Trileptal 60 mg/ml orale Suspension

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-03-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
oxcarbazepinum
Verfügbar ab:
Novartis Pharma Schweiz AG
ATC-Code:
N03AF02
INN (Internationale Bezeichnung):
oxcarbazepinum
Darreichungsform:
orale Suspension
Zusammensetzung:
oxcarbazepinum 60 mg, aqua purificata, sorbitolum liquidum non cristallisabile 250 mg, propylenglycolum 25 mg, cellulosum dispergibile, macrogoli 8 stearas typus I, aromatica, saccharinum natricum, E 300, E 200, propylis parahydroxybenzoas 0.3 mg, E 218 1.2 mg ad suspensionem pro 1 ml corresp. natrium < 23 mg.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antiepilepticum
Zulassungsnummer:
52852
Berechtigungsdatum:
1997-08-20

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-03-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-03-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-03-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

17-05-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Trileptal® orale Suspension

Novartis Pharma Schweiz AG

Was ist Trileptal orale Suspension und wann wird es angewendet?

Trileptal gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Antiepileptika (Arzneimittel zur Behandlung

der Epilepsie) bezeichnet werden. Trileptal wird nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin zur

Behandlung bestimmter Formen von Epilepsie eingesetzt. Epilepsie ist eine Krankheit, die durch

wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist.

Wann darf Trileptal orale Suspension nicht eingenommen werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit (Allergie) auf den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe darf Trileptal

nicht angewendet werden. Wenn dies bei Ihnen zutrifft, teilen sie es Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit,

bevor Sie Trileptal einnehmen. Wenn Sie vermuten, Sie könnten allergisch sein, fragen Sie Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin um Rat.

Wann ist bei der Einnahme von Trileptal orale Suspension Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Trileptal kann sie schläfrig oder duselig machen, oder kann

insbesondere zu Beginn einer Behandlung oder beim Erhöhen der Dosis Verschwommensehen,

Doppeltsehen, verminderte Muskelkoordination oder vermindertes Bewusstsein verursachen.

Ihre Fahrtüchtigkeit sowie Ihre Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, können aber auch

durch Ihre Krankheit beeinflusst werden. Sie sollten mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber sprechen.

Die Behandlung mit Trileptal sollte erst nach einer gründlichen ärztlichen Untersuchung eingeleitet

werden. Trileptal eignet sich für viele Patientinnen und Patienten mit Epilepsie, aber nicht für alle.

Unter der Behandlung mit Trileptal sollten Sie auf Alkohol verzichten.

Sie sollten unverzüglich Ihren Arzt bzw. ihre Ärztin kontaktieren, wenn Sie Nebenwirkungen haben, die

auf eine Überempfindlichkeitsreaktion hindeuten. Diese können sich äussern als Anschwellen von

Lippen, Gesicht oder Nacken, begleitet von Atemnot, Schwierigkeit beim Sprechen oder Schlucken,

Hautausschlag, Fieber und Gelenkschmerzen.

Wenn Sie orale Kontrazeptiva («die Pille zur Geburtskontrolle») nehmen und dazu Trileptal, kann die

Periode unregelmässig werden. Die Pille wirkt womöglich nicht mehr und Sie sollten mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin erörtern, welche anderen zusätzlichen Verhütungsmethoden (z.B. intrauterine

Implantate «Spiralen») für Sie in Frage kommen.

Sprechen Sie immer vor der Anwendung von Trileptal mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, vor allem wenn

·bei Ihnen während einer früheren Behandlung mit Oxcarbazepin (Trileptal®), Eslicarbazepin (ein mit

Oxcarbazepin verwandter Wirkstoff), Carbamazepin oder mit einem anderen Arzneimittel ein

ungewöhnlicher Hautausschlag oder andere Zeichen einer Allergie aufgetreten sind,

·Sie an einer Herzkrankheit leiden,

·Sie eine Nieren- oder Lebererkrankung haben,

·bei Ihnen auffällige Blutwerte festgestellt wurden,

·Sie Arzneimittel einnehmen, durch die die Harnausscheidung erhöht wird (Diuretika),

·Sie mit anderen Antiepileptika oder Kalziumantagonisten behandelt werden.

Es ist sehr wichtig, dass der Verlauf Ihrer Krankheit in regelmässigen Abständen vom Arzt bzw. von der

Ärztin überwacht wird. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn die Häufigkeit von

Krampfanfällen zunimmt; dies ist insbesondere bei Kindern wichtig, kann aber auch bei Erwachsenen

auftreten. Je nach Ihrem Gesundheitszustand müssen unter Umständen Blutuntersuchungen

vorgenommen werden, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

Vor Notfallbehandlungen und chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriffen jedweder Art sollten Sie den

verantwortlichen Arzt bzw. die verantwortliche Ärztin davon in Kenntnis setzen, dass Sie Trileptal

einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden, insbesondere

hormonale Kontrazeptiva (wie «die Pille zur Geburtskontrolle»), andere Arzneimittel gegen Epilepsie

(wie Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin oder Rifampicin), Felodipin (gegen Bluthochdruck),

Arzneimittel zur Verminderung des Blut-Natriumspiegels, z.B. Diuretika (angewendet zur

Unterstützung der Nieren für die Salz- und Wasserausscheidung durch Erhöhung der Menge an

produziertem Urin), Arzneimittel zur Kontrolle des Immunsystems (z.B. Ciclosporin).

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Trileptal behandelt wurden, hatten

Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgend einem

Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Anwendung bei Kindern und älteren Menschen

Trileptal kann bei Kindern ab 1 Monat und älteren Menschen eingesetzt werden. Dies unter der

Voraussetzung, dass den Anweisungen des Arztes bzw. der Ärztin Folge geleistet werden kann. Bei

Kindern unter 1 Monat liegen bisher keine Erfahrungen vor. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann bei Kindern

(insbesondere bei Kleinkindern unter 2 Jahren) vor und während der Behandlung eine Überwachung der

Schilddrüsenfunktion empfehlen.

Der Arzt bzw. die Ärztin wird Sie genau instruieren, beispielsweise über die Dosierung und worauf

besonders zu achten ist (siehe «Was ist Trileptal orale Suspension und wann wird sie angewendet?» und

«Welche Nebenwirkungen kann Trileptal orale Suspension haben?»).

Trileptal Suspension enthält E 216 und E 218 und kann allergische Reaktionen, auch Spätreaktionen,

hervorrufen.

Trileptal Suspension enthält 175 mg Sorbitol pro ml. Sorbitol ist eine Quelle für Fructose. Sprechen Sie

mit Ihrem Arzt bevor Sie (oder Ihr Kind) dieses Arzneimittel einnehmen oder erhalten, wenn Ihr Arzt

Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie (oder Ihr Kind) eine Unverträglichkeit gegenüber einigen Zuckern haben

oder wenn bei Ihnen eine hereditäre Fructoseintoleranz (HFI) - eine seltene angeborene Erkrankung, bei

der eine Person Fructose nicht abbauen kann - festgestellt wurde. Sorbitol kann Magen-Darm-

Beschwerden hervorrufen und kann eine leicht abführende Wirkung haben.

Trileptal Suspension enthält 25 mg Propylenglycol pro ml. Wenn Ihr Baby weniger als 4 Wochen alt ist,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie ihm dieses Arzneimittel geben, insbesondere,

wenn Ihr Baby gleichzeitig andere Arzneimittel erhält, die Propylenglycol oder Alkohol enthalten.

Trileptal Suspension enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Darf Trileptal orale Suspension während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen /

angewendet werden?

Sie sollten unbedingt Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, wenn Sie schwanger sind, stillen oder

wenn Sie die Absicht haben, schwanger zu werden.

Es ist wichtig, epileptische Anfälle während der Schwangerschaft zu vermeiden. Andererseits kann es

auch ein Risiko für das Kind sein, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Trileptal (oder andere

Antiepileptika) einnimmt. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie über Nutzen und Risiken aufklären und

darüber entscheiden, ob Sie die Behandlung mit Trileptal fortsetzen können.

Von Frauen eingenommene hormonale Kontrazeptiva (wie die Pille zur Geburtskontrolle) können durch

die Einnahme von Trileptal unwirksam werden. Deshalb sollten Sie während der Behandlung mit

Trileptal eine andere oder eine zusätzliche nicht-hormonale Empfängnisverhütung (z.B. intrauterine

Implantate «Spiralen») anwenden.

Der Hauptbestandteil von Trileptal tritt in die Muttermilch über. Somit besteht die Möglichkeit, dass bei

einem Säugling, der gestillt wird, Nebenwirkungen auftreten. Auch darüber sollten Sie mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin sprechen. Es empfiehlt sich, unter einer Behandlung mit Trileptal nicht zu stillen.

Wie verwenden Sie Trileptal orale Suspension?

Achten Sie darauf, dass Sie das Arzneimittel regelmässig und genau nach Anweisung Ihres Arztes bzw.

Ihrer Ärztin einnehmen. Dies ist wichtig, um die besten Resultate zu erzielen und die Gefahr

unerwünschter Wirkungen zu vermindern.

Sie dürfen die Behandlung nicht von sich aus plötzlich unterbrechen, ohne sich mit Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin abzusprechen. Er bzw. sie wird Ihnen sagen, wann und wie Sie die Behandlung beenden

können. Ein plötzliches Absetzen von Trileptal kann Ihre Krankheit verschlimmern.

Bei Verwendung der oralen Suspension sollte die von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verschriebene

Dosierung in Millilitern (ml) angegeben sein und nicht in Milligramm (mg). Dies ist wichtig, da die

Dosierspritze, mit welcher die korrekte Dosis aus der Flasche entnommen wird, eine Graduierung in

Millilitern aufweist. Falls Ihre Verschreibung in mg ist, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre

Ärztin oder Apothekerin um Rat fragen.

Für die Zubereitung einer verschriebenen Dosis orale Suspension befolgen Sie bitte die nachstehenden

Anweisungen (Nr. 1-11) gemäss den entsprechenden Abbildungen am Ende dieser Packungsbeilage.

Anwendungshinweise zur Zubereitung der oralen Suspension:

Zum Arzneimittelzubereitungssystem: Das Zubereitungssystem besteht aus 3 Teilen:

1.Einem Plastikadapter, den Sie in den Flaschenhals drücken.

2.Einer zum Plastikadapter passenden Dosierspritze zu 1 ml resp.10 ml zur Entnahme der

verschriebenen Dosis aus der Flasche.

3.Einer Flasche mit 100 ml resp. 250 ml oraler Suspension, die mit einem kindersicheren Verschluss

versehen ist. Nach Gebrauch muss der Verschluss immer zugeschraubt werden.

Einsetzen des Plastikadapters in die neue Arzneiflasche:

4.Die verschlossene Flasche mindestens 10 Sekunden schütteln.

Den kindersicheren Verschluss entfernen, indem er fest nach unten gedrückt und im Gegenuhrzeigersinn

gedreht wird (wie auf der Verschlusskappe angezeigt).

Merke: Den Verschluss sicher aufbewahren, um die Flasche nach jedem Gebrauch zu schliessen.

5.Die geöffnete Flasche aufrecht auf einem Tisch halten und den Adapter möglichst stark abwärts in den

Flaschenhals drücken.

Die Verschlusskappe wieder aufsetzten um sicher zu stellen, dass der Adapter vollständig im

Flaschenhals sitzt.

Merke: Womöglich kann der Adapter nicht ganz nach unten gedrückt werden. In diesem Falle sollte der

Verschluss nochmals auf- und wieder abgeschraubt werden.

Zur Zubereitung einer Einzeldosis beachten Sie bitte die folgenden Anweisungen.

Zubereitung einer Einzeldosis: Die Suspension kann direkt aus der Dosierspritze geschluckt oder in

einem kleinen Glas Wasser aufgerührt werden.

6.Die verschlossene Flasche gut schütteln und gleich anschliessend die Dosis zubereiten. Um die

Flasche zu öffnen, den kindersicheren Verschluss nach unten drücken und drehen.

Merke: Nach Gebrauch muss der Verschluss immer zugeschraubt werden.

7.Überprüfen, ob sich der Kolben in der Dosierspritze ganz unten befindet.

Die Flasche aufrecht halten und die Dosierspritze fest in den Plastikadapter einführen.

8.Die Dosierspritze festhalten und die Flasche vorsichtig umdrehen, so dass ihre Öffnung nach unten

weist.

Den Kolben langsam nach unten ziehen, so dass sich die Dosierspritze mit der Suspension füllt. Drücken

Sie den Kolben ganz zurück, um allfällige grosse Luftblasen aus der Dosierspritze auszustossen.

9.Entnahme der verschriebenen Dosis:

Den Kolben langsam nach unten ziehen, bis sich der obere Rand des schwarzen Rings auf der gleichen

Höhe mit der an der Dosierspritze markierten Dosis befindet.

Merke: Falls die verschriebene Dosis mehr beträgt, als in der Dosierspritze abgemessen werden kann,

muss sie in zwei Teilen abgemessen werden.

10.Vorsichtig die Flasche in die aufrechte Lage zurück bringen. Die Dosierspritze leicht drehend aus

dem Plastikadapter entfernen. Der Plastikadapter muss in der Flasche bleiben.

11.Die Dosis kann direkt aus der Dosierspritze geschluckt werden (die Patientin bzw. der Patient muss

aufrecht sitzen, und der Kolben muss langsam gedrückt werden, um das Schlucken zu erleichtern). Als

Alternative kann die Dosis in einem kleinen Glas Wasser aufgerührt werden. Trinken Sie die Suspension

in diesem Falle unverzüglich nach dem Vermischen mit dem Wasser.

Schrauben Sie den kindersicheren Verschluss nach Gebrauch zu.

Reinigung: Nach Gebrauch wischen Sie die Dosierspritzenaussenseite mit einem trockenen, sauberen

Papiertaschentuch ab.

Erwachsene: Erwachsene beginnen in der Regel mit täglich 600 mg (10 ml). Die Dosis wird dann

allmählich erhöht, bis das beste Ergebnis erreicht ist. Die für Sie verschriebene Trileptal Tagesdosis

wird auf zwei Gaben, morgens und abends, verteilt.

Kinder: Bei Kindern ab 1 Monat wird die Dosierung dem Körpergewicht angepasst. So ist die Startdosis

8-10 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Falls notwendig kann frühestens nach 1 Woche die Tagesdosis um

maximal 10 mg/kg Körpergewicht erhöht werden. Die maximale Tagesdosis beträgt 60 mg/kg

Körpergewicht pro Tag. Die Tagesdosen werden in zwei Einzeldosen verabreicht. Jedoch sollte bei der

Verwendung der oralen Suspension die von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verschriebene Dosierung in

Millilitern (ml) angegeben sein und nicht in Milligramm (mg).

Beispiel: Bei einem 10 kg schweren Kind beginnt die Behandlung mit täglich 1.3 ml bis 1.7 ml der

oralen Suspension mittels der beigefügten 1 ml Dosierspritze. Diese Tagesdosis ist auf 2 Einzeldosen zu

verteilen. So sollen z.B. bei einer Tagesdosis von 1.3 ml morgens 0.6 ml und abends 0.7 ml der oralen

Suspension mit der beigefügten Dosierspritze verabreicht werden. Falls notwendig kann Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin nach frühestens 1 Woche die Tagesdosis um maximal 1.7 ml erhöhen.

Die Dosis, die Ihnen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verordnet wurde, kann anders sein als hier

beschrieben. Folgen Sie in einem solchen Fall den Anweisungen des Arztes bzw. der Ärztin.

Vor und während der Behandlung mit Trileptal kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin zur Festlegung der Dosis

Bluttests durchführen. Er bzw. sie wird Ihnen mitteilen, wann Tests durchgeführt werden.

Sie können Trileptal während oder nach den Mahlzeiten einnehmen.

Wenn Sie einmal vergessen haben, eine Dosis zum vorgesehenen Zeitpunkt einzunehmen, machen Sie

sich keine Sorgen. Nehmen Sie sie ein, sobald Sie sich daran erinnern. Wenn es aber bald Zeit für die

nächste Dosis ist, nehmen Sie diese nicht zusammen mit der ausgelassenen Dosis ein, damit die

Dosierung niemals verdoppelt wird. Nehmen Sie das Arzneimittel einfach weiter zu den gewohnten

Zeiten ein. Wenn Sie aber 2 oder mehr Dosen vergessen haben, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

aufsuchen.

Falls Sie versehentlich viel mehr als die Ihnen verschriebene Menge der oralen Suspension

eingenommen haben, begeben Sie sich unverzüglich ins nächstgelegene Krankenhaus oder informieren

Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Trileptal orale Suspension haben?

Wie bei allen Arzneimitteln können Patienten unter der Behandlung mit Trileptal unerwünschte

Wirkungen haben (auch wenn nicht jeder Patient davon betroffen ist). Diese treten meist zu Beginn der

Behandlung auf und verschwinden wieder nach einigen Tagen.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Trileptal auftreten:

Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwäche, Schläfrigkeit, Schwindelgefühle, Gedächtnisstörungen,

Schlafstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Sehstörungen

(verschwommenes Sehen, Doppeltsehen), Gewichtsverlust, Gewichtszunahme, niedriger bzw. erhöhter

Blutdruck, körperliche Unruhe, Akne, Haarausfall, Folsäuremangel.

In der Regel erfordern diese Nebenwirkungen keine ärztliche Betreuung. Wenn sie allerdings länger als

einige Tage anhalten oder grosse Beschwerden bereiten, ist es angebracht, den Arzt bzw. die Ärztin

aufzusuchen.

Setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung oder sorgen Sie dafür,

dass jemand anders dies für Sie tut, wenn sich eine oder mehrere der folgenden Nebenwirkungen

einstellen. Es könnten erste Anzeichen einer schweren Nebenwirkung sein, die sofort behandelt werden

muss:

·Anschwellen von Lippen, Gesicht oder Nacken, das begleitet wird von Atemnot, Schwierigkeit beim

Sprechen oder Schlucken oder anderen Reaktionen wie Hautausschlag, Fieber und Gelenkschmerzen.

·schwerwiegende Hautreaktionen, wie Ausschläge, Rötungen, Bläschenbildung an Lippen, Augen oder

Mund und Schälen der Haut, begleitet von Fieber. Diese Reaktionen kommen häufiger vor bei Patienten

aus gewissen asiatischen Ländern (z.B. Thailand, Malaysia, Philippinen) und bei Patienten mit einer Han

Chinesischen Abstammung.

·Schwellung an den Knöcheln, Füssen oder Unterschenkeln.

·Zunehmende Verwirrung, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwierigkeiten bei der Bewegung von

Armen oder Beinen.

·Anzeichen schwerer Haut- oder Schleimhauterscheinungen wie z.B. Blasenbildung, Schälen der Haut,

schwere allergische Reaktion.

·Fieber, Halsschmerzen, Geschwüre im Mund, unerklärliche blaue Flecken, rötliche oder purpurne

Hautverfärbung.

·Grippeähnliche Symptome mit Gelbsucht (Anzeichen einer Leberentzündung).

·Starke Oberbauchschmerzen, Erbrechen, Appetitverlust (Anzeichen einer Entzündung der

Bauchspeicheldrüse).

·Bei sehr kleinen Kindern (im Alter von 1 Monat bis weniger als 4 Jahre): Lethargie, Zittern,

verminderter Appetit und Erregbarkeit, schmerzhafte und geschwollene Gelenke.

Wenn eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt, halten Sie möglichst bald Rücksprache mit Ihrem

Arzt bzw. Ihrer Ärztin:

Kopfschmerzen, Zittern, Kribbeln an Händen und Füssen, Erbrechen, Hautausschlag, unregelmässige

Periode, unerklärliche Ohrgeräusche, Störungen der Bewegungskoordination, häufige

Stimmungsänderungen, Angstgefühle, Depression, Sprechstörungen.

Bei Patienten mit Langzeitbehandlung gibt es Berichte über Knochenkrankheiten, wie Osteopenie

(verminderte Knochendichte) und Osteoporose (Knochenschwund), und Knochenbrüchen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Arzneimittel sollen für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Orale Suspension vor Licht geschützt und unter 25°C lagern.

Nach erstmaligem Öffnen der Flasche soll die Suspension nicht länger als 7 Wochen verwendet werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Trileptal orale Suspension enthalten?

Wirkstoffe

1 ml orale Suspension enthält 60 mg Oxcarbazepin.

Hilfsstoffe

Gereinigtes Wasser, Sorbitol (E420), Propylenglycol (E1520), dispergierbare Cellulose, Macrogol-8-

stearat (Typ I), Saccharin Natrium, E 300, E 200, E 216, E 218 Aroma (Yellow plum lemon).

Zulassungsnummer

52852 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Trileptal orale Suspension? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Orale Suspension zu 60 mg pro ml (inkl. Adapter undDosierspritze zu 1 ml): 100 ml.

Orale Suspension zu 60 mg pro ml (inkl. Adapter undDosierspritze zu 10 ml): 250 ml.

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz

Diese Packungsbeilage wurde im März 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Abbildungen zu den Anwendungshinweisen/Illustrations relatives aux instructions pour

l'utilisation/Raffigurazione delle Indicazioni d'uso

Fachinformation

Trileptal®

Novartis Pharma Schweiz AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Oxcarbazepinum.

Hilfsstoffe:

Filmtabletten: Excip. pro compr. obduct.

Orale Suspension: Saccharinum, Aromatica, Vanillinum, Conserv.: E200, E216, E218, Excip. ad

suspens. pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten (mit beidseitiger Bruchkerbe) zu 150 mg, 300 mg und 600 mg Oxcarbazepinum.

Orale Suspension zu 60 mg/ml Oxcarbazepinum (inkl. eine Dosierspritze zu 1 ml oder 10 ml).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Trileptal wird zur Behandlung von partiellen Anfällen mit oder ohne sekundär generalisierte tonisch-

klonische Anfälle und von generalisierten tonisch-klonischen Anfällen angewendet.

Trileptal wird bei Erwachsenen und bei Kindern ab dem Alter von 1 Monat eingesetzt.

Dosierung/Anwendung

Anwendung

Trileptal eignet sich als Monotherapie oder als Kombinationstherapie mit anderen antiepileptisch

wirksamen Medikamenten (AEM). Sowohl bei der Mono- als auch bei der Kombinationstherapie

sollte die Behandlung mit Trileptal mit einer klinisch effektiven Dosis, aufgeteilt in zwei Gaben pro

Tag, begonnen werden. Die Dosis kann je nach klinischem Ansprechen des Patienten erhöht werden.

Im Falle einer Kombinationstherapie muss die Dosis des laufenden AEM eventuell reduziert

und/oder die Dosis von Trileptal langsamer erhöht werden (s. «Interaktionen»), da die Gesamtdosis

AEM beim Patienten erhöht ist.

Trileptal kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Die Filmtabletten besitzen Bruchrillen und können in zwei Hälften gebrochen werden, um dem

Patienten die Einnahme zu erleichtern.

Die orale Suspension ist für jüngere Kinder und andere Patienten geeignet, die keine Filmtabletten

schlucken können oder bei denen die erforderliche Dosis nicht durch Teilung der Filmtabletten

erreicht werden kann.

Vor der Anwendung der oralen Trileptal-Suspension muss die Flasche gut geschüttelt werden.

Anschliessend ist die einzunehmende Dosis sofort zu entnehmen. Zur Entnahme der verordneten

Menge der oralen Suspension aus der Flasche sollte die beiliegende Dosierspritze verwendet werden.

Bei Verwendung der 1 ml Dosierspritze (beigefügt in der Packung mit der Flasche zu 100 ml Inhalt

für jüngere Kinder) sollte auf die nächstliegende 0.1 ml-Einheit bzw. bei Verwendung der 10 ml

Dosierspritze (beigefügt in der Packung mit der Flasche zu 250 ml Inhalt für ältere Kinder und

Erwachsene) auf die nächstliegenden 0.5 ml-Einheit gerundet werden.

Die orale Suspension kann direkt aus der Dosierspritze geschluckt oder unmittelbar vor der

Einnahme in einem kleinen Glas Wasser aufgerührt werden. Nach jedem Gebrauch ist die Flasche zu

verschliessen und die Aussenseite der Spritze mit einem trockenen, sauberen Papiertaschentuch zu

reinigen.

Die Filmtabletten und die orale Suspension von Trileptal sind bioäquivalent und bei gleicher

Dosierung austauschbar (s. «Pharmakokinetik»).

Die Verschreibung der oralen Suspension von Trileptal sollte in Millilitern angegeben werden

(s. nachfolgende Umrechnungstabelle, in der zu jeder Dosierung in Milligramm die entsprechende

Menge in Milliliter angegeben ist):

Dosis in Milligramm

(mg)

Dosis in Millilitern

(ml)

10 mg

0.2 ml

20 mg

0.3 ml

30 mg

0.5 ml

40 mg

0.7 ml

50 mg

0.8 ml

60 mg

1.0 ml

70 mg

1.2 ml

80 mg

1.3 ml

90 mg

1.5 ml

100 mg

1.7 ml

200 mg

3.3 ml

300 mg

5.0 ml

400 mg

6.7 ml

500 mg

8.3 ml

600 mg

10.0 ml

700 mg

11.7 ml

800 mg

13.3 ml

900 mg

15.0 ml

1000 mg

16.7 ml

Dosierung

Die therapeutische Wirkung von Oxcarbazepin wird hauptsächlich vom aktiven Metaboliten 10-

Monohydroxyderivat (MHD) von Oxcarbazepin vermittelt (s. «Eigenschaften/Wirkungen»,

«Pharmakodynamik»).

Eine routinemässige Kontrolle der Plasmakonzentrationen von Oxcarbazepin oder MHD ist nicht

erforderlich. Jedoch kann während der Therapie mit Trileptal eine Überwachung der

Plasmakonzentration von MHD in Betracht gezogen werden, um eine mangelnde Therapietreue

auszuschliessen, oder in Situationen, in denen eine Veränderung der MHD-Clearance zu erwarten ist,

einschliesslich bei:

·Veränderungen der Nierenfunktion (siehe unten «Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion»)

·Schwangerschaft (s. «Schwangerschaft/Stillzeit» und «Eigenschaften/Wirkungen»)

·gleichzeitiger Anwendung von Leberenzym-induzierenden Arzneimitteln (s. «Interaktionen»)

Unter den oben genannten Umständen kann die Dosis von Trileptal ggf. angepasst werden

(ausgehend von der 2-4 Stunden nach Dosisgabe gemessenen Plasmakonzentration), um die

Höchstkonzentration von MHD im Plasma bei <35 mg/l zu halten. Bei Kindern ist die

gewichtsadaptierte MHD-Clearance (L/h/kg) im Vergleich zu Erwachsenen deutlich höher

(s. «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Erwachsene: Monotherapie und Kombinationstherapie

Die im Folgenden angegebenen Dosierungsanweisungen gelten für Erwachsene, die keine

Einschränkung der Nierenfunktion haben.

Empfohlene Initialdosis

Die Behandlung mit Trileptal kann mit einer Tagesdosis von 600 mg (8–10 mg/kg/d), verteilt auf 2

Einzeldosen, begonnen werden. Die Tagesdosis kann in Abständen von einer Woche in Schritten von

höchstens 600 mg gesteigert werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Erhaltungsdosis

Die Erhaltungsdosis liegt bei Tagesdosen zwischen 600 mg und 2400 mg, wobei die meisten

Patienten auf eine Dosis von 900 mg/d ansprechen.

Maximal empfohlene Dosis

Kontrollierte Studien in der Monotherapie von bisher nicht mit Antiepileptika behandelten Patienten

haben die Wirksamkeit einer Tagesdosis von 1200 mg gezeigt, bei schwer behandelbaren Patienten,

die von anderen Antiepileptika auf eine Monotherapie mit Trileptal umgestellt wurden, erwies sich

eine Tagesdosis von 2400 mg als wirksam. Bei Kombinationstherapien tolerierten die meisten

Patienten eine maximale Tagesdosis von 2400 mg Trileptal nicht ohne eine Dosisreduktion der

anderen gleichzeitig gegebenen Antiepileptika, hauptsächlich aufgrund zentralnervöser

unerwünschter Wirkungen.

Tagesdosen über 2400 mg wurden nicht systematisch untersucht.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche

Trileptal ist vorgesehen für die Anwendung bei Kindern ab dem Alter von 1 Monat. Kinder im Alter

von weniger als 1 Monat wurden nicht in kontrollierten klinischen Studien untersucht.

Empfohlene Initialdosis

In der Mono- und in der Kombinationstherapie sollte die Behandlung mit einer Dosis von 8-

10 mg/kg/d, verteilt auf zwei Einzeldosen, begonnen werden.

Erhaltungsdosis

Die angestrebte Erhaltungsdosis von Trileptal in der Kombinationsbehandlung beträgt 30-

46 mg/kg/Tag und sollte innerhalb von zwei Wochen erreicht werden.

In einer Kombinationstherapie-Studie mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren,

bei der eine tägliche Zieldosis von 46 mg/kg/Tag erreicht werden sollte, betrug der Medianwert der

täglichen Dosis 31 mg/kg/Tag (Spanne: 6 bis 51 mg/kg/Tag). In einer Kombinationstherapie-Studie

mit Kindern im Alter von 1 Monat bis unter 4 Jahren, bei der eine tägliche Zieldosis von

60 mg/kg/Tag erreicht werden sollte, erreichten 56% der Patienten eine finale Dosis von mindestens

55 mg/kg/Tag.

Maximal empfohlene Dosis

Wenn klinisch indiziert, kann die Tagesdosis in Abständen von einer Woche in Schritten von

höchstens 10 mg/kg/d bis zu einer maximalen Tagesdosis von 60 mg/kg/d gesteigert werden, um die

gewünschte Wirkung zu erzielen.

Einfluss der gewichtsadaptierte MHD Clearance auf die pädiatrische Dosierung

Sowohl in der Kombinationstherapie als auch in der Monotherapie ist die gewichtsbezogene

Clearance (L/h/kg) von MHD (aktiver Metabolit von Oxcarbazepin) bei Kindern (insbesondere im

Alter von 1 Monat bis weniger als 4 Jahren) im Vergleich zu Erwachsenen deutlich höher

(s. «Pharmakokinetik»). Daher kann bei Kindern im Alter von 1 Monat bis <4 Jahren die doppelte,

bei Kindern im Alter von 4 bis 12 Jahren eine um 50% höhere Oxcarbazepin Dosis pro kg

Körpergewicht erforderlich sein.

Einfluss von gleichzeitig verabreichten Enzym-induzierenden Antiepileptika auf die pädiatrische

Dosierung

Bei Kindern im Alter von 1 Monat bis weniger als 4 Jahre scheint der Einfluss von Enzym-

induzierenden Antiepileptika auf die gewichtskorrigierte Clearance höher im Vergleich zu älteren

Kindern. Bei Kindern im Alter von 1 Monat bis weniger als 4 Jahre kann bei der

Kombinationsbehandlung mit Enzym-induzierenden Antiepileptika im Vergleich zur Monotherapie

oder Kombinationsbehandlung mit Nicht-Enzym-induzierenden Antiepileptika eine um 60% höhere

Oxcarbazepin Dosis pro Körpergewicht erforderlich sein. Bei älteren Kindern (≥4 Jahre) unter

Behandlung mit Enzym-induzierenden Antiepileptika kann im Vergleich zu denjenigen unter

Monotherapie eine nur leicht höhere Dosierung pro Körpergewicht erforderlich sein.

Die oben aufgeführten Dosierungsempfehlungen (Erwachsene, ältere Patienten und Kinder) beruhen

auf den in klinischen Studien verwendeten Dosen in allen Altersgruppen. Wo angezeigt, können

jedoch auch niedrigere Anfangsdosen verwendet werden.

Ältere Patienten (ab 65 Jahren)

Eine Dosisanpassung allein aufgrund des Alters ist nicht erforderlich, da die therapeutische

Oxcarbazepin-Dosis individuell bestimmt wird (s. «Pharmakokinetik»). Bei älteren Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) wird jedoch eine Dosisanpassung

empfohlen (s. «Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion»). Bei Patienten mit

Hyponatriämierisiko muss der Natriumspiegel engmaschig kontrolliert werden (s. «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Einschränkung der

Leberfunktion nicht notwendig. Trileptal wurde bei Patienten mit schwerer Einschränkung der

Leberfunktion nicht untersucht. Deshalb ist bei Verabreichung von Trileptal bei solchen Patienten

Vorsicht geboten (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Therapie mit Trileptal sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-

Clearance <30 ml/min) mit der Hälfte der üblichen Initialdosis (300 mg/d) begonnen und bis zum

Erreichen des gewünschten klinischen Ansprechens in Abständen von mindestens einer Woche

erhöht werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»). Die

Dosissteigerung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bedarf einer sorgfältigen

Überwachung.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Oxcarbazepin oder Eslicarbazepin oder einem der

Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überempfindlichkeitsreaktionen

Unter Behandlung mit Oxcarbazepin wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet, wobei

sowohl Typ I-Reaktionen als auch andere Arten von Hypersensitivitätsreaktionen beobachtet

wurden. Im Falle des Auftretens entsprechender Symptome sollte Trileptal abgesetzt und die

Behandlung auf ein anderes Antiepileptikum umgestellt werden.

Typ I-Reaktionen: Es wurde über Symptome wie Ausschläge, Pruritus, Urticaria, Dyspnoe,

Bronchospasmus, Angioedem bis hin zu anaphylaktischem Schock berichtet. Die Fälle mit

anaphylaktischem Angioedem betrafen Larynx, Zunge, Lippen und Augenlider; solche Reaktionen

wurden sowohl nach der ersten als auch bei nachfolgenden Einnahmen von Trileptal beobachtet.

Patienten, die Überempfindlichkeitsreaktionen auf Carbamazepin gezeigt haben, sollten darüber

informiert werden, dass auch bei Behandlung mit Trileptal Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B.

schwere Hautreaktionen) mit einer Kreuzreaktionsrate von 25-30% auftreten können. Aus diesem

Grund sollten Patienten vor Therapiebeginn mit Trileptal speziell über frühere Behandlungen mit

Carbamazepin befragt werden. Patienten mit einer Überempfindlichkeitsreaktion auf Carbamazepin

in der Anamnese sollten in der Regel nur dann mit Trileptal behandelt werden, wenn der potenzielle

Nutzen das potenzielle Risiko rechtfertigt. Wenn sich Anzeichen oder Symptome einer

Überempfindlichkeit entwickeln, sollte Trileptal sofort abgesetzt werden.

Andere Überempfindlichkeitsreaktionen, inklusive Multi-Organ Hypersensitivitäts-Reaktionen:

Solche Reaktionen wurden sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern in engem zeitlichem

Zusammenhang (zumeist innerhalb der ersten drei Wochen, möglicherweise auch später) mit dem

Beginn der Behandlung beobachtet. Die Symptomatik war sehr unterschiedlich. Üblicherweise

wiesen die Patienten aber nicht nur Fieber und einen Hautausschlag auf, sondern zusätzlich eine

Beteiligung anderer Organsysteme. Berichtet wurde dabei über Asthenie, Pruritus, Arthralgien,

Gelenkschwellung, Lymphadenopathie, Splenomegalie, hämatologische Anomalien (z.B.

Eosinophilie, Thrombozytopenie, Neutropenie), Lungenödem, interstitielle Lungenveränderungen,

abnorme Leberfunktionstests, Hepatitis, Proteinurie, Oligurie, interstitielle Nephritis, Nierenversagen

und hepatorenales Syndrom. Auch Symptome anderer Organsysteme können auftreten. Einige Fälle

führten zu einer Hospitalisierung, wobei vereinzelte als lebensbedrohlich beurteilt wurden.

Solche Hypersensitivitätsreaktionen wurden auch bei Patienten ohne Überempfindlichkeit auf

Carbamazepin in der Vorgeschichte beobachtet.

Über schwere Hautreaktionen einschliesslich Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale

Nekrolyse (arzneimittelinduziertes Lyell's Syndrom) und Erythema multiforme wurde in sehr

seltenen Fällen in Zusammenhang mit der Anwendung von Trileptal berichtet. Bei Patienten mit

schweren Hautreaktionen kann eine Hospitalisierung notwendig sein, da solche Zustände

lebensbedrohlich sind. Solche Fälle in Zusammenhang mit Trileptal traten sowohl bei Erwachsenen

als auch bei Kindern auf. Die mediane Zeitdauer bis zum Auftreten betrug 19 Tage.

Falls ein Patient unter Trileptal eine Hautreaktion entwickelt, ist das Absetzen von Trileptal und der

Wechsel auf eine andere antiepileptische Therapie in Betracht zu ziehen. Über verschiedene isolierte

Fälle des erneuten Auftretens einer schweren Hautreaktion nach Wiederaufnahme der Behandlung

mit Trileptal wurde berichtet.

Es gibt zunehmende Evidenz, dass unterschiedliche HLA-Allele bei prädisponierten Patienten eine

Rolle in Zusammenhang mit unerwünschten Immun- und Hautreaktionen spielen.

Assoziation mit HLA-B*1502 Allel

Retrospektive Studien in Patienten mit Han-Chinesischer oder Thailändischer Abstammung zeigten

eine starke Korrelation zwischen SJS/TEN-Hautreaktionen in Zusammenhang mit der Anwendung

von Carbamazepin und dem Vorliegen des Human Leucozyte Antigen (HLA)- B*1502 Allel. Da die

chemische Struktur von Oxcarbazepin jener von Carbamazepin ähnlich ist, besteht vermutlich auch

unter Oxcarbazepin bei Patienten mit HLA-B*1502 ein erhöhtes Risiko für SJS/TEN-

Hautreaktionen. Einige Daten beschreiben eine solche Assoziation auch für Oxcarbazepin.

Die Prävalenz von Trägern dieses Allels ist rund 20% auf den Philippinen, 13.5% in Vietnam, 2-12%

in der Han Chinesischen Population, gut 8% in Thailand sowie 2-6% in Korea und Indien. In der

kaukasischen Bevölkerung ist die Prävalenz des HLA-B*1502 Allels hingegen vernachlässigbar

(<1%), ebenso bei Afrikanern, Japanern, der indigenen Bevölkerung Amerikas und den Menschen

spanischer Abstammung.

Angegeben ist jeweils die Prävalenz homozygoter Allelträger. Der Anteil Heterozygoter (und damit

an Personen mit potentiell erhöhtem Risiko für Hautreaktionen) ist jeweils fast doppelt so hoch.

Patienten, welche aufgrund ihrer Abstammung ein erhöhtes Risiko aufweisen, sollten vor Beginn

einer Behandlung mit Trileptal darauf untersucht werden, ob sie Träger des Allels HLA-B*1502

sind. Im Falle eines positiven Befunds sollte von einer Behandlung mit Trileptal abgesehen werden,

es sei denn, der Nutzen ist eindeutig grösser als das Risiko. Bei der Therapieentscheidung muss

berücksichtigt werden, dass HLA-B*1502 auch bei anderen Antiepileptika einen Risikofaktor

darstellt. Ein Screening auf HLA-B*1502 in Bevölkerungsgruppen mit niedriger Prävalenz ist nicht

erforderlich. Ebenso ist das Screening auch nicht angebracht bei Patienten, die schon seit längerem

Trileptal anwenden, da das SJS/TEN zumeist nur in den ersten Monaten der Therapie auftritt.

Assoziation mit HLA-A*3101 Allel

Das humane Leukozyten Antigen (HLA)-A*3101 kann ein Risikofaktor für die Entwicklung von

unerwünschten Hautreaktionen wie SJS/TEN, DRESS (Drug Rash with Eosinophilia and Systemic

Symptoms), AGEP (Akute generalisierte exanthematische Pustulosis) und makulopapulösen

Ausschlägen sein. Insbesondere gibt es Daten, die darauf hindeuten, dass das HLA-A*3101 Allel mit

einem erhöhten Risiko für Carbamazepin-induzierte Hautreaktionen (SJS/TEN, DRESS, AGEP) und

makulopapulöse Ausschläge assoziiert ist.

Die Prävalenz dieses Allels ist sehr unterschiedlich in verschiedenen ethnischen Populationen. Die

Prävalenz in der europäischen Bevölkerung beträgt etwa 2-5%, in der japanischen Bevölkerung etwa

10%. Bei der Mehrheit der australischen, asiatischen, afrikanischen und nordamerikanischen

Bevölkerung wird die Prävalenz dieses Allels auf weniger als 5% geschätzt.

Angegeben ist jeweils die Prävalenz homozygoter Allelträger. Der Anteil Heterozygoter (und damit

an Personen mit potentiell erhöhtem Risiko für Hautreaktionen) ist jeweils fast doppelt so hoch.

Ein Screening auf HLA-A* 3101 in Bevölkerungsgruppen mit niedriger Prävalenz wird nicht

empfohlen. Ebenso ist ein Screening auch nicht angebracht bei Patienten, die schon seit längerem

Trileptal anwenden, da SJS/TEN, DRESS, AGEP und makulopapulöse Ausschläge zumeist nur in

den ersten Monaten der Therapie auftreten.

Bei Patienten europäischer oder japanischer Abstammung und vorliegendem HLA-A*3101 Allel

kann eine Behandlung mit Trileptal erfolgen, sofern der Nutzen grösser als das Risiko ist.

Die Resultate eines genetischen Screenings können eine angemessene Überwachung des Patienten

nicht ersetzen, zumal das Risiko für schwere Hautreaktionen möglicherweise auch durch andere

Faktoren (wie z.B. Komorbiditäten) beeinflusst wird.

Risiko der Verschlimmerung der Anfälle

Bei Trileptal wurde über ein Risiko der Verschlimmerung der Anfälle berichtet. Das Risiko der

Verschlimmerung der Anfälle ist vor allem bei Kindern vorhanden, kann aber auch bei Erwachsenen

vorliegen. Bei Verschlimmerung der Anfälle sollte Trileptal abgesetzt werden.

Hyponatriämie

Bei bis zu 2.7% der mit Trileptal behandelten Patienten sank der Serum-Natriumspiegel unter

125 mmol/l, was in der Regel asymptomatisch war und keine Anpassung in der Therapie erforderte.

Wird ein klinisches Eingreifen erwogen, so zeigen Erfahrungen aus klinischen Studien, dass sich der

Serum-Natriumspiegel auf die Basiswerte normalisiert, sobald die Trileptal Dosis reduziert, Trileptal

abgesetzt oder der Patient konservativ behandelt wird (z.B. durch eingeschränkte Flüssigkeitszufuhr).

Bei Patienten mit vorbestehenden renalen Erkrankungen, die einer hohen Flüssigkeitszufuhr

bedürfen, bei Patienten mit vorbestehendem niedrigem Natriumspiegel (z.B. Syndrom der

inadäquaten ADH-Sekretion) und bei Patienten, die gleichzeitig mit den Natriumspiegel senkenden

Arzneimitteln (z.B. Diuretika, Desmopressin) oder mit nichtsteroidalen Antirheumatika (z.B.

Indometacin) behandelt werden, sollten die Serumnatriumspiegel vor der Behandlung bestimmt

werden. Danach sollten die Serumnatriumspiegel zunächst nach etwa zwei Wochen und dann

während der ersten drei Monate der Behandlung in monatlichen Abständen oder entsprechend der

klinischen Notwendigkeit bestimmt werden. Die oben genannten Risikofaktoren treten besonders bei

älteren Patienten auf. Bei Patienten, die mit Trileptal behandelt werden und bei denen eine

Behandlung mit den Natriumspiegel senkenden Arzneimitteln begonnen wird, sollte dem gleichen

Schema für die Bestimmung der Serumnatriumspiegel gefolgt werden. Grundsätzlich sollte eine

Serumnatriumspiegelbestimmung in Betracht gezogen werden, wenn während der Behandlung mit

Trileptal klinische Zeichen einer Hyponatriämie auftreten. Bei allen übrigen Patienten ist eine

Kontrolle der Serumnatriumspiegel im Rahmen der routinemässigen Laborkontrollen ausreichend.

Sehr selten kann sich während der Therapie mit Trileptal eine klinisch relevante Hyponatriämie (Na

<125 mmol/l) entwickeln. Sie trat üblicherweise während den ersten 3 Monaten der Behandlung auf,

wobei es Patienten gab, die erst ein Jahr nach Therapiebeginn einen Serumnatriumspiegel von

<125 mmol/l entwickelten. Dabei wurden auch Fälle beobachtet, die mit Krampfanfällen,

Desorientiertheit, verminderter Wahrnehmung, Enzephalopathie, Sehstörungen (z.B.

Verschwommensehen), Erbrechen, Übelkeit und Folsäure-Defiziten einhergingen.

In Einzelfällen kann unter Therapie mit Trileptal ein «Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion»

(SIADH-Syndrom) auftreten.

Kardiale Vorerkrankungen

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz sollte eine regelmässige Gewichtskontrolle durchgeführt werden,

um das Auftreten einer Flüssigkeitsretention festzustellen. Im Falle einer Flüssigkeitsretention oder

einer Verschlechterung der Herzfunktion sollte der Serumnatriumspiegel bestimmt werden. Wenn

eine Hyponatriämie festgestellt wird, ist die Flüssigkeitsrestriktion eine wichtige

Behandlungsmassnahme.

Da es unter Oxcarbazepin in sehr seltenen Fällen zu einer Beeinträchtigung der Reizleitung am

Herzen kommen kann, sollten Patienten mit vorbestehender Störung der Reizleitung (z.B. AV-Block,

Arrhythmien) sorgfältig überwacht werden.

Hypothyreose

Hypothyreose ist eine sehr seltene unerwünschte Wirkung von Oxcarbazepin. In Anbetracht der

Bedeutung von Schilddrüsenhormonen für die Kindesentwicklung nach der Geburt ist es ratsam, vor

Beginn der Therapie mit Trileptal in der pädiatrischen Altersgruppe einen Schilddrüsenfunktionstest

durchzuführen, insbesondere bei Kindern im Alter von 2 Jahren oder darunter. Bei der pädiatrischen

Altersgruppe wird auch während der Therapie mit Trileptal eine Überwachung der

Schilddrüsenfunktion empfohlen. Bei Hypothyreosepatienten wird eine Überwachung der

Schilddrüsenfunktion empfohlen, um die Dosis der Hormonsubstitutionstherapie zu bestimmen.

Suizidalität

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, placebo-

kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von

Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser

Nebenwirkung ist nicht bekannt, und die verfügbaren Daten schliessen die Möglichkeit eines

erhöhten Risikos bei der Einnahme von Trileptal nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Andere Risiken und Vorsichtsmassnahmen

Nach der Markteinführung wurden sehr seltene Fälle von Agranulozytose, aplastischer Anämie oder

Panzytopenie bei Patienten, welche mit Trileptal behandelt wurden, gemeldet. Aufgrund der sehr

niedrigen Inzidenz sowie Zusatzfaktoren, welche möglicherweise ebenfalls eine Rolle spielen (z.B.

Grundkrankheit, Begleitmedikation), kann die Kausalität nicht beurteilt werden. Bei Anzeichen einer

relevanten Knochenmarksdepression sollte das Absetzen des Arzneimittels in Erwägung gezogen

werden.

Leberfunktion

Sehr seltene Fälle von Hepatitis wurden berichtet, welche in den meisten Fällen einen günstigen

Spontanverlauf nahmen. Wenn der Verdacht auf eine Leberfunktionsstörung auftritt, sollte die

Leberfunktion überprüft und ein Abbruch der Trileptal Behandlung in Betracht gezogen werden.

Vorsicht ist angezeigt bei der Behandlung von Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung

(s. «Dosierung/Anwendung» und «Eigenschaften/Wirkungen»).

Nierenfunktion

Bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) ist während

der Behandlung mit Trileptal Vorsicht geboten, insbesondere was die Anfangsdosis und die

Auftitration der Dosis anbelangt (s. «Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»).

Bei Langzeitanwendung von Trileptal wurde über eine Reduktion der Knochenmineraldichte bis hin

zu einer manifesten Osteoporose mit Auftreten von Frakturen berichtet. Der genaue Mechanismus,

wie Oxcarbazepin den Knochenmetabolismus beeinflusst, ist bislang nicht bekannt.

Absetzeffekte

Wie auch bei anderen Antiepileptika ist ein abruptes Absetzen von Trileptal zu vermeiden. Die

Dosierung sollte schrittweise reduziert werden, um das Risiko einer Anfallsauslösung, d.h.

Verschlimmerung der Anfälle oder Status epilepticus, möglichst gering zu halten. Ist ein abruptes

Absetzen von Trileptal unvermeidlich, z.B. aufgrund schwerer Nebenwirkungen, sollte während der

Umstellung auf ein anderes Antiepileptikum ein geeignetes Medikament (z.B. Diazepam i.v., rektal;

Phenytoin i.v.) verabreicht und der Patient streng überwacht werden.

Oxcarbazepin besitzt eine geringere enzyminduzierende Wirkung als Carbamazepin. Unter

Umständen muss die Dosierung anderer gleichzeitig verabreichter Antiepileptika verringert werden

(s. «Interaktionen/antiepileptisch wirksame Medikamente»).

Besondere Vorsichtsmassnahmen während einer Schwangerschaft

Antiepileptika können einen Folsäuremangel verstärken. Da ein Folsäuremangel während der

Schwangerschaft mit einer erhöhten Missbildungsrate assoziiert ist, wird empfohlen, vor und

während einer Schwangerschaft zusätzlich Folsäure zu geben.

Infolge physiologischer Veränderungen während der Schwangerschaft kann sich der Plasmaspiegel

des aktiven Stoffwechselprodukts von Oxcarbazepin, das 10-Monohydroxy-Derivat (MHD),

während der Schwangerschaft allmählich verringern. Es wird empfohlen, die Wirksamkeit bei

Frauen, die in der Schwangerschaft mit Trileptal behandelt werden, sorgfältig zu überwachen. Um

eine adäquate Anfallsprophylaxe während der gesamten Schwangerschaft zu gewährleisten, sollte

ggf. die MHD-Plasmakonzentration bestimmt werden. Eine postpartale Kontrolle der MHD-

Plasmakonzentration kann angezeigt sein, falls die Dosierung von Trileptal während der

Schwangerschaft erhöht werden musste.

Fertilität

Es liegen keine Daten in Bezug auf die Fertilität beim Menschen vor. Tierstudien haben keine

Beeinträchtigung der Fertilität, aber eine negative Wirkung auf weibliche Reproduktionsparameter

gezeigt, wobei ein Risiko einer Beeinträchtigung der weiblichen Fertilität nicht ausgeschlossen

werden kann (s. «Präklinische Daten»).

Interaktionen

Hormonellen Kontrazeptiva: Patientinnen im gebärfähigen Alter sind darauf hinzuweisen, dass der

gleichzeitige Gebrauch von Trileptal und hormonellen Kontrazeptiva den kontrazeptiven Schutz

aufhebt (s. «Interaktionen»). Zusätzliche nicht-hormonelle Kontrazeptionsmassnahmen sollten bei

Patientinnen, welche mit Trileptal behandelt werden, empfohlen werden.

Vitamin-B12-Mangel sollte entweder ausgeschlossen oder behandelt werden.

Alkohol: Patienten, die mit Trileptal behandelt werden, sollten auf Alkohol verzichten, da ein

zusätzlicher sedativer Effekt eintreten kann.

Trileptal Suspension enthält Äthanol, weniger als 100 mg/maximal eingenommene Dosis von

2400 mg. Sie enthält ausserdem Parabene, welche allergische Reaktionen (möglicherweise

verzögert) auslösen können. Da die Suspension Sorbitol enthält, sollte sie nicht an Patienten

verabreicht werden, die an der seltenen, erblichen Fructoseintoleranz leiden.

Interaktionen

Die folgende Tabelle liefert eine Übersicht über die Interaktionen von Oxcarbazepin mit anderen

Antiepileptika. Zu Details wird auf den anschliessenden Text verwiesen.

Zusammenfassung der Interaktionen antiepileptischer Medikamente mit Trileptal

Antiepileptikum

Gleichzeitige Gabe

von:

Einfluss von Trileptal auf das

Antiepileptikum

Cmin:

Einfluss des Antiepileptikum auf

MHD (**)

AUC:

Carbamazepin

0–22% Abnahme

(30% Zunahme von Carbamazepin-

epoxid)

40% Abnahme

Clobazam

Nicht untersucht

kein Einfluss

Felbamat

Nicht untersucht

kein Einfluss

Lamotrigin

kein Einfluss (*)

kein Einfluss

Phenobarbital

14–15% Zunahme

30-31% Abnahme

Phenytoin

0–40% Zunahme

29-35% Abnahme

Valproinsäure

kein Einfluss

0-18% Abnahme

(*: kein Einfluss auf Cmin, AUC und Cmax)

(**: MHD: Monohydroxyderivat (pharmakologisch aktiver Metabolit von Oxcarbazepin))

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Oxcarbazepin

Starke Induktoren von Cytochrom P450 wie Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin oder

Phenobarbital führen zu einer Erniedrigung der Plasma-/Serumspiegel von MHD um 29-40%. Bei

gleichzeitiger Verabreichung von einem oder mehreren dieser Arzneimittel mit Oxcarbazepin sollte

daher eine Kontrolle der Plasmaspiegel und/oder eine Dosisanpassung in Betracht gezogen werden.

Cimetidin, Erythromycin, Viloxazin, Warfarin und Dextropropoxyphen hatten keinen Einfluss auf

die Pharmakokinetik von MHD.

Einfluss von Oxcarbazepin auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Enzymhemmung

Oxcarbazepin und sein pharmakologisch aktiver Metabolit (das Monohydroxyderivat, MHD)

hemmen CYP2C19. Daher können Wechselwirkungen auftreten, wenn hohe Dosen Trileptal

zusammen mit Arzneimitteln verabreicht werden, die von CYP2C19 metabolisiert werden (z.B.

Phenytoin). Die Plasmaspiegel von Phenytoin nahmen um bis zu 40% zu bei Verabreichung von

Trileptal in Dosen von über 1200 mg/d (s. Tabelle oben). In diesem Fall kann eine Dosisreduktion

des gleichzeitig verabreichten Phenytoins notwendig sein (s. «Dosierung/Anwendung»).

Enzyminduktion

Oxcarbazepin und MHD sind in vitro und in vivo schwache Induktoren der Cytochrome CYP3A4

und CYP3A5, die hauptsächlich für den Metabolismus z.B. von Dihydropyridin Kalzium-

Antagonisten (z.B. Felodipin), Immunsuppressiva (z.B. Ciclosporin, Tacrolimus), oralen

Kontrazeptiva (s. unten) und einigen anderen Antiepileptika (z.B. Carbamazepin) verantwortlich

sind. Dies führt zu einem niedrigeren Serumspiegel dieser Arzneimittel.

In vitro induzieren Oxcarbazepin und MHD nur schwach die UDP-Glucuronyltransferase (nicht-

spezifische UGT-Enzym Studie). Daher scheint ein klinisch relevanter Effekt von Oxcarbazepin und

MHD in vivo auf Arzneimittel, die hauptsächlich durch Konjugation mittels UDP-

Glucuronyltransferasen eliminiert werden, unwahrscheinlich.

Trotz des schwachen Induktionspotentials von Oxcarbazepin und MHD kann bei der Beendigung der

Behandlung mit Trileptal eine Dosisverringerung der gleichzeitig gegebenen Arzneimittel notwendig

werden; darüber sollte aufgrund der klinischen Überwachung und Kontrolle der Plasmaspiegel

entschieden werden.

Bei Trileptal wurde keine Autoinduktion beobachtet.

Hormonale Kontrazeptiva: In einer Studie mit einem kombinierten Kontrazeptivum (Ethinylestradiol

und Levonorgestrel) wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von Oxcarbazepin die mittlere AUC

von Ethinylestradiol und Levonorgestrel um 48-52% bzw. 32-52% erniedrigt. Andere hormonale

Kontrazeptiva wurden nicht untersucht. Bei gleichzeitiger Anwendung von Trileptal kann daher die

kontrazeptive Wirksamkeit hormonaler Kontrazeptiva in relevanter Weise reduziert sein

(s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), und es sollten andere zuverlässige

Kontrazeptionsmethoden angewendet werden.

Trizyklische Antidepressiva

In den klinischen Studien wurden keine klinisch relevanten Interaktionen beobachtet.

Pharmakodynamische Interaktionen

Die Kombination von Lithium mit Oxcarbazepin kann zu erhöhter Neurotoxizität führen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Generelle Risiken bei Epilepsie und der Einnahme von Antiepileptika

Es wurde gezeigt, dass die Missbildungsrate bei Nachkommen von Frauen mit Epilepsie zwei bis

drei Mal grösser ist als die Rate von ungefähr 3% in der Allgemeinbevölkerung. Bei den behandelten

Frauen wurde vor allem bei denjenigen eine Zunahme von Missbildungen beobachtet, welche eine

Kombinationstherapie erhielten; mit welchem Ausmass die jeweilige Behandlung und/oder die

Krankheit diesbezüglich verantwortlich war, konnte jedoch nicht geklärt werden. Eine wirksame

antiepileptische Behandlung sollte während einer Schwangerschaft nicht unterbrochen werden, da

eine Verschlimmerung der Krankheit sowohl für die Mutter wie für den Foeten mit Risiken

verbunden ist.

Risiken aufgrund von Oxcarbazepin

Klinische Daten über die Verabreichung von Oxcarbazepin beim Menschen während der

Schwangerschaft sind begrenzt. Die häufigsten kongenitalen Fehlbildungen, die unter Therapie mit

Oxcarbazepin aufgetreten sind, waren Ventrikelseptumdefekt, atrioventrikulärer Septumdefekt,

Lippen-/Gaumenspalte, Down-Syndrom, Hüftdysplasie (einseitig oder beidseitig), tuberöse Sklerose

und kongenitale Fehlbildung des Ohrs. Auf der Grundlage von Daten aus einem nordamerikanischen

Schwangerschaftsregister betrug die Häufigkeit gravierender kongenitaler Fehlbildungen, definiert

als strukturelle Anomalie mit chirurgischer, medizinischer oder kosmetischer Bedeutung, die

innerhalb von 12 Wochen nach der Geburt diagnostiziert wurden, 2.0% (95%-KI, 0.6 bis 5.1%),

wenn die Mütter im ersten Trimenon eine Monotherapie mit Oxcarbazepin erhalten hatten.

Verglichen mit Frauen, die in der Schwangerschaft keine Antikonvulsiva erhalten hatten, beträgt das

relative Risiko (RR) einer kongenitalen Anomalie bei Schwangeren unter Behandlung mit

Oxcarbazepin 1.6, 95%-KI 0.46 bis 5.7.

Tierstudien zeigten bei hohen, am Muttertier toxischen Dosen eine Erhöhung der Inzidenz der

Embryomortalität, Verzögerung des Wachstums und vereinzelt Missbildungen (s. «Präklinische

Daten»).

Unter Berücksichtigung dieser Daten ergibt sich:

Kommt es unter der Therapie mit Trileptal zu einer Schwangerschaft, ist eine solche geplant oder

muss während einer Schwangerschaft eine Behandlung mit Trileptal begonnen werden, sollte die

Notwendigkeit der Behandlung mit Trileptal neu überdacht werden. Dies ist besonders in den ersten

3 Monaten der Schwangerschaft wichtig. Die niedrigste wirksame Dosis sollte gegeben werden. Bei

Frauen im gebärfähigen Alter, zumindest aber in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft, sollte

Trileptal wenn irgendwie möglich als Monotherapie verabreicht werden. Die Patientinnen sollten

über ein möglicherweise erhöhtes Missbildungsrisko und die Möglichkeiten der pränatalen

Diagnostik beraten werden.

Neugeborene

Bei Neugeborenen wurde nach intrauteriner Exposition gegenüber Antiepileptika über

Blutgerinnungsstörungen berichtet. Neugeborene sollten daher Vitamin K1 erhalten. Als

Vorsichtsmassnahme kann ausserdem die Gabe von Vitamin K1 präventiv in den letzten Wochen der

Schwangerschaft erwogen werden.

Nach einer Behandlung der Mutter mit Antiepileptika während der Schwangerschaft, wurde in

seltenen Fällen bei Neugeborenen eine Hypokalzämie als Folge von Störungen des

Calciumphosphat-Metabolismus und der Knochenmineralisation beobachtet.

Frauen im gebärfähigen Alter und empfängnisverhütende Massnahmen

Frauen im gebärfähigen Alter sollte angeraten werden, während der Behandlung mit Trileptal

hochwirksame Empfängnisverhütungsmethoden (vorzugsweise nicht-hormonell; z.B. intrauterine

Implantate) anzuwenden. Trileptal kann zu einem Versagen der therapeutischen Wirkung oraler

Ethinylestradiol (EE) und Levonorgestrel (LNG) enthaltender Kontrazeptiva führen

(s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Stillzeit

Oxcarbazepin und sein aktiver Metabolit (MHD) gehen in die Muttermilch über.

Die Auswirkungen von Trileptal auf den Säugling sind unbekannt. Daher sollte während der

Anwendung von Trileptal nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Unerwünschte Wirkungen wie Schwindel, Schläfrigkeit, Ataxie, Diplopie, verschwommenes Sehen,

Sehstörungen, Hyponatriämie und vermindertes Bewusstsein wurden mit Trileptal berichtet

(s. «Unerwünschte Wirkungen»), insbesondere zu Beginn einer Therapie oder im Zusammenhang

mit einer Dosisanpassung (häufiger während einer Auftitirierungsphase). Patienten sollten deshalb

entsprechend vorsichtig sein beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen, die bei mehr als 10% der Patienten

auftreten, sind Schläfrigkeit, Kopfschmerz, Schwindel, Diplopie, Übelkeit, Erbrechen und

Müdigkeit.

Die Analyse des Profils der unerwünschten Wirkungen nach Körpersystem beruht auf den

unerwünschten Wirkungen, die in klinischen Studien in Zusammenhang mit der Einnahme von

Trileptal gebracht wurden. Darüber hinaus wurden klinisch relevante Meldungen über unerwünschte

Wirkungen aus Named Patient Programs und aus der Anwendungsbeobachtung nach der

Markteinführung berücksichtigt.

Geschätzte Häufigkeiten: Sehr häufig ≥1/10; häufig ≥1/100, <1/10; gelegentlich ≥1/1000, <1/100;

selten ≥1/10'000, <1/1000; sehr selten <1/10'000, Häufigkeit nicht bekannt (basierend überwiegend

auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt

werden).

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Leukopenie.

Sehr selten: Knochenmarksdepression, aplastische Anämie, Agranulozytose, Panzytopenie,

Thrombozytopenie, Neutropenie.

Immunsystem

Sehr selten: Anaphylaktische Reaktionen, Hypersensitivitätsreaktionen (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Häufigkeit nicht bekannt: DRESS-Syndrom (Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms)

(s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Endokrine Störungen

Häufig: Gewichtszunahme.

Sehr selten: Hypothyreose.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Hyponatriämie, vermehrt bei älteren Patienten (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Sehr selten: klinisch relevante Hyponatriämie (Na <125 mmol/l) (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»), Hypothyreoidismus.

Häufigkeit nicht bekannt: Zustand wie bei einem Syndrom der inadäquaten Ausschüttung von ADH

mit Anzeichen und Symptomen von Lethargie, Übelkeit, Schwindel, Verringerung der Osmolalität

im Blutserum, Erbrechen, Kopfschmerz, Verwirrtheit oder anderen neurologischen Anzeichen und

Symptomen.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Agitation (z.B. Nervosität), Affektlabilität, Verwirrtheitszustand, Depression, Apathie.

Nervensystem

Sehr häufig: Benommenheit (22.6%), Schwindel (22.6%), Schläfrigkeit (22.5%), Kopfschmerzen

(14.6%).

Häufig: Tremor, Ataxie, Nystagmus, Aufmerksamkeitsstörung, Gedächtnisstörungen.

Häufigkeit nicht bekannt: Sprechstörungen (einschliesslich Dysarthrie); häufiger während der

Auftitrierung der Trileptal Dosis.

Augen

Sehr häufig: Doppelbilder (13.9%).

Häufig: Verschwommensehen, Sehstörungen.

Herz

Sehr selten: atrioventrikulärer Block, Arrhythmie.

Gefässe:

Sehr selten: Hypertonie.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Übelkeit (14.1%), Erbrechen (11.1%).

Häufig: Diarrhoe, Bauchschmerzen, Obstipation.

Sehr selten: Pankreatitis und/oder erhöhte Lipase und/oder erhöhte Amylase.

Leber und Galle

Gelegentlich: Anstieg der Transaminasen und/oder der alkalischen Phosphatase.

Sehr selten: Hepatitis (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Haut

Häufig: Exanthem, Alopezie, Akne.

Gelegentlich: Urticaria.

Sehr selten: Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (arzneimittelinduziertes Lyell

Syndrom), Angiooedem, Erythema multiforme. (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»),

systemischer Lupus erythematodes.

Häufigkeit nicht bekannt: Arzneimittelbedingter Hautausschlag mit Eosinophilie und systemischen

Symptomen (DRESS). akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) (s. «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Muskelskelettsystem

Häufigkeit nicht bekannt: verminderte Knochenmineraldichte, Osteopenie, Osteoporose, Frakturen

(bei Langzeitanwendung).

Allgemeine Störungen

Sehr häufig: Müdigkeit (12%).

Häufig: Asthenie.

Untersuchungen

Sehr selten: Amylase erhöht, Lipase erhöht.

Verletzung und Komplikationen nach Eingriffen

Häufigkeit nicht bekannt: Sturz.

Pädiatrie

In klinischen Studien bei Kindern im Alter von 1 Monat bis weniger als 4 Jahre war die am

häufigsten berichtete unerwünschte Wirkung Schläfrigkeit, die bei ungefähr 11% der Patienten

auftrat. Unerwünschte Wirkungen, die mit einer Häufigkeit von ≥1% bis <10% auftraten, waren

Ataxie, Erregbarkeit, Erbrechen, Lethargie, Müdigkeit, Nystagmus, Tremor, verminderter Appetit

und erhöhte Blutharnsäure.

Überdosierung

Es wurden vereinzelte Fälle von Überdosierungen beschrieben. Die maximale eingenommene Dosis

betrug 48 g.

Symptome

Bei Überdosierung treten Symptome auf wie: Hyponatriaemie, Diplopie, Miosis, verschwommenes

Sehen, Übelkeit, Erbrechen, Hyperkinesie, Müdigkeit, Atemfrequenzdepression, QTc Verlängerung,

Benommenheit, Somnolenz, Schwindelgefühl, Nystagmus, Ataxie, Zittern, Koordinationsstörungen

(abnorme Koordination), Krämpfe, Kopfschmerzen, Koma, Bewusstseinsverlust, Dyskinesie,

Aggression, Agitation, Verwirrungszustand, Hypotonie und Dyspnoe.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot. Es sollte eine adäquate symptomatische und supportive

Behandlung erfolgen. Eine Verminderung der Resorption mittels Magenspülung und/oder

Verabreichung von Aktivkohle sollte in Betracht gezogen werden. Es empfiehlt sich, die

lebenswichtigen Funktionen zu überwachen und speziell auf Störungen des Elektrolythaushalts,

Erregungsleitungsstörungen und respiratorische Probleme zu achten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03AF02

Wirkungsmechanismus

Die pharmakologische Aktivität von Trileptal (Oxcarbazepin) wird vor allem durch den Metaboliten

MHD (Monohydroxy-Derivat von Oxcarbazepin) vermittelt. Man geht davon aus, dass der

Wirkmechanismus von Oxcarbazepin und MHD vor allem auf der Blockade von

spannungsempfindlichen Natriumkanälen beruht, woraus eine Stabilisierung übererregbarer

neuronaler Membranen, Hemmung repetitiver neuronaler Entladungen und Verlangsamung der

Fortleitung synaptischer Impulse resultieren. Möglicherweise tragen ein vermehrter Kaliumeinstrom

und die Modulation von hochspannungsaktivierten Kalziumkanälen zusätzlich zu dem

antikonvulsiven Effekt bei. Es wurden keine signifikanten Interaktionen mit Gehirn-

Neurotransmitter- oder Modulator-Rezeptor-Bindungsstellen festgestellt.

Pharmakodynamik

Oxcarbazepin und sein aktiver Metabolit MHD sind bei Tieren wirksame Antiepileptika. Sie

schützen Nager vor generalisierten tonisch-klonischen und, in geringerem Ausmass, klonischen

epileptischen Anfällen und unterdrücken oder reduzieren bei Rhesusaffen mit Aluminiumimplantaten

die Frequenz chronisch wiederauftretender partieller Anfälle. Es wurde keine Toleranzentwicklung

(d.h. Verminderung antikonvulsiver Aktivität) bei Behandlung tonisch-klonischer Anfälle

beobachtet, wenn Mäuse und Ratten täglich über 5 Tage respektive 4 Wochen mit Oxcarbazepin oder

MHD therapiert wurden.

Klinische Wirksamkeit

Trileptal wird als Antiepileptikum entweder als Monotherapie oder in der Kombinationstherapie

eingesetzt und kann andere antiepileptische Medikamente ersetzen, wenn die laufende Therapie die

Anfälle nur unzureichend kontrolliert.

Pharmakokinetik

Absorption

Oxcarbazepin wird nach Anwendung der Filmtabletten oder der Suspension aus dem

Gastrointestinaltrakt rasch und zu mindestens 95% resorbiert. Der Wirkstoff wird schnell und

weitgehend in den pharmakologisch aktiven Metaboliten 10,11-Dihydro-10-hydroxy-carbamazepin

(Monohydroxy-Derivat, MHD) umgewandelt.

Bei gesunden männlichen Probanden betrugen die mittlere Cmax von MHD nach einer Trileptal

Einzeldosis von 600 mg Filmtabletten in nüchternem Zustand 31.5 µmol/l und die korrespondierte

tmax 5 h.

Nach der Nüchterngabe einer Einzeldosis von 600 mg Trileptal als orale Suspension wurde bei

gesunden männlichen Probanden ein mittlerer Cmax-Wert von 24.9 μmol/l und ein tmax-Wert

(Median) von 6 h ermittelt.

Oxcarbazepin ist in seinen beiden Darreichungsformen als Tablette und Suspension bioäquivalent, da

das Verhältnis der geometrischen Mittelwerte (90% Konfidenzintervall) von Cmax und dem AUC-

Wert von MHD nach Einzeldosisgabe und im steady state im Bereich von 0.85 bis 1.06 lag.

Nahrung hat keinen Effekt auf das Ausmass und die Geschwindigkeit der Resorption von

Oxcarbazepin, so dass Trileptal mit oder ohne Nahrung eingenommen werden kann

(s. «Dosierung/Anwendung»).

MHD erreicht in Patienten bei zweimal täglicher Trileptal Gabe innerhalb von 2-3 Tagen steady-state

Serumkonzentrationen. Im steady-state ist die Absorptionskinetik von MHD im Dosierungsbereich

zwischen 300 und 2400 mg/d linear.

Distribution

Das scheinbare Verteilungsvolumen von MHD beträgt 49 l. Etwa 40% von MHD ist an

Serumproteine gebunden, vor allem an Albumin. Die Bindung war innerhalb des therapeutisch

relevanten Bereiches unabhängig von der Serumkonzentration. Oxcarbazepin und MHD binden nicht

an Alpha-1-Acid Glykoproteine.

Oxcarbazepin und sein aktiver Metabolit (MHD) passieren die Plazentaschranke. In einem Fall

wurden bei einem Neugeborenen und der Mutter vergleichbare MHD-Plasmakozentrationen

gemessen.

Metabolismus

Oxcarbazepin wird durch zytosolische Enzyme in der Leber rasch zu MHD umgewandelt, welches

primär für den pharmakologischen Effekt von Trileptal verantwortlich ist. In einer

Massenbalancestudie am Menschen waren nur 2% der gesamten Radioaktivität im Serum auf

unverändertes Oxcarbazepin und etwa 70% auf MHD zurückzuführen, der Rest entfiel auf weniger

bedeutsamen Metaboliten, die schnell eliminiert wurden.

MHD wird durch Konjugation mit Glucuronsäure weiter metabolisiert. Kleine Mengen (4% der

Dosis) werden zum pharmakologisch inaktiven Metaboliten (10,11-Dihydroxy-Derivat, DHD)

oxidiert.

Elimination

Oxcarbazepin wird vor allem in Form von Metaboliten primär über die Nieren ausgeschieden. Mehr

als 95% der Dosis treten im Urin auf, wobei weniger als 1% unverändertes Oxcarbazepin ist.

Weniger als 4% der gegebenen Dosis werden über die Faeces ausgeschieden. Etwa 80% der Dosis

werden im Urin entweder als Glucuronid von MHD (49%) oder als unverändertes MHD (27%)

ausgeschieden, wobei das inaktive DHD etwa 3% und Konjugate von Oxcarbazepin etwa 13% der

Dosis darstellen.

Die Halbwertszeit von Oxcarbazepin liegt zwischen 1.3 und 2.3 h. Im Gegensatz hierzu beträgt die

Serumhalbwertzeit von MHD im Mittel 9.3 ± 1.8 h.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Kinder

Die gewichtskorrigierte MHD Clearance vermindert sich mit zunehmendem Gewicht und Alter und

erreicht allmählich diejenige von Erwachsenen. Die mittlere gewichtskorrigierte Clearance bei

Kindern im Alter von 1 Monat bis weniger als 4 Jahren ist 93% höher als jene von Erwachsenen.

Deshalb wird die MHD Exposition bei diesen Kindern auf ungefähr die Hälfte jener für Erwachsene

unter Behandlung mit ähnlicher, gewichtskorrigierter Dosis geschätzt. Die mittlere

gewichtskorrigierte Clearance bei Kindern im Alter zwischen 4 und 12 Jahren ist 43% höher als jene

bei Erwachsenen. Deshalb wird die MHD Exposition bei diesen Kindern bei Behandlung mit

vergleichbarer gewichtskorrigierter Dosierung auf ungefähr 2/3 jener bei Erwachsenen geschätzt.

Bei zunehmendem Gewicht wird bei Patienten im Alter von 13 Jahren und älter erwartet, dass die

gewichtskorrigierte MHD Clearance jene von Erwachsenen erreicht.

Ältere Patienten

Nach Gabe einer Einzeldosis (300 mg) und Mehrfachdosis (600 mg/d) von Trileptal waren bei

älteren (60-82 Jahre) Probanden maximale Serumkonzentration und AUC von MHD um 30%-60%

höher als bei jüngeren Probanden (18-32 Jahre).

Vergleiche der Kreatinin-Clearance bei jüngeren und älteren Probanden deuten darauf hin, dass der

Unterschied durch die altersbedingte Reduktion der Kreatinin-Clearance bedingt war.

Geschlecht

Es wurden keine geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Kindern, Erwachsenen oder älteren

Patienten beobachtet.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Die Pharmakokinetik und der Metabolismus von Oxcarbazepin und MHD wurden bei gesunden

Probanden und Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion nach einmaliger oraler Gabe von

900 mg untersucht. Eine geringe bis mittelschwere Einschränkung der Leberfunktion beeinflusste die

Pharmakokinetik von Oxcarbazepin und MHD nicht. Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz

wurde Trileptal nicht untersucht.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es besteht eine lineare Korrelation zwischen der Kreatinin-Clearance und der renalen Clearance von

MHD. Nach oraler Gabe einer Einzeldosis von Trileptal von 300 mg an Patienten mit einer

eingeschränkten Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) war die Eliminationshalbwertzeit

von MHD um 60-90% (16 bis 19 h) verlängert, mit einem korrespondierenden 2-fachen Anstieg der

AUC.

Präklinische Daten

Die präklinischen Daten aus den Studien mit Oxcarbazepin und dem pharmakologisch aktiven

Metaboliten, dem Monohydroxyderivat (MHD), zur Toxizität nach wiederholter Gabe und zur

Sicherheitspharmakologie zeigen kein spezielles Risiko für die Anwendung am Menschen.

Reproduktionstoxizität

Bei Ratten beiderlei Geschlechts hatte Oxcarbazepin oder MHD in Dosen von bis zu 150 bzw.

450 mg/kg/Tag keine Auswirkungen auf die Fertilität. Nach Gabe der höchsten MHD-Dosis wurde

jedoch bei weiblichen Tieren eine Störung der Östrus-Zyklizität und eine verringerte Anzahl an

Gelbkörpern, der Implantationen und der lebenden Embryos festgestellt. Die subchronische

Behandlung von Ratten mit 100 mg/kgTag Oxcarbazepin hatte im Uterus und Ovar apoptotische und

degenerative Wirkungen, sowie eine gestörte Follikulogenese zur Folge. Ein Risiko einer

Beeinträchtigung der Fertilität kann nicht ausgeschlossen werden.

In Standarduntersuchungen zur Entwicklungstoxizität bei Nagern und Kaninchen zeigten sich bei

Dosierungen, die für das Muttertier toxisch waren, Befunde wie eine Zunahme der embryo-foetalen

Mortalität und/oder eine gewisse Verzögerung des prä- und/oder postnatalen Wachstums bei den

Jungen. In einer der acht Studien zur embryo-foetalen Toxizität, die entweder mit Oxcarbazepin oder

MHD durchgeführt wurden, trat bei Ratten in Dosen, die ebenfalls für das Muttertier toxisch waren,

eine Zunahme von fetalen Missbildungen auf. Insgesamt lassen die Daten aus den

tierexperimentellen Studien den Schluss zu, dass Oxcarbazepin in für den Menschen relevanten

Dosen ein geringes teratogenes Potential aufweist. Aufgrund der tierexperimentellen Studien kann

jedoch eine teratogene Wirkung von Oxcarbazepin nicht völlig ausgeschlossen werden.

Mutagenität

In einem in vitro Ames-Test erhöhte Oxcarbazepin die Mutationshäufigkeit ohne metabolische

Aktivierung bei einem von fünf Bakterienstämmen. In einem Invitro-Test mit Zellen aus dem

Eierstock des Chinesischen Hamsters bewirkten Oxcarbazepin und MHD einen Anstieg der

chromosomalen Aberrationen bzw. Polyploidie ohne metabolische Aktivierung. MHD war im Ames-

Test negativ, und weder mit Oxcarbazepin noch mit MHD wurde in vitro mutagene oder klastogene

Aktivität auf V79-Zellen des Chinesischen Hamsters festgestellt. In einem In vivo-Test bei Ratten

hatten weder Oxcarbazepin noch MHD klastogene oder aneugene Wirkung (Bildung von

Mikrokernen) auf das Knochenmark. Die Gesamtheit aller Studien deutet nicht auf ein in vivo

relevantes genotoxisches Potential von Oxcarbazepin oder MHD hin.

Karzinogenität

In Studien zur Karzinogenität wurden bei behandelten Tieren Tumoren der Leber (bei Ratten und

Mäusen), Hodentumoren und Granularzelltumoren des weiblichen Genitaltrakts (bei Ratten)

induziert. Das Auftreten von Lebertumoren war höchstwahrscheinlich eine Folge der Induktion von

mikrosomalen Enzymen der Leber; diese Induktion ist bei mit Trileptal behandelten Patienten nur

schwach ausgeprägt oder fehlt, obwohl sie nicht ganz ausgeschlossen werden kann. Die

Hodentumoren können durch die erhöhten Konzentrationen an luteinisierendem Hormon induziert

worden sein. Da eine derartige Zunahme beim Menschen fehlt, werden diese Tumoren als klinisch

nicht relevant beurteilt. In der Studie zur Karzinogenität von MHD an Ratten wurde eine

dosisabhängige Zunahme des Auftretens von Granularzelltumoren des weiblichen Genitaltrakts

(Zervix und Vagina) beobachtet. Diese Effekte traten bei einer Exposition auf, die derjenigen in der

klinischen Verwendung vergleichbar ist. Der Mechanismus für die Entwicklung dieser Tumore

konnte nicht vollständig geklärt werden, könnte aber mit einem spezifisch für Ratten erhöhten

Estradiolspiegel im Zusammenhang stehen. Daher ist die klinische Relevanz dieser Tumore unklar.

Immuntoxizität

Versuche zur Immunstimulation an Mäusen zeigten, dass MHD (und in geringem Ausmass auch

Oxcarbazepin) eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion induzieren kann.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Die Filmtabletten sollen vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30 °C aufbewahrt werden.

Die Suspension soll vor Licht geschützt und nicht über 30 °C aufbewahrt werden. Nach Anbruch der

Flasche soll die Suspension nicht länger als 7 Wochen verwendet werden.

Zulassungsnummer

55120, 52852 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten zu 150 mg: 50 [B].

Filmtabletten zu 300 mg: 50 [B].

Filmtabletten zu 600 mg: 50 [B].

Orale Suspension zu 60 mg/ml (inkl. einer Dosierspritze zu 1 ml) 100 ml [B].

Orale Suspension zu 60 mg/ml (inkl. einer Dosierspritze zu 10 ml) 250 ml [B].

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

Oktober 2017.

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