Valproate Chrono Sanofi 300 mg filmtabletten mit bruchrille

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-09-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
natrii valproas, acidum valproicum
Verfügbar ab:
Sanofi-Aventis (Suisse) SA
ATC-Code:
N03AG01
INN (Internationale Bezeichnung):
natrii valproas, acidum valproicum
Darreichungsform:
filmtabletten mit bruchrille
Zusammensetzung:
natrii valproas 199.8 mg, Säure valproicum 87 mg, saccharinum natricum, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antiepileptikum, aktivität anti-maniac
Zulassungsnummer:
53112
Berechtigungsdatum:
1994-09-05

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-09-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-12-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-09-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie sollten es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Valproate Chrono Sanofi®

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

WARNHINWEISE

VALPROATE CHRONO SANOFI (VALPROAT) KANN BEI EINNAHME WÄHREND DER

SCHWANGERSCHAFT ZU SCHWERWIEGENDEN SCHÄDIGUNGEN FÜR DAS

UNGEBORENE KIND FÜHREN.

Falls Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie über die gesamte Dauer Ihrer

Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi mindestens eine wirksame

Empfängnisverhütungsmethode ununterbrochen anwenden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird mit Ihnen

darüber sprechen. Sie müssen jedoch auch die Ratschläge im Kapitel «Darf Valproate Chrono

Sanofi während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?» dieser

Packungsbeilage befolgen.

Vereinbaren Sie sofort einen Termin mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie eine

Schwangerschaft planen oder wenn Sie glauben, schwanger zu sein.

Stellen Sie die Einnahme von Valproate Chrono Sanofi nicht ein, ohne dass Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin Sie dazu aufgefordert hat, denn das könnte Ihre Erkrankung verschlimmern.

Was ist Valproate Chrono Sanofi und wann wird es angewendet?

Valproate Chrono Sanofi ist ein Medikament gegen Epilepsie; diese Krankheit beruht auf einer

zeitweise gesteigerten Erregbarkeit gewisser Nervenzellen im Gehirn, wobei die sogenannte

«Epilepsie-Krise» ausgelöst wird.

Um diese anfallsartig auftretenden Krisen zu verhindern, verschreibt Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

Valproate Chrono Sanofi.

Dieses Präparat erlaubt eine normale schulische und berufliche Entwicklung sowie eine ungestörte

Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Die Chrono Filmtabletten mit Bruchrille wurden so geschaffen, dass sie eine verlängerte und

konstantere Wirkung im Körper erzielen; dies erlaubt, die Häufigkeit der Einnahmen herabzusetzen.

Zudem wird Valproate Chrono Sanofi zur Behandlung von manischen Episoden (krankhafte Phasen

von Euphorie) bei Patienten, die an bipolaren manisch-depressiven Störungen leiden (psychische

Erkrankung, die abwechselnd von euphorischen und depressiven Phasen begleitet ist) verwendet.

Valproate Chrono Sanofi wird auch zur Rezidivprophylaxe bei erwachsenen Patienten mit bipolaren

Störungen verwendet, deren manische Episoden auf die Behandlung mit Valproat angesprochen

haben.

Was sollte dazu beachtet werden?

Um eine wirksame Behandlung sicherzustellen, ist es äusserst wichtig, dass Sie Valproate Chrono

Sanofi regelmässig einnehmen.

Eine nicht geplante Schwangerschaft ist bei Frauen, die antiepileptische Arzneimittel einnehmen,

nicht wünschenswert. Benutzen Sie eine sichere Empfängnisverhütung, wenn Sie im gebärfähigen

Alter sind. Valproate Chrono Sanofi beeinflusst die Wirkung der Antibaby-Pille nicht, welche ihre

Wirksamkeit behält.

Wann darf Valproate Chrono Sanofi nicht angewendet werden?

Nehmen Sie Valproate Chrono Sanofi in den folgenden Fällen nicht ein:

Bipolare Störungen

·Falls Sie an bipolaren Störungen leiden, dürfen Sie Valproate Chrono Sanofi in der

Schwangerschaft nicht einnehmen.

·Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, dürfen Sie Valproate Chrono Sanofi bei bipolaren

Störungen nicht einnehmen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer

Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode

anwenden. Stellen Sie die Einnahme von Valproate Chrono Sanofi oder Ihre Verhütung nicht ein,

bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin gesprochen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt

Ihnen zusätzliche Ratschläge (siehe das nachfolgende Kapitel «Darf Valproate Chrono Sanofi

während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?» – Wichtige Ratschläge für

Frauen).

Epilepsie

·Falls Sie an Epilepsie leiden, dürfen Sie Valproate Chrono Sanofi nicht einnehmen, wenn Sie

schwanger sind. Eine Ausnahme besteht dann, wenn keine andere Behandlung bei Ihnen wirksam ist

oder von Ihnen vertragen wird. Ein ausführliches Gespräch über die Risiken für das ungeborene Kind

mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ist unerlässlich.

·Wenn Sie eine junge Frau oder eine Frau im gebärfähigen Alter sind, dürfen Sie Valproate Chrono

Sanofi bei Epilepsie nicht einnehmen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte

Dauer Ihrer Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi mindestens eine wirksame

Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Stellen Sie die Einnahme von Valproate Chrono Sanofi

oder Ihre Verhütung nicht ein, bevor Sie mit Ihrem Facharzt darüber gesprochen haben. Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen zusätzliche Ratschläge (siehe das nachfolgende Kapitel «Darf Valproate

Chrono Sanofi während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?» –

Wichtige Ratschläge für Frauen).

Nehmen Sie Valproate Chrono Sanofi nicht ein, wenn Sie:

·an einer Krankheit der Leber oder an Störungen der Leber- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion

leiden,

·in früherer Zeit selbst und/oder im Familienkreis eine medikamentenbedingte Leberentzündung

hatten,

·an hepatischer Porphyrie (eine seltene Stoffwechselkrankheit) leiden,

·eine Überempfindlichkeit auf Valproate Chrono Sanofi haben.

·An einer genetischen Erkrankung mitochondrialen Ursprungs leiden (beispielsweise am Alpers-

Huttenlocher-Syndrom).

·An einer bekannten Stoffwechselerkrankung leiden, beispielsweise einer Störung des

Harnstoffzyklus.

Wann ist bei der Anwendung von Valproate Chrono Sanofi Vorsicht geboten?

Valproate Chrono Sanofi kann die Wirkung anderer Medikamente verstärken; es sind dies z.B.:

·gewisse Arzneimittel, die auf das Nervensystem und auf die Psyche wirken (Neuroleptika zur

Behandlung von psychischen Beschwerden, Antidepressiva oder Benzodiazepine zur Behandlung

von Schlaflosigkeit oder Angst), Quetiapin und Olanzapin zur Behandlung psychiatrischer

Störungen, Propofol bei Anwendung einer allgemeinen Anästhesie).

·gewisse antiepileptische Arzneimittel wie Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Carbamazepin,

Lamotrigin, Felbamat und Topiramat.

Andererseits können gleichzeitig verabreichte Arzneimittel, wie zum Beispiel Zidovudin,

Blutverdünner, Cimetidin (zur Behandlung von Magen-Darmgeschwüren) oder die Antibiotika

Erythromycin- oder, Rifampicin, die Wirkung von Valproate Chrono Sanofi herabsetzen oder

verstärken.

Ebenso sollen Antibiotika aus der Gruppe der Carbapeneme (Imipenem, Panipenem, Meropenem)

nicht gleichzeitig mit Valproate Chrono Sanofi angewendet werden, da sie dessen Wirksamkeit

beeinträchtigen können.

Zusammen eingenommen, kann Valproate Chrono Sanofi die Konzentrationen von Nimodipin

erhöhen (Verwendung zur Verbesserung des Blutflusses nach einem Schlaganfall). Während der

Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi ist der Genuss von Alkohol zu vermeiden.

Valproate Chrono Sanofi ist jedoch ohne Einfluss auf die empfängnisverhütende Wirkung der

«Pille». Die «Pille» kann jedoch die Konzentration von Valproat im Blut verringern und somit

potenziell die Wirksamkeit von Valproate Chrono Sanofi vermindern.

Wenn Sie an Malaria erkrankt sind oder eine Reise in ein malariaverseuchtes Gebiet planen, fragen

Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, ob Sie Mefloquin zur Behandlung bzw. Vorbeugung von Malaria

einnehmen können, da dieses Medikament ein erneutes Auftreten der Epilepsiekrisen hervorrufen

kann.

Während der Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi dürfen bei Schmerzen, Erkältungen u.a. vor

allem bei Kindern unter 3 Jahren keine acetylsalicylsäurehaltigen Mittel (Aspirin u.a.) eingenommen

werden; diese sollten z.B. mit paracetamolhaltigen Medikamenten ersetzt werden.

Weitere Arzneimittel, die die Wirkung von Valproate Chrono Sanofi beeinflussen können oder

umgekehrt: Rufinamid, Acetazolamid, Protease-Inhibitoren wie Lopinavir und Ritonavir (die zur

Behandlung von HIV eingesetzt werden), Cholestyramin.

Valproate Chrono Sanofi muss bei folgenden Fällen mit Vorsicht angewendet werden:

·bei Kindern unter 3 Jahren, die andere Antiepileptika einnehmen oder an anderen neurologischen

oder stoffwechselbedingten Krankheiten leiden und im Falle einer schweren Epilepsieform,

·im Falle eines systemischen Lupus erythematodes,

·bei Nierenfunktionsstörungen,

·bei Patienten mit Störungen des Stoffwechsels, vor allem mit erblich bedingtem Enzymmangel, wie

zum Beispiel eine Störung des Harnstoff-Stoffwechsels aufgrund des Risikos einer

Hyperammoniämie.

·bei Carnitin-Palmitoyl-Transferase-II-Mangel

·Eine kleine Zahl Patienten unter Behandlung mit Antiepileptika entwickelte Gedanken von

Selbstschädigung oder Selbstmord. Nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auf,

wenn Sie derartige Gedanken haben.

·Falls Ihnen bekannt ist, dass Sie an einer genetischen Erkrankung mitochondrialen Ursprungs leiden

oder diese in Ihrer Familie vorkommt.

·Wie bei anderen Antiepileptika können die Krämpfe nach der Einnahme dieses Medikaments an

Schwere und Häufigkeit zunehmen. Nehmen Sie in einem solchen Fall sofort Kontakt mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin auf.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Da das Reaktionsvermögen herabgesetzt sein kann (Müdigkeit), ist - besonders zu Therapiebeginn -

Vorsicht im Strassenverkehr und bei Tätigkeiten, die besondere Konzentration erfordern (z.B.

Führen von Autos und Bedienen von Maschinen) geboten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Valproate Chrono Sanofi sollte nicht für die Behandlung

von manischen Episoden verwendet werden.

Darf Valproate Chrono Sanofi während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet

werden?

Wichtige Ratschläge für Frauen und für Eltern junger Frauen – Verhütung einer Schwangerschaft

Vergewissern Sie sich, dass Sie die Patienteninformationsbroschüre, die Ihnen Ihr Facharzt bzw. Ihre

Fachärztin ausgehändigt hat, gelesen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin bespricht mit Ihnen das

jährlich auszufüllende Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung und bittet Sie, dieses zu

unterzeichnen und aufzubewahren. Mit dem Formular wird nachgewiesen, dass Ihnen die Risiken

richtig erklärt wurden und dass Sie der Einhaltung der vorangegangenen Bedingungen zustimmen.

Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin überreicht Ihnen im Übrigen eine

Patientenkarte, auf der Ihnen die Risiken in Verbindung mit der Einnahme von Valproat während der

Schwangerschaft in Erinnerung gerufen werden.

Sie sollten die Einnahme von Valproate Chrono Sanofi nicht einstellen oder die Anwendung Ihrer

Verhütungsmethode nicht unterbrechen, bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

gesprochen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin berät Sie und gibt Ihnen die erforderlichen

Informationen.

Bipolare Störungen

·Falls Sie an bipolaren Störungen leiden, dürfen Sie Valproate Chrono Sanofi in der

Schwangerschaft nicht einnehmen.

·Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, dürfen Sie Valproate Chrono Sanofi bei bipolaren

Störungen nicht einnehmen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer

Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode

anwenden. Stellen Sie die Einnahme von Valproate Chrono Sanofi oder Ihre Verhütung nicht ein,

bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin gesprochen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt

Ihnen zusätzliche Ratschläge.

Epilepsie

·Falls Sie an Epilepsie leiden, dürfen Sie Valproate Chrono Sanofi nicht einnehmen, wenn Sie

schwanger sind. Eine Ausnahme besteht dann, wenn keine andere Behandlung bei Ihnen wirksam ist

oder von Ihnen vertragen wird. Ein ausführliches Gespräch über die Risiken für das ungeborene Kind

mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ist unerlässlich.

·Wenn Sie eine junge Frau oder eine Frau im gebärfähigen Alter sind, dürfen Sie Valproate Chrono

Sanofi bei Epilepsie nicht einnehmen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte

Dauer Ihrer Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi mindestens eine wirksame

Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Stellen Sie die Einnahme von Valproate Chrono Sanofi

oder Ihre Verhütung nicht ein, bevor Sie darüber mit Ihrem Facharzt bzw. Ihrer Fachärztin

gesprochen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen zusätzliche Ratschläge.

Risiken in Verbindung mit der Einnahme des in Valproate Chrono Sanofi enthaltenen Wirkstoffs

Valproat während der Schwangerschaft (unabhängig von der Krankheit, gegen die Valproat

eingenommen wird)

·Wenden Sie sich sofort an Ihren Facharzt bzw. Ihre Fachärztin, wenn Sie ein Kind planen, wenn Sie

schwanger sind oder glauben, schwanger zu sein.

·Valproat stellt bei Einnahme in der Schwangerschaft ein Risiko für das ungeborene Kind dar. Je

höher die Dosis ist, umso höher sind auch die Risiken. Dabei gilt jedoch: Alle Dosen stellen ein

Risiko dar.

·Wird Valproat von einer schwangeren Frau eingenommen, kann dies zu angeborenen

Missbildungen führen und der Entwicklung des Kindes schaden. Missbildungen und

Entwicklungsstörungen können den Grad einer Behinderung annehmen.

·Zu den gemeldeten Missbildungen gehören Spina bifida (Neuralrohrfehlbildung, d.h. eine

Missbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks, die häufig mit einer Querschnittslähmung

einhergeht), Missbildungen an Gesicht, Gehör, Schädel, Herz, Nieren, Harnwegen und

Geschlechtsorganen sowie Beeinträchtigungen der Gliedmassen.

·Falls Sie in der Schwangerschaft Valproat einnehmen, ist das Risiko, dass Ihr Kind Missbildungen

hat, die medizinisch behandelt werden müssen, höher als bei anderen Frauen. Da Valproat bereits seit

vielen Jahren eingesetzt wird, wurde festgestellt, dass fast 10 von 100 Babys, deren Mütter Valproat

einnahmen, Missbildungen aufweisen. In der Gesamtbevölkerung sind es dagegen nur 2 bis 3 Babys

von 100.

·Man geht davon aus, dass 30 bis 40% der Kinder im Vorschulalter, deren Mütter während der

Schwangerschaft Valproat einnahmen, Entwicklungsprobleme im Kleinkindalter aufweisen. Die

betreffenden Kinder beginnen später zu laufen und/oder zu sprechen und/oder haben geringere

intellektuelle Fähigkeiten als andere Kinder und/oder Sprachschwierigkeiten und/oder

Gedächtnisstörungen.

·Autismus-Spektrum-Störungen werden häufiger bei Kindern diagnostiziert, die Valproat ausgesetzt

waren. Die Daten weisen darauf hin, dass die Kinder eher dazu neigen, Symptome der

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu entwickeln.

·Diese Kinder können auch unter Blutgerinnungsstörungen, unter einer Hypothyreose (Unterfunktion

der Schilddrüse, die zu Müdigkeit und Gewichtsverlust führen kann) oder auch unter einer

Hypoglykämie (Absinken des Zuckerspiegels im Blut) leiden.

·Bei Neugeborenen können Entzugserscheinungen auftreten (Unruhe, Übererregbarkeit, Hang zu

unfreiwilligen Bewegungen, Störungen des Muskeltonus, Zittern, Zuckungen und Essstörungen),

wenn die Mutter in den drei letzten Monaten der Schwangerschaft Valproate Chrono Sanofi

eingenommen hat.

·Vor dem Verordnen dieses Medikaments muss Ihnen Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin die Risiken

erklärt haben, die sich für Ihr Baby im Falle einer Schwangerschaft während der Valproat-Einnahme

ergeben können. Falls Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie die Einnahme Ihres

Medikaments oder die Anwendung Ihrer Verhütungsmethode nicht einstellen, bevor Sie mit Ihrem

Facharzt bzw. Ihrer Fachärztin darüber gesprochen haben.

·Falls Sie Elternteil oder Betreuungsperson einer jungen Frau sind, die mit Valproat behandelt wird,

sollten Sie sich sofort an den Facharzt bzw. die Fachärztin wenden, sobald die junge Frau die erste

Regelblutung hat.

·Falls Sie versuchen, schwanger zu werden, sollten Sie Ihren Arzt nach der Einnahme von Folsäure

fragen. Folsäure könnte das allgemeine Risiko einer Spina bifida (Neuralrohrfehlbildung) und einer

Fehlgeburt, das bei jeder Schwangerschaft besteht, verringern. Allerdings zeigen die verfügbaren

Daten nicht, dass sie das Risiko von Missbildungen im Zusammenhang mit der Einnahme von

Valproat senkt.

Bitte wählen Sie in der nachfolgenden Liste die Situationsbeschreibung aus, die auf Ihren Fall passt,

und lesen Sie den entsprechenden Absatz:

·ICH BEGINNE MIT EINER VALPROATE CHRONO SANOFI-BEHANDLUNG

·ICH NEHME VALPROATE CHRONO SANOFI EIN UND PLANE KEINE

SCHWANGERSCHAFT

·ICH NEHME VALPROATE CHRONO SANOFI EIN UND PLANE EINE

SCHWANGERSCHAFT

·ICH BIN SCHWANGER UND NEHME VALPROATE CHRONO SANOFI EIN

ICH BEGINNE MIT EINER VALPROATE CHRONO SANOFI-BEHANDLUNG

Falls Ihnen zum ersten Mal Valproate Chrono Sanofi verordnet wurde, muss Ihnen Ihr Facharzt bzw.

Ihre Fachärztin die Risiken für das ungeborene Kind im Falle einer Schwangerschaft erklären. Falls

Sie im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproate

Chrono Sanofi mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode ununterbrochen

anwenden. Um sich zur Empfängnisverhütung beraten zu lassen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin oder an ein Familienplanungszentrum.

Kernbotschaften:

·Vor Behandlungsbeginn bittet Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie, einen Schwangerschaftstest

durchzuführen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin muss das Ergebnis selbst gesehen haben. Es muss

bestätigen, dass Sie bei Beginn der Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi nicht schwanger sind.

·Über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi müssen Sie mindestens eine

wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden.

·Sie müssen mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin über geeignete Verhütungsmethoden sprechen. Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft und kann Sie

an einen Facharzt bzw. eine Fachärztin überweisen, der/die Sie in Verhütungsfragen berät.

·Sie sollten regelmässig (mindestens einmal pro Jahr) einen Facharzt bzw. eine Fachärztin mit

Erfahrung im Bereich der Behandlung von bipolaren Störungen oder Epilepsie aufsuchen. Bei

diesem Arztbesuch vergewissert sich Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin, dass Sie sich der Risiken bewusst

sind und dass Sie die Ratschläge zur Einnahme von Valproat während der Schwangerschaft

verstanden haben.

·Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber, falls Sie schwanger werden möchten.

·Falls Sie schwanger sind oder falls Sie glauben, schwanger zu sein, müssen Sie dies Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin sofort mitteilen.

ICH NEHME VALPROATE CHRONO SANOFI EIN UND PLANE KEINE

SCHWANGERSCHAFT

Falls Sie mit Valproate Chrono Sanofi behandelt werden, aber keine Schwangerschaft planen,

müssen Sie sicherstellen, dass Sie mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode

ununterbrochen über die gesamte Dauer der Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi anwenden.

Um sich zur Empfängnisverhütung beraten zu lassen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin oder an ein Familienplanungszentrum.

Kernbotschaften:

·Über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi müssen Sie mindestens eine

wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden.

·Sie müssen mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin über Verhütung sprechen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

gibt Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft und kann Sie an einen Facharzt bzw.

eine Fachärztin überweisen, der/die Sie in Verhütungsfragen berät.

·Sie sollten regelmässig (mindestens einmal pro Jahr) einen Facharzt bzw. eine Fachärztin mit

Erfahrung im Bereich der Behandlung von bipolaren Störungen oder Epilepsie aufsuchen. Bei

diesem Arztbesuch vergewissert sich Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin, dass Sie sich der Risiken bewusst

sind und dass Sie die Informationen zur Einnahme von Valproat während der Schwangerschaft

verstanden haben.

·Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber, falls Sie schwanger werden möchten.

·Falls Sie schwanger sind oder falls Sie glauben, schwanger zu sein, müssen Sie dies Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin sofort mitteilen.

ICH NEHME VALPROATE CHRONO SANOFI EIN UND PLANE EINE

SCHWANGERSCHAFT

Babys, deren Mütter mit Valproat behandelt wurden, weisen ein hohes Risiko für Missbildungen und

Entwicklungsstörungen auf, die den Grad einer schweren Behinderung annehmen können. Falls Sie

eine Schwangerschaft planen, müssen Sie vorher einen Termin mit Ihrem Facharzt bzw. Ihrer

Fachärztin vereinbaren.

Stellen Sie die Einnahme von Valproate Chrono Sanofi oder Ihre Verhütung nicht ein, bevor Sie mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber gesprochen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen

zusätzliche Ratschläge und überweist Sie an einen Facharzt bzw. eine Fachärztin, der/die in der

Behandlung von bipolaren Störungen oder Epilepsie erfahren ist, damit rechtzeitig andere

Behandlungsmöglichkeiten geprüft werden können. Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin kann

verschiedene Massnahmen einleiten, damit sich Ihre Schwangerschaft bestmöglich entwickelt und

damit die Risiken für Sie und Ihr ungeborenes Kind so weit wie möglich gesenkt werden.

Bipolare Störungen

Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin muss Ihre Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi beenden, und

zwar lange vor Beginn Ihrer Schwangerschaft, um sicherzustellen, dass Ihr Krankheitszustand stabil

ist.

Epilepsie

Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin muss alles tun, um die Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi

zu beenden, und zwar lange vor Beginn Ihrer Schwangerschaft. Falls erforderlich, muss Valproate

Chrono Sanofi durch ein anderes Medikament ersetzt werden, um sicherzustellen, dass Ihr

Krankheitszustand stabil ist. Informationen zu Ausnahmesituationen, in denen dies nicht möglich ist,

erhalten Sie im nachfolgenden Abschnitt.

Falls Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin nach der Einnahme

von Folsäure fragen. Folsäure könnte das allgemeine Risiko einer Spina bifida

(Neuralrohrfehlbildung) und einer Fehlgeburt, das bei jeder Schwangerschaft besteht, verringern.

Allerdings ist es wenig wahrscheinlich, dass sie das Risiko von Missbildungen im Zusammenhang

mit der Einnahme von Valproat senkt.

Kernbotschaften:

·Stellen Sie die Einnahme von Valproate Chrono Sanofi nicht ein, ohne dass Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin Sie dazu aufgefordert hat.

·Stellen Sie die Anwendung Ihrer Verhütungsmethoden nicht ein, bevor Sie mit Ihrem Facharzt bzw.

Ihrer Fachärztin darüber gesprochen und gemeinsam eine Behandlung festgelegt haben. Dies dient

dazu, sicherzustellen, dass Ihre Krankheit unter Kontrolle ist und dass die Risiken für Ihr Kind gering

gehalten werden.

·Vereinbaren Sie zunächst einen Termin mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Bei diesem Arztbesuch

vergewissert sich Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin, dass Sie sich der Risiken bewusst sind und dass Sie die

Ratschläge zur Einnahme von Valproat während der Schwangerschaft richtig verstanden haben.

·Bipolare Störungen: Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin muss die Behandlung mit Valproate Chrono

Sanofi einstellen, und zwar lange bevor Sie schwanger werden.

·Epilepsie: Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin muss alles tun, um die Behandlung mit Valproate

Chrono Sanofi einzustellen und falls nötig durch ein anderes Medikament zu ersetzen, und zwar

lange bevor Sie schwanger werden.

·Vereinbaren Sie sofort einen Termin mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie schwanger sind

oder wenn Sie glauben, schwanger zu sein.

ICH BIN SCHWANGER UND NEHME VALPROATE CHRONO SANOFI EIN

Babys, deren Mütter mit Valproat behandelt wurden, weisen ein hohes Risiko für Missbildungen und

Entwicklungsstörungen auf, die den Grad einer schweren Behinderung annehmen können.

Stellen Sie die Einnahme von Valproate Chrono Sanofi nicht ein, ohne dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

Sie dazu aufgefordert hat, denn dies könnte Ihre Erkrankung verstärken. Vereinbaren Sie sofort einen

Termin mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie glauben,

schwanger zu sein. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen zusätzliche Ratschläge. Sie werden an einen

Facharzt bzw. eine Fachärztin überwiesen, der/die in der Behandlung von bipolaren Störungen oder

Epilepsie erfahren ist, damit alles versucht wird, um die Behandlung zu beenden und alle anderen

Therapiemöglichkeiten zu prüfen.

In Ausnahmefällen, d.h. wenn Valproate Chrono Sanofi die einzige verfügbare Therapiemöglichkeit

während Ihrer Schwangerschaft ist,

·werden Sie engmaschig beobachtet, und zwar sowohl bezüglich der Behandlung Ihrer Erkrankung

als auch bezüglich der Entwicklung des ungeborenen Kindes. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Sie an

einen Facharzt bzw. eine Fachärztin überweisen, damit Sie und Ihr Partner Hilfe und Beratung zu

einer Schwangerschaft bei gleichzeitiger Einnahme von Valproat erhalten.

Befragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zur Einnahme von Folsäure. Folsäure könnte das

allgemeine Risiko einer Spina bifida (Neuralrohrfehlbildung) und einer Fehlgeburt, das bei jeder

Schwangerschaft besteht, verringern. Allerdings zeigen die verfügbaren Daten nicht, dass sie das

Risiko von Missbildungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Valproat senkt.

Kernbotschaften:

·Vereinbaren Sie sofort einen Termin mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie schwanger sind

oder wenn Sie glauben, schwanger zu sein.

·Stellen Sie die Einnahme von Valproate Chrono Sanofi nicht ein, ohne dass Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin Sie dazu aufgefordert hat.

·Bipolare Störungen: Stellen Sie sicher, dass Sie an einen Facharzt bzw. eine Fachärztin für die

Behandlung bipolarer Störungen überwiesen werden, um die Behandlung zu beenden.

·Epilepsie: Stellen Sie sicher, dass Sie an einen Facharzt bzw. eine Fachärztin überwiesen werden,

der/die in der Behandlung von Epilepsie erfahren ist, damit alle Möglichkeiten geprüft werden, die

Behandlung zu beenden und sie – falls erforderlich – durch ein anderes Medikament zu ersetzen.

·Sie müssen umfassende Beratung zu den Risiken in Verbindung mit der Einnahme von Valproate

Chrono Sanofi in der Schwangerschaft erhalten, insbesondere zu den Risiken von Missbildungen und

zu den Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder.

·Stellen Sie sicher, dass Sie an einen Facharzt bzw. eine Fachärztin für die vorgeburtliche

Überwachung überwiesen werden, damit mögliche Missbildungen entdeckt werden.

Da der Wirkstoff von Valproate Chrono Sanofi in die Muttermilch übergeht, wird empfohlen, Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat zu fragen wenn Sie stillen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden,

ob Sie die Behandlung während der Stillzeit fortsetzen sollten oder nicht.

Wie verwenden Sie Valproate Chrono Sanofi?

Die Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi muss von einem Facharzt bzw. einer Fachärztin für die

Behandlung von Epilepsie oder bipolaren Störungen eingeleitet und überwacht werden. Halten Sie

sich immer an die Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin, der die Dosis auf Ihr persönliches

Bedürfnis abgestimmt hat.

Die verschriebene Tagesdosis wird, je nach Darreichungsform und Anweisungen des Arztes bzw. der

Ärztin, vor den Mahlzeiten eingenommen.

Valproate Chrono Sanofi Filmtabletten mit Bruchrille sollen mit einem halben Glas Leitungswasser,

Milch oder alkoholfreien Getränk eingenommen werden.

Valproate Chrono Sanofi wird vom Arzt bzw. von der Ärztin in gewissen Fällen in Kombination mit

anderen Medikamenten verschrieben. Halten Sie sich auch bei diesen genau an die

Einnahmevorschriften. Nehmen Sie keine anderen Medikamente ohne Befragen des Arztes bzw. der

Ärztin ein!

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Valproate Chrono Sanofi haben?

In folgenden Fällen müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin benachrichtigen:

·Wenn Sie schwanger sind oder glauben, schwanger zu sein (siehe «Darf Valproate Chrono Sanofi

während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?»),

·wenn Zahnfleisch- oder Nasenblutungen auftreten,

·wenn punktförmige Hautblutungen auftreten oder sich eine erhöhte Neigung zur Bildung von blauen

Flecken einstellt,

·wenn Ihr Harn plötzlich eine rote bis dunkelbraune Farbe hat,

·wenn ein chirurgischer oder zahnärztlicher Eingriff bevorsteht,

·wenn eine Verminderung des Hörvermögens eintritt,

·Auftreten von intensiven Bauchschmerzen, ungewöhnlichen Bauchschmerzen oder Erbrechen:

solche Beschwerden können Zeichen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) sein,

welche selten unter Valproate Chrono Sanofi auftreten kann,

·plötzliches Wiederauftreten von Anfällen nach langer Anfallsfreiheit, trotz regelmässiger Einnahme

von Valproate Chrono Sanofi,

·rasches Verschlechtern des Allgemeinzustandes (Müdigkeit, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit), gefolgt

von Erbrechen und Bauchschmerzen, eventuell Gelbsucht,

·wenn Sie plötzlich frieren und/oder einen Abfall in der Körpertemperatur verspüren.

·Nierenerkrankungen

·neurologische Störungen, die unfreiwillige, anormale Bewegungen, Muskelstarre oder

Kontraktionen hervorrufen,

·Schilddrüsenunterfunktion, die zu Müdigkeit oder Gewichtsverlust führen kann (Hypothyreose),

·Allergische Reaktionen, die Gelenkschmerzen, Hautausschläge und Fieber verursachen

können( systemischer Lupus erythematodes),

·Schwierigkeiten bei der Atmung und Schmerzen aufgrund einer Lungenfellentzündung

(Pleuraerguss),

·Zunahme der Häufigkeit und Schwere der Krämpfe.

·Es wurde über Fälle von Knochenerkrankungen (verringerte Knochendichte) sowie Osteopenie,

Osteoporose und Knochenbrüche berichtet. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ärztin oder Apotheker

bzw. Apothekerin, wenn Sie Arzneimittel gegen Epilepsie wie Valproate Chrono Sanofi schon über

längere Zeit einnehmen, wenn Sie früher schon an Osteoporose gelitten haben oder wenn Sie

Steroide (auf Kortison basierende Medikamente) einnehmen.

Andere unerwünschte Nebenwirkungen, meistens harmlos und normalerweise reversibel, können

auftreten und eventuell eine Therapie benötigen.

Die häufigsten sind:

·Veränderungen des Appetits mit Gewichtszunahme, vor allem bei Jugendlichen und jungen Frauen,

·Kopfschmerzen

·Schläfrigkeit, Benommenheit,

·Schwindel

·Kribbeln und Taubheitsgefühle in Füssen oder Händen,

·Aggressivität, Unruhe, Aufmerksamkeitsstörungen,

·Übelkeit, Magenschmerzen oder Durchfall, vor allem zu Beginn der Behandlung,

·Harninkontinenz,

·Veränderung der Nägel

Die folgenden Nebenwirkungen wurden seltener beobachtet:

·allergische Reaktionen,

·Nervensystemstörungen wie Benommenheit; stuporähnliche Zuständen, geistige

Verwirrungszuständen, Halluzinationen, Lethargie, transitorisches Koma; Hyperaktivität oder

Irritabilität; Haltetremor, vor allem der Hände,

·Psychiatrische Störungen wie psychomotorische Hyperaktivität, anormales Verhalten,

·Lernstörungen,

·geschwollene Füsse und Beine (Ödeme),

·Hautreaktionen,

·leichter, vorübergehender Haarausfall, abnormales Haarwachstum, abnormale Haartextur, Änderung

der Haarfarbe,

·Zunahme der Behaarung (insbesondere bei Frauen), Vermännlichung, Akne (Hyperandrogenismus),

·Zahnfleischerkrankungen (vorwiegend Wucherungen),

·Fettleibigkeit

·Schmerzen, Schwellungen, Geschwüre und Entzündungen im Mundraum,

·Nierenbeschwerden,

·Menstruationsbeschwerden,

·Koordinationsstörungen der freiwilligen Bewegungen,

·nächtliche unfreiwillige und unbewusste Urinausgabe,

·Unfruchtbarkeit beim Mann,

·Doppeltsehen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Valproate Chrono Sanofi Tabletten sollten ausserhalb der Reichweite von Kindern und in der

Originalverpackung unterhalb 25 °C aufbewahrt werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Sollten Sie Packungen besitzen, deren Haltbarkeit abgelaufen ist, so bringen Sie diese bitte

in Ihre Apotheke zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Valproate Chrono Sanofi enthalten?

Valproate Chrono Sanofi enthält die Wirkstoffe Valproinsäure und Natriumvalproat.

1 Chrono Filmtablette mit Bruchrille zu 300 mg enthält: 87 mg Valproinsäure, 200 mg

Natriumvalproat, entsprechend Natriumvalproat 300 mg, Saccharin und Hilfsstoffe.

1 Chrono Filmtablette mit Bruchrille zu 500 mg enthält: 145 mg Valproinsäure, 333 mg

Natriumvalproat, entsprechend Natriumvalproat 500 mg, Saccharin und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

53112 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Valproate Chrono Sanofi? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Chrono Filmtabletten mit Bruchrille zu 300 mg: 100

Chrono Filmtabletten mit Bruchrille zu 500 mg: 60

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Valproate Chrono Sanofi®

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Valproate Chrono Sanofi kann bei in utero ausgesetzten Föten kongenitale Missbildungen und

Entwicklungsstörungen verursachen. Es ist sicherzustellen, dass Frauen im gebärfähigen Alter

während der gesamten Behandlungsdauer eine sichere Verhütungsmethode anwenden. Die Patientin

muss eingehend über die Risiken informiert werden, die mit der Anwendung von Valproat während

der Schwangerschaft assoziiert sind.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Behandlung mit Valproate Chrono Sanofi muss regelmässig einer

neuerlichen Abwägung unterzogen werden, insbesondere dann, wenn die Patientin eine

Schwangerschaft plant oder schwanger geworden ist.

Für weitere Informationen konsultieren Sie bitte die Kapitel «Dosierung», «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» sowie «Schwangerschaft/Stillzeit».

Zusammensetzung

Wirkstoff: Acidum valproicum, Natrii valproas.

Hilfsstoffe: Arom: Saccharinum, Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Valproate Chrono Sanofi 300 mg, Filmtabletten mit Bruchrille: Acidum valproicum 87 mg, Natrii

valproas 200 mg, entspricht 300 mg Natriumvalproat.

Valproate Chrono Sanofi 500 mg, Filmtabletten mit Bruchrille: Acidum valproicum 145 mg, Natrii

valproas 333 mg, entspricht 500 mg Natriumvalproat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Valproate Chrono Sanofi ist vor allem und vorzugsweise als Monotherapie bei den generalisierten

Formen der primären Epilepsie indiziert: Petit-Mal/Absenzen, massive bilaterale Myoklonien,

Grand-Mal mit oder ohne Myoklonien, photosensible Epilepsie.

Valproate Chrono Sanofi allein oder in Kombination mit anderen Antiepileptika ist auch bei den

folgenden Indikationen wirksam:

·Sekundäre, generalisierte Epilepsien, vor allem beim West- und beim Lennox-Gastaut-Syndrom.

·Partielle Epilepsien mit einfacher oder komplexer Symptomatologie (psychosensorielle und

psychomotorische Formen).

·Epilepsien mit sekundärer Generalisierung.

·Mischformen (generalisiert und partiell).

Behandlung manischer Episoden mit bipolaren Störungen bei Kontraindikation mit Lithium oder

Lithiumintoleranz. Rezidivprophylaxe bei erwachsenen Patienten mit bipolaren Störungen, deren

manische Episoden auf die Behandlung mit Valproat angesprochen haben.

Dosierung/Anwendung

Mädchen, weibliche Jugendliche, Frauen im gebärfähigen Alter und schwangere Frauen

Die Behandlung mit Valproat sollte von einem Arzt bzw. einer Ärztin, der bzw. die in der Betreuung

von Patienten mit Epilepsie oder bipolaren Störungen erfahren ist, eingeleitet und überwacht werden.

Die Behandlung mit Valproat sollte nur bei ausbleibender Wirkung aller medikamentösen

Alternativen oder Unverträglichkeit gegenüber allen medikamentösen Alternativen eingeleitet

werden (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte

Wirkungen»). Das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Behandlung mit Valproat ist bei jeder Kontrolle

während der regelmässigen Behandlung sorgfältig erneut abzuwägen. Die Behandlung mit Valproat

sollte vorzugsweise als Monotherapie in der geringsten wirksamen Dosierung erfolgen. Dabei sind

Präparate mit verzögerter Freisetzung vorzuziehen, um hohe maximale Plasmaspiegel zu vermeiden.

Die Tagesdosis ist auf mindestens zwei Einnahmen aufzuteilen.

Östrogenpräparate

Valproat verringert nicht die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva. Östrogenpräparate,

insbesondere bestimmte hormonelle Kontrazeptiva, können jedoch die Clearance von Valproat

erhöhen. Dies kann zu einer Verringerung der Konzentration von Valproat im Serum und potenziell

zu einer verminderten Wirksamkeit von Valproat führen. Der verordnende Arzt muss das klinische

Ansprechen (Anfallskontrolle und Stimmungskontrolle) zu Beginn der Therapie überwachen oder

gegebenenfalls die Einnahme von Östrogenpräparaten unterbrechen. Die Überwachung des

Blutspiegels von Valproat ist in Betracht zu ziehen (siehe Kapitel «Interaktionen»).

1) Bei Epilepsie

Übliche Dosierung

Die Tagesdosis wird anhand des Alters und Gewichts des Patienten bestimmt; dabei müssen

allerdings die individuell sehr unterschiedlichen Empfindlichkeiten auf Valproat berücksichtigt

werden.

Die optimale Dosis wird anhand des erzielten klinischen Ansprechens bestimmt; zusätzlich zu der

klinischen Überwachung kann eine Messung der Plasmaspiegel durchgeführt werden, wenn die

Anfälle nicht zufriedenstellend kontrolliert werden oder wenn Verdacht auf unerwünschte

Nebenwirkungen besteht.

Primäre orale Monotherapie

Bei der Verwendung der Retardform Chrono kann die Tagesdosis in einer einzigen Gabe verabreicht

werden. Die durchschnittliche Tagesdosis sollte vorzugsweise am Anfang des Essens verabreicht

werden und beträgt in den meisten Fällen:

25 mg/kg beim Neugeborenen und bei Kindern,

20-25 mg/kg beim Jugendlichen,

20 mg/kg beim Erwachsenen und

15-20 mg/kg bei älteren Patienten.

Valproate Chrono Sanofi wird nach Möglichkeit eingeschlichen, wobei mit Tagesdosen von 10-15

mg/kg begonnen wird, die schrittweise alle 2 bis 3 Tage erhöht werden, so dass die optimale Dosis

etwa innerhalb einer Woche erreicht wird. Eine Beobachtungsphase kann eingelegt werden, wenn in

Monotherapie folgende Dosierungen erreicht sind: bei älteren Patienten 15 mg/kg/Tag, beim

Erwachsenen und Jugendlichen 20 mg/kg/Tag und beim Säugling resp. Kind 25 mg/kg/Tag. Erweist

sich die klinische Wirksamkeit als befriedigend, so wird die erreichte Dosierung beibehalten.

Tägliche Dosen über 25 mg/kg bei älteren Patienten, von über 30 mg/kg beim Erwachsenen und

Jugendlichen, von über 35 mg/kg beim Kind und beim Säugling sind, vor allem bei Monotherapie,

nur selten notwendig.

Können die Anfälle mit diesen Dosen nicht kontrolliert werden, so kann die Dosissteigerung

fortgesetzt werden; bei Tagesdosen über 50 mg/kg ist die Verteilung auf 3 Gaben pro Tag

vorzuziehen, und es sind verstärkt klinische und biologische Kontrollen vorzusehen (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kombination von Valproate mit anderen Antiepileptika

Bei einer Kombination mit anderen Antiepileptika wird mit Natriumvalproat in gleicher Weise

eingeschlichen wie bei primärer Monotherapie. Die mittlere Tagesdosis bewegt sich im Allgemeinen

ebenfalls auf gleicher Höhe wie bei der Monotherapie. In bestimmten Fällen kann es sich aber als

notwendig erweisen, sie gegenüber der Monotherapie um 5-10 mg/kg zu erhöhen.

Selbstverständlich müssen auch die Interaktionen mit den gleichzeitig benutzten anderen

Antiepileptika berücksichtigt werden (siehe Kapitel «Interaktionen»).

Ersatz einer antiepileptischen Vorbehandlung durch Valproate

Bei allmählichem Übergang von der Behandlung mit anderen Antiepileptika zur Valproate-

Monotherapie wird genauso vorgegangen wie zu Beginn einer primären Valproate-Monotherapie.

Die Dosis bestimmter anderer Antiepileptika, vor allem der Barbiturate, wird von Anfang an

reduziert, dann erfolgt ein sukzessives Ausschleichen, das nach 2 bis 8 Wochen beendigt sein soll.

2) Bei manischen Episoden assoziiert mit bipolaren Störungen

Die empfohlene Initialdosis ist 20 mg/kg/Tag. Diese Dosis ist möglichst schnell zu steigern, um die

minimale therapeutische Dosis zu erreichen, welche den gewünschten klinischen Effekt erzielt.

Ein Valproat-Spiegel zwischen 45 μg und 125 μg/ml ermöglicht es im Allgemeinen, den

gewünschten klinischen Effekt zu erzielen.

Die zur Behandlung von bipolaren Störungen empfohlene Erhaltungsdosis liegt zwischen 1000 mg

und 2000 mg täglich. In Ausnahmefällen kann die Dosis bis zu maximal 3000 mg täglich erhöht

werden. Die Dosierung muss dem individuellen klinischen Ansprechen angepasst werden.

Kinder und Jugendliche

Beim Kind und Jugendlichen: Die Wirksamkeit und Sicherheit von Valproate Chrono Sanofi zur

Behandlung von manischen Episoden bei bipolaren Störungen wurde bei Patienten unter 18 Jahren

nicht untersucht.

3) Rezidivprophylaxe gegen manische Phasen im Rahmen bipolarer Störungen

Die Dosis zur Rezidivprophylaxe entspricht der kleinsten Dosierung, mit der beim betreffenden

Patienten die akuten Symptome der Manie adäquat unter Kontrolle gehalten wurden. Die

Tageshöchstdosis von 3000 mg sollte nicht überschritten werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Die Valproate Chrono Sanofi Tabletten mit Bruchrille sollen mit einem halben Glas Leitungswasser,

Milch oder einem anderen alkoholfreien Getränk eingenommen werden.

Angesichts der verzögerten Freisetzung und der Hilfsstoffe in der Zusammensetzung wird die inerte

Matrix nicht im Magen-Darm-Trakt aufgelöst; sie wird nach der Freisetzung des Wirkstoffs mit dem

Stuhl ausgeschieden.

Kontraindikationen

·Akute Hepatitis.

·Chronische Hepatitis.

·Schwere Hepatitis in der Patientenanamnese oder in der Familienanamnese, besonders

medikamentöser Art.

·Bekannte Überempfindlichkeit von Natriumvalproat oder andere Komponente des Produktes.

·Hepatische Porphyrie.

·Patienten mit bekannten mitochondrialen Erkrankungen, die durch Mutationen in dem das

mitochondriale Enzym Polymerase Gamma (POLG) kodierenden Kerngen verursacht sind

(beispielsweise das Alpers-Huttenlocher-Syndrom), sowie Kinder im Alter unter zwei Jahren, bei

denen der Verdacht auf eine POLG-verwandte Erkrankung besteht (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

·Patienten mit bekannten Störungen des Harnstoffzyklus (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Obgleich Natriumvalproat nur in Ausnahmefällen immunologische Manifestationen hervorruft, sollte

bei der Verabreichung an Patienten mit systemischem Lupus erythematodes das

Nutzen-/Risikoverhältnis sorgfältig abgewogen werden.

Es wird empfohlen, eine klinisch-chemische Kontrolle der Leberfunktionen vor Beginn der

Behandlung durchzuführen (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen/Funktionsstörungen der Leber

und der Galle/Hepatopathien: Auffällige Symptome und Nachweis»), gefolgt von einer periodischen

Überwachung während 6 Monaten, vor allem bei Risikopatienten (siehe Kapitel «Unerwünschte

Wirkungen/Funktionsstörungen der Leber und der Galle/Hepatopathien:

Erscheinungsbedingungen»). Namentlich zu Beginn der Behandlung wird häufig eine isolierte

vorübergehende Erhöhung der Transaminasen ohne jegliches klinisches Symptom beobachtet. In

diesem Fall wird zu einer detaillierteren klinisch-chemischen Prüfung geraten (im Besonderen

Prothrombinzeit), eventuell zu einer erneuten Überprüfung der Dosierung und zu einer

Wiederholung der Kontrollen je nach Verlauf der Parameter.

In sehr seltenen Fällen sind schwerwiegende Pankreatitiden, zum Teil mit tödlichem Verlauf,

beobachtet worden. Bei jungen Kindern ist die Risikogefahr besonders gross. Das Risiko nimmt mit

zunehmendem Alter ab. Schwerwiegende epileptische Anfälle, ein neurologisches Defizit oder eine

Kombinationstherapie von Antikonvulsiva können ein Risikofaktor sein. Eine hepatische

Insuffizienz kombiniert mit einer akuten Pankreatitis erhöht das Risiko eines tödlichen Verlaufes.

Eine rasche medizinische Untersuchung bei Patienten, bei denen akute abdominale Schmerzen

auftreten, ist notwendig. Im Falle einer Pankreatitis, muss die Valproat-Verabreichung unterbrochen

werden.

Bei unter 3 Jahre alten Kindern wird empfohlen, Valproate Chrono Sanofi nur in Monotherapie zu

verwenden, nachdem das Verhältnis zwischen dem therapeutischen Nutzen und dem Risiko, an einer

Hepatopathie oder einer Pankreatitis zu erkranken, bei den Patienten dieser Altersklasse abgewogen

worden ist.

Bei allen Patienten sollte wegen des Risikos einer Hepatotoxizität vorsichtshalber die gleichzeitige

Verabreichung von Salicylsäurederivaten vermieden werden.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz muss die erhöhte Serumkonzentration an freier Valproinsäure in

Betracht gezogen und die Dosis entsprechend erniedrigt werden.

Vor Behandlungsbeginn sowie vor einem chirurgischen Eingriff und bei Hämatomen oder spontanen

Blutungen wird eine hämatologische Untersuchung empfohlen (Blutbild einschliesslich

Thrombozyten, Blutungszeit und Gerinnungsbilanz) (siehe «Unerwünschte Wirkungen: Störungen

des Blut- und Lymphsystems»).

Bei Verdacht auf einen Enzymmangel, der den Harnstoffzyklus betrifft, sind vor der Behandlung

metabolische Explorationen durchzuführen, da unter Valproat das Risiko einer Hyperammonämie

besteht (siehe «Kontraindikationen»).

Der Patient muss über das Risiko einer Gewichtszunahme zu Beginn der Behandlung informiert

werden und geeignete Massnahmen müssen getroffen werden, um Übergewicht zu reduzieren (siehe

«Unerwünschte Wirkungen/Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen»).

Patienten, die am Carnitin-Palmitoyltransferase II-Mangel (CPTII) leiden, sollten über das hohe

Risiko einer Rhabdomyolyse bei Einnahme von Valproate informiert werden.

Mädchen, weibliche Jugendliche, Frauen im gebärfähigen Alter und schwangere Frauen (siehe

«Schwangerschaft/Stillzeit»)

Valproate ist bei Mädchen, weiblichen Jugendlichen, Frauen im gebärfähigen Alter und schwangeren

Frauen aufgrund des hohen teratogenen Potenzials und des Risikos für Entwicklungsstörungen des

Fötus, der in utero Valproat ausgesetzt ist, nicht anzuwenden, es sei denn, dies ist unumgänglich (d.h.

wenn andere Therapien unwirksam sind oder nicht vertragen werden). Das Nutzen-Risiko-Verhältnis

ist bei regelmässigen Behandlungskontrollen, bei Eintritt der Pubertät und sofort, wenn eine Frau im

gebärfähigen Alter, die bereits mit Valproate behandelt wird, eine Schwangerschaft plant oder

schwanger wird, erneut abzuwägen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen für die Dauer der Behandlung eine sichere Methode der

Empfängnisverhütung anwenden und detailliert über die Risiken, die mit einer Behandlung mit

Valproat während der Schwangerschaft verbunden sind, informiert werden (siehe Kapitel

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Östrogenpräparate

Valproat verringert nicht die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva. Östrogenpräparate,

insbesondere bestimmte hormonelle Kontrazeptiva, können jedoch die Clearance von Valproat

erhöhen. Dies kann zu einer Verringerung der Konzentration von Valproat im Serum und potenziell

zu einer verminderten Wirksamkeit von Valproat führen. Der verordnende Arzt muss das klinische

Ansprechen (Anfallskontrolle und Stimmungskontrolle) zu Beginn der Therapie überwachen oder

gegebenenfalls die Einnahme von Östrogenpräparaten unterbrechen. Die Überwachung des

Blutspiegels von Valproat ist in Betracht zu ziehen (siehe Kapitel «Interaktionen»).

Der verordnende Arzt muss sicherstellen, dass die Patientin über sämtliche Risiken informiert ist und

sie verstanden hat, indem er ihr parallel geeignetes Informationsmaterial wie die Broschüre für

Patientinnen aushändigt. Insbesondere muss die Patientin sich folgender Fakten bewusst sein:

·Art und Umfang der mit einer Valproat-Behandlung während der Schwangerschaft verbundenen

Risiken, insbesondere teratogenes Risiko und Risiko für Entwicklungsstörungen,

·Notwendigkeit der Anwendung einer wirksamen Verhütungsmethode während der Behandlung,

·Bedeutung einer regelmässigen Betreuung,

·Notwendigkeit, den Arzt schnell aufzusuchen, falls die Patientin eine Schwangerschaft plant oder

schwanger wird.

Plant eine Frau eine Schwangerschaft, sollte alles unternommen werden, um Valproat durch eine

alternative Behandlung zu ersetzen, wenn möglich, noch vor der Empfängnis (siehe Kapitel

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Die Behandlung mit Valproat sollte nur nach einer erneuten Abwägung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses für die Patientin durch einen Arzt, der in der Betreuung von Patienten mit Epilepsie

oder bipolaren Störungen erfahren ist, fortgesetzt werden.

Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung nach intrauteriner Exposition gegenüber Valproate

(siehe «Schwangerschaft/Stillzeit» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Klinischen Daten zufolge unterliegen Kinder, die in utero Valproat ausgesetzt waren, einem erhöhten

Risiko für kognitive Entwicklungsstörungen.

Suizidale Gedanken und Verhaltensweisen

Suizidale Gedanken und Verhaltensweisen sind bei Patienten unter antiepileptischer Behandlung in

verschiedenen Indikationen mitgeteilt worden. Eine Metaanalyse randomisierter

placebokontrollierter Studien mit antiepileptischen Arzneimitteln zeigte ebenfalls eine leichte

Zunahme des Risikos für suizidale Gedanken und Verhaltensweisen. Der Mechanismus dieses

Phänomens ist nicht bekannt.

Infolgedessen sind die Anzeichen für suizidale Gedanken und Verhaltensweisen zu überwachen und

eine angemessene Behandlung ist in Betracht zu ziehen. Die Patienten (und das Pflegepersonal) sind

darauf hinzuweisen, beim Auftreten suizidaler Gedanken oder Verhaltensweisen sofort ärztlichen Rat

zu suchen.

Auswirkungen der Langzeitbehandlung auf den Knochenstoffwechsel

Bei Patienten, die über lange Zeit Valproinsäure einnahmen, sind Fälle von verminderter

Knochendichte aufgetreten, die auf Osteopenie oder Osteoporose hindeuten und bis hin zu

pathologischen Frakturen führen können. Der Wirkmechanismus der Valproinsäure auf den

Knochenstoffwechsel ist jedoch nicht bekannt (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Carbapeneme

Die gleichzeitige Anwendung von Carbapenemen und Valproate wird nicht empfohlen (siehe

«Interaktionen»).

Patienten mit bekannter mitochondrialer Erkrankung bzw. mit Verdacht auf eine mitochondriale

Erkrankung

Valproat kann die klinischen Anzeichen für zugrunde liegende mitochondriale Erkrankungen, die

durch Mutationen der mitochondrialen DNA oder auch das mitochondriale Enzym Polymerase

Gamma (POLG) kodierenden Kerngens verursacht werden, auslösen oder verstärken. So wurde von

Patienten mit angeborenen neurometabolischen Erkrankungen, die durch Mutationen im Gen für das

mitochondriale Enzym Polymerase Gamma (POLG) verursacht werden (beispielsweise das Alpers-

Huttenlocher-Syndrom), eine höhere Rate an durch Valproat induzierten Fällen von akutem

Leberversagen und leberbedingten Todesfällen gemeldet. POLG-verwandte Erkrankungen sollten

vermutet werden bei Patienten mit entsprechender familiärer Belastung oder Symptomen, die auf

eine POLG-verwandte Erkrankung hinweisen, einschliesslich nicht geklärter Enzephalopathie,

refraktärer Epilepsie (fokal, myoklonisch), Status epilepticus bei Vorstellung,

Entwicklungsverzögerung, psychomotorischer Regression, axonaler sensomotorischer Neuropathie,

Myopathie, zerebellarer Ataxie, Ophthalmoplegie oder komplizierter Migräne mit okzipitaler Aura.

Die Untersuchung auf POLG-Mutationen sollte in Einklang mit der derzeitigen klinischen Praxis für

die diagnostische Bewertung solcher Erkrankungen erfolgen (siehe «Kontraindikationen»).

Verschlimmerung der Konvulsionen

Wie bei anderen Antiepileptika kann es bei der Behandlung mit Valproat bei bestimmten Patienten

statt zu einer Verbesserung zu einer reversiblen Verschlechterung der Häufigkeit und der Schwere

ihrer Konvulsionen (einschliesslich des Status epilepticus) kommen oder es können neue Formen

von Konvulsionen auftreten. Die Patienten sind darüber zu informieren, dass im Falle einer

Verschlimmerung der Konvulsionen sofort ihr Arzt bzw. ihre Ärztin zu konsultieren ist (siehe

Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»).

Alkohol

Alkoholkonsum ist während der Behandlung mit Valproate zu vermeiden.

Interaktionen

Wirkungen von Valproat auf andere Medikamente

Valproinsäure ist ein Hemmer der Cytochrom P450-Isoenzyme CYP2C9 und CYP3A. Die dadurch

zu erwartenden metabolischen Effekte können entsprechenden Schemata entnommen werden.

Folgende Interaktionen sind von besonderer Bedeutung:

·Neuroleptika, MAO-Hemmer, Antidepressiva und Benzodiazepine

Valproate Chrono Sanofi kann die Wirkung anderer Neuropsychotropika, wie Neuroleptika, MAO-

Hemmer, Antidepressiva und Benzodiazepine, potenzieren, so dass eine klinische Überwachung und

eine eventuelle Dosisanpassung erforderlich ist.

·Lithium

Eine pharmakokinetische Interaktionsstudie an gesunden männlichen Probanden zeigte, dass

Valproate keine Wirkung auf die Serumspiegel von Lithium hat.

·Phenobarbital

Aufgrund der Hemmung des Leberabbaustoffwechsels erhöht Valproate Chrono Sanofi die

Plasmakonzentrationen von Phenobarbital, was insbesondere bei Kindern zu einer Sedation führt.

Deshalb wird während den ersten 15 Tagen einer Kombinationstherapie eine klinische Überwachung

empfohlen. Beim Auftreten einer Sedation muss die Dosierung des Phenobarbital umgehend

reduziert werden und wenn nötig, müssen die Plasmawerte des Phenobarbital bestimmt werden.

·Primidon

Valproate Chrono Sanofi erhöht die Plasmaspiegel von Primidon, wodurch die Nebenwirkungen

zunehmen (Sedierung). Nach längerem Gebrauch hört diese Interaktion auf. Eine klinische

Überwachung und eventuelle Anpassung der Primidon-Dosis werden besonders zu Beginn der

Kombinationstherapie empfohlen.

·Phenytoin

Valproate Chrono Sanofi erniedrigt den Gesamtplasmaspiegel von Phenytoin. Vor allem die

ungebundene Phenytoin-Fraktion wird erhöht, so dass Überdosierungserscheinungen auftreten

können (Valproinsäure verdrängt Phenytoin von seinen Plasmaproteinbindungsstellen und

verlangsamt seinen hepatischen Katabolismus).

Klinische Überwachung empfiehlt sich. Bei einer Konzentrationsbestimmung von Phenytoin im

Plasma muss vor allem der ungebundene Anteil in Betracht gezogen werden.

·Carbamazepin

Bei der Kombination von Natriumvalproat/Valproinsäure und Carbamazepin wurde über klinische

Toxizität berichtet, da Natriumvalproat/Valproinsäure die Toxizität von Carbamazepin potenzieren

kann. Eine klinische Überwachung wird daher besonders zu Beginn der Kombinationsbehandlung

empfohlen, die Dosis muss eventuell angepasst werden.

·Lamotrigin

Valproate bremst die Metabolisierung von Lamotrigin und verlängert dessen durchschnittliche

Halbwertszeit um etwa das Zweifache. Diese Wechselwirkung kann die toxischen Auswirkungen

von Lamotrigin verstärken, insbesondere im Hinblick auf schwere Hautausschläge. Einige

schwerwiegende Hautreaktionen sind gemeldet worden, die in den ersten sechs Wochen der

Kombinationstherapie auftraten und bei Beendigung der Behandlung oder in einigen Fällen auch erst

nach einer geeigneten Behandlung wieder abklangen. Daher wird eine klinische Überwachung

empfohlen; die Lamotrigindosen müssen gegebenenfalls verringert werden.

·Zidovudin

Natriumvalproat/Valproinsäure kann die Plasmakonzentration von Zidovudin erhöhen, wodurch

dessen Toxizitätsrisiko steigt.

·Felbamat

Valproate kann die durchschnittliche Clearance von Felbamat bis zu 16% reduzieren.

·Olanzapin:

Valproinsäure kann die Plasmakonzentration von Olanzapine senken.

·Rufinamid:

Valproinsäure kann die Plasmakonzentration von Rufinamid erhöhen. Diese Erhöhung ist abhängig

von der Konzentration der Valproinsäure. Bei Kindern ist Vorsicht geboten, da diese Wirkung bei

dieser Population stärker ausgeprägt ist.

·Quetiapin

Die Kombination aus Natriumvalproat/Valproinsäure und Quetiapin kann das Risiko einer

Neutropenie/Leukopenie erhöhen.

·Propofol:

Valproinsäure kann zu einem Anstieg der Plasmaspiegel von Propofol führen. Bei gleichzeitiger

Verabreichung mit Valproat, muss eine Verringerung der Dosis von Propofol in Betracht gezogen

werden.

·Nimodipin

Die Kombination von Nimodipin mit Valproinsäure kann die Plasmakonzentration von Nimodipin

um 50% erhöhen.

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Valproinsäure

·Antiepileptika: Enzyminduzierende Antiepileptika (namentlich Phenytoin, Phenobarbital, Primidon,

Carbamazepin) erniedrigen die Valproinsäure-Serumkonzentrationen. In Kombination ist die

Behandlung je nach klinischem Ansprechen und Blutkonzentration anzupassen.

·Die Kombination von Felbamat und Valproinsäure kann zur Verringerung der Clearance von

Valproinsäure um 22-50% und damit zu einer dosisabhängigen Zunahme der Serumkonzentration

von Valproinsäure führen. Die Überwachung der Plasmaspiegel ist erforderlich.

Die Serumkonzentration der Valproinsäure kann bei gleichzeitiger Verabreichung mit Phenytoin

oder Phenobarbital erhöht sein. Folglich sollten Patienten, die diese beiden Arzneimittel erhalten,

aktiv auf Anzeichen und Symptome der Hyperammonämie überwacht werden.

·Mefloquin: Mefloquin steigert den Metabolismus der Valproinsäure und besitzt darüber hinaus eine

konvulsionsfördernde Wirkung; daher besteht bei einer Kombination das Risiko des Auftretens

epileptischer Anfälle.

·Substanzen mit hoher Proteinbindung: Die gleichzeitige Verabreichung von Valproate Chrono

Sanofi und Substanzen mit hoher Proteinbindung (z.B. Acetylsalicylsäure) kann eine Erhöhung der

freien Serumkonzentration von Valproinsäure bewirken.

·Cimetidin oder Erythromycin: Durch die gleichzeitige Einnahme von Cimetidin oder Erythromycin

können die Serumspiegel von Valproinsäure steigen (Abnahme seines hepatischen Metabolismus).

·Carbapeneme: Carbapeneme (z.B. Panipenem, Meropenem, Imipenem) bewirken bei gleichzeitiger

Gabe eine Verringerung des Valproinsäurespiegels im Blut um 60-100% in zwei Tagen, bisweilen

begleitet von Konvulsionen.

Aufgrund des raschen Eintritts und der drastischen Reduktion der Valproinsäurekonzentration ist

davon auszugehen, dass die Folgen einer möglichen Interaktion zwischen Valproinsäure und

Carbapenemen bei Patienten, deren Gesundheitszustand unter Valproinsäure stabil war,

unkontrollierbar sind. Die gleichzeitige Verabreichung von Carbapenemen an Patienten, die mit

Valproinsäure stabilisiert sind, ist daher zu vermeiden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Wenn die Behandlung mit diesen Antibiotika unumgänglich ist, ist eine vermehrte Kontrolle der

Plasmawerte der Valproinsäure durchzuführen.

·Rifampicin: Rifampicin kann zur Abnahme der Valproinsäure-Konzentration im Blut und zu

fehlendem therapeutischen Effekt führen. Die gleichzeitige Gabe von Rifampicin erfordert unter

Umständen eine Dosisanpassung von Valproat.

·Protease-Inhibitoren: Protease-Inhibitoren wie Lopinavir und Ritonavir erhöhen bei gleichzeitiger

Verabreichung die Plasmakonzentration von Valproat.

·Cholestyramin: Cholestyramin kann bei gleichzeitiger Verabreichung die Plasmakonzentration von

Valproat senken.

·Östrogenpräparate: Valproat verringert nicht die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva, da der

Wirkstoff keinen induzierenden Einfluss auf Enzyme hat. Östrogene und Östrogenpräparate

induzierten jedoch in vitro und in vivo eine UGT-Enzymaktivität. Die Enzyme UGT1A6, UGT1A9

und UGT2B7 tragen 40% zur Biotransformation der Valproinsäure bei. Pharmakokinetische Studien

und Literaturveröffentlichungen sowie Post-Marketing-Studien haben gezeigt, dass

Östrogenpräparate, insbesondere bestimmte hormonelle Kontrazeptiva, die Clearance von Valproat

erhöhen können. Dies kann zu einer Verringerung der Konzentration von Valproat im Serum und

potenziell zu einer verminderten Wirksamkeit von Valproat führen (siehe Kapitel

«Dosierung/Anwendung», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Andere Interaktionen

Potenziell hepatotoxische Arzneimittel und Alkohol können die Lebertoxizität von Valproinsäure

verstärken (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Aufgrund der üblicherweise fehlenden Enzyminduktion, verringert die Valproinsäure nicht die

Gesamtplasmakonzentration der Östrogene und Gestagene bei Frauen unter hormoneller

Kontrazeptiva-Behandlung. Aus dem gleichen Grund senkt sie auch den Gesamtplasmaspiegel der

Vitamin-K-Antagonisten nicht.

Hingegen kann Valproate Chrono Sanofi eine Erhöhung der freien Plasmafraktionen von Warfarin

bewirken, da kompetitiv Warfarin aus seiner Albuminbindung verdrängt wird. Bei einer Behandlung

mit Vitamin-K-Antagonisten ist daher eine besonders sorgfältige Überwachung des

Prothrombinspiegels erforderlich.

Die gleichzeitige Verabreichung von Valproat und Topiramat oder Acetazolamid ist in

Zusammenhang mit Enzephalopathie und/oder Hyperammoniämie gebracht worden. Patienten, die

mit diesen zwei Arzneimitteln behandelt werden, sind hinsichtlich Auftretens von Befunden und

Symptomen einer Hyperammoniämie-bedingten Enzephalopathie sorgfältig zu überwachen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Risiko in Verbindung mit Anfällen

Während der Schwangerschaft stellen mütterliche tonisch-klonische Anfälle und ein Status

epilepticus mit Hypoxie ein gewisses Mortalitätsrisiko für die Mutter und für das ungeborene Kind

dar.

Risiko in Verbindung mit Valproat

Im Tierversuch zeigt sich eine teratogene Wirkung bei der Maus, der Ratte und dem Kaninchen.

Valproate Chrono Sanofi ist bei Mädchen, weiblichen Jugendlichen, Frauen im gebärfähigen Alter

oder schwangeren Frauen aufgrund des hohen teratogenen Potenzials und des Risikos für

Entwicklungsstörungen des Fötus, der in utero Valproat ausgesetzt ist, nicht anzuwenden, es sei

denn, dies ist unumgänglich (d.h. wenn andere Therapien unwirksam sind oder nicht vertragen

werden).

Kongenitale Missbildungen

Beim Menschen weisen verfügbare Daten bei Neugeborenen auf eine erhöhte Inzidenz von

geringfügigen oder schwerwiegenden Missbildungen hin. Diese schliessen Anomalien des

Neuralrohrschlusses, kraniofaziale Anomalien, Lippenfehlbildungen, kardiovaskuläre Fehlbildungen,

Hypospadie und multiple Anomalien, die verschiedene Systeme des Organismus betreffen, ein.

Valproat ist sowohl in Monotherapie als auch in Kombinationstherapie mit Anomalien in der

Schwangerschaft assoziiert. Die Daten weisen darauf hin, dass eine antiepileptische Polytherapie mit

Valproat ein höheres teratogenes Risiko als eine Monotherapie mit Valproat allein birgt. Die Daten

einer Metaanalyse ergeben eine Inzidenz von 10.73% (95% KI: 8.16-13.29) für angeborene

Missbildungen bei Kindern von Müttern mit Epilepsie, die sich während der Schwangerschaft einer

Monotherapie mit Valproat unterzogen. Das Risiko für Missbildungen ist höher als in der

Allgemeinbevölkerung, für die das Risiko bei etwa 2-3% liegt. Es handelt sich um ein

dosisabhängiges Risiko, wobei jedoch keine Dosisschwelle, unter der kein Risiko besteht, festgestellt

werden konnte.

Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung nach intrauteriner Exposition gegenüber Valproate

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»)

Die Daten belegen, dass eine Exposition gegenüber Valproat in utero zu unerwünschten Wirkungen

auf die geistige und körperliche Entwicklung der exponierten Kinder führen kann. Das Risiko scheint

dosisabhängig zu sein, es konnte jedoch anhand der verfügbaren Daten keine Dosisschwelle, unter

der kein Risiko besteht, festgestellt werden. Die genaue Gestationsphase, in der ein Risiko für diese

Wirkungen besteht, ist ungewiss und es ist nicht auszuschliessen, dass das Risiko möglicherweise

während der gesamten Schwangerschaft fortbesteht.

Studien mit Kindern im Vorschulalter, die Valproate in utero ausgesetzt waren, zeigen, dass bei 30

bis 40% von ihnen in den ersten Entwicklungsphasen Verzögerungen vorlagen (Verzögerung beim

Spracherwerb und/oder beim Laufenlernen, eingeschränkte intellektuelle und sprachliche

Kapazitäten (sprechen und verstehen), Gedächtnisprobleme.

Bei einer Studie mit Kindern im Alter von 6 Jahren, die Valproat in utero ausgesetzt waren, lag der

Intelligenzquotient (IQ) im Durchschnitt 7 bis 10 Punkte unter jenem der Kinder, die in utero

anderen Antiepileptika ausgesetzt waren. Die Daten zu langfristigen Wirkungen sind beschränkt.

Einige Daten belegen, dass Kinder, die Valproat in utero ausgesetzt waren, ein erhöhtes Risiko für

Störungen des autistischen Formenkreises (rund drei mal häufiger) und für frühkindlichen Autismus

(rund fünfmal häufiger) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung aufweisen.

Limitierte Daten weisen darauf hin, dass Kinder, die Valproat in utero ausgesetzt waren, ein erhöhtes

Risiko für die Entwicklung von Symptomen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

(ADHS) haben.

Aus den vorstehenden Gründen sind folgende Empfehlungen zu berücksichtigen:

Dieses Arzneimittel ist nicht bei Mädchen, weiblichen Jugendlichen, Frauen im gebärfähigen Alter

und Schwangeren anzuwenden, es sei denn, dies ist unumgänglich (z.B wenn andere Therapien

unwirksam sind oder schlecht vertragen werden). Diese Entscheidung ist nach Rücksprache mit

einem Spezialisten und nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses vor der ersten

Verschreibung von Valproate zu treffen; bzw. dann, wenn eine mit Valproate behandelte Frau im

gebärfähigen Alter eine Schwangerschaft plant. Frauen im gebärfähigem Alter müssen für die Dauer

der Behandlung eine sichere Methode der Empfängnisverhütung anwenden. Plant eine Frau einer

Schwangerschaft, sollte alles unternommen werden, um Valproat durch eine alternative Behandlung

zu ersetzen, wenn möglich noch vor der Empfängnis.

Östrogenpräparate

Valproat verringert nicht die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva. Östrogenpräparate,

insbesondere bestimmte hormonelle Kontrazeptiva, können jedoch die Clearance von Valproat

erhöhen. Dies kann zu einer Verringerung der Konzentration von Valproat im Serum und potenziell

zu einer verminderten Wirksamkeit von Valproat führen. Der verordnende Arzt muss das klinische

Ansprechen (Anfallskontrolle und Stimmungskontrolle) zu Beginn der Therapie überwachen oder

gegebenenfalls die Einnahme von Östrogenpräparaten unterbrechen. Die Überwachung des

Blutspiegels von Valproat ist in Betracht zu ziehen (siehe Kapitel «Interaktionen»). Bei Frauen im

gebärfähigen Alter sollte vor einer Anwendung von Valproat eine spezifische Beratung über Risiko

und Nutzen der Anwendung von Valproat während der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Wenn eine Frau eine Schwangerschaft plant oder schwanger wird, sollte die Behandlung mit

Valproate Chrono Sanofi, unabhängig von der Indikation, einer neuerlichen Abwägung unterzogen

werden.

·Bei bipolaren Störungen sollte eine Beendigung der Behandlung in Erwägung gezogen werden.

·Bei Epilepsie sollte die Behandlung nicht ohne gründliche erneute Nutzen-Risiko-Abwägung

beendet werden.

Wird nach einer sorgfältigen Risiko-Nutzen-Abwägung die Behandlung mit Valproate Chrono

Sanofi während der Schwangerschaft fortgesetzt, wird empfohlen, Valproate in der niedrigsten

wirksamen Tagesdosis einzunehmen, wobei diese in mehreren kleinen Dosen über den Tag verteilt

eingenommen werden soll. Die Anwendung Retardformen ist möglicherweise gegenüber anderen

Behandlungsformen vorzuziehen, um hohe maximale Plasmaspiegel zu vermeiden.

·Ausserdem muss eine frühzeitige zusätzliche Gabe von Folsäure vor der Schwangerschaft in der

angebrachten Dosierung (5 mg/Tag) verordnet werden, um das Risiko eines Neuralrohrdefekts zu

minimieren. Die verfügbaren Daten deuten jedoch nicht darauf hin, dass diese Supplementierung

kongenitalen Missbildungen infolge einer Exposition gegenüber Valproat vorbeugt.

·Eine pränataldiagnostische fachärztliche Überwachung zur Früherkennung von möglichen

Neuralrohrdefekten sowie anderer Fehlbildungen muss eingeleitet werden.

Risiken beim Neugeborenen

In einigen Ausnahmefällen wurde über ein hämorrhagisches Syndrom bei Neugeborenen von

Müttern berichtet, die während der Schwangerschaft mit Natriumvalproat/Valproinsäure behandelt

wurden. Dieses hämorrhagische Syndrom hängt mit einer Thrombozytopenie, einer

Hypofibrinogenämie und/oder einer Verringerung der anderen Gerinnungsfaktoren zusammen. Es

wurde auch über gelegentlich tödliche Fälle von Afibrinogenämie berichtet. Dieses Syndrom muss

aber von dem mit einer Abnahme der Vitamin-K-abhängigen Faktoren zusammenhängenden

Syndrom unterschieden werden, das durch Phenobarbital und Enzyminduktoren verursacht wird.

Folglich sind beim Neugeborenen eine Thrombozytenzählung, eine Plasma-Fibrinogenbestimmung

und Gerinnungstests mit Bestimmung der Gerinnungsfaktoren durchzuführen.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des letzten Schwangerschaftstrimesters

valproinsäurehaltige Arzneimittel eingenommen hatten, sind Entzugserscheinungen (insbesondere:

Unruhe, Reizbarkeit, Übererregbarkeit, Hyperkinese, Tonusstörungen, Zittern, Krämpfe und

Ernährungsstörungen) beobachtet worden.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimesters der Schwangerschaft mit Valproat

behandelt worden waren, sind Fälle von Hypoglykämie beobachtet worden.

Es wurden Fälle von Hypothyreose bei Neugeborenen gemeldet, deren Mütter während der

Schwangerschaft mit Valproat behandelt worden waren.

Fertilität

Bei Frauen, die Valproat anwenden, wurden Fälle von Amenorrhoe, polyzystischen Ovarien und

Testosteronerhöhungen berichtet (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»). Die Verabreichung

von Valproat kann auch die Fruchtbarkeit bei Männern beeinträchtigen (siehe Kapitel

«Unerwünschte Wirkungen»). Fallberichte weisen darauf hin, dass die Fertilitätsstörungen nach

Beendigung der Behandlung reversibel sind.

Stillzeit

Der Übertritt der Valproinsäure in die Muttermilch beträgt 1-10% des mütterlichen Serumspiegels.

Das Arzneimittel kann pharmakologische Effekte auf den Säugling bewirken. Das Abstillen wird

empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Valproate Chrono Sanofi kann aufgrund möglicher Nebenwirkungen die Fahrtüchtigkeit und die

Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Der Patient ist auch auf das Somnolenzrisiko hinzuweisen, insbesondere bei der Verabreichung von

Antikonvulsiva in Polytherapie oder bei Kombination mit Benzodiazepinen (siehe «Interaktionen»).

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen werden in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit aufgeführt, eingeteilt in

die folgenden Kategorien: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100), <1/10,) gelegentlich (≥1/1'000,

<1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000), sehr selten (<1/10'000) und Einzelfälle (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Anämie, Thrombozytopenie.

Gelegentlich: Panzytopenie, Leukopenie.

Selten: aplastische Anämie, einschliesslich Erythroblastopenie, Agranulozytose, makrozytäre

Anämie, Makrozytose.

Über eine Gerinnungsstörung unter Natriumvalproat-Therapie, entsprechend der Willebrand-

Krankheit Typ I, wurde in der Literatur berichtet. Deshalb wird eine hämatologische Untersuchung

(Blutbild mit Thrombozyten, Blutungszeit und Koagulationsbilanz mit Bestimmung des Faktors

VIII) vor Behandlungsbeginn empfohlen sowie vor einem chirurgischen Eingriff und im Falle von

Hämatomen oder spontanen Blutungen.

Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen

(siehe Kapitel «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Taubheit (teilweise nicht reversibel).

Häufigkeit unbekannt: Tinnitus.

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Syndrome der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH),

Hyperandrogenismus, (Hirsutismus, Virilismus, Akne, andogenetische Alopezie und/oder Anstieg

der Androgenspiegel).

Selten: Hypothyreose.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Pankreatitiden

Gelegentlich: Pankreatitiden, zum Teil mit tödlichem Verlauf (siehe Kapitel «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Es wird empfohlen, bei allen Patienten, bei denen unter der Verabreichung von

Natriumvalproat/Valproinsäure akute abdominale Schmerzen auftreten, umgehend eine medizinische

Untersuchung vorzunehmen (Messung der Pankreasenzyme, andere angemessene Untersuchungen).

Übelkeit/Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Übelkeit.

Häufig: Erbrechen, Zahnfleischerkrankungen (vorwiegend Gingivale hyperplasie), Stomatitis.

Schmerzen im oberen Abdomen, Darrhöe die im Allgemeinen nach einigen Tagen ohne

Behandlungsunterbrechung zurückgehen. Durch eine stark einschleichende Dosierung, die

Anwendung der Chrono Filmtabletten und die Einnahme zu Beginn der Mahlzeiten, konnte die

Häufigkeit dieser Nebenerscheinungen drastisch gesenkt werden. In diesen Fällen ist die

Verschreibung einer symptomatischen Behandlung angemessen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: harmloses peripheres Ödem, Hypothermie.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Hepatopathien

Erscheinungsbedingungen

Fälle von schweren Leberschädigungen, bisweilen mit tödlichem Verlauf, wurden bei Patienten

beobachtet die unter anderem Valproate erhielten.

Säuglinge und Kleinkinder unter 3 Jahren mit einer schweren Epilepsie, insbesondere in Verbindung

mit Gehirnschäden, einer verzögerten Entwicklung der Psyche und/oder einer metabolischen oder

degenerativen Krankheit genetischen Ursprungs sind am meisten von diesem Risiko betroffen. Über

3 Jahre nimmt die Erscheinungsinzidenz progressiv mit dem Alter auf signifikante Weise ab

(Dreifuss F.E., Neurology, 1986, 36, Suppl. 1, 175).

Bei der Mehrzahl der berichteten Fälle wurden die Leberschädigungen während der ersten 6

Behandlungsmonate beobachtet, am häufigsten zwischen der 2. und 12. Woche, und im Allgemeinen

während gleichzeitiger Anwendung anderer Antiepileptika.

Auffällige Symptome und Nachweis

Die frühzeitige Diagnose basiert vor allem auf dem klinischen Bild.

Insbesondere sollen, vor allem bei Risikopatienten, zwei Erscheinungsarten, welche einem Ikterus

vorausgehen können, (siehe Kapitel «Erscheinungsbedingungen»), in Betracht gezogen werden:

·einerseits allgemeine, nicht spezifische Symptome, die gewöhnlich plötzlich auftreten, wie

Asthenie, Anorexie, Niedergeschlagenheit, Schläfrigkeit, manchmal von wiederholtem Erbrechen

oder Abdominalschmerzen begleitet,

·anderseits ein Wiederauftreten der epileptischen Anfälle.

Es wird empfohlen, den Patienten - oder, wenn es sich um ein Kind handelt, die Familie - so zu

informieren, dass bei Auftreten dieses Krankheitsbildes sofort der Arzt konsultiert wird. Dieser wird

neben der klinischen Untersuchung eine sofortige klinisch-chemische Kontrolle der Leberfunktion

durchführen.

Unter den klassischen Tests sind diejenigen am zweckdienlichsten, welche die Proteinsynthese und

im Besonderen den standardisierten INR-Wert wiederspiegeln. Die Bestätigung eines anormal tiefen

INR-Wertes, besonders, wenn dieser von andern biologischen Anomalien begleitet ist (signifikante

Abnahme des Fibrinogens und der Gerinnungsfaktoren, Bilirubinerhöhung, Transaminasenzunahme

- siehe auch: «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), soll zum Absetzen der Valproate Chrono

Sanofi-Behandlung führen.

Untersuchungen

Selten: Verringerung der Anzahl von Gerinnungsfaktoren, Anomalien in Gerinnungstests (z.B.

Verlängerung der Prothrombinzeit, der partiellen Thromboplastinzeit, der Thrombinzeit oder der

INR).

Die Verabreichung von Valproate Chrono Sanofi kann zu einer Reduktion der Thrombozytenzahl um

10'000 bis 30'000/mm3 führen. Sie ist meistens dosisabhängig und vorübergehend. Es wird deshalb

empfohlen, vor Beginn der Valproate-Behandlung und 3 resp. 6 Monate nachher sowie vor jedem

chirurgischen Eingriff, die Thrombozyten zu zählen, insbesondere dann, wenn die Dosierung über 30

mg/kg/Tag liegt.

Selten: Biotin-/Biotinidase-Mangel.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtszunahme (in 5 bis 10% der Fälle), insbesondere bei Jugendlichen und jungen

Frauen.

Eine Gewichtszunahme kann die klinischen Symptome eines polyzystischen Ovarialsyndroms

verstärken und muss aufmerksam überwacht werden.

Häufig: Hyponaträmie.

Selten: Hyperammonämie, Adipositas.

Es wurde über Fälle von isolierter und mässiger Hyperammonämie berichtet, bei denen die üblichen

Leberfunktionstests nicht signifikant verändert waren. Sofern nicht gleichzeitig klinische Symptome

auftreten, zwingen sie nicht zum Absetzen der Behandlung. Wenn hingegen die Hyperammonämie

von neurologischen Symptomen begleitet wird, sind zusätzliche Untersuchungen erforderlich (siehe

auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates und systemische Erkrankungen

Gelegentlich: verminderte Knochendichte, Osteopenie, Osteoporose, pathologische Frakturen bei

Patienten, die über lange Zeit Valproinsäure einnahmen Der Wirkmechanismus der Valproinsäure

auf den Knochenstoffwechsel ist jedoch nicht bekannt (siehe Kapitel «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Selten: myelodysplastisches Syndrom.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Tremor.

Häufig: extrapyramidale Störungen (teilweise nicht reversibel), Stupor, Somnolenz, Krämpfe,

Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen, Nystagmus, Benommenheit (die Benommenheit tritt einige

Minuten nach der intravenösen Injektion auf und klingt in der Regel (nach einigen weiteren Minuten

spontan ab).

Gelegentlich: Koma, Enzephalopathie, Lethargie, reversibles Parkinson-Syndrom, Ataxie,

Parästhesie, Verschlechterung der Konvulsionen (siehe Kapitel «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Selten: reversible Demenz mit zerebraler Atrophie, kognitive Störungen.

Zu Behandlungsbeginn wurden einige Fälle von Hyperaktivität und Irritabilität verzeichnet, vor

allem beim Kind.

Zentrale Wirkungen im Sinne einer Benommenheit (im Allgemeinen ohne weiteres reversibel)

wurden vereinzelt bei Patienten beobachtet, bei denen Natriumvalproat ohne Einschleichen mit

anderen Antiepileptika, vor allem mit Phenobarbital, kombiniert wurde.

Stupor und Lethargie, gelegentlich bis hin zu einem transitorischen Koma/Enzephalopathie; sie

waren entweder isoliert oder in Verbindung mit einem Wiederausbruch der Anfälle in Behandlung,

die bei Behandlungsabbruch oder nach einer Dosisreduzierung zurückgingen. Solche Fälle traten

meist bei Polytherapie (besonders mit Phenobarbital oder Topiramat) oder nach plötzlicher Erhöhung

der Natriumvalproatdosis auf.

Augenerkrankungen

Häufigkeit nicht bekannt: Diplopie.

Schwangerschaft, Wochenbett- und perinatale Erkrankungen

Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung nach intrauteriner Exposition gegenüber Valproat

(siehe Kapitel «Schwangerschaft/Stillzeit» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Verwirrung, Aggressivität, Unruhe, Aufmerksamkeitsstörungen.

Gelegentlich: Verwirrung, Halluzinationen.

Selten: anormales Verhalten, psychomotorische Hyperaktivität, Lernstörungen.

Diese unerwünschten Wirkungen werden vorwiegend in der pädiatrischen Population beobachtet.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Harninkontinenz.

Gelegentlich: Niereninsuffizienz.

Selten: tubulointerstitielle Nephritis, Enuresis, Fanconi-Syndrom, wobei der physiopathologische

Mechanismus noch nicht geklärt ist.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: Dysmenorrhöe.

Gelegentlich: Amenorrhöe.

Selten: Unfruchtbarkeit beim Mann, polyzystische Ovarien.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Pleuraerguss.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hypersensibilität, vorübergehende und/oder dosisabhängige Alopezie, Veränderungen der

Nägel und des Nagelbetts.

Gelegentlich: Angioödem, Rash.

Selten: Lyell-Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, polymorphes Erythem, Syndrome der

Arzneimittelüberempfindlichkeit oder DRESS (Drug Rash with Eosinophilia and Systemic

Symptoms).

Störungen des Haarwachstums (abnorme Textur, Änderung der Haarfarbe, abnormes

Haarwachstum).

Gefässerkrankungen

Häufig: Hämorrhagie.

Gelegentlich: Vaskulitis.

Überdosierung

Das Bild einer massiven akuten Vergiftung äussert sich gewöhnlich in einem mehr oder weniger

tiefen Koma mit Herabsetzung der Muskelspannung, Hyporeflexie, Myosis, Verminderung der

autonomen Atmung, metabolische Azidose, Hypotonie, und Kollaps/Kreislaufschock.

Bei massiver Überdosierung kam es zu Todesfällen; die Prognose bei Intoxikationen ist im

Allgemeinen aber gut.

Die Symptome können allerdings variieren und bei hohen Plasmaspiegeln wurde über das Auftreten

von epileptischen Anfällen berichtet.

Es wurden Fälle von intrakranialen Hypertensionen, verbunden mit einem zerebralen Ödem,

beobachtet.

Der Natriumgehalt von Valproate kann bei Überdosierung zur Hypernaträmie führen.

Folgende Massnahmen sind in stationärer Behandlung zu ergreifen: Magenspülung, sinnvoll bis zu

10-12 Stunden nach der Einnahme, und Herz-/Atmungsüberwachung.

In wenigen, isolierten Fällen wurde Naloxon bereits mit Erfolg eingesetzt.

Bei massiver Überdosierung erwiesen sich Hämodialyse und Hämoperfusion als erfolgreich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03AG01

Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik

Die pharmakologischen Tierversuche bei verschiedenen Arten von experimentell erzeugten

Epilepsien (generalisierte und fokale Formen) zeigten bei allen Formen die krampfhemmende

Wirkung von Valproate.

Das gleiche trifft beim Menschen zu, bei dem die antiepileptische Wirkung ebenfalls bei den

verschiedensten Epilepsieformen nachgewiesen werden konnte. Wahrscheinlich wirkt Valproate über

eine Verstärkung der GABAergen Aktivität, die eine Ausbreitung der Entladung verhindert oder

doch wenigstens in Grenzen hält.

In einzelnen Studien hat sich in vitro ein stimulierender Effekt von Natriumvalproat auf die

Replikation von HIV-1 gezeigt. Jedoch ist dieser Effekt gering ausgeprägt und in den gesamten

Experimenten nicht reproduzierbar. Die klinischen Konsequenzen dieser Beobachtungen bei HIV-1

infizierten Patienten sind nicht bekannt. Bei der Verabreichung von Natriumvalproat an HIV-1

infizierten Patienten müssen diese Daten in die Bewertung der jeweils gemessenen Virusbelastung

einbezogen werden.

Pharmakokinetik

Absorption

Oral verabreicht beträgt die Plasma-Bioverfügbarkeit von Valproate nahezu 100%.

Im Plasma liegt Valproate Chrono Sanofi in Form der Valproinsäure vor. Die Absorption der Chrono

Retardform im Verdauungstrakt erfolgt unmittelbar nach oraler Einnahme, wobei sie regelmässig

und verlängert ist. Damit werden Plasmapeaks vermieden und länger anhaltende therapeutische

Konzentrationen an Valproinsäure erreicht.

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Valproinsäure beschränkt sich im Wesentlichen auf das Blut und

Extrazellularflüssigkeit mit raschem Austausch.

Die im Wesentlichen mit Albumin stattfindende Plasmaproteinbindung der Valproinsäure ist

sättigbar und damit dosisabhängig. Bei einem Gesamtplasmaspiegel zwischen 40-100 mg/l liegt im

Allgemeinen 6-15% der Valproinsäure in freier Form vor.

Der Valproinsäurespiegel im Liquor cerebrospinalis ist fast so hoch wie die freie Fraktion im Plasma

(ca. 10%).

Valproinsäure ist dialysierbar, wobei jedoch die dialysierte Fraktion wegen der Albuminbindung der

Substanz sehr beschränkt ist (ca. 10%).

Die Valproinsäure passiert die Plazentaschranke. Nehmen stillende Frauen Valproate Chrono Sanofi

ein, so geht die Valproinsäure in die Muttermilch über (1-10% des Gesamtserumkonzentration).

Bei Beginn einer Langzeitbehandlung (orale Verabreichung) mit Valproate Chrono Sanofi sind etwa

3 bis 4, in einigen Fällen auch mehr, Tage erforderlich, um eine sogenannte «stabile»

Serumkonzentration an Valproinsäure zu erreichen.

Therapeutisch als wirksam zu betrachtende Plasmaspiegel liegen am häufigsten zwischen 40-100

mg/l (278-694 µmol/l) Valproinsäure. Gesamtplasmaspiegel von Valproinsäure, die dauernd über

150 mg/l (1'040 µmol/l) liegen, rechtfertigen eine Reduktion der täglichen Dosis.

Metabolismus

Der Abbau von Valproate Chrono Sanofi findet im Wesentlichen in der Leber statt: die

Metabolisationswege sind hauptsächlich Glukuronsäure-Konjugation und β-Oxidation. Im Gegensatz

zu den meisten anderen Antiepileptika beschleunigt Natriumvalproat weder den eigenen Abbau noch

den anderer Substanzen wie Östrogenen-Gestagenen. Diese Eigenschaft weist auf das Fehlen einer

Induktionswirkung auf Enzyme des Cytochrom P450-Systems hin.

Elimination

Bei Dauerbehandlung beträgt die Halbwertszeit der Valproinsäure im Plasma beim Erwachsenen im

Mittel 10,6 Stunden (kann aber zwischen 5 und 20 Stunden variieren), was eine nur zweimalige

Einnahme pro 24 Stunden ermöglicht. Beim vollentwickelten Neugeborenen beträgt die

Halbwertszeit noch 20 bis 30 Stunden. Sie nähert sich aber während der Entwicklung vom Kleinkind

zum Kind immer rascher den Werten beim Erwachsenen.

Die Ausscheidung von Valproinsäure geschieht im Wesentlichen durch die Nieren, wobei ein kleiner

Teil unverändert, der Grossteil in Form von Metaboliten im Urin erscheint.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei renaler Insuffizienz besteht verminderte Albuminbindung. Man muss also die dadurch bedingte

Erhöhung der freien Plasmafraktion von Valproinsäure berücksichtigen und die Dosis entsprechend

reduzieren.

Bei älteren Patienten wurden Änderungen der pharmakokinetischen Parameter beobachtet, die aber

kaum signifikant sind; für die Dosierung ist daher das klinische Ansprechen des Patienten

entscheidend (Kontrolle der Anfälle).

Präklinische Daten

Im Tierversuch zeigt sich eine teratogene Wirkung bei der Maus, der Ratte und dem Kaninchen.

Mutagenität

Genotoxizitätsstudien zur Induktion von Genmutationen und Chromosomenanomalien zeigten keine

genotoxische Wirkung für Valproat weder in vitro (Ames-Test und DNA-Reparatur-Test) noch in

vivo.

Karzinogenität

Die Verabreichung von Valproat an Ratten und Mäuse hat eine leichte, statistisch signifikante

Erhöhung tumoraler Läsionen gezeigt. Je nach Spezies, Geschlecht und verwendeten Valproatsalzen

wurden verschiedene Tumorarten sowie betroffene Organe und Gewebe beobachtet.

Weil diese Resultate nicht reproduzierbar sind und aufgrund der chemischen Struktur des

Arzneimittels und des Fehlens einer Genotoxizität, wird Natriumvalproat als nicht karzinogen

eingestuft.

Fertilität

Studien zur chronischen Toxizität an Ratten und Hunden mit hohen Dosen zeigten eine

Verminderung der Spermatogenese und eine testikuläre Atrophie. In Fertilitätsstudien an Ratten

wurden jedoch keine Effekte beobachtet. Embryotoxische und teratogene Effekte wurden in allen

getesteten Spezies beobachtet (Ratte, Maus, Kaninchen und Affe).

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Valproate Chrono Sanofi wird im Urin teilweise in Form von Ketonkörpern ausgeschieden. Dies

kann bei Ketonurie-Tests in Ausnahmefällen zu falsch positiven Reaktionen führen.

Haltbarkeit

Nach dem auf dem Behälter mit «Exp» bezeichneten Datum nicht mehr verwenden.

Besondere Lagerungshinweise

Die Valproate Chrono Sanofi Tabletten sollen in der Originalpackung unterhalb 25 °C aufbewahrt

werden.

Hinweise für die Handhabung

Die Valproate Chrono Sanofi Tabletten mit Bruchrille sollen mit einem halben Glas Leitungswasser,

Milch oder einem anderen alkoholfreien Getränk eingenommen werden. (Siehe auch Spezielle

Dosierungsanweisungen im Kapitel «Dosierung/Anwendung»).

Zulassungsnummer

53112 (Swissmedic).

Packungen

Chrono Filmtabletten mit Bruchrille zu 300 mg: 100 (B)

Chrono Filmtabletten mit Bruchrille zu 500 mg: 60 (B)

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

Juli 2018.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen