Valtrex 500 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-10-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
valaciclovirum
Verfügbar ab:
GlaxoSmithKline AG
ATC-Code:
J05AB11
INN (Internationale Bezeichnung):
valaciclovirum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
valaciclovirum 500 mg bis valacicloviri hydrochloridum, cellulosum microcristallinum, crospovidonum, povidonum K 90, magnesium stearas, silica colloidalis anhydrica, Überzug: carnauba-Wachs, hypromellosum, macrogolum 400, polysorbatum 80, E 171, für compresso Dunst.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Herpesinfektionen, CMV-Prophylaxe nach Nierentransplantation
Zulassungsnummer:
53116
Berechtigungsdatum:
1995-06-28

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-10-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-10-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-10-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-10-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses Arzneimittel

ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben. Auch

wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Valtrex

GlaxoSmithKline AG

Was ist Valtrex und wann wird es angewendet?

Valtrex ist ein Arzneimittel gegen das Herpes zoster-Virus, den Erreger der Gürtelrose und gegen das

Herpes simplex-Virus, den Erreger der Bläschen auf Haut und Schleimhaut (z.B. Lippen, Wangen,

Mund, Geschlechtsorgane). Der Wirkstoff von Valtrex hemmt die Vermehrung der Herpesviren, ohne

die normalen Stoffwechselvorgänge zu beeinträchtigen. Die Herpesviren bewirken auf Haut und

Schleimhaut Bläschenbildung.

Valtrex wird ebenfalls angewendet zur Verhütung der Cytomegalovirus (CMV)-Infektion und -

Erkrankung nach einer Nierentransplantation.

Die Valtrex Filmtabletten werden bei der Gürtelrose, dem Herpes labialis und genitalis sowie zur

Verhütung der CMV-Infektion eingenommen.

Valtrex ist nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin hin zu verwenden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen

Erkrankung verschrieben.

Das Virostatikum in Valtrex ist nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Infektionskrankheiten

verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten

Virostatikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die

Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an.

Bitte achten Sie darauf, dass Sie während der Behandlung mit Valtrex genügend Flüssigkeit zu sich

nehmen.

Wann darf Valtrex nicht eingenommen werden?

Valtrex darf nicht angewendet werden bei einer bekannten Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff von

Valtrex und Zovirax (Aciclovir) oder auf die Hilfsstoffe in den beiden Tablettenformen.

Wann ist bei der Einnahme von Valtrex Vorsicht geboten?

Wenn eine bekannte Nierenfunktionsstörung vorliegt, muss dies dem Arzt bzw. der Ärztin mitgeteilt

werden, da möglicherweise die Dosierung angepasst werden muss.

Bevor eine Langzeitbehandlung begonnen wird, sollte bei Frauen im gebärfähigen Alter eine wirksame

Empfängnisverhütung eingeleitet werden.

Da noch keine Erfahrungen vorliegen, soll Valtrex bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet

werden.

Aufgrund möglicher Nebenwirkungen ist Vorsicht angebracht beim Lenken von Fahrzeugen und

Bedienen von Maschinen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Valtrex während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Valtrex dürfen Sie während der Schwangerschaft und Stillzeit nur auf Anordnung Ihres Arztes bzw.

Ihrer Ärztin einnehmen.

Während der Einnahme von Valtrex sollte nicht gestillt werden.

Wie verwenden Sie Valtrex?

Wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin nichts anderes verordnet, gelten für Erwachsene die folgenden

Dosierungsempfehlungen:

·Behandlung der Gürtelrose: 3x täglich 1000 mg Valtrex während 7 Tagen.

·Behandlung einer Herpes simplex-Infektion: 2x täglich 500 mg Valtrex während 5 Tagen, wobei Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin die Behandlungsdauer festlegt.

·Vorbeugung von Herpes simplex-Rückfällen: 1x täglich 500 mg Valtrex, bei immungeschwächten

Patienten 2x täglich 500 mg Valtrex, wobei die Behandlungsdauer jeweils vom Arzt bzw. der Ärztin

festgelegt wird.

·Verhütung der CMV-Infektion/-Erkrankung: 4x täglich 2 g Valtrex während der vom Arzt bzw. der

Ärztin vorgeschriebenen Behandlungsdauer.

Es sollte auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird der Arzt bzw. die Ärztin die Dosis entsprechend anpassen.

Eine begonnene Therapie mit Virostatika sollte so lange wie vom Arzt bzw. der Ärztin verordnet

durchgeführt werden. Die Krankheitssymptome verschwinden oft, bevor die Infektion vollständig

ausgeheilt ist. Deshalb sollte die Behandlung einige Tage über das Verschwinden der Krankheitszeichen

hinaus fortgesetzt werden. Eine ungenügende Anwendungsdauer oder ein zu frühes Beenden der

Behandlung kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung zur Folge haben.

Halten Sie sich an die in der Packungsbeilage angegebene oder vom Arzt oder der Ärztin verschriebene

Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Valtrex haben?

Bei der Einnahme von Valtrex kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchbeschwerden, Erbrechen und

Durchfall kommen.

Selten wurden Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. Hautausschläge, Lichtüberempfindlichkeit,

Schwellungen im Gesicht, akute Atemnot und Kreislaufprobleme sowie Juckreiz beobachtet und

ebenfalls selten wurde über Schwindel, Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen,

Verhaltensveränderungen, Zittern, Krämpfe, Bewegungsstörungen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl in

den Gliedmassen, Sehstörungen, wie z.B. verschwommenes Sehen, Sprachstörungen,

Bewusstseinstrübung und Bewusstseinsverlust berichtet, dies jedoch vor allem bei Patienten mit

ungenügender Nierenfunktion und bei Patienten, welche sehr hohe Dosen Valtrex erhalten hatten. Sehr

selten wurden Nierenschmerzen beobachtet. Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Er bzw.

sie wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion überprüfen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Valtrex sollte in der verschlossenen Originalpackung, unter 30 °C und ausser Reichweite von Kindern

gelagert werden.

Weitere Hinweise

Falls nach Beenden der Behandlung Tabletten übrig sind, sollten Sie das Arzneimittel Ihrer Abgabestelle

(Arzt, Apotheker bzw. Ärztin, Apothekerin) zum sachgerechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Valtrex enthalten?

Jede Filmtablette enthält:

Wirkstoffe

250 mg bzw. 500 mg Valaciclovir (als Valaciclovirhydrochlorid).

Hilfsstoffe

Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Povidon K90, Magnesiumstearat, hochdisperses

Siliciumdioxid, Hypromellose, Titandioxid (E 171), Macrogol 400, Polysorbat 80 (nur Valtrex 500 mg),

Carnaubawachs.

Zulassungsnummer

53116 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Valtrex? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Filmtabletten in Blisterpackungen zu 250 mg: 60 Tabletten.

Filmtabletten in Blisterpackungen zu 500 mg: 10, 30 und 42 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, 3053 Münchenbuchsee.

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Valtrex®

GlaxoSmithKline AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Valaciclovirum (ut Valacicloviri hydrochloridum).

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 250 mg und 500 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Valtrex ist indiziert zur Behandlung des Herpes zoster (Therapiebeginn so früh wie möglich,

spätestens innerhalb 72 Stunden).

Valtrex ist indiziert zur Behandlung von Herpes simplex-Infektionen der Haut und Schleimhaut,

einschliesslich Primärinfektion und Rezidive des Herpes genitalis sowie zur Prävention von Herpes

simplex-Rezidiven, einschliesslich Herpes genitalis-Rezidive, die anders ungenügend beeinflusst

werden können und häufige und lang andauernde Beschwerden verursachen.

Valtrex ist indiziert zur Prophylaxe der Cytomegalovirus (CMV)-Erkrankung nach

Nierentransplantation bei der Hochrisiko-Konstellation von CMV-seropositivem Spender mit CMV-

seronegativem Empfänger.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung beim Erwachsenen

Behandlung des Herpes zoster (inkl. Zoster ophtalmicus)

3× täglich 1‘000 mg Valtrex während 7 Tagen.

Behandlung des Herpes simplex

2× täglich 500 mg Valtrex - bei Rezidiven während 5 Tagen, bei Erstinfektionen, die schwerer sein

können, kann die Behandlung auf 10 Tage verlängert werden.

Die Behandlung sollte sobald als möglich begonnen werden, d.h. bei Herpes simplex-Rezidiven

idealerweise im Prodromalstadium oder unmittelbar beim Auftreten der ersten Symptome.

Prävention von Herpes simplex-Rezidiven

·Bei immunkompetenten Patienten 500 mg Valtrex 1× täglich. Bei Patienten mit sehr häufigen

Rezidiven (≥10/Jahr) sollte die Dosis dabei auf 250 mg 2× täglich aufgeteilt werden. Um mögliche

Veränderungen im Verlaufe der Krankheit feststellen zu können, sollte die Therapie nach spätestens

12 Monaten unterbrochen werden.

·Bei immunsupprimierten Patienten 500 mg Valtrex 2× täglich.

CMV-Prophylaxe

Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren: 4× täglich 2 g. Die Behandlung sollte sobald als

möglich nach der Transplantation begonnen werden. Die Dosis soll entsprechend der Kreatinin-

Clearance reduziert werden (vgl. «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Die Dauer der Behandlung beträgt normalerweise 90 Tage, kann jedoch nach Bedarf verlängert

werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Beim Kind

Entsprechende Daten sind noch nicht vorhanden. Valtrex kann daher bei Kindern nicht empfohlen

werden.

Beim älteren Patienten

Die Möglichkeit einer eingeschränkten Nierenfunktion muss bei älteren Patienten berücksichtigt und

die Dosierung entsprechend angepasst werden (vgl. «Dosierung bei eingeschränkter

Nierenfunktion»).

Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sollte geachtet werden.

Bei Niereninsuffizienz

Bei der Verabreichung von Valaciclovir an Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht

geboten. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sollte geachtet werden.

Bei signifikanter Niereninsuffizienz sollte die Dosierung von Valtrex wie folgt angepasst werden:

Therapie des Herpes zoster (inkl. Zoster ophtalmicus)

Kreatinin-Clearance Valtrex Dosis

≥50 ml/Minute

3× täglich 1‘000 mg

(keine Änderung nötig)

30-49 ml/Minute

2× täglich 1‘000 mg

10 - 29 ml/Minute

1× täglich 1‘000 mg

<10 ml/Minute

1× täglich 500 mg

Therapie des Herpes simplex

Kreatinin-Clearance Valtrex Dosis

≥30 ml/Minute

2× täglich 500 mg

(keine Änderung nötig)

<30 ml/Minute

1× täglich 500 mg

Prävention von Herpes simplex-Rezidiven

Kreatinin-Clearance Valtrex Dosis

Immunkompetent

Immunsupprimiert

≥30 ml/Minute

1× täglich 500 mg

(keine Änderung nötig)

2× täglich 500 mg

(keine Änderung nötig)

<30 ml/Minute

1× täglich 250 mg

1× täglich 500 mg

CMV-Prophylaxe

Kreatinin-Clearance Valtrex Dosis

≥75 ml/Minute

4× tägl. 2 g

50-74 ml/Minute

4× tägl. 1,5 g

25-49 ml/Minute

3× tägl. 1,5 g

10-24 ml/Minute

2× tägl. 1,5 g

<10 ml/Minute

oder Dialyse

1× tägl. 1,5 g

Patienten in intermittierender Hämodialyse sollten Valtrex nach der Hämodialyse einnehmen.

Die Kreatinin-Clearance soll regelmässig kontrolliert werden, vor allem während der Zeit, in welcher

die Nierenfunktion rasch ändert (z.B. unmittelbar nach der Transplantation) und die Dosierung von

Valtrex entsprechend angepasst werden muss.

Bei Leberinsuffizienz

Studien mit einer Einzeldosis von 1 g Valtrex haben gezeigt, dass eine Dosisanpassung bei leichter

oder mässiger Zirrhose (Synthesefunktion erhalten) nicht nötig ist. Bei Patienten mit

fortgeschrittener Zirrhose (eingeschränkte Synthesefunktion und Zeichen für Pfortader-Shunts)

zeigen die pharmakokinetischen Daten keine Notwendigkeit einer Dosisanpassung. Die klinische

Erfahrung hingegen ist beschränkt.

Für höhere Dosen, wie sie zur CMV-Prophylaxe empfohlen werden, vgl. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»

Kontraindikationen

Valtrex ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit auf Valaciclovir,

Aciclovir oder auf die Hilfsstoffe der Formulierungen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und älteren Patienten

Aciclovir wird renal ausgeschieden, daher muss die Dosierung von Valtrex bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion reduziert werden (vgl. «Dosierung/Anwendung»). Bei älteren

Patienten besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Nierenfunktionsstörungen, die Notwendigkeit

einer Dosisreduktion sollte in dieser Patientengruppe deshalb berücksichtigt werden. Sowohl bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wie auch bei älteren Patienten besteht ein erhöhtes

Risiko für das Auftreten von neurologischen Störungen, sie sollten daher engmaschig auf Anzeichen

für derartige unerwünschte Wirkungen überwacht werden. In den gemeldeten Fällen waren die

Störungen im Allgemeinen reversibel nach Absetzen der Behandlung (vgl. «Unerwünschte

Wirkungen»).

Hydratationszustand

Bei Patienten mit dem Risiko einer Dehydratation, speziell bei älteren Patienten, soll auf eine

adäquate Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Verabreichung von hohen Dosen bei Leberinsuffizienz und nach Lebertransplantation

Es sind keine Daten zur Verabreichung von hohen Dosen Valtrex (4 g oder mehr pro Tag) bei

Patienten mit Lebererkrankungen vorhanden. Es ist deshalb Vorsicht geboten, wenn Valtrex in hohen

Dosen bei diesen Patienten verwendet wird. Es wurden keine spezifischen Studien mit Valtrex bei

Lebertransplantierten durchgeführt; eine Prophylaxe mit hohen Dosen Aciclovir zeigte jedoch eine

Reduktion der CMV-Infektion und –Erkrankung.

Interaktionen

Bisher wurden keine klinisch signifikanten Interaktionen zwischen Valtrex und Diuretika festgestellt.

Aciclovir wird hauptsächlich im Urin in unveränderter Form via aktive tubuläre Sekretion

ausgeschieden. Daher können gleichzeitig mit Valtrex verabreichte Substanzen, welche mit diesem

Mechanismus konkurrieren, zu erhöhten Aciclovir-Plasmaspiegeln führen.

Nach der Verabreichung von 1 g Valtrex erhöhen Cimetidin und Probenecid über diesen

Mechanismus die Fläche unter der Konzentrations-Zeitkurve von Aciclovir bei erniedrigter renaler

Clearance, trotzdem ist wegen der grossen therapeutischen Breite von Aciclovir keine

Dosierungsanpassung nötig.

Bei Patienten, welche hohe Dosen Valtrex (4 g oder mehr pro Tag) zur CMV-Prophylaxe erhalten,

ist bei gleichzeitiger Verabreichung von anderen Medikamenten mit demselben Eliminationsweg wie

Aciclovir Vorsicht geboten, da die Möglichkeit erhöhter Plasmaspiegel von Aciclovir und/oder den

anderen Substanzen bzw. deren Metaboliten besteht. So wurde beispielsweise eine Erhöhung der

Plasma-AUC von Aciclovir und des inaktiven Metaboliten von Mycophenolat Mofetil, einem

Immunsuppressivum, das bei transplantierten Patienten verwendet wird, beobachtet, wenn diese

beiden Substanzen gleichzeitig verabreicht worden waren.

Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn hohe Dosen Valtrex (4 g oder mehr pro Tag) zusammen mit

Substanzen verabreicht werden, welche die Nierenphysiologie beeinflussen (z.B. Cyclosporin,

Tacrolimus). In diesen Situationen sollte die Nierenfunktion überwacht werden.

Daten über Interaktionen mit anderen Substanzen liegen zurzeit nicht vor.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt nur limitierte Daten über die Anwendung von Valtrex in der Schwangerschaft.

Ein Schwangerschaftsregister hat die Geburten von Frauen (basierend auf freiwilliger Angabe)

dokumentiert, die mit Valaciclovir oder Aciclovir (aktiver Metabolit von Valaciclovir) behandelt

wurden. Daten von 111 resp. 1‘246 Geburten (davon 29 resp. 756 Behandlungen während des ersten

Trimesters) sind gesammelt worden. Bei Geburten von mit Aciclovir behandelten Frauen ist keine

erhöhte Anzahl von Geburtsdefekten oder einzelnen Anomalien, die ein gleich bleibendes Muster

zeigten oder eine gemeinsame Ursache annehmen liessen, festgestellt worden. Für Valaciclovir

können, da nur wenige Frauen während der Schwangerschaft behandelt wurden, keine

Schlussfolgerungen bezüglich der Sicherheit während der Schwangerschaft gemacht werden (vgl.

«Pharmakokinetik»).

Bezüglich der beim Tier beobachteten teratogenen Effekte von Valaciclovir siehe Rubrik

«Präklinische Daten».

Valtrex sollte in der Schwangerschaft nur in der empfohlenen Dosis angewendet werden und nur,

wenn es eindeutig erforderlich ist.

Stillzeit

Aciclovir tritt in die Muttermilch über. Nach oraler Verabreichung einer Dosis von 500 mg

Valaciclovir, wurden in der Muttermilch maximale Aciclovir Konzentrationen (Cmax) gemessen,

welche 0,5 bis 2,3-mal den mütterlichen Serumkonzentrationen entsprachen. Die durchschnittliche

Aciclovir-Konzentration in der Muttermilch betrug 2,24 µg/ml (9,95 µM). Das Verhältnis der

Aciclovirexposition (AUC) in der Muttermilch zu derjenigen im mütterlichen Serum lag zwischen

1,4 und 2,6. Die Einnahme von 2× täglich 500 mg Valaciclovir durch die Mutter würde den gestillten

Säugling somit einer oralen Dosis von ungefähr 0,61 mg/kg/Tag aussetzen. Hingegen wird Aciclovir

zur Behandlung des Herpes simplex beim Neugeborenen in intravenösen Dosen von 30 mg/kg KG

täglich angewendet. Die Eliminationshalbwertszeit von Aciclovir aus der Muttermilch ist mit

derjenigen aus dem Serum vergleichbar.

Unverändertes Valaciclovir wurde weder in mütterlichem Serum, Muttermilch noch im Urin des

Säuglings nachgewiesen.

Vorsicht ist geboten, wenn Valtrex an stillende Mütter verabreicht wird.

Fertilität

In tierexperimentellen Studien hatte Valaciclovir keinen Einfluss auf die Fertilität. Hohe parenterale

Dosen Aciclovir führten zu testikulären Degenerationserscheinungen bei Ratte und Hund (siehe

«Präklinische Daten»).

Bei Frauen wurden keine Fertilitätsstudien mit Valaciclovir durchgeführt. Zwanzig männliche

Patienten, die bis zu 6 Monate lang 400 mg bis 1 g Aciclovir oral erhielten, zeigten keine

Veränderungen in Bezug auf Anzahl, Motilität oder Morphologie der Spermien.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine spezifischen Studien bezüglich des Einflusses von Valtrex auf die Fähigkeit des

Patienten, ein Fahrzeug zu lenken oder Maschinen zu bedienen, durchgeführt. Aufgrund von

unerwünschten Wirkungen (vgl. «Unerwünschte Wirkungen») ist jedoch Vorsicht angebracht.

Unerwünschte Wirkungen

Die beobachteten unerwünschten Wirkungen wurden anhand ihrer Häufigkeiten wie folgt

klassifiziert: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1‘000, <1/100), selten

(≥1/10‘000, <1/1‘000), sehr selten (<1/10‘000).

Daten aus klinischen Studien

Zentralnervensystem

Häufig: Kopfschmerzen.

Gastrointestinaltrakt

Häufig: Übelkeit.

Daten nach Markteinführung

Blut und lymphatisches System

Sehr selten: Leukopenie, Thrombozytopenie.

Leukopenie wurde hauptsächlich bei immunsupprimierten Patienten beobachtet.

In sehr seltenen Fällen wurde über Anämie berichtet, wobei der Kausalzusammenhang mit der

Verabreichung von Valtrex nicht gesichert ist.

Immunsystem

Sehr selten: Anaphylaxie.

Neurologische und psychiatrische Störungen

Selten: Schwindel, Verwirrtheit, Halluzinationen, Bewusstseinseinschränkung.

Sehr selten: Unruhe, Tremor, Parästhesien, Taubheitsgefühl, Ataxie, Sprachstörungen, psychotische

Symptome, Konvulsionen, Enzephalopathie, Koma.

Die oben aufgeführten unerwünschten Ereignisse sind reversibel und wurden üblicherweise bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder anderen prädisponierenden Faktoren beobachtet

(vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Bei organtransplantierten Patienten, welche hohe

Dosen Valtrex (8 g/Tag) zur CMV-Prophylaxe erhielten, traten neurologische Reaktionen häufiger

auf als bei mit niedrigeren Dosen behandelten Patienten.

Auge

Sehr selten: Verschiedene Sehstörungen, wie z.B. verschwommenes Sehen.

Atmungsorgane

Gelegentlich: Dyspnoe.

Gastrointestinaltrakt

Selten: Abdominalbeschwerden, Erbrechen, Durchfall.

Leber und Galle

Sehr selten: Reversible Erhöhung der Leberfunktionswerte.

Diese wurden gelegentlich als Hepatitis beschrieben.

Haut und Unterhautgewebe

Gelegentlich: Hautausschlag einschliesslich Lichtüberempfindlichkeit.

Selten: Juckreiz.

Sehr selten: Urtikaria, Angioödem.

Nieren und Harnwege

Selten: Nierenfunktionsstörungen.

Sehr selten: Akutes Nierenversagen, Nierenschmerzen.

Nierenschmerzen können mit Nierenversagen assoziiert werden.

In klinischen Studien bei stark immungeschwächten Patienten (vor allem solche im fortgeschrittenen

Stadium der HIV-Erkrankung), welche hohe Dosen Valaciclovir (8 g täglich) über eine längere Zeit

erhielten, wurden Fälle von Niereninsuffizienz, mikroangiopathischer hämolytischer Anämie und

Thrombozytopenie (in einigen Fällen in Kombination) gemeldet. Diese Befunde wurden auch bei

Patienten mit demselben Grundzustand, welche nicht mit Valaciclovir behandelt wurden, beobachtet.

Überdosierung

Symptome und Zeichen

Nach Überdosierung mit Valaciclovir wurden Fälle von akutem Nierenversagen und neurologischen

Symptomen, einschliesslich Halluzinationen, Verwirrtheit, Bewusstseinseintrübung, Koma und

Agitiertheit beschrieben. Übelkeit und Erbrechen können ebenfalls auftreten. In vielen der

gemeldeten Fälle waren Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder ältere Patienten

betroffen, welche wiederholt Überdosierungen mit Valaciclovir erhielten, da die Dosierung nicht

angemessen reduziert wurde (vgl. «Dosierung/Anwendung»). Geeignete Massnahmen müssen daher

getroffen werden, um eine versehentliche Überdosierung zu vermeiden.

Massnahmen

Patienten sollten auf Anzeichen einer Toxizität überwacht werden. Die Hämodialyse beschleunigt

die Elimination von Aciclovir aus dem Blut signifikant und kann deshalb im Falle einer

symptomatischen Überdosierung als Behandlungsmethode verwendet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J05AB11

Pharmakotherapeutische Gruppe

Valaciclovir ist der L-Valinester von Aciclovir. Aciclovir ist ein Purin- (Guanin-) Nukleosid-

Analogon.

Wirkungsmechanismus

Beim Menschen wird Valaciclovir rasch und fast vollständig in Aciclovir und Valin umgewandelt,

wahrscheinlich durch das Valaciclovir Hydrolase-Enzym. Aciclovir ist ein spezifischer Inhibitor der

Herpes Viren mit In-vitro-Aktivität gegen die Herpes simplex-Viren (HSV), Typ I und Typ II,

Varizella zoster-Virus (VZV), Zytomegalie-Virus (CMV), Epstein-Barr-Virus (EBV) und humanes

Herpes-Virus 6 (HHV-6).

Sobald Aciclovir in die aktive Triphosphatform phosphoryliert worden ist, hemmt es die DNA-

Synthese des Herpes-Virus. Der erste Schritt der Phosphorylierung verlangt ein aktives

virusspezifisches Enzym. Im Fall des HSV, VZV und EBV ist dies die virale Thymidinkinase (TK),

die nur in virusinfizierten Zellen vorkommt. Die Selektivität beim CMV bleibt wenigstens teilweise

erhalten, da dieser Schritt überwiegend durch eine Phosphotransferase, die auf dem Virusgen UL97

kodiert ist, erfolgt. Die Notwendigkeit des Vorhandenseins eines viruspezifischen Enzyms zur

Aktivierung von Aciclovir erklärt seine selektive Wirkung. Der Phosphorylierungsprozess

(Konversion von Mono- zu Triphosphat) wird durch zelluläre Kinasen beendet. Das

Aciclovirtriphosphat hemmt kompetitiv die Virus-DNS-Polymerase und die Integration dieses

Nukleosid-Analogon beendet obligat die Kette, indem die Virus-DNS-Synthese gestoppt und

dadurch die Virus-Replikation blockiert wird.

Umfangreiche Kontrollen von klinischen HSV- und VZV-Isolaten von Patienten, die Aciclovir zur

Therapie oder Prophylaxe erhielten, zeigten, dass Viren mit reduzierter Sensitivität auf Aciclovir bei

Immunkompetenten extrem selten sind, und dass solche bei schwer Immunsupprimierten, z.B. bei

Organ- oder Knochenmarktransplantierten, bei Patienten unter Chemotherapie wegen malignen

Erkrankungen und bei HIV-Infizierten, gelegentlich vorkommen. Die Resistenz ist gewöhnlich auf

einen Phenotyp mit mangelnder Thymidinkinase zurückzuführen, was mit einem erheblichen

Selektionsnachteil im Wirt verbunden ist.

Selten führen Veränderungen der Thymidinkinase oder der DNS-Polymerase zu einer Resistenz. Die

Virulenz dieser Varianten gleicht der des Wildtypvirus.

Die Dauer des akuten Zoster-assoziierten Schmerzes wird vor allem bei älteren Patienten verkürzt.

Klinische Studien

Die CMV-Prophylaxe mit Valtrex reduziert die akute Abstossungsreaktion und opportunistische

Infektionen sowie andere Herpesvirus-Infektionen in der Hochrisikokonstellation von CMV-

seropositivem Spender und CMV-seronegativem Empfänger (D+R-).

In sämtlichen Studien mit primärem Endpunkt Cytomegalovirus (CMV)-Erkrankung zeigte

Valaciclovir eine statistisch signifikante Wirkung hinsichtlich der Verhinderung der CMV-

Erkrankung. Bei nierentransplantierten Patienten mit hohem Risiko eine CMV-Erkrankung zu

entwickeln (D+R-) wurde eine Senkung des Erkrankungsrisikos um 78% festgestellt (auf Basis des

Risikoverhältnisses): während der 6-monatigen Dauer der Studie entwickelten 16% der Patienten, die

mit Valaciclovir behandelt wurden, im Vergleich zu 45% der mit Placebo behandelten (D+R-)

Patienten eine CMV-Erkrankung (p <0,001). Bei nierentransplantierten Patienten mit mässigem

Risiko einer CMV-Erkrankung (D+R+) wurde eine Senkung des Risikos um 82% festgestellt (auf

Basis des Risikoverhältnisses): während der 6-monatigen Dauer der Studie erkrankten 1% der

Patienten, die mit Valaciclovir behandelt wurden, im Vergleich zu 6% der mit Placebo behandelten

(D+R+) Patienten (p= 0,03). Eine signifikante Reduktion der klinischen (p= 0,004) und durch

Biopsie bestätigten (p= 0,001) akuten Abstossungsreaktion wurde nur in der D+R- Gruppe

beobachtet; in der D+R+ Konstellation war die Reduktion der akuten Abstossungsreaktion nicht

signifikant. In einer kleinen Studie (n= 27) bei herztransplantierten Patienten wurde eine Senkung

des Risikos eine CMV-Erkrankung zu entwickeln, als sekundären Endpunkt, um 81% nachgewiesen

(auf Basis des Risikoverhältnisses). Es erkrankten 8% der Patienten, die mit Valaciclovir behandelt

wurden, im Vergleich zu 33% der mit Aciclovir (0,8 g/Tag) behandelten Patienten an einer CMV-

Erkrankung (p= 0,09).

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Valaciclovir gut resorbiert, schnell und fast vollständig in Aciclovir

und Valin umgewandelt.

Die Bioverfügbarkeit von Aciclovir aus Valaciclovir (1000 mg) beträgt 54% und wird durch die

Nahrung nicht beeinflusst.

Die Pharmakokinetik von Valaciclovir verhält sich nicht dosisproportional. Rate und Umfang der

Resorption nehmen mit steigender Dosis ab, was zu einem subproportionalen Anstieg der Cmax im

therapeutischen Dosisbereich sowie zu einer verminderten Bioverfügbarkeit bei Dosen über 500 mg

führt. Beim gesunden Probanden mit normaler Nierenfunktion wurden nach Einzeldosen von 250-

2000 mg Valaciclovir durchschnittliche Aciclovir-Plasmaspitzenkonzentrationen von 10-37 µM (2,2-

8,3 µg/ml) bestimmt; gemessen im Mittel nach 1-2 Stunden. Die maximale Plasmakonzentration von

Valaciclovir ist nur 4% (0,93 µM) vom Aciclovirspiegel, und dies gemessen 30-100 Minuten nach

Verabreichung. 3 Stunden nach Einnahme liegt die Konzentration bei oder unter der

Quantifizierungsgrenze. Das pharmakokinetische Profil von Valaciclovir und Aciclovir ist nach Ein-

oder Mehrfachdosierung vergleichbar.

Distribution

Die Bindung von Valaciclovir an Plasmaproteine ist niedrig (15%). Die Penetration in die

Zerebrospinalflüssigkeit (CSF), ermittelt anhand des Verhältnisses der CSF-AUC zur Plasma-AUC,

beläuft sich für Aciclovir und den Metaboliten 8-Hydroxy-Aciclovir (8-OH-ACV) auf ca. 25% und

für den Metaboliten 9-(Carboxymethoxy)methylguanin (CMMG) auf ca. 2,5% (vgl.

«Pharmakokinetik: Metabolismus» und «Pharmakokinetik: Besondere Patientengruppen»).

Metabolismus/Elimination

Nach oraler Verabreichung wird Valaciclovir im Rahmen des intestinalen und/oder hepatischen

First-Pass-Metabolismus zu Aciclovir und L-Valin umgewandelt. Aciclovir wird in geringem

Umfang durch die Alkohol- und Aldehyddehydrogenase zu 9-(Carboxymethoxy)methylguanin

(CMMG) und durch die Aldehydoxidase zu 8-Hydroxy-Aciclovir (8-OH-ACV) umgewandelt.

Aciclovir trägt mit einem Anteil von 88% zur kombinierten Plasma-Gesamtexposition bei, CMMG

mit 11% und 8-OH-ACV mit 1%. Weder Valaciclovir noch Aciclovir werden durch Cytochrom-

P450-Enzyme abgebaut.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion beträgt die Plasma-Eliminationshalbwertszeit von

Aciclovir nach Ein- oder Mehrfachdosierung mit Valaciclovir ungefähr 3 Stunden. Weniger als 1%

der eingenommenen Dosis von Valaciclovir ist im Urin als unveränderte Substanz nachweisbar.

Valaciclovir wird im Urin hauptsächlich als Aciclovir (mehr als 80% der nachweisbaren Dosis)

ausgeschieden und als Metabolit (ca. 10%) von Aciclovir, 9-Carboxymethoxymethylguanin

(CMMG).

Nach radioaktiver Verabreichung von Valaciclovir wurden 45% der Dosis im Urin und 47% als

Aciclovir in den Faeces gefunden.

Die extrarenale Elimination von Aciclovir beträgt 10% (Q0 = 0,1) und die renale Clearance 260 ± 69

ml/min/1,73 m2.

Der Herpes zoster und der Herpes simplex beeinflussen die Pharmakokinetik von Valaciclovir und

Aciclovir nach oraler Gabe von Valtrex nicht.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten:

Die Ausscheidung verringert sich parallel zur Kreatinin-Clearance, wobei die Halbwertszeit wenig

verändert ist, die AUC hingegen ist signifikant erhöht (35-50%).

Niereninsuffizienz:

Die Ausscheidung von Aciclovir korreliert mit der Nierenfunktion; die Exposition gegenüber

Aciclovir steigt daher mit zunehmender Einschränkung der Nierenfunktion. Bei Patienten mit

terminaler Niereninsuffizienz sind Cmax (1,8×) und AUC (6,5×) erhöht, die durchschnittliche

Eliminationshalbwertszeit von Aciclovir nach Verabreichung als Valaciclovir beträgt ungefähr 14

Stunden, gegenüber 3 Stunden bei Nierengesunden (vgl. «Dosierung/Anwendung»).

Die Exposition gegenüber Aciclovir und seinen Metaboliten CMMG und 8-OH-ACV in Plasma und

Zerebrospinalflüssigkeit (CSF) wurde beim Steady State nach Mehrfachdosen Valaciclovir an 6

nierengesunden Personen (mittlere Creatinin-Clearance 111 ml/min, Bereich 91–144 ml/min)

untersucht, die 2‘000 mg in 6-stündigen Intervallen erhielten, sowie an 3 Patienten mit hochgradiger

Nierenfunktionsbeeinträchtigung (mittlere CLcr 26 ml/min, Bereich 17–31 ml/min), die 1'500 mg in

12-stündigen Abständen erhielten. In Plasma sowie in CSF waren die Konzentrationen von

Aciclovir, CMMG und 8-OH-ACV bei Patienten mit hochgradiger Nierenfunktionsbeeinträchtigung

gegenüber Nierengesunden jeweils durchschnittlich um die Faktoren 2, 4 bzw. 5–6 erhöht. Die

beiden Populationen wiesen keinen Unterschied in Bezug auf den Umfang der CSF-Penetration

(CSF-AUC/Plasma-AUC-Verhältnis) auf (vgl. «Pharmakokinetik: Distribution»).

Leberinsuffizienz:

Bei Leberinsuffizienz ist zwar die Rate, nicht aber der Umfang der Umwandlung von Valaciclovir zu

Aciclovir vermindert. Valaciclovir Cmax und AUC sind erhöht, während die Valaciclovir-

Ausscheidung unverändert bleibt. Die Halbwertszeit von Aciclovir wird nicht beeinflusst.

Schwangerschaft:

In einer Valaciclovir- und Aciclovir-Pharmakokinetik-Studie während der späten Schwangerschaft

war die AUC im Steady State nach Verabreichung von täglich 1‘000 mg Valaciclovir ungefähr

zweimal höher als nach oraler Verabreichung von täglich 1‘200 mg Aciclovir (vgl. unter

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

HIV-Infektion:

Verglichen mit Gesunden sind die Disposition und die pharmakokinetischen Charakteristika von

Aciclovir beim HIV-Positiven nicht verändert nach Einnahme von Ein- oder Mehrfachdosen von

1‘000 oder 2‘000 mg Valaciclovir.

Organtransplantation:

Bei transplantierten Patienten, welche 2‘000 mg Valaciclovir 4× täglich erhielten, waren die

maximalen Aciclovir-Plasmakonzentrationen vergleichbar oder höher als diejenigen bei gesunden

Probanden, welche die gleiche Dosis erhalten hatten. Die geschätzten AUC-Werte pro Tag waren

deutlich höher.

Präklinische Daten

Teratogenität

Valaciclovir wird fast vollständig in Aciclovir umgewandelt. Subkutane Anwendung von Aciclovir

in international anerkannten Tests zeigten keine teratogene Wirkung bei Ratten oder Kaninchen. In

zusätzlichen Studien mit subkutanen Dosen, die einen Plasmaspiegel von 100 µg/ml und mütterliche

Toxizität erzielten, wurden foetale Missbildungen bei Ratten beobachtet.

Mutagenität

Die Resultate der In-vitro- und In-vivo-Mutagenitätstests mit Valaciclovir lassen bisher nicht auf ein

genetisches Risiko für den Menschen schliessen.

Karzinogenität

Valaciclovir war in den Bioassays bei Mäusen und Ratten nicht kanzerogen.

Reproduktionstoxikologie

Valaciclovir hatte nach Verabreichung hoher oraler Dosen von bis zu 200 mg/kg/Tag keinen Einfluss

auf die Fertilität männlicher oder weiblicher Ratten. Zeichen einer beginnenden Embryotoxizität

(verringertes fötales Gewicht und skelettale Variationen) wurden bei der Dosis von 200 mg/kg/Tag

festgestellt.

Hohe parenterale Dosen Aciclovir führten bei Ratten und Hunden zu Hodenatrophie und

Aspermatogenese.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Verfalldatum

verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Unter 30 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

53116 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten zu 250 mg: 60 (A)

Filmtabletten zu 500 mg: 10, 30 und 42 (A)

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, 3053 Münchenbuchsee.

Stand der Information

April 2014.

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