Tolterodin Heumann 2 mg Hartkapseln, retardiert

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

04-07-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

04-07-2019

Wirkstoff:
Tolterodin[(R,R)-tartrat]
Verfügbar ab:
Heumann Pharma GmbH & Co. Generica KG (8120809)
ATC-Code:
G04BD07
INN (Internationale Bezeichnung):
Tolterodine[(R,R)-tartrate]
Darreichungsform:
Hartkapsel, retardiert
Zusammensetzung:
Tolterodin[(R,R)-tartrat] (27197) 2 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
99314.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-11-05

Lesen Sie das vollständige Dokument

Tolterodin Heumann, 2 mg, prolonged-release capsule, hard – ES/H/0447/001/DC

DE pl

DE/p/012/19/4

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Tolterodin Heumann 2 mg Hartkapseln, retardiert

Tolterodin[(R,R)-tartrat]

Der Name dieses Arzneimitels ist Tolterodin Heumann 2 mg Hartkapseln, retardiert. Zur besseren

Lesbarkeit wird der Arzneimittelname durch „dieses Arzneimittel“ im folgenden Text ersetzt.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch

für

Nebenwirkungen,

nicht

dieser

Packungsbeilage

angegeben

sind.

Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Tolterodin Heumann und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Tolterodin Heumann beachten?

Wie ist Tolterodin Heumann einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Tolterodin Heumann aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. WAS IST TOLTERODIN HEUMANN UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Der Wirkstoff in diesem Arzneimittel ist Tolterodin. Tolterodin gehört zu einer Klasse von Arzneimitteln,

die man als Muscarinrezeptor-Antagonisten bezeichnet.

Dieses Arzneimittel wird zur Behandlung der Symptome der überaktiven Blase angewendet. Wenn Sie

an überaktiver Blase leiden, werden Sie feststellen, dass

es Ihnen unter Umständen schwerfällt, Ihren Harndrang zu kontrollieren;

Sie ohne vorherige Warnzeichen rasch die Toilette aufsuchen und/oder häufig zur Toilette gehen

müssen.

2. WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON TOLTERODIN HEUMANN BEACHTEN?

Tolterodin Heumann darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Tolterodin oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind;

wenn Sie Ihre Blase nur beschränkt entleeren können (Harnretention);

wenn Sie an einem unbehandelten Engwinkelglaukom (erhöhter Druck im Auge, der nicht

ausreichend behandelt ist und mit einem Verlust des Sehvermögens einhergeht) leiden;

wenn Sie an Myasthenia gravis (übermäßige Muskelschwäche) leiden;

Tolterodin Heumann, 2 mg, prolonged-release capsule, hard – ES/H/0447/001/DC

DE pl

DE/p/012/19/4

wenn Sie an schwerer Colitis ulcerosa (Entzündung des Dickdarms mit Geschwürbildung)

leiden;

wenn Sie an toxischem Megakolon (akute Dickdarmerweiterung) leiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen, wenn

Sie Schwierigkeiten beim Harnlassen oder einen schwachen Harnstrahl haben;

Sie eine Magen-Darm-Erkrankung haben, die den Weitertransport von Nahrung im Darm

und/oder die Verdauung beeinträchtigt;

Sie eine eingeschränkte Nierenfunktion haben (Niereninsuffizienz);

Sie an einer Lebererkrankung leiden;

Sie an einer Störung des Nervensystems leiden, die Ihren Blutdruck, Ihre Darmfunktion oder

Ihre Sexualfunktion beeinträchtigt (Neuropathie des vegetativen Nervensystems);

Sie eine Hiatushernie (Zwerchfellbruch) haben;

Ihr Stuhlgang eingeschränkt ist oder wenn Sie an schwerer Verstopfung leiden (Darmträgheit);

wenn Sie eine Herzkrankheit haben, wie etwa:

abnorme EKG-Befunde

Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie)

ausgeprägte vorbestehende Herzkrankheiten, wie etwa:

Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels)

Myokardischämie (verminderter Blutfluss zum Herzen)

Arrhythmie (unregelmäßiger Herzschlag)

und Herzinsuffizienz

wenn

krankhaft

niedrige

Konzentrationen

Kalium

(Hypokaliämie),

Calcium

(Hypocalcämie) oder Magnesium (Hypomagnesiämie) im Blut haben.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, bevor Sie mit der Behandlung mit diesem Arzneimittel

beginnen, wenn Sie glauben, dass einer dieser Punkte auf Sie zutrifft.

Kinder und Jugendliche

Dieses Arzneimittel ist nicht zur Anwendung bei Kindern empfohlen.

Einnahme von Tolterodin Heumann zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Tolterodin, der Wirkstoff in diesem Arzneimittel, kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

haben.

Eine gemeinsame Anwendung von Tolterodin mit den folgenden Arzneimitteln wird daher nicht

empfohlen:

bestimmte Antibiotika (z. B. solche mit Erythromycin oder Clarithromycin)

Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen (z. B. solche mit Ketoconazol oder Itraconazol)

Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen

Bei Anwendung von Tolterodin gemeinsam mit den folgenden Arzneimitteln ist besondere Vorsicht

geboten:

Arzneimittel, die den Transport von Nahrung im Magen-Darm-Trakt beeinflussen (z. B. solche

mit Metoclopramid und Cisaprid)

Tolterodin Heumann, 2 mg, prolonged-release capsule, hard – ES/H/0447/001/DC

DE pl

DE/p/012/19/4

Arzneimittel zur Behandlung von unregelmäßigem Herzschlag (z. B. solche mit Amiodaron,

Sotalol, Chinidin, Procainamid)

andere

Arzneimittel

ähnlicher

Wirkungsweise

dieses

Arzneimittel

(d. h.

antimuscarinergen Eigenschaften) oder Arzneimittel mit entgegengesetzter Wirkungsweise wie

dieses Arzneimittel (d. h. mit cholinergen Eigenschaften)

Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wenn Sie nicht sicher sind.

Einnahme von Tolterodin Heumann zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Dieses Arzneimittel kann vor, nach oder zu einer Mahlzeit eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Sie sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden, wenn Sie schwanger sind. Bitte informieren Sie

unverzüglich

Ihren

Arzt,

wenn

schwanger

sind,

glauben

schwanger

sein

oder

planen,

schwanger zu werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Tolterodin, der Wirkstoff in diesem Arzneimittel, in die Muttermilch übergeht.

Stillen wird während der Anwendung dieses Arzneimittels nicht empfohlen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Durch

Einnahme

dieses

Arzneimittels

können

sich

schwindelig

oder

müde

fühlen;

Sehvermögen kann beeinträchtigt sein; daher kann auch Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Ihre Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

Tolterodin Heumann enthält Sucrose

Bitte nehmen Sie Tolterodin Heumann erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt

ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden. Patienten mit selten

auftretender

angeborener

Fructose-Intoleranz,

Glucose-Galactose-Malabsorption

oder

Sucrase-

Isomaltase-Mangel sollen dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

3. WIE IST TOLTERODIN HEUMANN EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt eine 4 mg Hartkapsel, retardiert, täglich, ausgenommen bei Patienten

mit einer Nieren- oder Lebererkrankung oder störenden Nebenwirkungen. In diesem Fall kann Ihr Arzt

Ihre Dosis auf eine 2 mg Kapsel täglich reduzieren.

Dieses Arzneimittel ist nicht zur Anwendung bei Kindern empfohlen.

Die Hartkapseln, retardiert sind zur Einnahme vorgesehen und müssen im Ganzen geschluckt werden.

Sie dürfen nicht zerkaut werden.

Dauer der Anwendung

Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, wie lange Ihre Behandlung mit diesem Arzneimittel dauert. Brechen Sie

die Behandlung nicht vorzeitig ab, weil Sie keine unmittelbare Wirkung feststellen können. Ihre Blase

Tolterodin Heumann, 2 mg, prolonged-release capsule, hard – ES/H/0447/001/DC

DE pl

DE/p/012/19/4

braucht einige Zeit, um sich anzupassen. Nehmen Sie die Hartkapseln, retardiert über die von Ihrem

Arzt

empfohlene

Zeitspanne

ein.

Wenn

dann

keine

Besserung

Ihrer

Symptome

durch die

Einnahme bemerkt haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Der Behandlungserfolg sollte nach 2 bis 3 Monaten überprüft werden.

Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt, wenn Sie die Behandlung abbrechen wollen.

Wenn Sie eine größere Menge von Tolterodin Heumann eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie oder jemand anderes zu viele Hartkapseln, retardiert eingenommen hat, nehmen Sie bitte

sofort Kontakt zu Ihrem Arzt oder Apotheker auf.

Wenn Sie die Einnahme von Tolterodin Heumann vergessen haben

Wenn Sie vergessen haben, eine Dosis zur üblichen Zeit einzunehmen, können Sie das nachholen,

sobald Sie es bemerken, außer es ist fast Zeit für die Einnahme der nächsten Dosis. In diesem Fall

setzen Sie einfach die Behandlung mit der nächsten Dosis fort.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. WELCHE

NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Suchen Sie sofort einen Arzt oder eine Notfallambulanz auf, wenn Sie bei sich Anzeichen oder

Symptome eines Angioödems feststellen, wie etwa:

Schwellung von Gesicht, Zunge oder Rachen

Schwierigkeiten beim Schlucken

Nesselausschlag und Atembeschwerden

sollten

auch

ärztlichen

einholen,

wenn

sich

eine

Überempfindlichkeitsreaktion

feststellen (z. B. Juckreiz, Ausschlag, Nesselausschlag, Atembeschwerden). Dies tritt gelegentlich auf

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen).

Sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt oder suchen Sie eine Notfallambulanz auf, falls eine der folgenden

Beschwerden auftritt:

Brustschmerzen,

Atembeschwerden

oder

leichte

Ermüdbarkeit

(auch

Ruhe),

nächtliche

Atembeschwerden, Schwellung der Beine

Dies könnten Anzeichen einer Herzmuskelschwäche sein. Eine solche tritt gelegentlich auf (kann bis

zu 1 von 100 Behandelten betreffen).

folgenden

Nebenwirkungen

wurden

unter

Behandlung

diesem

Arzneimittel

angegebenen Häufigkeit beobachtet.

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Mundtrockenheit

Tolterodin Heumann, 2 mg, prolonged-release capsule, hard – ES/H/0447/001/DC

DE pl

DE/p/012/19/4

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Schwindel, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen

trockene Augen, verschwommenes Sehen

Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Verstopfung, Bauchschmerzen, übermäßige Mengen an

Luft oder Gasen im Magen oder Darm

Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Müdigkeit

Flüssigkeitsansammlung im Körper mit Schwellungen (z. B. in den Knöcheln)

Durchfall

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

allergische Reaktionen

Nervosität

Kribbeln in den Fingern und Zehen

Drehschwindel (Vertigo)

Herzklopfen, Herzmuskelschwäche, unregelmäßiger Herzschlag

Unvermögen, die Blase spontan zu entleeren (Harnverhalt)

Brustschmerzen

eingeschränktes Erinnerungsvermögen

Zu den weiteren Nebenwirkungen, die beschrieben wurden, zählen schwere allergische Reaktionen,

Verwirrung,

Halluzinationen,

beschleunigter

Herzschlag,

Erröten

(Hautrötung

Hitzegefühl),

Sodbrennen, Erbrechen, Angioödem, trockene Haut und Orientierungsstörung. Es gab auch Berichte

über die Verschlechterung von Demenzerscheinungen bei Patienten, die zugleich wegen Demenz

behandelt wurden.

Wenn eine dieser Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3,53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden

5.

WIE IST

Tolterodin

HEUMANN AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton/der Blisterpackung nach „Verwendbar

bis“/„Verw. bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf

den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30° C lagern.

Tolterodin Heumann, 2 mg, prolonged-release capsule, hard – ES/H/0447/001/DC

DE pl

DE/p/012/19/4

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Tolterodin Heumann enthält

Der Wirkstoff ist: Tolterodin[(R,R)-tartrat].

Jede

Hartkapsel,

retardiert

enthält

2 mg

Tolterodin[(R,R)-tartrat],

entsprechend

1,37 mg

Tolterodin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt: Zucker-Stärke-Pellets, Hypromellose, Talkum, Ethylcellulose Dispersionstyp B

Kapselhülle: Gelatine, Natriumlaurylsulfat, Eisen(III)-oxid (E 172), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

(E 172), Titandioxid (E 171), Brilliantblau FCF (E 133)

Drucktinte: Schellack (E 904), Kaliumhydroxid, Titandioxid (E 171)

Wie Tolterodin Heumann aussieht und Inhalt der Packung

Dieses Arzneimittel ist eine Hartkapsel, retardiert, zur einmal täglichen Einnahme.

Blaugrüne Kapseln der Größe 4 mit weißem Aufdruck „L32“ auf dem Kapseloberteil und „2“ auf dem

Kapselunterteil, die cremefarbene bis leicht gelbliche Pellets mit verlängerter Freisetzung enthalten.

Blisterpackungen bestehend aus Aluminium-Folie und oPA/Aluminium/PVC-Folie

Dieses Arzneimittel ist in den folgenden Packungsgrößen erhältlich:

28, 49, 50, 56, 98 Kapseln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG

Südwestpark 50 · 90449 Nürnberg

Email: info@heumann.de

Mitvertrieb

Heunet Pharma GmbH

Südwestpark 50

90449 Nürnberg

Hersteller

HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG

Südwestpark 50 · 90449 Nürnberg

E-Mail: info@heumann.de

oder

Synoptis Industrial Sp. z o.o.

ul. Szosa Bydgoska 58

Tolterodin Heumann, 2 mg, prolonged-release capsule, hard – ES/H/0447/001/DC

DE pl

DE/p/012/19/4

Toruń, 87-100

Polen

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Spanien:

Tolterodina Macleods 2 mg cápsulas duras de liberación prolongada EFG

Vereinigtes Königreich:

Tolterma XL 2 mg prolonged-release capsules, hard

Deutschland:

Tolterodin Heumann 2 mg Hartkapseln, retardiert

Polen:

Tolbasadin

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2019.

Verschreibungspflichtig

FACHINFORMATION

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Tolterodin Heumann 2 mg Hartkapsel, retardiert

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Jede Hartkapsel, retardiert, enthält 2 mg Tolterodin[(R,R)-tartrat], entsprechend 1,37 mg Tolterodin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede 2 mg Hartkapsel, retardiert, enthält maximal 54,74 mg Sucrose.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Hartkapsel, retardiert

Blaugrüne Kapseln der Größe 4 mit weißem Aufdruck „L32“ auf dem Kapseloberteil“ und „2“ auf

dem Kapselunterteil , die cremefarbene bis leicht gelbliche Pellets mit verlängerter Freisetzung

enthalten.

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Symptomatische

Behandlung

Dranginkontinenz

und/oder

erhöhter

Harnfrequenz

Harndrang, wie sie bei Patienten mit dem Syndrom der überaktiven Blase auftreten können.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene (einschließlich ältere Patienten)

empfohlene

Dosis

beträgt

4 mg

einmal

täglich,

ausgenommen

Patienten

eingeschränkter Leberfunktion oder stark eingeschränkter Nierenfunktion (GFR

30 ml/min), für

die die empfohlene Dosierung 2 mg einmal täglich beträgt (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Bei

Unverträglichkeiten kann die Dosis einmal täglich von 4 mg auf 2 mg reduziert werden.

Die Hartkapseln, retardiert können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Sie müssen im

Ganzen geschluckt werden.

Der Behandlungserfolg sollte nach 2 bis 3 Monaten überprüft werden (siehe Abschnitt 5.1).

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit von Tolterodin ist bei Kindern nicht nachgewiesen worden (siehe Abschnitt 5.1).

Daher wird Tolterodin für Kinder nicht empfohlen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Tolterodin ist kontraindiziert bei Patienten mit

Harnretention

unbehandeltem Engwinkelglaukom

Myasthenia gravis

schwerer Colitis ulcerosa

toxischem Megakolon

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Tolterodin soll nur mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit

obstruktiven Harnabflussstörungen verbunden mit dem Risiko des Harnverhalts

obstruktiven Störungen des Gastrointestinaltrakts, z. B. Pylorusstenose

eingeschränkter Nierenfunktion (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2)

Lebererkrankungen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2)

autonomer Neuropathie

Hiatushernie

Risiko einer Magen-Darmträgheit

Es hat sich gezeigt, dass nach oraler Mehrfachgabe einer Tagesdosis von 4 mg (therapeutische

Dosis) und 8 mg (supratherapeutische Dosis) schnell freisetzendem Tolterodin das QT-Intervall

verlängert wird (siehe Abschnitt 5.1). Die klinische Relevanz dieser Veränderung ist unklar und

dürfte von den individuellen Risikofaktoren und Anfälligkeiten des Patienten abhängen.

Tolterodin sollte bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung vorsichtig

eingesetzt werden:

angeborene oder belegte, erworbene QT-Verlängerung

Elektrolytstörungen, wie z. B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie und Hypocalcämie

Bradykardie

manifeste,

vorbestehende

Herzerkrankungen

(z. B.

Kardiomyopathie,

ischämische

Herzkrankheit, Arrhythmie, kongestive Herzinsuffizienz)

gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern,

einschließlich Antiarrhythmika der Klasse IA (z. B. Chinidin, Procainamid) und Klasse III (z. B.

Amiodaron, Sotalol)

Dies gilt ganz besonders, wenn stark wirksame CYP3A4-Inhibitoren eingenommen werden (siehe

Abschnitt 5.1).

Eine

gleichzeitige

Behandlung

stark

wirksamen

CYP3A4-Inhibitoren

sollte

vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).

allen

medikamentösen

Behandlungen

für

Harndrang

Dranginkontinenz

sollen

organische Ursachen des Dranges und der Häufigkeit vor der Behandlung ausgeschlossen werden.

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, einer Glucose-Galactose-Malabsorption

oder einer Sucrase-Isomaltase-Insuffizienz sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

gleichzeitige

systemische

Behandlung

stark

wirksamen

CYP3A4-Inhibitoren

Makrolidantibiotika

(Erythromycin

Clarithromycin),

Antimykotika

(z. B.

Ketoconazol

Itraconazol)

Antiproteasen

wird

nicht

empfohlen,

aufgrund

erhöhten

Tolterodin-

Konzentrationen im Serum bei langsamen CYP2D6-Metabolisierern ein daraus folgendes erhöhtes

Risiko einer Überdosierung besteht (siehe Abschnitt 4.4).

gleichzeitige

Behandlung

anderen Arzneimitteln mit antimuscarinerger Wirkung kann

möglicherweise die therapeutische Wirkung und Nebenwirkungen verstärken. Umgekehrt kann die

therapeutische Wirkung von Tolterodin durch gleichzeitige Gabe von cholinergen Muscarinrezeptor-

Agonisten vermindert werden.

Die Wirkung von motilitätsanregenden Arzneimitteln wie Metoclopramid und Cisaprid kann durch

Tolterodin vermindert werden.

Gleichzeitige Gabe von Fluoxetin (ein starker CYP2D6-Inhibitor) bewirkt jedoch keine klinisch

relevante

Wechselwirkung,

Tolterodin

sein

CYP2D6-abhängiger

Metabolit,

Hydroxymethyltolterodin, äquipotent sind.

In Interaktionsstudien zeigten sich keine Wechselwirkungen mit Warfarin oder kombinierten oralen

Kontrazeptiva (Ethinylestradiol/Levonorgestrel).

In einer klinischen Studie wurde nachgewiesen, dass es sich bei Tolterodin nicht um einen

metabolischen Inhibitor von CYP2D6, 2C19, 2C9, 3A4 oder 1A2 handelt. Deshalb ist ein Anstieg

Plasmaspiegel

Wirkstoffes,

durch

diese

Isoenzyme

metabolisiert

werden,

gleichzeitiger Anwendung mit Tolterodin nicht zu erwarten.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Zur Anwendung von Tolterodin bei Schwangeren liegen keine ausreichenden Daten vor.

Tierstudien haben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko beim

Menschen ist nicht bekannt.

Deshalb wird die Anwendung von Tolterodin während der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Stillzeit

Es liegen keine Daten zum Übergang von Tolterodin in die Muttermilch vor. Die Anwendung von

Tolterodin sollte in der Stillzeit vermieden werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Dieses

Arzneimittel

kann

Akkommodationsstörungen

hervorrufen

Reaktionszeit

beeinflussen. Deshalb sind negative Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen

von Maschinen möglich.

4.8

Nebenwirkungen

Aufgrund

seiner

pharmakologischen

Eigenschaften

kann

Tolterodin

leichte

mäßige

antimuscarinerge

Nebenwirkungen

Mundtrockenheit,

Dyspepsie

trockene

Augen

verursachen.

Die folgende Tabelle reflektiert Nebenwirkungen aus klinischen Prüfungen sowie nach Anwendung

seit Zulassung. Die am häufigsten genannte Nebenwirkung war Mundtrockenheit bei 23,4 % der mit

Tolterodin und bei 7,7 % der mit Placebo behandelten Patienten.

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000, < 1/100)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Sinusitis

Erkrankungen des

Immunsystems

unspezifische

Überempfindlichkeit

anaphylaktoide

Reaktionen

Psychiatrische

Erkrankungen

Nervosität

Verwirrung,

Halluzinatione

Orientierungss

törung

Erkrankungen des

Nervensystems

Schwindel,

Schläfrigkeit,

Kopfschmerzen

Parästhesien,

eingeschränktes

Erinnerungsvermögen

Augenerkrankungen

trockene Augen,

Sehstörungen

einschl.

Akkommodationsst

örungen

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Vertigo

Herzerkrankungen

Palpitationen,

Herzinsuffizienz,

Arrhythmien

Tachykardie

Gefäßerkrankungen

Anfallsweise

Hautrötung mit

Hitzegefühl

(Flushing)

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Mundtrockenheit

Dyspepsie,

Verstopfung,

Bauchschmerzen,

Flatulenz, Diarrhö

gastroösophag

ealer Reflux,

Erbrechen

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Angioödem,

trockene Haut

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Dysurie

Harnverhalt

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit,

periphere Ödeme

Brustschmerzen

Bei Patienten, die Cholinesterasehemmer zur Behandlung einer Demenzerkrankung einnahmen,

wurden

Fälle

einer

Verschlechterung

Demenzsymptomen

(z. B.

Verwirrung,

Orientierungsstörung, Wahnvorstellungen) nach Therapiebeginn mit Tolterodin berichtet.

Kinder und Jugendliche

In zwei randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden pädiatrischen Phase-III-Studien bei

insgesamt 710 Kindern über 12 Wochen war der Anteil der Patienten mit Harnwegsinfektionen,

Durchfall oder Verhaltensstörungen in der mit Tolterodin behandelten Patientengruppe höher als in

der Placebogruppe (Harnwegsinfektionen: Tolterodin 6,8 %, Placebo 3,6 %; Durchfall: Tolterodin

3,3 %,

Placebo

0,9 %;

Verhaltensstörungen:

Tolterodin

1,6 %,

Placebo

0,4 %)

(siehe

Abschnitt 5.1).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-Verhältnisses

Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Als höchste Dosis wurde gesunden Probanden 12,8 mg Tolterodin[(R,R)-tartrat] in der schnell

freisetzenden

Darreichungsform

Einzeldosis

verabreicht.

schwerwiegendste

Nebenwirkungen

wurden

daraufhin

Akkommodationsstörungen

Miktionsbeschwerden

beobachtet.

Bei einer Überdosierung von Tolterodin sollte eine Magenspülung durchgeführt und Aktivkohle

verabreicht werden. Die Symptome sollten folgendermaßen behandelt werden:

Schwere

anticholinerge

Symptome

(z. B.

Halluzinationen,

schwere

Erregungszustände): Verabreichung von Physostigmin

Krampfanfälle oder starke Erregungszustände: Verabreichung von Benzodiazepinen

Respiratorische Insuffizienz: Behandlung mit künstlicher Beatmung

Tachykardie: Verabreichung von Betablockern

Harnverhalt: Behandlung durch Katheterisierung

Mydriasis:

Behandlung

pilocarpinhaltigen

Augentropfen und/oder Unterbringung des

Patienten in einem dunklen Raum

Einnahme

einer

Tagesdosis

8 mg

schnell

freisetzendem

Tolterodin

(entspricht

Doppelten der empfohlenen Tagesdosis der schnell freisetzenden Darreichungsform bzw. der

dreifachen Plasmamaximalkonzentration der Kapsel-Retardformulierung) über 4 Tage wurde eine

Verlängerung des QT-Intervalls beobachtet. Bei einer Überdosierung mit Tolterodin sollten die zur

Behandlung einer QT-Verlängerung üblichen unterstützenden Standardmaßnahmen eingeleitet

werden.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische

Gruppe:

Urologika

Mittel

häufiger

Blasenentleerung

Inkontinenz, ATC-Code: G04BD07

Tolterodin ist ein kompetitiver, spezifischer Muscarinrezeptor-Antagonist mit einer in vivo höheren

Selektivität

für

Harnblase

für

Speicheldrüse.

Einer

Tolterodinmetaboliten

Hydroxymethyl-Metabolit) gleicht in seiner pharmakologischen Wirkung der Ausgangssubstanz.

Diese Substanz trägt bei schnellen Metabolisierern wesentlich zum therapeutischen Effekt von

Tolterodin bei (siehe Abschnitt 5.2).

Ein Wirkungseintritt ist innerhalb von 4 Wochen zu erwarten.

In den Phase-III-Studien war der primäre Endpunkt die Reduktion der Inkontinenzereignisse pro

Woche und die sekundären Endpunkte waren die Herabsetzung der Anzahl der Miktionen in

24 Stunden sowie der Anstieg des mittleren Miktionsvolumens pro Miktion. Diese Parameter sind in

der nachstehenden Tabelle aufgeführt.

Wirkung von Tolterodin 4 mg einmal täglich nach 12 Wochen, im Vergleich zu Placebo. Absolute

und

prozentuale

Änderungen

bezogen

auf

die

Ausgangswerte.

Behandlungsunterschiede

Tolterodin

versus

Placebo:

Varianzanalyse

über

die

Mittelwertsunterschiede

und

95 %-

Konfidenzintervall.

*) 97,5 %-Konfidenzintervall nach Bonferroni

Nach

12-wöchiger

Behandlung

gaben

23,8 %

(121/507)

retardiertem

Tolterodin

behandelten Patienten und 15,7 % (80/508) der mit Placebo behandelten Patienten an, dass sie

keine bzw. geringe Blasenprobleme haben.

Die Wirkung von Tolterodin wurde bei Patienten untersucht, die – abhängig vom Ergebnis der

urodynamischen Untersuchung bei Studieneintritt – einer „urodynamisch positiven" (motorischer

Drang) oder einer „urodynamisch negativen“ (sensorischer Drang) Gruppe zugeordnet wurden. In

jeder Gruppe wurde bezüglich Tolterodin- bzw. Placebo-Gabe randomisiert. Die Studie konnte bei

Patienten mit sensorischem Drang keine eindeutigen Belege für eine Überlegenheit von Tolterodin

gegenüber Placebo erbringen.

Tolterodin

4 mg

einmal

täglich

(n = 507)

Placebo

(n = 508)

Behandlungsunterschied

vs. Placebo:

Mittelwertsunterschiede

und

95 %-

Konfidenzintervall

Statistische

Signifikanz

vs. Placebo

(p-Wert)

Anzahl

Inkontinenzereignisse

pro Woche

- 11,8

(- 54 %)

- 6,9

(- 28 %)

- 4,8

(- 7,2; - 2,5)*

< 0,001

Anzahl der Miktionen

innerhalb 24 Stunden

- 1,8

(- 13 %)

- 1,2

(- 8 %)

- 0,6

(- 1,0; - 0,2)

0,005

Mittleres

Miktionsvolumen (ml)

+ 34

(+ 27 %)

+ 14

(+ 12 %)

+ 20

(+ 14; + 26)

< 0,001

klinische

Auswirkung

Tolterodin

QT-Intervall

wurde

anhand

EKG-

Auswertungen untersucht, die von mehr als 600 behandelten Patienten stammen, einschließlich

älterer Patienten und Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen. Die Veränderungen des

QT-Intervalls unterschieden sich nicht signifikant in der Placebo- und Behandlungsgruppe.

Weiterhin

wurde

Auswirkung

Tolterodin

QT-Verlängerung

gesunden

männlichen und weiblichen Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren untersucht. Die Probanden

erhielten

jeweils

zweimal

täglich

2 mg

4 mg

Tolterodin

schnell

freisetzenden

Formulierung.

Bei maximaler Tolterodin-Plasmakonzentration (nach 1 Stunde) ergaben die Fridericia-korrigierten

Werte eine durchschnittliche Verlängerung des QTc-Intervalls um 5,0 und 11,8 msec bei einer

Tolterodin-Dosis von zweimal täglich 2 mg bzw. 4 mg und um 19,3 msec bei 400 mg Moxifloxacin,

aktive,

interne

Kontrolle

verwendet

wurde.

Basis

eines

pharmakokinetisch-

pharmakodynamischen Modells kann man davon ausgehen, dass bei Personen, die zu der Gruppe

der „langsamen Metabolisierer“ (keine CYP2D6-Aktivität) gehören, die Verlängerung des QT-

Intervalls bei zweimal täglich 2 mg Tolterodin mit der vergleichbar ist, wie sie unter zweimal täglich

4 mg

Tolterodin

„schnellen

Metabolisierern“

beobachtet

wurde.

beiden

Tolterodin-

Dosierungen kam es bei keinem Probanden, unabhängig von dessen metabolischen Profil, zu einer

Überschreitung der absoluten QTcF-Werte von 500 msec oder von 60 msec gegenüber dem

Ausgangswert. Diese Verlängerungen werden als besorgniserregende Schwellenwerte angesehen.

Eine

Dosierung

zweimal

täglich

4 mg

entspricht

Dreifachen

maximalen

Plasmakonzentration (C

), wie sie mit der Maximaldosis von Tolterodin retard 4 mg Hartkapseln

erreicht wird.

Kinder und Jugendliche

Wirksamkeit

Kindern

nicht

nachgewiesen

worden.

Zwei

randomisierte,

placebokontrollierte,

doppelblinde

pädiatrische

Phase-III-Studien

über

12 Wochen

wurden

Tolterodin-Hartkapseln, retardiert durchgeführt. Insgesamt wurden 710 Kinder (486 unter Tolterodin

und 224 unter Placebo) mit Pollakisurie und Dranginkontinenz im Alter von 5 bis 10 Jahren

untersucht. In keiner Studie zeigte sich zwischen den beiden Gruppen ein signifikanter Unterschied

Vergleich

Veränderung

Anzahl

Inkontinenzereignisse/Woche

Ausgangswerten (siehe Abschnitt 4.8).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Darreichungsspezifische pharmakokinetische Eigenschaften

Die Resorption von Tolterodin aus den Hartkapseln, retardiert erfolgt langsamer als aus schnell

freisetzenden Tabletten. Aus diesem Grund werden die maximalen Serumkonzentrationen nach 4

(2 bis 6) Stunden nach Verabreichung der Kapseln beobachtet. Die Halbwertszeit von Tolterodin

liegt nach der Einnahme der Hartkapseln, retardiert bei schnellen Metabolisierern bei 6 Stunden,

bei langsamen Metabolisierern (CYP2D6-Mangel) bei 10 Stunden. Steady-State-Konzentrationen

werden innerhalb von 4 Tagen nach Einnahme der Kapseln erreicht.

Gleichzeitige Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit der Hartkapseln,

retardiert.

Resorption

Nach oraler Einnahme unterliegt Tolterodin dem durch CYP2D6 katalysierten First-Pass-Effekt in

der Leber und wird zu dem äquipotenten Hauptmetaboliten (5-Hydroxymethyl-Metabolit) abgebaut.

Die absolute Bioverfügbarkeit von Tolterodin beträgt 17 % bei schnellen Metabolisierern (Mehrheit

der Patienten) und 65 % bei langsamen Metabolisierern (CYP2D6-Mangel).

Verteilung

Tolterodin

5-Hydroxymethyl-Metabolit

binden

erster

Linie

Orosomukoid.

ungebundenen Fraktionen betragen 3,7 % bzw. 36 %. Das Verteilungsvolumen von Tolterodin

beträgt 113 Liter.

Elimination

Tolterodin

wird

nach

oraler

Einnahme

überwiegend

Leber

metabolisiert.

primäre

Metabolismus wird durch das polymorphe Enzym CYP2D6 vermittelt und führt zur Bildung des 5-

Hydroxymethyl-Metaboliten. Durch weitere Metabolisierung entstehen die 5-Carbonsäure- und N-

dealkylierte 5-Carbonsäure-Metaboliten, die etwa 51 % bzw. 29 % der im Urin nachgewiesenen

Metaboliten ausmachen.

Ein Anteil von ca. 7 % der Bevölkerung hat einen Mangel an CYP2D6-Aktivität. Der Metabolismus

diesen

Personen

(„langsame

Metabolisierer“)

verläuft

über

CYP3A4

N-dealkyliertem

Tolterodin, das zur klinischen Wirkung nicht beiträgt. Die übrige Bevölkerung wird als „schnelle

Metabolisierer“ bezeichnet. Bei schnellen Metabolisierern beträgt die systemische Clearance von

Tolterodin

30 l/Stunde.

langsamen

Metabolisierern

führt

reduzierte

Clearance

signifikant höheren Serumkonzentrationen von Tolterodin (ca. 7-fach) und vernachlässigbaren

Konzentrationen des 5-Hydroxymethyl-Metaboliten.

Der 5-Hydroxymethyl-Metabolit ist pharmakologisch aktiv und mit Tolterodin äquipotent. Durch das

unterschiedliche Proteinbindungsverhalten von Tolterodin und dem 5-Hydroxymethyl-Metaboliten

sind

unter

gleicher

Dosierung

Serumspiegel

(AUC)

ungebundenem

Tolterodin

langsamen Metabolisierern den kombinierten Serumspiegeln von ungebundenem Tolterodin und

dem 5-Hydroxymethyl-Metaboliten bei Patienten mit CYP2D6-Aktivität ähnlich. Unabhängig vom

Phänotyp sind Sicherheit, Verträglichkeit und klinisches Ansprechen vergleichbar.

Nach Gabe von [

C]-Tolterodin werden 77 % der Radioaktivität über den Urin und 17 % über die

Faeces ausgeschieden. Weniger als 1 % der Dosis wird als unveränderte aktive Substanz und ca.

5-Hydroxymethyl-Metabolit

wiedergefunden.

carboxylierte

Metabolit

sowie

entsprechende dealkylierte Metabolit machen ca. 51 % bzw. 29 % der Wiederfindungsrate im Urin

aus.

Im therapeutischen Dosisbereich verläuft die Pharmakokinetik linear.

Spezielle Patientengruppen

Leberfunktionsstörungen

Patienten

Leberzirrhose

findet

eine

zweifach

höhere

Konzentration

ungebundenem Tolterodin und dem 5-Hydroxymethyl-Metaboliten (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Inulin-Clearance GFR ≤ 30 ml/min) ist die

mittlere

Serumkonzentration

ungebundenem

Tolterodin

seinem

5-Hydroxymethyl-

Metaboliten verdoppelt. Die Plasmaspiegel anderer Metaboliten waren bei diesen Patienten deutlich

erhöht (bis zu zwölffach). Die klinische Relevanz der erhöhten Konzentrationen dieser Metaboliten

ist nicht bekannt. Es liegen keine Daten für leichte bis mäßige Nierenfunktionsstörungen vor (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4).

Kinder und Jugendliche

Bei Erwachsenen und Jugendlichen sind die Serumkonzentrationen des Wirkstoffs ähnlich hoch.

Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren sind die durchschnittlichen Serumkonzentrationen

ungefähr zweimal so hoch wie bei Erwachsenen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxizitäts-, Genotoxizitäts-, Kanzerogenitäts- und sicherheitspharmakologische Studien zeigten

keine klinisch relevanten Wirkungen mit Ausnahme von denen, die mit der pharmakologischen

Wirkung der aktiven Substanz in Verbindung stehen.

Reproduktionsstudien wurden an Mäusen und Kaninchen durchgeführt.

Tolterodin

zeigte

keine

Auswirkung

Fertilität

oder

Reproduktionsfunktion

Maus.

Embryoletalität und Missbildungen wurden erst bei Plasmaspiegeln (C

bzw. AUC) beobachtet,

die 20- bzw. 7-fach höher waren als die, die bei behandelten Patienten gefunden werden.

Bei Kaninchen wurden keine Missbildungen beobachtet, auch wenn die Studien mit 20- bzw. 3-fach

höheren Plasmaspiegeln (C

bzw. AUC) durchgeführt wurden, als die, die bei behandelten

Patienten zu erwarten sind.

Sowohl Tolterodin als auch die beim Menschen vorkommenden aktiven Metaboliten verlängern die

Dauer des Aktionspotentials (90 % Repolarisation) in den Purkinje-Fasern des Hundes (14- bis 75-

fache therapeutische Konzentrationen) und blockieren in geklonten hERG-Kanälen (human ether-a-

go-go-related gene) den K

-Strom (0,5- bis 26,1-fache therapeutische Konzentrationen). Nach

Verabreichung von Tolterodin und den beim Menschen vorkommenden Metaboliten (3,1- bis 61,0-

fache therapeutische Konzentrationen) wurde bei Hunden eine Verlängerung des QT-Intervalls

beobachtet. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt

Zucker-Stärke-Pellets

Hypromellose

Talkum

Ethylcellulose Dispersionstyp B

Kapselhülle

Gelatine

Natriumdodecylsulfat

Eisen(III)-oxid (E 172)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E 172)

Titandioxid (E 171)

Brilliantblau FCF (E 133)

Weiße Drucktinte

Schellack (E 904)

Kaliumhydroxid

Titandioxid (E 171)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30° C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen bestehend aus Aluminium-Folie und oPA/Aluminium/PVC-Folie

Packungsgrößen: 28, 49, 50, 56, 98 Kapseln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

Inhaber der Zulassung

HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG

Südwestpark 50

90449 Nürnberg

E-Mail: info@heumann.de

Mitvertrieb:

Heunet Pharma GmbH

Südwestpark 50

90449 Nürnberg

8.

Zulassungsnummer

Zul.-Nr.: 99314.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung:

05.11.2018

10.

Stand der Information

05/2019

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen