Uniphyllin 600 mg Retardtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Theophyllin
Verfügbar ab:
Mundipharma Gesellschaft mit beschränkter Haftung - Geschäftsanschrift -
ATC-Code:
R03DA04
INN (Internationale Bezeichnung):
Theophylline
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Theophyllin 600.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
2738.02.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Uniphyllin 300 mg Retardtabletten

Uniphyllin 400 mg Retardtabletten

Uniphyllin 600 mg Retardtabletten

Theophyllin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Uniphyllin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Uniphyllin beachten?

Wie ist Uniphyllin einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Uniphyllin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Uniphyllin und wofür wird es angewendet?

Uniphyllin ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Asthma (Bronchospasmolytikum).

Uniphyllin wird angewendet zur Behandlung und Verhütung von Atemnotzuständen aufgrund einer

Verengung der Atemwege (Bronchokonstriktion) bei Patienten mit persistierendem (anhaltendem) Asthma

bronchiale oder mittel- bis schwergradiger

obstruktiver (verengender) Atemwegserkrankung (z. B.

chronische Bronchitis und Lungenemphysem).

Hinweis: Es wird empfohlen die Dauertherapie dieser Erkrankungen mit Theophyllin in Kombination mit

anderen Arzneimitteln, die die Bronchien erweitern und entzündungshemmend wirken, durchzuführen

(z. B. langwirksamen ß-Sympathomimetika und Glukocortikoiden).

Arzneimittel mit verzögerter Theophyllin-Freisetzung wie Uniphyllin sind nicht zur Akutbehandlung eines

Asthmaanfalls bestimmt.

Theophyllin sollte nicht als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Asthma bei Kindern angewendet

werden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Uniphyllin beachten?

Uniphyllin darf NICHT eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Theophyllin, andere xanthinhaltige Arzneimittel oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittel sind,

wenn Sie einen frischen Herzinfarkt haben,

wenn Sie an akuten Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter Herzschlagfolge (tachykarde

Arrhythmien) leiden,

von Kindern unter 6 Monaten (siehe Abschnitt „Kinder und Jugendliche“)

von Kindern unter 6 Jahren (mit einem Körpergewicht von unter 22 kg), wenn gleichzeitig Ephedrin

angewendet wird.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Uniphyllin einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Uniphyllin ist erforderlich:

Informieren Sie bitte Ihren Arzt vor der Einnahme,

wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden (z. B. instabile Angina pectoris oder hypertrophe

obstruktive Kardiomyopathie),

wenn Sie eine Lebererkrankung haben,

wenn sich Ihre Lungenerkrankung verschlechtert,

wenn Sie eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) haben,

wenn Sie anhaltendes, hohes Fieber oder eine fieberhafte Erkrankung haben.

Ihr Arzt wird entscheiden, ob Ihre Theophyllin-Dosis gesenkt werden muss.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt vor der Einnahme,

wenn Sie eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) haben,

wenn Sie unter einer zystischen Fibrose / Mukoviszidose leiden.

Ihr Arzt wird entscheiden, ob Ihre Theophyllin-Dosis erhöht werden muss.

Weiterhin ist besondere Vorsicht erforderlich,

wenn Sie eine Neigung zu Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter Herzschlagfolge (tachykarde

Arrhythmien) haben,

wenn Sie an schwerem Bluthochdruck leiden,

wenn Sie ein epileptisches Anfallsleiden haben oder sich zeitgleich einer Elektrokrampftherapie

unterziehen,

wenn Sie ein Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwür haben,

wenn Sie an Porphyrie (bestimmte Stoffwechselstörung) leiden,

wenn Sie eine Nierenfunktionsstörung haben,

wenn Sie unter einer Verengung der Harnwege (z. B. Prostatahypertrophie) leiden.

Falls diese Angaben auf Sie zutreffen oder früher einmal zutrafen, befragen Sie vor der Einnahme von

Uniphyllin Ihren Arzt.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Uniphyllin nicht richtig wirkt, oder wenn Nebenwirkungen

auftreten, sollten Sie zu Ihrem Arzt gehen, damit Ihr Theophyllin-Blutspiegel kontrolliert wird.

Kinder und Jugendliche

Uniphyllin 300 mg sollte bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden. Es stehen

andere

Darreichungsformen zur Verfügung, die bei Kindern unter 6 Jahren besser geeignet sind.

Uniphyllin 400 mg und 600 mg sind aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes nicht geeignet für Kinder und

Jugendliche unter 16 Jahren.

Ältere Menschen / schwerkranke Menschen / Menschen mit mehreren Erkrankungen

Die Anwendung von Uniphyllin bei älteren und/oder schwerkranken Patienten bzw. Patienten mit

mehreren Erkrankungen ist mit einer erhöhten Gefahr der Überdosierung verbunden. Ihr Arzt wird Ihre

Behandlung möglicherweise durch Blutspiegelkontrollen überwachen.

Einnahme von Uniphyllin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Uniphyllin mit anderen Medikamenten sollte aufgrund der

vielfältigen Wechselwirkungen eine Kontrolle Ihres Theophyllin-Serumspiegel erfolgen und

gegebenenfalls eine Dosisanpassung durchgeführt werden. Dies gilt auch nach dem Absetzen eines dieser

Medikamente.

Wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel anwenden, wird Ihr Arzt entscheiden, ob Ihre Theophyllin-

Dosis

erhöht

werden muss:

Aminoglutethimid, Barbiturate (besonders Phenobarbital, Pentobarbital, Primidon), Carbamazepin,

Isoprenalin, Johanniskraut (Hypericum perforatum), Phenytoin, Rifampicin, Sulfinpyrazon, Ritonavir

Wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zeitgleich anwenden, wird Ihr Arzt entscheiden, ob Ihre

Theophyllin-Dosis

gesenkt

werden muss:

Aciclovir, Allopurinol,

-Interferon, Calcium-Antagonisten (z. B. Verapamil, Diltiazem), Carbimazol,

Chinolone (z. B. Ciprofloxacin, Enoxacin, Grepafloxacin, Clinafloxacin, Pefloxacin, Pipemidsäure),

Disulfiram, Fluconazol, H

₂-

Antihistaminika (z. B. Cimetidin, Nizatidin, Ranitidin), Impfstoffe wie BCG

oder Grippe (Influenza), Isoniazid (Isonikotinsäurehydrazid), Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin,

Clarithromycin, Josamycin, Spiramycin), Methotrexat, Mexiletin, orale Kontrazeptiva („Pille“),

Pentoxifyllin, Phenylpropanolamin, Propafenon, Propranolol, Rofecoxib, Thiabendazol, Ticlopidin,

Zafirlukast, Zileuton

Bei gleichzeitiger Behandlung wird Ihr Arzt die erforderliche Theophyllin-Dosis sorgfältig ermitteln.

Die zeitgleiche Anwendung von Fluvoxamin sollte vermieden werden. Falls dies nicht möglich ist, wird

Ihr Arzt entscheiden, ob die Theophyllin-Dosis reduziert werden soll, und engmaschige Blutspiegel-

Kontrollen durchführen.

Uniphyllin kann

stärker

wirken, als Sie es gewohnt sind, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel

zeitgleich anwenden:

Diuretika, andere xanthinhaltige Arzneimittel (z. B. Coffein), Sympathomimetika, Glucagon, Ephedrin

Folgende Arzneimittel können

schwächer

wirken, als Sie es gewohnt sind:

Adenosin-Rezeptor-Agonisten (Adenosin, Regadenoson, Dipyridamol), Benzodiazepine (schlaf- und/oder

angstlösende Arzneimittel), Lithium,

-Rezeptorenblocker

Folgende Arzneimittel sollten nur mit Vorsicht zeitgleich angewendet werden:

Halothan: Eine zeitgleiche Anwendung kann zu Herzrhythmusstörungen führen.

Phenytoin: Abfall der „Steady State”-Konzentration

Fluorochinolone oder Imipenem: Eine zeitgleiche Anwendung kann zu vermehrten Krampfanfällen

führen.

Lomustin: Eine zeitgleiche Anwendung kann zu einer Thrombozytopenie führen.

Diuretika: Die harntreibende Wirkung wird verstärkt.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Isoniazid kann der Thephyllin-Spiegel steigen oder auch abfallen. Ihr

Arzt wird Theophyllinspiegel-Kontrollen durchführen.

Einnahme von Uniphyllin während anderer Erkrankungen:

Virale Infektionen, Lebererkrankung und Herzinsuffizienz können zu einer stärkeren Wirkung

führen.

Schilddrüsenerkrankungen oder damit verbundene Behandlungen können den Theophyllin-

Serumspiegel beeinflussen.

Einnahme von Uniphyllin zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die Aufnahme von Theophyllin.

Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke verstärken die Theophyllin-Wirkung.

Rauchen und Alkoholkonsum schwächen die Theophyllin-Wirkung ab.

Die Einnahme zusammen mit Alkohol kann das Reaktionsvermögen zusätzlich beeinträchtigen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Schwangerschaft

Sie sollten Uniphyllin während der Schwangerschaft nur anwenden, wenn Ihr Arzt nach sorgfältiger

Nutzen-Risiko-Abwägung dies für notwendig hält.

Uniphyllin geht in den Blutkreislauf des Ungeborenen über und kann dort zu Arzneimittelwirkungen

führen. Gegen Ende der Schwangerschaft kann es zur Wehenhemmung kommen.

Stillzeit

Theophyllin geht in die Muttermilch über. Daher wird Ihr Arzt den therapeutischen Nutzen der

Theophyllin-Gabe gegen das Risiko für das Kind sorgfältig abwägen. Soll gestillt werden, wird Ihr Arzt

die Dosis so gering wie möglich wählen. Bei höheren therapeutischen Dosen muss abgestillt werden.

Das Stillen sollte möglichst unmittelbar vor der Gabe des Arzneimittels erfolgen.

Das gestillte Kind muss sorgfältig auf ein mögliches Auftreten von Theophyllin-Wirkungen hin überwacht

werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Uniphyllin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit verändern, dass

z. B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen sowie

zum Arbeiten in größerer Höhe oder ohne festen Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße,

wenn Uniphyllin zusammen mit Alkohol oder Medikamenten, die ihrerseits das Reaktionsvermögen

beeinträchtigen können, eingenommen wird.

3.

Wie ist Uniphyllin einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt wird die für Sie benötigte Dosis individuell festlegen. Möglichst sollte diese anhand des

Theophyllin-Blutspiegels (Theophyllin-Menge im Blut) ermittelt werden (anzustrebender Bereich:

5 - 12 Mikrogramm/ml, 20 Mikrogramm/ml sollen nicht überschritten werden). Im Laufe der Therapie

werden Kontrollen des Theophyllin-Blutspiegels insbesondere auch bei mangelhafter Wirksamkeit oder

dem Auftreten unerwünschter Wirkungen notwendig sein. Auch bei einem Wechsel von einem

theophyllinhaltigen Arzneimittel auf ein anderes ist dies zu empfehlen.

Soweit vom Arzt nicht anders verordnet, beträgt die empfohlene Dosis:

Uniphyllin 300 mg: Erwachsene nehmen üblicherweise 2 - 3 Retardtabletten pro Tag ein.

Uniphyllin 400 mg: Erwachsene nehmen üblicherweise 1 - 2 Retardtabletten pro Tag ein.

Uniphyllin 600 mg: Erwachsene nehmen üblicherweise 1 Retardtablette pro Tag ein.

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung und wird vom

behandelnden Arzt bestimmt.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Uniphyllin 300 mg:

Kinder von 6 - 12 Jahren nehmen üblicherweise 1 - 3 Retardtabletten pro Tag ein.

Kinder ab 12 Jahre nehmen üblicherweise 2 - 3 Retardtabletten pro Tag ein.

Kinder unter 6 Jahren sollten Uniphyllin 300 mg nicht anwenden. Es stehen andere

Darreichungsformen zur Verfügung, die für Kinder unter 6 Jahren besser geeignet sind.

Uniphyllin 400 mg und Uniphyllin 600 mg sind für Kinder und Jugendliche nicht geeignet.

Anzahl Retardtabletten pro Tag

Uniphyllin

300 mg

Uniphyllin

400 mg

Uniphyllin

600 mg

Kinder

6 – 8

1 - 2

Kinder

8 – 12

1 - 3

Kinder

12 – 16

2 - 3

Erwachsene

Nichtraucher

2 - 3

1 - 2

Raucher

3 - 4

2 - 3

1 - 2

Die Behandlung sollte möglichst am Abend kurz vor dem Schlafengehen beginnen und die Dosis

langsam über 2 bis 3 Tage gesteigert werden.

Sowohl eine Erhöhung als auch eine Verminderung der Dosis soll stets nur auf Anraten des Arztes

erfolgen.

Verschiedene Krankheiten, zeitgleich angewendete Arzneimittel bzw. Lebensgewohnheiten (z. B.

Rauchen) können die geeignete Dosierung von Uniphyllin beeinflussen. Informieren Sie bitte daher Ihren

Arzt, wenn einer oder mehrere der im Abschnitt 2 genannten Punkte auf Sie zutreffen.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Nehmen Sie Uniphyllin nach den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit ein.

Um die verzögerte Wirkstofffreisetzung (Retardwirkung) zu erhalten, dürfen Sie die Tabletten nicht

zerkauen oder zerreiben. Die Einnahme von zerkauten oder zerriebenen Retardtabletten kann zu einer

Überdosierung führen.

Die Kerbe dient nicht zum Teilen der Tablette.

Wie lange sollen Sie Uniphyllin einnehmen?

Nehmen Sie Uniphyllin stets nur in Absprache und auf Anraten des Arztes ein.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung und wird vom

behandelnden Arzt bestimmt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Uniphyllin zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Uniphyllin eingenommen haben als Sie sollten

Wenden Sie sich bitte sofort an einen Arzt, insbesondere wenn Sie nachfolgende Anzeichen bei sich

feststellen.

Bei leichter Überdosierung von Uniphyllin treten zunächst die bekannten Theophyllin-Nebenwirkungen

mit gesteigerter Intensität auf: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Magenschmerzen, Erbrechen,

Durchfall; zentralnervöse Erregbarkeit, Herzrhythmusstörungen (siehe auch Abschnitt 4).

Bei starker Überdosierung oder Überempfindlichkeit gegenüber Theophyllin können schwerwiegende

Funktionsstörungen des Herzens oder des Gehirns, z. B. Krampfanfälle oder schwere

Herzrhythmusstörungen sowie Herz-Kreislauf-Versagen, auftreten.

Solche Reaktionen können auch ohne die Vorboten leichterer Nebenwirkungen auftreten.

Da es sich bei Uniphyllin um ein Theophyllin-Präparat mit verzögerter Wirkstofffreisetzung handelt,

können die Anzeichen einer Vergiftung verzögert auftreten.

Ihr Arzt wird, je nachdem, wie lange die Einnahme zurückliegt, geeignete Maßnahmen ergreifen.

Wenn Sie die Einnahme von Uniphyllin vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern halten

Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt. Führen Sie die Einnahme wie in der Dosierungsanleitung beschrieben

fort.

Wenn Sie die Einnahme von Uniphyllin abbrechen

Bei Unterbrechen oder plötzlicher Beendigung der Einnahme informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, da

die Gefahr einer unzureichenden Behandlung Ihrer Erkrankung besteht.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Schwerwiegende

Nebenwirkungen

Informieren Sie sofort Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal, wenn bei Ihnen eines der

folgenden Symptome auftritt:

Schwere allergische Reaktion; Symptome sind Schwierigkeiten beim Atmen und/oder Schwellung des

Gesichts.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Kopfschmerzen; Übelkeit

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich anaphylaktischer und anaphylaktoider Reaktionen);

Veränderungen der Blutsalze (Serumelektrolyte), insbesondere verminderter Kalium-Gehalt des Blutes

(Hypokaliämie), Anstieg von Calcium, Kreatinin, Harnsäure (Hyperurikämie) sowie des Blutzuckers

(Hyperglykämie); Erregungszustände, Unruhe, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen; Krampfanfälle,

Schwindel, Gliederzittern; beschleunigter bzw. unregelmäßiger Herzschlag (atriale Tachykardie,

Sinustachykardie), Herzklopfen (Palpitationen), Blutdruckabfall; Bauchschmerzen, Durchfall,

Oberbauchbeschwerden; Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (gastroösophagaler Reflux),

Erbrechen, Anregung der Magensäureausschüttung; Juckreiz, Ausschlag; verstärkte Harnausscheidung

(Diurese), Harnverhalten*

* Siehe Abschnitt 2: Theophyllin kann bei älteren Patienten mit harnwegsverengenden Erkrankungen

Harnverhalten auslösen.

Nicht bekannt: Nesselsucht (Urtikaria); Verkrampfen der Atemwegsmuskulatur (Bronchospasmus)

Ausgeprägte Nebenwirkungen können bei Überempfindlichkeit oder einer Überdosierung (Theophyllin-

Blutspiegel über 20 Mikrogramm/ml) auftreten.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

, anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Uniphyllin aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht über 25°C lagern.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und dem Blister nach

Verwendbar bis

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter

www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Uniphyllin enthält

Der Wirkstoff ist: Theophyllin

Uniphyllin 300 mg:

1 Retardtablette enthält 300 mg Theophyllin.

Uniphyllin 400 mg:

1 Retardtablette enthält 400 mg Theophyllin.

Uniphyllin 600 mg:

1 Retardtablette enthält 600 mg Theophyllin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Talkum, Macrogol 6000,

Cetylstearylalkohol (Ph.Eur.), Hyetellose, Povidon (K 25), gereinigtes Wasser.

Wie Uniphyllin aussieht und Inhalt der Packung

Uniphyllin sind weiße bis gelb-weiße, längliche Retardtabletten.

Uniphyllin 300 mg Retardtabletten haben eine Zierkerbe auf der einen Seite und die Prägung „U 300“ auf

der anderen Seite.

Uniphyllin 400 mg Retardtabletten haben eine Zierkerbe auf der einen Seite und die Prägung

„UNIPHYLLIN“ auf der anderen Seite.

Uniphyllin 600 mg Retardtabletten haben eine Zierkerbe auf beiden Seiten und die Prägung „UNI 600“

auf einer Seite.

Packungsgrößen: Packungen mit 50 und 100 Retardtabletten.

Nicht alle Packungsgrößen müssen erhältlich sein.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Mundipharma GmbH

De-Saint-Exupéry-Straße 10

60549 Frankfurt am Main

Telefon: (0 69) 506029-000

Telefax: (0 69) 506029-201

Hersteller

Fidelio Healthcare Limburg GmbH

Mundipharmastraße 2

65549 Limburg

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 12/2019.

Fachinformation

1.

BEZEICHUNG DES ARZNEIMITTELS

Uniphyllin

300 mg Retardtabletten

Uniphyllin

400 mg Retardtabletten

Uniphyllin

600 mg Retardtabletten

Theophyllin

2.

QUALITATIVE AND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Retardtablette Uniphyllin 300 mg enthält 300 mg Theophyllin wasserfrei.

1 Retardtablette Uniphyllin 400 mg enthält 400 mg Theophyllin wasserfrei.

1 Retardtablette Uniphyllin 600 mg enthält 600 mg Theophyllin wasserfrei.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Retardtablette

Uniphyllin sind weiße bis gelb-weiße, längliche Retardtabletten.

Uniphyllin 300 mg Retardtabletten haben eine Zierkerbe auf der einen Seite und die Prägung „U 300“ auf

der anderen Seite.

Uniphyllin 400 mg Retardtabletten haben eine Zierkerbe auf der einen Seite und die Prägung

„UNIPHYLLIN“ auf der anderen Seite.

Uniphyllin 600 mg Retardtabletten haben eine Zierkerbe auf beiden Seiten und die Prägung „UNI 600“ auf

einer Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Bronchospasmolytikum/Antiasthmatikum

Behandlung und Verhütung von Atemnotzuständen aufgrund einer Bronchokonstriktion bei Patienten mit

persistierendem Asthma bronchiale oder mittel- bis schwergradiger

obstruktiver Atemwegserkrankung

(z. B. chronische Bronchitis und Lungenemphysem).

Hinweis: Es wird empfohlen, die Dauertherapie dieser Erkrankungen mit Theophyllin in Kombination mit

anderen, die Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden Arzneimitteln, wie z. B. langwirksamen

ß-Sympathomimetika und Glukocortikoiden durchzuführen.

Arzneimittel mit verzögerter Theophyllin-Freisetzung wie Uniphyllin sind nicht zur Akutbehandlung des

Status asthmaticus oder der akuten Bronchospastik bestimmt.

Theophyllin sollte nicht als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Asthma bei Kindern angewendet

werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Uniphyllin ist individuell nach Wirkung zu dosieren. Die Dosierung sollte anhand der Theophyllin-

Serumkonzentration ermittelt werden (anzustrebender Bereich: 5 - 12 µg/ml; 20 µg/ml sollen nicht

überschritten werden). Kontrollen des Theophyllin-Serumspiegels sind insbesondere auch bei mangelhafter

Wirksamkeit oder dem Auftreten unerwünschter Wirkungen angezeigt.

Zur Bestimmung der Initialdosis ist eine eventuelle Vormedikation mit Theophyllin oder seinen

Verbindungen hinsichtlich einer Dosisverminderung zu berücksichtigen.

Für die Ermittlung der Dosis ist das Normalgewicht als Körpergewicht einzusetzen, da Theophyllin nicht

vom Fettgewebe aufgenommen wird.

Für Erwachsene beträgt die tägliche Erhaltungsdosis von Theophyllin ca. 11 - 13 mg je kg Körpergewicht.

Raucher benötigen im Vergleich zu nichtrauchenden Erwachsenen eine höhere körpergewichtsbezogene

Theophyllin-Dosis, da die Eliminationsrate erhöht ist. Bei Rauchern, die das Rauchen einstellen, sollte

wegen des Anstiegs des Theophyllin-Spiegels vorsichtig dosiert werden.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerem Sauerstoffmangel, Lungenentzündung, Virusinfektion

(insbesondere Influenza) sowie bei der Behandlung mit bestimmten anderen Medikamenten (siehe

Abschnitt 4.5) ist die Theophyllin-Ausscheidung sehr häufig verlangsamt. Weiterhin ist über eine

reduzierte Theophyllin-Ausscheidung nach Influenza- und BCG-Impfung berichtet worden, so dass bei

gleichzeitiger Behandlung ebenfalls eine Dosisminderung erforderlich sein kann.

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung und wird vom

behandelnden Arzt bestimmt.

Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Theophyllin-Ausscheidung sehr häufig

verlangsamt. Bei höhergradigen Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Kumulation von Theophyllin-

Metaboliten kommen. Solche Patienten benötigen daher geringere Dosen und Steigerungen müssen mit

besonderer Vorsicht erfolgen.

Kinder und Jugendliche

Uniphyllin 300 mg sollte bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden. Es stehen andere

Darreichungsformen zur Verfügung, die bei Kindern unter 6 Jahren besser geeignet sind.

Uniphyllin 400 mg und 600 mg sind aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes nicht geeignet für Kinder und

Jugendliche unter 16 Jahren.

Kinder benötigen im Vergleich zu nichtrauchenden Erwachsenen eine höhere körpergewichtsbezogene

Theophyllin-Dosis, da bei dieser Patientengruppe die Eliminationsrate höher ist.

Ältere Patienten / schwerkranke Patienten / polymorbide Patienten

Bei älteren Patienten (ab dem 60. Lebensjahr) ist die Theophyllin-Ausscheidung verlangsamt.

Die Anwendung von Uniphyllin bei alten, polymorbiden, schwerkranken und/oder intensivmedizinisch

therapierten Patienten ist mit einem erhöhten Intoxikationsrisiko verbunden und soll daher durch

therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) kontrolliert werden (siehe auch Abschnitt 4.4).

Empfohlenes Dosierungsschema

Soweit nicht anders verordnet, sind je nach Lebensalter folgende Erhaltungsdosierungen zu empfehlen:

Körper-

gewicht

(kg)

Tägliche Dosis

Theophyllin in

mg/kg

Körpergewicht*

Anzahl Retardtabletten pro Tag

Uniphyllin

300 mg

Uniphyllin

400 mg

Uniphyllin

600 mg

Kinder

6 – 8

20 - 25

1 - 2

Kinder

8 – 12

25 - 40

1 - 3

Kinder

12 – 16

40 - 60

2 - 3

Erwachsene

Nichtraucher

60 - 70

11 - 13

2 - 3

1 - 2

Raucher

60 - 70

3 - 4

2 - 3

1 - 2

* Bei adipösen Patienten ist hier das Normalgewicht einzusetzen.

Wird von einem nicht retardierten auf ein retardiertes Theophyllin-Präparat gewechselt, so ist zu beachten,

dass die angegebene Tagesdosis evtl. reduziert werden kann.

Bei der Umstellung von einem retardierten Theophyllin-Präparat auf ein anderes sollte der Theophyllin-

Serumspiegel kontrolliert werden, da sich die Präparate in ihrer Bioverfügbarkeit unterscheiden können.

Dies ist ebenfalls bei der Verabreichung von hohen Dosen empfehlenswert.

Sollte es zu Überdosierungserscheinungen kommen, so sollte je nach Schweregrad die nächste Dosis

ausgelassen oder um 50 % vermindert werden. Eine notwendige Dosis-Korrektur sollte möglichst anhand

des Theophyllin-Spiegels im Serum ermittelt werden.

Art der Anwendung

Uniphyllin soll nach den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.

Um die Retardwirkung zu erhalten, dürfen die Tabletten nicht zerkaut oder zerrieben werden. Die

Einnahme von zerkauten oder zerriebenen Retardtabletten führt zu einer raschen Freisetzung von

Theophyllin und einer potenziell toxischen Dosis.

Zur Teilbarkeit der Retardtabletten liegen keine klinischen Daten vor.

Die Behandlung sollte möglichst am Abend kurz vor dem Schlafengehen beginnen und die Dosis sollte

langsam über 2-3 Tage gesteigert werden.

Eine einmal tägliche Gabe abends ist bei Patienten angezeigt, die vorwiegend unter nächtlichen und

frühmorgendlichen Atemnotzuständen leiden. Bei Patienten, bei denen eine zweimal tägliche Gabe

angezeigt ist, wird die Erhaltungsdosis auf eine morgendliche und eine abendliche Gabe verteilt.

Zur Dosiseinstellung sollte Uniphyllin 300 mg verwendet werden, da Uniphyllin 400 mg und Uniphyllin

600 mg wegen des hohen Wirkstoffgehaltes zur Einstellung nicht geeignet sind.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Theophyllin, andere xanthinhaltige Arzneimittel oder

einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

frischer Herzinfarkt

akute tachykarde Arrhythmien

Kinder unter 6 Monaten (siehe auch Abschnitt 4.2)

Kinder unter 6 Jahren (mit einem Körpergewicht von unter 22 kg), wenn gleichzeitig Ephedrin

angewendet wird

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine Reduktion der Theophyllin-Dosis und eine Überwachung des Theophyllin-Serumspiegels kann

aufgrund einer verminderten Theophyllin-Clearance erforderlich sein bei älteren Patienten und bei

Patienten mit folgenden Begleiterkrankungen:

Herzerkrankung (z. B. instabile Angina pectoris, hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie)

Lebererkrankung

Exazerbation einer Lungenerkrankung

Hypothyreose (und bei Beginn einer Akutbehandlung einer Hypothyreose)

anhaltendes, hohes Fieber, akute fieberhafte Erkrankungen

Eine Erhöhung der Theophyllin-Dosis und eine Überwachung des Theophyllin-Serumspiegels kann

aufgrund einer verminderten Theophyllin-Clearance erforderlich sein bei Patienten mit folgenden

Begleiterkrankungen:

Hyperthyreose (und bei Beginn einer Akutbehandlung einer Hyperthyreose)

Zystische Fibrose / Mukoviszidose

Uniphyllin sollte nur bei strengster Indikation und mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:

Neigung zu tachykarden Arrhythmien, da Theophyllin Herzrhythmusstörungen verschlimmern kann

schwerem Bluthochdruck

epileptischem Anfallsleiden (oder die sich einer Elektrokrampftherapie unterziehen), da Theophyllin

die Häufigkeit und Dauer von Anfällen erhöhen kann

Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwür, da Theophyllin zu Reizungen im Magen-Darm-Trakt

und zur Steigerung der Magensaftsekretion führen kann

Porphyrie

schweren Nierenfunktionsstörungen

obstruktiver Harnwegserkrankung wie Prostatahypertrophie wegen des Risikos eines Harnverhalts

Sollte die empfohlene Dosierung keine ausreichende Wirkung zeigen und falls Nebenwirkungen auftreten,

sollte die Serumkonzentration von Theophyllin überwacht werden.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten angeraten, die an schwerem Asthma leiden und die Administration

eines schnellfreisetzenden Theophyllin-Präparates benötigen. Es wird empfohlen, dass in solchen

Situationen die Theophyllin-Konzentrationen im Serum kontrolliert werden.

Die Anwendung von Uniphyllin bei alten, polymorbiden, schwerkranken und/oder intensivmedizinisch

therapierten Patienten ist mit einem erhöhten Intoxikationsrisiko verbunden und soll daher durch

therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) kontrolliert werden (siehe auch Abschnitt 4.2).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Uniphyllin mit anderen Medikamenten sollte aufgrund der

vielfältigen Wechselwirkungen eine Kontrolle der Theophyllin-Serumspiegel erfolgen und gegebenenfalls

eine Dosisanpassung durchgeführt werden. Dies gilt auch nach dem Absetzen eines dieser Medikamente.

Eine Erhöhung der Theophyllin-Dosis kann aufgrund beschleunigter Theophyllin-Clearance erforderlich

sein bei zeitgleicher Behandlung mit Aminoglutethimid, Barbituraten (Phenobarbital, Pentobarbital,

Primidon), Carbamazepin, Isoprenalin, Johanniskraut (Hypericum perforatum), Phenytoin, Rifampicin,

Sulfinpyrazon, Ritonavir.

Eine Reduktion der Theophyllin-Dosis kann aufgrund verminderter Theophyllin-Clearance erforderlich

sein bei zeitgleicher Behandlung mit:

Aciclovir, Allopurinol,

-Interferon, BCG-Vakzinen, Calcium-Antagonisten (z. B. Verapamil,

Diltiazem), Carbimazol, Disulfiram, Fluconazol, H

₂-

Antihistaminika (z. B. Cimetidin, Nizatidin,

Ranitidin), Isoniazid (Isonikotinsäurehydrazid), Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin,

Clarithromycin, Josamycin, Spiramycin), Methotrexat, Mexiletin, oralen Kontrazeptiva,

Pentoxifyllin, Phenylpropanolamin, Propafenon, Propranolol, Rofecoxib, Thiabendazol, Ticlopidin,

Zafirlukast, Zileuton

Bei gleichzeitiger Behandlung sollte die individuell erforderliche Theophyllin-Dosis sorgfältig

ermittelt werden.

Chinolon-Antibiotika: Bei paralleler Behandlung mit Ciprofloxacin ist die Theophyllin-Dosis auf

maximal 60 %, bei Anwendung von Enoxacin auf maximal 30 % und bei Anwendung von

Grepafloxacin oder Clinafloxacin auf 50 % der empfohlenen Dosis zu reduzieren. Auch andere

Chinolone (z. B. Pefloxacin, Pipemidsäure) können die Wirkung von theophyllinhaltigen

Arzneimitteln verstärken.

Fluvoxamin: Die gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden. Wenn dies nicht möglich ist,

sollte die Theophyllin-Dosis reduziert und die Theophyllin-Serumkonzentration engmaschig

kontrolliert werden.

Influenza-Impfstoffe: Es liegen widersprüchliche Angaben vor. Ärzte sollten die Möglichkeit einer

verstärkten Theophyllin-Wirkung mit erhöhten Theophyllin-Serumspiegeln berücksichtigen.

Zeitgleiche Gabe folgender Arzneimittel kann die Wirkung von Theophyllin verstärken:

Diuretika, anderen xanthinhaltigen Arzneimitteln (z. B. Coffein), Sympathomimetika, Glucagon, Ephedrin

(Verstärkung toxischer Effekte)

Zeitgleiche Gabe von Theophyllin kann die Wirkung abschwächen von:

Adenosin-Rezeptor-Agonisten (Adenosin, Regadenoson, Dipyridamol) (dadurch Verringerung der

Toxizität beim Einsatz in der kardialen Perfusionsszintigraphie), Benzodiazepinen, Lithium (durch

Erhöhung der renalen Clearance von Lithium),

-Rezeptorenblockern

Folgende Arzneimittel sollten nur mit Vorsicht zeitgleich angewendet werden:

Halothan: Es können Arrhythmien auftreten.

Phenytoin: Reduktion der Phenytoin-„steady state level“

Fluorochinolonen / Imipenem: Es liegen Hinweise vor, dass eine Senkung der Krampfschwelle des

Gehirns auftreten kann.

Lomustin: Zeitgleiche Gabe kann zu einer Thrombozytopenie führen.

Diuretika: Die harntreibende Wirkung wird verstärkt.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Isoniazid kann der Theophyllin-Spiegel steigen oder auch abfallen.

Theophyllinspiegel-Kontrollen sind angezeigt.

Xanthine (wie Theophyllin) können eine Hypokaliämie in Folge einer Therapie mit ß-Agonisten, Steroiden

oder Diuretika sowie in Folge einer Hypoxie verstärken. Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit

schwerem Asthma, welches eine Hospitalisierung erfordert. In diesen Fällen soll der Kalium-Serumspiegel

kontrolliert werden.

Sonstige Wechselwirkungen

Erkrankungen:

Virale Infektionen, Lebererkrankung und Herzinsuffizienz können den Theophyllin-Abbau reduzieren.

Schilddrüsenerkrankungen oder damit verbundene Behandlungen können den Theophyllin-Serumspiegel

beeinflussen.

Nahrungs- / Genussmittel:

Kaffee wirkt verstärkend auf die Wirkung von Theophyllin.

Rauchen und Alkoholkonsum steigert den Theophyllin-Abbau und schwächt somit die Wirkung von

Theophyllin ab.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Uniphyllin sollte während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung

verabreicht werden.

Theophyllin passiert die Plazenta und kann beim Fetus sympathomimetisch wirken.

Mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft können die Plasmaproteinbindung sowie die Clearance von

Theophyllin abnehmen, so dass eine Dosisreduzierung zur Vermeidung unerwünschter Wirkungen

notwendig werden kann.

Wird eine Patientin am Ende der Schwangerschaft mit Theophyllin behandelt, kann es zur Wehenhemmung

kommen. Pränatal exponierte Neugeborene müssen sorgfältig auf Theophyllin-Wirkungen überwacht

werden.

Stillzeit

Theophyllin sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden. Es geht in die

Muttermilch über. Therapeutische Serumkonzentrationen beim Kind können erreicht werden. Aus diesem

Grund ist die therapeutische Theophyllin-Dosis bei einer stillenden Patientin so niedrig wie möglich zu

halten. Das Stillen sollte möglichst unmittelbar vor der Gabe des Arzneimittels erfolgen.

Das gestillte Kind muss sorgfältig auf ein mögliches Auftreten von Theophyllin-Wirkungen hin überwacht

werden. Sollten höhere therapeutische Dosen notwendig sein, muss abgestillt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit

verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen

oder zum Arbeiten in größerer Höhe ohne festen Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im

Zusammenwirken mit Alkohol oder Medikamenten, die ihrerseits das Reaktionsvermögen beeinträchtigen

können.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000

bis < 1/1000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich

Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich anaphylaktischer und

anaphylaktoider Reaktionen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich

Veränderungen der Serumelektrolyte, insbesondere Hypokaliämie, Anstieg

von Serum-Kalzium und -Kreatinin sowie Hyperglykämie und

Hyperurikämie

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich

Agitiertheit, Unruhe, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen

Gelegentlich:

Krampfanfälle, Schwindel, Tremor

Herzerkrankungen

Gelegentlich:

Atriale Tachykardie, Palpitationen, Sinustachykardie, Blutdruckabfall

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nicht bekannt

Bronchospasmus

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig

Übelkeit

Gelegentlich:

Abdominalschmerz, Diarrhoe, epigastrische Beschwerden,

gastroösophagealer Reflux, Erbrechen, Stimulation der Magensäure-

Sekretion

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich

Juckreiz, Ausschlag

Nicht bekannt

Urtikaria

Erkrankungen der Niere und der Harnwege

Gelegentlich

Verstärkte Diurese, Harnverhalten*

siehe Abschnitt 4.4: Theophyllin kann bei älteren Patienten mit obstruktiven Harnwegserkrankungen

Harnverhalten auslösen.

Ausgeprägtere Nebenwirkungen können bei individueller Überempfindlichkeit oder einer Überdosierung

(Theophyllin-Serumspiegel über 20 µg/ml) auftreten (siehe Abschnitt 4.9).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

, anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der akuten Intoxikation

Theophyllin hat eine enge therapeutische Breite. Bei Theophyllin-Serumspiegeln zwischen 20 und 25

µg/ml finden sich in der Regel die bekannten Theophyllin-Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8) mit

gesteigerter Intensität.

Symptome des Gastrointestinaltrakts:

Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Bluterbrechen

Neurologische Symptome:

Unruhe, Konvulsionen, Krampfanfälle, Koma in schweren Fällen

Symptome des Herz-Kreislauf-Systems:

Sinustachykardie, ventrikuläre Arrhythmien, Herz-Kreislauf-

Versagen, plötzlicher Blutdruckabfall

Symptome des Stoffwechselsystems:

Hyperglykämie, Hypokaliämie, Störungen des Säure-Basen-

Gleichgewichts, Rhabdomyolyse

Solche Reaktionen können auch ohne die Vorboten leichterer Nebenwirkungen auftreten. Insbesondere

Kinder reagieren empfindlich auf Theophyllin-Überdosierungen. Bei einer Vergiftung mit retardierten

Theophyllin-Präparaten können die Symptome verzögert auftreten.

Bei erhöhter individueller Theophyllin-Empfindlichkeit sind schwerere Überdosierungserscheinungen auch

schon unterhalb der genannten Serumkonzentrationen möglich.

Therapie bei Intoxikationen

Bis zu zwei Stunden nach Einnahme kann eine Magenspülung sinnvoll sein. Zur weiteren Giftentfernung

sollte wiederholt Aktivkohle, ggf. in Kombination mit einem schnell wirksamen Laxans (z. B.

Glaubersalz), verabreicht werden. Bei schweren Vergiftungen ist eine Aktivkohle-Hämoperfusion oder

Hämodialyse durchzuführen.

Retardtabletten können über Stunden Wirkstoff freisetzen. Dies kann durch Tabletten-Verklumpungen im

Magen verstärkt werden.

Die weitere Behandlung einer Vergiftung mit Uniphyllin richtet sich nach dem Ausmaß, dem Verlauf

sowie den vorliegenden Symptomen (z. B. Hypokaliämie, supraventrikuläre und ventrikuläre Arrhythmien,

Konvulsionen und Krampfanfälle).

Bei der Behandlung der Intoxikationssymptome sind die zahlreichen Arzneimittelwechselwirkungen von

Theophyllin zu beachten (siehe Abschnitt 4.5), insbesondere auch die Wirkungsverminderung von

Benzodiazepinen bei der Behandlung von Krampfanfällen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Methylxanthine (Purin-Derivate)

ATC-Code: R03DA04

Theophyllin ist ein Bronchodilatator. Darüber hinaus beeinflusst es die Funktion einer Reihe von Zellen,

die bei den entzündlichen Vorgängen im Zusammenhang mit Asthma und chronischer obstruktiver

Atemwegserkrankung beteiligt sind. Am wichtigsten sind eine verstärkte Aktivität der Suppressor-T-

Lymphozyten und eine Einschränkung der eosinophilen und neutrophilen Funktion. Diese Vorgänge

können bei Asthma und chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung zu antiinflammatorischer

prophylaktischer Aktivität beitragen.

Das breite pharmakologische Wirkungsspektrum umfasst:

Wirkungen auf das respiratorische System:

Relaxation der glatten Bronchialmuskulatur und der Pulmonalgefäße

Besserung der mukoziliären Clearance

Hemmung der Freisetzung von Mediatoren aus Mastzellen und anderen Entzündungszellen

Abschwächung der provozierten Bronchokonstriktion

Abschwächung der asthmatischen Sofort- und Spätreaktion

Verstärkung der Zwerchfellkontraktion

Extrapulmonale Wirkungen:

Minderung des Dyspnoeempfindens

Gefäßdilatation

Relaxation der glatten Muskulatur (z. B. Gallenblase, Gastrointestinaltrakt)

Inhibierung der Kontraktilität des Uterus

positive Ino- und Chronotropie am Herzen

Stimulation der Skelettmuskulatur

Steigerung der Diurese

Stimulation von Sekretions- und Inkretionsorganen (z. B. vermehrte Salzsäure-Sekretion im Magen,

verstärkte Freisetzung von Katecholaminen aus der Nebenniere).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Theophyllin wird nach oraler Gabe vollständig resorbiert.

Dabei kann bei Retardformen durch Nahrungsaufnahme sowohl die Resorptionsgeschwindigkeit

(Verzögerung oder Beschleunigung, „dose-dumping”) als auch die relative Verfügbarkeit beeinflusst

werden.

Die maximale Konzentration im Steady-state (Cmax/ss) von Uniphyllin 400 mg wurde bei zweimal

täglicher Gabe im Nüchternzustand mit 11,57 µg/ml und nach Nahrungsaufnahme mit 11,73 µg/ml

bestimmt. Für Uniphyllin 600 mg wurde bei einmal täglicher Gabe nach Nahrungsaufnahme Cmax/ss mit

9,92 µg/ml bestimmt.

Die bronchodilatatorische Wirkung von Theophyllin korreliert mit der Serumkonzentration. Wirksame

Serumkonzentrationen: 5 - 12 µg/ml (20 µg/ml sollen nicht überschritten werden).

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Theophyllin beträgt im therapeutischen Konzentrationsbereich etwa 60 %

(bei Neugeborenen und Erwachsenen mit Leberzirrhose ca. 40 %). Aus der Blutbahn verteilt sich die

Substanz in alle Kompartimente des Körpers mit Ausnahme des Fettgewebes.

Biotransformation

Theophyllin wird teilweise in der Leber durch das Cytochrom P450-Enzymsystem (u. a. CYP1A2,

CYP2E1, CYP3A4) biotransformiert.

Die Hauptmetaboliten sind 1,3-Dimethyl-Harnsäure (ca. 40 %), 3-Methyl-Xanthin (ca. 36 %) und

1-Methyl-Harnsäure (ca. 17 %). Davon ist noch das 3-Methyl-Xanthin pharmakologisch aktiv, jedoch

schwächer als Theophyllin.

Die hepatische Theophyllin-Metabolisierung schwankt beträchtlich interindividuell, so dass Clearance,

Serumkonzentrationen und Eliminationshalbwertszeiten erheblich variieren.

Elimination

Die Elimination von Theophyllin erfolgt unverändert oder nach Biotransformation in der Leber durch

renale Exkretion. Beim Erwachsenen werden etwa 7 – 13 % der Substanz unverändert im Harn

ausgeschieden. Beim Neugeborenen werden hingegen ca. 50 % unverändert und erhebliche Teile in Form

von Coffein eliminiert.

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Theophyllin-Clearance sind (siehe auch Abschnitt 4.2):

Lebensalter

Körpergewicht

Ernährung

Rauchgewohnheiten (bei Rauchern wird Theophyllin bedeutend schneller metabolisiert)

Einnahme von bestimmten Medikamenten (siehe Abschnitt 4.5),

Erkrankungen und/oder Funktionsstörungen von Herz, Lunge, Leber

Virusinfektionen

Bei Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Kumulation von z. T. pharmakologisch aktiven

Theophyllin-Metaboliten kommen. Die Clearance ist außerdem bei körperlicher Belastung und

ausgeprägter Hypothyreose vermindert und bei schwerer Psoriasis erhöht.

Die Eliminationsgeschwindigkeit ist zunächst konzentrationsabhängig. Bei Serumkonzentrationen im

oberen therapeutischen Bereich tritt ein Sättigungseffekt der Clearance auf, so dass schon geringe

Dosiserhöhungen einen überproportionalen Anstieg des Theophyllin-Serumspiegels verursachen.

Linearität/Nicht-Linearität

Studien mit Uniphyllin Retardtabletten zeigten eine nahezu dosisproportionale Pharmakokinetik im

Dosisbereich von 200 – 600 mg.

Pharmakokinetische Eigenschaften in besonderen Patientengruppen

Die Plasmahalbwertszeit von Theophyllin zeigt große Unterschiede. Sie beträgt bei nichtrauchenden,

erwachsenen Asthmatikern ohne sonstige Begleiterkrankungen 7 – 9 Stunden, bei Rauchern 4 – 5 Stunden,

bei Kindern 3 – 5 Stunden, und sie kann bei Frühgeborenen und Patienten mit Lungenerkrankungen,

Herzinsuffizienz oder Lebererkrankungen mehr als 24 Stunden betragen.

Mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft kann das Verteilungsvolumen von Theophyllin ansteigen,

die Plasmaproteinbindung und die Clearance abnehmen, was eine Dosisreduzierung zur Vermeidung

unerwünschter Wirkungen notwendig machen kann.

Theophyllin wird diaplazentar übertragen und geht in die Muttermilch über. Untersuchungen zeigten einen

Milch/Plasma-Quotienten von 0,6 - 0,89, was je nach kindlicher Clearance-Rate und mütterlichem

Serumspiegel für eine Akkumulation beim gestillten Säugling ausreichen kann.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Chronische Toxizität

Untersuchungen zur chronischen Toxizität an Hunden und Ratten erbrachten keine Hinweise auf

substanzbedingte toxische Effekte.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Theophyllin wirkt am Säuger

In-vivo-

und bei

In-vitro

-Versuchen mit Einbeziehung des

Säugermetabolismus nicht mutagen. Positive

In-vitro

-Befunde wurden in Versuchen ohne Einbeziehung

des Säugermetabolismus beschrieben. Da bekannt ist, dass Theophyllin unter

In-vivo

-Bedingungen schnell

demethyliert wird, sind diese

In-vitro

-Ergebnisse für den Menschen von geringer Relevanz. Eine

zweijährige orale Kanzerogenitätsstudie mit Theophyllin in Ratten und Mäusen zeigte, dass Theophyllin

unter diesen Bedingungen nicht kanzerogen ist. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Theophyllin beim

Menschen karzinogen ist.

Reproduktionstoxizität

Theophyllin hatte Auswirkungen auf das männliche Reproduktionssystem bei Nagern, allerdings erst bei

Dosierungen, die beim Menschen als Überdosierungen angesehen werden. Diese Ergebnisse sind daher für

die klinische Anwendung beim Menschen von geringer Bedeutung.

Mehrere Untersuchungen an Ratten, Mäusen und Kaninchen zeigten ein Schädigungspotential für die

Nachkommen unabhängig von Toxizitätserscheinungen nach hohen Dosierungen bei den Muttertieren.

Daher ist Theophyllin als potentiell reproduktionstoxisch beim Menschen anzusehen.

An der Ratte zeigte Theophyllin keine teratogene Wirkung. Bei der Maus induzierte es nach i.p.-Gabe

sowohl Gaumenspalten als auch Missbildungen der Zehen. Es gibt weiterhin Hinweise, dass Theophyllin

möglicherweise bei Individuen mit erhöhter Suszeptibilität kardiovaskuläre Missbildungen erzeugt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Talkum, Macrogol 6000, Cetylstearylalkohol (Ph.Eur.), Hyetellose, Povidon

(K 25), gereinigtes Wasser.

6.2

Inkompatibilitäten

Keine bekannt

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Uniphyllin 300 mg - PVC/PVDC-Blisterpackungen mit Aluminium-Deckfolie.

Uniphyllin 400 mg, Uniphyllin 600 mg – PVC-Blisterpackungen mit Aluminium-Deckfolie.

50 Retardtabletten

100 Retardtabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Mundipharma GmbH

De-Saint-Exupéry-Straße 10

60549 Frankfurt am Main

Telefon: (0 69) 506029-000

Telefax: (0 69) 506029-201

8.

ZULASSUNGSNUMMER

Uniphyllin 300 mg - 25497.00.00

Uniphyllin 400 mg - 2738.00.00

Uniphyllin 600 mg - 2738.02.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Zulassung

Uniphyllin 300 mg

07/06/1991

Uniphyllin 400 mg

01/11/1982

Uniphyllin 600 mg

27/08/1985

Datum der Verlängerung der Zulassung

Uniphyllin 300 mg

23/02/2005

Uniphyllin 400 mg

29/04/2009

Uniphyllin 600 mg

24/01/2001

10.

STAND DER INFORMATION

12/2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen