Unacid 500 mg/ 250 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. I

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Ampicillin-Natrium, Sulbactam-Natrium
Verfügbar ab:
Pfizer Pharma PFE GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Ampicillin Sodium, Sulbactam Sodium
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung
Zusammensetzung:
Ampicillin-Natrium 532.mg; Sulbactam-Natrium 273.5mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6973.00.00

palde-8v26u-vi-750

09.01.2019

PFIZER ((Logo))

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Unacid

500 mg/ 250 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung

Ampicillin/ Sulbactam

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Unacid und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Unacid beachten?

Wie ist Unacid anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Unacid aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Unacid und wofür wird es angewendet?

Unacid ist ein Antibiotikum (Penicillin-Derivat/ Betalaktamase-Inhibitor).

Ampicillin/ Sulbactam ist gegen eine Vielzahl grampositiver und gramnegativer Erreger

wirksam, einschließlich Staphylococcus aureus und Staphylococcus epidermidis

(einschließlich Penicillin-resistenter und einiger Methicillin-resistenter Stämme); Streptococcus

pneumoniae und andere Streptokokken-Arten; Enterococcus faecalis; Haemophilus influenzae

und Haemophilus parainfluenzae (Betalaktamase-positive und -negative Stämme);

Branhamella catarrhalis; E. coli (der größte Teil der Stämme); Klebsiella-Arten (der größte Teil

der Stämme); Proteus-Arten (indolpositiv und indolnegativ); Enterobacter-Arten (außer

Enterobacter cloacae); Neisseria gonorrhoeae und Neisseria meningitidis; Anaerobier

einschließlich Bacteroides fragilis.

Zur Beachtung: Gegen Pseudomonas aeruginosa ist Ampicillin/ Sulbactam nicht wirksam.

Unacid ist geeignet zur Behandlung von Infektionen, die durch Ampicillin/ Sulbactam-

empfindliche Erreger verursacht sind, z. B. Infektionen

- der oberen und unteren Atemwege,

- der Nieren und der ableitenden Harnwege,

- des Bauchraumes,

- der Geschlechtsorgane einschließlich Gonorrhoe,

- der Haut und Weichteilgewebe

sowie zur perioperativen Prophylaxe bei schweren Eingriffen in der Abdominalchirurgie.

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2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Unacid beachten?

Unacid darf nicht angewendet werden

Wegen der Gefahr eines anaphylaktischen Schocks darf Unacid bei bekannter

Überempfindlichkeit gegenüber Penicillinen nicht angewendet werden. Vor Beginn einer

Unacid-Therapie sollten auch sorgfältig Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine

und andere Allergene erfragt werden, da bei diesen Patienten eher mit allergischen

Reaktionen unter einer Therapie mit Unacid zu rechnen ist.

Bei Patienten mit Pfeifferschem Drüsenfieber oder lymphatischer Leukämie (Erkrankung der

weißen Blutkörperchen) sollten gleichzeitig bestehende bakterielle Infektionen nicht mit Unacid

behandelt werden, da diese Patienten häufiger zu masernähnlichen Hautreaktionen neigen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Unacid anwenden.

Aus Sicherheitsgründen sollten bei einer Therapie, die länger als eine Woche dauert, die

Leberenzymwerte und der Kohlenhydratstoffwechsel überprüft werden, obwohl sich bei der

Anwendung von Unacid bei Diabetikern kein klinisch relevanter Effekt auf die

Glucoseverfügbarkeit ergab.

Schwere und gelegentlich tödlich verlaufende Überempfindlichkeitsreaktionen

(anaphylaktische Reaktionen) sind bei mit Penicillinen behandelten Patienten beobachtet

worden, einschließlich bei intramuskulärer und intravenöser Gabe von Arzneimitteln, die die

Wirkstoffe von Unacid (Ampicillin/ Sulbactam) enthalten. Bei Patienten mit bekannten

Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Penicillin sowie auf Cephalosporine und/ oder mehrere

allergieerzeugende Substanzen (Allergene) in der Vorgeschichte besteht eine höhere

Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Reaktionen. Bei Auftreten von allergischen

Reaktionen muss das Antibiotikum abgesetzt und der Arzt muss entsprechende

Therapiemaßnahmen einleiten. Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen erfordern eine

sofortige Notfallbehandlung mit Epinephrin (ein kreislaufaktivierender Arzneistoff), Sauerstoff,

die intravenöse Verabreichung von Steroiden (antientzündliche Arzneistoffe) und

Atemwegssicherung mit unter Umständen externer Beatmung durch Intubation (airway

management).

Bei länger dauernder Therapie (mehr als 14 Tage) sollten regelmäßige Kontrollen des

Blutbildes sowie der Nierenfunktion durchgeführt werden. Diese Kontrollen sind vor allem

wichtig bei Neugeborenen, insbesondere Frühgeborenen und Kleinkindern.

Bei Patienten, die mit Unacid behandelt wurden, wurde über schwere Hautreaktionen

berichtet. Sollten Sie während der Behandlung Anzeichen einer schweren Hautreaktion

entwickeln, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit Ihrem behandelnden Arzt auf. Die

Behandlung mit Unacid sollte abgebrochen und eine entsprechende Therapiemaßnahme

eingeleitet werden (siehe Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?).

Wie bei jeder Antibiotikatherapie muss auf die Zeichen einer Überwucherung mit nicht

empfindlichen Keimen (einschließlich Pilzen) geachtet werden. Sobald eine Infektion mit

diesen Organismen auftritt, sollte das Präparat abgesetzt und/ oder eine geeignete Therapie

eingeleitet werden.

Unacid sollte nicht mit Blutbestandteilen oder eiweißhaltigen Lösungen gemischt werden.

Aufgrund einer chemischen Inkompatibilität zwischen Penicillinen und Aminoglykosiden, die

eine Inaktivierung von Aminoglykosiden bewirkt, sollte Unacid nicht in einer Spritze oder

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Infusionslösung mit Aminoglykosiden vermischt werden. Die beiden Substanzen sollten an

unterschiedlichen Stellen mit einem zeitlichen Abstand von mindestens einer Stunde

verabreicht werden.

Inkompatibel und damit getrennt zu applizieren sind außerdem: Metronidazol; injizierbare

Tetracyclin-Derivate wie Oxytetracyclin, Rolitetracyclin und Doxycyclin; ferner Thiopental-

Natrium; Prednisolon; Procain 2 %; Suxamethoniumchlorid und Noradrenalin. Optische

Zeichen der Inkompatibilität sind Ausfällung, Trübung oder Verfärbung.

Durch die Behandlung mit Unacid können folgende Laboruntersuchungen beeinflusst werden:

Nicht enzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung können ein positives Resultat

ergeben. Der Urobilinogen-Nachweis kann gestört sein. Nach Verabreichung von Ampicillin an

schwangere Frauen konnte eine vorübergehende Verminderung der Plasmakonzentration

verschiedener Östrogene beobachtet werden. Dieser Effekt könnte auch unter Therapie mit

Unacid auftreten.

Sollte es bei Ihnen während oder nach (bis zu 2 Monaten) der Behandlung mit Unacid zu

schweren, anhaltenden Durchfällen kommen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit Ihrem

behandelnden Arzt auf.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn Sie unter Bauchschmerzen, Juckreiz, dunklem

Urin, einer Gelbfärbung der Haut oder der Augen, Übelkeit oder einem allgemeinen

Unwohlsein leiden. Diese Anzeichen können auf eine Leberschädigung hindeuten, die unter

Ampicillin/ Sulbactam auftreten kann (siehe Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind

möglich?).

Anwendung von Unacid zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/ angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/ anzuwenden.

Andere Antibiotika bzw. Chemotherapeutika

Ampicillin/ Sulbactam sollte nicht mit bakteriostatisch wirkenden Chemotherapeutika oder

Antibiotika wie z. B. Tetracyclinen, Erythromycin, Sulfonamiden oder Chloramphenicol

kombiniert werden, da eine Wirkungsabschwächung möglich ist.

Antikoagulanzien

Die bei parenteral verabreichten Penicillinen auftretenden Veränderungen der

Thrombozytenaggregation und Prothrombinzeit können sich bei gleichzeitiger Gabe von

Antikoagulanzien verstärken.

Methotrexat

Die gleichzeitige Gabe von Methotrexat und Penicillinen führt zu einer verminderten

Methotrexat-Clearance und zu Methotrexat-Toxizität. Die Patienten sollten streng überwacht

werden, eine erhöhte und verlängerte Gabe von Leucovorin ist in Erwägung zu ziehen.

Allopurinol

Bei Gichtpatienten, die mit Allopurinol behandelt werden, ist bei gleichzeitiger Gabe von

Ampicillin/ Sulbactam die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Hautreaktionen erhöht.

Probenecid

Die gleichzeitige Gabe von Probenecid führt als Folge einer Hemmung der Ausscheidung über

die Nieren (tubuläre Sekretion) zu höheren und länger anhaltenden Ampicillin- und Sulbactam-

Konzentrationen im Blut und Ampicillin-Konzentrationen in der Galle sowie zu einer

verlängerten Zeitspanne zwischen der maximalen Konzentration des Arzneistoffes im Blut bis

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zum Abfall auf die Hälfte dieses Wertes (Eliminationshalbwertszeit) und zu einem erhöhten

Risiko einer Vergiftung.

Hormonale Kontrazeptiva

Unter der Therapie mit Aminopenicillinen kann in seltenen Fällen die Sicherheit der

empfängnisverhütenden Wirkung von hormonalen Kontrazeptiva („Pille“) in Frage gestellt sein.

Es empfiehlt sich deshalb, nichthormonale empfängnisverhütende Maßnahmen zusätzlich

anzuwenden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Bisherige Untersuchungsergebnisse ergaben keinen Anhalt für eine fruchtschädigende

Wirkung. Sulbactam überwindet die Plazentaschranke. Es liegen begrenzte Erfahrungen zum

Einsatz von Ampicillin/ Sulbactam bei termingerechter oder vorzeitiger Entbindung von

244 Frauen vor. Allerdings konnte die Unbedenklichkeit einer Ampicillin/ Sulbactam-Therapie

beim Menschen während der Schwangerschaft noch nicht gesichert werden. Außerdem gehen

Ampicillin und Sulbactam in geringem Ausmaß in die Muttermilch über. Eine Ampicillin/

Sulbactam-Therapie bei einer stillenden Mutter kann Auswirkungen, wie z. B. Durchfall, auf

das Kind haben. Bis zur endgültigen Abklärung soll Unacid während der Schwangerschaft und

Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wird nicht erwartet, dass Unacid Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Unacid 500 mg/

250 mg

Eine Durchstechflasche Unacid 500 mg/ 250 mg enthält ca. 2,5 mmol Natrium. Wenn Sie eine

kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3.

Wie ist Unacid 500 mg/ 250 mg anzuwenden?

Wenden Sie Unacid immer genau nach der Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Die empfohlene Dosis beträgt für Erwachsene 0,75 bis 3 g Unacid (entsprechend 1 bis

4 Durchstechflaschen Unacid 500 mg/ 250 mg) alle 6 bis 8 Stunden. Die Tageshöchstdosis für

Erwachsene beträgt 12 g Unacid (entsprechend 8 g Ampicillin und 4 g Sulbactam).

Für die angegebene höhere Dosierung stehen auch Unacid 1.000 mg/ 500 mg bzw. Unacid

2.000 mg/ 1.000 mg zur Verfügung.

Abhängig von der Schwere der Erkrankung kann eine häufigere oder seltenere Gabe von

Unacid indiziert sein. Weniger schwere Erkrankungen können mit einer Unacid-Gabe alle

12 Stunden behandelt werden.

Zur Behandlung der unkomplizierten Gonorrhoe wird Unacid 500 mg/ 250 mg als eine

intramuskuläre Einzeldosis von 3 g (entsprechend 2 g Ampicillin und 1 g Sulbactam) gegeben.

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Dazu steht 2 x Unacid 1.000 mg/ 500 mg zur Verfügung. Zusätzlich sollte dabei

1 g Probenecid eingenommen werden, um länger anhaltende Serumspiegel der Wirkstoffe zu

erreichen.

Auch bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance gleich oder

unter 30 ml/min) verhält sich die Ausscheidung von Ampicillin und Sulbactam gleich, sodass

auch das Verhältnis der Konzentration beider Arzneistoffe im Blut gleich bleibt. Die

Dosierungsintervalle von Unacid sollten bei solchen Patienten in Übereinstimmung mit dem

üblichen Vorgehen bei der Ampicillin-Therapie verlängert werden.

Dosierungsempfehlung für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Kreatinin-Clearance

(ml/min)

Dosierungsintervall

> 30

15 bis 30

5 bis 14

< 5

6 bis 8 h

12 h

24 h

48 h

Ampicillin und Sulbactam werden beide gleichermaßen durch eine Hämodialysebehandlung

aus dem Blutstrom eliminiert. Die Gabe von Unacid sollte deshalb unmittelbar im Anschluss an

die Dialyse erfolgen und dann in 48-stündigen Intervallen bis zur folgenden

Dialysebehandlung.

Zur Prophylaxe chirurgischer Infektionen sollten 1,5 bis 3 g Unacid bei der Narkoseeinleitung

gegeben werden, sodass während des Eingriffs ausreichend Zeit gegeben ist, um wirksame

Konzentrationen der Arzneistoffe im Blut und Gewebe zur erreichen. Die Unacid-Gabe kann 6-

bis 8-stündlich wiederholt werden. 24 Stunden nach dem chirurgischen Eingriff wird die

prophylaktische Unacid-Gabe im Allgemeinen beendet, es sei denn, eine therapeutische

Unacid-Gabe ist indiziert.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Kinder, Kleinkinder und Säuglinge ab der 2. Lebenswoche erhalten im Allgemeinen eine

Tagesdosis von 150 mg Unacid pro kg Körpergewicht (entsprechend 100 mg Ampicillin pro kg

Körpergewicht und 50 mg Sulbactam pro kg Körpergewicht), aufgeteilt in Einzeldosen alle 6

oder 8 Stunden.

Neugeborene erhalten in der 1. Lebenswoche 75 mg Unacid pro kg Körpergewicht pro Tag

(entsprechend 50 mg Ampicillin pro kg Körpergewicht und 25 mg Sulbactam pro kg

Körpergewicht), aufgeteilt in Einzeldosen alle 12 Stunden.

Frühgeborene erhalten in den ersten 4 bis 6 Lebenswochen 75 mg Unacid pro kg

Körpergewicht pro Tag (entsprechend 25 mg Sulbactam pro kg Körpergewicht und 50 mg

Ampicillin pro kg Körpergewicht), aufgeteilt in Einzeldosen alle 12 Stunden.

Art der Anwendung

Intramuskuläre Anwendung

Der Inhalt einer Durchstechflasche Unacid 500 mg/ 250 mg wird in 1,6 ml Wasser für

Injektionszwecke gelöst. Die gebrauchsfertige Lösung hat eine Konzentration von 250 mg/ml

Ampicillin und 125 mg/ml Sulbactam. Zur Vermeidung von Schmerzen bei der Injektion kann

die Lösung mit 0,5%iger Lidocainhydrochlorid-Lösung zubereitet werden.

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Intravenöse Anwendung

Zur intravenösen Anwendung kann der Inhalt einer Durchstechflasche Unacid 500 mg/ 250 mg

mit mindestens 1,6 ml Wasser für Injektionszwecke zubereitet und nach vollständiger

Auflösung der Substanz über mindestens 3 Minuten intravenös injiziert werden. Die

gebrauchsfertige Lösung hat eine Konzentration von 250 mg/ml Ampicillin und 125 mg/ml

Sulbactam.

Intravenöse Kurzinfusion

Der Inhalt einer Durchstechflasche Unacid 500 mg/ 250 mg wird wie zur intravenösen

Anwendung in Wasser für Injektionszwecke oder isotonischer Kochsalzlösung gelöst und

anschließend mit 50 bis 100 ml einer der folgenden Infusionslösungen weiterverdünnt:

Isotonische Kochsalzlösung, Natriumlactat-Lösung, 5 % Glucose in Wasser, 10 % Fructose/

Glucose (1:1) in Wasser, lactathaltige Ringer-Lösung. Die fertige Lösung wird während 15 bis

30 Minuten intravenös infundiert. Die gebrauchsfertige Lösung hat eine Konzentration von 5 bis

20 mg/ml Ampicillin und 2,5 bis 10 mg/ml Sulbactam.

Vor Anwendung der gebrauchsfertigen Lösung soll das Pulver vollständig aufgelöst sein. Hierzu

wird eine Sichtkontrolle nach Auflösung des Schaums durchgeführt.

Dauer der Anwendung

Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Krankheitsverlauf. Abhängig von der Schwere

der Infektion beträgt die Behandlungsdauer im Allgemeinen 5 bis 14 Tage. In schweren

Krankheitsfällen kann über längere Zeit weiterbehandelt werden. Die Behandlung sollte bis

48 Stunden nach Abklingen des Fiebers und anderer Krankheitssymptome fortgeführt werden.

Bei der Behandlung von Infektionen mit beta-hämolysierenden Streptokokken ist aus

Sicherheitsgründen eine Ausdehnung der Therapie auf mindestens 10 Tage angezeigt, um

Spätkomplikationen vorzubeugen (rheumatisches Fieber, Glomerulonephritis).

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Unacid zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Unacid angewendet haben, als Sie sollten

In sehr hohen Dosen können Betalaktam-Antibiotika zu epileptischen Krämpfen führen. Da

Ampicillin und Sulbactam hämodialysierbar sind, kann im Falle einer Überdosierung bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion durch Hämodialyse eine höhere Elimination

erreicht werden.

Sehr selten, aber stets akut lebensbedrohlich ist das Auftreten eines anaphylaktischen

Schocks, der keine eigentliche Vergiftung darstellt.

Therapie

Sedierung mit Diazepam bei Krämpfen durch Überdosierung. Bei anaphylaktischem Schock

sofortige Einleitung der entsprechenden adäquaten Gegenmaßnahmen.

Wenn Sie die Anwendung von Unacid vergessen haben

Wurde eine Anwendung von Unacid vergessen, kann diese nachträglich verabreicht werden.

Ist es bereits Zeit für die nächste Anwendung, so sollte mit der üblichen Dosierung von Unacid

weiterbehandelt werden.

Wenn Sie die Anwendung von Unacid abbrechen

Bei Unterbrechen oder vorzeitigem Beenden der Therapie ist deren Erfolg gefährdet.

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Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und

Maßnahmen, wenn Sie betroffen sind

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, wenden Sie

Unacid nicht weiter an und suchen Sie Ihren Arzt möglichst umgehend auf.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Unacid betreffen den Magen-Darm-Trakt und sind meist

milder bis mäßiger Ausprägung. Nur selten war in Studien ein Therapieabbruch aufgrund von

Nebenwirkungen notwendig. Beim Auftreten einer antibiotikabedingten pseudomembranösen

Kolitis (Darmentzündung) ist Unacid sofort abzusetzen und eine geeignete Therapie (z. B.

Vancomycin oral 4 x 250 mg täglich) einzuleiten. Präparate, die die Darmtätigkeit hemmen,

sollten vermieden werden. Wenn derartige Durchfälle auftreten, sollte sofort der Arzt

aufgesucht werden.

Bei Überempfindlichkeitserscheinungen sollten Sie Unacid absetzen und Ihren Arzt befragen.

Wenn schwere Überempfindlichkeitserscheinungen (z. B. Kreislaufreaktionen mit

schwerwiegendem Verlauf) auftreten, ist unter Umständen sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Häufig

Blutbildveränderungen (Anämie, Thrombozytopenie, Eosinophilie)

Erhöhter Gehalt des Gallenfarbstoffs Bilirubin im Blut (Hyperbilirubinämie), siehe

Abschnitt 2. Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Oberflächliche Venenentzündung (Phlebitis)

Durchfälle

Schmerzen an der Injektionsstelle (nach intramuskulärer Anwendung)

Vorübergehende Erhöhungen der Leberenzymwerte (ASAT, ALAT), siehe Abschnitt 2.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Gelegentlich

Hautausschlag (Exanthem), Schleimhautentzündungen, Juckreiz und andere

Hautreaktionen. Der typische masernähnliche Ampicillin-Ausschlag, der 5 bis 11 Tage

nach Behandlungsbeginn auftritt, lässt eine weitere Therapie mit Penicillin-Derivaten

Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie)

Erbrechen

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09.01.2019

Kopfschmerzen

Müdigkeit, Unwohlsein

Selten

Bauchschmerzen

Übelkeit

Entzündung der Zungenschleimhaut (Glossitis)

Blähungen

Hautausschlag (Erythem)

Fieber

Sehr selten

Blutbildveränderungen (Panzytopenie)

Knochenmarksdepression (Myelosuppression)

Verlängerung der Blutungs- und Prothrombinzeit. Diese Erscheinungen normalisieren

sich nach Beendigung der Therapie bzw. nach Absetzen von Unacid von selbst.

Nicht bekannt

Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis), Verfärbung der Zunge,

Schleimhautentzündungen des Dünn- und Dickdarms (Enterokolitis), Teerstuhl,

Verdauungsstörungen. Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist an eine

antibiotikabedingte Darmentzündung (pseudomembranöse Kolitis) zu denken, die

lebensbedrohlich sein kann.

Allergische Reaktionen wie z. B. Nesselausschlag mit Bläschen- u. Quaddelbildung

(urtikarielles Exanthem) und masernähnliche Ausschläge (makulopapulösebzw.

morbilliforme Exantheme). Bei Auftreten der genannten Nebenwirkungen ist die

Behandlung abzubrechen.

Schwere Hautreaktionen wie Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom oder

toxische epidermale Nekrolyse, akuter generalisierter, entzündlicher Hautausschlag

mit Bläschenbildung (akute generalisierte exanthematische Pustulose),

Hautentzündung mit Schuppung und Abblättern der Haut (exfoliative Dermatitis),

siehe Abschnitt 2. Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Entzündungsreaktion

der Haut (Dermatitis).

Schwere akute Überempfindlichkeitserscheinungen (Gesichtsödem,

Zungenschwellung, innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege,

Herzjagen, Atemnot, Serumkrankheit, allergische Entzündung der Blutgefäße

(allergische Vaskulitis), Blutdruckabfall, anaphylaktische/ anaphylaktoide Reaktion,

anaphylaktischer/

anaphylaktoider Schock) sowie

Überempfindlichkeitsreaktionen,

siehe Abschnitt 2. Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen.

Schwellung des Gesichts, der Lippen, der Zunge und/ oder des Halses mit Schluck-

oder Atemproblemen (Angioödem), , Blasen, gerötete Haut oder kleinflächige

Hautblutungen (Urtikaria)

Hämolytische Anämie (bestimmte Form der Blutarmut), drastische Abnahme der

granulären weißen Blutkörperchen (Agranulozytose), kleinfleckige Blutungen unter

der Haut, ausgelöst durch einen Mangel an Blutplättchen (thrombozytopenische

Purpura)

Nierenentzündung (tubulointerstitielle Nephritis)

Hautpilze und Penicilline besitzen ähnliche Oberflächenstrukturen, die dieselben

Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen können (Antigengemeinschaft). Deshalb

sind bei Personen, die an einer Hautpilzinfektion erkrankt sind oder waren, auch bei

erstmaliger Penicillin-Gabe, Überempfindlichkeitsreaktionen wie nach Zweitkontakt

nicht auszuschließen.

Krampfanfälle (können bei allen Penicillinen durch sehr hohe Serumspiegel auftreten).

Deshalb muss insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion auf die Dosierung

geachtet werden (siehe Tabelle), Schwindel, Schläfrigkeit, Benommenheit

Reaktionen an der Injektionsstelle

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Stau der Gallenflüssigkeit (Cholestase, hepatische Cholestase, cholestatische

Hepatitis)

Gelbsucht und Leberfunktionsstörungen, siehe Abschnitt 2. Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen

Es ist zu erwarten, dass die unter einer Ampicillin-Therapie beobachteten Nebenwirkungen

auch unter Therapie mit Unacid auftreten.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu

beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5.

Wie ist Unacid aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach

„Verwendbar bis/ Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Die konzentrierte gebrauchsfertige Lösung für die intramuskuläre oder intravenöse Anwendung

muss innerhalb einer Stunde nach Zubereitung verbraucht worden sein.

Die mit den folgenden Lösungsmitteln/ Infusionslösungen zubereiteten Verdünnungen für die

intravenöse Infusion dürfen nach Ablauf der genannten Zeitspanne nicht mehr verwendet

werden.

Lösungsmittel

max. Konzentration

von Unacid

(Ampicillin/

Sulbactam)

anzuwenden

innerhalb

bei einer

Aufbewahrungs

temperatur von

Isotonische

Kochsalzlösung

Natriumlactat-Lösung

(0,167 M)

5 % Glucose in Wasser

10 % Fructose/ Glucose

(1:1) in Wasser

bis zu 30 mg/ml

72 h

25 °C

4 °C

25 °C

4 °C

25 °C

4 °C

4 °C

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09.01.2019

Lactathaltige

Ringer-Lösung

24 h

25 °C

4 °C

Unacid ist weniger stabil in Lösungen, die Glucose oder andere Kohlenhydrate enthalten.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Unacid 500 mg/ 250 mg enthält

Die Wirkstoffe sind Ampicillin-Natrium und Sulbactam -Natrium.

Eine Durchstechflasche mit 805,5 mg Pulver enthält 532 mg Ampicillin-Natrium, entsprechend

500 mg Ampicillin und 273,5 mg Sulbactam-Natrium, entsprechend 250 mg Sulbactam. Der

Natriumgehalt pro Durchstechflasche beträgt ca. 2,5 mmol.

Es sind keine sonstigen Bestandteile vorhanden.

Wie Unacid 500 mg/ 250 mg aussieht und Inhalt der Packung

Unacid 500 mg/ 250 mg ist ein weißliches Pulver in einer Durchstechflasche aus klarem,

farblosem Glas.

Klinikpackung mit 25 Durchstechflaschen mit 805,5 mg Pulver.

Pharmazeutischer Unternehmer

PFIZER PHARMA PFE GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 0800 8535555

Fax: 0800 8545555

Hersteller

Haupt Pharma Latina S.r.l.

Latina (LT)

Strada Statale 156 Km 47, 600

04100 Borgo San Michele

Italien

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2019.

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spcde-8v36u-vi-0

14.01.2019

PFIZER ((Logo)) Unacid

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Unacid 500 mg/ 250 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung

Unacid 1.000 mg/ 500 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung

Unacid 2.000 mg/ 1.000 mg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Unacid 500 mg/ 250 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung:

Eine Durchstechflasche mit 805,5 mg Pulver enthält 532 mg Ampicillin-Natrium, entsprechend

500 mg Ampicillin und 273,5 mg Sulbactam-Natrium, entsprechend 250 mg Sulbactam.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Der Natriumgehalt pro Durchstechflasche beträgt

ca. 2,5 mmol.

Unacid 1.000 mg/ 500 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung:

Eine Durchstechflasche mit 1.611 mg Pulver enthält 1.064 mg Ampicillin-Natrium, entsprechend

1.000 mg Ampicillin und 547 mg Sulbactam-Natrium, entsprechend 500 mg Sulbactam.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Der Natriumgehalt pro Durchstechflasche beträgt

ca. 5 mmol.

Unacid 2.000 mg/ 1.000 mg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung:

Eine Infusionsflasche mit 3.222 mg Pulver enthält 2.128 mg Ampicillin-Natrium, entsprechend

2.000 mg Ampicillin und 1.094 mg Sulbactam-Natrium, entsprechend 1.000 mg Sulbactam.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Der Natriumgehalt pro Infusionsflasche beträgt

ca. 10 mmol.

Jede Darreichungsform von Unacid enthält Ampicillin-Natrium und Sulbactam-Natrium im

Verhältnis 2:1.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung/ Pulver zur Herstellung einer

Infusionslösung

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Ampicillin/ Sulbactam ist gegen eine Vielzahl grampositiver und gramnegativer Erreger

wirksam, einschließlich Staphylococcus aureus und Staphylococcus epidermidis (einschließlich

Penicillin-resistenter und einiger Methicillin-resistenter Stämme); Streptococcus pneumoniae

und andere Streptokokken-Arten; Enterococcus faecalis; Haemophilus influenzae und

Haemophilus parainfluenzae (Betalaktamase-positive und -negative Stämme); Branhamella

catarrhalis; E. coli (der größte Teil der Stämme); Klebsiella-Arten (der größte Teil der Stämme);

Proteus-Arten (indolpositiv und indolnegativ); Enterobacter-Arten (außer Enterobacter cloacae);

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14.01.2019

Neisseria gonorrhoeae und Neisseria meningitidis; Anaerobier einschließlich Bacteroides

fragilis.

Zur Beachtung: Gegen Pseudomonas aeruginosa ist Ampicillin/ Sulbactam nicht wirksam.

Unacid ist geeignet zur Behandlung von Infektionen, die durch Sulbactam-/ Ampicillin-

empfindliche Erreger verursacht sind, z. B. Infektionen

- der oberen und unteren Atemwege,

- der Nieren und der ableitenden Harnwege,

- des Bauchraumes,

- der Geschlechtsorgane einschließlich Gonorrhoe,

- der Haut und Weichteilgewebe,

sowie zur perioperativen Prophylaxe bei schweren Eingriffen in der Abdominalchirurgie.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt für Erwachsene 0,75 bis 3 g Unacid alle 6 bis 8 h. Die

Tageshöchstdosis für Erwachsene beträgt 12 g Unacid (entsprechend 8 g Ampicillin und

4 g Sulbactam).

Abhängig von der Schwere der Erkrankung kann eine häufigere oder seltenere Unacid-Gabe

indiziert sein. Weniger schwere Erkrankungen können mit einer Unacid-Gabe alle 12 Stunden

behandelt werden.

Zur Behandlung der unkomplizierten Gonorrhoe wird Unacid als eine intramuskuläre

Einzeldosis von 3 g (2 x Unacid 1.000 mg/ 500 mg, entsprechend 2 g Ampicillin und

1 g Sulbactam) gegeben. Zusätzlich sollte hier 1 g Probenecid eingenommen werden, um

länger anhaltende Serumspiegel der Wirkstoffe zu erreichen.

Auch bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance gleich oder

unter 30 ml/min) verhält sich die Ausscheidungskinetik von Ampicillin und Sulbactam gleich,

sodass auch die entsprechenden Plasmaverhältnisse konstant bleiben. Die

Dosierungsintervalle von Unacid sollten bei solchen Patienten in Übereinstimmung mit dem

üblichen Vorgehen bei der Ampicillin-Therapie verlängert werden.

Dosierungsempfehlung für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Kreatinin-Clearance

(ml/min)

Dosierungsintervall

> 30

15 bis 30

5 bis 14

< 5

6 bis 8 h

12 h

24 h

48 h

Ampicillin und Sulbactam werden beide gleichermaßen durch eine Hämodialysebehandlung

aus dem Blutstrom eliminiert. Die Unacid-Gabe sollte deshalb unmittelbar im Anschluss an die

Dialyse erfolgen und dann in 48-stündigen Intervallen bis zur folgenden Dialysebehandlung.

Zur Prophylaxe chirurgischer Infektionen sollten 1,5 bis 3 g Unacid bei der Narkoseeinleitung

gegeben werden, sodass während des Eingriffs ausreichend Zeit gegeben ist, um wirksame

Konzentrationen im Serum und Gewebe zu erreichen. Die Unacid-Gabe kann 6- bis 8-stündlich

wiederholt werden. 24 h nach dem chirurgischen Eingriff wird die prophylaktische Unacid-Gabe

im Allgemeinen beendet, es sei denn, eine therapeutische Unacid-Gabe ist indiziert.

Kinder und Jugendliche

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14.01.2019

Kinder, Kleinkinder und Säuglinge ab der 2. Lebenswoche erhalten im Allgemeinen eine

Tagesdosis von 150 mg Unacid pro kg Körpergewicht (entsprechend 100 mg Ampicillin pro kg

Körpergewicht und 50 mg Sulbactam pro kg Körpergewicht), aufgeteilt in Einzeldosen alle 6

oder 8 h.

Neugeborene erhalten in der 1. Lebenswoche 75 mg Unacid pro kg Körpergewicht pro Tag

(entsprechend 50 mg Ampicillin pro kg Körpergewicht und 25 mg Sulbactam pro kg

Körpergewicht), aufgeteilt in Einzeldosen alle 12 h.

Frühgeborene erhalten in den ersten 4 bis 6 Lebenswochen 75 mg Unacid pro kg

Körpergewicht pro Tag (entsprechend 50 mg Ampicillin pro kg Körpergewicht und 25 mg

Sulbactam pro kg Körpergewicht), aufgeteilt in Einzeldosen alle 12 h.

Art der Anwendung

Intramuskuläre Anwendung

Der Inhalt einer Durchstechflasche Unacid 500 mg/ 250 mg bzw. 1.000 mg/ 500 mg wird in

1,6 ml bzw. 3,2 ml Wasser für Injektionszwecke gelöst. Die gebrauchsfertige Lösung hat eine

Konzentration von 250 mg/ml Ampicillin und 125 mg/ml Sulbactam (siehe Tabelle 1

. Zur

Vermeidung von Schmerzen bei der Injektion kann die Lösung mit 0,5%iger

Lidocainhydrochlorid-Lösung zubereitet werden.

Intravenöse Anwendung

Zur intravenösen Anwendung kann der Inhalt einer Durchstechflasche Unacid 500 mg/ 250 mg

bzw. 1.000 mg/ 500 mg mit mindestens 1,6 ml bzw. 3,2 ml Wasser für Injektionszwecke

zubereitet und nach vollständiger Auflösung der Substanz über mindestens 3 min intravenös

injiziert werden. Die gebrauchsfertige Lösung hat eine Konzentration von 250 mg/ml Ampicillin

und 125 mg/ml Sulbactam (siehe Tabelle 1

Intravenöse Kurzinfusion

Der Inhalt einer Durchstechflasche Unacid 500 mg/ 250 mg bzw. 1.000 mg/ 500 mg wird wie

zur intravenösen Anwendung in Wasser für Injektionszwecke oder isotonischer Kochsalzlösung

gelöst und anschließend mit 50 bis 100 ml einer der folgenden Infusionslösungen

weiterverdünnt: isotonische Kochsalzlösung, Natriumlactat-Lösung (0,167 M), 5 % Glucose in

Wasser, 10 % Fructose/Glucose (1:1) in Wasser, lactathaltige Ringer-Lösung. Die fertige

Lösung wird während 15 bis 30 Minuten intravenös infundiert. Die gebrauchsfertige Lösung hat

eine Konzentration von 5 bis 20 mg/ml Ampicillin und 2,5 bis 10 mg/ml Sulbactam.

Der Inhalt einer Durchstechflasche Unacid 1.000 mg/ 500 mg kann auch direkt mit 50 ml einer

der oben aufgeführten Infusionslösungen (nicht mit Wasser für Injektionszwecke) gelöst und

über 15 bis 30 Minuten infundiert werden.

Der Inhalt einer Infusionsflasche Unacid 2.000 mg/ 1.000 mg wird in 100 ml einer der oben

aufgeführten Infusionslösungen (nicht mit Wasser für Injektionszwecke) gelöst und während 15

bis 30 min infundiert. Die gebrauchsfertige Lösung hat eine Konzentration von 20 mg/ml

Ampicillin und 10 mg/ml Sulbactam und (siehe Tabelle 1

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Tabelle 1

Dosis (g)

Äquivalenzdosis von

Sulbactam-Ampicillin (g)

Volumen des

Verdünnungsmittels

(ml)

Konzentration der

gebrauchsfertigen

Lösung (mg/ml)

0,75

0,25–0,5

125-250

0,5–1,0

125-250

1,0-2,0

10-20

Vor Anwendung der gebrauchsfertigen Lösung soll das Pulver vollständig aufgelöst sein. Hierzu

wird eine visuelle Kontrolle nach Auflösung des Schaums durchgeführt.

Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Krankheitsverlauf. Abhängig von der Schwere der

Infektion beträgt die Behandlungsdauer im Allgemeinen 5 bis 14 Tage. In schweren

Krankheitsfällen kann über längere Zeit weiterbehandelt werden. Die Behandlung sollte bis

48 Stunden nach Abklingen des Fiebers und anderer Krankheitssymptome fortgeführt werden.

Bei der Behandlung von Infektionen mit ß-hämolysierenden Streptokokken ist aus

Sicherheitsgründen eine Ausdehnung der Therapie auf mindestens 10 Tage angezeigt, um

Spätkomplikationen vorzubeugen (rheumatisches Fieber, Glomerulonephritis).

4.3

Gegenanzeigen

Wegen der Gefahr eines anaphylaktischen Schocks darf Unacid bei bekannter

Überempfindlichkeit gegenüber Penicillinen nicht angewendet werden. Vor Beginn einer

Unacid-Therapie sollten auch sorgfältig Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cephalosporine und

andere Allergene erfragt werden, da bei diesen Patienten eher mit allergischen Reaktionen

unter einer Unacid-Therapie zu rechnen ist.

Bei Patienten mit Pfeifferschem Drüsenfieber oder lymphatischer Leukämie sollten gleichzeitig

bestehende bakterielle Infektionen nicht mit Unacid behandelt werden, da diese Patienten

häufiger zu masernähnlichen Hautreaktionen neigen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Schwere und gelegentlich tödlich verlaufende Überempfindlichkeitsreaktionen

(anaphylaktische Reaktionen) sind bei mit Penicillinen behandelten Patienten beobachtet

worden, einschließlich der intramuskulären und intravenösen Gabe von Ampicillin/ Sulbactam.

Bei Patienten mit anamnestisch bekannten Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Penicillin

sowie gegen Cephalosporine und/ oder mehrere Allergene besteht eine höhere

Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Reaktionen. Bei Auftreten von allergischen

Reaktionen muss das Antibiotikum abgesetzt und entsprechende Therapiemaßnahmen

müssen eingeleitet werden. Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen erfordern eine

sofortige Notfallbehandlung mit Epinephrin, Sauerstoff, die intravenöse Verabreichung von

Steroiden und Atemwegssicherung mit unter Umständen externer Beatmung durch Intubation

(airway management).

Aus Vorsichtsgründen sollten bei einer Therapie, die länger als 1 Woche dauert, die

Leberenzymwerte und der Kohlenhydratstoffwechsel überprüft werden, obwohl sich bei der

Anwendung von Unacid bei Diabetikern kein klinisch relevanter Effekt auf die

Glucoseverfügbarkeit ergab.

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Bei länger dauernder Therapie (mehr als 14 d) sollten regelmäßige Kontrollen des Blutbildes

sowie der Nierenfunktion durchgeführt werden. Diese Kontrollen sind vor allem wichtig bei

Neugeborenen, insbesondere Frühgeborenen und Kleinkindern.

Wie bei jeder Antibiotikatherapie muss auf die Zeichen einer Überwucherung mit nicht

empfindlichen Keimen (einschließlich Pilzen) geachtet werden. Sobald eine Infektion mit diesen

Organismen auftritt, sollte das Präparat abgesetzt und/oder eine geeignete Therapie eingeleitet

werden.

Bei Patienten, die Unacid erhielten, wurde über schwere Hautreaktionen wie toxisch

epidermale Nekrolyse (TEN), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), exfoliative Dermatitis,

Erythema multiforme und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) berichtet.

Wenn Patienten eine schwere Hautreaktion entwickeln, sollte die Behandlung mit Unacid

abgebrochen und eine entsprechende Therapiemaßnahme eingeleitet werden (siehe

Abschnitt 4.8 Nebenwirkungen).

Durch die Behandlung mit Unacid können folgende Laboruntersuchungen beeinflusst werden:

Nicht enzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung können ein positives Resultat

ergeben. Der Urobilinogen-Nachweis kann gestört sein. Nach Verabreichung von Ampicillin an

schwangere Frauen konnte eine vorübergehende Verminderung der Plasmakonzentration

verschiedener Östrogene beobachtet werden. Dieser Effekt könnte auch unter Therapie mit

Unacid auftreten.

Bei Anwendung von nahezu allen Antibiotika, einschließlich Unacid, wurde über das Auftreten

von Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhoen (CDAD) berichtet. Von der Ausprägung her

reichten diese von leichtem Durchfall bis hin zu einer Kolitis mit letalem Ausgang. Eine Therapie

mit Antibiotika verändert die normale Darmflora, was zu einer Überwucherung mit C. difficile

führen kann.

C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entwicklung von CDAD beitragen. Hypertoxin

produzierende Stämme von C. difficile sind mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität

assoziiert, da derartige Infektionen therapieresistent gegenüber einer antibiotischen Therapie

sein können und eventuell eine Kolektomie notwendig machen. Eine CDAD muss daher bei

allen den Patienten in Erwägung gezogen werden, bei denen nach einer Antibiotika-

Anwendung eine Diarrhoe auftritt. Hierbei ist eine sorgfältige medikamentöse Anamnese

durchzuführen, da eine CDAD bis zu 2 Monate nach Durchführung einer Antibiotikatherapie

auftreten kann.

Medikamenteninduzierte Leberschädigungen einschließlich einer cholestatischen Hepatitis

mit Gelbsucht wurden mit der Anwendung von Ampicillin/ Sulbactam in Verbindung gebracht.

Patienten sind darauf hinzuweisen, bei Anzeichen und Symptomen einer beginnenden

Lebererkrankung ihren Arzt zu kontaktieren (siehe Abschnitt 4.8 Nebenwirkungen).

Eine Durchstechflasche Unacid 500 mg/ 250 mg, 1.000 mg/ 500 mg bzw. eine Infusionsflasche

Unacid 2.000 mg/ 1.000 mg enthält ca. 2,5 mmol, 5 mmol bzw. 10 mmol Natrium. Dies ist zu

berücksichtigen bei Personen unter natriumkontrollierter (natriumarmer/kochsalzarmer) Diät.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen zwischen dem vorliegenden Arzneimittel und anderen Mitteln sind

von Bedeutung:

Andere Antibiotika bzw. Chemotherapeutika

Ampicillin/ Sulbactam sollte nicht mit bakteriostatisch wirkenden Chemotherapeutika oder

Antibiotika wie z. B. Tetracyclinen, Erythromycin, Sulfonamiden oder

Chloramphenicol kombiniert werden, da eine Wirkungsabschwächung möglich ist.

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Allopurinol

Bei Gichtpatienten, die mit Allopurinol behandelt werden, ist bei gleichzeitiger Gabe von

Ampicillin/ Sulbactam die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Hautreaktionen erhöht.

Antikoagulantien

Die bei parenteral verabreichten Penicillinen auftretenden Veränderungen der

Thrombozytenaggregation und Prothrombinzeit können sich bei gleichzeitiger Gabe von

Antikoagulantien verstärken.

Methotrexat

Die gleichzeitige Gabe von Methotrexat und Penicillinen führte zu einer verminderten

Methotrexat-Clearance und zu Methotrexat-Toxizität. Die Patienten sollten streng überwacht

werden, eine erhöhte und verlängerte Gabe von Leucovorin ist in Erwägung zu ziehen.

Probenecid

Die gleichzeitige Gabe von Probenecid führt als Folge einer Hemmung der renalen

Ausscheidung (tubulären Sekretion) zu höheren und länger anhaltenden Ampicillin- und

Sulbactam-Konzentrationen im Serum und Ampicillin-Konzentrationen in der Galle sowie zu

einer verlängerten Eliminationshalbwertszeit und zu einem erhöhten Risiko einer Toxizität.

Hormonale Kontrazeptiva

Unter der Therapie mit Aminopenicillinen kann in seltenen Fällen die Sicherheit der

empfängnisverhütenden Wirkung von hormonalen Kontrazeptiva („Pille") in Frage gestellt sein.

Es empfiehlt sich deshalb, zusätzlich nichthormonale empfängnisverhütende Maßnahmen

anzuwenden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisherige Untersuchungsergebnisse ergaben keinen Anhalt für eine fruchtschädigende

Wirkung. Sulbactam passiert die Plazentaschranke. Es liegen begrenzte Erfahrungen zum

Einsatz von Ampicillin/ Sulbactam bei termingerechter oder vorzeitiger Entbindung von 244

Frauen vor. Allerdings konnte die Unbedenklichkeit einer Ampicillin/ Sulbactam-Therapie beim

Menschen während der Schwangerschaft noch nicht abschließend gesichert werden, deshalb

sollte Ampicillin/ Sulbactam während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-

Abwägung angewendet werden.

Stillzeit

Ampicillin (~0,11 bis 3 mg/l) und Sulbactam (~0,13 bis 2,8 mg/l) gehen in geringem Ausmaß in

die Muttermilch über. Eine Ampicillin/ Sulbactam-Therapie bei einer stillenden Mutter kann

Auswirkungen , wie z. B. Durchfall, auf das Kind haben. Ampicillin/ Sulbactam sollte während

der Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Fertilität

Reproduktionsstudien an Tieren haben keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fertilität

oder eine fruchtschädigende Wirkung durch Ampicillin und Sulbactam ergeben.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8

Nebenwirkungen

Die von der alleinigen Anwendung von Ampicillin her bekannten Nebenwirkungen könnten

auch bei Ampicillin-Natrium/ Sulbactam-Natrium i.m./i.v. auftreten.

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Alle Nebenwirkungen werden hier getrennt nach MedDRA-Systemorganklasse aufgeführt.

Innerhalb einer Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen in der Reihenfolge ihres

Schweregrads aufgeführt.

Tabelle der Nebenwirkungen

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Systemorga

nklasse

Häufig (≥ 1/100,

< 1/10)

Gelegentlic

h

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

(≥ 1/10.000,

< 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Infektionen

parasitaere

Erkrankunge

Pseudomembran

öse Kolitis

Erkrankunge

n des Blutes

und des

Lymphsyste

Anämie

Thrombozytope

Eosinophilie

Leukopenie

Neutropenie

Myelosuppress

Panzytopenie

Hämolytische

Anämie

Agranulozytose

Thrombozytopeni

sche Purpura

Erkrankunge

n des

Immunsyste

Anaphylaktischer

Schock

Anaphylaktische

Reaktion

Anaphylaktoider

Schock

Anaphylaktoide

Reaktion

Hypersensitivität

Larynxödem

Serumkrankheit

Erkrankunge

n des

Nervensyste

Kopf-

schmerzen

Krampfanfälle

Schwindel

Somnolenz

Sedation

Herzerkrank

ungen

Herzjagen

Gefäßerkran

kungen

Phlebitis

Erkrankunge

n der

Atemwege,

Brustraums

Mediastinum

Atemnot

Erkrankunge

n des

Gastrointesti

naltrakts

Durchfälle

Erbrechen

Bauchschm

erzen

Übelkeit

Glossitis

Flatulenz

Enterokolitis

Stomatitis

Zungenverfärbun

Meläna

Dyspepsie

Zungenschwellun

Formatiert: Deutsch (Deutschland)

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Systemorga

nklasse

Häufig (≥ 1/100,

< 1/10)

Gelegentlic

h

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

(≥ 1/10.000,

< 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Leber- und

Gallenerkran

kungen

Hyperbilirubinä

mie (s. Abschnitt

4.4)

cholestatische

Hepatitis

Cholestase

hepatische

Cholestase

Leberfunktions-

störungen

Gelbsucht

(s. Abschnitt 4.4)

Erkrankunge

n der Haut

und des

Unterhautzell

gewebes

Hautaussch

(Exanthem)

Pruritus

Erythem

Stevens-

Johnson-

Syndrom

Toxische

epidermale

Nekrolyse

Erythema

multiforme

Akute

generalisierte

exanthematische

Pustulose

(AGEP)

Exfoliative

Dermatitis

Angioödem

Urtikaria

Urtikarielles

Exanthem

Dermatitis

Makulopapulöse

Exantheme

Masernähnliche

Exantheme

Allergische

Vaskulitis

(s. Abschnitt 4.4.)

Erkrankunge

n der Nieren

Harnwege

Tubulo-

interstitielle

Nephritis

Allgemeine

Erkrankunge

n und

Beschwerde

n am

Verabrei-

chungsort

Schmerzen an

Injektionsstelle

(nach

intramuskulärer

Anwendung)

Müdigkeit

Unwohlsein

Schleimhau

tentzündun

Pyrexie

Reaktion an der

Injektionsstelle

Gesichtsödem

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Systemorga

nklasse

Häufig (≥ 1/100,

< 1/10)

Gelegentlic

h

≥ 1/1.000,

< 1/100

Selten

(≥ 1/10.000,

< 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Untersuchun

Alaninamino-

transferase

erhöht

Aspartatamino-

transferase

erhöht (s.

Abschnitt 4.4)

Blutungszeit

verlängert*

Prothrombinzei

t verlängert*

Blutdruckabfall

*Diese Erscheinungen sind reversibel.

Pseudomembranöse Kolitis

Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist an eine antibiotikabedingte pseudomembranöse

Kolitis zu denken, die lebensbedrohlich sein kann. Deshalb ist in diesen Fällen Unacid sofort

abzusetzen und eine geeignete Therapie (z. B. Vancomycin oral 4 x 250 mg täglich) einzuleiten.

Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Wenn Symptome von allergischen Reaktionen (z. B. Hautausschlag; Juckreiz; urtikarielles

Exanthem; makulopapulöse, masernähnliche Exantheme) auftreten, ist das Medikament

abzusetzen.

Sofortige ärztliche Hilfe ist unter Umständen erforderlich bei Auftreten schwerer akuter

Überempfindlichkeitserscheinungen (Gesichtsödem, Zungenschwellung, innere Kehlkopf-

schwellung mit Einengung der Luftwege, schwere Hautreaktionen wie Erythema exsudativum

multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse [Lyell-Syndrom],

Herzjagen, Atemnot, Arzneimittelfieber, Eosinophilie, Serumkrankheit, hämolytische Anämie,

allergische Vaskulitis und Nephritis, Blutdruckabfall, anaphylaktoide Reaktion, anaphylaktischer

Schock).

Zwischen Hautpilzen und Penicillin kann eine Antigengemeinschaft bestehen, sodass bei

Personen, die an einer Hautpilzinfektion erkrankt sind oder waren, auch bei erstmaliger

Penicillin-Gabe Überempfindlichkeitsreaktionen wie nach Zweitkontakt nicht auszuschließen

sind.

Das typische, masernähnliche Ampicillin-Exanthem, das 5 bis 11 Tage nach

Behandlungsbeginn auftritt, lässt eine weitere Therapie mit Penicillin-Derivaten zu.

Krampfanfälle

Krampfanfälle können bei allen Penicillinen durch sehr hohe Serumspiegel auftreten. Deshalb

muss insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion auf die Dosierung geachtet werden

(siehe Tabelle).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de,

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

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Über die akute Toxizität von Ampicillin/ Sulbactam liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Bei

Überdosierung können Symptome entsprechend dem Nebenwirkungsprofil (siehe Abschnitt

4.8) von Unacid auftreten. Diese beschriebenen Nebenwirkungen können in solchen Fällen

möglicherweise häufiger und in stärkerer Ausprägung beobachtet werden. In sehr hohen Dosen

können Betalaktam-Antibiotika zu epileptischen Krämpfen führen. Da Ampicillin und Sulbactam

hämodialysierbar sind, kann im Falle einer Überdosierung bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion durch Hämodialyse eine höhere Elimination erreicht werden.

Sehr selten, aber stets akut lebensbedrohlich ist das Auftreten eines anaphylaktischen Schocks,

der keine eigentliche Vergiftung darstellt.

Therapie

Sedierung mit Diazepam bei Krämpfen durch Überdosierung. Bei anaphylaktischem Schock

sofortige Einleitung der entsprechenden adäquaten Gegenmaßnahmen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Ampicillin ist ein halbsynthetisches, nicht Betalaktamase-festes Aminopenicillin. Sulbactam ist

ein in seiner Struktur dem Ampicillin und anderen Penicillinen verwandter Betalaktamase-

Inhibitor.

ATC-Code

J01CR21

Wirkmechanismus

Der Wirkungsmechanismus von Ampicillin beruht auf einer Hemmung der bakteriellen

Zellwandsynthese (in der Wachstumsphase) durch Blockade der Penicillin-bindenden Proteine

(PBPs) wie z. B. der Transpeptidasen. Hieraus resultiert eine bakterizide Wirkung.

In Kombination mit Sulbactam wird die Inaktivierung von Ampicillin durch bestimmte

Betalaktamasen gehemmt. Sulbactam schützt Ampicillin vor dem Abbau durch die meisten

Betalaktamasen von Staphylokokken sowie einigen plasmidkodierten Betalaktamasen (z. B.

TEM, OXA, SHV, CTX-M) und bestimmten chromosomalkodierten Betalaktamasen von

gramnegativen Bakterien. Diese Betalaktamasen kommen z.

B. bei Escherichia coli, Klebsiella

spp., Proteus mirabilis und Haemophilus influenzae vor. Das antibakterielle Wirkungsspektrum

von Ampicillin wird um Bakterien erweitert, deren Betalaktamasen durch Sulbactam hemmbar

sind.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von der Zeitdauer ab, während der der

Wirkstoffspiegel von Ampicillin oberhalb der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des

Erregers liegt.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Ampicillin/ Sulbactam kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Inaktivierung durch Betalaktamasen: Ampicillin/ Sulbactam besitzt keine ausreichende

Aktivität gegen Betalaktamase-bildende Bakterien, deren Betalaktamasen durch

Sulbactam nicht gehemmt werden.

Reduzierte Affinität von PBPs gegenüber Ampicillin: Die erworbene Resistenz bei

Pneumokokken und anderen Streptokokken gegenüber Ampicillin/ Sulbactam beruht

auf Modifikationen vorhandener PBPs als Folge einer Mutation. Methicillin (Oxacillin)-

resistente Staphylokokken sind aufgrund der Bildung eines zusätzlichen PBPs mit

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verminderter Affinität gegenüber Ampicillin und allen anderen Betalaktam-Antibiotika

resistent.

Unzureichende Penetration von Ampicillin durch die äußere Zellwand kann bei

gramnegativen Bakterien dazu führen, dass die PBPs nicht ausreichend gehemmt

werden.

Durch Effluxpumpen kann Ampicillin aktiv aus der Zelle transportiert werden.

Eine partielle oder vollständige Kreuzresistenz von Ampicillin/ Sulbactam besteht mit

Penicillinen, Cephalosporinen sowie anderen Betalaktam/Betalaktamase-Inhibitor-

Kombinationen.

Grenzwerte

Die Testung von Ampicillin/ Sulbactam erfolgt unter Verwendung einer Verdünnungsreihe von

Ampicillin in Anwesenheit einer konstanten Konzentration von 4 mg/l Sulbactam. Folgende

minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Enterobacterales

8 mg/l

> 8 mg/l

Staphylococcus spp.

Enterococcus spp.

4 mg/l

> 8 mg/l

Streptococcus spp. (Gruppen

A, B, C, G)

Streptococcus pneumoniae

Haemophilus influenzae

1 mg/l

> 1 mg/l

Moraxella catarrhalis

1 mg/l

> 1 mg/l

gramnegative Anaerobier

4 mg/l

> 8 mg/l

grampositive Anaerobier

4 mg/l

> 8 mg/l

Nicht speziesspezifische

Grenzwerte

2 mg/l

> 8 mg/l

Das Nationale Antibiotika-Sensitivitätstest-Komitee für Deutschland hat für Isolate folgender Enterobakterien

ohne Resistenzmechanismus (Wildtyp) einen Grenzwert für den intermediären Bereich festgelegt: Citrobacter

amalonaticus, Citrobacter koseri, Escherichia coli, Escherichia hermannii, Klebsiella spp., Proteus mirabilis,

Proteus penneri, Proteus vulgaris, Raoultella spp., Salmonella spp., Shigella spp., Yersinia pseudotuberculosis

I : > 0,5

8 mg/l.

D.h., dass eine Therapie von systemischen Infektionen durch Enterobakterien mit Ampicillin/ Sulbactam einer

höheren Dosis (z. B. 3 x 3 g i.v. bei Patienten ohne modifizierende Faktoren) bedarf.

Für Staphylococcus spp. wird das Testergebnis von Cefoxitin übernommen. Methicillin (Cefoxitin)-resistente

Staphylokokken werden unabhängig vom Testergebnis als resistent gewertet.

Für Streptococcus spp. (Gruppen A, B, C, G) und Streptococcus pneumoniae wird das Testergebnis von Penicillin

G übernommen.

Der Grenzwert für die Bewertungsstufe sensibel bezieht sich auf eine intravenöse Tagesdosis von 3 x 3 g und

der Grenzwert für die Bewertungsstufe intermediär bezieht sich auf eine intravenöse Tagesdosis von 3 x 4 g.

* Basieren hauptsächlich auf der Serumpharmakokinetik

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Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der

Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen

- lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen

Resistenzsituation die Wirksamkeit von Ampicillin/ Sulbactam in Frage gestellt ist, sollte eine

Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden

Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis

des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Ampicillin/ Sulbactam anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten

5 Jahre aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand: Februar 2018):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe grampositive Mikroorganismen

Enterococcus faecalis °

Gardnerella vaginalis °

Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel)

Streptococcus agalactiae °

Streptococcus pneumoniae °

Streptococcus pyogenes

°

Streptokokken der „Viridans“-Gruppe ° ^

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Citrobacter koseri °

Haemophilus influenzae

Moraxella catarrhalis

Neisseria gonorrhoeae °

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides fragilis °

Fusobacterium nucleatum °

Prevotella spp.

°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung

darstellen können

Aerobe grampositive Mikroorganismen

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14.01.2019

Enterococcus faecium

Staphylococcus aureus

Staphylococcus epidermidis

Staphylococcus haemolyticus

Staphylococcus hominis

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Acinetobacter baumannii

Escherichia coli

Klebsiella oxytoca

Klebsiella pneumoniae

Proteus mirabilis

Proteus vulgaris

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe grampositive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent)

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Citrobacter freundii

Enterobacter cloacae

Legionella pneumophila

Morganella morganii

Pseudomonas aeruginosa

Serratia marcescens

Stenotrophomonas maltophilia

Andere Mikroorganismen

Chlamydia spp.

Chlamydophila spp.

Mycoplasma spp.

Ureaplasma urealyticum

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14.01.2019

° Bei Veröffentlichung der Tabelle lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und

Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.

^ Sammelbezeichnung für eine heterogene Gruppe von Streptokokken-Spezies. Resistenzrate kann in Abhängigkeit

von der vorliegenden Streptokokken-Spezies variieren.

Keine aktuellen Daten vorhanden; in Studien (älter als 5 Jahre) wird der Anteil resistenter Stämme mit < 10 %

angegeben.

Im ambulanten Bereich liegt die Resistenzrate bei < 10 %.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Sowohl nach intravenöser als auch nach intramuskulärer Applikation von Ampicillin/ Sulbactam

werden hohe Serumspiegel erreicht. Die Ergebnisse pharmakokinetischer Untersuchungen an

freiwilligen Probanden zeigen in Abhängigkeit von der Zeit, von der Dosis und von der

Applikationsart die in Tabelle 2 genannten Serumkonzentrationen:

Tabelle 2

Applika-

tionsart

Dosis

15 min

30 min

i.m.

0,25 g Sulb.+

0,5 g Amp.

i.m.

0,5 g Sulb.+

1 g Amp.

i.v.

0,5 g Sulb.+

1 g Amp.

i.v.

1 g Sulb.+

2 g Amp.

Durchschnittliche Serumkonzentrationen (mg/l)

Durch intravenöse Applikation von Ampicillin/ Sulbactam werden höhere

Serumspiegelspitzenwerte erreicht als nach intramuskulärer Gabe, wobei die Bioverfügbarkeit

von Ampicillin/ Sulbactam nach intramuskulärer Gabe praktisch vollständig ist.

Außerdem verteilen sich Ampicillin und Sulbactam schnell in eine Vielzahl von Geweben,

Körperflüssigkeiten und Sekreten.

Die Halbwertszeit sowohl für Ampicillin als auch für Sulbactam beträgt ca. 1 h bei jungen

Erwachsenen und ca. 2 h bei Personen höheren Lebensalters. Ca. 80 % beider Substanzen

werden unverändert innerhalb von 8 h nach Gabe einer Einzeldosis Ampicillin/ Sulbactam über

die Niere ausgeschieden. Die gleichzeitige Verabreichung von Sulbactam und Ampicillin bewirkt

keine klinisch relevanten Abweichungen von den kinetischen Parametern beider Substanzen

bei Einzelgabe.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die LD

von Sulbactam allein bei der Maus beträgt nach oraler Gabe mehr als 10 g/kg

Körpergewicht, nach intravenöser Gabe ca. 3,6 g/kg Körpergewicht. Die entsprechenden Werte

bei der Ratte liegen bei mehr als 4 g/kg Körpergewicht bzw. bei mehr als 3,4 g/kg

Körpergewicht. Die LD

von Ampicillin/ Sulbactam (1:2) bei der Maus nach intravenöser Gabe

liegt bei ca. 1,25 g/2,5 g pro kg Körpergewicht, bei der Ratte bei ca. 1,875 g/3,75 g pro kg

Körpergewicht.

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14.01.2019

Untersuchungen zur subakuten Toxizität von Sulbactam bzw. Ampicillin/ Sulbactam wurden an

Ratten und Hunden durchgeführt; die Sulbactam- bzw. Ampicillin/ Sulbactam-Gabe erfolgte

intravenös, subkutan oder oral über 17 Tage bis 10 Wochen. Untersuchungen zur chronischen

Toxizität von Sulbactam bzw. Ampicillin/ Sulbactam wurden ebenfalls an Ratten und Hunden

durchgeführt. Die Sulbactam- bzw. Ampicillin/ Sulbactam-Gabe erfolgte subkutan über einen

Zeitraum von 6 Monaten. Auswirkungen einer Sulbactam-Gabe wurden an der Leber

festgestellt. Neben Erhöhungen der Leberenzymwerte (ASAT, ALAT, LDH) zeigte sich eine

dosis- und geschlechtsabhängige Glykogenablagerung in der Leber, die sich als reversibel

nach Absetzen des Medikamentes erwies. Diese Glykogenablagerung konnte keiner der

bekannten Glykogenspeicherkrankheiten zugeordnet werden.

Sulbactam verursachte bei diesen Versuchen keine signifikante Veränderung des

Glucosestoffwechsels. Auch bei der Anwendung von Ampicillin/ Sulbactam bei Patienten mit

Diabetes mellitus zeigte sich bei einer Behandlungsdauer von über 2 Wochen kein klinisch

relevanter Effekt auf die Glucoseverfügbarkeit. Aufgrund der im Tierversuch erhobenen Daten

sollte die maximale Tagesdosis beim Menschen 12 g Unacid, d. h. 4 g Sulbactam, nicht

überschreiten.

Die zur Teratogenität an Mäusen, Ratten und Kaninchen durchgeführten Versuche ergaben

keinen Hinweis auf medikamentenbedingte Missbildungen.

Sowohl Sulbactam als auch Ampicillin zeigten keine signifikante mutagene Aktivität in einer

Vielzahl von Versuchen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Keine sonstigen Bestandteile.

6.2

Inkompatibilitäten

Unacid sollte nicht mit Blutbestandteilen oder eiweißhaltigen Lösungen gemischt werden.

Aufgrund einer chemischen Inkompatibilität zwischen Penicillinen und Aminoglykosiden, die

eine Inaktivierung von Aminoglykosiden bewirkt, sollte Unacid nicht in einer Spritze oder

Infusionslösung mit Aminoglykosiden vermischt werden. Die beiden Substanzen sollten an

unterschiedlichen Stellen mit einem zeitlichen Abstand von mindestens 1 h verabreicht werden.

Inkompatibel und damit getrennt zu applizieren sind außerdem: Metronidazol; injizierbare

Tetracyclin-Derivate wie Oxytetracyclin, Rolitetracyclin und Doxycyclin; ferner Thiopental-

Natrium; Prednisolon; Procain 2 %; Suxamethoniumchlorid und Noradrenalin. Optische Zeichen

der Inkompatibilität sind Ausfällung, Trübung oder Verfärbung.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Bei Raumtemperatur beträgt die Dauer der Haltbarkeit des Pulvers 3 Jahre.

Die konzentrierte gebrauchsfertige Lösung für die intramuskuläre oder intravenöse Anwendung

muss innerhalb einer Stunde nach Zubereitung verbraucht worden sein.

Die mit den in Tabelle 3 genannten Lösungsmitteln/ Infusionslösungen zubereiteten

Verdünnungen für die intravenöse Infusion dürfen nach Ablauf der genannten Zeitspanne nicht

mehr verwendet werden.

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14.01.2019

Tabelle 3

Lösungsmittel

max. Konzentration

von Unacid

(Ampicillin/ Sulbactam)

anzuwenden

innerhalb

bei einer

Aufbewahrungs-

temperatur von

Isotonische

Kochsalzlösung

Natriumlactat-Lösung

(0,167 M)

5 % Glucose in Wasser

10 % Fructose/Glucose

(1:1) in Wasser

Lactathaltige

Ringer-Lösung

bis zu 30 mg/ml

72 h

24 h

25 °C

4 °C

25 °C

4 °C

25 °C

4 °C

4 °C

25 °C

4 °C

Unacid ist weniger stabil in Lösungen, die Glucose oder andere Kohlenhydrate enthalten.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung der Arzneimittel, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflaschen zu 20 ml aus klarem, farblosem Typ-III-Glas.

Infusionsflaschen zu 100 ml aus klarem, farblosem Typ-III-Glas.

Unacid 500 mg/ 250 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung

(Durchstechflasche mit 805,5 mg Pulver):

Klinikpackung mit 25 Durchstechflaschen.

Unacid 1.000 mg/ 500 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung

(Durchstechflasche mit 1.611 mg Pulver):

Klinikpackung mit 5 Durchstechflaschen.

Unacid 2.000 mg/ 1.000 mg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung (Infusionsflasche mit

3.222 mg Pulver):

Klinikpackung mit 5 Infusionsflaschen.

Zur Herstellung von Lösungen kann Wasser für Injektionszwecke (für Unacid 500 mg/ 250 mg

bzw. 1.000 mg/ 500 mg) bzw. isotonische Natriumchlorid-Lösung (für die Infusionsflasche

Unacid 2.000 mg/ 1.000 mg und Unacid 1.000 mg/ 500 mg) verwendet werden.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

PFIZER PHARMA PFE GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

spcde-8v36u-vi-0

14.01.2019

Tel.: 0800 8535555

Fax: 0800 8545555

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Unacid 500 mg/ 250 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung:

6973.00.00

Unacid 1.000 mg/ 500 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/ Infusionslösung:

6973.01.00

Unacid 2.000 mg/ 1.000 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung:

11480.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN/ VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNGEN

Datum der Erteilung der Zulassungen: 17. August 1987

Datum der letzten Verlängerung der Zulassungen: 02. November 2009

10.

STAND DER INFORMATION

Januar 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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