose), Sauerstoffmangel im Körpergewebe (Hypoxie), Herz-Kreislauf-Schock mit

Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem), Beeinträchtigung der Nierenfunktion und Krämpfe.

Über Todesfälle wurde gelegentlich berichtet.

Beim Auftreten der oben genannten Symptome ist sofort ein Arzt/Notarzt zu benachrichtigen, der die

erforderlichen Maßnahmen einleitet.

Wenn Sie die Anwendung von Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml vergessen haben

Wenden Sie beim nächsten Mal nicht die doppelte Menge von

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben, sondern führen Sie die Anwendung, wie in der

Dosierungsanleitung beschrieben bzw. vom Arzt verordnet, fort.

Wenn Sie die Anwendung von Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml abbrechen

Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

nicht,

ohne dies vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.

Eine Beendigung der Behandlung mit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

sollte nach längerer

Behandlung grundsätzlich nicht plötzlich, sondern ausschleichend erfolgen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel

Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

-

Nervosität

-

Kopfschmerzen, Schwindel- bzw. Benommenheitsgefühl, Neuropathie (Erkrankungen des

Nervensystems)

-

Verlangsamte Herzschlagfolge (Bradykardie), Entstehung einer Herzmuskelschwäche bzw.

Verschlimmerung einer vorbestehenden Herzmuskelschwäche, übermäßiger Blutdruckabfall

und/oder Beschwerden durch Blutdruckabfall beim Wechsel der Körperlage vom Liegen oder

Sitzen zum Stehen (orthostatische Regulationsstörungen)

-

Flush (Gesichtsrötung mit Wärmegefühl), Hypotonie (erniedrigter Blutdruck)

-

Verstopfung, Übelkeit

-

Schmerzhafte Rötungen und Schwellungen der Gliedmaßen (Erythromelalgie)

-

Knöchelödeme (periphere Ödeme)

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

-

Verminderung der Glucosetoleranz

-

Herzklopfen (Palpitationen), beschleunigte Herzschlagfolge (Tachykardie)

-

Bauchschmerzen

-

Wahrscheinlich allergisch bedingte Leberentzündung (Hepatitis) mit Erhöhung der

leberspezifischen Enzyme

-

Müdigkeit

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

-

Schläfrigkeit/Benommenheit/Bewusstseinstrübung (Somnolenz)

-

Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheits- und Kältegefühl in den Gliedmaßen (Parästhesie),

Zittern (Tremor)

-

Ohrgeräusche (Tinnitus)

-

Erbrechen

-

Verstärktes Schwitzen (Hyperhidrose)

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

-

Sonnenbrandähnliche Hautreaktionen (Photodermatitis)

-

Verschlimmerung bestimmter Muskelerkrankungen (Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom,

fortgeschrittene Duchenne-Muskeldystrophie)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

-

Überempfindlichkeit

-

Zu hohe Kaliumkonzentration im Blut (Hyperkaliämie)

-

Störungen des unwillkürlichen Bewegungsablaufs (Extrapyramidale Symptome), Paralyse

(Tetraparese)

, Krämpfe

-

Schwindel (Vertigo)

-

Schwere Erregungsleitungsstörungen im Herzen (AV-Block (I., II., III. Grades)), Sinusstillstand,

Sinusbradykardie, Herzstillstand (Asystolie)

-

Verkrampfung der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmus), Kurzatmigkeit (Dyspnoe)

-

Abdominale Beschwerden, Zahnfleischwucherung (Gingivahyperplasie), Darmverschluss (Ileus)

-

Gewebeschwellungen, vor allem im Gesichtsbereich (Angioödem), schwere allergische

Hautreaktion mit schwerer Störung des Allgemeinbefindens (Stevens-Johnson-Syndrom),

Erythema multiforme, Haarausfall (Alopezie), Juckreiz (Pruritus), Punkt- oder fleckenförmige

Haut- bzw. Schleimhautblutungen (Purpura), Hautausschlag mit Flecken und Papeln

(makulopapulöse Exantheme), Nesselsucht (Urtikaria)

-

Gelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschwäche, Muskelschmerzen (Myalgie)

-

Niereninsuffizienz

-

Impotenz (erektile Dysfunktion), Milchfluss (Galaktorrhoe), Vergrößerung der männlichen

Brustdrüse (Gynäkomastie)

-

Prolaktinwerte im Blut erhöht

Es gab einen einzelnen Postmarketing-Bericht über Lähmungen (Paralyse; und zwar Schwäche in Armen

und Beinen (Tetraparese)) in Verbindung mit der gemeinsamen Anwendung von Verapamil (Wirkstoff in

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

) und Colchicin (Wirkstoff zur Gichtbehandlung).

Hinweis:

Bei Patienten mit Herzschrittmacher kann eine Funktionsbeeinflussung unter Verapamilhydrochlorid

nicht ausgeschlossen werden.

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie Ihren Arzt,

damit er über den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Maßnahmen

entscheiden kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nach Anbruch Rest verwerfen.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml enthält

Der Wirkstoff ist: Verapamilhydrochlorid.

Jede Ampulle mit 2 ml Injektionslösung enthält 5 mg Verapamilhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumchlorid, Salzsäure, Wasser für Injektionszwecke.

Inhalt der Packung

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

ist in Packungen mit 5 Ampullen erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

eptember 2015.

Versionscode: Z08

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Ampulle mit 2 ml Injektionslösung enthält 5 mg Verapamilhydrochlorid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Ampulle enthält 17 mg Natriumchlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Störungen der Herzschlagfolge bei:

- paroxysmaler supraventrikulärer Tachykardie

- Vorhofflimmern/Vorhofflattern mit schneller AV-Überleitung (außer beim WPW-Syndrom

oder Lown-Ganong-Levine-Syndrom, siehe unter Abschnitt 4.3).

Zur Initialbehandlung bei instabiler Angina pectoris, wenn Nitrate und/oder Beta-

Rezeptorenblocker nicht angezeigt sind.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht:

Initialdosis 5 mg Verapamilhydrochlorid (entsprechend 2 ml

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

Injektionslösung

), ggf. nach 5-10 Minuten weitere 5 mg Verapamilhydrochlorid.

Falls erforderlich, kann eine anschließende Dauertropfinfusion von 5-10 mg

Verapamilhydrochlorid/Stunde in isotonischer Natriumchlorid-, 5%iger Glucose- oder anderen

geeigneten Lösungen (pH

<

6,5) erfolgen, im Durchschnitt bis zu einer Gesamtdosis von 100

mg Verapamilhydrochlorid/Tag.

Eingeschränkte Nierenfunktion:

Die derzeit verfügbaren Informationen werden im Abschnitt 4.4 beschrieben.

Verapamilhydrochlorid sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion mit Vorsicht

und unter engmaschiger Beobachtung angewendet werden.

Eingeschränkte Leberfunktion:

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann die biologische Verfügbarkeit von

Verapamilhydrochlorid erheblich zunehmen. Deshalb sollte bei diesen Patienten die Dosierung

mit besonderer Sorgfalt erfolgen. Siehe auch Abschnitt 4.4.

Dosierungsempfehlung für Kinder:

Bei Anzeichen einer tachykardiebedingten Herzinsuffizienz (energetische Erschöpfung des

Myokards) ist vor der intravenösen Gabe von Verapamilhydrochlorid eine Digitalisierung

erforderlich.

0 – 1 Jahr: Nur unter zwingender Indikation, wenn keine Alternative verfügbar. In seltenen

Fällen traten schwere hämodynamische Zwischenfälle – einige von ihnen tödlich – nach

intravenöser Gabe von Verapamilhydrochlorid bei Neugeborenen und Säuglingen auf.

Alter

Dosis

Verapamilhydro

chlorid

Entsprechend

Neugeborene

0,75-1,0 mg

0,3-0,4 ml

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

Injektionslösung

Säuglinge

0,75-2,0 mg

0,3-0,8 ml

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

Injektionslösung

1-5 Jahre

2,0-3,0 mg

0,8-1,2 ml

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

Injektionslösung

6-14 Jahre

2,5-5,0 mg

1,0-2,0 ml

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

Injektionslösung

Die Injektion soll jeweils nur bis zum Wirkungseintritt erfolgen.

Art der Anwendung

Die intravenöse Injektion sollte langsam (Injektionsdauer mindestens 2 Minuten) unter

Beobachtung des Patienten, möglichst unter EKG- und Blutdruckkontrolle, erfolgen.

Falls nicht der gesamte Ampulleninhalt injiziert wird, so sind Reste zu verwerfen.

Wird die Therapie der instabilen Angina pectoris intravenös mit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2

ml Injektionslösung

begonnen, sollte so bald wie möglich auf eine orale Therapie mit

Verapamilhydrochlorid umgestellt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

darf nicht angewendet werden bei:

- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

- Herz-Kreislauf-Schock

- ausgeprägten Reizleitungsstörungen (wie z. B. SA- bzw. AV-Block II. und III. Grades; außer

bei Patienten mit Herzschrittmacher)

- Sinusknotensyndrom (außer bei Patienten mit Herzschrittmacher)

- Herzinsuffizienz mit einer reduzierten Auswurffraktion von weniger als 35 % und/oder einem

Verschlussdruck von mehr als 20 mmHg (sofern nicht Folge einer supraventrikulären

Tachykardie, die auf Verapamil anspricht)

- Vorhofflimmern/-flattern und gleichzeitigem Vorliegen akzessorischer Leitungsbahnen (z. B.

WPW- oder Lown-Ganong-Levine-Syndrom). Bei diesen Patienten besteht bei Verapamilgabe

ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Kammertachykardie, einschließlich

Kammerflimmern

- Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

- gleichzeitiger Gabe von Ivabradin (siehe Abschnitt 4.5)

Die intravenöse Applikation von

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

darf bei

Patienten mit gleichzeitiger Beta-Rezeptorenblockertherapie nicht erfolgen (Ausnahme

Intensivmedizin) (siehe auch Abschnitt 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Akuter Myokardinfarkt

Bei akutem Myokardinfarkt mit Komplikationen (Bradykardie, Hypotonie,

Linksherzinsuffizienz) ist

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

nur mit Vorsicht

anzuwenden.

Erregungsleitungsstörung/AV-Block I. Grades/Bradykardie/Asystolie

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

beeinflusst den AV- und den Sinus-Knoten

und verzögert die AV-Überleitung. Es ist mit Vorsicht anzuwenden, da ein AV-Block II. oder

III. Grades (Kontraindikation) oder ein unifaszikulärer, bifaszikulärer oder trifaszikulärer

Schenkelblock das Absetzen von Verapamilhydrochlorid und, falls erforderlich, das Einleiten

einer geeigneten Therapie notwendig macht.

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

beeinflusst den AV- und den Sinus-Knoten

und kann in seltenen Fällen einen AV-Block II. oder III. Grades, Bradykardie oder, im

Extremfall, eine Asystolie hervorrufen. Dies geschieht mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bei

Patienten mit einem Sinusknotensyndrom (Sick-Sinus-Syndrom), welches häufiger bei älteren

Patienten auftritt.

Bei Patienten, die nicht an einem Sinusknotensyndrom leiden, ist eine Asystolie normalerweise

von kurzer Dauer (ein paar Sekunden oder weniger), mit einer spontanen Rückkehr zu einem

AV-Knoten- oder normalen Sinusrhythmus. Sofern dies nicht umgehend eintritt, sollte

unverzüglich mit einer geeigneten Therapie begonnen werden. Siehe auch Abschnitt 4.8.

Antiarrhythmika, Betablocker und Inhalationsanästhetika

Antiarrhythmika (z. B. Flecainid, Disopyramid), Beta-Rezeptorenblocker (z. B. Metoprolol,

Propranolol) und Inhalationsanästhetika können bei gleichzeitiger Einnahme von

Verapamilhydrochlorid gegenseitig die kardiovaskulären Wirkungen (höhergradige AV-

Blockierung, höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzinsuffizienz,

verstärkte Blutdrucksenkung) verstärken (siehe auch Abschnitt 4.5).

Bei einem Patienten, der gleichzeitig Augentropfen mit Timolol (einem Betablocker) erhielt und

Verapamil einnahm, wurde eine asymptomatische Bradykardie (36 Schläge/Minute) mit einem

wandernden atrialen Schrittmacher beobachtet.

Digoxin

Bei gleichzeitiger Anwendung mit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

ist die

Digoxin-Dosis zu verringern. Siehe auch Abschnitt 4.5.

Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz-Patienten mit einer Auswurffraktion größer als 35 % sollten vor Beginn der

Behandlung mit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

kompensiert und

währenddessen adäquat therapiert werden.

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren („Statine“)

Siehe Abschnitt 4.5.

Erkrankungen mit beeinträchtigter neuromuskulärer Transmission

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

sollte bei Vorliegen von Erkrankungen mit

beeinträchtigter neuromuskulärer Übertragung (Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom,

fortgeschrittene Duchenne-Muskeldystrophie) mit Vorsicht angewendet werden.

Hypotonie

Bei Hypotonie (weniger als 90 mmHg systolisch) ist eine besonders sorgfältige Überwachung

erforderlich.

Besondere Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion

Obwohl in Vergleichsstudien zuverlässig gezeigt wurde, dass die beeinträchtigte Nierenfunktion

bei Patienten mit terminalem Nierenversagen keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von

Verapamil hat, legen einzelne Fallberichte nahe, dass Verapamil bei Patienten mit

beeinträchtigter Nierenfunktion nur mit Vorsicht und unter sorgfältiger Überwachung (EKG,

Blutdruck) angewendet werden sollte.

Verapamil kann nicht mittels Hämodialyse entfernt werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei stark eingeschränkter Leberfunktion nur mit Vorsicht anwenden (siehe auch Hinweise zur

eingeschränkten Leberfunktion im Abschnitt 4.2).

Eine besonders sorgfältige Überwachung ist erforderlich bei:

ventrikulären Tachykardien mit breitem QRS-Komplex (> 0,12 s)

akuter instabiler Angina pectoris. Hier muss die intravenöse Anwendung unter sorgfältiger

Indikationsstellung und strenger Überwachung erfolgen.

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol

(23 mg) Natrium pro Ampulle.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

In-vitro

-Studien haben gezeigt, dass Verapamil durch die Cytochrom-P450-Isoenzyme

CYP3A4, CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9 und CYP2C18 metabolisiert wird. Verapamil hemmt

CYP3A4 und P-Glycoprotein (P-gp).

Für Inhibitoren von CYP3A4, die erhöhte Plasmaspiegel von Verapamilhydrochlorid

verursachten, wurden klinisch signifikante Interaktionen gemeldet; Induktoren von CYP3A4

hingegen haben die Plasmaspiegel von Verapamilhydrochlorid gesenkt. Patienten sollten daher

hinsichtlich Wechselwirkungen beobachtet werden.

Die folgende Tabelle enthält einige mögliche pharmakokinetische Interaktionen:

Begleitmedikation

Mögliche Wirkung auf Verapamil

oder die Begleitmedikation

Bemerkung

Alphablocker

Prazosin

von Prazosin ↑ (~ 40 %), kein

Effekt auf die Halbwertzeit

Additiver blutdrucksenkender Effekt

Terazosin

↑ der AUC (~ 24 %) und c

(~ 25

%) von Terazosin

Additiver blutdrucksenkender Effekt

Andere Herztherapeutika

Ivabradin

↑ der AUC von Ivabradin

Die gleichzeitige Anwendung von

Verapamil mit Ivabradin ist

kontraindiziert aufgrund des

zusätzlichen Effektes von Verapamil

auf die Herzfrequenzsenkung durch

Ivabradin. Siehe Abschnitt 4.3.

Antiarrhythmika

Flecainid

Minimaler Effekt auf

Plasmaclearance von Flecainid (< ~

10 %); kein Effekt auf die

Plasmaclearance von Verapamil

Weitere Informationen siehe unter

Abschnitt 4.4 -Antiarrhythmika,

Betablocker und

Inhalationsanästhetika.

Chinidin

Clearance von oralem Chinidin ↓ (~

35 %)

Hypotonie.

Bei Patienten mit einer

hypertrophen obstruktiven

Kardiomyopathie kann ein

Lungenödem auftreten.

Amiodaron

Erhöhung des Amiodaron-

Plasmaspiegels

Antiasthmatika

Theophyllin

Orale und systemische Clearance

Die Reduktion der Theophyllin-

von Theophyllin ↓ um ~ 20 %

Clearance war bei Rauchern

weniger stark ausgeprägt (~ 11 %).

Antidepressiva

Imipramin

AUC von Imipramin ↑ (~ 15 %).

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Keine Auswirkung auf die Spiegel

des aktiven Metaboliten

Desipramin.

Antidiabetika

Glibenclamid

(~ 28 %) und AUC von

Glibenclamid ↑ (~ 26 %).

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Antikoagulanzien

Dabigatran

↑ der AUC (bis zu 150 %) und c

(bis zu 180 %) von Dabigatran bei

gleichzeitiger Verabreichung mit

einer schnell freisetzenden oralen

Formulierung von Verapamil 120 mg

Das Blutungsrisiko kann erhöht

sein. Die Dabigatran-Dosis sollte

reduziert werden (siehe

Produktinformation des Herstellers).

Weitere Informationen siehe unten.

Antikonvulsiva/Antiepileptika

Carbamazepin

AUC von Carbamazepin ↑ (~ 46 %)

bei Patienten mit refraktorischer

partieller Epilepsie.

Senkung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Erhöhte Carbamazepinspiegel.

Dies kann Carbamazepin-

Nebenwirkungen wie Diplopie,

Kopfschmerzen, Ataxie oder

Schwindel/Benommenheit auslösen.

Phenytoin

Verapamil-Plasmakonzentrationen ↓

Mittel gegen Gicht

Colchicin

↑ von AUC (~ 2,0-fach) und c

1,3-fach) von Colchicin

Reduktion der Colchicin-Dosis (die

gleichzeitige Einnahme von

Colchicin mit

Verapamilhydrochlorid wird nicht

empfohlen).

Antiinfektiva

Clarithromycin

Möglicherweise ↑ der Verapamil-

Spiegel

Erythromycin

Möglicherweise ↑ der Verapamil-

Spiegel

Rifampicin

Bei oraler Gabe von Verapamil ↓ der

AUC (~ 97 %), c

(~ 94 %) und

oralen Bioverfügbarkeit (~ 92 %)

von Verapamil.

Keine Änderung der PK bei

intravenöser Gabe von Verapamil.

Blutdrucksenkender Effekt

möglicherweise verringert.

Telithromycin

Möglicherweise ↑ der Verapamil-

Spiegel

Antineoplastika

Doxorubicin

Bei oraler Gabe von Verapamil ↑ der

AUC (104 %) und c

(61 %) von

Doxorubicin.

Bei Patienten mit kleinzelligem

Lungenkarzinom.

Keine signifikanten Änderungen der

PK von Doxorubicin bei intravenöser

Anwendung von Verapamil.

Bei Patienten mit fortgeschrittenen

Tumoren.

Azol-Fungistatika

Clotrimazol

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Ketoconazol

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Itraconazol

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Barbiturate

Phenobarbital

Clearance von oralem Verapamil ↑

(~ 5-fach)

Benzodiazepine und andere

Anxiolytika

Buspiron

AUC und c

von Buspiron ↑ (~

3,4-fach).

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels.

Midazolam

AUC (~ 3-fach) und c

(~ 2-fach)

von Midazolam ↑.

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels.

Betablocker

Metoprolol

Bei Patienten mit Angina pectoris ↑

der AUC (~ 32,5 %) und c

(~ 41

%) von Metoprolol.

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels.

Siehe Abschnitt 4.4.

Propranolol

Bei Patienten mit Angina pectoris ↑

der AUC (~ 65 %) und c

(~ 94 %)

von Propranolol.

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels.

Siehe Abschnitt 4.4.

Herzglykoside

Digitoxin

↓ der Gesamtclearance von Digitoxin

(~ 27 %) sowie der extrarenalen

Clearance (~ 29 %)

Digoxin

Bei Gesunden: c

von Digoxin ↑ (~

44 %), c

12 h

von Digoxin ↑ (~ 53 %),

von Digoxin ↑ (~ 44 %) und

AUC von Digoxin ↑ (~ 50 %).

Reduzieren der Digoxin-Dosis.

Siehe auch Abschnitt 4.4.

H2-Rezeptor-Antagonisten

Cimetidin

AUC ↑ von R- (~ 25 %) und S-

Verapamil (~ 40 %) mit

korrespondierender ↓ der Clearance

von R- und S-Verapamil

Cimetidin reduziert die Verapamil-

Clearance nach intravenöser Gabe

von Verapamil.

Immunologika/Immunsuppressiva

Ciclosporin

AUC, c

von Ciclosporin ↑ (~

45 %)

Everolimus

Everolimus-AUC ↑ (~ 3,5-fach), c

↑ (~ 2,3-fach), Verapamil: c

trough

↑ (~

2,3-fach)

Möglicherweise

Konzentrationsbestimmung und

Dosisanpassung von Everolimus

erforderlich.

Sirolimus

Sirolimus-AUC ↑ (~ 2,2-fach); S-

Verapamil-AUC ↑ (~ 1,5-fach)

Möglicherweise

Konzentrationsbestimmung und

Dosisanpassung von Sirolimus

erforderlich.

Tacrolimus

Tacrolimus-Spiegel möglicherweise

Lipidsenker/HMG-CoA-

Reduktase-Inhibitoren

Atorvastatin

Möglicher ↑ der Atorvastatin-

Spiegel.

AUC von Verapamil ↑ (~ 43 %)

Weitere Informationen siehe unten.

Lovastatin

Möglicher ↑ der Lovastatin-Spiegel.

AUC (~ 63 %) und c

(~ 32 %) von

Verapamil ↑

Weitere Informationen siehe unten.

Simvastatin

AUC (~ 2,6-fach) und c

(~ 4,6-

fach) von Simvastatin ↑

Weitere Informationen siehe unten.

Serotoninrezeptor-Agonisten

Almotriptan

AUC (~ 20 %) und c

(~ 24 %) von

Almotriptan ↑.

Erhöhung des

Verapamilhydrochlorid-

Plasmaspiegels

Urikosurika

Sulfinpyrazon

Orale Clearance von Verapamil ↑ (~

3-fach), Bioverfügbarkeit ↓ (~ 60 %).

Keine Änderung der PK bei

intravenöser Anwendung von

Verapamil.

Blutdrucksenkende Wirkung

möglicherweise reduziert.

Andere

Grapefruitsaft

↑ der AUC von R- (~ 49 %) bzw. S-

Verapamil (~ 37 %)

↑ der c

von R- (~ 75 %) bzw. S-

Verapamil (~ 51 %)

Eliminationshalbwertzeit und renale

Clearance nicht betroffen.

Während der Anwendung von

Verapamil sollten grapefruithaltige

Speisen und Getränke gemieden

werden.

Johanniskraut

↓ der AUC von R- (~ 78 %) bzw. S-

Verapamil (~ 80 %) mit

korrespondierender Senkung der c

Weitere Wechselwirkungen und zusätzliche Informationen:

Antivirale Arzneimittel gegen HIV

Aufgrund des hemmenden Potentials einiger antiviraler HIV-Arzneimittel, wie etwa Ritonavir,

können sich die Plasmakonzentrationen von Verapamil erhöhen. Sie sollten daher mit Vorsicht

angewendet, und die Dosis von Verapamil sollte ggf. gesenkt werden.

Ebenso kann Verapamilhydrochlorid durch eine Beeinflussung des Abbaus zu einer Erhöhung

des Plasmaspiegels dieser Arzneimittel führen.

Lithium

Bei gleichzeitiger Therapie mit Verapamilhydrochlorid und Lithium wurde eine erhöhte

Empfindlichkeit gegenüber den Lithium-Effekten (Neurotoxizität) gemeldet; die Lithiumspiegel

waren dabei unverändert oder stiegen an.

Die Gabe von Verapamilhydrochlorid hat jedoch auch zur Senkung der Lithiumspiegel im

Serum von Patienten, die dauerhaft oral mit Lithium behandelt wurden, geführt. Patienten, die

beide Wirkstoffe erhalten, sollten daher engmaschig beobachtet werden.

Muskelrelaxantien

Sowohl klinische wie auch tierexperimentelle Daten zeigen, dass Verapamilhydrochlorid

möglicherweise die Wirkungen von Muskelrelaxantien verstärken kann (Curare-Typ sowie

depolarisierende). Es kann daher erforderlich werden, die Verapamildosis und/oder die Dosis

des Muskelrelaxans zu verringern, wenn beide zusammen verabreicht werden.

Acetylsalicylsäure

Verstärkte Blutungsneigung.

Ethanol (Alkohol)

Verzögerung des Ethanolabbaus und Erhöhung der Ethanolplasmaspiegel, somit Verstärkung

der Alkoholwirkung durch Verapamil.

HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (Statine)

Bei Patienten, die Verapamil anwenden, sollte die Behandlung mit einem HMG-CoA-

Reduktase-Hemmer (z. B. Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin) mit der geringsten

möglichen Dosis begonnen und hochtitriert werden. Wird eine Behandlung mit Verapamil zu

einer bestehenden Therapie mit HMG-CoA-Reduktase-Hemmern (z. B. Simvastatin,

Atorvastatin oder Lovastatin) hinzugefügt, sollte an eine Reduktion der Statin-Dosis gedacht

werden, wobei gegen die Serum-Cholesterin-Konzentration zurück zu titrieren ist.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Verapamil und Simvastatin in höheren Dosen ist das Risiko

einer Myopathie/Rhabdomyolyse erhöht. Die Simvastatindosis sollte entsprechend angepasst

werden (siehe Produktinformation des Herstellers; siehe auch Abschnitt 4.4).

Fluvastatin, Pravastatin und Rosuvastatin werden nicht über das Cytochrom-P450-Isoenzym

3A4 metabolisiert. Eine Wechselwirkung mit Verapamil ist weniger wahrscheinlich.

Arzneimittel mit hoher Plasmaproteinbindung

Da Verapamilhydrochlorid zu einem hohen Prozentsatz an Plasmaproteine gebunden wird,

sollte es Patienten, die andere Arzneimittel mit hoher Plasmaproteinbindung erhalten, mit

Vorsicht verabreicht werden.

Antihypertensiva, Diuretika, Vasodilatatoren

Verstärkung des antihypertensiven Effekts mit dem Risiko eines übermäßigen Blutdruckabfalls.

Antiarrhythmika (z. B. Flecainid, Disopyramid), Beta-Rezeptorenblocker (z. B. Metoprolol,

Propranolol), Inhalationsanästhetika

Gegenseitige Verstärkung der kardiovaskulären Wirkungen (höhergradige AV-Blockierung,

höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzinsuffizienz, verstärkte

Blutdrucksenkung).

Die gleichzeitige intravenöse Applikation von Beta-Rezeptorenblockern darf bei Patienten

während der Behandlung mit intravenösen Verapamilhydrochlorid nicht erfolgen (Ausnahme

Intensivmedizin; siehe auch Abschnitt 4.3). Die gleichzeitige Anwendung intravenösen

Verapamilhydrochlorids und antiadrenerger Wirkstoffe kann zu einer übermäßigen

Blutdrucksenkung führen. Insbesondere bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen

wie z. B. schwerer Kardiomyopathie, kongestiver Herzinsuffizienz oder kürzlich erlittenem

Herzinfarkt stieg bei gleichzeitiger Verabreichung intravenöser Betablocker oder Disopyramid

zusammen mit intravenösem Verapamil das Risiko für diese Nebenwirkungen an, da beide

Substanzklassen die Myokardkontraktilität und AV-Überleitung unterdrücken (siehe auch

Abschnitt 4.8).

Inhalationsanästhetika

Wenn Inhalationsanästhetika und Calciumantagonisten wie

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml

Injektionslösung

gleichzeitig verabreicht werden, sollten beide sorgfältig titriert werden, um

eine übermäßige kardiovaskuläre Depression zu vermeiden.

Dabigatran

Wenn orales Verapamil zusammen mit Dabigatranetexilat (150 mg), einem P-gp Substrat,

verabreicht wurde, waren die C

- und AUC-Werte von Dabigatran erhöht. Die

Größenordnung dieser Veränderung ändert sich jedoch abhängig vom Zeitpunkt der Einnahme

und Darreichungsform von Verapamil.

Bei Verabreichung von 120 mg einer schnell freisetzenden oralen Formulierung von Verapamil

eine Stunde vor einer Dabigatranetexilat-Einzeldosis war C

von Dabigatran um ca. 180 %

erhöht und AUC um ca. 150 % erhöht. Wenn Verapamil 2 Stunden nach Dabigatranetexilat

eingenommen wurde, wurde keine relevante Interaktion beobachtet (Erhöhung C

Dabigatran um ca. 10 % und AUC um ca. 20 %).

Eine engmaschige klinische Überwachung wird empfohlen, wenn Verapamil mit

Dabigatranetexilat kombiniert wird, insbesondere beim Auftreten von Blutungen, vor allem bei

Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Verapamilhydrochlorid ist plazentagängig. Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der

intravenösen Anwendung von Verapamilhydrochlorid während der Schwangerschaft vor. Bei

der intravenösen Verabreichung besteht die Gefahr der Hypotonie und somit der Abnahme der

uteroplazentaren Perfusion mit dem Risiko der fetalen Hypoxie. Daten über eine begrenzte

Anzahl von oral behandelten Schwangeren lassen nicht auf teratogene Wirkungen von

Verapamilhydrochlorid schließen. Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität

gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Die intravenöse Verabreichung von

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

in der

Schwangerschaft ist kontraindiziert.

Stillzeit

Die intravenöse Verabreichung von Verapamilhydrochlorid ist während der Stillzeit

kontraindiziert, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass

Verapamilhydrochlorid in Einzelfällen Hyperprolaktinämie und Galaktorrhoe verursachen kann.

Bei zwingender Indikation in der Stillzeit muss für die Dauer der Behandlung das Stillen

unterbrochen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Behandlung mit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

bedarf der

regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen

kann das Reaktionsvermögen soweit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme

am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt

beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und

Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol. Verapamil kann möglicherweise

den Blutspiegel von Alkohol erhöhen und seine Elimination verlangsamen, wodurch die

Alkohol-Effekte verstärkt werden können.

4.8

Nebenwirkungen

Unter der Therapie mit

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

können die

nachfolgend genannten Nebenwirkungen auftreten.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

sehr häufig

≥ 1/10

häufig

≥ 1/100 bis < 1/10

gelegentlich

≥ 1/1.000 bis < 1/100

selten

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Schwindel- bzw.

Benommenheitsgefühl, gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Verstopfung, abdominale

Beschwerden), außerdem Bradykardie, Tachykardie, Palpitationen, Hypotonie, Flush, periphere

Ödeme sowie Müdigkeit.

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Überempfindlichkeit

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich:

Verminderung der Glukosetoleranz

Nicht bekannt: Hyperkaliämie

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:

Nervosität

Selten:

Somnolenz

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen, Schwindel- bzw. Benommenheitsgefühl, Neuropathie

Selten:

Parästhesie, Tremor

Nicht bekannt: Extrapyramidale Symptome, Paralyse (Tetraparese)

, Krämpfe

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Selten:

Tinnitus

Nicht bekannt: Vertigo

Herzerkrankungen

Häufig:

Bradykardie, Entstehung einer Herzinsuffizienz bzw. Verschlimmerung einer

vorbestehenden Herzinsuffizienz, übermäßiger Blutdruckabfall und/oder

orthostatische Regulationsstörungen

Gelegentlich:

Palpitationen, Tachykardie

Nicht bekannt: AV-Block (I., II., III. Grades), Sinusstillstand, Sinusbradykardie, Asystolie

Gefäßerkrankungen

Häufig:

Flush, Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nicht bekannt: Bronchospasmus, Dyspnoe

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Übelkeit, Obstipation

Gelegentlich:

Abdominale Schmerzen

Selten:

Erbrechen

Nicht bekannt: Abdominale Beschwerden, Ileus, Gingivahyperplasie

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich:

Wahrscheinlich allergisch bedingte Hepatitis mit reversibler Erhöhung der

leberspezifischen Enzyme

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig:

Erythromelalgie

Selten:

Hyperhidrose

Sehr selten:

Photodermatitis

Nicht bekannt: Angioödem, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme, Alopezie,

Juckreiz, Pruritus, Purpura, makulopapulöse Exantheme, Urtikaria

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten:

Verschlimmerung einer Myasthenia gravis, eines Lambert-Eaton-Syndroms und

einer fortgeschrittenen Duchenne-Muskeldystrophie

Nicht bekannt: Arthralgie, Muskelschwäche, Myalgie

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nicht bekannt: Niereninsuffizienz

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Nicht bekannt: Erektile Dysfunktion, Galaktorrhoe, Gynäkomastie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig:

Periphere Ödeme

Gelegentlich:

Müdigkeit

Untersuchungen

Nicht bekannt: Prolaktinwerte im Blut erhöht

Es gab einen einzelnen Postmarketing-Bericht über Paralyse (Tetraparese) in Verbindung mit der gemeinsamen

Anwendung von Verapamil und Colchicin. Dies könnte dadurch verursacht worden sein, dass Colchicin infolge der

Hemmung von CYP3A4 und P-gp durch Verapamil die Blut-Hirn-Schranke passiert hat. Siehe auch Abschnitt 4.5.

Hinweis:

Bei Patienten mit Herzschrittmacher kann eine Erhöhung der Pacing- und Sensingschwelle

unter Verapamilhydrochlorid nicht ausgeschlossen werden.

Bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen wie z. B. schwerer Kardiomyopathie,

kongestiver Herzinsuffizienz oder kürzlich erlittenem Herzinfarkt stieg bei gleichzeitiger

Verabreichung intravenöser Betablocker oder Disopyramid zusammen mit intravenösem

Verapamil das Risiko schwerwiegende Nebenwirkungen an, da beide Substanzklassen eine

kardiodepressive Wirkung haben (siehe auch Abschnitt 4.5).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung:

Die Intoxikationssymptome nach Vergiftungen mit Verapamilhydrochlorid verlaufen in

Abhängigkeit von der zugeführten Menge, dem Zeitpunkt der Entgiftungsmaßnahmen und der

kontraktilen Funktionsfähigkeit des Myokards (Altersabhängigkeit).

Folgende Symptome werden bei einer schweren Vergiftung mit Verapamil beobachtet:

Schwerer Blutdruckabfall, Herzinsuffizienz, bradykarde oder tachykarde

Herzrhythmusstörungen (z. B. junktionaler Rhythmus mit AV-Dissoziation und höhergradigem

AV-Block), die zum Herz-Kreislauf-Schock und Herzstillstand führen können.

Bewusstseinstrübung bis zum Koma, Hyperglykämie, Hypokaliämie, metabolische Azidose,

Hypoxie, kardiogener Schock mit Lungenödem, Beeinträchtigung der Nierenfunktion und

Konvulsionen. Todesfälle wurden gelegentlich berichtet.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung:

Therapeutisch stehen die Giftelimination und die Wiederherstellung stabiler Herz-Kreislauf-

Verhältnisse im Vordergrund.

Eine Hämodialyse ist wegen fehlender Dialysierbarkeit von Verapamilhydrochlorid nicht

sinnvoll, eine Hämofiltration und evtl. eine Plasmapherese (hohe Plasmaeiweißbindung der

Calcium-Antagonisten) wird jedoch empfohlen.

Übliche intensivmedizinische Wiederbelebungsmaßnahmen, wie extrathorakale Herzmassage,

Beatmung, Defibrillation bzw. Schrittmachertherapie.

Spezifische Maßnahmen:

Beseitigung von kardiodepressorischen Effekten, von Hypotonie und Bradykardie.

Bradykarde Herzrhythmusstörungen werden symptomatisch mit Atropin und/oder Beta-

Sympathomimetika (Isoprenalin, Orciprenalin) behandelt, bei bedrohlichen bradykarden

Herzrhythmusstörungen ist eine temporäre Schrittmachertherapie erforderlich. Eine Asystolie

sollte mit den üblichen Methoden behandelt werden, einschließlich betaadrenerger Stimulation

(Isoprenalin).

Als spezifisches Antidot gilt Calcium, z. B. 10-20 ml einer 10%igen Calciumgluconatlösung

intravenös (2,25-4,5 mmol), erforderlichenfalls wiederholt oder als Dauertropfinfusion (z. B. 5

mmol/Stunde).

Die Hypotonie als Folge von kardiogenem Schock und arterieller Vasodilatation wird mit

Dopamin (bis 25 µg/kg Körpergewicht/Minute), Dobutamin (bis 15 µg/kg

Körpergewicht/Minute), Adrenalin bzw. Noradrenalin behandelt. Die Dosierung dieser

Medikamente orientiert sich allein an der erzielten Wirkung. Der Serum-Calciumspiegel sollte

hochnormal bis leicht erhöht gehalten werden. In der Frühphase wird aufgrund der arteriellen

Vasodilatation zusätzlich Flüssigkeit substituiert (Ringer- oder Natriumchloridlösung).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Selektive Calciumkanalblocker mit vorwiegender

Herzwirkung, Phenylalkylaminderivate

ATC-Code: C08DA01

Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen

Verapamilhydrochlorid gehört zu der Gruppe der Calcium-Antagonisten. Diese Substanzen

haben eine hemmende Wirkung auf den Calciumeinstrom durch Muskelzellmembranen.

Verapamilhydrochlorid wirkt auch als Calcium-Antagonist an der glatten Muskulatur,

insbesondere im Bereich der Gefäße und des Magen-Darm-Traktes. Der Effekt auf die glatte

Gefäßmuskulatur äußert sich in einer Vasodilatation. Verapamilhydrochlorid hat als Calcium-

Antagonist auch einen deutlichen Effekt auf das Myokard. Die Wirkung auf den AV-Knoten

äußert sich in einer Verlängerung der Überleitungszeit. Im Bereich des Arbeitsmyokards kann

es zu einem negativ inotropen Effekt kommen.

Beim Menschen verursacht Verapamilhydrochlorid infolge der Vasodilatation eine Abnahme

des totalen peripheren Widerstandes. Es kommt zu keiner reflektorischen Zunahme des

Herzminutenvolumens. Dementsprechend sinkt der Blutdruck.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Verapamilhydrochlorid ist ein Racemat aus gleichen Anteilen des R- und des S-Enantiomers.

Verapamil wird weitgehend verstoffwechselt. Norverapamil ist einer von 12 Metaboliten, die im

Urin detektiert werden können; es hat 10 bis 20 % der pharmakologischen Aktivität von

Verapamil und macht 6 % des ausgeschiedenen Wirkstoffes aus.

Die Steady-State-Plasmakonzentrationen von Norverapamil und Verapamil sind vergleichbar.

Nach mehrmals täglicher Gabe wird der Steady State nach drei bis vier Tagen erreicht.

Verteilung

Verapamil wird in den Körpergeweben weitgehend verteilt, das Verteilungsvolumen beträgt

beim Gesunden 1,8 bis 6,8 l/kg. Verapamil wird zu 90 % an Plasmaproteine gebunden.

Biotransformation

Verapamil wird extensiv verstoffwechselt.

In-vitro

-Studien zeigen, dass Verapamil durch die

Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP3A4, CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9 und CYP2C18

verstoffwechselt wird. Bei gesunden Männern wird oral aufgenommenes Verapamil weitgehend

in der Leber metabolisert; 12 Metabolite wurden identifiziert, die meisten allerdings nur in

Spuren. Der größte Teil der Metabolite besteht aus verschiedenen N- und O-dealkylierten

Abbauprodukten von Verapamil. Von diesen hat nur das Norverapamil eine nennenswerte

pharmakologische Wirkung (etwa 20 % von derjenigen der Muttersubstanz); dies wurde in einer

Studie an Hunden beobachtet.

Elimination

Nach intravenöser Infusion wird Verapamil schnell bi-exponentiell eliminiert, mit einer

schnelleren frühen Distributionsphase (Halbwertzeit etwa vier Minuten) und einer langsameren

terminalen Eliminationsphase (Halbwertzeit zwei bis fünf Stunden).

Nach oraler Gabe beträgt die Eliminationshalbwertzeit von Verapamil drei bis sieben Stunden.

Etwa 50 % der verabreichten Dosis wird innerhalb von 24 Stunden renal eliminiert, 70 %

innerhalb von fünf Tagen. Bis zu 16 % werden mit den Faeces ausgeschieden. Etwa 3 bis 4 %

des renal ausgeschiedenen Wirkstoffs wird in seiner unveränderten Form ausgeschieden. Die

Gesamtclearance von Verapamil ist in etwa so groß wie der hepatische Blutfluss, etwa 1 l/h/kg

(Spanne: 0,7 bis 1,3 l/h/kg).

Es gibt große interindividuelle Unterschiede in der Clearance.

Besondere Patientengruppen

Pädiatrie

Für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen sind nur begrenzte Daten zur

Pharmakokinetik verfügbar. Nach intravenöser Gabe betrug die mittlere Halbwertzeit 9,17

Stunden, die durchschnittliche Clearance betrug 30 l/h, während sie bei einem 70 kg schweren

Erwachsenen 70 l/h beträgt. Die Plasmakonzentrationen im Steady State nach oraler Gabe

scheinen bei Kindern niedriger zu sein als bei Erwachsenen.

Ältere Patienten

Bei Patienten mit Bluthochdruck kann das Alter die pharmakokinetischen Effekte

möglicherweise beeinflussen. Die Eliminationshalbwertzeit kann bei älteren Patienten

verlängert sein. Die blutdrucksenkende Wirkung von Verapamil ist altersunabhängig.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Eine Einschränkung der Nierenfunktion hat keinen Effekt auf die Pharmakokinetik von

Verapamil; dies wurde in Vergleichsstudien an Patienten mit Nierenversagen im Endstadium

und Patienten mit gesunden Nieren gezeigt.

Durch Hämodialyse können Verapamil und Norverapamil nicht entfernt werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Halbwertzeit von Verapamil verlängert;

der Grund ist die niedrigere Clearance der oral aufgenommenen Substanz und das erhöhte

Verteilungsvolumen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In-vitro

- und

In-vivo

-Untersuchungen erbrachten keine Hinweise auf mutagene Wirkungen von

Verapamilhydrochlorid.

Eine Langzeitstudie an der Ratte ergab keinen Hinweis auf ein tumorerzeugendes Potenzial von

Verapamilhydrochlorid.

Embryotoxizitätsstudien an Kaninchen und Ratten haben bis zu Tagesdosen von 15 mg/kg bzw.

60 mg/kg keine Hinweise auf ein teratogenes Potenzial ergeben. Bei der Ratte traten jedoch im

maternal-toxischen Bereich Embryoletalität und Wachstumsretardierungen (geringeres Gewicht

der Nachkommen) auf.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid

Salzsäure

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Verapamil-ratiopharm

®

5 mg/2 ml Injektionslösung

ist inkompatibel mit alkalischen Lösungen

(z. B. Hydrogencarbonat-Lösung), da es zur Ausfällung der Verapamilbase kommt.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

Nach Anbruch Rest verwerfen.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Keine besonderen Anforderungen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 5 Ampullen

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

5414.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 11. Januar 1985

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17. Januar 2008

10.

STAND DER INFORMATION

März 2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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