Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

04-05-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

04-05-2018

Wirkstoff:
Valganciclovirhydrochlorid
Verfügbar ab:
Pharmathen S.A. - Geschäftsanschrift - (8040944)
ATC-Code:
J05AB14
INN (Internationale Bezeichnung):
Valganciclovir hydrochloride
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Valganciclovirhydrochlorid (29931) 496,286 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
98501.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-05-02

Dokumente in anderen Sprachen

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Englisch

23-07-2018

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten

Valganciclovir

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lessen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Valganciclovir Pharmathen und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Valganciclovir Pharmathen beachten?

3. Wie ist Valganciclovir Pharmathen einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Valganciclovir Pharmathen aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Valganciclovir Pharmathen und wofür wird es angewendet?

Valganciclovir Pharmathen gehört zu einer Arzneimittelgruppe, die direkt das Wachstum der Viren

hemmt. Im Körper wird der Wirkstoff in den Tabletten – Valganciclovir – in Ganciclovir

umgewandelt. Ganciclovir hindert ein bestimmtes Virus, das Cytomegalievirus (CMV), daran, sich

zu vermehren und gesunde Zellen zu befallen. Bei Menschen mit einem geschwächten

Immunsystem kann CMV eine Infektion in verschiedenen Organen des Körpers auslösen. Diese

kann lebensbedrohlich sein.

Valganciclovir Pharmathen wird angewendet:

zur Behandlung von CMV-bedingter Entzündung der Netzhaut der Augen von erwachsenen

Patienten mit erworbenem Immunschwächesyndrom (AIDS). Eine CMV-Infektion der Netzhaut

kann zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führen

zur Vorbeugung einer CMV-Erkrankung bei Erwachsenen und Kindern, die bisher nicht mit

CMV infiziert waren und bei einer Transplantation das Organ eines CMV-infizierten Spenders

erhalten haben.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Valganciclovir Pharmathen beachten?

Valganciclovir Pharmathen darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Valganciclovir oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie allergisch gegen Ganciclovir, Aciclovir oder Valaciclovir sind (Arzneimittel zur

Behandlung anderer Virusinfektionen).

wenn Sie stillen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Valganciclovir Pharmathen

einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Valganciclovir Pharmathen ist erforderlich,

wenn die Anzahl Ihrer weißen oder roten Blutkörperchen oder Ihrer Blutplättchen (kleine

Zellen, die an der Blutgerinnung beteiligt sind) gering ist. Ihr Arzt wird vor Behandlungsbeginn

mit Valganciclovir Pharmathen Tabletten Blutuntersuchungen bei Ihnen durchführen, weitere

Blutuntersuchungen werden während Ihrer Behandlung durchgeführt

wenn Sie Bestrahlungen erhalten oder Dialysepatient sind

wenn bei Ihnen ein Nierenleiden vorliegt. Es kann sein, dass Ihnen Ihr Arzt eine niedrigere

Dosis verschreibt und Ihr Blut während der Behandlung regelmäßig untersucht werden muss

wenn Sie zurzeit Ganciclovir-Kapseln nehmen und Ihr Arzt Sie auf Valganciclovir Pharmathen

Tabletten umstellen möchte. Es ist wichtig, dass Sie nicht mehr als die von Ihrem Arzt

verschriebene Anzahl an Valganciclovir Pharmathen Tabletten einnehmen, da die Gefahr einer

Überdosierung besteht

Einnahme von Valganciclovir Pharmathen zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige

Arzneimittel handelt.

Wenn Sie andere Arzneimittel zur gleichen Zeit wie Valganciclovir Pharmathen einnehmen, könnte

diese Kombination die Wirkstoffmenge beeinflussen, die in Ihren Blutkreislauf gelangt, oder zu

schädlichen Wirkungen führen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel nehmen, die

einen der folgenden Wirkstoffe enthalten:

Imipenem-Cilastatin (ein Antibiotikum). Die gleichzeitige Einnahme mit Valganciclovir

Pharmathen kann zu Krampfanfällen führen

Zidovudin, Didanosin, Lamivudin, Tenofovir, Abacavir, Emtricitabin oder ähnliche

Arzneimittel zur Behandlung von AIDS

Ribavirin, pegylierte Interferone, Adefovir und Entecavir zur Behandlung von Hepatitis B/C

Probenecid (ein Arzneimittel gegen Gicht). Die gleichzeitige Einnahme von Probenecid und

Valganciclovir Pharmathen kann den Ganciclovir-Gehalt in Ihrem Blut erhöhen

Mycophenolatmofetil (angewendet nach Organtransplantation)

Vincristin, Vinblastin, Adriamycin, Hydroxycarbamid oder ähnliche Arzneimittel zur

Krebsbehandlung

Cidofovir oder Foscarnet gegen Virusinfektionen

Trimethoprim, Trimethoprim/Sulfonamid-Kombinationen und Dapson (Antibiotika)

Pentamidin (Arzneimittel zur Behandlung von Parasiten oder Lungeninfektionen)

Flucytosin oder Amphotericin B (Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen)

Einnahme von Valganciclovir Pharmathen zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Dieses Arzneimittel sollte zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden. Wenn Sie aus

irgendeinem Grund einmal nicht essen können, sollten Sie trotzdem Valganciclovir Pharmathen

wie gewohnt einnehmen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme Anwendung dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Valganciclovir Pharmathen nicht einnehmen, außer Ihr Arzt

empfiehlt es Ihnen. Die Einnahme von Valganciclovir Pharmathen während einer Schwangerschaft

kann Ihr ungeborenes Kind schädigen.

Sie dürfen Valganciclovir Pharmathen nicht einnehmen, wenn Sie stillen. Wenn Ihr Arzt möchte,

dass Sie eine Behandlung mit Valganciclovir Pharmathen beginnen, müssen Sie vor der ersten

Einnahme der Tabletten abstillen.

Frauen in gebärfähigem Alter müssen eine wirksame Empfängnisverhütung verwenden, wenn sie

Valganciclovir Pharmathen einnehmen.

Männer, deren Partnerinnen schwanger werden könnten, müssen während der Einnahme von

Valganciclovir Pharmathen Kondome benutzen und sollten auch bis zu 90 Tage nach dem Ende der

Behandlung weiterhin Kondome benutzen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie sich nach der Einnahme

dieses Arzneimittels benommen, müde, zittrig oder verwirrt fühlen.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

3. Wie ist Valganciclovir Pharmathen einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Sie müssen Ihre Tabletten mit großer Vorsicht handhaben. Die Tabletten dürfen nicht zerbrochen

oder zerdrückt werden. Sie sollten die Tabletten unzerkaut und möglichst zusammen mit einer

Mahlzeit einnehmen. Sollten Sie versehentlich eine beschädigte Tablette berührt haben, waschen

Sie sich die Hände gründlich mit Wasser und Seife. Wenn Ihnen etwas von dem Tablettenpulver in

die Augen gerät, spülen Sie die Augen mit sterilem Wasser bzw. mit sauberem Wasser, wenn Ihnen

kein steriles Wasser zur Verfügung steht.

Sie müssen die von Ihrem Arzt verschriebene Anzahl Tabletten genau einhalten, um eine

Überdosierung zu vermeiden.

Valganciclovir Pharmathen Tabletten sollten, wenn möglich, mit Nahrungsmitteln eingenommen

werden – siehe Abschnitt 2.

Erwachsene:

Vorbeugung einer CMV-Erkrankung bei Patienten nach Organtransplantation

Die Einnahme dieses Arzneimittels muss innerhalb von 10 Tagen nach der Transplantation

begonnen werden. Die übliche Dosis beträgt EINMAL täglich zwei Tabletten. Nehmen Sie diese

Dosis bis zu 100 Tage nach Ihrer Organtransplantation ein. Nach einer Nierentransplantation wird

Ihr Arzt Ihnen möglicherweise empfehlen, die Tabletten für 200 Tage einzunehmen.

Behandlung einer akuten CMV-Retinitis bei AIDS-Patienten (sogenannte Initialtherapie)

Die übliche Dosis Valganciclovir Pharmathen beträgt ZWEIMAL täglich zwei Tabletten für 21

Tage(drei Wochen). Nehmen Sie diese Dosis nicht länger als 21 Tage lang ein, da sich dadurch das

Risiko für mögliche Nebenwirkungen derhöht, es sei denn, Ihr Arzt hat Sie dazu angewiesen.

Langzeitbehandlung zur Vorbeugung eines Wiederauftretens der akuten CMV-Retinitis bei

AIDS-Patienten (sogenannte Erhaltungstherapie)

Die übliche Dosis beträgt EINMAL täglich zwei Tabletten, die möglichst immer zur gleichen

Tageszeit eingenommen werden sollten. Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, wie lange Sie die Einnahme

von Valganciclovir Pharmathen fortsetzen müssen. Falls sich bei dieser Dosis die

Retinitisverschlimmert, kann Ihr Arzt Sie möglicherweise anweisen, die Induktionstherapie wie

oben beschrieben zu wiederholen oder ein anderes Arzneimittel gegen CMV einzunehmen.

Ältere Patienten

Valganciclovir wurde bei älteren Patienten nicht untersucht.

Patienten mit Nierenerkrankungen

Wenn Ihre Nieren nicht einwandfrei arbeiten, kann der Arzt Ihnen verordnen, dass Sie täglich

weniger Tabletten oder Ihre Tabletten nur an bestimmten Wochentagen einnehmen. Es ist sehr

wichtig, dass Sie nur die Anzahl Tabletten einnehmen, die Ihr Arzt Ihnen verordnet hat.

Patienten mit Lebererkrankungen

Valganciclovir wurde bei Patienten mit Lebererkrankungen nicht untersucht.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Vorbeugung einer CMV-Erkrankung bei Patienten nach Organtransplantation

Die Einnahme dieses Arzneimittels muss bei Kindern innerhalb von 10 Tagen nach der

Transplantation begonnen werden. Die einzunehmende Dosis ist je nach Körpergröße des Kindes

verschieden und sollte EINMAL täglich eingenommen werden. Ihr Arzt wird basierend auf Größe,

Gewicht und Nierenfunktion Ihres Kindes die am besten geeignete Dosis festlegen. Die Einnahme

dieser Dosis sollte bis zu 100 Tage fortgesetzt werden. Wenn Ihr Kind eine Nierentransplantation

erhalten hat, wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise empfehlen, die Dosis 200 Tage lang

einzunehmen.

Für Kinder, die Valganciclovir Pharmathen Filmtabletten nicht schlucken können, sollte die

Verfügbarkeit von Valganciclovir Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen überprüft

werden

Wenn Sie eine größere Menge von Valganciclovir Pharmathen eingenommen haben, als Sie

sollten

Wenn Sie mehr als die verordnete Dosis von Valganciclovir Pharmathen eingenommen haben oder

dies vermuten, dann setzen Sie sich bitte sofort mit Ihrem Arzt oder Krankenhaus in Verbindung.

Die Einnahme zu vieler Tabletten kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen, vor allem zu

einer Störung des Blutbildes oder der Nieren. Unter Umständen kann eine Einweisung ins

Krankenhaus erforderlich werden.

Wenn Sie die Einnahme von Valganciclovir Pharmathen vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme von Valganciclovir Pharmathen vergessen haben, nehmen Sie die

versäumte Dosis ein, sobald Sie es bemerkt haben. Die folgende Dosis nehmen Sie dann zur

üblichen Zeit.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Valganciclovir Pharmathen abbrechen

Beenden Sie die Behandlung nicht ohne ärztliche Anweisung.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Allergische Reaktionen

Eine plötzliche und schwere allergische Reaktion (anaphylaktischer Schock) unter Anwendung von

Valganciclovir wurde bei bis zu 1 von 100 Patienten beschrieben.

STOPPEN Sie die Einnahme von Valganciclovir Pharmathen und begeben Sie sich in die

Ambulanz des nächstgelegenen Krankenhauses, wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome

auftritt:

erhabener, juckender Hautausschlag (Nesselfieber)

plötzliche Schwellungen von Rachen, Gesicht, Lippen und Mund, die zu Schluck- oder

Atemschwierigkeiten führen können

plötzliche Schwellungen von Händen, Füßen oder Fußgelenken

Nachfolgend werden die Nebenwirkungen angegeben, die während einer Behandlung mit

Valganciclovir oder Ganciclovir aufgetreten sind.

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann bei mehr als 1 von 10 Behandelten auftreten):

Wirkung auf das Blut: eine verringerte Anzahl weißer Blutzellen (Neutropenie) - die Ihre

Infektionsanfälligkeit erhöht; eine Verringerung des Blutfarbstoffs, der den Sauerstoff

transportiert (Anämie) - was zu Müdigkeit und Atemlosigkeit bei Anstrengung führen kann

Wirkungen auf die Atmung: Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden (Dyspnoe)

Wirkung auf den Magen und den Darm: Durchfall

Häufige Nebenwirkungen (kann bei 1 bis 10 von 100 Behandelten auftreten):

Wirkungen auf das Blut: Verminderung einer anderen Art von weißen Blutzellen zur

Infektabwehr (Leukozyten) im Blut (Leukopenie), eine Verringerung der Blutplättchen

(Thrombozytopenie) – die zu einer verstärkten Neigung zu Blutergüssen oder Blutungen führen

kann, und eine gleichzeitig verringerte Anzahl verschiedener Arten von Blutzellen

(Panzytopenie)

Wirkungen auf das Nervensystem: Kopfschmerzen, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit),

Störungen des Geschmacksempfindens (Dysgeusie), verminderte Empfindlichkeit gegenüber

Berührung (Hypästhesie), Stechen oder Prickeln auf der Haut (Parästhesie), Gefühlsverlust oder

Kribbeln und Brennen in den Händen oder Füßen (periphere Neuropathie), Schwindel, Anfälle

(Krämpfe)

Wirkungen auf das Auge: Augenschmerzen, Schwellung im Augeninneren (Ödeme), Ablösung

der Sehzellschicht des Auges (Netzhautablösung), „Mückensehen“ (eine Umschreibung für

Glaskörpertrübungen)

Wirkung auf das Ohr: Ohrenschmerzen

Wirkung auf die Atmung: Husten

Wirkungen auf den Magen und den Darm: Übelkeit, Magen- bzw. Bauchschmerzen,

Verstopfung, Blähungen, Magenverstimmungen (Dyspepsie), Schluckbeschwerden

Wirkungen auf die Haut: Entzündete Haut (Dermatitis), Juckreiz, nächtliches Schwitzen

Wirkungen an den Muskeln, Gelenken oder Knochen: Rückenschmerzen, Schmerzen in den

Muskeln oder Gelenken, Muskelsteifheit und Muskelkrämpfe

Infektionen: Pilzinfektion im Mund (Mundsoor, orale Candidiasis), Infektionen, die von

Bakterien oder Viren im Blut ausgelöst werden, Zellgewebsentzündung (Zellulitis), Nieren-

oder Blasenentzündung/-infektion

Wirkung an der Leber: erhöhte Werte einiger Leberenzyme, die durch Blutuntersuchungen

festgestellt werden

Wirkung an der Niere: Änderungen bei der normalen Nierenfunktion

Wirkungen auf die Ernährung: Appetitlosigkeit (Anorexie), Gewichtsverlust

Allgemeine Wirkungen: Müdigkeit, Fieber, Schmerzen, Brustschmerzen, Energieverlust

(Asthenie), allgemeines Krankheitsgefühl

Wirkungen auf die Stimmung und das Verhalten: Depressionen, Angst, Verwirrtheit,

Denkstörungen

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bei 1 bis 10 von 1.000 Behandelten auftreten):

Wirkung am Herzen: Veränderungen des normalen Herzschlags (Herzrhythmusstörungen,

Arrhythmien)

Wirkung auf den Blutkreislauf: niedriger Blutdruck, der dazu führen kann, dass Ihnen

schwindelig wird oder Sie ohnmächtig werden

Wirkung auf das Blut: ein Rückgang der Bildung von Blutzellen im Knochenmark

Wirkungen auf das Nervensystem: Zuckungen oder Zittern (Tremor)

Wirkungen auf das Auge: rote, geschwollene Augen (Bindehautentzündung), Sehstörungen

Wirkung auf das Ohr: Taubheit

Wirkungen auf den Magen und den Darm: Blähbauch, Geschwüre im Mund, Entzündungen der

Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), begleitet von starken Schmerzen im Magen und Rücken

Wirkungen auf die Haut: Haarausfall, juckende Quaddeln (Urtikaria), trockene Haut

Wirkungen an der Niere: Blut im Urin (Hämaturie), Nierenversagen

Wirkung an der Leber: erhöhter Wert für die Alaninaminotransferase (ein Leberenzym), der nur

bei Blutuntersuchungen auffällt

Wirkung auf die Fruchtbarkeit: Unfruchtbarkeit beim Mann

Wirkungen auf die Stimmung und das Verhalten: ungewöhnliche Stimmungs- und

Verhaltensschwankungen, Verlust des Realitätsbezuges (z.B. Hören von Stimmen oder Sehen

von Dingen, die nicht vorhanden sind), Erregtheitszustände

Seltene Nebenwirkungen (kann bei 1 bis 10 von 10.000 Behandelten auftreten):

Wirkung auf das Blut: Versagen der Bildung aller Arten von Blutzellen (rote und weiße

Blutzellen sowie Blutplättchen) im Knochenmark

Eine Ablösung der Sehzellschicht des Auges (Netzhautablösung) trat nur bei AIDS-Patienten auf,

die mit Valganciclovir gegen eine CMV-Infektion behandelt wurden.

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen traten ähnliche Nebenwirkungen wie bei Erwachsenen auf.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Valganciclovir Pharmathen aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach EXP

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker,

wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum

Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Valganciclovir Pharmathen enthält

- Der Wirkstoff ist: Valganciclovir (als hydrochlorid).

Jede Filmtablette enthält 496,3 mg Valganciclovirhydrochlorid entsprechend 450 mg

Valganciclovir.

- Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose (Typ 102), Povidon (K 30), Crospovidon (Typ A),

Stearinsäure 50 (Ph.Eur.)

Tablettenhülle: Hypromellose 3 mPa.s, Hypromellose 6 mPa.s, Titandioxid, Macrogol 400,

Eisen(III)oxid, Polysorbat 80.

Wie Valganciclovir Pharmathen aussieht und Inhalt der Packung

Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten sind rosa, ovale bikonvexe Filmtabletten mit der

Prägung „450“ auf einen seite mit Abmessungen von 17,1 ± 0,3 mm in der Länge, 8,2 ± 0,3 mm in

der Breite und 6,1 ± 0,3 mm Dicke.

Sie sind in einem Karton verpackt, der eine weiße, undurchsichtige HDPE-Flaschen, mit

kindersicherem Polypropylenverschluss und Induktionsversiegelung.

Packungsgröße: Eine Flasche enthält 60 Filmtabletten.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmathen S.A.

6, Dervenakion Str.,

15351 Pallini Attiki

Griechenland

oder

Pharmathen International S.A.

Industrial Park Sapes, Rodopi Prefecture, Block No 5,

69300 Rodopi

Griechenland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen

DE: Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten

IT: Valganciclovir Pharmathen

CY: Valganciclovir Pharmathen

EL: Vagotrosin

FR: Valganciclovir Pharmathen 450 mg, comprimé pelliculé

NL: Valganciclovir Pharmathen

UK: Valganciclovir 450 mg film-coated tablets

ES: Valganciclovir Pharmathen

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2017

FACHINFORMATION

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 496,286 mg Valganciclovirhydrochlorid entsprechend 450 mg

Valganciclovir.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtabletten

Rosa, ovale bikonvexe Filmtabletten mit der Prägung „450“ auf einen seite mit Abmessungen von

17,1 ± 0,3 mm in der Länge, 8,2 ± 0,3 mm in der Breite und 6,1 ± 0,3 mm Dicke.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Valganciclovir Pharmathen ist zur Initial- und Erhaltungstherapie der Cytomegalievirus (CMV)-

Retinitis bei erwachsenen Patienten mit erworbenem Immundefekt-Syndrom (AIDS) angezeigt.

Valganciclovir Pharmathen ist zur Prophylaxe einer CMV-Erkrankung bei CMV-negativen

Erwachsenen und Kindern (ab der Geburt und bis 18 Jahren) angezeigt, die ein Organtransplantat

von einem CMV-positiven Spender erhalten haben.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Vorsicht: Um eine Überdosierung zu vermeiden, müssen die Dosierungsempfehlungen strikt

eingehalten werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.9).

Valganciclovir wird nach oraler Anwendung rasch und umfassend zu Ganciclovir metabolisiert.

Oral angewendetes Valganciclovir 900 mg zweimal täglich entspricht therapeutisch einer

intravenösen Gabe von Ganciclovir 5 mg/kg zweimal täglich.

Behandlung der Cytomegalievirus(CMV)-Retinitis

Erwachsene Patienten

Initialtherapie der CMV-Retinitis

Bei Patienten mit aktiver CMV-Retinitis beträgt die empfohlene Dosis 900 mg Valganciclovir

(zwei Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten) zweimal täglich über 21 Tage, möglichst

mit einer Mahlzeit eingenommen. Eine länger dauernde Initialtherapie kann das Risiko

myelotoxischer Wirkungen erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).

Erhaltungstherapie der CMV-Retinitis

Nach der Initialtherapie bzw. bei Patienten mit inaktiver CMV-Retinitis beträgt die empfohlene

Dosis 900 mg Valganciclovir (zwei Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten) einmal

täglich, möglichst mit einer

Mahlzeit eingenommen. Bei Verschlechterung der Retinitis kann die

Initialtherapie wiederholt werden; es ist jedoch an die Möglichkeit einer viralen

Arzneimittelresistenz zu denken.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von valganciclovir zur Behandlung der CMV-Retinitis wurden bei

Kindern und Jugendlichen nicht durch adäquate und gut kontrollierte klinische Studien untersucht.

Prophylaxe der CMV-Erkrankung nach Organtransplantation

Erwachsene Patienten

Bei Patienten nach einer Nierentransplantation beträgt die empfohlene Dosis 900 mg (zwei

Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten) einmal täglich. Die Behandlung wird innerhalb

von 10 Tagen nach der Transplantation begonnen und bis 100 Tage nach der Transplantation

fortgeführt. Die Prophylaxe kann bis 200 Tage nach der Transplantation fortgeführt werden (siehe

Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.1).

Bei Patienten nach einer anderen Organtransplantation als einer Nierentransplantation beträgt die

empfohlene Dosis 900 mg (zwei Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten) einmal täglich.

Die Behandlung wird innerhalb von 10 Tagen nach der Transplantation begonnen und bis 100 Tage

nach der Transplantation fortgeführt.

Die Tabletten werden möglichst mit einer Mahlzeit eingenommen.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern (ab der Geburt) und Jugendlichen nach einer Organtransplantation, bei denen die

Gefahr besteht, eine CMV-Erkrankung zu entwickeln, basiert die empfohlene, einmal täglich

eingenommene Dosis Valganciclovir Pharmathen auf der Körperoberfläche (KOF) sowie auf der

Kreatininclearance (CrCl) nach Schwartz (CrCLS) und wird anhand der folgenden Formel

berechnet:

Pädiatrische Dosis (mg) = 7 x KOF x CrCLS (siehe Mosteller- und Schwartz-Kreatininclearance-

Formel unten).

Wenn die berechnete Schwartz-Kreatininclearance den Wert von 150 ml/min/1,73 m

überschreitet,

sollte für die Berechnung ein Maximalwert von 150 ml/min/1,73 m

verwendet werden:

Mosteller KOF (m

2

) =

𝐺𝑟öß𝑒

𝑐𝑚

𝑋 𝐺𝑒𝑤𝑖𝑐ℎ𝑡 (𝑘𝑔)

3600

Schwartz - Kreatinin clearance (ml/min/1.73 m

2

) =

𝑘 𝑥 𝐺𝑟öß𝑒 (𝑐𝑚)

𝑆𝑒𝑟𝑢𝑚 𝑘𝑟𝑒𝑎𝑡𝑖𝑛𝑖𝑛 (𝑚𝑔/𝑑𝑙 )

wobei k = 0,45* für Patienten im Alter von < 2 Jahren, 0,55 für Jungen von 2 bis < 13 Jahren sowie

Mädchen von 2 bis 16 Jahren und 0,7 für Jungen von 13 bis 16 Jahren. Für Patienten älter als 16

Jahre gilt die Erwachsenendosis.

Die zugrunde liegenden k-Werte basieren auf der Jaffé-Methode zur Bestimmung des

Serumkreatinins und bedürfen einer Korrektur, wenn enzymatische Methoden verwendet werden.

*Eine Senkung der k-Werte kann für die entsprechenden Untergruppen erforderlich sein (z.B. bei

Kindern mit geringem Geburtsgewicht).

Bei Kindern und Jugendlichen nach einer Nierentransplantation sollte die Gabe der empfohlenen

Dosis (mg = 7 x KOF x CrCLS) einmal täglich innerhalb von 10 Tagen nach der Transplantation

begonnen und bis 200 Tage nach der Transplantation fortgeführt werden.

Bei Kindern und Jugendlichen nach einer anderen Organtransplantation als einer

Nierentransplantation sollte die Gabe der empfohlenen Dosis (mg = 7 x KOF x CrCLS) einmal

täglich innerhalb von 10 Tagen nach der Transplantation begonnen und bis 100 Tage nach der

Transplantation fortgeführt werden.

Für die tatsächlich gegebene Dosis sollten alle berechneten Dosen auf die nächsten 25 mg gerundet

werden. Wenn die berechnete Dosis 900 mg überschreitet, sollte eine Maximaldosis von 900 mg

gegeben werden. Die Verfügbarkeit einer Lösung zum Einnehmen von Valganciclovir sollte

überprüft werden, da dies die bevorzugte Darreichungsform weil diese eine Dosierung nach der

obigen Formel ermöglicht. Es können jedoch auch Valganciclovir Filmtabletten gegeben werden,

wenn die berechneten Dosen innerhalb von 10 % der verfügbaren Tablettendosis liegen und der

Patient in der Lage ist, die Tabletten zu schlucken. Eine 450-mg-Tablette kann zum Beispiel

eingenommen werden, wenn die berechnete Dosis zwischen 405 mg und 495 mg liegt.

Es wird empfohlen, die Serumkreatininspiegel regelmäßig zu überwachen und die Veränderungen

der Körpergröße und des Körpergewichts zu berücksichtigen, um gegebenenfalls die Dosis

während der Prophylaxe anzupassen.

Besondere Dosierungshinweise

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Der Serumkreatininspiegel oder die Kreatininclearance müssen sorgfältig überwacht werden. Die

Dosis ist in Abhängigkeit von der Kreatininclearance entsprechend der folgenden Tabelle

anzupassen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Die Kreatininclearance (CrCl [ml/min]) kann entsprechend dem gemessenen Serumkreatinin nach

folgender Formel berechnet werden:

Für Männer = (140 – Alter [Jahre]) x (Körpergewicht [kg])

(72) x (0,011 x Serumkreatinin [μmol/l])

Für Frauen = 0,85 x Wert für Männer

CrCl (ml/min)

Initialdosis Valganciclovir

Erhaltungs- bzw. Prophylaxedosis

Valganciclovir

≥ 60

900 mg (2 Tabletten) 2 x täglich

900 mg (2 Tabletten) 1 x täglich

40 – 59

450 mg (1 Tablette) 2 x täglich

450 mg (1 Tablette) 1 x täglich

25 – 39

450 mg (1 Tablette) 1 x täglich

450 mg (1 Tablette) alle 2 Tage

10 – 24

450 mg (1 Tablette) alle 2 Tage

450 mg (1 Tablette) 2 x wöchentlich

< 10

nicht empfohlen

nicht empfohlen

Dialysepflichtige Patienten

Für dialysepflichtige Patienten (CrCl < 10 ml/min) kann keine Dosierungsempfehlung gegeben

werden. Daher soll Valganciclovir Pharmathen Filmtabletten bei diesen Patienten nicht angewendet

werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Valganciclovir 450 mg Filmtabletten wurden bei Patienten

mit eingeschränkter Leberfunktion nicht untersucht (siehe Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen nach einer Organtransplantation wird individuell auf

Basis der Nierenfunktion sowie der Größe und des Gewichts des Patienten bestimmt.

Ältere Patienten

Bei dieser Patientengruppe wurden die Sicherheit und Wirksamkeit nicht untersucht.

Patienten mit schwerer Leukopenie, Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie und

Panzytopenie

Vor Therapieeinleitung siehe Abschnitt 4.4.

Wenn es unter der Therapie mit Valganciclovir Pharmathen zu einer deutlichen Verschlechterung

des Blutbildes kommt, ist eine Behandlung mit hämatopoetischenWachstumsfaktoren und/oder

eine Therapieunterbrechung in Betracht zu ziehen (siehe Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Valganciclovir Pharmathen wird oral angewendet und soll möglichst mit einer Mahlzeit

eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).

Bei Kindern und Jugendlichen, die die Valganciclovir Pharmathen Filmtabletten nicht schlucken

können, sollte die Verfügbarkeit von Valganciclovir Pulver zur Herstellung einer Lösung zum

Einnehmen überprüft werden.

Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. vor/während der Anwendung des Arzneimittels

Die Tabletten dürfen nicht zerbrochen oder zerdrückt werden. Da Valganciclovir beim Menschen

potenziell teratogen und karzinogen wirkt, ist beim Umgang mit zerbrochenen Tabletten Vorsicht

geboten (siehe Abschnitt 4.4). Direkter Kontakt von zerbrochenen oder zerdrückten Tabletten mit

Haut oder Schleimhäuten ist zu vermeiden. Wenn es dennoch zu einem solchen Kontakt kommt, ist

die Berührungsstelle gründlich mit Wasser und Seife zu reinigen, die Augen sind mit sterilem

Wasser oder, wenn dies nicht zur Verfügung steht, mit Leitungswasser gründlich zu spülen.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Valganciclovir, Ganciclovir oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Wegen der ähnlichen chemischen Struktur von Valganciclovir (dem arzneilich wirksamen

Bestandteil von Valganciclovir Pharmathen) und Aciclovir sowie Valaciclovir ist eine

Kreuzallergie zwischen diesen Wirkstoffen möglich. Valganciclovir Pharmathen darf daher bei

Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber Aciclovir und Valaciclovir nicht angewendet

werden.

Valganciclovir Pharmathen darf während der Stillzeit nicht angewendet werden (siehe Abschnitt

4.6).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Vor Beginn der Behandlung mit Valganciclovir sind die Patienten hinsichtlich des potenziellen

Risikos für den Fetus aufzuklären. In Tierstudien erwies sich Ganciclovir als mutagen, teratogen,

aspermatogen sowie karzinogen und beeinträchtigte die weibliche Fertilität. Valganciclovir ist

daher beim Menschen als potenziell teratogen und karzinogen anzusehen und verursacht

möglicherweise angeborene Fehlbildungen und Krebserkrankungen (siehe Abschnitt 5.3). Ferner

gilt es als wahrscheinlich, dass Valganciclovir zu einer vorübergehenden oder dauerhaften

Unterdrückung der Spermatogenese führt. Frauen im gebärfähigen Alter muß empfohlen werden,

während der Behandlung eine wirksame Empfängnisverhütung zu verwenden. Männer müssen

darauf hingewiesen werden, während der Behandlung und noch mindestens 90 Tage danach

Kondome zur Kontrazeption zu benutzen, es sei denn, bei ihrer Partnerin ist die Möglichkeit einer

Schwangerschaft ausgeschlossen (siehe Abschnitte 4.6, 4.8 und 5.3).

Valganciclovir hat langfristig ein karzinogenes und reproduktionstoxisches Potenzial.

Unter Behandlung mit Valganciclovir (und Ganciclovir) wurden schwere Leukopenien,

Neutropenien, Anämien, Thrombozytopenien, Panzytopenien, Knochenmarkdepressionen und

aplastische Anämien beobachtet. Die Behandlung sollte nicht begonnen werden, wenn die absolute

Neutrophilenzahl unter

500 Zellen/μl oder die Thrombozytenzahl unter 25.000/μl oder der

Hämoglobinspiegel unter 8 g/dl liegt (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).

Wird die Prophylaxe länger als 100 Tage weitergeführt, sollte das mögliche Risiko zur

Entwicklung einer Leukopenie und Neutropenie in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitte 4.2,

4.8 und 5.1).

Bei der Anwendung von Valganciclovir bei Patienten mit bestehender Zytopenie oder einer

arzneimittelbedingten Zytopenie in der Anamnese sowie bei Patienten unter Strahlenbehandlung ist

Vorsicht geboten.

Es wird empfohlen, während der Behandlung das Differenzialblutbild und die Thrombozytenzahl

regelmäßig zu überwachen. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei Kindern

und Jugendlichen kann eine verstärkte hämatologische Überwachung angezeigt sein, die

mindestens bei jedem Besuch der Transplantationsklinik vorgenommen werden sollte. Wenn sich

eine schwere Leukopenie, Neutropenie, Anämie und/oder Thrombozytopenie entwickelt, werden

eine Behandlung mit hämatopoetischen Wachstumsfaktoren und/oder eine Therapieunterbrechung

empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Die Bioverfügbarkeit von Ganciclovir aus einer Einzeldosis von 900 mg Valganciclovir beträgt

etwa 60 %, verglichen mit etwa 6 % nach oraler Anwendung von 1.000 mg Ganciclovir (als

Kapseln). Überdosierungen mit Ganciclovir können lebensbedrohliche Nebenwirkungen

hervorrufen. Deshalb ist bei Einleitung der Behandlung und bei Umstellung von der Initial- auf die

Erhaltungstherapie eine sorgfältige Einhaltung der Dosierungsempfehlungen angebracht; eine

Umstellung von einer oralen Behandlung mit Ganciclovir auf Valganciclovir in Form von

Valganciclovir Filmtabletten ist nicht im Verhältnis von 1:1 möglich. Patienten, die von

Ganciclovir-Kapseln umgestellt werden, sind auf das Risiko einer Überdosierung hinzuweisen,

wenn sie mehr als die vorgeschriebene Anzahl Valganciclovir Filmtabletten einnehmen (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.9).

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung sind Dosisanpassungen auf Basis der Kreatininclearance

erforderlich (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Bei Dialysepatienten sollten Valganciclovir Pharmathen Filmtabletten nicht angewendet werden

(siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Bei Patienten unter Imipenem/Cilastatin und Ganciclovir wurden Krampfanfälle beobachtet.

Valganciclovir darf nicht gleichzeitig mit Imipenem/Cilastatin angewendet werden, es sei denn, der

mögliche Nutzen für den Patienten überwiegt die möglichen Risiken (siehe Abschnitt 4.5).

Bei Anwendung von Valganciclovir zusammen mit (a) Didanosin, (b) Arzneimitteln, die

bekanntermaßen myelosuppressiv sind (z.B. Zidovudin), oder (c) Stoffen, die die Nierenfunktion

beeinträchtigen, sind die Patienten engmaschig auf Anzeichen zusätzlicher toxischer Wirkungen zu

überwachen (siehe Abschnitt 4.5).

In die kontrollierte klinische Studie mit Valganciclovir zur Prophylaxe der CMV-Erkrankung nach

Organtransplantation, die in Abschnitt 5.1 näher beschrieben wird, waren keine Patienten nach

Lungen- oder Darmtransplantation eingeschlossen. Die Erfahrungen in dieser Patientengruppe sind

deshalb begrenzt.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Valganciclovir

In vivo wurden keine Arzneimittelinteraktionsstudien mit Valganciclovir durchgeführt. Da

Valganciclovir rasch und umfassend zu Ganciclovir metabolisiert wird, werden für Valganciclovir

die gleichen Wechselwirkungen wie bei Ganciclovir erwartet.

Wechselwirkungen mit Ganciclovir

Imipenem/Cilastatin

Bei gleichzeitiger Einnahme von Ganciclovir und Imipenem/Cilastatin wurden Krampfanfälle

beobachtet. Diese Arzneimittel dürfen nicht gleichzeitig gegeben werden, es sei denn der mögliche

Nutzen für den Patienten überwiegt die möglichen Risiken (siehe Abschnitt 4.4).

Probenecid

Die gleichzeitige Anwendung von Probenecid und oralem Ganciclovir führte zu einer statistisch

signifikant reduzierten renalen Clearance von Ganciclovir (20 %) und somit zu einer statistisch

signifikant höheren Exposition (40 %). Diese Veränderungen entsprachen einem

Interaktionsmechanismus, bei dem die Substanzen um die renale tubuläre Sekretion konkurrieren.

Deshalb sollten Patienten, die Probenecid und Valganciclovir einnehmen, engmaschig auf toxische

Wirkungen von Ganciclovir überwacht werden.

Trimethoprim

Bei gleichzeitiger Gabe von Trimethoprim und Ganciclovir oral wurden keine klinisch

signifikanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen beobachtet. Es besteht jedoch die

Möglichkeit verstärkter Toxizität, da beide Substanzen bekanntermaßen myelosuppressiv sind.

Daher sollen die beiden Arzneimittel nur dann gleichzeitig angewendet werden, wenn der mögliche

Nutzen die Risiken überwiegt.

Mycophenolatmofetil

Da sowohl Mycophenolatmofetil (MMF) als auch Ganciclovir potenziell Neutropenie und

Leukopenie verursachen können, sind die Patienten hinsichtlich additiver Toxizitäten zu

überwachen.

Stavudin

Bei gleichzeitiger Anwendung von Stavudin und oralem Ganciclovir wurden keine klinisch

signifikanten Wechselwirkungen beobachtet.

Zidovudin

Wurde Zidovudin zusammen mit Ganciclovir oral angewendet, trat eine kleine (17 %), aber

statistisch signifikante Erhöhung des AUC-Wertes von Zidovudin auf. Ferner wurde bei

gemeinsamer Gabe mit Zidovudin eine – wenn auch nicht statistisch signifikante – Tendenz zu

niedrigeren Ganciclovir-Konzentrationen beobachtet. Da jedoch sowohl Zidovudin als auch

Ganciclovir potenziell Neutropenie und Anämie auslösen können, könnte eine

Kombinationstherapie in voller Dosishöhe unter Umständen bei einigen Patienten zu

Unverträglichkeiten führen (siehe Abschnitt 4.4).

Didanosin

Die Plasmakonzentrationen von Didanosin waren bei gleichzeitiger Anwendung von Ganciclovir

(sowohl intravenös als auch oral) durchgängig erhöht. Bei oralen Ganciclovir-Dosen von 3g/Tag

und 6 g/Tag wurde ein Anstieg der AUC von Didanosin um 84 % bis 124 % beobachtet. Ebenso

wurde bei intravenösen Dosen von 5 mg/kg/Tag und 10 mg/kg/Tag ein Anstieg der AUC von

Didanosin um 38 % bis 67 % beobachtet. Klinisch signifikante Auswirkungen auf die Ganciclovir-

Konzentration traten nicht auf. Die Patienten sollten engmaschig auf toxische Wirkungen von

Didanosin überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Andere antiretroviral wirksame Substanzen (einschließlich Therapie gegen HIV, HBV/HCV)

Bei Anwendung therapeutisch wirksamer Plasmakonzentrationen von Ganciclovir und anderen

antiviralen Substanzen zur Inhibition des menschlichen Immundefizienz-Virus (HIV) oder des

Hepatitis-B- (HBV) oder Hepatitis-C-Virus (HCV), ist eine synergistische oder antagonistische

Wirkung auf die Aktivität von Ganciclovir oder anderer antiviral wirksamer Substanzen

unwahrscheinlich.

Das Stoffwechselinteraktionspotenzial von Valganciclovir oder Ganciclovir ist aufgrund der Nicht-

Beteiligung von Cytochrom-P450 am Valganciclovir- oder am Ganciclovir-Metabolismus niedrig.

Darüber hinaus ist Ganciclovir kein Substrat von P-Glykoprotein und wirkt auch nicht auf die

UDP-Glucuronosyltransferase (UGT-Enzym). Deshalb werden metabolische und

Arzneimitteltransport-Wechselwirkungen von Valganciclovir oder Ganciclovir mit den folgenden

antiviralen Substanzklassen als unwahrscheinlich angesehen:

Nicht-nukleosidanaloge Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTIs), z.B. Rilpivirin,

Etravirin, Efavirenz

Protease-Inhibitoren (PIs), z.B. Darunavir, Boceprevir und Telaprevir

Entry-Inhibitoren (Fusionsinhibitoren und CCR5 Co-Rezeptorantagonisten), z.B. Enfurvitid

und Maraviroc

HIV-Integrase-Strangtransfer-Inhibitor (INSTI), z.B. Raltegravir

Da Ganciclovir durch glomeruläre Filtration und aktive tubuläre Sekretion über die Niere

ausgeschieden wird (Abschnitt 5.2), kann die gleichzeitige Anwendung von Valganciclovir mit

antiviralen Arzneimitteln, die ebenfalls über tubuläre Sekretion ausgeschieden werden, die

Plasmakonzentrationen von Valganciclovir und/oder den gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln

verändern. Einige Beispiele umfassen nukleosidanaloge/nukleotidanaloge Reverse-Transkriptase-

Inhibitoren (NRTIs) (einschließlich solche, die bei einer HBV-Therapie angewendet werden), wie

z.B. Lamivudin, Emtricitabin, Tenofovir, Adefovir und Entecavir. Die renale Clearance von

Ganciclovir kann auch aufgrund einer Nephrotoxizität, die durch Arzneimittel wie Cidofovir,

Foscarnet und NRTIs (z.B. Tenofovir, Adefovir) verursacht wird, gehemmt werden. Die

gleichzeitige Anwendung von Valganciclovir mit allen diesen Arzneimitteln soll nur dann erwogen

werden, wenn der potenzielle Nutzen die möglichen Risiken überwiegt (siehe Abschnitt 4.4).

Andere mögliche Arzneimittelwechselwirkungen

Es besteht die Möglichkeit einer erhöhten toxischen Wirkung, wenn Valganciclovir gleichzeitig mit

oder unmittelbar vor bzw. nach anderen Arzneimitteln angewendet wird, welche die Replikation

von sich rasch teilenden Zellpopulationen hemmen, wie sie im Knochenmark, den Hoden und den

Keimschichten der Haut und der Magen-Darm-Schleimhaut vorkommen. Beispiele für solche

Arzneimittel sind Dapson, Pentamidin, Flucytosin, Vincristin, Vinblastin, Adriamycin,

Amphotericin B, Trimethoprim/Sulfonamid-Kombinationen, Nukleosidanaloga, Hydroxycarbamid

und pegylierte Interferone/Ribavirin (mit oder ohne Boceprevir oder Telaprevir).

Die gleichzeitige Anwendung von Valganciclovir mit allen diesen Arzneimitteln soll nur

dann in Erwägung gezogen werden, wenn der mögliche Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt

(siehe Abschnitt 4.4).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Verhütung bei Männern und Frauen

Frauen im gebärfähigen Alter müssen darauf hingewiesen werden, während der Behandlung

wirksame Empfängnisverhütungsmaßnahmen zu treffen. Männer müssen darauf hingewiesen

werden, während der Behandlung mit Valganciclovir und für mindestens 90 Tage danach

Kondome zur Kontrazeption zu benutzen, es sei denn, bei ihrer Partnerin ist die Möglichkeit einer

Schwangerschaft ausgeschlossen (siehe Abschnitt 5.3).

Schwangerschaft

Es liegen keine Angaben zur Anwendung von Valganciclovir bei schwangeren Frauen vor.

Ganciclovir, der aktive Metabolit von Valganciclovir, passiert die menschliche Plazenta. Aufgrund

seines pharmakologischen Wirkungsmechanismus und der in tierexperimentellen Studien mit

Ganciclovir beobachteten Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3) besteht grundsätzlich das

Risiko teratogener Wirkungen beim Menschen.

Valganciclovir darf während der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn der

therapeutische Nutzen für die Mutter das potenzielle teratogene Risiko für das Kind überwiegt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Ganciclovir in die Muttermilch übergeht. Die Möglichkeit, dass

Ganciclovir in die Muttermilch übergeht und bei gestillten Säuglingen schwerwiegende

Nebenwirkungen auslöst, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Daher muss abgestillt werden

(siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Für Menschen liegen keine Daten über den Einfluss von Valganciclovir auf die Fertilität vor.

Wegen der schnellen und umfassenden Umwandlung von Valganciclovir zu Ganciclovir im Körper

wurden keine Fertilitätsstudien mit Valganciclovir durchgeführt. Ganciclovir wurde in Tierstudien

mit einer Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit in Verbindung gebracht (siehe Abschnitt

5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Bei Anwendung von Valganciclovir und/oder Ganciclovir wurden Krampfanfälle, Sedierung,

Schwindel, Ataxie und/oder Verwirrtheitszustände berichtet. Solche Wirkungen können Aufgaben,

die Aufmerksamkeit erfordern, beeinträchtigen, darunter auch die Verkehrstüchtigkeit des

Patienten und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Valganciclovir ist ein Prodrug von Ganciclovir, das nach oraler Anwendung rasch und umfassend

zu Ganciclovir metabolisiert wird. Die für Ganciclovir bekannten Nebenwirkungen können daher

auch bei der Anwendung von Valganciclovir erwartet werden. Alle Nebenwirkungen, die bei

Valganciclovir in klinischen Studien beobachtet wurden, sind zuvor schon mit Ganciclovir

beobachtet worden.

Die bei Erwachsenen am häufigsten berichteten Nebenwirkungen nach Anwendung von

Valganciclovir sind Neutropenie, Anämie und Diarrhö.

Das Risiko für das Auftreten einer Diarrhö ist bei Valganciclovir höher als bei intravenös

verabreichtem Ganciclovir. Darüber hinaus ist das Risiko für das Auftreten einer Neutropenie und

Leukopenie bei Valganciclovir höher als bei oral gegebenem Ganciclovir.

Bei AIDS-Patienten mit CMV-Retinitis, die mit Valganciclovir behandelt werden, wird häufiger

eine schwere Neutropenie (< 500 neutrophile Zellen/μl) beobachtet als bei Patienten nach einer

Organtransplantation, die Valganciclovir erhalten (siehe Abschnitt 4.4).

In unten stehender Tabelle sind die Häufigkeiten der Nebenwirkungen angeführt, die in klinischen

Studien mit Valganciclovir, oral gegebenem Ganciclovir oder Ganciclovir i.v. berichtet wurden.

Die genannten Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien zur Initial- oder Erhaltungstherapie

der CMV-Retinitis bei Patienten mit AIDS bzw. zur Prophylaxe einer CMV-Erkrankung bei

Patienten nach Leber-, Nieren- oder Herztransplantation beobachtet. Der Klammerausdruck

(„schwer“) in der Tabelle weist darauf hin, dass die genannte Nebenwirkung in gleicher Häufigkeit

in leichter bzw. mäßiger Intensität und in schwerwiegender bzw. lebensbedrohlicher Intensität

auftrat.

Das Gesamtsicherheitsprofil von Valganciclovir hat sich mit der Verlängerung der Prophylaxe auf

bis zu 200 Tage bei Erwachsenen nach Nierentransplantation mit hohem Risiko für eine CMV-

Erkrankung (D+/R-) nicht verändert. Leukopenie wurde mit einer leicht höheren Inzidenz im 200-

Tage-Arm berichtet, während die Inzidenz einer Neutropenie, Anämie und Thrombozytopenie in

beiden Armen ähnlich war.

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben.

Körpersystem

Sehr

häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis <

1/100)

Selten (≥

1/10.000 bis

< 1/1.000)

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Orale Candidiasis,

Sepsis (Bakteriämie,

Virämie), Zellulitis,

Harnwegsinfektionen

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

(Schwere)

Neutropeni

e, Anämie

Schwere Anämie,

(schwere)

Thrombozytopenie,

(schwere) Leukopenie,

(schwere)

Panzytopenie

Knochenmarkver-

sagen

Aplastische

Anämie

Erkrankungen des

Immunsystems

Anaphylaktische

Reaktion

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Appetitabnahme,

Anorexie

Psychiatrische

Erkrankungen

Depression, Angst,

Verwirrtheit,

Veränderungen des

Denkens

Agitiertheit,

psychotische

Zustände,

Halluzinationen

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen,

Insomnie, Dysgeusie

(Geschmacksstörungen

), Hypästhesie,

Parästhesie, periphere

Neuropathie,

Tremor

Körpersystem

Sehr

häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis <

1/100)

Selten (≥

1/10.000 bis

< 1/1.000)

Schwindelgefühl,

Krampfanfall

Augenerkrankungen

Makulaödem,

Netzhautablösung,

Mouches volantes,

Augenschmerzen

Sehstörungen,

Konjunktivitis

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Ohrenschmerzen

Taubheit

Herzerkrankungen

Arrhythmie

Gefäßerkrankungen

Hypotonie

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Dyspnö

Husten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Diarrhö

Übelkeit, Erbrechen,

Abdominalschmerzen,

Oberbauchschmerzen,

Dyspepsie,

Obstipation, Flatulenz,

Dysphagie

Aufgetriebenes

Abdomen,

Mundgeschwür,

Pankreatitis

Leber- und

Gallenerkrankungen

(Schwere) Störungen

der Leberfunktion,

erhöhte Werte für die

alkalische Phosphatase

im Blut, ASAT (=

GOT) erhöht

Alanin-

aminotransferasee

rhöht

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Dermatitis, nächtliche

Schweißausbrüche,

Pruritus

Alopezie,

Urtikaria,

trockene Haut

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Rückenschmerzen,

Myalgie, Arthralgie,

Muskelspasmen

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Renale

Kreatininclearance

reduziert,

Nierenfunktions-

störungen

Hämaturie,

Nierenversagen

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane

und der Brustdrüse

Männliche

Infertilität

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit, Fieber,

Schüttelfrost,

Schmerzen,

Brustschmerzen,

allgemeines

Krankheitsgefühl,

Asthenie

Untersuchungen

Gewichtsverlust,

erhöhte

Körpersystem

Sehr

häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis <

1/100)

Selten (≥

1/10.000 bis

< 1/1.000)

Blutkreatininwerte

Schwere Thrombozytopenien können mit möglicherweise lebensbedrohlichen Blutungen

verbunden sein.

Eine Netzhautablösung wurde nur bei AIDS-Patienten berichtet, die mit Valganciclovir gegen eine

CMV-Retinitis behandelt wurden.

Kinder und Jugendliche

Valganciclovir wurde bei 179 Kindern und Jugendlichen (im Alter von 3 Wochen bis 16 Jahren)

nach einer Organtransplantation, bei denen die Gefahr bestand, eine CMV-Erkrankung zu

entwickeln, und bei 133 Neugeborenen (im Alter von 2 bis 31 Tagen) mit symptomatischer

kongenitaler CMV-Erkrankung untersucht. Die Dauer der Ganciclovir-Exposition betrug 2 bis 200

Tage.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen in pädiatrischen klinischen Studien waren

Durchfall, Übelkeit, Neutropenie, Leukopenie und Anämie.

Das Gesamtsicherheitsprofil bei Kindern und Jugendlichen nach Organtransplantation war mit

demjenigen bei Erwachsenen vergleichbar. Jedoch waren bestimmte Nebenwirkungen, wie z.B.

Infektionen der oberen Atemwege, Fieber, Bauchschmerzen und Dysurie, die charakteristisch für

pädiatrische Patienten sein könnten, bei Kindern und Jugendlichen häufiger als bei Erwachsenen.

Neutropenie wurde in den beiden durchgeführten Studien bei pädiatrische Patienten nach

Organtransplantation ebenfalls mit einer leicht höheren Inzidenz als bei Erwachsenen berichtet,

jedoch gab es bei Kindern und Jugendlichen keine Korrelation zwischen Neutropenie und

Infektionen.

Bei Kindern und Jugendlichen nach Nierentransplantation war die Verlängerung der

Valganciclovir-Exposition bis zu 200 Tagen nicht mit einem allgemeinen Anstieg der Inzidenz von

Nebenwirkungen verbunden. Die Inzidenz einer schweren Neutropenie (ANC < 500/μl) war bei

pädiatrische Patienten nach Nierentransplantation, die bis Tag 200 behandelt wurden, höher als bei

Kindern und Jugendlichen, die bis Tag 100 behandelt wurden, und ebenfalls höher im Vergleich zu

erwachsenen Patienten nach Nierentransplantation, die bis Tag 100 oder Tag 200 behandelt wurden

(siehe Abschnitt 4.4).

Es liegen nur begrenzte Daten zur Behandlung von Neugeborenen und Säuglingen mit

symptomatischer kongenitaler CMV-Infektion mit Valganciclovir vor, jedoch scheint die

Sicherheit mit dem bekannten Sicherheitsprofil von Valganciclovir/Ganciclovir konsistent zu sein.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Erfahrungen mit Überdosierungen mit Valganciclovir

Bei einem Erwachsenen entwickelte sich nach mehreren Tagen unter einer Dosierung, die

mindestens um das 10-Fache höher lag als die entsprechend dem Grad der Niereninsuffizienz des

Patienten (verminderte Kreatininclearance) empfohlene Dosierung, eine letale

Knochenmarkdepression (medulläre Aplasie).

Es ist zu erwarten, dass eine Überdosierung mit Valganciclovir möglicherweise auch zu einer

stärkeren Nierentoxizität führen kann (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Hämodialyse und Flüssigkeitszufuhr können zur Senkung der Blutplasmaspiegel nach einer

Überdosis Valganciclovir sinnvoll sein (siehe Abschnitt 5.2).

Erfahrungen mit Überdosierung mit intravenös verabreichtem Ganciclovir

Aus klinischen Studien und während der Postmarketing-Erfahrung sind Berichte von

Überdosierungen mit i.v. Ganciclovir eingegangen. In einigen dieser Fälle wurden keine

unerwünschten Ereignisse angegeben. Bei den meisten Patienten traten eines oder mehrere der

folgenden unerwünschten Ereignisse auf:

-

Hämatotoxizität: Panzytopenie, Knochenmarkdepression, Knochenmarkaplasie, Leukopenie,

Neutropenie, Granulozytopenie.

-

Hepatotoxizität: Hepatitis, Leberfunktionsstörung.

-

Nierentoxizität: Verschlechterung einer Hämaturie bei einem Patienten mit bereits bestehender

Nierenfunktionsstörung, akutes Nierenversagen, Kreatininanstieg.

-

Gastrointestinale Toxizität: Bauchschmerzen, Diarrhö, Erbrechen.

-

Neurotoxizität: generalisierter Tremor, Krampfanfall.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Substanzen zur systemischen Anwendung, Nukleoside

und Nukleotide außer Reverse-Transkriptase-Inhibitoren, ATC-Code: J05A B14

Wirkmechanismus

Valganciclovir ist ein L-Valinester (Prodrug) von Ganciclovir. Nach oraler Anwendung wird

Valganciclovir rasch und umfassend von den intestinalen und hepatischen Esterasen zu Ganciclovir

metabolisiert. Ganciclovir ist ein synthetisches Analogon von 2'-Desoxyguanosin und hemmt

sowohl in vitro als auch in vivo die Replikation von Herpesviren. Zu den empfindlichen Viren beim

Menschen gehören das humane Cytomegalievirus (HCMV), die Herpes-simplex-Viren 1 und 2

(HSV-1 und HSV-2), die humanen Herpesviren 6, 7 und 8 (HHV-6, HHV-7, HHV-8), das Epstein-

Barr-Virus (EBV), das Varicella-Zoster-Virus (VZV) und das Hepatitis-B-Virus (HBV).

In CMV-infizierten Zellen wird Ganciclovir zuerst von der viruseigenen Proteinkinase pUL97 zu

Ganciclovirmonophosphat phosphoryliert. Eine weitere Phosphorylierung erfolgt durch zelluläre

Kinasen zu Ganciclovirtriphosphat, das dann im Zellinnern langsam metabolisiert wird. Dieser

Triphosphat-Metabolismus erfolgt in HSV- und HCMV-infizierten Zellen mit Halbwertszeiten

von Ganciclovirtriphosphat vin 18 bzw. 6 bis 24 Stunden nach Entzug des extrazellulären

Ganciclovirs. Da die Phosphorylierung größtenteils von der viralen Kinase abhängt, erfolgt die

Phosphorylierung von Ganciclovir vorzugsweise in virusinfizierten Zellen.

Die virostatische Aktivität von Ganciclovir basiert auf der Inhibition der viralen DNA-Synthese

durch: (a) kompetitive Inhibition des Einbaus von Desoxyguanosintriphosphat in die DNA durch

die virale DNA-Polymerase und (b) Einbau von Ganciclovirtriphosphat in die virale DNA mit

nachfolgendem Abbruch der viralen DNA-Elongation oder starker Einschränkung der weiteren

viralen DNA-Elongation.

Antivirale Aktivität

Die antivirale Aktivität in vitro, gemessen als IC

von Ganciclovir gegenüber CMV, liegt im

Bereich von 0,08 μM (0,02 μg/ml) bis 14 μM (3,5 μg/ml).

Die klinische antivirale Wirkung von Valganciclovir wurde bei der Behandlung von AIDS-

Patienten mit neu diagnostizierter CMV-Retinitis nachgewiesen. Die CMV-Ausscheidung im Urin

nahm ab von 46 % (32/69) der Patienten bei Studienbeginn auf 7 % (4/55) der Patienten nach

vierwöchiger Behandlung mit Valganciclovir.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Erwachsene Patienten

Behandlung der CMV-Retinitis

In einer Studie wurden Patienten mit neu diagnostizierter CMV-Retinitis randomisiert einer

Initialtherapie mit entweder Valganciclovir 900 mg zweimal täglich oder i.v. Ganciclovir 5 mg/kg

zweimal täglich zugewiesen. Der Anteil der Patienten mit photographisch erfasstem Fortschreiten

der CMV-Retinitis in der vierten Woche war in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar, und

zwar lag der Anteil an Patienten mit fortschreitender Erkrankung bei 7/70 bzw. 7/71 in den

Behandlungsarmen mit i.v. Ganciclovir bzw. Valganciclovir.

Nach der Initialtherapie erhielten alle Patienten in dieser Studie eine Erhaltungstherapie mit

Valganciclovir in einer Dosierung von 900 mg einmal täglich. Die mittlere (mediane) Zeit von der

Randomisierung bis zur Progression der CMV-Retinitis betrug in der Gruppe, die die Initial- und

Erhaltungstherapie mit Valganciclovir erhielt, 226 (160) Tage und in der Gruppe, die eine

Initialtherapie mit intravenösem Ganciclovir und eine Erhaltungstherapie mit Valganciclovir

erhielt, 219 (125) Tage.

Prophylaxe einer CMV-Erkrankung nach einer Transplantation

Bei Patienten nach Herz-, Leber- oder Nierentransplantation mit hohem CMV-Erkrankungsrisiko

(D+/R-) wurde eine doppelblinde, double-dummy kontrollierte Vergleichsstudie durchgeführt, bei

der die Patienten entweder Valganciclovir (900 mg einmal täglich) oder Ganciclovir oral (1.000 mg

dreimal täglich) erhielten, beginnend innerhalb von 10 Tagen und bis zum Tag 100 nach der

Transplantation. Patienten nach Lungen- oder Darmtransplantation waren nicht in die Studie

eingeschlossen. Die Inzidenz einer CMV-Erkrankung (CMV-Syndrom plus invasive CMV-

Erkrankung)

betrug während der ersten 6 Monate nach Transplantation 12,1 % im Studienarm, der

Valganciclovir erhielt (n = 239), verglichen mit 15,2 % im Studienarm, der Ganciclovir oral erhielt

(n = 125). Die überwiegende Mehrzahl der Fälle trat nach Beendigung der Prophylaxe auf (d.h.

nach Tag 100), wobei die Fälle im Arm mit Valganciclovir durchschnittlich später auftraten als

diejenigen im Studienarm mit oralem Ganciclovir. Die Inzidenz akuter Abstoßungsreaktionen in

den ersten 6 Monaten betrug 29,7 % bei Patienten, die randomisiert Valganciclovir erhielten,

gegenüber 36,0 % bei Patienten, die Ganciclovir oral erhielten. Die Inzidenz eines

Transplantatverlustes war mit 0,8 % in beiden Studienarmen gleich.

Eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie wurde an 326 Nierentransplantationspatienten mit

hohem CMV-Erkrankungsrisiko (D+/R-) durchgeführt, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer

von 100 auf 200 Tage nach der Transplantation verlängerten CMV-Prophylaxe mit Valganciclovir

zu bewerten. Die Patienten wurden randomisiert (1 : 1) und erhielten Valganciclovir Tabletten (900

mg einmal täglich) beginnend innerhalb von 10 Tagen nach der Transplantation, entweder bis zum

Tag 200 nach der Transplantation oder bis zum Tag 100 nach der Transplantation, gefolgt von

einer Placebogabe für weitere 100 Tage.

Der Anteil der Patienten, die eine CMV-Erkrankung während der ersten 12 Monate nach der

Transplantation entwickelten, wird in nachstehender Tabelle gezeigt.

Prozentualer Anteil der Nierentransplantationspatienten mit einer CMV-Erkrankung

1

, 12

Monate ITT-Population

A

Valganciclovir 900

mg einmal täglich

100 Tage (n = 163)

Valganciclovir 900 mg

einmal täglich 200

Tage (n = 155)

Differenz zwischen

den

Behandlungsgruppen

Patienten mit bestätigter

oder angenommener

CMV-Erkrankung

71 (43,6 %)

[35,8 %; 51,5 %]

36 (23,2 %)

[16,8 %; 30,7 %]

20,3 %

[9,9 %; 30,8 %]

Patienten mit bestätigter

CMV-Erkrankung

60 (36,8 %)

[29,4 %; 44,7 %]

25 (16,1 %)

[10,7 %; 22,9 %]

20,7 %

[10,9 %; 30,4 %]

CMV-Erkrankung ist definiert entweder als CMV-Syndrom oder Gewebe-invasive CMV.

Bestätigte CMV ist ein klinisch bestätigter Fall einer CMV-Erkrankung. Eine CMV-Erkrankung wurde angenommen,

wenn es in Woche 52 keine Bewertung und keine Bestätigung einer CMV-Erkrankung vor diesem Zeitpunkt gab.

Die Ergebnisse nach 24 Monaten stehen in Einklang mit den Ergebnissen nach 12 Monaten: Die bestätigten oder

angenommenen CMV-Erkrankungen betrugen 48,5 % im Studienarm über die Behandlung von 100 Tagen und 34,2 %

im Studienarm über die Behandlung von 200 Tagen. Die Differenz zwischen beiden Behandlungsarmen betrug 14,3 %

[3,2 %; 25,3 %].

Es haben signifikant weniger Hochrisikopatienten nach einer Nierentransplantation eine CMV-

Erkrankung entwickelt, nachdem sie Valganciclovir zur CMV-Prophylaxe für 200 Tage nach der

Transplantation erhalten haben, im Vergleich zu Patienten, die Valganciclovir zur CMV-

Prophylaxe für 100 Tage nach der Transplantation erhalten haben.

Die Überlebensrate des Transplantats sowie das Auftreten einer durch Biopsie nachgewiesenen

akuten Abstoßungsreaktion warenin beiden Behandlungsarmen vergleichbar. Die Überlebensrate

des Transplantats betrug 12 Monate nach der Transplantation 98,2 % (160/163) bei dem 100-Tage-

Dosierungsschema und 98,1 % (152/155) bei dem 200-Tage-Dosierungsschema. Nach bis zu 24

Monaten nach der Transplantation sind 4 weitere Fälle von Transplantatverlust aufgetreten, die alle

in der Behandlungsgruppe mit einer Behandlungsdauer von 100 Tagen aufgetreten sind. Die

Inzidenz, der durch Biopsie nachgewiesenen akuten Abstoßungsreaktion, betrug 12 Monate nach

der Transplantation 17,2 % (28/163) bei dem 100-Tage-Dosierungsschema und 11,0 % (17/155)

bei dem 200-Tage-Dosierungsschema. Nach bis zu 24 Monaten nach der Transplantation wurde

von einem weiteren Fall in der Behandlungsgruppe mit einer Behandlungsdauer von 200 Tagen

berichtet.

Virusresistenz

Nach chronischer Anwendung von Valganciclovir können gegen Ganciclovir resistente Viren

auftreten, indem es zu einer Selektion von Mutationen im Gen der viralen Kinase (UL97), das für

Monophosphorylierung von Ganciclovir verantwortlich ist, und/oder im viralen Gen der

Polymerase (UL54) kommt. Bei klinischen Isolaten sind unter den mit Ganciclovir-Resistenz

assoziierten Substitutionen am häufigsten die sieben kanonischen UL97 Substitutionen M460V/I,

H520Q, C592G, A594V, L595S, C603W berichtetet worden.Viren, die Mutationen im UL97-Gen

enthalten, sind nur gegen Ganciclovir resistent, während Viren mit Mutationen im UL54-Gen

resistent gegen Ganciclovir sind, aber auch eine Kreuzresistenz gegen andere Virostatika aufweisen

können, die ebenfalls an der viralen Polymerase angreifen.

Behandlung der CMV-Retinitis

Die genotypische Analyse von CMV-Isolaten in polymorphkernigen Leukozyten von 148 Patienten

mit CMV-Retinitis, die an einer klinischen Studie teilnahmen, zeigte, dass nach 3, 6, 12 bzw. 18

Monaten Behandlung mit Valganciclovir 2,2 %, 6,5 %, 12,8 % bzw. 15,3 % der Isolate UL97-

Mutationen enthalten.

Prophylaxe einer CMV-Erkrankung nach Transplantation

Aktive Vergleichsstudie

Die Virusresistenz wurde durch genotypische Analyse von CMV in Proben polymorphkerniger

Leukozyten untersucht, die am Tag 100 (d.h. am Ende der Prophylaxe mit der Studienmedikation)

und, bei Verdacht auf eine CMV-Erkrankung, bis zu 6 Monate nach Transplantation genommen

wurden. Von 245 Patienten, die für die Behandlung mit Valganciclovir randomisiert waren,

standen 198 Tag-100-Proben für die Untersuchung zur Verfügung. Es wurden keine

Resistenzmutationen bezüglich Ganciclovir beobachtet. Demgegenüber wurden in den 103 Proben

der Patienten aus dem Vergleichsarm, die Ganciclovir oral erhielten, 2 Ganciclovir-

Resistenzmutationen (1,9 %) festgestellt.

Von den 245 Patienten, die für Valganciclovir randomisiert waren, wurden Proben von 50

Patienten mit Verdacht auf CMV-Erkrankung untersucht, wobei keine Resistenzmutationen

gefunden wurden. Von den 127 Patienten, die dem Ganciclovir-Vergleichsarm zugeteilt waren,

wurden Proben von 29 Patienten mit Verdacht auf CMV-Erkrankung untersucht, wobei zwei

Resistenzmutationen festgestellt wurden, entsprechend einer Resistenz-Inzidenz von 6,9 %.

Studie zur Verlängerung der Prophylaxe von 100 auf 200 Tage nach Transplantation

Genotypische Analysen wurden beim UL54 und UL97 Gen durchgeführt in extrahiertem Virus von

je 72 Patienten. Die Patienten haben den Resistenzanalysekriterien entsprochen: Patienten mit

positiver Viruslast (> 600 Kopien/ml) am Ende der Prophylaxe-Behandlung und/oder Patienten, die

eine bestätigte CMV-Erkrankung nach bis zu 12 Monaten (52 Wochen) nach der Transplantation

entwickelt haben. Drei Patienten in jeder Behandlungsgruppe hatten eine bestätigte Ganciclovir-

Resistenzmutation.

Kinder und Jugendliche

Behandlung der CMV-Retinitis

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Valganciclovir eine Freistellung von der

Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien zur Behandlung einer CMV-Infektion bei

immungeschwächten Patienten in allen pädiatrischen Altersklassen gewährt (siehe Abschnitt 4.2

bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

Prophylaxe einer CMV-Erkrankung nach Transplantation

In einer Phase-II-Studie zur Untersuchung der Pharmakokinetik und Sicherheit bei pädiatrischen

Empfängern eines Organtransplantats (im Alter von 4 Monaten bis 16 Jahren, n = 63) wurde

Valganciclovir einmal täglich bis zu 100 Tage angewendet. Die Dosierung erfolgte mit dem

pädiatrischen Algorithmus (siehe Abschnitt 4.2), der bei Kindern zu einer vergleichbaren

Exposition wie bei Erwachsenen führte (siehe Abschnitt 5.2). Die Beobachtung der Patienten nach

der Behandlung erstreckte sich auf 12 Wochen. Der CMV D/R-Ausgangsserostatus war: D+/R- bei

40 %, D+/R+ bei 38 %, D-/R+ bei 19 % und D-/R- bei 3 % der Patienten. Das CM-Virus wurde bei

7 Patienten nachgewiesen. Die beobachteten Nebenwirkungen des Arzneimittels waren ähnlich

denen bei Erwachsenen (siehe Abschnitt 4.8).

Eine Phase-IV-Studie zur Untersuchung der Verträglichkeit bei Kindern und Jugendlichen (im

Alter von 1 bis 16 Jahren) nach Nierentransplantation (n = 57), die Valganciclovir einmal täglich

bis zu 200 Tage nach dem pädiatrischen Dosierungsalgorithmus erhielten (siehe Abschnitt 4.2),

zeigte eine niedrige Inzidenz von CMV. Die Nachbeobachtung der Patienten nach der Behandlung

betrug 24 Wochen. Der CMV D/R-Ausgangsserostatus war: D+/R+ bei 45 %, D+/R- bei 39 %, D-

/R+ bei 7 %, D-/R- bei 7 % und ND/R+ bei 2 % der Patienten. Bei 3 Patienten wurde eine CMV-

Virämie beobachtet. Bei einem Patienten wurde ein CMV-Syndrom vermutet, jedoch nicht durch

eine CMV-PCR im Zentrallabor bestätigt. Die beobachteten Nebenwirkungen waren der Art nach

ähnlich denjenigen bei Erwachsenen (siehe Abschnitt 4.8).

Diese Daten stützen die Extrapolation der Wirksamkeitsdaten bei Erwachsenen auf Kinder und

erlauben Dosierungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche.

Eine Phase-I-Studie zur Untersuchung der Pharmakokinetik und Sicherheit bei Patienten (im Alter

von 3 Wochen bis 125 Tagen) nach einer Herztransplantation (n = 14), die an zwei

aufeinanderfolgenden Tagen jeweils eine Einzeldosis Valganciclovir nach dem pädiatrischen

Dosierungsalgorithmus erhielten (siehe Abschnitt 4.2), zeigte eine Verfügbarkeit, die derjenigen

bei Erwachsenen vergleichbar war (siehe Abschnitt 5.2). Die Patienten wurden 7 Tage nach der

Behandlung nachbeobachtet. Das Sicherheitsprofil war konsistent mit demjenigen aus anderen

Studien bei Kindern und Erwachsenen, obwohl die Patientenzahl und die Valganciclovir-

Exposition in dieser Studie begrenzt waren.

Kongenitale CMV

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Ganciclovir und/oder Valganciclovir wurde bei Neugeborenen

und Säuglingen mit symptomatischer, kongenitaler CMV-Erkrankung in zwei Studien untersucht.

In der ersten Studie wurden die Pharmakokinetik und Sicherheit einer Einzeldosis Valganciclovir

(Dosisbereich 14-16-20 mg/kg/Dosis) bei 24 Neugeborenen (im Alter von 8 bis 34 Tagen)

untersucht, die unter einer symptomatischen, kongenitalen CMV-Erkrankung litten (siehe

Abschnitt 5.2). Die Neugeborenen erhielten eine antivirale Therapie für 6 Wochen, wobei 19 der

24 Patienten bis zu 4 Wochen mit oral angewendetem Valganciclovir und anschließend 2 Wochen

mit i.v. verabreichtem Ganciclovir behandelt wurden. Die verbleibenden 5 Patienten erhielten

während der Studie die meiste Zeit i.v. verabreichtes Ganciclovir. In der zweiten Studie wurden die

Wirksamkeit und Sicherheit einer Valganciclovir-Behandlung über 6 Wochen im Vergleich zu

einer Behandlung über 6 Monate bei 109 Säuglingen (im Alter von 2 bis 30 Tagen) mit

symptomatischer, kongenitaler CMV-Erkrankung untersucht.

Alle Säuglinge erhielten Valganciclovir oral in einer Dosis von 16 mg/kg zweimal täglich über 6

Wochen. Nach 6 Wochen wurden die Säuglinge randomisiert (1 : 1) einer Behandlung entweder

mit Valganciclovir in der gleichen Dosis oder mit einem entsprechenden Placebo zugeteilt und die

Behandlung über 6 Monate fortgeführt.

Diese Therapie wird derzeit nicht für Valganciclovir empfohlen. Sowohl das Design der Studien als

auch die erhaltenen Ergebnisse sind zu eingeschränkt, um angemessene Schlussfolgerungen zur

Wirksamkeit und Sicherheit von Valganciclovir zu ziehen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Valganciclovir wurden bei HIV- und CMV-

seropositiven Patienten, bei Patienten mit AIDS und CMV-Retinitis sowie bei Patienten nach einer

Organtransplantation untersucht.

Resorption

Valganciclovir ist ein Prodrug von Ganciclovir. Es wird aus dem Magen-Darm-Trakt gut resorbiert

und in der Darmwand und Leber rasch und umfassend zu Ganciclovir metabolisiert. Die

systemische Exposition gegenüber Valganciclovir ist vorübergehend und gering. Die

Bioverfügbarkeit von Ganciclovir bei der oralen Anwendung von Valganciclovir beträgt bei allen

untersuchten Patientenpopulationen etwa 60 %, und die resultierende Konzentration von

Ganciclovir ist vergleichbar mit der Konzentration nach intravenöser Verabreichung von

Ganciclovir (siehe unten). Im Vergleich dazu beträgt die Bioverfügbarkeit von Ganciclovir nach

Gabe von 1.000 mg Ganciclovir oral (als Kapseln) 6 % – 8 %.

Valganciclovir bei HIV-positiven und CMV-positiven Patienten

Die systemische Exposition bei HIV-positiven und CMV-positiven Patienten nach zweimal

täglicher Anwendung von Ganciclovir und Valganciclovir über eine Woche zeigt die folgenden

Werte:

Parameter

Ganciclovir (5

mg/kg, i.v.) n = 18

Valganciclovir (900 mg, p.o.) n = 25

Ganciclovir

Valganciclovir

(0-12 h)

(μg x h/ml)

28,6 ± 9,0

32,8 ± 10,1

0,37 ± 0,22

(μg/ml)

10,4 ± 4,9

6,7 ± 2,1

0,18 ± 0,06

Es wurde gezeigt, dass die Wirksamkeit von Ganciclovir bei der Verlängerung der Zeit bis zum

Fortschreiten der CMV-Retinitis mit der systemischen Exposition (AUC) korreliert.

Valganciclovir bei Patienten nach Organtransplantation

Die systemische Ganciclovir-Exposition im Steady State bei Patienten nach einer

Organtransplantation nach täglicher oraler Gabe von Ganciclovir und Valganciclovir zeigt die

folgenden Werte:

Parameter

Ganciclovir

(1.000 mg 3 x tägl.)

n = 82

Valganciclovir (900 mg, 1 x tägl.)

n = 161

Ganciclovir

(0-24 h)

(μg x h/ml)

28,0 ± 10,9

46,3 ± 15,2

(μg/ml)

1,4 ± 0,5

5,3 ± 1,5

Nach oraler Gabe von Valganciclovir gemäß dem Nierenfunktions-Dosierungsalgorithmus ist die

systemische Exposition von Ganciclovir bei Herz-, Nieren- und Lebertransplantat-Empfängern

ähnlich.

Einfluss von Nahrung

Eine Dosisproportionalität hinsichtlich des AUC-Wertes von Ganciclovir nach Anwendung von

Valganciclovir in einem Dosisbereich von 450 mg bis 2.625 mg konnte nur nach

Nahrungsaufnahme nachgewiesen werden. Wurde Valganciclovir zusammen mit einer Mahlzeit in

der empfohlenen Dosis von 900 mg gegeben, so wurden für Ganciclovir sowohl höhere mittlere

AUC-Werte (etwa 30 %) als auch höhere mittlere C

-Werte (etwa 14 %) als im Nüchternzustand

festgestellt. Ebenso nimmt auch die interindividuelle Variabilität bei der Ganciclovir-Exposition

ab, wenn Valganciclovir zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen wird. Valganciclovir wurde

in klinischen Studien nur zusammen mit den Mahlzeiten angewendet. Daher wird empfohlen, dass

Valganciclovir Pharmathen mit den Mahlzeiten eingenommen wird (siehe Abschnitt 4.2).

Verteilung

Wegen des raschen Metabolismus von Valganciclovir zu Ganciclovir wurde die Proteinbindung

von Valganciclovir nicht bestimmt. Bei Konzentrationen von 0,5 μg/ml und 51 μg/ml betrug die

Plasmaproteinbindung von Ganciclovir 1 - 2 %. Das Verteilungsvolumen von Ganciclovir im

Steady State (V

) nach intravenöser Gabe lag bei 0,680 l/kg ± 0,161 l/kg (n = 114).

Biotransformation

Valganciclovir wird schnell und umfassend zu Ganciclovir metabolisiert; es wurden keine anderen

Metaboliten nachgewiesen. Nach oraler Gabe von radioaktiv markiertem Ganciclovir (Einmaldosis

von 1.000 mg) machte kein Metabolit mehr als 1 % – 2 % der in den Fäzes oder im Urin

wiedergefundenen Radioaktivität aus.

Elimination

Nach Einnahme von Valganciclovir stellt, genau wie nach Einnahme von Ganciclovir, die renale

Ausscheidung über glomeruläre Filtration und aktive tubuläre Sekretion den Haupteliminationsweg

von Valganciclovir dar. Die renale Clearance hat einen Anteil von 81,5 % ± 22 % (n = 70) an der

systemischen Clearance von Ganciclovir. Bei Patienten mit einer Kreatininclearance (CrCl) > 60

ml/min beträgt der Post-hoc-Bayes-Schätzer für die populationsbezogene, mittlere scheinbare

Clearance von Ganciclovir 14,05 l/h ± 4,13 l/h. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

beträgt die mittlere scheinbare Clearance von Ganciclovir 8,46 l/h ± 1,67 l/h (CrCl zwischen 40

ml/min und 60 ml/min) und 7,00 l/h ± 1,08 l/h (CrCl zwischen 25 ml/min und 40 ml/min). Die

Halbwertszeit von Ganciclovir aus Valganciclovir beträgt bei HIV- und CMV-seropositiven

Patienten 4,1 ± 0,9 Stunden.

Pharmakokinetik in besonderen klinischen Situationen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Abnahme der Nierenfunktion führte zu einer Abnahme der Clearance von Ganciclovir aus

Valganciclovir mit einer entsprechenden Zunahme der terminalen Halbwertszeit. Deshalb ist bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion eine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitte

4.2 und 4.4).

Dialysepatienten

Für dialysepflichtige Patienten kann eine Dosisempfehlung für Valganciclovir 450 mg

Filmtabletten nicht ausgesprochen werden, weil die für diese Patienten erforderliche individuelle

Valganciclovir Dosis unter der Dosisstärke der 450 mg Filmtabletten liegt. Valganciclovir

Pharmathen Filmtabletten soll daher bei diesen Patienten nicht angewendet werden (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4).

Bei Patienten, die sich einer Hämodialyse unterziehen, sollte Valganciclovir-Pulver zur oralen

Einnahme auf seine Verfügbarkeit überprüft werden, um eine angemessene Dosierung zu

ermöglichen.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Es liegen keine Untersuchungen zur Sicherheit und Wirksamkeit von Valganciclovir 450 mg

Filmtabletten bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen vor. Von einer Beeinflussung der

Pharmakokinetik von Ganciclovir durch eine Leberfunktionsstörung ist jedoch eher nicht

auszugehen, da die Substanz über die Nieren ausgeschieden wird; demzufolge wird auch keine

spezifische Dosisempfehlung gegeben.

Patienten mit Mukoviszidose

In einer Phase-I-Studie zur Untersuchung der Pharmakokinetik bei Empfängern eines

Lungentransplantates mit oder ohne Mukoviszidose (zystische Fibrose [ZF]) wurden 31 Patienten

(16 ZF/15 non-ZF) nach der Transplantation zur Prophylaxe mit Valganciclovir 900 mg täglich

behandelt. Die Studie zeigte, dass Mukoviszidose bei Empfängern eines Lungentransplantates

keinen signifikanten Einfluss auf die systemische Exposition von Ganciclovir hatte. Bei

Empfängern eines Lungentransplantates war die Ganciclovir-Exposition vergleichbar mit

derjenigen, deren Wirksamkeit in der Prävention einer CMV-Erkrankung bei Empfängern von

anderen soliden Organtransplantaten gezeigt worden war.

Kinder und Jugendliche

In einer Phase-II-Studie zur Untersuchung der Pharmakokinetik und Sicherheit bei pädiatrischen

Empfängern eines soliden Organtransplantats (im Alter von 4 Monaten bis 16 Jahren, n = 63)

wurde Valganciclovir einmal täglich für bis zu 100 Tage verabreicht. Die pharmakokinetischen

Parameter waren in Bezug auf die verschiedenen Organe und Altersbereiche ähnlich und

vergleichbar mit denen Erwachsener. Populationspharmakokinetische Modellberechnungen

ergaben eine Bioverfügbarkeit von näherungsweise 60 %. Die Clearance wurde sowohl von der

Körperoberfläche als auch von der Nierenfunktion positiv beeinflusst.

In einer Phase-I-Studie zur Untersuchung der Pharmakokinetik und Sicherheit bei Kindern (im

Alter von 3 Wochen bis 125 Tagen) nach einer Herztransplantation (n = 14) wurde Valganciclovir

einmal täglich an 2 Studientagen gegeben. Populationspharmakokinetische Schätzungen ergaben

eine mittlere Bioverfügbarkeit von 64 %.

Ein Vergleich der Ergebnisse dieser beiden Studien sowie die pharmakokinetischen Ergebnisse aus

der Erwachsenenpopulation zeigen, dass die Bereiche der AUC

0-24h

-Werte in allen Altersgruppen,

einschließlich der Erwachsenengruppe, sehr ähnlich waren. Die mittleren AUC

0-24h

- und C

Werte waren in allen pädiatrischen Altersgruppen unter 12 Jahren ebenfalls ähnlich, obwohl es

einen Trend hin zu absteigenden mittleren AUC

0-24h

- und C

-Werten in allen pädiatrischen

Altersgruppen gab, die mit zunehmendem Alter zu korrelieren schienen. Dieser Trend war bei den

mittleren Werten der Clearance und der Halbwertszeit (t

) deutlicher sichtbar. Dies ist allerdings

zu erwarten, da Änderungen des Gewichts, der Körpergröße und der Nierenfunktion, die im

Zusammenhang mit dem Wachstum der Patienten stehen, die Clearance beeinflussen, wie

populationspharmakokinetische Modellberechnungen zeigen.

Die folgende Tabelle fasst die Modell-berechneten

0-24h

-

Bereiche für Ganciclovir sowie die

Mittelwerte und Standardabweichungen für

0-24h

, CL und t

für die relevanten

pädiatrischen Altersgruppen im Vergleich zu Daten von Erwachsenen aus diesen beiden Studien

zusammen:

PK Parameter

Erwachsene

*

Kinder

≥ 18 Jahre

(n = 160)

4 Monate –

(n = 14)

4 Monate –

≤ 2 Jahre

(n = 17)

> 2 –

< 12 Jahre

(n = 21)

≥ 12 Jahre –

16 Jahre

(n = 25)

AUC

0-24h

(μg ∙ h/ml)

46,3 ± 15,2

68,1 ± 19,8

64,3 ± 29,2

59,2 ± 15,1

50,3 ± 15,0

AUC

0-24h

-Bereich

15,4 – 116,1

34 - 124

34 - 152

36 - 108

22 - 93

C

max

(μg/ml)

5,3 ± 1,5

10,5 ± 3,36

10,3 ± 3,3

9,4 ± 2,7

8,0 ± 2,4

Clearance (l/h)

12,7 ± 4,5

1,25 ± 0,473

2,5 ± 2,4

4,5 ± 2,9

6,4 ± 2,9

t

1/2

(h)

6,5 ± 1,4

1,97 ± 0,185

3,1 ±1,4

4,1 ± 1,3

5,5 ± 1,1

* Aus dem Studienreport PV 16000 entnommen.

Die einmalige tägliche Valganciclovir Dosis basierte in beiden oben beschriebenen Studien auf der

Körperoberfläche (KOF) sowie der Kreatininclearance (CrCl), die mit einer modifizierten

Schwartz-Formel berechnet wurde und errechnete sich anhand des in Abschnitt 4.2 dargestellten

Algorithmus.

Die Pharmakokinetik von Ganciclovir nach Gabe von Valganciclovir wurde ebenfalls in 2 Studien

bei Neugeborenen und Säuglingen mit symptomatischer, kongenitaler CMV-Erkrankung

untersucht. In der ersten Studie erhielten 24 Neugeborene (im Alter von 8 bis 34 Tagen) zweimal

täglich intravenös 6 mg/kg Ganciclovir. Anschließend wurden die Patienten zweimal täglich mit

oral gegebenem Valganciclovir behandelt, wobei die Dosis von Valganciclovir Pulver zur

Herstellung einer Lösung zum Einnehmen im Bereich von 14 mg/kg bis 20 mg/kg lag. Die gesamte

Behandlungsdauer betrug 6 Wochen. Eine Dosis von zweimal täglich 16 mg/kg Valganciclovir

Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen entsprach sowohl einer intravenösen

Behandlung mit zweimal täglich 6 mg/kg Ganciclovir bei Neugeborenen als auch einer

intravenösen Behandlung mit 5 mg/kg bei Erwachsenen.

In der zweiten Studie erhielten 109 Neugeborene (im Alter von 2 bis 30 Tagen) Valganciclovir

Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen zweimal täglich über 6 Wochen.

Anschließend erhielten 96 aus 109 der eingeschlossenen Patienten randomisiert entweder

Valganciclovir oder ein Placebo über 6 Monate. Der mittlere AUC

0-12h

-Wert war jedoch niedriger

im Vergleich zu den mittleren AUC

0-12h

-Werten aus der ersten Studie. Die folgende Tabelle zeigt

die mittleren AUC-, C

- und t ½-Werte mit der jeweiligen Standardabweichung im Vergleich zu

Daten von Erwachsenen:

PK Parameter

Erwachsene

Kinder (Neugeborene und Säuglinge)

5 mg/kg GAN

Einzeldosis

(n = 8)

6 mg/kg GAN

zweimal täglich

(n = 19)

16 mg/kg VAL

zweimal täglich

(n = 19)

16 mg/kg VAL

zweimal täglich

(n = 100)

0-∞

(μg ∙ h/ml)

25,4 ± 4,32

-

0-12h

(μg ∙

h/ml)

38,2 ± 42,7

30,1 ± 15,1

20,85 ± 5,40

(μg/ml)

9,03 ± 1,26

12,9 ± 21,5

5,44 ± 4,04

3,32 ± 0,47

2,52 ± 0,55

2,98 ± 1,26

2,98 ± 1,12

GAN = Ganciclovir, i.v.

VAL = Valganciclovir, oral

Diese Daten sind zu eingeschränkt, um daraus Schlüsse über die Wirksamkeit oder

Dosierungsempfehlungen für pädiatrische Patienten mit kongenitaler CMV-Infektion ableiten zu

können.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Valganciclovir ist ein Prodrug von Ganciclovir, d.h. mit Ganciclovir beobachtete Wirkungen gelten

genauso auch für Valganciclovir. Die in präklinischen Studien beobachtete Toxizität von

Valganciclovir entsprach derjenigen von Ganciclovir und wurde durch Ganciclovirkonzentrationen,

die der beim Menschen angewendeten Initialdosis entsprachen bzw. darunter lagen, ausgelöst.

Bei diesen toxischen Effekten handelte es sich um - irreversible - Gonadotoxizität

(Hodenzellverlust) und Nephrotoxizität (Urämie, Zelldegeneration) sowie um - reversible -

Myelotoxizität (Anämie, Neutropenie, Lymphozytopenie) und Magen-Darm-Toxizität (Nekrose

der Schleimhautzellen).

In anderen präklinischen Studien wurde gezeigt, dass Ganciclovir mutagen, karzinogen, teratogen,

embryotoxisch sowie aspermatogen (d.h. es beeinflusst die männliche Fertilität) ist und die

weibliche Fertilität beeinträchtigt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Mikrokristalline Cellulose (Typ 102)

Povidon (K 30)

Crospovidon (Typ A)

Stearinsäure 50 (PhEur)

Tablettenhülle

Hypromellose 3 mPa.s

Hypromellose 6 mPa.s

Titandioxid

Macrogol 400

Eisen(III)oxid

Polysorbat 80

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

30 Monate

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

In einem Karton verpackt, der eine weiße, undurchsichtige HDPE-Flasche mit kindersicherem

Polypropylenverschluss und Induktionsversiegelung enthält.

Packungsgröße: Eine Flasche enthält 60 Filmtabletten.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Pharmathen SA

6 Dervenakion Str.

15351 Pallini Attiki

Griechenland

8. ZULASSUNGSNUMMER

98501.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

10. STAND DER INFORMATION

Oktober 2017

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Lesen Sie das vollständige Dokument

Zusammenfassung des öffentlichen

Bewertungsberichts

Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten

Valganciclovirhydrochlorid

Zulassungsinhaber: Pharmathen S.A.

HAUSANSCHRIFT

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

+49 (0)228 99 307-0

+49 (0)228 99 307-5207

E-MAIL

poststelle@bfarm.de

INTERNET

www.bfarm.de

Seite 2 von 3

Dieses Dokument enthält die Zusammenfassung des öffentlichen Bewertungsberichtes. Sie

erklärt, wie das BfArM den zugrundeliegenden Zulassungsantrag bewertet hat und zu seiner

Empfehlung für die Anwendung des Arzneimittels gekommen ist.

Für praktische Hinweise zur Anwendung des Arzneimittels lesen Sie bitte die Packungsbeilage

oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten und wofür wird es eingesetzt?

Die Wirkstoffzusammensetzung von Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten ist:

Valganciclovirhydrochlorid

496.286

Bei Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten handelt es sich um ein so genanntes

Generikum. Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten ist gleichwertig mit einem

Arzneimittel, das in der Europäischen Union (EU) bereits seit mindestens 10 Jahren zugelassen ist

und dadurch als Bezugs- oder Referenzarzneimittel dienen kann.

Das Arzneimittel ist in folgenden Anwendungsgebieten zugelassen:

Dieses Arzneimittel ist zur Initial- und Erhaltungstherapie der Cytomegalievirus (CMV)-Retinitis

bei erwachsenen Patienten mit erworbenem Immundefekt-Syndrom (AIDS) angezeigt.

Dieses Arzneimittel ist zur Prophylaxe einer CMV-Erkrankung bei CMV-negativen Erwachsenen

und Kindern (ab der Geburt und bis 18 Jahren) angezeigt, die ein Organtransplantat von einem

CMV-positiven Spender erhalten haben.

(Stand: 26.04.2018)

Wie ist das Arzneimittel anzuwenden?

Bitte lesen Sie Abschnitt 3 der Packungsbeilage „Wie ist Valganciclovir Pharmathen 450 mg

Filmtabletten einzunehmen/anzuwenden?“

Was sind die Nutzen und Risiken von Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten?

Das Arzneimittel ist therapeutisch gleichwertig zum Referenzarzneimittel. Nutzen und Risiken

entsprechen daher denen des Referenzarzneimittels.

Der pharmazeutische Unternehmer hat zudem einen Risikomanagementplan entwickelt, um

sicherzustellen, dass das Arzneimittel so sicher wie möglich angewendet wird. Im

Risikomanagementplan sind bekannte sowie zum Zeitpunkt der Zulassung des Arzneimittels

vermutete potenzielle Risikoaspekte beschrieben und Strategien festgelegt, wie diesen

risikomindernd begegnet werden kann. Dabei handelt es sich z.B. um Informationen, die bereits

Seite 3 von 3

in der Packungsbeilage und in der Fachinformation aufgeführt sind, auf die jedoch im

Risikomanagementplan noch einmal gesondert und vertieft eingegangen wird. Der

Risikomanagementplan wird regelmäßig entsprechend dem neuesten Erkenntnisstand der

Wissenschaft aktualisiert.

Für weitere Informationen lesen Sie bitte auch Abschnitt 2 der Packungsbeilage „Was müssen Sie

vor der Anwendung von Valganciclovir Pharmathen 450 mg Filmtabletten beachten?“ in

Verbindung mit Abschnitt 4 der Packungsbeilage „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“

Warum wurde das Arzneimittel zugelassen?

Das BfArM ist bei der Bewertung dieses Arzneimittels zu dem Schluss gekommen, dass der

Nutzen mögliche Anwendungsrisiken, z.B. das Auftreten von Nebenwirkungen, übersteigt.

Der öffentliche Bewertungsbericht kann auf der folgenden Internet-Seite abgerufen werden:

http://mri.medagencies.org/Human/ bzw. http://www.dimdi.de/static/de/db/dbinfo/aj29.htm.

Änderungen, die seit Erstellung des öffentlichen Bewertungsberichts vorgenommen wurden,

sind den publizierten und aktualisierten Produktinformationstexten zu entnehmen.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen