Topiramat AbZ 200 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Topiramat
Verfügbar ab:
AbZ-Pharma GmbH - Geschäftsanschrift -
INN (Internationale Bezeichnung):
Topiramate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Topiramat 200.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
65344.00.00

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

Gebrauchsinformation:InformationfürdenAnwender

TopiramatAbZ200 mg Filmtabletten

Wirkstoff:Topiramat

LesenSiediegesamtePackungsbeilagesorgfältigdurch,bevorSiemitderEinnahmedieses

Arzneimittelsbeginnen.

-HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSiediesespäternochmalslesen.

-WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichbitteanIhrenArztoderApotheker.

-DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben.GebenSieesnichtanDritteweiter.Eskann

anderenMenschenschaden,auchwenndiesedieselbenSymptomehabenwieSie.

-WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSieNebenwirkungen

bemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegebensind,informierenSiebitteIhrenArztoder

Apotheker.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

1.WasistTopiramatAbZundwofürwirdesangewendet?

2.WasmüssenSievorderEinnahmevonTopiramatAbZbeachten?

3.WieistTopiramatAbZeinzunehmen?

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5.WieistTopiramatAbZaufzubewahren?

6.WeitereInformationen

1. WASISTTopiramatAbZUNDWOFÜRWIRDESANGEWENDET?

Topiramat,derWirkstoffinTopiramatAbZ,gehörtzurGruppederAntiepileptika.DerWirkmechanismus

vonTopiramatistbishernichtvollständigbekannt;eswurdejedochfestgestellt,dassdieWirkungzumindest

teilweisedurcheineerhöhteAktivitätdersogenanntenGammaaminobuttersäure(GABA),eines

NeurotransmittersdesNervensystemsimGehirn,verursachtwird.AußerdemverringertTopiramatdie

StimulationvonNervenzellen.

TopiramatAbZwirdalsMonotherapieoderZusatztherapiefürPatientenmitEpilepsie(Erwachseneund

Jugendlicheab12Jahre)angewendet,diepartielleAnfälleund/odergeneralisiertetonisch-klonischeAnfälle

(Grand-Mal-Anfälle)haben.

TopiramatAbZwirdauchzurVerhinderunghäufigwiederkehrenderMigränekopfschmerzenbeiErwachsenen

angewendet,wenneinefrühereBehandlungmitanderenArzneimittelnnichterfolgreichwar.

2. WASMÜSSENSIEVORDEREINNAHMEVONTopiramatAbZBEACHTEN?

TopiramatAbZdarfnichteingenommenwerden

- wennSieallergisch(überempfindlich)gegenTopiramatodereinendersonstigenBestandteilevon

TopiramatAbZsind.

- beiderAnwendungzurVorbeugungvonMigränekopfschmerzen,wennSieschwangersindoderwenn

SieeineFrauingebärfähigemAltersindundkeinewirksameVerhütungsmethodeanwenden(siehe

Schwangerschaft).

BesondereVorsichtbeiderEinnahmevonTopiramatAbZisterforderlich

DerArzt,derIhnendiesesArzneimittelverschriebenhat,mussinformiertwerden,wenn

- SieeineLeber-oderNierenerkrankunghaben(IhrArztmussIhnengegebenenfallseineniedrigere

Topiramat-Dosisverschreiben)

- SieNierensteinehabenoderwennSieoderIhreleiblichenVerwandtenfrüherNierensteinehatten

- SiewährendderBehandlungplötzlichkurzsichtigwerdenund/oderwennSieSchmerzenindenAugen

bekommen,kannessichmöglicherweiseumeinSyndromhandeln,dasdurchTopiramathervorgerufen

wirdundmiteinemAnstiegdesAugeninnendrucksverbundenist(Glaukombzw.grünerStar).

TopiramatAbZerhöhtdasRisikoderNierensteinbildungbeiPatienten,dieeineAnfälligkeitfürdiese

Erkrankungbesitzen.DasRisikoderNierensteinbildungkanndurchausreichendeFlüssigkeitszufuhr

verringertwerden.AußerdemsolltenwährendderAnwendungvonTopiramatAbZandereArzneimittel,diezu

NierensteinenführensowieeinefettreicheundkohlenhydratarmeDiätvermiedenwerden.

TopiramatAbZkann–vorallembeiKindern–dasSchwitzenverringern,undzueinemAnstiegder

KörpertemperaturbeisportlichenAktivitätenundAufenthaltinwarmerUmgebungführen.Eineausreichende

FlüssigkeitszufuhrvorundwährenddesSportsundAufenthaltsinwarmerUmgebungkönnendasRisikovon

hitzebedingtenunerwünschtenEreignissenwieKopfschmerzenundÜbelkeitverringern.

TopiramatkanndenSerum-Bicarbonatspiegelsenken;diesistzuBeginnderBehandlungsowiezujedem

Behandlungszeitpunktmöglich.BedingungenoderTherapien,diedasAuftreteneinerAzidosebegünstigen,

sindNierenerkrankungen,schwereAtemwegserkrankungen,epileptischeAnfälle,dielängerals30Minuten

andauern(Statusepilepticus),Durchfälle,chirurgischeEingriffe,fett-undproteinreiche(ketogene)Diätoder

bestimmteArzneimittel.

EinechronischemetabolischeAzidoseerhöhtdasRisikoderNierensteinbildung,undkannbeipädiatrischen

PatientenzueinerOsteomalazie(Rachitis)führenunddasWachstumverlangsamen.IhrArztwird

gegebenenfallsdieDosisverringernoderTopiramat(durchausschleichendeVerringerungderDosis)absetzen.

Esistmöglich,dassSiewährendderEinnahmevonTopiramatAbZeineÄnderungIhrerStimmungbemerken

oderdepressiveGefühleerleben.EinegeringeAnzahlvonPatienten,diemitAntiepileptikawieTopiramat

AbZbehandeltwurden,hattenGedankendaran,sichselbstzuverletzenodersichdasLebenzunehmen.Wenn

SiezuirgendeinemZeitpunktsolcheGedankenhaben,setzenSiesichsofortmitIhremArztinVerbindung.

WennsieTopiramatAbZzurVorbeugunggegenMigränekopfschmerzeneinnehmen,kontrollierenSiebitteIhr

Gewicht.WennesbeiIhnenzueinemdeutlichenundanhaltendenGewichtsverlustkommt,teilenSiediesbitte

IhremArztmit.GegebenenfallswirddasAbsetzenderBehandlunginBetrachtgezogen.

BeiEinnahmevonTopiramatAbZmitanderenArzneimitteln

AndereBegleitmedikamentekönnendieWirksamkeitundSicherheitdiesesArzneimittelsbeeinträchtigen.

AndererseitskannTopiramatAbZdieWirksamkeitundSicherheitandererArzneimittelbeeinträchtigen.Bitte

informierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimitteleinnehmen/anwendenbzw.vor

kurzemeingenommen/angewendethaben,auchwennessichnichtumverschreibungspflichtigeArzneimittel,

pflanzlicheMitteloderNaturproduktehandelt.DenkenSiedaran,IhrenArztüberdieEinnahmevon

TopiramatAbZzuinformieren,wennSiewährendderBehandlungoderkurznachderBehandlungandere

Arzneimittelerhalten.

Besonderswichtigistes,IhrenArztzuinformieren,wennSiefolgendeArzneimittelanwenden:

- andereAntiepileptika;TopiramatkanndieWirkungvonPhenytoinundCarbamazepinverstärken,und

PhenytoinkanndieWirkungenvonTopiramatverringern

- Lithium(zurBehandlungpsychischerProbleme),dadessenWirksamkeitdurchTopiramatAbZerhöht

oderverringertwerdenkann

- Diuretika,dieHydrochlorothiazidenthalten;IhrArztmussgegebenenfallsdieTopiramat-Dosis

verringern

- Diabetes-Arzneimittel,diePioglitazon,MetforminoderGlibenclamidenthalten;esisteinesorgfältige

ÜberwachungIhresdiabetischenKrankheitszustandsnotwendig

- Digoxin(Herzmittel),dadessenWirksamkeitdurchTopiramatverringertwerdenkann

- niedrigdosiertehormonelleKontrazeptiva,daderenWirksamkeitdurchTopiramatverringertwerden

kann

- Diltiazem

BeiEinnahmevonTopiramatAbZzusammenmitNahrungsmittelnundGetränken

TopiramatAbZkannmitoderohneMahlzeitenmitausreichendFlüssigkeiteingenommenwerden.

Alkoholkonsumistzuvermeiden,dasichdieWirkungenimZentralnervensystemverstärkenkönnen,wenn

TopiramatAbZzusammenmitAlkoholeingenommenwird.

SchwangerschaftundStillzeit

FragenSiewährendderSchwangerschaftoderwährenddesStillensvorderEinnahmevonTopiramatAbZ

IhrenArztumRat.

DieAnwendungvonTopiramatwährendderSchwangerschaftkanndenFetusschädigen;andererseitskönnen

eineunbehandelteEpilepsieundschwerwiegendeAnfälle,diedurcheinplötzlichesAbsetzendesArzneimittels

verursachtwerden,einenochgrößereSchädigungbewirken.DerArztentscheidet,obinIhremFalleine

Behandlungerforderlichist.

ZurMigräneprophylaxedürfenSieTopiramatnichteinnehmen,wennSieschwangersindoderwennSieeine

FrauingebärfähigemAltersindundkeinewirksameVerhütungsmethodeanwenden.

IhrArztwirdSiegegebenenfallsbittenabzustillen,daTopiramatindieMuttermilchausgeschiedenwird.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

TopiramatAbZhateinengroßenEinflussaufdieVerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienenvon

Maschinen.

WichtigeInformationenüberbestimmtesonstigeBestandteilevonTopiramatAbZ

NehmenSiedasArzneimittelerstnachRücksprachemitIhremArztein,wennIhnenbekanntist,dassSie

untereinerUnverträglichkeitgegenüberbestimmtenZuckernleiden.

3. WIEISTTopiramatAbZEINZUNEHMEN?

FürDosierungen,diemitdieserStärkenichtdurchführbar/praktikabelsind,sindandereStärkendes

Arzneimittelsverfügbar.

Dosierung

NehmenSieTopiramatAbZimmergenaunachAnweisungIhresArztesein.BittefragenSiebeiIhremArzt

oderApothekernach,wennSiesichnichtganzsichersind.

IhrArztwirdmiteinerniedrigenDosisbeginnenunddieDosislangsamaufdieniedrigsteDosissteigern,die

zurKontrolleIhrerEpilepsienotwendigist.TopiramatAbZwirdüblicherweisezweimalproTag

eingenommen.

Epilepsie–Monotherapie(beiErwachsenenundJugendlichenab12Jahren):

DieüblicheErhaltungsdosisbeträgt100mgproTag;gegebenenfallsteiltIhrArztIhnenjedochmit,dassSie

einehöhereoderniedrigereDosiseinnehmensollen.

Epilepsie–KombinationmitanderenAntiepileptika(beiErwachsenenundJugendlichenab12Jahren):

BeiErwachsenenbeträgtdieüblicheErhaltungsdosiszweimaltäglich100mgbis200mg;gegebenenfallsteilt

IhrArztIhnenjedochmit,dassSieeinehöhereoderniedrigereDosiseinnehmensollen.

Migräneprophylaxe(beiErwachsenen):

IhrArztwirddieBehandlungmiteinerDosisvon25mgbeginnen,dieamAbendeinzunehmenist,unddanach

IhreDosisaufdieniedrigsteMengesteigern,diezurVerhinderunghäufigwiederkehrender

Migränekopfschmerzennotwendigist.DieüblicheErhaltungsdosisbeträgtzweimal50mgproTag;

gegebenenfallsteiltIhrArztIhnenjedochmit,dassSieeineniedrigereDosiseinnehmensollen.

ArtderAnwendung

NehmenSiedieTablettenvordenMahlzeitenoderunabhängigdavonmitausreichendFlüssigkeitein.Die

Tablettendürfenwedergeteiltnochzerdrücktwerden.

WennSieeinegrößereMengevonTopiramatAbZeingenommenhabenalsSiesollten

WendenSiesichstetsanIhrenArztodereinKrankenhaus,wennSiezuvielTopiramatAbZeingenommen

haben.

WennSiedieEinnahmevonTopiramatAbZvergessenhaben

NehmenSieTopiramatAbZein,sobaldSiediesbemerkenundsetzenSiedieEinnahmewiezuvorfort.

NehmenSienichtdiedoppelteDosisein,wennSiedievorherigeEinnahmevergessenhaben.

WennSiedieEinnahmevonTopiramatAbZabbrechen

SetzenSiedieBehandlungmitTopiramatAbZnichtplötzlichab,ohnediesvorhermitIhremArztzu

besprechen,auchwennSieseitlangemkeineAnfällemehrgehabthaben.DieBehandlungmitTopiramatsollte

allmählichabgesetztwerden,umeinenmöglichenAnstiegderAnfallshäufigkeitaufeinMinimumzu

reduzieren.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,fragenSieIhrenArztoderApotheker.

4. WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkannTopiramatAbZNebenwirkungenhaben,dieabernichtbeijedemauftretenmüssen.

NebenwirkungenvonTopiramatAbZkönnenvorallemzuBeginnderBehandlungsowiewährendeiner

Dosisanpassungauftreten.DieNebenwirkungensindhäufigleichtausgeprägtundklingenbeiFortführungder

Medikationwiederab.

EswerdenfolgendeHäufigkeitsangabenzugrundegelegt:

Sehrhäufig(mehrals1von10Behandelten)

Häufig(mehrals1von100Behandeltenundwenigerals1von10Behandelten)

Gelegentlich(mehrals1von1.000Behandeltenundwenigerals1von100Behandelten)

Selten(mehrals1von10.000Behandeltenundwenigerals1von1.000Behandelten)

AllgemeineErkrankungenund BeschwerdenamVerabreichungsort:

Sehrhäufig: Schwindel,Müdigkeit,Schläfrigkeit,Nervosität,Kopfschmerzen,Übelkeit.

Häufig: Knochenschmerzen,allergischeReaktionen,Schlaflosigkeit(Unfähigkeit,einzuschlafen).

Stoffwechsel-und Ernährungsstörungen:

Sehrhäufig: Gewichtsverlust.

Häufig: MetabolischeAzidose.

ErkrankungendesBlutesunddesLymphsystems:

Häufig: Anämie,Nasenbluten,Purpura(flächenhafteHautblutungen),Leukopenie(ungewöhnlich

niedrigeZahlweißerBlutkörperchen),Thrombozytopenie(ungewöhnlichniedrige

Blutplättchenzahl).

Selten: Neutropenie.

PsychischeErkrankungen:

Sehrhäufig: Gedächtnisprobleme,Anorexie(Appetitverlust),Verwirrtheitundpsychomotorische

Verlangsamung,Depression,Konzentrationsstörungen,Angst.

Häufig: Apathie,Asthenie(Schwäche),Euphorie,emotionaleEmpfindlichkeit,Ruhelosigkeit,

kognitiveProbleme,vermindertessexuellesVerlangen,aggressiveReaktionen,Psychoseoder

psychotischeSymptome.

Gelegentlich: Halluzinationen,Persönlichkeitsstörungen,Suizidgedanken,Suizidversuche.

ErkrankungenderAtemwege,desBrustraumsundMediastinums:

Gelegentlich: Dyspnoe(Atemprobleme).

ErkrankungendesMagen-Darm-Trakts:

Häufig: Verstopfung,Bauchschmerzen.

Gelegentlich: Durchfälle,ErbrechenundtrockenerMund.

ErkrankungenderHautunddesUnterhautzellgewebes:

Häufig: Haarausfall.

Gelegentlich: Folliculitis(Haarwurzelentzündung)undJuckreiz.

ErkrankungenderNieren undHarnwege:

Häufig: Harninkontinenz,Nierensteine.

ErkrankungendesNervensystems:

Sehrhäufig: Ataxie(unsichereBewegungen),Parästhesien(Hautmissempfindungen),Sprachstörungen,

Aphasie(Sprachstörung).

Häufig: Tremor,Koordinationsstörung,Gangstörung,Nystagmus(unwillkürlicheAugenbewegungen),

Geschmacksveränderung.

Gelegentlich: Hypokinese(ungewöhnlichverminderteMuskelbewegungen),Stupor.

Leber-undGallenerkrankungen:

Selten: AnstiegvonLeberenzymen.

Augenerkrankungen:

Sehrhäufig: Doppelbilder,Sehstörungen.

Selten: AkuteMyopieaufgrundvonGlaukom(grünerStar),Augenschmerzen.

ErkrankungenderGeschlechtsorganeundderBrustdrüse:

Häufig: Menstruationsstörungen,Impotenz.

SymptomeeinerakutenMyopieundeinessekundärenEngwinkelglaukoms(beiErwachsenenundKindern)

sindu.a.akutesEinsetzenvonverminderterSehschärfeund/oderAugenschmerzen,üblicherweiseinnerhalb

von1MonatnachBeginnderTopiramat-Therapie.

EsgibtEinzelberichteüberdasAuftretenvonHautausschlägen,BlasenbildungderHautundSchmerzenim

Mund-/Augenbereich.WennSieFieberhabenodersichaufgrundeinerdieserNebenwirkungenunwohlfühlen,

suchenSieunverzüglichIhrenArztauf.

Monotherapie:DiebeiMonotherapiebeobachtetenNebenwirkungengleicheninderRegelden

Nebenwirkungen,diewährendderZusatztherapiebeobachtetwurden.KlinischwichtigeNebenwirkungen,die

beimitTopiramatbehandeltenerwachsenenPatientenmiteinerHäufigkeitvonmindestens10%auftreten,

umfassten:Parästhesien(Hautmissempfindungen),Kopfschmerzen,Müdigkeit,Schwindel,Schläfrigkeit,

Gewichtsverlust,ÜbelkeitundAppetitlosigkeit.

Migräne:DosisabhängigeNebenwirkungensindinderRegelselteneralsbeiEpilepsie,dabeiMigräne

niedrigereDosenverwendetwerden.

WennSieNebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationaufgeführtsindoderwennbei

Ihnenanhaltende,störendeoderstarkeNebenwirkungenauftreten,informierenSiebitteIhrenArztoder

Apotheker.BeieinigenNebenwirkungenistgegebenenfallseineBehandlungnotwendig.

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblich

beeinträchtigtoderSieNebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegebensind.

5. WIEISTTopiramatAbZAUFZUBEWAHREN?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfenTopiramatAbZnachdemaufdemEtikettunddemUmkartonangegebenenVerfalldatumnicht

mehrverwenden.DasVerfalldatumbeziehtsichaufdenletztenTagdesMonats.

DieFlaschefestverschlossenhalten,umdenInhaltvorFeuchtigkeitzuschützen.

DasArzneimitteldarfnichtimAbwasseroderHaushaltsabfallentsorgtwerden.FragenSieIhrenApotheker,

wiedasArzneimittelzuentsorgenist,wennSieesnichtmehrbenötigen.DieseMaßnahmehilft,dieUmweltzu

schützen.

6. WEITEREINFORMATIONEN

WasTopiramatAbZenthält

DerWirkstoffistTopiramat.

EineTabletteenthält200mgTopiramat.

DiesonstigenBestandteileimTablettenkernsindLactose-Monohydrat,vorverkleisterteStärke(Mais),

silifiziertemikrokristallineCellulose,mikrokristallineCellulose,Carboxymethylstärke-Natrium(TypA)

(Ph.Eur.)undMagnesiumstearat(Ph.Eur.).

DiesonstigenBestandteileimFilmüberzugsind:

OpadryIIbraunbestehendausHypromellose,Polydextrose,Triacetin(Glyceroltriacetat),Macrogol8000,

Titandioxid(E171),Eisenoxidgelb(E172)undEisenoxidrot(E172).

WieTopiramatAbZaussiehtundInhaltderPackung

Lachsfarbene,kapselförmige,bikonvexeFilmtablette

Packungsgrößen:

100und200Filmtabletten

PharmazeutischerUnternehmer

AbZ-PharmaGmbH

Dr.-Georg-Spohn-Str.7

89143Blaubeuren

www.abz.de

Hersteller

MerckleGmbH

Ludwig-Merckle-Str.3

89143Blaubeuren

DiesesArzneimittelistindenMitgliedsstaatendesEuropäischenWirtschaftsraumes(EWR)unter

folgenderBezeichnung zugelassen:

Finnland

Pitoraami200mgtabletti,kalvopäällysteinen

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztgenehmigtimSeptember2008

TopiramatAbZ–hoheQualitätzumgünstigenPreis–

AbZ-PharmawünschtIhnenguteBesserung!

Versionscode:Z03

Wortlautderfürdie Fachinformation vorgesehenenAngaben

Fachinformation

(Zusammenfassung derMerkmale desArzneimittels/SPC)

1. BEZEICHNUNGDERARZNEIMITTEL

TopiramatAbZ15mgFilmtabletten

TopiramatAbZ25mgFilmtabletten

TopiramatAbZ50mgFilmtabletten

TopiramatAbZ100mgFilmtabletten

TopiramatAbZ200mgFilmtabletten

2. QUALITATIVEUNDQUANTITATIVEZUSAMMENSETZUNG

TopiramatAbZ15mgFilmtabletten

EineTabletteenthält15mgTopiramat.

SonstigerBestandteil:12mgLactose-Monohydrat/Filmtablette

TopiramatAbZ25mgFilmtabletten

EineTabletteenthält25mgTopiramat.

SonstigerBestandteil:20mgLactose-Monohydrat/Filmtablette

TopiramatAbZ50mgFilmtabletten

EineTabletteenthält50mgTopiramat.

SonstigerBestandteil:40mgLactose-Monohydrat/Filmtablette

TopiramatAbZ100mgFilmtabletten

EineTabletteenthält100mgTopiramat.

SonstigerBestandteil:80mgLactose-Monohydrat/Filmtablette

TopiramatAbZ200mgFilmtabletten

EineTabletteenthält200mgTopiramat.

SonstigerBestandteil:160mgLactose-Monohydrat/Filmtablette

DievollständigeAuflistungdersonstigenBestandteilesieheAbschnitt6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

TopiramatAbZ15mgFilmtabletten

Weiße,runde,konvexeFilmtablettemitabgeschrägtenKanten

TopiramatAbZ25mgFilmtabletten

Weiße,runde,bikonvexeFilmtablettemitabgeschrägtenKanten

TopiramatAbZ50mgFilmtabletten

Hellgelbe,runde,bikonvexeFilmtablettemitabgeschrägtenKanten

TopiramatAbZ100mgFilmtabletten

Gelbe,runde,bikonvexeFilmtablettemitabgeschrägtenKanten

TopiramatAbZ200mgFilmtabletten

Lachsfarbene,kapselförmige,bikonvexeFilmtablette

4. KLINISCHEANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

ErwachseneundJugendlicheab12Jahre:ZurZusatztherapiebeiepileptischenPatientenmitfokalen

Anfällenund/odergeneralisiertentonisch-klonischenAnfällen.

ErwachseneundJugendlicheab12Jahre:ZurMonotherapiebeiepileptischenPatientenmitfokalenAnfällen

und/odergeneralisiertentonisch-klonischenAnfällen.

Erwachsene:ZurMigräneprophylaxealsMittelderzweitenWahl.

4.2 Dosierung,ArtundDauerderAnwendung

Eswirdempfohlen,dieDosisschrittweiseaufdietherapeutischeKonzentrationzusteigern,um

dosisabhängigeNebenwirkungenzuvermeiden.

EineBestimmungderPlasmaspiegelistzurOptimierungderTopiramat-Therapienichtnotwendig.

FürDosierungen,diemitdieserStärkenichtdurchführbar/praktikabelsind,sindandereStärkendes

Arzneimittelsverfügbar.

ArtderAnwendung :

DieTablettensolltennichtgeteilt/zerbrochenwerden.

TopiramatkannmitdenMahlzeitenoderunabhängigdavonmitausreichendFlüssigkeiteingenommen

werden.

ZusatztherapiebeiEpilepsie:

ErwachseneundJugendlicheab12Jahre:

DieEindosierungsolltewährenddererstenWochemit25mgbis50mgTopiramatamAbendbeginnen.

AnschließendsolltedieTagesgesamtdosisalleeinbiszweiWochenum25mg-50mg,verteiltaufzwei

Einzelgaben,gesteigertwerden.DieEindosierungsolltedurchdasklinischeBildbestimmtwerden.

DieniedrigstwirksameDosis,dieinklinischenStudienalsZusatztherapiegegebenwurde,betrug200mg

proTag.DaherwurdedieseDosisalsdieniedrigstwirksameDosiserachtet.DieüblicheTagesdosisbeträgt

200mgbis400mg,verteiltaufzweiDosen.BeieinigenPatientenwirdmiteinertäglichenDosiseinegute

Anfallskontrolleerreicht.BeieinigenPatientenkanndieTageshöchstdosisvon800mgerforderlichsein.

MonotherapiebeiErwachsenenundJugendlichenab12Jahren:

DieEindosierungsolltewährenddererstenWochemit25mgTopiramatamAbendbeginnen.Anschließend

solltedieDosisalleeinbiszweiWochenum25mgoder50mgproTag,verteiltaufzweiEinzelgaben,

gesteigertwerden.FallsderPatientdasEindosierungsschemanichtverträgt,könnengeringere

DosissteigerungenoderlängereIntervallezwischendenDosissteigerungengewähltwerden.Die

EindosierungsolltedurchdasklinischeBildbestimmtwerden.

DieempfohleneinitialeZieldosisfürErwachseneliegtinderMonotherapiebei100mgTopiramatproTag.

DiemaximalempfohleneTagesdosisbeträgt400mg.

WerdengleichzeitigangewendeteAntiepileptikaabgesetzt,umaufdieMonotherapiemitTopiramat

umzustellen,solltendiemöglichenAuswirkungenaufdieAnfallskontrolleberücksichtigtwerden.Wenndie

SicherheitdesPatientenkeinschnellesAbsetzendesbislangangewendetenAntiepileptikumserfordert,wird

eineschrittweiseReduktiondesbishergegebenenAntiepileptikumsjedezweiteWocheumeinDrittel

empfohlen.

WennenyzminduzierendeArzneimittelabgesetztwerden,steigtderTopiramatspiegelan.EineSenkungder

Topiramat-Dosiskannnotwendigsein,wenndiesklinischangezeigtist.

DieEmpfehlungenzurDosierunggeltenfüralleErwachseneneinschließlichältererPatienten,sofernkeine

zugrundeliegendeNierenerkrankungbesteht(sieheAbschnitt4.4)

MigräneprophylaxebeiErwachsenen:

DieEindosierungsolltewährenddererstenWochemit25mgTopiramatamAbendbeginnen.Anschließend

solltedieDosisjedeWocheum25mggesteigertwerden.FallsderPatientdasEindosierungsschemanicht

verträgt,könnenlängereIntervallezwischendenDosisanpassungengewähltwerden.

DieempfohleneGesamttagesdosisvonTopiramatbeiderAnwendunginderMigräneprophylaxebeträgt100

mg/Tag,verteiltaufzweiEinzelgaben.HöhereDosenführtennichtzueinemgrößerenNutzen.Einige

PatientenkönnenbeieinerGesamttagesdosisvon50mg/TageinenNutzenerfahren.DieDosierungunddie

EindosierungsolltendurchdasklinischeBildbestimmtwerden.

PatientenmitEinschränkungderLeber-und/oderNierenfunktion:

BeiPatientenmitmittelschwerer(Kreatinin-Clearance30-69ml/min)undschwerer(Kreatinin-Clearance<

30ml/min)Nierenfunktionsstörungwirdempfohlen,mitderHälftederüblichenTagesdosiszubeginnenund

dieDosisingeringerenSchrittenlangsameralsüblichzusteigern.WiebeiallenPatientensolltendie

DosissteigerungsschematadurchdasklinischeBildbestimmtwerden,imBewusstsein,dassesbeiPatienten

miteingeschränkterNierenfunktionnachjederDosisänderunglängerdauernkann,biseinSteadystate

erreichtwird.BeiPatientenmitmittelschwereroderschwererEinschränkungderNierenfunktionkannes10

bis15Tagedauern,bisSteady-state-Konzentrationenerreichtwerden,verglichenmit4bis8Tagenbei

PatientenmitnormalerNierenfunktion.

BeiPatientenmiteingeschränkterLeberfunktionsollteTopiramatmitVorsichtangewendetwerden,dadie

Topiramat-Clearancevermindertseinkann.

PatientenunterHämodialyse:

DaTopiramatdurchHämodialyseausdemBlutplasmaentferntwird,sollteandenHämodialysetageneine

zusätzlicheDosisinHöhevonetwaderHälftederTopiramat-Tagesdosisgegebenwerden.Diezusätzliche

DosissollteaufzweiEinzelgabenverteiltangewendetwerden,zuBeginnundbeiBeendigungder

Hämodialyse.DiezusätzlicheDosiskannentsprechenddenMerkmalenderangewendetenDialysemethode

bzw.demDialysegerätvariieren.WiebeianderenPatientenkannentsprechenddemklinischenBild(z.B.

Anfallskontrolle,VermeidungvonNebenwirkungen)eineDosisänderungerforderlichsein.

Absetzen:

AntiepileptikawieTopiramatsolltenausschleichendabgesetztwerden,umdasRisikoeinererhöhten

AnfallsfrequenzaufeinMinimumzureduzieren.InklinischenStudienwurdedieDosisdeshalbproWoche

um50-100mg/Tagreduziert.

4.3 Gegenanzeigen

ÜberempfindlichkeitgegenTopiramatodereinendersonstigenBestandteiledesArzneimittels.

AnwendungzurMigräneprophylaxe:InderSchwangerschaftundbeiFrauenimgebärfähigenAlter,falls

keinewirksameVerhütungsmethodeangewendetwird.InderSchwangerschaftstelltdasAuftretenvon

AnfälleneineerheblicheGefahrfürMutterundKinddar.DieVerhinderungvonAnfällendurchTopiramat

überwiegtdasRisikovonMissbildungenunterderVoraussetzung,dassesinderrichtigenIndikation

appliziertwird.DieVerhinderungvonMigräneattackenüberwiegtdiesesRisikodagegennicht.Daherist

TopiramatfürdieAnwendunginderMigräneprophylaxeinderSchwangerschaftundbeiFrauenim

gebärfähigenAlterkontraindiziert,wennsiekeinewirksameVerhütungsmethodeanwenden(sieheAbschnitt

4.6).

4.4 BesondereWarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung

TopiramatundseineMetabolitenwerdenhauptsächlichüberdieNierenausgeschieden.Daheristbei

PatientenmitmittelschwereroderschwererEinschränkungderNierenfunktionVorsichtangezeigt.Aufgrund

dervermindertenAusscheidungkanneszueinerAkkumulationkommen,undeskannlängeralsgewöhnlich

dauern,biseinSteadystateerreichtwird.DieEindosierungsolltelangsameralsüblicherfolgen(sieheAbschnitt

4.2).

ZurAnwendungdesArzneimittelsbeiKindernunter12JahrenliegennurbegrenzteDatenvor.

EineausreichendeFlüssigkeitszufuhrunterderBehandlungmitTopiramatistwichtig.Flüssigkeitszufuhr

kanndasRisikoeinerNephrolithiasisvermindern(sieheunten).DieBehandlungmitTopiramatkanndas

Schwitzenverringern,vorallembeipädiatrischenPatienten.AktivitätenwieSportoderWärmeexposition

könnendasRisikovonhitzebedingtenunerwünschtenEreignissenunterAnwendungvonTopiramaterhöhen

(sieheAbschnitt4.8).

Nephrolithiasis

VorallembeiPatientenmitPrädispositionfürNephrolithiasisbestehteinerhöhtesRisikofür

NierensteinbildungunddamitverbundeneAnzeichenundSymptomewieNierenkoliken,Nierenschmerzen

oderFlankenschmerzen.

RisikofaktorenfüreineNephrolithiasissindunteranderembereitsfrüheraufgetreteneNierensteine,familiäre

VeranlagungundHyperkalziurie.KeinerdieserRisikofaktorenkannjedocheineNierensteinbildungunter

derBehandlungmitTopiramatzuverlässigvorhersagen.TopiramatkannbeigleichzeitigerAnwendungmit

anderenArzneimitteln,dieeineNephrolithiasisfördern(Acetazolamid,Triamteren,VitaminC>2g/Tag),

dasRisikofüreinesolcheErkrankungerhöhen.BeiderAnwendungvonTopiramatsolltenentsprechende

ArzneimittelundketogeneDiätenvermiedenwerden,dasiezueinemphysiologischenMilieuführen

können,welchesdasRisikoderNierensteinbildungerhöht.

VerminderteLeberfunktion

BeiPatientenmiteingeschränkterLeberfunktionsolltedieBehandlungmitTopiramatmitVorsichterfolgen,

dadieTopiramat-Clearancevermindertseinkann.

AkuteMyopieundsekundäresEngwinkelglaukom

BeiPatienten,diemitTopiramatbehandeltwurden,wurdeübersekundäresEngwinkelglaukommitakuter

Myopieberichtet(sieheauchAbschnitt4.8).DieBehandlungsolltenachdemErmessendesbehandelnden

ArztessoschnellwiemöglichbeendetundessolltengeeigneteMaßnahmenzurSenkungdesintraokulären

Drucksergriffenwerden.

MetabolischeAzidose

UnterderBehandlungmitTopiramatkannsicheinehyperchlorämischemetabolischeAzidose(d.h.ein

AbsinkendesSerum-BicarbonatspiegelsaufWerteunterhalbdesNormalbereichsohneVorliegeneiner

respiratorischenAlkalose)entwickeln.DieserAbfalldesSerum-Bicarbonatspiegelsistaufdiehemmende

WirkungvonTopiramataufdierenaleCarboanhydrasezurückzuführen.DieAbnahmedes

BicarbonatspiegelstrittinderRegelzuBeginnderBehandlungauf;einAbfallkannjedochzujedem

Behandlungszeitpunktauftreten.EineAbnahmedesBicarbonatspiegelskommthäufigvor,istinderRegel

jedochgeringbismäßig(durchschnittlicherRückgangderWerteum4mmol/lbeiTagesdosenvon100mg

oderhöherbeiErwachsenenbzw.ca.6mg/kg/TagbeipädiatrischenPatienten).SeltentratenbeiPatienten

Werteunter10mmol/lauf.KlinischeBedingungenoderTherapien,diedieAusbildungeinerAzidose

begünstigen(z.B.Nierenerkrankungen,schwereErkrankungendesrespiratorischenSystems,Status

epilepticus,Diarrhoe,chirurgischeEingriffe,ketogeneDiätoderbestimmteArzneimittel)könnendie

bicarbonatsenkendeWirkungvonTopiramatadditivverstärken.

ChronischemetabolischeAzidoseerhöhtdasRisikoderNierensteinbildung.

ChronischemetabolischeAzidosebeipädiatrischenPatientenkannzueinerOsteomalazie(Rachitis)führen

unddieWachstumsratenverringern.DieAuswirkungenvonTopiramataufdasWachstumundKnochen-

bezogeneFolgeerkrankungensindbeiKindernundErwachsenennichtsystematischuntersuchtworden.

DieMessungdesSerum-BicarbonatspiegelswährendderTherapiemitTopiramatwirdvorallembei

PatientenmitklinischenBedingungenoderTherapien,dieeinemetabolischeAzidosefördern,empfohlen.

WennsicheinemetabolischeAzidoseentwickeltundfortbesteht,sollteeineVerringerungderDosisoderdie

BeendigungderBehandlungmitTopiramat(unterAusschleichenderDosierung)inBetrachtgezogen

werden.

Stimmungsschwankungen/Depression

UnterderBehandlungmitTopiramatwurdeeineerhöhteInzidenzvonStimmungsschwankungenund

Depressionbeobachtet(sieheAbschnitt4.8).PatientensolltenaufAnzeicheneinerDepressionhinüberwacht

werdenundfallsnotwendigsollteeinegeeigneteBehandlungeingeleitetwerden.

Suizidalität

ÜbersuizidaleGedankenundsuizidalesVerhaltenwurdebeiPatienten,diemitAntiepileptikain

verschiedenenIndikationenbehandeltwurden,berichtet.EineMetaanalyserandomisierter,placebo-

kontrollierterStudienmitAntiepileptikazeigteaucheinleichterhöhtesRisikofürdasAuftretenvon

SuizidgedankenundsuizidalemVerhalten.DerMechanismusfürdieAuslösungdieserNebenwirkungist

nichtbekanntunddieverfügbarenDatenschließendieMöglichkeiteineserhöhtenRisikosbeiderEinnahme

vonTopiramatnichtaus(sieheauchAbschnitt4.8).

DeshalbsolltenPatientenhinsichtlichAnzeichenvonSuizidgedankenundsuizidalenVerhaltensweisen

überwachtundeinegeeigneteBehandlunginErwägunggezogenwerden.Patienten(undderenBetreuern)

solltegeratenwerdenmedizinischeHilfeeinzuholen,wennAnzeichenfürSuizidgedankenodersuizidales

Verhaltenauftreten.

MigräneprophylaxebeiErwachsenen

BeiPatientenunterLangzeitbehandlungmitTopiramatzurMigräneprophylaxesollteregelmäßigdas

GewichtbestimmtwerdenundeineÜberwachungbezüglichanhaltendemGewichtsverlusterfolgen.Wenn

einklinischbedeutsamerGewichtsverlusteintritt,solltedasAbsetzendesArzneimittelsinBetrachtgezogen

werden.

Gewichtsverlust

BeiPatientenmitGewichtsverlustwährendderTherapiesollteeinezusätzlicheNahrungsaufnahmeerwogen

werden.

Lactose

DiesesArzneimittelenthältLactose-Monohydrat.PatientenmitderseltenenhereditärenGalactose-

Intoleranz,Lapp-Lactase-MangeloderGlucose-Galactose-MalabsorptionsolltendiesesArzneimittelnicht

einnehmen.

4.5 WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen

EinflussvonTopiramataufandereAntiepileptika

DiezusätzlicheAnwendungvonTopiramatmitCarbamazepin,ValproinsäureoderLamotriginhatkeineoder

nurgeringfügigeAuswirkungenaufderenSteady-state-Plasmakonzentrationen.BeieinigenPatientenkann

diegleichzeitigeBehandlungmitTopiramatundPhenytoinzueinemAnstiegderPlasmakonzentrationvon

Phenytoinführen.DahersolltenbeiPatientenmitSymptomeneinerPhenytoin-ToxizitätdiePhenytoin-

Plasmakonzentrationenkontrolliertwerden.

EinflussandererAntiepileptikaaufTopiramat

BeigleichzeitigerBehandlungmitPhenytoinoderCarbamazepinsinktdiePlasmakonzentrationvon

Topiramat,vermutlichaufgrunddesinduziertenMetabolismus.WerdenPhenytoinoderCarbamazepinindie

TherapiemitTopiramatneueingesetztoderabgesetzt,kanneineAnpassungderDosierungvonTopiramat

erforderlichsein.DiessolltedurchDosistitrationbiszumEintrittderklinischenWirkungerfolgen.

WerdenValproinsäureoderLamotriginindieTherapiemitTopiramatneueingesetztoderabgesetzt,führt

diesnichtzuklinischbedeutsamenÄnderungenderTopiramat-Plasmakonzentrationen.Esgabseltene

BerichteübereineEnzephalopathiemitundohneAnstiegdesAmmoniakspiegelsimBlutbeiPatientenunter

Topiramat-Therapie,diezusätzlichValproinsäureoderandereAntiepileptikaeinnahmen.

WeitereWechselwirkungenmitArzneimitteln

Digoxin:BeiEinmalgabevonDigoxinwirddieAUCinfolgegleichzeitigerGabevonTopiramatum12%

verringert.WennPatientengleichzeitigmitDigoxinundTopiramatbehandeltwerden,solltendieDigoxin-

Serumspiegelsorgfältigkontrolliertwerden.DieDigoxin-SerumspiegelsolltenauchnachdemAbsetzenvon

Topiramatsorgfältigkontrolliertwerden.

Kontrazeptiva:IneinerpharmakokinetischenInteraktionsstudieangesundenProbandinnenführteeine

MonotherapiemitTopiramatinDosenvon50-200mgproTagnichtzueinerÄnderungderExposition

(AUC)kombinierteroralerKontrazeptiva(die1mgNorethisteronund35MikrogrammEthinylestradiol

enthielten).IneinerweiterenStudiewurdejedochdieExpositionvonEthinylestradiolbeiDosierungenvon

200,400und800mgTopiramatproTag(18%,21%bzw.30%)alsZusatztherapiebeiPatientinnen,die

Valproinsäureeinnahmen,signifikantvermindert,währenddieExpositionvonNorethisteronnichtverändert

wurde.DieklinischeBedeutungderbeobachtetenVeränderungenistnichtbekannt.DasRisikoeiner

vermindertenWirksamkeitdesKontrazeptivumsunddesvermehrtenAuftretensvonDurchbruchblutungen

solltebeiPatientinnen,dieestrogenhaltigeKontrazeptivazusammenmitTopiramateinnehmen,beachtet

werden.

Patientinnen,dieestrogenhaltigeoraleKontrazeptivaeinnehmen,solltenangewiesenwerden,ihrem

behandelndenArztjedeVeränderungderMenstruationsblutungmitzuteilen.

Lithium:Lithium-SpiegelsolltenbeigleichzeitigerGabevonTopiramatüberwachtwerden,dadieLithium-

SpiegelabhängigvonderTopiramat-Dosierungerhöhtoderverringertwerdenkönnen.

Hydrochlorothiazid(HCTZ):HCTZerhöhtdieTopiramat-Expositionumetwa30%.Dieklinische

BedeutungdieserVeränderungistnichtbekannt;nachdemHinzufügenvonHCTZzueinerTopiramat-

TherapiekannjedocheineAnpassungderTopiramat-Dosiserforderlichsein.DiePharmakokinetikvon

HCTZwirddurchdiegleichzeitigeGabevonTopiramatnichtsignifikantbeeinflusst.KlinischeLabortests

zeigteneineSenkungderSerum-KaliumspiegelnachApplikationvonTopiramatoderHCTZ,diestärker

ausfiel,wennHCTZundTopiramatinKombinationangewendetwurden.

Metformin:IneinerInteraktionsstudie,beiderMetforminalleinundMetformingleichzeitigmitTopiramat

gesundenProbandengegebenwurde,wurdedieSteady-state-Pharmakokinetikvonzweimaltäglich500mg

Metforminundzweimaltäglich100mgTopiramatimPlasmauntersucht.DasErgebnisdieseStudiezeigte,

dassdiedurchschnittlicheC

um18%unddiedurchschnittlicheAUC

0-12h vonMetforminum25%

anstiegen,währenddiedurchschnittlicheCL/FbeigleichzeitigerGabevonMetforminundTopiramatum20

%fiel.DieklinischeBedeutungdiesesEinflussesvonTopiramataufdiePharmakokinetikvonMetforminist

unklar.DieoralePlasmaclearancevonTopiramatscheintbeigleichzeitigerGabevonMetforminreduziertzu

sein.DasAusmaßderÄnderungderClearanceistnichtbekannt.DieklinischeBedeutungdiesesEinflusses

vonMetforminaufdiePharmakokinetikvonTopiramatistunklar.WirdTopiramatbeiPatientenunter

Metformin-Therapieneueingesetztoderabgesetzt,solltesorgfältigaufdieregelmäßigeÜberwachungder

fürdenDiabetes-StatusnötigenKontrollengeachtetwerden.

WechselwirkungenmitAlkohol:ZentralnervöseWirkungenkönnenbeigleichzeitigerAnwendungmit

Alkoholzunehmen.Eswirdempfohlen,TopiramatnichtinKombinationmitAlkoholoderanderenZNS-

dämpfendenWirkstoffenanzuwenden.

Pioglitazon:DieSteady-state-PharmakokinetikvonTopiramatwurdedurchdiegleichzeitigeAnwendung

vonPioglitazonnichtsignifikantbeeinflusst.TopiramatführtzueinerVerringerungderPioglitazon-

Expositionum15%undzueinerVerringerungderExpositionmitdenaktiven(aberwenigerwirksamen)

Hydroxy-undKeto-MetabolitenvonPioglitazonum16bzw.60%.DieklinischeBedeutungdieser

Veränderungenistnichtbekannt.WirdTopiramatbeiPatientenunterPioglitazon-Therapieneueingesetzt

oderwirdPioglitazonunterTopiramat-Therapieneueingesetztoderabgesetzt,solltesorgfältigaufdie

regelmäßigeÜberwachungderPatientenhinsichtlichderfürdenDiabetes-StatusnötigenKontrollengeachtet

werden.

Glibenclamid:InteraktionsstudienbeiPatientenmitTypII-DiabetesmitGlibenclamid(5mg/Tag)alleinund

gleichzeitigerGabevonTopiramat(150mg/Tag)zeigteneineReduktionderAUCvonGlibenclamidum

25%beigleichzeitigerGabevonTopiramat.DiesystemischeVerfügbarkeitderaktivenMetabolite,war

ebenfallsvermindert.DieSteady-StatePharmakokinetikvonTopiramatwarunbeeinflusst.WennTopiramat

zueinerGlibenclamid-TherapieoderGlibenclamidzueinerTopiramat-Therapiehinzugefügtwird,sollten

sorgfältigeRoutineuntersuchungendurchgeführtwerden,umeineadäquateKontrollederDiabetes-

Erkrankungzugewährleisten.

AnderepharmakokinetischeArzneimittelwechselwirkungsstudien:TopiramatändertdieAmitriptylin-

Expositionnicht.TopiramaterhöhtjedochdieExpositionmitdemaktivenAmitriptylin-Metaboliten

Nortriptylinum20%.DieklinischeBedeutungdieserBeobachtungistnichtbekannt.

TopiramatändertdieHaloperidol-Expositionnicht.TopiramaterhöhtjedochdieExpositionmitdemaktiven

reduziertenHaloperidol-Metabolitenum31%.DieklinischeBedeutungdieserBeobachtungistnicht

bekannt.

AusKinetikstudienergabensichHinweise,dassTopiramatDiltiazemsowiedieMetabolitenvonDiltiazem

beeinflusst.DiltiazemerhöhtdenPlasmaspiegelvonTopiramat.

EineTagesdosisvon100mgTopiramatbeeinflußtdiePharmakokinetikvonFlunarizinnicht.

EsgibtkeinepharmakokinetischenWechselwirkungenzwischenTopiramatundPropranolol,

DihydroergotaminundPizotifen.

TopiramatbeeinflusstdiePharmakokinetikvonSumatriptan(oralodersubkutan)nicht.

MöglicheWechselwirkungen,dienichtuntersuchtwurden:

TopiramathemmtdasEnzymCYP2C19undkannandereWirkstoffebeeinflussen,dieüberdiesesEnzym

metabolisiertwerden,wiezumBeispielDiazepam,Imipramin,Moclobemid,ProguanilundOmeprazol.Dies

wurdejedochbishernichtuntersucht.

DiegleichzeitigeEinnahmevonCarboanhydrasehemmern(z.B.Sultiam,Zonisamid)undTopiramatwurde

inklinischenStudiennichtuntersucht.DieKombinationdieserArzneimittelkanndieNebenwirkungen

aufgrundderHemmungderCarboanhydraseverstärken.

4.6 SchwangerschaftundStillzeit

Schwangerschaft

EineerhöhteHäufigkeitvonMissbildungen(MissbildungenderdistalenExtremitätenundkraniofaziale

Missbildungen,Herzfehler)wurdenachAnwendungbestimmterAntiepileptikawährenddesersten

Schwangerschaftstrimenonsbeobachtet.

EineKombinationsbehandlungscheintdasMissbildungsrisikozuerhöhen;daheristeswichtig,wannimmer

möglicheineMonotherapiedurchzuführen.

TopiramaterwiessichbeidenuntersuchtenTierarten(Mäuse,RattenundKaninchen)alsteratogen.Bei

RattenüberwindetTopiramatdiePlazentaschranke.

Frauen,beidenendieWahrscheinlichkeitbesteht,dasssieschwangerwerdenoderFrauenimgebärfähigen

AltersolltenvonSpezialistenberatenwerden.FrauenimgebärfähigenAlterwirddieAnwendungeiner

geeignetenVerhütungsmethodeempfohlen.

DieNotwendigkeitderantiepileptischenBehandlungsollteerneutüberprüftwerden,wenneineFraueine

Schwangerschaftplant.

IndikationEpilepsie

EsliegenkeineStudienvor,indenenTopiramatAbZbeischwangerenFrauenangewendetwurde.Topiramat

AbZsollteinderSchwangerschaftjedochnurangewendetwerden,wenndermöglicheNutzendasmögliche

Risikoüberwiegt.

NachZulassungwurdenFällevonHypospadienbeimännlichenSäuglingenbekannt,dieinuteromit

Topiramat,entwederalsMonotherapieoderalsZusatztherapiezuanderenAntiepileptika,exponiertwaren.

Eswurdenichtgeklärt,obeinkausalerZusammenhangmitTopiramatbesteht.

WenndieAnfallsprophylaxejedochbeeinträchtigtoderabgesetztwird,kanndieseinerheblichesRisiko

sowohlfürdieMutteralsauchfürdenFetenbedeuten,welcheswahrscheinlichschwererwiegtalsdas

RisikoeinerMissbildung.WährendderSchwangerschaftsolltenAntiepileptikakonsequentunter

BerücksichtigungderobigenAusführungenverordnetwerden.

IndikationMigräneprophylaxe

AnwendungzurMigräneprophylaxe:TopiramatAbZistinderSchwangerschaftundbeiFrauenim

gebärfähigenAlterkontraindiziert,wennkeinewirksameVerhütungsmethodeangewendetwird(siehe

Abschnitt4.3).

Stilllzeit

TopiramatwirdbeimMenschenindieMuttermilchausgeschieden.BegrenzteBeobachtungenan

PatientinnensprechenfüreinenMilch/Plasma-Quotientenvon1:1.DahersolltedieBedeutungdesStillens

inBetrachtgezogenwerden,unterBerücksichtigungderWichtigkeitdesArzneimittelsfürdieMutter.

4.7 AuswirkungenaufdieVerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienenvonMaschinen

TopiramatAbZhateinengroßenEinflussaufdieVerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienenvon

Maschinen.

TopiramatwirktaufdasZentralnervensystemundkannSchläfrigkeit,SchwindelundähnlicheSymptome

verursachen.HierdurchkanndieAufmerksamkeitfüranspruchsvollemotorischeTätigkeitenvermindert

werden.Diesistz.B.beimFühreneinesFahrzeugsoderbeimBedienenvonMaschinenzuberücksichtigen.

4.8 Nebenwirkungen

DasNebenwirkungsprofilvonTopiramatberuhtaufdenDatenvon1.800PersonenausklinischenStudien.

Sehrhäufig≥1/10

Häufig≥1/100bis<1/10

Gelegentlich≥1/1.000bis<1/100

Selten≥1/10.000bis<1/1.000

Systemorganklas

Sehrhäufig Häufig Gelegentlich Selten

Allgemeine

Erkrankungen

undBeschwerden

am

Verabreichungsor

Schwindel,

Müdigkeit,

Schläfrigkeit,

Nervosität,

Kopfschmerzen,

Übelkeit Skelettschmerzen,

allergischeReaktionen,

Schlaflosigkeit

Stoffwechsel-

und

Ernährungsstörun

Gewichtsverlust MetabolischeAzidose

Erkrankungen

desBlutesund

des

Lymphsystems Anämie,Nasenbluten,

Purpura,Leukopenie,

Thrombozytopenie Neutropenie

Psychiatrische

Erkrankungen Gedächtnisstörun

gen,

Appetitlosigkeit,

Verwirrtheitund

psychomotorisch

eVerlangsamung,

Depression,

Konzentrationsst

Apathie,Asthenie,

Euphorie,emotionale

Labilität,Agitation,

kognitiveProbleme,

Libidominderung,

aggressiveReaktionen,

Psychoseoder

psychotischeSymptome Halluzinationen,

Persönlichkeitsstöru

ngen,

Suizidgedanken,

Suizidversuche

Erkrankungender

Atemwege,des

Brustraumsund

Mediastinums Dyspnoe

Erkrankungen

des

Gastrointestinaltr

akts Obstipation,

Bauchschmerzen Diarrhoe,

Erbrechenund

trockenerMund

Erkrankungender

Hautunddes

Unterhautzellgew

ebes Alopezie Folliculitisund

Pruritus

Erkrankungender

Nierenund

Harnwege Harninkontinenz,

Nephrolithiasis

Erkrankungen

des

Nervensystems Ataxie,

Parästhesie,

Sprachstörungen,

Aphasie Tremor,

Koordinationsstörung,

Gangstörung,Nystagmus,

Geschmacksveränderung Hypokinesie,

Stupor

Leber-und

Gallenerkrankun

Anstiegvon

Leberenzyme

Augenerkrankun

Doppelbilder,

Sehstörungen Akute

Myopieund

sekundäres

Engwinkelgla

ukom,

Augenschmer

Erkrankungender

Geschlechtsorgan

eundder

Brustdrüse Menstruationsstörungen,

Impotenz

BeiPatienten,diemitTopiramatalsZusatztherapiebehandeltwerden,wurdeungefähr1Fallmit

thromboembolischenEreignissenpro100Patientenjahreberichtet.DieMehrzahldieserPatienten,wurde

längeralseinhalbesJahrbehandeltundhattenmehralseinenRisikofaktor.EskonntekeinZusammenhang

mitTopiramatfestgestelltwerden.

DaTopiramatamhäufigstenzusammenmitanderenAntiepileptikaangewendetwurde,lässtsichschwer

bestimmen,welcheWirkstoffe,wennüberhaupt,mitNebenwirkungenverbundensind.

QualitativähneltendieinMonotherapie-StudienbeobachtetenArtenderunerwünschtenEreignissedenen,

dieinZusatztherapiestudienbeobachtetwurden.MitAusnahmevonParästhesienundMüdigkeitwurden

dieseunerwünschtenEreignisseinMonotherapiestudienmitähnlichenoderniedrigerenInzidenzraten

berichtet.InDoppelblindstudienumfasstenklinischwichtigeunerwünschteEreignisse,diebeimitTopiramat

behandeltenerwachsenenPatientenmiteinerHäufigkeitvonmindestens10%auftraten:Parästhesien,

Kopfschmerzen,Müdigkeit,Schwindel,Schläfrigkeit,Gewichtsverlust,ÜbelkeitundAppetitlosigkeit.

AusderMarkterfahrungwurdenbeimitTopiramatbehandeltenPatientenselteneFällemitAnstiegvon

Leberenzymen,metabolischerAzidoseundEinzelfällevonHepatitisundLeberversagensowie

KrampfanfällennachAbsetzenvonTopiramat(sogarbeiPatientenohneEpilepsieinderAnamnese)

berichtet.DatenausklinischenStudienzeigen,dassTopiramatmiteinerdurchschnittlichenSenkungdes

Serum-Bicarbonatspiegelsum4mmol/lverbundenist(sieheauchAbschnitt4.4).InseltenenFällenwurde

übereineOligohydrosisunterderBehandlungmitTopiramat,diemanchmalmitbegleitendenSymptomen

wieFieberundHitzegefühleinherging,berichtet.DieMehrzahldieserBerichtebezogsichaufKinder.

GelegentlichwurdeübersuizidbezogeneEreignisseberichtet(sieheAbschnitt4.4).

EswurdenEinzelfällevonbullösenHaut-undSchleimhautreaktionen(einschließlichErythemamultiforme,

Pemphigus,Stevens-Johnson-SyndromundtoxischerepidermalerNekrolyse)bekannt.DieMehrzahldieser

BerichtebezogsichaufPatienten,dieandereArzneimitteleinnahmen,dieebenfallsmitbullösenHaut-und

Schleimhautreaktionenverbundensind.

EsgabselteneBerichteüberakuteMyopieundsekundäresEngwinkelglaukombeiPatienten,diemit

Topiramatbehandeltwurden(sieheauchAbschnitt4.4).SymptomesindakutesEinsetzenvonverminderter

Sehschärfeund/oderAugenschmerzenüblicherweiseinnerhalbvon1MonatnachBeginnderTopiramat-

Therapie.EswarensowohlpädiatrischePatientenalsauchErwachsenebetroffen.

AusderPost-Marketing-AnwendungwurdensehrselteneFälleeinervorübergehendenBlindheitbekannt.

EinkausalerZusammenhangmitderBehandlungwurdejedochnichtfestgestellt.

InDoppelblindstudienzuMigränewardieInzidenzvondosisabhängigenNebenwirkungeninderRegel

niedrigeralsinEpilepsiestudien,daindenMigränestudienniedrigereDosenverwendetwurden.

4.9 Überdosierung

AnzeichenundSymptome

ÜberÜberdosierungenmitTopiramatwurdeberichtet.AnzeichenundSymptomeumfasstenSchläfrigkeit,

Sprachstörungen,verschwommenesSehen,Diplopie,Denkstörungen,Lethargie,Koordinationsstörung,

Stupor,Hypotonie,Abdominalschmerzen,Agitation,Schwindel,DepressionundKrampfanfälle.Die

klinischenFolgeerscheinungenwarenmeistnichtschwerwiegend,abereswurdeüberTodesfällenach

gleichzeitigerÜberdosierungmehrererunterschiedlicherArzneimitteleinschließlichTopiramatberichtet.

EineÜberdosierungmitTopiramatkannzueinerschwerenmetabolischenAzidoseführen(sieheAbschnitt

4.4).

NachEinnahmevonhochgerechnet96-110gTopiramatwurdeeinPatientmiteinem20bis24Stunden

andauerndenKomaindasKrankenhauseingeliefert.DerPatienterholtesichdanachinnerhalbvon3bis4

Tagenvollständig.

Behandlung

DieBehandlungsollteingeeignetenunterstützendenMaßnahmenbestehen.NichtresorbierterWirkstoff

sollteausdemGastrointestinaltraktdurchMagenspülungodermittelsAktivkohleentferntwerden,wenndies

ausklinischerSichtfürnotwendigerachtetwird.Eswurdegezeigt,dassdieHämodialyseeinwirksames

MittelzurEntfernungvonTopiramatausdemKörperist.AufeineausreichendeFlüssigkeitszufuhrbeim

Patientensolltegeachtetwerden.

5. PHARMAKOLOGISCHEEIGENSCHAFTEN

5.1 PharmakodynamischeEigenschaften

PharmakotherapeutischeGruppe:SonstigeAntiepileptika,Antimigränemittel.

ATC-Code:N03AX11

TopiramatwirdalsSulphamat-substituiertesMonosaccharideingestuft.Eswurdendreipharmakologische

EigenschaftenvonTopiramatnachgewiesen,diezuseinerantikonvulsivenWirkungbeitragenkönnen.

TopiramatreduziertdieFrequenz,mitderAktionspotenzialeerzeugtwerden,wennNeuroneneiner

anhaltendenDepolarisationunterzogenwerden.DiesweistaufeinezustandsabhängigeBlockadeder

spannungsabhängigenNatrium-Kanälehin.

TopiramaterhöhtdieGABA-AktivitätaneinigenArtenvonGABA-Rezeptoren.Topiramatantagonisiert

schwachdieexzitatorischeWirkungdesKainat/AMPA-SubtypsdesGlutamat-Rezeptors,hatjedochkeine

wahrnehmbareWirkungaufdieAktivitätvonN-Methyl-D-Aspartat(NMDA)amNMDA-Rezeptor-Subtyp.

AußerdemhemmtTopiramateinigeIsoenzymederCarboanhydrase.Eswirdangenommen,dassdiese

WirkungkeinwichtigerBestandteilderantiepileptischenAktivitätvonTopiramatist.

DieWirksamkeitvonTopiramatinderMigräneprophylaxewurdeinzweimultizentrischen,randomisierten,

doppelblinden,placebokontrolliertenParallelgruppenstudienuntersucht.DiegepooltenErgebnisseder

Studien,indenenTopiramat-Dosenvon50(N=233),100(N=244)und200mg/Tag(N=228)untersucht

wurden,zeigteneinemedianeprozentualeVerringerungdesprimärenWirksamkeitsendpunkts,der

durchschnittlichenmonatlichenMigränephasenrateum35%,51%bzw.49%,verglichenmit21%inder

Placebogruppe(N=229).DieTopiramat-Dosenvon100und200mgproTagwarenPlacebostatistisch

überlegen;dieUnterschiedefürdieDosisvon50mgproTaggegenüberPlacebowarendagegenstatistisch

nichtsignifikant.27%derPatienten,die100mgTopiramatproTagerhielten,erreichteneineSenkungder

Migränefrequenzvonmindestens75%(Placebo11%),während52%eineReduktionvonmindestens50%

erreichten(Placebo23%).

Ineinerdrittenmultizentrischen,randomisierten,doppelblindenParallelgruppenstudiewurdegezeigt,dass

diemonatlicheHäufigkeitderMigränephasen(derprimäreEndpunkt)um-0,8PhasenproMonatverringert

wurde,verglichenmitderAusgangsphaseunterPlacebo.DieVerringerungunter100mgTopiramatproTag

betrug-1,6PhasenproMonatundunter200mgTopiramatproTag-1,1PhasenproMonat.Diese

Unterschiedewarenstatistischnichtsignifikant.

IneinerweiterenzusätzlichenStudiekonnteninderprimärenWirksamkeitsanalysekeinestatistisch

signifikantenUnterschiedezwischenderZieldosisvon200mgTopiramatundPlacebofestgestelltwerden

(ÄnderungdermonatlichenMigräneepisodenrategegenüberderAusgangsphase).

5.2 PharmakokinetischeEigenschaften

Resorption

Topiramatwirdschnellresorbiert.NachEinnahmevon400mgwirdC

nachetwa2Stundenerreicht.Die

PharmakokinetikvonTopiramatistlinear,miteinemdosisproportionalenAnstiegderPlasmakonzentration

imuntersuchtenDosisbereichvon200-800mg/Tag.

ZurintravenösenAnwendungliegenkeineDatenvor.AufgrundderimUrinnachgewiesenenRadioaktivität

betrugdiedurchschnittlicheResorptionsmengeeinerDosisvon100mg 14 C-Topiramatmindestens81%.

AufgrundderDatendesUrinskanndieBioverfügbarkeitaufetwa50%geschätztwerden.Esgibtkeine

klinischsignifikanteWirkungvonNahrungaufTopiramat.DieVariabilitätinderKinetikbeträgt25-35%.

DiemaximalePlasmakonzentration(C

)beigesundenProbanden,dienachwiederholterGabevonzweimal

täglich100mgfestzustellenist,beträgtetwa7µg/ml.

Verteilung

DieMessungdesmittlerenscheinbarenVerteilungsvolumensergabWertevon0,55-0,8l/kg.Esbestehtein

EinflussdesGeschlechtsaufdasVerteilungsvolumen;dasVerteilungsvolumenbeiFrauenbeträgtetwa50%

desVerteilungsvolumensderMänner.TopiramatbindetanErythrozyten;dieBindungistjedoch

höchstwahrscheinlichbei3-10µg/mlgesättigt.DiePlasmaproteinbindungsratebeträgt13-17%.Esliegen

keineInformationenzurVerteilungimLiquorvor.

Metabolismus

TopiramatwirdbeigesundenProbandenmäßigmetabolisiert(etwa20%).NachgleichzeitigerGabevon

AntiepileptikamitbekannterenzyminduzierenderWirkungkannderMetabolismusaufbiszu50%

ansteigen.EswurdensechsMetabolitenausdemPlasma,demUrinunddenFäzesvonMenschenisoliert,

charakterisiertundidentifiziert.

Ausscheidung

DierenaleClarancebeträgtetwa18ml/min.Dieseistweitniedrigeralserwartet;diessprichtfüreine

tubuläreRückresorptionvonTopiramat.InsgesamtbeträgtdiePlasma-ClearancenachEinnahmeetwa20bis

30ml/min.DerwichtigsteAusscheidungswegfürTopiramatundseineMetabolitensinddieNieren.

NachwiederholterGabevonzweimaltäglich50mgund100mgTopiramatbetrugdiemittlereHalbwertszeit

etwa21Stunden.BeiPatientenmitnormalerNierenfunktiondauertes4-8Tage,bisSteady-state-

Plasmakonzentrationenerreichtwerden,währendbeiPatientenmitmäßigerbisschwererBeeinträchtigung

derNierenfunktioneineBehandlungsdauervon10-15Tagenerforderlichseinkann.DiePlasma-Clearance

unddierenaleClearancevonTopiramatsindbeiPatientenmitEinschränkungderNierenfunktion

vermindert.

SpeziellePatientengruppen

Nierenfunktionsstörungen:

ImVergleichzurnormalenNierenfunktion(Kreatinin-Clearance>70mg/min)wardieTopiramat-Clearance

beiPatientenmitmäßigerEinschränkungderNierenfunktion(Kreatinin-Clearance30-69ml/min)um42%

niedrigerundbeiPatientenmitschwererEinschränkungderNierenfunktion(Kreatinin-Clearance<30

ml/min)um54%niedriger.BeieinigenPatientenmitschwererEinschränkungderNierenfunktionkanndie

SenkungderClearancenochgrößersein.InderRegelwirdfürPatientenmitmäßigeroderschwerer

EinschränkungderNierenfunktiondieHälftederTagesdosisempfohlen.

Leberfunktionsstörungen:

DiePlasmaclearancevonTopiramatistbeiPatientenmitmittelschwererundschwerer

Leberfunktionsstörungum20-30%reduziert.

5.3 PräklinischeDatenzurSicherheit

InallgemeinenToxizitätsstudienwurdeeinedurchTopiramatausgelösteToxizitätermittelt;die

entsprechendenZielorganewarenderMagen,dieNieren,dieHarnblaseunddasBlut(Anämie).Die

ToxizitätwarbeisystemischerExpositionvonTierennachweisbar,dieunterderjenigenlag,diebeiPatienten

zuerwartenist,diedieempfohleneTherapieerhalten.DieklinischeBedeutungdieserErgebnisseistnicht

bekannt,kannjedochnichtausgeschlossenwerden.

Reproduktionstoxizitätsstudienzeigten,dassTopiramatbeidenuntersuchtenTierarten(Mäuse,Rattenund

Kaninchen)teratogenwarbeisystemischenExpositionswerten,dieunterdenenlagen,diebeiPatientenzu

erwartensind,diedieempfohleneTherapieerhalten.DasRisikofürdenMenschenistnichtbekannt,kann

jedochnichtausgeschlossenwerden.

6. PHARMAZEUTISCHEANGABEN

6.1 ListedersonstigenBestandteile

Tabettenkern:

Lactose-Monohydrat

VorverkleisterteStärke(Mais)

SilifiziertemikrokristallineCellulose

MikrokristallineCellulose

Carboxymethylstärke-Natrium(TypA)(Ph.Eur.)

Magnesiumstearat(Ph.Eur.)

Filmüberzug:

TopiramatAbZ15mgFilmtabletten

OpadryIIweißbestehendaus:

Hypromellose

Polydextrose

Triacetin(Glyceroltriacetat)

Macrogol8000

Titandioxid(E171)

TopiramatAbZ25mgFilmtabletten

OpadryIIweißbestehendaus:

Hypromellose

Polydextrose

Triacetin(Glyceroltriacetat)

Macrogol8000

Titandioxid(E171)

TopiramatAbZ50mgFilmtabletten

OpadryIIhellgelbbestehendaus:

Hypromellose

Polydextrose

Triacetin(Glyceroltriacetat)

Macrogol8000

Titandioxid(E171)

Eisenoxidgelb(E172)

TopiramatAbZ100mgFilmtabletten

OpadryIIgelbbestehendaus:

Hypromellose

Polydextrose

Triacetin(Glyceroltriacetat)

Macrogol8000

Titandioxid(E171)

Eisenoxidgelb(E172)

TopiramatAbZ200mgFilmtabletten

OpadryIIbraunbestehendaus:

Hypromellose

Polydextrose

Triacetin(Glyceroltriacetat)

Macrogol8000

Titandioxid(E171)

Eisenoxidgelb(E172)

Eisenoxidrot(E172)

6.2 Inkompatibilitäten

Nichtzutreffend.

6.3 DauerderHaltbarkeit

2Jahre.

6.4 BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieAufbewahrung

DieFlaschefestverschlossenhalten,umdenInhaltvorFeuchtigkeitzuschützen.

6.5 ArtundInhaltdesBehältnisses

HDPE-FlaschemitPolypropylen-Kappe,dieeinTrocknungsmittelenthält(Silicagel122).

Packungsgrößen:

TopiramatAbZ15mgFilmtabletten

50Filmtabletten(N1)

TopiramatAbZ25mgFilmtabletten

50Filmtabletten(N1)

TopiramatAbZ50mgFilmtabletten

50/100Filmtabletten(N1/N2)

TopiramatAbZ100mgFilmtabletten

50/100/200Filmtabletten(N1/N2/N3)

TopiramatAbZ200mgFilmtabletten

100/200Filmtabletten(N2/N3)

6.6 BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieBeseitigung

KeinebesonderenAnforderungen.

7. INHABERDERZULASSUNG

AbZ-PharmaGmbH

Dr.-Georg-Spohn-Str.7

89143Blaubeuren

www.abz.de

8. ZULASSUNGSNUMMERN

TopiramatAbZ15mgFilmtabletten

65340.00.00

TopiramatAbZ25mgFilmtabletten

65341.00.00

TopiramatAbZ50mgFilmtabletten

65342.00.00

TopiramatAbZ100mgFilmtabletten

65343.00.00

TopiramatAbZ200mgFilmtabletten

65344.00.00

9. DATUMDERERTEILUNGDERZULASSUNGEN/VERLÄNGERUNGDER

ZULASSUNGEN

10. STANDDERINFORMATION

September2008

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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