Vannair 200/6 Dosieraerosol

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
budesonidum, formoteroli fumaras dihydricus
Verfügbar ab:
AstraZeneca AG
ATC-Code:
R03AK07
INN (Internationale Bezeichnung):
budesonidum, formoteroli fumaras dihydricus
Darreichungsform:
Dosieraerosol
Zusammensetzung:
budesonidum 200 µg, formoteroli fumaras dihydricus 6 µg, povidonum K 25, macrogolum 1000, apafluranum, ad aerosolum pro dosi corresp. 74.6 mg. doses pro vase 120.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Asthma bronchiale, COPD
Zulassungsnummer:
57327
Berechtigungsdatum:
2005-07-27

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-07-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Vannair™ 100/6 Dosieraerosol, Vannair™200/6 Dosieraerosol

Was ist Vannair Dosieraerosol und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Vannair enthält die beiden Wirkstoffe Budesonid und Formoterol, welche auf verschiedene Art auf Ihre

Atemwegserkrankung (z.B. Asthma oder andere entzündliche Atemwegserkrankungen) einwirken. Der

Grund Ihrer Erkrankung ist eine Entzündung der Luftwege. Budesonid reduziert und verhindert diese

Entzündung. Formoterol erweitert Ihre Atemwege, löst Bronchialmuskelkrämpfe und hilft Ihnen

dadurch besser zu atmen. Sie werden diese Wirkung innerhalb von 1-3 Minuten nach der Inhalation von

Vannair wahrnehmen.

Durch Inhalation gelangen die Wirkstoffe direkt in die Lunge und entfalten dort ihre Wirkung.

Vannair darf nur auf Verschreibung und unter ständiger Kontrolle des Arztes oder der Ärztin

angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Besonderer Hinweis für Raucherinnen und Raucher

Sie können die Wirksamkeit von Vannair unterstützen, indem Sie auf das Rauchen verzichten! Dies gilt

vor allem für Patientinnen und Patienten, die bereits an Lungenblähungen (Emphysem) leiden.

Wann darf Vannair Dosieraerosol nicht angewendet werden?

Vannair darf bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen Budesonid und Formoterol

oder gegenüber einem der Hilfsstoffe nicht angewendet werden.

Ebenso darf Vannair bei bestimmten schweren Herzerkrankungen (unregelmässiger Herzschlag und

beim sogenannten Herzblock) nicht angewendet werden.

Wann ist bei der Anwendung von Vannair Dosieraerosol Vorsicht geboten?

Bei sich rasch verschlimmernder Atemnot, bzw. wenn zusätzliche Inhalationen nicht rasch zu einer

genügenden Besserung führen, ist der Arzt bzw. die Ärztin oder das nächste Spital umgehend

aufzusuchen. Wenn Sie keuchen müssen oder atemlos werden, müssen Sie Vannair weiter verwenden,

aber so bald als möglich Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt kontaktieren.

Die Verwendung von Wirkstoffen vom Typ der Kortikosteroide (Wirkstoff Budesonid in Vannair)

verringert die Körperabwehr gegenüber Infektionskrankheiten. Das Risiko einer Infektionskrankheit ist

zwar bei der inhalativen Anwendung von Vannair Dosieraerosol geringer als bei einer oralen

Behandlung mit anderen Kortikosteroiden (z.B. Tabletten). Trotzdem sollten Sie darauf achten, während

der Behandlung mit Vannair mögliche Infektionsquellen zu vermeiden.

Wenn Sie an infektiösen Lungenkrankheiten, einschliesslich Lungentuberkulose und Pilzinfektionen der

Lunge (Lungenmykose) leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn im Laufe der Behandlung mit Vannair

eine Infektionskrankheit auftritt. Besonders bei Windpocken und Masern kann es zu einer schweren

Verlaufsform kommen, die vom Arzt entsprechend behandelt werden muss.

Bei übermässigem Gebrauch oder Langzeitanwendung bei Kindern kann die Möglichkeit einer

Wachstumsverzögerung nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt bzw. die Ärztin wird deshalb die

Wachstumsentwicklung von Kindern, welche über längere Zeit mit Vannair behandelt werden, sorgfältig

beobachten.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt resp. Ihrer Ärztin, wenn Sie gleichzeitig gewisse Arzneimittel zur

Behandlung von gewissen Lebererkrankungen, Depressionen oder Herz-Kreislaufkrankheiten

einnehmen, da dadurch die Wirkung von Vannair beeinflusst werden könnte. Ebenfalls sollte die

Einnahme von Grapefruitsaft während der Therapie vermieden werden, da die Wirkung von Vannair

beeinflusst werden könnte.

Bei speziellen Erkrankungen des Herzens bzw. des Herzmuskels, bei schwerer Hypertonie, Epilepsie,

Zuckerkrankheit oder bei einer Überfunktion der Schilddrüse sollte Vannair nur auf ausdrückliche

Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn bei Ihnen verschwommenes Sehen oder andere

Sehstörungen auftreten.

Wenn Sie gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen, so kann dies zu einem gehäuften Auftreten

unerwünschter Wirkungen führen. Besondere Aufmerksamkeit ist bei gleichzeitiger Einnahme folgender

Arzneimitteln geboten:

-Arzneimittel, die das Immunsystem unterdrücken

-Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen (wie Itraconazol- oder Ketoconazol-haltige

Arzneimittel)

-Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen (wie Ritonavir- oder Cobicistat-haltige

Arzneimittel)

Wenn Sie Vannair zur Behandlung Ihrer COPD verwenden, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin,

wenn Sie folgende Symptome, die Anzeichen einer Lungenentzündung (Pneumonie) sein könnten,

haben: Fieber oder Schüttelfrost, erhöhte Schleimproduktion oder veränderte Schleimfarbe, verstärktes

Husten oder verstärkte Atemschwierigkeiten.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

-an anderen Krankheiten leiden,

-Allergien haben oder

-andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen.

Darf Vannair Dosieraerosol während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten sowie in der Stillzeit dürfen Sie Vannair nicht

anwenden, ausser auf ausdrückliche ärztliche Verschreibung.

Wie verwenden Sie Vannair Dosieraerosol?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird aufgrund regelmässiger Untersuchungen die für Sie zutreffende

Dosierung festlegen. Erhöhen Sie die Dosis nicht, ohne Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin vorher zu fragen.

Üblicherweise gelten folgende Dosierungsrichtlinien

Dosierung bei Asthma

Kinder ab 6 Jahren

Vannair 100/6: 2x täglich 2 Sprühstösse à 100/6 µg, maximal 4 Sprühstösse pro Tag.

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren

Vannair 100/6: 1-2x täglich 2 Sprühstösse à 100/6 µg. Der Arzt kann Ihnen bis maximal 4 Sprühstösse

2x täglich verschreiben.

Vannair 200/6: 1-2x täglich 2 Sprühstösse. Der Arzt kann Ihnen bis maximal 4 Sprühstösse 2x täglich

verschreiben.

Dosierung bei chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD)

Erwachsene

Vannair 200/6: 2x täglich 2 Inhalationen.

Spülen Sie nach jeder Anwendung den Mund mit Wasser.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Anwendung

Notieren Sie vor der ersten Anwendung das Datum, bis wann Sie das Dosieraerosol brauchen können.

Das sind 3 Monate vom Moment an, da die Schutzfolie geöffnet wurde.

Vorbereitung des Dosieraerosols

Nehmen Sie vor dem ersten Gebrauch das Dosieraerosol aus der Schutzfolie und werfen Sie diese weg.

Ihr Dosieraerosol ist fertig zusammengestellt, nehmen Sie es bitte nicht auseinander (Abbildung 1).

Bevor Sie das Dosieraerosol das erste Mal anwenden, wenn Sie es während mehr als einer Woche nicht

mehr gebraucht haben oder wenn es herunter gefallen ist, schütteln Sie es leicht, und machen Sie 2

Sprühstösse in die Luft (siehe Abbildung 2).

Schutzkappe

Abbildung 1 Abbildung 2 Abbildung 3 Abbildung 4

Art der Anwendung

1.Das Dosieraerosol leicht schütteln.

2.Die Schutzkappe des Mundstückes durch leichtes Zusammendrücken entfernen (Abbildung 3).

3.Das Dosieraerosol aufrecht zwischen Daumen und Zeigefinger halten (Abbildung 2). Atmen Sie so

fest wie möglich aus, halten Sie das Mundstück in den Mund zwischen Ihre Zähne, und umschliessen

Sie es mit den Lippen (Abbildung 4).

4.Beginnen Sie langsam und tief durch den Mund einzuatmen, und drücken Sie gleichzeitig fest auf den

Behälter (Abbildung 2, 4).

5.Fahren Sie mit der Einatmung fort, und halten Ihren Atem für ca. 10 Sekunden bzw. so lange an, wie

es angenehm ist. Dann nehmen Sie das Dosieraerosol aus dem Mund, und drücken nicht mehr auf den

Behälter.

6.Den Behälter nochmals schütteln und die Punkte 3 bis 5 wiederholen.

7.Nach der Anwendung die Schutzkappe wieder aufsetzen.

8.Spülen Sie Ihren Mund mit Wasser, damit keine Arzneimittelrückstände zurückbleiben.

Regelmässige Pflege des Mundstückes

Das Mundstück muss regelmässig, mindestens einmal in der Woche, gereinigt werden. Gehen Sie wie

folgt vor:

1.Entfernen Sie die Schutzkappe.

2.Reiben Sie die Innen- und Aussenseite des Mundstückes mit einem sauberen, trockenen Tuch aus.

3.Setzen Sie die Schutzkappe wieder auf.

4.Versuchen Sie nicht, das Dosieraerosol auseinanderzunehmen.

Geben Sie das Dosieraerosol nie ins Wasser!

Wann ist Ihr Vannair Dosieraerosol aufgebraucht?

Auf der Oberseite des Dosieraerosols befindet sich ein Zähler, der anzeigt, wie

viele Dosen noch verfügbar sind. Der Zähler, angezeigt durch einen kleinen

Pfeil, startet bei 120. Jedes Mal, wenn Sie eine Dosis inhalieren oder in die

Luft sprühen, bewegt sich der Pfeil Richtung «0».

Wenn der Pfeil die gelbe Markierung erreicht, sind noch ca. 20 Dosen übrig.

Zeigt der Pfeil auf «0», müssen Sie ein neues Dosieraerosol verwenden, auch

wenn das Dosieraerosol noch nicht leer scheint. Sie würden nicht mehr die

richtige Dosis inhalieren.

Welche Nebenwirkungen kann Vannair Dosieraerosol haben?

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Häufig können Kopfschmerzen, Herzklopfen, Zittern, lokale Pilzinfektionen auf der Mund- und

Rachenschleimhaut (Soor), leichte Irritationen der Rachenschleimhaut mit Schluckbeschwerden, Husten

und Heiserkeit auftreten.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Gelegentlich werden Erregung, Unruhe, Nervosität, Übelkeit, Schwindel, Schlafstörungen, eine

Erhöhung des Pulsschlages, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen und verschwommenes Sehen

beobachtet.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10‘000 Anwendern)

Selten kann es zu allergisch bedingten Hautreaktionen, Juckreiz, unregelmässigem Herzschlag,

Krämpfen in den Atemwegen (Bronchospasmen) und schwerwiegenden allergischen Reaktionen

kommen.

Sehr selten (betrifft 1 von 10'000 Anwendern)

In sehr seltenen Fällen wurden erhöhte Blutzuckerspiegel, Schwellungen im Gesicht, Schmerzen in der

Brust, Depressionen und Verhaltensstörungen beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Aufbrauchfrist nach Anbruch

Nach dem Entfernen der Folie darf das Dosieraerosol nur während 3 Monaten gebraucht werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 30 C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Lagern Sie das Dosieraerosol so, dass das Mundstück nach unten und der Zähler nach oben zeigt.

Falls Sie im Besitze von verfallenen Arzneimitteln sind, bringen Sie diese zur Entsorgung in die

Apotheke zurück.

Der Behälter von Vannair Dosieraerosol steht unter Druck. Er darf keiner Temperatur über 50 C

ausgesetzt und nicht beschädigt, gewaltsam geöffnet oder verbrannt werden.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Vannair Dosieraerosol enthalten?

Wirkstoffe

1 Sprühstoss Vannair Dosieraerosol 100/6 enthält 100 µg Budesonid und 6 µg Formoterolfumarat-

Dihydrat.

1 Sprühstoss Vannair Dosieraerosol 200/6 enthält 200 µg Budesonid und 6 µg Formoterolfumarat-

Dyhydrat.

Hilfsstoffe

1 Sprühstoss Vannair Dosieraerosol 100/6 enthält Povidon K25 (E1201), Macrogol 1000 (E1521),

Apafluran (HFA 227).

1 Sprühstoss Vannair Dosieraerosol 200/6 enthält Povidon K25 (E1201), Macrogol 1000 (E1521),

Apafluran (HFA 227).

Zulassungsnummer

57327 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Vannair Dosieraerosol? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen mit 120 Einzeldosen à 100/6 µg resp. 200/6 µg.

Zulassungsinhaberin

AstraZeneca AG, 6340 Baar

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

VannairTM 100/6, 200/6

AstraZeneca AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Budesonidum und Formoteroli fumaras dihydricus.

Hilfsstoffe: Povidone, Macrogolum 1000, Apafluran (HFA 227) Propellentium ad aerosolum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Inhalation Vannair 100/6 enthält: Budesonidum 100 µg und Formoteroli fumaras dihydricus 6 µg.

1 Inhalation Vannair 200/6 enthält: Budesonidum 200 µg und Formoteroli fumaras dihydricus 6 µg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Asthma

Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale, bei denen eine

Kombinationstherapie mit inhalativem Glucokortikosteroid und Bronchodilatator angezeigt ist, falls

niedrig dosierte inhalative Glucocortikosteroide alleine nicht ausreichend sind.

COPD

Vannair 200/6 ist indiziert zur symptomatischen Dauerbehandlung von Patienten mit schwerer

(FEV1 <50%) chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) mit häufigen Symptomen und

Exazerbationen in der Vergangenheit.

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Angaben

Da die Wirkstoffe von Vannair durch die inhalative Anwendung in der Lunge deponiert werden, ist

die richtige Handhabung des Dosieraerosols sehr wichtig. Die Patienten sollten darüber instruiert

werden (siehe «Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung»).

Der Patient sollte instruiert werden Vannair regelmässig, d.h. auch in asymptomatischen Phasen,

anzuwenden, um einen optimalen therapeutischen Nutzen zu erreichen.

Asthma

Die Dosierung von Vannair soll vom Arzt regelmässig überprüft und dem Schweregrad der

Krankheit entsprechend individuell angepasst werden (vgl. dazu aktuelle Richtlinie, z.B. GINA,

www.ginasthma.com). Die Initialdosis sollte so gewählt werden, dass eine effektive Kontrolle der

Symptome gewährleistet ist. Nachdem die erwünschte klinische Wirkung erreicht ist, sollte die Dosis

auf die niedrigst mögliche Erhaltungsdosis titriert werden, bei welcher noch eine optimale Asthma-

Kontrolle gewährleistet ist. Eventuell könnte dann eine Umstellung auf ein inhaliertes Korticosteroid

allein in Betracht gezogen werden.

Bei Behandlungsabbruch von Vannair wird eine schrittweise Dosisreduktion empfohlen.

Bei schwerem Asthma sind regelmässige ärztliche Kontrollen angezeigt, da lebensbedrohliche

Situationen auftreten können. Patienten, die an schwerem Asthma leiden, weisen kontinuierliche

Symptomatik, häufige Exazerbationen, PEF-Werte (Peak-Flow-Werte) unterhalb 60% der Norm, mit

einer Peak-Flow-Variabilität von mehr als 30%, auf, welche sich trotz Verabreichung eines

Bronchodilatators nicht normalisieren. Bei diesen Patienten ist eine hochdosierte inhalative oder eine

orale Kortikosteroid-Therapie indiziert. Eine plötzliche Verschlechterung der Symptome kann eine

Erhöhung der Kortikosteroid-Dosis, welche unter medizinischer Aufsicht erfolgen sollte, erfordern.

Dies darf aber nicht mittels häufigerer Verabreichung des Kombinationspräparates erfolgen. Bei

instabilen Situationen ist der Wechsel auf Monopräparate zu erwägen. Vannair ist ausschliesslich für

die orale Inhalation bestimmt.

Dosierung

Asthma

Die Patienten benutzen Vannair für eine tägliche Erhaltungsdosis und wenden bei Bedarf zusätzliche,

schnell wirksame Bronchodilatatoren zur Symptomenlinderung an.

Kinder von 6-11 Jahren

Vannair 100/6: 2× täglich 2 Inhalationen. Die tägliche Maximaldosis ist 4 Inhalationen.

Jugendliche von 12–17 Jahren

Vannair 100/6: 1-2× täglich 2 Inhalationen. Bei Verschlechterung des Asthmas kann die Dosis

vorübergehend (max. 1 Woche) auf 2× täglich 4 Inhalationen erhöht werden.

Vannair 200/6: 1-2× täglich 2 Inhalationen. Bei Verschlechterung des Asthmas kann die Dosis

vorübergehend (max. 1 Woche) auf 2× täglich 4 Inhalationen erhöht werden.

Erwachsene ab 18 Jahren

Vannair 100/6: 1-2× täglich 2 Inhalationen. In gewissen Fällen können bei Verschlechterung des

Asthmas bis maximal 4 Inhalationen 2× täglich vorübergehend oder als Erhaltungstherapie nötig

sein.

Vannair 200/6: 1-2× täglich 2 Inhalationen. In gewissen Fällen können bei Verschlechterung des

Asthmas bis maximal 4 Inhalationen 2× täglich vorübergehend oder als Erhaltungstherapie nötig

sein.

Eine Äquivalenz zwischen Symbicort Turbuhaler und Vannair Dosieraerosol ist für Dosen von

zweimal täglich 2 Inhalationen à 100/6 µg oder 200/6 µg statistisch belegt, wurde aber nicht für alle

Dosierungen gezeigt.

Für Notfälle ist ein zusätzliches Arzneimittel nötig. Die Patienten sollen informiert werden, dass sie

immer einen schnell wirksamen Bronchodilatator bei sich haben. Ein erhöhter Gebrauch der

Notfallmedikation weist auf eine Verschlechterung der zu Grunde liegenden Krankheit hin und

verlangt eine Neubeurteilung der Asthmatherapie.

Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (COPD)

Vannair 200/6: 2 Inhalationen zweimal täglich. Maximale Tagesdosis: 4 Inhalationen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Es sind keine Daten über den Gebrauch von Vannair bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und

Leberfunktion verfügbar. Da die Elimination von Budesonid und Formoterol ausschliesslich in

metabolisierter Form erfolgt, ist bei Patienten mit schwerer Lebererkrankung eine erhöhte Exposition

zu erwarten. Diese Patienten sind engmaschig zu überwachen.

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung notwendig.

Umstellen von Patienten die bereits unter oraler Kortikoid-Therapie stehen: Siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen».

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen Budesonid oder Formoterol oder einem

der Hilfsstoffe.

Tachyarrhythmie, atrioventrikulärer Block III. Grades.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Patienten sollen angewiesen werden, ihre Notfallmedikation für den Fall eines Asthmaanfalls

immer auf sich zu tragen. Der Patient ist angewiesen, bei sich rasch verschlimmernder Atemnot den

Arzt oder das nächste Spital aufzusuchen, wenn zusätzliche Inhalationen nicht rasch zu einer

genügenden Besserung führen. Ein erhöhter Gebrauch von kurzwirksamen Bronchodilatatoren deutet

auf eine Verschlechterung der Grundkrankheit hin und erfordert eine Neufestlegung der Therapie.

Erweist sich die Therapie mit Vannair als zu wenig wirksam oder sind mehr Inhalationen als die

höchste empfohlene Dosis notwendig, muss eine ärztliche Beurteilung in Betracht gezogen werden.

Eine plötzliche und schrittweise Verschlechterung bei Asthma kann lebensbedrohlich sein, und der

Patient sollte umgehend ärztlich behandelt werden. Eventuell sollte in dieser Situation ein

zusätzliches inhalatives oder orales Glucokortikosteroid verabreicht werden. Sofern sich eine

Infektion manifestiert, ist eine antibiotische Therapie indiziert.

Die Daten einer grossen Placebo-kontrollierten amerikanischen Studie, die die Sicherheit von

Salmeterol, einem andern langwirksamen beta2-Agonisten, oder Placebo, zusätzlich zur üblichen

Therapie untersuchte, zeigte, dass bei den mit Salmeterol behandelten Patienten eine höhere Rate an

Asthma-bedingten Todesfällen beobachtet wurde als bei Patienten unter Placebo (13/13176 [0.10%]

gegenüber 3/13179 [0.02%]). Es liegen jedoch keine Studien zur Bestimmung der Häufigkeit von

Asthma-bedingten Todesfällen bei Patienten vor, die mit Formoterol, einem der Wirkstoffe von

Vannair behandelt wurden. Es ist jedoch möglich, dass das erhöhte Risiko eines Asthma-bedingten

Todesfalles, welches bei der Behandlung mit Salmeterol beobachtet wurde, einen Klasseneffekt der

langwirksamen beta2-Agonisten inklusive Formoterol darstellt.

Patienten sollen angewiesen werden, ihre Notfallmedikation immer auf sich zu tragen.

Eine Therapie mit Vannair sollte nicht begonnen werden, um eine schwere Exazerbation zu

behandeln.

Um das Risiko von oropharyngealem Mundsoor zu minimieren, sollte der Patient nach jeder

Erhaltungsdosis den Mund gut mit Wasser ausspülen.

Bei Patienten mit Leberzirrhose ist Vorsicht geboten (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen» und

«Kinetik in speziellen Situationen»).

Wie auch bei anderen Inhalationsbehandlungen sollte daran gedacht werden, dass paradoxe

Bronchospasmen auftreten können, einhergehend mit vermehrten Atembeschwerden und pfeifenden

Atemgeräuschen unmittelbar nach der Inhalation. In diesem Fall soll die Therapie mit Vannair

abgesetzt und eine alternative Therapie begonnen werden.

Budesonid:

Mit inhalativ verabreichten Kortikosteroiden können systemische Nebenwirkungen auftreten, vor

allem wenn sie in hohen Dosen verabreicht werden. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens solcher

Nebenwirkungen ist jedoch geringer als bei oralen Steroiden. Mögliche systemische

Nebenwirkungen sind neben einem Cushing-Syndrom auch eine Hemmung der NNR-Funktion mit

hypoglykämischen Episoden, Wachstumsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen, Abnahme

der Knochendichte, Katarakt und Glaukom. Deshalb ist es wichtig, dass die Dosis des inhalativen

Steroids auf die niedrigst wirksame Dosis eingestellt wird, bei welcher eine effektive Kontrolle

beibehalten werden kann.

Klinische Studien und Metaanalysen weisen darauf hin, dass die Behandlung von COPD mit

inhalativen Kortikosteroiden das Risiko für Pneumonie erhöhen kann. Der Arzt sollte

dementsprechend wachsam sein, da die klinischen Symptome der Pneumonie und der COPD-

Exazerbation häufig überlappen.

Umstellung von Patienten unter oraler Steroidtherapie:

Bei der Umstellung von systemischer Steroidtherapie auf die inhalative Therapie mit Vannair sollte

genau beobachtet werden, ob Anzeichen einer adrenalen Insuffizienz auftreten.

Für Patienten, die früher eine hochdosierte Kortikosteroidgabe als Notfallmedikation benötigten oder

über längere Zeit inhalative Kortikosteroide in der höchsten empfohlenen Dosierung einnahmen,

kann das Risiko einer adrenalen Insuffizienz ebenfalls bestehen. Daher ist bei der Umstellung auf

Vannair Vorsicht geboten.

Eine Reduzierung der oralen, bzw. parenteralen Steroidmedikation bei gleichzeitiger Behandlung mit

Vannair sollte erfolgen, sobald sich der Patient in einer stabilen Phase befindet.

Die Reduktion der oralen Kortikoid-Dosis darf nur schrittweise erfolgen. Im Allgemeinen wird

Vannair in mittlerer Dosierung eine Woche lang zusätzlich zur bisherigen systemischen Therapie

verabreicht. Die orale, bzw. parenterale Kortikoid-Tagesdosis sollte anschliessend entsprechend dem

Wohlbefinden des Patienten im Abstand von 1 Woche um 5 mg Prednisolon (bzw. Äquivalent), bei

schweren Fällen schrittweise um die Hälfte (d.h. 2,5 mg) gesenkt werden. In gewissen Fällen muss

die Reduktion der oralen Dosen noch wesentlich langsamer erfolgen.

In vielen Fällen ist es möglich, durch die Inhalation mit Vannair auf die orale Kortikoid-Medikation

ganz zu verzichten bzw. bei schweren Fällen mit einer niedrigeren systemischen Kortikoid-Dosis

auszukommen.

Während der Phase der Umstellung und Reduktion von systemischen Steroiden können Symptome

wie z.B. Gelenk- und/oder Muskelschmerzen, Mattheit oder depressive Verstimmungen trotz

Aufrechterhaltung der Asthma-Kontrolle oder sogar einer verbesserten pulmonalen Funktion

auftreten.

Diese Patienten sollen Vannair weiterhin verwenden, während sie durch den Arzt bzw. die Ärztin auf

Anzeichen einer adrenalen Insuffizienz überwacht werden sollen.

Falls jedoch Zeichen einer adrenalen Insuffizienz wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit oder

Erbrechen auftreten, ist eine vorübergehende Dosiserhöhung eines systemischen Glucokortikoids

notwendig. Anschliessend muss die Dosisreduktion der systemischen Glucokortikosteroiden

langsamer weitergeführt werden. Während Stress-Phasen oder schweren Asthma-Anfällen benötigen

Patienten, die sich in einer Umstellungsphase von systemischen zu inhalativen Glucokortikosteroiden

befinden, höhere Dosen der systemischen Steroide.

Während einer Operation, bei einer Infektion (insbesondere bei Gastroenteritis), bei einem Trauma

oder unter Bedingungen, die mit grösseren Elektrolytverlusten einhergehen, kann eine adrenale

Insuffizienz auftreten. Eine zusätzliche systemische Kortikoidtherapie ist in dieser Situation

erforderlich.

Bei der Umstellung einer systemischen Steroidtherapie auf eine inhalative Therapie können

Allergien, wie zum Beispiel Rhinitis oder Ekzeme wieder auftreten, die vorher durch die hohe

systemische Wirkung maskiert wurden. Diese Allergien sollten symptomatisch mit Antihistaminika

und/oder topischen Präparaten therapiert werden.

In seltenen Fällen kann eine inhalativ verabreichte Kortikosteroid-Therapie eine zugrundeliegende,

mit Eosinophilie einhergehende Erkrankung (z.B. Churg-Strauss-Syndrom) zu Tage treten lassen.

Diese Fälle wurden gewöhnlich mit dem Absetzen oder der Dosisreduktion einer systemischen

Kortikoid-Therapie in Verbindung gebracht. Ein direkter kausaler Zusammenhang konnte nicht

nachgewiesen werden.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit Lungentuberkulose, Pilz-, oder viralen Infektionen geboten.

Kinder, die mit Immunsuppressiva behandelt werden, sind anfälliger auf Infektionen als gesunde

Kinder. Windpocken und Masern z.B. können bei Kindern unter Kortikosteroiden einen schweren

oder sogar fatalen Verlauf zeigen. Bei solchen Kindern oder bei Erwachsenen, die solche

Krankheiten noch nicht durchgemacht haben, sollte durch besondere Vorsicht die Exposition

verhindert werden. Besteht eine Exposition, sollte eine Therapie mit Varizella-Zoster-Immunglobulin

oder einer intravenösen gepoolten Immunglobulin-Behandlung in Erwägung gezogen werden. Bei

Anzeichen einer Windpockeninfektion sollte eine antivirale Medikation in Betracht gezogen werden.

Bei einer Virusinfektion der oberen Atemwege sollte die reguläre Asthma-Medikation beibehalten

werden. Bei Patienten, bei denen bekannt ist, dass bei einer Virusinfektion der Atemwege eine

schnelle Verschlechterung des Asthmas eintritt, sollte eine kurze orale Kortikoid-Behandlung in

Erwägung gezogen werden.

Die Langzeitwirkung intranasaler/inhalativer Steroide bei Kindern und Jugendlichen ist nicht

vollständig geklärt. Allgemein gilt, dass der Arzt die Wachstumsentwicklung der Kinder und

Jugendlichen, die über eine längere Zeit mit Glucokortikosteroiden behandelt werden, sorgfältig

beobachten und den Nutzen einer Korticosteroid-Therapie gegen die Risiken von

Wachstumsverzögerungen abschätzen muss.

Im Zusammenhang mit der systemischen und topischen Anwendung von Kortikosteroiden können

Sehstörungen auftreten. Wenn ein Patient Symptome wie verschwommenes Sehen oder andere

Sehstörungen berichtet, sollte eine Überweisung an einen Ophthalmologen zur Untersuchung

möglicher Ursachen erwogen werden, zu denen u.a. grauer Star, grüner Star oder seltene Krankheiten

wie zentrale seröse Chorioretinopathie (CSCR) zählen können, die nach der systemischen und

topischen Anwendung von Kortikosteroiden berichtet wurden.

Formoterol

Wie bei allen β2-Agonisten ist bei Patienten mit folgenden Krankheiten eine besondere

Überwachung erforderlich (siehe auch «Kontraindikationen»):

Schwere kardiovaskuläre Störungen wie ischämische Herzkrankheit, Tachyarrhythmien oder

schwere Herzinsuffizienz;

Hyperthyreose;

Diabetes mellitus;

Myokardinfarkt;

schwere Hypertonie;

Epilepsie;

unbehandelte Hypokaliämie.

Patienten mit einem verlängerten QTc-Intervall sollen sorgfältig beobachtet werden.

Hohe β2-Dosen können den Serumkaliumspiegel durch Induktion einer Neuverteilung von Kalium

aus dem Extrazellulär- in den Intrazellulärraum, über Stimulation der Na+/K+-ATPase in den

Muskelzellen, senken. Unter solchen Umständen wird empfohlen, den Serumkaliumspiegel zu

überwachen.

Betablocker (einschliesslich Augentropfen), vor allem nicht-selektive, können die Wirkung von

Formoterol abschwächen oder sogar eine antagonistische Wirkung haben (siehe «Interaktionen»).

Interaktionen

Budesonid

Budesonid wird hauptsächlich durch CYP3A4, metabolisiert. Inhibitoren von diesem Enzym, wie

z.B. Ketoconazol oder Grapefruitsaft, können die systemische Verfügbarkeit von inhalativ

verabreichtem Budesonid erhöhen. Da die klinische Relevanz bei der gleichzeitigen Verabreichung

von Vannair und Ketoconazol und anderen CYP3A-Hemmern wie z.B. Grapefruitsaft nicht bekannt

ist, sollte die gleichzeitige Verabreichung mit Vorsicht erfolgen.

Cimetidin hat eine leichte inhibitorische Wirkung auf den hepatischen Metabolismus von Budesonid.

Die gleichzeitige Einnahme von Cimetidin kann deshalb die Pharmakokinetik von Budesonid

geringfügig beeinflussen. Dies ist jedoch bei Einhaltung der empfohlenen Dosierung klinisch

unbedeutend.

Formoterol

Spezifische Interaktionsstudien mit Formoterol wurden nicht durchgeführt.

Arzneimittel wie Chinidin, Disopyramid, Procainamid, Phenothiazine, Antihistaminika (Terfenadin),

MAO-Hemmer und trizyklische Antidepressiva wurden mit einem verlängerten QTC-Intervall sowie

mit einem erhöhten Risiko von ventrikulären Arrhythmien in Zusammenhang gebracht (siehe

«Kontraindikationen»).

Die zusätzliche Verabreichung sympathomimetischer Substanzen kann unerwünschte

kardiovaskuläre Wirkungen verstärken.

Wird Formoterol Patienten verabreicht, die unter Behandlung mit Monoaminoxidasehemmern

(einschliesslich Wirkstoffen mit ähnlichen Eigenschaften wie Furazolidon und Procarbazin) oder

trizyklischen Antidepressiva stehen, dann sollte dies mit Vorsicht geschehen, da die Wirkung von

β2-Stimulatoren auf das kardiovaskuläre System verstärkt werden kann.

Die gleichzeitige Verabreichung von L-Dopa, L-Thyroxin, Oxytocin und Alkohol kann die kardiale

Toleranz gegenüber β2-Sympathomimetika negativ beeinflussen.

Betablocker (einschliesslich Augentropfen), vor allem nicht-selektive, können die Wirkung von

Formoterol abschwächen oder sogar eine antagonistische Wirkung haben.

Die Wirkung von Betaadrenergika kann bei gleichzeitiger Verabreichung von Formoterol verstärkt

werden.

Die gleichzeitige Behandlung mit Xanthinderivaten, Mineralkortikosteroiden oder Diuretika kann

eine eventuelle hypokaliämische Wirkung von β2-Agonisten verstärken (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Hypokaliämie kann das Risiko von Arrhythmien bei Patienten, welche mit Digitalisglykosiden

behandelt werden, erhöhen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine Studien bei schwangeren Frauen unter der Behandlung von Vannair Dosieraerosol

bzw. von gleichzeitig verabreichtem Budesonid und Formoterol vor.

Daten einer embryo-fetalen Entwicklungsstudie bei Ratten mit der Dosieraerosol-Formulierung

gaben keine Hinweise auf zusätzliche Wirkungen, die auf die Kombination oder auf die Hilfsstoffe

zurückzuführen wären.

Einerseits haben Tierstudien unter Budesonid unerwünschte Effekte in der fetalen Entwicklung

gezeigt. Andererseits konnte in der Klinik bei schwangeren Frauen kein erhöhtes Risiko für

Malformationen festgestellt werden. Reproduktionsstudien bei Tieren haben unter Formoterol unter

sehr hohen systemischen Expositionen unerwünschte Wirkungen auf die Feten gezeigt. Es liegen

keine Studien bei schwangeren Frauen unter der Behandlung mit Formoterol vor.

Unter diesen Umständen sollte Vannair nur verabreicht werden, wenn der potenzielle Nutzen das

fötale Risiko übersteigt. Vor allem während des ersten Trimesters und kurz vor der Geburt ist die

Anwendung von Vannair nur bei zwingenden Gründen angezeigt.

Die umfangreiche, wissenschaftliche Datenlage zeigt ein geringes Risiko für unerwünschte

Wirkungen auf den Fetus bei unbeabsichtigter Exposition.

Eine Pharmakologiestudie hat gezeigt, dass inhaliertes Budesonid in die Muttermilch ausgeschieden

wird. Im Blut von gestillten Säuglingen konnte jedoch kein Budesonid nachgewiesen werden.

Aufgrund von pharmakokinetischen Messgrössen kann angenommen werden, dass die

Plasmakonzentration beim Kind weniger als 0.17% der mütterlichen Plasmakonzentration beträgt.

Folglich werden bei gestillten Kindern keine Auswirkungen von Budesonid erwartet, wenn die

Mutter therapeutische Dosen von Vannair anwendet.

Es ist nicht bekannt, ob Formoterol beim Menschen in die Muttermilch übertritt. Bei Ratten konnten

geringfügige Mengen an Formoterol in der Muttermilch nachgewiesen werden. Deshalb sollten

stillende Mütter Vannair nicht anwenden, es sei denn, es ist klar notwendig.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Da Vannair die Wirkstoffe Budesonid und Formoterol enthält, können unerwünschte Wirkungen in

der gleichen Art und dem gleichen Ausmass, wie sie für die Monopräparate bekannt sind, auftreten.

Es gibt keine Hinweise für zusätzliche unerwünschte Wirkungen als Folge der gleichzeitigen

Verabreichung beider Wirkstoffe. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen sind pharmakologisch

voraussagbare unerwünschte Wirkungen der β2-Agonisten wie Tremor und Palpitationen. Diese

Nebenwirkungen sind mild und klingen einige Tage nach Behandlungsbeginn wieder ab.

Nachfolgend sind die möglichen unerwünschten Wirkungen, welche während der Behandlung mit

Budesonid oder Formoterol auftreten können aufgeführt:

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: oropharyngealer Candida-Infekt (Soor).

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Hypersensibilitätsreaktionen vom Sofort- und Spättyp, einschliesslich Exanthem, Urticaria,

Pruritis, Kontaktdermatitis, Rash, Angioödem und anaphylaktische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Hypokaliämie.

In isolierten Fällen: Hyperglykämie.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Agitiertheit, Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen.

Sehr selten: Depressionen, Verhaltensstörungen, Angst.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Tremor.

Gelegentlich: Übelkeit, Schwindel.

Sehr selten: bitterer Geschmack nach Verabreichung von Budesonid.

In isolierten Fällen: Geschmacksinn-Veränderungen.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Verschwommenes Sehen.

Herzerkrankungen

Häufig: Palpitationen.

Gelegentlich: Tachykardien.

Selten: Arrythmien, wie z.B. Vorhofflimmern, supraventrikuläre Tachykardie, Extrasystolen.

Sehr selten: Angina pectoris

In isolierten Fällen: Blutdruckinstabilität.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: leichte Irritationen der Rachenschleimhaut mit Schluckbeschwerden, Husten, Heiserkeit.

Sehr selten: paradoxe Bronchospasmen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Blaue Flecken.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Muskelkrämpfe, Myalgie.

Behandlungen mit β2-Sympathomimetika können erhöhte Blutspiegel von Insulin, freien Fettsäuren,

Glycerin und Ketonkörper verursachen.

In seltenen Fällen können bei der Anwendung inhalativer Glucokortikoide vermutlich in

Abhängigkeit der verabreichten Dosis, der Expositionszeit und vorangehender Steroidtherapien und

individueller Sensitivität, Anzeichen oder Symptome einer systemischen Glucokortikoidwirkung

auftreten, wie eine Nebennierenrinde-Unterfunktion, Verminderung der Wachstumsgeschwindigkeit

bei Kindern und Jugendlichen, Katarakt und Glaukom.

Überdosierung

Budesonid

Die Inhalation von höheren als den empfohlenen Dosierungen kann zu einer kürzer oder auch länger

dauernden Hemmung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse führen.

Eine akute Überdosierung mit Budesonid, selbst in sehr hohen Dosen, führt erwartungsgemäss zu

keinen klinischen Problemen. Während chronischer Überdosierung unter sehr hohen Dosen können

systemische Glucokorticosteroid-Nebenwirkungen auftreten.

Formoterol

Eine Überdosierung mit Formoterol führt zu Wirkungen, die charakteristisch für die adrenergen β2-

Stimulatoren sind wie: Tremor, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Palpitationen, Tachykardie

sowie Hypotonie, metabolische Azidose, Hypokaliämie und Hyperglykämie. Im Falle einer

Überdosierung von Formoterol ist eine unterstützende und symptomatische Behandlung angezeigt.

Die Inhalation von 90 µg Formoterol, verabreicht innerhalb von 3 Stunden bei Patienten mit akuter

Bronchialobstruktion führte zu keinen klinischen Problemen.

Schwere Überdosierung

Bei oraler Einnahme, welche weniger als 1 Stunde zurückliegt und zu einer schweren Vergiftung

führen könnte, sollten folgende Massnahmen ergriffen werden:

Magenspülung und anschliessend (evtl. wiederholte) Verabreichung von Kohle,

Überwachung und Korrektur des Elektrolyt- und Säure-Basenhaushaltes,

Gabe von kardioselektiven Betablockern unter Einhaltung entsprechender Vorsichtsmassnahmen

wegen ev. Auslösung von Asthma.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R03AK07

Vannair enthält Budesonid und Formoterol, welche unterschiedliche Wirkmechanismen und eine

additive Wirkung bei obstruktiven Atemwegserkrankungen aufweisen. Das Dosieraerosol enthält

eine Suspension zur Inhalation. Bei der Betätigung des Dosieraerosols wird eine bestimmte Menge

der Suspension mit grosser Geschwindigkeit freigesetzt. Atmet der Patient gleichzeitig ein, gelangt

die Substanz in die Luftwege.

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Die genauen Wirkmechanismen sind nachstehend beschrieben.

Budesonid

Budesonid ist ein Glucokortikoid mit einem lokal entzündungshemmenden Effekt. Der genaue

Wirkungsmechanismus der Glucokortikoide bei der Behandlung von obstruktiven

Atemwegserkrankungen ist nicht vollumfänglich bekannt.

Die spezifische Wirksamkeit von Budesonid, gemessen an der Affinität zu

Glucokortikoidrezeptoren, ist 15mal stärker im Vergleich zu Prednisolon.

800 µg zeigten Effekte (Abfall auf ca. 80% des normalen Cortisols); zudem gab es einzelne Patienten

mit starkem Abfall des Cortisols. Eine Langzeitstudie zeigte, dass Kinder und Jugendliche, die mit

niedrig- bis mittelhoch dosiertem inhalativem Budesonid behandelt wurden, als Erwachsene ihre

erwartete Körpergrösse erreichen. Es ist jedoch hauptsächlich im ersten Jahr nach Therapiebeginn

mit einer geringen, vorübergehenden Wachstumsverzögerung von ca. 1 cm zu rechnen.

Formoterol

Formoterol, welches als Razemat vorliegt, ist ein selektiver β2-Stimulator, welcher entspannend auf

die glatte Bronchialmuskulatur bei Patienten mit reversibler Atemwegsobstruktion wirkt. Die

bronchodilatatorische Wirkung tritt rasch ein (innerhalb von 1-3 Minuten nach Inhalation) und ist 12

Stunden nach einer einmaligen Inhalation noch vorhanden.

Klinische Wirksamkeit von Vannair

Die therapeutische Äquivalenz zwischen Vannair Dosieraerosol und Symbicort Turbuhaler wurde in

2 klinischen Wirksamkeits- und Sicherheits-Studien in mittleren und hohen Dosen bei Patienten

zwischen 6 und 79 Jahren gezeigt. Die klinische Vergleichbarkeit wurde bestärkt durch eine

Langzeitstudie, die ebenfalls zeigte, dass das Sicherheitsprofil und die Verträglichkeit von Vannair

Dosieraerosol vergleichbar mit dem von Symbicort Turbuhaler war.

Klinische Studien haben gezeigt, dass der Zusatz von Formoterol zu Budesonid Asthmasymptome

und Lungenfunktion verbesserte, und dass es weniger Asthma-Exazerbationen gab. Bei Erwachsenen

war die Wirkung auf die Lungenfunktion von Symbicort Turbuhaler, verabreicht als Erhaltungsdosis,

gleich wie die freie Kombination von Budesonid und Formoterol aus zwei separaten

Pulverinhalatoren bzw. bei Erwachsenen und Kindern besser als eine Monotherapie mit Budesonid.

Bei allen Behandlungen wurde ein kurz wirksamer beta2-Agonist nach Bedarf eingesetzt. Es konnte

keine Abschwächung der anti-asthmatischen Wirkung mit der Zeit beobachtet werden.

COPD

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Vannair bei der Behandlung von Patienten mit mässiger bis

schwerer COPD (pre-bronchodilatatorisches FEV1 ≤50% vom Sollwert) wurde in 2 Studien

untersucht, einer 12- und einer 6-Monats-Studie (Studie 001 bzw. Studie 002)

Studien 001 und 002: In beiden Studien wurde Vannair 200/6 mit Placebo und Formoterol

Turbuhaler 6 µg verglichen, in Studie 002 auch mit Budesonid Dosieraerosol 200 µg, jeweils 2×

täglich 2 Inhalationen. Insgesamt wurden 1964 bzw. 1704 Patienten mit überwiegend schwerer

COPD randomisiert, wovon 494 bzw. 277 mit Vannair 200/6 behandelt wurden. Die

Studienpopulation hatte ein durchschnittliches Alter von 63 Jahren, das mittlere FEV1 vor

Behandlungsbeginn betrug 1.04-1.05 l bzw. 34% des Sollwertes.

Studie 001

In Studie 001 erfolgte die Bewertung der Wirksamkeit über 12 Monate anhand der koprimären

Wirksamkeitsvariablen, bestehend in der Veränderung des vor sowie 1 Stunde nach Gabe

gemessenen mittleren FEV1 gegenüber den Ausgangswerten während der Behandlungsphase.

·Vannair 200/6 induzierte gegenüber Formoterol und Placebo eine signifikante Verbesserung des vor

Gabe gemessenen FEV1 um 0,04 l (p=0,008) bzw. 0,09 l (p<0,001).

·Vannair 200/6 induzierte während der gesamten Behandlungsphase gegenüber Formoterol und

Placebo eine signifikante Verbesserung des 1 Sunde nach Gabe gemessenen FEV1 um 0,03 l

(p=0,023) bzw. 0,18 l (p<0,001).

Bei einer Untergruppe von Patienten (N=491) wurden serielle FEV1-Messungen über 12 Stunden

vorgenommen. Das Einsetzen der Bronchodilatation (Verbesserung des FEV1 um >15%) war bei

Patienten unter Vannair 200/6 (N=121) zum Zeitpunkt des Behandlungsendes im Median innerhalb

von 5 Minuten zu beobachten. Die maximale Verbesserung des FEV1 stellte sich etwa 2 Stunden

nach Gabe ein, und die klinisch bedeutsame Verbesserung hielt über einen Zeitraum von 12 Stunden

Vannair verminderte gegenüber Placebo und Formoterol signifikant die Anzahl schwerer

Exazerbationen (definiert als Verschlechterung der COPD mit Notwendigkeit einer oralen

Steroidgabe und/oder Hospitalisierung) um 37% (p<0,001) bzw. 25% (p=0,004). Vannair induzierte

eine signifikante Verlängerung der Zeit bis zur ersten schweren COPD-Exazerbation gegenüber

Placebo, einhergehend mit einer Verminderung des unmittelbaren Risikos einer schweren COPD-

Exazerbation um 26% (p=0,009). Vannair bewirkte gegenüber Placebo eine statistisch signifikante

Verbesserung der Lebensqualität der Patienten (gemessen anhand des Gesamtscores des St. George's

Respiratory Questionnaire) (-2,39 Einheiten; p=0,006).

Studie 002

In Studie 002 erfolgte eine Bewertung der Wirksamkeit über 6 Monate anhand der koprimären

Wirksamkeitsvariablen, bestehend in der Veränderung des vor sowie 1 Stunde nach Gabe

gemessenen mittleren FEV1 gegenüber den Ausgangswerten während der Behandlungsphase.

·Vannair 200/6 bewirkte eine signifikante Verbesserung des vor Gabe gemessenen FEV1, und zwar

um 0.04 l (p=0.026) im Vergleich mit Formoterol und um je 0.08 l (p<0.001) im Vergleich mit

Placebo und mit Budesonid.

·Vannair 200/6 bewirkte eine signifikante Verbesserung des 1 Stunde nach Gabe gemessenen FEV1,

und zwar um 0,04 l (p=0,039) bzw. um 0,17 l (p<0,001) im Vergleich mit Placebo und mit

Budesonid.

Die Teststärke von Studie 002 war nicht für den Nachweis eines Effekts auf schwere COPD-

Exazerbationen ausgelegt. Die Schätzwerte für die Behandlungsunterschiede jedoch standen mit

Studie 001 in Einklang, wenngleich keine statistische Signifikanz erreicht wurde; so traten unter

Vannair 200/6 20% weniger Exazerbationen auf als unter Placebo und Formoterol.

Bei einer Untergruppe von Patienten (N=618) wurden serielle FEV1-Messungen über 12 Stunden

vorgenommen. Das Einsetzen der Bronchodilatation (Verbesserung des FEV1 um >15%) war bei

Patienten unter Vannair 200/6 (N=101) bei Behandlungsende im Median innerhalb von 5 Minuten zu

beobachten. Die maximale Verbesserung des FEV1 stellte sich etwa 2 Stunden nach Gabe ein, und

die klinisch bedeutsame Verbesserung hielt über einen Zeitraum von 12 Stunden an.

Vannair 200/6 bewirkte gegenüber Placebo, Budesonid und Formoterol eine statistisch signifikante

Verbesserung der Lebensqualität der Patienten (gemessen anhand des Gesamtscores des St. George's

Respiratory Questionnaire) (Placebo: -3,12 Einheiten, p=0,003; Budesonid: -2,42 Einheiten,

p=0,024; Formoterol: -2,56 Einheiten, p=0,017).

Pharmakokinetik

Nach Inhalation der einzelnen Substanzen Budesonid und Formoterol sowie des fixen

Kombinationspräparates als Turbuhaler waren die pharmakokinetischen Parameter vergleichbar. Es

gibt keine Hinweise für pharmakokinetische Interaktionen zwischen Budesonid und Formoterol.

Absorption

Nach Verabreichung der fixen Kombination zeigte Budesonid einen leicht höheren AUC-Wert, eine

schnellere Absorptionsrate und eine höhere maximale Plasmakonzentration auf. Die maximale

Plasmakonzentration von Formoterol war bei Verabreichung der fixen Kombination leicht tiefer.

Budesonid

Bei der Inhalation von Budesonid via Turbuhaler werden ca. 25%-30% der verabreichten Dosis in

den Lungen deponiert.

Nach Inhalation einer Einzeldosis von 800 µg Budesonid beträgt die maximale Plasma-

Konzentration ca. 4 nmol/l und wird innerhalb 30 Minuten erreicht.

Nach Verabreichung via Turbuhaler beträgt die systemische Bioverfügbarkeit von Budesonid ca.

38% der verabreichten Dosis.

Bei klinisch relevanten Dosierungen hat Budesonid eine der Dosis abhängige Kinetik.

Formoterol

Inhaliertes Formoterol wird schnell resorbiert und die Plasma-Peak-Konzentration wird ca. 10

Minuten nach der Inhalation erreicht.

Studien haben gezeigt, dass die durchschnittliche Lungendeposition der abgegebenen Dosis von

Formoterol nach der Inhalation mit dem Turbuhaler ca. 21-37% beträgt. Die totale systemische

Bioverfügbarkeit nach Inhalation beläuft sich auf ca. 46%.

Distribution

Budesonid

Budesonid hat ein Verteilungsvolumen von ungefähr 3 l/kg. Die durchschnittliche

Plasmaproteinbindung beträgt 90%.

Formoterol

Formoterol hat ein Verteilungsvolumen von ungefähr 4 l/kg. Die Plasmaproteinbindung bei

Formoterol beträgt ungefähr 50%.

Metabolismus

Es sind keine metabolischen Interaktionen oder keine sonstigen gegenseitigen beeinflussenden

Reaktionen zwischen Budesonid und Formoterol zu erwarten.

Budesonid

Budesonid unterliegt einem extensiven hepatischen First-pass-Effekt (90%) und wird zu Metaboliten

mit geringer Glucokortikoid-Wirkung abgebaut. Die Hauptmetaboliten des Budesonids, 6β-

Hydroxybudesonid und 16α-Hydroxyprednisolon, verfügen über eine Glucokortikoidwirkung von

weniger als 1% gegenüber jener von Budesonid. Budesonid wird hauptsächlich über CYP3A4, einem

Subtypen des Cytochroms P450 metabolisiert.

Formoterol

Formoterol wird durch direkte Glucuronisierung und O-Demethylierung metabolisiert. Bei den

Metaboliten handelt es sich hauptsächlich um inaktive Konjugate.

Elimination

Budesonid

Die Metaboliten werden unverändert oder in konjugierter Form hauptsächlich renal ausgeschieden.

Im Urin konnten nur vernachlässigbar kleine Mengen an unverändertem Budesonid gefunden

werden. Budesonid verfügt über eine hohe systemische Clearance bei gesunden Erwachsenen (ca. 1,2

l/min). Die Eliminationshalbwertszeit beträgt nach i.v. Applikation durchschnittlich 4 Stunden.

Formoterol

Die Elimination erfolgt hauptsächlich in metabolisierter Form. 6-10% der abgegebenen Dosis von

Formoterol wird unverändert renal ausgeschieden; ca. 20% einer intravenös verabreichten Dosis

werden unverändert via Urin eliminiert. Formoterol verfügt über eine hohe systemische Clearance

(ca. 1,4 l/min). Die terminale Eliminationshalbwertszeit beträgt durchschnittlich 17 Stunden.

Kinetik bei Kindern ab 6 Jahren

Es wurden keine pharmakokinetischen Studien mit der fixen Kombination Budesonid/Formoterol bei

Kindern durchgeführt. Im Vergleich mit Erwachsenen gibt es jedoch keine Gründe, bei Kindern eine

unterschiedliche Pharmakokinetik mit Budesonid oder Formoterol zu erwarten.

Kinetik in speziellen Situationen

Es sind keine Daten über den Gebrauch von Vannair bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und

Leberfunktion verfügbar. Da die Elimination von Budesonid und Formoterol ausschliesslich in

metabolisierter Form erfolgt, ist bei Patienten mit schwerer Leberzirrhose eine erhöhte Exposition zu

erwarten.

Präklinische Daten

Bei der in Tierstudien mit gleichzeitig oder getrennt verabreichtem Budesonid und Formoterol

beobachteten Toxizität handelt es sich um Effekte, die sich aus einer erhöhten pharmakologischen

Wirkung ergeben.

In tierexperimentellen Reproduktionsstudien hat es sich gezeigt, dass Kortikosteroide wie Budesonid

Missbildungen hervorrufen können (Gaumenspalten, Skelettfehlbildungen). Reproduktionsstudien

mit Formoterol bei Tieren zeigten bei hoher systemischer Exposition eine etwas verminderte

Fruchtbarkeit bei der männlichen Ratte und Implantationsverluste sowie eine geringere postnatale

Überlebensrate und ein geringeres Geburtsgewicht der Neugeborenen bei erheblich stärkerer

systemischer Exposition als sie während der klinischen Anwendung erreicht wird. Diese Ergebnisse

mit Budesonid und Formoterol scheinen für die Anwendung beim Menschen nicht relevant zu sein.

Vannair Dosieraerosol enthält die Hilfsstoffe Povidon (Polyvinylpyrrolidone) K25, Macrogol

(Polyethylenglycol) 1000 und das Treibgas Apafluran (HFA 227). Der sichere Gebrauch von

Apafluran wurde in präklinischen Studien vollumfänglich evaluiert. Povidon ist seit Jahren bekannt

für die sichere Anwendung beim Menschen. Dies bestätigt die Auffassung, dass Povidone im

Wesentlichen biologisch inert sind. Macrogole sind anerkannterweise sichere Hilfsstoffe in Arznei-

und Nahrungsmitteln sowie Kosmetika. Weiter zeigten mit Vannair Dosieraerosol durchgeführte

Toxizitätsstudien keine Hinweise auf lokale oder systemische Toxizität oder Irritation, die den

Hilfsstoffen zuzuordnen wäre.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Keine bekannt.

Besonderer Hinweis für Raucher

Die Wirksamkeit von Vannair kann unterstützt werden, indem auf das Rauchen verzichtet wird. Dies

gilt vor allem für Patienten, welche bereits an Emphysem leiden.

Haltbarkeit

Die Haltbarkeit nach dem Öffnen der Folie des Dosieraerosols beträgt 3 Monate.

Besondere Lagerungshinweise

Vannair Dosieraerosol soll nicht über 30 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Vannair soll nach Ablauf des auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Verfalldatums nicht mehr

verwendet werden.

Der Behälter von Vannair Dosieraerosol steht unter Druck. Er darf keiner Temperatur über 50 °C

ausgesetzt und nicht beschädigt, gewaltsam geöffnet oder verbrannt werden.

Hinweise für die Handhabung von Vannair

Vor der ersten Anwendung, wenn das Dosieraerosol für mehr als eine Woche nicht gebraucht wurde

oder wenn es herunter gefallen ist, das Dosieraerosol leicht schütteln und 2× in die Luft sprayen.

Anwendung

1.Das Dosieraerosol zwischen Daumen und Zeigefinger halten und leicht schütteln.

2.Schutzkappe entfernen.

3.Ausatmen. Das Mundstück mit den Lippen umschliessen. Der Behälter soll nach oben zeigen.

4.Langsam und tief einatmen und gleichzeitig auf den Behälter drücken. Weiter tief einatmen.

5.Den Atem für so lange anhalten, wie es angenehm ist, das Dosieraerosol vom Mund wegnehmen,

und nicht mehr auf den Behälter drücken.

6.Den Behälter nochmals schütteln und die Schritte 3/4/5 entsprechen wiederholen.

7.Schutzkappe aufsetzen.

Zur Reinigung wird die Schutzkappe entfernt und das Mundstück innen und aussen mit einem

trockenen Tuch ausgerieben. Das Dosieraerosol darf nicht ins Wasser gegeben werden. Mindestens

einmal pro Woche reinigen.

Um das Risiko von oropharyngealem Mundsoor zu minimieren, sollte der Patient nach jeder

Anwendung des Dosieraerosols den Mund gut spülen.

Der Zähler auf der Oberseite des Dosieraerosols zeigt die Anzahl verbleibender Dosen an. Das

Dosieraerosol muss ersetzt werden, wenn der Pfeil auf «0» zeigt, auch wenn das Dosieraerosol noch

nicht leer scheint. Es wird dann zu wenig Wirkstoff freigesetzt.

Zulassungsnummer

57327 (Swissmedic).

Packungen

Vannair 100/6 Dosieraerosol mit 120 Einzeldosen: 1 (B)

Vannair 200/6 Dosieraerosol mit 120 Einzeldosen: 1 (B)

Zulassungsinhaberin

AstraZeneca AG, 6340 Baar.

Stand der Information

Februar 2018.

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