Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Topiramat
Verfügbar ab:
Desitin Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Topiramate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Topiramat 25.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
71490.00.00

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten

Topiramat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was sind Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten und wofür werden sie angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten beachten?

Wie sind Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie sind Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS SIND TOPIRAMAT DESITIN 25 MG FILMTABLETTEN UND WOFÜR

WERDEN SIE ANGEWENDET?

Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten gehören zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die

„Antiepileptika“ genannt werden. Sie werden angewendet:

zur alleinigen Behandlung der Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahren,

mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern über 2

Jahren,

um Migränekopfschmerzen bei Erwachsenen vorzubeugen.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON TOPIRAMAT DESITIN 25 MG

FILMTABLETTEN BEACHTEN?

Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten dürfen nicht eingenommen werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Topiramat oder einen der sonstigen Bestandteile

von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten sind (diese werden in Abschnitt 6 aufgeführt),

zur Vorbeugung von Migräne, wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie schwanger werden

könnten, aber keine wirksame Verhütungsmethode anwenden (weitere Informationen finden Sie

im Abschnitt "Schwangerschaft und Stillzeit").

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten ist

erforderlich,

Sprechen Sie vor der Einnahme von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten mit Ihrem Arzt oder

Apotheker, wenn Sie

Nierenprobleme, besonders Nierensteine, haben, oder wenn Sie eine Nierendialyse erhalten,

in der Vorgeschichte Blut- oder Körperflüssigkeitsanomalien (metabolische Azidose) haben,

Leberprobleme haben,

unter Augenproblemen, besonders unter einem Glaukom, leiden,

ein Wachstumsproblem haben,

eine fettreiche diätetische Ernährung (ketogene Diät) erhalten.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten einnehmen.

Es ist wichtig, dass Sie nicht aufhören Ihre Arzneimittel einzunehmen ohne vorher mit Ihrem Arzt

gesprochen zu haben.

Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt bevor Sie andere Arzneimittel einnehmen, die Topiramat enthalten

und Ihnen als Alternative zu Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten gegeben wurden.

Sie könnten Gewicht verlieren, wenn sie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten einnehmen, weshalb

Ihr Gewicht regelmäßig kontrolliert werden sollte, wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

Konsultieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie zuviel Gewicht verlieren oder ein Kind, das dieses Arzneimittel

einnimmt, nicht genug Gewicht zunimmt.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten

behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen.

Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in

Verbindung.

Bei Einnahme von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten und bestimmte

andere Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen. Manchmal muss die Dosierung Ihrer

anderen Arzneimittel oder die von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten angepasst werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker vor allem, wenn Sie Folgendes einnehmen:

andere Arzneimittel, die Ihr Denken, Ihre Konzentration oder Ihre Muskelkoordination

beeinträchtigen oder verringern (z. B. Arzneimittel, die eine beruhigende Wirkung auf das

Zentralnervensystem ausüben, wie zum Beispiel zur Muskelentspannung und

Beruhigungsmittel),

Antibabypillen. Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten können Ihre Antibabypillen weniger

wirksam machen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn sich Ihre Menstruationsblutung verändert, während Sie

Antibabypillen und Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten einnehmen.

Führen Sie eine Liste aller Arzneimittel, die Sie einnehmen/anwenden. Zeigen Sie diese Liste Ihrem

Arzt oder Apotheker, bevor Sie ein neues Arzneimittel einnehmen/anwenden.

Andere Arzneimittel, über die Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen sollten, schließen andere

Antiepileptika, Risperidon, Lithium, Hydrochlorothiazid, Metformin, Pioglitazon, Glibenclamid,

Amitriptylin, Propranolol, Diltiazem, Venlafaxin, Flunarizin ein.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten einnehmen.

Bei Einnahme von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten zusammen mit Nahrungsmitteln und

Getränken

Sie können Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon

einnehmen. Trinken Sie reichlich Flüssigkeit über den Tag während Sie Topiramat Desitin 25 mg

Filmtabletten einnehmen, um Nierensteinen vorzubeugen. Vermeiden Sie das Trinken von Alkohol,

wenn Sie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten einnehmen, wenn Sie

schwanger sind, schwanger werden könnten oder stillen. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie Topiramat

Desitin 25 mg Filmtabletten einnehmen können. Wie bei anderen Antiepileptika besteht das Risiko

einer Schädigung des ungeborenen Kindes, wenn Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten während der

Schwangerschaft angewendet werden. Stellen Sie sicher, dass Ihnen die Risiken und Vorteile einer

Anwendung von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten zur Behandlung von Epilepsie während der

Schwangerschaft genau klar sind.

Sie dürfen Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten nicht zur Vorbeugung von Migräne einnehmen,

wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie schwanger werden könnten, aber keine wirksame

Verhütungsmethode anwenden.

Falls eine Behandlung mit Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten während der Stillzeit erforderlich

ist, müssen Sie abstillen, da Topiramat in die Muttermilch übergeht.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Topiramat hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen. Schwindel, Müdigkeit und Sehbehinderungen können während der

Behandlung mit Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten auftreten. Sie dürfen sich nicht an das Steuer

eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen ohne vorher Ihren Arzt zu

fragen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Topiramat Desitin 25 mg

Filmtabletten

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten daher

erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

WIE SIND TOPIRAMAT DESITIN 25 MG FILMTABLETTEN EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten immer genau nach Anweisung des Arztes ein.

Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Nehmen Sie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten genau so ein, wie es Ihnen verordnet wurde.

Ihr Arzt wird gewöhnlich mit einer geringen Dosis von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten

beginnen und steigert Ihre Dosis dann langsam, bis die beste Dosierung für Sie gefunden wurde.

Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten sollten im Ganzen und mit ausreichend Flüssigkeit

geschluckt werden. Sie können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Vermeiden Sie es, die Tabletten zu zerkauen, da sie einen bitteren Geschmack hinterlassen

können.Trinken Sie über den Tag verteilt viel Flüssigkeit, um die Bildung von Nierensteinen zu

verhindern während Sie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten einnehmen.

Wenn Sie eine größere Menge von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten eingenommen haben,

als Sie sollten

Suchen Sie sofort einen Arzt auf. Nehmen Sie die Arzneimittelpackung mit.

Sie fühlen sich möglicherweise schläfrig oder müde oder haben anomale Körperbewegungen,

Probleme beim Stehen oder Gehen, fühlen sich schwindelig aufgrund von zu niedrigem Blutdruck

oder haben anomale Herzschläge oder Krampfanfälle.

Es kann zu einer Überdosierung kommen, wenn Sie andere Arzneimittel zusammen mit Topiramat

Desitin 25 mg Filmtabletten anwenden. Anzeichen und Symptome einer Überdosierung können

umfassen: Krämpfe, Benommenheit, Sprachstörungen, doppelt Sehen, beeinträchtigtes Denken,

anomale Koordination, getrübtes Bewusstsein, erniedrigter Blutdruck, Bauchschmerzen, Erregbarkeit,

Schwindel und Depression.

Wenn Sie die Einnahme von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten vergessen haben

Falls Sie vergessen haben, eine Dosis einzunehmen, nehmen Sie diese ein, sobald Sie dies

bemerken. Wenn jedoch fast die Zeit für Ihre nächste Dosis gekommen ist, überspringen Sie die

verpasste Dosis und fahren Sie wie gewohnt fort. Falls Sie zwei oder mehrere Einnahmen

verpassen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein (zwei Dosen gleichzeitig), um eine vergessene Dosis

auszugleichen.

Wenn Sie die Einnahme von Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten abbrechen

Brechen Sie die Einnahme dieses Arzneimittels nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt hat Sie dazu

aufgefordert. Ihre Beschwerden können zurückkehren. Wenn Ihr Arzt entscheidet, dieses Arzneimittel

abzusetzen, wird Ihre Dosis schrittweise über einige Tage herabgesetzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel können Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Sehr häufige Nebenwirkungen umfassen:

Gewichtsverlust

Kribbeln in den Armen und Beinen

Benommenheit oder Schläfrigkeit

Schwindel

Durchfall

Übelkeit

verstopfte, laufende Nase und Halsschmerzen

Müdigkeit

Depression

Häufige Nebenwirkungen umfassen

Veränderungen in der Stimmung oder dem Verhalten, einschließlich Wut, Nervosität,

Traurigkeit

Gewichtszunahme

Verminderung oder Verlust des Appetits

verringerte Anzahl an roten Blutkörperchen

Veränderungen im Denken und in der Aufmerksamkeit, einschließlich Verwirrtheit, Problemen

mit der Konzentration/Gedächtnis oder Langsamkeit im Denken

undeutliche Sprache

Ungeschicklichkeit oder Probleme beim Gehen

unwillkürliche Zuckungen in den Armen, Händen oder Beinen

reduzierte Sensibilität von Berührungen oder Empfindungen

unwillkürliche Bewegung der Augen

verzerrtes Geschmacksempfinden

Sehstörung, Verschwommensehen, doppelt Sehen

klingelndes Geräusch in den Ohren

Ohrenschmerz

Kurzatmigkeit

Nasenbluten

Erbrechen

Verstopfung

Magenschmerzen

Verdauungsstörung

Mundtrockenheit

Kribbeln oder Taubheit im Mund

Nierensteine

häufiges Wasserlassen

schmerzvolles Wasserlassen

Haarausfall

Hautausschlag und/oder Hautjucken

Gelenkschmerz

Muskelkrampf, Muskelzittern oder Muskelschwäche

Brustschmerz

Fieber

Kraftverlust

generelles Gefühl des Unwohlseins

allergische Reaktion

Gelegentliche Nebenwirkungen umfassen

Kristalle im Urin

anomale Anzahl an Blutzellen, einschließlich verringerte Anzahl an weißen Blutkörperchen

oder Blutplättchen oder erhöhte Anzahl an Eosinophilen

unregelmäßiger Herzschlag oder Verlangsamung des Herzschlages

geschwollene Drüsen im Nacken, Achseln oder Leistengegend

Zunahme der Krampfanfälle

Probleme mit der verbalen Kommunikation

Sabbern

Unruhe oder erhöhte geistige und körperliche Aktivität

Bewusstseinsverlust

Ohnmacht

langsame oder verringerte Bewegungen

beeinträchtigte oder schlechte Schlafqualität

beeinträchtigter oder verzerrter Geruchssinn

Probleme mit der Handschrift

Gefühl von Bewegung unter der Haut

Augenprobleme, einschließlich trockene Augen, Lichtempfindlichkeit, unwillkürliche

Bewegungen, Tränen und verminderter Sehkraft

Verringerung oder Verlust des Hörens

Heiserkeit der Stimme

Entzündung der Pankreas

Blähungen

Sodbrennen

Verlust des Gefühlempfinden im Mund

Zahnfleischbluten

Völlegefühl oder Bildung von Gasansammlungen

schmerzhaftes oder brennendes Gefühl im Mund

Mundgeruch

Urin- und/oder Stuhlverlust

dringendes Bedürfnis zu urinieren

Schmerz in der Nierengegend und/oder der Harnblase verursacht durch Nierensteine

verringertes oder gar kein Schwitzen

Hautverfärbung

lokales Anschwellen der Haut

Anschwellen des Gesichts

Anschwellen der Gelenke

Muskelermüdung

Muskuloskeletale Steifheit

erhöhte Säurewerte im Blut

geringe Kaliumspiegel im Blut

erhöhter Appetit

erhöhter Durst oder das Trinken von anomal großen Mengen an Flüssigkeit

niedriger Blutdruck oder Abfall des Blutdruckes, der auftritt wenn Sie aufstehen

Hitzewallungen

grippeähnliches Gefühl

kalte Extremitäten (z. B. Hände und Füße)

Lernprobleme

Störungen der sexuellen Funktion (erektile Dysfunktion, Libidoverlust)

Halluzinationen

verminderte verbale Kommunikation

Anstieg der Leberenzyme

Seltene Nebenwirkungen umfassen

extrem erhöhte Empfindlichkeit der Haut

beeinträchtigter Geruchssinn

Glaukom, dies ist eine Blockade der Flüssigkeit im Auge, die einen erhöhten Druck im Auge,

Schmerzen und eine verminderte Sehfähigkeit verursacht

renal-tubuläre Azidose

schwere Hautreaktionen, einschließlich des Stevens-Johnson-Syndroms, einer

lebensbedrohenden Hauterkrankung, bei der sich die obere Schicht der Haut von der unteren

löst, und dem Erythema multiforme, einer Erkrankung bei der rote Flecken auftreten, die

Bläschen bilden können

Körpergeruch

Anschwellen des Gewebes um das Auge

Raynaud-Syndrom, eine Erkrankung, die die Blutgefäße in den Fingern, Zehen und Ohren

betrifft und Schmerzen und Kältegefühl verursacht

Kalkablagerung im Gewebe

Leberentzündung

Leberversagen.

Nebenwirkungen deren Häufigkeit unbekannt ist

Husten

Makulopathie ist eine Erkrankung der Makula, dem kleinen Flecken im Auge, auf dem das

Sehen am schärfsten ist. Sie sollen Ihren Arzt benachrichtigen, wenn Sie eine Änderung oder

eine Verminderung Ihrer Sehkraft bemerken.

Anschwellen der Bindehaut im Auge.

toxische epidermale Nekrolyse, eine viel schwerere Form des Stevens-Johnson-Syndroms (siehe

seltene Nebenwirkungen).

Kinder und Jugendliche

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die häufiger ( ≥ 2-fach) bei Kindern als bei Erwachsenen in

klinischen Studien berichtet wurden, umfassen:

verminderten Appetit

erhöhten Appetit

erhöhte Säurewerte im Blut

geringe Kaliumspiegel im Blut

anomales Verhalten

Aggression

Teilnahmslosigkeit

Einschlafstörung

Selbstmordgedanken

Aufmerksamkeitsstörung

Störung das Schlafrhythmus

Trägheit

schlechte Schlafqualität

erhöhten Tränenfluss

verlangsamter Herzschlag

anomales Gefühl

Gangstörung

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die bei Kindern aber nicht bei Erwachsenen in klinischen

Studien berichtet wurden, umfassen:

erhöhte Anzahl an bestimmten Blutzellen (Eosinophilie)

erhöhte körperliche und geistige Aktivität

Schwindel

Erbrechen

erhöhte Körpertemperatur

Fieber

Lernschwierigkeiten

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE SIND TOPIRAMAT DESITIN 25 MG FILMTABLETTEN AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton nach

„verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des Monats.

Nicht über 30°C lagern.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren

Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme

hilft die Umwelt zu schützen.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten enthalten

Der Wirkstoff ist: Topiramat

Jede Topiramat Desitin 25 mg Filmtablette enthält 25 mg Topiramat.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern

Lactose-Monohydrat

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)

Copovidon

Magnesiumstearat

Hochdisperses Siliciumdioxid

Tablettenüberzug

Hypromellose

Polydextrose

Macrogol 8000

Titandioxid (E 171)

Triethylcitrat

Wie Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten aussehen und Inhalt der Packung

Weiße, runde Filmtabletten mit der Prägung „T“ auf der einen Seite und „25“ auf der anderen Seite.

28, 30, 50, 60, 90, 100, 180, 190, 200 Filmtabletten verpackt in PVC/PVDC/Aluminium-

Blisterpackungen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Desitin Arzneimittel GmbH

Weg beim Jäger 214

22335 Hamburg

Mitvertreiber:

Declimed GmbH

Obenhauptstraße 14

22335 Hamburg

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Niederlande: Topiramaat Desitin 25 mg filmomhulde tabletten

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im {Monat JJJJ}

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten

Topiramat Desitin 50 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 25 mg Topiramat.

Sonstiger Bestandteil: 45,56 mg Lactose je Filmtablette.

Topiramat Desitin 50 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 50 mg Topiramat.

Sonstiger Bestandteil: 91,13 mg Lactose je Filmtablette.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtabletten

Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten

Weiße, runde Filmtabletten mit der Prägung „T“ auf der einen Seite und „25“ auf der anderen Seite.

Topiramat Desitin 50 mg Filmtabletten

Orangefarbene, runde Filmtabletten mit der Prägung “T“ auf der einen Seite und “50“ auf der anderen

Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Monotherapie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren mit fokalen Krampfanfällen

mit oder ohne sekundär generalisierten Anfällen und primär generalisierten tonisch-klonischen

Anfällen.

Zusatztherapie bei Kindern ab 2 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen mit fokalen Anfällen mit oder

ohne sekundärer Generalisierung oder primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen und zur

Behandlung von Anfällen, die mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom assoziiert sind.

Topiramat ist indiziert bei Erwachsenen zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen nach

sorgfältiger Abwägung möglicher alternativer Behandlungsmethoden. Topiramat ist nicht vorgesehen

für die Akutbehandlung.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Allgemein

Es wird empfohlen die Therapie mit einer geringen Dosis zu beginnen gefolgt von einer Titration bis

zur wirksamen Dosis. Dosis und Titrationsgeschwindigkeit sollten sich nach dem klinischen

Ansprechen richten.

Topiramat Desitin Filmtabletten sollten unzerteilt, unzerkaut und mit ausreichend Flüssigkeit

geschluckt werden.

Es ist nicht notwendig die Topiramat-Plasmakonzentrationen zu überwachen, um die Therapie mit

Topiramat Desitin zu optimieren. In seltenen Fällen kann die Ergänzung von Topiramat zu Phenytoin

eine Anpassung der Phenytoindosis erfordern, um ein optimales klinisches Ergebnis zu erzielen. Die

Ergänzung oder das Absetzen von Phenytoin und Carbamazepin als Zusatztherapie mit Topiramat

Desitin kann eine Anpassung der Dosis von Topiramat Desitin erfordern.

Topiramat Desitin Filmtabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Bei Patienten mit oder ohne Anfälle oder Epilepsie in der Anamnese sollten antiepileptische

Arzneimittel einschließlich Topiramat schrittweise abgesetzt werden, um das Potential für

Krampfanfälle oder einen Anstieg der Anfallsfrequenz zu minimieren. In klinischen Studien wurden

die Tagesdosen bei Erwachsenen mit Epilepsie in wöchentlichen Intervallen um 50-100 mg reduziert

und um 25-50 mg bei Erwachsenen, die Topiramat in Dosen bis zu 100 mg/Tag zur Migräne-

Prophylaxe erhielten. In klinischen Studien mit Kindern wurde Topiramat schrittweise über eine

Dauer von 2-8 Wochen abgesetzt.

Monotherapie Epilepsie

Allgemein

Wenn begleitende Antiepileptika abgesetzt werden, um eine Monotherapie mit Topiramat zu

erreichen, sind die Auswirkungen, die dies auf die Anfallkontrolle haben kann, in Erwägung zu

ziehen. Sofern nicht Sicherheitsbedenken ein sofortiges Absetzen des begleitenden Antiepileptikums

erfordern, wird ein schrittweises Ausschleichen in der Höhe von etwa einem Drittel der bislang

verabreichten Antiepileptikadosis alle zwei Wochen empfohlen.

Wenn enzyminduzierende Arzneimittel abgesetzt werden, wird der Topiramat-Spiegel ansteigen.

Wenn klinisch indiziert, kann eine Reduzierung der Topiramat-Dosis erforderlich sein.

Erwachsene

Die Dosierung und die Titration sollten sich nach dem klinischen Ansprechen richten. Die Titration

sollte mit 25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte dann in 1- oder 2-wöchentlichen

Intervallen in Schritten von 25 oder 50 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen, erhöht werden. Wenn der

Patient das Titrationsschema nicht tolerieren kann, können kleinere Schritte oder längere Intervalle

zwischen den Erhöhungen angewendet werden.

Die empfohlene initiale Zieldosis für die Topiramat-Monotherapie beträgt bei Erwachsenen

100 mg/Tag bis 200 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die maximale empfohlene Tagesdosis beträgt

500 mg/Tag verteilt auf zwei Dosen.

Einige Patienten mit refraktären Formen der Epilepsie haben eine Topiramat-Monotherapie bei Dosen

von 1000 mg/Tag toleriert. Diese Dosisempfehlungen gelten für alle Erwachsenen einschließlich

älterer Patienten bei Nicht-Vorliegen einer zugrundeliegenden Nierenerkrankung.

Pädiatrische Patienten (Kinder über 6 Jahren)

Die Dosierung und die Titrationsrate sollten sich nach dem klinischen Erfolg richten. Die Behandlung

von Kindern über 6 Jahren sollte in der ersten Woche mit 0,5 bis 1 mg/kg abends beginnen. Die Dosis

sollte dann in 1- oder 2-wöchentlichen Intervallen in Schritten von 0,5 oder 1 mg/kg/Tag, verteilt auf

zwei Dosen, erhöht werden.

Wenn das Kind das Titrationsschema nicht tolerieren kann, können kleinere Schritte oder längere

Intervalle zwischen den Erhöhungen angewendet werden.

Abhängig vom klinischen Ansprechen liegt die empfohlene initiale Zieldosis für die Topiramat-

Monotherapie bei Kindern über 6 Jahren im Bereich von 100 mg/Tag (dies entspricht 2,0 mg/kg/Tag

bei 6-16 jährigen Kindern).

Zusatztherapie (fokale epileptische Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung, primär

generalisierte tonisch-klonische Anfälle oder epileptische Anfälle, die mit dem Lennox-Gastaut

Syndrom assoziiert sind)

Erwachsene

Die Therapie sollte mit 25-50 mg abends über eine Woche beginnen. Die Anwendung geringerer

initialer Dosen wurde berichtet, aber nicht systematisch untersucht. Anschließend sollte die Dosis in

ein- oder zweiwöchentlichen Intervallen um 25-50 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen, gesteigert

werden. Einige Patienten können eine Wirksamkeit bei einmal täglicher Dosierung erreichen.

In klinischen Studien zur Zusatztherapie waren 200 mg die niedrigste wirksame Dosis. Die übliche

Tagesdosis beträgt 200-400 mg verteilt auf zwei Dosen.

Diese Dosisempfehlungen gelten für alle Erwachsenen einschließlich älterer Patienten bei Nicht-

Vorliegen einer zugrundeliegenden Nierenerkrankung (siehe Abschnitt 4.4).

Pädiatrische Patienten (Kinder ab 2 Jahren)

Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat Desitin (Topiramat) als Zusatztherapie liegt

ungefähr bei 5 bis 9 mg/kg/Tag verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte in der ersten Woche mit

25 mg (oder weniger, basierend auf einem Bereich von 1 bis 3 mg/kg/Tag) abends beginnen. Die

Dosis sollte dann in 1- oder 2-wöchentlichen Intervallen in Schritten von 1 bis 3 mg/kg/Tag (verteilt

auf zwei Dosen) erhöht werden, um ein optimales klinisches Ansprechen zu erreichen.

Tagesdosen bis zu 30 mg/kg/Tag wurden untersucht und im Allgemeinen gut toleriert.

Migräne

Erwachsene

Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen

beträgt 100 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte mit 25 mg abends über eine Woche

beginnen. Die Dosis sollte in Schritten von 25 mg/Tag, verabreicht in 1-wöchentlichen Intervallen,

erhöht werden.

Wenn der Patient das Titrationsschema nicht tolerieren kann, können längere Intervalle zwischen den

Dosisanpassungen angewendet werden.

Einige Patienten können von einer Gesamttagesdosis von 50 mg/Tag profitieren. Patienten haben eine

Gesamttagesdosis bis zu 200 mg/Tag erhalten. Diese Dosis kann für manche Patienten von Vorteil

sein, dennoch wird wegen einer erhöhten Inzidenz an Nebenwirkungen zur Vorsicht geraten.

Pädiatrische Patienten

Aufgrund unzureichender Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit, wird Topiramat nicht für die

Behandlung oder Prävention von Migräne bei Kindern empfohlen.

Allgemeine Dosierungsempfehlungen für Topiramat bei speziellen Patientengruppen

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (CL

≤ 70 mL/min) sollte Topiramat mit Vorsicht

verabreicht werden, da die Plasmaclearance und die renale Clearance von Topiramat reduziert sind.

Personen mit bekannter Nierenfunktionsstörung können bei jeder Dosis eine längere Zeit zum

Erreichen des Steady State benötigen. Eine Halbierung der üblichen Anfangs- und Erhaltungsdosis

wird empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).

Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz sollte an Hämodialyse-Tagen eine Supplementärdosis

von Topiramat Desitin, die ungefähr der Hälfte der Tagesdosis entspricht, verabreicht werden, da

Topiramat durch Hämodialyse aus dem Plasma entfernt wird. Die Supplementärdosis sollte in

Teildosen zu Beginn und nach Beendigung der Hämodialyse verabreicht werden. Die

Supplementärdosis kann, basierend auf den Eigenschaften des verwendeten Dialyse-Equipments,

variieren (siehe Abschnitt 5.2).

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung sollte Topiramat mit Vorsicht

verabreicht werden, da die Clearance von Topiramat reduziert ist.

Ältere Patienten

Es ist keine Dosisanpassung bei älteren Patienten erforderlich, vorausgesetzt, dass die Nierenfunktion

intakt ist.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen in der Schwangerschaft oder bei Frauen im gebärfähigen

Alter, die keine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

In Situationen, in denen ein schnelles Absetzen von Topiramat medizinisch erforderlich ist, wird eine

geeignete Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.2 für weitere Einzelheiten).

Wie bei anderen Antiepileptika kann es bei Behandlung mit Topiramat bei manchen Patienten zu einer

erhöhten Anfallshäufigkeit oder Auftreten neuer Arten von Krampfanfällen kommen. Dieses

Phänomen kann die Folge von Überdosierung, verringerten Plasmakonzentrationen gleichzeitig

verabreichter Antiepileptika, Fortschreiten der Erkrankung oder ein paradoxer Effekt sein.

Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist sehr wichtig. Die

Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis reduzieren (siehe unten). Eine angemessene

Flüssigkeitszufuhr vor und während Aktivitäten wie z. B. körperlichen Aktivitäten oder

Wärmeexposition kann das Risiko von hitzebezogenen Nebenwirkungen reduzieren (siehe

Abschnitt 4.8).

Oligohidrose

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Topiramat wurde über Oligohidrose (vermindertes

Schwitzen) berichtet. Vermindertes Schwitzen und Hyperthermie (Anstieg der Körpertemperatur)

können besonders bei kleinen Kindern auftreten, die einer hohen Umgebungstemperatur ausgesetzt

sind.

Stimmungsschwankungen/Depression

Eine erhöhte Inzidenz von Stimmungsschwankungen und Depression wurde während der Topiramat-

Behandlung beobachtet.

Suizidgedanken und suizidales Verhalten

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, placebo-

kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von

Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung

ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der

Einnahme von Topiramat nicht aus.

In doppelblinden klinischen Studien traten suizidbezogene Ereignisse (Suizidgedanken,

Suizidversuche und Suizide) bei mit Topiramat behandelten Patienten mit einer Häufigkeit von 0,5 %

(46 von 8652 behandelten Patienten) und einer nahezu 3-mal höheren Inzidenz als bei den mit Placebo

behandelten Patienten (0,2 %; 8 von 4045 behandelten Patienten) auf.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Patienten

(und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für

Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Nephrolithiasis

Einige Patienten, besonders diejenigen mit einer Prädisposition zur Nephrolithiasis, können ein

erhöhtes Risiko für Nierensteine und damit assoziierten Zeichen und Symptomen, wie z. B.

Nierenkolik, Nierenschmerzen oder Flankenschmerzen, aufweisen.

Risikofaktoren für eine Nephrolithiasis schließen vorherige Nierensteine sowie Nephrolithiasis und

Hyperkalziurie in der Familienanamnese ein. Keiner dieser Risikofaktoren kann verlässlich

Nierensteine während der Topiramat-Behandlung prognostizieren. Des Weiteren können Patienten, die

andere mit Nephrolithiasis assoziierte Arzneimittel einnehmen, ein erhöhtes Risiko aufweisen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (CL

≤ 70 mL/min) sollte Topiramat mit Vorsicht

verabreicht werden, da die Plasmaclearance und die renale Clearance von Topiramat herabgesetzt

sind. Für spezielle Dosierungsempfehlungen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, siehe

Abschnitt 4.2, Nierenfunktionsstörungen.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei hepatisch eingeschränkten Patienten sollte Topiramat mit Vorsicht verabreicht werden, da die

Clearance von Topiramat reduziert sein kann.

Akute Myopie und sekundäres Engwinkelglaukom

Über ein Syndrom bestehend aus akuter Myopie assoziiert mit sekundärem Engwinkelglaukom wurde

bei Patienten, die Topiramat erhielten, berichtet. Die Symptome beinhalten das akute Auftreten einer

verminderten Sehschärfe und/oder Augenschmerzen. Ophthalmologische Befunde können Myopie,

eine Einengung der vorderen Augenkammer, okuläre Hyperämie (Rötung) und einen erhöhten

intraokulären Druck einschließen. Mydriasis kann oder kann nicht vorliegen. Dieses Syndrom kann

mit einem supraziliären Erguss assoziiert sein, der in einer Vorverlagerung der Linse und der Iris mit

einem sekundären Engwinkelglaukom resultiert. Die Symptome treten üblicherweise im ersten Monat

nach Beginn der Topiramat-Therapie auf. Im Gegensatz zu dem primären Engwinkelglaukom, das

selten in einem Alter unter 40 Jahren auftritt, wurde das sekundäre, mit Topiramat assoziierte

Engwinkelglaukom sowohl bei pädiatrischen Patienten als auch bei Erwachsenen berichtet. Die

Behandlung umfasst das nach Ermessen des behandelnden Arztes schnellstmögliche Absetzen von

Topiramat und geeignete Maßnahmen, um den intraokulären Druck zu reduzieren. Im Allgemeinen

resultieren diese Maßnahmen in einem Abfall des intraokulären Druckes.

Erhöhter intraokulärer Druck jeglicher Ätiologie kann, falls unbehandelt geblieben, zu schweren

Folgekrankheiten einschließlich einem dauerhaften Sehverlust führen.

Es ist eine Entscheidung zu treffen, ob Patienten mit Augenerkrankungen in der Anamnese mit

Topiramat behandelt werden sollen.

Metabolische Azidose

Die hyperchlorämische, metabolische Azidose ohne Anionenlücke (d. h. das Absinken des Serum-

Bicarbonats unter den normalen Referenzbereich in Abwesenheit einer respiratorischen Alkalose)

wird mit einer Topiramat-Behandlung in Verbindung gebracht. Dieses Absinken des Serum-

Bicarbonats beruht auf der inhibitorischen Wirkung von Topiramat auf die renale Carboanhydrase. Im

Allgemeinen tritt dieser Abfall des Bicarbonats zu Beginn der Behandlung auf, obwohl er zu jedem

Zeitpunkt der Behandlung auftreten kann. Dieser Abfall ist in der Regel gering bis mäßig

(durchschnittliches Absinken von 4 mmol/L bei Dosen von 100 mg/Tag oder darüber bei Erwachsenen

bzw. von durchschnittlich 6 mg/kg/Tag bei pädiatrischen Patienten). Selten erlebten Patienten Abfälle

auf Werte unter 10 mmol/L. Umstände oder Therapien, die eine Azidose prädisponieren (wie z. B.

Nierenerkrankungen, schwere respiratorische Erkrankungen, Status epilepticus, Diarrhoe, chirurgische

Eingriffe, ketogene Diät oder bestimmte Arzneimittel) können additiv zu dem Bicarbonat-senkenden

Effekt von Topiramat wirken.

Chronische metabolische Azidose erhöht das Risiko von Nierensteinbildung und kann möglicherweise

zu Osteopenie führen.

Chronische metabolische Azidose bei pädiatrischen Patienten kann die Wachstumsraten reduzieren.

Die Auswirkungen von Topiramat auf knochenbezogene Folgeerkrankungen wurden nicht

systematisch bei pädiatrischen oder erwachsenen Patienten untersucht.

Abhängig von den zugrundeliegenden Umständen, wird unter der Topiramat-Behandlung eine

geeignete Bewertung einschließlich des Serum-Bicarbonat-Spiegels empfohlen. Wenn sich Anzeichen

oder Symptome (z.B. Kussmaul-Atmung, Dyspnoe, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, übermäßige

Müdigkeit, Tachykardie oder Arrhythmie) zeigen, die auf eine metabolische Azidose hinweisen, wird

eine Bestimmung des Serum-Bikarbonates empfohlen. Wenn sich eine metabolische Azidose

entwickelt und persistiert, sollte in Erwägung gezogen werden, die Dosis zu reduzieren oder

Topiramat abzusetzen (durch schrittweise Dosisreduktion).

Bei Patienten mit Voraussetzungen oder Behandlungen, die ein Risiko für das Auftreten einer

metabolischen Azidose darstellen, sollte Topiramat mit Vorsicht angewandt werden.

Beeinträchtigung der kognitiven Funktion

Eine kognitive Beeinträchtigung bei einer Epilepsie ist multifaktoriell bedingt und kann durch die

zugrunde liegende Krankheitsursache, durch die Epilepsie oder durch die antiepileptische Behandlung

verursacht werden. Es gab Berichte in der Literatur über die Beeinträchtigung der kognitiven Funktion

bei Erwachsenen unter einer Topiramat-Behandlung, die eine Reduktion der Dosierung oder eine

Beendigung der Behandlung erforderte. Jedoch sind Studien bezüglich der Auswirkung auf die

Kognition bei Kindern, die mit Topiramat behandelt wurden, unzureichend und der Einfluss des

Wirkstoffes diesbezüglich muss noch geklärt werden.

Ernährungsergänzung

Manche Patienten können während der Behandlung mit Topiramat einen Gewichtsverlust erleiden. Es

wird empfohlen, dass Patienten unter der Behandlung mit Topiramat auf Gewichtsverlust kontrolliert

werden sollten. Eine diätetische Ergänzung oder gesteigerte Nahrungsaufnahme können erwogen

werden, wenn der Patient unter Topiramat Gewicht verliert.

Lactose-Intoleranz

Topiramat Desitin enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Topiramat Desitin nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Auswirkungen von Topiramat Desitin auf andere Antiepileptika

Der Zusatz von Topiramat Desitin zu anderen Antiepileptika (Phenytoin, Carbamazepin,

Valproinsäure, Phenobarbital, Primidon) hat keine Auswirkung auf deren Steady-State-

Plasmakonzentrationen, außer bei vereinzelten Patienten, bei denen der Zusatz von Topiramat zu

Phenytoin in einem Anstieg der Plasmakonzentration von Phenytoin resultieren kann. Dies ist

möglicherweise auf die Inhibition eines spezifischen polymorphen Isoenzyms zurückzuführen

(CYP2C19). Als Konsequenz sollen die Phenytoin-Spiegel bei jedem Patienten unter Phenytoin, der

klinische Zeichen oder Symptome von Toxizität aufweist, überwacht werden.

Eine pharmakokinetische Wechselwirkungsstudie bei Patienten mit Epilepsie deutet darauf hin, dass

die Zugabe von Topiramat zu Lamotrigin bei Topiramat-Dosen von 100-400 mg/Tag keine

Auswirkung auf die Steady-State-Plasmakonzentrationen von Lamotrigin hat. Des Weiteren gab es

keine Änderung in der Steady-State-Plasmakonzentration von Topiramat während oder nach Absetzen

der Lamotrigin Behandlung (mittlere Dosis von 327 mg/Tag).

Topiramat hemmt das Enzym CYP2C19 und kann mit anderen Substanzen interferieren, die durch

dieses Enzym metabolisiert werden (z. B. Diazepam, Imipramin, Moclobemid, Proguanil, Omeprazol).

Auswirkungen anderer Antiepileptika auf Topiramat Desitin

Phenytoin und Carbamazepin reduzieren die Plasmakonzentration von Topiramat. Die Zugabe oder

das Absetzen von Phenytoin oder Carbamazepin zur Topiramat Desitin Therapie kann eine Anpassung

der Dosierung der Letzteren erfordern. Dies sollte durch Titration bis zur klinischen Wirksamkeit

erfolgen. Die Zugabe oder das Absetzen von Valproinsäure bewirkt keine signifikanten klinischen

Änderungen in den Plasmakonzentrationen von Topiramat Desitin und rechtfertigt daher keine

Anpassung der Dosierung von Topiramat Desitin. Die Ergebnisse dieser Wechselwirkungen sind

nachfolgend zusammengefasst:

begleitend verabreichtes AED

AED-Konzentration

Topiramat-Konzentration

Phenytoin

↔ **

Carbamazepin (CBZ)

Valproinsäure

Lamotrigin

Phenobarbital

Primidon

= Keine Auswirkung auf die Plasmakonzentration (≤ 15 % Änderung)

= Plasmakonzentrationen erhöht bei einzelnen Patienten

= Abnahme der Plasmakonzentrationen

= nicht untersucht

= Antiepileptikum

Andere Arzneimittelwechselwirkungen

Digoxin

In einer Einzeldosisstudie sank die Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve (AUC) des

Serumdigoxin um 12 % aufgrund der begleitenden Verabreichung von Topiramat Desitin. Die

klinische Relevanz dieser Beobachtung konnte nicht festgestellt werden. Wenn Topiramat Desitin bei

Patienten unter einer Digoxin-Therapie hinzugegeben oder abgesetzt wird, sollte die routinemäßige

Überwachung des Serum-Digoxins sorgfältig durchgeführt werden.

ZNS Sedativa

Die gleichzeitige Verabreichung von Topiramat und Alkohol oder anderen ZNS dämpfenden

Arzneimitteln wurde nicht in klinischen Studien bewertet. Es wird empfohlen, dass Topiramat nicht

gleichzeitig mit Alkohol oder anderen ZNS dämpfenden Arzneimitteln angewendet wird.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Bei der gleichzeitige Einnahme von Topiramat und Johanniskraut besteht die Gefahr von reduzierten

Plasmaspiegeln und folglich einer verringerten Wirksamkeit. Diese mögliche Wechselwirkung wurde

bisher in keiner klinischen Studie untersucht.

Orale Kontrazeptiva

In einer pharmakokinetischen Wechselwirkungsstudie an Probanden bei gleichzeitiger Gabe eines

oralen kontrazeptiven Kombinationspräparates, das 1 mg Norethisteron (NET) und 35 μg

Ethinylestradiol (EE) enthielt, wurde Topiramat Desitin, in einer Dosierung von 50 bis 200 mg/Tag,

und keiner Verabreichung anderer Arzneimittel, nicht in Zusammenhang mit einer statistisch

signifikanten Änderung der mittleren Exposition (AUC) für beide Inhaltsstoffe des oralen

Kontrazeptivums gebracht. In einer anderen Studie, war die Exposition von EE bei Dosen von 200,

400, und 800 mg/Tag statistisch signifikant vermindert (18 %, 21 % bzw. 30 %), wenn Topiramat als

Zusatztherapie bei Patienten, die Valproinsäure einnehmen, gegeben wurde. In beiden Studien

beeinflusste Topiramat Desitin (50-200 mg/Tag bei Probanden und 200-800 mg/Tag bei

Epilepsiepatienten) die Exposition von NET nicht signifikant. Obwohl eine dosisabhängige

Verminderung der EE Exposition bei Dosen zwischen 200-800 mg/Tag (bei Epilepsiepatienten)

auftrat, gab es keine dosisabhängige signifikante Änderung in der EE Exposition bei Dosen von 50-

200 mg/Tag. Die klinische Signifikanz dieser beobachteten Änderungen ist nicht bekannt.

Die Möglichkeit einer verminderten kontrazeptiven Wirksamkeit und vermehrter

Durchbruchblutungen sollte bei Patienten, die orale kontrazeptive Kombinationsprodukte mit

Topiramat Desitin einnehmen, berücksichtigt werden. Patienten, die estrogenhaltige Kontrazeptiva

einnehmen, sollten aufgefordert werden, jede Änderung ihrer Mentruationsblutung zu berichten. Die

kontrazeptive Wirksamkeit kann auch bei Abwesenheit von Durchbruchblutungen vermindert sein.

Lithium

Bei Probanden wurde eine Reduktion der systemischen Lithium-Exposition (18 % der AUC) während

der gleichzeitigen Verabreichung von Topiramat 200 mg/Tag beobachtet. Bei Patienten mit bipolaren

Störungen, wurde die Pharmakokinetik von Lithium während der Behandlung mit Topiramat bei

Dosen von 200 mg/Tag nicht beeinflusst; jedoch wurde ein Anstieg in der systemischen Exposition

(26 % der AUC) nach Topiramat Dosen bis zu 600 mg/Tag beobachtet. Die Lithium-Spiegel sollten

bei gleichzeitiger Gabe mit Topiramat überwacht werden.

Risperidon

Arzneimittelwechselwirkungsstudien, die unter Einzeldosisbedingungen bei Probanden und unter

Mehrfachdosisbedingungen bei Patienten mit bipolaren Störungen durchgeführt wurden, führten zu

ähnlichen Ergebnissen. Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Topiramat bei ansteigenden Dosen von

100, 250 und 400 mg/Tag, ergab sich eine Reduktion der systemischen Exposition (16% und 33% der

Steady-State-AUC bei Dosen von jeweils 250 und 400 mg/Tag) von Risperidon (verabreicht bei

Dosen im Bereich von 1 bis 6 mg/Tag). Die Unterschiede in der AUC der aktiven Gesamtfraktion

zwischen der Behandlung mit Risperidon allein und der Kombinationsbehandlung mit Topiramat

waren jedoch statistisch nicht signifikant. Minimale Änderungen wurden in der Pharmakokinetik der

gesamten aktiven Fraktion (Risperidon plus 9-Hydroxyrisperidon) und keine Änderungen für 9-

Hydroxyrisperidon beobachtet. Es gab keine signifikanten Änderungen in der systemischen Exposition

der gesamten aktiven Fraktion von Risperidon oder von Topiramat. Wenn zu einer bestehenden

Behandlung mit Risperidon (1-6 mg/Tag) zusätzlich Topiramat gegeben wurde, wurde häufiger über

unerwünschte Ereignisse berichtet als vor der Topiramat-Einleitung (250-400 mg/Tag) (entsprechend

90 % und 54 %). Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse nach Topiramat-Einleitung,

wenn es zusätzlich zu einer Risperidon-Behandlung gegeben wurde, waren: Somnolenz (27 % und 12

%), Parästhesie (22 % und 0 %) und Übelkeit (18 % und 9 %).

Hydrochlorothiazid (HCTZ)

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden durchgeführt wurde, bewertete die

Steady-State-Pharmakokinetik von HCTZ (25 mg alle 24 h) und Topiramat (96 mg alle 12 h), wenn

diese alleine oder gemeinsam verabreicht wurden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass die

Topiramat C

um 27% anstieg und die AUC um 29% anstieg, wenn HCTZ zu Topiramat gegeben

wurde. Die klinische Bedeutung dieser Änderung ist unbekannt. Die Zugabe von HCTZ zur

Topiramat-Therapie kann eine Anpassung der Topiramat-Dosis erfordern. Die Pharmakokinetik von

HCTZ im Steady State wurde durch die gleichzeitige Verabreichung von Topiramat nicht signifikant

beeinflusst. Klinische Laborergebnisse zeigen einen Abfall des Serumkaliums nach Topiramat oder

HCTZ Verabreichung, der höher war, wenn HCTZ und Topiramat in Kombination verabreicht

wurden.

Metformin

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden durchgeführt wurde, bewertete die

Steady-State-Pharmakokinetik von Metformin und Topiramat im Plasma, wenn Metformin allein

gegeben wurde und wenn Metformin und Topiramat gleichzeitig gegeben wurden. Die Ergebnisse

dieser Studie zeigten, dass die mittlere C

und die mittlere AUC

0-12h

von Metformin um 18 % bzw.

25 % anstiegen, während die mittlere CL/F um 20 % abfiel, wenn Metformin mit Topiramat

verabreicht wurde. Topiramat beeinflusste nicht die t

von Metformin. Die klinische Bedeutung des

Effektes von Topiramat auf die Pharmakokinetik von Metformin ist unklar. Die orale Plasmaclearance

von Topiramat scheint reduziert zu sein, wenn es mit Metformin verabreicht wird. Das Ausmaß der

Änderung der Clearance ist nicht bekannt. Die klinische Bedeutung des Effektes von Metformin auf

die Pharmakokinetik von Topiramat ist unklar.

Wenn Topiramat Desitin bei Patienten unter einer Metformin-Therapie hinzugegeben oder abgesetzt

wird, sollte besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung für eine adäquate Kontrolle von

deren diabetischer Erkrankung gelegt werden.

Pioglitazon

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden durchgeführt wurde, bewertete die

Steady-State-Pharmakokinetik von Topiramat und Pioglitazon, wenn diese alleine oder gemeinsam

verabreicht wurden. Eine 15 % Verminderung der AUC

τ,ss

von Pioglitazon mit keiner Änderung der

max,ss

wurde beobachtet. Dieses Ergebnis war statistisch nicht signifikant. Des Weiteren wurde eine

13 % und 16 % Verminderung der C

max,ss

bzw. der AUC

τ,ss

sowohl des aktiven Hydroxy-Metaboliten

als auch eine 60 % Verminderung der C

max,ss

und der AUC

τ,ss

des aktiven Keto-Metaboliten beobachtet.

Die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse ist nicht bekannt. Wenn Topiramat zur Pioglitazon-

Therapie hinzugegeben oder Pioglitazon zur Topiramat-Therapie hinzugegeben wird, sollte

besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung von Patienten zur adäquaten Kontrolle ihrer

diabetischen Erkrankung gelegt werden.

Glibenclamid

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Patienten mit Typ 2 Diabetes durchgeführt wurde,

bewertete die Steady-State-Pharmakokinetik von Glibenclamid (5 mg/Tag) allein und gemeinsam mit

Topiramat (150 mg/Tag). Es ergab sich eine 25 % Reduktion der Glibenclamid AUC24 während der

Topiramat Verabreichung. Die systemische Exposition der aktiven Metaboliten, 4-trans-Hydroxy-

Glibenclamid (M1) and 3-cis-Hydroxy-Glibenclamid (M2), wurde um 13 % bzw. 15 % reduziert. Die

Pharmakokinetik von Topiramat im Steady state wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von

Glibenclamid nicht beeinflusst.

Wenn Topiramat zur Glibenclamid-Therapie hinzugegeben oder Glibenclamid zur Topiramat-

Therapie hinzugegeben wird, sollte besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung von

Patienten zur adäquaten Kontrolle ihrer diabetischen Erkrankung gelegt werden.

Weitere Arten von Wechselwirkungen

Arzneimittel, die für eine Nephrolithiasis prädisponieren

Topiramat Desitin kann das Risiko für eine Nephrolithiasis erhöhen, wenn es begleitend mit anderen

Substanzen angewendet wird, die eine Nephrolithiasis prädisponieren. Während der Einnahme von

Topiramat Desitin sollten solche Substanzen vermieden werden, da sie eine physiologische Umgebung

erzeugen können, die das Risiko der Bildung von Nierensteinen erhöht.

Valproinsäure

Die gleichzeitige Anwendung von Topiramat und Valproinsäure wurde mit einer Hyperammonämie

mit oder ohne Enzephalopathie bei Patienten, die eines der beiden Arzneimittel alleine toleriert haben,

in Verbindung gebracht. In den meisten Fällen klingen die Symptome und Anzeichen mit dem

Absetzen eines der beiden Arzneimittel ab. Diese Nebenwirkung beruht nicht auf einer

pharmakokinetischen Interaktion. Eine Assoziation der Hyperammonämie mit einer Topiramat-

Monotherapie oder gleichzeitiger Behandlung mit anderen Antiepileptika wurde nicht ermittelt.

Hypothermie, definiert als unwillkürliches Sinken der Körperkerntemperatur auf <35 °C, wurde in

Zusammenhang mit der gleichzeitigen Anwendung von Topiramat und Valproinsäure, sowohl in

Verbindung mit als auch ohne Hyperammonämie, berichtet. Dieses unerwünschte Ereignis bei

Patienten, die gleichzeitig Topiramat und Valproinsäure einnehmen, kann nach Beginn der

Behandlung mit Topiramat oder nach Erhöhung der Tagesdosis von Topiramat auftreten.

Weitere pharmakokinetische Arzneimittelwechselwirkungsstudien

Es wurden klinische Studien durchgeführt, um das Potential pharmakokinetischer Wechselwirkungen

zwischen Topiramat und anderen Substanzen abzuschätzen. Die Änderungen der C

oder AUC sind

als ein Ergebnis dieser Wechselwirkungen nachfolgend zusammengefasst. Die zweite Spalte

(Konzentration der Begleitmedikation) beschreibt, was mit der Konzentration der Begleitmedikation,

die in der ersten Spalte aufgelistet ist, passiert, wenn Topiramat hinzugegeben wird. Die dritte Spalte

(Topiramat-Konzentration) beschreibt, wie die gleichzeitige Verabreichung des Wirkstoffes, der in der

ersten Spalte aufgelistet ist, die Konzentration von Topiramat verändert.

Zusammenfassung der Ergebnisse zusätzlicher klinischer pharmakokinetischer

Wechselwirkungsstudien

Begleitmedikation

Konzentration der

Topiramat-Konzentration

a

Begleitmedikation

Amitriptylin

↔ 20 % Erhöhung der C

und der

AUC des Nortriptylin Metaboliten

Dihydroergotamin (Oral

und subkutan)

Haloperidol

↔ 31 % Erhöhung der AUC des

reduzierten Metaboliten

Propranolol

↔ 17 % Erhöhung der C

von 4-

OH Propranolol (TPM 50 mg alle

12 h)

9 % und 16 % Erhöhung der

9 % und 17 % Erhöhung der

AUC (40 und 80 mg

Propranolol entsprechend alle

12 h)

Sumatriptan (Oral und

subkutan)

Pizotifen

Diltiazem

25 % Verminderung der AUC von

Diltiazem und 18 % Verminderung

von DEA*, und ↔ von DEM

20 % Erhöhung der AUC

Venlafaxin

Flunarizin

16 % Erhöhung der AUC

(TPM 50 mg alle 12h)

Die Werte sind die Änderungen in der mittleren Cmax oder AUC unter der Behandlung in

Bezug auf Monotherapie

= Kein Effekt auf die Cmax und AUC (≤ 15 % Änderung) der Vorgängersubstanz

= Nicht untersucht

DEA*

= Desacetyldiltiazem, DEM = N-Demethyl-Diltiazem

Die Flunarizin AUC stieg um 14 % bei Personen, die Flunarizin allein einnahmen. Die

Erhöhung in der Exposition kann einer Akkumulation während des Erreichen des Steady State

zugeschrieben werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Topiramat war bei Mäusen, Ratten und Kaninchen teratogen. Bei Ratten passiert Topiramat die

Plazentaschranke.

Es liegen keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Topiramat Desitin bei Schwangeren vor.

Daten aus dem UK-Schwangerschaftsregister und dem Nordamerikanischen (North American

Antiepileptic Drug [NAAED]) Schwangerschaftsregister weisen darauf hin, dass für Säuglinge, die im

ersten Trimester einer Monotherapie mit Topiramat ausgesetzt waren, ein erhöhtes Risiko für

kongenitale Fehlbildungen (z. B. kraniofaziale Defekte, wie z. B. Lippenspalte/Gaumenspalte,

Hypospadien und Anomalien, die verschiedene Körpersysteme einschließen) besteht. Das NAAED-

Schwangerschaftsregister zeigte für die Monotherapie mit Topiramat eine ungefähr 3-fach höhere

Inzidenz für schwerwiegende kongenitale Fehlbildungen im Vergleich zu einer Referenzgruppe, die

keine Antiepileptika eingenommen hat. Darüber hinaus gab es eine höhere Prävalenz für ein geringes

Geburtsgewicht (< 2500 Gramm) im Anschluss an eine Behandlung mit Topiramat in der

Referenzgruppe.

Des Weiteren weisen die Daten aus den Registern und andere Studien darauf hin, dass, verglichen mit

der Monotherapie, die Anwendung von Antiepileptika in einer Kombinationstherapie mit einem

erhöhten Risiko für teratogene Effekte verbunden ist.

Es wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter eine adäquate Verhütungsmethode anwenden

und eine alternative Therapie erwägen.

Tierexperimentelle Studien haben eine Exkretion von Topiramat in die Milch gezeigt. Die Exkretion

von Topiramat in die humane Milch wurde in kontrollierten Studien nicht untersucht. Begrenzte

Beobachtungen bei Patientinnen weisen auf eine erhebliche Exkretion von Topiramat in die

Muttermilch hin.

Da viele Arzneimittel in die humane Milch ausgeschieden werden, muss unter Berücksichtigung der

Bedeutung des Arzneimittels für die Mutter eine Entscheidung getroffen werden, ob das Stillen

eingestellt wird oder (auf) die Topiramat-Therapie abgebrochen/verzichtet wird (siehe Abschnitt 4.4).

Indikation Epilepsie

Während der Schwangerschaft sollte Topiramat nach vollständiger Aufklärung der Frau über die

bekannten Risiken unbehandelter Epilepsie für die Schwangerschaft und das potentielle Risiko des

Arzneimittels für den Foetus verschrieben werden.

Wenn die Anfallsprophylaxe in der Schwangerschaft beeinträchtigt oder abgesetzt wird, kann dies

sowohl die Mutter als auch den Fötus einem erheblichen Risiko aussetzen.

Indikation Migräne-Prophylaxe

Topiramat ist während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine

wirksame Verhütungsmethode anwenden, kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Topiramat hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen. Topiramat wirkt auf das zentrale Nervensystem und kann zu

Benommenheit, Schwindel und anderen verwandten Symptomen führen. Es kann auch Sehstörungen

und/oder Verschwommensehen verursachen. Diese Nebenwirkungen können bei Patienten, die ein

Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, potentiell gefährlich sein, besonders bis zu dem Zeitpunkt,

an dem der einzelne Patient Erfahrung mit dem Arzneimittel gesammelt hat.

Es wurden keine Studien über Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

4.8

Nebenwirkungen

Die Sicherheit von Topiramat wurde aus einer Datenbank mit klinischen Studien evaluiert, die sich

aus 4111 Patienten (3182 unter Topiramat und 929 unter Placebo), die an 20 doppelblinden Studien

bzw. 2847 Patienten, die an 34 offenen Studien teilgenommen haben, zusammensetzt, für Topiramat

als Zusatztherapie bei primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, bei fokalen, epileptischen

Anfällen, bei epileptischen Anfällen beim Lennox-Gastaut Syndrom, bei der Monotherapie der neu

oder vor kurzem diagnostizierten Epilepsie oder bei der Migräne-Prophylaxe.

Die Mehrheit der unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAWs) waren in der Schwere leicht bis

mäßig. UAWs, die in klinischen Studien und während der Erfahrung nach Markteinführung

(gekennzeichnet durch “*”) identifiziert wurden, sind nach ihrer Inzidenz in den klinischen Studien in

Tabelle 1 aufgelistet. Die festgesetzten Häufigkeiten sind wie folgt:

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die häufigsten UAWs (jene mit einer Inzidenz von > 5% und höher, als die unter Placebo

beobachteten, bei mindestens 1 Indikation in kontrollierten doppelblinden Studien mit Topiramat)

umfassen: Anorexie, verminderter Appetit, Bradyphrenie, Depression, Beeinträchtigung des

sprachlichen Ausdrucksvermögens, Insomnie, anomale Koordination, Aufmerksamkeitsstörung,

Schwindel, Dysarthrie, Dysgeusie, Hypästhesie, Lethargie, Gedächtnisstörung, Nystagmus,

Parästhesie, Somnolenz, Tremor, Diplopie, Verschwommensehen, Diarrhoe, Übelkeit, Fatigue,

Reizbarkeit und Gewichtsabnahme.

Pädiatrische Patienten

UAWs, die häufiger (≥ 2-fach) bei Kindern als bei Erwachsenen in kontrollierten doppelblinden

Studien berichtet wurden, umfassen:

verminderten Appetit

erhöhten Appetit

hyperchlorämische Azidose

Hypokaliämie

anomales Verhalten

Aggression

Apathie

Einschlafstörung

Suizidgedanken

Aufmerksamkeitsstörung

Lethargie

Störung des zirkadianen Schlafrhythmus

schlechte Schlafqualität

erhöhter Tränenfluss

Sinusbradykardie

anomales Gefühl

Gangstörung

UAWs, die bei Kindern aber nicht bei Erwachsenen in kontrollierten doppelblinden Studien berichtet

wurden, umfassen:

Eosinophilie

psychomotorische Hyperaktivität

Vertigo

Erbrechen

Hyperthermie

Pyrexie

Lernschwierigkeiten

Tabelle 1: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Topiramat

Systemorgan-

klasse

sehr häufig

häufig

gelegentlich

selten

nicht bekannt

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Naso-

pharyngitis*

Erkrankungen

des Blutes und des

Lymphsystems

Anämie

Leukopenie,

Thrombozytopenie,

Lymphadenopathie,

Eosinophilie

Neutropenie*

Erkrankungen

des

Immunsystems

Hypersensi-

tivität

allergisches

Ödem*,

konjunktivales

Ödem*

Systemorgan-

klasse

sehr häufig

häufig

gelegentlich

selten

nicht bekannt

Stoffwechsel- und

Ernährungs-

störungen

Anorexie,

verminderter

Appetit

metabolische

Azidose,

Hypokaliämie,

erhöhter Appetit,

Polydipsie

hyperchlor-

ämische Azidose

Psychiatrische

Erkrankungen

Depression

Bradyphrenie,

Insomnie,

Beeinträchti-

gung des

sprachlichen

Ausdrucks-

vermögens,

Angst,

Verwirrtheit,

Desorientie-

rung,

Aggression,

veränderte

Stimmung,

Agitiertheit,

Stimmungs-

schwankungen,

depressive

Stimmung,

Wut, anomales

Verhalten

Suizidgedanken,

Suizidversuch,

Halluzination,

psychotische

Störung, akustische

Halluzination,

visuelle

Halluzination,

Apathie, Verlust der

Spontansprache,

Schlafstörung,

Affektlabilität,

verminderte Libido,

Ruhelosigkeit,

Weinen, Dysphemie,

euphorische

Stimmung, Paranoia,

Perseveration,

Panikattacken,

Traurigkeit,

Leseschwäche,

Einschlafstörung,

Affektverflachung,

anomales Denken,

Verlust der Libido,

Teilnahmslosigkeit,

Durchschlafstörung,

Ablenkbarkeit,

frühes

morgendliches

Erwachen,

Panikreaktion,

gehobene Stimmung

Manie,

Anorgasmie,

Panikstörung,

Beeinträchtigung

des sexuellen

Empfindens,

Gefühl von

Hoffnungslosig-

keit*, anomaler

Orgasmus,

Hypomanie,

vermindertes

Orgasmus-

empfinden

Erkrankungen

des

Nervensystems

Parästhesie,

Somnolenz,

Schwindel

Aufmerksam-

keitsstörung,

Gedächtnis-

störung,

Amnesie,

kognitive

Störung,

Beeinträchti-

gung der

geistigen

Leistungsfähig-

keit,

eingeschränkte

psycho-

motorische

Fähigkeiten,

Konvulsion,

anomale

Koordination,

Tremor,

Lethargie,

Bewusstseins-

einschränkung,

Grand-mal-Anfall,

Gesichtsfeldausfall,

komplex fokale

Anfälle,

Sprachstörung,

psychomotorische

Hyperaktivität,

Synkope,

sensorische Störung,

Sabbern,

Hypersomnie,

Aphasie, repetitive

Sprache,

Hypokinesie,

Dyskinesie,

Haltungsschwindel,

schlechte

Schlafqualität,

brennendes Gefühl,

Apraxie, Störung

des zirkadianen

Schlafrhythmus,

Hyperästhesie,

verminderter

Geruchssinn,

Verlust des

Geruchssinns,

essentieller

Tremor,

Akinesie,

Nichtansprechen

auf Reize

Systemorgan-

klasse

sehr häufig

häufig

gelegentlich

selten

nicht bekannt

Hypästhesie,

Nystagmus,

Dysgeusie,

Gleichge-

wichtsstörung,

Dysarthrie,

Intentions-

tremor,

Sedierung

Verlust des

Empfindungs-

vermögens,

verändertes

Geruchsempfinden,

zerebellares

Syndrom,

Dysästhesie,

Hypogeusie, Stupor,

Ungeschicklichkeit,

Aura, Ageusie,

Schreibstörung,

Dysphasie, periphere

Neuropathie,

Präsynkope,

Dystonie, Formicatio

Augen-

erkrankungen

Verschwomme

nsehen,

Diplopie,

Sehstörung

verminderte

Sehschärfe, Skotom,

Myopie*,

Fremdkörpergefühl

im Auge*, trockenes

Auge, Photophobie,

Blepharospasmus,

erhöhter

Tränenfluss,

Photopsie,

Mydriasis,

Presbyopie

unilaterale

Blindheit,

transiente

Blindheit,

Glaukom,

Akkommodation

sstörung,

veränderte

visuelle

Tiefenwahr-

nehmung,

Flimmerskotom,

Augenlidödem*,

Nachtblindheit,

Amblyopie

Engwinkel-

glaukom*,

Makulopathie*,

Störung der

Augenbe-

wegung*

Erkrankungen

des Ohrs und des

Labyrinths

Vertigo,

Tinnitus,

Ohren-

schmerzen

Taubheit, unilaterale

Taubheit,

neurosensorische

Taubheit,

Ohrenbeschwerden,

eingeschränktes

Hören

Herz-

erkrankungen

Bradykardie,

Sinusbradykardie,

Palpitationen

Gefäß-

erkrankungen

Hypotension,

orthostatische

Hypotension, Flush,

Hitzewallungen

Raynaud-

Phänomen

Erkrankungen

der Atemwege,

des Brustraums

und

Mediastinums

Dyspnoe,

Epistaxis,

verstopfte

Nase,

Rhinorrhoe

Belastungsdyspnoe,

paranasale

Sinushypersekretion,

Dysphonie

Husten

Erkrankungen

des

Gastrointestinal-

trakts

Nausea

Diarrhoe,

Erbrechen,

Obstipation,

Oberbauch-

schmerz,

Dyspepsie,

abdominaler

Schmerz,

Mundtrocken-

heit, Magenbe-

Pankreatitis,

Flatulenz,

gastroösophageale

Refluxkrankheit,

Unterbauchschmerz,

orale Hypästhesie,

Zahnfleischbluten,

geblähter Bauch,

epigastrische

Systemorgan-

klasse

sehr häufig

häufig

gelegentlich

selten

nicht bekannt

schwerden,

orale

Parästhesie,

Gastritis,

abdominale

Beschwerden

Beschwerden,

schmerzhafte

Bauchspannung,

vermehrter

Speichelfluss, oraler

Schmerz,

Mundgeruch,

Glossodynie

Leber- und

Gallenerkrankun

gen

Hepatitis,

Leberversagen

Erkrankungen

der Haut und des

Unterhaut-

zellgewebes

Alopezie,

Hautausschlag,

Pruritus

Anhidrose, faziale

Hypästhesie,

Urtikaria, Erythem,

generalisierter

Pruritus, makulärer

Hautausschlag,

Hautverfärbung,

allergische

Dermatitis,

Gesichtsschwellung

Stevens-Johnson-

Syndrom*,

Erythema

multiforme*,

anomaler

Hautgeruch,

periorbitales

Ödem*,

lokalisierte

Urtikaria

toxische

epidermale

Nekrolyse*

Skelettmusku-

latur-,

Bindegewebs- und

Knochen-

erkrankungen

Arthralgie,

Muskelspas-

men, Myalgie,

Muskelzittern,

Muskel-

schwäche,

muskulo-

skelettaler

Brustschmerz

Gelenkschwellung*,

muskuloskelettale

Steifheit,

Flankenschmerz,

Muskelermüdung

Beschwerden in

den Extremitäten

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Nephrolithiasis,

Pollakisurie,

Dysurie

Harnstein,

Harninkontinenz,

Hämaturie,

Inkontinenz,

Harndrang,

Nierenkolik,

Nierenschmerz

Harnleiterstein,

renale tubuläre

Azidose*

Erkrankungen

der Geschlechts-

organe und der

Brustdrüse

erektile Dysfunktion,

sexuelle

Dysfunktion

Allgemeine

Erkrankungen

und Beschwerden

am Verab-

reichungsort

Fatigue

Pyrexie,

Asthenie,

Gereiztheit,

Gangstörung,

anomales

Gefühl,

Malaise

Hyperthermie,

Durst, Influenza-

ähnliche

Krankheit*,Trägheit,

periphere Kälte,

Gefühl der

Trunkenheit,

nervöses Gefühl

Gesichtsödem,

Kalzinose

Untersuchungen

Gewichts-

abnahme

Gewichts-

zunahme*

Kristalle im Urin

präsent, anomaler

Zehen-Fersen-

Gehtest, verminderte

Zahl weißer

Blutzellen, Anstieg

der Leberenzyme

verminderte

Bikarbonatwerte

im Serum

Soziale Umstände

Lernschwäche

* identifiziert als eine UAW aus Spontanberichten nach Markteinführung. Deren Häufigkeit wurde basierend auf

den klinischen Studiendaten kalkuliert.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Anzeichen und Symptome

Überdosierungen von Topiramat wurden berichtet. Anzeichen und Symptome umfassen Krämpfe,

Benommenheit, Sprachstörungen, Verschwommensehen, Diplopie, Störung der geistigen Aktivität,

Lethargie, anomale Koordination, Stupor, Hypotension, abdominaler Schmerz, Agitiertheit, Schwindel

und Depression. Die klinischen Konsequenzen waren in den meisten Fällen nicht schwerwiegend,

allerdings wurden Todesfälle nach Überdosierung mit mehreren Arzneimitteln, einschließlich

Topiramat berichtet.

Eine Topiramat-Überdosierung kann in einer schweren metabolischen Azidose resultieren (siehe

Abschnitt 4.4).

Behandlung

Bei einer akuten Topiramat-Überdosierung sollte bei kürzlich zurückliegender Einnahme unverzüglich

eine Magenentleerung durch Magenspülung oder Induktion von Erbrechen herbeigeführt werden. In

vitro erwies sich Aktivkohle als Adsorbens von Topiramat. Es sollte eine adäquate supportive

Behandlung erfolgen und der Patient sollte gut hydratisiert werden. Hämodialyse stellt ein effektives

Mittel dar, um Topiramat aus dem Körper zu entfernen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antiepileptika, Migränemittel, ATC-Code: N03AX11

Topiramat ist als sulfamat-substitutiertes Monosaccharid klassifiziert. Der genaue Mechanismus,

durch den Topiramat seine antiepileptischen und Migräne prophylaktischen Eigenschaften ausübt, ist

unbekannt. Elektrophysiologische und biochemische Studien an kultivierten Neuronen haben drei

Eigenschaften identifiziert, die möglicherweise zur antiepileptischen Wirksamkeit von Topiramat

beitragen.

Aktionspotentiale, die durch anhaltende Depolarisation der Neuronen ausgelöst wurden, wurden durch

Topiramat in einer zeitabhängigen Art geblockt, was auf eine zustandsabhängige Blockade des

Natriumkanals hinweist. Topiramat erhöhte die Häufigkeit, mit der γ-Aminobutyrat (GABA)

GABAA-Rezeptoren aktivierte, und erhöhte die Fähigkeit von GABA, den Fluss von Chloridionen in

die Neuronen zu induzieren, was darauf hinweist, dass Topiramat die Aktivität dieses inhibitorischen

Neurotransmitters erhöht.

Dieser Effekt wurde nicht durch Flumazenil, einem Benzodiazepin-Antagonisten, blockiert, noch

erhöhte Topiramat die Dauer der Kanal-Öffnungszeit, was Topiramat von Barbituraten, die ebenfalls

GABAA-Rezeptoren modulieren, differenziert.

Da sich das antiepileptische Profil von Topiramat deutlich von dem der Benzodiazepine unterscheidet,

kann es einen für Benzodiazepine nicht sensitiven Subtyp des GABAA-Rezeptors modulieren.

Topiramat antagonisierte die Fähigkeit von Kainat, den Kainat/AMPA (α -Amino-3-Hydroxy-5-

Methylisoxazol-4-Propionsäure) Subtyp des exzitatorischen Aminosäure-(Glutamat)-Rezeptors zu

aktivieren, aber hatte keinen ersichtlichen Effekt auf die Aktivität des N-Methyl-D-Aspartats (NMDA)

am NMDA Rezeptor Subtyp. Diese Effekte von Topiramat waren konzentrationsabhängig über einen

Bereich von 1 μM bis 200 μM, mit einer minimalen beobachteten Aktivität bei 1 μM bis 10 μM.

Des Weiteren inhibiert Topiramat einige Isoenzyme der Carboanhydrase. Dieser pharmakologische

Effekt ist deutlich schwächer als der von Acetazolamid, einem bekannten Carboanhydrase-Inhibitor

und wird nicht als Hauptkomponente der antiepileptischen Aktivität von Topiramat angesehen.

Topiramat zeigt in tierexperimentellen Studien eine antikonvulsive Aktivität an Ratten und Mäusen im

Test mit maximalem Elektroschock (MES) und ist effektiv im Epilepsie-Model bei Nagern, das

tonische und Absencen-ähnliche Anfälle in der spontan epileptischen Ratte (SER) umfasst sowie

tonische und klonische Anfälle, die bei Ratten durch Erregung der Amygdala oder durch globale

Ischämie induziert werden. Topiramat ist nur schwach effektiv in der Blockade klonischer Anfälle,

induziert durch den GABAA-Rezeptorantagonisten Pentylentetrazol.

Studien an Mäusen, die gleichzeitig Topiramat und Carbamazepin oder Phenobarbital erhielten,

zeigten eine synergistische antikonvulsive Aktivität, während die Kombination mit Phenytoin eine

additive antikonvulsive Aktivität zeigte. In gut kontrollierten Add-on Studien, wurde keine

Korrelation zwischen Talplasmakonzentrationen von Topiramat und dessen klinischer Wirksamkeit

nachgewiesen. Kein Beleg für Toleranzentwicklung bei Menschen wurde dargestellt.

Absence-Anfälle

Die Ergebnisse aus zwei Studien (CAPSS-326 und TOPMAT-ABS-001) zu Absencen zeigten, dass

die Behandlung mit Topiramat die Frequenz für Absence-Anfälle nicht verringerte.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Das pharmakokinetische Profil von Topiramat zeigt, verglichen mit anderen Antiepileptika, eine lange

Plasmahalbwertzeit, eine lineare Pharmakokinetik, eine prädominante renale Clearance, das Fehlen

einer signifikanten Proteinbindung und das Fehlen von klinisch relevanten aktiven Metaboliten.

Topiramat ist kein potenter Induktor arzneimittelmetabolisierender Enzyme und kann unabhängig von

den Mahlzeiten verabreicht werden; eine Routineüberwachung der Topiramat-Plasmakonzentrationen

ist nicht notwendig. In klinischen Studien gab es keine konsistente Beziehung zwischen den

Plasmakonzentrationen und der Wirksamkeit oder unerwünschten Ereignissen.

Resorption

Topiramat wird schnell und gut resorbiert. Nach der Einnahme von 100 mg Topiramat an Probanden

wurde eine mittlere Peakplasmakonzentration (C

) von 1,5 μg/ml innerhalb von 2 bis 3 Stunden

) erreicht.

Auf Basis des Radioaktivitätsnachweises im Urin war das mittlere Ausmaß der Resorption einer

oralen 100 mg Dosis von

C-Topiramat mindestens 81 %. Es gab keine klinisch signifikante

Auswirkung von Nahrung auf die Bioverfügbarkeit von Topiramat.

Verteilung

Im Allgemeinen sind 13 bis 17 % des Topiramats an Plasmaproteine gebunden. In/an Erythrozyten

wurde eine Bindungsstelle mit niedriger Kapazität für Topiramat beobachtet, die bei

Plasmakonzentrationen über 4 μg/ml sättigbar ist. Das Verteilungsvolumen verändert sich umgekehrt

mit der Dosierung. Das mittlere scheinbare Verteilungsvolumen betrug 0,80 bis 0,55 l/kg für eine

Einzeldosis im Bereich von 100 bis 1200 mg. Ein Effekt des Geschlechts auf das Verteilungsvolumen

wurde mit Werten für Frauen von ca 50 % von denjenigen für Männer ermittelt. Dies wurde dem

prozentual höheren Körperfett bei weiblichen Patienten zugeschrieben und ist ohne klinische

Konsequenz.

Metabolisierung

Topiramat wird bei Probanden nicht extensiv metabolisiert (~20 %). Es wird bis zu 50 % bei Patienten

metabolisiert, die gleichzeitig eine antiepileptische Therapie mit bekannten Induktoren Wirkstoff-

metabolisierender Enzyme erhalten. Sechs Metabolite, die durch Hydroxylierung, Hydrolyse und

Glucuronidierung gebildet werden, wurden vom Plasma, Urin und Fäzes des Menschen isoliert,

charakterisiert und identifiziert. Jeder Metabolit repräsentiert weniger als 3 % der gesamten

Radioaktivität, die nach Verabreichung von

C-Topiramat ausgeschieden wurde. Zwei Metaboliten,

die am meisten von der Struktur von Topiramat beibehalten hatten, wurden untersucht und zeigten

wenig oder keine antikonvulsive Aktivität.

Elimination

Bei Menschen ist der Hauptweg der Elimination von unverändertem Topiramat und seinen

Metaboliten die Niere (mindestens 81 % der Dosis). Ungefähr 66 % einer Dosis von

C-Topiramat

wurden innerhalb von 4 Tagen unverändert im Urin ausgeschieden. Nach zweimal täglicher Dosierung

von 50 mg und 100 mg Topiramat betrug die mittlere renale Clearance ungefähr 18 ml/min und 17

ml/min. Es gibt Hinweise für eine renale tubuläre Reabsorption von Topiramat. Dies wird durch

Studien an Ratten unterstützt, in denen Topiramat mit Probenecid verabreicht wurde und ein

signifikanter Anstieg der renalen Clearance von Topiramat beobachtet wurde. Insgesamt beträgt die

Plasmaclearance nach Einnahme beim Menschen ungefähr 20 bis 30 ml/min.

Topiramat besitzt eine geringe interindividuelle Variabilität der Plasmakonzentration und daher eine

vorhersagbare Pharmakokinetik. Die Pharmakokinetik von Topiramat ist linear mit einer konstant

bleibenden Plasmaclearance und einer Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve, die nach oraler

Einmaldosis bei Probanden sich dosis-proportional verhaltend über einen Bereich 100 bis 400 mg

ansteigt. Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion kann es 4 bis 8 Tage dauern bis Steady-State-

Plasmakonzentrationen erreicht sind. Die mittlere Cmax nach multiplen, zweimal täglichen oralen

Dosen von 100 mg betrug bei gesunden Personen 6,76 μg/ml. Nach Verabreichung von multiplen

Dosen von 50 mg und 100 mg Topiramat zweimal täglich, betrug die mittlere

Eliminationshalbwertzeit im Plasma ungefähr 21 Stunden.

Die gleichzeitige Verabreichung multipler Dosen von Topiramat, 100 bis 400 mg zweimal täglich, mit

Phenytoin oder Carbamazepin zeigt dosis-proportionale Anstiege in der Plasmakonzentration von

Topiramat.

Die Plasma- und die renale Clearance von Topiramat sind bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion (CL

≤ 60 ml/min) vermindert und die Plasmaclearance ist bei Patienten mit einer

Nierenerkrankung im Endstadium vermindert. Als ein Ergebnis werden höhere Topiramat-Steady-

State-Plasmakonzentrationen für eine gegebene Dosis bei renal eingeschränkten Patienten erwartet

verglichen mit denen mit normaler Nierenfunktion. Topiramat wird effektiv durch Hämodialyse aus

dem Plasma entfernt.

Die Plasmaclearance von Topiramat ist bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung

erniedrigt.

Die Plasmaclearance von Topiramat ist bei älteren Personen bei Abwesenheit zugrundeliegender

Nierenerkrankungen unverändert.

Pädiatrische Population (Pharmakokinetik, bis zu einem Alter von 12 Jahren)

Die Pharmakokinetik von Topiramat bei Kindern ist wie bei Erwachsenen, die eine Add-on Therapie

erhalten, linear mit einer von der Dosis unabhängigen Clearance und Steady-State-

Plasmakonzentrationen, die proportional zur Dosis ansteigen. Kinder haben jedoch eine höhere

Clearance und eine kürzere Eliminationshalbwertzeit. Als Konsequenz können die

Plasmakonzentrationen von Topiramat bei derselben mg/kg Dosis bei Kindern niedriger sein

verglichen mit Erwachsenen. Wie bei Erwachsenen vermindern leberenzyminduzierende

antiepileptische Arzneimittel die Steady-State-Plasmakonzentrationen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Trotz maternaler und paternaler Toxizität bereits ab 8 mg/kg/Tag wurden in nicht-klinischen Studien

zur Fertilität bei männlichen und weiblichen Ratten bei Dosen bis zu 100 mg/kg/Tag keine

Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet.

In präklinischen Studien wurde gezeigt, dass Topiramat teratogene Effekte in den untersuchten

Spezies (Mäuse, Ratten und Kaninchen) hat. Bei Mäusen waren die fetalen Gewichte und die skeletale

Ossifikation in Verbindung mit der maternalen Toxizität bei 500 mg/kg/Tag reduziert. Die Gesamtzahl

der fetalen Fehlbildungen bei Mäusen war bei allen arzneimittelbehandelten Gruppen (20, 100 und

500 mg/kg/Tag) erhöht.

Bei Ratten wurden dosisabhängig maternale und embryonale/fetale Toxizität (reduzierte fetale

Gewichte und/oder skeletale Ossifikation) bis herunter auf 20 mg/kg/Tag beobachtet, verbunden mit

teratogenen Effekten (Defekte an Extremitäten und Zehen) bei 400 mg/kg/Tag und darüber. Bei

Kaninchen wurde eine dosisabhängige maternale Toxizität bis herab auf 10 mg/kg/Tag beobachtet, mit

embryonaler/fetaler Toxizität (gesteigerte Letalität) bis herunter auf 35 mg/kg/Tag und teratogenen

Effekten (Fehlbildungen der Rippen und vertebrale Fehlbildungen) bei 120 mg/kg/Tag.

Die beobachteten teratogenen Effekte bei Ratten und Kaninchen waren ähnlich zu den Effekten, die

mit Carboanhydrase-Inhibitoren beobachtet wurden, die nicht mit Fehlbildungen beim Menschen

assoziiert waren. Auswirkungen auf das Wachstum zeigten sich ebenso durch geringere Gewichte bei

der Geburt und während der Laktation bei Jungtieren von weiblichen Ratten, die während der

Gestation und Laktation mit 20 oder 100 mg/kg/Tag behandelt wurden. Bei Ratten passiert Topiramat

die Plazenta-Schranke.

Bei juvenilen Ratten führte die tägliche orale Gabe von Topiramat in Dosen bis zu 300 mg/kg/Tag

während der Entwicklungsphase entsprechend dem Säuglingsalter, der Kindheit und dem Jugendalter

zu Toxizitäten ähnlich zu denen bei erwachsenen Tieren (verminderte Futteraufnahme mit

verminderter Zunahme des Körpergewichtes, zentrolobuläre hepatozelluläre Hypertrophie). Es gab

keine relevanten Effekte auf das Wachstum der Röhrenknochen (Tibia) oder die Knochenmineral-

Dichte (Femur), auf die Phase vor der Entwöhnung und die Reproduktionsentwicklung, auf die

neurologische Entwicklung (einschließlich Beurteilung des Gedächtnisses und des Lernvermögens),

auf Paarung und Fertilität oder Hysterotomie-Parameter.

In einer Serie von in vitro und in vivo Mutagenitätsuntersuchungen zeigte Topiramat kein

genotoxisches Potential.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Lactose-Monohydrat

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)

Copovidon

Magnesiumstearat

Hochdisperses Siliciumdioxid

Tablettenüberzug

Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten

Hypromellose

Polydextrose

Macrogol 8000

Titandioxid (E 171)

Triethylcitrat

Topiramat Desitin 50 mg Filmtabletten

Eisen(III)-oxid (E 172)

Eisen(III)-hydroxid-oxid × H

Macrogol 3350

Poly(vinylalkohol)

Talkum

Titandioxid (E 171)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30ºC lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/Alu-Blisterpackung

Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten

28, 30, 50, 60, 90, 100, 180, 190, 200 Filmtabletten

Topiramat Desitin 50 mg Filmtabletten

30, 50, 60, 90, 100, 180, 190, 200 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Desitin Arzneimittel GmbH

Weg beim Jäger 214

22335 Hamburg

Telefon: (040) 5 91 01-525

Telefax: (040) 5 91 01-377

Mitvertreiber:

Declimed GmbH

Obenhauptstraße 14

22335 Hamburg

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Topiramat Desitin 25 mg Filmtabletten

71490.00.00

Topiramat Desitin 50 mg Filmtabletten

71491.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 11.09.2009

Datum der Verlängerung der Zulassung: 10.07.2012

10.

STAND DER INFORMATION

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