Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. Trockensubstanz

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Urokinase
Verfügbar ab:
Medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate m.b.H.
ATC-Code:
B01AD04
INN (Internationale Bezeichnung):
Urokinase
Darreichungsform:
Trockensubstanz
Zusammensetzung:
Urokinase 1000000.I.E.
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
10029.00.00

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Urokinase HS medac 1 000 000 I.E., Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw.

Infusionslösung

Wirkstoff: Urokinase

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage / Gebrauchsinformation sorgfältig durch, bevor

Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben und darf nicht an Dritte weiter

gegeben werden. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dasselbe

Krankheitsbild haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. und wofür wird es

angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Urokinase HS medac 1 000 000

I.E. beachten?

Wie ist Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST UROKINASE HS MEDAC 1 000 000 I.E. UND WOFÜR WIRD ES

ANGEWENDET?

Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. ist ein Arzneimittel zur Auflösung von Fibringerinnseln.

Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. wird angewendet bei:

Blutgerinnseln in Schlagadern (periphere arterielle Thrombose)

Abflussbehinderung aufgrund eines Blutgerinnsels in tiefen Beinvenen (akute und subakute

Thrombose tiefer Venen)

Verschleppung eines Blutgerinnsels in Lungenschlagadern (akute diagnostisch gesicherte

Lungenembolie), insbesondere bei instabilen Kreislaufverhältnissen

Verschluss einer operativ angelegten Kurzschlussverbindung zwischen Arterie und Vene

(thrombosierter arteriovenöser Shunt).

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Date of revision: 11/2012

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON UROKINASE HS MEDAC

1 000 000 I.E. BEACHTEN?

Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. darf nicht angewendet werden:

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber dem Wirkstoff Urokinase oder einen

der sonstigen Bestandteile von Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. sind,

bei allen Formen verminderter Blutgerinnungsfähigkeit, insbesondere

Spontanfibrinolysen, hämorrhagischer Diathese und gleichzeitiger Behandlung mit

oralen Antikoagulantien,

bei akuten cerebrovaskulären Ereignissen, z. B. cerebraler Insult, TIA (Erkrankungen

der Hirngefäße) insbesondere intrakraniellen Blutungen,

bei intrakraniellen Neoplasien (Neubildungen in der Schädelhöhle), Aneurysmen oder

arteriovenösen Missbildungen der Hirngefäße (Cerebralarterien),

bei einer Arterienausweitung (Aneurysma dissecans),

bei manifest klinisch relevanter Blutung,

bei erhöhter Blutungsbereitschaft infolge von:

Magen-Darm-Erkrankungen, z. B. Geschwüren (Malignomen), Magen- und

Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi sive duodeni), akute Colitis ulcerosa,

Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsteile (Urogenitaltrakt), z. B. Malignome,

Urolithiasis,

Lungenerkrankungen, z. B. kavernöse Tuberkulose oder Bronchiektasen,

schweren Lebererkrankungen, z. B. Leberzirrhose, Ösophagusvarizen,

schweren Nierenerkrankungen,

innerhalb von 3 Monaten nach einer schweren Blutung (z. B. gastrointestinale,

intrakranielle), nach einem schweren Trauma (Verletzung) oder einem größeren

chirurgischen Eingriff (z. B. koronare Bypass-Operation, intrakranielle oder

intraspinale Eingriffe oder Traumen).

in den ersten 4 Wochen nach einer Geburt,

bei Fehlgeburt (Abort),

bei drohender Fehlgeburt (Abortus imminens),

bei Verdacht auf falsch sitzenden Mutterkuchen (Placenta praevia),

nach Punktion eines nicht komprimierbaren Gefäßes,

innerhalb von 10 Tagen nach Gewebeentnahme (Organbiopsie);

Rückenmarkswasserentnahme (Lumbalpunktion); längerfristiger externer

Herzmassage; kürzlich erfolgter intramuskulärer Injektion,

bei therapeutisch nicht beeinflussbarem schwerem, arteriellen Bluthochdruck

(Hypertonie, systolisch über 200 mmHg, diastolisch über 100 mmHg),

Augenhintergrundveränderungen (Fundus hypertonicus III und IV),

bei Netzhauterkrankungen (hämorrhagischer Retinopathie) oder anderen

Erkrankungen des Auges mit Blutungsneigung,

bei akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Herzbeutelentzündung

(Perikarditis), Herzinnenhautentzündung (bakterielle Endokarditis),

bei schwerer Allgemeininfektion (Sepsis).

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. ist

erforderlich

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bei anderen als den im vorherigen Abschnitt erwähnten cerebrovaskulären

Erkrankungen oder anamnestisch bekannten, längerfristig zurückliegenden

cerebrovaskulären Ereignissen

bei Bluthochdruck (arterieller Hypertonie)

bei Thromben im linken Herzen (z. B. bei Mitralstenose mit Vorhofflimmern)

bei septischer Thrombophlebitis oder infizierter arteriovenöser Fistel mit

Thromboseverschluss

bei Umständen, bei denen eine mögliche Blutungsquelle schwer zugänglich ist

bei Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytenzahl) und/oder Veränderungen von

Laborparametern, die eine gestörte Blutgerinnung (z. B. Verlängerung der TZ, aPTT,

Quickwerte u.a.m.) möglich erscheinen lassen.

Intramuskuläre Injektionen und die Verwendung starrer Katheter sollen während der Behandlung

mit Urokinase unterbleiben.

Nach Herzdruckmassage im Rahmen einer kardiopulmonalen Reanimation besteht ein erhöhtes

Risiko für Blutungskomplikationen.

Bei Auftreten von Blutungen sollte entsprechend den unter Gegenmaßnahmen (siehe Abschnitt

4) gegebenen Anweisungen verfahren werden.

Bei der Anwendung von aus Humanproteinen hergestellten Arzneimitteln ist die Übertragung

von Infektionserkrankungen - auch bislang unbekannter Natur - nicht völlig auszuschließen.

Diese Gefahr ist wegen des geforderten Inaktivierungsverfahrens (Erhitzung in Lösung 10

Stunden bei + 60 °C) aber äußerst gering.

Bei hoher Dosierung erfolgt die Überwachung wie bei jeder fibrinolytischen Behandlung mittels

Fibrinogen und aPTT-Bestimmung, gegebenfalls Thrombinzeit.

Bei Dosierung unter 40.000 I.E./Stunde ändern sich dagegen die Laborwerte üblicherweise

kaum: der Nachweis der fibrinolytischen Aktivität lässt sich hier durch eine Verkürzung der

Euglobulinzeit sowie einer Erhöhung der Fibrinspaltprodukte erbringen.

Eingeschränkte Nieren- und/oder Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion ist eventuell eine

Dosisreduktion erforderlich. Dabei sollte der Fibrinogenspiegel nicht unter 100 mg/dl absinken.

Urokinase 1 000 000 HS medac sollte bei Patienten mit schweren Nieren- und/oder

Lebererkrankungen nicht angewendet werden.

Ältere Patienten

Die Erfahrung bei älteren Patienten ist begrenzt. Zudem besteht bei ihnen ein erhöhtes Risiko für

intrakraniale Blutungen. Deshalb soll bei diesen Patienten das Nutzen-Risiko-Verhältnis

besonders sorgfältig geprüft werden.

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Kinder

Die Wirksamkeit und Sicherheit einer Anwendung von Urokinase 1 000 000 HS medac bei

Kindern zwischen Geburt und 18 Jahren mit durch Blutgerinnsel verursachten

Gefässverschlüssen ist nicht belegt. Deshalb wird die Anwendung bei Kindern nicht empfohlen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw.

vor kurzem eingenommen oder angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Eine erhöhte Blutungsgefahr besteht bei vorheriger oder gleichzeitiger Gabe von

Arzneimitteln, die die Blutgerinnung beeinträchtigen (Antikoagulantien), wie z. B. Heparin,

Cumarinderivaten,

Arzneimitteln, die die Thrombozytenbildung oder -funktion beeinflussen, wie z. B.:

Acetylsalicylsäure,

Allopurinol,

Clofibrinsäurederivate,

Clopidogrel,

Indometazin,

Dipyridamol,

Phenylbutazon,

Ticlopidin,

Tetracycline,

Valproinsäure,

Thiouracile,

Sulfonamide,

Zytostatika,

Dextrane,

nichtsteroidale Antiphlogistika.

Fibrinolyse hemmende Wirkung auf Urokinase haben folgende Stoffe:

Antifibrinolytika, wie z. B. Aprotinin, p-Aminobenzoesäure, epsilon-Aminocapronsäure und

Tranexamsäure.

Schwangerschaft

Bisher liegen keine ausreichenden Daten zu einer Anwendung von Urokinase HS medac

1 000 000 I.E. in der Schwangerschaft vor. Niedermolekulare Urokinasefragmente und aktives

Plasmin passieren die Plazenta. Um Ihr ungeborenes Kind nicht zu gefährden, darf Ihnen

Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. während der gesamten Schwangerschaft nur im Notfall

verabreicht werden.

Das Auftreten von Blutungen und vorzeitigen Wehen sowie eine passive Immunisierung des

ungeborenen Kindes durch mütterliche Antikörper gegen Urokinase HS medac 1 000 000 I.E.

kann nicht ausgeschlossen werden.

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In den ersten 4 Wochen nach der Geburt, bei einer Fehlgeburt (Abort) bzw. bei einer drohenden

Fehlgeburt (Abortus imminens) sowie bei Verdacht auf einen falsch sitzenden Mutterkuchen

(Placenta praevia) darf Ihnen Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. nicht verabreicht werden.

Stillzeit

Es liegen keine Erkenntnisse zum Übergang von Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. in die

Muttermilch vor. Daher darf bei Ihnen Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. in der Stillzeit nur

angewendet werden, wenn der behandelnde Arzt dies für zwingend erforderlich hält.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. hat einen vernachlässigbaren Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

3.

WIE IST UROKINASE HS MEDAC 1 000 000 I.E. ANZUWENDEN?

Nehmen Sie Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein.

Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Art der Anwendung

Zum Einspritzen in die Vene, als Dauertropf oder zur lokalen Einträufelung.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. nicht

anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Urokinase HS

medac 1 000 000 I.E. sonst nicht richtig wirken kann.

Die Dosierungen richten sich nach dem jeweiligen Anwendungsgebiet.

Periphere arterielle Thrombose

Die Behandlungsdauer hängt vom klinischen Befund sowie von den Ergebnissen diagnostischer

Verfahren ab. Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt 4-5 Tage.

Systemische Lyse:

Für die Behandlung arterieller Verschlüsse werden zu Beginn 250.000-600.000 I.E. Urokinase

über 10-20 Minuten i.v. empfohlen sowie als Erhaltungsdosis 80.000-150.000 I.E. Urokinase pro

Stunde.

Eine gleichzeitige Heparingabe ist in der Regel notwendig, um einen ausreichenden Schutz

gegen eine erneute Thrombosebildung zu gewährleisten. Beginn und Dauer der Heparingabe

richten sich nach der aPTT, die auf das 1,5- bis 2,5-fache der Norm verlängert sein sollten. Im

Allgemeinen ist eine Dosierung von 500-1.000 I.E. unfraktioniertem Heparin pro Stunde i.v.

ausreichend.

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Lokale Lyse:

Initial wird der Thrombus mit Urokinaselösung infiltriert. Die Dosis sollte nicht höher als

100.000 – 120.000 I.E. / Stunde für einen 70 kg gewichtigen Patienten sein. Die lokale Lyse wird

bis zum eingetretenen Erfolg (maximal 48 Stunden) durchgeführt.

Thrombose tiefer Venen

Die Behandlungsdauer beträgt abhängig vom objektiv gesicherten therapeutischen Erfolg im

Allgemeinen 7-14 Tage.

Zu Beginn werden 250.000 - 600.000 I.E. Urokinase über 10 - 20 Minuten i.v. gegeben. Die

Erhaltungsdosis beträgt 40.000 - 100.000 I.E./h.

Eine gleichzeitige Heparingabe ist in der Regel notwendig, um einen ausreichenden Schutz

gegen eine erneute Thrombosebildung zu gewährleisten. Beginn und Dauer der Heparingabe

richten sich nach der aPTT, die auf das 1,5- bis 2,5-fache der Norm verlängert sein sollten. Im

Allgemeinen ist eine Dosierung von 500 – 1.000 I.E. unfraktioniertem Heparin/h i.v.

ausreichend.

Lungenembolie

Die Behandlungsdauer beträgt bei dem niedrig dosierten Urokinase/Heparin-Dosierungsschema

24 Stunden, bei dem hochdosierten Urokinase-Dosierungsschema 12 Stunden.

Zu Beginn werden 2.000 oder 4.400 I.E. Urokinase/kg KG über 10 - 20 Minuten i.v. gegeben.

Die Erhaltungsdosis beträgt 2.000 I.E. Urokinase/kg KG/h über 24 Stunden bei gleichzeitiger

Verabreichung von Heparin oder 4.400 I.E. Urokinase/kg KG/h über 12 Stunden ohne Heparin.

Beginn und Dauer der Heparingabe richten sich nach der aPTT. Eine anschließende Heparingabe

ist in der Regel notwendig, um einen ausreichenden Schutz gegen eine erneute

Thrombosebildung zu gewährleisten. Beginn und Dauer der Heparingabe richten sich nach der

aPTT, die auf das 1,5- bis 2,5- fache der Norm verlängert sein sollten. Im Allgemeinen ist eine

Dosierung von 500 – 1.000 I.E. unfraktioniertem Heparin/h i.v. ausreichend.

Thrombosierter arteriovenöser Shunt

In beide Schenkel des Shunts wird Urokinaselösung in einer Konzentration von 5.000 – 25.000

I.E./ml instilliert.

Die Urokinase-Applikation kann, falls erforderlich, alle 30 Minuten wiederholt werden. Die

Dauer der Anwendung sollte aber auf 2 Stunden begrenzt werden.

Der Inhalt einer Durchstechflasche Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. wird mit 10 ml Wasser

für Injektionszwecke in Lösung gebracht.

Zur Tropfinfusion kann der Inhalt einer Durchstechflasche mit Wasser für Injektionszwecke

gelöst und anschließend z. B. in Glucose 5

- bzw. 10

-Lösung oder physiologischer NaCl-

Lösung auf ein Endvolumen von 50 ml verdünnt werden.

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4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. Nebenwirkungen haben.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig:

weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich:

weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1.000 Behandelten

Selten:

weniger als 1 von 1.000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten

Sehr selten:

weniger als 1 von 10.000 Behandelten

Nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Nebenwirkungen

Blut und Lymphsystem:

Sehr häufig:

Abfall des Volumens der roten Blutkörperchen (Hämatokrit) ohne klinisch

feststellbare Blutungen

Nervensystem:

Häufig:

Intrakraniale Blutungen

Gelegentlich:

Lebensbedrohliche intrakraniale Blutungen

Auge:

Sehr selten:

Glaskörperblutungen

Gefäße:

Häufig:

Verstopfung von Blutgefäßen (Embolie)

Magen-Darm-Trakt:

Häufig:

Magen-Darm-Blutungen, retroperitoneale Blutungen

Gelegentlich:

Lebensbedrohliche Magen-Darm-Blutungen, lebensbedrohliche retroperitoneale

Blutungen

Leber und Galle:

Sehr häufig:

Vorübergehende Erhöhung der Leberenzyme (Transaminasen)

Gelegentlich: Lebensbedrohliche intrahepatische Blutungen

Nieren und Harnwege:

Sehr häufig:

Mikrohämaturie

Häufig:

Urogenitale Blutungen

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Gelegentlich:

Lebensbedrohliche urogenitale Blutungen

Haut, allergische Reaktionen:

Sehr selten:

Allergische Reaktionen wie Hautrötung (Flush), Nesselfieber (Urtikaria), Atemnot

(Dyspnoe) und niedriger Blutdruck (Hypotension)

Allgemein:

Sehr häufig:

(Sicker-)Blutungen aus Punktionsstellen, Wunden, Entstehung oder Vergrößerung

von Blutergüssen (Hämatomen) und Hautblutungen (Sugillationen), Nasen- und

Zahnfleischblutungen

Häufig:

Fieber

Gelegentlich:

Lebensbedrohliche Einblutungen in parenchymatöse Organe oder Muskel

Gegenmaßnahmen

Beim Auftreten von durch Druckverband beherrschbaren Blutungen ist eine Fortführung der

Behandlung unter sorgfältiger Überwachung möglich.

Bei schwereren lebensbedrohlichen Blutungen muss die Behandlung sofort beendet werden, für

die weitere Behandlung stehen Gegenmittel und Gerinnungsfaktorenpräparate zur Verfügung.

Wie alle Arzneimittel kann Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der

aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken,

die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST UROKINASE HS MEDAC 1 000 000 I.E. AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfallsdatum nicht mehr

verwenden.

Die rekonstituierte Lösung ist zum sofortigen Gebrauch bestimmt.

Die unter aseptischen Bedingungen hergestellte Lösung soll nicht länger als 8 Stunden

aufbewahrt werden.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. enthält

Der Wirkstoff ist Urokinase.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriummonohydrogenphosphat, Natriumdihydrogenphosphat, Human-Albumin

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Wie Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. aussieht und Inhalt der Packung

1 Durchstechflasche Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. mit 166 mg Pulver zur Herstellung

einer Injektions- bzw. Infusionslösung enthält 1.000.000 I.E. Urokinase.

Packungen mit 1 Durchstechflasche (N1)

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH

Fehlandtstraße 3

20354 Hamburg

Telefon: 04103/8006-0

Telefax: 04103/8006-100

Diese Gebrauchsinformation wurde überarbeitet im November 2012.

pal (DE) Urokinase HS medac 1 000 000 I.E.

Date of revision: 11/2012

Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Urokinase HS medac 1 000 000 I.E.

Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 Durchstechflasche Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. mit 166 mg Pulver zur Herstellung

einer Injektions- bzw. Infusionslösung enthält 1.000.000 I.E. Urokinase

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1

3.

Darreichungsform

Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Periphere arterielle Thrombose

akute und subakute Thrombose tiefer Venen

akute diagnostisch gesicherte Lungenembolie, insbesondere bei instabilen hämodynamischen

Verhältnissen

thrombosierter arteriovenöser Shunt

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung:

Die Dosierungen richten sich nach den jeweiligen Indikationen

Periphere arterielle Thrombose

Systemische Lyse:

Für die Behandlung der arteriellen Verschlüsse werden initial 250.000 - 600.000 I.E. Urokinase

über 10-20 Minuten i.v. empfohlen sowie als Erhaltungsdosis 80.000 - 150.000 I.E. Urokinase/h.

Eine simultane Heparingabe ist in der Regel notwendig, um einen ausreichenden Schutz gegen

eine Rethrombosierung zu gewährleisten. Beginn und Dauer der Heparingabe richten sich nach

der aPTT, die auf das 1,5- bis 2,5- fache der Norm verlängert sein sollten. Im Allgemeinen ist

eine Dosierung von 500 – 1.000 I.E. unfraktioniertem Heparin/h i.v. ausreichend.

Lokale Lyse:

Initial wird der Thrombus mit Urokinaselösung infiltriert. Die Dosis sollte nicht höher als

100.000 – 120.000 IE / Stunde für einen 70 kg gewichtigen Patienten sein. Die lokale Lyse wird

bis zum eingetretenen Erfolg (maximal 48 Stunden) durchgeführt.

Thrombose tiefer Venen

Initial werden 250.000 - 600.000 I.E. Urokinase über 10-20 Minuten i.v. gegeben. Die

Erhaltungsdosis beträgt 40.000 - 100.000 I.E./h.

Eine simultane Heparingabe ist in der Regel notwendig, um einen ausreichenden Schutz gegen

eine Rethrombosierung zu gewährleisten. Beginn und Dauer der Heparingabe richten sich nach

der aPTT, die auf das 1,5- bis 2,5- fache der Norm verlängert sein sollten. Im Allgemeinen ist

eine Dosierung von 500 – 1.000 I.E. unfraktioniertem Heparin/h i.v. ausreichend.

Lungenembolie

Initial werden 2.000 oder 4.400 I.E. Urokinase/kg KG über 10-20 Minuten i.v. gegeben. Die

Erhaltungsdosis beträgt 2.000 I.E. Urokinase/kg KG/h über 24 Stunden bei simultaner

Verabreichung von Heparin oder 4.400 I.E. Urokinase/kg KG/h über 12 Stunden ohne Heparin.

Beginn und Dauer der Heparingabe richten sich nach der aPTT.

Eine anschließende Heparingabe ist in der Regel notwendig, um einen ausreichenden Schutz

gegen eine Rethrombosierung zu gewährleisten. Beginn und Dauer der Heparingabe richten sich

nach der aPTT, die auf das 1,5- bis 2,5- fache der Norm verlängert sein sollten. Im Allgemeinen

ist eine Dosierung von 500 – 1.000 I.E. unfraktioniertem Heparin/h i.v. ausreichend.

Thrombosierter arterio-venöser Shunt

In beide Schenkel des Shunts wird Urokinaselösung in einer Konzentration von 5.000 – 25.000

I.E./ml instilliert.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit gestörter Nieren- und/oder Leberfunktion kann eine Dosisreduzierung

notwendig sein. In diesen Fällen sollte der Fibrinogenspiegel im Serum nicht unter 100 mg/dl

fallen. Urokinase ist kontraindiziert bei Patienten mit schweren Nieren- und/oder

Lebererkrankungen (siehe 4.3).

Ältere Patienten

Für Patienten über 65 Jahren gibt es nur limitierte Daten zur Anwendung von Urokinase und es

ist nicht bekannt, ob sie anders als jüngere Patienten reagieren. Zudem besteht bei älteren

Patienten ein erhöhtes Risiko für intrakraniale Blutungen. Urokinase 1 000 000 HS medac sollte

daher mit besonderer Vorsicht bei dieser Patientengruppe angewendet werden (siehe auch 4.4).

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Sicherheit einer Anwendung von Urokinase 1 000 000 HS medac bei

Kindern zwischen Geburt und 18 Jahren mit thromboembolischen Gefässverschlüssen ist nicht

belegt. Deshalb wird die Anwendung bei Kindern nicht empfohlen.

Art der Anwendung:

Zur Injektion, Infusion und lokalen Instillation nach vorgeschriebener Lösung.

Der Inhalt einer Durchstechflasche Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. wird mit 10 ml Wasser

für Injektionszwecke in Lösung gebracht.

Zur Tropfinfusion kann der Inhalt einer Durchstechflasche mit Wasser für Injektionszwecke

gelöst und anschließend z. B. in Glucose 5

- bzw. 10

-Lösung oder physiologischer NaCl-

Lösung auf ein Endvolumen von 50 ml verdünnt werden.

Dauer der Anwendung:

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach den jeweiligen Indikationen.

Periphere arterielle Thrombose

Die Behandlungsdauer mit Urokinase hängt vom klinischen Befund sowie von den Ergebnissen

diagnostischer Verfahren ab. Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt 4-5 Tage.

Thrombose tiefer Venen

Die Behandlungsdauer beträgt abhängig vom objektiv gesicherten therapeutischen Erfolg im

Allgemeinen 7-14 Tage.

Lungenembolie

Die Behandlungsdauer beträgt bei dem niedrig dosierten Urokinase/Heparin-Dosierungsschema

24 Stunden, bei dem hochdosierten Urokinase-Dosierungsschema 12 Stunden.

Thrombosierter arterio-venöser Shunt

Die Urokinase-Applikation kann, falls erforderlich, alle 30 Minuten wiederholt werden. Die

Dauer der Anwendung sollte aber auf 2 Stunden begrenzt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. darf nicht angewendet werden:

bei Überempfindlichkeit (Allergie) gegen den Wirkstoff Urokinase oder einen der sonstigen

Bestandteile von Urokinase HS medac 1 000 000 I.E.,

bei allen Formen verminderter Blutgerinnungsfähigkeit, insbesondere Spontanfibrinolysen,

hämorrhagische Diathese und gleichzeitige Therapie mit oralen Antikoagulantien,

bei akuten cerebrovaskulären Ereignissen (z. B. cerebraler Insult, TIA), insbesondere

intrakranielle Blutungen,

bei intrakraniellen Neoplasien, Aneurysmen oder arteriovenösen Mißbildungen der

Cerebralarterien,

bei Aneurysma dissecans,

bei manifester klinisch relevanter Blutung,

bei erhöhter Blutungsbereitschaft infolge von:

Magen-Darm-Erkrankungen, z. B. Malignomen, Ulcus ventriculi sive duodeni, akute Colitis

ulcerosa,

Erkrankungen des Urogenitaltraktes, z. B. Malignome, Urolithiasis,

Lungenerkrankungen, z. B. kavernöse Tuberkulose oder Bronchiektasen,

schweren Lebererkrankungen, z. B. Leberzirrhose, Ösophagusvarizen,

schweren Nierenerkrankungen.

innerhalb von 3 Monaten nach einer schweren Blutung (z. B. gastrointestinale,

intrakranielle), nach einem schweren Trauma oder einem größeren chirurgischen Eingriff

(z. B. koronare Bypass-Operation, intrakranielle oder intraspinale Eingriffe oder Traumen),

in den ersten 4 Wochen post partum,

Abort,

Abortus imminens,

Verdacht auf Placenta praevia,

nach Punktion eines nicht komprimierbaren Gefäßes,

innerhalb von 10 Tagen nach Organbiopsie; Lumbalpunktion; längerfristige externe

Herzmassage; kürzlich erfolgte intramuskuläre Injektion,

bei therapeutisch nicht beeinflussbarer schwerer, arterieller Hypertonie (systolisch über 200

mmHg, diastolisch über 100 mmHg, Fundus hypertonicus III und IV),

bei hämorrhagischer Retinopathie oder anderen Erkrankungen des Auges mit

Blutungsneigung,

bei akuter Pankreatitis, Perikarditis, bakterielle Endokarditis,

bei Sepsis.

4.4

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Urokinase darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei:

anderen als den in Abschnitt 4.3 erwähnten cerebrovaskulären Erkrankungen oder

anamnestisch bekannten, länger zurückliegenden cerebrovaskulären Ereignissen,

arterieller Hypertonie,

Thromben im linken Herzen (z. B. bei Mitralstenose mit Vorhofflimmern),

septischer Thrombophlebitis oder infizierter arteriovenöser Fistel mit Thromboseverschluss,

Umständen, bei denen eine mögliche Blutungsquelle schwer zugänglich ist,

Verminderung der Thrombozytenzahl und/oder Veränderungen von Laborparametern, die auf

eine gestörte Hämostase hinweisen (z. B. Verlängerung der TZ, aPTT, Quickwert u.a.m.).

Intramuskuläre Injektionen und die Verwendung starrer Katheter sollen während der Behandlung

mit Urokinase unterbleiben.

Nach Herzdruckmassage im Rahmen einer kardiopulmonalen Reanimation besteht ein erhöhtes

Risiko für Blutungskomplikationen.

Bei Auftreten von Blutungen sollte entsprechend den unter Abschnitt 4.9 gegebenen

Anweisungen verfahren werden.

Bei der Anwendung von aus Humanproteinen hergestellten Arzneimitteln ist die Übertragung

von Infektionserkrankungen - auch bislang unbekannter Natur - nicht völlig auszuschließen.

Diese Gefahr ist wegen des geforderten Inaktivierungsverfahrens (Erhitzung in Lösung 10

Stunden bei + 60 °C) aber äußerst gering.

Bei hoher Dosierung erfolgt die Überwachung wie bei jeder fibrinolytischen Behandlung mittels

Fibrinogen und aPTT-Bestimmung, gegebenfalls Thrombinzeit.

Bei Dosierungen unter 40.000 I.E./Stunde ändern sich dagegen die Laborwerte üblicherweise

kaum: der Nachweis der fibrinolytischen Aktivität lässt sich hier durch eine Verkürzung der

Euglobulinzeit sowie einer Erhöhung der Fibrinspaltprodukte erbringen.

Bei älteren Patienten besteht ein erhöhtes Risiko für intrakraniale Blutungen. Deshalb soll bei

diesen Patienten das Nutzen-Risiko-Verhältnis besonders sorgfältig geprüft werden.

Die Erfahrung bei Kindern ist begrenzt.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion ist eventuell eine

Dosisreduktion erforderlich. Dabei sollte der Fibrinogenspiegel nicht unter 100 mg/dl absinken.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Eine erhöhte Blutungsgefahr besteht bei vorheriger oder gleichzeitiger Gabe von

Antikoagulantien, wie z. B. Heparin, Cumarinderivaten,

Arzneimitteln, die die Thrombozytenbildung oder -funktion beeinflussen, wie z. B.:

Acetylsalicylsäure,

Allopurinol,

Clofibrinsäurederivate,

Clopidogrel,

Indometazin,

Dipyridamol,

Phenylbutazon,

Ticlopidin,

Tetracycline,

Valproinsäure,

Thiouracile,

Sulfonamide,

Zytostatika,

Dextrane,

nichtsteroidale Antiphlogistika.

Fibrinolyse hemmende Wirkung auf Urokinase haben folgende Stoffe:

Antifibrinolytika, wie z. B. Aprotinin, p-Aminobenzoesäure, epsilon-Aminocapronsäure und

Tranexamsäure.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft:

Bisher liegen keine ausreichenden Daten zu einer Anwendung von Urokinase HS medac

1 000 000 I.E. in der Schwangerschaft vor. Niedermolekulare Urokinasefragmente und aktives

Plasmin passieren die Plazenta. Tierexperimentelle Studien ergaben zwar keine Hinweise auf

eine Reproduktionstoxizität, allerdings wurden die Muttertiere nur unzureichend exponiert (siehe

Abschnitt 5.3). Wegen der Gefährdung des Feten ist Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. in der

gesamten Schwangerschaft nur bei vitaler Indikation unter besonderer Abwägung des Risikos

anzuwenden. Das Auftreten von Blutungen und vorzeitigen Wehen sowie eine passive

Immunisierung des Feten durch mütterliche Antikörper gegen Urokinase HS medac 1 000 000

I.E. kann nicht ausgeschlossen werden.

Die Anwendung von Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. ist in den ersten 4 Wochen post

partum, bei Abort bzw. Abortus imminens sowie bei Verdacht auf Placenta praevia absolut

kontraindiziert.

Stillzeit:

Es liegen keine Erkenntnisse zum Übergang von Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. in die

Muttermilch vor. Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. sollte in der Stillzeit nur gegeben werden,

wenn dies für die Gesundheit der Mutter zwingend erforderlich ist. In diesem Fall sollte das

Stillen für die Dauer der Anwendung unterbrochen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Urokinase HS medac 1 000 000 I.E. hat einen vernachlässigbaren Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥>1/10)

Häufig (≥1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100)

Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Blut und Lymphsystem

Sehr häufig:

Abfall des Hämatokrit ohne klinisch feststellbare Blutungen

Nervensystem

Häufig:

Intrakraniale Blutungen

Gelegentlich:

Lebensbedrohliche intrakraniale Blutungen

Auge

Sehr selten:

Glaskörperblutungen

Gefäße

Häufig:

Embolie

Gastrointestinaltrakt

Häufig:

Gastrointestinale Blutungen, retroperitoneale Blutungen

Gelegentlich:

Lebensbedrohliche gastrointestinale Blutungen, lebensbedrohliche

retroperitoneale Blutungen

Leber und Galle

Sehr häufig:

Vorübergehende Erhöhung der Transaminasen

Gelegentlich:

Lebensbedrohliche intrahepatische Blutungen

Nieren und Harnwege

Sehr häufig:

Mikrohämaturie

Häufig:

Urogenitale Blutungen

Gelegentlich:

Lebensbedrohliche urogenitale Blutungen

Haut, allergische Reaktionen

Sehr selten:

Allergische Reaktionen mit Flush, Urtikaria, Dyspnoe und Hypotension

Allgemein

Sehr häufig:

(Sicker-)Blutungen aus Punktionsstellen, Wunden, Entstehung oder Vergrößerung

von Hämatomen oder Sugillationen, Nasen- und Zahnfleischblutungen

Häufig:

Fieber

Gelegentlich:

Lebensbedrohliche Einblutungen in parenchymatöse Organe oder Muskel

4.9

Überdosierung

Beim Auftreten von durch Kompression beherrschbaren Blutungen ist die Fortführung der

Therapie unter sorgfältiger Überwachung möglich.

Bei durch o.g. Maßnahmen nicht kontrollierbaren und behandlungsbedürftigen

Blutungskomplikationen muss die Urokinase-Therapie abgesetzt und ggf. Aprotinin oder ein

anderes Antifibrinolytikum verabreicht werden. Die Dosierung von Aprotinin beträgt initial

500.000 - 1.000.000 KIE/h i.v., dann 50.000 – 100.000 KIE/h bis zur Stillung der Blutung. (Cave

Anaphylaxie!)

Bei schweren oder lebensbedrohlichen Blutungen aufgrund von schweren Hyperfibrinolysen ist

das sofortige Absetzen der Urokinase-Therapie erforderlich. Eine Substitutionstherapie mit

Fibrinogenkonzentraten und entsprechenden Blutprodukten sollte die antifibrinolytische

Therapie ergänzen. Die Behandlung sollte in Rücksprache mit einem hämostaseologisch

erfahrenen Transfusionsmediziner erfolgen.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Fibrinolytikum

ATC-Code: B01AD04

Urokinase ist eine Serinprotease, die in verschiedenen molekularen Formen vorkommt. Man

unterscheidet eine hoch- und eine niedermolekulare Form.

Das mittlere Molekulargewicht der hochmolekularen Form (HUK) beträgt etwa 54.000 Dalton,

das der niedermolekularen Form (LUK) wird mit ca. 33.000 Dalton angegeben.

Das Enzym wird vor allem in der Niere gebildet und in den Urin sezerniert. Urokinase kann aus

menschlichem Urin oder aus den Überständen von Kulturen menschlicher Nierenzellen isoliert

werden oder rekombinant hergestellt werden.

Die Aktivität wird in Internationalen Einheiten anhand von der WHO festgelegten

Standardpräparaten bestimmt.

Diese Einheiten beruhen auf der fibrinolytischen Aktivität von Urokinase.

Pro-Urokinase (SCUPA) ist das Zymogen von Urokinase. Sie wird durch Serinproteasen vom

Trypsin-Typ, z. B. Plasmin oder Thrombin in Urokinase (HUK) umgewandelt.

Urokinase hat eine spezifische Affinität zum Plasminogenmolekül und wandelt Plasminogen

direkt durch Hydrolyse der Arginin-Valin-Bindung in Plasmin um.

Durch die fibrinolytische Wirkung der Protease Plasmin können fibrinhaltige Thromben

aufgelöst werden.

Die durch Urokinase ausgelöste Plasminaktivität führt dosisabhängig zu einem Abfall des

Plasminogen- und Fibrinogenspiegels sowie zu einem vermehrten Anfall von Fibrin- und

Fibrinogenspaltprodukten (FSP), die sowohl direkt antikoagulatorisch wirken, als auch die

Heparinwirkung verstärken. Diese Urokinasewirkung besteht bis zu 12-24 h nach Infusionsende

fort.

Die Umwandlung von Plasminogen in Plasmin durch Urokinase kann kompetitiv mit epsilon-

Aminocapronsäure, Tranexamsäure und p-Aminobenzoesäure gehemmt werden. Diese

Fibrinolysehemmer heben jedoch die gerinnungshemmende Wirkung von zirkulierenden

Fibrinogen/ Fibrinspaltprodukten nicht auf.

Aprotinin wirkt wie im Plasma vorhandenes

–Antiplasmin direkt Plasmin hemmend.

Urokinase-inhibierende Plasmaproteine können die Urokinaseaktivität individuell verschieden

stark hemmen (z. B. bei Urämie).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Urokinase muss parenteral appliziert werden.

Urokinase wird nach intravenöser Gabe schnell aus dem zirkulierenden Blut entfernt.

Die Eliminationshalbwertszeit von Urokinase beträgt ca. 10-20 Minuten.

Die Inaktivierung (enzymatischer Abbau) erfolgt wahrscheinlich hauptsächlich in der Leber. Die

inaktiven Spaltprodukte werden über die Galle und vor allem über die Niere ausgeschieden.

Die Halbwertszeit der klinischen Wirkung ist von der Wirkdauer des aktivierten Plasmins

abhängig und damit länger.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Studien zur chronischen Toxizität an verschiedenen Tierspezies und zum mutagenen Potential

lassen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Langzeituntersuchungen auf ein

tumorerzeugendes Potential liegen nicht vor.

Embryotoxizitätsuntersuchungen an Ratten, Mäusen und Kaninchen mit Dosierungen, die

maximal dem 1,4-Fachen der humanen Gabe (basierend auf einer humantherapeutischen

Dosierung von 105.600 I.E./kg/Tag) entsprachen, haben keinen Hinweis auf ein teratogenes

Potential ergeben. Die Fertilität von Ratten und die peri-/postnatale Entwicklung der

Nachkommen wurde in diesen Dosierungen ebenfalls nicht beeinträchtigt.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1.

Sonstige Bestandteile

Natriummonohydrogenphosphat, Natriumdihydrogenphosphat, Human-Albumin

6.2

Inkompatibilitäten

Bisher keine bekannt.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt für Urokinase HS medac 3 Jahre.

Haltbarkeit nach Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung:

Die rekonstituierte Lösung ist zum sofortigen Gebrauch bestimmt.

Die unter aseptischen Bedingungen hergestellte Lösung soll nicht länger als 8 Stunden

aufbewahrt werden.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Keine

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Urokinase HS medac 1 000 000 I.E.:

OP mit 1 Durchstechflasche mit 1.000.000 I.E. Urokinase

OP mit 3 Durchstechflasche mit 1.000.000 I.E. Urokinase

OP mit 5 Durchstechflasche mit 1.000.000 I.E. Urokinase

OP mit 10 Durchstechflasche mit 1.000.000 I.E. Urokinase

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

Pharmazeutischer Unternehmer

medac

Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH

Fehlandtstraße 3

20354 Hamburg

Telefon: 04103/8006-0

Telefax: 04103/8006-100

8.

Zulassungsnummer

10029.00.00

9.

Datum der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

26.10.2012

10.

Stand der Information

November 2012

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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