Truvada Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
tenofoviri disoproxili fumaras, emtricitabinum
Verfügbar ab:
Gilead Sciences Switzerland Sàrl
ATC-Code:
J05AR03
INN (Internationale Bezeichnung):
tenofoviri disoproxili fumaras, emtricitabinum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
tenofoviri disoproxili fumaras 300 mg, emtricitabinum 200 mg, cellulosum microcristallinum, für amylum pregelificatum, lactosum monohydricum 80 mg, carmellosum natricum nur zusammengehalten, magnesium stearas, Überzug: triacetinum, hypromellosum, lactosum monohydricum, 16 mg, E 132, E 171, für compresso haze Endwerte. Natrium 5,7 mg.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
HIV-1-Infektion, HIV-1-Prä-Expositionsprophylaxe
Zulassungsnummer:
57316
Berechtigungsdatum:
2006-03-21

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-01-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses

Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen

weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das

Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Truvada®, Filmtabletten

Gilead Sciences Switzerland Sàrl

Was ist Truvada und wann wird es angewendet?

Truvada enthält Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil, zwei antiretrovirale Wirkstoffe.

Emtricitabin ist ein Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Hemmer und Tenofovir ein Nukleotid-

Reverse-Transkriptase-Hemmer. Beide antiretroviralen Wirkstoffe werden im Allgemeinen als NRTI

bezeichnet und stören die normale Aktivität eines Enzyms (Reverse Transkriptase), das für die

Vermehrung des Virus notwendig ist.

Truvada wird zur Behandlung einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus 1 (HIV) bei

Erwachsenen angewendet.

Truvada wird auch angewendet, um das Risiko einer Ansteckung mit HIV bei Erwachsenen zu

verringern. Hierfür wird es täglich eingenommen und zusammen mit Safer-Sex-Praktiken

angewendet: siehe «Wann ist bei der Einnahme von Truvada Vorsicht geboten?» für eine Liste mit

Vorsichtsmassnahmen gegen eine HIV-Infektion.

Truvada erhalten Sie nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin.

Was sollte dazu beachtet werden?

HIV-positive Personen können auch während der Einnahme dieses Arzneimittels HIV auf andere

übertragen, obwohl das Risiko durch eine effektive antiretrovirale Therapie verringert ist. Sprechen

Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin über die Vorsichtsmassnahmen, die notwendig sind, um die

Infizierung anderer Menschen zu verhindern.

Dieses Arzneimittel ist kein Heilmittel gegen eine HIV-Infektion. Sie können während der Einnahme

von Truvada weiterhin Infektionen oder andere HIV-assoziierte Erkrankungen bekommen. Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin wird Sie diesbezüglich überwachen.

Bevor Sie Truvada einnehmen, um das Risiko einer Ansteckung mit HIV zu verringern:

Truvada kann nur dann helfen, das Risiko einer Ansteckung mit HIV zu verringern, bevor Sie

infiziert werden.

·Sie müssen vor Beginn einer Behandlung mit Truvada mit dem Ziel, das Risiko einer Ansteckung

mit HIV zu verringern, HIV-negativ sein. Sie müssen sich einem Test unterziehen, um

sicherzustellen, dass Sie nicht schon eine HIV–Infektion haben. Sie dürfen Truvada nur dann zur

Verringerung Ihres Ansteckungsrisikos anwenden, wenn bestätigt ist, dass Sie HIV–negativ sind.

Personen, die bereits HIV haben, müssen Truvada in Kombination mit anderen Arzneimitteln

anwenden.

·Mit vielen HIV–Tests kann eine vor kurzem erfolgte Ansteckung nicht nachgewiesen werden. Falls

Sie grippeähnliche Beschwerden bekommen, könnte dies bedeuten, dass Sie sich vor kurzem mit

HIV angesteckt haben.

Folgende Beschwerden könnten Anzeichen einer HIV–Infektion sein:

·Müdigkeit

·Fieber

·Gelenk- oder Muskelschmerzen

·Kopfschmerzen

·Erbrechen oder Durchfall

·Ausschlag

·Nachtschweiss

·Vergrösserte Lymphknoten im Bereich von Hals oder Leiste

→ Informieren Sie Ihren Arzt über alle grippeähnlichen Beschwerden – sowohl wenn diese innerhalb

des Monats vor der Einnahme von Truvada aufgetreten sind als auch jederzeit während der

Einnahme von Truvada.

Wann darf Truvada nicht eingenommen werden?

Truvada darf nicht eingenommen werden,

·wenn Sie allergisch (überempfindlich) sind gegen Emtricitabin, Tenofovir, Tenofovirdisoproxil oder

einen der Hilfsstoffe dieses Arzneimittels.

·wenn Sie eine schwere Nierenfunktionsstörung haben oder dialysepflichtig sind.

Wann ist bei der Einnahme von Truvada Vorsicht geboten?

Es ist sehr wichtig, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zu informieren, wenn Sie an einer Leber- oder

Nierenerkrankung leiden oder gelitten haben, oder wenn auffällige Ergebnisse von Blut- oder

Urinuntersuchungen auf Probleme mit Ihrer Leber oder Ihren Nieren hinweisen.

Truvada kann Auswirkungen auf Ihre Nieren haben oder den Phosphatgehalt in Ihrem Blut senken.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird einige Blutuntersuchungen anordnen, um Ihre Nierenfunktion zu

kontrollieren. Abhängig von den Ergebnissen dieser Untersuchungen kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

Sie anweisen, Truvada weniger häufig einzunehmen oder die Behandlung mit Truvada zu

unterbrechen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an einer Lebererkrankung, einschliesslich

einer Hepatitis, leiden oder gelitten haben. HIV infizierte Patienten mit einer Lebererkrankung wie

einer chronischen Hepatitis B oder C, die antiretrovirale Arzneimittel erhalten, weisen ein erhöhtes

Risiko schwerwiegender, möglicherweise tödlicher Leberkomplikationen auf. Wenn Sie eine

Hepatitis-B-Infektion haben, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die für Sie am besten geeignete

Behandlung verschreiben. Wenn Sie eine Lebererkrankung oder eine chronische Hepatitis-B-

Infektion haben oder früher hatten, kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Blutuntersuchungen durchführen,

um die Leberfunktion sorgfältig zu überwachen.

Die Anwendung und Sicherheit von Truvada bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher

nicht geprüft worden.

Truvada wurde bei Patienten über 65 Jahren nicht untersucht und sollte bei diesen Patienten mit

besonderer Vorsicht eingesetzt werden.

Wenn bei Ihnen eine fortgeschrittene HIV-Infektion (AIDS) vorliegt und Sie zusätzlich eine

Infektion haben, können ab Behandlungsbeginn mit Truvada Infektions- und Entzündungssymptome

auftreten, oder die Symptome einer vorbestehenden Infektion können sich verschlechtern. Solche

Symptome können darauf hinweisen, dass sich das verbesserte Immunsystem Ihres Körpers gegen

die Infektion zur Wehr setzt. Achten Sie nach Behandlungsbeginn mit Truvada auf Anzeichen einer

Entzündung oder einer Infektion. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie

Anzeichen einer Entzündung oder einer Infektion bemerken.

Zusätzlich zu den Begleitinfektionen können nach Beginn der Einnahme von Arzneimitteln zur

Behandlung Ihrer HIV-Infektion auch Autoimmunerkrankungen auftreten (ein Zustand, bei dem das

Immunsystem gesundes Körpergewebe angreift). Autoimmunerkrankungen können viele Monate

nach Beginn der Behandlung auftreten. Wenn Sie irgendwelche Anzeichen einer Infektion oder

andere Symptome, wie z.B. Muskelschwäche, eine Schwäche, die in den Händen und Füssen beginnt

und sich in Richtung Rumpf fortsetzt, Herzklopfen, Zittern oder Hyperaktivität bemerken,

informieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, um die notwendige Behandlung zu

erhalten.

Bei einigen Patienten, die eine antiretrovirale Kombinationstherapie erhalten, kann sich eine als

Osteonekrose (Absterben von Knochengewebe infolge unzureichender Blutversorgung des

Knochens) bezeichnete Knochenerkrankung entwickeln. Zu den vielen Risikofaktoren für die

Entwicklung dieser Erkrankung können unter anderem die Dauer der antiretroviralen

Kombinationstherapie, die Anwendung von Kortikosteroiden, Alkoholkonsum, eine starke

Unterdrückung des Immunsystems oder ein höherer Body-Mass-Index (Masszahl zur Beurteilung

des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergrösse) gehören. Anzeichen einer Osteonekrose sind

Gelenksteife, -beschwerden und -schmerzen (insbesondere in Hüfte, Knie und Schulter) sowie

Schwierigkeiten beim Bewegen. Falls Sie eines dieser Anzeichen bei sich bemerken, informieren Sie

bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Knochenerkrankungen (die manchmal zu Knochenbrüchen führen) können auch aufgrund von

Schäden an den Zellen der Nierenkanälchen auftreten (siehe auch «Welche Nebenwirkungen kann

Truvada haben?»).

Während Sie Truvada einnehmen, um das Risiko einer Ansteckung mit HIV zu verringern:

·Nehmen Sie Truvada jeden Tag ein, um Ihr Risiko zu verringern, nicht nur dann, wenn Ihrer

Meinung nach ein Risiko für eine HIV–Infektion besteht. Lassen Sie keine Dosen von Truvada aus

und unterbrechen Sie die Einnahme nicht. Das Auslassen von Dosen könnte Ihr Risiko einer

Ansteckung mit HIV erhöhen.

·Lassen Sie sich regelmässig auf HIV testen.

·Wenn Sie glauben, sich mit HIV angesteckt zu haben, informieren Sie umgehend Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin. Es werden möglicherweise weitere Tests durchgeführt, um sicherzustellen, dass Sie nach

wie vor HIV-negativ sind.

Die Einnahme von Truvada allein kann die Ansteckung mit HIV unter Umständen nicht vermeiden.

·Praktizieren Sie stets Safer Sex. Verwenden Sie Kondome, um den Kontakt mit Samen,

Vaginalflüssigkeit oder Blut zu verringern.

·Verwenden Sie persönliche Gegenstände, auf denen sich Blut oder Körperflüssigkeiten befinden

können – beispielsweise Zahnbürsten und Rasierklingen – nicht gemeinsam mit anderen Personen.

·Nadeln oder anderes Injektions- oder Drogenbesteck dürfen nicht gemeinsam mit anderen Personen

verwendet bzw. wiederverwendet werden.

·Lassen Sie sich auf andere sexuell übertragbare Infektionskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe

testen. Solche Infektionen erleichtern die Ansteckung mit HIV.

Falls Sie weitere Fragen dazu haben, wie Sie die Ansteckung mit HIV oder die Weitergabe von HIV

an andere Personen verhindern können, wenden Sie sich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Einnahme von Truvada mit anderen Arzneimitteln

Nehmen Sie Truvada nicht ein, wenn Sie bereits andere Arzneimittel einnehmen, die Emtricitabin,

Tenofovirdisoproxil, Tenofoviralafenamid, Lamivudin oder Adefovirdipivoxil enthalten.

Es ist wichtig, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zu informieren, wenn Sie gleichzeitig andere Arzneimittel

einnehmen, die Ihre Nieren schädigen können. Dazu gehören:

·Aminoglykoside, Pentamidin oder Vancomycin (bei bakteriellen Infektionen)

·Amphotericin B (bei Pilzerkrankungen)

·Foscarnet, Ganciclovir oder Cidofovir (bei Virusinfektionen)

·Interleukin-2 (zur Krebsbehandlung)

·Tacrolimus (zur Unterdrückung des Immunsystems)

·nicht steroidale antiinflammatorische Arzneimittel (NSAIDs, zur Linderung von Knochen- oder

Muskelschmerzen)

Falls die gleichzeitige Einnahme unumgänglich ist, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihre

Nierenfunktion einmal wöchentlich kontrollieren. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls

Sie solche Arzneimittel einnehmen.

Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie gewisse Blutdrucksenker (ACE-

Hemmer) einnehmen.

Die gleichzeitige Einnahme von Truvada mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln, die Didanosin

enthalten, kann den Blutspiegel von Didanosin ansteigen lassen und die CD4-Zellzahl reduzieren.

Seltene Fälle einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse und einer Laktatazidose (Überschuss an

Milchsäure im Blut), die manchmal tödlich ausgingen, wurden bei der gleichzeitigen Anwendung

von Arzneimitteln, die Tenofovirdisoproxil und Didanosin enthalten, berichtet. Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin wird sorgfältig abwägen, ob Sie mit Tenofovirdisoproxil und Didanosin in Kombination

behandelt werden sollen.

Es ist auch wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, wenn Sie

Ledipasvir/Sofosbuvir, Sofosbuvir/Velpatasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir zur

Behandlung einer Hepatitis-C-Infektion einnehmen.

Natrium

Truvada enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. Truvada ist nahezu

«natriumfrei».

Lactose

Truvada enthält 96 mg Lactose-Monohydrat. Bitte nehmen Sie Truvada erst nach Rücksprache mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Zuckerunverträglichkeit leiden.

Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte) einnehmen!

Darf Truvada während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Während der Schwangerschaft sollten Sie vor der Einnahme jeglicher Arzneimittel Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin um Rat fragen.

Truvada darf während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

dies ausdrücklich verordnet hat. Obwohl zur Einnahme von Truvada während der Schwangerschaft

begrenzte klinische Daten vorliegen, wird es üblicherweise nicht angewendet, wenn es nicht absolut

unerlässlich ist. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Therapie mit Truvada eine

wirksame Empfängnisverhütung anwenden, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Fragen Sie

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, welche Methode für Sie in Frage kommt.

Wenn Sie Truvada während der Schwangerschaft eingenommen haben, kann Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin Sie zu regelmässigen Blutuntersuchungen und anderen diagnostischen Tests einbestellen, um

die Entwicklung Ihres Kindes zu überwachen.

Während der Behandlung mit Truvada dürfen Sie nicht stillen. Sowohl das HI-Virus als auch die

Wirkstoffe von Truvada können in die Muttermilch übertreten und Ihren Säugling schwer schädigen.

Wie verwenden Sie Truvada?

Nehmen Sie Truvada immer genau nach Anweisung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin ein, um zu

gewährleisten, dass Truvada seine volle Wirkung entfalten kann und damit das Risiko einer

Resistenzentwicklung gegen die Behandlung verringert wird.

Die übliche Dosierung von Truvada zur Behandlung von HIV oder zur Verringerung des Risikos

einer Ansteckung mit HIV ist 1 Filmtablette Truvada einmal täglich mit einer Mahlzeit.

Falls Sie Probleme mit den Nieren haben, kann Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen raten, die

Einnahme von Truvada abzubrechen oder falls Sie bereits HIV haben, ein anderes Dosisschema

verschreiben.

Falls Sie Schluckbeschwerden haben, können Sie die Tablette in etwa 100 ml (einem halben Glas)

Wasser, Orangensaft oder Traubensaft zerdrücken und dabei das Auflösen der Tablette mit der

Spitze eines Löffels beschleunigen. Rühren Sie anschliessend um, und trinken Sie das Glas sofort

aus.

Für die Behandlung einer HIV Infektion, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Truvada nur in Kombination

mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln verschreiben. Bitte lesen Sie in den

Patienteninformationen der anderen antiretroviralen Arzneimittel nach, wie diese Arzneimittel

anzuwenden sind.

Falls Sie betreffend einer HIV Infektion behandelt werden und Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet,

die Behandlung mit einem der Wirkstoffe von Truvada zu beenden oder die Dosierung von Truvada

zu ändern, kann er bzw. sie Ihnen Emtricitabin und/oder Tenofovir als Einzelpräparate oder in

Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung Ihrer HIV-Infektion verschreiben.

Falls Sie Truvada zur Verringerung des Risikos einer Ansteckung mit HIV einnehmen, nehmen Sie

Truvada jeden Tag ein, nicht nur dann, wenn Ihrer Meinung nach ein Risiko für eine Ansteckung mit

HIV besteht.

Falls Sie Fragen dazu haben, wie Sie die Ansteckung mit HIV oder die Weitergabe von HIV an

andere Personen verhindern können, wenden Sie sich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und Sicherheit von Truvada bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher

nicht geprüft worden. Truvada sollte bei diesen Patienten nicht angewendet werden.

Wenn Sie sich nach der Einnahme von Truvada übergeben haben

Truvada wird schnell vom Körper aufgenommen. Wenn Sie sich weniger als 1 Stunde nach der

Einnahme von Truvada übergeben haben, müssen Sie eine weitere Tablette einnehmen. Sie brauchen

keine weitere Tablette einzunehmen, wenn Sie sich mehr als 1 Stunde nach der Einnahme von

Truvada übergeben haben.

Wenn Sie eine grössere Menge von Truvada eingenommen haben, als Sie sollten

Wenden Sie sich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder die nächste Notfallstation, wenn Sie

versehentlich zu viele Truvada-Tabletten eingenommen haben. Nehmen Sie die Tablettenflasche mit,

damit Sie leichter beschreiben können, was Sie eingenommen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Truvada vergessen haben

Es ist wichtig, dass Sie keine Einnahme von Truvada auslassen.

Wenn Sie dennoch eine Einnahme von Truvada ausgelassen haben, holen Sie diese so bald wie

möglich nach und nehmen Sie danach die nächste Dosis zur gewohnten Zeit ein.

Wenn es ohnehin fast Zeit ist für Ihre nächste Dosis, holen Sie die versäumte Dosis nicht mehr nach.

Warten Sie und nehmen Sie die nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt ein. Nehmen Sie nicht die

doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Truvada abbrechen

Brechen Sie auf keinen Fall die Einnahme von Truvada ab, ohne mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zu

sprechen. Wenn Sie die Behandlung einer HIV Infektion mit Truvada abbrechen, kann dies zu einer

verringerten Wirksamkeit der von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verschriebenen HIV-Therapie

führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, bevor Sie die Einnahme von Truvada aus

irgendeinem Grund unterbrechen, insbesondere wenn Sie unter einer Nebenwirkung oder einer

anderen Krankheit leiden. Kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie wieder mit der

Einnahme von Truvada beginnen. Falls Sie Probleme haben oder Ihre Dosis angepasst werden muss,

wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen möglicherweise die Bestandteile von Truvada als

Einzelpräparate verschreiben.

Falls Sie Truvada zur Verringerung des Risikos einer Ansteckung mit HIV einnehmen, brechen Sie

die Einnahme von Truvada nicht ab und lassen Sie keine Dosis aus. Ein Abbruch der Einnahme von

Truvada oder das Auslassen von Dosen könnte Ihr Risiko einer Ansteckung mit HIV erhöhen.

Sorgen Sie immer für einen ausreichenden Vorrat an Truvada-Tabletten. Dies ist sehr wichtig für die

Behandlung einer HIV Infektion, weil die Virusmenge selbst bei kurzfristiger Unterbrechung der

Behandlung schnell wieder ansteigen kann. Danach ist es eventuell schwieriger, das Virus zu

behandeln.

Wenn Sie mit Hepatitis B infiziert sind, ist es besonders wichtig, dass Sie Ihre Behandlung mit

Truvada nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin absetzen. Bei einigen

Patienten zeigten Blutuntersuchungen oder Symptome eine Verschlechterung der Hepatitis nach dem

Absetzen von Emtricitabin oder Tenofovirdisoproxil (die Wirkstoffe von Truvada). Es kann sein,

dass man bei Ihnen über mehrere Monate nach Behandlungsende Blutuntersuchungen durchführen

muss, um Ihre Leberfunktion zu kontrollieren. Bei einigen Patienten mit fortgeschrittener

Lebererkrankung oder Zirrhose wird eine Beendigung der Behandlung nicht empfohlen, da dies zu

einer Verschlechterung der Hepatitis führen kann. Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

unverzüglich alle neuen oder ungewöhnlichen Symptome mit, die Ihnen nach dem Absetzen der

Behandlung auffallen, vor allem Beschwerden, die Sie mit einer Hepatitis-B-Infektion in

Zusammenhang bringen.

Welche Nebenwirkungen kann Truvada haben?

Während einer HIV Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutfett- und

Blutzuckerwerte auftreten. Dies hängt teilweise mit dem verbesserten Gesundheitszustand und dem

Lebensstil zusammen; bei den Blutfetten manchmal mit den HIV Arzneimitteln selbst. Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin wird Sie auf diese Veränderungen hin untersuchen.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Truvada auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen. Darüber hinaus können

Labortests verringerte Phosphatwerte und/oder erhöhte Kreatinkinase-Werte im Blut ergeben.

Erhöhte Kreatinkinase-Werte können mit Muskelschmerzen und -schwäche assoziiert sein.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Allergische Reaktionen, Schlafstörungen, ungewöhnliche Träume, Blähungen, Verdauungsprobleme,

die zu Unwohlsein nach Mahlzeiten führen, Bauchschmerzen, Hautausschläge (einschliesslich roter

Punkte oder Flecken, manchmal mit Bildung von Blasen und Schwellung der Haut), die allergische

Reaktionen sein können, Juckreiz, Veränderungen der Hautfarbe einschliesslich dunkler Flecken,

Schmerzen, Schwächegefühl, Probleme mit Leber und Bauchspeicheldrüse.

Labortests können auch folgende Befunde ergeben:

niedrige Anzahl weisser Blutkörperchen (kann Sie für Infektionen anfällig machen), erhöhte

Triglyzerid- (Fettsäuren), Bilirubin- (Gallenfarbstoff) oder Zuckerwerte im Blut.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Anämie (Blutarmut, niedrige Anzahl roter Blutkörperchen).

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Überschuss an Milchsäure im Blut (Laktatazidose): Laktatazidose ist eine schwerwiegende

Nebenwirkung, die tödlich sein kann. Tiefes, schnelles Atmen, Benommenheit und

Allgemeinsymptome wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen können die Entwicklung einer

Laktatazidose anzeigen. Kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie glauben

eine Laktatazidose zu haben.

Schmerzen im Oberbauch aufgrund einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Veränderungen des

Urins und Rückenschmerzen, die durch Nierenprobleme, wie Nierenversagen oder Schäden an den

Zellen der Nierenkanälchen, verursacht werden.

Labortests können auch erhöhte Kreatininwerte im Blut ergeben.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Kurzatmigkeit, gelblich verfärbte Haut oder Augen, Juckreiz, Schmerzen im Oberbauch aufgrund

einer Leberentzündung, akute Schäden an den Zellen der Nierenkanälchen.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Anschwellen des Gesichts, der Lippen, der Zunge oder des Rachens, Fettleber, Nierenentzündung,

Ausscheiden grosser Urinmengen und Durstgefühl. Infolge von Schäden an den Zellen der

Nierenkanälchen können Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Muskelabbau,

Erweichung der Knochen (mit Knochenschmerzen und manchmal als Resultat Knochenbrüchen) und

Abnahme der Kalium- oder Phosphatkonzentration im Blut auftreten.

Bei Kindern, die Emtricitabin, einen der Wirkstoffe von Truvada, einnahmen, führte dies ausserdem

häufig zu einer Anämie (Blutarmut, niedrige Anzahl roter Blutkörperchen) und sehr häufig zu einer

Änderung der Hautfarbe einschliesslich dunkler Flecken. Wenn die Bildung roter Blutkörperchen

verringert ist, kann ein Kind Symptome wie Müdigkeit oder Atemnot haben.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eine dieser Nebenwirkungen an sich

bemerken.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre

Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Die Flasche fest verschlossen halten.

Die Flasche ist mit einem kindergesicherten Verschluss versehen und enthält ein Trocknungsmittel.

Bringen Sie nicht mehr benötigte Arzneimittel zur Entsorgung in Ihre Apotheke zurück.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Truvada enthalten?

1 Filmtablette enthält:

Wirkstoffe

200 mg Emtricitabin und 245 mg Tenofovirdisoproxil (als Fumarat).

Hilfsstoffe

Tablettenkern: Croscarmellose-Natrium, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (E572),

mikrokristalline Cellulose (E460), vorverkleisterte Stärke (glutenfrei).

Tablettenfilm: Triacetin (E1518), Hypromellose (E464), Indigocarmin-Aluminiumsalz (E132),

Lactose-Monohydrat, Titandioxid (E171).

Zulassungsnummer

57316 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Truvada? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Packungen zu 1x 30 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Gilead Sciences Switzerland Sàrl, Steinhausen

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Truvada®

Gilead Sciences Switzerland Sàrl

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil (als Tenofovirdisoproxilfumarat).

Hilfsstoffe: Laktose-Monohydrat, Color.: Indigocarmin (E132), Excip. pro compresso obducto.

Eine Filmtablette Truvada enthält 96 mg Laktose-Monohydrat.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 200 mg Emtricitabin und 245 mg Tenofovirdisoproxil (entsprechend 300 mg

Tenofovirdisoproxilfumarat).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Truvada ist indiziert in Kombination mit einem nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-

Inhibitor (NNRTI) oder einem Proteaseinhibitor für die Behandlung von antiretroviral naiven HIV-1-

infizierten Erwachsenen über 18 Jahren. Es gibt keine Daten mit Truvada bei therapieerfahrenen

Patienten.

Truvada soll nicht Bestandteil einer Dreifach-Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NRTI)-

Kombination sein. Für weitere nicht empfohlene antiretrovirale Arzneimittelkombinationen: siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen».

Dosierung/Anwendung

Die Therapie soll nur durch einen Arzt bzw. eine Ärztin eingeleitet werden, der bzw. die in der

Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist.

Bei Patienten mit Schluckbeschwerden kann Truvada in ca. 100 ml Wasser, Orangensaft oder

Traubensaft aufgelöst werden.

Erwachsene

Die empfohlene Dosis von Truvada beträgt eine Filmtablette einmal täglich.

Truvada muss mit einer Mahlzeit eingenommen werden, weil Tenofovirdisoproxilfumarat bei

Einnahme mit einer leichten oder stark fetthaltigen Mahlzeit eine bis zu 35% höhere

Bioverfügbarkeit im Vergleich zur Nüchterneinnahme hat (siehe «Pharmakokinetik»).

Falls die Therapie mit einem der Wirkstoffe von Truvada abgesetzt werden soll oder falls eine

Dosisanpassung notwendig ist, stehen Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat auch als

Monopräparate zur Verfügung. Beachten Sie in diesem Fall die Fachinformationen dieser

Arzneimittel.

Kinder und Jugendliche

Truvada wird für die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren nicht empfohlen, da Daten zur

Sicherheit und Wirksamkeit fehlen.

Ältere Patienten

Es liegen keine Daten vor, die eine Dosisempfehlung für Patienten über 65 Jahren erlauben. Da bei

Patienten über 65 Jahren häufig Nierenfunktionsstörungen vorliegen, sollte Truvada bei dieser

Patientengruppe nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Nierenfunktionsstörung

Emtricitabin und Tenofovir werden über die Nieren eliminiert, und die Exposition gegenüber

Emtricitabin und Tenofovir steigt bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen.

Es liegen limitierte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Truvada bei Patienten mit

mittelschwerer und schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <50 ml/min) vor. Daten

zum Langzeit-Sicherheitsprofil bei leichter Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 50-

80 ml/min) wurden nicht evaluiert. Truvada sollte deshalb bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung

nur eingesetzt werden, wenn der potenzielle Nutzen der Behandlung das potenzielle Risiko

überwiegt. Es wird empfohlen, das Dosisintervall bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance 30-

49 ml/min anzupassen.

Leichte Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 50-80 ml/min): Limitierte Daten aus klinischen

Studien unterstützen die einmal tägliche Dosierung von Truvada bei Patienten mit leichter

Nierenfunktionsstörung (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», Patienten mit einer

Nierenfunktionsstörung).

Mittelschwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30-49 ml/min): Es wird empfohlen,

Truvada alle 48 Stunden anzuwenden. Diese Empfehlung basiert auf der Modellierung von

pharmakokinetischen Daten nach Einmalgabe von Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat bei

nicht-HIV-infizierten Probanden mit unterschiedlich ausgeprägten Nierenfunktionsstörungen, wurde

aber nicht durch Daten aus klinischen Studien bestätigt. Deshalb sollten bei diesen Patienten das

klinische Ansprechen auf die Behandlung sowie die Nierenfunktion engmaschig überwacht werden

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) und dialysepflichtige Patienten:

Eine geeignete Dosisanpassung ist aufgrund fehlender alternativer Tablettenstärken nicht möglich.

Deshalb ist die Anwendung bei diesen Patienten kontraindiziert.

Leberfunktionsstörung

Die Sicherheit von Truvada bei Patienten mit Leberinsuffizienz wurde nicht belegt. Die Anwendung

von Truvada bei Patienten mit Leberinsuffizienz wird deshalb nicht empfohlen (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Wenn Truvada bei Patienten, die mit HIV und HBV koinfiziert sind, abgesetzt wird, sollten diese

Patienten engmaschig auf Anzeichen einer Exazerbation der Hepatitis hin überwacht werden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe.

·Schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min).

·Dialysepflichtige Patienten.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemein

Truvada wurde bei Patienten über 65 Jahren nicht untersucht. Da ältere Patienten mit einer grösseren

Wahrscheinlichkeit eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, ist bei der Behandlung dieser

Patientengruppe besondere Vorsicht geboten.

Truvada enthält Laktose-Monohydrat. Daher sollten Patienten mit der seltenen hereditären

Galaktose-Intoleranz, Lapp-Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption dieses

Arzneimittel nicht anwenden.

Gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln

·Truvada darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die Emtricitabin

und/oder Tenofovirdisoproxil enthalten.

·Truvada darf nicht gleichzeitig mit Adefovirdipivoxil oder mit Arzneimitteln, die

Tenofoviralafenamid enthalten, angewendet werden (siehe «Interaktionen»).

·Aufgrund der Ähnlichkeit mit Emtricitabin darf Truvada nicht gleichzeitig mit anderen Cytidin-

Analoga wie Lamivudin angewendet werden (siehe «Interaktionen»).

·Die gleichzeitige Anwendung von Truvada und Didanosin wird nicht empfohlen. Die gleichzeitige

Anwendung von Tenofovirdisoproxilfumarat und Didanosin führt zu einem Anstieg der

systemischen Exposition von Didanosin um 40-60%, wodurch das Risiko für Didanosin-bedingte

Nebenwirkungen erhöht sein könnte (siehe «Interaktionen»). Seltene Fälle von Pankreatitis und

Laktatazidose, mitunter tödlich, wurden berichtet. Die gleichzeitige Anwendung von

Tenofovirdisoproxilfumarat und Didanosin 400 mg täglich war mit einer signifikanten Abnahme der

CD4-Zellzahl assoziiert, möglicherweise durch eine intrazelluläre Interaktion verursacht, die zu

einem Anstieg an phosphoryliertem (d.h. aktivem) Didanosin führte. Bei einer auf 250 mg

verringerten Dosis von Didanosin, gleichzeitig mit Tenofovirdisoproxilfumarat zur Behandlung der

HIV-1-Infektion angewendet, wurde bei verschiedenen untersuchten Kombinationen eine hohe Rate

an virologischem Versagen berichtet (siehe auch Abschnitt «Dreifache NRTI- bzw. NNRTI-

Therapie»).

Dreifache NRTI- bzw. NNRTI-Therapie

Bei Kombinationen von Tenofovirdisoproxilfumarat mit Lamivudin und Abacavir, mit Lamivudin

und Didanosin, mit Didanosin und Efavirenz sowie mit Lamivudin und Nevirapin in einer einmal

täglichen Dosierung wurde bei HIV-Patienten über eine hohe Rate an frühem virologischem

Versagen und früher Resistenzentwicklung berichtet. Es gibt eine enge strukturelle Ähnlichkeit

zwischen Lamivudin und Emtricitabin und Ähnlichkeiten in der Pharmakokinetik und

Pharmakodynamik der beiden Wirkstoffe. Diese Kombinationen, sowie Dreifach-NRTI-

Kombinationen allgemein, welche Emtricitabin und/oder Tenofovirdisoproxil enthalten, werden

deshalb nicht empfohlen.

Generalisierte motorische Schwäche

Eine generalisierte motorische Schwäche wurde sehr selten bei Patienten beobachtet, die eine

antiretrovirale Kombinationstherapie (ART) mit Nukleosid-Analoga erhielten. Viele der Fälle, aber

nicht alle, traten im Rahmen einer Laktatazidose auf. Diese motorische Schwäche kann klinisch ein

Guillain-Barré-Syndrom inklusive Atemlähmung imitieren. Die Symptome können nach Beendigung

der Therapie gegebenenfalls weiter bestehen bzw. sich weiter verschlechtern (siehe auch

«Unerwünschte Wirkungen»).

Exposition in utero: mitochondriale Dysfunktion

Nukleos(t)id-Analoga können die mitochondriale Funktion in unterschiedlichem Ausmass

beeinträchtigen. Dies ist unter Stavudin, Didanosin und Zidovudin am stärksten ausgeprägt. Es liegen

Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern vor, die in utero

und/oder postnatal gegenüber Nukleosid-Analoga exponiert waren. Diese Berichte betrafen

überwiegend Behandlungen mit Zidovudin-haltigen Therapien. Die hauptsächlich berichteten

Nebenwirkungen waren hämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und

Stoffwechselstörungen (Hyperlaktatämie, erhöhte Serum-Lipase-Werte). Diese Ereignisse waren

meistens vorübergehend. Selten wurde über spät auftretende neurologische Störungen (Hypertonus,

Konvulsionen, Verhaltensänderungen) berichtet. Ob solche neurologischen Störungen

vorübergehend oder bleibend sind, ist derzeit nicht bekannt. Diese Erkenntnisse sollten bei jedem

Kind, das in utero gegenüber Nukleos(t)id-Analoga exponiert war und schwere klinische,

insbesondere neurologische Befunde unbekannter Ätiologie aufweist, berücksichtigt werden. Jedes

Kind, das in utero gegenüber Nukleos(t)id-Analoga exponiert war, auch HIV-negative Kinder, soll

klinisch und anhand von Laborparametern nachuntersucht werden und soll im Falle von relevanten

Anzeichen oder Symptomen vollständig auf mögliche mitochondriale Funktionsstörungen hin

untersucht werden. Diese Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf die derzeitigen nationalen

Empfehlungen zur Anwendung der antiretroviralen Therapie bei schwangeren Frauen zur Prävention

einer vertikalen HIV-Transmission.

Gewicht und metabolische Parameter:

Während einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der

Blutlipid- und Blutglukosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit dem

verbesserten Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein

Einfluss der Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme

keinen klaren Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt. Für die

Überwachung der Blutlipid- und Blutglukosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapierichtlinien

verwiesen. Die Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen.

Nierenfunktion

Emtricitabin und Tenofovir werden primär über die Nieren eliminiert. Bei der Anwendung von

Tenofovirdisoproxilfumarat im klinischen Alltag wurden akutes Nierenversagen, Tubulusnekrose,

Niereninsuffizienz, erhöhtes Kreatinin, Hypophosphatämie, Proteinurie sowie proximale renale

Tubulopathie (einschliesslich Fanconi-Syndrom) beobachtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Es wird empfohlen, die Kreatinin-Clearance bei allen Patienten vor Beginn der Therapie mit Truvada

zu berechnen sowie die Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance und Serumphosphat) bei Patienten ohne

Risikofaktoren für eine Nierenfunktionsstörung nach 2 bis 4 Behandlungswochen, nach

3 Behandlungsmonaten und danach alle 3 bis 6 Monate zu überwachen.

Bei Patienten mit einem Risiko für eine Nierenfunktionsstörung ist eine häufigere Überwachung der

Nierenfunktion erforderlich.

Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <80 ml/min), einschliesslich

dialysepflichtiger Patienten: Das renale Sicherheitsprofil von Truvada wurde nur in sehr limitiertem

Umfang bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung untersucht (Kreatinin-Clearance <80 ml/min). Es

wird empfohlen, das Dosisintervall bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und

49 ml/min anzupassen (siehe «Dosierung/Anwendung»). Limitierte Daten aus klinischen Studien

zeigen, dass die verlängerten Dosisintervalle möglicherweise nicht optimal sind und zu einer

erhöhten Toxizität und ungenügender Wirksamkeit führen könnten. Darüber hinaus zeigte sich in

einer kleinen klinischen Studie bei einer Untergruppe von Patienten mit Kreatinin-Clearance-Werten

zwischen 50 und 60 ml/min, welche alle 24 Stunden Tenofovirdisoproxilfumarat in Kombination mit

Emtricitabin erhielten, dass die Exposition gegenüber Tenofovir 2-4 mal höher war und dass sich die

Nierenfunktion verschlechterte (siehe «Pharmakokinetik»). Deshalb ist es nötig, eine sorgfältige

Nutzen-Risikobewertung durchzuführen und die Nierenfunktion engmaschig zu überwachen, wenn

Truvada bei Patienten mit Kreatinin-Clearance-Werten <60 ml/min angewendet wird. Ausserdem

sollte bei Patienten, die Truvada in verlängerten Dosisintervallen erhalten, das klinische Ansprechen

auf die Behandlung engmaschig überwacht werden. Die Einnahme von Truvada ist bei Patienten mit

einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) und bei dialysepflichtigen

Patienten kontraindiziert, weil die erforderliche Dosisreduktion mit der Kombinationstablette nicht

möglich ist (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»).

Bei allen Patienten mit einem Serumphosphatspiegel <1,5 mg/dl (0,48 mmol/l) oder einer auf

<50 ml/min erniedrigten Kreatinin-Clearance, die Truvada erhalten, muss die Nierenfunktion

innerhalb einer Woche erneut kontrolliert werden. Dabei sollten auch der Blutzucker, die

Kaliumkonzentration im Blut sowie die Glukosekonzentration im Urin bestimmt werden (siehe

«Proximale renale Tubulopathie» in «Unerwünschte Wirkungen»). Das Dosisintervall von Truvada

sollte entsprechend angepasst werden (siehe «Dosierung/Anwendung»). Bei Patienten, bei denen die

Kreatinin-Clearance auf <50 ml/min oder der Serumphosphatspiegel auf <1,0 mg/dl (0,32 mmol/l)

gesunken ist, sollte ausserdem eine Unterbrechung der Therapie mit Truvada erwogen werden. Für

den Fall, dass die Nierenfunktion kontinuierlich abnimmt, ohne dass ein anderer erkennbarer Grund

vorliegt, sollte ebenfalls eine Unterbrechung der Therapie mit Truvada erwogen werden.

Bei gleichzeitiger oder vor kurzem erfolgter Behandlung mit nephrotoxischen Arzneimitteln (z.B.

Aminoglykoside, Amphotericin B, Foscarnet, Ganciclovir, Pentamidin, Vancomycin, Cidofovir oder

Interleukin-2) ist die Anwendung von Truvada zu vermeiden (siehe «Interaktionen»). Wenn die

gleichzeitige Anwendung von Truvada und anderen nephrotoxischen Arzneimitteln unvermeidbar

ist, muss die Nierenfunktion wöchentlich kontrolliert werden.

Bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Nierenfunktionsstörung wurden unter der Behandlung mit

Tenofovirdisoproxilfumarat Fälle von akutem Nierenversagen nach Beginn der Anwendung von

hochdosierten oder mehreren nicht steroidalen antiinflammatorischen Arzneimitteln (NSAIDs)

berichtet. Falls Truvada gleichzeitig mit einem NSAID verabreicht wird, sollte die Nierenfunktion

angemessen kontrolliert werden.

Bei Patienten, die Tenofovirdisoproxilfumarat in Kombination mit einem mit Ritonavir oder

Cobicistat geboosterten Proteaseinhibitor erhielten, wurde ein höheres Risiko für eine

Nierenfunktionsstörung berichtet. Bei diesen Patienten ist eine engmaschige Überwachung der

Nierenfunktion erforderlich (siehe «Interaktionen»). Bei Patienten mit Risikofaktoren für eine

Nierenfunktionsstörung sollte die gleichzeitige Anwendung von Tenofovirdisoproxilfumarat mit

einem geboosterten Proteaseinhibitor sorgfältig geprüft werden.

Tenofovirdisoproxilfumarat wurde klinisch nicht untersucht bei Patienten, die Arzneimittel erhielten,

die über denselben renalen Stoffwechselweg, einschliesslich der Transportproteine human organic

anion transporter (hOAT 1, 3 oder MRP 4), ausgeschieden werden (z.B. Cidofovir, ein bekanntes

nephrotoxisches Arzneimittel). Diese renalen Transportproteine könnten für die tubuläre Sekretion

und teilweise für die renale Elimination von Tenofovir und Cidofovir verantwortlich sein. Daher

könnte sich die Pharmakokinetik dieser über denselben renalen Stoffwechselweg, einschliesslich der

Transportproteine hOAT 1, 3 oder MRP 4 ausgeschiedenen Arzneimittel bei gleichzeitiger

Verabreichung ändern. Die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel wird nicht empfohlen, es

sei denn, sie ist unbedingt notwendig. In diesem Fall muss die Nierenfunktion wöchentlich

kontrolliert werden.

Lebererkrankung

Die Sicherheit von Truvada bei Patienten mit Leberinsuffizienz wurde nicht belegt. Die Anwendung

von Truvada bei Patienten mit Leberinsuffizienz wird deshalb nicht empfohlen (siehe

«Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»).

Patienten mit vorbestehenden Leberfunktionsstörungen, einschliesslich chronisch aktiver Hepatitis,

weisen während einer ART häufiger Anomalien der Leberfunktion auf und müssen entsprechend

überwacht werden. Bei Anzeichen einer Verschlechterung der Lebererkrankung muss eine

Unterbrechung oder ein Absetzen der Therapie erwogen werden (siehe «Unerwünschte

Wirkungen»).

HIV-infizierte Patienten mit Hepatitis-B-(HBV)- oder Hepatitis-C-(HCV)-Koinfektion

Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C, die eine ART erhalten, weisen ein erhöhtes Risiko für

das Auftreten schwerwiegender, möglicherweise letaler hepatischer Nebenwirkungen auf.

Für eine optimale Behandlung der HIV-Infektion bei Patienten mit HBV-Koinfektion sollten die

aktuellen HIV-Therapierichtlinien beachtet werden.

Beachten Sie bei einer gleichzeitigen antiviralen Therapie einer Hepatitis B oder C auch die

jeweilige Fachinformation dieser Arzneimittel.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Truvada bei der Therapie der chronischen HBV-Infektion

wurde nicht untersucht. In pharmakodynamischen Studien zeigten Emtricitabin und Tenofovir

einzeln und in Kombination eine Aktivität gegen HBV (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Limitierte klinische Erfahrungen deuten darauf hin, dass Emtricitabin und

Tenofovirdisoproxilfumarat eine Aktivität gegen HBV aufweisen, wenn sie im Rahmen einer ART

zur Kontrolle der HIV-Infektion angewendet werden. Das Absetzen der Therapie mit Truvada bei

Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-Koinfektion kann mit schweren akuten

Exazerbationen der Hepatitis assoziiert sein. Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-

Koinfektion, die Truvada absetzen, müssen auch noch mehrere Monate nach Beendigung der

Behandlung engmaschig klinisch und durch Labortests überwacht werden. Eine erneute Hepatitis-B-

Therapie kann erforderlich sein. Bei Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung oder Zirrhose

wird ein Absetzen der Behandlung nicht empfohlen, da eine Exazerbation der Hepatitis nach

Behandlungsende zu einer Leberdekompensation führen kann.

Verabreichung mit bestimmten Hepatitis-C-Virostatika

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Tenofovirdisoproxilfumarat mit Ledipasvir/Sofosbuvir

oder Sofosbuvir/Velpatasvir erhöhten sich nachweislich die Plasmakonzentrationen von Tenofovir,

vor allem bei einer gleichzeitigen HIV-Therapie, die Tenofovirdisoproxilfumarat und einen

pharmakokinetischen Booster (Ritonavir oder Cobicistat) enthielt. Die Sicherheit von

Tenofovirdisoproxilfumarat bei Verabreichung von Ledipasvir/Sofosbuvir oder

Sofosbuvir/Velpatasvir und einem pharmakokinetischen Booster wurde nicht belegt. Die

potenziellen Risiken und Vorteile einer gleichzeitigen Verabreichung von Ledipasvir/Sofosbuvir

oder Sofosbuvir/Velpatasvir und Tenofovirdisoproxilfumarat in Verbindung mit einem geboosterten

HIV-Proteaseinhibitor (z.B. Atazanavir oder Darunavir) sollten abgewogen werden, vor allem bei

Patienten mit erhöhtem Risiko für Nierenfunktionsstörungen. Patienten, die Ledipasvir/Sofosbuvir

oder Sofosbuvir/Velpatasvir zusammen mit Tenofovirdisoproxilfumarat und einem geboosterten

HIV-Proteaseinhibitor erhalten, sollten auf mit Tenofovirdisoproxilfumarat assoziierte unerwünschte

Wirkungen überwacht werden.

K65R-Mutationen

Truvada soll nicht bei antiretroviral vorbehandelten HIV-1-infizierten Patienten mit nachgewiesener

K65R-Mutation angewendet werden, weil die K65R-Mutation zum vollständigen Wirkungsverlust

von Tenofovir führt (siehe «Pharmakodynamik»).

HIV-Übertragung

Obwohl es sich gezeigt hat, dass die erfolgreiche Virussuppression durch eine antiretrovirale

Therapie das Risiko einer sexuellen Übertragung erheblich reduziert, kann ein Restrisiko nicht

ausgeschlossen werden. Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung der Übertragung sollten gemäss

nationaler Richtlinien getroffen werden.

Opportunistische Infektionen

Patienten, die Truvada oder eine andere antiretrovirale Therapie erhalten, können weiterhin

opportunistische Infektionen und sonstige Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln. Deshalb

ist weiterhin eine kontinuierliche engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte, die in der

Behandlung von Patienten mit HIV-assoziierten Erkrankungen erfahren sind, erforderlich.

Immun-Reaktivierungs-Syndrom

Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung

einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische

Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Zuständen oder zur Verschlechterung von

Symptomen führt. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder

Monate nach Beginn der ART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind unter anderem CMV-

Retinitis, disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumonie verursacht

durch Pneumocystis jirovecii. Jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig ist eine

Behandlung einzuleiten.

Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow) vor, die im

Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr

variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten.

Osteonekrose

Obwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von

Kortikosteroiden, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), wurden

Fälle von Osteonekrose insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder

Langzeitanwendung einer ART berichtet. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, bei Auftreten von

Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arzt

bzw. die Ärztin aufzusuchen.

Knochen-Effekte

In einer kontrollierten klinischen Studie über 144 Wochen, die Tenofovirdisoproxilfumarat mit

Stavudin jeweils in Kombination mit Lamivudin und Efavirenz bei antiretroviral naiven Patienten

verglich, wurde in beiden Behandlungsgruppen eine leichte Abnahme der Knochenmineraldichte der

Hüfte und Wirbelsäule beobachtet. Die Reduktion der Knochenmineraldichte in der Wirbelsäule und

die Veränderungen der Knochen-Biomarker gegenüber dem Ausgangswert waren nach 144 Wochen

in der mit Tenofovirdisoproxilfumarat behandelten Patientengruppe signifikant grösser. Die

Abnahme der Knochenmineraldichte der Hüfte war in dieser Gruppe bis zur Woche 96 signifikant

grösser. Es bestand allerdings kein erhöhtes Fraktur-Risiko und kein Anzeichen auf klinisch

relevante Knochenanomalien in Woche 144.

Knochenanomalien (selten als Mitursache bei Frakturen) können mit einer proximalen renalen

Tubulopathie assoziiert sein (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Bei Verdacht auf

Knochenanomalien sollte ein Spezialist konsultiert werden.

Interaktionen

Da Truvada Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat enthält, können alle Interaktionen, die für

die einzelnen Wirkstoffe ermittelt wurden, auch unter Truvada auftreten. Interaktionsstudien wurden

nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Das pharmakokinetische Profil von Emtricitabin und Tenofovir im Steady-State wurde nicht davon

beeinflusst, ob Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat gleichzeitig angewendet wurden oder

jedes der Arzneimittel alleine angewendet wurde.

In-vitro-Studien und klinische, pharmakokinetische Interaktionsstudien haben gezeigt, dass das

Risiko CYP450-vermittelter Interaktionen zwischen Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat

und anderen Arzneimitteln gering ist (siehe auch «Pharmakokinetik»).

Die gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen:

(siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Truvada darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die Emtricitabin oder

Tenofovirdisoproxil enthalten.

Truvada darf nicht gleichzeitig mit Adefovirdipivoxil oder mit Arzneimitteln, die

Tenofoviralafenamid enthalten, angewendet werden.

Aufgrund der Ähnlichkeit mit Emtricitabin darf Truvada nicht gleichzeitig mit anderen Cytidin-

Analoga wie Lamivudin angewendet werden.

Didanosin: Die gleichzeitige Anwendung von Truvada und Didanosin wird nicht empfohlen (siehe

Tabelle 1).

Renal ausgeschiedene Arzneimittel: Da Emtricitabin und Tenofovir primär über die Nieren eliminiert

werden, kann die gleichzeitige Anwendung von Truvada und Arzneimitteln, die die Nierenfunktion

beeinträchtigen oder um die aktive tubuläre Sekretion konkurrieren (z.B. Cidofovir), die

Serumkonzentration von Emtricitabin, Tenofovir und/oder dem gleichzeitig angewendeten

Arzneimittel erhöhen. Auch die gleichzeitige Behandlung mit ACE-Hemmern und NSAIDs muss mit

Vorsicht erfolgen.

Bei gleichzeitiger oder vor kurzem erfolgter Behandlung mit nephrotoxischen Arzneimitteln, wie

z.B. aber nicht ausschliesslich Aminoglykosiden, Amphotericin B, Foscarnet, Ganciclovir,

Pentamidin, Vancomycin, Cidofovir oder Interleukin-2 ist die Anwendung von Truvada zu

vermeiden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Weitere Interaktionen:

Interaktionen zwischen Truvada oder den einzelnen Wirkstoffen von Truvada und anderen

Arzneimitteln sind in der nachstehenden Tabelle 1 aufgeführt, wobei «↑» einen Anstieg bedeutet,

«↓» eine Abnahme, «↔» keine Veränderung, «b.i.d.» zweimal täglich und «q.d.» einmal täglich.

Wenn verfügbar, sind die 90%-Konfidenzintervalle in Klammern angegeben.

Tabelle 1: Interaktionen zwischen Truvada oder den einzelnen Wirkstoffen von Truvada und anderen

Arzneimitteln

Arzneimittel nach

therapeutischem Gebiet

Auswirkungen auf die

Wirkstoffkonzentration

Mittlere prozentuale

Veränderung der AUC, Cmax,

Cmin mit 90%-

Empfehlung zur gleichzeitigen

Anwendung mit Truvada

(Emtricitabin 200 mg,

Tenofovirdisoproxilfumarat 300 mg)

Konfidenzintervall, sofern

verfügbar

(Mechanismus)

ANTIINFEKTIVA

Antiretrovirale Arzneimittel

Proteaseinhibitoren

Atazanavir/Ritonavir/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(300 mg q.d./100 mg

q.d./300 mg q.d.)

Atazanavir:

AUC: ↓ 25% (↓ 42 bis ↓ 3)

Cmax: ↓ 28% (↓ 50 bis ↑ 5)

Cmin: ↓ 26% (↓ 46 bis ↑ 10)

Tenofovir:

AUC: ↑ 37%

Cmax: ↑ 34%

Cmin: ↑ 29%

Eine Dosisanpassung wird nicht

empfohlen. Höhere Tenofovir-

Konzentrationen könnten

Tenofovirdisopoxilfumarat-assoziierte

unerwünschte Ereignisse, darunter

Nierenfunktionsstörungen, verstärken.

Die Nierenfunktion sollte engmaschig

überwacht werden (siehe

«Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Atazanavir/Ritonavir/Emtri

citabin

Interaktionen wurden nicht

untersucht.

Darunavir/Ritonavir/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(300 mg q.d./100 mg

q.d./300 mg q.d.)

Darunavir:

AUC: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↑ 22%

Cmin: ↑ 37%

Eine Dosisanpassung wird nicht

empfohlen. Höhere Tenofovir-

Konzentrationen könnten

Tenofovirdisopoxilfumarat-assoziierte

unerwünschte Ereignisse, darunter

Nierenfunktionsstörungen, verstärken.

Die Nierenfunktion sollte engmaschig

überwacht werden (siehe

«Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Darunavir/Ritonavir/Emtric

itabin

Interaktionen wurden nicht

untersucht.

Lopinavir/Ritonavir/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(400 mg b.i.d./100 mg

b.i.d./300 mg q.d.)

Lopinavir/Ritonavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Eine Dosisanpassung wird nicht

empfohlen. Höhere Tenofovir-

Konzentrationen könnten

Tenofovirdisopoxilfumarat-assoziierte

unerwünschte Ereignisse, darunter

Nierenfunktionsstörungen, verstärken.

Die Nierenfunktion sollte engmaschig

überwacht werden (siehe

Tenofovir:

AUC: ↑ 32% (↑ 25 bis ↑ 38)

Cmax: ↔

Cmin: ↑ 51% (↑ 37 bis ↑ 66)

«Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Lopinavir/Ritonavir/Emtric

itabin

Interaktionen wurden nicht

untersucht.

NRTIs

Didanosin/Tenofovirdisopr

oxilfumarat

Die gleichzeitige Anwendung

Tenofovirdisoproxilfumarat

und Didanosin führt zu einem

Anstieg der systemischen

Exposition gegenüber

Didanosin um 40-60%,

wodurch das Risiko für

Didanosin-bedingte

unerwünschte Wirkungen

erhöht sein könnte. Selten

wurde über Pankreatitis und

Laktatazidose, mitunter

tödlich, berichtet. Die

gleichzeitige Anwendung von

Tenofovirdisoproxilfumarat

und Didanosin 400 mg täglich

war mit einer signifikanten

Abnahme der CD4-Zellzahl

assoziiert, möglicherweise

durch eine intrazelluläre

Interaktion verursacht, die zu

einem Anstieg an

phosphoryliertem (d.h.

aktivem) Didanosin führte.

Bei einer auf 250 mg

verringerten Dosis von

Didanosin, gleichzeitig mit

Tenofovirdisoproxilfumarat

angewendet, wurde bei

verschiedenen untersuchten

Kombinationen zur

Behandlung der HIV-1-

Infektion eine hohe Rate an

virologischem Versagen

berichtet.

Die gleichzeitige Anwendung von

Truvada und Didanosin wird nicht

empfohlen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Didanosin/Emtricitabin

Interaktionen wurden nicht

untersucht.

ANTIINFEKTIVA

Antivirale Arzneimittel gegen HCV

Ledipasvir/Sofosbuvir

(90 mg/400 mg q.d.) +

Atazanavir/Ritonavir

(300 mg q.d./100 mg q.d.)

Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(200 mg/300 mg q.d.)1

Ledipasvir:

AUC: ↑ 96% (↑ 74 bis ↑ 121)

Cmax: ↑ 68% (↑ 54 bis ↑ 84)

Cmin: ↑ 118% (↑ 91 bis

↑ 150)

Sofosbuvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↑ 42% (↑ 34 bis ↑ 49)

Atazanavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↑ 63% (↑ 45 bis ↑ 84)

Ritonavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↑ 45% (↑ 27 bis ↑ 64)

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↔

Cmax: ↑ 47% (↑ 37 bis ↑ 58)

Erhöhte Plasmakonzentrationen

von Tenofovir, bedingt durch eine

gleichzeitige Verabreichung von

Tenofovirdisoproxilfumarat,

Ledipasvir/Sofosbuvir und

Atazanavir/Ritonavir können verstärkt

zu mit Tenofovirdisoproxilfumarat

assoziierten unerwünschten Wirkungen

führen, einschliesslich

Nierenfunktionsstörungen. Die

Sicherheit von

Tenofovirdisoproxilfumarat bei

Verabreichung mit

Ledipasvir/Sofosbuvir und einem

pharmakokinetischen Booster (z.B.

Ritonavir oder Cobicistat) wurde nicht

ausreichend untersucht.

Wenn keine Alternativen zur Verfügung

stehen, sollte diese Kombination mit

Vorsicht und unter engmaschiger

Überwachung der Nierenfunktion

angewendet werden (siehe

«Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Cmin: ↑ 47% (↑ 38 bis ↑ 57)

Ledipasvir/Sofosbuvir

(90 mg/400 mg q.d.) +

Darunavir/Ritonavir

(800 mg q.d./100 mg q.d.)

Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(200 mg/300 mg q.d.)1

Ledipasvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Sofosbuvir:

AUC: ↓ 27% (↓ 35 bis ↓ 18)

Cmax: ↓ 37% (↓ 48 bis ↓ 25)

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Darunavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Ritonavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↑ 48% (↑ 34 bis ↑ 63)

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↑ 50% (↑ 42 bis ↑ 59)

Cmax: ↑ 64% (↑ 54 bis ↑ 74)

Erhöhte Plasmakonzentrationen

von Tenofovir, bedingt durch eine

gleichzeitige Verabreichung von

Tenofovirdisoproxilfumarat,

Ledipasvir/Sofosbuvir und

Darunavir/Ritonavir können verstärkt zu

mit Tenofovirdisoproxilfumarat

assoziierten unerwünschten Wirkungen

führen, einschliesslich

Nierenfunktionsstörungen. Die

Sicherheit von

Tenofovirdisoproxilfumarat bei

Verabreichung mit

Ledipasvir/Sofosbuvir und einem

pharmakokinetischen Booster (z.B.

Ritonavir oder Cobicistat) wurde nicht

ausreichend untersucht.

Wenn keine Alternativen zur Verfügung

stehen, sollte diese Kombination mit

Vorsicht und unter engmaschiger

Überwachung der Nierenfunktion

angewendet werden (siehe

«Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Cmin: ↑ 59% (↑ 49 bis ↑ 70)

Ledipasvir/Sofosbuvir

(90 mg/400 mg q.d.) +

Efavirenz/Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(600 mg/200 mg/300 mg

q.d.)

Ledipasvir:

AUC: ↓ 34% (↓ 41 bis ↓ 25)

Cmax: ↓ 34% (↓ 41 bis ↑ 25)

Cmin: ↓ 34% (↓ 43 bis ↑ 24)

Sofosbuvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Efavirenz:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↑ 98% (↑ 77 bis ↑ 123)

Cmax: ↑ 79% (↑ 56 bis ↑ 104)

Cmin: ↑ 163% (↑ 137 bis

↑ 197)

Eine Dosisanpassung wird nicht

empfohlen. Höhere Tenofovir-

Konzentrationen könnten

Tenofovirdisoproxilfumarat-assoziierte

unerwünschte Wirkungen, darunter

Nierenfunktionsstörungen, verstärken.

Die Nierenfunktion sollte engmaschig

überwacht werden (siehe

«Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Ledipasvir/Sofosbuvir

(90 mg/400 mg q.d.) +

Emtricitabin/Rilpivirin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

Ledipasvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Eine Dosisanpassung wird nicht

empfohlen. Höhere Tenofovir-

Konzentrationen könnten

Tenofovirdisoproxilfumarat-assoziierte

unerwünschte Wirkungen, darunter

Nierenfunktionsstörungen, verstärken.

(200 mg/25 mg/300 mg

q.d.)

Cmin: ↔

Sofosbuvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Rilpivirin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↑ 40% (↑ 31 bis ↑ 50)

Cmax: ↔

Cmin: ↑ 91% (↑ 74 bis ↑ 110)

Die Nierenfunktion sollte engmaschig

überwacht werden (siehe

«Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Ledipasvir/Sofosbuvir

(90 mg/400 mg q.d.) +

Dolutegravir (50 mg q.d.) +

Emtricitabin/Tenofovirdiso

proxilfumarat

(200 mg/300 mg q.d.)

Sofosbuvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

GS-3310072

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Eine Dosisanpassung wird nicht

empfohlen. Höhere Tenofovir-

Konzentrationen könnten

Tenofovirdisoproxilfumarat-assoziierte

unerwünschte Wirkungen, darunter

Nierenfunktionsstörungen, verstärken.

Die Nierenfunktion sollte engmaschig

überwacht werden (siehe

«Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Ledipasvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Dolutegravir

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↑ 65% (↑ 59 bis ↑ 71)

Cmax: ↑ 61% (↑ 51 bis ↑ 72)

Cmin: ↑ 115% (↑ 105 bis

↑ 126)

Sofosbuvir/Velpatasvir

(400 mg/100 mg q.d.) +

Atazanavir/Ritonavir

(300 mg q.d./100 mg q.d.)

Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(200 mg/300 mg q.d.)

Sofosbuvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↑ 42% (↑ 37 bis ↑ 49)

Velpatasvir:

AUC: ↑ 142% (↑ 123 bis

↑ 164)

Cmax: ↑ 55% (↑ 41 bis ↑ 71)

Cmin: ↑ 301% (↑ 257 bis

Erhöhte Plasmakonzentrationen

von Tenofovir, bedingt durch eine

gleichzeitige Verabreichung von

Tenofovirdisoproxilfumarat,

Sofosbuvir/Velpatasvir und

Atazanavir/Ritonavir können verstärkt

zu mit Tenofovirdisoproxilfumarat

assoziierten unerwünschten Wirkungen

führen, einschliesslich

Nierenfunktionsstörungen. Die

Sicherheit von

Tenofovirdisoproxilfumarat bei

Verabreichung mit

Sofosbuvir/Velpatasvir und einem

pharmakokinetischen Booster (z.B.

Ritonavir oder Cobicistat) wurde nicht

bestätigt.

Die Kombination sollte mit Vorsicht

und unter häufiger Überwachung der

Nierenfunktion angewendet werden

(siehe «Warnhinweise und

↑ 350)

Atazanavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↑ 39% (↑ 20 bis ↑ 61)

Ritonavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↑ 29% (↑ 15 bis ↑ 44)

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↔

Cmax: ↑ 55% (↑ 43 bis ↑ 68)

Cmin: ↑ 39% (↑ 31 bis ↑ 48)

Vorsichtsmassnahmen»).

Sofosbuvir/Velpatasvir

(400 mg/100 mg q.d.) +

Darunavir/Ritonavir

(800 mg q.d./100 mg q.d.)

Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(200 mg/300 mg q.d.)

Sofosbuvir:

AUC: ↓ 28% (↓ 34 bis ↓ 20)

Cmax: ↓ 38% (↓ 46 bis ↓ 29)

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Velpatasvir:

AUC: ↔

Cmax: ↓ 24% (↓ 35 bis ↓ 11)

Cmin: ↔

Darunavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Ritonavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↑ 39% (↑ 33 bis ↑ 44)

Cmax: ↑ 55% (↑ 45 bis ↑ 66)

Cmin: ↑ 52% (↑ 45 bis ↑ 59)

Erhöhte Plasmakonzentrationen

von Tenofovir, bedingt durch eine

gleichzeitige Verabreichung von

Tenofovirdisoproxilfumarat,

Sofosbuvir/Velpatasvir und

Darunavir/Ritonavir können verstärkt zu

mit Tenofovirdisoproxilfumarat

assoziierten unerwünschten Wirkungen

führen, einschliesslich

Nierenfunktionsstörungen. Die

Sicherheit von

Tenofovirdisoproxilfumarat bei

Verabreichung mit

Sofosbuvir/Velpatasvir und einem

pharmakokinetischen Booster (z.B.

Ritonavir oder Cobicistat) wurde nicht

bestätigt.

Die Kombination sollte mit Vorsicht

und unter häufiger Überwachung der

Nierenfunktion angewendet werden

(siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Sofosbuvir/Velpatasvir

(400 mg/100 mg q.d.) +

Lopinavir/Ritonavir

(800 mg/200 mg q.d.) +

Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(200 mg/300 mg q.d.)

Sofosbuvir:

AUC: ↓ 29% (↓ 36 bis ↓ 22)

Cmax: ↓ 41% (↓ 51 bis ↓ 29)

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Velpatasvir:

AUC: ↔

Cmax: ↓ 30% (↓ 41 bis ↓ 17)

Cmin: ↑ 63% (↑ 43 bis ↑ 85)

Lopinavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Ritonavir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↔

Cmax: ↑ 42% (↑ 27 bis ↑ 57)

Cmin: ↔

Erhöhte Plasmakonzentrationen

von Tenofovir, bedingt durch eine

gleichzeitige Verabreichung von

Tenofovirdisoproxilfumarat,

Sofosbuvir/Velpatasvir und

Lopinavir/Ritonavir können verstärkt zu

mit Tenofovirdisoproxilfumarat

assoziierten unerwünschten Wirkungen

führen, einschliesslich

Nierenfunktionsstörungen. Die

Sicherheit von

Tenofovirdisoproxilfumarat bei

Verabreichung mit

Sofosbuvir/Velpatasvir und einem

pharmakokinetischen Booster (z.B.

Ritonavir oder Cobicistat) wurde nicht

bestätigt.

Die Kombination sollte mit Vorsicht

und unter häufiger Überwachung der

Nierenfunktion angewendet werden

(siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Sofosbuvir/Velpatasvir

Sofosbuvir:

Eine Dosisanpassung wird nicht

(400 mg/100 mg q.d.) +

Raltegravir

(400 mg b.i.d) +

Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(200 mg/300 mg q.d.)

AUC: ↔

Cmax: ↔

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Velpatasvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Raltegravir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↓ 21% (↓ 58 bis ↑ 48)

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↑ 40% (↑ 34 bis ↑ 45)

Cmax: ↑ 46% (↑ 39 bis ↑ 54)

Cmin: ↑ 70% (↑ 61 bis ↑ 79)

empfohlen. Höhere Tenofovir-

Konzentrationen könnten

Tenofovirdisoproxilfumarat-assoziierte

unerwünschte Wirkungen, darunter

Nierenfunktionsstörungen, verstärken.

Die Nierenfunktion sollte engmaschig

überwacht werden (siehe

«Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Sofosbuvir/Velpatasvir

(400 mg/100 mg q.d.) +

Efavirenz/Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(600 mg/200 mg/300 mg

q.d.)

Sofosbuvir:

AUC: ↔

Cmax: ↑ 38% (↑ 14 bis ↑ 67)

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Velpatasvir:

AUC: ↓ 53% (↓ 61 bis ↓ 43)

Cmax: ↓ 47% (↓ 57 bis ↓ 36)

Cmin: ↓ 57% (↓ 64 bis ↓ 48)

Efavirenz:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↑ 81% (↑ 68 to ↑ 94)

Cmax: ↑ 77% (↑ 53 to ↑ 104)

Cmin: ↑ 121% (↑ 100 to

↑ 143)

Durch die gleichzeitige Anwendung von

Sofosbuvir/Velpatasvir und Efavirenz

wird erwartet, dass die

Plasmakonzentrationen von Velpatasvir

erniedrigt werden. Eine gleichzeitige

Anwendung von Sofosbuvir/Velpatasvir

mit Efavirenz-haltigen Regimen wird

nicht empfohlen.

Sofosbuvir/Velpatasvir

(400 mg/100 mg q.d.) +

Emtricitabin/Rilpivirin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(200 mg/25 mg/300 mg

q.d.)

Sofosbuvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Velpatasvir:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Rilpivirin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↑ 40% (↑ 34 bis ↑ 46)

Cmax: ↑ 44% (↑ 33 bis ↑ 55)

Cmin: ↑ 84% (↑ 76 bis ↑ 92)

Eine Dosisanpassung wird nicht

empfohlen. Höhere Tenofovir-

Konzentrationen könnten

Tenofovirdisoproxilfumarat-assoziierte

unerwünschte Wirkungen, darunter

Nierenfunktionsstörungen, verstärken.

Die Nierenfunktion sollte engmaschig

überwacht werden (siehe

«Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Sofosbuvir

(400 mg q.d.) +

Efavirenz/Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

(600 mg/200 mg/300 mg

q.d.)

Sofosbuvir:

AUC: ↔

Cmax: ↓ 19% (↓ 40 bis ↑ 10)

GS-3310072:

AUC: ↔

Cmax: ↓ 23% (↓ 30 bis ↑ 16)

Efavirenz:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Emtricitabin:

AUC: ↔

Cmax: ↔

Cmin: ↔

Tenofovir:

AUC: ↔

Cmax: ↑ 25% (↑ 8 bis ↑ 45)

Cmin: ↔

Es ist keine Dosisanpassung

erforderlich.

1 Die Daten wurden bei gleichzeitiger Dosierung mit Ledipasvir/Sofosbuvir generiert. Zeitversetzte

Anwendung (12 Stunden Abstand) ergab ähnliche Resultate.

2 Zirkulierender Hauptmetabolit von Sofosbuvir.

Studien, die mit anderen Arzneimitteln durchgeführt wurden:

Emtricitabin: Emtricitabin hemmte in vitro keine der Stoffwechselreaktionen, die von einer der

folgenden humanen CYP450-Isoformen vermittelt werden: 1A2, 2A6, 2B6, 2C9, 2C19, 2D6 und

3A4. Emtricitabin hemmte die für die Glukuronidierung verantwortlichen Enzymsysteme nicht.

Es gibt keine klinisch signifikanten pharmakokinetischen Interaktionen bei gleichzeitiger

Anwendung von Emtricitabin mit Indinavir, Zidovudin, Stavudin oder Famciclovir. Da Nukleosid-

Analoga keinen signifikanten Einfluss auf das P450-Enzymsystem verursachen, ist keine

Dosierungsanpassung von Emtricitabin bei gleichzeitiger Anwendung mit Tipranavir notwendig.

Tenofovirdisoproxilfumarat: Die gleichzeitige Anwendung von Tipranavir, Lamivudin, Indinavir,

Efavirenz, Nelfinavir oder Saquinavir (Ritonavir-geboostert), Methadon, Ribavirin, Rifampicin,

Adefovirdipivoxil oder dem hormonellen Verhütungsmittel Norgestimat/Ethinylestradiol mit

Tenofovirdisoproxilfumarat führte zu keinen klinisch signifikanten pharmakokinetischen

Interaktionen.

Tacrolimus: Die gleichzeitige Anwendung von Tacrolimus mit Truvada führte zu keinen klinisch

signifikanten pharmakokinetischen Interaktionen.

Dreifache NRTI- bzw. NNRTI-Therapie: siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Einfluss von Nahrung: Truvada muss zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden, weil die

gleichzeitige Nahrungsaufnahme die Bioverfügbarkeit von Tenofovir erhöht (siehe

«Pharmakokinetik»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen (zwischen 300 und 1'000

Schwangerschaftsausgängen) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale

Toxizität in Verbindung mit Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat hin. Tierexperimentelle

Studien mit Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat ergaben keine Hinweise auf eine

Reproduktionstoxizität (siehe «Präklinische Daten»). Falls notwendig kann daher die Anwendung

von Truvada während der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.

Stillzeit

Es wurde gezeigt, dass Emtricitabin und Tenofovir in die Muttermilch übergehen. Es gibt nur

ungenügende Informationen darüber, ob Emtricitabin und Tenofovir Auswirkungen auf

Neugeborene/Kinder haben. Daher sollte während der Anwendung von Truvada nicht gestillt

werden.

HIV-infizierte Frauen sollen generell nicht stillen, um eine HIV-Übertragung auf ihren Säugling zu

vermeiden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Wirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt. Die Patienten sollten jedoch informiert werden, dass sowohl im

Zusammenhang mit Emtricitabin als auch mit Tenofovirdisoproxilfumarat über Schwindelgefühle

berichtet wurde.

Unerwünschte Wirkungen

In einer offenen, randomisierten klinischen Studie (GS-01-934; siehe «Eigenschaften/Wirkungen»)

erhielten antiretroviral naive Patienten Emtricitabin, Tenofovirdisoproxilfumarat und Efavirenz über

144 Wochen (ab Woche 96 Anwendung der Fixkombination Truvada plus Efavirenz). Das

Sicherheitsprofil von Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat stimmte mit früheren

Erfahrungen mit den beiden Wirkstoffen überein, wenn diese jeweils mit anderen antiretroviralen

Wirkstoffen angewendet wurden. Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen, die

möglicherweise oder wahrscheinlich mit Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat in

Zusammenhang stehen, waren Übelkeit (12%) und Diarrhö (7%).

Die Nebenwirkungen, die zumindest möglicherweise mit der Behandlung mit den Wirkstoffen von

Truvada in Zusammenhang stehen, sind nach Organklassen und absoluter Häufigkeit gegliedert.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10),

gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt

(kann aufgrund der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden).

Blut und Lymphsystem

Häufig: Neutropenie.

Gelegentlich: Anämie.

Immunsystem

Häufig: allergische Reaktion.

Nicht bekannt: Angioödem.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypophosphatämie (12%).

Häufig: Hyperglykämie, Hypertriglyzeridämie.

Selten: Laktatazidose.

Nicht bekannt: Hypokaliämie.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Schlaflosigkeit, abnorme Träume.

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (10%), Schwindelgefühl (13%).

Atmungsorgane

Sehr selten: Dyspnoe.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Diarrhö (23%), Erbrechen (10%), Übelkeit (20%).

Häufig: erhöhte Serum-Lipase, erhöhte Amylase einschliesslich erhöhter Pankreas-Amylase,

Bauchschmerzen, Dyspepsie, Flatulenz.

Selten: Pankreatitis.

Leber und Galle

Häufig: erhöhte Transaminasen, einschliesslich erhöhter Serum-Aspartat-Aminotransferase (AST)

und/oder erhöhter Serum-Alanin-Aminotransferase (ALT) sowie erhöhter gamma-

Glutamyltransferase (gamma-GT), Hyperbilirubinämie.

Sehr selten: Hepatitis.

Nicht bekannt: Hepatosteatose.

Haut

Häufig: Urtikaria, vesikulobullöses Exanthem, pustulöses Exanthem, makulopapulöses Exanthem,

Pruritus, Exantheme sowie Hyperpigmentierung der Haut.

Muskelskelettsystem

Sehr häufig: erhöhte Kreatinkinase (10%).

Nicht bekannt: Rhabdomyolyse, Osteomalazie (manifestiert als Knochenschmerzen und selten

Mitursache bei Frakturen), Muskelschwäche, Myopathie.

Generalisierte motorische Schwäche: Sehr selten wurde unter der Behandlung mit Nukleosid-

Analoga eine generalisierte motorische Schwäche beobachtet, welche klinisch einem Krankheitsbild

wie dem Guillain-Barré-Syndrom ähnelte. Eine solche motorische Schwäche kann mit und ohne

Hyperlaktatämie einschliesslich respiratorischer Insuffizienz auftreten (siehe auch «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Osteonekrose: Fälle von Osteonekrose wurden insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten

Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer ART berichtet.

Die Häufigkeit des Auftretens ist unbekannt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nieren und Harnwege

Selten: (akutes und chronisches) Nierenversagen, proximale renale Tubulopathie (einschliesslich

Fanconi-Syndrom), erhöhtes Kreatinin, Proteinurie.

Sehr selten: akute Tubulusnekrose.

Nicht bekannt: Nephritis (einschliesslich akuter interstitieller Nephritis), nephrogener Diabetes

insipidus, Polyurie.

Allgemeine Störungen

Häufig: Schmerzen, Asthenie.

Immun-Reaktivierungs-Syndrom: Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann

sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder

residuale opportunistische Infektionen entwickeln. Es liegen auch Berichte über

Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow) vor; allerdings ist der Zeitpunkt des

Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung

auftreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Metabolische Parameter: Während einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme

und ein Anstieg der Blutlipid- und Blutglukosewerte auftreten (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit HIV/HBV- oder HCV-Koinfektion: Nur eine limitierte Anzahl von Patienten in Studie

GS-01-934 war mit HBV (n = 13) oder HCV (n = 26) koinfiziert. Das Nebenwirkungsprofil von

Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat bei diesen koinfizierten Patienten ähnelte dem von

HIV-infizierten Patienten ohne Koinfektion. Wie jedoch bei dieser Patienten-Population zu erwarten,

kamen erhöhte AST- und ALT-Werte häufiger vor als bei Patienten mit alleiniger HIV-Infektion.

Exazerbation der Hepatitis nach Absetzen der Behandlung: Bei HIV-infizierten Patienten mit HBV-

Koinfektion können nach Absetzen der Behandlung klinische und laborchemische Hinweise von

Exazerbationen der Hepatitis auftreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Proximale renale Tubulopathie: Folgende Nebenwirkungen, die in den oben erwähnten Organklassen

aufgeführt sind, können als Folge einer proximalen renalen Tubulopathie auftreten: Rhabdomyolyse,

Osteomalazie (manifestiert als Knochenschmerzen und selten Mitursache bei Frakturen),

Hypokaliämie, Muskelschwäche, Myopathie und Hypophosphatämie. Liegt keine proximale renale

Tubulopathie vor, wird kein kausaler Zusammenhang dieser Ereignisse mit der Therapie mit

Tenofovirdisoproxilfumarat angenommen. In der Regel klang eine proximale renale Tubulopathie

nach dem Absetzen von Tenofovirdisoproxilfumarat ab oder verbesserte sich. Allerdings verbesserte

sich bei einigen Patienten trotz des Absetzens von Tenofovirdisoproxilfumarat die verringerte

Kreatinin-Clearance nicht wieder vollständig. Bei Patienten mit einem Risiko für eine

Nierenfunktionsstörung (beispielsweise Patienten mit schon bestehenden Risikofaktoren für eine

Nierenfunktionsstörung, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Patienten, die gleichzeitig

nephrotoxische Arzneimittel erhalten) besteht ein erhöhtes Risiko, dass es bei ihnen trotz des

Absetzens von Tenofovirdisoproxilfumarat zu einer unvollständigen Erholung der Nierenfunktion

kommt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Bei einer Überdosierung ist der Patient auf Anzeichen einer Toxizität (siehe «Unerwünschte

Wirkungen») zu beobachten und falls erforderlich, müssen entsprechende unterstützende

Standardtherapiemassnahmen eingeleitet werden.

Bis zu 30% der Emtricitabin-Dosis und ungefähr 10% der Tenofovir-Dosis können durch

Hämodialyse eliminiert werden. Es ist nicht bekannt, ob Emtricitabin oder Tenofovir durch

Peritonealdialyse eliminiert werden können.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J05AR03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Emtricitabin ist ein Nukleosid-Analogon von Cytidin. Tenofovirdisoproxilfumarat wird in vivo in

Tenofovir umgewandelt, ein Nukleosidmonophosphat-(Nukleotid-)Analogon von

Adenosinmonophosphat. Sowohl Emtricitabin als auch Tenofovir wirken spezifisch gegen das

Humane Immundefizienzvirus (HIV-1 und HIV-2) sowie gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV).

Emtricitabin und Tenofovir werden durch zelluläre Enzyme zu Emtricitabin-Triphosphat bzw.

Tenofovir-Diphosphat phosphoryliert. In-vitro-Studien belegen, dass sowohl Emtricitabin als auch

Tenofovir vollständig phosphoryliert werden können, wenn sie in Zellkulturen kombiniert werden.

Emtricitabin-Triphosphat und Tenofovir-Diphosphat hemmen die HIV-1-Reverse Transkriptase

kompetitiv und bewirken auf diese Weise einen DNA-Kettenabbruch.

Sowohl Emtricitabin-Triphosphat als auch Tenofovir-Diphosphat hemmen die DNA-Polymerasen

von Säugetieren nur geringfügig. Es liegen keine Hinweise auf eine mitochondriale Toxizität in vitro

oder in vivo vor.

Antivirale Aktivität in vitro: Bei der Kombination von Emtricitabin und Tenofovir wurde in vitro

eine synergistische antivirale Aktivität beschrieben. Additive bis synergistische antivirale Effekte

wurden im Rahmen von Kombinationsstudien mit Proteaseinhibitoren und mit nukleosidischen und

nicht-nukleosidischen Inhibitoren der Reversen Transkriptase von HIV beobachtet.

Resistenz: Resistenz gegenüber Emtricitabin oder Tenofovir ist in vitro und bei einigen HIV-1-

infizierten Patienten beschrieben worden – bei Emtricitabin aufgrund der Entwicklung einer M184V-

Mutation oder M184I-Mutation an der Reversen Transkriptase und bei Tenofovir aufgrund der

Entwicklung einer K65R-Mutation an der Reversen Transkriptase. Emtricitabin-resistente Viren mit

der M184V/I-Mutation waren kreuzresistent gegenüber Lamivudin, blieben aber empfindlich

gegenüber Didanosin, Stavudin, Tenofovir und Zidovudin. Die K65R-Mutation kann auch durch

Abacavir oder Didanosin selektiert werden und vermindert die Empfindlichkeit gegenüber diesen

Wirkstoffen sowie gegenüber Lamivudin, Emtricitabin und Tenofovir. Die Anwendung von Truvada

bei Patienten, deren HIV-1 eine K65R-Mutation zeigt, ist zu vermeiden. Darüber hinaus wurde durch

Tenofovir eine K70E-Substitution in der Reversen Transkiptase von HIV-1 selektiert. Diese führt zu

einer geringfügig verminderten Empfindlichkeit gegenüber Abacavir, Emtricitabin, Lamivudin und

Tenofovir.

Patienten, bei denen HIV-1 drei oder mehr Thymidin-Analoga-assoziierte Mutationen (TAMs)

einschliesslich einer M41L- oder einer L210W-Mutation an der Reversen Transkriptase aufwies,

zeigten eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Tenofovirdisoproxilfumarat.

Resistenzentwicklung in vivo (antiretroviral naive Patienten): In einer offenen, randomisierten

klinischen Studie (GS-01-934) bei antiretroviral naiven Patienten wurde bei allen Patienten mit

einem bestätigten HIV-RNA-Wert >400 Kopien/ml in Woche 48, 96 oder 144 oder bei vorzeitigem

Studienabbruch eine Genotypisierung der Plasma-HIV-1-Isolate durchgeführt. Die Ergebnisse in

Woche 144:

·Die M184V/I-Mutation wurde bei 2 von 19 (10,5%) analysierten Virusisolaten von Patienten aus

der mit Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat/Efavirenz behandelten Gruppe und bei 10 von 29

(34,5%) analysierten Virusisolaten aus der mit Lamivudin/Zidovudin/Efavirenz behandelten Gruppe

nachgewiesen (p-Wert <0,05, Exakter Test nach Fisher zum Vergleich aller Patienten der

Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat-Gruppe mit denen der Lamivudin/Zidovudin-Gruppe).

·Keines der untersuchten Viren zeigte die K65R- oder K70E-Mutation.

·Eine genotypische Resistenz gegenüber Efavirenz, hauptsächlich die K103N-Mutation, entwickelte

sich bei Viren von 13 von 19 (68%) Patienten der

Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat/Efavirenz-Gruppe und bei Viren von 21 von 29 (72%)

Patienten der Vergleichsgruppe.

Klinische Erfahrungen

In einer offenen, randomisierten klinischen Studie (GS-01-934) erhielten antiretroviral naive HIV-1-

infizierte Patienten entweder einmal täglich eine Therapie mit Emtricitabin,

Tenofovirdisoproxilfumarat und Efavirenz (n = 255) oder zweimal täglich eine Fixkombination aus

Lamivudin und Zidovudin (Combivir) plus einmal täglich Efavirenz (n = 254). Die Patienten der

Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat-Behandlungsgruppe erhielten von Woche 96 bis

Woche 144 Truvada und Efavirenz. Beide randomisierten Behandlungsgruppen zeigten zu Beginn

ähnliche mediane HIV-1-RNA-Plasmakonzentrationen (5,02 und 5,00 log10 Kopien/ml) sowie CD4-

Zellzahlen (233 und 241 Zellen/mm3). Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit in dieser Studie

war das Erreichen und Beibehalten einer bestätigten HIV-1-RNA-Konzentration von

<400 Kopien/ml über 48 Wochen. Die sekundäre Analyse der Wirksamkeit über 144 Wochen

schloss den Anteil an Patienten mit HIV-1-RNA-Konzentrationen <400 oder <50 Kopien/ml und

Veränderungen des Ausgangswertes der CD4-Zellzahl mit ein.

Die 48-Wochen-Daten zum primären Endpunkt zeigten, dass die Kombination aus Emtricitabin,

Tenofovirdisoproxilfumarat und Efavirenz eine überlegene antivirale Wirksamkeit im Vergleich zur

Fixkombination Lamivudin und Zidovudin (Combivir) und Efavirenz aufwies (siehe Tabelle 2). Die

Daten zu den sekundären Endpunkten nach 144 Wochen sind auch in Tabelle 2 dargestellt.

Tabelle 2: Daten zur Wirksamkeit nach 48 und 144 Wochen aus der Studie GS-01-934, in der

Emtricitabin, Tenofovirdisoproxilfumarat und Efavirenz bei antiretroviral naiven Patienten mit HIV-

1-Infektion angewendet wurde

GS-01-934

GS-01-934

Behandlungsdauer 48 Wochen

Behandlungsdauer 144 Wochen

Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

Efavirenz

Lamivudin/

Zidovudin/

Efavirenz

Emtricitabin/

Tenofovirdisoproxilfumarat

Efavirenz*

Lamivudin/

Zidovudin/

Efavirenz

HIV-1-RNA

<400 Kopien/ml

(TLOVR)

84% (206/244)

(177/243)

71% (161/227)

(133/229)

p-Wert

0,002**

0,004**

% Unterschied

(95%-KI)

11% (4% bis 19%)

13% (4% bis 22%)

HIV-1-RNA

<50 Kopien/ml

(TLOVR)

80% (194/244)

(171/243)

64% (146/227)

(130/231)

p-Wert

0,021**

0,082**

% Unterschiede

(95%-KI)

9% (2% bis 17%)

8% (-1% bis 17%)

Mittlere

Änderung der

CD4-Zellzahl im

Vergleich zum

Ausgangswert

(Zellen/mm3)

+190

+158

+312

+271

p-Wert

0,002a

0,089a

Unterschied

(95%-KI)

32 (9 bis 55)

41 (4 bis 79)

* Patienten, die mit Emtricitabin, Tenofovirdisoproxilfumarat und Efavirenz und von Woche 96 bis

Woche 144 mit Truvada und Efavirenz behandelt worden waren

** Der p-Wert basiert auf dem Cochran-Mantel-Haenszel Test stratifiziert nach der ursprünglichen

CD4-Zellzahl

TLOVR = Time to Loss Of Virologic Response (Zeit bis zum Verlust der virologischen

Wirksamkeit)

a: Van Elteren Test

Antiretroviral naive, erwachsene Patienten wurden einmal täglich mit Emtricitabin und

Tenofovirdisoproxilfumarat in Kombination mit Lopinavir/Ritonavir einmal oder zweimal täglich

behandelt (M02-418). Nach 48 Wochen lagen die HIV-1-RNA-Werte bei 70% der Patienten, die

einmal täglich Lopinavir und Ritonavir erhalten hatten, und bei 64% der Patienten, die zweimal

täglich Lopinavir und Ritonavir erhalten hatten, unterhalb von 50 Kopien/ml. Der mittlere Anstieg

der CD4-Zellzahl gegenüber dem Ausgangswert betrug +185 Zellen/mm³ unter Lopinavir/Ritonavir

einmal täglich und +196 Zellen/mm3 unter Lopinavir/Ritonavir zweimal täglich.

Patienten mit HIV- und HBV-Koinfektion: Limitierte klinische Erfahrungen bei Patienten mit HIV-

und HBV-Koinfektion weisen darauf hin, dass die Therapie mit Emtricitabin oder

Tenofovirdisoproxilfumarat im Rahmen einer ART zur Kontrolle der HIV-Infektion auch zu einer

Senkung des HBV-DNA-Titers führt (Senkung um 3 log10 bzw. Senkung um 4 bis 5 log10) (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Pharmakokinetik

Absorption

Die Bioäquivalenz einer Truvada-Filmtablette mit einer 200-mg-Emtricitabin-Hartkapsel in

Kombination mit einer 245-mg-Tenofovirdisoproxil-Filmtablette (entsprechend 300 mg

Tenofovirdisoproxilfumarat) wurde nach Verabreichung der Einzeldosierungen bei nüchternen

Probanden untersucht. Nach oraler Anwendung von Truvada an Probanden werden Emtricitabin und

Tenofovirdisoproxilfumarat rasch absorbiert, und Tenofovirdisoproxilfumarat wird in Tenofovir

umgewandelt. Die maximalen Serumkonzentrationen von Emtricitabin und Tenofovir werden bei der

Einnahme auf nüchternen Magen innerhalb von 0,5 bis 3,0 Stunden erreicht. Im Vergleich zur

Einnahme im Nüchternzustand führte die Einnahme von Truvada zusammen mit einer fettreichen

oder einer leichten Mahlzeit zu einer Verzögerung von circa einer Dreiviertelstunde bis zum

Erreichen der maximalen Tenofovir-Konzentration und zu einem Anstieg der AUC von Tenofovir

um ca. 35% und der Cmax von Tenofovir um ca. 15%. Truvada sollte mit einer Mahlzeit

eingenommen werden, um die Bioverfügbarkeit von Tenofovir zu erhöhen.

Distribution

Nach intravenöser Verabreichung betrug das Verteilungsvolumen von Emtricitabin und Tenofovir

ungefähr 1,4 l/kg bzw. 800 ml/kg. Nach oraler Gabe von Emtricitabin oder

Tenofovirdisoproxilfumarat werden Emtricitabin und Tenofovir breit im gesamten Körper verteilt.

Die In-vitro-Bindung von Emtricitabin an humane Plasmaproteine lag bei weniger als 4% und ist im

Bereich von 0,02 bis 200 µg/ml konzentrationsunabhängig. Die In-vitro-Bindung von Tenofovir an

humanes Plasma- oder Serumprotein betrug in einem Konzentrationsbereich zwischen 0,01 und

25 µg/ml weniger als 0,7% (Plasmaproteine) bzw. 7,2% (Serumproteine).

Metabolismus

Emtricitabin wird nur in geringem Umfang metabolisiert. Die Biotransformation von Emtricitabin

umfasst die Oxidation des Thiol-Anteils zu 3'-Sulfoxid-Diastereomeren (ca. 9% der Dosis) sowie die

Konjugation mit Glukuronsäure zum 2'-O-Glukuronid (ca. 4% der Dosis). In-vitro-Untersuchungen

haben gezeigt, dass weder Tenofovirdisoproxilfumarat noch Tenofovir Substrate für CYP450-

Enzyme sind. Weder Emtricitabin noch Tenofovir hemmten in vitro die Metabolisierung von

Arzneimitteln, die von einem der wichtigeren humanen, an der Biotransformation von Arzneimitteln

beteiligten CYP450-Isoenzyme vermittelt wird. Emtricitabin hemmte auch nicht das für die

Glukuronidierung verantwortliche Enzym Uridin-5'-Diphosphoglukuronyl-Transferase.

Elimination

Nach oraler Gabe liegt die Eliminations-Halbwertzeit von Emtricitabin bei ca. 10 Stunden.

Emtricitabin wird primär über die Nieren eliminiert, wobei die Dosis vollständig mit dem Urin

(ca. 86%) und den Fäzes (ca. 14%) ausgeschieden wird. Dabei lagen 13% der Emtricitabin-Dosis im

Urin in Form von drei Metaboliten vor. Die systemische Clearance von Emtricitabin betrug im

Durchschnitt 307 ml/min.

Nach oraler Gabe liegt die Eliminations-Halbwertzeit von Tenofovir bei etwa 12 bis 18 Stunden.

Tenofovir wird primär über die Nieren eliminiert, sowohl durch Filtration als auch durch ein aktives

tubuläres Transportsystem, wobei nach intravenöser Verabreichung etwa 70 bis 80% der Dosis

unverändert über den Urin ausgeschieden werden. Die scheinbare Clearance von Tenofovir betrug im

Durchschnitt 307 ml/min. Die renale Clearance wurde auf ungefähr 210 ml/min geschätzt, was die

glomeruläre Filtrationsrate übersteigt. Dies deutet darauf hin, dass die aktive tubuläre Sekretion bei

der Ausscheidung von Tenofovir eine wichtige Rolle spielt.

Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit

Im Allgemeinen ähnelt die Pharmakokinetik von Emtricitabin bei Kleinkindern, Kindern und

Jugendlichen (im Alter von 4 Monaten bis zu 18 Jahren) der von Erwachsenen. Es wurden keine

pharmakokinetischen Studien zur Anwendung von Tenofovir bei Kindern und Jugendlichen (unter

18 Jahren) durchgeführt. Es wurden keine pharmakokinetischen Studien zur Anwendung von

Emtricitabin oder Tenofovir bei älteren Patienten (über 65 Jahren) durchgeführt.

Die Pharmakokinetik von Emtricitabin und Tenofovir bei männlichen und weiblichen Patienten ist

vergleichbar.

Die Pharmakokinetik in verschiedenen ethnischen Gruppen wurde nicht speziell untersucht.

Nierenfunktionsstörung

Es liegen nur limitierte pharmakokinetische Daten zur gleichzeitigen Anwendung von Emtricitabin

und Tenofovir als Monopräparate oder als Truvada bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung

vor. Die pharmakokinetischen Parameter von Emtricitabin 200 mg oder Tenofovirdisoproxil 245 mg

wurden hauptsächlich nach einmaliger Gabe der Monopräparate bei nicht HIV-infizierten Patienten

mit unterschiedlich schweren Nierenfunktionsstörungen bestimmt. Der Schweregrad der

Nierenfunktionsstörung wurde anhand des Ausgangswerts der Kreatinin-Clearance (ClCr) bestimmt

(normale Nierenfunktion bei ClCr >80 ml/min, leichte Nierenfunktionsstörung bei ClCr = 50-

79 ml/min, mittelschwere Nierenfunktionsstörung bei ClCr = 30-49 ml/min und schwere

Nierenfunktionsstörung bei ClCr = 10-29 ml/min).

Die mittlere Exposition (% Variationskoeffizient (% CV)) gegenüber Emtricitabin stieg von

12 µg·h/ml (25%) bei Patienten mit normaler Nierenfunktion auf 20 µg·h/ml (6%) bei Patienten mit

einer leichten Nierenfunktionsstörung, auf 25 µg·h/ml (23%) bei Patienten mit einer mittelschweren

Nierenfunktionsstörung und auf 34 µg·h/ml (6%) bei Patienten mit einer schweren

Nierenfunktionsstörung.

Die mittlere Exposition (% CV) gegenüber Tenofovir stieg von 2'185 ng·h/ml (12%) bei Patienten

mit normaler Nierenfunktion auf 3'064 ng·h/ml (30%) bei Patienten mit einer leichten

Nierenfunktionsstörung, auf 6'009 ng·h/ml (42%) bei Patienten mit einer mittelschweren

Nierenfunktionsstörung und auf 15'985 ng·h/ml (45%) bei Patienten mit einer schweren

Nierenfunktionsstörung.

Es ist zu erwarten, dass das verlängerte Dosisintervall für Truvada bei Patienten mit einer

mittelschweren Nierenfunktionsstörung zu höheren maximalen Plasmakonzentrationen und

niedrigeren Cmin-Werten als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion führt. Welche klinischen

Folgen dies hat, ist nicht bekannt.

Bei dialysepflichtigen Patienten mit einer terminalen Niereninsuffizienz (ESRD [end stage renal

disease] (ClCr <10 ml/min)) kam es zwischen zwei Hämodialysebehandlungen zu einem

ausgeprägten Anstieg der Emtricitabin-Exposition über 72 Stunden auf 53 µg·h/ml (19%) und der

Tenofovir-Exposition über 48 Stunden auf 42'857 ng·h/ml (29%).

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 49 ml/min wird eine Anpassung des

Dosisintervalls für Truvada empfohlen (siehe «Dosierung/Anwendung»). Die Anwendung von

Truvada ist bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (ClCr <30 ml/min) oder bei

dialysepflichtigen Patienten kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Zur Untersuchung der Sicherheit, antiviralen Wirksamkeit und Pharmakokinetik von

Tenofovirdisoproxilfumarat in Kombination mit Emtricitabin bei HIV-infizierten Patienten mit einer

Nierenfunktionsstörung wurde eine kleine klinische Studie durchgeführt. Eine Untergruppe von

Patienten mit einem Kreatinin-Clearance-Ausgangswert zwischen 50 und 60 ml/min, die eine einmal

tägliche Dosierung erhielten, zeigte einen 2-4fachen Anstieg der Tenofovir-Exposition und eine

Verschlechterung der Nierenfunktion.

Leberfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik von Truvada wurde bei HIV-infizierten Patienten mit einer

Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Die Sicherheit von Truvada bei Patienten mit

Leberinsuffizienz wurde nicht belegt. Die Anwendung von Truvada bei Patienten mit

Leberinsuffizienz wird deshalb nicht empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Pharmakokinetik von Emtricitabin wurde bei nicht-HBV-infizierten Patienten mit

unterschiedlich schwerer Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Im Allgemeinen entsprach die

Pharmakokinetik von Emtricitabin bei HBV-infizierten Patienten der bei gesunden Probanden und

bei HIV-infizierten Patienten.

Tenofovirdisoproxilfumarat wurde als Einzeldosis von 300 mg bei nicht-HIV-infizierten Patienten

mit unterschiedlich stark ausgeprägten Leberfunktionsstörungen (Definition gemäss der Child-Pugh-

Turcotte-Klassifikation) angewendet. Wie die untenstehende Zusammenfassung zeigt, war die

Pharmakokinetik von Tenofovir bei Patienten mit einer Leberfunktionsstörung nicht wesentlich

verändert. Weil die Sicherheit der Anwendung von Tenofovir bei Patienten mit Leberinsuffizienz

nicht belegt wurde, wird die Anwendung von Truvada bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht

empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Eingeschränkte

Leberfunktion

Normal

(n = 8)

Mittelschwer

(n = 7)

Schwer

(n = 8)

Cmax (ng/ml)

Mittelwert 223

289 (+30%)

305 (+37%)

% CV

34,8% 46,0%

24,8%

AUC0-∞ (ng·h/ml)

Mittelwert 2'050

2'310 (+13%) 2'740 (+34%)

% CV

50,8% 43,5%

44,0%

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen zu Tenofovirdisoproxilfumarat an Ratten, Hunden und Affen zeigten

eine Zielorgantoxizität bezüglich des Gastrointestinaltrakts, der Niere, der Knochen und eine

Abnahme der Serumphosphat-Konzentration. Eine Knochentoxizität wurde in Form von

Osteomalazie (Affen) und verringerter Knochenmineraldichte (Ratten und Hunde) diagnostiziert. Die

Ergebnisse aus den Untersuchungen an Ratten und Affen deuteten auf eine wirkstoffbedingte

Verringerung der intestinalen Phosphatabsorption mit potenzieller sekundärer Verringerung der

Knochenmineraldichte hin. Die diesen Toxizitäten zu Grunde liegenden Mechanismen sind nicht

vollständig bekannt.

In einer einmonatigen Studie der Kombination Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat an

Hunden wurden keine vermehrten toxischen Effekte im Vergleich zu den einzelnen Wirkstoffen

festgestellt.

Reproduktionstoxizität

Basierend auf den konventionellen Studien zur Reproduktionstoxizität/entwicklungsspezifischen

Toxizität liessen die präklinischen Daten zu Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat keine

besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Mutagenität und Kanzerogenität

Zwei von drei In-vitro-Studien zur Genotoxizität von Tenofovirdisoproxilfumarat waren positiv. Der

In-vivo-Mikronukleus-Test war jedoch negativ. Die Kombination von Emtricitabin und

Tenofovirdisoproxilfumarat zeigte positive Ergebnisse im In-vitro-Maus-Lymphom-Test, mit

vergleichbaren Resultaten wie unter Tenofovirdisoproxilfumarat allein.

Im bakteriellen Rückmutationstest (Ames-Test) waren Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat

in Kombination negativ.

Tenofovirdisoproxilfumarat zeigte im Rahmen einer Langzeit-Karzinogenitätsstudie an Ratten bei

oraler Anwendung kein karzinogenes Potenzial. Eine Langzeit-Karzinogenitätsstudie an Mäusen

ergab bei oraler Anwendung eine geringe Inzidenz von Duodenal-Karzinomen, die wahrscheinlich

mit der hohen lokalen Konzentration von Tenofovirdisoproxilfumarat im Gastrointestinaltrakt bei

Dosierungen von 600 mg/kg/Tag zusammenhängt. Zwar ist der Entstehungsmechanismus der

Tumore unklar, doch ist es unwahrscheinlich, dass diese Studienergebnisse für die Anwendung beim

Menschen relevant sind.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Die Flasche ist mit einem kindergesicherten Verschluss versehen und enthält ein Silicagel-

Trocknungsmittel. Die Flasche fest verschlossen halten.

Zulassungsnummer

57316 (Swissmedic).

Packungen

Truvada, Filmtabletten: 30 [A]

Zulassungsinhaberin

Gilead Sciences Switzerland Sàrl, Steinhausen.

Stand der Information

Juni 2017.

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