Venlafaxin Sandoz retard 75 mg Hartkapsel, retardiert

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Venlafaxinhydrochlorid
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
ATC-Code:
NO6AX16
INN (Internationale Bezeichnung):
venlafaxine hydrochloride
Darreichungsform:
Hartkapsel, retardiert
Zusammensetzung:
Venlafaxinhydrochlorid 84.87mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
72993.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg

Venlafaxin 75 mg pro Hartkapsel, retardiert

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind (siehe

Abschnitt 4).

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Venlafaxin Sandoz retard 75 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg beachten?

Wie ist Venlafaxin Sandoz retard 75 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Venlafaxin Sandoz retard 75 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Venlafaxin Sandoz retard 75 mg und wofür wird es angewendet?

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg ist ein Antidepressivum, welches zu einer Gruppe von

Arzneimitteln gehört, die als Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI)

bezeichnet werden. Diese Arzneimittelgruppe wird zur Behandlung von Depressionen und

anderen Leiden wie Angsterkrankungen angewendet. Man geht davon aus, dass Menschen, die

an Depressionen und/oder Angsterkrankungen leiden, niedrigere Serotonin- und

Noradrenalinspiegel im Gehirn aufweisen. Es ist nicht vollständig geklärt, auf welche Weise

Antidepressiva wirken, aber sie können helfen, indem sie die Serotonin-und Noradrenalinspiegel

im Gehirn erhöhen.

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg ist ein Arzneimittel für Erwachsene, die an Depressionen

leiden. Venlafaxin Sandoz retard 75 mg ist auch ein Arzneimittel für Erwachsene, die an den

folgenden Angsterkrankungen leiden: generalisierte Angststörung, soziale Angststörung (Furcht

vor oder Vermeiden von sozialen Situationen) und Panikstörung (Panikattacken). Eine

angemessene Behandlung der Depression oder Angsterkrankung ist wichtig, um Ihnen dabei zu

helfen, sich davon zu erholen. Wenn es nicht behandelt wird, kann Ihr Leiden anhalten, es kann

ernster werden und schwieriger zu behandeln sein.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg beachten?

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Venlafaxin, Gelborange S (E110) oder einen der in Abschnitt 6

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie außerdem Arzneimittel einnehmen oder innerhalb der letzten 14 Tage

eingenommen haben, welche als irreversible Monoaminoxidasehemmer (MAOI) bekannt sind

und zur Behandlung einer Depression oder der Parkinsonschen Erkrankung verwendet

werden. Die gleichzeitige Einnahme eines irreversiblen MAOI zusammen mit Venlafaxin

Sandoz retard 75 mg kann schwere oder sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen

hervorrufen. Außerdem müssen Sie nach Beendigung der Einnahme von Venlafaxin Sandoz

retard 75 mg mindestens 7 Tage warten, bevor Sie einen MAOI einnehmen (siehe auch

Abschnitt „Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg zusammen mit anderen

Arzneimitteln“ und die Information in diesem Abschnitt über das „Serotonin-Syndrom“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte auf Sie zutreffen, teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt

mit, bevor Sie Venlafaxin Sandoz retard 75 mg einnehmen:

wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, welche bei gleichzeitiger Einnahme mit Venlafaxin

Sandoz retard 75 mg das Risiko erhöhen könnten, ein Serotonin-Syndrom zu entwickeln

(siehe Abschnitt „Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg zusammen mit anderen

Arzneimitteln“)

wenn Sie Augenerkrankungen wie bestimmte Arten eines Glaukoms (erhöhter

Augeninnendruck) haben

wenn Ihre Vorgeschichte Bluthochdruck aufweist

wenn Ihre Vorgeschichte Herzbeschwerden aufweist

wenn Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie Herzrhythmusstörungen haben

wenn Ihre Vorgeschichte Anfälle (Krämpfe) aufweist

wenn Ihre Vorgeschichte niedrige Natrium-Blutwerte (Hyponatriämie) aufweist

wenn bei Ihnen die Neigung besteht, blaue Flecken zu entwickeln oder leicht zu bluten

(Blutgerinnungsstörungen in der Vorgeschichte), oder wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen, die das Blutungsrisiko erhöhen können, z. B. Arzneimittel mit dem Wirkstoff

Warfarin (zur Verhinderung von Blutgerinnseln)

wenn Ihre Vorgeschichte Manie bzw. eine bipolare Störung (Gefühl, übererregt oder

euphorisch zu sein) aufweist oder jemand in Ihrer Familie daran gelitten hat

wenn Ihre Vorgeschichte aggressives Verhalten aufweist

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg kann das Gefühl der Ruhelosigkeit oder einer Unfähigkeit,

still zu sitzen oder zu stehen, in den ersten Wochen der Behandlung hervorrufen. Sie sollten

es Ihrem Arzt mitteilen, wenn dies bei Ihnen auftritt.

Suizidgedanken und Verschlechterung Ihrer Depression oder Angststörung

Wenn Sie depressiv sind und/oder an Angststörungen leiden, können Sie manchmal

Gedanken daran haben, sich selbst zu verletzen oder Suizid zu begehen. Solche

Gedanken können bei der erstmaligen Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein, denn

alle diese Arzneimittel brauchen einige Zeit, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen,

manchmal auch länger.

Das Auftreten derartiger Gedanken ist wahrscheinlicher,

wenn Sie bereits früher einmal Gedanken daran hatten, sich das Leben zu nehmen oder

daran gedacht haben, sich selbst zu verletzen

wenn Sie ein junger Erwachsener sind. Ergebnisse aus klinischen Studien haben ein

erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen im Alter bis 25

Jahre gezeigt, die an einer psychiatrischen Erkrankung litten und mit einem Antidepressivum

behandelt wurden.

Gehen Sie zu Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf, wenn Sie zu

irgendeinem Zeitpunkt Gedanken daran entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben

zu nehmen.

Es kann hilfreich sein, wenn Sie einem Freund oder Verwandten erzählen, dass Sie

depressiv sind oder an einer Angststörung leiden. Bitten Sie diese Personen, diese

Packungsbeilage zu lesen. Fordern Sie sie auf, Ihnen mitzuteilen, wenn sie den Eindruck haben,

dass sich Ihre Depression oder Angstzustände verschlimmern oder wenn sie sich Sorgen über

Verhaltensänderungen bei Ihnen machen.

Mundtrockenheit

Über Mundtrockenheit wird bei 10 % der mit Venlafaxin behandelten Patienten berichtet. Dies

kann das Risiko für Zahnfäule (Karies) erhöhen. Daher sollten Sie besonders auf Ihre

Zahnhygiene achten.

Diabetes

Ihr Blutzuckerspiegel kann durch Venlafaxin Sandoz retard 75 mg verändert sein. Daher müssen

die Dosierungen Ihrer Diabetes-Arzneimittel möglicherweise angepasst werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg sollte normalerweise nicht bei Kindern und Jugendlichen unter

18 Jahren angewendet werden. Zudem sollten Sie wissen, dass Patienten unter 18 Jahren bei

Einnahme dieser Klasse von Arzneimitteln ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie

Suizidversuch, suizidale Gedanken und Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität,

oppositionelles Verhalten und Wut) aufweisen. Dennoch kann Ihr Arzt einem Patienten unter 18

Jahren dieses Arzneimittel verschreiben, wenn er entscheidet, dass dies im bestmöglichen

Interesse des Patienten ist. Wenn Ihr Arzt einem Patienten unter 18 Jahren dieses Arzneimittel

verschrieben hat und Sie darüber sprechen möchten, wenden Sie sich bitte erneut an Ihren Arzt.

Sie sollten Ihren Arzt benachrichtigen, wenn bei einem Patienten unter 18 Jahren, der

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg einnimmt, eines der oben aufgeführten Symptome auftritt oder

sich verschlimmert. Darüber hinaus sind die langfristigen sicherheitsrelevanten Auswirkungen

dieses Arzneimittels in Bezug auf Wachstum, Reifung und kognitive Entwicklung sowie

Verhaltensentwicklung in dieser Altersgruppe noch nicht nachgewiesen worden.

Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Ihr Arzt sollte entscheiden, ob Sie Venlafaxin Sandoz retard 75 mg zusammen mit anderen

Arzneimitteln einnehmen können.

Beginnen oder beenden Sie die Einnahme von Arzneimitteln einschließlich nicht

verschreibungspflichtiger Arzneimittel, Naturheilmittel oder pflanzlicher Heilmittel nicht, bevor

Sie dies mit Ihrem Arzt oder Apotheker überprüft haben.

Monoaminooxidasehemmer, die zur Behandlung von Depressionen oder der Parkinson-

Krankheit angewendet werden, dürfen nicht zusammen mit Venlafaxin Sandoz retard 75

mg eingenommen werden. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie diese Arzneimittel

innerhalb der letzten 14 Tage eingenommen haben. (MAOI: siehe Abschnitt „Was sollten Sie

vor der Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg beachten?“).

Serotonin-Syndrom:

Ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand oder Reaktionen ähnlich einem malignen

Neuroleptika-Syndrom (MNS) (siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“)

können unter Behandlung mit Venlafaxin auftreten, besonders wenn es mit anderen

Arzneimitteln eingenommen wird.

Beispiele für solche Arzneimittel sind:

Triptane (werden bei Migräne angewendet)

andere Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, z. B. SNRI, SSRI, trizyklische

Antidepressiva oder Arzneimittel, die Lithium enthalten

Arzneimittel, die Linezolid, ein Antibiotikum, enthalten (werden zur Behandlung von

Infektionen angewendet)

Arzneimittel, die Moclobemid, einen MAOI, enthalten (werden zur Behandlung einer

Depression angewendet)

Arzneimittel, die Sibutramin enthalten (wird bei Gewichtsreduktion angewendet)

Arzneimittel, die Tramadol, Fentanyl, Tapentadol, Pethidin oder Pentazocin enthalten

(werden zur Behandlung von starken Schmerzen angewendet)

Arzneimittel, die Dextromethorphan enthalten (werden zur Behandlung von Husten

angewendet)

Arzneimittel, die Methadon enthalten (werden zur Behandlung von einer Opiat-

Abhängigkeit oder von starken Schmerzen angewendet)

Arzneimittel, die Methylenblau enthalten (angewandt zur Behandlung hoher Werte von

Methämoglobin)

Präparate, die Johanniskraut enthalten (auch Hypericum perforatum genanntes

Naturheilmittel bzw. pflanzliches Heilmittel zur Behandlung einer leichten Depression)

Präparate, die Tryptophan enthalten (angewendet z. B. bei Schlafbeschwerden und

Depressionen)

Antipsychotika (zur Behandlung einer Erkrankung mit Symptomen wie Hören, Sehen

oder Fühlen von Dingen, die nicht da sind, falschen Vorstellungen, ungewöhnlichem

Misstrauen, unklarer Argumentation und Sich-Zurückziehen)

Die Anzeichen und Symptome für ein Serotonin-Syndrom können eine Kombination aus

dem Folgenden beinhalten:

Ruhelosigkeit, Sinnestäuschungen, Koordinationsverlust, beschleunigter Herzschlag,

erhöhte Körpertemperatur, rasche Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall,

Koma, Übelkeit, Erbrechen.

In seiner schwersten Form kann ein Serotonin-Syndrom einem malignem Neuroleptika-

Syndrom (MNS) ähneln. Anzeichen und Symptome des MNS können eine Kombination aus

Fieber, beschleunigtem Herzschlag, Schwitzen, schwerer Muskelsteifheit, Verwirrtheit und

erhöhten Muskelenzymen (nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung) sein.

Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich oder gehen Sie in die Notaufnahme des

nächstgelegenen Krankenhauses, wenn Sie meinen, dass bei Ihnen ein Serotonin-

Syndrom aufgetreten ist.

Informieren Sie Ihren Arzt unbedingt, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die Ihren

Herzrhythmus beeinflussen.

Solche Arzneimittel sind z. B.:

Antiarrhythmika wie Chinidin, Amiodaron, Sotalol oder Dofetilid (zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen)

Antipsychotika wie Thioridazin (siehe auch Serotonin-Syndrom oben)

Antibiotika wie Erythromycin oder Moxifloxacin (zur Behandlung von bakteriellen

Infektionen)

Antihistaminika (zur Behandlung von Allergien)

Die folgenden Arzneimittel können ebenfalls mit Venlafaxin Sandoz retard 75 mg

wechselwirken und sollten mit Vorsicht angewendet werden. Besonders ist es wichtig, Ihrem

Arzt oder Apotheker mitzuteilen, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die die folgenden Wirkstoffe

enthalten:

Ketoconazol (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen)

Haloperidol oder Risperidon (zur Behandlung psychiatrischer Leiden)

Metoprolol (ein Betablocker zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzbeschwerden)

Empfängnisverhütungsmittel

Während der Behandlung mit Venlafaxin wurde von ungeplanten Schwangerschaften bei

Patientinnen berichtet, die orale Kontrazeptiva (Empfängnisverhütungsmittel) eingenommen

hatten. Es gibt keinen klaren Beweis, dass diese Schwangerschaften das Ergebnis einer

Wechselwirkung mit Venlafaxin waren.

Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg zusammen mit Nahrungsmitteln,

Getränken und Alkohol

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg sollte mit den Mahlzeiten eingenommen werden (siehe

Abschnitt 3 „Wie ist Venlafaxin Sandoz retard 75 mg einzunehmen?“).

Sie sollten Alkohol meiden, während Sie Venlafaxin Sandoz retard 75 mg einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Sie sollten Venlafaxin Sandoz retard 75 mg nur einnehmen, nachdem Sie den möglichen

Nutzen und die möglichen Risiken für Ihr ungeborenes Kind mit Ihrem Arzt besprochen

haben. Vergewissern Sie sich, dass Ihre Hebamme und/oder Ihr Arzt wissen, dass Sie

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg einnehmen.

Ähnliche Arzneimittel wie dieses (so genannte SSRI) können, wenn sie während der

Schwangerschaft (insbesondere im letzten Drittel) eingenommen werden, zu einer primären

oder persistierenden pulmonalen Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) führen, einer

ernsthaften Gesundheitsbeeinträchtigung des Neugeborenen, die sich darin zeigt, dass das

Neugeborene schneller atmet und eine Blaufärbung der Haut aufweist. Diese Symptome

beginnen normalerweise während der ersten 24 Stunden nach der Geburt. Bitte nehmen Sie

in einem solchen Fall sofort mit Ihrer Hebamme und/oder Ihrem Arzt Kontakt auf.

Wenn Sie dieses Arzneimittel während der Schwangerschaft einnehmen, können bei Ihrem

Kind nach der Geburt weitere Beschwerden auftreten: schlechte Nahrungsaufnahme in

Verbindung mit Schwierigkeiten bei der Atmung. Wenn Sie diese Beschwerden bei Ihrem

Kind nach der Geburt feststellen und Sie darüber besorgt sind, wenden Sie sich an Ihren Arzt

und/oder Ihre Hebamme, welcher/welche Ihnen Rat geben kann.

Stillzeit

Venlafaxin geht in die Muttermilch über. Es besteht das Risiko einer Wirkung auf das Kind. Sie

sollten daher diese Angelegenheit mit Ihrem Arzt besprechen, der dann darüber entscheiden

wird, ob Sie das Stillen beenden oder die Behandlung mit Venlafaxin Sandoz retard 75 mg

beenden sollten.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Setzen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs und bedienen Sie keine

Werkzeuge oder Maschinen, bevor Sie nicht wissen, wie dieses Arzneimittel Sie

beeinflusst.

Dieses Arzneimittel enthält Sucrose. Bitte nehmen Sie Venlafaxin Sandoz retard 75 mg erst

nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Venlafaxin Sandoz retard 75 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Die übliche empfohlene Anfangsdosis zur Behandlung der Depression, der generalisierten

Angststörung und der sozialen Angststörung beträgt 75 mg täglich. Die Dosis kann von Ihrem

Arzt allmählich und, falls erforderlich, bei Depression bis auf eine maximale Dosis von 375 mg

täglich erhöht werden. Wenn Sie wegen einer Panikstörung behandelt werden, wird Ihr Arzt mit

einer niedrigeren Dosis (37,5 mg) beginnen und danach die Dosis schrittweise erhöhen. Die

maximale Dosis beträgt bei generalisierter Angststörung, sozialer Angststörung und

Panikstörung 225 mg täglich.

Nehmen Sie Venlafaxin Sandoz retard 75 mg jeden Tag etwa zur gleichen Zeit, entweder

morgens oder abends, ein. Die Kapseln müssen ganz mit Flüssigkeit geschluckt werden und

dürfen nicht geöffnet, zerdrückt, zerkaut oder aufgelöst werden.

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg sollte mit den Mahlzeiten eingenommen werden.

Wenn bei Ihnen Leber- oder Nierenprobleme bestehen, teilen Sie dies Ihrem Arzt mit, weil

eine andere Dosierung von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg erforderlich sein kann.

Brechen Sie die Einnahme dieses Arzneimittels nicht ab, ohne vorher Ihren Arzt zu

konsultieren (siehe Abschnitt „Wenn Sie die Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg

abbrechen“).

Wenn Sie eine größere Menge von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg eingenommen haben,

als Sie sollten

Konsultieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie eine größere Menge

dieses Arzneimittels eingenommen haben als von Ihrem Arzt verschrieben.

Die Symptome einer eventuellen Überdosierung können einen raschen Herzschlag,

Änderungen des Wachheitsgrades (von Schläfrigkeit bis Koma reichend), verschwommenes

Sehen, Krämpfe oder Anfälle und Erbrechen einschließen.

Wenn Sie die Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis versäumt haben, nehmen Sie diese ein, sobald Ihnen dies auffällt. Wenn

es aber Zeit ist, Ihre nächste Dosis einzunehmen, überspringen Sie die versäumte Dosis und

nehmen nur eine einzelne Dosis wie üblich ein. Nehmen Sie nicht mehr als die Ihnen

verschriebene Tagesdosis von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg ein.

Wenn Sie die Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg abbrechen

Brechen Sie Ihre Behandlung nicht ab oder reduzieren Sie nicht die Dosis, ohne Rücksprache

mit Ihrem Arzt gehalten zu haben, selbst wenn Sie sich besser fühlen. Wenn Ihr Arzt der

Ansicht ist, dass Sie Venlafaxin Sandoz retard 75 mg nicht mehr benötigen, wird er/sie Sie

möglicherweise anweisen, die Dosis langsam zu reduzieren, bevor die Behandlung ganz

beendet wird. Es ist bekannt, dass Nebenwirkungen auftreten, wenn Patienten die Einnahme

dieses Arzneimittels beenden, vor allem, wenn es plötzlich abgesetzt oder die Dosis zu schnell

reduziert wird. Bei einigen Patienten kann es zu Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindelgefühl,

Benommenheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Albträumen, Mundtrockenheit, vermindertem

Appetit, Übelkeit, Durchfall, Nervosität, Unruhe, Verwirrtheit, Ohrgeräuschen, Kribbeln oder

selten auch zu stromschlagähnlichen Empfindungen, Schwächegefühl, Schwitzen,

Krampfanfällen oder grippeähnlichen Symptomen kommen.

Ihr Arzt wird Sie anweisen, wie Sie die Behandlung mit Venlafaxin Sandoz retard 75 mg

schrittweise beenden sollten. Wenn Sie eine der aufgeführten oder andere Nebenwirkungen

bei sich bemerken, die Sie belasten, fragen Sie Ihren Arzt um weiteren Rat.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, brechen Sie die Einnahme von

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg ab. Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt bzw.

suchen Sie die Notfallambulanz des nächstgelegenen Krankenhauses auf:

Engegefühl in der Brust, pfeifendes Atmen, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen

Anschwellen des Gesichts, des Rachens, der Hände oder Füße

Nervosität oder Angst, Schwindelgefühl, pochende Empfindungen, plötzliches Erröten der

Haut und/oder Wärmegefühl

starker Ausschlag, Jucken oder Nesselsucht (erhabene rote oder blasse Hautflecken, die oft

jucken)

Zeichen und Symptome eines Serotonin-Syndroms, die Unruhe, Halluzinationen, Verlust der

Koordination, schneller Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, schnelle Veränderungen des

Blutdrucks, überaktive Reflexe, Durchfall, Koma, Übelkeit und Erbrechen umfassen können.

In seiner schwersten Form kann ein Serotonin-Syndrom einem malignem Neuroleptika-

Syndrom (MNS) ähneln. Anzeichen und Symptome des MNS können eine Kombination sein

aus Fieber, beschleunigtem Herzschlag, Schwitzen, schwerer Muskelsteifheit, Verwirrtheit

und erhöhten Muskelenzymen (nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung).

Andere Nebenwirkungen, die Sie Ihrem Arzt mitteilen sollten, umfassen:

Husten, Keuchen, Kurzatmigkeit und eine hohe Temperatur

schwarzer Stuhl (Teerstuhl) oder Blut im Stuhl

gelbe Haut oder Augen, Juckreiz oder dunkler Urin, die Symptome einer Entzündung der

Leber (Hepatitis) sein können

Beschwerden des Herzens, wie beschleunigte oder unregelmäßige Herzfrequenz, erhöhter

Blutdruck

Beschwerden der Augen, wie verschwommenes Sehen, geweitete Pupillen

Beschwerden des Nervensystems, wie Schwindelgefühl, Kribbeln (Ameisenlaufen),

Bewegungsstörungen, Krämpfe oder Anfälle

psychiatrische Beschwerden, wie Hyperaktivität und Euphorie (Gefühl ungewöhnlich

übererregt zu sein)

Entzugserscheinungen (siehe Abschnitt „Wie ist Venlafaxin Sandoz retard 75 mg

einzunehmen?“ und „Wenn Sie die Einnahme von Venlafaxin Sandoz retard 75 mg

abbrechen“)

verlängerte Blutungsdauer - wenn Sie sich schneiden oder verletzen, kann es etwas länger

als normal dauern, bis die Blutung gestillt ist.

Seien Sie unbesorgt, falls Sie kleine weiße Körnchen oder Kügelchen nach Einnahme von

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg in Ihrem Stuhl bemerken. In den Venlafaxin Sandoz retard 75

mg Kapseln befinden sich Sphäroide bzw. kleine weiße Kügelchen, die den Wirkstoff Venlafaxin

enthalten. Diese Sphäroide werden von der Kapsel in Ihren Magen-Darm-Trakt abgegeben.

Während die Sphäroide Ihren Magen-Darm-Trakt passieren, wird langsam Venlafaxin

abgegeben. Das Sphäroid-„Gerippe“ bleibt ungelöst zurück und wird mit Ihrem Stuhl

ausgeschieden. Deshalb wurde, auch wenn Sie eventuell Sphäroide in Ihrem Stuhl bemerken,

Ihre Venlafaxin-Dosis aufgenommen.

Vollständige Auflistung der Nebenwirkungen

Sehr häufig (kann mehr als 1 Behandelten von 10 betreffen)

Schwindelgefühl, Kopfschmerz

Übelkeit, Mundtrockenheit

Schwitzen (einschließlich Nachtschweiß)

Häufig (kann bis zu 1 Behandelten von 10 betreffen)

verminderter Appetit

Verwirrtheit; Gefühl, von sich selbst abgetrennt (oder abgehoben) zu sein,

ausbleibender Orgasmus, verminderter Geschlechtstrieb, Nervosität, Schlaflosigkeit,

ungewöhnliche Trauminhalte

Schläfrigkeit, Zittern, Kribbeln (Ameisenlaufen), erhöhte Muskelspannung

Sehstörungen einschließlich verschwommenem Sehen, erweiterten Pupillen,

Unfähigkeit des Auges automatisch zwischen Objekten in der Ferne und der Nähe

scharfzustellen

Ohrgeräusche (Tinnitus)

Herzklopfen

Blutdruckanstieg, Hitzewallung

Gähnen

Verstopfung, Erbrechen, Durchfall

erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens, Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Unregelmäßigkeiten bei der Menstruation, z. B. verstärkte Blutung oder verstärkt

unregelmäßige Blutung, Ejakulations- und Orgasmusstörungen (beim Mann), erektile

Dysfunktion (Impotenz)

Erschöpfung (Asthenie), Abgeschlagenheit, Schüttelfrost

erhöhter Cholesterinspiegel

Gelegentlich (kann bis zu 1 Behandelten von 100 betreffen)

Trugwahrnehmungen; Gefühl, von der Wirklichkeit abgetrennt (oder abgehoben) zu

sein, Agitiertheit, Orgasmusstörungen (bei der Frau), Verringerung von

Gefühlen/Emotionen, Gefühl, übererregt oder euphorisch zu sein, Zähneknirschen

Gefühl der Ruhelosigkeit oder Unfähigkeit, still zu sitzen oder still zu stehen,

Ohnmachtsanfälle, unwillkürliche Bewegungen der Muskeln, Einschränkung der

Koordination und des Gleichgewichts, Geschmacksveränderung

schneller Herzschlag, Schwindelgefühl (vor allem beim zu schnellem Aufstehen)

Atemnot

Erbrechen von Blut, schwarzer, teerartiger Stuhl (Fäzes) oder Blut im Stuhl, was ein

Anzeichen einer inneren Blutung sein kann

allgemeine Schwellung der Haut, vor allem im Gesicht, im Mund, auf der Zunge, im

Rachenbereich oder an Händen und Füßen und/oder ein gesteigerter juckender

Hautausschlag (Nesselsucht) können auftreten, Überempfindlichkeit gegenüber

Sonnenlicht, Hautblutungen (blaue Flecken), Hautausschlag, ungewöhnlicher

Haarausfall

Harnverhalt

Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme

Selten (kann bis zu 1 Behandelten von 1.000 betreffen)

Krampfanfälle

Unfähigkeit, die Harnentleerung zu kontrollieren (Harninkontinenz)

Überaktivität, rasende Gedanken und vermindertes Schlafbedürfnis (Manie)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Abnahme der Anzahl der Plättchen in Ihrem Blut, was zu einem erhöhten Risiko führt,

blaue Flecken zu entwickeln oder zu bluten; Erkrankungen des Blutes, wodurch das

Risiko einer Infektion erhöht sein kann

geschwollenes Gesicht oder Zunge, Kurzatmigkeit oder Atemschwierigkeiten, oft

zusammen mit Hautausschlägen (dies kann eine schwere allergische Reaktion sein)

übermäßige Wassereinlagerung (bekannt als SIADH)

Verringerung der Natriumkonzentration im Blut

suizidale Gedanken und suizidales Verhalten:

Es wurden Fälle berichtet, bei denen es während der Venlafaxin-Therapie oder direkt

nach Behandlungsende zu suizidalen Gedanken und suizidalen Verhalten gekommen

ist (siehe Abschnitt 2 „Was sollten Sie vor der Einnahme von Venlafaxin Sandoz

retard 75 mg beachten?“)

Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit, oft von Trugwahrnehmungen begleitet

(Delirium), Aggression

Fieber mit Muskelstarre, Verwirrtheit oder Unruhe sowie Schwitzen oder ruckartige

Bewegungen Ihrer Muskeln, die Sie nicht beeinflussen können. Dies können

Symptome eines ernsten Zustands sein, der als malignes neuroleptisches Syndrom

bekannt ist.

euphorische Stimmung, Benommenheit, anhaltende schnelle Augenbewegungen,

Unbeholfenheit, Ruhelosigkeit, Gefühl der Betrunkenheit, Schwitzen oder starre

Muskeln, die Symptome eines Serotonin-Syndroms sind

Steifigkeit, Verkrampfungen und unwillkürliche Bewegungen der Muskeln

starke Augenschmerzen und verschlechtertes oder verschwommenes Sehen

Schwindel

Blutdruckabfall; abnormer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, was zur

Ohnmacht führen kann, unerklärliche Blutungen, z. B. Zahnfleischbluten, Blut im Urin

oder in Erbrochenem oder das Auftreten unerklärlicher blauer Flecken oder verletzter

Blutgefäße (Ader oder Vene)

Husten, keuchendes Atmen, Kurzatmigkeit und eine erhöhte Temperatur, die

Symptome einer Lungenentzündung in Verbindung mit einem Anstieg der weißen

Blutkörperchen sind (pulmonale Eosinophilie)

starke Bauch- oder Rückenschmerzen (was auf ernste Darm-, Leber- oder

Bauchspeicheldrüsen-Beschwerden hinweisen könnte)

Juckreiz, Gelbfärbung der Haut oder der Augen, dunkel gefärbter Urin oder

grippeähnliche Symptome, die Symptome einer Entzündung der Leber (Hepatitis)

sind, leichte Veränderungen der Leberenzymwerte im Blut

Hautausschlag, der in starke Blasenbildung und Hautabschälung übergehen kann,

Juckreiz, milder Ausschlag

unerklärliche Muskelschmerzen, -empfindlichkeit oder -schwäche (Rhabdomyolyse)

abnorme Milchbildung

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg verursacht manchmal Nebenwirkungen, die Sie möglicherweise

nicht erkennen, wie z. B. ein Blutdruckanstieg oder Störungen der Herzfrequenz, leichte

Veränderungen der Werte der Leberenzyme, des Natrium- oder Cholesterinspiegels im Blut.

Seltener kann Venlafaxin Sandoz retard 75 mg die Funktion Ihrer Blutplättchen verringern und

zu einem erhöhten Risiko für Hautblutungen (blaue Flecken) und Blutungen führen. Daher

möchte Ihr Arzt bei Ihnen eventuell gelegentlich Blutuntersuchungen durchführen, vor allem,

wenn Sie Venlafaxin Sandoz retard 75 mg eine längere Zeit einnehmen.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Gelborange S (E110) kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Venlafaxin Sandoz retard 75 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Packung nach „verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker,

wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum

Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Venlafaxin Sandoz retard 75 mg enthält

Der Wirkstoff ist Venlafaxin.

1 Hartkapsel, retardiert enthält 84,87 mg Venlafaxinhydrochlorid, entsprechend 75 mg

Venlafaxin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Zucker-Stärke-Pellets, Hyprolose, Hypromellose, Talkum, Ethylcellulose, Dibutyldecandioat,

Ölsäure, hochdisperses Siliciumdioxid

Kapselhülle:

Gelatine, Natriumdodecylsulfat, Chinolingelb (E 104), Titandioxid (E 171), Gelborange S

(E110)

Wie Venlafaxin Sandoz retard 75 mg aussieht und Inhalt der Packung

Hartkapseln, retardiert mit transparentem Kapselunterteil und gelbem Kapseloberteil

Blisterverpackungen 14, 50 und 100 Hartkapseln, retardiert

HDPE Flaschen mit HDPE Verschlüssen

mit 100 Hartkapseln, retardiert (Schüttware) erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Dieselstrasse 5

70839 Gerlingen

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

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Dragenopharm Apotheker Püschl GmbH

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Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2015.

Fachinformation

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg

Hartkapsel, retardiert

2. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung

Wirkstoff: Venlafaxin

Eine Hartkapsel, retardiert enthält 84,870 mg Venlafaxinhydrochlorid,

entsprechend 75 mg Venlafaxin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Sucrose, Gelborange S (E110)

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Hartkapsel, retardiert

Venlafaxin Sandoz retard 75 mg sind Hartkapseln mit einem gelben Kapseloberteil und einem

farblosen, transparenten Kapselunterteil.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung von Episoden einer Major Depression

Zur Prävention des Wiederauftretens neuer depressiver Episoden (Rezidivprophylaxe)

Behandlung der generalisierten Angststörung

Behandlung der sozialen Angststörung

Behandlung der Panikstörung, mit oder ohne Agoraphobie

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Episoden einer Major Depression

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich.

Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus

Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 375 mg/Tag Nutzen ziehen.

Dosiserhöhungen können in Abständen von 2 Wochen oder länger erfolgen. Falls aufgrund der

Symptomschwere klinisch angezeigt, können Dosiserhöhungen in häufigeren, aber nicht

geringeren Abständen als 4 Tagen erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach

einer klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis

sollte beibehalten werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere

Monate oder länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen

fallweise neu überprüft werden. Eine Langzeitbehandlung kann auch bei der Rezidivprophylaxe

von Episoden einer Major Depression (MDE) angebracht sein. In den meisten Fällen ist die

empfohlene Dosis zur Rezidivprophylaxe der MDE dieselbe wie die, welche während der

aktuellen Episode verwendet wurde.

Nach der Remission sollte die antidepressive medikamentöse Behandlung über mindestens

sechs Monate fortgesetzt werden.

Generalisierte Angststörung

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich.

Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus

Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag Nutzen ziehen.

Dosiserhöhungen können in Abständen von 2 Wochen oder länger erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach

einer klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis

sollte beibehalten werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere

Monate oder länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen

fallweise neu überprüft werden.

Soziale Angststörung

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich. Es gibt

keine Belege dafür, dass höhere Dosen von zusätzlichem Nutzen sind.

Jedoch können bei Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen,

Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag erwogen werden.

Dosiserhöhungen können in Abständen von 2 Wochen oder länger erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach

einer klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis

sollte beibehalten werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere

Monate oder länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen

fallweise neu überprüft werden.

Panikstörung

Es wird empfohlen, eine Dosis von täglich 37,5 mg retardiertem Venlafaxin für sieben Tage

anzuwenden. Danach sollte die Dosis auf täglich 75 mg erhöht werden. Patienten, die nicht auf

die Dosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen

Dosis von 225 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2 Wochen

oder länger erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach

einer klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte

beibehalten werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere

Monate oder länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen

fallweise neu überprüft werden.

Anwendung bei älteren Patienten

Allein aufgrund des Alters wird keine spezifische Dosisanpassung von Venlafaxin für erforderlich

gehalten. Jedoch sollte die Behandlung älterer Personen mit Vorsicht erfolgen (z.B. wegen einer

beeinträchtigten Nierenfunktion, der Möglichkeit von Änderungen der

Neurotransmittersensitivität oder -affinität, welche während des Alterns auftreten). Es sollte stets

die niedrigste wirksame Dosis verwendet und die Patienten sorgfältig beobachtet werden, wenn

eine Dosiserhöhung erforderlich ist.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

Venlafaxin wird zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Kontrollierte klinische Studien mit Kindern und Jugendlichen mit einer Major Depression

konnten eine Wirksamkeit nicht demonstrieren und stützen den Gebrauch von Venlafaxin bei

diesen Patienten nicht (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Venlafaxin für andere Indikationen bei Kindern

und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren sind nicht belegt.

Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter oder mäßiger Leberfunktionseinschränkung sollte im Allgemeinen

eine Dosisreduktion um 50 % in Betracht gezogen werden. Jedoch kann aufgrund der

interindividuellen Variabilität der Clearance eine individuelle Dosisanpassung erwünscht

sein.

Es liegen limitierte Daten für Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung vor.

Vorsicht ist ratsam und eine Dosisreduktion um mehr als 50 % sollte in Betracht gezogen

werden. Bei der Therapie von Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung sollte der

mögliche Nutzen gegen das Risiko abgewogen werden.

Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Obwohl keine Änderung der Dosierung bei Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate

(GFR) zwischen 30 und 70 ml/min erforderlich ist, wird zur Vorsicht geraten. Bei

hämodialysepflichtigen Patienten sowie Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der

Nierenfunktion (GFR < 30 ml/min) sollte die Dosis um 50 % reduziert werden. Aufgrund der

interindividuellen Variabilität der Clearance dieser Patienten kann eine individuelle

Dosisanpassung erwünscht sein.

Absetzsymptome bei Beendigung einer Behandlung mit Venlafaxin

Ein plötzliches Absetzen sollte vermieden werden. Bei Beendigung einer Behandlung mit

Venlafaxin sollte die Dosis über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Wochen

schrittweise reduziert werden, um das Risiko von Absetzerscheinungen zu verringern (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.8). Wenn nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark

beeinträchtigende Absetzerscheinungen auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt

eingenommene Dosis erneut einzunehmen, um diese dann nach Anweisung des Arztes in

nunmehr kleineren Schritten zu reduzieren.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

Es wird empfohlen, die retardierten Venlafaxin-Kapseln mit einer Mahlzeit täglich etwa zur

gleichen Zeit einzunehmen. Die Kapseln müssen ganz mit Flüssigkeit geschluckt und dürfen

nicht geteilt, zerdrückt, zerkaut oder aufgelöst werden.

Patienten, die mit Venlafaxin-Tabletten behandelt werden, können auf retardierte Venlafaxin-

Kapseln mit der am besten entsprechenden Tagesdosis umgestellt werden. Beispielsweise

können Venlafaxin-Tabletten 37,5 mg zweimal täglich auf retardierte Venlafaxin-Kapseln 75 mg

einmal täglich umgestellt werden. Individuelle Dosisanpassungen können erforderlich sein.

Retardierte Venlafaxin-Kapseln enthalten Sphäroide, die den Wirkstoff langsam in den

Verdauungstrakt abgeben. Der unlösliche Anteil dieser Sphäroide wird ausgeschieden und kann

in den Fäzes sichtbar sein.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Gelborange S oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile.

Eine gleichzeitige Behandlung mit irreversiblen Monoaminooxidase-Inhibitoren (MAOI) ist

aufgrund des Risikos eines Serotonin-Syndroms mit Symptomen wie Agitation, Tremor und

Hyperthermie kontraindiziert. Die Behandlung mit Venlafaxin darf frühestens 14 Tage nach

Beendigung der Behandlung mit einem irreversiblen MAOI eingeleitet werden.

Die Anwendung von Venlafaxin muss mindestens 7 Tage vor Beginn einer Therapie mit

einem irreversiblen MAOI beendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung

Depressive Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von

Suizidgedanken, selbstschädigendem Verhalten und Suizid (Suizid-bezogene Ereignisse)

verbunden. Dieses erhöhte Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Linderung der

Symptome kommt. Da diese nicht unbedingt schon während der ersten Behandlungswochen

auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht

werden. Die bisherige klinische Erfahrung zeigt, dass das Suizidrisiko zu Beginn einer

Behandlung ansteigen kann.

Andere psychiatrische Erkrankungen, für die Venlafaxin verschrieben wird, können ebenso mit

einem erhöhten Risiko für Suizid-bezogene Ereignisse einhergehen. Außerdem können diese

Erkrankungen zusammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression)

auftreten. Daher sollten bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen die gleichen

Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden wie bei der Behandlung von depressiven

Erkrankungen.

Bei Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie

ausgeprägte Suizidabsichten hatten, ist das Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken oder -

versuchen erhöht. Sie sollten daher während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht

werden. Eine Meta-Analyse von Placebo-kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von

Antidepressiva bei Erwachsenen mit psychiatrischen Störungen zeigte für Patienten unter 25

Jahren, die Antidepressiva einnahmen, ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich

zu Placebo.

Die Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen Überwachung der Patienten, vor allem

der Patienten mit hohem Suizidrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach

Dosisanpassungen einhergehen. Patienten (und deren Betreuer) sind auf die Notwendigkeit

einer Überwachung hinsichtlich jeder klinischen Verschlechterung, des Auftretens von

suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken und ungewöhnlicher Verhaltensänderungen

hinzuweisen. Sie sollten unverzüglich medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome

auftreten.

Kinder und Jugendliche

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

Venlafaxin Sandoz retard sollte nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18

Jahren angewendet werden. Suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken)

sowie Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) wurden in

klinischen Studien häufiger bei mit Antidepressiva behandelten Kindern und Jugendlichen

beobachtet als bei Kindern und Jugendlichen, die mit Placebo behandelt wurden. Sollte

aufgrund klinischer Notwendigkeit dennoch die Entscheidung für eine Behandlung getroffen

werden, ist der Patient im Hinblick auf das Auftreten suizidaler Symptome sorgfältig zu

überwachen. Darüber hinaus fehlen Langzeitdaten zur Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen

in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung.

Serotonin-Syndrom

Wie bei anderen serotonergen Wirkstoffen kann ein Serotonin-Syndrom, ein potentiell

lebensbedrohlicher Zustand,unter Behandlung mit Venlafaxin auftreten, insbesondere bei

gleichzeitiger Anwendung von anderen Substanzen, die das serotonerge

Neurotransmittersystem beeinflussen können (einschließlich Triptane, SSRI, SNRI, Lithium,

Sibutramine, Johanniskraut [Hypericum perforatum], Fentanyl und seine Analoga, Tramadol,

Dextromethorphan, Tapentadol, Pethidin, Methadon und Pentazocin), von medizinischen

Wirkstoffen, die den Stoffwechsel von Serotonin beeinträchtigen (z.B. MAOIs wie Methylenblau)

von Serotonin-Präkursoren (wie z.B. Tryptophan-Nahrungsergänzungsmittel) oder von

Antipsychotika oder anderen Dopaminantagonisten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Die Symptome eines Serotonin-Syndroms können Änderungen des mentalen Status (z.B.

Agitation, Halluzination, Koma), autonome Instabilität (z.B. Tachykardie, labiler Blutdruck,

Hyperthermie), neuromuskuläre Abweichungen (z.B. Hyperreflexie, Inkoordination) und/oder

gastrointestinale Symptome (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) einschließen. Das

Serotonin-Syndrom in seiner schwersten Form kann dem MNS ähneln, das Hyperthermie,

Muskelsteife, autonome Instabilität mit möglicherweise raschen Schwankungen von

Vitalzeichen und Änderungen des seelischen Zustands umfasst.

Falls die gleichzeitige Behandlung mit Venlafaxin und anderen Wirkstoffen, die das serotonerge

und/oder dopaminerge Neurotransmittersystem beeinflussen können, klinisch gerechtfertigt ist,

eine

sorgfältige

Überwachung

Patienten

angeraten,

insbesondere

Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen.

Die geichzeitige Anwendung von Venlafaxin mit Serotonin-Präkursoren (wie z.B. Tryptophan-

Nahrungsergänzungsmitteln) wird nicht empfohlen.

Engwinkelglaukom

Unter Venlafaxin kann eine Mydriasis auftreten. Es wird empfohlen, Patienten mit

erhöhtem Augeninnendruck oder Patienten mit einem Risiko für ein akutes

Engwinkelglaukom (Winkelblockglaukom) sorgfältig zu überwachen.

Blutdruck

Über einen dosisabhängigen Blutdruckanstieg bei Venlafaxin wurde häufig berichtet. Es wurde

nach Markteinführung über einige Fälle von stark erhöhtem Blutdruck berichtet, der eine

sofortige Behandlung erforderte. Alle Patienten sollten sorgfältig auf Bluthochdruck überprüft

und ein schon bestehender Bluthochdruck sollte vor Behandlungsbeginn eingestellt werden.

Der Blutdruck sollte nach Behandlungsbeginn und nach Dosiserhöhungen regelmäßig

kontrolliert werden. Vorsicht ist geboten bei Patienten, deren Gesundheitszustand durch eine

Erhöhung des Blutdrucks beeinträchtigt werden könnte, z.B. bei solchen mit beeinträchtigter

kardialer Funktion.

Herzfrequenz

Erhöhungen der Herzfrequenz können insbesondere bei höherer Dosierung auftreten. Vorsicht

ist geboten bei Patienten, deren Gesundheitszustand durch eine Erhöhung der Herzfrequenz

beeinträchtigt werden könnte.

Herzerkrankung und Risiko einer Arrhythmie

Venlafaxin wurde nicht bei Patienten mit kürzlich zurückliegendem Myokardinfarkt oder instabiler

Herzerkrankung evaluiert. Daher sollte es bei diesen Patienten mit Vorsicht angewandt werden.

Seit Markteinführung wurde bei Anwendung von Venlafaxin über Fälle von QTc-Verlängerung,

Torsade de Pointes (TdP), ventrikuläre Tachykardie und tödlich verlaufende

Herzrhythmusstörungen berichtet - insbesondere bei Überdosierung oder bei Patienten mit

erhöhtem Risiko für QTc-Verlängerung/TdP. Das Risiko-Nutzen-Verhältnis sollte abgewogen

werden, bevor Venlafaxin Patienten mit einem hohen Risiko für schwere

Herzrhythmusstörungen oder QTc-Verlängerung verordnet wird.

Krampfanfälle

Unter der Behandlung mit Venlafaxin können Krampfanfälle auftreten. Wie bei allen

Antidepressiva sollte die Behandlung mit Venlafaxin bei Patienten mit Krampfanfällen in der

Vorgeschichte mit Vorsicht begonnen und die betroffenen Patienten sorgfältig überwacht

werden. Die Behandlung sollte bei jedem Patienten beendet werden, bei dem sich

Krampfanfälle entwickeln.

Hyponatriämie

Es können Fälle von Hyponatriämie und/oder das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion

(SIADH) unter Behandlung mit Venlafaxin auftreten. Dies wurde meist bei Patienten mit

Volumenmangel oder dehydrierten Patienten berichtet. Bei älteren Patienten, bei Diuretika

einnehmenden Patienten sowie Patienten mit anderweitigem Volumenmangel kann das Risiko

hierfür erhöht sein.

Abnorme Blutungen

Arzneimittel, welche die Serotoninaufnahme inhibieren, können zu einer reduzierten

Plättchenfunktion führen. Blutungen, die mit der SSRI- und SNRI-Anwendung assoziiert sind,

reichten von Ekchymosen, Hämatomen, Epistaxis und Petechien bis hin zu gastrointestinalen

und lebensbedrohlichen Blutungen. Das Risiko von Blutungen kann bei Patienten, die

Venlafaxin einnehmen, erhöht sein. Wie bei anderen Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren

sollte Venlafaxin bei Patienten mit einer Prädisposition für Blutungen, einschließlich auf

Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer eingestellte Patienten, vorsichtig

angewendet werden.

Serum-Cholesterin

Klinisch relevante Cholesterinspiegelerhöhungen wurden bei 5,3 % der mit Venlafaxin

behandelten Patienten und 0,0 % der mit Placebo behandelten Patienten beobachtet, die

mindestens 3 Monate lang in placebokontrollierten Studien behandelt wurden. Eine

Bestimmung des Cholesterinspiegels sollte bei einer Langzeitbehandlung erwogen werden.

Gleichzeitige Gabe von Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion

Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Behandlung mit Venlafaxin in Kombination mit

Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion, einschließlich Phentermin, sind nicht erwiesen. Eine

Kombination von Venlafaxin mit Wirkstoffen zur Gewichtsabnahme wird nicht empfohlen.

Venlafaxin ist weder als Mono- noch als Kombinationstherapie für die Gewichtsreduktion

zugelassen.

Manie/Hypomanie

Eine Manie/Hypomanie kann bei einem kleinen Teil der Patienten mit einer affektiven Störung

auftreten, die Antidepressiva einschließlich Venlafaxin erhalten haben. Wie bei anderen

Antidepressiva auch, sollte Venlafaxin bei Patienten mit bipolarer affektiver Störung in ihrer bzw.

der familiären Vorgeschichte mit Vorsicht verwendet werden.

Aggression

Aggression kann bei einer geringen Anzahl von Patienten auftreten, die Antidepressiva

einschließlich Venlafaxin erhalten haben. Hierüber wurde zu Behandlungsbeginn, bei

Änderungen der Dosis und bei Beendigung der Behandlung berichtet.

Bei Patienten mit Aggression in der Vorgeschichte sollte Venlafaxin, wie andere Antidepressiva

auch, mit Vorsicht verwendet werden.

Absetzreaktionen bei Beendigung der Behandlung

Absetzreaktionen treten bei einer Beendigung der Behandlung häufig auf, besonders wenn die

Behandlung plötzlich abgebrochen wird (siehe Abschnitt 4.8). In klinischen Studien traten

Nebenwirkungen bei Beendigung der Behandlung (während und nach der Dosisreduktion) bei

etwa 31 % der Patienten auf, die mit Venlafaxin behandelt wurden und bei 17 % der Patienten,

die Placebo einnahmen.

Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich Dauer

der Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion. Schwindelgefühl,

Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesien), Schlafstörungen (einschließlich

Schlaflosigkeit und intensiver Träume), Erregtheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen,

Zittern und Kopfschmerzen sind die am häufigsten berichteten Reaktionen. Im Allgemeinen sind

diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei einigen Patienten können sie jedoch

schwerwiegend sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der

Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen bei Patienten nach

unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis berichtet. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome

von selbst zurück und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie

länger anhalten (2-3 Monate oder länger). Es wird daher empfohlen, bei einer Beendigung der

Behandlung mit Venlafaxin die Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten

schrittweise zu reduzieren, entsprechend den Bedürfnissen des Patienten (siehe Abschnitt 4.2).

Akathisie/psychomotorische Unruhe

Die Anwendung von Venlafaxin wurde mit der Entwicklung von Akathisien in Verbindung

gebracht, die charakterisiert sind durch eine subjektiv unangenehme oder als quälend erlebte

Ruhelosigkeit und Notwendigkeit sich zu bewegen, oft zusammen mit einer Unfähigkeit, still zu

sitzen oder still zu stehen. Dies tritt am ehesten während der ersten Behandlungswochen auf.

Für Patienten, bei denen solche Symptome auftreten, kann eine Dosiserhöhung schädlich sein.

Mundtrockenheit

Über Mundtrockenheit wird bei 10 % der mit Venlafaxin behandelten Patienten berichtet. Dies

kann das Risiko für Karies erhöhen und die Patienten sollten auf die Wichtigkeit einer

Dentalhygiene hingewiesen werden.

Diabetes

Bei Patienten mit Diabetes kann durch die Behandlung mit SSRI oder Venlafaxin die

Blutzuckereinstellung beeinflusst sein. Die Dosierung von Insulin und/oder oralen Antidiabetika

muss möglicherweise angepasst werden.

Beeinträchtigung von Urintests

Bei Patienten, die Venlafaxin eingenommen haben, wurden bei Urin-Immuntests falsch-positive

Testergebnisse auf Phencyclidin (PCP) und Amphetamine berichtet. Grund dafür ist die

fehlende Spezifität der Immuntests. Solche falsch-positiven Testergebnisse können über

mehrere Tage nach Absetzen der Venlafaxin-Therapie erwartet werden. Bestätigende

Untersuchungen, wie z. B. Gaschromatographie/Massenspektrometrie, werden Venlafaxin

gegenüber PCP und Amphetaminen differenzieren.

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption

oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Venlafaxin Sandoz retard nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Monoaminooxidase-Hemmer (MAOI)

Irreversible nicht-selektive MAOI

Venlafaxin darf nicht in Kombination mit irreversiblen nicht-selektiven MAOI angewendet

werden. Eine Behandlung mit Venlafaxin darf frühestens 14 Tage nach Beendigung einer

Behandlung mit einem irreversiblen nicht-selektiven MAOI eingeleitet werden. Die Anwendung

von Venlafaxin muss mindestens 7 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem irreversiblen

nicht-selektiven MAOI beendet sein (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Reversibler selektiver MAO-A-Inhibitor (Moclobemid)

Aufgrund des Risikos eines Serotonin-Syndroms wird die Kombination von Venlafaxin mit

einem reversiblen und selektiven MAOI, z.B. Moclobemid, nicht empfohlen. Nach einer

Behandlung mit einem reversiblen MAO-Inhibitor kann vor Beginn einer Behandlung mit

Venlafaxin eine Absetzperiode verwendet werden, die kürzer als 14 Tage ist. Es wird

empfohlen, Venlafaxin mindestens 7 Tage vor Beginn einer Behandlung mit einem

reversiblen MAOI abzusetzen (siehe Abschnitt 4.4).

Reversible nicht-selektive MAOI (Linezolid)

Das Antibiotikum Linezolid ist ein schwacher reversibler und nicht-selektiver MAOI und

sollte Patienten, die mit Venlafaxin behandelt werden, nicht gegeben werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Schwere Nebenwirkungen wurden bei Patienten berichtet, bei denen ein MAOI kurz vor

Beginn der Behandlung mit Venlafaxin bzw. Venlafaxin kurz vor Beginn der Behandlung mit

einem MAOI abgesetzt wurde. Diese Nebenwirkungen umfassten Tremor, Myoklonus,

Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, Hitzewallungen, Schwindelgefühl und Fieber mit Merkmalen,

die dem malignen neuroleptischen Syndrom ähnelten, Krampfanfälle sowie Todesfälle.

Serotonin-Syndrom

Wie bei anderen serotonergen Wirkstoffen kann unter Behandlung mit Venlafaxin ein Serotonin-

Syndrom, ein möglicherweise lebensbedrohlicher Zustand, auftreten; insbesondere bei

gleichzeitiger Einnahme anderer Substanzen, die das serotonerge Neurotransmittersystem

beeinflussen können (einschließlich Triptane, SSRI, SNRI, Lithium, Sibutramin, Johanniskraut

[Hypericum perforatum], Fentanyl und seine Analoga, Tramadol, Dextromethorphan,

Tapentadol, Pethidin, Methadon und Pentazocin), von Arzneimitteln, die den Serotonin-

Stoffwechsel beeinträchtigen (z.B. MAOI wie Methylenblau), von Serotonin-Präkursoren (z.B.

als Tryptophan-Nahrungsergänzungsmittel) oder von Antipsychotika oder anderen

Dopaminantagonisten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Wenn aus klinischen Gründen eine gleichzeitige Behandlung mit Venlafaxin und einem SSRI,

einem SNRI oder einem Serotoninrezeptor-Agonisten (Triptan) nötig ist, wird zu einer

sorgfältigen Beobachtung des Patienten besonders zu Beginn der Behandlung und bei

Dosiserhöhungen geraten. Die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin und Serotonin-

Präkursoren (z. B. Tryptophan-Ergänzungsmittel) wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

ZNS-aktive Substanzen

Das Risiko der Anwendung von Venlafaxin in Kombination mit anderen ZNS-aktiven

Substanzen wurde nicht systematisch evaluiert. Daher ist Vorsicht ratsam, wenn Venlafaxin in

Kombination mit anderen ZNS-aktiven Substanzen eingenommen wird.

Ethanol

Es wurde gezeigt, dass Venlafaxin die durch Ethanol verursachte Beeinträchtigung

geistiger und motorischer Fähigkeiten nicht verstärkt. Jedoch sollten wie bei allen ZNS-

aktiven Substanzen die Patienten darauf hingewiesen werden, den Alkoholkonsum zu

vermeiden.

Substanzen, die das QTc-Intervall verlängern

Das Risiko einer QTc-Verlängerung und/oder ventrikulären Arrhythmie (z.B. TdP) ist bei der

gleichzeitigen Anwendung mit anderen Substanzen, die das QTc-Intervall verlängern, erhöht.

Die gleichzeitige Einnahme mit solchen Substanzen sollte daher vermieden werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Dies beinhaltet folgende Arzneimittelklassen:

Klasse-Ia- und -III-Antiarrhythmika (z.B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid)

manche Antipsychotika (z.B. Thioridazin)

manche Makrolide (z.B. Erythromycin)

manche Antihistaminika

manche Chinolon-Antibiotika (z.B. Moxifloxacin)

Diese Auflistung ist nicht vollständig. Auch die gleichzeitige Einnahme von einzelnen anderen

Substanzen, die das QT-Intervall signifikant erhöhen, sollte vermieden werden.

Wirkung anderer Arzneimittel auf Venlafaxin

Ketoconazol (CYP3A4-Inhibitor)

In einer pharmakokinetischen Studie führte die Gabe von Ketoconazol bei CYP2D6-extensiven

Metabolisierern (EM) bzw. schwachen Metabolisierern (poor metabolizer = PM) zu einer

erhöhten AUC von Venlafaxin (70 % bzw. 21 % bei Probanden mit CYP2D6 EM bzw. PM) und

von O-Desmethyl-Venlafaxin (33 % bzw. 23 % bei Probanden mit CYP2D6 EM bzw. PM). Die

gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Atazanavir, Clarithromycin, Indinavir,

Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol, Ketoconazol, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir,

Telithromycin) und Venlafaxin kann die Spiegel von Venlafaxin und O-Desmethyl-Venlafaxin

erhöhen. Daher ist Vorsicht ratsam, wenn die Therapie eines Patienten gleichzeitig Venlafaxin

und einen CYP3A4-Inhibitor umfasst.

Wirkung von Venlafaxin auf andere Arzneimittel

Arzneimittel, die durch Cytochrom P450-Isoenzyme metabolisiert werden

In-vivo-Studien haben gezeigt, dass Venlafaxin ein relativ schwacher Inhibitor von CYP2D6 ist.

Venlafaxin hemmte in vivo nicht CYP3A4 (Alprazolam und Carbamazepin), CYP1A2 (Coffein),

CYP2C9 (Tolbutamid) oder CYP2C19 (Diazepam).

Lithium

Ein Serotonin-Syndrom kann bei gleichzeitiger Anwendung von Venlafaxin und Lithium

auftreten (siehe Serotonin-Syndrom).

Diazepam

Venlafaxin hat keinen Effekt auf die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Diazepam

und seinem aktiven Metaboliten Desmethyldiazepam. Diazepam scheint die

pharmakokinetischen Parameter von Venlafaxin oder O-Desmethyl-Venlafaxin nicht zu

beeinflussen. Es ist unbekannt, ob eine pharmakokinetische und/oder pharmakodynamische

Interaktion mit anderen Benzodiazepinen besteht.

Imipramin

Venlafaxin beeinflusste die Pharmakokinetik von Imipramin und 2-Hydroxyimipramin nicht. Die

AUC von 2-Hydroxydesipramin war dosisabhängig um das 2,5- bis 4,5-fache erhöht, wenn 75

mg bis 150 mg Venlafaxin täglich gegeben wurden. Imipramin beeinflusste die

Pharmakokinetik von Venlafaxin und O-Desmethyl-Venlafaxin nicht. Die klinische Bedeutung

dieser Interaktion ist nicht bekannt. Bei gleichzeitiger Gabe von Venlafaxin und Imipramin ist

Vorsicht geboten.

Haloperidol

Eine pharmakokinetische Studie mit Haloperidol zeigte eine Abnahme der oralen

Gesamtclearance um 42 %, eine Zunahme der AUC um 70 %, einen Anstieg von C

um 88 %,

jedoch keine Änderung der Halbwertszeit für Haloperidol. Dies sollte bei gleichzeitig mit

Haloperidol und Venlafaxin behandelten Patienten beachtet werden. Die klinische Bedeutung

dieser Interaktion ist nicht bekannt.

Risperidon

Venlafaxin erhöhte die AUC von Risperidon um 50 %, veränderte jedoch das

pharmakokinetische Gesamtprofil des gesamten aktiven Anteils (Risperidon und 9-Hydroxy-

Risperidon) nicht signifikant. Die klinische Bedeutung dieser Interaktion ist nicht bekannt.

Metoprolol

Die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin und Metoprolol bei gesunden Probanden in einer

pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit beiden Arzneimitteln führte zu einer Erhöhung der

Metoprolol-Plasmakonzentration um ca. 30-40 % bei unveränderter Plasmakonzentration des

aktiven Metaboliten α-Hydroxy-Metoprolol. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse für

Patienten mit Bluthochdruck ist nicht bekannt. Metoprolol veränderte das pharmakokinetische

Profil von Venlafaxin und seinem aktiven Metaboliten O-Desmethyl-Venlafaxin nicht. Bei

gleichzeitiger Gabe von Venlafaxin und Metoprolol ist Vorsicht geboten.

Indinavir

Eine pharmakokinetische Studie mit Indinavir zeigte eine Abnahme der AUC um 28 % und eine

Abnahme von C

um 36 % für Indinavir. Indinavir beeinflusste die Pharmakokinetik von

Venlafaxin und O-Desmethyl-Venlafaxin nicht. Die klinische Bedeutung dieser Interaktion ist

nicht bekannt.

Orale Kontrazeptiva

In der Vermarktungsphase wurden unbeabsichtigte Schwangerschaften bei Frauen beobachtet,

die während der Behandlung mit Venlafaxin orale Kontrazeptiva einnahmen. Es gibt keinen

klaren Beweis, dass diese Schwangerschaften die Folge einer Wechselwirkung mit Venlafaxin

waren. Es wurde keine Interaktionsstudie mit hormonellen Kontrazeptiva durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Venlafaxin bei schwangeren Frauen

vor.

Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das

potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Venlafaxin darf bei schwangeren

Frauen nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen die möglichen Risiken

überwiegt.

Wie bei anderen Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI/SNRI) können bei

Neugeborenen Absetzerscheinungen auftreten, wenn Venlafaxin bis zur oder kurz vor der

Geburt angewendet wird. Manche Neugeborene, die Venlafaxin spät im dritten Trimenon

exponiert waren, entwickelten Komplikationen, die eine Sondenernährung, eine Unterstützung

der Atmung oder einen verlängerten Klinikaufenthalt erforderten. Solche Komplikationen können

unmittelbar nach der Geburt auftreten.

Daten aus epidemiologischen Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von Selektiven

Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) in der Schwangerschaft, insbesondere im späten

Stadium einer Schwangerschaft, das Risiko für das Auftreten einer primären pulmonalen

Hypertonie bei Neugeborenen (PPHN, auch persistierende pulmonale Hypertonie genannt)

erhöhen kann. Obwohl es keine Studien gibt, die einen Zusammenhang zwischen der

Behandlung mit SNRI und dem Auftreten von PPHN untersucht haben, kann dieses potentielle

Risiko für Venlafaxin nicht ausgeschlossen werden, wenn man den zugehörigen

Wirkmechanismus (Inhibition der Wiederaufnahme von Serotonin) berücksichtigt.

Folgende Symptome können bei Neugeborenen beobachtet werden, falls die Mutter SSRI/SNRI

in der späten Schwangerschaft angewendet hat: Irritabilität, Zittern, Muskelhypotonie,

anhaltendes Schreien, Schwierigkeiten beim Saugen und Schlafen. Diese Symptome können

entweder für serotonerge Effekte oder für Expositions-Symptome sprechen. In der Mehrzahl der

Fälle werden diese Komplikationen unmittelbar oder innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt

beobachtet.

Stillzeit

Venlafaxin und sein aktiver Metabolit O-Desmethyl-Venlafaxin gehen in die Muttermilch

über. Es liegen Post-Marketing-Berichte vor von gestillten Kleinkindern, die Schreien,

Unruhe und unnormales Schlafverhalten zeigten. Symptome, wie sie beim Absetzen von

Venlafaxin auftreten, wurden ebenfalls nach Abstillen berichtet. Ein Risiko für das gestillte

Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte die Entscheidung, ob gestillt/abgestillt

oder ob die Therapie mit Venlafaxin Sandoz retard fortgesetzt/abgesetzt werden soll, unter

Berücksichtigung der Vorteile des Stillens für das Kind und des Nutzens der Therapie mit

Venlafaxin Sandoz retard für die Mutter getroffen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Jedes psychoaktive Arzneimittel kann das Urteilsvermögen, das Denkvermögen und die

motorischen Fähigkeiten beeinträchtigen. Daher sollte ein Patient, der Venlafaxin erhält, vor

einer Einschränkung seiner Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder gefährliche Maschinen zu

bedienen, gewarnt werden.

4.8

Nebenwirkungen

Die am häufigsten (> 1/10) in klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen waren

Übelkeit, Mundtrockenheit und Schwitzen (einschließlich Nachtschweiß).

Im Folgenden (siehe Tabelle 1) sind die Nebenwirkungen, geordnet nach Organklassen und

der Häufigkeit ihres Auftretens, aufgeführt.

Die Häufigkeit ihres Auftretens ist definiert als:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit aufgrund der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Tabelle 1: Nebenwirkungen

Organsys-

tem

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Erkrankung

en des

Blutes und

Lymphsys-

tems

Thrombozytopenie,

Blutbildveränderungen

einschließlich

Agranulozytose,

aplastische Anämie,

Neutropenie und

Panzytopenie

Erkrankun-

gen des

Immun-

systems

anaphylaktische

Reaktionen

Endokrine

Erkran-

kungen

Syndrom der inadäquaten

ADH-Sekretion (SIADH)

Stoffwech-

sel- und

Ernäh-

rungs-

störungen

verminderter

Appetit

Hyponatriämie

Psy-

chiatrische

Erkran-

kungen

Verwirrtheit,

Depersona-

lisation,

Anorgasmie,

Libidoabnahm

e, Nervosität,

Schlaflosigkeit,

ungewöhnliche

Trauminhalte

Halluzinatio-

nen, Dereali-

sation,

Agitiertheit,

Orgasmus-

störungen

(bei der

Frau),

Apathie,

Hypomanie,

Bruxismus

Manie

suizidale Gedanken*,

suizidales Verhalten*,

Delirium, Aggression**

Erkran-

kungen des

Nerven-

systems

Schwin-

delgefühl,

Kopf-

schmerze

n***

Schläfrigkeit,

Zittern,

Parästhesien,

Hypertonus

Akathisie/

psychomo-

torische

Unruhe,

Synkope,

Myoklonus,

beein-

trächtigte

Koordination

und Balance,

Geschmacks

verände-

rungen

Krampf-

anfälle

malignes neuroleptisches

Syndrom (MNS),

Serotonin-Syndrom,

extrapyramidale

Störungen (einschließlich

Dystonien und

Dyskinesien, tardive

Dyskinesie)

Augener-

krankungen

Sehstörungen

einschließlich

verschwom-

menem

Sehen,

Engwinkelglaukom

Mydriasis,

Akkommoda-

tionsstörungen

Erkrankung

en des

Ohrs und

Labyrinths

Tinnitus

Schwindel

Herzer-

krankungen

Palpitationen

Tachykardie

Kammerflimmern,

ventrikuläre Tachykardie

(einschließlich Torsade de

pointes)

Gefäßer-

krankungen

Blutdruckan-

stieg, Vaso-

dilatation

(meist

Hitzewallunge

orthostati-

sche Hypo-

tonie

Hypotonie, Blutungen

(Schleimhautblutungen)

Erkrankun-

gen der

Atemwege,

Brustraums

und Media-

stinums

Gähnen

Dyspnoe

pulmonale Eosinophilie

Erkrankung

en des

Gastrointes

tinaltrakts

Übelkeit,

Mund-

trocken-

heit

Erbrechen,

Diarrhoe,

Verstopfung

gastrointes-

tinale Blutung

Pankreatitis

Leber- und

Gallener-

krankungen

Hepatitis, Leberwert-

veränderungen

Erkankung

en der Haut

und des

Unterhaut-

zellgewe-

Hyperhi-

drose (ein-

schließlich

Nacht-

schweiß)

Angioödem,

Lichtüber-

empfindlich-

keitsreaktion,

kleinflächige

Hautblutung

(Ekchymo-

se),

Ausschlag,

Alopezie

Stevens-Johnson-

Syndrom, Erythema

multiforme, toxisch

epidermale Nekrolyse,

Pruritus, Urtikaria

Skelettmus

kulatur,

Binde-

gewebs-

Rhabdomyolyse

Knochen-

erkrankung

Erkrankung

en der

Nieren und

Harnwege

Dysurie

(meistens

verzögertes

Wasserlassen)

, Pollakisurie

Harnverhalt

Harnin-

kontinenz

Erkrankung

en der

Geschlecht

sorgane

und der

Brustdrüse

Störungen der

Menstruation

verbunden mit

verstärkter

Blutung oder

irregulärer

Blutung (z. B.

Menorrhagie,

Metrorrhagie),

Ejakulations-

störungen,

erektile

Dysfunktion

Allgemeine

Erkrankun-

gen und

Beschwer-

den am

Verab-

reichungs-

Asthenie,

Erschöpfung,

Schüttelfrost

Untersuch-

ungen

erhöhte

Cholesterin-

werte

Gewichtszu-

nahme,

Gewichtsab-

nahme

QT-Verlängerung im EKG,

verlängerte Blutungs-

dauer, Prolaktinspiegel-

erhöhung

Fälle von suizidalen Gedanken oder suizidalem Verhalten während der Therapie mit

Venlafaxin oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung sind berichtet worden (siehe

Abschnitt 4.4).

siehe Abschnitt 4.4.

In gepoolten klinischen Studien war die Häufigkeit von Kopfschmerz unter Venlafaxin und

unter Placebo ähnlich.

Gelborange S in Venlafaxin Sandoz retard 75 mg kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Das Absetzen von Venlafaxin führt (insbesondere wenn es abrupt geschieht) häufig zu

Absetzreaktionen. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesien),

Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensiver Träume), Erregtheit oder Angst,

Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern, Schwindel, Kopfschmerzen und Grippe-Syndrom sind die

am häufigsten berichteten Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig

schwer und gehen von selbst zurück, bei einigen Patienten können sie jedoch schwerwiegend

sein und/oder länger andauern. Es wird daher geraten, wenn eine Behandlung mit Venlafaxin

nicht mehr erforderlich ist, die Dosis schrittweise zu reduzieren (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Kinder und Jugendliche

Insgesamt ähnelte das Nebenwirkungsprofil von Venlafaxin (in placebokontrollierten klinischen

Studien) bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 6 bis 17 Jahren) dem bei Erwachsenen.

Wie bei Erwachsenen wurden verminderter Appetit, Gewichtsabnahme, Blutdruckanstieg und

erhöhte Cholesterinwerte beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).

In pädiatrischen klinischen Studien wurde die Nebenwirkung Suizidgedanken beobachtet. Es

wurde vermehrt über Feindseligkeit und, speziell bei Major Depression, über Selbstverletzung

berichtet.

Insbesondere wurden die folgenden Nebenwirkungen bei pädiatrischen Patienten beobachtet:

Bauchschmerzen, Agitiertheit, Dyspepsie, kleinflächige Hautblutungen, Nasenbluten und

Myalgie.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Seit Markteinführung wurde über Überdosierung von Venlafaxin vor allem in Verbindung mit

Alkohol und/oder anderen Arzneimitteln berichtet. Die am häufigsten bei Überdosierung

berichteten Ereignisse umfassen Tachykardie, Änderungen des Bewusstseinsgrades (von

Schläfrigkeit bis Koma), Mydriasis, Krampfanfälle und Erbrechen. Weitere berichtete Ereignisse

schließen elektrokardiographische Veränderungen (z.B. Verlängerung der QT- und QRS-

Strecke, Schenkelblock), Kammertachykardie, Bradykardie, Blutdruckabfall, Schwindel und

Todesfälle ein.

In publizierten retrospektiven Studien wird berichtet, dass eine Überdosierung von Venlafaxin

mit einem im Vergleich zu SSRI höheren und im Vergleich zu trizyklischen Antidepressiva

niedrigeren Risiko für einen tödlichen Ausgang assoziiert sein kann. Epidemiologische Studien

zeigten, dass mit Venlafaxin behandelte Patienten eine höhere Belastung mit Suizid-

Risikofaktoren aufwiesen als mit SSRI behandelte Patienten. Inwieweit der Befund des erhöhten

Risikos für einen tödlichen Ausgang der Toxizität von Venlafaxin bei Überdosierung bzw.

irgendeinem Merkmal der mit Venlafaxin behandelten Patienten beigemessen werden kann, ist

unklar. Verschreibungen von Venlafaxin sollten in der kleinsten, mit einer guten

Patientenführung zu vereinbarenden Packungsgröße des Arzneimittels erfolgen, um das Risiko

einer Überdosierung zu reduzieren.

Empfohlene Therapie

Empfohlen werden die allgemein üblichen unterstützenden und symptomatischen Maßnahmen;

Herzrhythmus und Vitalparameter sind zu überwachen. Wenn die Gefahr einer Aspiration

besteht, wird das Herbeiführen von Erbrechen nicht empfohlen. Eine Magenspülung kann

angezeigt sein, wenn sie frühzeitig erfolgt, oder bei Patienten mit Intoxikationserscheinungen.

Auch durch Anwendung von Aktivkohle kann die Resorption des Wirkstoffs begrenzt werden.

Forcierte Diurese, Dialyse, Hämoperfusion und Blutaustauschtransfusion sind wahrscheinlich

ohne Nutzen. Spezifische Gegenmittel für Venlafaxin sind nicht bekannt.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antidepressiva

ATC-Code: NO6A X16

Für den antidepressiven Wirkmechanismus von Venlafaxin beim Menschen wird angenommen,

dass er mit einer Erhöhung der Neurotransmitteraktivität im Zentralnervensystem assoziiert ist.

Präklinische Studien zeigten, dass Venlafaxin und sein aktiver Metabolit O-Desmethyl-

Venlafaxin (ODV) Inhibitoren der neuronalen Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme

sind. Venlafaxin inhibiert außerdem die Dopamin-Wiederaufnahme schwach. Venlafaxin und

sein aktiver Metabolit reduzieren die ß-adrenerge Ansprechbarkeit bei Einzelgabe (Einzeldosis)

und bei chronischer Gabe. Venlafaxin und ODV sind sich in Bezug auf ihre Gesamtwirkung auf

die Neurotransmitter-Wiederaufnahme und die Rezeptorbindung sehr ähnlich.

Venlafaxin zeigt im Nagerhirn praktisch keine Affinität zu muskarinischen, cholinergen, H

histaminergen oder α

-adrenergen Rezeptoren in vitro. Eine pharmakologische Aktivität an

diesen Rezeptoren kann mit verschiedenen mit anderen Antidepressiva beobachteten

Nebenwirkungen, z.B. anticholinergen, sedierenden und kardiovaskulären Nebenwirkungen, in

Verbindung gebracht werden.

Venlafaxin weist keine inhibitorische Aktivität für Monoaminooxidase (MAOI) auf.

In-vitro-Studien zeigten, dass Venlafaxin praktisch keine Affinität zu Opiat- oder Benzodiazepin-

sensitiven Rezeptoren aufweist.

Episoden einer Major Depression

Die Wirksamkeit von schnell freisetzendem Venlafaxin zur Behandlung von Episoden einer

Major Depression wurde in fünf randomisierten, doppelblinden placebokontrollierten

Kurzzeitstudien von vier bis sechs Wochen Dauer mit Dosen bis zu 375 mg/Tag

nachgewiesen. Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung von Episoden

einer Major Depression wurde in zwei placebokontrollierten Kurzzeitstudien von acht bzw.

zwölf Wochen Dauer und einem Dosisbereich von 75 bis 225 mg/Tag nachgewiesen.

In einer länger dauernden Studie erhielten erwachsene ambulante Patienten, welche in einer

achtwöchigen offenen Studie auf retardiertes Venlafaxin (75, 150 oder 225 mg) angesprochen

hatten, randomisiert die gleiche Dosis an retardiertem Venlafaxin oder Placebo und wurden

über bis zu 26 Wochen hinweg auf ein Rezidiv beobachtet.

In einer zweiten Langzeitstudie wurde die Wirksamkeit von Venlafaxin zur Prävention

rezidivierender depressiver Episoden über einen Zeitraum von 12 Monaten in einer

placebokontrollierten doppelblinden klinischen Studie mit erwachsenen ambulanten Patienten

mit rezidivierenden Episoden einer Major Depression, die in der vorigen depressiven Episode

auf eine Behandlung mit Venlafaxin (100 bis 200 mg/Tag, in zwei Teildosen am Tag)

angesprochen hatten, nachgewiesen.

Generalisierte Angststörung

Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der generalisierten Angststörung

wurde in zwei achtwöchigen placebocontrollierten Studien mit fixer Dosierung (75 bis 225

mg/Tag), einer sechsmonatigen placebokontrollierten Studie mit fixer Dosierung (75 bis 225

mg/Tag) und einer sechsmonatigen, placebokontrollierten Studie mit flexibler Dosierung (37,5,

75 und 150 mg/Tag) an erwachsenen ambulanten Patienten nachgewiesen.

Während Belege für eine Überlegenheit gegenüber Placebo auch für die Dosis von 37,5

mg/Tag vorlagen; war diese Dosis nicht so konsistent wirksam wie die höheren Dosierungen.

Soziale Angststörung

Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der sozialen Angststörung

wurde in vier doppelblinden, zwölfwöchigen, multizentrischen, placebokontrollierten Studien

im Parallelgruppen-Vergleich mit flexibler Dosierung und einer doppelblinden,

sechsmonatigen, placebokontrollierten Studie im Parallelgruppen-Vergleich mit fixer/flexibler

Dosierung mit erwachsenen ambulanten Patienten nachgewiesen. Die Patienten erhielten

Dosen im Bereich von 75 bis 225 mg/Tag. Es gab keine Belege für eine höhere Wirksamkeit

in der Gruppe mit 150 bis 225 mg/Tag, verglichen mit der Gruppe mit 75 mg/Tag in der

sechsmonatigen Studie.

Panikstörung

Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der Panikstörung wurde in zwei

doppelblinden, zwölfwöchigen, multizentrischen, placebokontrollierten Studien mit erwachsenen

ambulanten Patienten mit Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie nachgewiesen. Die

Initialdosis in Studien bei Panikstörung betrug 37,5 mg/Tag über 7 Tage. Die Patienten erhielten

dann fixe Dosierungen von 75 oder 150 mg/Tag in der einen Studie und 75 oder 225 mg/Tag in

der anderen Studie.

Außerdem wurde die Wirksamkeit nachgewiesen in einer doppelblinden, placebokontrollierten,

Langzeitstudie im Parallelgruppen-Vergleich zur Langzeitsicherheit, Wirksamkeit und

Rezidivprophylaxe mit erwachsenen ambulanten Patienten, welche auf eine offene Behandlung

angesprochen hatten. Die Patienten erhielten weiterhin die gleiche Dosis retardierten

Venlafaxins, die sie am Ende der offenen Phase eingenommen hatten (75, 150 oder 225 mg).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Venlafaxin unterliegt einer erheblichen Metabolisierung, primär zum aktiven Metaboliten O-

Desmethyl-Venlafaxin (ODV). Die durchschnittlichen Plasmahalbwertszeiten mit

Standardabweichung betragen 5 ± 2 Stunden bei Venlafaxin bzw. 11 ± 2 Stunden bei ODV. Die

Steady-State-Konzentrationen von Venlafaxin und ODV werden innerhalb von 3 Tagen nach

oraler Mehrfachgabe erreicht. Venlafaxin und ODV zeigen eine lineare Kinetik im Dosisbereich

von 75 mg und 450 mg/Tag.

Resorption

Mindestens 92 % des Venlafaxins werden nach Gabe oraler Einzelgaben von schnell

freisetzendem Venlafaxin resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt aufgrund des

präsystemischen Metabolismus bei 40 % bis 45 %. Nach Gabe von schnell freisetzendem

Venlafaxin treten die Plasmaspitzenkonzentrationen von Venlafaxin und ODV innerhalb von 2

bzw. 3 Stunden auf. Nach Gabe von Venlafaxin-Retardkapseln werden die

Plasmaspitzenkonzentrationen von Venlafaxin und ODV innerhalb von 5,5 bzw. 9 Stunden

erreicht. Werden gleiche Venlafaxin-Dosen entweder als schnell freisetzende Tablette oder als

Retardkapsel angewendet, sorgt retardiertes Venlafaxin für eine geringere Geschwindigkeit,

aber das gleiche Ausmaß der Resorption wie die schnell freisetzende Tablette. Nahrung

beeinflusst die Bioverfügbarkeit von Venlafaxin oder ODV nicht.

Verteilung

Venlafaxin und ODV werden in therapeutischen Konzentrationen minimal an menschliche

Plasmaproteine gebunden (zu 27 % bzw. 30 %). Das Verteilungsvolumen von Venlafaxin

beträgt im Steady State 4,4 ± 1,6 l/kg nach intravenöser Gabe.

Biotransformation

Venlafaxin wird in der Leber extensiv metabolisiert. In-vitro-und In-vivo-Studien deuten darauf

hin, dass Venlafaxin zu seinem aktiven Hauptmetaboliten ODV durch CYP

verstoffwechselt

wird. In-vitro-und In-vivo-Studien deuten darauf hin, dass Venlafaxin durch CYP

zu einem

weniger aktiven Nebenmetaboliten, N-Desmethyl-Venlafaxin, verstoffwechselt wird. In-vitro- und

In-vivo-Studien zeigen, dass Venlafaxin selbst ein schwacher Inhibitor des CYP

ist.

Venlafaxin inhibierte CYP

, CYP

und CYP

nicht.

Elimination

Venlafaxin und seine Metaboliten werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Etwa

87 % einer Venlafaxindosis werden innerhalb von 48 Stunden im Urin entweder als

unverändertes Venlafaxin (5 %), als unkonjugiertes ODV (29 %), als konjugiertes ODV (26 %)

oder als weitere inaktive Nebenmetaboliten (27 %) ausgeschieden. Die durchschnittliche

Plasma-Clearance (± Standardabweichung) von Venlafaxin bzw. ODV im steady-state ist 1,3 ±

0,6 l/h/kg bzw. 0,4 ± 0,2 l/h/kg.

Besondere Patientengruppen

Alter und Geschlecht

Alter und Geschlecht haben keine signifikanten Auswirkungen auf die

pharmakokinetischen Eigenschaften von Venlafaxin und ODV.

Extensive/Schwache CYP2D6-Metabolisierer

Die Venlafaxin-Plasmakonzentrationen sind bei schwachen CYP2D6-Metabolisierern höher als

bei extensiven Metabolisierern. Da die Gesamtexposition (AUC) von Venlafaxin und ODV bei

schwachen und extensiven Metabolisierern ähnlich ist, besteht keine Notwendigkeit für

unterschiedliche Venlafaxin-Dosierungsschemata bei diesen beiden Gruppen.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Probanden mit Child-Pugh A (leichte Leberfunktionsstörung) und Child-Pugh B (mäßige

Leberfunktionsstörung) waren die Halbwertszeiten von Venlafaxin und ODV im Vergleich zu

normalen Patienten verlängert. Die orale Clearance sowohl von Venlafaxin als auch von ODV

war vermindert. Es wurde eine große interindividuelle Variabilität beobachtet. Es liegen

limitierte Daten für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung vor (siehe Abschnitt 4.2).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Dialyse-Patienten war die Eliminationshalbwertszeit von Venlafaxin im Vergleich zu

normalen Probanden um etwa 180 % verlängert und die Clearance um etwa 57 % vermindert,

während die ODV-Eliminationshalbwertszeit um etwa 142 % verlängert und die Clearance um

etwa 56 % vermindert war. Eine Dosisanpassung ist erforderlich bei Patienten mit schwerer

Beeinträchtigung der Nierenfunktion und bei dialysepflichtigen Patienten (siehe Abschnitt 4.2).

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

In Studien mit Venlafaxin an Ratten und Mäusen wurden keine kanzerogenen Wirkungen

beobachtet. Venlafaxin erwies sich in verschiedenen In-vitro- und In-vivo-Tests als nicht

mutagen.

Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität zeigten bei Ratten ein vermindertes

Körpergewicht der Jungtiere, einen Anstieg der Fehlgeburten und einen Anstieg der Todesfälle

bei Jungtieren während der ersten 5 Tage des Säugens. Die Ursache für diese Todesfälle ist

nicht bekannt. Diese Effekte traten bei 30 mg/kg/Tag auf, dem 4-fachen einer täglichen

Venlafaxin-Dosis von 375 mg beim Menschen (auf Basis mg/kg). Die No-effect-Dosis für diese

Ergebnisse betrug das 1,3-fache der menschlichen Dosis. Das potentielle Risiko für den

Menschen ist nicht bekannt.

Eine reduzierte Fruchtbarkeit wurde in einer Studie beobachtet, in der männliche und weibliche

Ratten ODV exponiert wurden. Diese Exposition entsprach etwa dem Ein- bis Zweifachen einer

Venlafaxindosis von 375 mg/Tag beim Menschen. Die Bedeutung dieses Ergebnisses für den

Menschen ist nicht bekannt.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt

Zucker-Stärke-Pellets

Hyprolose

Hypromellose

Talkum

Ethylcellulose

Dibutyldecandioat

Ölsäure

hochdisperses Siliciumdioxid

Kapselhülle

Gelatine

Natriumdodecylsulfat

Chinolingelb (E104)

Titandioxid (E171)

Gelborange S (E110)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen (Aluminium/PVC) mit

14, 50 und 100 Hartkapseln, retardiert.

HDPE Flaschen mit HDPE Verschlüssen mit

100 Hartkapseln, retardiert.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht

verwendetes

Arzneimittel

oder

Abfallmaterial

entsprechend

nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7. Inhaber der Zulassung

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: medwiss@hexal.com

8. Zulassungsnummer

72993.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

20.08.2008/28.02.2013

10. Stand der Information

Juni 2015

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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