Valproat AL 300 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

21-10-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

21-10-2021

Wirkstoff:
Natriumvalproat
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH (3270510)
Darreichungsform:
Lösung zum Einnehmen
Zusammensetzung:
Natriumvalproat (8342) 300 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
7000774.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-08-17

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

30-09-2021

Lesen Sie das vollständige Dokument

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Valproat AL 300 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Natriumvalproat

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie

jede auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe

Ende Abschnitt 4.

WARNHINWEIS

Wird Valproat AL (Natriumvalproat) während der Schwangerschaft eingenommen, kann es beim

ungeborenen Kind zu schwerwiegenden Schädigungen führen. Wenn Sie eine Frau sind, die

schwanger werden könnte, müssen Sie während der gesamten Behandlung mit Valproat AL ohne

Unterbrechung eine zuverlässige Methode zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption)

anwenden. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen. Sie müssen aber auch den in Abschnitt 2 dieser

Packungsbeilage angegebenen Anweisungen folgen.

Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren, wenn Sie beabsichtigen,

schwanger zu werden, oder vermuten, schwanger zu sein.

Sie dürfen die Einnahme von Valproat AL nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu auffordert, da

sich ansonsten Ihr Zustand verschlechtern kann.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Valproat AL und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Valproat AL beachten?

Wie ist Valproat AL einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Valproat AL aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Valproat AL und wofür wird es angewendet?

Valproat AL ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden bei Erwachsenen und Kindern

(Antiepileptikum).

Valproat AL wird angewendet

zur Behandlung von

den ganzen Körper betreffenden (generalisierten) Anfällen (Absencen, myoklonische und

tonisch-klonische Anfälle),

Anfällen, die einen Teil des Körpers betreffen (fokale Anfälle) und unter Umständen auch auf

den ganzen Körper übergehen (sekundär generalisierte Anfälle).

Valproat AL wird außerdem angewendet zur Kombinationsbehandlung bei anderen Anfallsformen,

z.B. fokalen Anfällen mit einfacher und komplexer Symptomatik sowie fokalen Anfällen mit

sekundärer Generalisation, wenn diese Anfallsformen auf die übliche antiepileptische Behandlung

nicht ansprechen.

Hinweis:

Bei Kleinkindern ist Valproat AL nur in Ausnahmefällen Mittel der ersten Wahl. Wenn es

angewendet wird, sollte Valproat AL nur unter besonderer Vorsicht nach strenger Nutzen-Risiko-

Abwägung angewendet und möglichst nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln gegen

Anfallsleiden angewendet werden.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Valproat AL beachten?

Valproat AL darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Valproat oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn bei Ihnen oder jemandem aus Ihrer Familie früher schwerwiegende Störungen der

Leberfunktion bestanden haben oder bei Ihnen eine schwerwiegende Störung der Funktion

von Leber oder Bauchspeicheldrüse besteht,

wenn bei Geschwistern eine Störung der Leberfunktion während einer

Valproinsäurebehandlung tödlich verlaufen ist,

wenn bei Ihnen angeborene oder erworbene Störungen im Stoffwechsel des Blutfarbstoffes

(hepatische Porphyrie) bestehen,

wenn Sie unter Störungen der Blutgerinnung leiden,

wenn Sie einen genetischen Defekt haben, der eine mitochondriale Erkrankung verursacht

(z.B. Alpers-Huttenlocher-Syndrom),

wenn bei Ihnen eine Störung des Harnstoffzyklus (bestimmte Stoffwechselerkrankung)

vorliegt.

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Valproat AL nicht zur Behandlung von Epilepsie anwenden,

es sei denn, es stehen keine anderen wirksamen Alternativen für Sie zur Verfügung.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, dürfen Sie Valproat AL nicht zur

Behandlung von Epilepsie einnehmen, es sei denn, dass Sie während der gesamten Behandlung mit

Valproat AL eine zuverlässige Methode zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption)

anwenden. Sie dürfen weder die Einnahme von Valproat AL noch Ihre Empfängnisverhütung

beenden, bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr Arzt wird Sie weiter beraten

(siehe unter „Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit – Wichtige Hinweise für

Frauen“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Valproat AL einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Valproat AL ist erforderlich

bei einer früheren Schädigung des Knochenmarks,

bei systemischem Lupus erythematodes (eine Reaktion der körpereigenen Abwehr gegen

eigenes Bindegewebe),

bei Stoffwechselerkrankungen, insbesondere angeborenen Enzymmangelkrankheiten.

Unter der Behandlung mit valproinsäurehaltigen Arzneimitteln kann es zu einem Anstieg des

Ammoniakserumspiegels (Hyperammonämie) kommen.

Suchen Sie deshalb beim Auftreten von Symptomen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit,

Erbrechen, erniedrigtem Blutdruck oder bei Zunahme der Anfälle Ihren Arzt auf. Dieser sollte

dann die Serumspiegel von Ammoniak und Valproinsäure bestimmen; gegebenenfalls ist die

Dosis von Valproat AL zu verringern.

Bei Verdacht auf eine bereits bestehende enzymatische Störung des Harnstoffzyklus sollte der

Ammoniakserumspiegel bereits vor Beginn der Valproinsäuretherapie bestimmt werden (siehe

auch unter Abschnitt 2: Valproat AL darf nicht eingenommen werden).

Bei einer Stoffwechselerkrankung, die durch einen Mangel an dem Enzym Carnitin-Palmitoyl-

Transferase (CPT II) bedingt ist, ist unter der Behandlung mit valproinsäurehaltigen

Arzneimitteln das Risiko für das Auftreten eines schwerwiegenden Muskelabbaus

(Rhabdomyolyse) erhöht.

wenn Ihnen bekannt ist, dass es in Ihrer Familie eine durch einen genetischen Defekt

verursachte mitochondriale Erkrankung gibt,

bei eingeschränkter Nierenfunktion und/oder Eiweißmangel im Blut,

vor einem chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriff (z.B. dem Ziehen eines Zahns) und im

Fall von Verletzungen oder spontanen Blutungen. Da eine erhöhte Blutungsneigung bestehen

kann, muss der behandelnde Arzt darüber informiert werden, dass Sie Valproat AL

einnehmen, damit die Blutgerinnung überprüft werden kann.

bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die die Blutgerinnung hemmen (z.B. Vitamin-

K-Antagonisten); es kann zu einer erhöhten Blutungsneigung kommen. Die Blutgerinnung

muss deshalb regelmäßig überprüft werden.

bei einer Verschlimmerung Ihrer Krampfanfälle. Unter der Behandlung mit Valproat AL kann

es zu einer Zunahme der Häufigkeit oder Schwere von Krampfanfällen kommen.

Benachrichtigen Sie in diesem Fall umgehend Ihren Arzt.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Valproat AL behandelt wurden,

hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu

irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in

Verbindung.

Kinder und Jugendliche

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Valproat AL ist erforderlich bei

Kleinkindern, die gleichzeitig andere Arzneimittel gegen Anfallsleiden einnehmen,

mehrfachbehinderten Kindern und Jugendlichen mit schweren Anfallsformen.

Die gleichzeitige Einnahme von Valproat AL und Acetylsalicylsäure sollte bei fieberhaften

Erkrankungen bei Säuglingen und Kindern unterbleiben und bei Jugendlichen nur auf

ausdrückliche ärztliche Anweisung erfolgen.

Warnhinweis:

Gelegentlich sind schwere Schädigungen der Leber, selten Schädigungen der Bauchspeicheldrüse

beobachtet worden. Patienten, insbesondere Säuglinge, Kleinkinder und Kinder, müssen

diesbezüglich, besonders in den ersten sechs Monaten der Behandlung, ärztlich engmaschig

überwacht werden.

Einer Leber- und/oder Bauchspeicheldrüsenschädigung können unspezifische Zeichen

vorausgehen, die meistens plötzlich auftreten, z.B. erneutes Auftreten von Anfällen, Zunahme der

Häufigkeit bzw. der Schwere von Anfällen, Bewusstseinsstörungen mit Verwirrtheit, Unruhe,

Bewegungsstörungen, körperliches Unwohlsein und Schwächegefühl, Appetitverlust, Abneigung

gegen gewohnte Speisen, Abneigung gegen Valproinsäure, Übelkeit, Erbrechen,

Bauchbeschwerden, Teilnahmslosigkeit, Schläfrigkeit, auffällig häufig Blutergüsse (Hämatome),

Nasenbluten und/oder Wasseransammlung (Ödeme) an einzelnen Körperteilen oder dem gesamten

Körper. Sind diese Beschwerden anhaltend oder schwerwiegend, muss ein Arzt benachrichtigt

werden, um über die weitere Behandlung mit Valproat AL zu entscheiden.

Maßnahmen zur Früherkennung einer Leber- und/oder Bauchspeicheldrüsenschädigung

Vor Behandlungsbeginn soll durch Ihren Arzt eine ausführliche Befragung, eine klinische

Untersuchung und eine laborchemische Bestimmung (insbesondere hinsichtlich

Stoffwechselstörungen, Erkrankung der Leber oder Bauchspeicheldrüse, Blutbild und

Gerinnungsstörungen) erfolgen.

Vier Wochen nach Behandlungsbeginn sollte eine erneute laborchemische Kontrolle durchgeführt

werden.

Bei klinisch unauffälligen Patienten mit krankhaft erhöhten 4-Wochen-Werten sollte eine

Verlaufskontrolle drei Mal im Abstand von maximal 2 Wochen, dann ein Mal pro Monat bis zum

6. Behandlungsmonat durchgeführt werden.

Eltern/Bezugspersonen sollten bei klinischen Auffälligkeiten unabhängig von diesem Zeitplan

sofort den behandelnden Arzt informieren.

Jugendlichen

(über 15 Jahre alt) und

Erwachsenen

sind im ersten Halbjahr monatliche

Kontrollen des klinischen Befundes und der Laborwerte sowie in jedem Fall vor Therapiebeginn zu

empfehlen.

Nach 12-monatiger Therapie ohne Auffälligkeiten sind nur noch 2 – 3 ärztliche Kontrollen pro Jahr

erforderlich.

Hinweise:

Zu Beginn der Behandlung kann eine Gewichtszunahme auftreten. Kontrollieren Sie regelmäßig

Ihr Gewicht, und vereinbaren Sie erforderlichenfalls mit Ihrem Arzt geeignete Maßnahmen.

Valproat AL darf nicht angewendet werden zur Migräneprophylaxe (siehe auch Abschnitt

„Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit“).

Bei Diabetikern kann eine Untersuchung auf Ketonkörper im Urin falsch positiv ausfallen, da

Valproinsäure selbst teilweise zu Ketonkörpern verstoffwechselt wird.

Einnahme von Valproat AL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.

Die Wirkung und teilweise die Nebenwirkungen von Valproat AL werden verstärkt durch

Felbamat (Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden),

Cimetidin (Arzneimittel zur Behandlung von Magengeschwüren),

Erythromycin (Arzneimittel zur Behandlung von bakteriellen Infektionen),

Acetylsalicylsäure (Arzneimittel zur Behandlung von Fieber und Schmerzen):

Acetylsalicylsäure vermindert die Bindung der Valproinsäure an das Bluteiweiß und kann

dadurch zu einem Anstieg der Konzentration von Valproinsäure (dem Wirkstoff von Valproat

AL) im Blut führen. Dadurch kann es zu einer Erhöhung der leberschädigenden Wirkung der

Valproinsäure kommen. Siehe auch den Abschnitt „Kinder und Jugendliche“ unter 2. „Was

sollten Sie vor der Einnahme von Valproat AL beachten?“.

Die Wirkung von Valproat AL wird abgeschwächt durch

Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Carbamazepin (andere Arzneimittel zur Behandlung von

Anfallsleiden),

Mefloquin (Arzneimittel zur Behandlung von Malaria),

Rifampicin (Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose),

Carbapeneme (Antibiotika zur Behandlung von bakteriellen Infektionen, wie z.B. Imipenem,

Panipenem und Meropenem).

Die gleichzeitige Anwendung von Valproinsäure und Carbapenemen sollte vermieden werden,

weil dadurch die Wirksamkeit von Valproinsäure vermindert werden kann.

Protease-Inhibitoren wie Lopinavir oder Ritonavir (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-

Infektionen),

Colestyramin (Arzneimittel zur Senkung der Blutfette),

östrogenhaltige Mittel (einschließlich bestimmter empfängnisverhütender Hormonpräparate).

Die Wirkung von Valproat AL kann verstärkt oder abgeschwächt werden durch

eine gleichzeitige Gabe von Fluoxetin (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen). Die

Konzentration der Valproinsäure im Serum kann erhöht werden; es sind jedoch auch Fälle

beschrieben, in denen sie erniedrigt wurde.

Valproat AL verstärkt die Wirkung und teilweise die Nebenwirkungen von

Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Carbamazepin, Lamotrigin, Felbamat (Arzneimittel zur

Behandlung von Anfallsleiden),

Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung von seelischen Erkrankungen), Benzodiazepinen

(angst- und spannungslösende Arzneimittel), Barbituraten (Beruhigungsmittel), MAO-

Hemmern (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen) und anderen Arzneimitteln zur

Behandlung von Depressionen,

Codein (Arzneimittel zur Behandlung von Husten),

Zidovudin (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen),

Arzneimitteln mit gerinnungshemmender Wirkung (z.B. Vitamin-K-Antagonisten oder

Acetylsalicylsäure). Es kann zu einer erhöhten Blutungsneigung kommen.

Rufinamid (Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden) (insbesondere bei Kindern ist

Vorsicht geboten),

Propofol (Arzneimittel zur Narkose),

Nimodipin (Arzneimittel zur Behandlung von Hirnleistungsstörungen).

Bei Kindern kann der Serumspiegel von Phenytoin (anderes Arzneimittel zur Behandlung von

Anfallsleiden) bei gleichzeitiger Anwendung von Clonazepam (Benzodiazepin, angst- und

spannungslösendes Arzneimittel sowie Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden) und

Natriumvalproat erhöht werden.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit valproinsäurehaltigen Arzneimitteln und Clonazepam

(Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden) trat bei Patienten mit Anfällen vom Absence-Typ

(spezielle von beiden Gehirnhälften [Hemisphären] ausgehende Anfallsform) in der Vorgeschichte

ein Absence-Status (länger dauernder Dämmerzustand) auf.

Sonstige Wechselwirkungen

Valproat AL hat keinen Effekt auf den Lithiumserumspiegel.

Die Wirkung von empfängnisverhütenden Hormonpräparaten („Pille“) wird nicht vermindert.

Andere Arzneimittel, die den Leberstoffwechsel belasten, können das Risiko der Entstehung

von Leberschäden erhöhen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Valproinsäure und Topiramat (Arzneimittel zur Behandlung von

Anfallsleiden) ist über Zeichen einer Hirnschädigung (Enzephalopathie) und/oder einen

Anstieg des Ammoniakspiegels im Blut (Hyperammonämie) berichtet worden.

Wird Valproat AL zusammen mit Acetazolamid (Arzneimittel zur Behandlung von grünem

Star [Glaukom]) angewendet, kann es zu einem Anstieg des Ammoniakspiegels im Blut mit

dem Risiko einer Hirnschädigung (Enzephalopathie) kommen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Valproinsäure und Phenobarbital oder Phenytoin kann der

Ammoniakspiegel im Blut ansteigen. Ihr Arzt wird Sie diesbezüglich sorgfältig überwachen.

Die gleichzeitige Anwendung von Valproinsäure und Quetiapin (ein Arzneimittel zur

Behandlung psychischer Störungen) kann das Risiko einer verminderten Anzahl an weißen

Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie) erhöhen.

Valproat AL kann die Plasmakonzentration von Olanzapin (ein Arzneimittel zur Behandlung

psychischer Störungen) erniedrigen.

Ihr Arzt wird feststellen, ob gleichzeitig angewendete Arzneimittel abgesetzt werden sollen oder

die Behandlung weitergeführt werden darf.

Einnahme von Valproat AL zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Bei gleichzeitigem Alkoholkonsum kann die Wirkung von Valproat AL abgeschwächt oder

verstärkt sowie die Nebenwirkungen können verstärkt werden. Meiden Sie deshalb während der

Behandlung den Konsum von Alkohol.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Schwangerschaft

Wichtige Hinweise für Frauen

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Valproat AL nicht zur Behandlung von Epilepsie

anwenden, es sei denn, es stehen keine anderen wirksamen Alternativen für Sie zur

Verfügung.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, dürfen Sie Valproat AL nicht zur

Behandlung von Epilepsie einnehmen, es sei denn, dass Sie während der gesamten

Behandlung mit Valproat AL eine zuverlässige Methode zur Schwangerschaftsverhütung

(Kontrazeption) anwenden. Sie dürfen weder die Einnahme von Valproat AL noch Ihre

Empfängnisverhütung beenden, bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr Arzt

wird Sie weiter beraten.

Risiken von Valproat bei Einnahme während der Schwangerschaft

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden,

oder wenn Sie schwanger sind.

Valproat birgt ein Risiko, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird. Je höher

die Dosis, desto höher das Risiko, es sind jedoch alle Dosen risikobehaftet.

Das Arzneimittel kann schwerwiegende Geburtsfehler verursachen und die Entwicklung des

Kindes während des Wachstums beeinträchtigen. Zu den beobachteten Geburtsfehlern zählen

Spina bifida (bei der die Knochen der Wirbelsäule nicht normal ausgebildet sind), Gesichts-

und Schädeldeformationen, Missbildungen des Herzens, der Nieren, der Harnwege, der

Sexualorgane sowie Gliedmaßendefekte. Über Hörprobleme oder Taubheit wurde bei Kindern

berichtet, die während der Schwangerschaft Valproat ausgesetzt waren.

Wenn Sie Valproat während der Schwangerschaft einnehmen, haben Sie ein höheres Risiko

als andere Frauen, ein Kind mit Geburtsfehlern zu bekommen, die eine medizinische

Behandlung erfordern. Da Valproat seit vielen Jahren angewendet wird, ist bekannt, dass bei

Frauen, die Valproat einnehmen, ungefähr 10 von 100 Neugeborenen mit Geburtsfehlern zur

Welt kommen. Im Vergleich dazu sind es 2 – 3 von 100 Neugeborenen bei Frauen ohne

Epilepsie.

Schätzungen zufolge kann es bei bis zu 30 – 40% der Kinder im Vorschulalter, deren Mütter

während der Schwangerschaft Valproat eingenommen haben, zu Problemen in der

frühkindlichen Entwicklung kommen. Die betroffenen Kinder lernen langsamer laufen und

sprechen, sind geistig weniger leistungsfähig als andere Kinder und haben Sprach- und

Gedächtnisprobleme.

Autistische Störungen werden häufiger bei Kindern diagnostiziert, die Valproat ausgesetzt

waren, und es gibt einige Hinweise, dass bei diesen Kindern das Risiko für die Entwicklung

von Symptomen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erhöht ist.

Bevor Ihr Arzt Ihnen dieses Arzneimittel verordnet, wird er Ihnen erklären, was Ihrem Baby

zustoßen kann, wenn Sie unter Einnahme von Valproat schwanger werden. Wenn Sie zu

einem späteren Zeitpunkt entscheiden, dass Sie ein Kind bekommen möchten, dürfen Sie die

Einnahme Ihres Arzneimittels oder Ihre Empfängnisverhütung nicht beenden, bevor Sie

darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben.

Wenn Sie ein Elternteil oder eine Betreuungsperson eines Mädchens sind, das mit Valproat

behandelt wird, müssen Sie den Arzt informieren, sobald bei Ihrem Kind, das Valproat

anwendet, die erste Regelblutung einsetzt.

Einige empfängnisverhütende Hormonpräparate („Pille“, die Östrogene enthält) können Ihren

Valproatspiegel im Blut erniedrigen. Bitte klären Sie mit Ihrem Arzt, welche Methode zur

Empfängnisverhütung für Sie am geeignetsten ist.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Folsäure, wenn Sie versuchen,

schwanger zu werden. Folsäure kann das allgemeine Risiko für Spina bifida und eine frühe

Fehlgeburt verringern, das bei allen Schwangerschaften besteht. Es ist jedoch

unwahrscheinlich, dass sie das Risiko für Geburtsfehler senkt, das mit der Einnahme von

Valproat verbunden ist.

Wenn Sie während der Schwangerschaft valproinsäurehaltige Arzneimittel eingenommen

haben, sollen beim Neugeborenen wegen möglicher Störungen der Blutgerinnung die

Gerinnungswerte (Blutplättchen, Fibrinogen) und Gerinnungsfaktoren untersucht und

Gerinnungstests durchgeführt werden.

Entzugserscheinungen (wie Unruhe, übermäßige Bewegungsaktivität, Zittern, Krämpfe und

Störungen bei der Nahrungsaufnahme) können bei Neugeborenen vorkommen, deren Mütter

während der letzten drei Monate der Schwangerschaft mit valproinsäurehaltigen Arzneimitteln

behandelt wurden.

Es wurden Fälle von zu niedrigen Zuckerspiegeln im Blut bei Neugeborenen berichtet, deren

Mütter in den drei letzten Monaten der Schwangerschaft Valproat eingenommen haben.

Bei Neugeborenen, deren an Epilepsie leidende Mütter während der Schwangerschaft

Valproat eingenommen hatten, wurden Fälle von Unterfunktion der Schilddrüse beschrieben.

Bitte wählen Sie von den nachfolgend aufgeführten Situationen diejenigen aus, die auf Sie

zutreffen, und lesen Sie den entsprechenden Text durch:

ICH BEGINNE MIT DER BEHANDLUNG MIT VALPROAT AL

ICH NEHME VALPROAT AL EIN UND BEABSICHTIGE NICHT, SCHWANGER ZU

WERDEN

ICH NEHME VALPROAT AL EIN UND BEABSICHTIGE, SCHWANGER ZU WERDEN

ICH BIN SCHWANGER UND NEHME VALPROAT AL EIN

ICH BEGINNE MIT DER BEHANDLUNG MIT VALPROAT AL

Wenn Ihnen Valproat AL zum ersten Mal verordnet wurde, hat Ihnen Ihr Arzt die Risiken für das

ungeborene Kind erklärt, falls Sie schwanger werden. Sobald Sie alt genug sind, um schwanger

werden zu können, müssen Sie sicherstellen, dass Sie während der gesamten Behandlung mit

Valproat AL ohne Unterbrechung eine zuverlässige Methode zur Empfängnisverhütung anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle zur Familienplanung,

falls Sie eine Beratung zur geeigneten Verhütungsmethode benötigen.

Kernbotschaften

Vor Beginn der Behandlung mit Valproat AL müssen Sie mit Hilfe eines

Schwangerschaftstests eine Schwangerschaft ausschließen, wobei Ihr Arzt dieses Ergebnis

bestätigen muss.

Während der gesamten Behandlung mit Valproat AL müssen Sie eine zuverlässige Methode

zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über geeignete Methoden zur Schwangerschaftsverhütung

(Kontrazeption). Ihr Arzt wird Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft

geben und Sie eventuell weiter an einen Spezialisten zur diesbezüglichen Beratung verweisen.

Sie müssen regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) einen Spezialisten aufsuchen, der auf die

Behandlung von Epilepsie spezialisiert ist. Während dieses Besuchs wird Ihr Arzt sich davon

überzeugen, dass Sie alle Risiken und Ratschläge zur Anwendung von Valproat während der

Schwangerschaft kennen und diese verstanden haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden.

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder vermuten,

schwanger zu sein.

ICH NEHME VALPROAT AL EIN UND BEABSICHTIGE NICHT, SCHWANGER ZU

WERDEN

Wenn Sie die Behandlung mit Valproat AL fortsetzen und nicht beabsichtigen, schwanger zu

werden, müssen Sie sicherstellen, dass Sie während der gesamten Behandlung mit Valproat AL

ohne Unterbrechung eine zuverlässige Methode zur Empfängnisverhütung anwenden. Sprechen Sie

mit Ihrem Arzt oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle zur Familienplanung, falls Sie eine

Beratung zur geeigneten Verhütungsmethode benötigen.

Kernbotschaften

Während der gesamten Behandlung mit Valproat AL müssen Sie eine zuverlässige Methode

zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Maßnahmen zur Empfängnisverhütung (Kontrazeption). Ihr

Arzt wird Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft geben und Sie eventuell

weiter an einen Spezialisten zur diesbezüglichen Beratung verweisen.

Sie müssen regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) einen Spezialisten aufsuchen, der auf die

Behandlung von Epilepsie spezialisiert ist. Während dieses Besuchs wird Ihr Arzt sich davon

überzeugen, dass Sie alle Risiken und Ratschläge zur Anwendung von Valproat während der

Schwangerschaft kennen und diese verstanden haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden.

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder vermuten,

schwanger zu sein.

ICH NEHME VALPROAT AL EIN UND BEABSICHTIGE, SCHWANGER ZU WERDEN

Wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden, müssen Sie zuerst einen Termin mit Ihrem Arzt

vereinbaren.

Sie dürfen weder die Einnahme von Valproat AL noch Ihre Empfängnisverhütung beenden, bevor

Sie darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr Arzt wird Sie weiter beraten.

Bei Babys von Müttern, die mit Valproat behandelt wurden, besteht ein schwerwiegendes Risiko

für Geburtsfehler und Entwicklungsprobleme, die zu schwerwiegenden Behinderungen führen

können. Ihr Arzt wird Sie an einen Spezialisten überweisen, der auf die Behandlung von Epilepsie

spezialisiert ist, damit dieser bereits frühzeitig alternative Behandlungsoptionen prüfen kann. Ihr

Spezialist kann einige Maßnahmen ergreifen, damit Ihre Schwangerschaft so reibungslos wie

möglich verläuft und die Risiken für Sie und Ihr ungeborenes Kind so weit wie möglich gesenkt

werden können.

Eventuell wird Ihr Spezialist, lange bevor Sie schwanger werden, die Dosis von Valproat AL

verändern oder Sie auf ein anderes Arzneimittel umstellen oder die Behandlung mit Valproat AL

beenden. Damit wird sichergestellt, dass Ihre Erkrankung stabil bleibt.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Folsäure, wenn Sie beabsichtigen, schwanger

zu werden. Folsäure kann das allgemeine Risiko für

Spina bifida

und eine frühe Fehlgeburt

verringern, das bei allen Schwangerschaften besteht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie das

Risiko für Geburtsfehler senkt, das mit der Einnahme von Valproat verbunden ist.

Kernbotschaften:

Sie dürfen die Einnahme von Valproat AL nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu

auffordert.

Setzen Sie Ihre Methoden zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) nicht ab, bevor Sie

mit Ihrem Arzt gesprochen haben und gemeinsam einen Plan erarbeitet haben, um

sicherzustellen, dass Ihre Erkrankung gut eingestellt ist und die Risiken für Ihr Baby minimiert

wurden.

Zuerst müssen Sie einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren. Während dieses Besuchs wird

Ihr Arzt sich davon überzeugen, dass Sie alle Risiken und Ratschläge zur Anwendung von

Valproat während der Schwangerschaft kennen und diese verstanden haben.

Ihr Arzt wird, lange bevor Sie schwanger werden, versuchen, Sie auf ein anderes Arzneimittel

umzustellen, oder die Behandlung mit Valproat AL beenden.

Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren, wenn Sie schwanger sind

oder vermuten, schwanger zu sein.

ICH BIN SCHWANGER UND NEHME VALPROAT AL EIN

Sie dürfen die Einnahme von Valproat AL nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu auffordert, da

sich ansonsten Ihr Zustand verschlechtern kann. Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem

Arzt vereinbaren, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein. Ihr Arzt wird Sie

weiter beraten.

Bei Babys von Müttern, die mit Valproat behandelt wurden, besteht ein schwerwiegendes Risiko

für Geburtsfehler und Entwicklungsprobleme, die zu schwerwiegenden Behinderungen führen

können.

Sie werden an einen Spezialisten überwiesen, der auf die Behandlung von Epilepsie spezialisiert

ist, damit dieser alternative Behandlungsoptionen prüfen kann.

Für den Ausnahmefall, dass Valproat AL während der Schwangerschaft die einzig geeignete

Behandlungsoption darstellt, werden sowohl die Behandlung Ihrer Grunderkrankung als auch die

Entwicklung Ihres ungeborenen Kindes sehr engmaschig überwacht. Sie und Ihr Partner können

hinsichtlich einer Schwangerschaft unter Valproat beraten und unterstützt werden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Folsäure. Folsäure kann das allgemeine

Risiko für

Spina bifida

und eine frühe Fehlgeburt verringern, das bei allen Schwangerschaften

besteht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie das Risiko für Geburtsfehler senkt, das mit der

Einnahme von Valproat verbunden ist.

Kernbotschaften:

Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren, wenn Sie schwanger sind

oder vermuten, schwanger zu sein.

Sie dürfen die Einnahme von Valproat AL nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu

auffordert.

Stellen Sie sicher, dass Sie an einen Spezialisten überwiesen werden, der auf die Behandlung

von Epilepsie spezialisiert ist, damit dieser die Notwendigkeit alternativer

Behandlungsoptionen prüfen kann.

Sie müssen über die Risiken von Valproat AL während der Schwangerschaft ausführlich

aufgeklärt werden, einschließlich der fruchtschädigenden Wirkungen (Teratogenität) und der

Auswirkungen auf die Entwicklung bei Kindern.

Stellen Sie sicher, dass Sie zur pränatalen Überwachung an einen Spezialisten überwiesen

werden, damit möglicherweise auftretende Missbildungen erkannt werden können.

Lesen Sie sich unbedingt den Leitfaden für Patienten durch, den Sie von Ihrem Arzt erhalten

werden. Ihr Arzt wird mit Ihnen das jährlich auszufüllende Formular zur Bestätigung der

Risikoaufklärung besprechen und Sie bitten, es zu unterschreiben, und es dann behalten. Von

Ihrem Apotheker werden Sie zudem eine Patientenkarte erhalten, die Sie an die Risiken bei

Anwendung von Valproat während der Schwangerschaft erinnern soll.

Stillzeit

Valproinsäure tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über. Wenn Sie stillen, fragen Sie vor

der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Fortpflanzungsfähigkeit

Dieses Arzneimittel kann Ihre Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Einzelne Fallberichte

zeigten jedoch, dass diese Effekte nach dem Absetzen des Wirkstoffs reversibel sind.

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

FACHINFORMATION

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von

Nebenwirkungen, siehe Abschnitt 4.8.

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Valproat AL 300 mg/ml Lösung zum Einnehmen

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Lösung zum Einnehmen enthält 300 mg Natriumvalproat (entsprechend 260,3 mg

Valproinsäure).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

1 ml enthält ca. 43 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Lösung zum Einnehmen

Klare, farblose bis leicht gelbliche Lösung mit Orangengeruch.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von:

generalisierten Anfällen in Form von Absencen, myoklonischen Anfällen und tonisch-

klonischen Anfällen,

fokalen und sekundär generalisierten Anfällen

und zur Kombinationsbehandlung bei anderen Anfallsformen, z.B. fokalen Anfällen mit einfacher

und komplexer Symptomatologie sowie fokalen Anfällen mit sekundärer Generalisation, wenn

diese Anfallsformen auf die übliche antiepileptische Behandlung nicht ansprechen.

Hinweise

Bei Kleinkindern sind valproinsäurehaltige Arzneimittel nur in Ausnahmefällen Mittel der ersten

Wahl; Valproat AL sollte nur unter besonderer Vorsicht nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung

und möglichst als Monotherapie angewendet werden.

Zur Anwendung während der Schwangerschaft siehe Abschnitte 4.4 und 4.6.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung ist individuell vom (Fach-)Arzt zu bestimmen und zu kontrollieren, wobei

Anfallsfreiheit bei minimaler Dosis, insbesondere in der Schwangerschaft, angestrebt werden

sollte.

Eine enge Korrelation zwischen der täglichen Dosis, der Serumkonzentration und der

therapeutischen Wirkung ist nicht nachgewiesen worden. Die optimale Dosierung sollte daher im

Wesentlichen anhand des klinischen Ansprechens festgelegt werden. Die Bestimmung des

Valproinsäureserumspiegels kann zusätzlich zur klinischen Überwachung in Betracht gezogen

werden, wenn eine angemessene Kontrolle der Anfälle nicht erzielt wird oder unerwünschte

Wirkungen vermutet werden. Der Wirkungsbereich liegt im Allgemeinen zwischen 40 – 100 mg/l

(300 – 700 μmol/l). Die Serumkonzentration (bestimmt vor der ersten Tagesdosis) sollte 100 mg

Valproinsäure/l nicht überschreiten.

Es empfiehlt sich ein stufenweiser (einschleichender) Aufbau der Dosierung bis zur optimal

wirksamen Dosis.

Dosierung

In der Monotherapie beträgt die Initialdosis in der Regel 5 – 10 mg Valproinsäure/kg

Körpergewicht, die alle 4 – 7 Tage um etwa 5 mg Valproinsäure/kg Körpergewicht erhöht werden

sollte.

Die volle Wirkung ist in einigen Fällen erst nach 4 – 6 Wochen zu beobachten. Die Tagesdosen

sollen deshalb nicht zu früh über mittlere Werte hinaus gesteigert werden.

Die mittlere Tagesdosis beträgt (während der Langzeitbehandlung) für:

Erwachsene und ältere Patienten im Allgemeinen 20 mg Valproinsäure/kg Körpergewicht,

Jugendliche 25 mg Valproinsäure/kg Körpergewicht,

Kinder 30 mg Valproinsäure/kg Körpergewicht.

Lebensalter

Körpergewicht (kg)

Durchschnittliche

Dosis* (mg/Tag)

Durchschnittliche

Dosis* (ml/Tag)

Erwachsene

ab ca. 60

1.200 – 2.100

4 – 7

Jugendliche ab 14

Jahren

ca. 40 – 60

1.000 – 1.500

3,5 – 5

Kinder**

3 – 6 Monate

ca. 5,5 – 7,5

6 – 12 Monate

ca. 7,5 – 10

150 – 300

0,5 – 1

1 – 3 Jahre

ca. 10 – 15

300 – 450

1 – 1,5

3 – 6 Jahre

ca. 15 – 25

450 – 750

1,5 – 2,5

7 – 14 Jahre

ca. 25 – 40

750 – 1.200

2,5 – 4

*Angaben bezogen auf mg Natriumvalproat.

**Hinweise:

Für Kinder bis zu 3 Jahren sollten vorzugsweise die zur Verfügung stehenden Darreichungsformen

mit niedrigerem Wirkstoffgehalt (z.B. Lösung) verwendet werden.

Für Kinder bis zu 6 Jahren eignen sich besonders die zur Verfügung stehenden

Darreichungsformen mit niedrigerem Wirkstoffgehalt (z.B. Lösung oder Tabletten zu 150 mg).

Die Tagesdosis kann auf 2 – 4 Einzelgaben verteilt werden.

Kombinationstherapie

Wird Valproat AL in Kombination oder als Substitutionstherapie zu einer früheren Medikation

gegeben, muss die Dosis der bis dahin eingenommenen Antiepileptika, insbesondere die von

Phenobarbital, unverzüglich vermindert werden. Falls die vorausgegangene Medikation abgesetzt

wird, hat dies ausschleichend zu erfolgen.

Da die enzyminduzierende Wirkung anderer Antiepileptika auf die Metabolisierung der

Valproinsäure reversibel ist, ist etwa 4 – 6 Wochen nach der letzten Einnahme eines solchen

Antiepileptikums der Valproinsäureserumspiegel zu kontrollieren und die Tagesdosis

gegebenenfalls zu reduzieren.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung ist individuell verschieden und wird vom behandelnden Arzt festgelegt.

Die antiepileptische Therapie ist grundsätzlich eine Langzeittherapie.

Über die Behandlungsdauer und das Absetzen von Valproat AL sollte im Einzelfall ein Facharzt

entscheiden. Im Allgemeinen ist eine Dosisreduktion und ein Absetzen der Medikation frühestens

nach zwei- bis dreijähriger Anfallsfreiheit zu erwägen.

Das Absetzen muss in schrittweiser Dosisreduktion über ein bis zwei Jahre erfolgen, wobei sich der

EEG-Befund nicht verschlechtern sollte. Bei Kindern sollte bei der Dosisreduktion das Entwachsen

der Dosis pro kg Körpergewicht berücksichtigt werden.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit Niereninsuffizienz oder Hypoproteinämie

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder Hypoproteinämie muss der Anstieg an freier

Valproinsäure im Serum in Betracht gezogen und die Dosis gegebenenfalls reduziert werden.

Entscheidend für eine Dosisanpassung sollte jedoch das klinische Bild sein, da eine Bestimmung

der Valproinsäuregesamtkonzentration im Serum zu falschen Schlussfolgerungen führen kann

(siehe auch Abschnitt 5.2).

Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter

Die Behandlung mit Valproat muss von einem in der Therapie von Epilepsie erfahrenen

Spezialisten eingeleitet und überwacht werden. Valproat darf nur dann bei Mädchen und Frauen im

gebärfähigen Alter angewendet werden, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind oder nicht

vertragen werden.

Valproat wird entsprechend dem Valproat-Schwangerschaftsverhütungsprogramm verordnet und

abgegeben (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Valproat sollte vorzugsweise als Monotherapie und in der niedrigsten wirksamen Dosis verordnet

werden, wenn möglich als Retardformulierung. Die tägliche Dosis sollte in zwei bis vier

Einzeldosen aufgeteilt werden (siehe Abschnitt 4.6).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Valproat AL sollte während oder nach den Mahlzeiten nach Verdünnung in einem halben Glas

Zuckerwasser oder Ähnlichem eingenommen werden. Es wird empfohlen, keine

kohlensäurehaltigen Getränke wie Mineralwasser oder Ähnliches zu verwenden.

Zur genauen Dosierung liegt der Packung eine skalierte Applikationsspritze für Zubereitungen zum

Einnehmen bei.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile,

Lebererkrankungen in der eigenen oder Familienanamnese und manifeste schwerwiegende

Leber- und Pankreasfunktionsstörungen

Leberfunktionsstörungen mit tödlichem Ausgang während einer Valproinsäuretherapie bei

Geschwistern,

hepatische Porphyrie,

Blutgerinnungsstörungen,

mitochondriale Erkrankungen, die durch Mutationen in dem das mitochondriale Enzym

Polymerase-Gamma (POLG) kodierenden Kerngen verursacht sind, wie beispielsweise das

Alpers-Huttenlocher-Syndrom, sowie bei Kindern unter 2 Jahren, bei denen der Verdacht auf

eine POLG-verwandte Erkrankung besteht (siehe Abschnitt 4.4),

bekannte Störungen des Harnstoffzyklus (siehe Abschnitt 4.4),

während der Schwangerschaft, es sei denn, es stehen keine geeigneten alternativen

Behandlungen zur Verfügung (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6),

bei Frauen im gebärfähigen Alter, es sei denn, die Bedingungen des

Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Leber- und/oder Pankreasschädigung

Gelegentlich sind schwere Schädigungen der Leber, selten Schädigungen des Pankreas beobachtet

worden. Am häufigsten betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder unter 3 Jahren, die an schweren

epileptischen Anfällen leiden.

Das Risiko einer Leber- oder Pankreasschädigung ist, insbesondere bei Kombinationsbehandlung

mit mehreren Antiepileptika oder wenn zusätzlich eine Hirnschädigung, mentale Retardierung

und/oder eine angeborene Stoffwechselerkrankung oder degenerative Erkrankung vorliegen,

erhöht. Bei diesen Patienten sollte die Anwendung von Valproinsäure mit besonderer Vorsicht und

als Monotherapie erfolgen.

Leberschäden wurden in der Mehrzahl der Fälle innerhalb der ersten 6 Monate der Therapie

beobachtet, insbesondere zwischen der 2. und 12. Woche. Bei Kindern über 3 Jahre und vor allem

jenseits des 10. Lebensjahres nimmt die Häufigkeit der Erkrankungen beträchtlich ab.

Der Verlauf dieser Erkrankungen kann letal sein. Ein gemeinsames Auftreten von Hepatitis und

Pankreatitis erhöht das Risiko eines letalen Verlaufs.

Zeichen einer Leber- und/oder Pankreasschädigung

Schwerwiegenden oder tödlichen Leber- und/oder Pankreasschädigungen können unspezifische

Symptome vorausgehen, die meistens plötzlich auftreten, wie erneutes Auftreten oder Zunahme der

Häufigkeit oder der Schwere von epileptischen Anfällen, Bewusstseinsstörungen mit Verwirrtheit,

Unruhe, Bewegungsstörungen, körperlichem Unwohlsein und Schwächegefühl, Appetitverlust,

Abneigung gegen gewohnte Speisen, Abneigung gegen Valproinsäure, Übelkeit, Erbrechen,

Oberbauchbeschwerden, Lethargie, Schläfrigkeit und, insbesondere bei Leberschädigung, auffällig

häufig Hämatome, Nasenbluten sowie unterschiedlich lokalisierte oder generalisierte Ödeme.

Hinsichtlich dieser Anzeichen sollten Patienten, vor allem Säuglinge und Kleinkinder, engmaschig

überwacht werden.

Sind die oben erwähnten Beschwerden anhaltend oder schwerwiegend, so sind neben einer

gründlichen Untersuchung auch entsprechende Laboruntersuchungen (siehe unten „Maßnahmen

zur Früherkennung“) vorzunehmen. Da jedoch die Blutwerte bei Erkrankung nicht in allen Fällen

auffällig sein müssen, sollte der behandelnde Arzt sich nicht ausschließlich auf veränderte

Blutwerte verlassen. Insbesondere zu Beginn der Behandlung können in Einzelfällen Werte der

Leberenzyme auch unabhängig von einer Leberfunktionsstörung vorübergehend erhöht sein.

Deshalb sind stets Anamnese und klinisches Bild von entscheidender Bedeutung für die

Beurteilung.

Falls zusätzlich begleitend Salicylate eingenommen werden, sollten diese als Vorsichtsmaßnahme

abgesetzt werden, da sie über denselben Weg wie Valproinsäure metabolisiert werden.

Maßnahmen zur Früherkennung einer Leberschädigung und/oder Pankreasschädigung

Vor Behandlungsbeginn sind eine ausführliche Anamnese, insbesondere hinsichtlich

Stoffwechselstörungen, Hepatopathien, Pankreasaffektionen und Gerinnungsstörungen, klinische

und laborchemische Untersuchungen (z.B. PTT, Fibrinogen, Gerinnungsfaktoren, INR,

Gesamteiweiß, Bestimmung von Blutbild mit Thrombozyten, Bilirubin, SGOT, SGPT, Gamma-

GT, Lipase, Alpha-Amylase, Blutzucker) durchzuführen.

Vier Wochen nach Behandlungsbeginn sollte eine laborchemische Kontrolle mit Bestimmung der

Gerinnungsparameter wie INR und PTT, SGOT, SGPT, Bilirubin und Amylase durchgeführt

werden.

Bei klinisch unauffälligen Kindern sollten das Blutbild mit Thrombozyten, SGOT und SGPT

regelmäßig bestimmt werden, z.B. bei jeder zweiten ärztlichen Untersuchung.

Bei klinisch unauffälligen Patienten mit krankhaft erhöhten 4-Wochen-Werten sollte eine

Verlaufskontrolle drei Mal im Abstand von maximal 2 Wochen, dann ein Mal pro Monat bis zum

6. Behandlungsmonat durchgeführt werden.

Bei Jugendlichen (≥ 15 Jahre) und Erwachsenen sind im ersten Halbjahr monatliche Kontrollen des

klinischen Befundes und der Laborparameter sowie vor Therapiebeginn anzuraten.

Nach 12-monatiger Therapie ohne Auffälligkeiten sind nur noch 2 – 3 ärztliche Kontrollen pro Jahr

erforderlich.

Eltern sind auf mögliche Zeichen einer Leber- und/oder Pankreasschädigung hinzuweisen und

angehalten, bei klinischen Auffälligkeiten unabhängig von diesem Zeitplan sofort den

behandelnden Arzt zu informieren.

Ein sofortiger Therapieabbruch ist zu erwägen, wenn eines der folgenden Symptome auftritt:

nicht erklärbarer Störung des Allgemeinbefindens, klinischen Zeichen einer Leber- oder

Pankreasaffektion, Blutungsneigung, mehr als 2- bis 3-facher Erhöhung von SGPT oder SGOT

auch ohne klinische Zeichen (Leberenzyminduktion durch evtl. Begleitmedikation ist zu

bedenken), mäßige (1- bis 1,5-fache) Erhöhung von SGPT oder SGOT bei gleichzeitigem, akut

fieberhaftem Infekt, ausgeprägter Störung des Gerinnungsstatus, Auftreten von dosisunabhängigen

Nebenwirkungen.

Schwangerschaftsverhütungsprogramm

Valproat hat ein hohes teratogenes Potenzial, und bei Kindern, die im Mutterleib Valproat

ausgesetzt sind, besteht ein hohes Risiko für angeborene Missbildungen und neurologische

Entwicklungsstörungen (siehe Abschnitt 4.6).

Valproinsäure ist in folgenden Fällen kontraindiziert:

Behandlung von Epilepsie

während der Schwangerschaft, es sei denn, es stehen keine geeigneten alternativen

Behandlungen zur Verfügung (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6),

bei Frauen im gebärfähigen Alter, es sei denn, die Bedingungen des

Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms:

Der verordnende Arzt muss sicherstellen,

dass die jeweils individuellen Umstände der Patientin berücksichtigt werden, wobei sie in

diesen Prozess mit einzubinden ist, um ihre Mitwirkung sicherzustellen, und dass

Therapieoptionen besprochen werden und gewährleistet ist, dass sie sich der Risiken bewusst

ist und die Maßnahmen verstanden hat, die zur Minimierung der Risiken erforderlich sind.

dass alle Patientinnen hinsichtlich ihrer Gebärfähigkeit eingeschätzt werden.

dass die Patientin die Risiken hinsichtlich angeborener Missbildungen und neurologischer

Entwicklungsstörungen verstanden und bestätigt hat, einschließlich des Ausmaßes dieser

Risiken für Kinder, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt sind.

dass die Patientin die Notwendigkeit versteht, sich vor Beginn und (soweit erforderlich)

während der Behandlung Schwangerschaftstests zu unterziehen.

dass die Patientin bezüglich Empfängnisverhütung beraten wird und dass die Patientin in der

Lage ist, während der gesamten Dauer der Behandlung mit Valproat ununterbrochen

zuverlässige Verhütungsmethoden anzuwenden (weitere Informationen sind im Unterabschnitt

„Empfängnisverhütung“ in diesem eingerahmten Warnhinweis zu finden).

dass die Patientin die Notwendigkeit einer regelmäßigen (mindestens jährlichen) Überprüfung

der Behandlung versteht, die von einem in der Behandlung von Epilepsie erfahrenen

Spezialisten durchzuführen ist.

dass die Patientin die Notwendigkeit versteht, ihren Arzt aufzusuchen, sobald sie eine

Schwangerschaft plant, um eine rechtzeitige Diskussion und Umstellung auf alternative

Behandlungsoptionen, noch vor der Empfängnis und vor Beendigung der

Empfängnisverhütung, sicherzustellen.

dass die Patientin die Notwendigkeit versteht, im Falle einer Schwangerschaft unverzüglich

ihren Arzt aufzusuchen.

dass die Patientin den Leitfaden für Patienten erhalten hat.

dass die Patientin bestätigt, dass sie die Gefahren und erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen im

Zusammenhang mit der Anwendung von Valproat verstanden hat (jährlich auszufüllendes

Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung).

Diese Bedingungen treffen auch auf Frauen zu, die zurzeit nicht sexuell aktiv sind, es sei denn,

dem verordnenden Arzt liegen triftige Gründe vor, die eine mögliche Schwangerschaft

ausschließen.

Mädchen

Der verordnende Arzt muss sicherstellen, dass die Eltern/Betreuer von Mädchen die

Notwendigkeit verstehen, den Spezialisten zu informieren, sobald beim Mädchen, das

Valproat anwendet, die erste Regelblutung einsetzt.

Der verordnende Arzt muss sicherstellen, dass die Eltern/Betreuer von Mädchen, bei denen die

erste Regelblutung eingesetzt hat, umfassend über die Risiken hinsichtlich angeborener

Missbildungen und neurologischer Entwicklungsstörungen informiert werden, einschließlich

des Ausmaßes dieser Risiken für Kinder, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt sind.

Bei Patientinnen, bei denen die erste Regelblutung eingesetzt hat, muss der verordnende

Spezialist die Notwendigkeit der Therapie mit Valproat jährlich neu beurteilen und alternative

Behandlungsoptionen in Erwägung ziehen. Stellt Valproat die einzige geeignete

Behandlungsoption dar, müssen die notwendige Anwendung zuverlässiger

Verhütungsmethoden und alle anderen Bedingungen des

Schwangerschaftsverhütungsprogramms besprochen werden. Der Spezialist sollte alles

daransetzen, Mädchen auf alternative Behandlungen umzustellen, bevor sie das

Erwachsenenalter erreichen.

Schwangerschaftstest

Vor Beginn der Behandlung mit Valproat muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Um

eine unbeabsichtigte Anwendung während einer Schwangerschaft auszuschließen, darf mit der

Behandlung mit Valproat bei Frauen im gebärfähigen Alter erst begonnen werden, wenn ein zuvor

durchgeführter Schwangerschaftstest (Blutplasma-basierter Schwangerschaftstest) negativ

ausgefallen ist und das Ergebnis durch medizinisches Fachpersonal bestätigt wurde.

Empfängnisverhütung

Frauen im gebärfähigen Alter, denen Valproat verordnet wird, müssen während der gesamten

Dauer der Behandlung mit Valproat ununterbrochen zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden.

Diese Patientinnen müssen umfassend über schwangerschaftsverhütende Maßnahmen informiert

werden und sollten an eine Beratungsstelle zur Empfängnisverhütung verwiesen werden, wenn sie

keine zuverlässigen Verhütungsmethoden anwenden. Mindestens eine zuverlässige

Verhütungsmethode (vorzugsweise eine anwenderunabhängige Form der Verhütung, wie etwa ein

Intrauterinpessar oder Implantat) oder zwei einander ergänzende Formen der

Empfängnisverhütung, einschließlich einer Barrieremethode, sind anzuwenden. Bei der Wahl der

Verhütungsmethode sind die jeweils individuellen Umstände der Patientin zu berücksichtigen,

wobei sie in diesen Prozess mit einzubinden ist, um ihre Mitwirkung und Einhaltung der gewählten

Maßnahmen sicherzustellen. Selbst bei einer vorliegenden Amenorrhö muss die Patientin sämtliche

Empfehlungen für eine zuverlässige Verhütung befolgen.

Östrogenhaltige Arzneimittel

Die gleichzeitige Anwendung mit östrogenhaltigen Arzneimitteln, einschließlich östrogenhaltiger

hormoneller Kontrazeptiva, kann zu einer verminderten Wirksamkeit von Valproat führen (siehe

Abschnitt 4.5). Der verordnende Arzt sollte zu Beginn bzw. beim Beenden der Anwendung von

östrogenhaltigen Arzneimitteln das klinische Ansprechen (Anfallskontrolle) überwachen. Auf der

anderen Seite kommt es durch Valproat nicht zu einer verminderten Wirksamkeit von hormonellen

Kontrazeptiva.

Jährliche Beurteilung der Behandlung durch einen Spezialisten

Der Spezialist hat mindestens einmal jährlich eine Beurteilung vorzunehmen, ob Valproat die

geeignete Behandlung für die Patientin darstellt. Der Spezialist sollte das jährlich auszufüllende

Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung zu Behandlungsbeginn und während jeder

jährlichen Beurteilung mit der Patientin besprechen und sicherstellen, dass sie den Inhalt

verstanden hat.

Schwangerschaftsplanung

Für die Indikation Epilepsie muss für den Fall, dass eine Frau beabsichtigt, schwanger zu werden,

ein in der Behandlung von Epilepsie erfahrener Spezialist die Therapie mit Valproat erneut

beurteilen und alternative Behandlungsoptionen erwägen. Es sollte alles darangesetzt werden, vor

der Empfängnis und bevor die Empfängnisverhütung beendet wird, auf eine geeignete alternative

Behandlung umzustellen (siehe Abschnitt 4.6). Ist eine Umstellung nicht möglich, ist die Frau

weiter zu den von Valproat ausgehenden Risiken für das ungeborene Kind aufzuklären, um sie bei

der fundierten Entscheidungsfindung hinsichtlich der Familienplanung zu unterstützen.

Schwangerschaft

Wenn eine Frau während der Anwendung von Valproat schwanger wird, muss sie unverzüglich an

einen Spezialisten überwiesen werden, damit die Behandlung mit Valproat erneut beurteilt und

alternative Optionen erwogen werden können. Patientinnen, die während der Schwangerschaft

Valproat ausgesetzt sind, sollten gemeinsam mit ihren Partnern an einen Spezialisten mit Erfahrung

in Embryonaltoxikologie oder Pränatalmedizin überwiesen werden, damit er die Auswirkungen der

Exposition während der Schwangerschaft beurteilen und entsprechend aufklären kann (siehe

Abschnitt 4.6).

Apotheker müssen sicherstellen,

dass die Patientenkarte bei jeder Abgabe von Valproat ausgehändigt wird und dass die

Patientinnen deren Inhalt verstehen.

dass Patientinnen darüber informiert sind, die Anwendung von Valproat nicht abzubrechen

und im Falle einer geplanten oder vermuteten Schwangerschaft unverzüglich einen

Spezialisten aufzusuchen.

Schulungsmaterial

Um Angehörigen von Gesundheitsberufen und Patientinnen dabei zu helfen, eine Valproat-

Exposition während der Schwangerschaft zu vermeiden, stellt der Zulassungsinhaber

Schulungsmaterial zur Verfügung, das entsprechende Warnhinweise enthält, sowie Leitlinien zur

Anwendung von Valproat bei Frauen im gebärfähigen Alter und Einzelheiten zum

Schwangerschaftsverhütungsprogramm. Allen Frauen im gebärfähigen Alter, die Valproat

anwenden, ist ein Leitfaden für Patienten und eine Patientenkarte auszuhändigen.

Ein jährlich auszufüllendes Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung ist vom Spezialisten zu

Behandlungsbeginn und während jeder jährlichen Beurteilung der Behandlung mit Valproat zu

verwenden.

Suizidgedanken und suizidales Verhalten

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter,

placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das

Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung

dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines

erhöhten Risikos bei der Einnahme von Valproinsäure nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Carbapeneme

Die gleichzeitige Anwendung von Valproinsäure/Valproaten und Carbapenemen wird nicht

empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Alkohol

Während der Behandlung mit Valproat sollte Alkohol vermieden werden.

Migräneprophylaxe

Valproinsäure darf nicht angewendet werden zur Migräneprophylaxe (siehe auch Abschnitt 4.6).

Metabolische Erkrankungen, insbesondere angeborene Enzymopathien

Unter der Behandlung mit valproinsäurehaltigen Arzneimitteln kann es zu einem Anstieg des

Ammoniakserumspiegels (Hyperammonämie) kommen. Deshalb sind beim Auftreten von

Symptomen wie Apathie, Somnolenz, Erbrechen, Hypotension sowie bei der Zunahme der

Anfallsfrequenz die Serumspiegel von Ammoniak und Valproinsäure zu bestimmen; ggf. ist die

Dosis des Arzneimittels zu reduzieren.

Bei Verdacht auf eine bereits bestehende enzymatische Störung des Harnstoffzyklus sollte bereits

vor Beginn einer Valproinsäuretherapie eine genaue Abklärung eventueller

Stoffwechselabweichungen erfolgen, um das Auftreten einer Hyperammonämie zu vermeiden

(siehe Abschnitte 4.3 und 4.8).

Bekannte mitochondriale Erkrankung oder Verdacht auf eine mitochondriale Erkrankung

Valproat kann die klinischen Anzeichen für zugrunde liegende mitochondriale Erkrankungen, die

durch Mutationen der mitochondrialen DNA oder auch des kernkodierten POLG-Gens verursacht

werden, auslösen oder verstärken. So wurde von Patienten mit angeborenen neurometabolischen

Erkrankungen, die durch Mutationen im Gen für das mitochondriale Enzym Polymerase-Gamma

(POLG) verursacht werden, wie beispielsweise das Alpers-Huttenlocher-Syndrom, eine höhere

Rate an durch Valproat induzierten Fällen von akutem Leberversagen und leberbedingten

Todesfällen gemeldet.

POLG-verwandte Erkrankungen sollten vermutet werden bei Patienten mit entsprechender

familiärer Belastung oder Symptomen, die auf eine POLG-verwandte Erkrankung hinweisen,

einschließlich nicht geklärter Enzephalopathie, refraktärer Epilepsie (fokal, myoklonisch), Status

epilepticus bei Vorstellung, Entwicklungsverzögerung, psychomotorischer Regression, axonaler

sensomotorischer Neuropathie, Myopathie, zerebellarer Ataxie, Ophthalmoplegie oder

komplizierter Migräne mit okzipitaler Aura. Die Untersuchung auf POLG-Mutationen sollte in

Einklang mit der derzeitigen klinischen Praxis für die diagnostische Bewertung solcher

Erkrankungen erfolgen (siehe Abschnitt 4.3).

Carnitin-Palmitoyl-Transferase-(CPT-)II-Mangel

Patienten mit einem bestehenden Carnitin-Palmitoyl-Transferase-(CPT-)II-Mangel sollten auf das

erhöhte Risiko einer Rhabdomyolyse unter der Behandlung mit Valproinsäure hingewiesen

werden.

Verschlimmerung von Krampfanfällen

Bei einigen Patienten kann es unter Valproat statt zu einer Verbesserung zu einer reversiblen

Verschlimmerung der Häufigkeit und Schwere von Krampfanfällen kommen (einschließlich Status

epilepticus) oder es können neue Arten von Krampfanfällen auftreten. Die Patienten sollten darauf

hingewiesen werden, im Falle einer Verschlimmerung der Krampfanfälle umgehend ihren Arzt zu

kontaktieren.

Knochenmarkschädigung

Patienten mit einer vorausgegangenen Knochenmarkschädigung müssen streng überwacht werden.

Reaktionen des Immunsystems

Obwohl Störungen des Immunsystems während der Anwendung von valproinsäurehaltigen

Arzneimitteln nur selten beobachtet wurden, sollen diese bei Patienten mit einem systemischen

Lupus erythematodes nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Niereninsuffizienz und Hypoproteinämie

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz und Hypoproteinämie muss der Anstieg an freier

Valproinsäure im Serum in Betracht gezogen und die Dosis entsprechend reduziert werden (siehe

auch Abschnitt 4.2). Da die Überwachung der Plasmakonzentration allein irreführend sein kann,

sollte die Dosisanpassung entsprechend dem klinischen Bild erfolgen.

Untersuchungen

Zu beachten ist, dass zu Beginn einer Valproinsäurebehandlung, ähnlich wie bei anderen

Antiepileptika, eine passagere Transaminasenerhöhung ohne klinische Symptome auftreten kann.

In diesen Fällen werden weitergehende Laboruntersuchungen (inkl. INR) empfohlen. Selten kann

auch eine harmlose, meist vorübergehende Übelkeit, manchmal auch mit Erbrechen und

Appetitlosigkeit, auftreten, die sich von selbst oder bei einer Verminderung der Dosis wieder

zurückbildet.

Vor einem operativen Eingriff und im Fall von Verletzungen oder spontanen Blutungen ist der

Gerinnungsstatus (inkl. Blutbild mit Thrombozyten, Blutungszeit und Gerinnungsparametern) zu

überprüfen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten wird eine engmaschige Kontrolle des

INR-Wertes empfohlen.

Patienten sollen auf eine mögliche Gewichtszunahme zu Beginn der Behandlung hingewiesen

werden. Geeignete Maßnahmen zur Gewichtskontrolle sind zu ergreifen.

Sonstiger Hinweis:

Bei der Beobachtung nicht dosisabhängiger Nebenwirkungen ist das Absetzen des Arzneimittels

angezeigt.

Diabetiker mit Verdacht auf Ketoazidose

Da Valproinsäure teilweise zu Ketonkörpern metabolisiert wird, sollte bei Diabetikern mit

Verdacht auf Ketoazidose eine mögliche falsch positive Reaktion eines Tests auf

Ketonkörperausscheidung berücksichtigt werden.

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