Tonpular 75 mg Hartkapseln, retardiert Hartkapsel, retardiert

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Venlafaxinhydrochlorid
Verfügbar ab:
CP Pharmaceuticals Ltd.
INN (Internationale Bezeichnung):
venlafaxine hydrochloride
Darreichungsform:
Hartkapsel, retardiert
Zusammensetzung:
Venlafaxinhydrochlorid 84.869mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
74069.00.00

Gebrauchsinformation:InformationfürdenAnwender

Tonpular75 mg Hartkapseln,retardiert

Tonpular150 mg Hartkapseln,retardiert

Venlafaxin

LesenSiediegesamtePackungsbeilagesorgfältig durch,bevorSiemitderEinnahmedieses

Arzneimittelsbeginnen.

-HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSiediesespäternochmalslesen.

-WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichanIhrenArztoderApotheker.

-DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben.GebenSieesnichtanDritteweiter.

EskannanderenMenschenschaden,auchwenndiesediegleichenBeschwerdenhabenwieSie.

-WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSie

Nebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegebensind,informieren

SiebitteIhrenArztoderApotheker.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

1.WasistTonpularundwofürwirdesangewendet?

2.WasmüssenSievorderEinnahmevonTonpularbeachten?

3.WieistTonpulareinzunehmen?

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5.WieistTonpularaufzubewahren?

6.WeitereInformationen

1.WasistTonpularundwofürwirdesangewendet?

1.WasistTonpularund wofürwirdesangewendet?

TonpularisteinAntidepressivum,welcheszueinerGruppevonArzneimittelngehört,dieals

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer(SNRI)bezeichnetwerden.JederMenschhat

bestimmteSubstanzennamensSerotoninund NoradrenalinimGehirn.Eswirdangenommen,dass

Menschen,dieunterDepressionen(unddamitverbundenenErkrankungen)leiden,wenigervon

diesenSubstanzenhabenalsMenschenohneDepression(und damitverbundenen

Erkrankungen).Esistnichtvollständiggeklärt,aufwelcheWeiseAntidepressivawirken,abersie

könnenhelfen,indemsiedieSerotonin-undNoradrenalinspiegelimGehirnerhöhen.

TonpularwirdzurBehandlung folgenderErkrankungenangewendet:

Depression(einschließlichAngstsymptomen)

WennSieunterDepressionleiden,habenSiemöglicherweisedasGefühlextremerTraurigkeit.

DiesesGefühlekanndasalltäglicheLebenbeeinträchtigenundlangeandauern(z.B.Wochenund

Monate).

GeneralisierteAngststörung

DiegeneralisierteAngststörungäußertsichinübermäßiger,unkontrollierterund oftirrationaler

SorgeüberalltäglicheDinge.DieseübertriebeneSorgebeeinträchtigtoftAlltagsfunktionenund

kannlangeandauern.

SozialeAngststörung

DiesozialeAngststörungäußertsichinandauernder,intensiverund chronischerAngstvorden

UrteilenandererMenschensowieAngst,durcheigeneAktivitäteninVerlegenheitgebrachtoder

gedemütigtzuwerden.

Panikstörung(Panikattacken)

2.WasmüssenSievorderEinnahmevonTonpularbeachten?

2.WasmüssenSievorderEinnahmevonTonpularbeachten?

Tonpulardarfnichteingenommenwerden,

·wennSieüberempfindlich(allergisch)gegenVenlafaxinhydrochloridodereinender

sonstigenBestandteilevonTonpularsind(sieheAbschnitt6,WeitereInformationen)

·wennSieaußerdemArzneimitteleinnehmenoderinnerhalb derletzten14 Tage

eingenommenhaben,welchealsMonoaminoxidasehemmer(MAOIs)bekanntsind.Diese

ArzneimittelkönnenzurBehandlungeinerDepressionoderderParkinsonschen

Erkrankungverwendetwerden.DiegleichzeitigeEinnahmeeinesirreversiblenMAOI

zusammenmitanderenArzneimittelneinschließlichTonpularkannschwereodersogar

lebensbedrohlicheNebenwirkungenhervorrufen.AußerdemmüssenSienachBeendigung

derEinnahmevonTonpularmindestens7Tagewarten,bevorSieeinenMAOIeinnehmen

(sieheauchdieAbschnitte„Serotonin-Syndrom“und„BeiEinnahmevonTonpularmit

anderenArzneimitteln“).

BesondereVorsichtbeiderEinnahmevonTonpularisterforderlich

·wennSieunterManiebzw.einerbipolarenStörungleiden(Gefühl,übererregt

odereuphorischzuseinimWechselmitgedrückterStimmungoderDepression),

oderIhreVorgeschichteeinesolcheaufweistoderjemand inIhrerFamiliedaran

gelittenhat.

·wennIhreVorgeschichteBluthochdruckoderHerzbeschwerdenaufweist.

·wennIhreVorgeschichteAnfälle(Krämpfe)aufweist.

·wennSieeinGlaukom(erhöhterAugeninnendruck)haben.

·wennSieeinerhöhtesRisikofürBlutungenhabenoderuntereiner

BlutgerinnungsstörungleidenoderandereArzneimittelnehmen,diedasRisikofür

Blutungenerhöhen.

·wennIhreVorgeschichteniedrigeNatrium-Blutwerte(Hyponatriämie)aufweist.

·wennsichIhreCholesterinwerteerhöhen.

·wennSieandereArzneimittelanwenden,welchebeigleichzeitigerEinnahmemit

TonpulardasRisikoerhöhenkönnten,einSerotonin-Syndromzuentwickeln

(sieheAbschnitt„BeiEinnahmevonTonpularmitanderenArzneimitteln“).

·wennIhreVorgeschichteaggressivesVerhaltenaufweist.

TonpularkanndasGefühlderRuhelosigkeitodereinerUnfähigkeitstillzusitzenoderzu

stehenhervorrufen.SiesolltenIhremArztmitteilen,wenndiesbeiIhnenauftritt.

SeienSieunbesorgt,wennSieinIhremStuhlnachEinnahmevonTonpularkleineweisse

KörnchenoderKügelchenerblicken.IndenTonpularKapselnbefindensichSphäroidebzw.

kleineweißeKügelchen,diedenWirkstoffVenlafaxinenthalten.DieseSphäroidewerdenvon

derKapselinIhrenMagen-Darm-Traktabgegeben.WährenddieSphäroideIhren

Magen-Darm-Traktentlangwandern,wirdlangsamVenlafaxinabgegeben.Das

Sphäroid-„Gerippe“bleibtungelöstzurückundwirdmitIhremStuhlausgeschieden.Deshalb

wurde,auchwennSieeventuellSphäroideinIhremStuhlerblicken,IhreVenlafaxin-Dosis

aufgenommen.

AnwendungbeiKindernundJugendlichenunter18Jahren

DiesesArzneimittelsollKindernund Jugendlichenunter18Jahren,dieEpisodeneinerMajor

Depressionhaben,nichtverordnetwerden.DerGrundliegtdarin,dassdieLangzeitwirkungen

vonTonpularindieserAltersgruppenichtuntersuchtwurden.Eshatsichherausgestellt,dass

Patientenunter18 JahreneinerhöhtesRisikofürbestimmteNebenwirkungenhaben,zudenenes

unterTonpularkommenkann.ZudiesenNebenwirkungenzählenGedankenanSelbstschädigung,

Suizidgedankenund/oderSuizidversucheund GefühlevonFeindseligkeit(hauptsächlich

Aggression,Wutund negativesoderfeindseligesVerhalten).

SuizidgedankenundVerschlechterung IhrerDepression/Angststörung

WennSiedepressivsindoderunterAngststörungenleiden,könnenSiemanchmalGedanken

daranhaben,sichselbstzuverletzenoderSuizidzubegehen.SolcheGedankenkönnenbeider

erstmaligenAnwendungvonAntidepressivaverstärktsein,dennalledieseArzneimittelbrauchen

einigeZeitbissiewirken,gewöhnlichetwazweiWochen,manchmalauchlänger.

DasAuftretenderartigerGedankenistwahrscheinlicher

·wennSiebereitsfrühereinmalGedankendaranhatten,sichdasLebenzunehmen

oderdarangedachthaben,sichselbstzuverletzen,

·wennSieeinjungerErwachsenersind.ErgebnisseausklinischenStudienhabenein

erhöhtesRisikofürdasAuftretenvonSuizidverhaltenbeijungenErwachsenenim

Alterbis25 Jahregezeigt,dieuntereinerpsychiatrischenErkrankunglittenund

miteinemAntidepressivumbehandeltwurden.

GehenSiezuIhremArztodersuchenSieunverzüglicheinKrankenhausauf,wennSiezu

irgendeinemZeitpunktGedankendaranentwickeln,sichselbstzuverletzenodersichdasLeben

zunehmen.

Eskannhilfreichsein,wennSieeinemFreundoderVerwandtenerzählen,dassSiedepressiv

sind oderuntereinerAngststörungleiden.BittenSiediesePersonen,diesePackungsbeilagezu

lesen.FordernSiesieaufIhnenmitzuteilen,wennsiedenEindruckhaben,dasssichIhre

DepressionoderAngstzuständeverschlimmernoderwennsiesichSorgenüber

VerhaltensänderungenbeiIhnenmachen.“

Mundtrockenheit

ÜberMundtrockenheitwird bei10%dermitVenlafaxinbehandeltenPatientenberichtet.Dies

kanndasRisikofürKarieserhöhen.DahersolltenSiebesondersaufIhreZahnhygieneachten.

BeiEinnahmevonTonpularmitanderenArzneimitteln

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimitteleinnehmen/

anwendenbzw.vorkurzemeingenommen/angewendethaben,auchwennessichumnicht

verschreibungspflichtigeArzneimittelhandelt.

FolgendeArzneimittelkönnendieBehandlungmitTonpularbeeinflussenoderdadurchbeeinflusst

werden:

·Monoaminoxidasehemmer(MAOI:sieheAbschnitt„WasmüssenSievorder

EinnahmevonTonpularbeachten?“)

EinSerotonin-Syndrom,einpotentielllebensbedrohlicherZustand(sieheAbschnitt„Welche

Nebenwirkungensindmöglich?“)kannunterBehandlungmitVenlafaxinauftreten,besonders

wennesmitanderenArzneimittelneingenommenwird.BeispielefürsolcheArzneimittelsind:

·Triptane(werdenbeiMigräneangewendet)

·ArzneimittelzurBehandlungvonDepressionen,z.B.SNRI,SSRI,trizyklische

AntidepressivaoderArzneimittel,dieLithiumenthalten

·Arzneimittel,dieLinezolid,einAntibiotikum,enthalten(werdenzurBehandlung

vonInfektionenangewendet)

·Arzneimittel,dieMoclobemid,einenreversiblenMAOI,enthalten(werdenzur

BehandlungeinerDepressionangewendet)

·Arzneimittel,dieSibutraminenthalten(wird beiGewichtsreduktionangewendet)

·Arzneimittel,dieTramadol(einSchmerzmittel)enthalten

·Präparate,dieJohanniskrautenthalten(auchHypericumperforatumgenanntes

Naturheilmittelbzw.pflanzlichesHeilmittelzurBehandlungeinerleichten

Depression)

·Präparate,dieTryptophanenthalten(angewendetz.B.beiSchlafbeschwerdenund

Depressionen)

DieAnzeichenund SymptomefüreinSerotonin-SyndromkönneneineKombinationausdem

Folgendenbeinhalten:

Ruhelosigkeit,Sinnestäuschungen,Koordinationsverlust,beschleunigterHerzschlag,erhöhte

Körpertemperatur,rascheBlutdruckänderungen,überaktiveReflexe,Durchfall,Koma,Übelkeit,

Erbrechen.BegebenSiesichsofortinmedizinischeBehandlung,wennSieglauben,dassbeiIhnen

einSerotonin-Syndromvorliegt.

DiefolgendenArzneimittelkönnenebenfallsmitTonpularwechselwirkenund solltenmitVorsicht

angewendetwerden.Besondersisteswichtig,IhremArztoderApothekermitzuteilen,wennSie

Arzneimitteleinnehmen,diediefolgendenWirkstoffeenthalten:

·Ketoconazol(ArzneimittelgegenPilzinfektionen)

·HaloperidoloderRisperidon(zurBehandlungpsychiatrischerLeiden)

·Metoprolol(einBetablockerzurBehandlungvonBluthochdruck und

Herzbeschwerden)

BeiEinnahmevonTonpularzusammenmitNahrungsmittelnundGetränken

TonpularsolltemitdenMahlzeiteneingenommenwerden(sieheAbschnitt3„WieistTonpular

einzunehmen?“).WiebeiallenArzneimitteln,dieaufdasZentralnervensystemwirken,istAlkohol

während derBehandlungzuvermeiden.

SchwangerschaftundStillzeit

InformierenSieIhrenArzt,wennSieschwangerwerdenoderbeabsichtigen,schwangerzu

werden.SiesolltenTonpularnureinnehmen,nachdemSiedenmöglichenNutzenund die

möglichenRisikenfürIhrungeborenesKindmitIhremArztbesprochenhaben.

WennSieTonpularwährendderSchwangerschafteinnehmen,teilenSiediesIhrerHebamme

und/oderIhremArztmit,daIhrKind nachderGeburteinigeBeschwerdenhabenkönnte.Diese

Beschwerdenbeginnengewöhnlichwährend derersten24StundennachderGeburtdesKindes.

SieschließeneineschlechteNahrungsaufnahmeund SchwierigkeitenbeiderAtmungein.Wenn

dieseBeschwerdenbeiIhremKindnachderGeburtauftretenund Siedarüberbesorgtsind,

wendenSiesichanIhrenArztund/oderIhreHebamme,welcheIhnenRatgebenkönnen.

BittestellenSiesicher,dassIhreHebammeund/oderIhrArzt/IhreÄrztindarüberinformiertsind,

dassSiemitTonpularbehandeltwerden.ÄhnlicheArzneimittelwiedieses(sogenannte

SSRI)können,wennsiewährendderSchwangerschafteingenommenwerden,zueiner

ernsthaftenGesundheitsbeeinträchtigungdesNeugeborenenführen,dieprimäreoder

persistierendepulmonaleHypertoniedesNeugeborenen(PPHN)genanntwirdunddiesichdarin

zeigt,dassdasNeugeboreneschnelleratmetund eineBlaufärbungderHautaufweist.Diese

Symptomebeginnennormalerweisewährendderersten24 StundennachderGeburt.Bitte

nehmenSieineinemsolchenFallsofortmitIhrerHebammeund/oderIhremArztKontaktauf.

TonpulargehtindieMuttermilchüber.EsbestehtdasRisikoeinerWirkungaufdasKind.Sie

solltendaherdieseAngelegenheitmitIhremArztbesprechen,derdanndarüberentscheidenwird,

obSiedasStillenbeendenoderdieBehandlungmitTonpularbeendensollten.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

Esistmöglich,dassTonpularSieschläfrigmacht.WennTonpularSieindieserWeisebeeinflusst,

solltenSiekeinFahrzeugführenoderMaschinenbedienen.

WichtigeInformationenüberbestimmtesonstigeBestandteilevonTonpular

Tonpular75 mgenthältGelborangeS(E110),Azorubin(E122)undAllurarot(E129).

Tonpular150 mgenthältGelborangeS(E110)und Tartrazin(E102).

DieseAzofarbstoffekönnenallergischeReaktionenhervorrufen.

3.WieistTonpulareinzunehmen?

NehmenSieTonpularimmergenaunachAnweisungdesArztesein.

IhrArztentscheidetüberdiefürSierichtigeDosis.

ErwirdIhnenmitteilen,wievieleKapselnSieeinnehmensollenund wiehäufig.

DieKapselnoderdiePelletsdürfennichtzerstoßenodergekautwerden.

DieKapselnmüssenganzmiteinemGlasWassergeschlucktwerden.Siesolltentäglichzurselben

ZeitmitdemFrühstück oderdemAbendesseneingenommenwerden.DieDosisvon

TonpularhängtvonIhrerErkrankungab:

Behandlung einerDepression(einschließlichAngstsymptomen)

·75 mgtäglich

·IhrArztwirdIhreBehandlungüberwachen.BessertsichIhreErkrankungnicht,

kannIhreDosisauf375mgproTagerhöhtwerden.

GeneralisierteAngststörung

·75 mgtäglich.DiemaximaleDosisbeträgt225mgtäglich.

·WennsichdieAngstnichtverändert,solltedieBehandlungnach8Wochen

abgebrochenwerden.

SozialeAngststörung

·75 mgtäglich.DiemaximaleDosisbeträgt225mgtäglich.

·WennsichdieErkrankungnichtverändert,solltedieBehandlungnach12 Wochen

abgebrochenwerden.

Panikstörung

·37,5mgtäglich.DieseDosiskannallmählichgesteigertwerden.Diemaximale

Dosisbeträgt225mgtäglich.

BeiälterenPatientensolltedieDosierungsorgfältigvomArztüberwachtwerden.Patientenmit

mittelschwerenLeber-und NierenproblemensolltennurdieHälftederobengenanntenDosen

einnehmen.

WennSieeinegrößereMengevonTonpulareingenommenhaben,alsSiesollten

WennSie(oderjemandanderes,einschließlicheinKind)mehrTonpulareingenommenhaben,

alsSiesollten,suchenSieunverzüglichdieNotfallambulanzdesnächstgelegenenKrankenhauses

odereinenArztauf.NehmenSiedieseBlisterpackungmitKapselnunddiese

Packungsbeilagestetsmit.

DieSymptomeeinereventuellenÜberdosierungkönneneinenraschenHerzschlag,Änderungen

desWachheitsgrades(vonSchläfrigkeitbisKomareichend),verschwommenesSehen,Krämpfe

oderAnfälleundErbrecheneinschließen.

WennSiedieAnwendung vonTonpularvergessenhaben

WennSieeineDosisvergessenhaben,nehmenSiedieseein,sobald Ihnendiesauffällt.Wennes

bereitsZeitfürIhrenächsteDosisist,lassenSiedievergesseneDosisaus.NehmenSieniemals

diedoppelteDosis,umdievergesseneEinnahmenachzuholen.

WennSiedieEinnahmevonTonpularbeenden

BrechenSieIhreBehandlungnichtaboderreduzierenSienichtdieDosis,ohneRücksprachemit

IhremArztgehaltenzuhaben,selbstwennSiesichbesserfühlen.WennIhrArztderAnsichtist,

dassSieTonpularnichtmehrbenötigen,wirder/sieSiemöglicherweiseanweisen,dieDosis

langsamzureduzieren,bevordieBehandlungganzbeendetwird.Esistbekannt,dass

Nebenwirkungenauftreten,wennPatientendieEinnahmevonTonpularbeenden,vorallem,wenn

TonpularplötzlichabgesetztoderdieDosiszuschnellreduziertwird.

WennSiedasArzneimittelplötzlichabsetzen,kanneszufolgendenBeschwerdenkommen:

SchlafstörungenDurchfallErregtheit

Schwindelgefühl,KopfschmerzenSchwitzenÜbelkeitund/oderErbrechen

SchwächeGrippeähnlicheTaubheitsgefühloder

BeschwerdenKribbelnderHaut

OhrgeräuscheMundtrockenheitBenommenheit

NervositätoderVerwirrtheitAppetitverlustKrampfanfälle

EmpfindungsveränderungenMüdigkeit

(Kribbeln,Ameisenlaufen,

stromschlagähnlicheEmpfindungen)

IhrArztwirdSieanweisen,wieSiedieBehandlungmitTonpularschrittweisebeendensollten.

WennSiesichwegenIhrerBehandlungSorgenmachenoderSieweitereFragenhaben,wenden

SiesichbitteanIhrenArztoderApotheker.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,fragenSieIhrenArztoder

Apotheker.

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

WiealleArzneimittelkannTonpularNebenwirkungenhaben,dieabernichtbeijedemauftreten

müssen.

AllergischeReaktionen

WenneinederfolgendenNebenwirkungenbeiIhnenauftritt,brechenSiedieEinnahmevon

Tonpularab. SprechenSieunverzüglichmitIhremArztbzw.suchenSiedieNotfallambulanzdes

nächstgelegenenKrankenhausesauf:

EngegefühlinderBrust,pfeifendesAtmen,AnschwellendesGesichts,des

SchwierigkeitenbeimSchluckenoderAtmenRachens,derHändeoderFüße

NervositätoderAngst,Schwindelgefühl,StarkerAusschlag,Juckenoder

pochendeEmpfindungen,plötzlichesErrötenNesselsucht(erhabeneroteoderblasse

derHautund/oderWärmegefühlHautflecken,dieoftjucken)

SchwerwiegendeNebenwirkungen

WennSieeinesderfolgendenAnzeichenbeisichbemerken,benötigenSiemöglicherweise

dringend ärztlicheHilfe:

BeschwerdendesHerzens,wiebeschleunigteBeschwerdenderAugen,wie

oderunregelmäßigeHerzfrequenz,erhöhterverschwommenesSehen,geweitete

BlutdruckPupillen

BeschwerdendesNervensystems,wiepsychiatrischeBeschwerden,wie

Schwindelgefühl,Kribbeln(Ameisenlaufen),HyperaktivitätundEuphorie

Bewegungsstörungen,KrämpfeoderAnfälle

AbsetzenderBehandlung(sieheAbschnitt„

WieistTonpulareinzunehmen?, WennSiedie

EinnahmevonTonpularabbrechen“)

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieeinederfolgendenNebenwirkungen

haben,oderwennSiedenEindruckhaben,dassSiesichaufgrund desArzneimittelsinanderer

Weiseunwohlfühlen.

FürdieHäufigkeit(WahrscheinlichkeitdesAuftretens)vonNebenwirkungenwerdenfolgende

Häufigkeitsangabenzugrundegelegt:Sehrhäufig(betrifftmehrals1von10Behandelten),häufig

(betrifft1 bis10von100Behandelten),gelegentlich(betrifft1bis10 von1000 Behandelten),

selten(betrifft1 bis10von10.000 Behandelten),nichtbekannt(Häufigkeitauf

GrundlagederverfügbarenDatennichtabschätzbar).

ErkrankungendesBlutes

Gelegentlich:Hautblutungen(blaueFlecken);schwarzer,teerigerStuhl(Fäzes)oderBlutim

Stuhl,waseinAnzeicheneinerinnerenBlutungseinkann

Nichtbekannt:AbnahmederAnzahlderBlutplättchen,waszueinemerhöhtenRisikoführt,blaue

Fleckenzuentwickelnoderzubluten;ErkrankungendesBlut-und Lymphsystems,welchedas

RisikoeinerInfektionerhöhenkönnen

Stoffwechsel/Ernährungsstörungen

Häufig:Gewichtsabnahme;erhöhterCholesterinspiegel

Gelegentlich:Gewichtszunahme

Nichtbekannt:geringeÄnderungenderLeberenzym-Blutwerte;erniedrigteNatrium-Blutspiegel;

Juckreiz,gelbeHautoderAugen,dunklerUrinodergrippeähnlicheSymptome,welche

SymptomeeinerLeberentzündungsind(Hepatitis);Verwirrtheit;übermäßigeWassereinlagerung

(bekanntalsSIADH);abnormeMilchbildung

ErkrankungendesNervensystems

Sehrhäufig:Mundtrockenheit;Kopfschmerz

Häufig:ungewöhnlicheTrauminhalte;AbnahmedesgeschlechtlichenVerlangens;

Schwindelgefühl;erhöhteMuskelspannung;Schlaflosigkeit;Nervosität;Kribbeln(Ameisenlaufen);

Sedierung;Zittern;Verwirrtheit;Gefühl,vonsichselbstundderWirklichkeitabgetrennt(oder

abgehoben)zusein

Gelegentlich:Teilnahmslosigkeit;Sinnestäuschungen;unwillkürlicheMuskelbewegungen;

Unruhe;beeinträchtigteKoordinationund Balance

Selten:GefühlderRuhelosigkeitoderUnfähigkeitstillzusitzenoderstehen;Krampfanfälle;

Gefühl,übererregtodereuphorischzusein

Nichtbekannt:FiebermitMuskelstarre,OrientierungslosigkeitundVerwirrtheit,oftvon

Trugbildernbegleitet(Delirium);VerwirrtheitoderUnruheundSchwitzen,oderruckartige

BewegungenIhrerMuskeln,dieSienichtbeeinflussenkönnen,wasSymptomeeinesernsten,als

neuroleptischesmalignesSyndrombekanntenZustandsseinkönnen;EuphorischeStimmung,

Benommenheit,anhaltendeschnelleAugenbewegungen,Unbeholfenheit,Ruhelosigkeit,Gefühl

derBetrunkenheit,SchwitzenoderstarreMuskeln,wasSymptomeeinesSerotonin-Syndroms

sind;Steifigkeit,VerkrampfungenundunwillkürlicheBewegungenderMuskeln;Gedankendaran,

sichdasLebenzunehmenodersichselbstzuverletzen

StörungendesSeh-undHörvermögens

Häufig:verschwommenesSehen

Gelegentlich:Geschmacksveränderungen;Ohrgeräusche(Tinnitus)

Nichtbekannt:starkeAugenschmerzenundverschlechtertesoderverschwommenesSehen

Herz-oderKreislauferkrankungen

Häufig:Blutdruckanstieg;Hitzewallung;Herzklopfen

Gelegentlich:Schwindelgefühl(vorallemnachzuschnellemAufstehen);Ohnmachtsanfälle;

rascherHerzschlag

Nichtbekannt:Blutdruckabfall;abnormer,schnelleroderunregelmäßigerHerzschlag,waszur

Ohnmachtführenkann

ErkrankungenderAtemwege

Häufig:Gähnen

Nichtbekannt:Husten,keuchendesAtmen,Kurzatmigkeitund eineerhöhteTemperatur,welche

SymptomeeinerLungentzündunginVerbindungmiteinemAnstiegderweißenBlukörperchen

sind (pulmonaleEsosinophilie)

ErkrankungendesMagen-Darm-Trakts

Sehrhäufig:Übelkeit

Häufig:verminderterAppetit;Verstopfung;Erbrechen

Gelegentlich:Zähneknirschen;Durchfall

Nichtbekannt:starkeBauch-oderRückenschmerzen(wasaufernsteDarm-,Leber-oder

Bauchspeicheldrüsen-Beschwerdenhinweisenkönnte)

ErkrankungenderHaut

Sehrhäufig:Schwitzen(einschließlichNachtschweiß)

Gelegentlich:Ausschlag;ungewöhnlicherHaarausfall

Nichtbekannt:Hautausschlag,derinstarkeBlasenbildungundHautabschälungübergehenkann;

Juckreiz;milderAusschlag

ErkrankungenderMuskulatur

Nichtbekannt:unerklärlicheMuskelschmerzen,-empfindlichkeitoder–schwäche

(Rhabdomyolyse)

ErkrankungenderNierenundHarnwege

Häufig:SchwierigkeitenbeimWasserlassen;HäufigkeitdesWasserlassenserhöht

Gelegentlich:Harnverhaltung

ErkrankungenderFortpflanzungs-undGeschlechtsorgane

Häufig:Ejakulations-undOrgasmusstörungen(beimMann);ausbleibenderOrgasmus;erektile

Dysfunktion(Impotenz);UnregelmäßigkeitenbeiderMenstruation,z.B.verstärkteBlutungoder

verstärktunregelmäßigeBlutung

Gelegentlich:Orgasmusstörungen(beiderFrau)

AllgemeineErkrankungen

Häufig:Erschöpfung(Asthenie);Schüttelfrost

Gelegentlich:ÜberempfindlichkeitsreaktiongegenüberSonnenlicht

Nichtbekannt:geschwollenesGesichtoderZunge,KurzatmigkeitoderAtemschwierigkeiten,oft

zusammenmitHautausschlägen(dieskanneineschwereallergischeReaktionsein)

TonpularverursachtmanchmalNebenwirkungen,dieSiemöglicherweisenichterkennen,wiez.

B.einBlutdruckanstiegoderStörungenderHerzfrequenz,leichteVeränderungenderWerteder

Leberenzyme,desNatrium-oderCholesterinspiegelsimBlut.SeltenerkannTonpulardie

FunktionIhrerBlutplättchenverringernundzueinemerhöhtenRisikofürHautblutungen(blaue

Flecken)undBlutungenführen.DahermöchteIhrArzteventuellbeiIhnengelegentlich

Blutuntersuchungendurchführen,vorallem,wennSieTonpulareinelängereZeiteinnehmen.

WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSie

Nebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegebensind,

informierenSiebitteIhrenArztoderApotheker.

5.WieistTonpularaufzubewahren?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfenTonpularnachdemaufderBlisterpackungund demUmkartonangegebenen

Verfalldatumnichtmehrverwenden.DasVerfalldatumbeziehtsichaufdenletztenTagdes

Monats.

Nichtüber25°Clagern.InderOriginalverpackungaufbewahren,umdenInhaltvorLichtzu

schützen.

ArzneimitteldürfennichtimAbwasseroderHaushaltsabfallentsorgtwerden.FragenSieIhren

Apotheker,wiedasArzneimittelzuentsorgenist,wennSieesnichtmehrbenötigen.Diese

MaßnahmenhelfendieUmweltzuschützen..

6.WeitereInformationen

WasTonpularenthält

DerWirkstoffistVenlafaxin.

Tonpular75 mg

JedeHartkapsel,retardiertenthält84,8mgVenlafaxinhydrochlorid,entsprechend 75mg

Venlafaxin.

Tonpular150 mg

JedeHartkapsel,retardiertenthält169,7mgVenlafaxinhydrochlorid,entsprechend 150mg

Venlafaxin.

DiesonstigenBestandteilesind:

Kapselinhalt:MikrokristallineCellulose,PovidonK30,Ethylcellulose,

Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer(1:1)(Ph.Eur.)Typ C, Talkum,Triethylcitrat,

Natriumhydrogencarbonat,hochdispersesSiliciumdioxid,Natriumdodecylsulfat.

Kapselhülle:

Tonpular75 mg:Titandioxid (E171),GelborangeS(E110),BrillantblauFCF(E133),Azorubin

(E122),Gelatine,Natriumdodecylsulfat

Tonpular150 mg:Titandioxid (E171),GelborangeS(E110),BrillantblauFCF(E133),Tartrazin

(E102),Gelatine,Natriumdodecylsulfat

Drucktinte

Tonpular75 mg:Schellack,Titandioxid(E171),Povidon,Allurarot(E129)

Tonpular150 mg:Schellack,Titandioxid(E171)

WieTonpularaussiehtundInhaltderPackung

Tonpular75 mg Hartkapseln,retardiert:

HartgelatinekapselnderGröße'1'mithellrosafarbenemopakenKapseloberteilund

hellrosafarbenemKapselunterteil,gefülltmitweißenbisgebrochenweißenPellets.DieKapsel

istaufdemKapseloberteilmitW717 inroterFarbebedruckt.

Tonpular150 mg Hartkapseln,retardiert:

HartgelatinekapselnderGröße''mitorangefarbenemopakenKapseloberteilund

orangefarbenemKapselunterteil,gefülltmitweißenbisgebrochenweißenPellets.DieKapsel

istaufdemKapseloberteilmitW718 inweißerFarbebedruckt.

BlisterpackungenimUmkartonmit14 und28 Kapseln.

PharmazeutischerUnternehmer:WockhardtUKLtd,AshRoadNorth,WrexhamIndustrial

Estate,Wrexham,LL13 9UF, VereinigtesKönigreich

Hersteller:CPPharmaceuticalsLtd,AshRoad North,WrexhamIndustrialEstate,Wrexham,

LL139UF, VereinigtesKönigreich

DiesesArzneimittelistindenMitgliedstaatendesEuropäischenWirtschaftsraumes(EWR)

unterdenfolgendenBezeichnungenzugelassen

VereinigtesKönigreich:TonpularXL75mgor150 mgProlonged-ReleaseHard Capsules

Irland:TonpularXL75 mgoder150 mgProlonged-ReleaseHardCapsules

Deutschland:Tonpular75mgoder150mgHartkapseln,retardiert

Polen:TonpularXL75mgoderTonpularXL150mg

Zypern:TonpularXL75mgoder150mgProlonged-ReleaseHard Capsules

Malta:TonpularXL75mgoder150 mgProlonged-ReleaseHard Capsules

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ZUSAMMENFASSUNGDERMERKMALEDESARZNEIMITTELS

BEZEICHNUNGDESARZNEIMITTELS

Tonpular150mgHartkapseln,retardiert

2. QUALITATIVEUNDQUANTITATIVEZUSAMMENSETZUNG

JedeHartkapsel,retardiertenthält169,7mgVenlafaxinhydrochlorid,entsprechend150mgVenlafaxin.

SonstigeBestandteile:

GelborangeS(E110)0,2286mg

Tartrazin(E102)0,0304mg

DievollständigeAuflistungdersonstigenBestandteilesieheAbschnitt6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel,retardiert.

HartgelatinekapselnderGröße''mitorangefarbenemopakenKapseloberteilundorangefarbenem

Kapselunterteil,gefülltmitweißenbisgebrochenweißenPellets.DieKapselistaufdemKapseloberteilmit

W

inweißerFarbebedruckt.

4. KLINISCHEANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

BehandlungvonEpisodeneinerMajorDepression.

ZurPräventiondesWiederauftretensneuerdepressiverEpisoden(Rezidivprophylaxe).

BehandlungdergeneralisiertenAngststörung.

BehandlungdersozialenAngststörung.

BehandlungderPanikstörung,mitoderohneAgoraphobie.

4.2 Dosierung,ArtundDauerderAnwendung

EpisodeneinerMajorDepression

DieempfohleneAnfangsdosisbeträgtfürretardiertesVenlafaxin75mgeinmaltäglich.Patienten,die

nichtaufdieInitialdosisvon75mg/Tagansprechen,könnenausDosiserhöhungenbiszueiner

maximalenDosisvon375mg/TagNutzenziehen.DosiserhöhungenkönneninAbständenvon2Wochen

oderlängererfolgen.FallsaufgrundderSymptomschwereklinischangezeigt,könnenDosiserhöhungen

inhäufigeren,abernichtgeringerenAbständenals4Tagenerfolgen.

AufgrunddesRisikosfürdosisabhängigeNebenwirkungensolltenDosiserhöhungennurnacheiner

klinischenBeurteilungerfolgen(sieheAbschnitt4.4).DieniedrigstewirksameDosissolltebeibehalten

werden.

DiePatientensolltenübereinenausreichendlangenZeitraum,gewöhnlichübermehrereMonateoder

länger,behandeltwerden.DieBehandlungsollteinregelmäßigenZeitabständenfallweiseneuüberprüft

werden.EineLangzeitbehandlungkannauchbeiderRezidivprophylaxevonEpisodeneinerMajor

Depressionangebrachtsein.IndenmeistenFällenistdieempfohleneDosiszurPräventiondes

WiederauftretensneuerEpisodeneinerMajorDepressiondieDosis,welchewährendderaktuellen

Episodeverwendetwurde.

NachderRemissionsolltedieantidepressivemedikamentöseBehandlungübermindestenssechsMonate

fortgesetztwerden.

GeneralisierteAngststörung

DieempfohleneAnfangsdosisbeträgtfürretardiertesVenlafaxin75mgeinmaltäglich.Patienten,die

nichtaufdieInitialdosisvon75mg/Tagansprechen,könnenausDosiserhöhungenbiszueiner

maximalenDosisvon225mg/TagNutzenziehen.DosiserhöhungenkönneninAbständenvon2Wochen

oderlängererfolgen.

AufgrunddesRisikosfürdosisabhängigeNebenwirkungensolltenDosiserhöhungennurnacheiner

klinischenBeurteilungerfolgen(sieheAbschnitt4.4).DieniedrigstewirksameDosissolltebeibehalten

werden.

DiePatientensolltenübereinenausreichendlangenZeitraum,gewöhnlichübermehrereMonateoder

länger,behandeltwerden.DieBehandlungsollteinregelmäßigenZeitabständenfallweiseneuüberprüft

werden.

SozialeAngststörung

DieempfohleneAnfangsdosisbeträgtfürretardiertesVenlafaxin75mgeinmaltäglich.Esgibtkeine

Belegedafür,dasshöhereDosenvonzusätzlichemNutzensind.

JedochkönnenbeiPatienten,dienichtaufdieInitialdosisvon75mg/Tagansprechen,Dosiserhöhungen

biszueinermaximalenDosisvon225mg/Tagerwogenwerden.DosiserhöhungenkönneninAbständen

von2Wochenoderlängererfolgen.

AufgrunddesRisikosfürdosisabhängigeNebenwirkungensolltenDosiserhöhungennurnacheiner

klinischenBeurteilungerfolgen(sieheAbschnitt4.4).DieniedrigstewirksameDosissolltebeibehalten

werden.

DiePatientensolltenübereinenausreichendlangenZeitraum,gewöhnlichübermehrereMonateoder

länger,behandeltwerden.DieBehandlungsollteinregelmäßigenZeitabständenfallweiseneuüberprüft

werden.

Panikstörung

Eswirdempfohlen,eineDosisvontäglich37,5mgretardiertemVenlafaxinfürsiebenTageanzuwenden.

DanachsolltedieDosisauftäglich75mgerhöhtwerden.Patienten,dienichtaufdieDosisvon75

mg/Tagansprechen,könnenausDosiserhöhungenbiszueinermaximalenDosisvon225mg/TagNutzen

ziehen.DosiserhöhungenkönneninAbständenvon2Wochenoderlängererfolgen.

AufgrunddesRisikosfürdosisabhängigeNebenwirkungensolltenDosiserhöhungennurnacheiner

klinischenBeurteilungerfolgen(sieheAbschnitt4.4).DieniedrigstewirksameDosissolltebeibehalten

werden.

DiePatientensolltenübereinenausreichendlangenZeitraum,gewöhnlichübermehrereMonateoder

länger,behandeltwerden.DieBehandlungsollteinregelmäßigenZeitabständenfallweiseneuüberprüft

werden.

AnwendungbeiälterenPatienten

BeiälterenPatientenwirdkeinespezifischeDosisanpassungvonVenlafaxinalleinaufgrunddesAltersfür

erforderlichgehalten.JedochsolltedieBehandlungÄlterermitVorsichterfolgen(z.B.wegeneiner

beeinträchtigtenNierenfunktion,derMöglichkeitvonÄnderungenderNeurotransmitter-Sensitivitätoder

-Affinität,welchewährenddesAlternsauftreten).EssolltestetsdieniedrigstewirksameDosisverwendet

unddiePatientensorgfältigbeobachtetwerden,wenneineDosiserhöhungerforderlichist.

AnwendungbeiKindernundJugendlichenunter18Jahren

VenlafaxinwirdzurAnwendungbeiKindernundJugendlichennichtempfohlen.

KontrollierteklinischeStudienmitKindernundJugendlichenmiteinerMajorDepressionkonnteneine

WirksamkeitnichtdemonstrierenundstützendenGebrauchvonVenlafaxinbeidiesenPatientennicht

(sieheAbschnitte4.4und4.8).

DieWirksamkeitundSicherheitvonVenlafaxinfürandereIndikationenbeiKindernundJugendlichenim

Altervonunter18Jahrensindnichtbelegt.

AnwendungbeiPatientenmiteingeschränkterLeberfunktion

BeiPatientenmitleichterodermäßigerLeberfunktionseinschränkungsollteimAllgemeineneine

Dosisreduktionum50%inBetrachtgezogenwerden.Jedochkannaufgrundderinterindividuellen

VariabilitätderClearanceeineindividuelleDosisanpassungerwünschtsein.

EsliegenlimitierteDatenfürPatientenmitschwererLeberfunktionseinschränkungvor.Vorsichtist

ratsamundeineDosisreduktionummehrals50%sollteinBetrachtwerden.BeiderTherapievon

PatientenmitschwererLeberfunktionseinschränkungsolltedermöglicheNutzengegendasRisiko

abgewogenwerden.

AnwendungbeiPatientenmiteingeschränkterNierenfunktion

ObwohlkeineÄnderungderDosierungbeiPatientenmiteinerglomerulärenFiltrationsrate(GFR)

zwischen30-70ml/minerforderlichist,wirdzurVorsichtgeraten.BeihämodialysepflichtigenPatienten

sowiePatientenmitschwererBeeinträchtigungderNierenfunktion(GFR<30ml/min)solltedieDosis

um50%reduziertwerden.AufgrundderinterindividuellenVariabilitätderClearancedieserPatienten

kanneineindividuelleDosisanpassungerwünschtsein.

AbsetzsymptomebeiBeendigungeinerBehandlungmitVenlafaxin

EinplötzlichesAbsetzensolltevermiedenwerden.BeiBeendigungeinerBehandlungmitVenlafaxin

solltedieDosisübereinenZeitraumvonmindestenseinbiszweiWochenschrittweisereduziertwerden,

umdasRisikovonAbsetzerscheinungenzuverringern(sieheAbschnitt4.4und4.8).Wennnach

DosisverringerungoderAbsetzendesArzneimittelsstarkbeeinträchtigendeAbsetzerscheinungen

auftreten,sollteerwogenwerden,diezuletzteingenommeneDosiserneuteinzunehmen,umdiesedann

nachAnweisungdesArztesinnunmehrkleinerenSchrittenzureduzieren.

ZumEinnehmen.

Eswirdempfohlen,dieretardiertenVenlafaxin-KapselnmiteinerMahlzeittäglichetwazurgleichenZeit

einzunehmen.DieKapselnmüssenganzmitFlüssigkeitgeschlucktunddürfennichtgeteilt,zerdrückt,

zerkautoderaufgelöstwerden.

Patienten,diemitVenlafaxin-Tablettenbehandeltwerden,könnenaufretardierteVenlafaxin-Kapselnmit

deramBestenentsprechendenTagesdosisumgestelltwerden.BeispielsweisekönnenVenlafaxin-

Tabletten37,5mgzweimaltäglichaufretardierteVenlafaxin-Kapseln75mgeinmaltäglichumgestellt

werden.IndividuelleDosisanpassungenkönnenerforderlichsein.

4.3 Gegenanzeigen

ÜberempfindlichkeitgegendenWirkstoffodereinendersonstigenBestandteile.

EinegleichzeitigeBehandlungmitirreversiblenMonoaminoxidase-Inhibitoren(MAOI)istaufgrunddes

RisikoseinesSerotonin-SyndromsmitSymptomenwieAgitation,TremorundHyperthermie

kontraindiziert.DieBehandlungmitVenlafaxindarfmindestens14TagenachBeendigungder

BehandlungmiteinemirreversiblenMAOInichteingeleitetwerden.

DieAnwendungvonVenlafaxinmussmindestens7TagevorBeginneinerTherapiemiteinem

irreversiblenMAOIbeendetwerden(sieheAbschnitte4.4und4.5.).

4.4 BesondereWarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung

Suizid/SuizidgedankenoderklinischeVerschlechterung

DepressiveErkrankungensindmiteinemerhöhtenRisikofürdieAuslösungvonSuizidgedanken,

selbstschädigendemVerhaltenundSuizid(Suizid-bezogeneEreignisse)verbunden.DieseserhöhteRisiko

besteht,biseszueinersignifikantenLinderungderSymptomekommt.Dadiesenichtunbedingtschon

währenddererstenBehandlungswochenauftritt,solltendiePatientendaherbiszumEintritteinerBesserung

engmaschigüberwachtwerden.DiebisherigeklinischeErfahrungzeigt,dassdasSuizidrisikozuBeginn

einerBehandlungansteigenkann.

AnderepsychiatrischeErkrankungen,fürdieVenlafaxinverschriebenwird,könnenebensomiteinem

erhöhtenRisikofürSuizid-bezogeneEreignisseeinhergehen.AußerdemkönnendieseErkrankungen

zusammenmiteinerdepressivenErkrankung(EpisodeneinerMajorDepression)auftreten.Dahersolltenbei

BehandlungandererpsychiatrischerErkrankungendiegleichenVorsichtsmaßnahmeneingehaltenwerden

wiebeiderBehandlungvondepressivenErkrankungen.

BeiPatientenmitsuizidalemVerhalteninderAnamneseodersolchen,dievorderTherapieausgeprägte

Suizidabsichtenhatten,istdasRisikofürdieAuslösungvonSuizidgedankenoder-versuchenerhöht.Sie

solltendaherwährendderBehandlungbesonderssorgfältigüberwachtwerden.

EineMeta-AnalysevonPlacebo-kontrolliertenklinischenStudienzurAnwendungvonAntidepressivabei

ErwachsenenmitpsychiatrischenStörungenzeigtefürPatientenunter25Jahren,dieAntidepressiva

einnahmen,einerhöhtesRisikofürsuizidalesVerhaltenimVergleichzuPlacebo.

DieArzneimitteltherapiesolltemiteinerengmaschigenÜberwachungderPatienten,vorallemderPatienten

mithohemSuizidrisiko,insbesonderezuBeginnderBehandlungundnachDosisanpassungeneinhergehen.

Patienten(undderenBetreuer)sindaufdieNotwendigkeiteinerÜberwachunghinsichtlichjederklinischen

Verschlechterung,desAuftretensvonsuizidalemVerhaltenoderSuizidgedankenundungewöhnlicher

Verhaltensänderungenhinzuweisen.SiesolltenunverzüglichmedizinischenRateinholen,wennderartige

Symptomeauftreten.

AnwendungbeiKindernundJugendlichenunter18Jahren

TonpularsolltenichtzurAnwendungbeiKindernundJugendlichenunter18Jahrenangewendetwerden.

SuizidaleVerhaltensweisen(SuizidversuchundSuizidgedanken)sowieFeindseligkeit(vorwiegend

Aggressivität,oppositionellesVerhaltenundWut)wurdeninklinischenStudienhäufigerbeimit

AntidepressivabehandeltenKindernundJugendlichenbeobachtetalsbeiKindernundJugendlichen,diemit

Placebobehandeltwurden.SollteaufgrundklinischerNotwendigkeitdennochdieEntscheidungfüreine

Behandlunggetroffenwerden,istderPatientimHinblickaufdasAuftretensuizidalerSymptomesorgfältig

zuüberwachen.DarüberhinausfehlenLangzeitdatenzurSicherheitbeiKindernundJugendlicheninBezug

aufWachstum,ReifungsowiekognitiveEntwicklungundVerhaltensentwicklung.

Serotonin-Syndrom

WiebeianderenserotonergenWirkstoffenkanneinSerotonin-Syndrom,einpotenzielllebensbedrohlicher

Zustand,unterBehandlungmitVenlafaxinauftreten,insbesonderebeigleichzeitigerAnwendungvon

anderenSubstanzen,z.B.MAO-Inhibitoren,diedasserotonergeNeurotransmittersystembeeinflussen

können(sieheAbschnitte4.3und4.5).

DieSymptomeeinesSerotonin-SyndromskönnenÄnderungendesmentalenStatus(z.B.Agitation,

Halluzination,Koma),autonomeInstabilität(z.B.Tachykardie,labilerBlutdruck,Hyperthermie),

neuromuskuläreAbweichungen(z.B.Hyperreflexie,Inkoordination)und/odergastrointestinaleSymptome

(z.B.Übelkeit,Erbrechen,Durchfall)einschließen.

Engwinkelglaukom

UnterVenlafaxinkanneineMydriasisauftreten.Eswirdempfohlen,Patientenmiterhöhtem

AugeninnendruckoderPatientenmiteinemRisikofüreinakutesEngwinkelglaukom(Winkelblockglaukom)

sorgfältigzuüberwachen.

Blutdruck

ÜbereinendosisabhängigenBlutdruckanstiegbeiVenlafaxinwurdehäufigberichtet.Eswurdenach

MarkteinführungübereinigeFällevonstarkerhöhtemBlutdruckberichtet,dereinesofortigeBehandlung

erforderte.AllePatientensolltensorgfältigaufBluthockdrucküberprüftundeinschonbestehender

BluthochdrucksolltevorBehandlungsbeginneingestelltwerden.DerBlutdrucksolltenach

BehandlungsbeginnundnachDosiserhöhungenregelmäßigkontrolliertwerden.Vorsichtistgebotenbei

Patienten,derenGesundheitszustanddurcheineErhöhungdesBlutdrucksbeeinträchtigtwerdenkönnte,z.B.

beisolchenmitbeeinträchtigterkardialerFunktion.

Herzfrequenz

ErhöhungenderHerzfrequenzkönneninsbesonderebeihöhererDosierungauftreten.Vorsichtistgebotenbei

Patienten,derenGesundheitszustanddurcheineErhöhungderHerzfrequenzbeeinträchtigtwerdenkönnte.

HerzerkrankungundRisikoeinerArrhythmie

VenlafaxinwurdenichtbeiPatientenmitkürzlichzurückliegendemMyokardinfarktodernichtstabilisierter

Herzerkrankungevaluiert.DahersollteesbeidiesenPatientenmitVorsichtangewandtwerden.

SeitMarkteinführungwurdeübertödlichverlaufendeHerzrhythmusstörungenbeiAnwendungvon

Venlafaxin,insbesonderebeiÜberdosierung,berichtet.DasRisiko-Nutzen-Verhältnissollteabgewogen

werden,bevorVenlafaxinPatientenmiteinemhohenRisikofürschwereHerzrhythmusstörungenverordnet

wird.

Krampfanfälle

UnterderBehandlungmitVenlafaxinkönnenKrampfanfälleauftreten.WiebeiallenAntidepressivasollte

dieBehandlungmitVenlafaxinbeiPatientenmitKrampfanfälleninderVorgeschichtemitVorsichtbegonnen

unddiebetroffenenPatientensorgfältigüberwachtwerden.DieBehandlungsolltebeijedemPatienten

beendetwerden,beidemsichKrampfanfälleentwickeln.

Hyponatriämie

EskönnenFällevonHyponatriämieund/oderdasSyndromderinadäquatenADH-Sekretion(SIADH)unter

BehandlungmitVenlafaxinauftreten.DieswurdemeistbeiPatientenmitVolumenmangeloderdehydrierten

Patientenberichtet.BeiälterenPatienten,beiDiuretikaeinnehmendenPatientensowiePatientenmit

anderweitigemVolumenmangelkanndasRisikohierfürerhöhtsein.

AbnormeBlutungen

Arzneimittel,welchedieSerotonin-Aufnahmeinhibieren,könnenzueinerreduziertenPlättchen-Funktion

führen.DasRisikovonHaut-oderSchleimhautblutungeneinschließlichgastrointestinalerBlutungkannbei

Patienten,dieVenlafaxineinnehmen,erhöhtsein.WiebeianderenSerotonin-Aufnahme-Inhibitorensollte

VenlafaxinbeiPatientenmiteinerPrädispositionfürBlutungen,einschließlichaufAntikoagulantienund

Thrombozyten-AggregationshemmereingestelltePatienten,vorsichtigangewendetwerden.

Serum-Cholesterin

KlinischrelevanteCholesterinspiegelerhöhungenwurdenbei5,3%dermitVenlafaxinbehandeltenPatienten

und0,0%dermitPlacebobehandeltenPatientenbeobachtet,diemindestens3Monatelangin

placebokontrolliertenStudienbehandeltwurden.EineBestimmungdesCholesterinspiegelssolltebeieiner

Langzeitbehandlungerwogenwerden.

GleichzeitigeGabevonWirkstoffenzurGewichtsreduktion

DieSicherheitundWirksamkeiteinerBehandlungmitVenlafaxininKombinationmitWirkstoffenzur

Gewichtsreduktion,einschließlichPhentermin,sindnichterwiesen.EineKombinationvonVenlafaxinmit

WirkstoffenzurGewichtsabnahmewirdnichtempfohlen.VenlafaxinistwederalsMono-nochals

KombinationstherapiefürdieGewichtsreduktionzugelassen.

Manie/Hypomanie

EineManie/HypomaniekannbeieinemkleinenTeilderPatientenmiteineraffektivenStörungauftreten,die

AntidepressivaeinschließlichVenlafaxinerhaltenhaben.WiebeianderenAntidepressivaauch,sollte

VenlafaxinbeiPatientenmitbipolareraffektiverStörunginihrerbzw.derfamiliärenVorgeschichtemit

Vorsichtverwendetwerden.

Aggression

AggressionkannbeieinergeringenAnzahlvonPatientenauftreten,dieAntidepressivaeinschließlich

Venlafaxinerhaltenhaben.HierüberwurdezuBehandlungsbeginn,beiÄnderungenderDosisundbei

BeendigungderBehandlungberichtet.

BeiPatientenmitAggressioninderVorgeschichtesollteVenlafaxin,wieandereAntidepressivaauch,mit

Vorsichtverwendetwerden.

AbsetzreaktionenbeiBeendigungderBehandlung

AbsetzreaktionentretenbeieinerBeendigungderBehandlunghäufigauf,besonderswenndieBehandlung

plötzlichabgebrochenwird(sieheAbschnitt4.8).InklinischenStudientratenNebenwirkungenbei

BeendigungderBehandlung(währendundnachderDosisreduktion)beietwa31%derPatientenauf,die

mitVenlafaxinbehandeltwurdenundbei17%derPatienten,diePlaceboeinnahmen.

DasRisikovonAbsetzreaktionenkannvonmehrerenFaktorenabhängen,einschließlichDauerder

Behandlung,DosisundGeschwindigkeitderDosisreduktion.Schwindelgefühl,Empfindungsstörungen

(einschließlichParästhesien),Schlafstörungen(einschließlichSchlaflosigkeitundintensiverTräume),

ErregtheitoderAngst,Übelkeitund/oderErbrechen,ZitternundKopfschmerzensinddieamhäufigsten

berichtetenReaktionen.ImAllgemeinensinddieseSymptomeleichtbismäßigschwer,beieinigenPatienten

könnensiejedochschwerwiegendsein.SietretennormalerweiseinnerhalbdererstenTagenachAbsetzen

derBehandlungauf,aberinsehrseltenenFällenwurdevonsolchenSymptomenbeiPatientennach

unbeabsichtigtemAuslasseneinerDosisberichtet.ImAllgemeinenbildensichdieseSymptomevonselbst

zurückundklingeninnerhalbvon2Wochenab.BeieinigenPersonenkönnensielängeranhalten(2-3

Monateoderlänger).EswirddaherempfohlenbeieinerBeendigungderBehandlungmitVenlafaxindie

DosisübereinenZeitraumvon26mehrerenWochenoderMonatenschrittweisezureduzieren,entsprechend

denBedürfnissendesPatienten(sieheAbschnitt4.2).

Akathisie/psychomotorischeUnruhe

DieAnwendungvonVenlafaxinwurdemitderEntwicklungvonAkathisieninVerbindunggebracht,die

charakterisiertsinddurcheinesubjektivunangenehmeoderalsquälenderlebteRuhelosigkeitund

Notwendigkeitsichzubewegen,oftzusammenmiteinerUnfähigkeitstillzusitzenoderstillzustehen.Dies

trifftamehestenwährenddererstenBehandlungswochenauf.FürPatienten,beidenensolcheSymptome

auftreten,kanneineDosiserhöhungschädlichsein.

Mundtrockenheit

ÜberMundtrockenheitwirdbei10%dermitVenlafaxinbehandeltenPatientenberichtet.Dieskanndas

RisikofürKarieserhöhenunddiePatientensolltenaufdieWichtigkeiteinerDentalhygienehingewiesen

werden.

SonstigeBestandteile:

Tonpular150mgenthältdieAzofarbstoffeGelborangeS(E110)undTartrazin(E102).Diesekönnen

allergischeReaktionenhervorrufen.

RetardierteVenlafaxin-KapselnenthaltenSphäroide,diedenWirkstofflangsamindenVerdauungstrakt

abgeben.DerunlöslicheAnteildieserSphäroidewirdausgeschiedenundkannindenFäzessichtbarsein.

4.5 WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen

Monoaminoxidase-Hemmer(MAOI)

Irreversiblenicht-selektiveMAOI

VenlafaxindarfnichtinKombinationmitirreversiblennicht-selektivenMAOIangewendetwerden.

EineBehandlungmitVenlafaxindarfmindestens14TagenachBeendigungeinerBehandlungmiteinem

irreversiblennicht-selektivenMAOInichteingeleitetwerden.DieAnwendungvonVenlafaxinmuss

mindestens7TagevorBeginneinerTherapiemiteinemirreversiblennicht-selektivenMAOIbeendetsein

(sieheAbschnitte4.3und4.4).

ReversiblerselektiverMAO-A-Inhibitor(Moclobemid)

AufgrunddesRisikoseinesSerotonin-SyndromswirddieKombinationvonVenlafaxinmiteinem

reversiblenundselektivenMAOI,z.B.Moclobemid,nichtempfohlen.NacheinerBehandlungmiteinem

reversiblenMAO-InhibitorkannvorBeginneinerBehandlungmitVenlafaxineineAbsetzperiodeverwendet

werden,diekürzerals14Tageist.Eswirdempfohlen,Venlafaxinmindestens7TagevorBeginneiner

BehandlungmiteinemreversiblenMAOIabzusetzen(sieheAbschnitt4.4).

Reversiblenicht-selektiveMAOI(Linezolid)

DasAntibiotikumLinezolidisteinschwacherreversiblerundnicht-selektiverMAOIundsolltePatienten,

diemitVenlafaxinbehandeltwerden,nichtgegebenwerden(sieheAbschnitt4.4).

SchwereNebenwirkungenwurdenbeiPatientenberichtet,beideneneinMAOIkurzvorBeginnder

BehandlungmitVenlafaxinbzw.VenlafaxinkurzvorBeginnderBehandlungmiteinemMAOIabgesetzt

wurde.DieseNebenwirkungenumfasstenTremor,Myoklonus,Schwitzen,Übelkeit,Erbrechen,

Hitzewallungen,SchwindelgefühlundFiebermitMerkmalen,diedemmalignenneuroleptischenSyndrom

ähnelten,KrampfanfällesowieTodesfälle.

Serotonin-Syndrom

WiebeianderenserotonergenWirkstoffenkannunterBehandlungmitVenlafaxineinSerotonin-Syndrom

auftreten;insbesonderebeigleichzeitigerEinnahmeandererSubstanzen,diedasserotonerge

Neurotransmittersystembeeinflussenkönnen(einschließlichTriptane,SSRI,SNRI,Lithium,Sibutramin,

TramadoloderJohanniskraut[Hypericumperforatum]),vonArzneimitteln,diedenSerotonin-Stoffwechsel

beeinträchtigen(einschließlichMAOI),odervonSerotonin-Präkursoren(z.B.alsTryptophan-

Ergänzungsmittel).

WennausklinischenGründeneinegleichzeitigeBehandlungmitVenlafaxinundeinemSSRI,einemSNRI

odereinemSerotoninrezeptor-Agonisten(Triptan)nötigist,wirdzueinersorgfältigenBeobachtungdes

PatientenbesonderszuBeginnderBehandlungundbeiDosiserhöhungengeraten.

DiegleichzeitigeAnwendungvonVenlafaxinundSerotonin-Präkursoren(z.B.Tryptophan-

Ergänzungsmittel)wirdnichtempfohlen(sieheAbschnitt4.4).

ZNS-aktiveSubstanzen

DasRisikoderAnwendungvonVenlafaxininKombinationmitanderenZNS-aktivenSubstanzenwurde

nichtsystematischevaluiert.DaheristVorsichtratsam,wennVenlafaxininKombinationmitanderenZNS-

aktivenSubstanzeneingenommenwird.

Ethanol

Eswurdegezeigt,dassVenlafaxindiedurchEthanolverursachteBeeinträchtigunggeistigerundmotorischer

Fähigkeitennichtverstärkt.JedochsolltenwiebeiallenZNS-aktivenSubstanzendiePatientendarauf

hingewiesenwerden,denAlkoholkonsumzuvermeiden.

WirkungandererArzneimittelaufVenlafaxin

Ketoconazol(CYP3A4-Inhibitor)

IneinerpharmakokinetischenStudieführtedieGabevonKetoconazolbeiCYP2D6-extensiven

Metabolisierern(EM)bzw.schwachenMetabolisierern(poormetabolizer=PM)zueinererhöhtenAUCvon

Venlafaxin(70%bzw.21%beiProbandenmitCYP2D6EMbzw.PM)undvonODesmethylvenlafaxin(33

%bzw.23%beiProbandenmitCYP2D6EMbzw.PM).DiegleichzeitigeAnwendungvonCYP3A4-

Inhibitoren(z.B.Atazanavir,Clarithromycin,Indinavir,Itraconazol,Voriconazol,Posaconazol,Ketoconazol,

Nelfinavir,Ritonavir,Saquinavir,Telithromycin)undVenlafaxinkanndieSpiegelvonVenlafaxinundO-

Desmethylvenlafaxinerhöhen.DaheristVorsichtratsam,wenndieTherapieeinesPatientengleichzeitig

VenlafaxinundeinenCYP3A4-Inhibitorumfasst.

WirkungvonVenlafaxinaufandereArzneimittel

Lithium

EinSerotonin-SyndromkannbeigleichzeitigerAnwendungvonVenlafaxinundLithiumauftreten(siehe

Serotonin-Syndrom).

Diazepam

VenlafaxinhatkeinenEffektaufdiePharmakokinetikundPharmakodynamikvonDiazepamundseinem

aktivenMetabolitenDesmethyldiazepam.DiazepamscheintdiepharmakokinetischenParametervon

VenlafaxinoderO-Desmethylvenlafaxinnichtzubeeinflussen.Esistunbekannt,obeinepharkokinetische

und/oderpharmakodynamischeInteraktionmitanderenBenzodiazepinenbesteht.

Imipramin

VenlafaxinbeeinflusstediePharmakokinetikvonImipraminund2-Hydroxyimipraminnicht.DieAUCvon

2-Hydroxydesipraminwardosisabhängigumdas2,5-bis4,5facheerhöht,wenn75mgbis150mg

Venlafaxintäglichgegebenwurden.ImipraminbeeinflusstediePharmakokinetikvonVenlafaxinundO-

Desmethylvenlafaxinnicht.DieklinischeBedeutungdieserInteraktionistnichtbekannt.Beigleichzeitiger

GabevonVenlafaxinundImipraministVorsichtgeboten.

Haloperidol

EinepharmakokinetischeStudiemitHaloperidolzeigteeineAbnahmederoralenGesamtclearanceum42%,

eineZunahmederAUCum70%,einenAnstiegvonCmaxum88%,jedochkeineÄnderungder

HalbwertszeitfürHaloperidol.DiessolltebeigleichzeitigmitHaloperidolundVenlafaxinbehandelten

Patientenbeachtetwerden.DieklinischeBedeutungdieserInteraktionistnichtbekannt.

Risperidon

VenlafaxinerhöhtedieAUCvonRisperidonum50%,verändertejedochdaspharmakokinetische

GesamtprofildesgesamtenaktivenAnteils(Risperidonund9-Hydroxyrisperidon)nichtsignifikant.Die

klinischeBedeutungdieserInteraktionistnichtbekannt.

Metoprolol

DiegleichzeitigeAnwendungvonVenlafaxinundMetoprololbeigesundenProbandenineiner

pharmakokinetischenInteraktionsstudiemitbeidenArzneimittelnführtezueinerErhöhungderMetoprolol-

Plasmakonzentrationumca.30–40%beiunveränderterPlasmakonzentrationdesaktivenMetabolitenα-

Hydroxy-Metoprolol.DieklinischeRelevanzdieserErgebnissefürPatientenmitBluthochdruckistnicht

bekannt.MetoprololverändertedaspharmakokinetischeProfilvonVenlafaxinundseinemaktiven

MetabolitenO-Desmethylvenlafaxinnicht.BeigleichzeitigerGabevonVenlafaxinundMetoprololist

Vorsichtgeboten.

Indinavir

EinepharmakokinetischeStudiemitIndinavirzeigteeineAbnahmederAUCum28%undeineAbnahme

vonCmaxum36%fürIndinavir.IndinavirbeeinflusstediePharmakokinetikvonVenlafaxinundO-

Desmethylvenlafaxinnicht.DieklinischeBedeutungdieserInteraktionistnichtbekannt.

4.6 SchwangerschaftundStillzeit

Schwangerschaft

EsliegenkeinehinreichendenDatenzurAnwendungvonVenlafaxinbeischwangerenFrauenvor.

TierexperimentelleStudienhabenReproduktionstoxizitätgezeigt(sieheAbschnitt5.3).Daspotentielle

RisikofürdenMenschenistnichtbekannt.VenlafaxindarfbeischwangerenFrauennurangewendetwerden,

wennderzuerwartendeNutzendiemöglichenRisikenüberwiegt.

WiebeianderenSerotonin-Aufnahme-Inhibitoren(SSRI/SNRI)könnenbeiNeugeborenen

Absetzerscheinungenauftreten,wennVenlafaxinbiszuroderkurzvorderGeburtangewendetwird.

MancheNeugeborene,dieVenlafaxinspätimdrittenTrimenonexponiertwaren,entwickelten

Komplikationen,dieeineSondenernährung,eineUnterstützungderAtmungodereinenverlängerten

Klinikaufenthalterforderten.SolcheKomplikationenkönnenunmittelbarnachderGeburtauftreten.

FolgendeSymptomekönnenbeiNeugeborenenbeobachtetwerden,fallsdieMutterSSRI/SNRIinderspäten

Schwangerschaftangewendethat:Irritabilität,Zittern,Muskelhypotonie,anhaltendesSchreien,

SchwierigkeitenbeimSaugenundSchlafen.DieseSymptomekönnenentwederfürserotonergeEffekteoder

fürExpositions-Symptomesprechen.InderMehrzahlderFällewerdendieseKomplikationenunmittelbar

oderinnerhalbvon24StundennachderGeburtbeobachtet.

DatenausepidemiologischenStudiendeutendaraufhin,dassdieAnwendungvonSelektivenSerotonin-

Wiederaufnahme-Inhibitoren(SSRI)inderSchwangerschaft,insbesondereimspätenStadiumeiner

Schwangerschaft,dasRisikofürdasAuftreteneinerprimärenpulmonalenHypertoniebeiNeugeborenen

(PPHN,auchpersistierendepulmonaleHypertoniegenannt)erhöhenkann.ObwohleskeineStudiengibt,

dieeinenZusammenhangzwischenderBehandlungmitSNRIunddemAuftretenvonPPHNuntersucht

haben,kanndiesespotentielleRisikofürVenlafaxin nichtausgeschlossenwerden,wennmanden

zugehörigenWirkmechanismus(InhibitionderWiederaufnahmevonSerotonin)berücksichtigt.

Stillzeit

VenlafaxinundseinaktiverMetabolitO-DesmethylvenlafaxingehenindieMuttermilchüber.EinRisikofür

dasgestillteKindkannnichtausgeschlossenwerden.DahersolltedieEntscheidung,obgestillt/abgestillt

oderobdieTherapiemitTonpularfortgesetzt/abgesetztwerdensoll,unterBerücksichtigungderVorteiledes

StillensfürdasKindunddesNutzensderTherapiemitTonpularfürdieMuttergetroffenwerden.

4.7 AuswirkungenaufdieVerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienenvonMaschinen

JedespsychoaktiveArzneimittelkanndasUrteilsvermögen,dasDenkvermögenunddiemotorischen

Fähigkeitenbeeinträchtigen.DahersollteeinPatient,derVenlafaxinerhält,voreinerEinschränkung

seinerFähigkeit,einFahrzeugzuführenodergefährlicheMaschinenzubedienen,gewarntwerden.

Nebenwirkungen

Dieamhäufigsten(>1/10)inklinischenStudienberichtetenNebenwirkungenwarenÜbelkeit,

MundtrockenheitundSchwitzen(einschließlichNachtschweiß).

ImFolgendensinddieNebenwirkungen,geordnetnachOrganklassenundderHäufigkeitihresAuftretens,

aufgeführt.

DieHäufigkeitihresAuftretensistdefiniertals:Sehrhäufig(≥1/10),Häufig(≥1/100bis<1/10),

Gelegentlich(≥1/1.000bis<1/100),Selten(≥1/10.000bis<1/1.000),Nichtbekannt(Häufigkeitauf

GrundlagederverfügbarenDatennichtabschätzbar).

Organklasse Sehr

häufig Häufig Gelegentlich Selten Nichtbekannt

Erkrankungen

desBlutesund

des

Lymphsystems Kleinflächige

Hautblutung

(Ecchymose),

gastrointestinale

Blutung Schleimhautblutun-

gen,verlängerte

Blutungsdauer,

Thrombozytopenie,

Blutbildverände-

rungen(einschließ-

lichAgranulozy-

tose,aplastische

Anämie,Neutrope-

nieundPanzytope-

nie).

Stoffwechsel-

und

Ernährungsstöru

n-gen ErhöhteCholeste-

rinwerte,

Gewichtsabnahme Gewichtszu-

nahme,

Geschmacks-

veränderungen Leberwertverände-

rungen,

Hyponatriämie,

Hepatitis,Syndrom

derin-adäquaten

Aus-schüttungdes

antidiuretischen

Hormons(SIADH),

Prolaktinspiegel-

Erhöhung

Erkrankungen

des

Nervensystems Mund-

trockenheit

(10,0%),

Kopf-

schmerz

(30,3%)* Ungewöhnliche

Trauminhalte,

Libidoabnahme,

Schwindelgefühl,

erhöhteMuskel-

spannung

(Hypertonus),

Schlaflosigkeit,

Nervosität,

Parästhesien,

Sedierung,Zittern,

Verwirrtheit,

Apathie,

Halluzinationen,

Myoklonus,

Agitiertheit,

Beeinträchtigte

Koordinationund

Balance Akathi-

sie/Psychomo

torische

Unruhe,

Krampfan-

fälle,Manie Malignes

neuroleptisches

Syndrom(NMS),

Serotonin-syndrom,

Delirium,

extrapyramidale

Reaktionen(ein-

schließlich

Dystonienund

Dyskinesien),

tardiveDyskinesie,

suizidaleGedanken,

suizidales

Verhalten**

Augenerkrankun

Akkommodations-

störungendes

Auges,Mydriasis,

Sehstörungen Engwinkelglau-

Erkrankungen

desOhrsund

desLabyrinths Tinnitus

Herzerkrankung

Blutdruckanstieg,

Vasodilatation

(meistHitzewallun-

gen),Palpitationen Orthostatische

Hypotonie,Syn-

kopen,Tachy-

kardie Hypotonie,QT-

Verlängerung,

Kammerflimmern,

ventrikuläre

Tachykardie

(einschließlich

Torsadedepointes)

Erkrankungen

derAtemwege,

desBrustraums

und

Mediastinums Gähnen Pulmonale

Eosinophilie

Erkrankungen

des

Gastrointestinalt

rakts Übelkeit

(20,0%) Verminderter

Appetit(Anorexie),

Verstopfung,

Erbrechen Bruxismus,

Diarrhoe Pankreatitis

Erkrankungen

derHautund

des

Unterhautzellge

webes Schwitzen

(ein-

schließlich

Nacht-

schwitzen)

[12,2%] Hautausschlag,

Alopezie Erythemamulti-

forme,Toxische

epidermaleNekro-

lyse,Stevens-

Johnson-Syndrom,

Pruritus,Urtikaria

Skelettmuskulat

ur-,

Bindegewebs-

und

Knochenerkrank

ungen Rhabdomyolyse

Erkrankungen

der

Geschlechtsorga

neundder

Brustdrüse Ejakulations-und

Orgasmusstörun-gen

(beimMann),

Anorgasmie,

erektileDysfunktion

(Impotenz),

Problemebeim

Wasserlassen

(meistens

Verzögerung),

Störungender

Menstruation

verbundenmit

verstärkterBlutung

oderverstärkt

irregulärerBlutung

(z.B.Menorrhagie,

Metrorrhagie),

Orgasmusstö-

rungen(beider

Frau),Harnver-

haltung

Allgemeine

Erkrankungen

und

Beschwerden

am

Verabreichungso

Asthenie

(Erschöpfung),

Schüttelfrost Lichtüber-

empfindlichkeits-

reaktion Anaphylaxie

*IngepooltenklinischenStudienbetrugdieHäufigkeitvonKopfschmerz30,3%unterVenlafaxin

verglichenmit31,3%unterPlacebo.

**FällevonsuizidalenGedankenodersuizidalemVerhaltenwährendderTherapiemitVenlafaxinoder

kurzeZeitnachBeendigungderBehandlungsindberichtetworden(sieheAbschnitt4.4).

DasAbsetzenvonVenlafaxinführt(insbesonderewennesabruptgeschieht)häufigzuAbsetzreaktionen.

Schwindelgefühl,Empfindungsstörungen(einschließlichParästhesien),Schlafstörungen(einschließlich

SchlaflosigkeitundintensiverTräume),ErregtheitoderAngst,Übelkeitund/oderErbrechen,Zittern,

KopfschmerzenundGrippe-SyndromsinddieamhäufigstenberichtetenReaktionen.ImAllgemeinen

sinddieseSymptomeleichtbismäßigschwerundgehenvonselbstzurück,beieinigenPatientenkönnen

siejedochschwerwiegendseinund/oderlängerandauern.

Eswirddahergeraten,wenneineBehandlungmitVenlafaxinnichtmehrerforderlichist,dieDosis

schrittweisezureduzieren(sieheAbschnitte4.2und4.4).

PädiatrischePatienten

InsgesamtähneltedasNebenwirkungsprofilvonVenlafaxin(inplacebokontrolliertenklinischenStudien)

beiKindernundJugendlichen(imAltervon6bis17Jahren)dembeiErwachsenen.WiebeiErwachsenen

wurdenverminderterAppetit,Gewichtsabnahme,BlutdruckanstiegunderhöhteCholesterinwerte

beobachtet(sieheAbschnitt4.4).

InpädiatrischenklinischenStudienwurdedieNebenwirkungSuizidgedankenbeobachtet.Eswurde

vermehrtüberFeindseligkeitund,speziellbeiMajorDepression,überSelbstverletzungberichtet.

InsbesonderewurdendiefolgendenNebenwirkungenbeipädiatrischenPatientenbeobachtet:

Bauchschmerzen,Agitiertheit,Dyspepsie,kleinflächigeHautblutungen,NasenblutenundMyalgie.

4.9 Überdosierung

SeitMarkteinführungwurdeüberÜberdosierungvonVenlafaxinvoralleminVerbindungmitAlkohol

und/oderanderenArzneimittelnberichtet.DieamhäufigstenbeiÜberdosierungberichtetenEreignisse

umfassenTachykardie,ÄnderungendesBewusstseinsgrades(vonSchläfrigkeitbisKoma),Mydriasis,

KrampfanfälleundErbrechen.WeitereberichteteEreignisseschließenelektrokardiographische

Veränderungen(z.B.VerlängerungderQT-undQRS-Strecke,Schenkelblock),Kammertachykardie,

Bradykardie,Blutdruckabfall,SchwindelundTodesfälleein.

InpubliziertenretrospektivenStudienwirdberichtet,dasseineÜberdosierungvonVenlafaxinmiteinemim

VergleichzuSSRIhöherenundimVergleichzutrizyklischenAntidepressivaniedrigerenRisikofüreinen

tödlichenAusgangassoziiertseinkann.EpidemiologischeStudienzeigten,dassmitVenlafaxinbehandelte

PatienteneinehöhereBelastungmitSuizid-RisikofaktorenaufwiesenalsmitSSRIbehandeltePatienten.

InwieweitderBefunddeserhöhtenRisikosfüreinentödlichenAusgangderToxizitätvonVenlafaxinbei

Überdosierungbzw.irgendeinemMerkmaldermitVenlafaxinbehandeltenPatientenbeigemessenwerden

kann,istunklar.VerschreibungenvonVenlafaxinsollteninderkleinsten,miteinergutenPatientenführung

zuvereinbarendenPackungsgrößedesArzneimittelserfolgen,umdasRisikoeinerÜberdosierungzu

reduzieren.

EmpfohleneTherapie

EmpfohlenwerdendieallgemeinüblichenunterstützendenundsymptomatischenMaßnahmen;

HerzrhythmusundVitalparametersindzuüberwachen.WenndieGefahreinerAspirationbesteht,wirddas

HerbeiführenvonErbrechennichtempfohlen.EineMagenspülungkannangezeigtsein,wennsiefrühzeitig

erfolgt,oderbeiPatientenmitIntoxikationserscheinungen.AuchdurchAnwendungvonAktivkohlekanndie

ResorptiondesWirkstoffsbegrenztwerden.ForcierteDiurese,Dialyse,Hämoperfusionund

BlutaustauschtransfusionsindwahrscheinlichohneNutzen.SpezifischeGegenmittelfürVenlafaxinsind

nichtbekannt.

5. PHARMAKOLOGISCHEEIGENSCHAFTEN

5.1PharmakodynamischeEigenschaften

PharmakotherapeutischeGruppe:AndereAntidepressiva

ATC-Code:NO6AX16.

FürdenantidepressivenWirkmechanismusvonVenlafaxinbeimMenschenwirdangenommen,dasser

miteinerErhöhungderNeurotransmitteraktivitätimZentralnervensystemassoziiertist.Präklinische

Studienzeigten,dassVenlafaxinundseinaktiverMetabolitO-Desmethylvenlafaxin(ODV)Inhibitoren

derneuronalenSerotonin-undNoradrenalinwiederaufnahmesind.Venlafaxininhibiertaußerdemdie

Dopaminwiederaufnahmeschwach.VenlafaxinundseinaktiverMetabolitreduzierendieß-adrenerge

AnsprechbarkeitbeiEinzelgabe(Einzeldosis)undbeichronischerGabe.VenlafaxinundODVsindsich

inBezugaufihreGesamtwirkungaufdieNeurotransmitter-WiederaufnahmeunddieRezeptorbindung

sehrähnlich.

VenlafaxinzeigtimNagerhirnpraktischkeineAffinitätzumuskarinischen,H1-histaminergenoderα1-

adrenergenRezeptoreninvitro.EinepharmakologischeAktivitätandiesenRezeptorenkannmit

verschiedenenmitanderenAntidepressivabeobachtetenNebenwirkungen,z.B.anticholinergen,

sedierendenundkardiovaskulärenNebenwirkungen,inVerbindunggebrachtwerden.

VenlafaxinweistkeineinhibitorischeAktivitätfürMonoaminooxidase(MAOI)auf.

In-vitro-Studienzeigten,dassVenlafaxinpraktischkeineAffinitätzuOpiat-oderBenzodiazepin-

sensitivenRezeptorenaufweist.

EpisodeneinerMajorDepression

DieWirksamkeitvonschnellfreisetzendemVenlafaxinzurBehandlungvonEpisodeneinerMajor

Depressionwurdeinfünfrandomisierten,doppelblindenplacebokontrolliertenKurzzeitstudienvonvier

bissechsWochenDauermitDosenbiszu375mg/Tagnachgewiesen.DieWirksamkeitvonretardiertem

VenlafaxinzurBehandlungvonEpisodeneinerMajorDepressionwurdeinzweiplacebokontrollierten

Kurzzeitstudienvonachtbzw.zwölfWochenDauerundeinemDosisbereichvon75bis225mg/Tag

nachgewiesen.

IneinerlängerdauerndenStudieerhieltenerwachseneambulantePatienten,welcheineinerachtwöchigen

offenenStudieaufretardiertesVenlafaxin(75,150oder225mg)angesprochenhatten,randomisiertdie

gleicheDosisanretardiertemVenlafaxinoderPlaceboundwurdenüberbiszu26Wochenhinwegaufein

Rezidivbeobachtet.

IneinerzweitenLangzeitstudiewurdedieWirksamkeitvonVenlafaxinzurPräventionrezidivierender

depressiverEpisodenübereinenZeitraumvon12Monatenineinerplacebokontrolliertendoppelblinden

klinischenStudiemiterwachsenenambulantenPatientenmitrezidivierendenEpisodeneinerMajor

Depression,dieindervorigendepressivenEpisodeaufeineBehandlungmitVenlafaxin(100bis200

mg/Tag,inzweiTeildosenamTag)angesprochenhatten,nachgewiesen.

GeneralisierteAngststörung

wurdeinzweiachtwöchigenplacebocontrolliertenStudienmitfixerDosierung(75bis225mg/Tag),

einersechsmonatigenplacebokontrolliertenStudiemitfixerDosierung(75bis225mg/Tag)undeiner

sechsmonatigen,placebokontrolliertenStudiemitflexiblerDosierung(37,5,75und150mg/Tag)an

erwachsenenambulantenPatientennachgewiesen.

WährendBelegefüreineÜberlegenheitüberPlaceboauchfürdieDosisvon37,5mg/Tagvorlagen;war

dieseDosisnichtsokonsistentwirksamwiediehöherenDosierungen.

SozialeAngststörung

DieWirksamkeitvonredardiertemVenlafaxinzurBehandlungderSozialenAngststörungwurdeinvier

doppelblinden,zwölfwöchigen,multizentrischen,placebokontrolliertenStudienimParallelgruppen-

VergleichmitflexiblerDosierungundeinerdoppelblinden,sechsmonatigen,placebokontrolliertenStudie

imParallelgruppen-Vergleichmitfixer/flexiblerDosierungmit33erwachsenenambulantenPatienten

nachgewiesen.DiePatientenerhieltenDosenimBereichvon75bis225mg/Tag.EsgabkeineBelegefür

einehöhereWirksamkeitinderGruppemit150bis225mg/Tag,verglichenmitderGruppemit75

mg/TagindersechsmonatigenStudie.

Panikstörung

DieWirksamkeitvonredardiertemVenlafaxinzurBehandlungderPanikstörungwurdeinzwei

doppelblinden,zwölfwöchigen,multizentrischen,placebokontrolliertenStudienmiterwachsenen

ambulantenPatientenmitPanikstörungmitoderohneAgoraphobienachgewiesen.DieInitialdosisin

StudienbeiPanikstörungbetrug37,5mg/Tagüber7Tage.DiePatientenerhieltendannfixeDosierungen

von75oder150mg/TagindereinenStudieund75oder225mg/TaginderanderenStudie.

AußerdemwurdedieWirksamkeitnachgewiesenineinerdoppelblinden,placebokontrollierten,

LangzeitstudieimParallelgruppen-VergleichzurLangzeitsicherheit,WirksamkeitundRezidivprophylaxe

miterwachsenenambulantenPatienten,welcheaufeineoffeneBehandlungangesprochenhatten.Die

PatientenerhieltenweiterhindiegleicheDosisretardiertenVenlafaxins,diesieamEndederoffenen

Phaseeingenommenhatten(75,150oder225mg).

5.2 PharmakokinetischeEigenschaften

VenlafaxinunterliegteinererheblichenMetabolisierung,primärzumaktivenMetaboliten

ODesmethylvenlafaxin(ODV).DiedurchschnittlichenPlasmahalbwertszeitenmitStandardabweichung

betragen5±2StundenbeiVenlafaxinbzw.11±2StundenbeiODV.DieSteady-State-Konzentrationen

vonVenlafaxinundODVwerdeninnerhalbvon3TagennachoralerMehrfachgabeerreicht.Venlafaxin

undODVzeigeneinelineareKinetikimDosisbereichvon75mgund450mg/Tag.

Resorption

Mindestens92%desVenlafaxinswirdnachGabeoralerEinzelgabenvonschnellfreisetzendem

Venlafaxinresorbiert.DieabsoluteBioverfügbarkeitliegtaufgrunddespräsystemischenMetabolismus

bei40%bis45%.NachGabevonschnellfreisetzendemVenlafaxintretendie

PlasmaspitzenkonzentrationenvonVenlafaxinundODVinnerhalbvon2bzw.3Stundenauf.NachGabe

vonVenlafaxin-RetardkapselnwerdendiePlasmaspitzenkonzentrationenvonVenlafaxinundODV

innerhalbvon5,5bzw.9Stundenerreicht.WerdengleicheVenlafaxin-Dosenentwederalsschnell

freisetzendeTabletteoderalsRetardkapselangewendet,sorgtretardiertesVenlafaxinfüreinegeringere

Geschwindigkeit,aberdasgleicheAusmaßderResorptionwiedieschnellfreisetzendeTablette.Nahrung

beeinflusstdieBioverfügbarkeitvonVenlafaxinoderODVnicht.

Verteilung

VenlafaxinundODVwerdenintherapeutischenKonzentrationenminimalanmenschliche

Plasmaproteinegebunden(zu27%bzw.30%).DasVerteilungsvolumenvonVenlafaxinbeträgtim

SteadyState4,4±1,6l/kgnachintravenöserGabe.

Verstoffwechselung

VenlafaxinwirdinderLeberextensivmetabolisiert.In-vitro-undin-vivo-Studiendeutendaraufhin,dass

VenlafaxinzuseinemaktivenHauptmetabolitenODVdurchCYP2D6verstoffwechseltwird.Invitro-und

in-vivo-Studiendeutendaraufhin,dassVenlafaxindurchCYP3A4zueinemwenigeraktiven

Nebenmetaboliten,N-Desmethylvenlafaxin,verstoffwechseltwird.In-vitro-undin-vivo-Studienzeigen,

dassVenlafaxinselbsteinschwacherInhibitordesCYP2D6ist.VenlafaxininhibierteCYP1A2,CYP2C9

undCYP3A4nicht.

Elimination

VenlafaxinundseineMetabolitenwerdenhauptsächlichüberdieNierenausgeschieden.Etwa87%einer

Venlafaxindosiswerdeninnerhalbvon48StundenimUrinentwederalsunverändertesVenlafaxin(5%),

alsunkonjugiertesODV(29%),alskonjugiertesODV(26%)oderalsweitereinaktive

Nebenmetaboliten(27%)ausgeschieden.DiedurchschnittlichePlasma-Clearance(+-

Standardabweichung)vonVenlafaxinbzw.ODVimsteady-stateist1,3±0,6l/h/kgbzw.0,4±0,2l/h/kg.

BesonderePatientengruppen

AlterundGeschlecht

AlterundGeschlechthabenkeinesignifikantenAuswirkungenaufdiepharmakokinetischen

EigenschaftenvonVenlafaxinundODV.

Extensive/SchwacheCYP2D6-Metabolisierer

DieVenlafaxin-PlasmakonzentrationensindbeischwachenCYP2D6-Metabolisierernhöheralsbei

extensivenMetabolisierern.DadieGesamtexposition(AUC)vonVenlafaxinundODVbeischwachen

undextensivenMetabolisierernähnlichist,bestehtkeineNotwendigkeitfürunterschiedlicheVenlafaxin-

DosierungsschematabeidiesenbeidenGruppen.

PatientenmiteingeschränkterLeberfunktion

BeiProbandenmitChild-PughA(leichteLeberfunktionsstörung)undChild-PughB(mäßige

Leberfunktionsstörung)warendieHalbwertszeitenvonVenlafaxinundODVimVergleichzunormalen

Patientenverlängert.DieoraleClearancesowohlvonVenlafaxinalsauchvonODVwarvermindert.Es

wurdeeinegroßeinterindividuelleVariabilitätbeobachtet.EsliegenlimitierteDatenfürPatientenmit

schwererLeberfunktionsstörungvor(sieheAbschnitt4.2).

PatientenmiteingeschränkterNierenfunktion

BeiDialyse-PatientenwardieEliminationshalbwertszeitvonVenlafaxinimVergleichzunormalen

Probandenumetwa180%verlängertunddieClearanceumetwa57%vermindert,währenddieODV-

Eliminationshalbwertszeitumetwa142%verlängertunddieClearanceumetwa56%vermindertwar.

EineDosisanpassungisterforderlichbeiPatientenmitschwererBeeinträchtigungderNierenfunktionund

beidialysepflichtigenPatienten(sieheAbschnitt4.2).

5.3 PräklinischeDatenzurSicherheit

InStudienmitVenlafaxinanRattenundMäusenwurdenkeinekanzerogenenWirkungenbeobachtet.

Venlafaxinerwiessichinverschiedenenin-vitro-undin-vivo-Testsalsnichtmutagen.

TierexperimentelleStudienzurReproduktionstoxizitätzeigtenbeiRatteneinvermindertesKörpergewicht

derJungtiere,einenAnstiegderFehlgeburtenundeinenAnstiegderTodesfällebeiJungtierenwährend

derersten5TagedesSäugens.DieUrsachefürdieseTodesfälleistnichtbekannt.DieseEffektetratenbei

30mg/kg/Tagauf,dem4facheneinertäglichenVenlafaxin-Dosisvon375mgbeimMenschen(aufBasis

mg/kg).Dieno-effect-DosisfürdieseErgebnissebetrugdas1,3fachedermenschlichenDosis.Das

potentielleRisikofürdenMenschenistnichtbekannt.

EinereduzierteFruchtbarkeitwurdeineinerStudiebeobachtet,indermännlicheundweiblicheRatten

gegenüberODVexponiertwurden.DieseExpositionentsprachetwademEin-bisZweifacheneiner

Venlafaxin-Dosisvon375mg/TagbeimMenschen.DieBedeutungdiesesErgebnissesfürdenMenschen

istnichtbekannt.

6. PHARMAZEUTISCHEANGABEN

6.1 ListedersonstigenBestandteile

Kapselinhalt:

Retardpellets:

MikrokristallineCellulose

PovidonK30

Ethylcellulose

Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer(1:1)(Ph.Eur.)TypC

Talkum

Triethylcitrat

Natriumhydrogencarbonat

HochdispersesSiliciumdioxid

Natriumdodecylsulfat

Kapselhülle:

Titandioxid(E171)

GelborangeS(E110)

BrillantblauFCF(E133)

Tartrazin(E102)

Gelatine

Natriumdodecylsulfat

Drucktinte:

Schellack

Titandioxid(E171)

6.2 Inkompatibilitäten

Nichtzutreffend.

6.3 DauerderHaltbarkeit

2Jahre

6.4 BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieAufbewahrung

Nichtüber25°Clagern.

InderOriginalverpackungaufbewahren,umdenInhaltvorLichtzuschützen.

ArtundInhaltdesBehältnisses

Blisterpackungaus196mmweißer,opakerPVDC-beschichteterPVC-Folie(0,25mm)und192mm

glatterAluminiumabdeckfolie(0,025mm)

Packungsgrößen:14und28Kapseln.

EswerdenmöglicherweisenichtallePackungsgrößenindenVerkehrgebracht.

6.6 BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieBeseitigung

KeinebesonderenAnforderungen.

7. INHABERDERZULASSUNG

WockhardtUKLtd

AshRoadNorth

Wrexham

LL139UF

VereinigtesKönigreich

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

74070.00.00

9. DATUMDERERTEILUNGDERZULASSUNG

26/11/2009

10. STANDDERINFORMATION

{MM/JJJJ}

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