Topiramat AL Migräne 50mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Topiramat
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH
ATC-Code:
N02CX12
INN (Internationale Bezeichnung):
Topiramate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Topiramat 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
76481.00.00

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

Topiramat AL Migräne 50 mg Filmtabletten

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Topiramat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Topiramat AL Migräne und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Topiramat AL Migräne beachten?

Wie ist Topiramat AL Migräne einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Topiramat AL Migräne aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Topiramat AL Migräne und wofür wird es angewendet?

Topiramat AL Migräne wird angewendet

um Migränekopfschmerzen bei Erwachsenen vorzubeugen.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Topiramat AL Migräne

beachten?

Topiramat AL Migräne darf NICHT eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Topiramat oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter

sind, es sei denn, Sie wenden eine wirksame Verhütungsmethode an

(weitere Informationen finden Sie im Abschnitt 2.: Schwangerschaft und

Stillzeit). Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Verhütungsmethode

während der Einnahme von Topiramat AL Migräne am besten geeignet ist.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie

zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Topiramat AL

Migräne einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Topiramat AL

Migräne einnehmen, wenn Sie

Nierenprobleme, besonders Nierensteine, haben oder wenn Sie eine

Nierendialyse erhalten,

in der Vorgeschichte Blut- oder Körperflüssigkeitsanomalien (metabolische

Azidose) haben,

Leberprobleme haben,

unter Augenproblemen, besonders unter einem Glaukom, leiden,

eine fettreiche diätetische Ernährung (ketogene Diät) erhalten.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie

zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Topiramat AL

Migräne einnehmen.

Es ist wichtig, dass Sie nicht aufhören Ihre Arzneimittel einzunehmen, ohne

vorher mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben.

Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt, bevor Sie andere Arzneimittel einnehmen,

die Topiramat enthalten und Ihnen als Alternative zu Topiramat AL Migräne

gegeben wurden.

Sie könnten Gewicht verlieren, wenn Sie Topiramat AL Migräne einnehmen,

weshalb Ihr Gewicht regelmäßig kontrolliert werden sollte, wenn Sie dieses

Arzneimittel einnehmen. Konsultieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie zu viel Gewicht

verlieren.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Arzneimitteln wie Topiramat AL

Migräne behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen

oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche

Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Einnahme von Topiramat AL Migräne zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen,

andere Arzneimittel anzuwenden.

Topiramat AL Migräne und bestimmte andere Arzneimittel können sich

gegenseitig beeinflussen. Manchmal muss die Dosierung Ihrer anderen

Arzneimittel oder die von Topiramat AL Migräne angepasst werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker vor allem, wenn Sie Folgendes

einnehmen:

andere Arzneimittel, die Ihr Denken, Ihre Konzentration oder Ihre

Muskelkoordination beeinträchtigen oder verringern (z.B. Arzneimittel, die

eine beruhigende Wirkung auf das Zentralnervensystem ausüben, wie zum

Beispiel zur Muskelentspannung und Beruhigungsmittel),

eine Antibabypille. Topiramat AL Migräne kann Ihre Antibabypille weniger

wirksam machen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche

Verhütungsmethode während der Einnahme von Topiramat AL Migräne am

besten geeignet ist.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn sich Ihre Menstruationsblutung verändert,

während Sie eine Antibabypille und Topiramat AL Migräne einnehmen.

Führen Sie eine Liste aller Arzneimittel, die Sie anwenden. Zeigen Sie diese

Liste Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie ein neues Arzneimittel anwenden.

Andere Arzneimittel, über die Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen

sollten, schließen Antiepileptika, Risperidon, Lithium, Hydrochlorothiazid,

Metformin, Pioglitazon, Glibenclamid, Amitriptylin, Propranolol, Diltiazem,

Venlafaxin, Flunarizin, Johanniskraut (Hypericum perforatum) (eine pflanzliche

Zubereitung zur Behandlung von Depressionen) ein.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie

zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Topiramat AL

Migräne einnehmen.

Einnahme von Topiramat AL Migräne zusammen mit

Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Sie können Topiramat AL Migräne zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon

einnehmen. Trinken Sie reichlich Flüssigkeit über den Tag, während Sie

Topiramat AL Migräne einnehmen, um Nierensteinen vorzubeugen. Vermeiden

Sie das Trinken von Alkohol, wenn Sie Topiramat AL Migräne einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Topiramat AL Migräne kann das Kind im Mutterleib schädigen. Sie dürfen

Topiramat AL Migräne nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind. Wenn

Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, dürfen Sie Topiramat AL Migräne

nicht zur Vorbeugung von Migräne einnehmen, es sei denn, Sie wenden

eine wirksame Verhütungsmethode an. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt,

welche Verhütungsmethode am besten geeignet ist und ob Topiramat AL

Migräne für Sie infrage kommt. Vor dem Beginn der Behandlung mit Topiramat

AL Migräne muss ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Stillzeit

Der Wirkstoff von Topiramat AL Migräne (Topiramat) geht in die Muttermilch

über. Zu den Auswirkungen, die bei gestillten Kindern von behandelten Müttern

beobachtet wurden, gehören Durchfall, Schläfrigkeit, Erregbarkeit und geringe

Gewichtszunahme. Aus diesem Grund wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, ob

Sie auf das Stillen oder auf die Behandlung mit Topiramat AL Migräne

verzichten sollen. Ihr Arzt wird hierbei die Bedeutung des Arzneimittels für die

Mutter sowie das Risiko für das Kind berücksichtigen. Stillende Mütter müssen

bei der Einnahme von Topiramat AL Migräne unverzüglich Ihren Arzt

informieren, wenn das Baby sich ungewöhnlich verhält.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Schwindel, Müdigkeit und Sehbehinderungen können während der Behandlung

mit Topiramat AL Migräne auftreten. Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines

Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, ohne

vorher Ihren Arzt zu fragen.

Topiramat AL Migräne enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Topiramat AL Migräne erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt

ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber

bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Topiramat AL Migräne einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie

sich nicht sicher sind.

Nehmen Sie Topiramat AL Migräne genau so ein, wie es Ihnen verordnet

wurde. Ihr Arzt wird gewöhnlich mit einer geringen Dosis von Topiramat AL

Migräne beginnen und steigert Ihre Dosis dann langsam, bis die beste

Dosierung für Sie gefunden wurde.

Topiramat AL Migräne Filmtabletten müssen im Ganzen geschluckt werden.

Vermeiden Sie es, die Tabletten zu zerkauen, da sie einen bitteren Geschmack

hinterlassen können.

Topiramat AL Migräne kann vor, während oder nach einer Mahlzeit

eingenommen werden. Trinken Sie über den Tag verteilt viel Flüssigkeit, um

die Bildung von Nierensteinen zu verhindern, während Sie Topiramat AL

Migräne einnehmen.

Nehmen Sie die Tabletten stets unzerteilt und unzerkaut mit einer

ausreichenden Menge Wasser ein.

Die Tablette darf nicht geteilt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Topiramat AL Migräne

eingenommen haben, als Sie sollten

Suchen Sie sofort einen Arzt auf. Nehmen Sie die Arzneimittelpackung mit.

Sie fühlen sich möglicherweise schläfrig, müde oder weniger aufmerksam;

beobachten mangelnde Koordination, haben Schwierigkeiten zu sprechen oder

sich zu konzentrieren; sehen doppelt oder verschwommen; fühlen sich

schwindelig aufgrund von zu niedrigem Blutdruck; fühlen sich niedergeschlagen

oder aufgeregt oder haben Bauchschmerzen oder Anfälle (Krampfanfälle).

Es kann zu einer Überdosierung kommen, wenn Sie andere Arzneimittel

zusammen mit Topiramat AL Migräne anwenden.

Wenn Sie die Einnahme von Topiramat AL Migräne vergessen haben

Falls Sie vergessen haben, eine Dosis einzunehmen, nehmen Sie diese ein,

sobald Sie dies bemerken. Wenn jedoch fast die Zeit für Ihre nächste Dosis

gekommen ist, überspringen Sie die verpasste Dosis und fahren Sie wie

gewohnt fort. Falls Sie zwei oder mehrere Einnahmen verpassen, sprechen Sie

mit Ihrem Arzt.

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein (zwei Dosen gleichzeitig), um eine

vergessene Dosis auszugleichen.

Wenn Sie die Einnahme von Topiramat AL Migräne abbrechen

Brechen Sie die Einnahme dieses Arzneimittels nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt

hat Sie dazu aufgefordert. Ihre Beschwerden können zurückkehren. Wenn Ihr

Arzt entscheidet, dieses Arzneimittel abzusetzen, wird Ihre Dosis schrittweise

über einige Tage herabgesetzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder begeben Sie sich unverzüglich in ärztliche

Behandlung, wenn bei Ihnen folgende Nebenwirkungen auftreten:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Gewichtsverlust,

Kribbeln in den Armen und Beinen,

Benommenheit oder Schläfrigkeit,

Schwindel,

Durchfall,

Übelkeit,

verstopfte, laufende Nase und Halsschmerzen,

Müdigkeit,

Depression.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Veränderungen in der Stimmung oder dem Verhalten, einschließlich Wut,

Nervosität, Traurigkeit,

Gewichtszunahme,

Verminderung oder Verlust des Appetits,

verringerte Anzahl an roten Blutkörperchen,

Veränderungen im Denken und in der Aufmerksamkeit, einschließlich

Verwirrtheit, Problemen mit der Konzentration/Gedächtnis oder Langsamkeit

im Denken,

undeutliche Sprache,

Ungeschicklichkeit oder Probleme beim Gehen,

unwillkürliche Zuckungen in den Armen, Händen oder Beinen,

reduzierte Sensibilität von Berührungen oder Empfindungen,

unwillkürliche Bewegung der Augen,

verzerrtes Geschmacksempfinden,

Sehstörung, Verschwommensehen, Doppeltsehen,

klingelndes Geräusch in den Ohren,

Ohrenschmerz,

Kurzatmigkeit,

Nasenbluten,

Erbrechen,

Verstopfung,

Magenschmerzen,

Verdauungsstörung,

Mundtrockenheit,

Kribbeln oder Taubheit im Mund,

Nierensteine,

häufiges Wasserlassen,

schmerzvolles Wasserlassen,

Haarausfall,

Hautausschlag und/oder Hautjucken,

Gelenkschmerz,

Muskelkrampf oder -schmerzen, Muskelzittern oder Muskelschwäche/-

ermüdung,

Brustschmerz,

Fieber,

Kraftverlust,

generelles Gefühl des Unwohlseins,

allergische Reaktion.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Kristalle im Urin,

Anstieg der Leberenzyme,

anomale Anzahl an Blutzellen, einschließlich verringerte Anzahl an weißen

Blutkörperchen oder Blutplättchen oder erhöhte Anzahl an Eosinophilen,

unregelmäßiger Herzschlag oder Verlangsamung des Herzschlages,

geschwollene Drüsen in Nacken, Achseln oder Leistengegend,

Zunahme der Krampfanfälle,

Probleme mit der verbalen Kommunikation,

Sabbern,

Unruhe oder erhöhte geistige und körperliche Aktivität,

Bewusstseinsverlust,

Ohnmacht,

langsame oder verringerte Bewegungen,

beeinträchtigte oder schlechte Schlafqualität,

beeinträchtigter oder verzerrter Geruchssinn,

Probleme mit der Handschrift,

Gefühl von Bewegung unter der Haut,

Augenprobleme, einschließlich trockene Augen, Lichtempfindlichkeit,

unwillkürliche Bewegungen, Tränen und verminderte Sehkraft,

Verringerung oder Verlust des Hörens,

Heiserkeit der Stimme,

Entzündung des Pankreas (Bauchspeicheldrüse),

Blähungen,

Sodbrennen,

Verlust des Gefühlsempfindens im Mund,

Zahnfleischbluten,

Völlegefühl oder Bildung von Gasansammlungen,

schmerzhaftes oder brennendes Gefühl im Mund,

Mundgeruch,

Urin- und/oder Stuhlverlust,

dringendes Bedürfnis zu urinieren,

Blut im Urin,

Schmerz in der Nierengegend und/oder der Harnblase verursacht durch

Nierensteine,

verringertes oder gar kein Schwitzen,

Hautverfärbung,

lokales Anschwellen der Haut,

Anschwellen des Gesichts,

Anschwellen der Gelenke,

muskuloskelettale Steifheit,

erhöhte Säurewerte im Blut,

geringe Kaliumspiegel im Blut,

erhöhter Appetit,

erhöhter Durst oder das Trinken von anomal großen Mengen an Flüssigkeit,

niedriger Blutdruck oder Abfall des Blutdruckes, der auftritt, wenn Sie

aufstehen,

Hitzewallungen,

grippeähnliches Gefühl,

kalte Extremitäten (z.B. Hände und Füße),

Lernprobleme,

Störungen der sexuellen Funktion (z.B. erektile Dysfunktion, Libidoverlust),

Halluzinationen,

verminderte verbale Kommunikation.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

extrem erhöhte Empfindlichkeit der Haut,

beeinträchtigter Geruchssinn,

Glaukom, dies ist eine Blockade der Flüssigkeit im Auge, die einen erhöhten

Druck im Auge, Schmerzen und eine verminderte Sehfähigkeit verursacht,

renal-tubuläre Azidose,

Leberentzündung, Leberversagen,

schwere Hautreaktionen, einschließlich des Stevens-Johnson-Syndroms,

einer lebensbedrohenden Hauterkrankung, bei der sich die obere Schicht

der Haut von der unteren löst, und dem Erythema multiforme, einer

Erkrankung, bei der rote Flecken auftreten, die Bläschen bilden können,

Körpergeruch,

Anschwellen des Gewebes um das Auge,

Raynaud-Syndrom, eine Erkrankung, die die Blutgefäße in den Fingern,

Zehen und Ohren betrifft und Schmerzen und Kältegefühl verursacht,

Kalkablagerung im Gewebe.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar):

Makulopathie ist eine Erkrankung der Makula, dem kleinen Flecken im

Auge, auf dem das Sehen am schärfsten ist. Sie sollen Ihren Arzt

benachrichtigen, wenn Sie eine Änderung oder eine Verminderung Ihrer

Sehkraft bemerken.

Anschwellen der Bindehaut im Auge,

Augenentzündung (Uveitis) mit Symptomen wie Augenrötung, Schmerzen,

Lichtempfindlichkeit, verstärktem Tränenfluss, Punktesehen und

Verschwommensehen.

Husten,

toxische epidermale Nekrolyse, eine viel schwerere Form des Stevens-

Johnson-Syndroms (siehe Abschnitt 4.: seltene Nebenwirkungen).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist Topiramat AL Migräne aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der

Blisterpackung nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr

verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über +30°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die

Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen

damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter

www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Topiramat AL Migräne 50 mg Filmtabletten enthält

Der Wirkstoff ist: Topiramat.

1 Filmtablette enthält 50 mg Topiramat.

Die sonstigen Bestandteile sind

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon (Typ A), Lactose-

Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Hochdisperses

Siliciumdioxid, vorverkleisterte Stärke (Mais).

Filmüberzug: Opadry

gelb bestehend aus: Hypromellose, Macrogol 8000,

Talkum, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172), Titandioxid (E171).

Wie Topiramat AL Migräne 50 mg Filmtabletten aussieht und Inhalt

der Packung

Hellgelbe, runde, bikonvexe Filmtablette.

Topiramat AL Migräne ist in den folgenden Stärken erhältlich: 25 mg und 50 mg

Filmtabletten.

Topiramat AL Migräne 50 mg Filmtabletten ist in Packungen mit 50, 100 und

200 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

info@aliud.de

Hersteller

STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2–18, 61118 Bad Vilbel

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2019.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Topiramat AL Migräne 25 mg Filmtabletten

Topiramat AL Migräne 50 mg Filmtabletten

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Topiramat AL Migräne 25 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 25 mg Topiramat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 17,5 mg

Lactose-Monohydrat.

Topiramat AL Migräne 50 mg Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 50 mg Topiramat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 35,0 mg

Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Filmtablette

Topiramat AL Migräne 25 mg Filmtabletten

Weiße, runde, bikonvexe Filmtablette mit einer kreuzförmigen Bruchkerbe.

Die Tablette kann in gleiche Dosen (Viertel) geteilt werden.

Topiramat AL Migräne 50 mg Filmtabletten

Hellgelbe, runde, bikonvexe Filmtablette.

Die Tablette darf nicht geteilt werden.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen bei Erwachsenen, wenn andere

Migräne-Therapien nicht vertragen wurden oder nicht erfolgreich waren.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Allgemein

Es wird empfohlen, die Therapie mit einer geringen Dosis zu beginnen, gefolgt

von einer Titration bis zur wirksamen Dosis. Dosis und

Titrationsgeschwindigkeit sollten sich nach dem klinischen Ansprechen richten.

Topiramat AL Migräne ist in Form von Filmtabletten verfügbar. Es wird

empfohlen, dass die Filmtabletten nicht geteilt werden.

Es ist nicht notwendig die Topiramat-Plasmakonzentrationen zu überwachen,

um die Therapie mit Topiramat AL Migräne zu optimieren.

Topiramat AL Migräne kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen

werden.

Topiramat sollte schrittweise abgesetzt werden. In klinischen Studien wurden

die Tagesdosen bei Erwachsenen, die Topiramat in Dosen bis zu 100 mg/Tag

zur Migräne-Prophylaxe erhielten, in wöchentlichen Intervallen um 25 - 50 mg

reduziert.

Erwachsene

Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat zur Prophylaxe von Migräne-

Kopfschmerzen beträgt 100 mg pro Tag, verteilt auf 2 Dosen.Die Titration sollte

mit 25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte in Schritten von

25 mg/Tag, verabreicht in 1-wöchentlichen Intervallen, erhöht werden. Wenn

der Patient das Titrationsschema nicht tolerieren kann, können längere

Intervalle zwischen den Dosisanpassungen angewendet werden. Einige

Patienten können von einer Gesamttagesdosis von 50 mg pro Tag profitieren.

Patienten haben eine Gesamttagesdosis bis zu 200 mg/Tag erhalten. Diese

Dosis kann für manche Patienten von Vorteil sein, dennoch wird wegen einer

erhöhten Inzidenz an Nebenwirkungen zur Vorsicht geraten.

Kinder und Jugendliche

Aufgrund unzureichender Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit wird

Topiramat AL Migräne (Topiramat) nicht für die Behandlung oder Prävention

von Migräne bei Kindern empfohlen.

Allgemeine Dosierungsempfehlungen für Topiramat AL Migräne bei

speziellen Patientengruppen

Patienten mit Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (CL

≤70 ml/min) sollte Topiramat

mit Vorsicht verabreicht werden, da die Plasmaclearance und die renale

Clearance von Topiramat reduziert sind. Personen mit bekannter

Nierenfunktionsstörung können bei jeder Dosis eine längere Zeit zum Erreichen

des Steady State benötigen. Eine Halbierung der üblichen Anfangs- und

Erhaltungsdosis wird empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).

Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz sollte an Hämodialyse-Tagen

eine Supplementärdosis von Topiramat AL Migräne, die ungefähr der Hälfte der

Tagesdosis entspricht, verabreicht werden, da Topiramat durch Hämodialyse

aus dem Plasma entfernt wird. Die Supplementärdosis sollte in Teildosen zu

Beginn und nach Beendigung der Hämodialyse verabreicht werden. Die

Supplementärdosis kann, basierend auf den Eigenschaften des verwendeten

Dialyse-Equipments, variieren (siehe Abschnitt 5.2).

Patienten mit Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung sollte Topiramat

mit Vorsicht verabreicht werden, da die Clearance von Topiramat reduziert ist.

Ältere Patienten

Es ist keine Dosisanpassung bei älteren Patienten erforderlich, vorausgesetzt,

dass die Nierenfunktion intakt ist.

Art der Anwendung

Topiramat AL Migräne 25 mg Filmtabletten sollen mit ausreichend Wasser

unzerkaut eingenommen werden. Die Filmtablette sollte nur dann geteilt

werden, wenn eine Dosis von 6,25 oder 12,5 mg eingenommen werden muss.

Topiramat AL Migräne 50 mg Filmtabletten sollen nicht zerbrochen und mit

ausreichend Wasser unzerkaut eingenommen werden.

Topiramat kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile,

Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen in der Schwangerschaft oder bei

Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Verhütungsmethode

anwenden.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

In Situationen, in denen ein schnelles Absetzen von Topiramat medizinisch

erforderlich ist, wird eine geeignete Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt

4.2 für weitere Einzelheiten).

Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist

sehr wichtig. Die Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis

reduzieren (siehe unten). Eine angemessene Flüssigkeitszufuhr vor und

während Aktivitäten wie z.B. körperlichen Aktivitäten oder Wärmeexposition

kann das Risiko von hitzebezogenen Nebenwirkungen reduzieren (siehe

Abschnitt 4.8).

Oligohidrose

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Topiramat wurde über Oligohidrose

(vermindertes Schwitzen) berichtet.

Stimmungsschwankungen/Depression

Eine erhöhte Inzidenz von Stimmungsschwankungen und Depression wurde

während der Topiramat-Behandlung beobachtet.

Suizidgedanken und suizidales Verhalten

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit

Antiepileptika, wie z.B. Topiramat, in verschiedenen Indikationen behandelt

wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, Placebo-kontrollierter

Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das

Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für

die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren

Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von

Topiramat nicht aus.

In doppelblinden klinischen Studien traten suizidbezogene Ereignisse

(Suizidgedanken, Suizidversuche und Suizide) bei mit Topiramat behandelten

Patienten mit einer Häufigkeit von 0,5% (46 von 8.652 behandelten Patienten)

und einer nahezu 3-mal höheren Inzidenz als bei den mit Placebo behandelten

Patienten (0,2%; 8 von 4.045 behandelten Patienten) auf.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und

suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in

Erwägung gezogen werden. Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten

werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken

oder suizidales Verhalten auftreten.

Nephrolithiasis

Einige Patienten, besonders diejenigen mit einer Prädisposition zur

Nephrolithiasis, können ein erhöhtes Risiko für Nierensteine und damit

assoziierte Zeichen und Symptome, wie z.B. Nierenkolik, Nierenschmerzen

oder Flankenschmerzen, aufweisen.

Risikofaktoren für eine Nephrolithiasis schließen vorherige Nierensteine sowie

Nephrolithiasis und Hyperkalziurie in der Familienanamnese ein. Keiner dieser

Risikofaktoren kann verlässlich Nierensteine während der Topiramat-

Behandlung prognostizieren. Des Weiteren können Patienten, die andere mit

Nephrolithiasis assoziierte Arzneimittel einnehmen, ein erhöhtes Risiko

aufweisen.

Patienten mit Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (CL

≤70 ml/min) sollte

Topiramat mit Vorsicht verabreicht werden, da die Plasmaclearance und die

renale Clearance von Topiramat herabgesetzt ist. Für spezielle

Dosierungsempfehlungen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

siehe unter Abschnitt 4.2: Patienten mit Nierenfunktionsstörung.

Patienten mit Leberfunktionsstörung

Bei hepatisch eingeschränkten Patienten sollte Topiramat mit Vorsicht

verabreicht werden, da die Clearance von Topiramat reduziert sein kann.

Akute Myopie und sekundäres Engwinkelglaukom

Über ein Syndrom bestehend aus akuter Myopie assoziiert mit sekundärem

Engwinkelglaukom wurde bei Patienten, die Topiramat erhielten, berichtet. Die

Symptome beinhalten das akute Auftreten einer verminderten Sehschärfe

und/oder Augenschmerzen. Ophthalmologische Befunde können Myopie, eine

Einengung der vorderen Augenkammer, okuläre Hyperämie (Rötung) und einen

erhöhten intraokulären Druck einschließen. Mydriasis kann oder kann nicht

vorliegen. Dieses Syndrom kann mit einem supraziliären Erguss assoziiert sein,

der in einer Vorverlagerung der Linse und der Iris mit einem sekundären

Engwinkelglaukom resultiert. Die Symptome treten üblicherweise im ersten

Monat nach Beginn der Topiramat-Therapie auf.

Im Gegensatz zum primären Engwinkelglaukom, das selten in einem Alter unter

40 Jahren auftritt, wurde das sekundäre, mit Topiramat assoziierte

Engwinkelglaukom sowohl bei pädiatrischen Patienten als auch bei

Erwachsenen berichtet.

Die Behandlung umfasst das nach Ermessen des behandelnden Arztes

schnellstmögliche Absetzen von Topiramat und geeignete Maßnahmen, um den

intraokulären Druck zu reduzieren. Im Allgemeinen resultieren diese

Maßnahmen in einem Abfall des intraokulären Druckes.

Erhöhter intraokulärer Druck jeglicher Ätiologie kann, falls unbehandelt

geblieben, zu schweren Folgekrankheiten einschließlich einem dauerhaften

Sehverlust führen.

Es ist eine Entscheidung zu treffen, ob Patienten mit Augenerkrankungen in der

Anamnese mit Topiramat behandelt werden sollen.

Metabolische Azidose

Die hyperchlorämische, metabolische Azidose ohne Anionenlücke (d.h. das

Absinken des Serum-Bicarbonats unter den normalen Referenzbereich in

Abwesenheit einer respiratorischen Alkalose) wird mit einer Topiramat-

Behandlung in Verbindung gebracht. Dieses Absinken des Serum-Bicarbonats

beruht auf der inhibitorischen Wirkung von Topiramat auf die renale

Carboanhydrase. Im Allgemeinen tritt dieser Abfall des Bicarbonats zu Beginn

der Behandlung auf, obwohl er zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten

kann. Dieser Abfall ist in der Regel gering bis mäßig (durchschnittliches

Absinken von 4 mmol/l bei Dosen von 100 mg/Tag oder darüber bei

Erwachsenen). Selten erlebten Patienten Abfälle auf Werte unter 10 mmol/l.

Umstände oder Therapien, die eine Azidose prädisponieren (wie z.B.

Nierenerkrankungen, schwere respiratorische Erkrankungen, Status epilepticus,

Diarrhö, chirurgische Eingriffe, ketogene Diät oder bestimmte Arzneimittel),

können additiv zu dem Bicarbonat-senkenden Effekt von Topiramat wirken.

Chronische metabolische Azidose erhöht das Risiko von Nierensteinbildung

und kann möglicherweise zu Osteopenie führen.

Die Auswirkungen von Topiramat auf knochenbezogene Folgeerkrankungen

wurden nicht systematisch untersucht.

Abhängig von den zugrunde liegenden Umständen wird unter der Topiramat-

Behandlung eine geeignete Bewertung einschließlich des Serum-Bicarbonat-

Spiegels empfohlen. Wenn sich Anzeichen oder Symptome (z.B. Kussmaul-

Atmung, Dyspnoe, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, übermäßige Müdigkeit,

Tachykardie oder Arrhythmie) zeigen, die auf eine metabolische Azidose

hinweisen, wird eine Bestimmung des Serum-Bicarbonates empfohlen. Wenn

sich eine metabolische Azidose entwickelt und persistiert, sollte in Erwägung

gezogen werden, die Dosis zu reduzieren oder Topiramat abzusetzen (durch

schrittweise Dosisreduktion).

Bei Patienten mit Voraussetzungen oder Behandlungen, die ein Risiko für das

Auftreten einer metabolischen Azidose darstellen, sollte Topiramat mit Vorsicht

angewandt werden.

Beeinträchtigung der kognitiven Funktion

Es gab Berichte in der Literatur über die Beeinträchtigung der kognitiven

Funktion bei Erwachsenen unter einer Topiramat-Behandlung, die eine

Reduktion der Dosierung oder eine Beendigung der Behandlung erforderte.

Ernährungsergänzung

Manche Patienten können während der Behandlung mit Topiramat einen

Gewichtsverlust erleiden. Es wird empfohlen, dass Patienten unter der

Behandlung mit Topiramat auf Gewichtsverlust kontrolliert werden sollten. Eine

diätetische Ergänzung oder gesteigerte Nahrungsaufnahme können erwogen

werden, wenn der Patient unter Topiramat Gewicht verliert.

Frauen im gebärfähigen Alter

Wird Topiramat bei schwangeren Frauen angewendet, kann dies

möglicherweise zu einer Schädigung des Fetus und einer fetalen

Wachstumsrestriktion (zu klein für das Gestationsalter und geringes

Geburtsgewicht) führen. Das Nordamerikanische (North American Antiepileptic

Drug) Schwangerschaftsregister zeigte für die Monotherapie mit Topiramat eine

ungefähr 3-fach höhere Prävalenz für schwerwiegende kongenitale

Fehlbildungen (4,3%) im Vergleich zu einer Referenzgruppe, die keine

Antiepileptika eingenommen hat (1,4%). Die Daten aus anderen Studien weisen

zusätzlich darauf hin, dass, verglichen mit der Monotherapie, die Anwendung

von Antiepileptika in einer Kombinationstherapie mit einem erhöhten Risiko für

teratogene Effekte verbunden ist.

Vor dem Beginn der Behandlung mit Topiramat ist bei Frauen im gebärfähigen

Alter ein Schwangerschaftstest durchzuführen. Darüber hinaus ist die Patientin

in Hinblick auf eine hochwirksame Verhütungsmethode zu beraten (siehe

Abschnitt 4.5). Die Patientin muss in vollem Umfang über die Risiken in

Zusammenhang mit der Anwendung von Topiramat während der

Schwangerschaft aufgeklärt werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Sonstige Bestandteile

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-

Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Topiramat AL Migräne

nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Auswirkungen von Topiramat auf Antiepileptika

Der Zusatz von Topiramat zu Antiepileptika (Phenytoin, Carbamazepin,

Valproinsäure, Phenobarbital, Primidon) hat keine Auswirkung auf deren

Steady-State-Plasmakonzentrationen, außer bei vereinzelten Patienten, bei

denen der Zusatz von Topiramat zu Phenytoin in einem Anstieg der

Plasmakonzentration von Phenytoin resultieren kann. Dies ist möglicherweise

auf die Inhibition eines spezifischen polymorphen Isoenzyms zurückzuführen

(CYP2C19). Als Konsequenz sollen die Phenytoin-Spiegel bei jedem Patienten

unter Phenytoin, der klinische Zeichen oder Symptome von Toxizität aufweist,

überwacht werden.

Topiramat hemmt das Enzym CYP2C19 und kann mit anderen Substanzen

interferieren, die durch dieses Enzym metabolisiert werden (z.B. Diazepam,

Imipramin, Moclobemid, Proguanil, Omeprazol).

Auswirkungen von Antiepileptika auf Topiramat

Phenytoin und Carbamazepin reduzieren die Plasmakonzentration von

Topiramat. Die Zugabe oder das Absetzen von Phenytoin oder Carbamazepin

zur Topiramat-Therapie kann eine Anpassung der Dosierung der Letzteren

erfordern. Dies sollte durch Titration bis zur klinischen Wirksamkeit erfolgen.

Die Zugabe oder das Absetzen von Valproinsäure bewirkt keine signifikanten

klinischen Änderungen in den Plasmakonzentrationen von Topiramat und

rechtfertigt daher keine Anpassung der Dosierung von Topiramat. Die

Ergebnisse dieser Wechselwirkungen sind nachfolgend zusammengefasst:

Antiepileptikum

Antiepileptikum-

Konzentration

Topiramat-Konzentration

Phenytoin

↔**

Carbamazepin

Valproinsäure

Lamotrigin

Phenobarbital

n.u.

Primidon

n.u.

↔ = Keine Auswirkung auf die Plasmakonzentration (≤15% Änderung)

** = Plasmakonzentrationen erhöht bei einzelnen Patienten

↓ = Abnahme der Plasmakonzentrationen

n.u. = Nicht untersucht.

Andere Arzneimittelwechselwirkungen

Digoxin

In einer Einzeldosisstudie sank die Fläche unter der

Plasmakonzentrationskurve (AUC) des Serumdigoxins um 12% aufgrund der

begleitenden Verabreichung von Topiramat. Die klinische Relevanz dieser

Beobachtung konnte nicht festgestellt werden. Wenn Topiramat Migräne AL bei

Patienten unter einer Digoxin-Therapie hinzugegeben oder abgesetzt wird,

sollte die routinemäßige Überwachung des Serum-Digoxins sorgfältig

durchgeführt werden.

ZNS-Depressiva

Die gleichzeitige Verabreichung von Topiramat und Alkohol oder anderen ZNS-

dämpfenden Arzneimitteln wurde nicht in klinischen Studien bewertet. Es wird

empfohlen, dass Topiramat AL Migräne nicht gleichzeitig mit Alkohol oder

anderen ZNS-dämpfenden Arzneimitteln angewendet wird.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Bei der gleichzeitige Einnahme von Topiramat und Johanniskraut besteht die

Gefahr von reduzierten Plasmaspiegeln und folglich einer verringerten

Wirksamkeit. Diese mögliche Wechselwirkung wurde bisher in keiner klinischen

Studie untersucht.

Orale Kontrazeptiva

In einer pharmakokinetischen Wechselwirkungsstudie an Probanden bei

gleichzeitiger Gabe eines oralen kontrazeptiven Kombinationspräparates, das 1

mg Norethisteron (NET) und 35 μg Ethinylestradiol (EE) enthielt, und keiner

Verabreichung anderer Arzneimittel wurde Topiramat, in einer Dosierung von

50 bis 200 mg/Tag, nicht in Zusammenhang mit einer statistisch signifikanten

Änderung der mittleren Exposition (AUC) für beide Inhaltsstoffe des oralen

Kontrazeptivums gebracht. In einer anderen Studie war die Exposition von EE

bei Dosen von 200, 400 und 800 mg/Tag statistisch signifikant vermindert (18%,

21% bzw. 30%), wenn Topiramat als Zusatztherapie bei Epilepsiepatienten, die

Valproinsäure einnahmen, gegeben wurde. In beiden Studien beeinflusste

Topiramat (50 - 800 mg/Tag) die Exposition von NET nicht signifikant. Obwohl

eine dosisabhängige Verminderung der EE-Exposition bei Dosen zwischen 200

- 800 mg/Tag (bei Epilepsiepatienten) auftrat, gab es keine dosisabhängige

signifikante Änderung in der EE-Exposition bei Dosen von 50 - 200 mg/Tag (bei

Probanden). Die klinische Signifikanz dieser beobachteten Änderungen ist nicht

bekannt. Die Möglichkeit einer verminderten kontrazeptiven Wirksamkeit und

vermehrter Durchbruchblutungen sollte bei Patienten, die orale kontrazeptive

Kombinationsprodukte mit Topiramat AL Migräne einnehmen, berücksichtigt

werden. Patienten, die estrogenhaltige Kontrazeptiva einnehmen, sollten

aufgefordert werden, jede Änderung ihrer Menstruationsblutung zu berichten.

Die kontrazeptive Wirksamkeit kann auch bei Abwesenheit von

Durchbruchblutungen vermindert sein.

Lithium

Bei Probanden wurde eine Reduktion der systemischen Lithium-Exposition

(18% der AUC) während der gleichzeitigen Verabreichung von Topiramat 200

mg/Tag beobachtet. Bei Patienten mit bipolaren Störungen wurde die

Pharmakokinetik von Lithium während der Behandlung mit Topiramat bei Dosen

von 200 mg/Tag nicht beeinflusst; jedoch wurde ein Anstieg in der

systemischen Exposition (26% der AUC) nach Topiramat-Dosen bis zu 600

mg/Tag beobachtet. Die Lithium-Spiegel sollten bei gleichzeitiger Gabe mit

Topiramat überwacht werden.

Risperidon

Arzneimittelwechselwirkungsstudien, die unter Einzeldosisbedingungen bei

Probanden und unter Mehrfachdosisbedingungen bei Patienten mit bipolaren

Störungen durchgeführt wurden, führten zu ähnlichen Ergebnissen. Bei

gleichzeitiger Verabreichung mit Topiramat bei ansteigenden Dosen von 100,

250 und 400 mg/Tag ergab sich eine Reduktion der systemischen Exposition

(16% und 33% der Steady-State-AUC bei Dosen von jeweils 250 und 400

mg/Tag) von Risperidon (verabreicht bei Dosen im Bereich von 1 bis 6 mg/Tag).

Die Unterschiede in der AUC der aktiven Gesamtfraktion zwischen der

Behandlung mit Risperidon allein und der Kombinationsbehandlung mit

Topiramat waren jedoch statistisch nicht signifikant. Minimale Änderungen

wurden in der Pharmakokinetik der gesamten aktiven Fraktion (Risperidon plus

9-Hydroxyrisperidon) und keine Änderungen für 9-Hydroxyrisperidon

beobachtet. Es gab keine signifikanten Änderungen in der systemischen

Exposition der gesamten aktiven Fraktion von Risperidon oder von Topiramat.

Wenn zu einer bestehenden Behandlung mit Risperidon (1 - 6 mg/Tag)

zusätzlich Topiramat gegeben wurde, wurde häufiger über unerwünschte

Ereignisse berichtet als vor der Topiramat-Einleitung (250 - 400 mg/Tag)

(entsprechend 90% und 54%). Die am häufigsten berichteten unerwünschten

Ereignisse nach Topiramat-Einleitung, wenn es zusätzlich zu einer Risperidon-

Behandlung gegeben wurde, waren: Somnolenz (27% und 12%), Parästhesie

(22% und 0%) und Übelkeit (18% und 9%).

Hydrochlorothiazid (HCTZ)

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden durchgeführt

wurde, bewertete die Steady-State-Pharmakokinetik von HCTZ (25 mg alle 24

h) und Topiramat (96 mg alle 12 h), wenn diese alleine oder gemeinsam

verabreicht wurden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass die Topiramat-

um 27% und die AUC um 29% anstieg, wenn HCTZ zu Topiramat

gegeben wurde. Die klinische Bedeutung dieser Änderung ist unbekannt. Die

Zugabe von HCTZ zur Topiramat-Therapie kann eine Anpassung der

Topiramat-Dosis erfordern. Die Pharmakokinetik von HCTZ im Steady State

wurde durch die gleichzeitige Verabreichung von Topiramat nicht signifikant

beeinflusst. Klinische Laborergebnisse zeigen einen Abfall des Serumkaliums

nach Topiramat- oder HCTZ-Verabreichung, der höher war, wenn HCTZ und

Topiramat in Kombination verabreicht wurden.

Metformin

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden durchgeführt

wurde, bewertete die Steady-State-Pharmakokinetik von Metformin und

Topiramat im Plasma, wenn Metformin allein gegeben wurde und wenn

Metformin und Topiramat gleichzeitig gegeben wurden. Die Ergebnisse dieser

Studie zeigten, dass die mittlere C

und die mittlere AUC

0-12h

von Metformin

um 18% bzw. 25% anstiegen, während die mittlere CL/F um 20% abfiel, wenn

Metformin mit Topiramat verabreicht wurde. Topiramat beeinflusste nicht die

von Metformin. Die klinische Bedeutung des Effektes von Topiramat auf die

Pharmakokinetik von Metformin ist unklar. Die orale Plasmaclearance von

Topiramat scheint reduziert zu sein, wenn es mit Metformin verabreicht wird.

Das Ausmaß der Änderung der Clearance ist nicht bekannt. Die klinische

Bedeutung des Effektes von Metformin auf die Pharmakokinetik von Topiramat

ist unklar.

Wenn Topiramat AL Migräne bei Patienten unter einer Metformin-Therapie

hinzugegeben oder abgesetzt wird, sollte besonderes Augenmerk auf die

Routineüberwachung für eine adäquate Kontrolle von deren diabetischer

Erkrankung gelegt werden.

Pioglitazon

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden durchgeführt

wurde, bewertete die Steady-State-Pharmakokinetik von Topiramat und

Pioglitazon, wenn diese alleine oder gemeinsam verabreicht wurden. Eine 15%

Verminderung der AUC

τ,ss

von Pioglitazon mit keiner Änderung der C

max,ss

wurde beobachtet. Dieses Ergebnis war statistisch nicht signifikant. Des

Weiteren wurde eine 13% und 16% Verminderung der C

max,ss

bzw. der AUC

τ,ss

sowohl des aktiven Hydroxy-Metaboliten als auch eine 60% Verminderung der

max,ss

und der AUC

τ,ss

des aktiven Keto-Metaboliten beobachtet. Die klinische

Bedeutung dieser Ergebnisse ist nicht bekannt. Wenn Topiramat AL Migräne

zur Pioglitazon-Therapie hinzugegeben oder Pioglitazon zur Topiramat-

Therapie hinzugegeben wird, sollte besonderes Augenmerk auf die

Routineüberwachung von Patienten zur adäquaten Kontrolle ihrer diabetischen

Erkrankung gelegt werden.

Glibenclamid

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Patienten mit Typ 2 Diabetes

durchgeführt wurde, bewertete die Steady-State-Pharmakokinetik von

Glibenclamid (5 mg/Tag) allein und gemeinsam mit Topiramat (150 mg/Tag). Es

ergab sich eine 25% Reduktion der Glibenclamid-AUC

während der

Topiramat-Verabreichung. Die systemische Exposition der aktiven Metaboliten,

4-trans-Hydroxy-Glibenclamid (M1) and 3-cis-Hydroxy-Glibenclamid (M2),

wurde um 13% bzw. 15% reduziert. Die Pharmakokinetik von Topiramat im

Steady State wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von Glibenclamid nicht

beeinflusst.

Wenn Topiramat zur Glibenclamid-Therapie oder Glibenclamid zur Topiramat-

Therapie hinzugegeben wird, sollte besonderes Augenmerk auf die

Routineüberwachung von Patienten zur adäquaten Kontrolle ihrer diabetischen

Erkrankung gelegt werden.

Weitere Arten von Wechselwirkungen

Arzneimittel, die für eine Nephrolithiasis prädisponieren

Topiramat AL Migräne kann das Risiko für eine Nephrolithiasis erhöhen, wenn

es begleitend mit anderen Substanzen angewendet wird, die für eine

Nephrolithiasis prädisponieren. Während der Einnahme von Topiramat AL

Migräne sollten solche Substanzen vermieden werden, da sie eine

physiologische Umgebung erzeugen können, die das Risiko der Bildung von

Nierensteinen erhöht.

Valproinsäure

Die gleichzeitige Anwendung von Topiramat und Valproinsäure wurde mit einer

Hyperammonämie mit oder ohne Enzephalopathie bei Patienten, die eines der

beiden Arzneimittel alleine toleriert haben, in Verbindung gebracht. In den

meisten Fällen klingen die Symptome und Anzeichen mit dem Absetzen eines

der beiden Arzneimittel ab. Diese Nebenwirkung beruht nicht auf einer

pharmakokinetischen Interaktion. Eine Assoziation der Hyperammonämie mit

einer Topiramat-Monotherapie oder gleichzeitiger Behandlung mit Antiepileptika

wurde nicht ermittelt.

Hypothermie, definiert als ein unwillkürliches Sinken der Körpertemperatur auf

<35°C, wurde im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Anwendung von

Topiramat und Valproinsäure, sowohl in Verbindung mit als auch ohne

Hyperammonämie, berichtet. Dieses unerwünschte Ereignis bei Patienten, die

gleichzeitig Topiramat und Valproinsäure einnehmen, kann nach Beginn der

Behandlung mit Topiramat oder nach Erhöhung der Tagesdosis von Topiramat

auftreten.

Weitere pharmakokinetische Arzneimittelwechselwirkungsstudien

Es wurden klinische Studien durchgeführt, um das Potenzial

pharmakokinetischer Wechselwirkungen zwischen Topiramat und anderen

Substanzen abzuschätzen. Die Änderungen der C

oder AUC als ein

Ergebnis dieser Wechselwirkungen sind nachfolgend zusammengefasst. Die

zweite Spalte (Konzentration der Begleitmedikation) beschreibt, was mit der

Konzentration der Begleitmedikation, die in der ersten Spalte aufgelistet ist,

passiert, wenn Topiramat hinzugegeben wird. Die dritte Spalte (Topiramat-

Konzentration) beschreibt, wie die gleichzeitige Verabreichung des Wirkstoffes,

der in der ersten Spalte aufgelistet ist, die Konzentration von Topiramat

verändert.

Zusammenfassung der Ergebnisse zusätzlicher klinischer pharmakokinetischer

Wechselwirkungsstudien

Begleitmedikation

Konzentration der

Begleitmedikation

Topiramat-Konzentration

Amitriptylin

20% Erhöhung der C

der AUC des Nortriptylin-

Metaboliten

n.u.

Dihydroergotamin (oral und

subkutan)

Haloperidol

31% Erhöhung der AUC des

reduzierten Metaboliten

n.u.

Propranolol

17% Erhöhung der C

4-OH-Propranolol (TPM 50

mg alle 12 h)

9% bzw. 16% Erhöhung der

, 9% bzw. 17%

Erhöhung der AUC (40 bzw.

80 mg Propranolol alle 12 h)

Sumatriptan (oral und

subkutan)

n.u.

Pizotifen

Diltiazem

25% Verminderung der AUC

von Diltiazem, 18%

Verminderung von DEA und

↔ von DEM*

20% Erhöhung der AUC

Venlafaxin

Flunarizin

16% Erhöhung der AUC

(TPM 50 mg alle 12h)

Die %-Werte sind die Änderungen in der mittleren C

oder AUC unter der Behandlung in

Bezug auf Monotherapie

= Kein Effekt auf die C

und AUC (≤15% Änderung) der Vorgängersubstanz

n.u. = Nicht untersucht

DEA = Desacetyldiltiazem, DEM = N-Demethyl-Diltiazem

Die Flunarizin-AUC stieg um 14% bei Personen, die Flunarizin allein einnahmen. Die

Erhöhung in der Exposition kann einer Akkumulation während des Erreichens des Steady

State zugeschrieben werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Topiramat war bei Mäusen, Ratten und Kaninchen teratogen (siehe Abschnitt

5.3). Bei Ratten passiert Topiramat die Plazentaschranke.

Beim Menschen passiert Topiramat die Plazenta; im Nabelschnurblut und im

Maternalblut wurden vergleichbare Konzentrationen beschrieben.

Klinische Daten aus Schwangerschaftsregistern weisen darauf hin, dass für

Säuglinge, die einer Monotherapie mit Topiramat ausgesetzt waren:

ein erhöhtes Risiko für kongenitale Fehlbildungen (vor allem für

Lippenspalte/Gaumenspalte, Hypospadien und Anomalien, die verschiedene

Körpersysteme einschließen) in Folge der Exposition während des ersten

Trimesters besteht. Das Nordamerikanische (North American Antiepileptic

Drug) Schwangerschaftsregister zeigte für die Monotherapie mit Topiramat

eine ungefähr 3-fach höhere Prävalenz für schwerwiegende kongenitale

Fehlbildungen (4,3%) im Vergleich zu einer Referenzgruppe, die keine

Antiepileptika eingenommen hat (1,4%). Des Weiteren weisen die Daten aus

anderen Studien darauf hin, dass, verglichen mit der Monotherapie, die

Anwendung von Antiepileptika in einer Kombinationstherapie mit einem

erhöhten Risiko für teratogene Effekte verbunden ist. Berichten zufolge ist

das Risiko dosisabhängig; die Effekte wurden bei allen Dosen beobachtet.

Bei mit Topiramat behandelten Frauen, die ein Kind mit einer kongenitalen

Fehlbildung zur Welt gebracht haben, scheint das Risiko für Fehlbildungen

in späteren Schwangerschaften bei Topiramat-Exposition erhöht zu sein.

eine höhere Prävalenz für ein geringes Geburtsgewicht (<2500 Gramm)

verglichen mit der Referenzgruppe besteht.

eine erhöhte Prävalenz für ihr Gestationsalter zu kleine oder zu leichte

Neugeborene (SGA, Small for Gestational Age; definiert als Geburtsgewicht

unter dem 10. Perzentil nach Berichtigung gemäß des Gestationsalters und

stratifiziert nach Geschlecht) besteht. Die Langzeitauswirkungen der SGA-

Befunde konnten nicht bestimmt werden.

Topiramat AL Migräne ist während der Schwangerschaft und bei Frauen im

gebärfähigen Alter, die keine wirksame Verhütungsmethode anwenden,

kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Stillzeit

Tierexperimentelle Studien haben eine Exkretion von Topiramat in die Milch

gezeigt. Die Exkretion von Topiramat in die humane Milch wurde in

kontrollierten Studien nicht untersucht. Begrenzte Beobachtungen bei

Patientinnen weisen auf eine erhebliche Exkretion von Topiramat in die

Muttermilch hin. Zu den Auswirkungen, die bei gestillten Neugeborenen/Kindern

von behandelten Frauen beobachtet wurden, gehören Diarrhö, Schläfrigkeit,

Erregbarkeit und unzureichende Gewichtszunahme. Aus diesem Grund muss

unter Berücksichtigung der Bedeutung des Arzneimittels für die Mutter eine

Entscheidung getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf

die Behandlung mit Topiramat verzichtet werden soll/die Behandlung mit

Topiramat zu unterbrechen ist (siehe Abschnitt 4.4).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Topiramat AL Migräne hat einen geringfügigen oder mäßigen Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Topiramat

wirkt auf das zentrale Nervensystem und kann zu Benommenheit, Schwindel

und anderen verwandten Symptomen führen. Es kann auch Sehstörungen

und/oder Verschwommensehen verursachen. Diese Nebenwirkungen können

bei Patienten, die ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, potenziell

gefährlich sein, besonders bis zu dem Zeitpunkt, an dem der einzelne Patient

Erfahrung mit dem Arzneimittel gesammelt hat.

4.8 Nebenwirkungen

Die Sicherheit von Topiramat wurde aus einer Datenbank mit klinischen Studien

evaluiert, die sich aus 4.111 Patienten (3.182 unter Topiramat und 929 unter

Placebo), die an 20 doppelblinden Studien bzw. 2.847 Patienten, die an 34

offenen Studien teilgenommen haben, zusammensetzt, für Topiramat als

Zusatztherapie bei primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, bei

fokalen, epileptischen Anfällen, bei epileptischen Anfällen beim Lennox-

Gastaut-Syndrom, bei der Monotherapie der neu oder vor kurzem

diagnostizierten Epilepsie oder bei der Migräne-Prophylaxe. Die Mehrheit der

unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) waren in der Schwere leicht bis

mäßig. UAW, die in klinischen Studien und während der Erfahrung nach

Markteinführung (gekennzeichnet durch “*”) identifiziert wurden, sind nach ihrer

Inzidenz in den klinischen Studien in Tabelle 1 aufgelistet.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten

zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich

(≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht

bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Die häufigsten UAW (jene mit einer Inzidenz von >5% und höher als die unter

Placebo beobachtete bei mindestens 1 Indikation in kontrollierten doppelblinden

Studien mit Topiramat) umfassen: Anorexie, verminderter Appetit,

Bradyphrenie, Depression, Beeinträchtigung des sprachlichen

Ausdrucksvermögens, Insomnie, anomale Koordination,

Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Dysarthrie, Dysgeusie, Hypästhesie,

Lethargie, Gedächtnisstörung, Nystagmus, Parästhesie, Somnolenz, Tremor,

Diplopie, Verschwommensehen, Diarrhö, Übelkeit, Fatigue, Reizbarkeit und

Gewichtsabnahme.

Tabelle 1: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Topiramat

Systemorgan

klasse

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Infektionen

und parasitäre

Erkrankungen

Nasophar

yngitis*

Erkrankungen

des Blutes

und des

Lymphsystem

Anämie

Leukopenie,

Thrombozytopen

Lymphadenopat

hie, Eosinophilie

Neutropenie*

Erkrankungen

Immunsystem

Hypersensitivit

allergische

s Ödem*,

konjunktival

es Ödem*

Stoffwechsel-

Ernährungsstö

rungen

Anorexie,

verminderter

Appetit

metabolische

Azidose,

Hypokaliämie,

erhöhter Appetit,

Polydipsie

hyperchlorämi

sche Azidose

Psychiatrische

Depressio

Bradyphrenie,

Suizidgedanken,

Manie,

Systemorgan

klasse

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Erkrankungen

Insomnie,

Beeinträchtigu

ng des

sprachlichen

Ausdrucksver

mögens,

Angst,

Verwirrtheit,

Desorientierun

g, Aggression,

veränderte

Stimmung,

Agitiertheit,

Stimmungssch

wankungen,

depressive

Stimmung,

Wut,

anomales

Verhalten

Suizidversuch,

Halluzination,

psychotische

Störung,

akustische

Halluzination,

visuelle

Halluzination,

Apathie, Verlust

Spontansprache

, Schlafstörung,

Affektlabilität,

verminderte

Libido,

Ruhelosigkeit,

Weinen,

Dysphemie,

euphorische

Stimmung,

Paranoia,

Perseveration,

Panikattacken,

Traurigkeit,

Leseschwäche,

Einschlafstörung

Affektverflachun

g, anomales

Denken, Verlust

der Libido,

Teilnahmslosigk

eit,

Durchschlafstöru

Ablenkbarkeit,

frühes

morgendliches

Erwachen,

Panikreaktion,

gehobene

Stimmung

Panikstörung,

Gefühl von

Hoffnungslosi

gkeit*,

Hypomanie

Erkrankungen

Nervensystem

Parästhes

Somnolen

Schwindel

Aufmerksamk

eitsstörung,

Gedächtnisstö

rung,

Amnesie,

kognitive

Störung,

Beeinträchtigu

ng der

geistigen

Leistungsfähig

keit,

eingeschränkt

Bewusstseinsein

schränkung,

Grand mal

Anfall,

Gesichtsfeldausf

all, komplex

fokale Anfälle,

Sprachstörung,

psychomotorisch

e Hyperaktivität,

Synkope,

sensorische

Störung,

Apraxie,

Störung des

zirkadianen

Schlafrhythmu

Hyperästhesie

, verminderter

Geruchssinn,

Verlust des

Geruchssinns,

essenzieller

Tremor,

Akinesie,

Systemorgan

klasse

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

psychomotoris

Fähigkeiten,

Konvulsion,

anomale

Koordination,

Tremor,

Lethargie,

Hypästhesie,

Nystagmus,

Dysgeusie,

Gleichgewicht

sstörung,

Dysarthrie,

Intentionstrem

or, Sedierung

Sabbern,

Hypersomnie,

Aphasie,

repetitive

Sprache,

Hypokinesie,

Dyskinesie,

Haltungsschwin

del, schlechte

Schlafqualität,

brennendes

Gefühl, Verlust

Empfindungs-

vermögens,

verändertes

Geruchsempfind

en, zerebellares

Syndrom,

Dysästhesie,

Hypogeusie,

Stupor,

Ungeschicklichk

eit, Aura,

Ageusie,

Schreibstörung,

Dysphasie,

periphere

Neuropathie,

Präsynkope,

Dystonie,

Formicatio

Nichtansprech

en auf Reize

Augenerkrank

ungen

Verschwomm

ensehen,

Diplopie,

Sehstörung

verminderte

Sehschärfe,

Skotom,

Myopie*,

Fremdkörpergef

ühl im Auge*,

trockenes Auge,

Photophobie,

Blepharospasmu

s, erhöhter

Tränenfluss,

Photopsie,

Mydriasis,

Presbyopie

unilaterale

Blindheit,

transiente

Blindheit,

Glaukom,

Akkommodati

onsstörung,

veränderte

visuelle

Tiefenwahrne

hmung,

Flimmerskoto

Augenlidödem

Nachtblindheit

, Amblyopie

Engwinkelg

laukom*,

Makulopath

ie*, Störung

Augenbew

egung*,

Uveitis

Erkrankungen

des Ohrs und

des Labyrinths

Vertigo,

Tinnitus,

Ohrenschmerz

Taubheit,

unilaterale

Taubheit,

neurosensorisch

e Taubheit,

Systemorgan

klasse

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Ohrenbeschwer

den,

eingeschränktes

Hören

Herzerkranku

ngen

Bradykardie,

Sinusbradykardi

e, Palpitationen

Gefäßerkrank

ungen

Hypotension,

orthostatische

Hypotension,

Flush,

Hitzewallungen

Raynaud-

Phänomen

Erkrankungen

Atemwege,

Brustraums

Mediastinums

Dyspnoe,

Epistaxis,

verstopfte

Nase,

Rhinorrhö

Belastungsdysp

noe, paranasale

Sinushypersekre

tion, Dysphonie

Husten

Erkrankungen

Gastrointestin

altrakts

Nausea,

Diarrhö

Erbrechen,

Obstipation,

Oberbauchsch

merz,

Dyspepsie,

abdominaler

Schmerz,

Mundtrockenh

eit,

Magenbeschw

erden, orale

Parästhesie,

Gastritis,

abdominale

Beschwerden

Pankreatitis,

Flatulenz,

gastroösophage

Refluxkrankheit,

Unterbauchsch

merz, orale

Hypästhesie,

Zahnfleischblute

n, geblähter

Bauch,

epigastrische

Beschwerden,

schmerzhafte

Bauchspannung,

vermehrter

Speichelfluss,

oraler Schmerz,

Mundgeruch,

Glossodynie

Leber- und

Gallenerkrank

ungen

Hepatitis,

Leberversage

Erkrankungen

der Haut und

Unterhautzellg

ewebes

Alopezie,

Hautausschla

g, Pruritus

Anhidrose,

faziale

Hypästhesie,

Urtikaria,

Erythem,

generalisierter

Pruritus,

makulärer

Hautausschlag,

Hautverfärbung,

allergische

Dermatitis,

Stevens-

Johnson-

Syndrom*,

Erythema

multiforme*,

anomaler

Hautgeruch,

periorbitales

Ödem*,

lokalisierte

Urtikaria

toxische

epidermale

Nekrolyse*

Systemorgan

klasse

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Gesichtsschwell

Skelettmuskul

atur-,

Bindegewebs-

Knochenerkra

nkungen

Arthralgie,

Muskelspasm

en, Myalgie,

Muskelzittern,

Muskelschwäc

muskuloskelet

taler

Brustschmerz

Gelenkschwellu

ng*,

muskuloskelettal

e Steifheit,

Flankenschmerz

Muskelermüdun

Beschwerden

in den

Extremitäten*

Erkrankungen

der Nieren

und Harnwege

Nephrolithiasis

, Pollakisurie,

Dysurie

Harnstein,

Harninkontinenz,

Hämaturie,

Inkontinenz,

Harndrang,

Nierenkolik,

Nierenschmerz

Harnleiterstein

, renale

tubuläre

Azidose*

Erkrankungen

Geschlechtsor

gane und der

Brustdrüse

erektile

Dysfunktion,

sexuelle

Dysfunktion

Allgemeine

Erkrankungen

Beschwerden

Verabreichung

sort

Fatigue

Pyrexie,

Asthenie,

Gereiztheit,

Gangstörung,

anomales

Gefühl,

Malaise

Hyperthermie,

Durst, Influenza-

ähnliche

Krankheit*,

Trägheit,

periphere Kälte,

Gefühl der

Trunkenheit,

nervöses Gefühl

Gesichtsödem

, Kalzinose

Untersuchung

Gewichts

abnahme

Gewichtszuna

hme*

Kristalle im Urin

präsent,

anomaler

Zehen-Fersen-

Gehtest,

verminderte Zahl

weißer

Blutzellen,

Anstieg der

Leberenzyme

verminderte

Bicarbonatwer

te im Serum

Soziale

Umstände

Lernschwäche

* identifiziert als eine UAW aus Spontanberichten nach Markteinführung. Deren Häufigkeit

wurde basierend auf den klinischen Studiendaten kalkuliert.

Weitere Nebenwirkungen

Kongenitale Fehlbildungen und fetale Wachstumsrestriktionen (siehe Abschnitt

4.4 und Abschnitt 4.6).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome einer Intoxikation

Überdosierungen von Topiramat wurden berichtet. Anzeichen und Symptome

umfassen Krämpfe, Benommenheit, Sprachstörungen, Verschwommensehen,

Diplopie, Störung der geistigen Aktivität, Lethargie, anomale Koordination,

Stupor, Hypotension, abdominalen Schmerz, Agitiertheit, Schwindel und

Depression. Die klinischen Konsequenzen waren in den meisten Fällen nicht

schwerwiegend, allerdings wurden Todesfälle nach Überdosierung mit

mehreren Arzneimitteln einschließlich Topiramat berichtet.

Eine Topiramat-Überdosierung kann in einer schweren metabolischen Azidose

resultieren (siehe Abschnitt 4.4).

Behandlung einer Intoxikation

Bei einer akuten Topiramat-Überdosierung sollte bei kürzlich zurückliegender

Einnahme unverzüglich eine Magenentleerung durch Magenspülung oder

Induktion von Erbrechen herbeigeführt werden. In vitro erwies sich Aktivkohle

als Adsorbens von Topiramat. Es sollte eine adäquate supportive Behandlung

erfolgen und der Patient sollte gut hydratisiert werden. Hämodialyse stellt ein

effektives Mittel dar, um Topiramat aus dem Körper zu entfernen.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Migränemittel

ATC-Code: N02CX12

Topiramat ist als Sulfamat-substitutiertes Monosaccharid klassifiziert. Der

genaue Mechanismus, durch den Topiramat seine antiepileptischen und

Migräne-prophylaktischen Eigenschaften ausübt, ist unbekannt.

Elektrophysiologische und biochemische Studien an kultivierten Neuronen

haben drei Eigenschaften identifiziert, die möglicherweise zur Wirksamkeit von

Topiramat beitragen.

Aktionspotenziale, die durch anhaltende Depolarisation der Neuronen ausgelöst

wurden, wurden durch Topiramat in einer zeitabhängigen Art geblockt, was auf

eine zustandsabhängige Blockade des Natriumkanals hinweist. Topiramat

erhöhte die Häufigkeit, mit der γ-Aminobutyrat (GABA) GABA

-Rezeptoren

aktivierte, und erhöhte die Fähigkeit von GABA, den Fluss von Chloridionen in

die Neuronen zu induzieren, was darauf hinweist, dass Topiramat die Aktivität

dieses inhibitorischen Neurotransmitters erhöht.

Dieser Effekt wurde nicht durch Flumazenil, einen Benzodiazepin-Antagonisten,

blockiert, noch erhöhte Topiramat die Dauer der Kanal-Öffnungszeit, was

Topiramat von Barbituraten, die ebenfalls GABA

-Rezeptoren modulieren,

differenziert.

Topiramat kann einen für Benzodiazepine nicht sensitiven Subtyp des GABA

Rezeptors modulieren. Topiramat antagonisierte die Fähigkeit von Kainat, den

Kainat/AMPA (α-Amino-3-Hydroxy-5-Methylisoxazol-4-Propionsäure) Subtyp

des exzitatorischen Aminosäure-(Glutamat-)Rezeptors zu aktivieren, aber hatte

keinen ersichtlichen Effekt auf die Aktivität des N-Methyl-D-Aspartats (NMDA)

am NMDA-Rezeptor-Subtyp. Diese Effekte von Topiramat waren

konzentrationsabhängig über einen Bereich von 1 μM bis 200 μM, mit einer

minimalen beobachteten Aktivität bei 1 μM bis 10 μM.

Des Weiteren inhibiert Topiramat einige Isoenzyme der Carboanhydrase.

Dieser pharmakologische Effekt ist deutlich schwächer als der von

Acetazolamid, einem bekannten Carboanhydrase-Inhibitor.

Studien an Mäusen, die gleichzeitig Topiramat und Carbamazepin oder

Phenobarbital erhielten, zeigten eine synergistische antikonvulsive Aktivität,

während die Kombination mit Phenytoin eine additive antikonvulsive Aktivität

zeigte. In gut kontrollierten Add-on-Studien wurde keine Korrelation zwischen

Talplasmakonzentrationen von Topiramat und dessen klinischer Wirksamkeit

nachgewiesen. Kein Beleg für Toleranzentwicklung bei Menschen wurde

dargestellt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Das pharmakokinetische Profil von Topiramat zeigt eine relativ lange

Plasmahalbwertszeit, eine lineare Pharmakokinetik, eine prädominante renale

Clearance, das Fehlen einer signifikanten Proteinbindung und das Fehlen von

klinisch relevanten aktiven Metaboliten.

Topiramat ist kein potenter Induktor arzneimittelmetabolisierender Enzyme und

kann unabhängig von den Mahlzeiten verabreicht werden; eine

Routineüberwachung der Topiramat-Plasmakonzentrationen ist nicht

notwendig. In klinischen Studien gab es keine konsistente Beziehung zwischen

den Plasmakonzentrationen und der Wirksamkeit oder unerwünschten

Ereignissen.

Resorption

Topiramat wird schnell und gut resorbiert. Nach der Einnahme von 100 mg

Topiramat bei Probanden wurde eine mittlere Peakplasmakonzentration (C

von 1,5 μg/ml innerhalb von 2 bis 3 Stunden (T

) erreicht.

Auf Basis des Radioaktivitätsnachweises im Urin war das mittlere Ausmaß der

Resorption einer oralen 100 mg Dosis von

C-Topiramat mindestens 81%. Es

gab keine klinisch signifikante Auswirkung von Nahrung auf die Bioverfügbarkeit

von Topiramat.

Verteilung

Im Allgemeinen sind 13 bis 17% des Topiramats an Plasmaproteine gebunden.

In/an Erythrozyten wurde eine Bindungsstelle mit niedriger Kapazität für

Topiramat beobachtet, die bei Plasmakonzentrationen über 4 μg/ml sättigbar

ist. Das Verteilungsvolumen verändert sich umgekehrt mit der Dosierung. Das

mittlere scheinbare Verteilungsvolumen betrug 0,80 bis 0,55 l/kg für eine

Einzeldosis im Bereich von 100 bis 1200 mg. Ein Effekt des Geschlechts auf

das Verteilungsvolumen wurde mit Werten für Frauen von ca. 50% von

denjenigen für Männer ermittelt. Dies wurde dem prozentual höheren Körperfett

bei weiblichen Patienten zugeschrieben und ist ohne klinische Konsequenz.

Biotransformation

Topiramat wird bei Probanden nicht extensiv metabolisiert (~20%). Es wird bis

zu 50% bei Patienten metabolisiert, die gleichzeitig eine antiepileptische

Therapie mit bekannten Induktoren wirkstoffmetabolisierender Enzyme

erhalten. Sechs Metabolite, die durch Hydroxylierung, Hydrolyse und

Glukuronidierung gebildet werden, wurden vom Plasma, Urin und Fäzes des

Menschen isoliert, charakterisiert und identifiziert. Jeder Metabolit repräsentiert

weniger als 3% der gesamten Radioaktivität, die nach Verabreichung von

Topiramat ausgeschieden wurde. Zwei Metaboliten, die am meisten von der

Struktur von Topiramat beibehalten hatten, wurden untersucht und zeigten

wenig oder keine antikonvulsive Aktivität.

Elimination

Bei Menschen ist der Hauptweg der Elimination von unverändertem Topiramat

und seinen Metaboliten die Niere (mindestens 81% der Dosis). Ungefähr 66%

einer Dosis von

C-Topiramat wurden innerhalb von 4 Tagen unverändert im

Urin ausgeschieden. Nach 2-mal täglicher Dosierung von 50 mg und 100 mg

Topiramat betrug die mittlere renale Clearance ungefähr 18 ml/min und 17

ml/min. Es gibt Hinweise für eine renale tubuläre Reabsorption von Topiramat.

Dies wird durch Studien an Ratten unterstützt, in denen Topiramat mit

Probenecid verabreicht und ein signifikanter Anstieg der renalen Clearance von

Topiramat beobachtet wurde. Insgesamt beträgt die Plasmaclearance nach

Einnahme beim Menschen ungefähr 20 bis 30 ml/min.

Topiramat besitzt eine geringe interindividuelle Variabilität der

Plasmakonzentration und daher eine vorhersagbare Pharmakokinetik. Die

Pharmakokinetik von Topiramat ist linear mit einer konstant bleibenden

Plasmaclearance und einer Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve, die

nach oraler Einmaldosis bei Probanden sich Dosis-proportional verhaltend über

einen Bereich 100 bis 400 mg ansteigt. Bei Patienten mit normaler

Nierenfunktion kann es 4 bis 8 Tage dauern, bis Steady-State-

Plasmakonzentrationen erreicht sind. Die mittlere C

nach multiplen, 2-mal

täglichen oralen Dosen von 100 mg betrug bei gesunden Personen 6,76 μg/ml.

Nach Verabreichung von multiplen Dosen von 50 mg und 100 mg Topiramat 2-

mal täglich betrug die mittlere Eliminationshalbwertszeit im Plasma ungefähr 21

Stunden.

Die gleichzeitige Verabreichung multipler Dosen von Topiramat, 100 bis 400 mg

2-mal täglich, mit Phenytoin oder Carbamazepin zeigt Dosis-proportionale

Anstiege in der Plasmakonzentration von Topiramat.

Die Plasma- und die renale Clearance von Topiramat sind bei Patienten mit

mäßig und schwer eingeschränkter Nierenfunktion (CL

≤70 ml/min)

vermindert. Als ein Ergebnis werden höhere Topiramat-Steady-State-

Plasmakonzentrationen für eine gegebene Dosis bei renal eingeschränkten

Patienten erwartet verglichen mit denen mit normaler Nierenfunktion. Darüber

hinaus brauchen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in jeder

Dosierung einen längeren Zeitraum zum Erreichen des Steady State. Bei

Patienten mit mäßig oder schwer eingeschränkter Nierenfunktion wird eine

Halbierung der üblichen Anfangs- und Erhaltungsdosis empfohlen.

Topiramat wird effektiv durch Hämodialyse aus dem Plasma entfernt.

Hämodialyse über einen verlängerten Zeitraum kann das Absinken der

Topiramatkonzentration unter die zur Erhaltung des antikonvulsiven Effektes

erforderlichen Spiegel verursachen. Um einen rapiden Abfall der Topiramat-

Plasmakonzentration während der Hämodialyse zu vermeiden, kann eine

zusätzliche Dosis Topiramat erforderlich sein. Bei der jeweiligen

Dosisanpassung soll 1) die Dauer der Dialysebehandlung, 2) die Clearance-

Rate des verwendeten Dialysesystems und 3) die tatsächliche renale Clearance

von Topiramat beim Patienten, der dialysiert wird, berücksichtigt werden.

Die Plasmaclearance von Topiramat ist bei Patienten mit mäßiger bis schwerer

Leberfunktionsstörung um durchschnittlich 26% erniedrigt. Daher soll Topiramat

bei Patienten mit Leberfunktionsstörung mit Vorsicht verabreicht werden.

Die Plasmaclearance von Topiramat ist bei älteren Personen bei Abwesenheit

zugrunde liegender Nierenerkrankungen unverändert.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Trotz maternaler und paternaler Toxizität bereits ab 8 mg/kg/Tag wurden in

nicht-klinischen Studien zur Fertilität bei männlichen und weiblichen Ratten bei

Dosen bis zu 100 mg/kg/Tag keine Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet.

In präklinischen Studien wurde gezeigt, dass Topiramat teratogene Effekte in

den untersuchten Spezies (Mäuse, Ratten und Kaninchen) hat. Bei Mäusen

waren die fetalen Gewichte und die skelettale Ossifikation in Verbindung mit der

maternalen Toxizität bei 500 mg/kg/Tag reduziert. Die Gesamtzahl der fetalen

Fehlbildungen bei Mäusen war bei allen arzneimittelbehandelten Gruppen (20,

100 und 500 mg/kg/Tag) erhöht.

Bei Ratten wurden dosisabhängig maternale und embryonale/fetale Toxizität

(reduzierte fetale Gewichte und/oder skelettale Ossifikation) bis herunter auf 20

mg/kg/Tag beobachtet, verbunden mit teratogenen Effekten (Defekte an

Extremitäten und Zehen) bei 400 mg/kg/Tag und darüber. Bei Kaninchen wurde

eine dosisabhängige maternale Toxizität bis herab auf 10 mg/kg/Tag

beobachtet, mit embryonaler/fetaler Toxizität (gesteigerte Letalität) bis herunter

auf 35 mg/kg/Tag und teratogenen Effekten (Fehlbildungen der Rippen und

vertebrale Fehlbildungen) bei 120 mg/kg/Tag.

Die beobachteten teratogenen Effekte bei Ratten und Kaninchen waren ähnlich

zu den Effekten, die mit Carboanhydrase-Inhibitoren beobachtet wurden, die

nicht mit Fehlbildungen beim Menschen assoziiert waren. Auswirkungen auf

das Wachstum zeigten sich ebenso durch geringere Gewichte bei der Geburt

und während der Laktation bei Jungtieren von weiblichen Ratten, die während

der Gestation und Laktation mit 20 oder 100 mg/kg/Tag behandelt wurden. Bei

Ratten passiert Topiramat die Plazenta-Schranke.

Bei juvenilen Ratten führte die tägliche orale Gabe von Topiramat in Dosen bis

zu 300 mg/kg/Tag während der Entwicklungsphase entsprechend dem

Säuglingsalter, der Kindheit und dem Jugendalter zu Toxizitäten ähnlich zu

denen bei erwachsenen Tieren (verminderte Futteraufnahme mit verminderter

Zunahme des Körpergewichtes, zentrolobuläre hepatozelluläre Hypertrophie).

Es gab keine relevanten Effekte auf das Wachstum der Röhrenknochen (Tibia)

oder die Knochenmineral-Dichte (Femur), auf die Phase vor der Entwöhnung

und die Reproduktionsentwicklung, auf die neurologische Entwicklung

(einschließlich Beurteilung des Gedächtnisses und des Lernvermögens), auf

Paarung und Fertilität oder Hysterotomie-Parameter.

In einer Serie von In-vitro- und In-vivo-Mutagenitätsuntersuchungen zeigte

Topiramat kein genotoxisches Potenzial.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon (Typ A), Lactose-

Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Hochdisperses

Siliciumdioxid, vorverkleisterte Stärke (Mais).

Topiramat AL Migräne 25 mg Filmtabletten

Filmüberzug: Opadry

weiß bestehend aus: Hypromellose, Macrogol 8000,

Talkum, Titandioxid (E171).

Topiramat AL Migräne 50 mg Filmtabletten

Filmüberzug: Opadry

gelb bestehend aus: Hypromellose, Macrogol 8000,

Talkum, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172), Titandioxid (E171).

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über +30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

AL/AL-Blisterpackungen

Topiramat AL Migräne 25 mg Filmtabletten

Originalpackung mit 28, 100 und 200 Filmtabletten

Topiramat AL Migräne 50 mg Filmtabletten

Originalpackung mit 50, 100 und 200 Filmtabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den

nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. Inhaber der Zulassung

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Str. 19

D-89150 Laichingen

Telefon: 07333 9651-0

Telefax: 07333 9651-6004

info@aliud.de

8. Zulassungsnummern

76480.00.00

76481.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung: 18.06.2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 04.02.2014

10. Stand der Information

Juli 2019

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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