Valproat Sandoz 500 mg Retardtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-09-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
acidum valproicum, natrii valproas
Verfügbar ab:
Sandoz Pharmaceuticals AG
ATC-Code:
N03AG01
INN (Internationale Bezeichnung):
acidum valproicum, natrii valproas
Darreichungsform:
Retardtabletten
Zusammensetzung:
Säure valproicum 145 mg, natrii valproas 333 mg Endwerte. natrii valproas 500 mg, saccharinum natricum, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antiepileptikum
Zulassungsnummer:
57384
Berechtigungsdatum:
2007-07-18

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-09-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-09-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Valproat Sandoz®

Sandoz Pharmaceuticals AG

WARNHINWEISE

VALPROAT SANDOZ (VALPROAT) KANN BEI EINNAHME WÄHREND DER

SCHWANGERSCHAFT ZU SCHWERWIEGENDEN SCHÄDIGUNGEN FÜR DAS

UNGEBORENE KIND FÜHREN.

Falls Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung

mit Valproat Sandoz mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode ununterbrochen

anwenden.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird mit Ihnen darüber sprechen. Sie müssen jedoch auch die Ratschläge im

Kapitel «Darf Valproat Sandoz während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet

werden?» dieser Packungsbeilage befolgen.

Vereinbaren Sie sofort einen Termin mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie eine Schwangerschaft

planen oder wenn Sie glauben, schwanger zu sein.

Stellen Sie die Einnahme von Valproat Sandoz nicht ein, ohne dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie dazu

aufgefordert hat, denn das könnte Ihre Erkrankung verschlimmern.

Was ist Valproat Sandoz und wann wird es angewendet?

Valproat Sandoz ist ein Medikament gegen Epilepsie; diese Krankheit beruht auf einer zeitweise

gesteigerten Erregbarkeit gewisser Nervenzellen im Gehirn, wobei die sogenannte «Epilepsiekrise»

ausgelöst wird.

Um diese anfallsartig auftretenden Krisen zu verhindern, verschreibt Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

Valproat Sandoz.

Dieses Präparat erlaubt eine normale schulische und berufliche Entwicklung sowie eine ungestörte

Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Die Retardtabletten mit Bruchrille wurden so geschaffen, dass sie eine verlängerte und konstantere

Wirkung im Körper erzielen; dies erlaubt, die Häufigkeit der Einnahmen herabzusetzen.

Zudem wird Valproat Sandoz zur Behandlung von manischen Episoden (krankhafte Phasen von

Euphorie) bei Patienten, die an bipolaren manisch-depressiven Störungen leiden (psychische

Erkrankung, die abwechselnd von euphorischen und depressiven Phasen begleitet ist) verwendet.

Valproat Sandoz wird auch zur Rezidivprophylaxe bei erwachsenen Patienten mit bipolaren Störungen

verwendet, deren manische Episoden auf die Behandlung mit Valproat angesprochen haben.

Was sollte dazu beachtet werden?

Um eine wirksame Behandlung sicherzustellen, ist es äusserst wichtig, dass Sie Valproat Sandoz

regelmässig einnehmen.

Eine nicht geplante Schwangerschaft ist bei Frauen, die antiepileptische Arzneimittel einnehmen, nicht

wünschenswert. Benutzen Sie eine sichere Empfängnisverhütung, wenn Sie im gebärfähigen Alter sind.

Valproat Sandoz beeinflusst die Wirkung der Antibaby-Pille nicht, welche ihre Wirksamkeit behält.

Wann darf Valproat Sandoz nicht eingenommen werden?

Nehmen Sie Valproat Sandoz in den folgenden Fällen nicht ein:

Bipolare Störungen

·Falls Sie an bipolaren Störungen leiden, dürfen Sie Valproat Sandoz in der Schwangerschaft nicht

einnehmen.

Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, dürfen Sie Valproat Sandoz bei bipolaren Störungen

nicht einnehmen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit

Valproat Sandoz mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Stellen Sie die

Einnahme von Valproat Sandoz oder Ihre Verhütung nicht ein, bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin gesprochen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen zusätzliche Ratschläge (siehe das

nachfolgende Kapitel «Darf Valproat Sandoz während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit

angewendet werden?» – Wichtige Ratschläge für Frauen).

Epilepsie

·Falls Sie an Epilepsie leiden, dürfen Sie Valproat Sandoz nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind.

Eine Ausnahme besteht dann, wenn keine andere Behandlung bei Ihnen wirksam ist oder von Ihnen

vertragen wird. Ein ausführliches Gespräch über die Risiken für das ungeborene Kind mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin ist unerlässlich.

·Wenn Sie eine junge Frau oder eine Frau im gebärfähigen Alter sind, dürfen Sie Valproat Sandoz bei

Epilepsie nicht einnehmen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer

Behandlung mit Valproat Sandoz mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden.

Stellen Sie die Einnahme von Valproat Sandoz oder Ihre Verhütung nicht ein, bevor Sie mit Ihrem

Facharzt darüber gesprochen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen zusätzliche Ratschläge (siehe

das nachfolgende Kapitel «Darf Valproat Sandoz während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit

angewendet werden?» – Wichtige Ratschläge für Frauen).

Nehmen Sie Valproat Sandoz nicht ein, wenn Sie:

·an einer Krankheit der Leber oder an Störungen der Leber- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion leiden,

·in früherer Zeit selbst und/oder im Familienkreis eine medikamentenbedingte Leberentzündung hatten,

·an hepatischer Porphyrie (eine seltene Stoffwechselkrankheit) leiden,

·eine Überempfindlichkeit auf Valproat Sandoz haben,

·an einer genetischen Erkrankung mitochondrialen Ursprungs leiden (beispielsweise am Alpers-

Huttenlocher-Syndrom),

·an einer bekannten Stoffwechselerkrankung leiden, beispielsweise einer Störung des Harnstoffzyklus.

Wann ist bei der Einnahme von Valproat Sandoz Vorsicht geboten?

Valproat Sandoz kann die Wirkung anderer Medikamente verstärken; es sind dies z.B.:

·gewisse Arzneimittel, die auf das Nervensystem und auf die Psyche wirken (Neuroleptika zur

Behandlung von psychischen Beschwerden, Antidepressiva oder Benzodiazepine zur Behandlung von

Schlaflosigkeit oder Angst, Quetiapin und Olanzapin zur Behandlung psychiatrischer Störungen,

Propofol bei Anwendung einer allgemeinen Anästhesie).

·gewisse antiepileptische Arzneimittel wie Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Carbamazepin,

Lamotrigin, Felbamat und Topiramat.

Andererseits können gleichzeitig verabreichte Arzneimittel, wie zum Beispiel Zidovudin,

Blutverdünner, Cimetidin (zur Behandlung von Magen-Darmgeschwüren) oder die Antibiotika

Erythromycin oder Rifampicin, die Wirkung von Valproat Sandoz herabsetzen oder verstärken.

Ebenso sollen Antibiotika aus der Gruppe der Carbapeneme (Imipenem, Panipenem, Meropenem) nicht

gleichzeitig mit Valproat Sandoz angewendet werden, da sie dessen Wirksamkeit beeinträchtigen

können.

Zusammen eingenommen, kann Valproat die Konzentrationen von Nimodipin erhöhen (Verwendung zur

Verbesserung des Blutflusses nach einem Schlaganfall). Während der Behandlung mit Valproat Sandoz

ist der Genuss von Alkohol zu vermeiden.

Valproat Sandoz ist jedoch ohne Einfluss auf die empfängnisverhütende Wirkung der «Pille». Die

«Pille» kann jedoch die Konzentration von Valproat im Blut verringern und somit potenziell die

Wirksamkeit von Valproat Sandoz vermindern.

Wenn Sie an Malaria erkrankt sind oder eine Reise in ein malariaverseuchtes Gebiet planen, fragen Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, ob Sie Mefloquin zur Behandlung bzw. Vorbeugung von Malaria

einnehmen können, da dieses Medikament ein erneutes Auftreten der Epilepsiekrisen hervorrufen kann.

Während der Behandlung mit Valproat Sandoz dürfen bei Schmerzen, Erkältungen u.a. vor allem bei

Kindern unter 3 Jahren keine acetylsalicylsäurehaltigen Mittel (Aspirin u.a.) eingenommen werden;

diese sollten z.B. mit paracetamolhaltigen Medikamenten ersetzt werden.

Weitere Arzneimittel, die die Wirkung von Valproat Sandoz beeinflussen können oder umgekehrt:

Rufinamid, Acetazolamid, Protease-Inhibitoren wie Lopinavir und Ritonavir (die zur Behandlung von

HIV eingesetzt werden), Cholestyramin.

Valproat Sandoz muss bei folgenden Fällen mit Vorsicht angewendet werden:

·bei Kindern unter 3 Jahren, die andere Antiepileptika einnehmen oder an anderen neurologischen oder

stoffwechselbedingten Krankheiten leiden und im Falle einer schweren Epilepsieform,

·im Falle eines systemischen Lupus erythematodes,

·bei Nierenfunktionsstörungen,

·bei Patienten mit Störungen des Stoffwechsels, vor allem mit erblich bedingtem Enzymmangel, wie

zum Beispiel eine Störung des Harnstoff-Stoffwechsels aufgrund des Risikos einer Hyperammoniämie,

·bei Carnitin-Palmitoyl-Transferase-II-Mangel.

·Eine kleine Zahl Patienten unter Behandlung mit Antiepileptika entwickelte Gedanken von

Selbstschädigung oder Selbstmord. Nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auf,

wenn Sie derartige Gedanken haben.

·Falls Ihnen bekannt ist, dass Sie an einer genetischen Erkrankung mitochondrialen Ursprungs leiden

oder diese in Ihrer Familie vorkommt.

·Wie bei anderen Antiepileptika können die Krämpfe nach der Einnahme dieses Medikaments an

Schwere und Häufigkeit zunehmen. Nehmen Sie in einem solchen Fall sofort Kontakt mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin auf.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Da das Reaktionsvermögen herabgesetzt sein kann (Müdigkeit), ist – besonders zu Therapiebeginn –

Vorsicht im Strassenverkehr und bei Tätigkeiten, die besondere Konzentration erfordern (z.B. Führen

von Autos und Bedienen von Maschinen) geboten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Valproat Sandoz sollte nicht für die Behandlung von

manischen Episoden verwendet werden.

Darf Valproat Sandoz während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wichtige Ratschläge für Frauen und für Eltern junger Frauen – Verhütung einer Schwangerschaft

Vergewissern Sie sich, dass Sie die Patienteninformationsbroschüre, die Ihnen Ihr Facharzt bzw. Ihre

Fachärztin ausgehändigt hat, gelesen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin bespricht mit Ihnen das jährlich

auszufüllende Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung und bittet Sie, dieses zu unterzeichnen

und aufzubewahren. Mit dem Formular wird nachgewiesen, dass Ihnen die Risiken richtig erklärt

wurden und dass Sie der Einhaltung der vorangegangenen Bedingungen zustimmen. Ihr Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin überreicht Ihnen im Übrigen eine Patientenkarte, auf der

Ihnen die Risiken in Verbindung mit der Einnahme von Valproat während der Schwangerschaft in

Erinnerung gerufen werden.

Sie sollten die Einnahme von Valproat Sandoz nicht einstellen oder die Anwendung Ihrer

Verhütungsmethode nicht unterbrechen, bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin gesprochen

haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin berät Sie und gibt Ihnen die erforderlichen Informationen.

Bipolare Störungen

·Falls Sie an bipolaren Störungen leiden, dürfen Sie Valproat Sandoz in der Schwangerschaft nicht

einnehmen.

·Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, dürfen Sie Valproat Sandoz bei bipolaren Störungen

nicht einnehmen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit

Valproat Sandoz mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Stellen Sie die

Einnahme von Valproat Sandoz oder Ihre Verhütung nicht ein, bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin gesprochen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen zusätzliche Ratschläge.

Epilepsie

·Falls Sie an Epilepsie leiden, dürfen Sie Valproat Sandoz nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind.

Eine Ausnahme besteht dann, wenn keine andere Behandlung bei Ihnen wirksam ist oder von Ihnen

vertragen wird. Ein ausführliches Gespräch über die Risiken für das ungeborene Kind mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin ist unerlässlich.

·Wenn Sie eine junge Frau oder eine Frau im gebärfähigen Alter sind, dürfen Sie Valproat Sandoz bei

Epilepsie nicht einnehmen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Sie über die gesamte Dauer Ihrer

Behandlung mit Valproat Sandoz mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode anwenden.

Stellen Sie die Einnahme von Valproat Sandoz oder Ihre Verhütung nicht ein, bevor Sie darüber mit

Ihrem Facharzt bzw. Ihrer Fachärztin gesprochen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen zusätzliche

Ratschläge.

Risiken in Verbindung mit der Einnahme des in Valproat Sandoz enthaltenen Wirkstoffs Valproat

während der Schwangerschaft (unabhängig von der Krankheit, gegen die Valproat eingenommen wird)

·Wenden Sie sich sofort an Ihren Facharzt bzw. Ihre Fachärztin, wenn Sie ein Kind planen, wenn Sie

schwanger sind oder glauben, schwanger zu sein.

·Valproat stellt bei Einnahme in der Schwangerschaft ein Risiko für das ungeborene Kind dar.

·Je höher die Dosis ist, umso höher sind auch die Risiken. Dabei gilt jedoch: Alle Dosen stellen ein

Risiko dar.

·Wird Valproat von einer schwangeren Frau eingenommen, kann dies zu angeborenen Missbildungen

führen und der Entwicklung des Kindes schaden. Missbildungen und Entwicklungsstörungen können

den Grad einer Behinderung annehmen.

·Zu den gemeldeten Missbildungen gehören Spina bifida (Neuralrohrfehlbildung, d.h. eine Missbildung

der Wirbelsäule und des Rückenmarks, die häufig mit einer Querschnittslähmung einhergeht),

Missbildungen an Gesicht, Gehör, Schädel, Herz, Nieren, Harnwegen und Geschlechtsorganen sowie

Beeinträchtigungen der Gliedmassen.

·Falls Sie in der Schwangerschaft Valproat einnehmen, ist das Risiko, dass Ihr Kind Missbildungen hat,

die medizinisch behandelt werden müssen, höher als bei anderen Frauen. Da Valproat bereits seit vielen

Jahren eingesetzt wird, wurde festgestellt, dass fast 10 von 100 Babys, deren Mütter Valproat

einnahmen, Missbildungen aufweisen. In der Gesamtbevölkerung sind es dagegen nur 2 bis 3 Babys von

100.

·Man geht davon aus, dass 30 bis 40% der Kinder im Vorschulalter, deren Mütter während der

Schwangerschaft Valproat einnahmen, Entwicklungsprobleme im Kleinkindalter aufweisen. Die

betreffenden Kinder beginnen später zu laufen und/oder zu sprechen und/oder haben geringere

intellektuelle Fähigkeiten als andere Kinder und/oder Sprachschwierigkeiten und/oder

Gedächtnisstörungen.

·Autismus-Spektrum-Störungen werden häufiger bei Kindern diagnostiziert, die Valproat ausgesetzt

waren. Die Daten weisen darauf hin, dass die Kinder eher dazu neigen, Symptome der

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu entwickeln.

·Diese Kinder können auch unter Blutgerinnungsstörungen, unter einer Hypothyreose (Unterfunktion

der Schilddrüse, die zu Müdigkeit und Gewichtsverlust führen kann) oder auch unter einer

Hypoglykämie (Absinken des Zuckerspiegels im Blut) leiden.

·Bei Neugeborenen, können Entzugserscheinungen auftreten (Unruhe, Übererregbarkeit, Hang zu

unfreiwilligen Bewegungen, Störungen des Muskeltonus, Zittern, Zuckungen und Essstörungen), wenn

die Mutter in den drei letzten Monaten der Schwangerschaft Valproat Sandoz eingenommen hat.

·Vor dem Verordnen dieses Medikaments muss Ihnen Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin die Risiken

erklärt haben, die sich für Ihr Baby im Falle einer Schwangerschaft während der Valproat-Einnahme

ergeben können. Falls Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie die Einnahme Ihres Medikaments

oder die Anwendung Ihrer Verhütungsmethode nicht einstellen, bevor Sie mit Ihrem Facharzt bzw. Ihrer

Fachärztin darüber gesprochen haben.

·Falls Sie Elternteil oder Betreuungsperson einer jungen Frau sind, die mit Valproat behandelt wird,

sollten Sie sich sofort an den Facharzt bzw. die Fachärztin wenden, sobald die junge Frau die erste

Regelblutung hat.

·Falls Sie versuchen, schwanger zu werden, sollten Sie Ihren Arzt nach der Einnahme von

·Folsäure fragen. Folsäure könnte das allgemeine Risiko einer Spina bifida (Neuralrohrfehlbildung) und

einer Fehlgeburt, das bei jeder Schwangerschaft besteht, verringern. Allerdings zeigen die verfügbaren

Daten nicht, dass sie das Risiko von Missbildungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Valproat

senkt.

Bitte wählen Sie in der nachfolgenden Liste die Situationsbeschreibung aus, die auf Ihren Fall passt, und

lesen Sie den entsprechenden Absatz:

·ICH BEGINNE MIT EINER VALPROAT SANDOZ-BEHANDLUNG

·ICH NEHME VALPROAT SANDOZ EIN UND PLANE KEINE SCHWANGERSCHAFT

·ICH NEHME VALPROAT SANDOZ EIN UND PLANE EINE SCHWANGERSCHAFT

·ICH BIN SCHWANGER UND NEHME VALPROAT SANDOZ EIN

ICH BEGINNE MIT EINER VALPROAT SANDOZ-BEHANDLUNG

Falls Ihnen zum ersten Mal Valproat Sandoz verordnet wurde, muss Ihnen Ihr Facharzt bzw. Ihre

Fachärztin die Risiken für das ungeborene Kind im Falle einer Schwangerschaft erklären. Falls Sie im

gebärfähigen Alter sind, müssen Sie über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproat Sandoz

mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode ununterbrochen anwenden. Um sich zur

Empfängnisverhütung beraten zu lassen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder an

ein Familienplanungszentrum.

Kernbotschaften:

·Vor Behandlungsbeginn bittet Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie, einen Schwangerschaftstest

durchzuführen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin muss das Ergebnis selbst gesehen haben. Es muss bestätigen,

dass Sie bei Beginn der Behandlung mit Valproat Sandoz nicht schwanger sind.

·Über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproat Sandoz müssen Sie mindestens eine wirksame

Empfängnisverhütungsmethode anwenden.

·Sie müssen mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin über geeignete Verhütungsmethoden sprechen. Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft und kann Sie an einen

Facharzt bzw. eine Fachärztin überweisen, der/die Sie in Verhütungsfragen berät.

·Sie sollten regelmässig (mindestens einmal pro Jahr) einen Facharzt bzw. eine Fachärztin mit Erfahrung

im Bereich der Behandlung von bipolaren Störungen oder Epilepsie aufsuchen. Bei diesem Arztbesuch

vergewissert sich Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin, dass Sie sich der Risiken bewusst sind und dass Sie die

Ratschläge zur Einnahme von Valproat während der Schwangerschaft verstanden haben.

·Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber, falls Sie schwanger werden möchten.

·Falls Sie schwanger sind oder falls Sie glauben, schwanger zu sein, müssen Sie dies Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin sofort mitteilen.

ICH NEHME VALPROAT SANDOZ EIN UND PLANE KEINE SCHWANGERSCHAFT

Falls Sie mit Valproat Sandoz behandelt werden, aber keine Schwangerschaft planen, müssen Sie

sicherstellen, dass Sie mindestens eine wirksame Empfängnisverhütungsmethode ununterbrochen über

die gesamte Dauer der Behandlung mit Valproat Sandoz anwenden. Um sich zur Empfängnisverhütung

beraten zu lassen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder an ein

Familienplanungszentrum.

Kernbotschaften:

·Über die gesamte Dauer Ihrer Behandlung mit Valproat Sandoz müssen Sie mindestens eine wirksame

Empfängnisverhütungsmethode anwenden.

·Sie müssen mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin über Verhütung sprechen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt

Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft und kann Sie an einen Facharzt bzw. eine

Fachärztin überweisen, der/die Sie in Verhütungsfragen berät.

·Sie sollten regelmässig (mindestens einmal pro Jahr) einen Facharzt bzw. eine Fachärztin mit Erfahrung

im Bereich der Behandlung von bipolaren Störungen oder Epilepsie aufsuchen. Bei diesem Arztbesuch

vergewissert sich Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin, dass Sie sich der Risiken bewusst sind und dass Sie die

Informationen zur Einnahme von Valproat während der Schwangerschaft verstanden haben.

·Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber, falls Sie schwanger werden möchten.

·Falls Sie schwanger sind oder falls Sie glauben, schwanger zu sein, müssen Sie dies Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin sofort mitteilen.

ICH NEHME VALPROAT SANDOZ EIN UND PLANE EINE SCHWANGERSCHAFT

Babys, deren Mütter mit Valproat behandelt wurden, weisen ein hohes Risiko für Missbildungen und

Entwicklungsstörungen auf, die den Grad einer schweren Behinderung annehmen können. Falls Sie eine

Schwangerschaft planen, müssen Sie vorher einen Termin mit Ihrem Facharzt bzw. Ihrer Fachärztin

vereinbaren.

Stellen Sie die Einnahme von Valproat Sandoz oder Ihre Verhütung nicht ein, bevor Sie mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin darüber gesprochen haben. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen zusätzliche Ratschläge

und überweist Sie an einen Facharzt bzw. eine Fachärztin, der/die in der Behandlung von bipolaren

Störungen oder Epilepsie erfahren ist, damit rechtzeitig andere Behandlungsmöglichkeiten geprüft

werden können. Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin kann verschiedene Massnahmen einleiten, damit sich

Ihre Schwangerschaft bestmöglich entwickelt und damit die Risiken für Sie und Ihr ungeborenes Kind

so weit wie möglich gesenkt werden.

Bipolare Störungen

Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin muss Ihre Behandlung mit Valproat Sandoz beenden, und zwar lange

vor Beginn Ihrer Schwangerschaft, um sicherzustellen, dass Ihr Krankheitszustand stabil ist.

Epilepsie

Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin muss alles tun, um die Behandlung mit Valproat Sandoz zu beenden,

und zwar lange vor Beginn Ihrer Schwangerschaft. Falls erforderlich, muss Valproat Sandoz durch ein

anderes Medikament ersetzt werden, um sicherzustellen, dass Ihr Krankheitszustand stabil ist.

Informationen zu Ausnahmesituationen, in denen dies nicht möglich ist, erhalten Sie im nachfolgenden

Abschnitt.

Falls Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin nach der Einnahme von

Folsäure fragen. Folsäure könnte das allgemeine Risiko einer Spina bifida (Neuralrohrfehlbildung) und

einer Fehlgeburt, das bei jeder Schwangerschaft besteht, verringern. Allerdings ist es wenig

wahrscheinlich, dass sie das Risiko von Missbildungen im Zusammenhang mit der Einnahme von

Valproat senkt.

Kernbotschaften:

·Stellen Sie die Einnahme von Valproat Sandoz nicht ein, ohne dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie dazu

aufgefordert hat.

·Stellen Sie die Anwendung Ihrer Verhütungsmethoden nicht ein, bevor Sie mit Ihrem Facharzt bzw.

Ihrer Fachärztin darüber gesprochen und gemeinsam eine Behandlung festgelegt haben. Dies dient dazu,

sicherzustellen, dass Ihre Krankheit unter Kontrolle ist und dass die Risiken für Ihr Kind gering gehalten

werden.

·Vereinbaren Sie zunächst einen Termin mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Bei diesem Arztbesuch

vergewissert sich Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin, dass Sie sich der Risiken bewusst sind und dass Sie die

Ratschläge zur Einnahme von Valproat während der Schwangerschaft richtig verstanden haben.

·Bipolare Störungen: Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin muss die Behandlung mit Valproat Sandoz

einstellen, und zwar lange bevor Sie schwanger werden.

·Epilepsie: Ihr Facharzt bzw. Ihre Fachärztin muss alles tun, um die Behandlung mit Valproat Sandoz

einzustellen und falls nötig durch ein anderes Medikament zu ersetzen, und zwar lange bevor Sie

schwanger werden.

·Vereinbaren Sie sofort einen Termin mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie schwanger sind oder

wenn Sie glauben, schwanger zu sein.

ICH BIN SCHWANGER UND NEHME VALPROAT SANDOZ EIN

Babys, deren Mütter mit Valproat behandelt wurden, weisen ein hohes Risiko für Missbildungen und

Entwicklungsstörungen auf, die den Grad einer schweren Behinderung annehmen können.

Stellen Sie die Einnahme von Valproat Sandoz nicht ein, ohne dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie dazu

aufgefordert hat, denn dies könnte Ihre Erkrankung verstärken. Vereinbaren Sie sofort einen Termin mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie glauben, schwanger zu sein. Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen zusätzliche Ratschläge. Sie werden an einen Facharzt bzw. eine

Fachärztin überwiesen, der/die in der Behandlung von bipolaren Störungen oder Epilepsie erfahren ist,

damit alles versucht wird, um die Behandlung zu beenden und alle anderen Therapiemöglichkeiten zu

prüfen.

In Ausnahmefällen, d.h. wenn Valproat Sandoz die einzige verfügbare Therapiemöglichkeit während

Ihrer Schwangerschaft ist,

·werden Sie engmaschig beobachtet, und zwar sowohl bezüglich der Behandlung Ihrer Erkrankung als

auch bezüglich der Entwicklung des ungeborenen Kindes. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Sie an einen

Facharzt bzw. eine Fachärztin überweisen, damit Sie und Ihr Partner Hilfe und Beratung zu einer

Schwangerschaft bei gleichzeitiger Einnahme von Valproat erhalten.

Befragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zur Einnahme von Folsäure. Folsäure könnte das allgemeine

Risiko einer Spina bifida (Neuralrohrfehlbildung) und einer Fehlgeburt, das bei jeder Schwangerschaft

besteht, verringern. Allerdings zeigen die verfügbaren Daten nicht, dass sie das Risiko von

Missbildungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Valproat senkt.

Kernbotschaften:

·Vereinbaren Sie sofort einen Termin mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie schwanger sind oder

wenn Sie glauben, schwanger zu sein.

·Stellen Sie die Einnahme von Valproat Sandoz nicht ein, ohne dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie dazu

aufgefordert hat.

·Bipolare Störungen: Stellen Sie sicher, dass Sie an einen Facharzt bzw. eine Fachärztin für die

Behandlung bipolarer Störungen überwiesen werden, um die Behandlung zu beenden.

·Epilepsie: Stellen Sie sicher, dass Sie an einen Facharzt bzw. eine Fachärztin überwiesen werden,

der/die in der Behandlung von Epilepsie erfahren ist, damit alle Möglichkeiten geprüft werden, die

Behandlung zu beenden und sie – falls erforderlich – durch ein anderes Medikament zu ersetzen.

·Sie müssen umfassende Beratung zu den Risiken in Verbindung mit der Einnahme von Valproat

Sandoz in der Schwangerschaft erhalten, insbesondere zu den Risiken von Missbildungen und zu den

Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder.

Stellen Sie sicher, dass Sie an einen Facharzt bzw. eine Fachärztin für die vorgeburtliche Überwachung

überwiesen werden, damit mögliche Missbildungen entdeckt werden.

Da der Wirkstoff von Valproat Sandoz in die Muttermilch übergeht, wird empfohlen, Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin um Rat zu fragen wenn Sie stillen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, ob Sie die

Behandlung während der Stillzeit fortsetzen sollten oder nicht.

Wie verwenden Sie Valproat Sandoz?

Die Behandlung mit Valproat Sandoz muss von einem Facharzt bzw. einer Fachärztin für die

Behandlung von Epilepsie oder bipolaren Störungen eingeleitet und überwacht werden. Halten Sie sich

immer an die Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin, der die Dosis auf Ihr persönliches Bedürfnis

abgestimmt hat.

Die verschriebene Tagesdosis wird, je nach Darreichungsform und Anweisungen des Arztes bzw. der

Ärztin, vor den Mahlzeiten eingenommen.

Valproat Sandoz Retardtabletten mit Bruchrille sollen mit einem halben Glas Leitungswasser, Milch

oder alkoholfreien Getränk eingenommen werden.

Valproat Sandoz wird vom Arzt bzw. von der Ärztin in gewissen Fällen in Kombination mit anderen

Medikamenten verschrieben. Halten Sie sich auch bei diesen genau an die Einnahmevorschriften.

Nehmen Sie keine anderen Medikamente ohne Befragen des Arztes bzw. der Ärztin ein!

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Valproat Sandoz haben?

In folgenden Fällen müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin benachrichtigen:

·Wenn Sie schwanger sind oder glauben, schwanger zu sein (siehe «Darf Valproat Sandoz während

einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?»),

·wenn Zahnfleisch- oder Nasenblutungen auftreten,

·wenn punktförmige Hautblutungen auftreten oder sich eine erhöhte Neigung zur Bildung von blauen

Flecken einstellt,

·wenn Ihr Harn plötzlich eine rote bis dunkelbraune Farbe hat,

·wenn ein chirurgischer oder zahnärztlicher Eingriff bevorsteht,

·wenn eine Verminderung des Hörvermögens eintritt,

·Auftreten von intensiven Bauchschmerzen, ungewöhnlichen Bauchschmerzen oder Erbrechen: solche

Beschwerden können Zeichen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) sein, welche selten

unter Valproat Sandoz auftreten kann,

·plötzliches Wiederauftreten von Anfällen nach langer Anfallsfreiheit, trotz regelmässiger Einnahme

von Valproat Sandoz,

·rasches Verschlechtern des Allgemeinzustandes (Müdigkeit, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit), gefolgt

von Erbrechen und Bauchschmerzen, eventuell Gelbsucht,

·wenn Sie plötzlich frieren und/oder einen Abfall in der Körpertemperatur verspüren,

·Nierenerkrankungen,

·neurologische Störungen, die unfreiwillige, anormale Bewegungen, Muskelstarre oder Kontraktionen

hervorrufen,

·Schilddrüsenunterfunktion, die zu Müdigkeit oder Gewichtsverlust führen kann (Hypothyreose),

·allergische Reaktionen, die Gelenkschmerzen, Hautausschläge und Fieber verursachen können

(systemischer Lupus erythematodes),

·Schwierigkeiten bei der Atmung und Schmerzen aufgrund einer Lungenfellentzündung (Pleuraerguss).

·Zunahme der Häufigkeit und Schwere der Krämpfe.

·Es wurde über Fälle von Knochenerkrankungen (verringerte Knochendichte) sowie Osteopenie,

Osteoporose und Knochenbrüche berichtet. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ärztin oder Apotheker bzw.

Apothekerin, wenn Sie Arzneimittel gegen Epilepsie wie Valproat Sandoz schon über längere Zeit

einnehmen, wenn Sie früher schon an Osteoporose gelitten haben oder wenn Sie Steroide (auf Kortison

basierende Medikamente) einnehmen.

Andere unerwünschte Nebenwirkungen, meistens harmlos und normalerweise reversibel, können

auftreten und eventuell eine Therapie benötigen.

Die häufigsten sind:

·Veränderungen des Appetits mit Gewichtszunahme, vor allem bei Jugendlichen und jungen Frauen,

·Kopfschmerzen,

·Schläfrigkeit, Benommenheit,

·Schwindel,

·Kribbeln und Taubheitsgefühle in Füssen oder Händen,

·Aggressivität, Unruhe, Aufmerksamkeitsstörungen,

·Übelkeit, Magenschmerzen oder Durchfall, vor allem zu Beginn der Behandlung,

·Harninkontinenz,

·Veränderung der Nägel.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden seltener beobachtet:

·allergische Reaktionen,

·Nervensystemstörungen wie Benommenheit; stuporähnliche Zuständen, geistige

Verwirrungszuständen, Halluzinationen, Lethargie, transitorisches Koma; Hyperaktivität oder

Irritabilität; Haltetremor, vor allem der Hände,

·psychiatrische Störungen wie psychomotorische Hyperaktivität, anormales Verhalten,

·Lernstörungen,

·geschwollene Füsse und Beine (Ödeme),

·Hautreaktionen,

·leichter, vorübergehender Haarausfall, abnormales Haarwachstum, abnormale Haartextur, Änderung

der Haarfarbe,

·Zunahme der Behaarung (insbesondere bei Frauen), Vermännlichung, Akne (Hyperandrogenismus),

·Zahnfleischerkrankungen (vorwiegend Wucherungen),

·Fettleibigkeit,

·Schmerzen, Schwellungen, Geschwüre und Entzündungen im Mundraum,

·Nierenbeschwerden,

·Menstruationsbeschwerden,

·Koordinationsstörungen der freiwilligen Bewegungen,

·nächtliche unfreiwillige und unbewusste Urinausgabe,

·Unfruchtbarkeit beim Mann,

·Doppeltsehen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15−25 °C) und ausser Reichweite von Kindern lagern.

Weitere Hinweise

Sollten Sie Packungen besitzen, deren Haltbarkeit abgelaufen ist, so bringen Sie diese bitte in Ihre

Apotheke zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Valproat Sandoz enthalten?

Valproat Sandoz enthält die Wirkstoffe Valproinsäure und Natriumvalproat.

1 Retardtablette mit Bruchrille zu 300 mg enthält: 87 mg Valproinsäure, 200 mg Natriumvalproat,

entsprechend Natriumvalproat 300 mg, Saccharin-Natrium und Hilfsstoffe.

1 Retardtablette mit Bruchrille zu 500 mg enthält: 145 mg Valproinsäure, 333 mg Natriumvalproat,

entsprechend Natriumvalproat 500 mg, Saccharin-Natrium und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

57384 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Valproat Sandoz? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Valproat Sandoz 300 mg: 100 Retardtabletten (mit Bruchrille).

Valproat Sandoz 500 mg: 60 Retardtabletten (mit Bruchrille).

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Valproat Sandoz®

Sandoz Pharmaceuticals AG

Valproat Sandoz kann bei in utero ausgesetzten Föten kongenitale Missbildungen und

Entwicklungsstörungen verursachen. Es ist sicherzustellen, dass Frauen im gebärfähigen Alter

während der gesamten Behandlungsdauer eine sichere Verhütungsmethode anwenden. Die Patientin

muss eingehend über die Risiken informiert werden, die mit der Anwendung von Valproat während

der Schwangerschaft assoziiert sind.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Behandlung mit Valproat Sandoz muss regelmässig einer

neuerlichen Abwägung unterzogen werden, insbesondere dann, wenn die Patientin eine

Schwangerschaft plant oder schwanger geworden ist.

Für weitere Informationen konsultieren Sie bitte die Kapitel «Dosierung», «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» sowie «Schwangerschaft/Stillzeit».

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Acidum valproicum, natrii valproas.

Hilfsstoffe: Saccharinum natricum, excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Valproat Sandoz 300 mg, Retardtabletten mit Bruchrille: Acidum valproicum 87 mg, natrii valproas

200 mg corresp. natrii valproas 300 mg.

Valproat Sandoz 500 mg, Retardtabletten mit Bruchrille: Acidum valproicum 145 mg, natrii valproas

333 mg corresp. natrii valproas 500 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Valproat Sandoz ist vor allem und vorzugsweise als Monotherapie bei den generalisierten Formen

der primären Epilepsie indiziert: Petit-Mal/Absenzen, massive bilaterale Myoklonien, Grand-Mal mit

oder ohne Myoklonien, photosensible Epilepsie.

Valproat Sandoz allein oder in Kombination mit anderen Antiepileptika ist auch bei den folgenden

Indikationen wirksam:

·Sekundäre, generalisierte Epilepsien, vor allem beim West- und beim Lennox-Gastaut-Syndrom.

·Partielle Epilepsien mit einfacher oder komplexer Symptomatologie (psychosensorielle und

psychomotorische Formen).

·Epilepsien mit sekundärer Generalisierung.

·Mischformen (generalisiert und partiell).

Behandlung manischer Episoden mit bipolaren Störungen bei Kontraindikation mit Lithium oder

Lithiumintoleranz.

Rezidivprophylaxe bei erwachsenen Patienten mit bipolaren Störungen, deren manische Episoden

auf die Behandlung mit Valproat angesprochen haben.

Dosierung/Anwendung

Mädchen, weibliche Jugendliche, Frauen im gebärfähigen Alter und schwangere Frauen

Die Behandlung mit Valproat sollte von einem Arzt bzw. einer Ärztin, der bzw. die in der Betreuung

von Patienten mit Epilepsie oder bipolaren Störungen erfahren ist, eingeleitet und überwacht werden.

Die Behandlung mit Valproat sollte nur bei ausbleibender Wirkung aller medikamentösen

Alternativen oder Unverträglichkeit gegenüber allen medikamentösen Alternativen eingeleitet

werden (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte

Wirkungen»). Das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Behandlung mit Valproat ist bei jeder Kontrolle

während der regelmässigen Behandlung sorgfältig erneut abzuwägen. Die Behandlung mit Valproat

sollte vorzugsweise als Monotherapie in der geringsten wirksamen Dosierung erfolgen. Dabei sind

Präparate mit verzögerter Freisetzung vorzuziehen, um hohe maximale Plasmaspiegel zu vermeiden.

Die Tagesdosis ist auf mindestens zwei Einnahmen aufzuteilen.

Östrogenpräparate

Valproat verringert nicht die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva. Östrogenpräparate,

insbesondere bestimmte hormonelle Kontrazeptiva, können jedoch die Clearance von Valproat

erhöhen. Dies kann zu einer Verringerung der Konzentration von Valproat im Serum und potenziell

zu einer verminderten Wirksamkeit von Valproat führen. Der verordnende Arzt muss das klinische

Ansprechen (Anfallskontrolle und Stimmungskontrolle) zu Beginn der Therapie überwachen oder

gegebenenfalls die Einnahme von Östrogenpräparaten unterbrechen. Die Überwachung des

Blutspiegels von Valproat ist in Betracht zu ziehen (siehe Kapitel «Interaktionen»).

1) Bei Epilepsie

Übliche Dosierung

Die Tagesdosis wird anhand des Alters und Gewichts des Patienten bestimmt; dabei müssen

allerdings die individuell sehr unterschiedlichen Empfindlichkeiten auf Valproat berücksichtigt

werden.

Die optimale Dosis wird anhand des erzielten klinischen Ansprechens bestimmt; zusätzlich zu der

klinischen Überwachung kann eine Messung der Plasmaspiegel durchgeführt werden, wenn die

Anfälle nicht zufriedenstellend kontrolliert werden oder wenn Verdacht auf unerwünschte

Nebenwirkungen besteht.

Primäre orale Monotherapie

Bei der Verwendung der Retardform kann die Tagesdosis in einer einzigen Gabe verabreicht werden.

Die durchschnittliche Tagesdosis sollte vorzugsweise am Anfang des Essens verabreicht werden und

beträgt in den meisten Fällen:

25 mg/kg beim Neugeborenen und bei Kindern,

20−25 mg/kg beim Jugendlichen,

20 mg/kg beim Erwachsenen und

15−20 mg/kg bei älteren Patienten.

Valproat Sandoz wird nach Möglichkeit eingeschlichen, wobei mit Tagesdosen von 10−15 mg/kg

begonnen wird, die schrittweise alle 2 bis 3 Tage erhöht werden, so dass die optimale Dosis etwa

innerhalb einer Woche erreicht wird.

Eine Beobachtungsphase kann eingelegt werden, wenn in Monotherapie folgende Dosierungen

erreicht sind: bei älteren Patienten 15 mg/kg/Tag, beim Erwachsenen und Jugendlichen 20

mg/kg/Tag und beim Säugling resp. Kind 25 mg/kg/Tag. Erweist sich die klinische Wirksamkeit als

befriedigend, so wird die erreichte Dosierung beibehalten.

Tägliche Dosen über 25 mg/kg bei älteren Patienten, von über 30 mg/kg beim Erwachsenen und

Jugendlichen, von über 35 mg/kg beim Kind und beim Säugling sind, vor allem bei Monotherapie,

nur selten notwendig.

Können die Anfälle mit diesen Dosen nicht kontrolliert werden, so kann die Dosissteigerung

fortgesetzt werden; bei Tagesdosen über 50 mg/kg ist die Verteilung auf 3 Gaben pro Tag

vorzuziehen, und es sind verstärkt klinische und biologische Kontrollen vorzusehen (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kombination von Valproat Sandoz mit anderen Antiepileptika

Bei einer Kombination mit anderen Antiepileptika wird mit Natriumvalproat in gleicher Weise

eingeschlichen wie bei primärer Monotherapie.

Die mittlere Tagesdosis bewegt sich im Allgemeinen ebenfalls auf gleicher Höhe wie bei der

Monotherapie. In bestimmten Fällen kann es sich aber als notwendig erweisen, sie gegenüber der

Monotherapie um 5−10 mg/kg zu erhöhen.

Selbstverständlich müssen auch die Interaktionen mit den gleichzeitig benutzten anderen

Antiepileptika berücksichtigt werden (siehe Kapitel «Interaktionen»).

Ersatz einer antiepileptischen Vorbehandlung durch Valproat Sandoz

Bei allmählichem Übergang von der Behandlung mit anderen Antiepileptika zur Valproat Sandoz-

Monotherapie wird genauso vorgegangen wie zu Beginn einer primären Valproat Sandoz-

Monotherapie. Die Dosis bestimmter anderer Antiepileptika, vor allem der Barbiturate, wird von

Anfang an reduziert, dann erfolgt ein sukzessives Ausschleichen, das nach 2 bis 8 Wochen beendigt

sein soll.

2) Bei manischen Episoden assoziiert mit bipolaren Störungen

Die empfohlene Initialdosis ist 20 mg/kg/Tag. Diese Dosis ist möglichst schnell zu steigern, um die

minimale therapeutische Dosis zu erreichen, welche den gewünschten klinischen Effekt erzielt.

Ein Valproat-Spiegel zwischen 45 μg und 125 μg/ml ermöglicht es im Allgemeinen, den

gewünschten klinischen Effekt zu erzielen.

Die zur Behandlung von bipolaren Störungen empfohlene Erhaltungsdosis liegt zwischen 1000 mg

und 2000 mg täglich. In Ausnahmefällen kann die Dosis bis zu maximal 3000 mg täglich erhöht

werden. Die Dosierung muss dem individuellen klinischen Ansprechen angepasst werden.

Kinder und Jugendliche

Beim Kind und Jugendlichen: Die Wirksamkeit und Sicherheit von Valproat zur Behandlung von

manischen Episoden bei bipolaren Störungen wurde bei Patienten unter 18 Jahren nicht untersucht.

3) Rezidivprophylaxe gegen manische Phasen im Rahmen bipolarer Störungen

Die Dosis zur Rezidivprophylaxe entspricht der kleinsten Dosierung, mit der beim betreffenden

Patienten die akuten Symptome der Manie adäquat unter Kontrolle gehalten wurden. Die

Tageshöchstdosis von 3000 mg sollte nicht überschritten werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Die Valproat Sandoz Retardtabletten mit Bruchrille sollen mit einem halben Glas Leitungswasser,

Milch oder einem anderen alkoholfreien Getränk eingenommen werden.

Angesichts der verzögerten Freisetzung und der Hilfsstoffe in der Zusammensetzung wird die inerte

Matrix nicht im Magen-Darm-Trakt aufgelöst; sie wird nach der Freisetzung des Wirkstoffs mit dem

Stuhl ausgeschieden.

Kontraindikationen

Akute Hepatitis.

Chronische Hepatitis.

Schwere Hepatitis in der Patientenanamnese oder in der Familienanamnese, besonders

medikamentöser Art.

Bekannte Überempfindlichkeit von Natriumvalproat oder andere Komponente des Produktes.

Hepatische Porphyrie.

Patienten mit bekannten mitochondrialen Erkrankungen, die durch Mutationen in dem das

mitochondriale Enzym Polymerase Gamma (POLG) kodierenden Kerngen verursacht sind

(beispielsweise das Alpers-Huttenlocher-Syndrom), sowie Kinder im Alter unter zwei Jahren, bei

denen der Verdacht auf eine POLG-verwandte Erkrankung besteht (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit bekannten Störungen des Harnstoffzyklus (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Obgleich Natriumvalproat nur in Ausnahmefällen immunologische Manifestationen hervorruft, sollte

bei der Verabreichung an Patienten mit systemischem Lupus erythematodes das

Nutzen-/Risikoverhältnis sorgfältig abgewogen werden.

Es wird empfohlen, eine klinisch-chemische Kontrolle der Leberfunktionen vor Beginn der

Behandlung durchzuführen (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen/Funktionsstörungen der Leber

und der Galle/Hepatopathien: Auffällige Symptome und Nachweis»), gefolgt von einer periodischen

Überwachung während 6 Monaten, vor allem bei Risikopatienten (siehe Kapitel «Unerwünschte

Wirkungen/Funktionsstörungen der Leber und der Galle/Hepatopathien:

Erscheinungsbedingungen»). Namentlich zu Beginn der Behandlung wird häufig eine isolierte

vorübergehende Erhöhung der Transaminasen ohne jegliches klinisches Symptom beobachtet. In

diesem Fall wird zu einer detaillierteren klinisch-chemischen Prüfung geraten (im Besonderen

Prothrombinzeit), eventuell zu einer erneuten Überprüfung der Dosierung und zu einer

Wiederholung der Kontrollen je nach Verlauf der Parameter.

In sehr seltenen Fällen sind schwerwiegende Pankreatitiden, zum Teil mit tödlichem Verlauf,

beobachtet worden. Bei jungen Kindern ist die Risikogefahr besonders gross. Das Risiko nimmt mit

zunehmendem Alter ab. Schwerwiegende epileptische Anfälle, ein neurologisches Defizit oder eine

Kombinationstherapie von Antikonvulsiva können ein Risikofaktor sein. Eine hepatische

Insuffizienz kombiniert mit einer akuten Pankreatitis erhöht das Risiko eines tödlichen Verlaufes.

Eine rasche medizinische Untersuchung bei Patienten, bei denen akute abdominale Schmerzen

auftreten, ist notwendig. Im Falle einer Pankreatitis, muss die Valproat-Verabreichung unterbrochen

werden.

Bei unter 3 Jahre alten Kindern wird empfohlen, Valproat Sandoz nur in Monotherapie zu

verwenden, nachdem das Verhältnis zwischen dem therapeutischen Nutzen und dem Risiko, an einer

Hepatopathie oder einer Pankreatitis zu erkranken, bei den Patienten dieser Altersklasse abgewogen

worden ist.

Bei allen Patienten sollte wegen des Risikos einer Hepatotoxizität vorsichtshalber die gleichzeitige

Verabreichung von Salicylsäurederivaten vermieden werden.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz muss die erhöhte Serumkonzentration an freier Valproinsäure in

Betracht gezogen und die Dosis entsprechend erniedrigt werden.

Vor Behandlungsbeginn sowie vor einem chirurgischen Eingriff und bei Hämatomen oder spontanen

Blutungen wird eine hämatologische Untersuchung empfohlen (Blutbild einschliesslich

Thrombozyten, Blutungszeit und Gerinnungsbilanz) (siehe «Unerwünschte Wirkungen: Störungen

des Blut- und Lymphsystems»).

Bei Verdacht auf einen Enzymmangel, der den Harnstoffzyklus betrifft, sind vor der Behandlung

metabolische Explorationen durchzuführen, da unter Valproat das Risiko einer Hyperammonämie

besteht (siehe «Kontraindikationen»).

Der Patient muss über das Risiko einer Gewichtszunahme zu Beginn der Behandlung informiert

werden und geeignete Massnahmen müssen getroffen werden, um Übergewicht zu reduzieren (siehe

«Unerwünschte Wirkungen/Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen»).

Patienten, die am Carnitin-Palmitoyltransferase II-Mangel (CPTII) leiden, sollten über das hohe

Risiko einer Rhabdomyolyse bei Einnahme von Valproat Sandoz informiert werden.

Mädchen, weibliche Jugendliche, Frauen im gebärfähigen Alter und schwangere Frauen (siehe

«Schwangerschaft/Stillzeit»)

Valproat Sandoz ist bei Mädchen, weiblichen Jugendlichen, Frauen im gebärfähigen Alter und

schwangeren Frauen aufgrund des hohen teratogenen Potenzials und des Risikos für

Entwicklungsstörungen des Fötus, der in utero Valproat ausgesetzt ist, nicht anzuwenden, es sei

denn, dies ist unumgänglich (d.h. wenn andere Therapien unwirksam sind oder nicht vertragen

werden). Das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist bei regelmässigen Behandlungskontrollen, bei Eintritt der

Pubertät und sofort, wenn eine Frau im gebärfähigen Alter, die bereits mit Valproat Sandoz

behandelt wird, eine Schwangerschaft plant oder schwanger wird, erneut abzuwägen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen für die Dauer der Behandlung eine sichere Methode der

Empfängnisverhütung anwenden und detailliert über die Risiken, die mit einer Behandlung mit

Valproat während der Schwangerschaft verbunden sind, informiert werden (siehe Kapitel

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Östrogenpräparate

Valproat verringert nicht die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva. Östrogenpräparate,

insbesondere bestimmte hormonelle Kontrazeptiva, können jedoch die Clearance von Valproat

erhöhen. Dies kann zu einer Verringerung der Konzentration von Valproat im Serum und potenziell

zu einer verminderten Wirksamkeit von Valproat führen. Der verordnende Arzt muss das klinische

Ansprechen (Anfallskontrolle und Stimmungskontrolle) zu Beginn der Therapie überwachen oder

gegebenenfalls die Einnahme von Östrogenpräparaten unterbrechen. Die Überwachung des

Blutspiegels von Valproat ist in Betracht zu ziehen (siehe Kapitel «Interaktionen»).

Der verordnende Arzt muss sicherstellen, dass die Patientin über sämtliche Risiken informiert ist und

sie verstanden hat, indem er ihr parallel geeignetes Informationsmaterial wie die Broschüre für

Patientinnen aushändigt. Insbesondere muss die Patientin sich folgender Fakten bewusst sein:

·Art und Umfang der mit einer Valproat-Behandlung während der Schwangerschaft verbundenen

Risiken, insbesondere teratogenes Risiko und Risiko für Entwicklungsstörungen,

·Notwendigkeit der Anwendung einer wirksamen Verhütungsmethode während der Behandlung,

·Bedeutung einer regelmässigen Betreuung,

·Notwendigkeit, den Arzt schnell aufzusuchen, falls die Patientin eine Schwangerschaft plant oder

schwanger wird.

Plant eine Frau eine Schwangerschaft, sollte alles unternommen werden, um Valproat durch eine

alternative Behandlung zu ersetzen, wenn möglich, noch vor der Empfängnis (siehe Kapitel

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Die Behandlung mit Valproat sollte nur nach einer erneuten Abwägung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses für die Patientin durch einen Arzt, der in der Betreuung von Patienten mit Epilepsie

oder bipolaren Störungen erfahren ist, fortgesetzt werden.

Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung nach intrauteriner Exposition gegenüber Valproat

Sandoz (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit» und «Unerwünschte Wirkungen»)

Klinischen Daten zufolge unterliegen Kinder, die in utero Valproat ausgesetzt waren, einem erhöhten

Risiko für kognitive Entwicklungsstörungen.

Suizidale Gedanken und Verhaltensweisen

Suizidale Gedanken und Verhaltensweisen sind bei Patienten unter antiepileptischer Behandlung in

verschiedenen Indikationen mitgeteilt worden. Eine Metaanalyse randomisierter

placebokontrollierter Studien mit antiepileptischen Arzneimitteln zeigte ebenfalls eine leichte

Zunahme des Risikos für suizidale Gedanken und Verhaltensweisen. Der Mechanismus dieses

Phänomens ist nicht bekannt.

Infolgedessen sind die Anzeichen für suizidale Gedanken und Verhaltensweisen zu überwachen und

eine angemessene Behandlung ist in Betracht zu ziehen. Die Patienten (und das Pflegepersonal) sind

darauf hinzuweisen, beim Auftreten suizidaler Gedanken oder Verhaltensweisen sofort ärztlichen Rat

zu suchen.

Auswirkungen der Langzeitbehandlung auf den Knochenstoffwechsel

Bei Patienten, die über lange Zeit Valproinsäure einnahmen, sind Fälle von verminderter

Knochendichte aufgetreten, die auf Osteopenie oder Osteoporose hindeuten und bis hin zu

pathologischen Frakturen führen können. Der Wirkmechanismus der Valproinsäure auf den

Knochenstoffwechsel ist jedoch nicht bekannt (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Carbapeneme

Die gleichzeitige Anwendung von Carbapenemen und Valproat Sandoz wird nicht empfohlen (siehe

«Interaktionen»).

Patienten mit bekannter mitochondrialer Erkrankung bzw. mit Verdacht auf eine mitochondriale

Erkrankung

Valproat kann die klinischen Anzeichen für zugrunde liegende mitochondriale Erkrankungen, die

durch Mutationen der mitochondrialen DNA oder auch das mitochondriale Enzym Polymerase

Gamma (POLG) kodierenden Kerngens verursacht werden, auslösen oder verstärken. So wurde von

Patienten mit angeborenen neurometabolischen Erkrankungen, die durch Mutationen im Gen für das

mitochondriale Enzym Polymerase Gamma (POLG) verursacht werden (beispielsweise das Alpers-

Huttenlocher-Syndrom), eine höhere Rate an durch Valproat induzierten Fällen von akutem

Leberversagen und leberbedingten Todesfällen gemeldet. POLG-verwandte Erkrankungen sollten

vermutet werden bei Patienten mit entsprechender familiärer Belastung oder Symptomen, die auf

eine POLG-verwandte Erkrankung hinweisen, einschliesslich nicht geklärter Enzephalopathie,

refraktärer Epilepsie (fokal, myoklonisch), Status epilepticus bei Vorstellung,

Entwicklungsverzögerung, psychomotorischer Regression, axonaler sensomotorischer Neuropathie,

Myopathie, zerebellarer Ataxie, Ophthalmoplegie oder komplizierter Migräne mit okzipitaler Aura.

Die Untersuchung auf POLG-Mutationen sollte in Einklang mit der derzeitigen klinischen Praxis für

die diagnostische Bewertung solcher Erkrankungen erfolgen (siehe «Kontraindikationen»).

Verschlimmerung der Konvulsionen

Wie bei anderen Antiepileptika kann es bei der Behandlung mit Valproat bei bestimmten Patienten

statt zu einer Verbesserung zu einer reversiblen Verschlechterung der Häufigkeit und der Schwere

ihrer Konvulsionen (einschliesslich des Status epilepticus) kommen oder es können neue Formen

von Konvulsionen auftreten. Die Patienten sind darüber zu informieren, dass im Falle einer

Verschlimmerung der Konvulsionen sofort ihr Arzt bzw. ihre Ärztin zu konsultieren ist (siehe

Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»).

Alkohol

Alkoholkonsum ist während der Behandlung mit Valproat Sandoz zu vermeiden.

Interaktionen

Wirkungen von Valproat auf andere Medikamente

Valproinsäure ist ein Hemmer der Cytochrom P450-Isoenzyme CYP2C9 und CYP3A. Die dadurch

zu erwartenden metabolischen Effekte können entsprechenden Schemata entnommen werden.

Folgende Interaktionen sind von besonderer Bedeutung:

Neuroleptika, MAO-Hemmer, Antidepressiva und Benzodiazepine

Valproat Sandoz kann die Wirkung anderer Neuropsychotropika, wie Neuroleptika, MAO-Hemmer,

Antidepressiva und Benzodiazepine, potenzieren, so dass eine klinische Überwachung und eine

eventuelle Dosisanpassung erforderlich ist.

Lithium

Eine pharmakokinetische Interaktionsstudie an gesunden männlichen Probanden zeigte, dass

Valproat keine Wirkung auf die Serumspiegel von Lithium hat.

Phenobarbital

Aufgrund der Hemmung des Leberabbaustoffwechsels erhöht Valproat die Plasmakonzentrationen

von Phenobarbital, was insbesondere bei Kindern zu einer Sedation führt. Deshalb wird während den

ersten 15 Tagen einer Kombinationstherapie eine klinische Überwachung empfohlen. Beim

Auftreten einer Sedation muss die Dosierung des Phenobarbital umgehend reduziert werden und

wenn nötig, müssen die Plasmawerte des Phenobarbital bestimmt werden.

Primidon

Valproat erhöht die Plasmaspiegel von Primidon, wodurch die Nebenwirkungen zunehmen

(Sedierung). Nach längerem Gebrauch hört diese Interaktion auf. Eine klinische Überwachung und

eventuelle Anpassung der Primidon-Dosis werden besonders zu Beginn der Kombinationstherapie

empfohlen.

Phenytoin

Valproat erniedrigt den Gesamtplasmaspiegel von Phenytoin. Vor allem die ungebundene Phenytoin-

Fraktion wird erhöht, so dass Überdosierungserscheinungen auftreten können (Valproinsäure

verdrängt Phenytoin von seinen Plasmaproteinbindungsstellen und verlangsamt seinen hepatischen

Katabolismus).

Klinische Überwachung empfiehlt sich. Bei einer Konzentrationsbestimmung von Phenytoin im

Plasma muss vor allem der ungebundene Anteil in Betracht gezogen werden.

Carbamazepin

Bei der Kombination von Natriumvalproat/Valproinsäure und Carbamazepin wurde über klinische

Toxizität berichtet, da Natriumvalproat/Valproinsäure die Toxizität von Carbamazepin potenzieren

kann. Eine klinische Überwachung wird daher besonders zu Beginn der Kombinationsbehandlung

empfohlen, die Dosis muss eventuell angepasst werden.

Lamotrigin

Valproat bremst die Metabolisierung von Lamotrigin und verlängert dessen durchschnittliche

Halbwertszeit um etwa das Zweifache. Diese Wechselwirkung kann die toxischen Auswirkungen

von Lamotrigin verstärken, insbesondere im Hinblick auf schwere Hautausschläge. Einige

schwerwiegende Hautreaktionen sind gemeldet worden, die in den ersten sechs Wochen der

Kombinationstherapie auftraten und bei Beendigung der Behandlung oder in einigen Fällen auch erst

nach einer geeigneten Behandlung wieder abklangen. Daher wird eine klinische Überwachung

empfohlen; die Lamotrigindosen müssen gegebenenfalls verringert werden.

Zidovudin

Natriumvalproat/Valproinsäure kann die Plasmakonzentration von Zidovudin erhöhen, wodurch

dessen Toxizitätsrisiko steigt.

Felbamat

Valproat kann die durchschnittliche Clearance von Felbamat bis zu 16% reduzieren.

Olanzapin

Valproinsäure kann die Plasmakonzentration von Olanzapin senken.

Rufinamid

Valproinsäure kann die Plasmakonzentration von Rufinamid erhöhen. Diese Erhöhung ist abhängig

von der Konzentration der Valproinsäure. Bei Kindern ist Vorsicht geboten, da diese Wirkung bei

dieser Population stärker ausgeprägt ist.

Quetiapin

Die Kombination aus Natriumvalproat/Valproinsäure und Quetiapin kann das Risiko einer

Neutropenie/Leukopenie erhöhen.

Propofol

Valproinsäure kann zu einem Anstieg der Plasmaspiegel von Propofol führen. Bei gleichzeitiger

Verabreichung mit Valproat, muss eine Verringerung der Dosis von Propofol in Betracht gezogen

werden.

Nimodipin

Die Kombination von Nimodipin mit Valproinsäure kann die Plasmakonzentration von Nimodipin

um 50% erhöhen.

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Valproinsäure

Antiepileptika: Enzyminduzierende Antiepileptika (namentlich Phenytoin, Phenobarbital, Primidon,

Carbamazepin) erniedrigen die Valproinsäure-Serumkonzentrationen. In Kombination ist die

Behandlung je nach klinischem Ansprechen und Blutkonzentration anzupassen.

Die Kombination von Felbamat und Valproinsäure kann zur Verringerung der Clearance von

Valproinsäure um 22−50% und damit zu einer dosisabhängigen Zunahme der Serumkonzentration

von Valproinsäure führen. Die Überwachung der Plasmaspiegel ist erforderlich.

Die Serumkonzentration der Valproinsäure kann bei gleichzeitiger Verabreichung mit Phenytoin

oder Phenobarbital erhöht sein. Folglich sollten Patienten, die diese beiden Arzneimittel erhalten,

aktiv auf Anzeichen und Symptome der Hyperammonämie überwacht werden.

Mefloquin: Mefloquin steigert den Metabolismus der Valproinsäure und besitzt darüber hinaus eine

konvulsionsfördernde Wirkung; daher besteht bei einer Kombination das Risiko des Auftretens

epileptischer Anfälle.

Substanzen mit hoher Proteinbindung: Die gleichzeitige Verabreichung von Valproat Sandoz und

Substanzen mit hoher Proteinbindung (z.B. Acetylsalicylsäure) kann eine Erhöhung der freien

Serumkonzentration von Valproinsäure bewirken.

Cimetidin oder Erythromycin: Durch die gleichzeitige Einnahme von Cimetidin oder Erythromycin

können die Serumspiegel von Valproinsäure steigen (Abnahme seines hepatischen Metabolismus).

Carbapeneme: Carbapeneme (z.B. Panipenem, Meropenem, Imipenem) bewirken bei gleichzeitiger

Gabe eine Verringerung des Valproinsäurespiegels im Blut um 60−100% in zwei Tagen, bisweilen

begleitet von Konvulsionen.

Aufgrund des raschen Eintritts und der drastischen Reduktion der Valproinsäurekonzentration ist

davon auszugehen, dass die Folgen einer möglichen Interaktion zwischen Valproinsäure und

Carbapenemen bei Patienten, deren Gesundheitszustand unter Valproinsäure stabil war,

unkontrollierbar sind. Die gleichzeitige Verabreichung von Carbapenemen an Patienten, die mit

Valproinsäure stabilisiert sind, ist daher zu vermeiden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Wenn die Behandlung mit diesen Antibiotika unumgänglich ist, ist eine vermehrte Kontrolle der

Plasmawerte der Valproinsäure durchzuführen.

Rifampicin: Rifampicin kann zur Abnahme der Valproinsäure-Konzentration im Blut und zu

fehlendem therapeutischen Effekt führen. Die gleichzeitige Gabe von Rifampicin erfordert unter

Umständen eine Dosisanpassung von Valproat Sandoz.

Protease-Inhibitoren: Protease-Inhibitoren wie Lopinavir und Ritonavir erhöhen bei gleichzeitiger

Verabreichung die Plasmakonzentration von Valproat.

Cholestyramin: Cholestyramin kann bei gleichzeitiger Verabreichung die Plasmakonzentration von

Valproat senken.

Östrogenpräparate: Valproat verringert nicht die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva, da der

Wirkstoff keinen induzierenden Einfluss auf Enzyme hat. Östrogene und Östrogenpräparate

induzierten jedoch in vitro und in vivo eine UGT-Enzymaktivität. Die Enzyme UGT1A6, UGT1A9

und UGT2B7 tragen 40% zur Biotransformation der Valproinsäure bei. Pharmakokinetische Studien

und Literaturveröffentlichungen sowie Post-Marketing-Studien haben gezeigt, dass

Östrogenpräparate, insbesondere bestimmte hormonelle Kontrazeptiva, die Clearance von Valproat

erhöhen können. Dies kann zu einer Verringerung der Konzentration von Valproat im Serum und

potenziell zu einer verminderten Wirksamkeit von Valproat führen (siehe Kapitel

«Dosierung/Anwendung», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

Andere Interaktionen

Potenziell hepatotoxische Arzneimittel und Alkohol können die Lebertoxizität von Valproinsäure

verstärken (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Aufgrund der üblicherweise fehlenden Enzyminduktion, verringert die Valproinsäure nicht die

Gesamtplasmakonzentration der Östrogene und Gestagene bei Frauen unter hormoneller

Kontrazeptiva-Behandlung. Aus dem gleichen Grund senkt sie auch den Gesamtplasmaspiegel der

Vitamin-K-Antagonisten nicht.

Hingegen kann Valproat eine Erhöhung der freien Plasmafraktionen von Warfarin bewirken, da

kompetitiv Warfarin aus seiner Albuminbindung verdrängt wird. Bei einer Behandlung mit Vitamin-

K-Antagonisten ist daher eine besonders sorgfältige Überwachung des Prothrombinspiegels

erforderlich.

Die gleichzeitige Verabreichung von Valproat und Topiramat oder Acetazolamid ist in

Zusammenhang mit Enzephalopathie und/oder Hyperammoniämie gebracht worden. Patienten, die

mit diesen zwei Arzneimitteln behandelt werden, sind hinsichtlich Auftretens von Befunden und

Symptomen einer Hyperammoniämie-bedingten Enzephalopathie sorgfältig zu überwachen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Risiko in Verbindung mit Anfällen

Während der Schwangerschaft stellen mütterliche tonisch-klonische Anfälle und ein Status

epilepticus mit Hypoxie ein gewisses Mortalitätsrisiko für die Mutter und für das ungeborene Kind

dar.

Risiko in Verbindung mit Valproat

Im Tierversuch zeigt sich eine teratogene Wirkung bei der Maus, der Ratte und dem Kaninchen.

Valproat Sandoz ist bei Mädchen, weiblichen Jugendlichen, Frauen im gebärfähigen Alter oder

schwangeren Frauen aufgrund des hohen teratogenen Potenzials und des Risikos für

Entwicklungsstörungen des Fötus, der in utero Valproat ausgesetzt ist, nicht anzuwenden, es sei

denn, dies ist unumgänglich (d.h. wenn andere Therapien unwirksam sind oder nicht vertragen

werden).

Kongenitale Missbildungen

Beim Menschen weisen verfügbare Daten bei Neugeborenen auf eine erhöhte Inzidenz von

geringfügigen oder schwerwiegenden Missbildungen hin. Diese schliessen Anomalien des

Neuralrohrschlusses, kraniofaziale Anomalien, Lippenfehlbildungen, kardiovaskuläre Fehlbildungen,

Hypospadie und multiple Anomalien, die verschiedene Systeme des Organismus betreffen, ein.

Valproat ist sowohl in Monotherapie als auch in Kombinationstherapie mit Anomalien in der

Schwangerschaft assoziiert. Die Daten weisen darauf hin, dass eine antiepileptische Polytherapie mit

Valproat ein höheres teratogenes Risiko als eine Monotherapie mit Valproat allein birgt. Die Daten

einer Metaanalyse ergeben eine Inzidenz von 10,73% (95% KI: 8,16−13,29) für angeborene

Missbildungen bei Kindern von Müttern mit Epilepsie, die sich während der Schwangerschaft einer

Monotherapie mit Valproat unterzogen. Das Risiko für Missbildungen ist höher als in der

Allgemeinbevölkerung, für die das Risiko bei etwa 2−3% liegt. Es handelt sich um ein

dosisabhängiges Risiko, wobei jedoch keine Dosisschwelle, unter der kein Risiko besteht, festgestellt

werden konnte.

Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung nach intrauteriner Exposition gegenüber Valproat

Sandoz (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»)

Die Daten belegen, dass eine Exposition gegenüber Valproat in utero zu unerwünschten Wirkungen

auf die geistige und körperliche Entwicklung der exponierten Kinder führen kann. Das Risiko scheint

dosisabhängig zu sein, es konnte jedoch anhand der verfügbaren Daten keine Dosisschwelle, unter

der kein Risiko besteht, festgestellt werden. Die genaue Gestationsphase, in der ein Risiko für diese

Wirkungen besteht, ist ungewiss und es ist nicht auszuschliessen, dass das Risiko möglicherweise

während der gesamten Schwangerschaft fortbesteht.

Studien mit Kindern im Vorschulalter, die Valproat in utero ausgesetzt waren, zeigen, dass bei 30 bis

40% von ihnen in den ersten Entwicklungsphasen Verzögerungen vorlagen (Verzögerung beim

Spracherwerb und/oder beim Laufenlernen, eingeschränkte intellektuelle und sprachliche

Kapazitäten (sprechen und verstehen), Gedächtnisprobleme.

Bei einer Studie mit Kindern im Alter von 6 Jahren, die Valproat in utero ausgesetzt waren, lag der

Intelligenzquotient (IQ) im Durchschnitt 7 bis 10 Punkte unter jenem der Kinder, die in utero

anderen Antiepileptika ausgesetzt waren.

Die Daten zu langfristigen Wirkungen sind beschränkt.

Einige Daten belegen, dass Kinder, die Valproat in utero ausgesetzt waren, ein erhöhtes Risiko für

Störungen des autistischen Formenkreises (rund dreimal häufiger) und für frühkindlichen Autismus

(rund fünfmal häufiger) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung aufweisen.

Limitierte Daten weisen darauf hin, dass Kinder, die Valproat in utero ausgesetzt waren, ein erhöhtes

Risiko für die Entwicklung von Symptomen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

(ADHS) haben.

Aus den vorstehenden Gründen sind folgende Empfehlungen zu berücksichtigen:

Dieses Arzneimittel ist nicht bei Mädchen, weiblichen Jugendlichen, Frauen im gebärfähigen Alter

und Schwangeren anzuwenden, es sei denn, dies ist unumgänglich (z.B. wenn andere Therapien

unwirksam sind oder schlecht vertragen werden). Diese Entscheidung ist nach Rücksprache mit

einem Spezialisten und nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses vor der ersten

Verschreibung von Valproat Sandoz zu treffen; bzw. dann, wenn eine mit Valproat Sandoz

behandelte Frau im gebärfähigen Alter eine Schwangerschaft plant. Frauen im gebärfähigen Alter

müssen für die Dauer der Behandlung eine sichere Methode der Empfängnisverhütung anwenden.

Plant eine Frau einer Schwangerschaft, sollte alles unternommen werden, um Valproat durch eine

alternative Behandlung zu ersetzen, wenn möglich noch vor der Empfängnis.

Östrogenpräparate

Valproat verringert nicht die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva. Östrogenpräparate,

insbesondere bestimmte hormonelle Kontrazeptiva, können jedoch die Clearance von Valproat

erhöhen. Dies kann zu einer Verringerung der Konzentration von Valproat im Serum und potenziell

zu einer verminderten Wirksamkeit von Valproat führen. Der verordnende Arzt muss das klinische

Ansprechen (Anfallskontrolle und Stimmungskontrolle) zu Beginn der Therapie überwachen oder

gegebenenfalls die Einnahme von Östrogenpräparaten unterbrechen. Die Überwachung des

Blutspiegels von Valproat ist in Betracht zu ziehen (siehe Kapitel «Interaktionen»).

Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor einer Anwendung von Valproat eine spezifische

Beratung über Risiko und Nutzen der Anwendung von Valproat während der Schwangerschaft

durchgeführt werden.

Wenn eine Frau eine Schwangerschaft plant oder schwanger wird, sollte die Behandlung mit

Valproat Sandoz, unabhängig von der Indikation, einer neuerlichen Abwägung unterzogen werden.

·Bei bipolaren Störungen sollte eine Beendigung der Behandlung in Erwägung gezogen werden.

·Bei Epilepsie sollte die Behandlung nicht ohne gründliche erneute Nutzen-Risiko-Abwägung

beendet werden.

Wird nach einer sorgfältigen Risiko-Nutzen-Abwägung die Behandlung mit Valproat Sandoz

während der Schwangerschaft fortgesetzt, wird empfohlen, Valproat Sandoz in der niedrigsten

wirksamen Tagesdosis einzunehmen, wobei diese in mehreren kleinen Dosen über den Tag verteilt

eingenommen werden soll. Die Anwendung Retardformen ist möglicherweise gegenüber anderen

Behandlungsformen vorzuziehen, um hohe maximale Plasmaspiegel zu vermeiden.

·Ausserdem muss eine frühzeitige zusätzliche Gabe von Folsäure vor der Schwangerschaft in der

angebrachten Dosierung (5 mg/Tag) verordnet werden, um das Risiko eines Neuralrohrdefekts zu

minimieren. Die verfügbaren Daten deuten jedoch nicht darauf hin, dass diese Supplementierung

kongenitalen Missbildungen infolge einer Exposition gegenüber Valproat vorbeugt.

·Eine pränataldiagnostische fachärztliche Überwachung zur Früherkennung von möglichen

Neuralrohrdefekten sowie anderer Fehlbildungen muss eingeleitet werden.

Risiken beim Neugeborenen

In einigen Ausnahmefällen wurde über ein hämorrhagisches Syndrom bei Neugeborenen von

Müttern berichtet, die während der Schwangerschaft mit Natriumvalproat/Valproinsäure behandelt

wurden. Dieses hämorrhagische Syndrom hängt mit einer Thrombozytopenie, einer

Hypofibrinogenämie und/oder einer Verringerung der anderen Gerinnungsfaktoren zusammen. Es

wurde auch über gelegentlich tödliche Fälle von Afibrinogenämie berichtet. Dieses Syndrom muss

aber von dem mit einer Abnahme der Vitamin-K-abhängigen Faktoren zusammenhängenden

Syndrom unterschieden werden, das durch Phenobarbital und Enzyminduktoren verursacht wird.

Folglich sind beim Neugeborenen eine Thrombozytenzählung, eine Plasma-Fibrinogenbestimmung

und Gerinnungstests mit Bestimmung der Gerinnungsfaktoren durchzuführen.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des letzten Schwangerschaftstrimesters

valproinsäurehaltige Arzneimittel eingenommen hatten, sind Entzugserscheinungen (insbesondere:

Unruhe, Reizbarkeit, Übererregbarkeit, Hyperkinese, Tonusstörungen, Zittern, Krämpfe und

Ernährungsstörungen) beobachtet worden.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimesters der Schwangerschaft mit Valproat

behandelt worden waren, sind Fälle von Hypoglykämie beobachtet worden.

Es wurden Fälle von Hypothyreose bei Neugeborenen gemeldet, deren Mütter während der

Schwangerschaft mit Valproat behandelt worden waren.

Fertilität

Bei Frauen, die Valproat anwenden, wurden Fälle von Amenorrhoe, polyzystischen Ovarien und

Testosteronerhöhungen berichtet (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»). Die Verabreichung

von Valproat kann auch die Fruchtbarkeit bei Männern beeinträchtigen (siehe Kapitel

«Unerwünschte Wirkungen»). Fallberichte weisen darauf hin, dass die Fertilitätsstörungen nach

Beendigung der Behandlung reversibel sind.

Stillzeit

Der Übertritt der Valproinsäure in die Muttermilch beträgt 1−10% des mütterlichen Serumspiegels.

Das Arzneimittel kann pharmakologische Effekte auf den Säugling bewirken. Das Abstillen wird

empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Valproat Sandoz kann aufgrund möglicher Nebenwirkungen die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit,

Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Der Patient ist auch auf das Somnolenzrisiko hinzuweisen, insbesondere bei der Verabreichung von

Antikonvulsiva in Polytherapie oder bei Kombination mit Benzodiazepinen (siehe «Interaktionen»).

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen werden in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit aufgeführt, eingeteilt in

die folgenden Kategorien: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100), <1/10,) gelegentlich (≥1/1000,

<1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000) und Einzelfälle (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Anämie, Thrombozytopenie.

Gelegentlich: Panzytopenie, Leukopenie.

Selten: aplastische Anämie, einschliesslich Erythroblastopenie, Agranulozytose, makrozytäre

Anämie, Makrozytose.

Über eine Gerinnungsstörung unter Natriumvalproat-Therapie, entsprechend der Willebrand-

Krankheit Typ I, wurde in der Literatur berichtet. Deshalb wird eine hämatologische Untersuchung

(Blutbild mit Thrombozyten, Blutungszeit und Koagulationsbilanz mit Bestimmung des Faktors

VIII) vor Behandlungsbeginn empfohlen sowie vor einem chirurgischen Eingriff und im Falle von

Hämatomen oder spontanen Blutungen.

Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen

(siehe Kapitel «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Taubheit (teilweise nicht reversibel).

Häufigkeit unbekannt: Tinnitus.

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Syndrome der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH),

Hyperandrogenismus, (Hirsutismus, Virilismus, Akne, andogenetische Alopezie und/oder Anstieg

der Androgenspiegel).

Selten: Hypothyreose.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Pankreatitiden.

Gelegentlich: Pankreatitiden, zum Teil mit tödlichem Verlauf (siehe Kapitel «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Es wird empfohlen, bei allen Patienten, bei denen unter der Verabreichung von

Natriumvalproat/Valproinsäure akute abdominale Schmerzen auftreten, umgehend eine medizinische

Untersuchung vorzunehmen (Messung der Pankreasenzyme, andere angemessene Untersuchungen).

Übelkeit/Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Übelkeit.

Häufig: Erbrechen, Zahnfleischerkrankungen (vorwiegend Gingivale hyperplasie), Stomatitis.

Schmerzen im oberen Abdomen, Darrhöe die im Allgemeinen nach einigen Tagen ohne

Behandlungsunterbrechung zurückgehen. Durch eine stark einschleichende Dosierung, die

Anwendung der Valproat Retardtabletten und die Einnahme zu Beginn der Mahlzeiten, konnte die

Häufigkeit dieser Nebenerscheinungen drastisch gesenkt werden. In diesen Fällen ist die

Verschreibung einer symptomatischen Behandlung angemessen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: harmloses peripheres Ödem, Hypothermie.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Hepatopathien.

Erscheinungsbedingungen

Fälle von schweren Leberschädigungen, bisweilen mit tödlichem Verlauf, wurden bei Patienten

beobachtet die unter anderem Valproat erhielten.

Säuglinge und Kleinkinder unter 3 Jahren mit einer schweren Epilepsie, insbesondere in Verbindung

mit Gehirnschäden, einer verzögerten Entwicklung der Psyche und/oder einer metabolischen oder

degenerativen Krankheit genetischen Ursprungs sind am meisten von diesem Risiko betroffen. Über

3 Jahre nimmt die Erscheinungsinzidenz progressiv mit dem Alter auf signifikante Weise ab

(Dreifuss F.E., Neurology, 1986, 36, Suppl. 1, 175).

Bei der Mehrzahl der berichteten Fälle wurden die Leberschädigungen während der ersten 6

Behandlungsmonate beobachtet, am häufigsten zwischen der 2. und 12. Woche, und im Allgemeinen

während gleichzeitiger Anwendung anderer Antiepileptika.

Auffällige Symptome und Nachweis

Die frühzeitige Diagnose basiert vor allem auf dem klinischen Bild.

Insbesondere sollen, vor allem bei Risikopatienten, zwei Erscheinungsarten, welche einem Ikterus

vorausgehen können, (siehe Kapitel «Erscheinungsbedingungen»), in Betracht gezogen werden:

·einerseits allgemeine, nicht spezifische Symptome, die gewöhnlich plötzlich auftreten, wie

Asthenie, Anorexie, Niedergeschlagenheit, Schläfrigkeit, manchmal von wiederholtem Erbrechen

oder Abdominalschmerzen begleitet,

·anderseits ein Wiederauftreten der epileptischen Anfälle.

Es wird empfohlen, den Patienten - oder, wenn es sich um ein Kind handelt, die Familie - so zu

informieren, dass bei Auftreten dieses Krankheitsbildes sofort der Arzt konsultiert wird. Dieser wird

neben der klinischen Untersuchung eine sofortige klinisch-chemische Kontrolle der Leberfunktion

durchführen.

Unter den klassischen Tests sind diejenigen am zweckdienlichsten, welche die Proteinsynthese und

im Besonderen den standardisierten INR-Wert wiederspiegeln. Die Bestätigung eines anormal tiefen

INR-Wertes, besonders, wenn dieser von andern biologischen Anomalien begleitet ist (signifikante

Abnahme des Fibrinogens und der Gerinnungsfaktoren, Bilirubinerhöhung, Transaminasenzunahme

- siehe auch: «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), soll zum Absetzen der Valproat Sandoz-

Behandlung führen.

Untersuchungen

Selten: Verringerung der Anzahl von Gerinnungsfaktoren, Anomalien in Gerinnungstests (z.B.

Verlängerung der Prothrombinzeit, der partiellen Thromboplastinzeit, der Thrombinzeit oder der

INR).

Die Verabreichung von Valproat Sandoz kann zu einer Reduktion der Thrombozytenzahl um 10'000

bis 30'000/mm³ führen. Sie ist meistens dosisabhängig und vorübergehend. Es wird deshalb

empfohlen, vor Beginn der Valproat Sandoz-Behandlung und 3 resp. 6 Monate nachher sowie vor

jedem chirurgischen Eingriff, die Thrombozyten zu zählen, insbesondere dann, wenn die Dosierung

über 30 mg/kg/Tag liegt.

Selten: Biotin-/Biotinidase-Mangel.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtszunahme (in 5 bis 10% der Fälle), insbesondere bei Jugendlichen und jungen

Frauen.

Eine Gewichtszunahme kann die klinischen Symptome eines polyzystischen Ovarialsyndroms

verstärken und muss aufmerksam überwacht werden.

Häufig: Hyponaträmie.

Selten: Hyperammonämie, Adipositas.

Es wurde über Fälle von isolierter und mässiger Hyperammonämie berichtet, bei denen die üblichen

Leberfunktionstests nicht signifikant verändert waren. Sofern nicht gleichzeitig klinische Symptome

auftreten, zwingen sie nicht zum Absetzen der Behandlung. Wenn hingegen die Hyperammonämie

von neurologischen Symptomen begleitet wird, sind zusätzliche Untersuchungen erforderlich (siehe

auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates und systemische Erkrankungen

Gelegentlich: verminderte Knochendichte, Osteopenie, Osteoporose, pathologische Frakturen bei

Patienten, die über lange Zeit Valproinsäure einnahmen Der Wirkmechanismus der Valproinsäure

auf den Knochenstoffwechsel ist jedoch nicht bekannt (siehe Kapitel «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Selten: myelodysplastisches Syndrom.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Tremor.

Häufig: extrapyramidale Störungen (teilweise nicht reversibel), Stupor, Somnolenz, Krämpfe,

Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen, Nystagmus, Benommenheit (die Benommenheit tritt einige

Minuten nach der intravenösen Injektion auf und klingt in der Regel nach einigen weiteren Minuten

spontan ab).

Gelegentlich: Koma, Enzephalopathie, Lethargie, reversibles Parkinson-Syndrom, Ataxie,

Parästhesie, Verschlechterung der Konvulsionen (siehe Kapitel «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Selten: reversible Demenz mit zerebraler Atrophie, kognitive Störungen.

Zu Behandlungsbeginn wurden einige Fälle von Hyperaktivität und Irritabilität verzeichnet, vor

allem beim Kind.

Zentrale Wirkungen im Sinne einer Benommenheit (im Allgemeinen ohne weiteres reversibel)

wurden vereinzelt bei Patienten beobachtet, bei denen Natriumvalproat ohne Einschleichen mit

anderen Antiepileptika, vor allem mit Phenobarbital, kombiniert wurde.

Stupor und Lethargie, gelegentlich bis hin zu einem transitorischen Koma/Enzephalopathie; sie

waren entweder isoliert oder in Verbindung mit einem Wiederausbruch der Anfälle in Behandlung,

die bei Behandlungsabbruch oder nach einer Dosisreduzierung zurückgingen. Solche Fälle traten

meist bei Polytherapie (besonders mit Phenobarbital oder Topiramat) oder nach plötzlicher Erhöhung

der Natriumvalproatdosis auf.

Augenerkrankungen

Häufigkeit nicht bekannt: Diplopie.

Schwangerschaft, Wochenbett- und perinatale Erkrankungen

Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung nach intrauteriner Exposition gegenüber Valproat

(siehe Kapitel «Schwangerschaft/Stillzeit» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Verwirrung, Aggressivität, Unruhe, Aufmerksamkeitsstörungen.

Gelegentlich: Verwirrung, Halluzinationen.

Selten: anormales Verhalten, psychomotorische Hyperaktivität, Lernstörungen.

Diese unerwünschten Wirkungen werden vorwiegend in der pädiatrischen Population beobachtet.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Harninkontinenz.

Gelegentlich: Niereninsuffizienz.

Selten: tubulointerstitielle Nephritis, Enuresis, Fanconi-Syndrom, wobei der physiopathologische

Mechanismus noch nicht geklärt ist.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: Dysmenorrhöe.

Gelegentlich: Amenorrhöe.

Selten: Unfruchtbarkeit beim Mann, polyzystische Ovarien.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Pleuraerguss.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hypersensibilität, vorübergehende und/oder dosisabhängige Alopezie, Veränderungen der

Nägel und des Nagelbetts.

Gelegentlich: Angioödem, Rash.

Selten: Lyell-Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, polymorphes Erythem, Syndrome der

Arzneimittelüberempfindlichkeit oder DRESS (Drug Rash with Eosinophilia and Systemic

Symptoms).

Störungen des Haarwachstums (abnorme Textur, Änderung der Haarfarbe, abnormes

Haarwachstum).

Gefässerkrankungen

Häufig: Hämorrhagie.

Gelegentlich: Vaskulitis.

Überdosierung

Das Bild einer massiven akuten Vergiftung äussert sich gewöhnlich in einem mehr oder weniger

tiefen Koma mit Herabsetzung der Muskelspannung, Hyporeflexie, Myosis, Verminderung der

autonomen Atmung, metabolische Azidose, Hypotonie, und Kollaps/Kreislaufschock.

Bei massiver Überdosierung kam es zu Todesfällen; die Prognose bei Intoxikationen ist im

Allgemeinen aber gut.

Die Symptome können allerdings variieren und bei hohen Plasmaspiegeln wurde über das Auftreten

von epileptischen Anfällen berichtet.

Es wurden Fälle von intrakranialen Hypertensionen, verbunden mit einem zerebralen Ödem,

beobachtet.

Der Natriumgehalt von Valproat Sandoz kann bei Überdosierung zur Hypernaträmie führen.

Folgende Massnahmen sind in stationärer Behandlung zu ergreifen: Magenspülung, sinnvoll bis zu

10−12 Stunden nach der Einnahme, und Herz-/Atmungsüberwachung.

In wenigen, isolierten Fällen wurde Naloxon bereits mit Erfolg eingesetzt.

Bei massiver Überdosierung erwiesen sich Hämodialyse und Hämoperfusion als erfolgreich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03AG01

Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik

Die pharmakologischen Tierversuche bei verschiedenen Arten von experimentell erzeugten

Epilepsien (generalisierte und fokale Formen) zeigten bei allen Formen die krampfhemmende

Wirkung von Natriumvalproat.

Das gleiche trifft beim Menschen zu, bei dem die antiepileptische Wirkung ebenfalls bei den

verschiedensten Epilepsieformen nachgewiesen werden konnte. Wahrscheinlich wirkt

Natriumvalproat über eine Verstärkung der GABAergen Aktivität, die eine Ausbreitung der

Entladung verhindert oder doch wenigstens in Grenzen hält.

In einzelnen Studien hat sich in vitro ein stimulierender Effekt von Natriumvalproat auf die

Replikation von HIV-1 gezeigt. Jedoch ist dieser Effekt gering ausgeprägt und in den gesamten

Experimenten nicht reproduzierbar. Die klinischen Konsequenzen dieser Beobachtungen bei HIV-1

infizierten Patienten sind nicht bekannt. Bei der Verabreichung von Natriumvalproat an HIV-1

infizierten Patienten müssen diese Daten in die Bewertung der jeweils gemessenen Virusbelastung

einbezogen werden.

Pharmakokinetik

Absorption

Oral verabreicht beträgt die Plasma-Bioverfügbarkeit von Valproat Sandoz nahezu 100%.

Im Plasma liegt Valproat Sandoz in Form der Valproinsäure vor. Die Absorption der Retardform im

Verdauungstrakt erfolgt unmittelbar nach oraler Einnahme, wobei sie regelmässig und verlängert ist.

Damit werden Plasmapeaks vermieden und länger anhaltende therapeutische Konzentrationen an

Valproinsäure erreicht.

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Valproinsäure beschränkt sich im Wesentlichen auf das Blut und

Extrazellularflüssigkeit mit raschem Austausch.

Die im Wesentlichen mit Albumin stattfindende Plasmaproteinbindung der Valproinsäure ist

sättigbar und damit dosisabhängig. Bei einem Gesamtplasmaspiegel zwischen 40−100 mg/l liegt im

Allgemeinen 6−15% der Valproinsäure in freier Form vor.

Der Valproinsäurespiegel im Liquor cerebrospinalis ist fast so hoch wie die freie Fraktion im Plasma

(ca. 10%).

Valproinsäure ist dialysierbar, wobei jedoch die dialysierte Fraktion wegen der Albuminbindung der

Substanz sehr beschränkt ist (ca. 10%).

Die Valproinsäure passiert die Plazentaschranke. Nehmen stillende Frauen

Natriumvalproat/Valproinsäure ein, so geht die Valproinsäure in die Muttermilch über (1−10% des

Gesamtserumkonzentration).

Bei Beginn einer Langzeitbehandlung (orale Verabreichung) mit Valproat Sandoz sind etwa 3 bis 4,

in einigen Fällen auch mehr, Tage erforderlich, um eine sogenannte «stabile» Serumkonzentration an

Valproinsäure zu erreichen.

Therapeutisch als wirksam zu betrachtende Plasmaspiegel liegen am häufigsten zwischen 40−100

mg/l (278−694 µmol/l) Valproinsäure. Gesamtplasmaspiegel von Valproinsäure, die dauernd über

150 mg/l (1040 µmol/l) liegen, rechtfertigen eine Reduktion der täglichen Dosis.

Metabolismus

Der Abbau von Valproinsäure findet im Wesentlichen in der Leber statt: die Metabolisationswege

sind hauptsächlich Glukuronsäure-Konjugation und β-Oxidation. Im Gegensatz zu den meisten

anderen Antiepileptika beschleunigt Natriumvalproat weder den eigenen Abbau noch den anderer

Substanzen wie Östrogenen-Gestagenen. Diese Eigenschaft weist auf das Fehlen einer

Induktionswirkung auf Enzyme des Cytochrom P450-Systems hin.

Elimination

Bei Dauerbehandlung beträgt die Halbwertszeit der Valproinsäure im Plasma beim Erwachsenen im

Mittel 10,6 Stunden (kann aber zwischen 5 und 20 Stunden variieren), was eine nur zweimalige

Einnahme pro 24 Stunden ermöglicht. Beim vollentwickelten Neugeborenen beträgt die

Halbwertszeit noch 20 bis 30 Stunden. Sie nähert sich aber während der Entwicklung vom Kleinkind

zum Kind immer rascher den Werten beim Erwachsenen.

Die Ausscheidung von Valproinsäure geschieht im Wesentlichen durch die Nieren, wobei ein kleiner

Teil unverändert, der Grossteil in Form von Metaboliten im Urin erscheint.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei renaler Insuffizienz besteht verminderte Albuminbindung. Man muss also die dadurch bedingte

Erhöhung der freien Plasmafraktion von Valproinsäure berücksichtigen und die Dosis entsprechend

reduzieren.

Bei älteren Patienten wurden Änderungen der pharmakokinetischen Parameter beobachtet, die aber

kaum signifikant sind; für die Dosierung ist daher das klinische Ansprechen des Patienten

entscheidend (Kontrolle der Anfälle).

Präklinische Daten

Im Tierversuch zeigt sich eine teratogene Wirkung bei der Maus, der Ratte und dem Kaninchen.

Mutagenität

Genotoxizitätsstudien zur Induktion von Genmutationen und Chromosomenanomalien zeigten keine

genotoxische Wirkung für Valproat weder in vitro (Ames-Test und DNA-Reparatur-Test) noch in

vivo.

Karzinogenität

Die Verabreichung von Valproat an Ratten und Mäuse hat eine leichte, statistisch signifikante

Erhöhung tumoraler Läsionen gezeigt. Je nach Spezies, Geschlecht und verwendeten Valproatsalzen

wurden verschiedene Tumorarten sowie betroffene Organe und Gewebe beobachtet.

Weil diese Resultate nicht reproduzierbar sind und aufgrund der chemischen Struktur des

Arzneimittels und des Fehlens einer Genotoxizität, wird Natriumvalproat als nicht karzinogen

eingestuft.

Fertilität

Studien zur chronischen Toxizität an Ratten und Hunden mit hohen Dosen zeigten eine

Verminderung der Spermatogenese und eine testikuläre Atrophie. In Fertilitätsstudien an Ratten

wurden jedoch keine Effekte beobachtet. Embryotoxische und teratogene Effekte wurden in allen

getesteten Spezies beobachtet (Ratte, Maus, Kaninchen und Affe).

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Valproat Sandoz wird im Urin teilweise in Form von Ketonkörpern ausgeschieden. Dies kann bei

Ketonurie-Tests in Ausnahmefällen zu falsch positiven Reaktionen führen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15−25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

lagern.

Hinweise für die Handhabung

Die Valproat Sandoz Retardtabletten mit Bruchrille sollen mit einem halben Glas Leitungswasser,

Milch oder einem anderen alkoholfreien Getränk eingenommen werden (siehe auch «Spezielle

Dosierungsanweisungen» im Kapitel «Dosierung/Anwendung»).

Zulassungsnummer

57384 (Swissmedic).

Packungen

Valproat Sandoz 300 mg Retardtabletten (mit Bruchrille): 100. [B]

Valproat Sandoz 500 mg Retardtabletten (mit Bruchrille): 60. [B]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

Juli 2018.

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