TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno Trockensubstanz und Lösungsmittel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Plasmaproteine vom Menschen, Aprotinin, Thrombin vom Menschen, Thrombin vom Menschen, Calciumchlorid-Dihydrat
Verfügbar ab:
Baxter Deutschland GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Plasma proteins from human, Aprotinin, Thrombin human Thrombin human, calcium chloride dihydrate
Darreichungsform:
Trockensubstanz und Lösungsmittel
Zusammensetzung:
Plasmaproteine vom Menschen 400.-600.mg; Aprotinin 15000.KIE; Thrombin vom Menschen 2500.I.E.; Thrombin vom Menschen 20.I.E.; Calciumchlorid-Dihydrat 29.4mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
2717.03.00

Gebrauchsinformation, aufmerksam lesen!

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgendeGebrauchsinformationaufmerksam,weil siewichtige Informationen

darüber enthält,was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachtensollen. Wenden

Sie sich bei Fragen bittean Ihren Arzt oder Apotheker.

TISSUCOL-Kit 5,0Immuno

STOFF- ODER INDIKATIONSGRUPPE

Lösungen zur Herstellung eines Fibrinklebers. PharmakotherapeutischeGruppe: Lokale

Hämostatika, ATC-Code:B02BC; Gewebekleber, ATC-Code:V03AK

ANWENDUNGSGEBIETE

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno hat – gegebenenfalls in Kombination mit resorbierbarem

Kollagenvlies oder anderen geeigneten Trägermaterialien – folgende Anwendungsgebiete:

1. Gewebeklebung

-bei insuffizienzgefährdeter chirurgischer Naht;

-zur gas- und flüssigkeitsdichten Absicherung einer chirurgischen Naht;

-zur Einsparung von Nähten in mechanischwenig belasteten bzw.Ersatz von Nähten

in mechanisch nicht belasteten Bereichen,um eine Verkürzung der Operationszeit

und eine ungestörte Wundheilung zu erzielen;

-bei aufgrund des Gewebezustandes, dertopographischen Situation oder bei einem

Implantat unsicherer oder undurchführbarer chirurgischer Naht;

-zur Abdichtung von Membrandefekten (mit und ohne Trägermaterial);

-zur Fixierung von Transplantaten und Implantaten.

2. Blutstillung

- bei Parenchymdefekten mit diffuser Blutung (größere Gefäße sind zu ligieren,

Kollagenvlies als Trägermaterial wird empfohlen);

- bei flächenhaften Blutungen aus Mikrogefäßen mit dem Risiko großer postoperativer

Blutverlusteoder Hämatome (gegebenenfallsmit Kollagenvlies als Trägermaterial);

- bei Blutungen, die durch chirurgische Naht oder andere Maßnahmen nicht

beherrschbar sind (gegebenenfalls Kunststoffpatches oder anderes stabiles

Trägermaterial verwenden);

- bei hämorrhagischen Diathesen, wenn eineKorrektur des Hämostasedefektes nicht

möglich ist oder Risiken der Substitutionstherapie vermieden werden sollen;

- zur Abdichtung poröser Gefäßprothesen.

3.Unterstützung der Wundheilung

-bei schlecht vaskularisiertem Empfängerbett für Hauttransplantate;

-bei Hautnekrosen nach Extravasation von Zytostatika;

-bei Hautulzerationen im Rahmenaggressiver Zytostatikatherapie;

-zur Auffüllung knöcherner Defekte, vor allem auch in Verbindung mit Spongiosa.

GEGENANZEIGEN

Wann dürfen Sie TISSUCOL-Kit5,0 Immuno nicht anwenden?

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno sollte nicht intravaskulär angewendet werden, insbesondere bei

koronaren Bypass-Operationen ist höchste Vorsicht geboten, um jegliches Risiko der

intravasalen Anwendung zu minimieren (siehe auch Kapitel Nebenwirkungen).

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno darf nicht in die Nasenschleimhaut injiziert werden.

Die alleinige Anwendung von TISSUCOL-Kit5,0 Immuno ist nicht angezeigt für die

Behandlung von massiven arteriellen oder venösen Blutungen.

TISSUCOL-Kit 5,0Immuno sollte darüber hinaus nicht angewendet werden bei

-bekannter Überempfindlichkeit gegen Rindereiweiß oder einen Bestandteil von

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno;

-aktuellem oder aus der Vorgeschichte bekanntem Abfall der Zahl der Blutplättchen

(Thrombozytopenie Typ II) aufgrundeiner Allergie gegen Heparin.

BESONDERE WARNHINWEISEUND VORSICHTSMASSNAHMEN FÜR DIE

ANWENDUNG

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Bei Patienten mit allergischer Diathese bzw. Arzneimittelüberempfindlichkeit sowie

Patienten, die Aprotinin bereits in der Vergangenheit erhalten haben,ist eine sorgfältige

Nutzen-Risiko-Abwägung nötig.

Es empfiehlt sich, vor der Gabe von Aprotinin Antihistaminika zu verabreichen.

Abdominale Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen innerhalb von 1 bis 3 Tagen nach der

endoskopischen Blutstillung durch Injektion können die Anzeichen fürein intramurales

Hämatom sein.

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno sollte als dünne Schicht aufgetragen werden. Ein sehr dicker

Fibrinpfropf könnte sich negativ aufdie Wirksamkeit des Produktes und den

Wundheilungsprozessauswirken.Bei der Verwendung von Sprühgeräten mit Druckreglern

zur Anwendung von TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno sind Luft- oder Gasembolien,

Gewebsrupturen oder Gaseinschlüsse mit nachfolgenden Kompressionenaufgetreten, die

lebensbedrohlich sein können. Diese Ereignisse scheinen mit Sprühgeräten in

Zusammenhang zu stehen, die mit höheren Druckanwendungen als empfohlen und/oder

geringeremGewebsabstand alsvorgegeben,angewendet wurden.

Bei der Anwendung von TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno mit einem Sprühgerät sollte

sichergestellt werden, dass der vom Gerätehersteller angegebene Druckbereich

eingehalten wird. Wenn keinespezifische Empfehlung dazu vorliegt, sollten Drücke

oberhalb von 1,4-1,7 bar vermieden werden. Dervom Gerätehersteller empfohlene Abstand

zum Gewebe sollte nicht unterschritten werden. Wenn keine spezifische Empfehlung dazu

vorliegt, sollte das Sprühen mit einemMindestabstand von 10-15 cm von der

Gewebsoberfläche erfolgen. Beim Versprühen von TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno sollten

wegen der Möglichkeit einer Gasembolie Blutdruck, Pulsschlag, Sauerstoffsättigung und

endexpiratorischer CO

-Partialdruck überwacht werden.

Bei der simultanen Applikation unter VerwendungeinesSprühkopfes müssen Gebiete, auf

die kein Kleber gesprüht werden soll, abgedeckt werden.

Kleberproteinlösung und/oder Thrombinlösung, die beider Anwendung auf das Gewebe

außerhalb des zu klebenden Bereichs gelangtsind, sollten nach Möglichkeit entfernt

werden.

Was muss in der Schwangerschaft und Stillzeit beachtet werden?

Es ist nicht bekannt, ob die Verabreichungvon TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno während der

Schwangerschaft und der Stillzeit negative Auswirkungenauf Mutter und Kind haben kann.

Aus diesemGrund ist während der Schwangerschaft und Stillzeiteine strenge

Indikationsstellung geboten.

Es wird auf die Dokumentationspflichtgemäß Transfusionsgesetz hingewiesen.

WECHSELWIRKUNGEN MIT ANDEREN ARZNEIMITTELN

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno?

Substanzen, die oxydierend wirken (z. B. Jod, H

), Proteine denaturieren (z. B. Alkohol)

oder Schwermetalle enthalten (z. B. Thiomersal) können die Wirksamkeit des Fibrinklebers

beeinträchtigen. Wenn solche Substanzen,beispielsweise als Desinfektionsmittel,

verwendet werden, so sind etwaige Reste vorBeginn der Klebung mit einem sterilen Tupfer

möglichst vollständig zuentfernen.

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno kann auch bei vollheparinisierten Patienten (z. B. bei extra-

korporalem Kreislauf) angewendet werden.

WARNHINWEISE

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno sollte nicht intravaskulär angewendet werden, insbesondere bei

koronaren Bypass-Operationen ist höchste Vorsicht geboten, um jegliches Risiko der

intravasalen Anwendung zu minimieren (siehe auch Kapitel Nebenwirkungen).

Bei der Injektion in die Submucosa kann esin Einzelfällen zu einerSchädigung des

Gewebes mit der Folge einer Hämatombildungkommen. Eine akute Pankreatitis kann bei

Patienten mit einem intramuralem Hämatom der Duodenalwand beobachtetwerden.

Beim Sprühen von Fibrinkleberkommt Druckgas zur Anwendung. Die Druckgasanwendung

birgt das Risiko einer Gasembolie, einesGasemphysems oder einer Gewebs- bzw.

Organruptur in sich, die lebensbedrohlich sein können.

Das DUPLOJECT-System mit Sprühkopf darf deshalb in umschlossenen Körperbereichen

nicht eingesetzt werden. Das Sprühen darf ausschließlich unter Sicht, bei einem

Mindestabstand von 10 cm erfolgen.

Vor einer Sprühanwendung von TISSUCOL-Kit5,0 Immuno mit Instrumenten anderer

Hersteller wird gewarnt. Das Steuergerät TISSOMAT und das SPRAY SET sind bei Baxter

Deutschland GmbH, Unterschleißheim erhältlich.

Standardmaßnahmen zur Verhinderung von Infektionen, die durch aus menschlichem Blut

oder Plasma hergestellten Arzneimitteln übertragen werden können, schließen die Auswahl

der Spender, die Testung der Einzelspenden und der Plasmapools auf spezifische

Infektionsmarker und die Durchführungeffektiver Herstellungsschritte zur

Inaktivierung/Abtrennung von Viren mit ein.Trotzdem sind bei der Anwendung von aus

menschlichem Blut oder Plasma hergestelltenArzneimitteln Infektionskrankheiten durch

Übertragung von Erregern – auch bislang unbekannterNatur – nicht völlig auszuschließen.

Diese Maßnahmen werden für umhüllte Virenwie z. B. HIV, HBV und HCV für wirksam

erachtet. Diese Maßnahmen können bei nicht-umhüllten Viren,wie z. B. HAV und

Parvovirus B19, eingeschränkt wirksam sein. Parvovirus B19-Infektionen können bei

Schwangeren (fötale Infektion) und Personen mit Immundefekten oder gesteigerter

Erythropoese (z. B.haemolytische Anämie) zu schweren Erkrankungen führen.

DOSIERUNGSANLEITUNG

1. Allgemeines

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno dientzur Herstellung eines biologischen

Zweikomponentenklebers, entsprechend dem folgenden Schema:

TISSUCOL 5,0 lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat

thermoinaktiviert

+ TISSUCOL-Lösung

5 ml Aprotininlösung 

+ TISSUCOL-

Thrombinlösung

Thrombin S lyophilisiert oder

Thrombin L lyophilisiert

 

+ Thrombinlösung

5 ml Kalziumchloridlösung 

verfestigter

Fibrinkleber

(vollständige

Resorption)

Die als TISSUCOL-Lösung bezeichnete Komponente entsteht durch Auflösen von

TISSUCOL-Kit 5,0 lyophilisiert in 5 ml Aprotininlösung. Die andere Komponente, die

Thrombinlösung, wird durch Auflösen von Thrombin S lyophilisiert oder Thrombin L

lyophilisiert in 5 ml Kalziumchloridlösung hergestellt.

Bei der Applikation, für die mehrere Methoden zur Verfügung stehen, werden die beiden

Komponenten vermischt, und es entsteht ein visköses Gemisch, das rasch zu einer wei-

ßen elastischen Masse wird.

2.Menge an TISSUCOL-Lösung

Das erforderliche Volumen anTISSUCOL-Lösung richtet sich nach der Größe der zu

klebenden oder zu beschichtendenOberfläche bzw. nach der Größe des auszufüllenden

Defektes. Außerdem hängt es vonder Applikationstechnik ab.

Bei der Klebung von Flächen kann als Anhaltspunkt dienen, dass 5 ml TISSUCOL-

Lösung für eine Fläche von mindestens 50 cm 2

ausreichen. Verwendet man zur Auftra-

gung das DUPLOJECT System mit Sprühkopf(siehe 6.3. im Abschnitt Art der Anwen-

dung), so lässt sich je nach Indikation eine Fläche von 25-100 cm 2

beschichten.

Es empfiehlt sich, möglichst dünne Schichten der TISSUCOL-Thrombinlösung aufzutra-

gen, um eine unerwünscht langsame Resorption des Fibrinkleberszu vermeiden.

3.Wahl der Aprotininkonzentration

Damit der verfestigte Fibrinkleber nicht zuschnell lysiert wird, enthält die TISSUCOL-

Lösung den Fibrinolysehemmer Aprotinin.

Bei den weitaus meisten Anwendungsgebieten benutzt man die Aprotininlösung unver-

dünnt, also in einer Konzentrationvon 3000 KIE/ml. Bei der Klebung von

Nervenanastomosen ist jedoch eine Konzentration von ca. 100 KIE/ml vorzuziehen,

damit der Fibrinkleber schon inkurzer Zeit (etwa 2 Tage)resorbiert und das Entstehen

von Fibrosen vermieden wird.

Eine Lösung mit der Konzentration von ca. 100 KIE/ml gewinnt man durch Verdünnen der

im Kit vorhandenen Aprotininlösung (siehe unter 2. im Abschnitt Art der Anwendung).

4.Wahl der Thrombinkonzentration

Wie rasch die Verfestigung des Klebers einsetzt, hängt von der Thrombinkonzentration

der zweiten Kleberkomponenteab. Während bei der Wahl von Thrombin L (4 I.E.

Thrombin/ml) die Verfestigung ca. 1 Minute nach Vereinigung derKleberkomponenten

beginnt, setzt bei Verwendung von Thrombin S(500 I.E. Thrombin/ml) die Verfestigung

innerhalb von Sekunden ein.

Deshalb ist Thrombin L für den Fall angezeigt, dass etwas Zeit – beispielsweise zur

Adaption von Klebeflächen – benötigt wird. Soll sichdie TISSUCOL-Thrombinlösung

hingegen rasch verfestigen (z. B. um eine Blutstillung zuerzielen), so ist Thrombin S

vorzuziehen.

ART DER ANWENDUNG

1. Allgemeines

Die Gummistopfen der Präparateflaschen sind – wie allgemein üblich – vor dem Durch-

stechen zu desinfizieren. Im Übrigen ist dergesamte im Kit vorhandene Gerätesatz

sterilisiert, so dass dieVoraussetzungen für ein steriles Arbeiten – auch bei der

Herstellung der Kleberkomponenten – gegeben sind.

2. Verdünnen der Aprotininlösungbeim Kleben von Nervenanastomosen

Wie unter 3. im Abschnitt "Dosierungsanleitung" erläutert, muss die Aprotininlösung beim

Kleben von Nervenanastomosen auf ca. 100 KIE/ml verdünnt werden. Zu diesem Zweck

gibt man 0,2 ml unverdünnte Aprotininlösung in5 ml Wasser für Injektionszwecke (Aqua

ad iniectabilia)*. Dabei bedient man sicheiner blau markierten 5 ml Spritze.**

Nach dem Überführen der unverdünnten Aprotininlösung in das Wasser für Injektions-

zwecke schwenkt man die Wasserflasche mehrmals um, damit einegleichmäßige Vertei-

lung des Aprotinins eintritt. Die verdünnte Aprotininlösung ist dann sofort weiter zu ver-

wenden.

Wo im Folgenden von Aprotininlösung die Redeist, kann es sich um das verdünnte oder

das unverdünnte Präparat handeln.

3.Herstellung der TISSUCOL-Lösung (1. Kleberkomponente)

Das Auflösen von TISSUCOL 5,0 lyophilisiert kann auf zwei Wegen erfolgen:

mit Hilfe des kombinierten Wärme-und Rührgerätes FIBRINOTHERM,

unter Verwendung eines auf 37 C temperierten Wasserbades.

Zur Erleichterung des Lösevorganges bei Verwendung des FIBRINOTHERMenthält die

Flasche mit TISSUCOL 5,0 lyophilisiert einen Rührpropeller.

3.1.Auflösen mit dem FIBRINOTHERM

FIBRINOTHERM ermöglicht die schnelle Auflösung von TISSUCOL 5,0 lyophilisiert bei

einer konstanten Temperatur von 37 C mit Hilfe des inder TISSUCOL-Flasche vorhan-

denen Rührpropeller.

Folgendes Vorgehenwird empfohlen:

1.Die Schalter für Wärmevorrichtung und Magnetrührer einschalten.

__________________________________________________________

* Flaschenmit 5 ml Wasser für Injektionszwecke (Aqua adiniectabilia)werden auf Anforderung kostenlos von Baxter

DeutschlandGmbH, Heidelberg, zur Verfügung gestellt. Es handelt sichdabei um Durchstechflaschen, diewie die

Flaschenmit der unverdünntenAprotininlösung gehandhabtwerdenkönnenund deshalbein steriles Arbeiten

erleichtern.

** Wenn bei derHerstellung der beiden Kleberkomponentenirrtümlicherweise Thrombinin die TISSUCOL-Lösung

gelangt, kommt es zu einer vorzeitigen Verfestigung. Um dieses Risiko zumindern, tragen die Spritzen imKit zwei

unterschiedlicheFarbmarkierungen: DieblaumarkiertenSpritzen sind für die Herstellung der TISSUCOL-Lösung und

die schwarz markiertenSpritzen für dieHerstellung der Thrombinlösungbestimmt

2.Aprotininlösung in die Flasche mit demlyophilisiertem TISSUCOL überführen. Dazu

ist eine blau markierte 5 ml Spritze zu verwenden, gegebenenfalls nach

Kanülenwechsel jene, die zur Herstellung der verdünnten Aprotininlösung benutzt

wurde. Das lyophilisierte TISSUCOL istdurch leichtes Schwenken möglichst

vollkommen zu benetzen.

Die TISSUCOL-Flasche ist unter Verwendung des passenden Adapterringesin die

größte Bohrung zu stellen (Magnetrührer).

3. DenLösungsvorgangüberprüfen. Bis zur erstenKontrolle wartet man

zweckmäßigerweise etwa 6 Minuten.Die Auflösung von TISSUCOL ist dann

abgeschlossen, wenn beim Betrachten der Lösung im durchscheinenden Licht keine

ungelösten Partikel erkennbar sind. Andernfalls muss der Lösungsvorgang verlängert

werden.

4.Nach dem Auflösen wird die TISSUCOL-Lösungmit einer blau markierten 5 ml Spritze

der TISSUCOL-Flasche entnommen. Eine Kanüle, die durch den Gummistopfen der

TISSUCOL- Flasche gesteckt wird, gleicht das Vakuum in der Flasche aus und

erleichtert auf diese Weise das Aufziehen der TISSUCOL-Lösung. Gleichzeitig mit

dem Vakuum-Ausgleichfällt der Schaum zusammen.

Sollte die TISSUCOL-Lösung nach dem Auflösen nicht unmittelbar verwendet werden,

so belässt man sie bei abgeschaltetem Rührwerk und der Temperatur von 37 C in der

TISSUCOL-Flasche (maximal 4 Stunden). Vordem Aufziehen in die blau markierte

Spritze ist das Rührwerk dann noch einmal kurz einzuschalten, um die Homogenität

der Lösung zu gewährleisten.

3.2.Auflösen unter Verwendung eines Wasserbades

1.Sowohl die Flasche mit TISSUCOL5,0 lyophilisiert als auch die Flasche mit

Aprotininlösung sind in ein auf 37 C vorgewärmtes Wasserbad zu stellen und dort

10 - 15 Minuten zu belassen (Nicht über 40 C erwärmen! Die Einhaltung der

Temperatur ist ohne Thermostatpraktisch nicht möglich.).

2.Anschließend wird die Aprotininlösung in die Flasche mit dem lyophilisierten

TISSUCOL überführt. Dazu ist eine blau markierte 5 mlSpritze zu verwenden.

3.Danach stellt man die TISSUCOL-Flasche für eine Minute wieder in das

Wasserbad mit 37 C.

4.Anschließend folgt ein kurzes, kräftiges Schwenken der TISSUCOL-Flasche, wobei

jedoch zu viel Schaumbildung zu vermeiden ist. Daraufhin wird die Flasche für 10

bis 15 Minuten erneut in das Wasserbad mit 37 C gestellt.

5.Danach ist zu prüfen, ob dieAuflösung des lyophilisierten TISSUCOL

abgeschlossen ist. Das ist dann der Fall,wenn beim Betrachten der Lösung im

durchscheinenden Licht keine ungelösten Partikel erkennbar sind.Andernfalls muß

der Lösungsvorgang für einige Minuten verlängert werden.

6.Nach dem Auflösen wird die TISSUCOL-Lösung mit einer blau markierten 5 ml

Spritze der TISSUCOL-Flasche entnommen. (Eine Kanüle, die durch den

Gummistopfen der TISSUCOL-Flasche gesteckt wird, gleicht das Vakuum in der

Flasche aus und erleichtert auf diese Weise das Aufziehen der TISSUCOL-

Lösung.)

Sollte die TISSUCOL-Lösung nach dem Auflösen nicht unmittelbar verwendet wer-

den, so belässt man sie inder TISSUCOL-Flasche bei 37 C (maximal 4 Stunden).

Vor dem Aufziehen in die blau markierte5 ml Spritze ist die TISSUCOL-Flasche

dann, unter Vermeidung von Schaumbildung kurz zu schwenken, um die Homo-

genität der Lösung zu gewährleisten.

4.Herstellung der Thrombinlösung (2. Kleberkomponente)

Nach der Wahl der geeigneten Thrombinkonzentration wird der gesamte Inhalt der

Durchstechflasche mit Kalziumchloridlösung(5 ml) in die Flasche mit Thrombin S

lyophilisiert bzw. Thrombin L lyophilisiertüberführt. Dazu benutzt man eine der schwarz

markierten 5 ml Spritzen.

Spritzen bzw. Kanülen, die zur Auflösung vonThrombin S lyophilisiert oder Thrombin L

lyophilisiert verwendet wurden, dürfen auf keinen Fall zum Verdünnen der Aprotininlö-

sung oder zum Auflösen des lyophilisierten TISSUCOL verwendet werden, da dadurch

eine vorzeitige Verfestigung des Fibrinklebersausgelöst wird.

Nach kurzem Schwenken ist die Trockensubstanz gelöst. Die Lösung wird dann in eine

Bohrung des auf 37 C vorgewärmten FIBRINOTHERMbzw. in das entsprechende Was-

serbad gestellt. Sie ist nach etwa 6-8 Minuten verwendbar. Gebraucht man die Lösung

nicht sofort, wird sie bei 37 C belassen (maximal 4 Stunden).Man entnimmt die Throm-

binlösung vor Gebrauch mit der zweiten schwarz markierten 5 ml Spritze.

5. Verwendbarkeitsdauerdergelösten Kleberkomponenten

BeideKleberkomponenten müssen innerhalb von 4Stunden nach ihrer Herstellung

verbraucht werden.

6. Applikationsmethoden*

Die Applikation von TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno erfolgt mit dem DUPLOJECT-System,

wobei sich die folgenden Applikationsmethoden unterscheiden lassen: - Simultane

Applikation mit DUPLOJECT-System undApplikationskanüle, siehe 6.1.

- Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikations-Katheter, siehe 6.2.

- Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Sprühkopf (mit Treibgas),

siehe 6.3.

- Lokale Applikation mit Injektionsnadel, siehe 6.4.

- Applikation mit Trägermaterial, siehe 6.5.

Soweit Handschuhe und Instrumente mit derKleberproteinlösung oderdem Gemisch in

Berührung kommen, sollen sie vorher mit einer sterilen Kochsalzlösung angefeuchtet

werden, um ein Haftenbleiben des Klebers zu vermeiden.

*Die hier beschriebenen Applikationsmethoden lassen sich in unterschiedlicher Weise variieren,wie man der Literaturentnehmen

kann.

Die zu verklebenden Teile sind nach dem Auftragen des Gemisches rasch zu adaptieren

und für mindestens 3 Minuten unter leichterKompression zu halten, um eine gute Haf-

tung des sich verfestigenden Klebers amumliegenden Gewebe zu erzielen.

Speziell im Falle der Klebungvon Flächen ist auf dünne Schichten des Gemisches zu

achten.

6.1.Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikationskanüle

Das sterile DUPLOJECT-System besteht auseiner Halterung für 2 Einmalspritzen

gleichen Volumens und einem gemeinsamen Kolben, wodurch bei der Applikation

gleiche Mengen der beiden Kleberkomponenten über ein gemeinsames Anschlussstück

in einer Applikationskanüle durchmischt werden.

Arbeitsanleitung:

1. DieVerschlusskappenderbeiden Spritzen entfernen.

2.Die Konusse beider Spritzen mit einembeigepackten Anschlussstücke verbinden.

Dabei auf festen Halt achten. Anschlussstück mit Sicherungslasche an der

Spritzenhalterung fixieren.

3.Eine der beigepackten Applikationskanülen auf dasAnschlussstück stecken.

Die in den Spritzen, im Anschlussstück und in der Kanüle befindliche Luft erst

bei der Applikation herausdrücken, da es sonst schon vorher zu einer

Verklebung der Applikationskanüle kommen kann.

4.Bei der Klebung von Flächen: Das Gemischauf eine Fläche der zu verklebenden

Teile dünn,aber möglichst lückenlos auftragen.

WennTISSUCOL-Kit 5,0 Immuno mittels einesSprühgerätes aufgetragen wird, stellen

Sie bitte sicher, dass sich der Druck nurin dem vom Gerätehersteller empfohlenen

Bereich befindet. Ein Druck von 1,4-1,7bar sollte dabei nicht überschritten werden.

Halten Sie den vom Gerätehersteller angegebenen Abstand vom Gewebe ein. Er sollte

mindestens10-15 cm betragen. Beim Versprühen von TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno

sollten wegen der Möglichkeit einer Gasembolie Blutdruck, Pulsschlag,

Sauerstoffsättigung undendexpiratorischer CO

-Partialdruck überwacht werden.

Zur Beachtung:

Wird dieAnwendung unterbrochen, so muss bei Wiederaufnahme der Klebung

die gebrauchte Applikationskanüledurch eine neue ersetztwerden(3

Reservekanülen sind beigepackt). Die Applikationskanüle sollte abererst unmittelbar

vor der Weiterführung der Anwendung ausgetauscht werden, da es sonst zur

Verklebung der Austrittsöffnung desAnschlussstückes kommen kann (in einem

solchen Fall ist das beigepackte Reserveanschlussstück zu verwenden).

Es ist möglich, das Gemisch ohne Applikationskanüle direkt aus dem Anschlussstück

aufzutragen. Während einer etwaigen Unterbrechung der Anwendung kann sich an

der Austrittsöffnung ein Fibrinclot bilden.Dieser lässt sich im Allgemeinen leicht

entfernen. Sonst ist auch in diesem Falledas beigepackte Reserveanschlussstück zu

benutzen.

6.2.Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikations-Katheter

Zur Anwendung in schwer zugänglichenBereichen des Operationsfeldes und zur

endoskopischen Anwendung stehen Applikations-Katheter zur Verfügung. Eine

ausführliche Beschreibung dieserAnwendungsmethode ist den Gerätesätzen

DUPLOCATH 25 bzw. DUPLOCATH 180 beigepackt.

6.3.Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Sprühkopf (mit Treibgas)

Diese Methode eignet sich besonders zum Besprühen größerer Flächen (z. B. bei

Hauttransplantationen)und zur Stillungdiffuser Blutungen.

Eine ausführliche Beschreibung dieserAnwendungsmethode ist dem Gerätesatz

SPRAY SET beigepackt.

6.4. Lokale Applikation mit Injektionsnadel

Die Blutungsstelle wird mit TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno (Kleberprotein- und

Thrombinlösung mit 500 I.E./ml)umspritzt. Es hat sich bewährt, je nach Stärke der

Blutung und Größe der Blutungsstelle 2 mlbis 4 ml TISSUCOL-Kit5,0 Immuno auf

mehrere Depots zu verteilen.

Je nach verwendeter Injektionsnadel (zweilumige oder einlumige Injektionsnadel) er-

folgt die Anwendung der Kleberkomponenten gleichzeitigoder nacheinander. Die den

Injektionsgeräten beigepackten Gebrauchsanweisungen müssen beachtet werden.

6.5.Applikation mit Trägermaterial

Bei diffusen, kapillären Blutungen empfiehlt es sich, Kleberprotein-und

Thrombinlösung auf Trägermaterialien wieKollagenvlies aufzutragen, um zu

vermeiden, dass die Kleberkomponenten vor der Verfestigung fortgeschwemmt

werden. Nach dem Auftragen des Gemisches(bzw. der Kleberprotein- und der

Thrombinlösung) legt man das Trägermaterialsofort auf die Wundfläche. Dabei sind

gleiche Mengen der beiden Komponenten zuverwenden.

ÜBERDOSIERUNG

Es sind keine Fälle einerÜberdosierung bekannt.

BEI FRAGEN ZUR KLÄRUNG DER ANWENDUNG FRAGEN SIEBITTE IHREN ARZT

ODER APOTHEKER

NEBENWIRKUNGEN

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sichbeobachten, die nicht in dieser Gebrauchsinformation

aufgeführt sind, teilen Sie diese bitteIhremArzt oder Apotheker mit.

Welche Nebenwirkungen könnenbei der Anwendung von TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno

auftreten?

Bei wiederholter Anwendung von TISSUCOL, zusätzlicher systemischer Verabreichung von

Aprotinin oder Überempfindlichkeit gegen Rindereiweißoder einen anderen Bestandteil

kann es zum Auftreten anaphylaktischer oderanaphylaktoider Reaktionen kommen, falls

keine prophylaktischenPrämedikationen gegeben werden.

Bei Überempfindlichkeitsreaktionen ist dieAnwendung sofort abzubrechen, und es sind die

gebräuchlichen Notfallmaßnahmen durchzuführen. Die therapeutischen Maßnahmen

richten sich nach Art und Schweregrad der allergischen Reaktion.

Selbst wenn eine zweite Verabreichung gutvertragen wird, kann eine darauffolgende

systemische Gabe schwere, anaphylaktische Reaktionen auslösen.Die Symptome von

allergischen/anaphylaktischen Reaktionen können reichen von Flush, Urticaria, Juckreiz,

Übelkeit, Blutdruckabfall, Tachykardie oderBradykardie und Atemnot bis hin zu schwerer

Hypotension und anaphylaktischem Schock.

In seltenen Fällen können dieseReaktionen auch bei Patientenbei der Erstverabreichung

von Aprotinin oder TISSUCOL auftreten.

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno sollte nicht intravaskulär angewendet werden, da dies zu

anaphylaktischen und/oder thromboembolischen Komplikationen führen kann, die

lebensbedrohlich sein können. Speziell beikoronaren Bypass-Operationen sollte TISSCOL-

Kit 5,0 Immuno mit Vorsicht angewendet werden, um jegliches Risiko der intravasalen

Anwendung zu minimieren.

Aufgrund des Heparingehaltes von TISSUCOL-Kit5,0 Immuno kann selten ein allergisch

bedingter schneller Abfall der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ II) mit Werten

deutlich unter 100.000/ l oder auf weniger als50 % desAusgangswertes beobachtet

werden. Bei Patienten ohne vorbestehende Überempfindlichkeitgegen Heparin beginnt der

Abfall der Zahl der Blutplättchen in der Regel 6 - 14 Tage nach Behandlungsbeginn. Bei

Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Heparin tritt dieserAbfall unter Umständen

innerhalb von Stunden auf.

Diese schwere Form der Verminderung der Blutplättchenzahl kann verbunden sein mit

Blutpfropfbildung (arteriellen und venösen Thrombosen/Thromboembolien),

Gerinnungssteigerung (Verbrauchskoagulopathie), zum TeilAbsterben von Hautgewebe

(Hautnekrosen) an der Injektionsstelle, flohstichartigen Blutungen (Petechien) und Teerstuhl

(Meläna). Bei Patienten, bei denen die genannten allergischen Reaktionen auftreten, muss

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno sofort abgesetzt werden. Bei ihnen darf auch in Zukunft kein

heparinhaltiges Arzneimittel mehr angewendet werden. Wegen der genanntengelegentlich

auftretenden ungünstigen Wirkung des Heparinsauf die Thrombozyten muss deren Zahl,

insbesondere zu Beginnder Behandlung mit diesem Arzneimittel, engmaschig kontrolliert

werden.

AUFBEWAHRUNG UND HALTBARKEIT

Das Verfalldatum dieser Packung istauf der äußeren Verpackung sowie auf dem

Innenetikett aufgedruckt.

Die Haltbarkeit von TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno beträgt bei einer Aufbewahrungstemperatur

von +2 C bis +8C 2 Jahre.

Nach Ablauf der Verfalldaten sollen die Präparate im TISSUCOL-Kit5,0 Immuno nicht mehr

angewendet werden.

Nach Auflösung sind die beiden Kleberkomponenten innerhalbvon 4 Stunden zu

verwenden.

ZUSAMMENSETZUNG

Arzneilich wirksame Bestandteile

TISSUCOL 5,0 lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat thermoinaktiviert

1 Durchstechflasche mit 630 - 990 mg Trockensubstanz enthält:

Humanplasmaproteinfraktion 400 - 600 mg

mit Fibrinogen 350 - 550 mg

Plasmafibronectin 10 - 45 mg

Blutgerinnungsfaktor XIII 50 - 250 I.E.*

Aprotininlösung

1 Durchstechflasche mit 5 ml Lösung enthält:

Aprotinin (bovin) 15 000 KIE**

Thrombin S lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 275 - 375 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human) 2500 I.E.***

Thrombin L lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 275 - 375 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human) 20 I.E.

Kalziumchloridlösung

1 Durchstechflasche mit 5 ml enthält:

Kalziumchlorid x 2H

O 29,4 mg

*

Eine Einheit (I.E.) Blutgerinnungsfaktor XIII entspricht derjenigenAktivität, diein 1ml frischem Normalplasma enthalten ist.

** 30 Kallidinogenase-Inaktivator-Einheiten (KIE) entsprechen 1 Trypsin-Inhibitor-Einheit (FIP-E.). ***Eine Internationale Einheit (I. E.)

Thrombinwirddefiniert als jene Aktivität, die in 0,0853 mgdes 1. Internationalen Standards von humanem Thrombinenthalten ist.

Sonstige Bestandteile:

TISSUCOL 5,0 lyophilisiert: Natriumchlorid,Natriumzitrat, Aprotinin, Glyzin,

Heparin,Triton, Human Albumin, Plasminogen

Aprotininlösung: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke,

Benzylalkohol

Thrombin S lyophilisiert: Natriumchlorid, Glyzin, Human Albumin

Thrombin L lyophilisiert: Natriumchlorid, Glyzin, Human Albumin

Kalziumchloridlösung: Wasser für Injektionszwecke

Von TISSUCOL-Kit Immuno stehen folgendeGebrauchseinheiten zur Verfügung:

TISSUCOL-Kit 1,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno

Kombinationspackungen zur Herstellung von 1,0ml, 2,0 ml und 5,0 ml TISSUCOL-Lösung.

Jede Kombinationspackung ist mit einem Gerätesatz zur Herstellungund Applikation der

Kleberkomponenten und dem Applikationssystem DUPLOJECT ausgestattet.

Von Baxter Deutschland GmbH, Unterschleißheim kann folgendes Zubehör bezogen

werden:

FIBRINOTHERM KombiniertesWärme- und Rührgerät zur

Auflösung des lyophilisierten TISSUCOL

TISSOMAT Druckgassteuergerät mit Fußschalter, Manometer,

Reduzierventil und Druckschlauch.

SPRAY SET Steriler Einmalgerätesatz, bestehend aus einem

Verbindungsschlauch mit Sterilfilter und zwei

Sprühköpfen, zum Versprühen von TISSUCOL

mittels DUPLOJECT und Sprühkopf auf große

Wundflächen.

DUPLOJECT Wird mit den TISSUCOL-Kit Immuno-

Handelsformen mitgeliefert.

DUPLOCATH 180 Applikations-Katheter, lang

Einmalgerät zur Anwendung von TISSUCOL-Kit

Immuno in schwer zugänglichen Bereichen des

Operationsfeldes. Verwendbar auch in

Kombination mit einem Endoskop,

flexibel, röntgendicht.

Länge: ca. 180 cm, ca. 5 french (ca. 0,17 cm)

Der Applikations-Katheter 180 kann auf jede

benötigte Länge gekürzt werden.

DUPLOCATH 25 Applikations-Katheter, kurz

Einmalgerät zur Anwendung von TISSUCOL-Kit

Immuno in schwer zugänglichen Bereichen des

Operationsfeldes. Verwendbar auch in

Kombination mit einem Trokar.

Länge: ca. 25 cm, ca. 5 french (ca. 0,17 cm)

Pharmazeutischer Unternehmer

Baxter Deutschland GmbH, Edisonstraße 4, 85716 Unterschleißheim

Tel.:089/31701-0, E-Mail-Adresse: info_de@baxter.com

Hersteller

Baxter AG

A 1221 WIEN, Tel. 00431-20100-0

HERKUNFTSLÄNDER DER ZUR PRODUKTION VERWENDETEN PLASMEN

Deutschland, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Tschechien und Vereinigte

Staaten von Amerika.

STAND DER INFORMATION

September 2010

FACHINFORMATION

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

TISSUCOL-Kit 1,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

TISSUCOL-Kit Immuno ist eine Kombinationspackung, die die Präparate TISSUCOL Immuno

lyophilisiert, Aprotininlösung, Thrombin Slyophilisiert, Thrombin L lyophilisiert und

Kalziumchloridlösung zur Herstellung eines Zweikomponentenklebers enthält. Diese Präparate

weisen hinsichtlich ihrer wirksamen Bestandteile folgende Zusammensetzungen auf:

* Eine Einheit (I. E.) Blutgerinnungsfaktor XIII entspricht derjenigen Aktivität, die in 1ml frischem Normalplasma enthalten ist.

** 30 Kallidinogenase-Inaktivator-Einheiten (KIE) entsprechen 1 Trypsin-Inhibitor-Einheit (FIP-E.).

***Eine Internationale Einheit (I. E.) Thrombin wird definiertals jene Aktivität, die in 0,0853mg des 1. Internationalen Standards von

humanem Thrombin enthalten ist.

TISSUCOL-Kit 1,0 Immuno

TISSUCOL 1,0 lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat thermoinaktiviert

1 Durchstechflasche mit 126 - 198 mg Trockensubstanz enthält:

Humanplasmaproteinfraktion 80 - 120 mg

mit Fibrinogen 70 - 110 mg

Plasmafibronectin 2 - 9 mg

Blutgerinnungsfaktor XIII 10 - 50 I.E.*

Aprotininlösung

1 Durchstechflasche mit 1,0 ml Lösung enthält:

Aprotinin (bovin) 3000 KIE**

Thrombin S lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 55 - 75 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human) 500 I.E.***

Thrombin L lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 55 - 75 mg Trockensubstanz enthält: 4 I.E.***

Thrombin (human)

Kalziumchloridlösung

1 Durchstechflasche mit 1,0 ml enthält:

Kalziumchlorid x 2H

0 5,88 mg

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

TISSUCOL 2,0 lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat thermoinaktiviert

1 Durchstechflasche mit 252 - 396 mg Trockensubstanz enthält:

Humanplasmaproteinfraktion 160 - 240 mg

mit Fibrinogen 140 - 220 mg

Plasmafibronectin 4 -18 mg

Blutgerinnungsfaktor XIII 20 - 100 I.E.*

Aprotininlösung

1 Durchstechflasche mit 2,0 ml Lösung enthält:

Aprotinin (bovin) 6000 KIE**

entsprechend 3000 KIE pro ml

Thrombin S lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 110 - 150 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human) 1000 I.E.***

Thrombin L lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 110 - 150 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human) 8 I.E.***

Kalziumchloridlösung

1 Durchstechflasche mit 2,0 ml enthält:

Kalziumchlorid x 2H

0 11,76 mg

TISSUCOL-Kit 5, 0 Immuno

TISSUCOL 5,0 lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat thermoinaktiviert

1 Durchstechflasche mit 630 - 990 mg Trockensubstanz enthält:

Humanplasmaproteinfraktion 400 - 600 mg

mit Fibrinogen 350 - 550 mg

Plasmafibronectin 10 - 45 mg

Blutgerinnungsfaktor XIII 50 - 250 I.E.*

Aprotininlösung

1 Durchstechflasche mit 5,0 ml Lösung enthält:

Aprotinin (bovin) 15000 KIE**

entsprechend 3000 KIE pro ml

Thrombin S lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 275 - 375 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human) 2500 I.E.***

Thrombin L lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 275 - 375 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human) 20 I.E.***

Kalziumchloridlösung

1 Durchstechflasche mit 5,0 ml enthält:

Kalziumchlorid x 2H

0 29,4 mg

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung eines Fibrinklebers

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Die Präparate haben – gegebenenfalls in Kombination mit resorbierbarem Kollagenvlies

oder anderen geeigneten Trägermaterialien – folgende Anwendungsgebiete:

4.1.1 Gewebeklebung

-bei insuffizienzgefährdeter chirurgischer Naht;

-zur gas- und flüssigkeitsdichten Absicherung einer chirurgischen Naht;

-zur Einsparung von Nähten in mechanisch wenig belasteten bzw. Ersatz von Nähten

in mechanisch nicht belasteten Bereichen, um eine Verkürzung der Operationszeit und eine

ungestörte Wundheilung zu erzielen;

-bei aufgrund des Gewebezustandes, der topographischen Situation oder bei einem

Implantat unsicherer oder undurchführbarer chirurgischer Naht;

-zur Abdichtung von Membrandefekten (mit und ohne Trägermaterial);

-zur Fixierung von Transplantaten und Implantaten.

4.1.2 Blutstillung

-bei Parenchymdefekten mit diffuser Blutung (größere Gefäße sind zu ligieren,

Kollagenvlies als Trägermaterial wird empfohlen);

-bei flächenhaften Blutungen aus Mikrogefäßen mit dem Risiko großer postoperativer

Blutverluste oder Hämatome (gegebenenfalls mit Kollagenvlies als Trägermaterial);

-bei Blutungen, die durch chirurgische Naht oder andere Maßnahmen nicht

beherrschbar sind (gegebenenfalls Kunststoffpatches oder anderes stabiles

Trägermaterial verwenden);

-bei hämorrhagischen Diathesen, wenn eine Korrektur des Hämostasedefektes nicht

möglich ist oder Risiken der Substitutionstherapie vermieden werden sollen;

-zur Abdichtung poröser Gefäßprothesen.

4.1.3 Unterstützung der Wundheilung

-bei schlecht vaskularisiertem Empfängerbett für Hauttransplantate;

-bei Hautnekrosen nach Extravasation von Zytostatika;

-bei Hautulzerationen im Rahmen aggressiver Zytostatikatherapie;

-zur Auffüllung knöcherner Defekte, vor allem auch in Verbindung mit Spongiosa.

4.2 Dosierung, Art der Anwendung

4.2.1 Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Allgemeines

TISSUCOL-Kit Immuno dient zur Herstellung eines biologischen Zweikomponentenklebers,

entsprechend dem folgenden Schema:

TISSUCOL lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat

thermoinaktiviert

+ TISSUCOL-Lösung

Aprotininlösung  

+ TISSUCOL-

Thrombinlösung

Thrombin S lyophilisiert oder

Thrombin L lyophilisiert

 

+ Thrombinlösung

Kalziumchloridlösung  verfestigter

Fibrinkleber

(vollständige

Resorption)

Die als TISSUCOL-Lösung bezeichnete Komponente entsteht durch Auflösen von TISSUCOL

lyophilisiert in Aprotininlösung. Die andere Komponente, die Thrombinlösung, wird durch

Auflösen von Thrombin S lyophilisiert oder Thrombin L lyophilisiert in Calciumchloridlösung

hergestellt.

Bei der Applikation, für die mehrere Methoden zur Verfügung stehen, werden die beiden

Komponenten vermischt, und es entsteht ein visköses Gemisch, das rasch zu einer weißen,

elastischen Masse wird.

Menge an TISSUCOL-Lösung

Das erforderliche Volumen an TISSUCOL-Kit Immuno-Lösung richtet sich nach der Größe der

zu klebenden oder zu beschichtenden Oberfläche bzw. nach der Größe des auszufüllenden

Defektes. Außerdem hängt es von der Applikationstechnik ab.

Bei der Klebung von Flächen kann als Anhaltspunkt dienen, dass 1,0 ml TISSUCOL -Lösung

für eine Fläche von mindestens 10 cm 2

ausreichen. Verwendet man zur Auftragung das

DUPLOJECT System mit Sprühkopf (siehe 4.2.2. im Abschnitt Art der Anwendung), so lässt

sich je nach Indikation eine Fläche von 25 - 100 cm 2 beschichten.

Es empfiehlt sich, möglichst dünne Schichten der TISSUCOL-Thrombinlösung aufzutragen,

um eine unerwünscht langsame Resorption des Fibrinklebers zu vermeiden.

Wahl der Aprotininkonzentration

Damit der verfestigte Fibrinkleber nicht zu schnell lysiert wird, enthält die TISSUCOL -Lösung

den Fibrinolysehemmer Aprotinin.

Bei den weitaus meisten Anwendungsgebieten benutzt man die Aprotininlösung unverdünnt,

also in einer Konzentration von 3000 KIE/ml. Bei der Klebung von Nervenanastomosen ist

jedoch eine Konzentration von ca. 100 KIE/ml vorzuziehen, damit der Fibrinkleber schon in

kurzer Zeit (etwa 2 Tage) resorbiert und das Entstehen von Fibrosen vermieden wird.

Eine Lösung mit der Konzentration von ca. 100 KIE/ml gewinnt man durch Verdünnen der im

TISSUCOL-Kit Immuno vorhandenen Aprotininlösung (siehe unter 4.2.2. im Abschnitt Art der

Anwendung).

Wahl der Thrombinkonzentration

Wie rasch die Verfestigung des Klebers einsetzt, hängt von der Thrombinkonzentration der

zweiten Kleberkomponente ab. Während bei der Wahl von Thrombin L

(4 I.E. Thrombin/ml) die Verfestigung ca. 1 Minute nach Vereinigung der Kleberkomponenten

beginnt, setzt bei Verwendung von Thrombin S (500 I.E. Thrombin/ml) die Verfestigung

innerhalb von Sekunden ein. Deshalb ist Thrombin L für den Fall angezeigt, daß etwas Zeit -

beispielsweise zur Adaption von Klebeflächen - benötigt wird. Soll sich die TISSUCOL-

Thrombinlösung hingegen rasch verfestigen (z. B. um eine Blutstillung zu erzielen), so ist

Thrombin S vorzuziehen.

4.2.2 Art und Dauer der Anwendung

Allgemeines

Die Gummistopfen der Präparateflaschen sind – wie allgemein üblich – vor dem Durchstechen

zu desinfizieren. Im Übrigen ist der gesamte im TISSUCOL-Kit Immuno vorhandene

Gerätesatz sterilisiert, so dass die Voraussetzungen für ein steriles Arbeiten - auch bei der

Herstellung der Kleberkomponenten gegeben sind.

Verdünnen der Aprotininlösung beim Kleben von Nervenanastomosen

Wie unter 4.2.1 im Abschnitt "Dosierung mit Einzel- und Tagesangaben" erläutert, muss die

Aprotininlösung beim Kleben von Nervenanastomosen auf ca. 100 KIE/ml verdünnt werden.

Zu diesem Zweck gibt man 0,2 ml unverdünnte Aprotininlösung in 5 ml Wasser für

Injektionszwecke (Aqua ad iniectabilia). Dabei bedient man sich einer blau markierten 2 ml

Spritze bzw. 5 ml Spritze.

Nach dem Überführen der unverdünnten Aprotininlösung in das Wasser für Injektionszwecke

schwenkt man die Wasserflasche mehrmals um, damit eine gleichmäßige Verteilung des

Aprotinins eintritt. Die verdünnte Aprotininlösung ist dann sofort weiter zu verwenden.

Wo im Folgenden von Aprotininlösung die Rede ist, kann es sich um das verdünnte oder das

unverdünnte Präparat handeln.

Herstellung der TISSUCOL-Lösung (1. Kleberkomponente)

Das Auflösen von TISSUCOL lyophilisiert kann auf zwei Wegen erfolgen:

- mit Hilfe des kombinierten Wärme- und Rührgerätes FIBRINOTHERM,

- unter Verwendung eines auf 37 °C temperierten Wasserbades.

Zur Erleichterung des Lösevorganges bei Verwendung des FIBRINOTHERM enthält die

Flasche mit TISSUCOL lyophilisiert einen Rührpropeller.

Auflösen mit dem FIBRINOTHERM

FIBRINOTHERM ermöglicht die schnelle Auflösung von TISSUCOL lyophilisiert bei einer

konstanten Temperatur von 37 °C mit Hilfe des in der TISSUCOL-Flasche vorhandenen

Rührpropellers.

Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

1. Die Schalter für Wärmevorrichtung und Magnetrührer einschalten.

2. Aprotininlösung in die Flasche mit dem lyophilisiertem TISSUCOL überführen. Dazu ist

eine blau markierte Spritze zu verwenden, gegebenenfalls nach Kanülenwechsel jene, die zur

Herstellung der verdünnten Aprotininlösung benutzt wurde. Das lyophilisierte TISSUCOL ist

durch leichtes Schwenken möglichst vollkommen zu benetzen.

Die TISSUCOL-Flasche ist unter Verwendung des passenden Adapterringes in die größte

Bohrung zu stellen (Magnetrührer).

3. Den Lösungsvorgang überprüfen. Bis zur ersten Kontrolle wartet man

zweckmäßigerweise etwa 6 Minuten. Die Auflösung von TISSUCOL ist dann abgeschlossen,

wenn beim Betrachten der Lösung im durchscheinenden Licht keine ungelösten Partikel

erkennbar sind. Andernfalls muss der Lösungsvorgang verlängert werden.

4. Nach dem Auflösen wird die TISSUCOL-Lösung mit einer blau markierten Spritze der

TISSUCOL-Flasche entnommen. Eine Kanüle, die durch den Gummistopfen der TISSUCOL -

Flasche gesteckt wird, gleicht das Vakuum in der Flasche aus und erleichtert auf diese Weise

das Aufziehen der TISSUCOL-Lösung. Gleichzeitig mit dem Vakuum-Ausgleich fällt der

Schaum zusammen.

Sollte die TISSUCOL-Lösung nach dem Auflösen nicht unmittelbar verwendet werden, so

belässt man sie bei abgeschaltetem Rührwerk und der Temperatur von 37 °C in der

TISSUCOL-Flasche (maximal 4 Stunden). Vor dem Aufziehen in die blau markierte Spritze ist

das Rührwerk dann noch einmal kurz einzuschalten, um die Homogenität der Lösung zu

gewährleisten.

Auflösen unter Verwendung eines Wasserbades

1.Sowohl die Flasche mit TISSUCOL lyophilisiert als auch die Flasche mit Aprotininlösung

sind in ein auf 37 °C vorgewärmtes Wasserbad zu stellen und dort 10 bis 15 Minuten zu

belassen. (Nicht über 40 °C erwärmen! Die Einhaltung der Temperatur ist ohne Thermostat

praktisch nicht möglich.)

2.Anschließend wird die Aprotininlösung in die Flasche mit dem lyophilisierten

TISSUCOL überführt. Dazu ist eine blau markierte Spritze zu verwenden.

3.Danach stellt man die TISSUCOL-Flasche für eine Minute wieder in das Wasserbad mit

37 °C.

4.Anschließend folgt ein kurzes, kräftiges Schwenken der TISSUCOL-Flasche, wobei jedoch

zu viel Schaumbildung zu vermeiden ist. Daraufhin wird die Flasche für 10 bis 15 Minuten

erneut in das Wasserbad mit 37 °C gestellt.

5.Danach ist zu prüfen, ob die Auflösung des lyophilisierten TISSUCOL abgeschlossen ist.

Das ist dann der Fall, wenn beim Betrachten der Lösung im durchscheinenden Licht keine

ungelösten Partikel erkennbar sind. Andernfalls muss der Lösungsvorgang für einige Minuten

verlängert werden.

6.Nach dem Auflösen wird die TISSUCOL-Lösung mit einer blau markierten Spritze der

TISSUCOL-Flasche entnommen (Eine Kanüle, die durch den Gummistopfen der TISSUCOL-

Flasche gesteckt wird, gleicht das Vakuum in der Flasche aus und erleichtert auf diese Weise

das Aufziehen der TISSUCOL-Lösung).

Sollte die TISSUCOL-Lösung nach dem Auflösen nicht unmittelbar verwendet werden, so

belässt man sie in der TISSUCOL-Flasche bei37 °C (maximal 4 Stunden). Vor dem Aufziehen

in die blau markierte Spritze ist die TISSUCOL-Flasche dann, unter Vermeidung von

Schaumbildung kurz zu schwenken, um die Homogenität der Lösung zu gewährleisten.

Herstellung der Thrombinlösung (2. Kleberkomponente)

Nach der Wahl der geeigneten Thrombinkonzentration wird der gesamte Inhalt der

Durchstechflasche mit Kalziumchloridlösung in die Flasche mit Thrombin S lyophilisiert bzw.

Thrombin L lyophilisiert überführt. Dazu benutzt man eine der schwarz markierten Spritzen.

Spritzen bzw. Kanülen, die zur Auflösung von Thrombin S lyophilisiert oder Thrombin L

lyophilisiert verwendet wurden, dürfen auf keinen Fall zum Verdünnen der Aprotininlösung

oder zum Auflösen des lyophilisierten TISSUCOL verwendet werden, da dadurch eine

vorzeitige Verfestigung des Fibrinklebers ausgelöst wird.

Nach kurzem Schwenken ist die Trockensubstanz gelöst. Die Lösung wird dann in eine

Bohrung des auf 37 °C vorgewärmten FIBRINOTHERM bzw. in das entsprechende Was-

serbad gestellt. Sie ist nach etwa 6 bis 8 Minuten verwendbar. Gebraucht man die Lösung

nicht sofort, wird sie bei 37 °C belassen (maximal 4 Stunden). Man entnimmt die

Thrombinlösung vor Gebrauch mit der zweiten schwarz markierten Spritze.

Verwendbarkeitsdauer der gelösten Kleberkomponenten

Beide Kleberkomponenten müssen innerhalb von 4 Stunden nach ihrer Herstellung verbraucht

werden.

4.3. Gegenanzeigen

TISSUCOL-Kit Immuno sollte nicht intravaskulär angewendet werden, insbesondere bei

koronaren Bypass-Operationen ist höchste Vorsicht geboten, um jegliches Risiko der

intravasalen Anwendung zu minimieren (siehe auch Kapitel 4.8 Nebenwirkungen).

TISSUCOL-Kit Immuno darf nicht in die Nasenschleimhaut injiziert werden.

Die alleinige Anwendung von TISSUCOL-Kit Immuno ist nicht angezeigt für die Behandlung

von massiven arteriellen oder venösen Blutungen.

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Rindereiweiß oder einen Bestandteil von TISSUCOL-Kit

Immuno.

Aktuelle oder aus der Anamnese bekannte allergisch bedingte Thrombozytopenie (Typ II) auf

Heparin.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei Patienten mit allergischer Diathese bzw. Arzneimittelüberempfindlichkeit sowie Patienten,

die Aprotinin bereits in der Vergangenheit erhalten haben, ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-

Abwägung nötig. Es empfiehlt sich, vor der Gabe von Aprotinin Antihistaminika zu

verabreichen.

TISSUCOL-Kit Immuno sollte nicht intravaskulär angewendet werden, insbesondere bei

koronaren Bypass-Operationen ist höchste Vorsicht geboten, um jegliches Risiko der

intravasalen Anwendung zu minimieren (siehe auch Kapitel 4.8 Nebenwirkungen).

Bei der Injektion in die Submucosa kann es in Einzelfällen zu einer Schädigung des Gewebes

mit der Folge einer Hämatombildung kommen. Eine akute Pankreatitis kann bei Patienten mit

einem intramuralem Hämatom der Duodenalwand beobachtet werden.

Abdominale Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen innerhalb von 1 bis 3 Tagen nach der

endoskopischen Blutstillung durch Injektion können die Anzeichen für ein intramurales

Hämatom sein.

TISSUCOL-Kit Immuno sollte als dünne Schicht aufgetragen werden. Ein sehr dicker

Fibrinpfropf könnte sich negativ auf die Wirksamkeit des Produktes und den

Wundheilungsprozess auswirken. Bei der Verwendung von Sprühgeräten mit Druckreglern

zur Anwendung von TISSUCOL-Kit Immuno sind Luft- oder Gasembolien, Gewebsrupturen

oder Gaseinschlüsse mit nachfolgenden Kompressionen aufgetreten, die lebensbedrohlich

sein können. Diese Ereignisse scheinen mit Sprühgeräten in Zusammenhang zu stehen, die

mit höheren Druckanwendungen als empfohlen und/oder geringerem Gewebsabstand als

vorgegeben, angewendet wurden.

Bei der Anwendung von TISSUCOL-Kit Immuno mit einem Sprühgerät sollte sichergestellt

werden, dass der vom Gerätehersteller angegebene Druckbereich eingehalten wird. Wenn

keine spezifische Empfehlung dazu vorliegt, sollten Drücke oberhalb von 1,4-1,7 bar

vermieden werden. Der vom Gerätehersteller empfohlene Abstand zum Gewebe sollte nicht

unterschritten werden. Wenn keine spezifische Empfehlung dazu vorliegt, sollte das Sprühen

mit einem Mindestabstand von 10-15 cm vonder Gewebsoberfläche erfolgen. Beim

Versprühen von TISSUCOL-Kit Immuno sollten wegen der Möglichkeit einer Gasembolie

Blutdruck, Pulsschlag, Sauerstoffsättigung und endexpiratorischer CO

-Partialdruck überwacht

werden.

Beim Sprühen von Fibrinkleber kommt Druckgas zur Anwendung. Die Druckgasanwendung

birgt das Risiko einer Gasembolie, eines Gasemphysems oder einer Gewebs- bzw.

Organruptur in sich, die lebensbedrohlich sein können. Das Duploject-System mit Sprühkopf

darf deshalb in umschlossenen Körperbereichen nicht eingesetzt werden. Das Sprühen darf

ausschließlich unter Sicht, bei einem Mindestabstand von 10 cm erfolgen.

Bei der simultanen Applikation unter Verwendung eines Sprühkopfes müssen Gebiete, auf die

kein Kleber gesprüht werden soll, abgedeckt werden.

Kleberproteinlösung und/oder Thrombinlösung, die bei der Anwendung auf das Gewebe

außerhalb des zu klebenden Bereichs gelangt sind, sollten nach Möglichkeit entfernt werden.

Vor einer Sprühanwendung von TISSUCOL-Kit Immuno mit Instrumenten anderer Hersteller

wird gewarnt. Das Steuergerät TISSOMAT und das SPRAY SET sind in Unterschleißheim

erhältlich.

In zwei retrospektiven, nicht-randomisiertenStudien der koronaren Bypass-Chirurgie zeigten

jene Patienten, die Fibrinkleber erhalten haben, ein statistisch höheres Mortalitätsrisiko.

Obwohl diese Studien keinen kausalen Zusammenhang belegen, kann eine Verbindung

zwischen dem erhöhten Risiko und dem Einsatz von TISSUCOL-Kit Immuno nicht

ausgeschlossen werden. Daher sollte dieses Produkt mit besonderer Vorsicht angewandt

werden, um eine unerwünschte, intravaskuläre Verabreichung zu vermeiden.

Standardmaßnahmen zur Verhinderung von Infektionen, die durch aus menschlichem Blut

oder Plasma hergestellten Arzneimitteln übertragen werden können, schließen die Auswahl

der Spender, die Testung der Einzelspenden und der Plasmapools auf spezifische

Infektionsmarker und die Durchführung effektiver Herstellungsschritte zur

Inaktivierung/Abtrennung von Viren mit ein. Trotzdem sind bei der Anwendung von aus

menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln Infektionskrankheiten durch

Übertragung von Erregern – auch bislang unbekannter Natur – nicht völlig auszuschließen.

Diese Maßnahmen werden für umhüllte Viren wie z. B. HIV, HBV und HCV für wirksam

erachtet. Diese Maßnahmen können bei nicht-umhüllten Viren, wie z. B. HAV und Parvovirus

B19, eingeschränkt wirksam sein. Parvovirus B19-Infektionen können bei Schwangeren (fötale

Infektion) und Personen mit Immundefekten oder gesteigerter Erythropoese (z. B.

haemolytische Anämie) zu schweren Erkrankungen führen.

Wird ein aus menschlichem Plasma hergestelltes TISSUCOL-Kit regelmäßig/wiederholt

verabreicht, müssen geeignete Impfungen (Hepatitis A und B) in Betracht gezogen werden.

Im Interesse des Patienten wird dringend empfohlen, jede Verabreichung von TISSUCOL-Kit

mit Produktnamen und Chargenummer zu dokumentieren um die Verbindung zwischen Patient

und Produktcharge herzustellen.

Es wird auf die Dokumentationspflicht gemäß Transfusionsgesetz hingewiesen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Substanzen, die oxydierend wirken (z. B. Jod, H

), Proteine denaturieren (z. B. Alkohol)

oder Schwermetalle enthalten (z. B. Thiomersal) können die Wirksamkeit des Fibrinklebers

beeinträchtigen. Wenn solche Substanzen, beispielsweise als Desinfektionsmittel, verwendet

werden, so sind etwaige Reste vor Beginn der Klebung mit einem sterilen Tupfer möglichst

vollständig zu entfernen.

TISSUCOL-Kit Immuno kann auch bei voll heparinisierten Patienten (z. B. bei extrakorporalem

Kreislauf) angewendet werden.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob die Verabreichung von TISSUCOL-Kit Immuno während der

Schwangerschaft und der Stillzeit negative Auswirkungen auf Mutter und Kind haben kann.

Aus diesem Grund ist während der Schwangerschaft und Stillzeit eine strenge

Indikationsstellung geboten.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8 Nebenwirkungen

Bei wiederholter Anwendung von TISSUCOL, zusätzlicher systemischer Verabreichung von

Aprotinin oder Überempfindlichkeit gegen Rindereiweiß oder einen anderen Bestandteil kann

es zum Auftreten anaphylaktischer oder anaphylaktoider Reaktionen kommen, falls keine

prophylaktischen Prämedikationen gegeben werden.

Bei Überempfindlichkeitsreaktionen ist die Anwendung sofort abzubrechen, und es sind die

gebräuchlichen Notfallmaßnahmen durchzuführen. Die therapeutischen Maßnahmen richten

sich nach Art und Schweregrad der allergischen Reaktion.

Selbst wenn eine zweite Verabreichung gut vertragen wird, kann eine darauf folgende

systemische Gabe schwere anaphylaktischeReaktionen auslösen. Die Symptome von

allergischen/anaphylaktischen Reaktionen können reichen von Flush, Urtikaria, Juckreiz,

Übelkeit, Blutdruckabfall, Tachykardie oder Bradykardie und Atemnot bis hin zu schwerer

Hypotension und anaphylaktischem Schock.

In seltenen Fällen können diese Reaktionen auch bei Patienten bei der Erstverabreichung von

Aprotinin oder TISSUCOL-Kit Immuno auftreten.

TISSUCOL-Kit Immuno sollte nicht intravaskulär angewendet werden, da dies zu

anaphylaktischen und/oder thromboembolischen Komplikationen führen kann, die

lebensbedrohlich sein können. Speziell bei koronaren Bypass-Operationen sollte TISSCOL-Kit

Immuno mit Vorsicht angewendet werden, um jegliches Risiko der intravasalen Anwendung zu

minimieren.

Aufgrund des Heparingehaltes von TISSUCOL-Kit Immuno können selten Antikörper-

vermittelte schwere Thrombozytopenien (Typ II) mit Thrombozytenwerten deutlich unter

100.000/ l oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50 % des Ausgangswertes beobachtet

werden. Bei nicht Sensibilisierten beginnt der Thrombozytenabfall in der Regel 6-14 Tage nach

Behandlungsbeginn, bei Sensibilisierten unter Umständen innerhalb von Stunden.

Die schwere Form der Thrombozytopenie kann verbunden sein mit arteriellen und venösen

Thrombosen/Thrombembolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl. Hautnekrosen an der

Injektionsstelle, Petechien, Purpura und Meläna.

In solchen Fällen ist TISSUCOL-Kit Immuno sofort abzusetzen. Der Patient muß darüber

informiert werden, dass bei ihm auch in Zukunft keine heparinhaltigen Arzneimittel mehr

angewendet werden dürfen.

Wegen der genannten gelegentlich auftretenden ungünstigen Wirkung des Heparins auf die

Thrombozyten muss deren Zahl, insbesondere zu Beginn der Behandlung mit diesem

Arzneimittel, engmaschig kontrolliert werden.

Bei der Anwendung von aus menschlichem Blut hergestellten Arzneimitteln ist die Übertragung

von Infektionserkrankungen durch Übertragung von Erregern - auch bislang unbekannter

Natur – nicht völlig auszuschließen. Deshalb werden die Spender nach strengen Kriterien

ausgewählt, die Plasmaspenden getestet und selektiert sowie die Plasmapools kontrolliert. Im

Herstellungsprozeß sind Maßnahmen zur Abtrennung und Inaktivierung von Viren enthalten.

4.9 Überdosierung

Es sind keine Fälle einer Überdosierung bekannt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokale Hämostatika, ATC-Code: B02BC; Gewebekleber,

ATC-Code: V03AK

Die Fibrinklebung mit obigen Arzneimitteln entspricht im Prinzip der letzten Phase der

Blutgerinnung.

Fibrinogen wird durch Thrombin zu monomerem Fibrin umgesetzt. Dieses bildet durch End-zu

End- und Seit-zu Seit-Anlagerung aggregiertes Fibrin

, das in 5 M Harnstoff löslich ist.

Gleichzeitig aktiviert Thrombin den Faktor XIII, der in ausreichenden Mengen in der

Kleberproteinlösung vorhanden ist. Da in der verwendeten Thrombin-Lösung Kalziumchlorid

enthalten ist, wird das entstehende Fibrin

anschließend durch den Faktor XIIIa in polymeres

harnstoffunlösliches Fibrin

umgewandelt. Dabei werden kovalente Bindungen zwischen

benachbarten - und-Ketten der Fibrinmonomere gebildet.

Die nach dem Wundverschluß einsetzende Wundheilung ist gekennzeichnet durch das

Einsprossen von Fibroblasten in das Wundgebiet, wobei das Fibrin die Funktion einer

Leitschiene übernimmt, sowie die Bildung von Kapillaren. Dieser Prozess stellt ein multi-

faktorielles Geschehen dar, bei dem Thrombin, Fibrin und Faktor XIII eine stimulierende

Wirkung auf die Fibroblasten zeigen.

Als nächste Phase des Wundheilungsgeschehens setzt der Abbau des Fibrinnetzes durch

Proteolyse und Phagozytose ein. In der Kleberproteinlösung sind geringe Mengen an

Plasminogen enthalten, welches durch Kallikrein und verschiedene Gewebefaktoren zu

Plasmin umgesetzt wird und somit die Fibrinolyse in Gang setzt.

Dieser Vorgang gleicht der bei jeder Wundheilung beobachteten Resorption körpereigenen

Fibrins. Ein zu rascher fibrinolytischer Abbau des verfestigten Fibrinklebers wird jedoch durch

die Zugabe von Aprotinin als Antifibrinolytikum gehemmt.

5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften

TISSUCOL-Kit Immuno darf nur epiläsional angewendet werden. Intravasale Anwendung ist

kontraindiziert. Deshalb wurden keine intravasalen Pharmakokinetikstudien am Menschen

durchgeführt.

TISSUCOL-Kit wird wie körpereigenes Fibrin durch Fibrinolyse und Phagozytose abgebaut.

TISSUCOL-Kit Immuno darf nur lokal angewendet werden und ist sofort verfügbar.

5.3. Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxizitätsstudien mit einmaliger Verabreichung haben keine spezielle Gefährdung für den

Menschen gezeigt, die über die in anderen Abschnitten der Fachinformation genannten

Informationen hinausgeht. Aufgrund der Beschaffenheit sowie der besonderen Art der

Anwendung wurden keine Studien zur Mutagenität und Kanzerogenität durchgeführt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

1 Durchstechflasche mit TISSUCOL lyophilisiert enthält: Natriumchlorid, Natriumzitrat,

Aprotinin, Glycin, Heparin, Triton, Human Albumin, Plasminogen

1 Durchstechflasche mit Aprotininlösung enthält: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke,

Benzylalkohol

1 Durchstechflasche mit Thrombin S lyophilisiert enthält: Natriumchlorid, Glycin, Human

Albumin

1 Durchstechflasche mit Thrombin L lyophilisiert enthält:Natriumchlorid, Glycin, Human

Albumin

1 Durchstechflasche mit Kalziumchloridlösung enthält:Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Die Präparate sind bei Beachtung der Aufbewahrungserfordernisse 2 Jahre haltbar. Nach Ablauf

des Verfalldatums dürfen sie nicht mehr angewendet werden. Nach Auflösung sind die beiden

Kleberkomponenten innerhalb von 4 Stunden zu verwenden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Die Präparate sind bei +2 bis +8 C aufzubewahren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Von TISSUCOL-Kit Immuno stehen folgende Gebrauchseinheiten zur Verfügung:

TISSUCOL-Kit 1,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno

Kombinationspackungen zur Herstellung von 1,0 ml, 2,0 ml und 5,0 ml TISSUCOL -Lösung.

Jede Kombinationspackung ist mit einem Gerätesatz zur Herstellung und Applikation der

Kleberkomponenten und dem Applikationssystem DUPLOJECT ausgestattet.

In Unterschleißheim kann folgendes Zubehör bezogen werden:

FIBRINOTHERM Kombiniertes Wärme- und Rührgerät zur Auflösung des

lyophilisierten TISSUCOL Immuno

TISSOMAT Druckgassteuergerät mit Fußschalter, Manometer,

Reduzierventil und Druckschlauch.

SPRAY SET Steriler Einmalgerätesatz, bestehend aus einem

Verbindungsschlauch mit Sterilfilter und zwei

Sprühköpfen, zum Versprühen von TISSUCOL-Kit

Immuno mittels DUPLOJECT und Sprühkopf auf große

Wundflächen.

DUPLOJECT Wird mit den TISSUCOL-Kit Immuno -Handelsformen

mitgeliefert.

DUPLOCATH 180 Applikations-Katheter, lang

Einmalgerät zur Anwendung von TISSUCOL-Kit Immuno

in schwer zugänglichen Bereichen des Operationsfeldes.

Verwendbar auch in Kombination mit einem Endoskop,

flexibel, röntgendicht.

Länge: ca. 180 cm, ca. 5 french (ca. 0,17 cm)

Der Applikations-Katheter 180 kann auf jede

benötigte Länge gekürzt werden.

DUPLOCATH 25 Applikations-Katheter, kurz

Einmalgerät zur Anwendung von TISSUCOL-Kit Immuno

in schwer zugänglichen Bereichen des Operationsfeldes.

Verwendbar auch in Kombination mit einem Trokar.

Länge: ca. 25 cm, ca. 5 french (ca. 0,17 cm)

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Applikationsmethoden *

Die Applikation von TISSUCOL-Kit Immuno erfolgt mit dem DUPLOJECT-System, wobei sich

die folgenden Applikationsmethoden unterscheiden lassen:

- Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikationskanüle,

siehe 6.6.1.

- Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikations-Katheter,

siehe 6.6.2.

- Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Sprühkopf (mit Treibgas),

siehe 6.6.3.

- Lokale Applikation mit Injektionsnadel, siehe 6.6.4.

- Applikation mit Trägermaterial, siehe 6.6.5.

Soweit Handschuhe und Instrumente mit der Kleberproteinlösung oder dem Gemisch in

Berührung kommen, sollen sie vorher mit einer sterilen Kochsalzlösung angefeuchtet werden,

um ein Haftenbleiben des Klebers zu vermeiden.

Die zu verklebenden Teile sind nach dem Auftragen des Gemisches rasch zu adaptieren und für

mindestens 3 Minuten unter leichter Kompression zu halten, um eine gute Haftung des sich

verfestigenden Klebers am Gewebe zu erzielen.

Speziell im Falle der Klebung von Flächen ist auf dünne Schichten des Gemischeszu achten.

6.6.1Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikationskanüle

Das sterile DUPLOJECT-System besteht aus einer Halterung für die beiden Fertigspritzen

und einem gemeinsamen Kolben, wodurch beider Applikation gleiche Mengen der beiden

Kleberkomponenten über ein gemeinsames Anschlussstück in einer Applikationskanüle

durchmischt werden.

Arbeitsanleitung:

Die hier beschriebenen Applikationsmethoden lassen sich in unterschiedlicher Weise variieren, wie man der Literatur entnehmen

kann.

1.Die Verschlusskappen der beiden Spritzen entfernen.

2.Die Konusse beider Spritzen mit einem der beigepackten Anschlussstücke verbinden.

Dabei auf festen Halt achten. Anschlussstück mit Sicherungslasche an der Spritzenhalterung

fixieren.

3.Eine der beigepackten Applikationskanülen auf das Anschlussstück stecken.

Die in den Spritzen, im Anschlussstück und in der Kanüle befindliche Luft erst

bei der Applikation herausdrücken, da es sonst schon vorher zu einer

Verklebung der Applikationskanüle kommen kann.

4.Bei der Klebung von Flächen: Das Gemisch aufeineFläche der zu verklebenden Teile

dünn, aber möglichst lückenlos auftragen.

WennTISSUCOL-Kit Immuno mittels eines Sprühgerätes aufgetragen wird, stellen Sie bitte

sicher, dass sich der Druck nur in dem vom Gerätehersteller empfohlenen Bereich befindet.

Ein Druck von 1,4-1,7 bar sollte dabei nicht überschritten werden. Halten Sie den vom

Gerätehersteller angegebenen Abstand vom Gewebe ein. Er sollte mindestens 10-15 cm

betragen. Beim Versprühen von TISSUCOL-Kit Immuno sollten wegen der Möglichkeit einer

Gasembolie Blutdruck, Pulsschlag, Sauerstoffsättigung und endexpiratorischer CO

Partialdruck überwacht werden.

Zur Beachtung:

Wird die Anwendung unterbrochen, so muss bei Wiederaufnahme der Klebung die

gebrauchte Applikationskanüle durch eine neue ersetzt werden(3 Reservekanülen sind

beigepackt). Die Applikationskanüle sollte aber erst unmittelbar vor der Weiterführung der

Anwendung ausgetauscht werden, da es sonst zur Verklebung der Austrittsöffnung des

Anschlussstückes kommen kann (in einem solchen Fall ist das beigepackte Reserve-

anschlussstück zu verwenden).

Es ist möglich, das Gemisch ohne Applikationskanüle direkt aus dem Anschlussstück

aufzutragen. Während einer etwaigen Unterbrechung der Anwendung kann sich an der

Austrittsöffnung ein Fibrinclot bilden. Dieser lässt sich im Allgemeinen leicht entfernen. Sonst

ist auch in diesem Falle das beigepackte Reserveanschlußstück zu benutzen.

6.6.2. Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikations-Katheter

Zur Anwendung in schwer zugänglichen Bereichen des Operationsfeldes und zur

endoskopischen Anwendung stehen Applikations-Katheter zur Verfügung. Eine ausführliche

Beschreibung dieser Anwendungsmethode ist den Gerätesätzen DUPLOCATH 25 bzw.

DUPLOCATH 180 beigepackt.

6.6.3. Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Sprühkopf (mit Treibgas)

Diese Methode eignet sich besonders zum Besprühen größerer Flächen (z. B. bei Haut-

transplantationen) und zur Stillung diffuser Blutungen.

Eine ausführliche Beschreibung dieser Anwendungsmethode ist dem Gerätesatz SPRAY SET

beigepackt.

6.6.4. Lokale Applikation mit Injektionsnadel

Die Blutungsstelle wird mit TISSUCOL-Kit Immuno (Kleberprotein- und Thrombinlösung mit

500 I.E./ml) umspritzt. Es hat sich bewährt, je nach Stärke der Blutung und Größe der

Blutungsstelle 2 ml bis 4 ml TISSUCOL-Kit Immuno auf mehrere Depots zu verteilen.

Je nach verwendeter Injektionsnadel (zweilumige oder einlumige Injektionsnadel) erfolgt die

Anwendung der Kleberkomponenten gleichzeitig oder nacheinander. Die den Injektionsgeräten

beigepackten Gebrauchsanweisungen müssen beachtet werden.

6.6.5. Applikation mit Trägermaterial

Bei diffusen, kapillären Blutungen empfiehlt es sich, Kleberprotein- und Thrombinlösung auf

Trägermaterialien wie Kollagenvlies aufzutragen, um zu vermeiden, dass die

Kleberkomponenten vor der Verfestigung fortgeschwemmt werden. Nach dem Auftragen des

Gemisches (bzw. der Kleberprotein- und der Thrombinlösung) legt man das Trägermaterial

sofort auf die Wundfläche. Dabei sind gleiche Mengen der beiden Komponenten zu

verwenden.

Nicht verbrauchte Lösungen müssen fachgerecht entsorgt werden.

7. PHARMAZEUTISCHER UNTERNEHMER

Baxter Deutschland GmbH

Edisonstraße 4

85716 Unterschleißheim

Tel.: 089/31701-0

E-Mail-Adresse: info_de@baxter.com

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

2717.01.00

2717.02.00

2717.03.00

9. DATUM DERERTEILUNG DERZULASSUNG

22. Dezember 1982

DATUMVERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

28. September 1992

10. STAND DER INFORMATION

September 2010

11. SONSTIGE HINWEISE

Herkunftsländer der zur Produktion verwendeten Plasmen

Deutschland, Norwegen, Österreich, Schweden,Schweiz,Tschechien und Vereinigte

Staaten von Amerika.

12. VERSCHREIBUNGSSTATUS/ APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

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