Topiramat real 50 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Topiramat
Verfügbar ab:
Dolorgiet GmbH & Co.KG
INN (Internationale Bezeichnung):
Topiramate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Topiramat 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
68679.00.00

Gebrauchsinformation:InformationfürdenAnwender

Topiramatreal50 mgFilmtabletten

Wirkstoff:Topiramat

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lesen.

-WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichanIhrenArztoderApotheker.

-DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben.GebenSieesnichtan

Dritteweiter.EskannanderenMenschenschaden,auchwenndiesediegleichen

BeschwerdenhabenwieSie.

-WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSie

Nebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegeben

sind,informierenSiebitteIhrenArztoderApotheker.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

1. WasistTopiramatrealund wofürwirdesangewendet?

2. WasmüssenSievorderEinnahmevonTopiramatrealbeachten?

3. WieistTopiramatrealeinzunehmen?

4. WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5. WieistTopiramatrealaufzubewahren?

6. WeitereInformationen

1. WASISTTOPIRAMATREALUNDWOFÜRWIRDESANGEWENDET?

TopiramatrealisteinArzneimittelzurBehandlungderEpilepsie.

Eswird angewendet

alsalleinigesMittel(Monotherapie)beiErwachsenen,Jugendlichenund Kindernab 2

JahrenmitneudiagnostizierterEpilepsieoderzurUmstellungaufeineMonotherapie

alsZusatztherapiebeiErwachsenen,JugendlichenundKindernab2 Jahrenmit

Krampfanfällen,dieineinemklarabgegrenztenBereichdesGehirnsbeginnen

und sichdannunterUmständenaufdasgesamteGehirnausbreitenkönnen

(fokaleepileptischeAnfällemitoderohnesekundäreGeneralisierung),

Krampfanfällen,dievonAnfangandasgesamteGehirnbetreffen(primär

generalisiertetonisch-klonischeAnfälle),

epileptischenAnfällenbeimLennox-Gastaut-Syndrom.

2. WASMÜSSENSIEVORDEREINNAHMEVONTOPIRAMATREAL

BEACHTEN?

Topiramatrealdarfnichteingenommenwerden

wennSieüberempfindlich(allergisch)gegenTopiramatodereinendersonstigen

BestandteilevonTopiramatrealsind.

BesondereVorsichtbeiderEinnahmevonTopiramatrealisterforderlich

beieingeschränkterNierenfunktion.

BeiälterenPatientenkanndieNierenfunktiongenerelleingeschränktsein.Insolchen

FällenwerdenTopiramatund dessenStoffwechselproduktevondenNierennurin

begrenztemUmfangausgeschieden.Esempfiehltsich,dieBehandlungmiteinerniedrigen

DosisvonTopiramatrealzubeginnenund aufdasAuftretenvonNebenwirkungenzu

achten.

beierhöhterAnfälligkeitfürdieBildungvonNierensteinen.

RisikofaktorenfürdieBildungvonNierensteinensind einefamiliäreVorbelastung,eine

NierensteinbildunginderVorgeschichtesowieeinevermehrteAusscheidungvonKalzium

imUrin(Hyperkalzurie).DasRisikokannauchdannerhöhtsein,wennSieandere

Arzneimitteleinnehmen,diedieBildungvonNierensteinenbegünstigenkönnen(siehe

„BeiEinnahmevonTopiramatrealmitanderenArzneimitteln“).DieEinnahmevon

TopiramatrealführtabernichtzwangsläufigzurNierensteinbildung.ZudenAnzeichen

vonNierensteinengehörenkolikartigeSchmerzen,Nieren-oderFlankenschmerzen.Beim

AuftretendieserZeicheninformierenSiebitteIhrenArzt.

beieingeschränkterLeberfunktion,

weildieAusscheidungvonTopiramatausdemKörperherabgesetztseinkann.

beiunerwünschtemGewichtsverlust.

WennesbeiIhnenunterderTherapiezueinemunerwünschtenGewichtsverlustkommt,

solltenSieentwedermehressenoderdenVerlustdurchandereentsprechende

Maßnahmenausgleichen.

UnterderBehandlungmitTopiramatrealwurdenfolgendeErscheinungenbeobachtet:

PlötzlichauftretendeKurzsichtigkeit(akuteMyopie)undZunahmedesAugeninnendrucks

ÜberakuteMyopieund AnstiegedesAugeninnendruckswurdeunterderTherapiemit

Topiramatrealberichtet.InsolchenFällenkameszueinerplötzlichauftretenden

MinderungderSehschärfeund/oderAugenschmerzen,AugenrötungoderWeitstellungder

Pupillen.DieseSymptometratensowohlbeiKindernalsauchbeiErwachsenenauf,und

zwarinderRegelinnerhalb deserstenMonatsderBehandlungmitTopiramatreal. Beim

AuftretensolcherBeschwerdenmüssenSieunverzüglichIhrenArztaufsuchen.Die

BehandlungmitTopiramatrealistsofortzubeenden,undentsprechendeMaßnahmenzur

schnellenSenkungdesAugeninnendruckssind einzuleiten.

MetabolischeAzidose(ÜbersäuerungdesBlutes)

UnterderTherapiemitTopiramatkanneszueinerÜbersäuerungdesBlutes

(metabolischeAzidosemitAbnahmederBicarbonat-Serumkonzentration)kommen.Zu

denRisikofaktoren,diedieAusbildungeinerAzidosebegünstigen,gehörenunter

anderem:

-Nierenerkrankungen,

-schwereAtemwegserkrankungen,

-Statusepilepticus,

-Durchfälle,

-chirurgischeEingriffe,

-eineketogeneErnährung(fettreicheund kohlenhydratarmeErnährung)

-bestimmteArzneimittel.

EinedauerhaftbestehendeAzidoseerhöhtdasRisikofürNierensteineundkannzueiner

AbnahmedesKnochengewebes(Osteopenie)undbeiKindernzueinerVerlangsamungdes

Wachstumsführen.

UnterderTherapiemitTopiramatrealmüssenSieregelmäßigaufdieAusbildungeiner

metabolischenAzidoseuntersuchtwerden(Bestimmungder

Bicarbonat-Serum-konzentration,ÜberwachungdesSerumchloridwertsoder

Blutgasanalysen).WennsicheinemetabolischeAzidoseausbildetundfortbesteht,isteine

DosisreduktionodereinAbsetzenderBehandlungmitTopiramatzuerwägen(mit

schrittweiserDosisreduktion).

PsychischeStörungen

UntereinerBehandlungmitTopiramatrealwurdenStimmungsschwankungenund

Depressionenvermehrtbeobachtet.EsliegenauchMeldungenüberSuizidgedanken,

Suizidversucheund Suizid(Selbsttötung)vor.

BittebeachtenSiefolgendeHinweisezurAnwendungvonTopiramatreal:

AchtenSieaufeineausreichendeFlüssigkeitszufuhr!

EineausreichendeFlüssigkeitszufuhristunterderBehandlungmitTopiramatrealsehr

wichtig.DadurchlässtsichdasRisikofürNierensteinemindern(sieheweiteroben).Durch

Zufuhrvonausreichend Flüssigkeitvorund während körperlicherAktivitäten,wiez.B.

sportlicherBetätigungoderbeiwarmenTemperaturen,lässtsichdasRisikohitzebedingter

Nebenwirkungenvermindern(sieheAbschnitt4.„WelcheNebenwirkungensind

möglich?“).

SchleichenSiedieBehandlungganzallmählichschrittweiseaus!

AlleArzneimittelgegenEpilepsie,darunterauchTopiramatreal, sindzurVerminderung

desAnfallsrisikosbzw.zurVermeidungeinererhöhtenAnfallshäufigkeitallmählich

auszuschleichen.InSituationen,indeneneinraschesAbsetzenvonTopiramatrealaus

medizinischenGründenerforderlichist,empfiehltsicheineentsprechendeärztliche

Überwachung.

Kinder

DiesesArzneimittelistnichtzurAnwendungbeiKindernunter2Jahrenvorgesehen,da

zumEinsatzvonTopiramatindieserAltersgruppebislangkeineausreichenden

Erfahrungenvorliegen.

BeiEinnahmevonTopiramatrealmitanderenArzneimitteln

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimitteleinnehmen

/anwendenbzw.vorkurzemeingenommen/angewendethaben,auchwennessichum

nichtverschreibungspflichtigeArzneimittelhandelt.

WeitereWirkstoffegegenEpilepsie(Antiepileptika):

BislangwurdenkeinenennenswertenWechselwirkungenbeobachtet,wennTopiramatreal

zusammenmitfolgendenWirkstoffengegenEpilepsieverabreichtwurde:Phenobarbital,

PrimidonoderLamotrigin.

BeigleichzeitigerAnwendungvonTopiramatrealund weiterenArzneimittelngegen

EpilepsiewurdenfolgendeWechselwirkungenbeobachtet:

-Phenytoin:AnstiegederPhenytoinkonzentrationimBlutodererniedrigte

KonzentrationenvonTopiramatimBlutwurdengelegentlichbeobachtet.

-Carbamazepin:KanndieKonzentrationvonTopiramatimBluterniedrigen.

-ValproinsäurewarmiterhöhtenAmmoniakkonzentrationenimBlutverbunden,die

wiederummitHirnfunktionsstörungeneinhergingen.

-SultiamoderZonisamid:könnenmöglicherweiseNebenwirkungenverstärken.

WennSiemehrereArzneimittelzurBehandlungderEpilepsieeinnehmen,sindIhre

BlutwertevomArztregelmäßigzukontrollieren;gegebenenfallsistdieDosierungder

Arzneimittelanzupassen.

ArzneimittelgegenHerzmuskelschwäche(Herzinsuffizienz)bzw.Herzrhythmusstörungen

mitdemWirkstoffDigoxin:

TopiramatrealkanndieDigoxinkonzentrationimBlutvermindern.

HormonaleVerhütungsmittel(„Pille“).

InklinischenStudienwurdeab Dosierungenvon200mgTopiramatbeiKombinationmit

Valproinsäure(ArzneimittelgegenEpilepsie)einEinflussaufdieÖstrogenkomponente

hormonalerVerhütungsmittelbeobachtet.AndieMöglichkeiteinerverminderten

WirksamkeitdesVerhütungsmittelsund/oderdasAuftretenvonDurchbruchblutungenist

zudenken.

WennSieöstrogenhaltigeVerhütungsmitteleinnehmen,müssenSieIhrenArztüber

eventuelleÄnderungenIhrerRegelblutungeninformieren.

Lithium(ArzneimittelgegenDepressionen):

WennSiemitLithiumbehandeltwerdenund gleichzeitigTopiramateinnehmen,mussdie

Lithiumkonzentrationkontrolliertwerden.

HarntreibendeArzneimittelmitdemWirkstoffHydrochlorothiazidzurBehandlungdes

Bluthochdrucks,derHerzmuskelschwäche(Herzinsuffizienz)undvonWassereinlagerungen:

IneinerStudiebewirkteHydrochlorothiazid einenAnstiegderTopiramatkonzentrationim

Blutplasma.DaherkanneineDosisreduktionratsamsein.FernerliegenHinweisedarauf

vor,dassHydrochlorothiazidzueinererheblichenErniedrigungder

Kaliumkonzentrationenführenkann,wenneszusammenmitTopiramatangewendetwird.

BeiderZuckerkrankheit(Diabetesmellitus)eingesetzteWirkstoffewieMetformin,

PioglitazonoderGlibenclamid:

WennuntereinerbestehendenBehandlungdesDiabetesmellitusmitderTherapiemit

Topiramatrealneubegonnenoderdieseabgesetztwird,istderBlutzuckersorgfältigzu

überwachen.

SonstigeWirkstoffe

Wirkstoffe,diedasRisikofürNierensteineerhöhenkönnen

TopiramatrealkannbeigleichzeitigerAnwendungmitanderenSubstanzen,dieeine

Nierensteinbildungbegünstigen,dasRisikofürNierensteineerhöhen.Diegleichzeitige

AnwendungsolcherSubstanzen,undzwarinsbesonderevonAcetazolamid (Arzneimittel

gegen„grünenStar“),Triamteren(harntreibendesArzneimittel),Zonisamid(Arzneimittel

gegenEpilepsie)undVitaminCinDosierungenüber2 g/Tag,istdaherzuvermeiden.

WechselwirkungenzwischenTopiramatundfolgendenWirkstoffenkönnennicht

ausgeschlossenwerden:

-Wirkstoffe,dieaufdasZentralnervensystemdämpfend wirken(z.B.Epilepsie-,

Schlaf-undBeruhigungsmittel)

-Alkohol

-Flunarizin(ArzneimittelzurVorbeugungvonMigräne)

-Diltiazem(ArzneimittelgegenHerz-Kreislauf-Erkrankungen)

-Propranolol(ArzneimittelgegenHerz-Kreislauf-Erkrankungen)

-Amitryptilin(ArzneimittelgegenDepressionen)

-Haloperidol(Arzneimittelgegenpsychisch-seelischeStörungen).

SchwangerschaftundStillzeit

Schwangerschaft

WiebeianderenArzneimittelngegenEpilepsiekannauchbeiderAnwendungvon

TopiramatrealinderSchwangerschafteinerhöhtesRisikofürMissbildungenbeim

ungeborenenKindinsbesonderedannnichtausgeschlossenwerden,wennmehrere

Epilepsiemittelkombinierteingesetztwerden.Daherempfiehltsichzurfrühzeitigen

ErkennungeinerSchädigungdieDurchführungentsprechendervorgeburtlicher

(Ultraschall)untersuchungen.

WennSieschwangersind,dürfenSieTopiramat,deninTopiramatrealenthaltenen

Wirkstoff,nurdanneinnehmen,wenndiesnachEinschätzungIhresArzteszwingend

erforderlichistund fürSiekeineanderenBehandlungsmöglichkeitenzurVerfügung

stehen.Während derSchwangerschaftistTopiramatrealnuralsalleinigesEpilepsiemittel

(Monotherapie)undindergeringstenwirksamenDosisanzuwenden.

WennSieeineSchwangerschaftplanenoderunterderBehandlungmitTopiramatreal

schwangerwerdenoderwährend derSchwangerschafteineBehandlungmitTopiramat

realerforderlichist,mussvonIhremArztdieNotwendigkeitderAnfallskontrollegegen

dasmöglicheRisikofürdasungeboreneKind abgewogenwerden.SiedürfendieTherapie

niemalsohneärztlichenRateigenmächtigabbrechen,daepileptischeAnfälledasKind

schädigenkönnen.

Stillzeit

DaTopiramat,derinTopiramatrealenthalteneWirkstoff,indieMuttermilchübergeht

und NebenwirkungenbeimgestilltenKind nichtausgeschlossenwerdenkönnen,mussvon

IhremArztentschiedenwerden,ob dieTherapiemitTopiramatrealabgesetzt(unter

BerücksichtigungderNotwendigkeiteinerBehandlungderEpilepsiemitTopiramatreal

fürdieMutter)oderabgestilltwerdenmuss.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

AuchbeibestimmungsgemäßemGebrauchkannTopiramatrealinsbesonderezu

TherapiebeginnzuSchwindel,Schläfrigkeitund ähnlichenBeschwerdenführen.Dadurch

kanndieVerkehrstüchtigkeitund dieFähigkeitzumBedienenvonMaschinen

beeinträchtigtwerden.DiesgiltinverstärktemMaßimZusammenwirkenmitAlkohol.

WichtigeInformationenüberbestimmtesonstigeBestandteilevonTopiramatreal

DiesesArzneimittelenthältLactose.WennSievonIhremArztdarüberinformiertwurden,

dassbeiIhneneineUnverträglichkeitgegenüberbestimmtenZuckernvorliegt,setzenSie

sichbittevorderEinnahmediesesArzneimittelsmitihminVerbindung.

3. WIEISTTOPIRAMATREALEINZUNEHMEN?

NehmenSieTopiramatrealimmergenaunachAnweisungdesArztesein.BittefragenSie

beiIhremArztoderApothekernach,wennSiesichnichtganzsichersind.

BesprechenSiedieDosierungbittemitIhremArzt.FallsvomArztnichtandersverordnet,

beginnenSiedieTherapiemiteinerniedrigenDosis,diedannbiszurwirksamenZieldosis

gesteigertwird.HierfürstehenandereWirkstärkenvonTopiramatrealzurVerfügung(25

mg,100 mgund 200mg).AchtenSiebeiderempfohlenenDosierungunbedingtdarauf,

welcheStärkeIhnenderArztverordnethat.

FallsvomArztnichtandersverordnet,istdieüblicheDosis:

Monotherapie(alleinigeBehandlungderEpilepsiemitTopiramatreal)

Erwachsene:

Anfangsdosierung: BeginnenSiedieTherapiemitdertäglichenabendlichen

Einnahmevon25 mgTopiramatindererstenWoche.

SchrittweiseDosissteigerung:WöchentlichebiszweiwöchentlicheDosissteigerungum25

bis50mgproTag,aufgeteiltinzweitäglicheEinzelgaben

morgensundabends.

EmpfohleneZieldosis: 100mgTopiramatproTag,aufgeteiltinzweiEinzelgaben

(morgensundabends).

DieDosierungkannbisaufmaximal500mgTopiramattäglicherhöhtwerden,wenndies

nachEinschätzungIhresArzteserforderlichist.

JugendlicheundKinderab 2 Jahren:

Anfangsdosierung: ZuTherapiebeginnsind indererstenWochetäglichabends

0,5bis1mg/kgKörpergewichteinzunehmen.

SchrittweiseDosissteigerung:WöchentlichebiszweiwöchentlicheDosissteigerungum

0,5bis1mg/kgKörpergewichtproTag,aufgeteiltinzwei

täglicheEinzelgabenmorgensundabends.

EmpfohleneZieldosis: Topiramat3bis6 mg/kgKörpergewichtproTag.

Zusatztherapie(gleichzeitigeBehandlungmitTopiramatrealund weiterenMittelngegen

Epilepsie)

Erwachsene:

Anfangsdosierung: BeginnenSiedieTherapiemitdertäglichenabendlichen

Einnahmevon25 bis50mgTopiramatinderersten

Woche.

SchrittweiseDosissteigerung:WöchentlichebiszweiwöchentlicheDosissteigerungum25

bis50mgproTag,aufgeteiltinzweitäglicheEinzelgaben

morgensundabends.

EmpfohleneZieldosis: Zwischen200und 400mgTopiramatproTag.

JugendlicheundKinderab 2 Jahren:

Anfangsdosierung: ZuBeginnderBehandlungwird indererstenWocheeine

Dosisvon25 mgTopiramatproTag(odereinegeringere,

anhand desKörpergewichtsinnerhalb einesDosisbereichs

von0,5 bis1mg/kgKörpergewicht/Tagermittelte

Dosierung)verabreicht.

SchrittweiseDosissteigerung:WöchentlichebiszweiwöchentlicheDosissteigerungum

ungefähr1 mg/kgKörpergewichtproTag,aufgeteiltin

zweitäglicheEinzelgaben(morgensund abends).

EmpfohleneZieldosis: Topiramat5bis9 mg/kgKörpergewicht/Tag.

Tagesdosenbiszu30mg/kgKörpergewicht/TagwurdenuntersuchtundimAllgemeinen

gutvertragen.

NehmenSieTopiramatrealbittenuralsganzeTablettenunzerkautundmitausreichend

Flüssigkeitein.DieTablettenkönnenvondenMahlzeitenunabhängigeingenommen

werden.TopiramatrealistinzweitäglichenEinzelgabenaufgeteilt(morgensund abends)

einzunehmen.BeimanchenPatientenkanndieTagesdosisauchaufeinmaleingenommen

werden.

WeitereInformationen

Patienten,beideneneineBlutwäscheerforderlichist(Hämodialysepatienten)

DaTopiramatdurchHämodialyseausdemBlutplasmaentferntwird,istesnotwendig,die

andenBlutwäschetagenzuverabreichendeDosisumungefährdieHälftezuerhöhen.

DiesezusätzlicheDosisistinzweiGabenaufgeteilteinzunehmen,und zwareine

unmittelbarvorundeinebeiAbschlussderBlutwäsche.DiezusätzlicheDosiskannvon

dereingesetztenDialysemethodeund vomDialysegerätabhängen.

Dosisanpassung

EineBestimmungderWirkstoffkonzentrationimBlutistbeiTopiramatrealnicht

erforderlich,dazwischenderWirksamkeitund derWirkstoffkonzentrationimBlutbei

TopiramatrealkeindirekterZusammenhangbesteht.

WennSieeinegrößereMengevonTopiramatrealeingenommenhaben,alsSie

sollten

WennSieeinegrößereMengevonTopiramatrealeingenommenhaben,alsSiesollten,

müssenSieaufjedenFalleinenArztumRatfragen.

BeieinerÜberdosierungkanneszufolgendenAnzeichenundSymptomenkommen:

Kopfschmerzen,Krampfanfälle,Schläfrigkeit,Sprechstörungen,verschwommenesSehen,

Doppelbilder,Denkstörungen,Antriebslosigkeit(Lethargie),Koordinationsstörungen,

Benommenheit(Stupor),Blutdruckabfall(Hypotonie),Bauchschmerzen,Agitiertheit,

Schwindel,Depressionen.DieklinischenFolgenwarenindenmeistenFällennicht

gravierend,dochwurdennachMehrfachintoxikationmitverschiedenenArzneimitteln

einschließlichTopiramatTodesfällebeschrieben.BeieinerÜberdosierungmitTopiramat

realkanneszueinerschwerenÜbersäuerungdesBlutes(metabolischeAzidose)undzu

einerkrankhafterniedrigtenKaliumkonzentrationimBlut(Hypokaliämie)kommen(siehe

Abschnitt2).

HinweisefürdenbehandelndenArztbeieinerÜberdosierung

BeieinerakutenTopiramat-Überdosierungsolltebeierstkürzlichzurückliegender

EinnahmesoforteineMagenentleerungdurchMagenspülungoderAuslösenvon

Erbrechenherbeigeführtwerden.AktivkohleadsorbiertTopiramatin vitronachweislich.

AllgemeineunterstützendeMaßnahmenundVorsichtsmaßnahmensind zuergreifen.

TopiramatlässtsichdurchHämodialysesehreffektivausdemKörperentfernen.Aufeine

guteHydratationdesPatientenistzuachten.

WennSiedieEinnahmevonTopiramatrealvergessenhaben

NehmenSienichtdiedoppelteDosisein,wennSiedievorherigeEinnahmevonTopiramat

realvergessenhaben,sondernsetzenSiedieTherapiedurchEinnahmederverordneten

DosiszumnächstenvorgesehenenVerabreichungszeitpunktfort.

WennSiedieEinnahmevonTopiramatrealabbrechen

SiedürfendieTherapieaufkeinenFalleigenmächtigabsetzen.ZurVerminderungder

GefahrneuerKrampfanfälleistTopiramatrealallmählichauszuschleichen.

WendenSiesichbitteanIhrenArztoderApotheker,wennSiedasGefühlhaben,dass

Topiramatrealzustarkoderzuschwachwirkt.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,fragenSieIhrenArzt

oderApotheker.

4. WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkannTopiramatrealNebenwirkungenhaben,dieabernichtbeijedem

auftretenmüssen.

DieNebenwirkungenkönneninsbesonderezuTherapiebeginnund während derDosisfindung

auftreten.EineraschereDosissteigerungzurEinstellungaufdieZieldosisundhöhere

AnfangsdosierungengingenvermehrtmitunerwünschtenEreignisseneinher,diezu

Therapieabbrüchenführten.

InderAuflistungderNebenwirkungenwerdenfolgendeHäufigkeitsangabenverwendet:

Sehrhäufig: mehrals1von10 Behandelten

Häufig: 1bis10von100 Behandelten

Gelegentlich: 1 bis10 von1.000 Behandelten

Selten: 1bis10von10.000Behandelten

Sehrselten: wenigerals1 von10.000 Behandelten

Sehrhäufig: Müdigkeit,Schläfrigkeit,Drehschwindel,Koordinationsstörungen,

Sprach-/Sprechstörungen,Parästhesien(Missempfindungen,wiez.B.

Kribbeln,Taubheit,Ameisenlaufen),nichtbeeinflussbareschnelle

Augenbewegungen(Nystagmus),Schwindel,Nervosität,verlangsamtes

Denkenund verlangsamteBewegungsabläufe,Gedächtnisstörungen,

Verwirrtheits-zustände,Appetitverlust,Angst,verminderte

Konzentration/Aufmerksamkeit,Depression*,Übelkeit,Gewichtsverlust,

Kopfschmerzen,Doppelbilderund andereSehstörungen.

Häufig: Psychosen,psychotischeSymptomeund aggressivesVerhalten,

Geschmacksveränderungen,Agitiertheit/Unruhe,

Stimmungs-schwankungen,emotionaleLabilität,Koordinationsstörungen,

Gangstörungen,Teilnahmslosigkeit,Bauchbeschwerden,Schwäche,

Stimmungsprobleme,AbnahmederZahlderweißenBlutkörperchen,

BildungvonNierensteinen*,Zittern,Menstruationsstörungen,Impotenz.

Gelegentlich: ÜberSuizidgedankenundSuizidversuchewurdeimRahmenklinischer

Studiengelegentlichberichtet.

Selten: Erregung/Agitiertheit(Unruhe),Krampfanfälle,Haarverlustsowie

insbesonderebeiKindernvermindertesSchwitzen(Oligohidrosis).

Sehrselten: Bauchspeicheldrüsenentzündung,thromboembolischeEreignisse

(plötzlicherGefäßverschlussdurcheinBlutgerinnsel).Ein

KausalzusammenhangmitTopiramatrealkonntenichtnachgewiesen

werden.

AbnahmederZahlderBlutplättchen,metabolischeAzidose*,erhöhterAmmoniakgehaltim

Blut**,Schlaflosigkeit,psychotischeStörungen,Sinnestäuschungen(Halluzinationen),

Suizid*,Gedächtnisverlust(Amnesie),entzugsbedingteKrampfanfälle*,plötzlichauftretende

Kurzsichtigkeit(akuteMyopie)und AnstiegdesAugeninnendrucks*,Augenschmerzen,

Durchfall,Bauchschmerzen,Erbrechen,Hautausschlag,Fieber,Empfindungsstörungen,

Geschmacksveränderungen.

BeiPatienten,diemitTopiramatrealalleinoderinKombinationmitanderenArzneimitteln

behandeltwurden,wurdeübererhöhteLeberfunktionswerteberichtet.Esliegen

EinzelfallmeldungenüberLeberversagenund Leberentzündung(Hepatitis)beiPatientenvor,

dieunterderBehandlungmitTopiramatrealverschiedeneweitereArzneimittelerhielten.

FernerliegenEinzelfallmeldungenüberHaut-undSchleimhautreaktionenmitBlasenbildung

(darunterHauterkrankungenwieErythemamultiforme,Pemphigus,

Stevens-Johnson-SyndromundtoxischeepidermaleNekrolyse)vor.DieMehrzahldieser

MeldungenstammtvonPatienten,dieweitereArzneimitteleinnahmen,welcheebenfallsmit

blasenbildendenHaut-und Schleimhautreaktioneneinhergehenkönnen.

* (sieheAbschnitt2,„BesondereVorsichtbeiderEinnahmevonTopiramatrealist

erforderlich“)

** (sieheAbschnitt2,„BeiEinnahmevonTopiramatrealmitanderenArzneimitteln“)

Kinderab 2 Jahre

ZusätzlichzudenobengenanntenNebenwirkungenwurdenbeiKindernab 2 Jahrendie

folgendenNebenwirkungenbeobachtet:übermäßigeBewegungsaktivitätderMuskeln

(Hyperkinesien),Sinnestäuschungen(Halluzinationen),Verhaltensstörungen,übermäßige

Speichelbildung.

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneinederaufgeführten

NebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSieNebenwirkungenbemerken,dienicht

indieserGebrauchsinformationangegebensind.

5. WIEISTTOPIRAMATREALAUFZUBEWAHREN?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfenTopiramatrealnachdemaufdemUmkartonundderBlisterpackungnach

„Verwendbarbis“angegebenenVerfalldatumnichtmehranwenden.DasVerfalldatum

beziehtsichaufdenletztenTagdesMonats.

Nichtüber30°Clagern.

DasArzneimitteldarfnichtimAbwasseroderHaushaltsabfallentsorgtwerden.FragenSie

IhrenApothekerwiedasArzneimittelzuentsorgenist,wennSieesnichtmehrbenötigen.

DieseMaßnahmehilftdieUmweltzuschützen.

6. WEITEREINFORMATIONEN

WasTopiramatrealenthält

DerWirkstoffistTopiramat.

EineFilmtabletteenthält50 mgTopiramat.

DiesonstigenBestandteilesind:

Tablettenkern:

-Lactose-Monohydrat,MikrokristallineCellulose,Maisstärke,Crospovidon,

HochdispersesSiliciumdioxid,Magnesiumstearat.

Filmüberzug:

-BasischesButylmethacrylat-Copolymer,Titandioxid (E171),Magnesiumstearat,

Talkum,Stearinsäure,Natriumdodecylsulfat,Eisen(III)-hydroxid-oxid xH2O(E

172).

WieTopiramatrealaussiehtundInhaltderPackung

Topiramatreal50 mgFilmtablettenwerdendargereichtinFormeinesTablettenkernsmit

Filmüberzug.

Topiramatreal50 mgFilmtablettensindrund undhellgelb.

Topiramatreal50 mgFilmtablettensindinPackungsgrößenmit28,50,100 und200

Filmtablettenerhältlich.

PharmazeutischerUnternehmer

DOLORGIETGmbH&Co.KG

Geschäftsbereichrealpharma

Otto-von-Guericke-Straße1

53757 SanktAugustin/Bonn

Telefon:02241/317-0

Telefax:02241/317390

E-Mail: info@dolorgiet.de

Hersteller

Sofarimex-IndústriaQuímicaeFarmacêutica,Lda.

Av.dasIndústrias-AltodeColaride,Agualva

2735-213 Cacém

Portugal

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztgenehmigtimSeptember2009.

Fachinformation

1. Bezeichnung derArzneimittel

Topiramatreal25 mgFilmtabletten

Topiramatreal50 mgFilmtabletten

Topiramatreal100 mgFilmtabletten

Topiramatreal200 mgFilmtabletten

Wirkstoff:Topiramat

2. QualitativeundquantitativeZusammensetzung

Topiramatreal25 mg Filmtabletten

EineFilmtabletteenthält25 mgTopiramat.

Sonstiger Bestandteil:Lactose-Monohydrat.EineFilmtabletteenthält17,04 mgLactose

alsLactose-Monohydrat.

Topiramatreal50 mg Filmtabletten

EineFilmtabletteenthält50 mgTopiramat.

Sonstiger Bestandteil:Lactose-Monohydrat.EineFilmtabletteenthält34,09 mgLactose

alsLactose-Monohydrat.

Topiramatreal100 mg Filmtabletten

EineFilmtabletteenthält100 mgTopiramat.

Sonstiger Bestandteil:Lactose-Monohydrat.EineFilmtabletteenthält68,17 mgLactose

alsLactose-Monohydrat.

Topiramatreal200 mg Filmtabletten

EineFilmtabletteenthält200 mgTopiramat.

Sonstiger Bestandteil:Lactose-Monohydrat.EineFilmtabletteenthält136,35 mgLactose

alsLactose-Monohydrat.

DievollständigeAuflistung dersonstigenBestandteilesieheAbschnitt6.1.

3. Darreichungsform

Filmtablette

Topiramatreal25 mg Filmtabletten

sind rund und weiß.

Topiramatreal50 mg Filmtabletten

sind rund und hellgelb.

Topiramatreal100 mg Filmtabletten

sind rund und gelb.

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Topiramatreal200 mg Filmtabletten

sind rund und rot.

4. KlinischeAngaben

Anwendungsgebiete

AlsMonotherapiebeiErwachsenen,Jugendlichenund Kindern ab 2 Jahrenmitneu

diagnostizierter Epilepsieoder zur Umstellung auf eineMonotherapie.

AlsZusatztherapiebeiErwachsenen,Jugendlichen und Kindern ab2 Jahrenmit

fokalenepileptischenAnfällenmitoder ohnesekundäreGeneralisierung,

primärgeneralisiertentonisch-klonischenAnfällen,

epileptischenAnfällen beiLennox-Gastaut-Syndrom.

Dosierung,Artund Dauer derAnwendung

BeiderDosistitrationistnachdemklinischen Bild vorzugehen.

Dosierung beiMonotherapie

Werdenzur Umstellung auf eineTopiramat-Monotherapiebislang eingenommene

Antiepileptikaabgesetzt,empfiehltessich,dieseallmählich auszuschleichen.Die

PlasmaspiegelvonTopiramatsteigen beimAbsetzen enzyminduzierenderAntiepileptika

an. BeiklinischerIndikation istdaherggf. einegeringereDosisvonTopiramatangezeigt.

Erwachsene:

ZurAufdosierung sollteeineWochelangabendstäglich 25 mgTopiramatgegeben

werden. Danach solltedieDosierungimAbstandvon eineroder zweiWochen umjeweils

25 bis50mgTopiramat/Tag– aufgeteiltin zweitäglicheGaben– gesteigertwerden.

Für dieTopiramat-MonotherapiebeiErwachsenenbeträgtdieempfohleneinitiale

Zieldosis100mg/Tagund dieempfohleneTageshöchstdosis500 mg.

Jugendlicheund Kinder ab 2 Jahren:

ZurAufdosierung sollteeineWochelangabends0,5 bis1mg/kg Körpergewicht/Tag

gegebenwerden.Danach solltedieDosierungimAbstandvon einer oderzweiWochen

umjeweils0,5 bis1mg/kg Körpergewicht/Tag– aufgeteiltin zweitäglicheGaben –

gesteigertwerden.

Für dieTopiramat-MonotherapiebeiKindern ab2Jahren beträgtder empfohleneinitiale

Zieldosisbereich3 – 6mg/kg Körpergewicht/Tag.

Dosierung beiZusatztherapie

Erwachsene:

ZurAufdosierung sollteeineWochelangabendstäglich 25 bis50 mgTopiramatgegeben

werden. Danach solltedieDosierungimAbstandvon eineroder zweiWochen umjeweils

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25 bis50mgTopiramat/Tag– aufgeteiltin zweitäglicheGaben– gesteigertwerden. Bei

manchenPatienten istauch dieeinmaltäglicheGabemöglich.

AlsZusatztherapieliegtdieüblicheErhaltungsdosisbeiErwachsenenzwischen200 und

400mgTopiramat/Tag,aufgeteiltin zweiGaben.

Jugendlicheund Kinder ab 2 Jahren:

Für dieZusatztherapiebeträgtder empfohleneDosisbereichbeiJugendlichen und

Kindern ab 2Jahren 5 – 9mgTopiramat/kg Körpergewicht/Tag, aufgeteiltinzweiGaben.

ZurAufdosierung sollteeineWochelangabends25mgTopiramat/Tag(oder eine

geringere,anhand desKörpergewichtsinnerhalbdesDosisbereichsvon 0,5 bis1mg/kg

Körpergewicht/TagermittelteDosierung)verabreichtwerden. Danachsolltedie

DosierungimAbstandvon eineroder zweiWochen umjeweilsca.1 mg/kg

Körpergewicht/Tag– aufgeteiltin zweitäglicheGaben–gesteigertwerden.

Tagesdosen biszu 30 mg/kgKörpergewicht/Tagwurdenuntersuchtund imAllgemeinen

gutvertragen.

WeitereAngabenzurDosierung

Dosisanpassung:

BeiBedarfkönnen Dosisanpassungenauch in kleinerenSchritten oder inlängeren

Intervallendurchgeführtwerden.

ZurTherapieoptimierungistbeiTopiramatkeinPlasmaspiegel-Monitoringerforderlich,

dazwischen derPlasmakonzentration undWirksamkeitvonTopiramatkeindirekter

Zusammenhang besteht.

Absetzen derTherapie:

SieheAbschnitt4.4.

Hämodialysepatienten:

DaTopiramatdurch HämodialyseausdemPlasmaentferntwird, istan den

Hämodialysetageneineungefähr der halbenTagesdosisentsprechendezusätzlicheDosis

zu verabreichen.DieseZusatzdosiswird inzweiGaben aufgeteiltverabreicht, und zwar

eineunmittelbarvor und einebeiAbschlussder Hämodialyse. Jenachder eingesetzten

Dialysemethodeund demDialysegerätkannauch eineandereZusatzdosiserforderlich

sein.

Art derAnwendung

Topiramatreal-Filmtablettenkönnen von den Mahlzeitenunabhängigeingenommen

werden.

DieFilmtablettensind mitausreichendFlüssigkeitimGanzenund unzerkaut

einzunehmen.

Gegenanzeigen

BeiPatientenmitÜberempfindlichkeitgegen denWirkstoffoder einender sonstigen

BestandteiledürfenTopiramatReal-Filmtablettennichtangewendetwerden.

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BesondereWarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfür dieAnwendung

Absetzen der Behandlung:

BeiPatientenmitoder ohneanamnestischbekanntezerebraleKrampfanfälleoder

EpilepsiesindAntiepileptika, darunterauchTopiramat,zur Minimierung der Gefahrvon

Krampfanfällen bzw.einer erhöhtenAnfallshäufigkeitallmählichauszuschleichen. In

klinischenStudienwurdedieTagesdosisbeierwachsenenEpileptikern in wöchentlichen

Abständenum50 – 100mgreduziert. In klinischen Prüfungen beiKindern wurde

Topiramatinnerhalb von 2 – 8Wochen allmählichausgeschlichen. In Situationen,in

denen einraschesAbsetzenvonTopiramatausmedizinischenGründen erforderlich ist,

empfiehltsich eineentsprechendeÜberwachung.

Kinder unter2 Jahren:

Topiramatdarf beiKindern unter2 Jahren nichtangewendetwerden, dazumEinsatzvon

TopiramatindieserAltersgruppekeineausreichenden Erfahrungenvorliegen.

Patienten miteingeschränkterNierenfunktion:

Topiramatund dessen Metabolitenwerden in ersterLinierenalausgeschieden.Beider

Anwendung vonTopiramatbeiPatientenmiteingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-

Clearance<60 ml/min)istdaherVorsichtgeboten. Beiälteren Patienteniststetsaneine

möglicheEinschränkung der Nierenfunktionzu denken. Hierempfiehltessich,die

Behandlungmiteiner niedrigenDosisvonTopiramatzu beginnen und denPatienten auf

dasAuftretenvon Nebenwirkungen hinzu überwachen.BeiPatientenmitmäßiggradiger

bisschwererNiereninsuffizienzkönnen biszumErreichenvon Steady-State-

Plasmakonzentrationen 10 bis15Tagevergehen, während diesbeiNierengesunden

bereitsnach 4 bis8Tagen derFallist.

Nephrolithiasis:

BeieinigenPatienten, und zwar insbesonderebeiPatientenmiteinerDispositionfür eine

Nephrolithiasis, kann einerhöhtesRisikofür eineNierensteinbildung mitden damit

einhergehenden Symptomen wieNierenkoliken,Nierenschmerzen oderFlankenschmerzen

bestehen.Risikofaktorenfür eineNephrolithiasissind einefrühereNierensteinbildung,eine

familienanamnestisch bekannteNephrolithiasissowieHyperkalzurie.Allerdingskannkeiner

dieser Risikofaktoren eineNierensteinbildung untereinerTopiramat-Therapiezuverlässig

vorhersagen. Zudemkann beiPatienten, dieanderemiteinerNephrolithiasiseinhergehende

Arzneimitteleinnehmen,ein erhöhtesRisiko bestehen(sieheAbschnitt4.5).

EingeschränkteLeberfunktion:

BeiPatientenmiteingeschränkter LeberfunktiondarfTopiramatnur mitVorsicht

verabreichtwerden,dadieClearancevonTopiramathiervermindertseinkann.

AkuteMyopieund sekundäresEngwinkelglaukom:

Unter der Behandlung mitTopiramatwurdeüberakuteMyopiemitsekundärem

Engwinkelglaukomberichtet. Dabeikann eszu einemsupraziliären Ödemmit

Vorverlagerung der Linseund Iriskommen.Zu den Symptomen gehöreneineakute

AbnahmederSehschärfeund/oderAugenschmerzen.Zu den ophthalmologischenBefunden

gehören eineEinengung der vorderenAugenkammer, eineHyperämie(Rötung)derAugen

und ein erhöhterAugeninnendruck mitoderohneMydriasis. DieseSymptometraten sowohl

beiKindernalsauch beiErwachsenennormalerweiseinnerhalb einesMonatsnach Beginn

der BehandlungmitTopiramatauf. DieBehandlung mitTopiramatistsofortzu beenden,

und entsprechendeMaßnahmenzur Senkung desAugeninnendruckssind einzuleiten.

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MetabolischeAzidose:

Unter der Behandlung mitTopiramatkanneszu einerhyperchlorämischenmetabolischen

AzidosemitnormalerAnionenlücke(d.h. einemAbsinken derBicarbonat-

Serumkonzentrationunter denReferenz-bzw. Normalbereich ohneVorliegeneiner

respiratorischenAlkalose) kommen.Zurückzuführen istdieseAzidoseaufdie

Hemmwirkung vonTopiramatauf dierenaleCarboanhydrase. ImAllgemeinentrittdiese

AbnahmedesBicarbonatsbereitskurznachBeginn derTopiramat-Therapiein

Erscheinung;prinzipiellkann esdazujedochzu jedemZeitpunktunter der Behandlung

kommen.DieseAbnahmensind in der Regelleichtbismäßigausgeprägt

(durchschnittlicheAbnahmeum4mmol/lbeieiner Dosisvon 100 mg/Tagoder darüber

beiErwachsenen bzw. von ca.6mg/kg Körpergewicht/TagbeipädiatrischenPatienten).

Seltenkameszu einerAbnahmeaufWerteunter 10mmol/l.Erkrankungenoder

Therapien, diedieAusbildungeinerAzidosebegünstigen (wiez.B. Nierenerkrankungen,

schwereAtemwegserkrankungen, Statusepilepticus, Durchfälle, chirurgischeEingriffe,

eineketogeneDiätoderbestimmteArzneimittel), können dieBicarbonat-senkende

WirkungvonTopiramatverstärken.

EinechronischemetabolischeAzidosekann beipädiatrischenPatienten die

Wachstumsgeschwindigkeitverlangsamen.DieAuswirkungenvonTopiramatauf

Wachstumund Knochen wurden anpädiatrischen odererwachsenen Populationen nicht

systematischuntersucht.

EinechronischemetabolischeAzidoseerhöhtdasRisiko für eineNierensteinbildung und

kann zu Osteopenieführen.

Unter der Behandlung mitTopiramatsind diePatienten aufeinemetabolischeAzidosezu

überwachen. InAbhängigkeitvomklinischenZustand sind imRahmendesMonitoringsggf.

dieBicarbonatspiegelimSerum,derVerlaufder ChloridkonzentrationimSerumoder die

Blutgaswertezu überwachen.Wennsich einemetabolischeAzidoseausbildetund

persistiert,isteineDosisreduktion odereinAbsetzen vonTopiramatzuerwägen(mit

schrittweiserDosisreduktion).

Stimmungsschwankungen/Depression:

Unter der Behandlung mitTopiramatwurdeeineerhöhteInzidenzvon

Stimmungsschwankungenund Depressionenbeobachtet.

Suizidversuch:

In den Doppelblindphasen der mitTopiramatin zugelassenenund in der klinischen

Erprobung befindlichenIndikationen durchgeführten klinischenStudien traten

SuizidversucheunterTopiramatmiteinerHäufigkeitvon 0,003 (13 Ereignisse/3.999

Patientenjahre) gegenüber0 (0 Ereignisse/1.430 Patientenjahre) unterPlaceboauf.

ErhöhteKalorienzufuhr:

BeiPatienten,dieunter der Behandlung mitTopiramatanGewichtverlieren,sind

diätetischeMaßnahmenbzw. eineerhöhteNahrungsaufnahmezu erwägen.

AusreichendeHydratation:

Unter der Behandlung mitTopiramatisteineausreichendeHydratationsehr wichtig,da

dadurch dasRisikoeiner Nierensteinbildung vermindertwerden kann. Darüber hinaus

lässtsich durcheineentsprechendeFlüssigkeitszufuhr vor und während körperlicher

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Belastungenoder beibesondersstarkerWärmeexpositiondasRisiko für hitzebedingte

unerwünschteEreignissevermindern (sieheAbschnitt4.8).

DiesesArzneimittelenthältLactose.Patientenmitder seltenen hereditärenGalactose-

Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangeloder Glucose-Galactose-Malabsorptionsolltendieses

Arzneimittelnichteinnehmen.

WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnund sonstigeWechselwirkungen

Auswirkungen vonTopiramatauf andereAntiepileptika:

TopiramathatkeineAuswirkungenauf diePlasmakonzentrationen anderer

Antiepileptika, wiez.B. Carbamazepin,Phenobarbital, Primidon,Valproinsäureund

Lamotrigin.Beigleichzeitiger Behandlung mitPhenytoinkann esgelegentlich zu einem

vermutlichauf eineEnzymhemmung(CYP2C19) zurückzuführendenAnstiegder

Phenytoin-Plasmakonzentrationen kommen.BeiPatienten, dieunter Phenytoin

SymptomeeinerÜberdosierungaufweisen, sind daherdiePhenytoinspiegelzu

kontrollieren.

Auswirkungen andererAntiepileptikaaufTopiramat:

Phenytoin und Carbamazepin verminderndiePlasmakonzentration vonTopiramat.Wird

unter derBehandlung mitTopiramatPhenytoin oderCarbamazepinzusätzlich verabreicht

oder abgesetzt, kanneineAnpassung der Dosierung vonTopiramaterforderlichwerden.

Valproinsäureund Lamotrigin habenaufTopiramatkeineAuswirkungen.

Digoxin:

In einerklinischenStudienahmen dieDigoxin-Serumspiegel(AUC) nach einer

EinzeldosisTopiramatum12% ab. DieklinischeRelevanzdieser Beobachtung istnicht

geklärt.WirdTopiramatbeimitDigoxinbehandelten Patientenin dieTherapieneu

aufgenommen oder abgesetzt,sind dieDigoxin-Plasmaspiegelzu überwachen.

OraleKontrazeptiva:

In einerpharmakokinetischenInteraktionsstudieerhielten gesundeProbandinnenTopiramat

in Dosierungen von 50 bis200 mg/Tagund gleichzeitigeinkombiniertesorales

Kontrazeptivummit1mgNorethisteronund 35μg Ethinylestradiol,aber keineweiteren

Arzneimittel. DabeiwurdenkeinestatistischsignifikantenÄnderungen der

durchschnittlichenAUC (Flächeunter derPlasmakonzentrations-Zeit-Kurve)derWirkstoffe

deskombiniertenoralen Kontrazeptivumsbeobachtet. In einer anderen Studiewar dieAUC

von EthinylestradiolbeiDosierungen von 200, 400 und 800 mgTopiramatproTag

statistisch signifikant(um18%, 21% bzw. 30%) reduziert, wennTopiramatgleichzeitig

mitValproinsäureverabreichtwurde.

WährendesimDosisbereichvon 200 – 800mgTopiramatproTag zueiner

dosisabhängigenAbnahmederAUC von Ethinylestradiolkam,war imDosisbereichvon

50 – 200mgTopiramatproTag keinesignifikantedosisabhängigeÄnderung derAUC

von Ethinylestradiolzubeobachten.In beidenStudien hatteTopiramat(50 – 800 mg/Tag)

auf dieAUC von Norethisteron keinen nennenswertenEinfluss.

DieklinischeRelevanzdieser Beobachtung istnichtgeklärt.BeiPatientinnen,dieein

kombiniertesoralesKontrazeptivumzusammenmitTopiramateinnehmen, istzu

beachten, dassdiekontrazeptiveWirksamkeitherabgesetztsein kann und esvermehrtzu

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Durchbruchblutungenkommenkann. DiekontrazeptiveWirksamkeitkann auchohne

Durchbruchblutungenvermindertsein.

Patientinnen,dieÖstrogenhaltigeKontrazeptivaeinnehmen,sind anzuweisen, etwaige

ÄnderungenihresBlutungsmustersmitzuteilen.

Lithium:

BeigesundenProbandenführtediegleichzeitigeVerabreichung von 200mg

Topiramat/Tagzu einerAbnahmeder systemischenVerfügbarkeitvon Lithium(18% der

AUC). BeiPatienten mitbipolaren StörungenhattedietäglicheGabevon 200mg

Topiramatkeinen EinflussaufdiePharmakokinetik von Lithium,während Dosierungen

biszu 600mgTopiramat/Tag zueinemAnstieg dersystemischenVerfügbarkeit(26% der

AUC) führten.BeigleichzeitigerVerabreichungvonTopiramatsind dieLithiumspiegel

zu kontrollieren.

Risperidon:

Wechselwirkungsstudien beieinmaliger und wiederholterVerabreichung beigesunden

Probanden und PatientenmitbipolarenStörungen führtenzu vergleichbarenErgebnissen.

Beigleichzeitiger GabeansteigenderTopiramat-Dosierungen von 100, 250 und

400mg/TagnahmdiesystemischeVerfügbarkeitvon Risperidon(verabreichtin

Dosierungenvon 1 – 6mg/Tag)ab (und zwar um16% und 33% untereinerTopiramat-

Dosierungvon 250 bzw. 400mg/Tag).Pharmakokinetisch wird dieVerfügbarkeitvon

Risperidon und dessen aktivemMetaboliten 9-Hydroxyrisperidonumgekehrtbeeinflusst.

Eskann daherdavon ausgegangen werden,dassesbeigleichzeitigerGabevon

Risperidon undTopiramathinsichtlich derNettowirkung zukeinen klinisch relevanten

Änderungender systemischenVerfügbarkeitder aktivenGesamtfraktion von Risperidon

oder vonTopiramatkommt. DieserWechselwirkungkommtdaher wahrscheinlichkeine

klinischeRelevanzzu.

Hydrochlorothiazid(HCTZ):

In einerKinetikstudiebewirkteHCTZeinenAnstiegderTopiramat-Plasmakonzentration

umca.30%. EineDosisreduktionistmöglicherweiseratsam.Essprichtaucheiniges

dafür, dassHCTZbeikombinierterGabemitTopiramatzu einer stärkerenReduktionder

Kaliumspiegelführt.

Metformin:

In einerStudie, inder gesunden Probanden Metformin sowohlallein alsauch gleichzeitig

mitTopiramatverabreichtwurde,zeigtesich, dassdiemaximalePlasmakonzentration

) und dieAUC

0-12h von Metformin imMittelum18% bzw. 25% anstiegen und die

mittlereoraleClearance(CL/F) um20% abnahm, wenn Metforminzusammen mit

Topiramatverabreichtwurde. Diet

von Metforminwird vonTopiramatnicht

beeinflusst.DieoralePlasma-ClearancevonTopiramatkann beigleichzeitigerGabevon

Metforminvermindertwerden. DasAusmaß derClearance-Änderung istnichtbekannt.

DieklinischeRelevanzdesEinflussesvon Metforminauf diePharmakokinetik von

Topiramatund umgekehrtistnichtgeklärt.WennTopiramatbeimitMetformin

behandelten Patientenneu angesetztoder abgesetztwird, istaufeinesorgfältigeKontrolle

der beiDiabetesmellitusroutinemäßigüberwachtenParameter zu achten.

Pioglitazon:

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In einerKinetikstudiesenkteTopiramatdiePlasmakonzentrationen von Pioglitazonund

dessenaktivemMetaboliten.DieklinischeRelevanzdieser Befundeistnichtbekannt.

Wenndiebeiden Substanzenkombinierteingesetztwerden, istaufeinesorgfältige

Kontrolleder beiDiabetesmellitusroutinemäßigüberwachtenParameter zu achten.

Glibenclamid:

InWechselwirkungsstudien beiPatienten mitDiabetesmellitusTyp2, indenen

Glibenclamid(5mg/Tag)sowohlalleinalsauchin Kombination mitTopiramat

(150mg/Tag)verabreichtwurde, ergabsich beigleichzeitiger GabevonTopiramateine

25%igeAbnahmederAUC

von Glibenclamid.DiesystemischeVerfügbarkeitder

aktivenMetaboliten4-trans-Hydroxyglibenclamid (M1) und 3-cis-Hydroxyglibenclamid

(M2) war ebenfallsum13% bzw. 15% reduziert. Glibenclamid hatteaufdieSteady-

State-PharmakokinetikvonTopiramatkeinenEinfluss.WennTopiramatPatienten

zusätzlich verabreichtwird, diebereitsmitGlibenclamidbehandeltwerden, bzw. wenn

GlibenclamidPatienten zusätzlich verabreichtwird, diebereitsmitTopiramatbehandelt

werden, istzurGewährleistung einer entsprechenden Blutzuckereinstellung aufeine

sorgfältigeKontrolleder beiDiabetesmellitusroutinemäßigüberwachtenParameter zu

achten.

SonstigeWechselwirkungen

EineNierensteinbildung begünstigendeSubstanzen:

Topiramatkann beigleichzeitigerAnwendung mitanderenSubstanzen, dieeine

Nierensteinbildungbegünstigen, dasRisikofür eineNephrolithiasiserhöhen. Die

gleichzeitigeEinnahmesolcherSubstanzen, und zwar insbesonderevonAcetazolamid,

Triamteren,ZonisamidundVitaminC (>2g/Tag),istzu vermeiden.

Valproinsäure:

DiegleichzeitigeVerabreichung vonTopiramatundValproinsäureging beiPatienten, die

dieseSubstanzenbeimonotherapeutischerGabevertragenhatten, miteiner

Hyperammonämiemitund ohneEnzephalopathieeinher.In den meisten Fällen bildeten

sich dieAnzeichen und SymptomenachAbsetzen einer der beiden Substanzenwieder

zurück. DiesesunerwünschteEreignisistnichtauf einepharmakokinetische

Wechselwirkung zurückzuführen. EinZusammenhang zwischenHyperammonämieund

einerTopiramat-Monotherapieoder der gleichzeitigenVerabreichunganderer

Antiepileptikakonntenichtnachgewiesenwerden.

DiegleichzeitigeEinnahmevon Carboanhydrasehemmern (z.B. Sultiam, Zonisamid)

undTopiramatwurdeimRahmen klinischerStudien nichtuntersucht. Beimanchen

Patienten kannesunter einersolchen Kombinationzu einerVerstärkung von

Nebenwirkungen der Carboanhydrasehemmung kommen.

Laboruntersuchungen:

Daten ausklinischen Studien weisen daraufhin, dassdieEinnahmevonTopiramatmit

einerdurchschnittlichenAbnahmedesBicarbonat-Serumspiegelsum4mmol/lverbunden

ist(sieheAbschnitt4.4).

Angesichtsdespharmakokinetischen ProfilsvonTopiramatistnichtdamitzu rechnen,

dassdiepharmakokinetischenWechselwirkungenmitanderenArzneimitteln relevant

sind.Allerdingskönnen pharmakodynamischeWechselwirkungen, z.B. mitZNS-

dämpfendenMitteln undAlkohol, nichtausgeschlossen werden.

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Nach Kinetikstudien hatTopiramatAuswirkungen aufFlunarizinund Diltiazemsowie

auf dieMetaboliten vonAmitryptilin,Haloperidol,Diltiazemund Propranolol.

Propranololund Diltiazembewirken einenAnstiegderTopiramat-Plasmaspiegel.

Schwangerschaftund Stillzeit

Schwangerschaft:

Für Kinder, deren Mütter in derSchwangerschaftmiteinemAntiepileptikumbehandelt

wurden,istein2- bis3-fach erhöhtesRisiko für angeboreneMissbildungen bekannt, und

zwar imVergleich zu Kindern,deren Mütterin der SchwangerschaftkeineAntiepileptika

einnahmen. BeiverschiedenenTierspezieserwiessichTopiramatalsteratogen und

embryotoxisch (sieheAbschnitt5.3). Dabeiwurdeamhäufigsten überLippenspalten,

Missbildungen seitensdesHerz-Kreislauf-Systemsund Neuralrohrdefekteberichtet.

TopiramatistbeimMenschenplazentagängig.Daher empfiehltsich zumfrühzeitigen

Nachweisvon Missbildungen eineentsprechendePränataldiagnostik

(Ultraschalluntersuchungen).

Frauen, beidenen der Eintritteiner Schwangerschaftwahrscheinlich istoder die

schwangerwerden können, sollten von einemFacharztberatenwerden.Wenn eineFrau

eineSchwangerschaftplant, istdieNotwendigkeiteiner antiepileptischenTherapieerneut

zu prüfen.

Topiramat darfinderSchwangerschaft nurdannangewendet werden, wennkeine

anderenBehandlungsmöglichkeitenzurVerfügung stehenundwenndermögliche

NutzenfürdieMutterdaspotentielleRisiko fürdasKindüberwiegt.

DadiekombinierteAnwendung mehrererAntiepileptika(Polytherapie)währendder

SchwangerschaftdasRisikofür angeboreneMissbildungenmöglicherweiseweiter

erhöht, istTopiramatbeiSchwangerenmonotherapeutisch und in dergeringsten

wirksamen Dosierung anzuwenden.

Frauen imgebärfähigenAlter sind daherdarüber aufzuklären, dasseineeventuelle

Schwangerschaftunbedingtgeplantund kontrolliertablaufenmuss.Wennunterder

BehandlungmitTopiramateineSchwangerschafteintrittoderwenn imVerlauf einer

SchwangerschafteineBehandlung mitTopiramaterforderlichwird, istdieNotwendigkeit

derAnfallskontrollesorgfältiggegen dasRisiko derTherapiefür dasungeboreneKind

abzuwägen.

Unter keinenUmständen darfdieTherapiemitTopiramatohnesorgfältigeNutzen-

Risiko-Abwägungdurch denArztabgesetztwerden, daunkontrollierteKrampfanfällefür

dieMutterund dasungeboreneKind gravierendeFolgen habenkönnen.

Sehr seltenwurdebeiNeugeborenennach derAnwendungvonTopiramatwährend der

Schwangerschaft– teilweisein Kombination mitanderenArzneimitteln – über

Hypospadieberichtet.Ein KausalzusammenhangmitTopiramatistnichtgesichert.

Stillzeit:

DaTopiramatin dieMuttermilchübergehtund NebenwirkungenbeimgestilltenSäugling

nichtausgeschlossenwerden können, dürfenTopiramat-Filmtabletten inder Stillzeitnicht

angewendetwerden. IsteineBehandlungmitTopiramat-Filmtablettenzwingend

erforderlich, mussabgestilltwerden.

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Auswirkungenauf dieVerkehrstüchtigkeitund dieFähigkeitzumBedienenvon

Maschinen

TopiramatbeeinflusstdieVerkehrstüchtigkeitund dieFähigkeitzumBedienenvon

Maschinen.

Topiramatwirktauf dasZentralnervensystem(ZNS) und kann auch bei

bestimmungsgemäßemGebrauchinsbesonderezuTherapiebeginn Schwindel,

Schläfrigkeitund weitereähnlicheSymptomeverursachen.Dadurch kann die

Verkehrstüchtigkeitund dieFähigkeitzumBedienenvon Maschinen beeinträchtigt

werden. Diesgiltin verstärktemMaßeimZusammenwirkenmitAlkohol.

Nebenwirkungen

VorübergehendezentralnervösbedingteNebenwirkungenkönnen insbesonderezu

Behandlungsbeginnund in derTitrationsphaseauftreten. Durch geringere

Dosissteigerungen oder längereIntervallezwischenden Dosisanpassungen lässtsich ggf.

eineReduktionoder Rückbildungzentralnervösbedingter Symptome, wiez.B.

Müdigkeit,Sprach-bzw. Sprechstörungenoder psychomotorischeVerlangsamung,

erreichen.

KlinischeStudien

DieMehrzahlder in klinischenPrüfungenamhäufigstenaufgetretenenunerwünschten

Ereignissewar leichtbismäßiggradigausgeprägtund dosisabhängig.

Diesedosisabhängigenunerwünschten Ereignissebegannentypischerweisein der

Titrationsphaseund bestanden häufigbisin dieErhaltungsphasefort;selten begannensie

auch erstin der Erhaltungsphase.

EinerascheAuftitrierungund höhereinitialeDosisgingen mithöherenInzidenzen

unerwünschter Ereignisse, diezumTherapieabbruchführten,einher.

DasNebenwirkungsprofilvonTopiramatbasiertauf Datenvon 1800 Patienten aus

klinischenStudien.Innerhalb jeder HäufigkeitsgruppewerdendieNebenwirkungennach

abnehmendemSchweregradfolgendermaßenangegeben:

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig (≥1/100 bis<1/10)

Gelegentlich (≥1/1.000 bis<1/100)

Selten (≥1/10.000 bis<1/1000)

Sehr selten (<1/10.000),nichtbekannt(Häufigkeitauf Grundlagederverfügbaren

Daten nichtabschätzbar).

ErkrankungendesBlutesund desLymphsystems:

Häufig Anämie,Epistaxis,Purpura,Leukopenie,Thrombozytopenie

Selten Neutropenie

Sehr selten ThromboembolischeEreignisse

ErkrankungendesNervensystems:

Sehr häufig Ataxie,Parästhesie, Sprechstörungen,Aphasie

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Häufig Tremor,Koordinationsstörungen, Gangstörungen,Nystagmus,

Geschmacksveränderungen

Gelegentlich Hypokinesie, Stupor

Augenerkrankungen:

Sehr häufig Diplopie,Sehstörungen

Selten AkuteMyopieund sekundäresEngwinkelglaukom,Augenschmerzen

ErkrankungenderAtemwege, desBrustraumsund Mediastinums:

Gelegentlich Dyspnoe

ErkrankungendesGastrointestinaltrakts:

Häufig Obstipation,Bauchschmerzen

Gelegentlich Durchfall,Erbrechenund Mundtrockenheit

Erkrankungender Nieren und Harnwege:

Häufig Harninkontinenz, Nephrolithiasis

Erkrankungender Hautund desUnterhautzellgewebes:

Häufig Alopezie

Gelegentlich Follikulitisund Pruritus

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Sehr häufig Gewichtsverlust

Häufig MetabolischeAzidose

AllgemeineErkrankungen und BeschwerdenamVerabreichungsort:

Sehr häufig Schwindel, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Nervosität,Kopfschmerzen,

Übelkeit

Häufig Skelettschmerzen, allergischeReaktionen,Schlaflosigkeit

Leber- und Gallenerkrankungen:

Selten Anstieg der Leberenzyme

Erkrankungender Geschlechtsorganeund der Brustdrüse:

Häufig Menstruationsstörungen,Impotenz

PsychiatrischeErkrankungen:

Sehr häufig Gedächtnisstörungen,Anorexie,Verwirrtheitund psychomotorische

Verlangsamung, Depression, Konzentrationsstörungen,Angst

Häufig Apathie,Asthenie,Euphorie, emotionaleLabilität,Agitiertheit,

Denkstörungen,Abnahmeder Libido, aggressiveReaktionen,Psychosen

oder psychotischeSymptome

Gelegentlich Halluzinationen, Persönlichkeitsstörungen,Suizidgedanken,

Suizidversuche

Kinder ab 2 Jahren

Zusätzlichzu den oben genannten Nebenwirkungenwurdenin klinischen Studienbei

Kindern ab 2 Jahren diefolgendenNebenwirkungen beobachtet:Hyperkinesien,

Halluzinationen,Verhaltensstörungen,übermäßigeSpeichelbildung.

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ErfahrungennachMarkteinführung

Dienachfolgend angegebenen HäufigkeitenspiegelndieRaten von Nebenwirkungen des

ArzneimittelsausSpontanmeldungen (hinsichtlich der geschätztenExpositionnach

Patientenjahren) wider und stellenkeinegenaueren Inzidenzendar, wiesieimRahmen

klinischerStudienoder experimentellerUntersuchungen berechnetwerdenkönnen.

Untersuchungen:

Selten Gewichtsverlust

ErkrankungendesBlutesund desLymphsystems:

Sehr selten Leukopenie, Neutropenie,Thrombozytopenie

ErkrankungendesNervensystems:

Selten Parästhesien,Krampfanfall,Kopfschmerzen

Sehr selten Sprechstörungen, Geschmacksveränderungen,Amnesie,

Gedächtnisstörungen,Krampfanfall(Entzugssymptom) (sieheAbschnitt

4.4)

Augenerkrankungen:

Selten Sehstörungen, verschwommenesSehen

Sehr selten Myopie, Engwinkelglaukom(sieheAbschnitt4.4),Augenschmerzen,

vorübergehendeErblindung(sieheAbschnitt4.4)

ErkrankungendesGastrointestinaltrakts:

Selten Übelkeit

Sehr selten Durchfall,Bauchschmerzen, Erbrechen, akutePankreatitis

Erkrankungender Nieren und Harnwege:

Selten Nephrolithiasis(sieheAbschnitt4.4)

Sehr selten RenaletubuläreAzidose

Erkrankungender Hautund desUnterhautzellgewebes:

Selten Alopezie

Sehr selten Hautausschlag

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Selten Anorexie

Sehr selten MetabolischeAzidose(sieheAbschnitt4.4), verminderterAppetit,

Hyperammonämie(sieheAbschnitt4.5)

AllgemeineErkrankungen und BeschwerdenamVerabreichungsort:

Selten Müdigkeit,Oligohidrosis(insbesonderebeiKindern, sieheauch

Abschnitt4.4)

Sehr selten Pyrexie, abnormalesGefühl,Asthenie

PsychiatrischeErkrankungen:

Selten Depression(sieheAbschnitt4.4), Unruhe/Agitiertheit,Schläfrigkeit

Sehr selten Schlaflosigkeit,Verwirrtheitszustand, psychotischeStörung,

Aggressivität,Halluzinationen,Suizidgedanken, Suizidversuch und

Suizid (sieheauchAbschnitt4.4), Sprachstörung

Seite12von18

UnterTopiramatliegen mitund ohneVerabreichung weitererArzneimittelMeldungen

überAnstiegevon Leberenzymenvor. Einzelfallmeldungenüber Hepatitisund

Leberversagen liegen beiPatienten vor, dieunterder BehandlungmitTopiramat

verschiedeneweitereArzneimitteleinnahmen.

Einzelfallmeldungen liegenebenfallsüber bullöseHaut-und Schleimhautreaktionen

(einschließlich Erythemamultiforme,Pemphigus, Stevens-Johnson-Syndromund

toxischeepidermaleNekrolyse)vor. DieMehrzahldieserBerichtestammtvon Patienten,

dieweitereArzneimitteleinnahmen,dieebenfallsmitbullösen Haut- und

Schleimhautreaktionen einhergehen können.

Überdosierung

Symptome:

Eswurdeüber Fällevon Überdosierungen mitTopiramatberichtet. Zuden Symptomen

gehörten:Kopfschmerzen,Krampfanfälle, Schläfrigkeit, Sprechstörungen,

verschwommenesSehen,Diplopie,Denkstörungen,Lethargie, Koordinationsstörungen,

Stupor, Hypotonie,Bauchschmerzen,Agitiertheit,Schwindelund Depression. Die

klinischenFolgen waren inden meisten Fällen nichtgravierend, doch wurden nach

Mehrfachintoxikation mitverschiedenenArzneimitteln einschließlichTopiramat

Todesfällebeschrieben.

EineTopiramat-Überdosierung kann zuschwerermetabolischerAzidoseund

Hypokaliämieführen (sieheAbschnitt4.4).

Ein Patient,der eineauf 96 bis110 gTopiramatberechneteDosiseinnahm,wurdemit

einem20 – 24 Stunden anhaltendenKomastationär behandeltund erholtesich

anschließend innerhalb von 3 bis4Tagenvollständig.

Therapie:

Beieiner akutenTopiramat-Überdosierung solltebeierstkürzlich zurückliegender

EinnahmesoforteineMagenentleerungdurch Magenspülung oderAuslösen von

Erbrechenherbeigeführtwerden.AktivkohleadsorbiertTopiramatin vitronachweislich.

AllgemeineunterstützendeMaßnahmenundVorsichtsmaßnahmensind zu ergreifen.Es

hatsichgezeigt, dassTopiramatdurch Hämodialysesehr effektiv ausdemKörper

entferntwerden kann.Auf eineguteHydratation desPatienten istzu achten.

5. PharmakologischeEigenschaften

PharmakodynamischeEigenschaften

PharmakotherapeutischeGruppe:AndereAntiepileptika

ATC-Code:N03AX11

Topiramat, einsulfamatsubstituiertesMonosaccharid,isteinAntiepileptikum.EineReihe

von Eigenschaften tragen zuseiner antiepileptischenWirkungbei:

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TopiramatreduziertdieFrequenzdesAuftretensvonAktionspotentialen nachder

Depolarisation von Neuronen. Diesweistauf einezustandsabhängigeBlockade

der spannungsabhängigenNa-Kanälehin.

TopiramatbewirkteineschwacheAntagonisierung der erregendenAktivitätam

Kainat-/AMPA-SubtypdesGlutamatrezeptors.

Topiramatbewirktan einigenTypen der GABA

-Rezeptoreneinedeutliche

Verstärkungder GABA-Aktivität.

TopiramatzeigtimRatten- und Mäusemodelldesdurch Elektroschock

hervorgerufenenKrampfanfalls(maximalerElektroschock Seizure(MES)-Test)

eineantikonvulsiveAktivität.TopiramatistbeiderBlockadeklonischer Krämpfe,

diedurchden GABA

-Rezeptorantagonisten Pentylentetrazolinduziertwerden,

nur schwachwirksam.Topiramatistauch wirksaminNagermodellen der

Epilepsie, nämlichunter anderembeitonischenund absenzartigen

Krampfanfällen beider spontanepileptischenRatte(SER)sowiebeitonischen

und klonischenKrämpfen, diebeiRatten durchReizungderAmygdalaoder

globaleIschämiehervorgerufenwerden.

Topiramatwirktauf hochspannungsaktivierte(HVA) Kalziumkanälemodulierend.

Darüber hinaushemmtTopiramateinigeIsoenzymeder Carboanhydrase.Diese

Hemmung istdeutlich schwächerausgeprägtalsdievonAcetazolamid,einem

bekanntenCarboanhydrasehemmer.

PharmakokinetischeEigenschaften

Topiramatwird rasch resorbiert. Nach Einnahmevon 400mgwerden maximale

Plasmaspiegelnachungefähr 2h erreicht.Topiramatweistüber denuntersuchten

Dosisbereich (200 – 800mg/Tag) einelinearePharmakokinetik miteiner

dosisproportionalenZunahmeder Plasmakonzentrationauf. DiemittlerePlasma-

Eliminationshalbwertszeitbeträgtnach Einmalgabeund wiederholterVerabreichung 21h.

BeiPatientenmitnormaler Nierenfunktion werden dieSteady-State-

Plasmakonzentrationen innerhalbvon ungefähr 4Tagenerreicht. In einem

Konzentrationsbereichvon 1 – 250µg/mlwirdTopiramatbeimMenschen zu 13 – 17%

an Plasmaproteinegebunden.

Bioverfügbarkeit:

DierelativeBioverfügbarkeitvonTopiramatin derTablettenformulierung liegtim

Vergleich zueiner Lösung beica.80%. DiegleichzeitigeNahrungsaufnahmehatauf die

BioverfügbarkeitvonTopiramatkeinenEinfluss. EinVergleich der kinetischen

Kenngrößen ergab zwischender Kapsel- undTablettenformulierungkeinesignifikanten

Unterschiede.DiebeidenDarreichungsformensind bioäquivalent.

Metabolisierung und Elimination:

Topiramatwird nichtumfangreichverstoffwechseltund vorwiegend(zu ca.70% der

verabreichtenDosis) unverändertrenalausgeschieden.BeimMenschenwurden sechs

Metabolitenidentifiziert, wobeikeiner mehrals5% derverabreichten Dosisausmacht.

DieBildungder Metabolitenerfolgtdurch Hydroxylierung, Hydrolyseund

Glukuronidierung.Einigessprichtdafür,dassTopiramatimNierentubulusrückresorbiert

wird. BeiRattenwurdebeigleichzeitigerVerabreichung von Probenecid zurHemmung

der tubulären Rückresorption undTopiramateinsignifikanterAnstieg der renalen

ClearancevonTopiramatbeobachtet. DieseWechselwirkungwurdebeimMenschennicht

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untersucht.InsgesamtbeträgtdieoralePlasma-ClearancebeimMenschennach Einnahme

ca. 20 – 30ml/min.

SpeziellePatientengruppen

Kinder:

DiegewichtsbezogeneClearancevonTopiramatistbeiKindernhöher alsbei

Erwachsenen. DieEliminationshalbwertzeitbeträgtbeiKindern imAltervon

2 Jahren ungefähr 7 Stundenund beiKindernimAlter von 4 – 17 Jahren etwa15

Stunden. DieSerumkonzentrationensind ca.33% niedriger alsbeiErwachsenen(bei

körpergewichtsbezogener Dosierung). BeiGabevon Enzyminduktoren,wiez.B.

Carbamazepinund Phenytoin, verkürztsich dieEliminationshalbwertszeitdurch eine

erhöhtemetabolisierteFraktionweiter.

Einschränkungder Nierenfunktion:

ImVergleichzu Patienten mitnormaler Nierenfunktion(Kreatinin-Clearance>70

ml/min/1,73m 2 ) war dieTopiramat-ClearancebeiPatientenmitmäßiggradiger

Niereninsuffizienz(Kreatinin-Clearance30 – 69 ml/min/1,73 m 2 ) um42% und bei

Patienten mitschwerer Niereninsuffizienz(Kreatinin-Clearance<30 ml/min/1,73m 2 ) um

54% erniedrigt. DaTopiramatvermutlich inerheblichemUmfangtubulärrückresorbiert

wird, istnichtsicher,ob dieseBefundeauf alleFormen derNiereninsuffizienzzutreffen.

So istdenkbar,dassbeimanchenNephropathiendieglomeruläreFiltrationsrateund

tubuläreRückresorptionunterschiedlichbeeinträchtigtwerden,so dassdieClearancevon

TopiramatunterUmständen unabhängig von der Kreatinin-Clearanceist. Generell

empfiehltsich beiPatientenmitmäßiggradigeroder schwerer Niereninsuffizienz

allerdingseineHalbierungder üblichen Dosis.

Hämodialyse:

Topiramatwird durch Hämodialyseentfernt.BeiAnwendung eineshocheffizienten

Dialysesystems(Single-Pass-Gegenstromdialyse)und einemBlutflussdurch das

Dialysegerätvon 400ml/minbetrugdieDialyse-ClearancevonTopiramat120 ml/min.

DurchdiesehoheClearancerate(imVergleichzur oralen Clearancevon 20 – 30 ml/min

beigesundenErwachsenen) wird beider Dialyseeineklinisch relevanteMenge

TopiramatausdemKörperentfernt.EineDosisanpassung kann erforderlichsein(siehe

Abschnitt4.2).

EingeschränkteLeberfunktion:

BeiPatientenmiteingeschränkter Leberfunktionkann dieClearancevonTopiramat

herabgesetztsein;der zugrundeliegendeMechanismusistunklar.

PräklinischeDatenzur Sicherheit

AkuteToxizität:

Nach oralerVerabreichung lagdieLD

beiMäusen und Ratten über2300 mg/kg

Körpergewicht/Tagund beiHunden über400 mg/kg Körpergewicht/Tag.

In einertierexperimentellenToxizitätsstudiemiteinmaliger Gabebetrafendieakuten

klinischenToxizitätszeichenin erster LiniedasZNSund umfasstenAtaxie, verminderte

motorischeAktivität,Tremor und klonischeKrämpfe.

ChronischeToxizität:

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In chronischenToxizitätsstudien mitTopiramatbeiMäusen und Ratten kameszu einer

Hyperplasieder gastralenEpithelzellen,einerAbnahmeder Belegzellen desMagens

sowiezu einemAnstiegder GastrinspiegelimSerum;dieseVeränderungen waren nach

Absetzen der Behandlung reversibel. EineAlkalinisierung desUrins, eine

Mineralisierung desUrothelsmitSteinbildungsowienichtreversibleHyperplasien der

Harnblaseund desNierenbeckenepithelswurden ebenfallsbeobachtet. EinFortschreiten

zu Neoplasmenwurdehingegennichtbeobachtet. BeiHundenbliebendieseWirkungen

aus. DieerwähntenEffektewerden der vonTopiramatbewirkten

Carboanhydrasehemmung zugeschrieben,die(nachpharmakologischen Untersuchungen)

beiderRatteausgeprägterzu sein scheintalsbeimMenschen.

AnstiegedesLebergewichts(Hund, Ratte, Maus) sowieeinezentrilobuläreHypertrophie

und eosinophileHerde(Ratte, Maus) lassen sich mitderEnzyminduktion nachhohen

Topiramatdosen erklären.

Weitereauf dieCarboanhydrase-hemmendeWirkung zurückzuführendeEffektewaren:

wahrscheinlich hämodilutionsbedingteAbnahmenvon Hämatokrit, Hämoglobin und

Erythrozytenzahl(Ratte, Hund), vermehrteWasserresorption, Diurese, Änderungender

Ionenausscheidung (Na + , K + , Cl - ) imUrin (Ratte), erhöhteSerumchloridwerteund ein

AbfallderSerumkaliumwerte(Hund).

KanzerogenesPotential:

Rattenwiesen nachGabevon maximal120mg/kg Körpergewicht/TagTopiramatüber 24

MonatekeineerhöhteTumorinzidenzauf. BeiMäusen wurden insbesonderein der mit

der höchstenDosis(300mg/kg) behandelten GruppevermehrtHarnblasentumore

beobachtet. DaHarnblasentumoredieser histomorphologischenArtbislangbeikeiner

anderenSäugerspezies, auchnichtbeimMenschen,beobachtetwurden, wird dieser

Befund alsklinisch nichtrelevanteingestuft.

Mutagenität:

Topiramatwurdein einerVielzahlverschiedenerIn-vitro- undIn-vivo-Modelle

untersucht.BeidiesenUntersuchungen ergabensich keineAnhaltspunktefür ein

mutagenesPotential(Genmutationen, Chromosomenaberrationen).

Reproduktionstoxizität:

TopiramatistbeiMäusen, Ratten und Kaninchenteratogen und embryotoxisch.

TopiramatistbeiRatten plazentagängig.DiebeobachtetenteratogenenWirkungen waren

mitdenen anderer Carboanhydrasehemmervergleichbar,dienichtmitMissbildungen

beimMenscheneinhergingen. In tierexperimentellenStudienfanden sich keinenegativen

Auswirkungen vonTopiramatauf Fertilität, Paarungsverhalten,Trächtigkeitoder

AufzuchtderJungen.

6. PharmazeutischeAngaben

Listeder sonstigenBestandteile

Lactose-Monohydrat

MikrokristallineCellulose

Maisstärke

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Crospovidon

HochdispersesSiliciumdioxid

Magnesiumstearat

Filmüberzug:

BasischesButylmethacrylat-Copolymer

Titandioxid (E171)

Magnesiumstearat

Talkum

Stearinsäure

Natriumdodecylsulfat

BeiTopiramatreal50 mg FilmtablettenundTopiramatreal100 mg Filmtablettenzusätzlich:

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O(E172).

BeiTopiramatreal200 mg Filmtablettenzusätzlich:

Eisen(III)-oxid(E172).

Inkompatibilitäten

Nichtzutreffend.

Dauer derHaltbarkeit

3 Jahre

BesondereVorsichtsmaßnahmen für dieAufbewahrung

Nichtüber30 °C lagern.

Artund InhaltdesBehältnisses

Blisterpackungen:PVC/PE/PVDC/Aluminium-Blisterpackungen oder

Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen

Topiramatreal25 mg Filmtabletten

Packungsgrößen:28, 50, 100 oder200 Filmtabletten.

Topiramatreal50 mg Filmtabletten

Packungsgrößen:28, 50, 100 oder200 Filmtabletten.

Topiramatreal100 mg Filmtabletten

Packungsgrößen:28, 50, 100 oder200 Filmtabletten.

Topiramatreal200 mg Filmtabletten

Packungsgrößen:28, 50, 100 oder200 Filmtabletten.

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BesondereVorsichtsmaßnahmenfür dieBeseitigung

KeinebesonderenAnforderungen.

7. InhaberderZulassung

DOLORGIETGmbH&Co.KG

Geschäftsbereichrealpharma

Otto-von-Guericke-Straße1

53757 SanktAugustin/Bonn

Telefon:02241/317-0

Telefax:02241/317390

E-Mail: info@dolorgiet.de

8. Zulassungsnummern

Topiramatreal25 mg 68678.00.00

Topiramatreal50mg 68679.00.00

Topiramatreal100 mg 68680.00.00

Topiramatreal200 mg 68681.00.00

9. DatumderErteilung derZulassung

26.08.2009

10. StandderInformation

September2009

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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