Topiramat-TEVA 50 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Topiramat
Verfügbar ab:
TEVA GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Topiramate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Topiramat 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
71472.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Topiramat-TEVA

®

50 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Topiramat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist

Topiramat-TEVA

®

und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von

Topiramat-TEVA

®

beachten?

3. Wie ist

Topiramat-TEVA

®

einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Topiramat-TEVA

®

aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Topiramat-TEVA

®

und wofür wird es angewendet?

Topiramat-TEVA

®

gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die „Antiepileptika“ genannt werden.

Es wird angewendet:

zur alleinigen Behandlung der Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahren

mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern im

Alter von 2 Jahren und darüber.

um Migränekopfschmerzen bei Erwachsenen vorzubeugen

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Topiramat-TEVA

®

beachten?

Topiramat-TEVA

®

darf NICHT eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Topiramat oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

zur Vorbeugung von Migräne, wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie schwanger werden

könnten, aber keine wirksame Verhütungsmethode anwenden (weitere Informationen finden Sie

im Abschnitt „Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit“).

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Topiramat-TEVA

®

einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Topiramat-TEVA

®

einnehmen, wenn Sie

Nierenprobleme, besonders Nierensteine, haben, oder wenn Sie eine Nierendialyse erhalten

in der Vorgeschichte Blut- oder Körperflüssigkeitsanomalien (metabolische Azidose) haben

Leberprobleme haben

unter Augenproblemen, besonders unter einem Glaukom, leiden

ein Wachstumsproblem haben

eine fettreiche diätetische Ernährung (ketogene Diät) erhalten

schwanger sind oder schwanger werden könnten (siehe Abschnitt „Schwangerschaft, Stillzeit

und Zeugungs-/Gebärfähigkeit“ für weitere Informationen)

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Topiramat-TEVA

®

einnehmen.

Es ist wichtig, dass Sie nicht aufhören Ihre Arzneimittel einzunehmen ohne vorher mit Ihrem Arzt

gesprochen zu haben.

Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt bevor Sie andere Arzneimittel einnehmen, die Topiramat enthalten

und Ihnen als Alternative zu

Topiramat-TEVA

®

gegeben wurden.

Sie könnten Gewicht verlieren, wenn sie

Topiramat-TEVA

®

einnehmen, weshalb Ihr Gewicht

regelmäßig kontrolliert werden sollte, wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen. Konsultieren Sie

Ihren Arzt, wenn Sie zuviel Gewicht verlieren oder ein Kind, das dieses Arzneimittel einnimmt, nicht

genug Gewicht zunimmt.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie

Topiramat-TEVA

®

behandelt wurden,

hatten Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem

Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Einnahme von Topiramat-TEVA

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Topiramat-TEVA

®

und bestimmte andere Arzneimittel

können sich gegenseitig beeinflussen. Manchmal muss die Dosierung Ihrer anderen Arzneimittel oder

die von

Topiramat-TEVA

®

angepasst werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker vor allem, wenn Sie Folgendes einnehmen:

andere Arzneimittel, die Ihr Denken, Ihre Konzentration oder Ihre Muskelkoordination

beeinträchtigen oder verringern (z. B. Arzneimittel, die eine beruhigende Wirkung auf das

Zentralnervensystem ausüben, wie zum Beispiel zur Muskelentspannung und

Beruhigungsmittel).

Antibabypillen.

Topiramat-TEVA

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kann Ihre Antibabypillen weniger wirksam machen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn sich Ihre Menstruationsblutung verändert, während Sie

Antibabypillen und

Topiramat-TEVA

®

einnehmen.

Führen Sie eine Liste aller Arzneimittel, die Sie einnehmen/anwenden. Zeigen Sie diese Liste Ihrem

Arzt oder Apotheker, bevor Sie ein neues Arzneimittel einnehmen/anwenden.

Andere Arzneimittel, über die Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen sollten, schließen andere

Antiepileptika, Risperidon, Lithium, Hydrochlorothiazid, Metformin, Pioglitazon, Glibenclamid,

Amitriptylin, Propranolol, Diltiazem, Venlafaxin, Flunarizin, Johanniskraut (

Hypericum perforatum

(eine pflanzliche Zubereitung zur Behandlung von Depressionen) ein.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Topiramat-TEVA

®

einnehmen.

Einnahme von Topiramat-TEVA

®

zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Sie können

Topiramat-TEVA

®

zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon einnehmen. Trinken Sie

reichlich Flüssigkeit über den Tag während Sie

Topiramat-TEVA

®

einnehmen, um Nierensteinen

vorzubeugen. Vermeiden Sie das Trinken von Alkohol, wenn Sie

Topiramat-TEVA

®

einnehmen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie

Topiramat-TEVA

®

einnehmen können.

Wie bei anderen Antiepileptika besteht das Risiko einer Schädigung des ungeborenen Kindes, wenn

Topiramat-TEVA

®

während der Schwangerschaft angewendet wird. Stellen Sie sicher, dass Ihnen die

Risiken und Vorteile einer Anwendung von

Topiramat-TEVA

®

zur Behandlung von Epilepsie

während der Schwangerschaft genau klar sind.

Sie dürfen

Topiramat-TEVA

®

nicht zur Vorbeugung von Migräne einnehmen, wenn Sie schwanger

sind oder wenn Sie schwanger werden könnten, aber keine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

Stillende Mütter müssen bei der Einnahme von

Topiramat-TEVA

®

unverzüglich Ihren Arzt

informieren, wenn das Baby sich ungewöhnlich verhält.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Schwindel, Müdigkeit und Sehbehinderungen können während der Behandlung mit

Topiramat-TEVA

®

auftreten. Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder

Maschinen bedienen ohne vorher Ihren Arzt zu fragen.

Topiramat-TEVA

®

enthält Lactose

Bitte nehmen Sie

Topiramat-TEVA

®

daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Topiramat-TEVA

®

einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt wird gewöhnlich mit einer geringen Dosis von

Topiramat-TEVA

®

beginnen und

steigert Ihre Dosis dann langsam, bis die beste Dosierung für Sie gefunden wurde.

Topiramat-TEVA

®

Tabletten müssen im Ganzen geschluckt werden. Vermeiden Sie es, die

Tabletten zu zerkauen, da sie einen bitteren Geschmack hinterlassen können.

Topiramat-TEVA

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kann vor, während oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Trinken

Sie über den Tag verteilt viel Flüssigkeit, um die Bildung von Nierensteinen zu verhindern,

während Sie

Topiramat-TEVA

®

einnehmen.

Wenn Sie eine größere Menge von Topiramat-TEVA

®

eingenommen haben, als Sie sollten

Suchen Sie sofort einen Arzt auf. Nehmen Sie die Arzneimittelpackung mit.

Sie fühlen sich möglicherweise schläfrig, müde oder weniger aufmerksam; beobachten

mangelnde Koordination, haben Schwierigkeiten zu sprechen oder sich zu konzentrieren; sehen

doppelt oder verschwommen; fühlen sich schwindelig aufgrund von zu niedrigem Blutdruck;

fühlen sich niedergeschlagen oder aufgeregt oder haben Bauchschmerzen oder Anfälle

(Krampfanfälle).

Es kann zu einer Überdosierung kommen, wenn Sie andere Arzneimittel zusammen mit

Topiramat-

TEVA

®

anwenden.

Wenn Sie die Einnahme von Topiramat-TEVA

®

vergessen haben

Falls Sie vergessen haben, eine Dosis einzunehmen, nehmen Sie diese ein, sobald Sie dies

bemerken. Wenn jedoch fast die Zeit für Ihre nächste Dosis gekommen ist, überspringen Sie die

verpasste Dosis und fahren Sie wie gewohnt fort. Falls Sie zwei oder mehrere Einnahmen

verpassen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Topiramat-TEVA

®

abbrechen

Brechen Sie die Einnahme dieses Arzneimittels nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt hat Sie dazu

aufgefordert. Ihre Beschwerden können zurückkehren. Wenn Ihr Arzt entscheidet, dieses Arzneimittel

abzusetzen, wird Ihre Dosis schrittweise über einige Tage herabgesetzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder begeben Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung, wenn Sie

folgende Nebenwirkungen bemerken:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Depression (neu aufgetreten oder bestehende verschlechtert)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Anfälle (Krampfanfälle)

Angst, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit

Konzentrationsprobleme, Langsamkeit im Denken, Gedächtnisverlust, Probleme mit dem

Gedächtnis (neu aufgetreten, plötzliche Veränderung oder zunehmende Verschlechterung)

Nierensteine, häufiges oder schmerzhaftes Urinieren

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes (kann eine gestörte Atmung verursachen,

einschließlich Kurzatmigkeit, Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, übermäßige Müdigkeit und

schneller oder unregelmäßiger Herzschlag)

Vermindertes oder fehlendes Schwitzen

Gedanken an gravierendes selbstverletzendes Verhalten, Versuch der erheblichen

Selbstverletzung

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Glaukom – eine Abflussstörung des Kammerwassers im Auge, die einen erhöhten Druck im

Auge, Schmerzen oder eine verminderte Sehfähigkeit verursacht

Andere Nebenwirkungen schließen die folgenden ein; wenn diese schwerwiegend werden,

informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

verstopfte, laufende Nase oder Halsschmerzen

Kribbeln, Schmerzen und/oder Taubheit verschiedener Körperteile

Schläfrigkeit, Müdigkeit

Schwindel

Übelkeit, Durchfall

Gewichtsverlust

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Anämie (geringe Anzahl an Blutzellen)

allergische Reaktion (wie Hautausschlag, Rötung, Jucken, Gesichtsschwellung, Nesselsucht)

Appetitverlust, verminderter Appetit

Aggression, Agitiertheit, Wut

Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen

Probleme beim Sprechen oder Sprachstörungen, undeutliche Sprache

Ungeschicklichkeit oder fehlende Koordination, Gefühl von Unsicherheit beim Gehen

verminderte Fähigkeit, Routineaufgaben auszuführen

verminderter, Verlust oder fehlender Geschmackssinn

unwillkürliches Zittern oder Zucken; schnelle unkontrollierbare Bewegungen der Augen

Sehstörung wie Doppelbilder, verschwommen Sehen, vermindertes Sehvermögen,

Schwierigkeiten beim scharf Sehen

das Gefühl haben, es dreht sich alles (Schwindel), klingelndes Geräusch in den Ohren,

Ohrenschmerz

Kurzatmigkeit

Husten

Nasenbluten

Fieber, sich nicht gut fühlen, Schwäche

Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen oder Beschwerden im Bauchbereich,

Verdauungsstörung, Infektion des Magens oder des Darms

Mundtrockenheit

Haarausfall

Jucken

Gelenkschmerz oder Gelenkschwellung, Muskelkrämpfe oder Muskelzittern, Muskelschmerz

oder Muskelschwäche, Brustschmerz

Gewichtszunahme

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Abnahme der Anzahl an Blutplättchen (Blutplättchen sind an der Blutgerinnung beteiligt),

Abnahme der Anzahl an weißen Blutzellen, die einen Beitrag zum Schutz vor Infektionen

leisten, Abnahme des Kaliumspiegels im Blut

Anstieg der Leberenzyme, Anstieg der eosinophilen Zellen (bestimmte Art von weißen

Blutzellen) im Blut

geschwollene Lymphknoten am Hals, in den Achseln oder der Leistengegend

erhöhter Appetit

gehobene Stimmung (Hochgefühl)

Hören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die nicht vorhanden sind, schwere psychische Störung

(Psychose)

keine Emotionen zeigen und/oder fühlen, ungewöhnliches Misstrauen, Panikattacken

Probleme beim Lesen, Sprachstörung, Probleme mit der Handschrift

Unruhe, Hyperaktivität

verlangsamtes Denken, verminderte Wachsamkeit oder Aufmerksamkeit

verringerte oder verlangsamte Körperbewegungen, unwillkürliche anormale oder sich

wiederholende Muskelbewegungen

Ohnmacht

anormaler Tastsinn, gestörter Tastsinn

beeinträchtigter, verfälschter oder fehlender Geruchssinn

ungewöhnliche Gefühle oder Empfindungen, die einer Migräne oder einer bestimmten Art von

Anfällen vorausgehen

trockene Augen, Lichtempfindlichkeit der Augen, Zucken der Augenlider, tränende Augen

Verringerung oder Verlust des Hörens, Hörverlust in einem Ohr

verlangsamter oder unregelmäßiger Herzschlag, das Herz in der Brust schlagen spüren

niedriger Blutdruck, niedriger Blutdruck nach dem Aufstehen (infolgedessen können sich

einige Behandelte, die

Topiramat-TEVA

®

einnehmen, schwach, schwindelig fühlen oder

können ohnmächtig werden, wenn sie plötzlich aufstehen oder sich plötzlich aufrichten)

Gesichtsrötung, sich warm fühlen

Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)

übermäßiges Abgehen von Darmgasen und –winden, Sodbrennen, Völlegefühl oder Blähungen

Zahnfleischbluten, erhöhte Speichelproduktion, Sabbern, Mundgeruch

übermäßige Flüssigkeitsaufnahme, Durst

Hautverfärbung

Muskelsteifheit, Schmerzen in der Seite

Blut im Urin, Harninkontinenz (fehlende Kontrolle), dringendes Bedürfnis zu urinieren,

Schmerzen in der Flanke oder den Nieren

Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrecht zu erhalten, sexuelle Störung

grippeähnliche Symptome

kalte Finger und Zehen

sich betrunken fühlen

Lernschwierigkeiten

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

anormal gesteigerte Stimmung

Bewusstseinsverlust

Blindheit auf einem Auge, vorübergehende Blindheit, Nachtblindheit

Sehschwäche

Schwellungen im und um das Auge

Taubheit, Kribbeln und Farbänderung (weiß, blau, dann rot) in Fingern und Zehen bei

Einwirkung von Kälte

Leberentzündung, Leberversagen

Stevens-Johnson-Syndrom, eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung, an der die

Schleimhäute (wie Mund, Nase und Augen) stark mitbeteiligt sind und mit Hautausschlag und

Blasenbildung einhergehen kann

anormaler Körpergeruch

Beschwerden in Armen und Beinen

Nierenerkrankung

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Makulopathie ist eine Erkrankung der Makula, der Bereich des schärfsten Sehens im Auge. Sie

sollen Ihren Arzt benachrichtigen, wenn Sie eine Änderung oder eine Verminderung Ihrer

Sehkraft bemerken.

Toxische epidermale Nekrolyse, eine lebensbedrohliche Erkrankung, die verglichen mit dem

Stevens-Johnson-Syndrom weitaus schwerwiegender ist, charakterisiert durch stark

ausgedehnte Blasenbildung und Ablösen der oberen Hautschichten (siehe seltene

Nebenwirkungen)

Kinder und Jugendliche

Nebenwirkungen bei Kindern

entsprechen generell den bei Erwachsenen gesehenen

Nebenwirkungen. Einige Nebenwirkungen können entweder

häufiger bei Kindern

beobachtet

werden und/oder bei Kindern schwerer

als bei Erwachsenen

ausgeprägt sein. Zu den

Nebenwirkungen, die schwerer ausgeprägt sein können, gehören vermindertes oder fehlendes

Schwitzen und stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes. Zu den Nebenwirkungen, die häufiger

auftreten können, gehören Erkrankungen der oberen Atemwege.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Topiramat-TEVA

®

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu

schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz

der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Topiramat-TEVA

®

enthält

Der Wirkstoff ist Topiramat.

Jede Filmtablette enthält 50 mg Topiramat.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat, vorverkleisterte Stärke (Mais), mikrokristalline Cellulose,

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), hochdisperses Siliciumdioxid,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Titandioxid (E 171), Macrogol 3350, Poly(vinylalkohol), Talkum

und Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172).

Wie Topiramat-TEVA

®

aussieht und Inhalt der Packung

Filmtablette

Hellgelbe, kapselförmige Filmtablette mit Bruchkerbe und den Prägungen „T“ und „50“ jeweils

seitlich der Bruchkerbe auf der einen Seite und glatt auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.

Topiramat-TEVA

®

ist in Blisterpackungen mit 50, 100 und 200 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller:

TEVA UK Ltd

Brampton Road, Hampden Park

Eastbourne, East Sussex BN22 9AG UK

Vereinigtes Königreich

Pharmachemie B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Teva Pharmaceutical Works Private Limited Company

Pallagi út 13

4042 Debrecen

Ungarn

Teva Operations Poland Sp. z o.o.

ul. Mogilska 80

31-546 Krakow

Polen

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Topiramat-TEVA

50 mg Filmtabletten

Frankreich:

Topiramate TEVA 50 mg, comprimé pelliculé

Griechenland:

Topiramate Teva 50 mg επικαλυμμένα με λεπτό υμένιο δισκία

Italien:

Topiramato Teva 50 mg compresse rivestite con film

Niederlande:

Topiramaat 50 mg PCH, filmomhulde tabletten

Norwegen:

Topiramat Teva 50 mg Tabletter, filmdrasjert

Portugal:

Topiramato Teva

Vereinigtes Königreich:

Topiramate 50 mg Film-coated Tablets

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2016.

Versionscode: Z06

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Topiramat-TEVA

®

25 mg Filmtabletten

Topiramat-TEVA

®

50 mg Filmtabletten

Topiramat-TEVA

®

100 mg Filmtabletten

Topiramat-TEVA

®

200 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Topiramat-TEVA 25 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 25 mg Topiramat.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 30,0 mg Lactose.

Topiramat-TEVA 50 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 50 mg Topiramat.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 22,25 mg Lactose.

Topiramat-TEVA 100 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 100 mg Topiramat.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 44,5 mg Lactose.

Topiramat-TEVA 200 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 200 mg Topiramat.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 89,0 mg Lactose und 0,060 mg Allurarot-Aluminium-Komplex (E129).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Topiramat-TEVA 25 mg Filmtabletten

Weiße bis gebrochen weiße, kapselförmige Filmtablette mit der Prägung „T25“ auf der einen Seite

und glatt auf der anderen Seite.

Topiramat-TEVA 50 mg Filmtabletten

Hellgelbe, kapselförmige Filmtablette mit Bruchkerbe und den Prägungen „T“ und „50“ jeweils

seitlich der Bruchkerbe auf der einen Seite und glatt auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Topiramat-TEVA 100 mg Filmtabletten

Gelbe, kapselförmige Filmtablette mit Bruchkerbe und den Prägungen „T“ und „100“ jeweils seitlich

der Bruchkerbe auf der einen Seite und glatt auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Topiramat-TEVA 200 mg Filmtabletten

Lachsfarbene, kapselförmige Filmtablette mit Bruchkerbe und den Prägungen „T“ und „200“ jeweils

seitlich der Bruchkerbe auf der einen Seite und glatt auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Monotherapie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren mit fokalen Krampfanfällen

mit oder ohne sekundär generalisierten Anfällen und primär generalisierten tonisch-klonischen

Anfällen.

Zusatztherapie bei Kindern ab 2 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen mit fokalen Anfällen mit oder

ohne sekundärer Generalisierung oder primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen und zur

Behandlung von Anfällen, die mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom assoziiert sind.

Topiramat ist indiziert bei Erwachsenen zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen nach

sorgfältiger Abwägung möglicher alternativer Behandlungsmethoden. Topiramat ist nicht vorgesehen

für die Akutbehandlung.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Allgemein

Es wird empfohlen, die Therapie mit einer geringen Dosis zu beginnen gefolgt von einer Titration bis

zur wirksamen Dosis. Dosis und Titrationsgeschwindigkeit sollten sich nach dem klinischen

Ansprechen richten.

Es ist nicht notwendig die Topiramat-Plasmakonzentrationen zu überwachen, um die Therapie mit

Topiramat zu optimieren. In seltenen Fällen kann die Ergänzung von Topiramat zu Phenytoin eine

Anpassung der Phenytoindosis erfordern, um ein optimales klinisches Ergebnis zu erzielen. Die

Ergänzung oder das Absetzen von Phenytoin und Carbamazepin als Zusatztherapie mit Topiramat

kann eine Anpassung der Dosis von Topiramat erfordern.

Topiramat kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Bei Patienten mit oder ohne Anfälle oder Epilepsie in der Anamnese sollten antiepileptische

Arzneimittel einschließlich Topiramat schrittweise abgesetzt werden, um das Potential für

Krampfanfälle oder einen Anstieg der Anfallsfrequenz zu minimieren. In klinischen Studien wurden

die Tagesdosen bei Erwachsenen mit Epilepsie in wöchentlichen Intervallen um 50-100 mg reduziert

und um 25-50 mg bei Erwachsenen, die Topiramat in Dosen bis zu 100 mg/Tag zur Migräne-

Prophylaxe erhielten. In klinischen Studien mit Kindern wurde Topiramat schrittweise über eine

Dauer von 2-8 Wochen abgesetzt.

Monotherapie Epilepsie

Allgemein

Wenn begleitende Antiepileptika abgesetzt werden, um eine Monotherapie mit Topiramat zu

erreichen, sind die Auswirkungen, die dies auf die Anfallskontrolle haben kann, in Erwägung zu

ziehen. Sofern nicht Sicherheitsbedenken ein sofortiges Absetzen des begleitenden Antiepileptikums

erfordern, wird ein schrittweises Ausschleichen in der Höhe von etwa einem Drittel der bislang

verabreichten Antiepileptikadosis alle zwei Wochen empfohlen.

Wenn enzyminduzierende Arzneimittel abgesetzt werden, wird der Topiramat-Spiegel ansteigen.

Wenn klinisch indiziert, kann eine Reduzierung der Topiramat-Dosis erforderlich sein.

Erwachsene

Die Dosierung und die Titration sollte sich nach dem klinischen Ansprechen richten. Die Titration

sollte mit 25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte dann in 1-oder 2-wöchentlichen

Intervallen in Schritten von 25 oder 50 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen, erhöht werden. Wenn der

Patient das Titrationsschema nicht tolerieren kann, können kleinere Schritte oder längere Intervalle

zwischen den Erhöhungen angewendet werden.

Die empfohlene initiale Zieldosis für die Topiramat-Monotherapie beträgt bei Erwachsenen

100 mg/Tag bis 200 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die maximale empfohlene Tagesdosis beträgt

500 mg/Tag verteilt auf zwei Dosen. Einige Patienten mit refraktären Formen der Epilepsie haben eine

Topiramat-Monotherapie bei Dosen von 1000 mg/Tag toleriert. Diese Dosisempfehlungen gelten für

alle Erwachsenen einschließlich älterer Patienten bei Nicht-Vorliegen einer zugrundeliegenden

Nierenerkrankung.

Kinder und Jugendliche (Kinder über 6 Jahren)

Die Dosierung und die Titrationsrate sollte sich nach dem klinischen Erfolg richten. Die Behandlung

von Kindern über 6 Jahren sollte in der ersten Woche mit 0.5 bis 1 mg/kg abends beginnen. Die Dosis

sollte dann in 1- oder 2-wöchentlichen Intervallen in Schritten von 0,5 oder 1 mg/kg/Tag, verteilt auf

zwei Dosen, erhöht werden. Wenn das Kind das Titrationsschema nicht tolerieren kann, können

kleinere Schritte oder längere Intervalle zwischen den Erhöhungen angewendet werden.

Abhängig vom klinischen Ansprechen liegt die empfohlene initiale Zieldosis für die Topiramat-

Monotherapie bei Kindern über 6 Jahren im Bereich von 100 mg/Tag (dies entspricht 2,0 mg/kg/Tag

bei 6-16 jährigen Kindern).

Zusatztherapie (fokale epileptische Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung, primär

generalisierte tonisch-klonische Anfälle oder epileptische Anfälle, die mit dem Lennox-Gastaut

Syndrom assoziiert sind)

Erwachsene

Die Therapie sollte mit 25-50 mg abends über eine Woche beginnen. Die Anwendung geringerer

initialer Dosen wurde berichtet, aber nicht systematisch untersucht. Anschließend sollte die Dosis in

ein- oder zweiwöchentlichen Intervallen um 25-50 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen, gesteigert

werden. Einige Patienten können eine Wirksamkeit bei einmal täglicher Dosierung erreichen.

In klinischen Studien zur Zusatztherapie waren 200 mg die niedrigste wirksame Dosis. Die übliche

Tagesdosis beträgt 200-400 mg verteilt auf zwei Dosen.

Diese Dosisempfehlungen gelten für alle Erwachsenen einschließlich älterer Patienten bei Nicht-

Vorliegen einer zugrundeliegenden Nierenerkrankung (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche (Kinder ab 2 Jahren)

Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat als Zusatztherapie liegt ungefähr bei 5 bis

9 mg/kg/Tag verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte in der ersten Woche mit 25 mg (oder

weniger, basierend auf einem Bereich von 1 bis 3 mg/kg/Tag) abends beginnen. Die Dosis sollte dann

in 1- oder 2-wöchentlichen Intervallen in Schritten von 1 bis 3 mg/kg/Tag (verteilt auf zwei Dosen)

erhöht werden, um ein optimales klinisches Ansprechen zu erreichen.

Tagesdosen bis zu 30 mg/kg/Tag wurden untersucht und im Allgemeinen gut toleriert.

Migräne

Erwachsene

Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen

beträgt 100 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte mit 25 mg abends über eine Woche

beginnen. Die Dosis sollte in Schritten von 25 mg/Tag, verabreicht in 1-wöchentlichen Intervallen,

erhöht werden. Wenn der Patient das Titrationsschema nicht tolerieren kann, können längere Intervalle

zwischen den Dosisanpassungen angewendet werden. Einige Patienten können von einer

Gesamttagesdosis von 50 mg/Tag profitieren. Patienten haben eine Gesamttagesdosis bis zu

200 mg/Tag erhalten. Diese Dosis kann für manche Patienten von Vorteil sein, dennoch wird wegen

einer erhöhten Inzidenz an Nebenwirkungen zur Vorsicht geraten.

Kinder und Jugendliche

Aufgrund unzureichender Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit, wird Topiramat nicht für die

Behandlung oder Prävention von Migräne bei Kindern empfohlen.

Allgemeine Dosierungsempfehlungen für Topiramat bei speziellen Patientengruppen

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (CL

≤ 70 ml/min) sollte Topiramat mit Vorsicht

verabreicht werden, da die Plasma-Clearance und die renale Clearance von Topiramat reduziert sind.

Personen mit bekannter Nierenfunktionsstörung können bei jeder Dosis eine längere Zeit zum

Erreichen des Steady State benötigen. Eine Halbierung der üblichen Anfangs- und Erhaltungsdosis

wird empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).

Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz sollte an Hämodialyse-Tagen eine Supplementärdosis

von Topiramat, die ungefähr der Hälfte der Tagesdosis entspricht, verabreicht werden, da Topiramat

durch Hämodialyse aus dem Plasma entfernt wird.

Die Supplementär-Dosis sollte in Teildosen zu Beginn und nach Beendigung der Hämodialyse

verabreicht werden. Die Supplementär-Dosis kann, basierend auf den Eigenschaften des verwendeten

Dialyse-Equipment, variieren (siehe Abschnitt 5.2).

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung sollte Topiramat mit Vorsicht

verabreicht werden, da die Clearance von Topiramat reduziert ist.

Ältere Patienten

Es ist keine Dosisanpassung bei älteren Patienten erforderlich, vorausgesetzt, dass die Nierenfunktion

intakt ist.

4.3

Gegenanzeigen

Topiramat-TEVA 25/50/100 mg Filmtabletten

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Topiramat-TEVA 200 mg Filmtabletten

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Allurarot-Aluminium-Komplex oder einen der in Abschnitt

6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Alle Stärken

Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen in der Schwangerschaft oder bei Frauen im gebärfähigen

Alter, die keine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

In Situationen, in denen ein schnelles Absetzen von Topiramat medizinisch erforderlich ist, wird eine

geeignete Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.2 für weitere Einzelheiten).

Wie bei anderen Antiepileptika kann es bei Behandlung mit Topiramat bei manchen Patienten zu einer

erhöhten Anfallshäufigkeit oder Auftreten neuer Arten von Krampfanfällen kommen. Dieses

Phänomen kann die Folge von Überdosierung, verringerten Plasmakonzentrationen gleichzeitig

verabreichter Antiepileptika, Fortschreiten der Erkrankung oder ein paradoxer Effekt sein.

Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist sehr wichtig. Die

Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis reduzieren (siehe unten). Eine angemessene

Flüssigkeitszufuhr vor und während Aktivitäten wie z. B. körperlichen Aktivitäten oder

Wärmeexposition kann das Risiko von hitzebezogenen Nebenwirkungen reduzieren (siehe Abschnitt

4.8).

Oligohidrose

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Topiramat wurde über Oligohidrose (vermindertes

Schwitzen) berichtet. Vermindertes Schwitzen und Hyperthermie (Anstieg der Körpertemperatur)

können insbesondere bei kleinen Kindern auftreten, die einer hohen Umgebungstemperatur ausgesetzt

sind.

Stimmungsschwankungen/Depression

Eine erhöhte Inzidenz von Stimmungsschwankungen und Depression wurde während der Topiramat-

Behandlung beobachtet.

Suizid/Suizidgedanken

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, plazebo-

kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von

Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung

ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der

Einnahme von Topiramat nicht aus.

In doppelblinden klinischen Studien traten suizidbezogene Ereignisse (Suizidgedanken,

Suizidversuche und Suizide) bei mit Topiramat behandelten Patienten mit einer Häufigkeit von 0,5%

(46 von 8652 behandelten Patienten) und einer nahezu 3-mal höheren Inzidenz als bei den mit Placebo

behandelten Patienten (0,2%; 8 von 4045 behandelten Patienten) auf.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Patienten

(und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für

Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Nephrolithiasis

Einige Patienten, besonders diejenigen mit einer Prädisposition zur Nephrolithiasis, können ein

erhöhtes Risiko für Nierensteine und damit assoziierten Zeichen und Symptomen, wie

z. B. Nierenkolik, Nierenschmerzen oder Flankenschmerzen, aufweisen.

Risikofaktoren für eine Nephrolithiasis schließen vorherige Nierensteine sowie Nephrolithiasis und

Hyperkalziurie in der Familienanamnese ein. Keiner dieser Risikofaktoren kann verlässlich

Nierensteine während der Topiramat-Behandlung prognostizieren. Des Weiteren können Patienten, die

andere mit Nephrolithiasis assoziierte Arzneimittel einnehmen, ein erhöhtes Risiko aufweisen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (CL

≤ 70 ml/min) sollte Topiramat mit Vorsicht

verabreicht werden, da die Plasma-Clearance und renale Clearance von Topiramat herabgesetzt ist.

Für spezielle Dosierungsempfehlungen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, siehe

Abschnitt 4.2

Nierenfunktionsstörungen

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei hepatisch eingeschränkten Patienten, sollte Topiramat mit Vorsicht verabreicht werden, da die

Clearance von Topiramat reduziert sein kann.

Akute Myopie und sekundäres Engwinkelglaukom

Über ein Syndrom bestehend aus akuter Myopie assoziiert mit sekundärem Engwinkelglaukom wurde

bei Patienten, die Topiramat erhielten, berichtet. Die Symptome beinhalten das akute Auftreten einer

verminderten Sehschärfe und/oder Augenschmerzen. Ophthalmologische Befunde können Myopie,

eine Einengung der vorderen Augenkammer, okuläre Hyperämie (Rötung) und einen erhöhten

intraokulären Druck einschließen. Mydriasis kann oder kann nicht vorliegen. Dieses Syndrom kann

mit einem supraziliären Erguss assoziiert sein, der in einer Vorverlagerung der Linse und der Iris mit

einem sekundären Engwinkelglaukom resultiert. Die Symptome treten üblicherweise im ersten Monat

nach Beginn der Topiramat-Therapie auf. Im Gegensatz zu dem primären Engwinkelglaukom, das

selten in einem Alter unter 40 Jahren auftritt, wurde das sekundäre, mit Topiramat assoziierte

Engwinkelglaukom sowohl bei pädiatrischen Patienten als auch bei Erwachsenen berichtet. Die

Behandlung umfasst das nach Ermessen des behandelnden Arztes schnellstmögliche Absetzen von

Topiramat und geeignete Maßnahmen, um den intraokulären Druck zu reduzieren. Im Allgemeinen

resultieren diese Maßnahmen in einem Abfall des intraokulären Druckes.

Erhöhter intraokulärer Druck jeglicher Ätiologie kann, falls unbehandelt geblieben, zu schweren

Folgekrankheiten einschließlich einem dauerhaften Sehverlust führen.

Es ist eine Entscheidung zu treffen, ob Patienten mit Augenerkrankungen in der Anamnese mit

Topiramat behandelt werden sollen.

Metabolische Azidose

Die hyperchlorämische, metabolische Azidose ohne Anionenlücke (d. h. das Absinken des Serum-

Bicarbonats unter den normalen Referenzbereich in Abwesenheit einer respiratorischen Alkalose) wird

mit einer Topiramat-Behandlung in Verbindung gebracht.

Dieses Absinken des Serum-Bicarbonats beruht auf der inhibitorischen Wirkung von Topiramat auf

die renale Carboanhydrase. Im Allgemeinen tritt dieser Abfall des Bicarbonats zu Beginn der

Behandlung auf, obwohl er zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten kann. Dieser Abfall ist in der

Regel gering bis mäßig (durchschnittliches Absinken von 4 mmol/l bei Dosen von 100 mg/Tag oder

darüber bei Erwachsenen bzw. von durchschnittlich 6 mg/kg/Tag bei pädiatrischen Patienten). Selten

erlebten Patienten Abfälle auf Werte unter 10 mmol/l. Umstände oder Therapien, die eine Azidose

prädisponieren (wie z. B. Nierenerkrankungen, schwere respiratorische Erkrankungen, Status

epilepticus, Diarrhoe, chirurgische Eingriffe, ketogene Diät oder bestimmte Arzneimittel) können

additiv zu dem Bicarbonat-senkenden Effekt von Topiramat wirken.

Chronische metabolische Azidose erhöht das Risiko von Nierensteinbildung und kann möglicherweise

zu Osteopenie führen.

Chronische metabolische Azidose bei pädiatrischen Patienten kann die Wachstumsraten reduzieren.

Die Auswirkungen von Topiramat auf knochenbezogene Folgeerkrankungen wurden nicht

systematisch bei pädiatrischen oder erwachsenen Patienten untersucht.

Abhängig von den zugrundeliegenden Umständen, wird unter der Topiramat-Behandlung eine

geeignete Bewertung einschließlich des Serum-Bicarbonat Spiegels empfohlen. Wenn sich Anzeichen

oder Symptome (z. B. Kussmaul-Atmung, Dyspnoe, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, übermäßige

Müdigkeit, Tachykardie oder Arrhythmie) zeigen, die auf eine metabolische Azidose hinweisen, wird

eine Bestimmung des Serum-Bicarbonats empfohlen. Wenn sich eine metabolische Azidose

entwickelt und persistiert, sollte in Erwägung gezogen werden, die Dosis zu reduzieren oder

Topiramat abzusetzen (durch schrittweise Dosisreduktion).

Bei Patienten mit Voraussetzungen oder Behandlungen, die ein Risiko für das Auftreten einer

metabolischen Azidose darstellen, sollte Topiramat mit Vorsicht angewandt werden.

Beeinträchtigung der kognitiven Funktion

Eine kognitive Beeinträchtigung bei einer Epilepsie ist multifaktoriell bedingt und kann durch die

zugrunde liegende Krankheitsursache, durch die Epilepsie oder durch die antiepileptische Behandlung

verursacht werden. Es gab Berichte in der Literatur über die Beeinträchtigung der kognitiven Funktion

bei Erwachsenen unter einer Topiramat-Behandlung, die eine Reduktion der Dosierung oder eine

Beendigung der Behandlung erforderte. Jedoch sind Studien bezüglich der Auswirkung auf die

Kognition bei Kindern, die mit Topiramat behandelt wurden, unzureichend und der Einfluss des

Wirkstoffes diesbezüglich muss noch geklärt werden.

Ernährungsergänzung

Manche Patienten können während der Behandlung mit Topiramat einen Gewichtsverlust erleiden. Es

wird empfohlen, dass Patienten unter der Behandlung mit Topiramat auf Gewichtsverlust kontrolliert

werden sollten. Eine diätetische Ergänzung oder gesteigerte Nahrungsaufnahme können erwogen

werden, wenn der Patient unter Topiramat Gewicht verliert.

Sonstige Bestandteile

Lactoseintoleranz

Diese Arzneimittel enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten diese Arzneimittel nicht

einnehmen.

Topiramat-TEVA 200 mg Filmtabletten zusätzlich

Dieses Arzneimittel enthält Allurarot-Aluminium-Komplex (E129) und kann allergische Reaktionen

hervorrufen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Auswirkungen von Topiramat

auf andere Antiepileptika

Der Zusatz von Topiramat zu anderen Antiepileptika (Phenytoin, Carbamazepin, Valproinsäure,

Phenobarbital, Primidon) hat keine Auswirkung auf deren Steady-State-Plasmakonzentrationen, außer

bei vereinzelten Patienten, bei denen der Zusatz von Topiramat zu Phenytoin in einem Anstieg der

Plasmakonzentration von Phenytoin resultieren kann. Dies ist möglicherweise auf die Inhibition eines

spezifischen polymorphen Isoenzyms zurückzuführen (CYP2C19). Als Konsequenz sollen die

Phenytoin-Spiegel bei jedem Patienten unter Phenytoin, der klinische Zeichen oder Symptome von

Toxizität aufweist, überwacht werden.

Eine pharmakokinetische Wechselwirkungsstudie bei Patienten mit Epilepsie deutet darauf hin, dass

die Zugabe von Topiramat zu Lamotrigin bei Topiramat-Dosen von 100-400 mg/Tag keine

Auswirkung auf die Steady-State-Plasmakonzentrationen von Lamotrigin hat. Des Weiteren gab es

keine Änderung in der Steady-State-Plasmakonzentration von Topiramat während oder nach Absetzen

der Lamotrigin Behandlung (mittlere Dosis von 327 mg/Tag).

Topiramat hemmt das Enzym CYP2C19 und kann mit anderen Substanzen interferieren, die durch

dieses Enzym metabolisiert werden (z. B. Diazepam, Imipramin, Moclobemid, Proguanil, Omeprazol).

Auswirkungen anderer Antiepileptika auf Topiramat

Phenytoin und Carbamazepin reduzieren die Plasmakonzentration von Topiramat. Die Zugabe oder

das Absetzen von Phenytoin oder Carbamazepin zur Topiramat-Therapie kann eine Anpassung der

Dosierung der Letzteren erfordern. Dies sollte durch Titration bis zur klinischen Wirksamkeit

erfolgen. Die Zugabe oder das Absetzen von Valproinsäure bewirkt keine signifikanten klinischen

Änderungen in den Plasmakonzentrationen von Topiramat

und rechtfertigt daher keine Anpassung der

Dosierung von Topiramat. Die Ergebnisse dieser Wechselwirkungen sind nachfolgend

zusammengefasst:

begleitend verabreichtes AED

AED Konzentration

Topiramat

Konzentration

Phenytoin

Carbamazepin (CBZ)

Valproinsäure

Lamotrigin

Phenobarbital

Primidon

= Keine Auswirkung auf die Plasmakonzentration (≤ 15 % Änderung)

= Plasmakonzentrationen erhöht bei einzelnen Patienten

= Abnahme der Plasmakonzentrationen

= nicht untersucht

= Antiepileptikum

Andere Arzneimittelwechselwirkungen

Digoxin

In einer Einzeldosisstudie sank die Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve (AUC) des

Serumdigoxin um 12 % aufgrund der begleitenden Verabreichung von Topiramat. Die klinische

Relevanz dieser Beobachtung konnte nicht festgestellt werden. Wenn Topiramat bei

Patienten unter

einer Digoxin-Therapie hinzugegeben oder abgesetzt wird, sollte die routinemäßige Überwachung des

Serum-Digoxins sorgfältig durchgeführt werden.

ZNS Sedativa

Die gleichzeitige Verabreichung von Topiramat und Alkohol oder anderen ZNS dämpfenden

Arzneimitteln wurde nicht in klinischen Studien bewertet. Es wird empfohlen, dass Topiramat nicht

gleichzeitig mit Alkohol oder anderen ZNS dämpfenden Arzneimitteln angewendet wird.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Bei der gleichzeitige Einnahme von Topiramat und Johanniskraut besteht die Gefahr von reduzierten

Plasmaspiegeln und folglich einer verringerten Wirksamkeit. Diese mögliche Wechselwirkung wurde

bisher in keiner klinischen Studie untersucht.

Orale Kontrazeptiva

In einer pharmakokinetischen Wechselwirkungsstudie an Probanden bei gleichzeitiger Gabe eines

oralen kontrazeptiven Kombinationspräparates, das 1 mg Norethisteron (NET) und 35 µg

Ethinylestradiol (EE) enthielt, wurde Topiramat, in einer Dosierung von 50 bis 200 mg/Tag, und

keiner Verabreichung anderer Arzneimittel, nicht in Zusammenhang mit einer statistisch signifikanten

Änderung der mittleren Exposition (AUC) für beide Inhaltsstoffe des oralen Kontrazeptivums

gebracht. In einer anderen Studie, war die Exposition von EE bei Dosen von 200, 400, und

800 mg/Tag statistisch signifikant vermindert (18%, 21% bzw. 30%,), wenn Topiramat als

Zusatztherapie bei Patienten, die Valproinsäure einnehmen, gegeben wurde. In beiden Studien

beeinflusste Topiramat

(50-200 mg/Tag bei Probanden und 200-800 mg/Tag bei Epilepsiepatienten)

die Exposition von NET nicht signifikant. Obwohl eine dosisabhängige Verminderung der EE

Exposition bei Dosen zwischen 200-800 mg/Tag (bei Epilepsiepatienten) auftrat, gab es keine

dosisabhängige signifikante Änderung in der EE Exposition bei Dosen von 50-200 mg/Tag. Die

klinische Signifikanz dieser beobachteten Änderungen ist nicht bekannt. Die Möglichkeit einer

verminderten kontrazeptiven Wirksamkeit und vermehrter Durchbruchblutungen sollte bei Patienten,

die orale kontrazeptive Kombinationsprodukte mit Topiramat einnehmen, berücksichtigt werden.

Patienten, die estrogenhaltige Kontrazeptiva einnehmen, sollten aufgefordert werden, jede Änderung

ihrer Menstruationsblutung zu berichten. Die kontrazeptive Wirksamkeit kann auch bei Abwesenheit

von Durchbruchblutungen vermindert sein.

Lithium

Bei Probanden wurde eine Reduktion der systemischen Lithium-Exposition (18% der AUC) während

der gleichzeitigen Verabreichung von Topiramat 200 mg/Tag beobachtet. Bei Patienten mit bipolaren

Störungen, wurde die Pharmakokinetik von Lithium während der Behandlung mit Topiramat bei

Dosen von 200 mg/Tag nicht beeinflusst; jedoch wurde ein Anstieg in der systemischen Exposition

(26% der AUC) nach Topiramat Dosen bis zu 600 mg/Tag beobachtet. Die Lithium Spiegel sollten bei

gleichzeitiger Gabe mit Topiramat überwacht werden.

Risperidon

Arzneimittelwechselwirkungsstudien, die unter Einzeldosisbedingungen bei Probanden und unter

Mehrfachdosisbedingungen bei Patienten mit bipolaren Störungen durchgeführt wurden, führten zu

ähnlichen Ergebnissen. Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Topiramat bei ansteigenden Dosen von

100, 250 und 400 mg/Tag, ergab sich eine Reduktion der systemischen Exposition (16% und 33% der

Steady-State-AUC bei Dosen von jeweils 250 und 400 mg/Tag) von Risperidon (verabreicht bei

Dosen im Bereich von 1 bis 6 mg/Tag). Die Unterschiede in der AUC der aktiven Gesamtfraktion

zwischen der Behandlung mit Risperidon allein und der Kombinationsbehandlung mit Topiramat

waren jedoch statistisch nicht signifikant. Minimale Änderungen wurden in der Pharmakokinetik der

gesamten aktiven Fraktion (Risperidon plus 9-Hydroxyrisperidon) und keine Änderungen für

9-Hydroxyrisperidon beobachtet. Es gab keine signifikanten Änderungen in der systemischen

Exposition der gesamten aktiven Fraktion von Risperidon oder von Topiramat. Wenn zu einer

bestehenden Behandlung mit Risperidon (1-6 mg/Tag) zusätzlich Topiramat gegeben wurde, wurde

häufiger über unerwünschte Ereignisse berichtet als vor der Topiramat-Einleitung (250-400 mg/Tag)

(entsprechend 90% und 54%). Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse nach

Topiramat-Einleitung, wenn es zusätzlich zu einer Risperidon-Behandlung gegeben wurde, waren:

Somnolenz (27% und 12%), Parästhesie (22% und 0%) und Übelkeit (18% und 9%).

Hydrochlorothiazid (HCTZ)

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden durchgeführt wurde, bewertete die

Steady-State-Pharmakokinetik von HCTZ (25 mg alle 24 h) und Topiramat (96 mg alle 12 h) , wenn

diese alleine oder gemeinsam verabreicht wurden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass die

Topiramat C

um 27% anstieg und die AUC um 29% anstieg, wenn HCTZ zu Topiramat gegeben

wurde. Die klinische Bedeutung dieser Änderung ist unbekannt. Die Zugabe von HCTZ zur

Topiramat-Therapie kann eine Anpassung der Topiramat-Dosis erfordern. Die Pharmakokinetik von

HCTZ im Steady State wurde durch die gleichzeitige Verabreichung von Topiramat nicht signifikant

beeinflusst. Klinische Laborergebnisse zeigen einen Abfall des Serumkaliums nach Topiramat oder

HCTZ Verabreichung, der höher war, wenn HCTZ und Topiramat in Kombination verabreicht

wurden.

Metformin

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden durchgeführt wurde, bewertete die

Steady-State-Pharmakokinetik von Metformin und Topiramat im Plasma, wenn Metformin allein

gegeben wurde und wenn Metformin und Topiramat gleichzeitig gegeben wurden. Die Ergebnisse

dieser Studie zeigten, dass die mittlere C

und die mittlere AUC

0-12h

von Metformin um 18% bzw.

25% anstiegen, während die mittlere CL/F um 20% abfiel, wenn Metformin mit Topiramat verabreicht

wurde. Topiramat beeinflusste nicht die t

von Metformin. Die klinische Bedeutung des Effektes von

Topiramat auf die Pharmakokinetik von Metformin ist unklar. Die orale Plasma-Clearance von

Topiramat scheint reduziert zu sein, wenn es mit Metformin verabreicht wird. Das Ausmaß der

Änderung der Clearance ist nicht bekannt. Die klinische Bedeutung des Effektes von Metformin auf

die Pharmakokinetik von Topiramat ist unklar.

Wenn Topiramat bei Patienten unter einer Metformin-Therapie hinzugegeben oder abgesetzt wird,

sollte besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung für eine adäquate Kontrolle von deren

diabetischer Erkrankung gelegt werden.

Pioglitazon

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden durchgeführt wurde, bewertete die

Steady-State-Pharmakokinetik von Topiramat und Pioglitazon, wenn diese alleine oder gemeinsam

verabreicht wurden. Eine 15% Verminderung der AUC

von Pioglitazon mit keiner Änderung der

max,ss

wurde beobachtet. Dieses Ergebnis war statistisch nicht signifikant. Des Weiteren wurde eine

13% und 16% Verminderung der C

max,ss

bzw. der AUC

sowohl des aktiven Hydroxy-Metaboliten als

auch eine 60% Verminderung der C

max,ss

und der AUC

des aktiven Keto-Metaboliten beobachtet. Die

klinische Bedeutung dieser Ergebnisse ist nicht bekannt. Wenn

Topiramat zur Pioglitazon-Therapie

hinzugegeben oder Pioglitazon zur Topiramat-Therapie hinzugegeben wird, sollte besonderes

Augenmerk auf die Routineüberwachung von Patienten zur adäquaten Kontrolle ihrer diabetischen

Erkrankung gelegt werden.

Glibenclamid

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Patienten mit Typ 2 Diabetes durchgeführt wurde,

bewertete die Steady-State-Pharmakokinetik von Glibenclamid (5 mg/Tag) allein und gemeinsam mit

Topiramat (150 mg/Tag). Es ergab sich eine 25% Reduktion der Glibenclamid AUC

während der

Topiramat Verabreichung. Die systemische Exposition der aktiven Metaboliten, 4-

trans

-Hydroxy-

Glibenclamid (M1) und 3-

cis

-Hydroxy-Glibenclamid (M2), wurde um 13% bzw. 15% reduziert. Die

Pharmakokinetik von Topiramat im Steady-State wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von

Glibenclamid nicht beeinflusst.

Wenn Topiramat

zur Glibenclamid Therapie hinzugegeben oder Glibenclamid zur Topiramat-Therapie

hinzugegeben wird, sollte besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung von Patienten zur

adäquaten Kontrolle ihrer diabetischen Erkrankung gelegt werden.

Weitere Arten von Wechselwirkungen

Arzneimittel, die für eine Nephrolithiasis prädisponieren

Topiramat kann das Risiko für eine Nephrolithiasis erhöhen, wenn es begleitend mit anderen

Substanzen angewendet wird, die eine Nephrolithiasis prädisponieren. Während der Einnahme von

Topiramat sollten solche Substanzen vermieden werden, da sie eine physiologische Umgebung

erzeugen können, die das Risiko der Bildung von Nierensteinen erhöht.

Valproinsäure

Die gleichzeitige Anwendung von Topiramat und Valproinsäure wurde mit einer Hyperammonämie

mit oder ohne Enzephalopathie bei Patienten, die eines der beiden Arzneimittel alleine toleriert haben,

in Verbindung gebracht. In den meisten Fällen klingen die Symptome und Anzeichen mit dem

Absetzen eines der beiden Arzneimittel ab. Diese Nebenwirkung beruht nicht auf einer

pharmakokinetischen Interaktion. Eine Assoziation der Hyperammonämie mit einer Topiramat-

Monotherapie oder gleichzeitiger Behandlung mit anderen Antiepileptika wurde nicht ermittelt.

Hypothermie, definiert als ein unwillkürliches Sinken der Körpertemperatur auf < 35 °C, wurde im

Zusammenhang mit der gleichzeitigen Anwendung von Topiramat und Valproinsäure, sowohl in

Verbindung mit als auch ohne Hyperammonämie, berichtet. Dieses unerwünschte Ereignis bei

Patienten, die gleichzeitig Topiramat und Valproinsäure einnehmen, kann nach Beginn der Behand-

lung mit Topiramat oder nach Erhöhung der Tagesdosis von Topiramat auftreten.

Weitere pharmakokinetische Arzneimittelwechselwirkungsstudien

Es wurden klinische Studien durchgeführt, um das Potential pharmakokinetischer Wechselwirkungen

zwischen Topiramat und anderen Substanzen abzuschätzen. Die Änderungen der C

oder AUC sind

als ein Ergebnis dieser Wechselwirkungen nachfolgend zusammengefasst. Die zweite Spalte

(Konzentration der Begleitmedikation) beschreibt, was mit der Konzentration der Begleitmedikation,

die in der ersten Spalte aufgelistet ist, passiert, wenn Topiramat hinzugegeben wird. Die dritte Spalte

(Topiramat-Konzentration) beschreibt, wie die gleichzeitige Verabreichung des Wirkstoffes, der in der

ersten Spalte aufgelistet ist, die Konzentration von Topiramat verändert.

Zusammenfassung der Ergebnisse zusätzlicher klinischer pharmakokinetischer

Wechselwirkungsstudien

Begleitmedikation

Konzentration der

Begleitmedikation

a

Topiramat-Konzentration

a

Amitriptylin

↔ 20% Erhöhung der C

der AUC des Nortriptylin

Metaboliten

Dihydroergotamin (Oral

und subkutan)

Haloperidol

↔ 31% Erhöhung der AUC des

reduzierten Metaboliten

Propranolol

↔ 17% Erhöhung der C

4-OH Propranolol (TPM 50 mg

alle 12 h)

9% und 16% Erhöhung der

9% und 17% Erhöhung der

AUC (40 und 80 mg

Propranolol entsprechend

alle 12 h)

Sumatriptan (Oral und

subkutan)

Pizotifen

Diltiazem

25% Verminderung der AUC

von Diltiazem und 18%

Verminderung von DEA, und

↔ von DEM*

20% Erhöhung der AUC

Venlafaxin

Flunarizin

16% Erhöhung der AUC

(TPM 50 mg alle 12h)

Die Werte sind die Änderungen in der mittleren C

oder AUC unter der

Behandlung in Bezug auf Monotherapie

Kein Effekt auf die C

und AUC (≤ 15% Änderung) der Vorgängersubstanz

Nicht untersucht

*DEA

Desacetyldiltiazem, DEM = N-Demethyl-Diltiazem

Die Flunarizin AUC stieg um 14% bei Personen, die Flunarizin allein

einnahmen. Die Erhöhung in der Exposition kann einer Akkumulation

während des Erreichen des Steady State zugeschrieben werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Topiramat war bei Mäusen, Ratten und Kaninchen teratogen. Bei Ratten passiert Topiramat die

Plazentaschranke.

Daten aus dem UK-Schwangerschaftsregister und dem Nordamerikanischen (North American

Antiepileptic Drug [NAAED]) Schwangerschaftsregister weisen darauf hin, dass für Säuglinge, die im

ersten Trimester einer Monotherapie mit Topiramat ausgesetzt waren, ein erhöhtes Risiko für

kongenitale Fehlbildungen (z. B. kraniofaziale Defekte, wie z. B. Lippenspalte/Gaumenspalte,

Hypospadien und Anomalien, die verschiedene Körpersysteme einschließen) besteht. Das NAAED-

Schwangerschaftsregister zeigte für die Monotherapie mit Topiramat eine ungefähr 3-fach höhere

Inzidenz für schwerwiegende kongenitale Fehlbildungen im Vergleich zu einer Referenzgruppe, die

keine Antiepileptika eingenommen hat. Darüber hinaus gab es eine höhere Prävalenz für ein geringes

Geburtsgewicht (< 2500 Gramm) im Anschluss an eine Behandlung mit Topiramat in der

Referenzgruppe.

Des Weiteren weisen die Daten aus diesen Registern und anderen Studien darauf hin, dass, verglichen

mit der Monotherapie, die Anwendung von Antiepileptika in einer Kombinationstherapie mit einem

erhöhten Risiko für teratogene Effekte verbunden ist.

Es wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter eine adäquate Verhütungsmethode anwenden

und alternative therapeutische Optionen in Betracht ziehen.

Tierexperimentelle Studien haben eine Exkretion von Topiramat in die Milch gezeigt. Die Exkretion

von Topiramat in die humane Milch wurde in kontrollierten Studien nicht untersucht. Begrenzte

Beobachtungen bei Patientinnen weisen auf eine erhebliche Exkretion von Topiramat in die

Muttermilch hin. Da viele Arzneimittel in die humane Milch ausgeschieden werden, muss unter

Berücksichtigung der Bedeutung des Arzneimittels für die Mutter eine Entscheidung getroffen

werden, ob das Stillen eingestellt wird oder (auf) die Topiramat-Therapie abgebrochen/verzichtet wird

(siehe Abschnitt 4.4).

Indikation Epilepsie

Während der Schwangerschaft sollte Topiramat nach vollständiger Aufklärung der Frau über die

bekannten Risiken unbehandelter Epilepsie für die Schwangerschaft und das potentielle Risiko des

Arzneimittels für den Foetus verschrieben werden.

Indikation Migräne Prophylaxe

Topiramat ist während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine

wirksame Verhütungsmethode anwenden, kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5

Wechselwirkungen mit oralen Kontrazeptiva).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Topiramat hat einen geringfügigen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Topiramat wirkt auf das zentrale Nervensystem und kann zu

Benommenheit, Schwindel und anderen verwandten Symptomen führen. Es kann auch Sehstörungen

und/oder Verschwommensehen verursachen. Diese Nebenwirkungen können bei Patienten, die ein

Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, potentiell gefährlich sein, besonders bis zu dem Zeitpunkt,

an dem der einzelne Patient Erfahrung mit dem Arzneimittel gesammelt hat.

4.8

Nebenwirkungen

Die Sicherheit von Topiramat wurde aus einer Datenbank mit klinischen Studien evaluiert, die sich

aus 4111 Patienten (3182 unter Topiramat und 929 unter Placebo), die an 20 doppelblinden Studien

bzw. 2847 Patienten, die an 34 offenen Studien teilgenommen haben, zusammensetzt, für Topiramat

als Zusatztherapie bei primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, bei fokalen, epileptischen

Anfällen, bei epileptischen Anfällen beim Lennox-Gastaut-Syndrom, bei der Monotherapie der neu

oder vor kurzem diagnostizierten Epilepsie oder bei der Migräne-Prophylaxe. Die Mehrheit der

unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAWs) war in der Schwere leicht bis mäßig. UAWs, die in

klinischen Studien und während der Erfahrung nach Markteinführung (gekennzeichnet durch “*”)

identifiziert wurden, sind nach ihrer Inzidenz in den klinischen Studien in Tabelle 1 aufgelistet.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

sehr häufig

≥ 1/10

häufig

≥ 1/100 bis < 1/10

gelegentlich

≥ 1/1.000 bis < 1/100

selten

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Die häufigsten UAWs (jene mit einer Inzidenz von > 5% und höher, als die unter Placebo

beobachteten, bei mindestens 1 Indikation in kontrollierten doppelblinden Studien mit Topiramat)

umfassen: Anorexie, verminderter Appetit, Bradyphrenie, Depression, Beeinträchtigung des

sprachlichen Ausdrucksvermögens, Insomnie, anomale Koordination, Aufmerksamkeitsstörung,

Schwindel, Dysarthrie, Dysgeusie, Hypästhesie, Lethargie, Gedächtnisstörung, Nystagmus,

Parästhesie, Somnolenz, Tremor, Diplopie, Verschwommensehen, Diarrhoe, Übelkeit, Fatigue,

Reizbarkeit und Gewichtsabnahme.

Tabelle 1:

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Topiramat

Systemorgank

lasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Infektionen

und parasitäre

Erkrankungen

Nasopharyngiti

Erkrankungen

des Blutes und

Lymphsystem

Anämie

Leukopenie,

Thrombozytopeni

Lymphadenopathi

e, Eosinophilie

Neutropenie*

Erkrankungen

Immunsystem

Hypersensitivit

allergisches

Ödem*,

konjunktival

es Ödem

Stoffwechsel-

Ernährungsstö

rungen

Anorexie,

verminderter

Appetit

metabolische

Azidose,

Hypokaliämie,

erhöhter Appetit,

Polydipsie

hyperchlorämi

sche Azidose

Psychiatrische

Erkrankungen

Depression

Bradyphrenie,

Insomnie,

Beeinträchtigun

Suizidgedanken,

Suizidversuch,

Halluzination,

Manie,

Panikstörung,

Gefühl von

g des

sprachlichen

Ausdrucksverm

ögens, Angst,

Verwirrtheit,

Desorientierun

g, Aggression,

veränderte

Stimmung,

Agitiertheit,

Stimmungssch

wankungen,

depressive

Stimmung,

Wut, anomales

Verhalten

psychotische

Störung,

akustische

Halluzination,

visuelle

Halluzination,

Apathie, Verlust

Spontansprache,

Schlafstörung,

Affektlabilität,

verminderte

Libido,

Ruhelosigkeit,

Weinen,

Dysphemie,

euphorische

Stimmung,

Paranoia,

Perseveration,

Panikattacken,

Traurigkeit,

Leseschwäche,

Einschlafstörung

,

Affektverflachung

, anomales

Denken, Verlust

der Libido

Teilnahmslosigkei

Durchschlafstörun

g, Ablenkbarkeit,

frühes

morgendliches

Erwachen,

Panikreaktion,

gehobene

Stimmung

Hoffnungslosi

gkeit*,

Hypomanie

Erkrankungen

Nervensystem

Parästhesie,

Somnolenz,

Schwindel

Aufmerksamke

itsstörung,

Gedächtnisstör

ung, Amnesie,

kognitive

Störung,

Beeinträchtigun

g der geistigen

Leistungsfähig

keit,

eingeschränkte

psychomotorisc

he Fähigkeiten,

Konvulsion,

anomale

Koordination,

Bewusstseinseins

chränkung, Grand

mal Anfall,

Gesichtsfeldausfal

l, komplex fokale

Anfälle,

Sprachstörung,

psychomotorische

Hyperaktivität,

Synkope,

sensorische

Störung, Sabbern,

Hypersomnie,

Aphasie,

repetitive

Sprache,

Apraxie,

Störung des

zirkadianen

Schlafrhythmu

Hyperästhesie,

verminderter

Geruchssinn,

Verlust des

Geruchssinns,

essentieller

Tremor,

Akinesie,

Nichtansprech

en auf Reize

Tremor,

Lethargie,

Hypästhesie,

Nystagmus,

Dysgeusie,

Gleichgewichts

störung,

Dysarthrie,

Intentionstremo

r, Sedierung

Hypokinesie,

Dyskinesie,

Haltungsschwinde

l, schlechte

Schlafqualität,

brennendes

Gefühl, Verlust

Empfindungsver

mögens,

verändertes

Geruchsempfinde

n, zerebellares

Syndrom,

Dysästhesie,

Hypogeusie,

Stupor,

Ungeschicklichke

it, Aura, Ageusie,

Schreibstörung,

Dysphasie,

periphere

Neuropathie,

Präsynkope,

Dystonie,

Formicatio

Augenerkrank

ungen

Verschwomme

nsehen,

Diplopie,

Sehstörung

verminderte

Sehschärfe,

Skotom,

Myopie*,

Fremdkörpergefü

hl im Auge*,

trockenes Auge,

Photophobie,

Blepharospasmus,

erhöhter

Tränenfluss,

Photopsie,

Mydriasis,

Presbyopie

unilaterale

Blindheit,

transiente

Blindheit,

Glaukom,

Akkommodati

onsstörung,

veränderte

visuelle

Tiefenwahrneh

mung,

Flimmerskoto

Augenlidödem

Nachtblindheit

, Amblyopie

Engwinkelgl

aukom*,

Makulopathi

e*, Störung

Augenbeweg

ung*

Erkrankungen

des Ohrs und

des Labyrinths

Vertigo,

Tinnitus,

Ohrenschmerze

Taubheit,

unilaterale

Taubheit,

neurosensorische

Taubheit,

Ohrenbeschwerde

n, eingeschränktes

Hören

Herzerkranku

Bradykardie,

ngen

Sinusbradykardie,

Palpitationen

Gefäßerkrank

ungen

Hypotension,

orthostatische

Hypotension,

Flush,

Hitzewallungen

Raynaud-

Phänomen

Erkrankungen

Atemwege,

Brustraums

Mediastinums

Dyspnoe,

Epistaxis,

verstopfte

Nase,

Rhinorrhoe

Husten*

Belastungsdyspno

e, paranasale

Sinushypersekreti

on, Dysphonie

Erkrankungen

Gastrointestin

altrakts

Nausea,

Diarrhoe

Erbrechen,

Obstipation,

Oberbauchsch

merz,

Dyspepsie,

abdominaler

Schmerz,

Mundtrockenhe

Magenbeschwe

rden, orale

Parästhesie,

Gastritis,

abdominale

Beschwerden

Pankreatitis,

Flatulenz,

gastroösophageale

Refluxkrankheit,

Unterbauchschme

rz, orale

Hypästhesie,

Zahnfleischbluten

, geblähter Bauch,

epigastrische

Beschwerden,

schmerzhafte

Bauchspannung,

vermehrter

Speichelfluss,

oraler Schmerz,

Mundgeruch,

Glossodynie

Leber- und

Gallenerkrank

ungen

Hepatitis,

Leberversagen

Erkrankungen

der Haut und

Unterhautzellg

ewebes

Alopezie,

Hautausschlag,

Pruritus

Anhidrose, faziale

Hypästhesie,

Urtikaria,

Erythem,

generalisierter

Pruritus,

makulärer

Hautausschlag,

Hautverfärbung,

allergische

Dermatitis,

Gesichtsschwellu

Stevens-

Johnson-

Syndrom*,

Erythema

multiforme*,

anomaler

Hautgeruch,

periorbitales

Ödem*,

lokalisierte

Urtikaria

toxische

epidermale

Nekrolyse*

Skelettmuskul

atur-,

Bindegewebs-

Knochenerkra

nkungen

Arthralgie,

Muskelspasme

n, Myalgie,

Muskelzittern,

Muskelschwäc

muskuloskelett

aler

Brustschmerz

Gelenkschwellun

muskuloskelettale

Steifheit,

Flankenschmerz,

Muskelermüdung

Beschwerden

in den

Extremitäten

Erkrankungen

der Nieren

und Harnwege

Nephrolithiasis,

Pollakisurie,

Dysurie

Harnstein,

Harninkontinenz,

Hämaturie,

Inkontinenz,

Harndrang,

Nierenkolik,

Nierenschmerz

Harnleiterstein

, renale

tubuläre

Azidose*

Erkrankungen

Geschlechtsor

gane und der

Brustdrüse

erektile

Dysfunktion,

sexuelle

Dysfunktion

Allgemeine

Erkrankungen

Beschwerden

Verabreichung

sort

Fatigue

Pyrexie,

Asthenie,

Gereiztheit,

Gangstörung,

anomales

Gefühl,

Malaise

Hyperthermie,

Durst, Influenza-

ähnliche

Krankheit*,

Trägheit,

periphere Kälte,

Gefühl der

Trunkenheit,

nervöses Gefühl

Gesichtsödem,

Kalzinose

Untersuchung

Gewichtsabnah

Gewichtszunah

Kristalle im Urin

präsent, anomaler

Zehen-Fersen-

Gehtest,

verminderte Zahl

weißer Blutzellen,

Anstieg der

Leberenzyme

verminderte

Bicarbonatwer

te im Serum

Soziale

Umstände

Lernschwäche

* identifiziert als eine UAW aus Spontanberichten nach Markteinführung. Deren Häufigkeit wurde

basierend auf den klinischen Studiendaten kalkuliert.

Pädiatrische Patienten

UAWs, die häufiger (≥ 2-fach) bei Kindern als bei Erwachsenen in kontrollierten doppelblinden

Studien berichtet wurden, umfassen:

verminderten Appetit

erhöhten Appetit

hyperchlorämische Azidose

Hypokaliämie

anormales Verhalten

Aggression

Apathie

Einschlafstörung

Suizidgedanken

Aufmerksamkeitsstörung

Lethargie

Störung des zirkadianen Schlafrhythmus

schlechte Schlafqualität

erhöhter Tränenfluss

Sinusbradykardie

anormales Gefühl

Gangstörung.

UAWs, die bei Kindern aber nicht bei Erwachsenen in kontrollierten doppelblinden Studien berichtet

wurden, umfassen:

Eosinophilie

psychomotorische Hyperaktivität

Vertigo

Erbrechen

Hyperthermie

Pyrexie

Lernschwierigkeiten

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Anzeichen und Symptome

Überdosierungen von Topiramat wurden berichtet. Anzeichen und Symptome umfassen Krämpfe,

Benommenheit, Sprachstörungen, Verschwommensehen, Diplopie, Störung der geistigen Aktivität,

Lethargie, anomale Koordination, Stupor, Hypotension, abdominaler Schmerz, Agitiertheit, Schwindel

und Depression. Die klinischen Konsequenzen waren in den meisten Fällen nicht schwerwiegend,

allerdings wurden Todesfälle nach Überdosierung mit mehreren Arzneimitteln, einschließlich

Topiramat berichtet.

Eine Topiramat-Überdosierung kann in einer schweren metabolischen Azidose resultieren (siehe

Abschnitt 4.4).

Behandlung

Bei einer akuten Topiramat-Überdosierung sollte bei kürzlich zurückliegender Einnahme unverzüglich

eine Magenentleerung durch Magenspülung oder Induktion von Erbrechen herbeigeführt werden.

In

vitro

erwies sich Aktivkohle als Adsorbens von Topiramat. Es sollte eine adäquate supportive

Behandlung erfolgen und der Patient sollte gut hydratisiert werden. Hämodialyse stellt ein effektives

Mittel dar, um Topiramat aus dem Körper zu entfernen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antiepileptika; Migränemittel

ATC-Code: N03AX11; N02CX12

Topiramat ist als sulfamat-substitutiertes Monosaccharid klassifiziert. Der genaue Mechanismus,

durch den Topiramat seine antiepileptischen und Migräne prophylaktischen Eigenschaften ausübt, ist

unbekannt. Elektrophysiologische und biochemische Studien an kultivierten Neuronen haben drei

Eigenschaften identifiziert, die möglicherweise zur antiepileptischen Wirksamkeit von Topiramat

beitragen.

Aktionspotentiale, die durch anhaltende Depolarisation der Neuronen ausgelöst wurden, wurden durch

Topiramat in einer zeitabhängigen Art geblockt, was auf eine zustandsabhängige Blockade des

Natriumkanals hinweist. Topiramat erhöhte die Häufigkeit, mit der γ-Aminobutyrat (GABA)

GABA

-Rezeptoren aktivierte, und erhöhte die Fähigkeit von GABA, den Fluss von Chloridionen in

die Neuronen zu induzieren, was darauf hinweist, dass Topiramat die Aktivität dieses inhibitorischen

Neurotransmitters erhöht.

Dieser Effekt wurde nicht durch Flumazenil, einem Benzodiazepin-Antagonisten, blockiert, noch

erhöhte Topiramat die Dauer der Kanal-Öffnungszeit, was Topiramat von Barbituraten, die ebenfalls

GABA

-Rezeptoren modulieren, differenziert.

Da sich das antiepileptische Profil von Topiramat deutlich von dem der Benzodiazepine unterscheidet,

kann es einen für Benzodiazepine nicht sensitiven Subtyp des GABA

-Rezeptors modulieren.

Topiramat antagonisierte die Fähigkeit von Kainat, den Kainat/AMPA (α-Amino-3-Hydroxy-5-

Methylisoxazol-4-Propionsäure) Subtyp des exzitatorischen Aminosäure-(Glutamat)-Rezeptors zu

aktivieren, aber hatte keinen ersichtlichen Effekt auf die Aktivität des N-Methyl-D-Aspartats (NMDA)

am NMDA Rezeptor Subtyp. Diese Effekte von Topiramat waren konzentrationsabhängig über einen

Bereich von 1 μM bis 200 μM, mit einer minimalen beobachteten Aktivität bei 1 μM bis 10 μM.

Des Weiteren inhibiert Topiramat einige Isoenzyme der Carboanhydrase. Dieser pharmakologische

Effekt ist deutlich schwächer als der von Acetazolamid, einem bekannten Carboanhydrase-Inhibitor

und wird nicht als Hauptkomponente der antiepileptischen Aktivität von Topiramat angesehen.

Topiramat zeigt in tierexperimentellen Studien eine antikonvulsive Aktivität an Ratten und Mäusen im

Test mit maximalem Elektroschock (MES) und ist effektiv im Epilepsie-Model bei Nagern, das

tonische und Absencen-ähnliche Anfälle in der spontan epileptischen Ratte (SER) umfasst sowie

tonische und klonische Anfälle, die bei Ratten durch Erregung der Amygdala oder durch globale

Ischämie induziert werden. Topiramat ist nur schwach effektiv in der Blockade klonischer Anfälle,

induziert durch den GABA

-Rezeptorantagonisten Pentylentetrazol.

Studien an Mäusen, die gleichzeitig Topiramat und Carbamazepin oder Phenobarbital erhielten,

zeigten eine synergistische antikonvulsive Aktivität, während die Kombination mit Phenytoin eine

additive antikonvulsive Aktivität zeigte. In gut kontrollierten Add-on Studien, wurde keine

Korrelation zwischen Talplasmakonzentrationen von Topiramat und dessen klinischer Wirksamkeit

nachgewiesen. Kein Beleg für Toleranzentwicklung bei Menschen wurde dargestellt.

Absence-Anfälle

Zwei kleine einarmige Studien (CAPSS-326 und TOPAMAT-ABS-001) wurden bei Kindern

zwischen 4 und 11 Jahren durchgeführt. Eine Studie schloss 5 Kinder, die andere schloss 12 Kinder

ein, bevor sie aufgrund des fehlenden therapeutischen Ansprechens vorzeitig geschlossen wurden. Die

Dosierungen in diesen Studien betrugen bis zu annähernd 12 mg/kg in Studie TOPAMAT-ABS-001

und maximal 9 mg/kg/Tag oder 400 mg/Tag in Studie CAPSS-326. Diese Studien lieferten keine

ausreichende Evidenz für eine Schlussfolgerung hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit bei

pädiatrischen Patienten.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Formulierungen Filmtabletten und Hartkapseln sind bioäquivalent.

Das pharmakokinetische Profil von Topiramat zeigt, verglichen mit anderen Antiepileptika, eine lange

Plasmahalbwertzeit, eine lineare Pharmakokinetik, eine prädominante renale Clearance, das Fehlen

einer signifikanten Proteinbindung und das Fehlen von klinisch relevanten aktiven Metaboliten.

Topiramat ist kein potenter Induktor arzneimittelmetabolisierender Enzyme und kann unabhängig von

den Mahlzeiten verabreicht werden; eine Routineüberwachung der Topiramat-Plasmakonzentrationen

ist nicht notwendig. In klinischen Studien gab es keine konsistente Beziehung zwischen den

Plasmakonzentrationen und der Wirksamkeit oder unerwünschten Ereignissen.

Resorption

Topiramat wird schnell und gut resorbiert. Nach der Einnahme von 100 mg Topiramat an Probanden

wurde eine mittlere Peakplasmakonzentration (C

) von 1,5 μg/ml innerhalb von 2 bis 3 Stunden

) erreicht.

Auf Basis des Radioaktivitätsnachweises im Urin war das mittlere Ausmaß der Resorption einer

oralen 100 mg Dosis von

C-Topiramat mindestens 81%. Es gab keine klinisch signifikante

Auswirkung von Nahrung auf die Bioverfügbarkeit von Topiramat.

Verteilung

Im Allgemeinen sind 13 bis 17% des Topiramats an Plasmaproteine gebunden. In/an Erythrozyten

wurde eine Bindungsstelle mit niedriger Kapazität für Topiramat beobachtet, die bei

Plasmakonzentrationen über 4 μg/ml sättigbar ist. Das Verteilungsvolumen verändert sich umgekehrt

mit der Dosierung. Das mittlere scheinbare Verteilungsvolumen betrug 0,80 bis 0,55 l/kg für eine

Einzeldosis im Bereich von 100 bis 1200 mg. Ein Effekt des Geschlechts auf das Verteilungsvolumen

wurde mit Werten für Frauen von ca 50% von denjenigen für Männer ermittelt. Dies wurde dem

prozentual höheren Körperfett bei weiblichen Patienten zugeschrieben und ist ohne klinische

Konsequenz.

Biotransformation

Topiramat wird bei Probanden nicht extensiv metabolisiert (~20%). Es wird bis zu 50% bei Patienten

metabolisiert, die gleichzeitig eine antiepileptische Therapie mit bekannten Induktoren Wirkstoff-

metabolisierender Enzyme erhalten. Sechs Metabolite, die durch Hydroxylierung, Hydrolyse und

Glucuronidierung gebildet werden, wurden vom Plasma, Urin und Fäzes des Menschen isoliert,

charakterisiert und identifiziert. Jeder Metabolit repräsentiert weniger als 3% der gesamten

Radioaktivität, die nach Verabreichung von

C-Topiramat ausgeschieden wurde. Zwei Metaboliten,

die am meisten von der Struktur von Topiramat beibehalten hatten, wurden untersucht und zeigten

wenig oder keine antikonvulsive Aktivität.

Elimination

Bei Menschen ist der Hauptweg der Elimination von unverändertem Topiramat und seinen

Metaboliten die Niere (mindestens 81% der Dosis). Ungefähr 66% einer Dosis von

C-Topiramat

wurden innerhalb von 4 Tagen unverändert im Urin ausgeschieden. Nach zweimal täglicher Dosierung

von 50 mg und 100 mg Topiramat betrug die mittlere renale Clearance ungefähr 18 ml/min und

17 ml/min. Es gibt Hinweise für eine renale tubuläre Reabsorption von Topiramat. Dies wird durch

Studien an Ratten unterstützt, in denen Topiramat mit Probenecid verabreicht wurde und ein

signifikanter Anstieg der renalen Clearance von Topiramat beobachtet wurde. Insgesamt beträgt die

Plasmaclearance nach Einnahme beim Menschen ungefähr 20 bis 30 ml/min.

Topiramat besitzt eine geringe interindividuelle Variabilität der Plasmakonzentration und daher eine

vorhersagbare Pharmakokinetik. Die Pharmakokinetik von Topiramat ist linear mit einer konstant

bleibenden Plasmaclearance und einer Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve, die nach oraler

Einmaldosis bei Probanden sich dosis-proportional verhaltend über einen Bereich 100 bis 400 mg

ansteigt. Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion kann es 4 bis 8 Tage dauern bis Steady-State-

Plasmakonzentrationen erreicht sind. Die mittlere C

nach multiplen, zweimal täglichen oralen

Dosen von 100 mg betrug bei gesunden Personen 6,76 μg/ml. Nach Verabreichung von multiplen

Dosen von 50 mg und 100 mg Topiramat zweimal täglich, betrug die mittlere

Eliminationshalbwertzeit im Plasma ungefähr 21 Stunden.

Die gleichzeitige Verabreichung multipler Dosen von Topiramat, 100 bis 400 mg zweimal täglich, mit

Phenytoin oder Carbamazepin zeigt dosis-proportionale Anstiege in der Plasmakonzentration von

Topiramat.

Die Plasma- und die renale Clearance von Topiramat sind bei Patienten mit mäßig und schwer

eingeschränkter Nierenfunktion (CL

≤ 70 ml/min) vermindert. Als ein Ergebnis werden höhere

Topiramat-Steady-State-Plasmakonzentrationen für eine gegebene Dosis bei renal eingeschränkten

Patienten erwartet verglichen mit denen mit normaler Nierenfunktion. Darüber hinaus brauchen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in jeder Dosierung einen längeren Zeitraum zum

Erreichen des Steady-State. Bei Patienten mit mäßig oder schwer eingeschränkter Nierenfunktion wird

eine Halbierung der üblichen Anfangs- und Erhaltungsdosis empfohlen.

Topiramat wird effektiv durch Hämodialyse aus dem Plasma entfernt. Hämodialyse über einen

verlängerten Zeitraum kann das Absinken der Topiramatkonzentration unter die zur Erhaltung des

antikonvulsiven Effektes erforderlichen Spiegel verursachen. Um einen rapiden Abfall der Topiramat-

Plasmakonzentration während der Hämodialyse zu vermeiden, kann eine zusätzliche Dosis Topiramat

erforderlich sein. Bei der jeweiligen Dosisanpassung soll 1) die Dauer der Dialysebehandlung, 2) die

Clearance-Rate des verwendeten Dialysesystems und 3) die tatsächliche renale Clearance von

Topiramat beim Patienten, der dialysiert wird, berücksichtigt werden.

Die Plasmaclearance von Topiramat ist bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung

um durchschnittlich 26 % erniedrigt. Daher soll Topiramat bei Patienten mit Leberfunktionsstörung

mit Vorsicht verabreicht werden.

Die Plasmaclearance von Topiramat ist bei älteren Personen bei Abwesenheit zugrundeliegender

Nierenerkrankungen unverändert.

Pädiatrische Population (Pharmakokinetik, bis zu einem Alter von 12 Jahren)

Die Pharmakokinetik von Topiramat bei Kindern ist wie bei Erwachsenen, die eine Add-on Therapie

erhalten, linear mit einer von der Dosis unabhängigen Clearance und Steady-State-

Plasmakonzentrationen, die proportional zur Dosis ansteigen. Kinder haben jedoch eine höhere

Clearance und eine kürzere Eliminationshalbwertzeit. Als Konsequenz können die

Plasmakonzentrationen von Topiramat bei der selben mg/kg Dosis bei Kindern niedriger sein

verglichen mit Erwachsenen. Wie bei Erwachsenen vermindern leberenzyminduzierende

antiepileptische Arzneimittel die Steady-State-Plasmakonzentrationen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Trotz maternaler und paternaler Toxizität bereits ab 8 mg/kg/Tag wurden in nicht-klinischen Studien

zur Fertilität bei männlichen und weiblichen Ratten bei Dosen bis zu 100 mg/kg/Tag keine

Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet.

In präklinischen Studien wurde gezeigt, dass Topiramat teratogene Effekte in den untersuchten

Spezies (Mäuse, Ratten und Kaninchen) hat. Bei Mäusen waren die fetalen Gewichte und die skeletale

Ossifikation in Verbindung mit der maternalen Toxizität bei 500 mg/kg/Tag reduziert. Die Gesamtzahl

der fetalen Fehlbildungen bei Mäusen war bei allen arzneimittelbehandelten Gruppen (20, 100 und

500 mg/kg/Tag) erhöht.

Bei Ratten wurden dosisabhängig maternale und embryonale/fetale Toxizität (reduzierte fetale

Gewichte und/oder skeletale Ossifikation) bis herunter auf 20 mg/kg/Tag beobachtet, verbunden mit

teratogenen Effekten (Defekte an Extremitäten und Zehen) bei 400 mg/kg/Tag und darüber. Bei

Kaninchen wurde eine dosisabhängige maternale Toxizität bis herab auf 10 mg/kg/Tag beobachtet, mit

embryonaler/fetaler Toxizität (gesteigerte Letalität) bis herunter auf 35 mg/kg/Tag und teratogenen

Effekten (Fehlbildungen der Rippen und vertebrale Fehlbildungen) bei 120 mg/kg/Tag.

Die beobachteten teratogenen Effekte bei Ratten und Kaninchen waren ähnlich zu den Effekten, die

mit Carboanhydrase-Inhibitoren beobachtet wurden, die nicht mit Fehlbildungen beim Menschen

assoziiert waren. Auswirkungen auf das Wachstum zeigten sich ebenso durch geringere Gewichte bei

der Geburt und während der Laktation bei Jungtieren von weiblichen Ratten, die während der

Gestation und Laktation mit 20 oder 100 mg/kg/Tag behandelt wurden. Bei Ratten passiert Topiramat

die Plazenta-Schranke.

Bei juvenilen Ratten führte die tägliche orale Gabe von Topiramat in Dosen bis zu 300 mg/kg/Tag

während der Entwicklungsphase entsprechend dem Säuglingsalter, der Kindheit und dem Jugendalter

zu Toxizitäten ähnlich zu denen bei erwachsenen Tieren (verminderte Futteraufnahme mit

verminderter Zunahme des Körpergewichtes, zentrolobuläre hepatozelluläre Hypertrophie). Es gab

keine relevanten Effekte auf das Wachstum der Röhrenknochen (Tibia) oder die Knochenmineral-

Dichte (Femur), auf die Phase vor der Entwöhnung und die Reproduktionsentwicklung, auf die

neurologische Entwicklung (einschließlich Beurteilung des Gedächtnisses und des Lernvermögens),

auf Paarung und Fertilität oder Hysterotomie-Parameter.

In einer Serie von

in vitro

in vivo

Mutagenitätsuntersuchungen zeigte Topiramat kein

genotoxisches Potential.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Kern:

Lactose-Monohydrat

Vorverkleisterte Stärke (Maisstärke)

Mikrokristalline Cellulose

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph. Eur.)

Überzug:

Topiramat-TEVA 25 mg Filmtabletten

Titandioxid (E 171)

Macrogol 4000

Polydextrose

Hypromellose

Topiramat-TEVA 50 mg Filmtabletten

Titandioxid (E 171)

Macrogol 3350

Poly(vinylalkohol)

Talkum

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172)

Topiramat-TEVA 100 mg Filmtabletten

Titandioxid (E 171)

Macrogol 4000

Polydextrose

Hypromellose

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172)

Eisen(II,III)-oxid (E172)

Topiramat-TEVA 200 mg Filmtabletten

Titandioxid (E 171)

Macrogol 4000

Polydextrose

Hypromellose

Eisen(III)-oxid (E172)

Allurarot-Aluminium-Komplex (E129)

Indigocarmin, Aluminiumsalz (E132)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Topiramat-TEVA 25 mg Filmtabletten

Blisterpackungen: OPA/Al/PVC-Aluminium-Blisterpackungen

Packungsgrößen: 28, 50 und 100 Filmtabletten.

Topiramat-TEVA 50 mg Filmtabletten

Packungsgrößen: 50, 100 und 200 Filmtabletten.

Topiramat-TEVA 100 mg Filmtabletten

Packungsgrößen: 50, 100 und 200 Filmtabletten.

Topiramat-TEVA 200 mg Filmtabletten

Packungsgrößen: 100 und 200 Filmtabletten.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Topiramat-TEVA 25 mg Filmtabletten

71471.00.00

Topiramat-TEVA 50 mg Filmtabletten

71472.00.00

Topiramat-TEVA 100 mg Filmtabletten

71473.00.00

Topiramat-TEVA 200 mg Filmtabletten

71474.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 11. März 2009

10.

STAND DER INFORMATION

Dezember 2014

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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