Venlafaxin PUREN 75 mg Hartkapseln, retardiert

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

13-12-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

13-12-2019

Wirkstoff:
Venlafaxinhydrochlorid
Verfügbar ab:
PUREN Pharma GmbH & Co. KG (8034441)
ATC-Code:
N06AX16
INN (Internationale Bezeichnung):
venlafaxine hydrochloride
Darreichungsform:
Hartkapsel, retardiert
Zusammensetzung:
Venlafaxinhydrochlorid (24422) 84,87 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
72152.00.00
Berechtigungsdatum:
2008-11-10

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Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Englisch

08-02-2019

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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Venlafaxin PUREN 75 mg Hartkapseln, retardiert

Venlafaxin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Venlafaxin PUREN und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Venlafaxin PUREN beachten?

Wie ist Venlafaxin PUREN einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Venlafaxin PUREN aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Velafaxin PUREN und wofür wird es angewendet?

Venlafaxin PUREN enthält den Wirkstoff Venlafaxin.

Venlafaxin PUREN ist ein Antidepressivum, welches zu einer Gruppe von Arzneimitteln gehört, die als

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) bezeichnet werden. Diese

Arzneimittelgruppe wird zur Behandlung von Depressionen und anderen Leiden wie

Angsterkrankungen angewendet. Man geht davon aus, dass Menschen, die unter Depression

und/oder Angsterkrankungen leiden, niedrigere Serotonin- und Noradrenalinspiegel im Gehirn

aufweisen. Es ist nicht vollständig geklärt, auf welche Weise Antidepressiva wirken, aber sie können

helfen, indem sie die Serotonin- und Noradrenalinspiegel im Gehirn erhöhen.

Venlafaxin PUREN ist ein Arzneimittel für Erwachsene, die unter Depressionen leiden. Venlafaxin

PUREN ist auch ein Arzneimittel für Erwachsene, die unter den folgenden Angsterkrankungen leiden:

generalisierte Angststörung, soziale Angststörung (Furcht vor oder Vermeiden von sozialen

Situationen) und Panikstörung (Panikattacken). Eine angemessene Behandlung der Depression oder

Angsterkrankung ist wichtig, um Ihnen dabei zu helfen, sich davon zu erholen. Wenn es nicht

behandelt wird, kann Ihr Leiden anhalten, es kann ernster werden und schwieriger zu behandeln sein.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Venlafaxin PUREN beachten?

Venlafaxin PUREN darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Venlafaxin, Gelborange S (E110) oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie außerdem Arzneimittel einnehmen oder innerhalb der letzten 14 Tage eingenommen

haben, welche als irreversible Monoaminoxidasehemmer (MAOI) bekannt sind und zur

Behandlung einer Depression oder der Parkinsonschen Erkrankung verwendet werden. Die

gleichzeitige Einnahme eines irreversiblen MAOI zusammen mit Venlafaxin PUREN kann

schwere oder sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen hervorrufen. Außerdem müssen Sie

nach Beendigung der Einnahme von Venlafaxin PUREN mindestens 7 Tage warten, bevor Sie

einen MAOI einnehmen (siehe auch den Abschnitt „Einnahme von Venlafaxin PUREN zusammen

mit anderen Arzneimitteln“ und die Information in diesem Abschnitt über das „Serotonin-

Syndrom“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Arzneimittel wie Venlafaxin PUREN (so genannte SSRI/SNRI) können Symptome einer sexuellen

Funktionsstörung verursachen (siehe Abschnitt 4). In bestimmten Fällen blieben diese Symptome

nach Beendigung der Behandlung bestehen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Venlafaxin PUREN einnehmen,

wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, welche bei gleichzeitiger Einnahme mit Venlafaxin

PUREN das Risiko erhöhen könnten, ein Serotonin-Syndrom zu entwickeln (siehe Abschnitt

„Einnahme von Venlafaxin PUREN zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

wenn Sie Augenerkrankungen wie bestimmte Arten eines Glaukoms (erhöhter Augeninnendruck)

haben.

wenn Ihre Vorgeschichte Bluthochdruck aufweist.

wenn Ihre Vorgeschichte Herzbeschwerden aufweist.

wenn Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie Herzrhythmusstörungen haben,

wenn Ihre Vorgeschichte Anfälle (Krämpfe) aufweist.

wenn Ihre Vorgeschichte niedrige Natrium-Blutwerte (Hyponatriämie) aufweist.

wenn bei Ihnen die Neigung besteht, blaue Flecken zu entwickeln oder leicht zu bluten

(Blutgerinnungsstörungen in der Vorgeschichte), oder wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen,

die das Blutungsrisiko erhöhen können,

z. B. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Warfarin (zur

Verhinderung von Blutgerinnseln).

wenn Ihre Vorgeschichte Manie bzw. eine bipolare Störung (Gefühl, übererregt oder euphorisch

zu sein) aufweist oder jemand in Ihrer Familie daran gelitten hat.

wenn Ihre Vorgeschichte aggressives Verhalten aufweist.

Venlafaxin PUREN kann das Gefühl der Ruhelosigkeit oder einer Unfähigkeit still zu sitzen oder zu

stehen in den ersten Wochen der Behandlung hervorrufen. Sie sollten es Ihrem Arzt mitteilen, wenn

dies bei Ihnen auftritt.

Suizidgedanken und Verschlechterung Ihrer Depression oder Angststörung

Wenn Sie depressiv sind und/oder unter Angststörungen leiden, können Sie manchmal Gedanken

daran haben, sich selbst zu verletzen oder Suizid zu begehen. Solche Gedanken können bei der

erstmaligen Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein, denn alle diese Arzneimittel brauchen

einige Zeit bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger.

Das Auftreten derartiger Gedanken ist wahrscheinlicher,

wenn Sie bereits früher einmal Gedanken daran hatten, sich das Leben zu nehmen oder daran

gedacht haben, sich selbst zu verletzen.

wenn Sie ein junger Erwachsener sind. Ergebnisse aus klinischen Studien haben ein erhöhtes

Risiko für das Auftreten von Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen im Alter bis 25 Jahre

gezeigt, die unter einer psychiatrischen Erkrankung litten und mit einem Antidepressivum

behandelt wurden.

Gehen Sie zu Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf, wenn Sie zu

irgendeinem Zeitpunkt Gedanken daran entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu

nehmen.

Es kann hilfreich sein, wenn Sie einem Freund oder Verwandten erzählen, dass Sie depressiv sind

oder unter einer Angststörung leiden. Bitten Sie diese Personen, diese Packungsbeilage zu lesen.

Fordern Sie sie auf Ihnen mitzuteilen, wenn sie den Eindruck haben, dass sich Ihre Depression oder

Angstzustände verschlimmern oder wenn sie sich Sorgen über Verhaltensänderungen bei Ihnen

machen.

Mundtrockenheit

Über Mundtrockenheit wird bei 10 % der mit Venlafaxin behandelten Patienten berichtet. Dies kann

das Risiko für Zahnfäule (Karies) erhöhen. Daher sollten Sie besonders auf Ihre Zahnhygiene achten.

Diabetes

Ihr Blutzuckerspiegel kann durch Venlafaxin PUREN verändert sein. Daher müssen die Dosierungen

Ihrer Diabetes-Arzneimittel möglicherweise angepasst werden.

Kinder und Jugendliche

Venlafaxin PUREN sollte normalerweise nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

angewendet werden. Zudem sollten Sie wissen, dass Patienten unter 18 Jahren bei Einnahme dieser

Klasse von Arzneimitteln ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Suizidversuch, suizidale

Gedanken und Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut)

aufweisen. Dennoch kann Ihr Arzt einem Patienten unter 18 Jahren dieses Arzneimittel verschreiben,

wenn er entscheidet, dass dieses Arzneimittel im bestmöglichen Interesse des Patienten ist. Wenn Ihr

Arzt einem Patienten unter 18 Jahren dieses Arzneimittel verschrieben hat und Sie darüber sprechen

möchten, wenden Sie sich bitte erneut an Ihren Arzt. Sie sollten Ihren Arzt benachrichtigen, wenn bei

einem Patienten unter 18 Jahren, der Venlafaxin PUREN einnimmt, eines der oben aufgeführten

Symptome auftritt oder sich verschlimmert. Darüber hinaus sind die langfristigen sicherheitsrelevanten

Auswirkungen dieses Arzneimittels in Bezug auf Wachstum, Reifung und kognitive Entwicklung sowie

Verhaltensentwicklung in dieser Altersgruppe noch nicht nachgewiesen worden.

Einnahme von Venlafaxin PUREN zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Ihr Arzt sollte entscheiden, ob Sie Venlafaxin PUREN zusammen mit anderen Arzneimitteln

einnehmen können.

Beginnen oder beenden Sie die Einnahme von Arzneimitteln einschließlich nicht

verschreibungspflichtiger Arzneimittel, Naturheilmittel oder pflanzlicher Heilmittel nicht, bevor Sie dies

mit Ihrem Arzt oder Apotheker überprüft haben.

Monoaminoxidasehemmer, die zur Behandlung von Depressionen oder der Parkinson-Krankheit

angewendet werden, dürfen nicht zusammen mit Venlafaxin PUREN eingenommen werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie diese Arzneimittel innerhalb der letzten 14 Tage

eingenommen haben. (MAOI: siehe Abschnitt „Was sollten Sie vor der Einnahme von Venlafaxin

PUREN beachten?“)

Serotonin-Syndrom:

Ein Serotonin-Syndrom, ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand, oder Reaktionen ähnlich

einem malignen neuroleptischen Syndrom (MNS) (siehe Abschnitt „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“), können unter Behandlung mit Venlafaxin auftreten, besonders wenn es mit anderen

Arzneimitteln eingenommen wird.

Beispiele für solche Arzneimittel sind:

Triptane (werden bei Migräne angewendet)

andere Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, z. B. SNRI, SSRI, trizyklische

Antidepressiva oder Arzneimittel, die Lithium enthalten

Arzneimittel, die Amphetamine enthalten (werden zur Behandlung von

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung [ADHS], Schlafkrankheit und Fettleibigkeit

angewendet).

Arzneimittel, die Linezolid, ein Antibiotikum, enthalten (werden zur Behandlung von

Infektionen angewendet)

Arzneimittel, die Moclobemid, einen reversiblen MAOI, enthalten (werden zur Behandlung

einer Depression angewendet)

Arzneimittel, die Sibutramin enthalten (wird bei Gewichtsreduktion angewendet)

Arzneimittel, die Tramadol, Fentanyl, Tapentadol, Pethidin oder Pentazocin enthalten

(werden zur Behandlung von starken Schmerzen angewendet)

Arzneimittel, die Dextromethorphan enthalten (werden zur Behandlung von Husten

angewendet)

Arzneimittel, die Methadon enthalten (werden zur Behandlung von einer Opiat-

Abhängigkeit oder von starken Schmerzen angewendet),

Arzneimittel, die Methylenblau enthalten (werden zur Behandlung hoher Werte von

Methämoglobin angewendet)

Präparate, die Johanniskraut enthalten (auch Hypericum perforatum genanntes

Naturheilmittel bzw. pflanzliches Heilmittel zur Behandlung einer leichten Depression)

Präparate, die Tryptophan enthalten (angewendet z. B. bei Schlafbeschwerden und

Depressionen)

Antipsychotika (zur Behandlung einer Erkrankung mit Symptomen wie Hören, Sehen oder

Fühlen von Dingen, die nicht da sind, falschen Vorstellungen, ungewöhnlichem Misstrauen,

beeinträchtigter Denkfähigkeit und Sich-Zurückziehen).

Die Anzeichen und Symptome für ein Serotonin-Syndrom können eine Kombination aus dem

Folgenden beinhalten:

Ruhelosigkeit, Sinnestäuschungen, Koordinationsverlust, beschleunigter Herzschlag, erhöhte

Körpertemperatur, rasche Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall, Koma, Übelkeit,

Erbrechen.

In seiner schwersten Form kann ein Serotonin-Syndrom einem malignen neuroleptischen Syndrom

(MNS) ähneln. Anzeichen und Symptome des MNS können eine Kombination aus Fieber,

beschleunigtem Herzschlag, Schwitzen, schwerer Muskelsteifheit, Verwirrtheit und erhöhten

Muskelenzymen (nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung) sein.

Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich oder gehen Sie in die Notaufnahme des

nächstgelegenen Krankenhauses, wenn Sie meinen, dass bei Ihnen ein Serotonin-Syndrom

aufgetreten ist.

Informieren Sie Ihren Arzt unbedingt, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die Ihren Herzrhythmus

beeinflussen. Solche Arzneimittel sind z. B.:

Antiarrhythmika wie Chinidin, Amiodaron, Sotalol oder Dofetilid (zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen)

Antipsychotika wie Thioridazin (siehe auch Serotonin-Syndrom oben)

Antibiotika wie Erythromycin oder Moxifloxacin (zur Behandlung von bakteriellen

Infektionen)

Antihistaminika (zur Behandlung von Allergien)

Die folgenden Arzneimittel können ebenfalls mit Venlafaxin PUREN wechselwirken und sollten mit

Vorsicht angewendet werden. Besonders ist es wichtig, Ihrem Arzt oder Apotheker mitzuteilen, wenn

Sie Arzneimittel einnehmen, die die folgenden Wirkstoffe enthalten:

Ketoconazol (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen)

Haloperidol oder Risperidon (zur Behandlung psychiatrischer Leiden)

Metoprolol (ein Betablocker zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzbeschwerden)

Einnahme von Venlafaxin PUREN zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Venlafaxin PUREN sollte mit den Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Abschnitt 3. „Wie ist

Venlafaxin PUREN einzunehmen?“).

Sie sollten Alkohol meiden, während Sie Venlafaxin PUREN einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten schwanger zu sein oder

beabsichtigen schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat. Sie sollten Venlafaxin PUREN nur einnehmen, nachdem Sie den möglichen

Nutzen und die möglichen Risiken für Ihr geborenes Kind mit Ihrem Arzt besprochen haben.

Vergewissern Sie sich, dass Ihre Hebamme und/oder Ihr Arzt/ Ihre Ärztin darüber informiert sind, dass

Sie mit Venlafaxin PUREN behandelt werden. Ähnliche Arzneimittel wie dieses (so genannte SSRI)

können, wenn sie während der Schwangerschaft (insbesondere im letzten Drittel) eingenommen

werden, zu einer ernsthaften Gesundheitsbeeinträchtigung des Neugeborenen führen, die primäre

oder persistierende pulmonale Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) genannt wird und die sich darin

zeigt, dass das Neugeborene schneller atmet und eine Blaufärbung der Haut aufweist. Diese

Symptome beginnen normalerweise während der ersten 24 Stunden nach der Geburt. Bitte nehmen

Sie in einem solchen Fall sofort mit Ihrer Hebamme und/oder Ihrem Arzt Kontakt auf.

Wenn Sie dieses Arzneimittel während der Schwangerschaft einnehmen, können bei Ihrem Kind nach

der Geburt weitere Beschwerden auftreten: Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme in Verbindung

mit Schwierigkeiten bei der Atmung. Wenn Sie diese Beschwerden bei Ihrem Kind nach der Geburt

feststellen und Sie darüber besorgt sind, wenden Sie sich an Ihren Arzt und/ oder Ihre Hebamme,

welcher/ welche Ihnen Rat geben kann.

Venlafaxin PUREN geht in die Muttermilch über. Es besteht das Risiko einer Wirkung auf das Kind.

Sie sollten daher diese Angelegenheit mit Ihrem Arzt besprechen, der dann darüber entscheiden wird,

ob Sie das Stillen beenden oder die Behandlung mit Venlafaxin PUREN beenden sollten.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Setzen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs und bedienen Sie keine Werkzeuge oder

Maschinen, bevor Sie nicht wissen, wie Venlafaxin PUREN Sie beeinflusst.

Venlafaxin PUREN enthält Sucrose (Zucker)

Nehmen Sie Venlafaxin PUREN erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist,

dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Venlafaxin PUREN enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d. h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

Wie ist Venlafaxin PUREN einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die übliche empfohlene Tagesdosis zur Behandlung der Depression, der generalisierten Angststörung

und der sozialen Angststörung beträgt 75 mg täglich. Die Dosis kann von Ihrem Arzt allmählich und,

falls erforderlich, bei Depression bis auf eine maximale Dosis von 375 mg täglich erhöht werden.

Wenn Sie wegen einer Panikstörung behandelt werden, wird Ihr Arzt mit einer niedrigeren Dosis

(37,5 mg) beginnen und danach die Dosis schrittweise erhöhen. Die maximale Dosis beträgt bei

generalisierter Angststörung, sozialer Angststörung und Panikstörung 225 mg täglich.

Nehmen Sie Venlafaxin PUREN jeden Tag etwa zur gleichen Zeit, entweder morgens oder abends,

ein. Die Kapseln müssen im Ganzen mit Flüssigkeit geschluckt werden und dürfen nicht geöffnet,

zerdrückt, zerkaut oder aufgelöst werden.

Venlafaxin PUREN sollte mit den Mahlzeiten eingenommen werden.

Wenn bei Ihnen Leber- oder Nierenprobleme bestehen, teilen Sie dies Ihrem Arzt mit, weil eine

andere Dosierung von Venlafaxin PUREN erforderlich sein kann.

Brechen Sie die Einnahme von Venlafaxin PUREN nicht ab, ohne vorher Ihren Arzt zu konsultieren

(siehe Abschnitt „Wenn Sie die Einnahme von Venlafaxin PUREN abbrechen“).

Wenn Sie eine größere Menge Venlafaxin PUREN eingenommen haben, als Sie sollten

Konsultieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie eine größere Menge von Venlafaxin

PUREN eingenommen haben als von Ihrem Arzt verschrieben.

Die Symptome einer eventuellen Überdosierung können einen raschen Herzschlag, Änderungen des

Wachheitsgrades (von Schläfrigkeit bis Koma reichend), verschwommenes Sehen, Krämpfe oder

Anfälle und Erbrechen einschließen.

Wenn Sie die Einnahme von Venlafaxin PUREN vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis versäumt haben, nehmen Sie diese ein, sobald Ihnen dies auffällt. Wenn es aber

Zeit ist, Ihre nächste Dosis einzunehmen, überspringen Sie die versäumte Dosis und nehmen nur eine

einzelne Dosis wie üblich ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige

Einnahme vergessen haben. Nehmen Sie nicht mehr als die Ihnen verschriebene Tagesdosis von

Venlafaxin PUREN ein.

Wenn Sie die Einnahme von Venlafaxin PUREN abbrechen

Brechen Sie Ihre Behandlung nicht ab oder reduzieren Sie nicht die Dosis, ohne Rücksprache mit

Ihrem Arzt gehalten zu haben, selbst wenn Sie sich besser fühlen. Wenn Ihr Arzt der Ansicht ist, dass

Sie Venlafaxin PUREN nicht mehr benötigen, wird er/sie Sie möglicherweise anweisen, die Dosis

langsam zu reduzieren, bevor die Behandlung ganz beendet wird. Es ist bekannt, dass

Nebenwirkungen auftreten, wenn Patienten die Einnahme von Venlafaxin PUREN beenden, vor allem,

wenn Venlafaxin PUREN plötzlich abgesetzt oder die Dosis zu schnell reduziert wird. Bei einigen

Patienten kann es zu Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit, Kopfschmerzen,

Schlaflosigkeit, Albträumen, Mundtrockenheit, vermindertem Appetit, Übelkeit, Durchfall, Nervosität,

Unruhe, Verwirrtheit, Ohrgeräuschen, Kribbeln oder selten auch zu stromschlagähnlichen

Empfindungen, Schwächegefühl, Schwitzen, Krampfanfällen oder grippeähnlichen Symptomen

kommen.

Ihr Arzt wird Sie anweisen, wie Sie die Behandlung mit Venlafaxin PUREN schrittweise beenden

sollten.

Wenn Sie eine der aufgeführten oder andere Nebenwirkungen bei sich bemerken, die Sie belasten,

fragen Sie Ihren Arzt um weiteren Rat.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, brechen Sie die Einnahme von

Venlafaxin PUREN ab. Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt bzw. suchen Sie die

Notfallambulanz des nächstgelegenen Krankenhauses auf:

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Anschwellen des Gesichts, des Mundes, der Zunge, des Rachens, der Hände oder Füße

und/oder gesteigerter juckender Hautausschlag (Nesselsucht), Schwierigkeiten beim Schlucken

oder Atmen

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Engegefühl in der Brust, pfeifendes Atmen, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen

Starker Ausschlag, Jucken oder Nesselsucht (erhabene rote oder blasse Hautflecken, die oft

jucken)

Zeichen und Symptome eines Serotonin-Syndroms, die Unruhe, Halluzinationen, Verlust der

Koordination, schnellen Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, schnelle Veränderungen des

Blutdrucks, überaktive Reflexe, Durchfall, Koma, Übelkeit und Erbrechen umfassen können. In

seiner schwersten Form, kann ein Serotonin-Syndrom einem malignen neuroleptischen Syndrom

(MNS) ähneln. Anzeichen und Symptome des MNS können eine Kombination sein aus Fieber,

beschleunigtem Herzschlag, Schwitzen, schwerer Muskelsteifheit, Verwirrtheit und erhöhten

Muskelenzymen (nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung).

Anzeichen einer Infektion wie erhöhte Temperatur, Schüttelfrost, Zittern, Kopfschmerzen,

Schwitzen, grippeähnliche Beschwerden. Dies kann durch eine Erkrankung des Blutes, die das

Risiko einer Infektion erhöht, verursacht werden.

Starker Ausschlag, der in starke Blasenbildung und Hautabschälung übergehen kann.

Unerklärliche Muskelschmerzen, -empfindlichkeit oder –schwäche. Dies können Anzeichen für

Rhabdomyolyse sein.

Andere Nebenwirkungen, die Sie Ihrem Arzt mitteilen sollten, umfassen (die Häufigkeit dieser

Nebenwirkungen ist in der Liste „Andere Nebenwirkungen, die auftreten können“ angegeben):

Husten, Keuchen, Kurzatmigkeit, was auch durch eine hohe Temperatur begleitet sein kann

schwarzer Stuhl (Teerstuhl) oder Blut im Stuhl

Juckreiz, gelbe Haut oder Augen oder dunkler Urin, die Symptome einer Entzündung der Leber

(Hepatitis) sein können

Beschwerden des Herzens, wie beschleunigte oder unregelmäßige Herzfrequenz, erhöhter

Blutdruck

Beschwerden der Augen, wie verschwommenes Sehen, geweitete Pupillen

Beschwerden des Nervensystems, wie Schwindelgefühl, Kribbeln (Ameisenlaufen),

Bewegungsstörungen (Muskelkrämpfe oder Steifheit), Krämpfe oder Anfälle

psychiatrische Beschwerden, wie Hyperaktivität und das Gefühl, ungewöhnlich übererregt zu sein

Entzugserscheinungen (siehe Abschnitt „Wie ist Venlafaxin PUREN einzunehmen?“ und „Wenn

Sie die Einnahme von Venlafaxin PUREN abbrechen“)

Verlängerte Blutungsdauer – wenn Sie sich schneiden oder verletzen, kann es etwas länger als

normal dauern, bis die Blutung gestillt ist.

Seien Sie unbesorgt, falls Sie kleine weiße Körnchen oder Kügelchen nach Einnahme von Venlafaxin

PUREN in Ihrem Stuhl bemerken. In den Venlafaxin PUREN Kapseln befinden sich Sphäroide bzw.

kleine weiße Kügelchen, die den Wirkstoff Venlafaxin enthalten. Diese Sphäroide werden von der

Kapsel in Ihren Magen-Darm-Trakt abgegeben. Während die Sphäroide Ihren Magen-Darm-Trakt

entlangwandern, wird langsam Venlafaxin abgegeben. Das Sphäroid-„Gerippe“ bleibt ungelöst zurück

und wird mit Ihrem Stuhl ausgeschieden. Deshalb wurde, auch wenn Sie eventuell Sphäroide in Ihrem

Stuhl bemerken, Ihre Venlafaxin-Dosis aufgenommen.

Andere Nebenwirkungen, die auftreten können

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Schwindelgefühl; Kopfschmerz; Schläfrigkeit

Schlaflosigkeit

Übelkeit; Mundtrockenheit; Verstopfung

Schwitzen (einschließlich Nachtschweiß)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

verminderter Appetit

Verwirrtheit; Gefühl, von sich selbst abgetrennt (oder abgehoben) zu sein; ausbleibender

Orgasmus; verminderter Geschlechtstrieb; Erregtheit; Nervosität; ungewöhnliche Trauminhalte

Zittern; Gefühl der Ruhelosigkeit und Unfähigkeit, stillzusitzen oder stillzustehen; Kribbeln

(Ameisenlaufen); Geschmacksveränderungen; erhöhte Muskelspannung

Sehstörungen einschließlich verschwommenem Sehen, erweiterten Pupillen, Unfähigkeit des

Auges automatisch zwischen Objekten in der Ferne und der Nähe scharfzustellen

Ohrgeräusche (Tinnitus)

Herzklopfen; Herzrasen

Blutdruckanstieg; Hitzewallung

Atemnot; Gähnen

Erbrechen; Durchfall

Milder Hautausschlag, Juckreiz

erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens; Harnverhalt; Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Unregelmäßigkeiten bei der Menstruation, z. B. verstärkte Blutung oder verstärkt

unregelmäßige Blutung; Ejakulations- und Orgasmusstörungen (beim Mann); erektile

Dysfunktion (Impotenz)

Erschöpfung (Asthenie); Abgeschlagenheit; Schüttelfrost

Gewichtszunahme; Gewichtsabnahme

erhöhter Cholesterinspiegel

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Überaktivität; Gedankenrasen und herabgesetztes Schlafbedürfnis (Manie)

Trugwahrnehmungen; Gefühl, von der Wirklichkeit abgetrennt (oder abgehoben) zu sein;

Orgasmusstörungen; Verringerung von Gefühlen/Emotionen; Gefühl, übererregt oder

euphorisch zu sein; Zähneknirschen

Ohnmachtsanfälle; unwillkürliche Bewegungen der Muskeln; Einschränkung der Koordination

und des Gleichgewichts

Schwindelgefühl (vor allem beim zu schnellem Aufstehen); niedriger Blutdruck

Erbrechen von Blut; schwarzer, teerartiger Stuhl (Fäzes) oder Blut im Stuhl, was ein Anzeichen

einer inneren Blutung sein kann

Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht; Hautblutungen (blaue Flecken); ungewöhnlicher

Haarausfall

Unfähigkeit, die Harnentleerung zu kontrollieren (Harninkontinenz)

Steifigkeit, Verkrampfungen und unwillkürliche Bewegungen der Muskeln

Leichte Veränderungen der Leberenzymwerte im Blut

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Krampfanfälle

Husten, Keuchen, Kurzatmigkeit, was auch durch eine hohe Temperatur begleitet sein kann.

Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit, oft von Trugwahrnehmungen begleitet (Delirium)

Übermäßige Wassereinlagerung (bekannt als SIADH)

Verringerung der Natriumkonzentration im Blut

Starke Augenschmerzen und verschlechtertes oder verschwommenes Sehen

Abnormer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, was zur Ohnmacht führen kann

starke Bauch- und Rückenschmerzen (was auf ernst Darm-, Leber- oder

Bauchspeicheldrüsenbeschwerden hinweisen könnte)

Juckreiz, Gelbfärbung der Haut oder der Augen, dunkel gefärbter Urin oder grippeähnliche

Symptome, die Symptome einer Entzündung der Leber (Hepatitis) sind

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Verlängerte Blutungszeit, was ein Anzeichen für eine verringerte Anzahl der Plättchen in Ihrem

Blut sein kann, was zu einem erhöhten Risiko führt, blaue Flecken zu entwickeln oder zu bluten

Abnorme Milchbildung

Unerklärliche Blutungen, z. B. Zahnfleischbluten, Blut im Urin oder in Erbrochenem oder das

Auftreten unerklärlicher blauer Flecken oder verletzter Blutgefäße (geplatzte Äderchen).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

suizidale Gedanken und suizidales Verhalten:

Es wurden Fälle berichtet, bei denen es während der Therapie mit Venlafaxin oder direkt nach

Behandlungsende zu suizidalen Gedanken und suizidalen Verhalten gekommen ist (siehe

Abschnitt 2 „Was müssen Sie vor der Einnahme von Venlafaxin PUREN beachten?“)

Aggression

Schwindel

Venlafaxin PUREN verursacht manchmal Nebenwirkungen, die Sie möglicherweise nicht erkennen,

wie z. B. ein Blutdruckanstieg oder Störungen der Herzfrequenz, leichte Veränderungen der Werte der

Leberenzyme, des Natrium- oder Cholesterinspiegels im Blut. Seltener kann Venlafaxin PUREN die

Funktion Ihrer Blutplättchen verringern und zu einem erhöhten Risiko für Hautblutungen (blaue

Flecken) und Blutungen führen. Daher möchte Ihr Arzt eventuell bei Ihnen gelegentlich

Blutuntersuchungen durchführen, vor allem, wenn Sie Venlafaxin PUREN eine längere Zeit

einnehmen.

Venlafaxin PUREN enthält Gelborange S (E110)

Der in der Kapselhülle enthaltene Bestandteil Gelborange S (E110) kann allergische Reaktionen

hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden..

5.

Wie ist Venlafaxin PUREN aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Blister und der Faltschachtel nach „verw. bis“ bzw.

nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden sie unter

www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Venlafaxin PUREN enthält

Der Wirkstoff ist Venlafaxin.

Eine Kapsel enthält Venlafaxinhydrochlorid, entsprechend 75 mg Venlafaxin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt: Zucker-Stärke-Pellets (enthalten Saccharose, Maisstärke), Hyprolose, Hypromellose,

Talkum, Ethylcellulose, Dibutyldecandioat, Ölsäure, hochdisperses Siliciumdioxid

Kapselhülle: Gelatine, Natriumdodecylsulfat, Gelborange S (E110), Chinolingelb (E104), Titandioxid

(E171).

Wie Venlafaxin PUREN aussieht und Inhalt der Packung

Weißes bis beigefarbenes Granulat in einer Kapsel Größe 1 mit gelbem Oberteil und durchsichtigem

Unterteil.

Packungen mit 14, 50 und 100 Hartkapseln, retardiert, verpackt in Blisterpackungen aus

PVC/Aluminium.

Pharmazeutischer Unternehmer

PUREN Pharma GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Allee 2

81829 München

Tel.: 089/558909-0

Fax.: 089/558909-240

Hersteller

BALKANPHARMA – Dupnitsa AD

3 Samokovsko Shosse Str.

Dupnitsa 2600

Bulgarien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Deutschland

Venlafaxin PUREN 75 mg Hartkapseln, retardiert

Spanien

Venlafaxina Retard Aurovitas 75 mg cápsulas duras de liberación

prolongada EFG

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im Oktober 2019.

Fachinformation

Venlafaxin PUREN 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Venlafaxin PUREN 75 mg Hartkapseln, retardiert

Venlafaxin PUREN 150 mg Hartkapseln, retardiert

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Venlafaxin PUREN 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Venlafaxin PUREN 75 mg Hartkapseln, retardiert

Venlafaxin PUREN 150 mg Hartkapseln, retardiert

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Venlafaxin PUREN 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Eine Kapsel enthält Venlafaxinhydrochlorid, entsprechend 37,5 mg Venlafaxin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Sucrose max. 46,35 mg

Ponceau 4R (E124) 0,0267 mg

Venlafaxin PUREN 75 mg Hartkapseln, retardiert

Eine Kapsel enthält Venlafaxinhydrochlorid, entsprechend 75 mg Venlafaxin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Sucrose max. 92,69 mg

Gelborange S (E110) 0,0006 mg

Venlafaxin PUREN 150 mg Hartkapseln, retardiert

Eine Kapsel enthält Venlafaxinhydrochlorid, entsprechend 150 mg Venlafaxin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Sucrose max. 185,38 mg

Gelborange S (E110) 0,0183 mg

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel, retardiert.

Venlafaxin PUREN 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Weißes bis beigefarbenes Granulat in einer Kapsel Größe 3 bestehend aus einem orangefarbenen

Oberteil und einem durchsichtigen Unterteil.

Venlafaxin PUREN 75 mg Hartkapseln, retardiert

Weißes bis beigefarbenes Granulat in einer Kapsel Größe 1 bestehend aus einem gelben Oberteil und

einem durchsichtigen Unterteil.

Venlafaxin PUREN 150 mg Hartkapseln, retardiert

Weißes bis beigefarbenes Granulat in einer Kapsel Größe 0 bestehend aus einem ockerfarbenen

Oberteil und einem durchsichtigen Unterteil.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung von Episoden einer Major Depression.

Zur Prävention des Wiederauftretens neuer depressiver Episoden (Rezidivprophylaxe).

Behandlung der generalisierten Angststörung.

Behandlung der sozialen Angststörung.

Behandlung der Panikstörung, mit oder ohne Agoraphobie.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Episoden einer Major Depression

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich. Patienten, die

nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus Dosiserhöhungen bis zu einer

maximalen Dosis von 375 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2

Wochen oder länger erfolgen. Falls aufgrund der Symptomschwere klinisch angezeigt, können

Dosiserhöhungen in häufigeren, aber nicht geringeren Abständen als 4 Tagen erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer

klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten

werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder

länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu

überprüft werden. Eine Langzeitbehandlung kann auch bei der Rezidivprophylaxe von Episoden einer

Major Depression angebracht sein. In den meisten Fällen ist die empfohlene Dosis zur Prävention des

Wiederauftretens neuer Episoden einer Major Depression die Dosis, welche während der aktuellen

Episode verwendet wurde.

Nach der Remission sollte die antidepressive medikamentöse Behandlung über mindestens sechs

Monate fortgesetzt werden.

Generalisierte Angststörung

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich. Patienten, die

nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus Dosiserhöhungen bis zu einer

maximalen Dosis von 225 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2

Wochen oder länger erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer

klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten

werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder

länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu

überprüft werden.

Soziale Angststörung

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich. Es gibt keine

Belege dafür, dass höhere Dosen von zusätzlichem Nutzen sind.

Jedoch können bei Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen,

Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag erwogen werden. Dosiserhöhungen

können in Abständen von 2 Wochen oder länger erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer

klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten

werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder

länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu

überprüft werden.

Panikstörung

Es wird empfohlen, eine Dosis von täglich 37,5 mg retardiertem Venlafaxin für sieben Tage

anzuwenden. Danach sollte die Dosis auf täglich 75 mg erhöht werden. Patienten, die nicht auf die

Dosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von

225 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2 Wochen oder länger

erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer

klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten

werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder

länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu

überprüft werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten wird keine spezifische Dosisanpassung von Venlafaxin allein aufgrund des

Alters für erforderlich gehalten. Jedoch sollte die Behandlung Älterer mit Vorsicht erfolgen (z. B.

wegen einer beeinträchtigten Nierenfunktion, der Möglichkeit von Änderungen der

Neurotransmittersensitivität oder -affinität, welche während des Alterns auftreten). Es sollte stets die

niedrigste wirksame Dosis verwendet und die Patienten sorgfältig beobachtet werden, wenn eine

Dosiserhöhung erforderlich ist.

Kinder und Jugendliche

Venlafaxin wird zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Kontrollierte klinische Studien mit Kindern und Jugendlichen mit einer Major Depression konnten eine

Wirksamkeit nicht demonstrieren und stützen den Gebrauch von Venlafaxin bei diesen Patienten nicht

(siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Venlafaxin für andere Indikationen bei Kindern und Jugendlichen

im Alter von unter 18 Jahren sind nicht belegt.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter oder mäßiger Leberfunktionseinschränkung sollte im Allgemeinen eine

Dosisreduktion um 50 % in Betracht gezogen werden. Jedoch kann aufgrund der interindividuellen

Variabilität der Clearance eine individuelle Dosisanpassung erwünscht sein.

Es liegen limitierte Daten für Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung vor. Vorsicht ist

ratsam und eine Dosisreduktion um mehr als 50 % sollte in Betracht werden. Bei der Therapie von

Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung sollte der mögliche Nutzen gegen das Risiko

abgewogen werden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Obwohl keine Änderung der Dosierung bei Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate (GFR)

zwischen 30 – 70 ml/min erforderlich ist, wird zur Vorsicht geraten. Bei hämodialysepflichtigen

Patienten sowie Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (GFR < 30 ml/min) sollte

die Dosis um 50 % reduziert werden. Aufgrund der interindividuellen Variabilität der Clearance dieser

Patienten kann eine individuelle Dosisanpassung erwünscht sein.

Absetzsymptome bei Beendigung einer Behandlung mit Venlafaxin

Ein plötzliches Absetzen sollte vermieden werden. Bei Beendigung einer Behandlung mit Venlafaxin

sollte die Dosis über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Wochen schrittweise reduziert

werden, um das Risiko von Absetzerscheinungen zu verringern (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8). Wenn

nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeinträchtigende

Absetzerscheinungen auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis erneut

einzunehmen, um diese dann nach Anweisung des Arztes in nunmehr kleineren Schritten zu

reduzieren.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Es wird empfohlen, die retardierten Venlafaxin-Kapseln mit einer Mahlzeit täglich etwa zur gleichen

Zeit einzunehmen. Die Kapseln müssen ganz mit Flüssigkeit geschluckt und dürfen nicht geteilt,

zerdrückt, zerkaut oder aufgelöst werden.

Patienten, die mit Venlafaxin-Tabletten behandelt werden, können auf retardierte Venlafaxin-Kapseln

mit der am Besten entsprechenden Tagesdosis umgestellt werden. Beispielsweise können

Venlafaxin-Tabletten 37,5 mg zweimal täglich auf retardierte Venlafaxin-Kapseln 75 mg einmal täglich

umgestellt werden. Individuelle Dosisanpassungen können erforderlich sein.

Retardierte Venlafaxin-Kapseln enthalten Sphäroide, die den Wirkstoff langsam in den

Verdauungstrakt abgeben. Der unlösliche Anteil dieser Sphäroide wird ausgeschieden und kann in

den Fäzes sichtbar sein.

4.3

Gegenanzeigen

Venlafaxin PUREN 37,5 mg darf nicht eingenommen werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Ponceau 4R oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Venlafaxin PUREN 75 mg und 150 mg dürfen nicht eingenommen werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Gelborange S oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Eine gleichzeitige Behandlung mit irreversiblen Monoaminoxidase-Inhibitoren (MAOI) ist aufgrund des

Risikos eines Serotonin-Syndroms mit Symptomen wie Agitation, Tremor und Hyperthermie

kontraindiziert. Die Behandlung mit Venlafaxin darf mindestens 14 Tage nach Beendigung der

Behandlung mit einem irreversiblen MAOI nicht eingeleitet werden.

Die Anwendung von Venlafaxin muss mindestens 7 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem

irreversiblen MAOI beendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5.).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung

Depressive Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken,

selbstschädigendem Verhalten und Suizid (Suizid-bezogene Ereignisse) verbunden. Dieses erhöhte

Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Linderung der Symptome kommt. Da diese nicht

unbedingt schon während der ersten Behandlungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum

Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht werden. Die bisherige klinische Erfahrung zeigt, dass

das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen kann.

Andere psychiatrische Erkrankungen, für die Venlafaxin verschrieben wird, können ebenso mit einem

erhöhten Risiko für Suizid-bezogene Ereignisse einhergehen. Außerdem können diese Erkrankungen

zusammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression) auftreten. Daher

sollten bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen die gleichen Vorsichtsmaßnahmen

eingehalten werden wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen.

Bei Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie

ausgeprägte Suizidabsichten hatten, ist das Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken oder -

versuchen erhöht. Sie sollten daher während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht werden.

Eine Meta-Analyse von Placebo-kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Antidepressiva

bei Erwachsenen mit psychiatrischen Störungen zeigte für Patienten unter 25 Jahren, die

Antidepressiva einnahmen, ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo.

Die Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen Überwachung der Patienten, vor allem der

Patienten mit hohem Suizidrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach

Dosisanpassungen einhergehen. Patienten (und deren Betreuer) sind auf die Notwendigkeit einer

Überwachung hinsichtlich jeder klinischen Verschlechterung, des Auftretens von suizidalem Verhalten

oder Suizidgedanken und ungewöhnlicher Verhaltensänderungen hinzuweisen. Sie sollten

unverzüglich medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten.

Kinder und Jugendliche

Venlafaxin PUREN sollte nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

eingesetzt werden. Suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken) sowie

Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) wurden in klinischen

Studien häufiger bei mit Antidepressiva behandelten Kindern und Jugendlichen beobachtet als bei

Kindern und Jugendlichen, die mit Placebo behandelt wurden. Sollte aufgrund klinischer

Notwendigkeit dennoch die Entscheidung für eine Behandlung getroffen werden, ist der Patient im

Hinblick auf das Auftreten suizidaler Symptome sorgfältig zu überwachen. Darüber hinaus fehlen

Langzeitdaten zur Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie

kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung.

Serotonin-Syndrom

Wie bei anderen serotonergen Wirkstoffen kann ein Serotonin-Syndrom, ein potenziell

lebensbedrohlicher Zustand, unter Behandlung mit Venlafaxin auftreten, insbesondere bei

gleichzeitiger Anwendung von anderen Substanzen, die das serotonerge Neurotransmittersystem

beeinflussen können (einschließlich Triptane, SSRI, SNRI, Amphetamine, Lithium, Sibutramine,

Johanniskraut [Hypericum perforatum], Fentanyl und seine Analoga, Tramadol, Dextromethorphan,

Tapentadol, Pethidin, Methadon und Pentazocin), von medizinischen Wirkstoffen, die den

Stoffwechsel von Serotonin beeinträchtigen (z. B. MAOIs wie Methylenblau), von Serotonin-

Präkursoren (wie z.B. Tryptophan-Nahrungsergänzungsmittel) oder von Antipsychotika oder anderen

Dopaminantagonisten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Die Symptome eines Serotonin-Syndroms können Änderungen des mentalen Status (z. B. Agitiertheit,

Halluzination, Koma), autonome Instabilität (z. B. Tachykardie, labiler Blutdruck, Hyperthermie),

neuromuskuläre Abweichungen (z. B. Hyperreflexie, Inkoordination) und/oder gastrointestinale

Symptome (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) einschließen. Das Serotonin-Syndrom in seiner

schwersten Form kann dem MNS ähneln, das Hyperthermie, Muskelsteife, autonome Instabilität mit

möglicherweise raschen Schwankungen von Vitalzeichen und Änderungen des seelischen Zustands

umfasst.

Falls die gleichzeitige Behandlung mit Venlafaxin und anderen Wirkstoffen, die das serotonerge

und/oder dopaminerge Neurotransmittersystem beeinflussen können, klinisch gerechtfertigt ist, ist

eine sorgfältige Überwachung des Patienten angeraten, insbesondere bei Behandlungsbeginn und

Dosiserhöhungen.

Die geichzeitige Anwendung von Venlafaxin mit Serotonin-Präkursoren (wie z. B. Tryptophan-

Nahrungsergänzungsmitteln) wird nicht empfohlen.

Engwinkelglaukom

Unter Venlafaxin kann eine Mydriasis auftreten. Es wird empfohlen, Patienten mit erhöhtem

Augeninnendruck oder Patienten mit einem Risiko für ein akutes Engwinkelglaukom

(Winkelblockglaukom) sorgfältig zu überwachen.

Blutdruck

Über einen dosisabhängigen Blutdruckanstieg bei Venlafaxin wurde häufig berichtet. Es wurde nach

Markteinführung über einige Fälle von stark erhöhtem Blutdruck berichtet, der eine sofortige

Behandlung erforderte. Alle Patienten sollten sorgfältig auf Bluthockdruck überprüft und ein schon

bestehender Bluthochdruck sollte vor Behandlungsbeginn eingestellt werden. Der Blutdruck sollte

nach Behandlungsbeginn und nach Dosiserhöhungen regelmäßig kontrolliert werden. Vorsicht ist

geboten bei Patienten, deren Gesundheitszustand durch eine Erhöhung des Blutdrucks beeinträchtigt

werden könnte, z. B. bei solchen mit beeinträchtigter kardialer Funktion.

Herzfrequenz

Erhöhungen der Herzfrequenz können insbesondere bei höherer Dosierung auftreten. Vorsicht ist

geboten bei Patienten, deren Gesundheitszustand durch eine Erhöhung der Herzfrequenz

beeinträchtigt werden könnte.

Herzerkrankung und Risiko einer Arrhythmie

Venlafaxin wurde nicht bei Patienten mit kürzlich zurückliegendem Myokardinfarkt oder nicht

stabilisierter Herzerkrankung evaluiert. Daher sollte es bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet

werden.

Seit Markteinführung wurde bei Anwendung von Venlafaxin über Fälle von QTc-Verlängerung,

Torsade de Pointes (TdP), ventrikuläre Tachykardie und tödlich verlaufende Herzrhythmusstörungen

berichtet – insbesondere bei Überdosierung oder bei Patienten mit erhöhtem Risiko für QTc-

Verlängerung/TdP. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis sollte abgewogen werden, bevor Venlafaxin

Patienten mit einem hohen Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen oder QTc-Verlängerung

verordnet wird (siehe Abschnitt 5.1).

Krampfanfälle

Unter der Behandlung mit Venlafaxin können Krampfanfälle auftreten. Wie bei allen Antidepressiva

sollte die Behandlung mit Venlafaxin bei Patienten mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte mit

Vorsicht begonnen und die betroffenen Patienten sorgfältig überwacht werden. Die Behandlung sollte

bei jedem Patienten beendet werden, bei dem sich Krampfanfälle entwickeln.

Hyponatriämie

Es können Fälle von Hyponatriämie und/oder das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH)

unter Behandlung mit Venlafaxin auftreten. Dies wurde meist bei Patienten mit Volumenmangel oder

dehydrierten Patienten berichtet. Bei älteren Patienten, bei Diuretika einnehmenden Patienten sowie

Patienten mit anderweitigem Volumenmangel kann das Risiko hierfür erhöht sein.

Abnorme Blutungen

Arzneimittel, welche die Serotonin-Aufnahme inhibieren, können zu einer reduzierten

Plättchenfunktion führen. Blutungen, die mit der SSRI und SNRI Anwendung assoziiert sind, reichten

von Ekchymosen, Hämatomen, Epistaxis und Petechien bis hin zu gastrointestinalen und

lebensbedrohlichen Blutungen. Das Risiko von Blutungen kann bei Patienten, die Venlafaxin

einnehmen, erhöht sein. Wie bei anderen Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren sollte Venlafaxin bei

Patienten mit einer Prädisposition für Blutungen, einschließlich auf Antikoagulanzien und

Thrombozyten-Aggregationshemmer eingestellte Patienten, vorsichtig angewendet werden.

Serumcholesterin

Klinisch relevante Cholesterinspiegelerhöhungen wurden bei 5,3 % der mit Venlafaxin behandelten

Patienten und 0,0 % der mit Placebo behandelten Patienten beobachtet, die mindestens 3 Monate

lang in placebokontrollierten Studien behandelt wurden. Eine Bestimmung des Cholesterinspiegels

sollte bei einer Langzeitbehandlung erwogen werden.

Gleichzeitige Gabe von Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion

Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Behandlung mit Venlafaxin in Kombination mit Wirkstoffen zur

Gewichtsreduktion, einschließlich Phentermin, sind nicht erwiesen. Eine Kombination von Venlafaxin

mit Wirkstoffen zur Gewichtsabnahme wird nicht empfohlen. Venlafaxin ist weder als Mono- noch als

Kombinationstherapie für die Gewichtsreduktion zugelassen.

Manie/Hypomanie

Eine Manie/Hypomanie kann bei einem kleinen Teil der Patienten mit einer affektiven Störung

auftreten, die Antidepressiva einschließlich Venlafaxin erhalten haben. Wie bei anderen

Antidepressiva auch, sollte Venlafaxin bei Patienten mit bipolarer affektiver Störung in ihrer bzw. der

familiären Vorgeschichte mit Vorsicht verwendet werden.

Aggression

Aggression kann bei einer geringen Anzahl von Patienten auftreten, die Antidepressiva einschließlich

Venlafaxin erhalten haben. Hierüber wurde zu Behandlungsbeginn, bei Änderungen der Dosis und bei

Beendigung der Behandlung berichtet.

Bei Patienten mit Aggression in der Vorgeschichte sollte Venlafaxin, wie andere Antidepressiva auch,

mit Vorsicht verwendet werden.

Absetzreaktionen bei Beendigung der Behandlung

Absetzreaktionen treten bei einer Beendigung der Behandlung häufig auf, besonders wenn die

Behandlung plötzlich abgebrochen wird (siehe Abschnitt 4.8). In klinischen Studien traten

Nebenwirkungen bei Beendigung der Behandlung (während und nach der Dosisreduktion) bei etwa

31 % der Patienten auf, die mit Venlafaxin behandelt wurden und bei 17 % der Patienten, die Placebo

einnahmen.

Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich Dauer der

Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen

(einschließlich Parästhesien), Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensiver Träume),

Erregtheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern und Kopfschmerzen sind die am

häufigsten berichteten Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei

einigen Patienten können sie jedoch schwerwiegend sein. Sie treten normalerweise innerhalb der

ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fällen wurde von solchen

Symptomen bei Patienten nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis berichtet. Im Allgemeinen

bilden sich diese Symptome von selbst zurück und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen

Personen können sie länger anhalten (2 – 3 Monate oder länger). Es wird daher empfohlen bei einer

Beendigung der Behandlung mit Venlafaxin die Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen

oder Monaten schrittweise zu reduzieren, entsprechend den Bedürfnissen des Patienten (siehe

Abschnitt 4.2).

Akathisie/psychomotorische Unruhe

Die Anwendung von Venlafaxin wurde mit der Entwicklung von Akathisien in Verbindung gebracht, die

charakterisiert sind durch eine subjektiv unangenehme oder als quälend erlebte Ruhelosigkeit und

Notwendigkeit sich zu bewegen, oft zusammen mit einer Unfähigkeit still zu sitzen oder still zu stehen.

Dies trifft am ehesten während der ersten Behandlungswochen auf. Für Patienten, bei denen solche

Symptome auftreten, kann eine Dosiserhöhung schädlich sein.

Mundtrockenheit

Über Mundtrockenheit wird bei 10 % der mit Venlafaxin behandelten Patienten berichtet. Dies kann

das Risiko für Karies erhöhen und die Patienten sollten auf die Wichtigkeit einer Dentalhygiene

hingewiesen werden.

Diabetes

Bei Patienten, die an Diabetes leiden und mit Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren

(SSRI) oder Venlafaxin behandelt werden, kann sich der Blutzuckerspiegel verändern. Die Dosierung

von Insulin oder des oral verabreichten Antidiabetikums muss daraufhin angepasst werden.

Sexuelle Funktionsstörung

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)/Serotonin-Noradrenalin-

Wiederaufnahmehemmer (SNRI) können Symptome einer sexuellen Funktionsstörung verursachen

(siehe Abschnitt 4.8). Es wurden lang anhaltende sexuelle Funktionsstörungen berichtet, bei denen

die Symptome trotz der Absetzung von SSRI/SNRI bestehen blieben.

Beeinträchtigung von Urintests

Bei Patienten, die Venlafaxin eingenommen haben, wurden bei Urin-Immuntests falsch-positive

Testergebnisse auf Phencyclidin (PCP) und Amphetamine berichtet. Grund dafür ist die fehlende

Spezifität der Immuntests. Solche falsch-positiven Testergebnisse können über mehrere Tage nach

Absetzen der Venlafaxin-Therapie erwartet werden. Bestätigende Untersuchungen wie z. B.

Gaschromatographie/Massenspektrometrie differenzieren Venlafaxin gegenüber PCP und

Amphetaminen.

Venlafaxin PUREN enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d. h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

Venlafaxin PUREN 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Der in der Kapselhülle enthaltene sonstige Bestandteil Ponceau 4R (E 124) kann allergische

Reaktionen auslösen.

Da die Kapseln Sucrose enthalten, dürfen Patienten mit der seltenen hereditären Fruktoseintoleranz,

Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

Venlafaxin PUREN 75 mg Hartkapseln, retardiert

Der in der Kapselhülle enthaltene sonstige Bestandteil Gelborange S (E 110) kann allergische

Reaktionen auslösen.

Da die Kapseln Sucrose enthalten, dürfen Patienten mit der seltenen hereditären Fruktoseintoleranz,

Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

Venlafaxin PUREN 150 mg Hartkapseln, retardiert

Der in der Kapselhülle enthaltene sonstige Bestandteil Gelborange S (E 110) kann allergische

Reaktionen auslösen.

Da die Kapseln Sucrose enthalten, dürfen Patienten mit der seltenen hereditären Fruktoseintoleranz,

Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Monoaminoxidase-Hemmer (MAOI)

Irreversible nicht-selektive MAOI

Venlafaxin darf nicht in Kombination mit irreversiblen nicht-selektiven MAOI angewendet werden. Eine

Behandlung mit Venlafaxin darf mindestens 14 Tage nach Beendigung einer Behandlung mit einem

irreversiblen nicht-selektiven MAOI nicht eingeleitet werden. Die Anwendung von Venlafaxin muss

mindestens 7 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem irreversiblen nicht-selektiven MAOI beendet

sein (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Reversibler selektiver MAO-A-Inhibitor (Moclobemid)

Aufgrund des Risikos eines Serotonin-Syndroms wird die Kombination von Venlafaxin mit einem

reversiblen und selektiven MAOI, z. B. Moclobemid, nicht empfohlen. Nach einer Behandlung mit

einem reversiblen MAO-Inhibitor kann vor Beginn einer Behandlung mit Venlafaxin eine

Absetzperiode verwendet werden, die kürzer als 14 Tage ist. Es wird empfohlen, Venlafaxin

mindestens 7 Tage vor Beginn einer Behandlung mit einem reversiblen MAOI abzusetzen (siehe

Abschnitt 4.4).

Reversible nicht-selektive MAOI (Linezolid)

Das Antibiotikum Linezolid ist ein schwacher reversibler und nicht-selektiver MAOI und sollte

Patienten, die mit Venlafaxin behandelt werden, nicht gegeben werden (siehe Abschnitt 4.4).

Schwere Nebenwirkungen wurden bei Patienten berichtet, bei denen ein MAOI kurz vor Beginn der

Behandlung mit Venlafaxin bzw. Venlafaxin kurz vor Beginn der Behandlung mit einem MAOI

abgesetzt wurde. Diese Nebenwirkungen umfassten Tremor, Myoklonus, Schwitzen, Übelkeit,

Erbrechen, Hitzewallungen, Schwindelgefühl und Fieber mit Merkmalen, die dem malignen

neuroleptischen Syndrom ähnelten, Krampfanfälle sowie Todesfälle.

Serotonin-Syndrom

Wie bei anderen serotonergen Wirkstoffen kann unter Behandlung mit Venlafaxin ein Serotonin-

Syndrom, ein möglicherweise lebensbedrohlicher Zustand, auftreten; insbesondere bei gleichzeitiger

Einnahme anderer Substanzen, die das serotonerge Neurotransmittersystem beeinflussen können

(einschließlich Triptane, SSRI, SNRI, Amphetamine, Lithium, Sibutramin, Johanniskraut [Hypericum

perforatum]), Fentanyl und seine Analoga, Tramadol, Dextromethorphan, Tapentadol, Pethidin,

Methadon und Pentazocin), von Arzneimitteln, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinträchtigen ( z. B.

MAOI wie Methylenblau), von Serotonin-Präkursoren (z. B. als Tryptophan-

Nahrungsergänzungsmittel)

oder von Antipsychotika oder anderen Dopaminantagonisten (siehe

Abschnitte 4.3 und 4.4.).

Wenn aus klinischen Gründen eine gleichzeitige Behandlung mit Venlafaxin und einem SSRI, einem

SNRI oder einem Serotoninrezeptor-Agonisten (Triptan) nötig ist, wird zu einer sorgfältigen

Beobachtung des Patienten besonders zu Beginn der Behandlung und bei Dosiserhöhungen geraten.

Die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin und Serotonin-Präkursoren (z. B. Tryptophan-

Ergänzungsmittel) wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

ZNS-aktive Substanzen

Das Risiko der Anwendung von Venlafaxin in Kombination mit anderen ZNS-aktiven Substanzen

wurde nicht systematisch evaluiert. Daher ist Vorsicht ratsam, wenn Venlafaxin in Kombination mit

anderen ZNS-aktiven Substanzen eingenommen wird.

Ethanol

Es wurde gezeigt, dass Venlafaxin die durch Ethanol verursachte Beeinträchtigung geistiger und

motorischer Fähigkeiten nicht verstärkt. Jedoch sollten wie bei allen ZNS-aktiven Substanzen die

Patienten darauf hingewiesen werden, den Alkoholkonsum zu vermeiden.

Substanzen, die das QT-Intervall verlängern

Das Risiko einer QTc-Verlängerung und/oder ventrikulären Arrhythmie (z. B. TdP) ist bei der

gleichzeitigen Anwendung mit anderen Substanzen, die das QTc-Intervall verlängern, erhöht. Die

gleichzeitige Einnahme mit solchen Substanzen, sollte daher vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

Dies beinhaltet folgende Arzneimittelklassen:

Klasse-Ia- und -III-Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid)

manche Antipsychotika (z. B. Thioridazin)

manche Makrolide (z. B. Erythromycin)

manche Antihistaminika

manche Chinolon-Antibiotika (z. B. Moxifloxacin)

Diese Auflistung ist nicht vollständig. Auch die gleichzeitige Einnahme von einzelnen anderen

Substanzen, die das QT-Intervall signifikant erhöhen, sollte vermieden werden.

Wirkung anderer Arzneimittel auf Venlafaxin

Ketoconazol (CYP3A4-Inhibitor)

In einer pharmakokinetischen Studie führte die Gabe von Ketoconazol bei CYP2D6-extensiven

Metabolisierern (EM) bzw. schwachen Metabolisierern (poor metabolizer = PM) zu einer erhöhten

AUC von Venlafaxin (70 % bzw. 21 % bei Probanden mit CYP2D6 PM bzw. EM) und von O-

Desmethylvenlafaxin (33 % bzw. 23 % bei Probanden mit CYP2D6 PM bzw. EM). Die gleichzeitige

Anwendung von CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Atazanavir, Clarithromycin, Indinavir, Itraconazol,

Voriconazol, Posaconazol, Ketoconazol, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir, Telithromycin) und

Venlafaxin kann die Spiegel von Venlafaxin und O-Desmethylvenlafaxin erhöhen. Daher ist Vorsicht

ratsam, wenn die Therapie eines Patienten gleichzeitig Venlafaxin und einen CYP3A4-Inhibitor

umfasst.

Wirkung von Venlafaxin auf andere Arzneimittel

Arzneimittel, die durch Cytochrom P450-Isoenzyme metabolisiert werden

In-vivo-Studien haben gezeigt, dass Venlafaxin ein relativ schwacher Inhibitor von CYP2D6 ist.

Venlafaxin hemmte in vivo nicht CYP3A4 (Alprazolam und Carbamazepin), CYP1A2 (Coffein),

CYP2C9 (Tolbutamid) oder CYP2C19 (Diazepam).

Lithium

Ein Serotonin-Syndrom kann bei gleichzeitiger Anwendung von Venlafaxin und Lithium auftreten

(siehe Serotonin-Syndrom).

Diazepam

Venlafaxin hat keinen Effekt auf die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Diazepam und

seinem aktiven Metaboliten Desmethyldiazepam. Diazepam scheint die pharmakokinetischen

Parameter von Venlafaxin oder O-Desmethylvenlafaxin nicht zu beeinflussen. Es ist unbekannt, ob

eine pharmakokinetische und/oder pharmakodynamische Interaktion mit anderen Benzodiazepinen

besteht.

Imipramin

Venlafaxin beeinflusste die Pharmakokinetik von Imipramin und 2-Hydroxyimipramin nicht. Die AUC

von 2-Hydroxydesipramin war dosisabhängig um das 2,5- bis 4,5-Fache erhöht, wenn 75 mg bis

150 mg Venlafaxin täglich gegeben wurden. Imipramin beeinflusste die Pharmakokinetik von

Venlafaxin und O-Desmethylvenlafaxin nicht. Die klinische Bedeutung dieser Interaktion ist nicht

bekannt. Bei gleichzeitiger Gabe von Venlafaxin und Imipramin ist Vorsicht geboten.

Haloperidol

Eine pharmakokinetische Studie mit Haloperidol zeigte eine Abnahme der oralen Gesamtclearance

um 42 %, eine Zunahme der AUC um 70 %, einen Anstieg von C

um 88 %, jedoch keine Änderung

der Halbwertszeit für Haloperidol. Dies sollte bei gleichzeitig mit Haloperidol und Venlafaxin

behandelten Patienten beachtet werden. Die klinische Bedeutung dieser Interaktion ist nicht bekannt.

Risperidon

Venlafaxin erhöhte die AUC von Risperidon um 50 %, veränderte jedoch das pharmakokinetische

Gesamtprofil des gesamten aktiven Anteils (Risperidon und 9-Hydroxyrisperidon) nicht signifikant.

Die klinische Bedeutung dieser Interaktion ist nicht bekannt.

Metoprolol

Die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin und Metoprolol bei gesunden Probanden in einer

pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit beiden Arzneimitteln führte zu einer Erhöhung der

Metoprolol-Plasmakonzentration um ca. 30 – 40 % bei unveränderter Plasmakonzentration des

aktiven Metaboliten α-Hydroxy-Metoprolol. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse für Patienten mit

Bluthochdruck ist nicht bekannt. Metoprolol veränderte das pharmakokinetische Profil von Venlafaxin

und seinem aktiven Metaboliten O-Desmethylvenlafaxin nicht. Bei gleichzeitiger Gabe von Venlafaxin

und Metoprolol ist Vorsicht geboten.

Indinavir

Eine pharmakokinetische Studie mit Indinavir zeigte eine Abnahme der AUC um 28 % und eine

Abnahme von C

um 36 % für Indinavir. Indinavir beeinflusste die Pharmakokinetik von Venlafaxin

und O-Desmethylvenlafaxin nicht. Die klinische Bedeutung dieser Interaktion ist nicht bekannt.

Orale Kontrazeptiva

In der Vermarktungsphase wurden unbeabsichtigte Schwangerschaften bei Frauen berichtet, die

während der Behandlung mit Venlafaxin orale Kontrazeptiva einnahmen. Es gibt keinen klaren

Beweis, dass diese Schwangerschaften die Folge einer Wechselwirkung mit Venlafaxin waren. Es

wurde keine Interaktionsstudie mit hormonellen Kontrazeptiva durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Venlafaxin bei schwangeren Frauen vor.

Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das

potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Venlafaxin darf bei schwangeren Frauen nur

angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen die möglichen Risiken überwiegt.

Wie bei anderen Serotonin-Aufnahme-Inhibitoren (SSRI/SNRI) können bei Neugeborenen

Absetzerscheinungen auftreten, wenn Venlafaxin bis zur oder kurz vor der Geburt angewendet wird.

Manche Neugeborene, die Venlafaxin spät im dritten Trimenon exponiert waren, entwickelten

Komplikationen, die eine Sondenernährung, eine Unterstützung der Atmung oder einen verlängerten

Klinikaufenthalt erforderten. Solche Komplikationen können unmittelbar nach der Geburt auftreten.

Daten aus epidemiologischen Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von Selektiven

Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) in der Schwangerschaft, insbesondere im späten

Stadium einer Schwangerschaft, das Risiko für das Auftreten einer primären pulmonalen Hypertonie

bei Neugeborenen (PPHN, auch persistierende pulmonale Hypertonie genannt) erhöhen kann.

Obwohl es keine Studien gibt, die einen Zusammenhang zwischen der Behandlung mit SNRI und dem

Auftreten von PPHN untersucht haben, kann dieses potentielle Risiko für Venlafaxin PUREN nicht

ausgeschlossen werden, wenn man den zugehörigen Wirkmechanismus (Inhibition der

Wiederaufnahme von Serotonin) berücksichtigt.

Folgende Symptome können bei Neugeborenen beobachtet werden, falls die Mutter SSRI/SNRI in der

späten Schwangerschaft angewendet hat: Irritabilität, Zittern, Muskelhypotonie, anhaltendes Schreien,

Schwierigkeiten beim Saugen und Schlafen. Diese Symptome können entweder für serotonerge

Effekte oder für Expositionssymptome sprechen. In der Mehrzahl der Fälle werden diese

Komplikationen unmittelbar oder innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt beobachtet.

Stillzeit

Venlafaxin und sein aktiver Metabolit O-Desmethylvenlafaxin gehen in die Muttermilch über. In Post-

Marketing-Reports wurde von gestillten Kindern berichtet, die Schreien, Reizbarkeit und abnormales

Schlafmuster zeigten. Es wurde auch über Entzugserscheinungen nach dem Beendigen des Stillens

berichtet. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte die

Entscheidung, ob gestillt/abgestillt oder ob die Therapie mit Venlafaxin PUREN fortgesetzt/abgesetzt

werden soll, unter Berücksichtigung der Vorteile des Stillens für das Kind und des Nutzens der

Therapie mit Venlafaxin PUREN für die Mutter getroffen werden.

Fertilität

Eine reduzierte Fruchtbarkeit wurde in einer Studie beobachtet, in der männlichen und weiblichen

Ratten O-Desmethyl-Venlafaxin verabreicht wurde. Die Bedeutung dieses Ergebnisses für den

Menschen ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Jedes psychoaktive Arzneimittel kann das Urteilsvermögen, das Denkvermögen und die motorischen

Fähigkeiten beeinträchtigen. Daher sollte ein Patient, der Venlafaxin erhält, vor einer Einschränkung

seiner Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder gefährliche Maschinen zu bedienen, gewarnt werden.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten (> 1/10) in klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen waren Übelkeit,

Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Schwitzen (einschließlich Nachtschweiß).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Im Folgenden sind die Nebenwirkungen, geordnet nach Organklassen und der Häufigkeit ihres

Auftretens mit abnehmender medizinischer Bedeutung innerhalb der jeweiligen Häufigkeitsgruppe,

aufgeführt.

Die Häufigkeit ihres Auftretens ist definiert als:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥

1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(≥

1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit aufgrund der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Organsyste

m

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht

bekannt

Erkrankunge

des Blutes

Lymphsyste

ms

Agranulozyto

se* ,

aplastische

Anämie*,

Panzytopeni

Neutropenie*

Thrombozytop

enie*

Erkrankunge

Immunsyste

ms

Anaphylaktis

Reaktionen*

Endokrine

Erkrankunge

n

Syndrom der

inadäquaten

ADH-

Sekretion

(SIADH)

Prolactinspieg

el erhöht*

Stoffwechsel

-und

Ernährungsst

örungen

verminderte

r Appetit

Hyponatriämi

Psychiatrisch

Erkrankunge

Schlaflosigke

Verwirrtheit

Depersonal

isation*,

ungewöhnli

Trauminhalt

Nervosität,

Libidoabna

hme,

Agitiertheit*

Anorgasmi

Manie,

Hypomanie,

Halluzinatione

Derealisation,

Orgasmusstör

ungen,

Bruxismus*,

Apathie

Delirium

Suizidale

Gedanken

suizidales

Verhalten

Aggression

Erkrankunge

Kopfschmerz

Akathisie*,

Zittern,

Synkope,

Myoklonus,

Malignes

neuroleptisch

Tardive

Dyskinesie*

Nervensyste

Schwindelgef

ühl,

Sedierung

Parästhesie

Dysgeusie

beeinträchtigte

Balance*,

beeinträchtigte

Koordination*,

Dyskinesien*

es Syndrom

(MNS)*,

Serotonin-

Syndrom*,

Krampfanfäll

Dystonien*

Augenerkran

kungen

Sehstörung

Akkommod

ationsstöru

ngen

einschließli

verschwom

menem

Sehen,

Mydriasis

Engwinkelgla

ukom*

Erkrankunge

des Ohrs

Labyrinths

Tinnitus*

Schwindel

Herzerkrank

ungen

Tachykardi

Palpitatione

Torsade de

pointes*,

ventrikuläre

Tachykardie*

Kammerflim

mern, QT-

Verlängerun

g im EKG*

Gefäßerkran

kungen

Blutdruckan

stieg,

Hitzewallun

Orthostatische

Hypotonie,

Hypotonie

Erkrankunge

Atemwege,

Brustraums

Mediastinum

Dyspnoe*,

Gähnen

Interstitielle

Pneumonie*,

pulmonale

Eosinophilie*

Erkrankunge

Gastrointesti

naltrakts

Übelkeit,

Mundtrocken

Heit,

Verstopfung

Diarrhoe*,

Erbrechen

Gastrointestin

ale Blutung*

Pankreatitis*

Leber- und

Gallenerkran

kungen

Leberwertverä

nderungen*

Hepatitis,

Erkrankunge

Hyperhidrose

Ausschlag,

Juckreiz*

Urtikaria,

Alopezie,

Stevens-

Johnson-

der Haut und

Unterhautzell

gewebes

(einschließlic

Nachtschwei

ß)*

kleinflächige

Hautblutung

(Ekchymose),

Angioödem*,

Lichtüberempfi

ndlichkeitsreak

tion

Syndrom*,

toxische

epidermale

Nekrolyse*,

Erythema

multiforme*

Skelettmusk

ulatur-,

Bindegeweb

Knochenerkr

ankungen

Muskelhyp

ertonie

Rhabdomyol

yse*

Erkrankunge

der Nieren

Harnwege

verzögertes

Wasserlass

Harnverhalt

Pollakisurie

Harninkontine

Erkrankunge

Geschlechts

organe und

Brustdrüse

Menorrhagi

Metrorrhagi

e*, erektile

Dysfunktion

Ejakulation

sstörungen

Allgemeine

Erkrankunge

Beschwerde

Verabreichun

gsort

Fatigue,

Asthenie,

Schüttelfros

Schleimhautbl

utungen*

Untersuchun

Gewichtsab

nahme,

Gewichtszu

nahme

erhöhte

Cholesterin

werte

Verlängerte

Blutungsdauer

Nebenwirkungen, die nach der Vermarktung auftraten

Fälle von suizidalen Gedanken oder suizidalem Verhalten während der Therapie mit Venlafaxin

oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung sind berichtet worden (siehe Abschnitt 4.4).

Siehe Abschnitt 4.4.

In gepoolten klinischen Studien war die Häufigkeit von Kopfschmerz unter Venlafaxin und unter

Placebo ähnlich.

Absetzen der Behandlung

Das Absetzen von Venlafaxin führt (insbesondere wenn es abrupt geschieht) häufig zu

Absetzreaktionen. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesien),

Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensiver Träume), Agitiertheit oder Angst,

Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern, Schwindel, Kopfschmerzen und Grippesyndrom sind die am

häufigsten berichteten Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer und

gehen von selbst zurück, bei einigen Patienten können sie jedoch schwerwiegend sein und/oder

länger andauern. Es wird daher geraten, wenn eine Behandlung mit Venlafaxin nicht mehr erforderlich

ist, die Dosis schrittweise zu reduzieren (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Kinder und Jugendliche

Insgesamt ähnelte das Nebenwirkungsprofil von Venlafaxin (in placebokontrollierten klinischen

Studien) bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 6 bis 17 Jahren) dem bei Erwachsenen. Wie bei

Erwachsenen wurden verminderter Appetit, Gewichtsabnahme, Blutdruckanstieg und erhöhte

Cholesterinwerte beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).

In pädiatrischen klinischen Studien wurde die Nebenwirkung Suizidgedanken beobachtet. Es wurde

vermehrt über Feindseligkeit und, speziell bei Major Depression, über Selbstverletzung berichtet.

Insbesondere wurden die folgenden Nebenwirkungen bei pädiatrischen Patienten beobachtet:

Bauchschmerzen, Agitiertheit, Dyspepsie, kleinflächige Hautblutungen, Nasenbluten und Myalgie.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen Risiko Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Seit Markteinführung wurde über Überdosierung von Venlafaxin vor allem in Verbindung mit Alkohol

und/oder anderen Arzneimitteln berichtet. Die am häufigsten bei Überdosierung berichteten

Ereignisse umfassen Tachykardie, Änderungen des Bewusstseinsgrades (von Schläfrigkeit bis

Koma), Mydriasis, Krampfanfälle und Erbrechen. Weitere berichtete Ereignisse schließen

elektrokardiographische Veränderungen (z. B. Verlängerung der QT- und QRS-Strecke (siehe

Abschnitt 5.1), Schenkelblock), Kammertachykardie, Bradykardie, Blutdruckabfall, Schwindel und

Todesfälle ein.

In publizierten retrospektiven Studien wird berichtet, dass eine Überdosierung von Venlafaxin mit

einem im Vergleich zu SSRI höheren und im Vergleich zu trizyklischen Antidepressiva niedrigeren

Risiko für einen tödlichen Ausgang assoziiert sein kann. Epidemiologische Studien zeigten, dass mit

Venlafaxin behandelte Patienten eine höhere Belastung mit Suizid-Risikofaktoren aufwiesen als mit

SSRI behandelte Patienten. Inwieweit der Befund des erhöhten Risikos für einen tödlichen Ausgang

der Toxizität von Venlafaxin bei Überdosierung bzw. irgendeinem Merkmal der mit Venlafaxin

behandelten Patienten beigemessen werden kann, ist unklar. Verschreibungen von Venlafaxin sollten

in der kleinsten, mit einer guten Patientenführung zu vereinbarenden Packungsgröße des

Arzneimittels erfolgen, um das Risiko einer Überdosierung zu reduzieren.

Empfohlene Therapie

Empfohlen werden die allgemein üblichen unterstützenden und symptomatischen Maßnahmen;

Herzrhythmus und Vitalparameter sind zu überwachen. Wenn die Gefahr einer Aspiration besteht,

wird das Herbeiführen von Erbrechen nicht empfohlen. Eine Magenspülung kann angezeigt sein,

wenn sie frühzeitig erfolgt, oder bei Patienten mit Intoxikationserscheinungen. Auch durch Anwendung

von Aktivkohle kann die Resorption des Wirkstoffs begrenzt werden. Forcierte Diurese, Dialyse,

Hämoperfusion und Blutaustauschtransfusion sind wahrscheinlich ohne Nutzen. Spezifische

Gegenmittel für Venlafaxin sind nicht bekannt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antidepressiva

ATC-Code: N06AX16

Wirkmechanismus

Für den antidepressiven Wirkmechanismus von Venlafaxin beim Menschen wird angenommen, dass

er mit einer Erhöhung der Neurotransmitteraktivität im Zentralnervensystem assoziiert ist.

Präklinische Studien zeigten, dass Venlafaxin und sein aktiver Metabolit O-Desmethylvenlafaxin

(ODV) Inhibitoren der neuronalen Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme sind. Venlafaxin

inhibiert außerdem die Dopamin-Wiederaufnahme schwach. Venlafaxin und sein aktiver Metabolit

reduzieren die β-adrenerge Ansprechbarkeit bei Einzelgabe (Einzeldosis) und bei chronischer Gabe.

Venlafaxin und ODV sind sich in Bezug auf ihre Gesamtwirkung auf die Neurotransmitter-

Wiederaufnahme und die Rezeptorbindung sehr ähnlich.

Venlafaxin zeigt im Nagerhirn praktisch keine Affinität zu muskarinischen, cholinergen, H

histaminergen oder α

-adrenergen Rezeptoren in vitro. Eine pharmakologische Aktivität an diesen

Rezeptoren kann mit verschiedenen mit anderen Antidepressiva beobachteten Nebenwirkungen, z. B.

anticholinergen, sedierenden und kardiovaskulären Nebenwirkungen, in Verbindung gebracht werden.

Venlafaxin weist keine inhibitorische Aktivität für Monoaminoxidase (MAOI) auf.

In-vitro-Studien zeigten, dass Venlafaxin praktisch keine Affinität zu Opiat- oder

Benzodiazepinsensitiven Rezeptoren aufweist.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Episoden einer Major Depression

Die Wirksamkeit von schnell freisetzendem Venlafaxin zur Behandlung von Episoden einer Major-

Depression wurde in fünf randomisierten, doppelblinden placebokontrollierten Kurzzeitstudien von vier

bis sechs Wochen Dauer mit Dosen bis zu 375 mg/Tag nachgewiesen. Die Wirksamkeit von

retardiertem Venlafaxin zur Behandlung von Episoden einer Major Depression wurde in zwei

placebokontrollierten Kurzzeitstudien von acht bzw. zwölf Wochen Dauer und einem Dosisbereich von

75 bis 225 mg/Tag nachgewiesen.

In einer länger dauernden Studie erhielten erwachsene ambulante Patienten, welche in einer

achtwöchigen offenen Studie auf retardiertes Venlafaxin (75, 150 oder 225 mg) angesprochen hatten,

randomisiert die gleiche Dosis an retardiertem Venlafaxin oder Placebo und wurden über bis zu 26

Wochen hinweg auf ein Rezidiv beobachtet.

In einer zweiten Langzeitstudie wurde die Wirksamkeit von Venlafaxin zur Prävention rezidivierender

depressiver Episoden über einen Zeitraum von 12 Monaten in einer placebokontrollierten

doppelblinden klinischen Studie mit erwachsenen ambulanten Patienten mit rezidivierenden Episoden

einer Major Depression, die in der vorigen depressiven Episode auf eine Behandlung mit Venlafaxin

(100 bis 200 mg/Tag, in zwei Teildosen am Tag) angesprochen hatten, nachgewiesen.

Generalisierte Angststörung

Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der generalisierten Angststörung wurde

in zwei achtwöchigen placebokontrollierten Studien mit fixer Dosierung (75 bis 225 mg/Tag), einer

sechsmonatigen placebokontrollierten Studie mit fixer Dosierung (75 bis 225 mg/Tag) und einer

sechsmonatigen placebokontrollierten Studie mit flexibler Dosierung (37,5, 75 und 150 mg/Tag) an

erwachsenen ambulanten Patienten nachgewiesen.

Während Belege für eine Überlegenheit über Placebo auch für die Dosis von 37,5 mg/Tag vorlagen;

war diese Dosis nicht so konsistent wirksam wie die höheren Dosierungen.

Soziale Angststörung

Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der sozialen Angststörung wurde in vier

doppelblinden, zwölfwöchigen, multizentrischen, placebokontrollierten Studien im Parallelgruppen-

Vergleich mit flexibler Dosierung und einer doppelblinden, sechsmonatigen, placebokontrollierten

Studie im Parallelgruppen-Vergleich mit fixer/flexibler Dosierung mit erwachsenen ambulanten

Patienten nachgewiesen. Die Patienten erhielten Dosen im Bereich von 75 bis 225 mg/Tag. Es gab

keine Belege für eine höhere Wirksamkeit in der Gruppe mit 150 bis 225 mg/Tag, verglichen mit der

Gruppe mit 75 mg/Tag in der sechsmonatigen Studie.

Panikstörung

Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der Panikstörung wurde in zwei

doppelblinden, zwölfwöchigen, multizentrischen, placebokontrollierten Studien mit erwachsenen

ambulanten Patienten mit Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie nachgewiesen. Die Initialdosis in

Studien bei Panikstörung betrug 37,5 mg/Tag über 7 Tage. Die Patienten erhielten dann fixe

Dosierungen von 75 oder 150 mg/Tag in der einen Studie und 75 oder 225 mg/Tag in der anderen

Studie.

Außerdem wurde die Wirksamkeit nachgewiesen in einer doppelblinden, placebokontrollierten

Langzeitstudie im Parallelgruppen-Vergleich zur Langzeitsicherheit, Wirksamkeit und

Rezidivprophylaxe mit erwachsenen ambulanten Patienten, welche auf eine offene Behandlung

angesprochen hatten. Die Patienten erhielten weiterhin die gleiche Dosis retardierten Venlafaxins, die

sie am Ende der offenen Phase eingenommen hatten (75, 150 oder 225 mg).

Kardiale Elektrophysiologie

In einer umfangreichen QTc-Studie an gesunden Probanden mit einer supratherapeutischen Dosis

von 450 mg/Tag (gegeben als zweimal 225 mg pro Tag), verlängerte Venlafaxin das QT Intervall nicht

in klinisch relevantem Ausmaß. Postmarketing-Fälle von QTc-Verlängerung / TdP und ventrikulären

Arrhythmien wurden jedoch berichtet, insbesondere bei Überdosierung oder bei Patienten mit

anderen Risikofaktoren für eine QTc-Verlängerung / TdP (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 4.9).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Venlafaxin unterliegt einer erheblichen Metabolisierung, primär zum aktiven Metaboliten O-

Desmethylvenlafaxin (ODV). Die durchschnittlichen Plasmahalbwertszeiten mit Standardabweichung

betragen 5 ± 2 Stunden bei Venlafaxin bzw. 11 ± 2 Stunden bei ODV. Die Steady-State-

Konzentrationen von Venlafaxin und ODV werden innerhalb von 3 Tagen nach oraler Mehrfachgabe

erreicht. Venlafaxin und ODV zeigen eine lineare Kinetik im Dosisbereich von 75 mg und 450 mg/Tag.

Resorption

Mindestens 92 % des Venlafaxins wird nach Gabe oraler Einzelgaben von schnell freisetzendem

Venlafaxin resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt aufgrund des präsystemischen Metabolismus

bei 40 % bis 45 %. Nach Gabe von schnell freisetzendem Venlafaxin treten die

Plasmaspitzenkonzentrationen von Venlafaxin und ODV innerhalb von 2 bzw. 3 Stunden auf. Nach

Gabe von Venlafaxin-Retardkapseln werden die Plasmaspitzenkonzentrationen von Venlafaxin und

ODV innerhalb von 5,5 bzw. 9 Stunden erreicht. Werden gleiche Venlafaxin-Dosen entweder als

schnell freisetzende Tablette oder als Retardkapsel angewendet, sorgt retardiertes Venlafaxin für eine

geringere Geschwindigkeit, aber das gleiche Ausmaß der Resorption wie die schnell freisetzende

Tablette. Nahrung beeinflusst die Bioverfügbarkeit von Venlafaxin oder ODV nicht.

Verteilung

Venlafaxin und ODV werden in therapeutischen Konzentrationen minimal an menschliche

Plasmaproteine gebunden (zu 27 % bzw. 30 %). Das Verteilungsvolumen von Venlafaxin beträgt im

Steady-State 4,4 ± 1,6 l/kg nach intravenöser Gabe.

Biotransformation

Venlafaxin wird in der Leber extensiv metabolisiert. In-vitro- und in-vivo-Studien deuten darauf hin,

dass Venlafaxin zu seinem aktiven Hauptmetaboliten ODV durch CYP2D6 verstoffwechselt wird. In-

vitro- und in-vivo-Studien deuten darauf hin, dass Venlafaxin durch CYP3A4 zu einem weniger aktiven

Nebenmetaboliten, N-Desmethylvenlafaxin, verstoffwechselt wird. In-vitro- und in-vivo-Studien zeigen,

dass Venlafaxin selbst ein schwacher Inhibitor des CYP2D6 ist. Venlafaxin inhibierte CYP1A2,

CYP2C9 und CYP3A4 nicht.

Elimination

Venlafaxin und seine Metaboliten werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Etwa 87 %

einer Venlafaxindosis werden innerhalb von 48 Stunden im Urin entweder als unverändertes

Venlafaxin (5 %), als unkonjugiertes ODV (29 %), als konjugiertes ODV (26 %) oder als weitere

inaktive Nebenmetaboliten (27 %) ausgeschieden. Die durchschnittliche Plasma-Clearance

(± Standardabweichung) von Venlafaxin bzw. ODV im Steady-State ist 1,3 ± 0,6 l/h/kg bzw. 0,4 ± 0,2

l/h/kg.

Besondere Patientengruppen

Alter und Geschlecht

Alter und Geschlecht haben keine signifikanten Auswirkungen auf die pharmakokinetischen

Eigenschaften von Venlafaxin und ODV.

Extensive/Schwache CYP2D6-Metabolisierer

Die Venlafaxin-Plasmakonzentrationen sind bei schwachen CYP2D6-Metabolisierern höher als bei

extensiven Metabolisierern. Da die Gesamtexposition (AUC) von Venlafaxin und ODV bei schwachen

und extensiven Metabolisierern ähnlich ist, besteht keine Notwendigkeit für unterschiedliche

Venlafaxin-Dosierungsschemata bei diesen beiden Gruppen.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Probanden mit Child-Pugh A (leichte Leberfunktionsstörung) und Child-Pugh B (mäßige

Leberfunktionsstörung) waren die Halbwertszeiten von Venlafaxin und ODV im Vergleich zu normalen

Patienten verlängert. Die orale Clearance sowohl von Venlafaxin als auch von ODV war vermindert.

Es wurde eine große interindividuelle Variabilität beobachtet. Es liegen limitierte Daten für Patienten

mit schwerer Leberfunktionsstörung vor (siehe Abschnitt 4.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Dialyse-Patienten war die Eliminationshalbwertszeit von Venlafaxin im Vergleich zu normalen

Probanden um etwa 180 % verlängert und die Clearance um etwa 57 % vermindert, während die

ODV-Eliminationshalbwertszeit um etwa 142 % verlängert und die Clearance um etwa 56 %

vermindert war. Eine Dosisanpassung ist erforderlich bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der

Nierenfunktion und bei dialysepflichtigen Patienten (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Studien mit Venlafaxin an Ratten und Mäusen wurden keine kanzerogenen Wirkungen beobachtet.

Venlafaxin erwies sich in verschiedenen in-vitro- und in-vivo-Tests als nicht mutagen.

Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität zeigten bei Ratten ein vermindertes

Körpergewicht der Jungtiere, einen Anstieg der Fehlgeburten und einen Anstieg der Todesfälle bei

Jungtieren während der ersten 5 Tage des Säugens. Die Ursache für diese Todesfälle ist nicht

bekannt.

Diese Effekte traten bei 30 mg/kg/Tag auf, dem 4-Fachen einer täglichen Venlafaxin-Dosis von

375 mg beim Menschen (auf Basis mg/kg). Die No-effect-Dosis für diese Ergebnisse betrug das

1,3fache der menschlichen Dosis. Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Eine reduzierte Fruchtbarkeit wurde in einer Studie beobachtet, in der männliche und weibliche Ratten

ODV exponiert wurden. Diese Exposition entsprach etwa dem Ein- bis Zweifachen einer

Venlafaxindosis von 375 mg/Tag beim Menschen. Die Bedeutung dieses Ergebnisses für den

Menschen ist nicht bekannt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Venlafaxin PUREN 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Kapselinhalt:

Zucker-Stärke-Pellets (enthalten Saccharose, Maisstärke)

Ethylcellulose

Hyprolose

Hypromellose

Talkum

Dibutyldecandioat

Ölsäure

Hochdisperses Siliciumdioxid

Kapselhülle:

Gelatine

Natriumdodecylsulfat

Farbstoffe:

Ponceau 4R (E124)

Chinolingelb (E104)

Titandioxid (E171)

Venlafaxin PUREN 75 mg Hartkapseln, retardiert

Kapselinhalt:

Zucker-Stärke-Pellets (enthalten Saccharose, Maisstärke)

Ethylcellulose

Hyprolose

Hypromellose

Talkum

Dibutyldecandioat

Ölsäure

Hochdisperses Siliciumdioxid

Kapselhülle:

Gelatine

Natriumdodecylsulfat

Farbstoffe:

Gelborange S (E110)

Chinolingelb (E104)

Titandioxid (E171)

Venlafaxin PUREN 150 mg Hartkapseln, retardiert

Kapselinhalt:

Zucker-Stärke-Pellets (enthalten Saccharose, Maisstärke)

Ethylcellulose

Hyprolose

Hypromellose

Talkum

Dibutyldecandioat

Ölsäure

Hochdisperses Siliciumdioxid

Kapselhülle:

Gelatine

Natriumdodecylsulfat

Farbstoffe:

Gelborange S (E110)

Chinolingelb (E104)

Patentblau V (E131)

Titandioxid (E171)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

14, 50 und 100 Kapseln in Blisterpackungen (PVC/Aluminium).

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

PUREN Pharma GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Allee 2

81829 München

Telefon: 089/558909 – 0

Telefax: 089/558909 – 240

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

72151.00.00

72152.00.00

72153.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNGEN

Datum der Erteilung der Zulassung: 30. Oktober 2008

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 18.12.2014

10.

STAND DER INFORMATION

10.2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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