TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno Trockensubstanz und Lösungsmittel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Plasmaproteine vom Menschen, Aprotinin, Thrombin vom Menschen, Thrombin vom Menschen, Calciumchlorid-Dihydrat
Verfügbar ab:
Baxter Deutschland GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Plasma proteins from human, Aprotinin, Thrombin human Thrombin human, calcium chloride dihydrate
Darreichungsform:
Trockensubstanz und Lösungsmittel
Zusammensetzung:
Plasmaproteine vom Menschen 160.-240.mg; Aprotinin 6000.KIE; Thrombin vom Menschen 1000.I.E.; Thrombin vom Menschen 8.I.E.; Calciumchlorid-Dihydrat 11.76mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
2717.02.00

Gebrauchsinformation, aufmerksam lesen!

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen

darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie

sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

STOFF- ODER INDIKATIONSGRUPPE

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung eines Fibrinklebers

DARREICHUNGSFORM

Das lyophilisierte Pulver ist hygroskopisch, weiß oder leicht gelb und von pulveriger oder körniger

Konsistenz; die flüssigen Bestandteile sind klare, farblose Lösungen.

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokale Hämostatika, ATC-Code: B02BC; Gewebekleber, ATC-Code:

V03AK

ANWENDUNGSGEBIETE

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno hat – gegebenenfalls in Kombination mit resorbierbarem Kollagenvlies oder

anderen geeigneten Trägermaterialien – folgende Anwendungsgebiete:

Gewebeklebung

bei insuffizienzgefährdeter chirurgischer Naht;

zur gas- und flüssigkeitsdichten Absicherung einer chirurgischen Naht;

zur Einsparung von Nähten in mechanisch wenig belasteten bzw. Ersatz von Nähten in mechanisch

nicht belasteten Bereichen, um eine Verkürzung der Operationszeit und eine ungestörte Wundheilung

zu erzielen;

bei aufgrund des Gewebezustandes, der topographischen Situation oder bei einem Implantat

unsicherer oder undurchführbarer chirurgischer Naht;

zur Abdichtung von Membrandefekten (mit und ohne Trägermaterial);

zur Fixierung von Transplantaten und Implantaten.

Blutstillung

bei Parenchymdefekten mit diffuser Blutung (größere Gefäße sind zu ligieren, Kollagenvlies als

Trägermaterial wird empfohlen);

bei flächenhaften Blutungen aus Mikrogefäßen mit dem Risiko großer postoperativer

Blutverluste oder Hämatome (gegebenenfalls mit Kollagenvlies als Trägermaterial);

bei Blutungen, die durch chirurgische Naht oder andere Maßnahmen nicht beherrschbar sind

(gegebenenfalls Kunststoffpatches oder anderes stabiles Trägermaterial verwenden);

bei hämorrhagischen Diathesen, wenn eine Korrektur des Hämostasedefektes nicht möglich ist oder

Risiken der Substitutionstherapie vermieden werden sollen;

zur Abdichtung poröser Gefäßprothesen.

Unterstützung der Wundheilung

bei schlecht vaskularisiertem Empfängerbett für Hauttransplantate;

bei Hautnekrosen nach Extravasation von Zytostatika;

bei Hautulzerationen im Rahmen aggressiver Zytostatikatherapie;

zur Auffüllung knöcherner Defekte, vor allem auch in Verbindung mit Spongiosa.

GEGENANZEIGEN

Wann dürfen Sie TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno nicht anwenden?

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno darf nicht intravaskulär angewendet werden, insbesondere bei koronaren Bypass-

Operationen ist höchste Vorsicht geboten, um jegliches Risiko der intravasalen Anwendung zu minimieren

(siehe auch Kapitel Nebenwirkungen).

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno darf nicht in die Nasenschleimhaut injiziert werden.

Die alleinige Anwendung von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno ist nicht angezeigt für die Behandlung von

massiven arteriellen oder venösen Blutungen.

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno sollte darüber hinaus nicht angewendet werden bei

bekannter Überempfindlichkeit gegen Rindereiweiß oder einen der Bestandteile von TISSUCOL-Kit

2,0 Immuno, einschließlich Aprotinin;

aktuellem oder aus der Vorgeschichte bekanntem Abfall der Zahl der Blutplättchen

(Thrombozytopenie Typ II) aufgrund einer Allergie gegen Heparin.

BESONDERE WARNHINWEISE UND VORSICHTSMASSNAHMEN FÜR DIE ANWENDUNG

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Nur zur epiläsionalen Anwendung.

Bei Patienten mit allergischer Diathese bzw. Arzneimittelüberempfindlichkeit sowie Patienten, die Aprotinin

bereits in der Vergangenheit erhalten haben, ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig. Es empfiehlt

sich, vor der Gabe von Aprotinin Antihistaminika zu verabreichen.

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno darf nicht intravaskulär angewendet werden, insbesondere bei koronaren Bypass-

Operationen ist höchste Vorsicht geboten, um jegliches Risiko der intravasalen Anwendung zu minimieren

(siehe auch Kapitel „Nebenwirkungen“). Eine unabsichtliche, intravaskuläre Verabreichung von TISSUCOL-

Kit 2,0 Immuno kann zu lebensbedrohlichen, thromboembolischen Komplikationen oder disseminierter

intravasaler Gerinnung führen.

Eine intravasale Injektion könnte darüber hinaus bei empfindlichen Patienten Wahrscheinlichkeit und Schwere

von akuten Überempfindlichkeitsreaktionen erhöhen.

Bei der Injektion in die Submucosa kann es in Einzelfällen zu einer Schädigung des Gewebes mit der Folge

einer Hämatombildung kommen. Eine akute Pankreatitis kann bei Patienten mit einem intramuralen Hämatom

der Duodenalwand beobachtet werden.

Abdominale Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen innerhalb von 1 bis 3 Tagen nach der endoskopischen

Blutstillung durch Injektion können die Anzeichen für ein intramurales Hämatom sein.

Wenn Fibrinkleber in abgeschlossene Hohlräume eingebracht werden, sollte das Risiko von Komplikationen

aufgrund einer Kompression in Betracht gezogen werden.

Bei der Verwendung von Sprühgeräten mit Druckgasreglern zur Verabreichung von Fibrinklebern sind

sehr selten lebensbedrohliche/tödliche Luft- oder Gasembolien (Eintritt von Luft in die Blutbahn)

aufgetreten. Dies scheint auf die Verwendung von Sprühapplikatoren bei einem höheren als dem

empfohlenen Druck und/oder in zu geringem Abstand zur Gewebeoberfläche zurückzuführen sein. Das

Risiko scheint höher zu sein, wenn Fibrinkleber mit Luft aufgesprüht werden, als beim Sprühen mit

CO

2

und ist daher beim Aufsprühen von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno auf offene Operationswunden

nicht auszuschließen.

Den Sprühgeräten und Zubehören liegen Gebrauchsanleitungen bei, in denen Empfehlungen für die

anzuwendenden Druckbereiche und den Sprühabstand zur Gewebeoberfläche gegeben werden.

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno soll ausschließlich nach den Anweisungen und unter Verwendung

der Geräte verabreicht werden, die für dieses Produkt empfohlen werden.

Beim Aufsprühen von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno sollen Änderungen von Blutdruck, Puls,

Sauerstoffsättigung und endexspiratorischem CO

2

überwacht werden, da die Möglichkeit einer Luft-

oder Gasembolie besteht.

Vor einer Sprühanwendung von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno mit Instrumenten anderer Hersteller wird

gewarnt. Der EASYSPRAY-Druckregler und das SPRAY SET sind bei Baxter Deutschland GmbH,

Unterschleißheim erhältlich.

Beim Sprühen von Fibrinkleber kommt Druckgas zur Anwendung. Die Druckgasanwendung birgt das Risiko

einer Gasembolie, eines Gasemphysems oder einer Gewebs- bzw. Organruptur in sich, die lebensbedrohlich

sein können. Der EASYSPRAY-Druckregler und das SPRAY SET dürfen deshalb in umschlossenen

Körperhöhlen nicht eingesetzt werden. Das Sprühen darf ausschließlich unter Sicht, bei einem Mindestabstand

von 10 cm erfolgen. Für die Anwendung von TISSUCOL-Kit Immuno in der minimal invasiven Chirurgie

wird der DuploSpray MIS Regulator mit den entsprechenden Applikatoren empfohlen. Für weitere

Informationen ist die Gebrauchsanweisung des Duplospray MIS Geräts heranzuziehen.

Bei der Sprühapplikation müssen Gebiete, auf die kein Kleber gesprüht werden soll, abgedeckt werden. Nur

einsehbare Gebiete sollten besprüht werden.

Kleberproteinlösung und/oder Thrombinlösung, die bei der Anwendung auf Gewebe außerhalb des zu

klebenden Bereichs gelangt sind, sollten nach Möglichkeit entfernt werden.

Was muss in der Schwangerschaft und Stillzeit beachtet werden?

Es ist nicht bekannt, ob die Verabreichung von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno während der Schwangerschaft

und der Stillzeit negative Auswirkungen auf Mutter und Kind haben kann. Aus diesem Grund ist während der

Schwangerschaft und Stillzeit eine strenge Indikationsstellung geboten.

WECHSELWIRKUNGEN MIT ANDEREN ARZNEIMITTELN

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno?

Substanzen, die oxydierend wirken (z. B. Jod, H

), Proteine denaturieren (z. B. Alkohol) oder

Schwermetalle enthalten (z. B. Thiomersal) beeinträchtigen die Wirksamkeit des Fibrinklebers. Wenn solche

Substanzen, beispielsweise als Desinfektionsmittel, verwendet werden, so sind etwaige Reste vor Beginn der

Klebung mit einem sterilen Tupfer möglichst vollständig zu entfernen.

Produkte die Oxidierte Cellulose enthalten, können die Wirksamkeit von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

beeinflussen und sollten nicht als Trägermaterialien verwendet werden.

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno kann auch bei voll heparinisierten Patienten (z. B. bei extra-korporalem

Kreislauf) angewendet werden.

WARNHINWEISE

Wie bei allen proteinhaltigen Präparaten sind allergische Überempfindlichkeitsreaktionen möglich. Anzeichen

von Überempfindlichkeitsreaktionen können Nesselsucht, generalisierte Urtikaria, Engegefühl in der Brust,

Stenoseatmung, Hypotonie und Anaphylaxie einschließen. Wenn diese Symptome auftreten, muss die

Anwendung sofort abgebrochen werden. Bereits appliziertes Produkt sollte von der Operationsstelle entfernt

werden.

Es müssen die derzeit gültigen Standardmaßnahmen für eine Notfallbehandlung angewandt werden. Bei einem

Schock muss die geeignete medizinische Schockbehandlung eingeleitet werden.

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno enthält Rindereiweiß (Aprotinin). Auch bei strikt lokaler Anwendung besteht das

Risiko einer anaphylaktischen Reaktion, die auf das Aprotinin zurückzuführen ist. Das Risiko scheint bei

Patienten mit einer vorangegangenen Exposition erhöht zu sein, selbst wenn es zuvor gut vertragen wurde.

Deshalb sollte jede Verwendung von Aprotinin oder aprotininhaltigen Produkten in der Krankenakte vermerkt

werden.

Standardmaßnahmen zur Verhinderung von Infektionen, die durch aus menschlichem Blut oder Plasma

hergestellten Arzneimitteln übertragen werden können, schließen die Auswahl der Spender, die Testung der

Einzelspenden und der Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker und die Durchführung effektiver

Herstellungsschritte zur Inaktivierung/Abtrennung von Viren mit ein. Trotzdem sind bei der Anwendung von

aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln Infektionskrankheiten durch Übertragung von

Erregern – auch bislang unbekannter Natur – nicht völlig auszuschließen.

Diese Maßnahmen werden für umhüllte Viren wie z. B. HIV, HBV und HCV für wirksam erachtet. Diese

Maßnahmen können bei nicht-umhüllten Viren, wie z. B. HAV und Parvovirus B19, eingeschränkt wirksam

sein. Parvovirus B19-Infektionen können bei Schwangeren (fötale Infektion) und Personen mit

Immundefekten oder gesteigerter Erythropoese (z. B. hämolytische Anämie) zu schweren Erkrankungen

führen.

Wird ein aus menschlichem Plasma hergestelltes TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno regelmäßig/wiederholt

verabreicht, müssen geeignete Impfungen (Hepatitis A und B) in Betracht gezogen werden.

Sicherheit und Wirksamkeit des Produktes an Kindern wurde nicht untersucht.

Es wird dringend empfohlen, jede Verabreichung von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno mit Produktnamen und

Chargennummer zu dokumentieren, um die Verbindung zwischen Patient und Produktcharge herzustellen.

Es wird auf die Dokumentationspflicht gemäß Transfusionsgesetz hingewiesen.

Dosierung

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno dient zur Herstellung eines biologischen Zweikomponentenklebers, entsprechend

dem folgenden Schema:

TISSUCOL 2,0 lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat

thermoinaktiviert

TISSUCOL-Lösung

2 ml Aprotininlösung

TISSUCOL-

Thrombinlösung

Thrombin S lyophilisiert oder

Thrombin L lyophilisiert

Thrombinlösung

2 ml Kalziumchloridlösung

verfestigter

Fibrinkleber

(vollständige

Resorption)

Die als TISSUCOL-Lösung bezeichnete Komponente entsteht durch Auflösen von TISSUCOL-Kit 2,0

lyophilisiert in 2 ml Aprotininlösung. Die andere Komponente, die Thrombinlösung, wird durch Auflösen von

Thrombin S lyophilisiert oder Thrombin L lyophilisiert in 2 ml Kalziumchloridlösung hergestellt.

Bei der Applikation, für die mehrere Methoden zur Verfügung stehen, werden die beiden Komponenten

vermischt, und es entsteht ein visköses Gemisch, das rasch zu einer weißen elastischen Masse wird.

Das erforderliche Volumen an TISSUCOL-Lösung richtet sich nach der Größe der zu klebenden oder zu

beschichtenden Oberfläche bzw. nach der Größe des auszufüllenden Defektes. Außerdem hängt es von der

Applikationstechnik ab.

Bei der Klebung von Flächen kann als Anhaltspunkt dienen, dass 1 ml TISSUCOL-Lösung für eine Fläche

von mindestens 10 cm

ausreichen. Verwendet man zur Auftragung das DUPLOJECT System mit Sprühkopf

(siehe Abschnitt „Art der Anwendung“), so lässt sich je nach Indikation eine Fläche von 25 - 100 cm

beschichten.

Vor der Anwendung sollte die Wundoberfläche möglichst trocken sein.

Es empfiehlt sich, möglichst dünne Schichten der TISSUCOL-Thrombinlösung aufzutragen, um eine

unerwünscht langsame Resorption des Fibrinklebers zu vermeiden.

Beim Einsatz zur Gewebeklebung wird empfohlen, dass die initiale Verabreichung sofort die ganze zu

verklebende Fläche umfasst.

Die Anwendung kann falls notwendig wiederholt werden. Auf jeden Fall sollte aber eine Re-Applikation auf

einer bestehenden, durchpolymerisierten TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno-Schicht vermieden werden, da

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno nicht auf einer durchpolymerisierten Schicht haftet.

Wahl der Aprotininkonzentration

Damit der verfestigte Fibrinkleber nicht zu schnell lysiert wird, enthält die TISSUCOL-Lösung den

Fibrinolysehemmer Aprotinin.

Bei den weitaus meisten Anwendungsgebieten benutzt man die Aprotininlösung unverdünnt, also in einer

Konzentration von 3000 KIE/ml. Bei der Klebung von Nervenanastomosen ist jedoch eine Konzentration von

ca. 100 KIE/ml vorzuziehen, damit der Fibrinkleber schon in kurzer Zeit (etwa 2 Tage) resorbiert und das

Entstehen von Fibrosen vermieden wird.

Eine Lösung mit der Konzentration von ca. 100 KIE/ml gewinnt man durch Verdünnen der im Kit

vorhandenen Aprotininlösung (siehe Abschnitt „Art der Anwendung“).

Wahl der Thrombinkonzentration

Wie rasch die Verfestigung des Klebers einsetzt, hängt von der Thrombinkonzentration der zweiten

Kleberkomponente ab. Während bei der Wahl von Thrombin L (4 I.E. Thrombin/ml) die Verfestigung ca. 1

Minute nach Vereinigung der Kleberkomponenten beginnt, setzt bei Verwendung von Thrombin S (500 I.E.

Thrombin/ml) die Verfestigung innerhalb von Sekunden ein.

Deshalb ist Thrombin L für den Fall angezeigt, dass etwas Zeit – beispielsweise zur Adaption von

Klebeflächen – benötigt wird. Soll sich die TISSUCOL-Thrombinlösung hingegen rasch verfestigen (z. B. um

eine Blutstillung zu erzielen), so ist Thrombin S vorzuziehen.

Art der Anwendung

Zur epiläsionalen Anwendung.

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno darf nur von erfahrenen Chirurgen angewendet werden, die in der Anwendung

von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno geschult wurden.

Vor dem Aufbringen von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno muss die Wundoberfläche mittels Standardtechniken

(z. B. intermittierende Anwendung von Kompressen, Tupfern, Anwendung von Saugern) getrocknet werden

.

Wird TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

mithilfe eines Sprühgeräts aufgetragen, muss sichergestellt werden,

dass der Druck und der Gewebeabstand innerhalb des folgenden, vom Hersteller empfohlenen Bereichs

liegen:

Empfohlener Druck, Gewebeabstand und Sprühgeräte für die Applikation von TISSUCOL-Kit 2,0

Immuno

Art der

Chirurgie

verwendendes

Sprühset

Zu verwendende

Applikationshilfe

verwendender

Druckregler

Empfohlener

Abstand vom

Zielgewebe

Empfohlener

Sprühdruck

Offene Wunde

Duploject Spray

n. z.

Tissomat

10-15 cm

1,5-2,0 bar

(21,5-28,5 psi)

Tissucol Spray

n. z.

EasySpray

10-15 cm

1,5-2,0 bar

(21,5-28,5 psi)

Laparoskopie/

minimal

invasive

Eingriffe

n. z.

Duplospray MIS

Applikator 20 cm

Duplospray

MIS Regulator

2–5 cm

1,2-1,5 bar

(18-22 psi)

Duplospray

MIS Regulator

NIST B11

Duplospray MIS

Applikator 30 cm

Duplospray

MIS Regulator

Duplospray

MIS Regulator

NIST B11

Duplospray MIS

Applikator 40 cm

Duplospray

MIS Regulator

Duplospray

MIS Regulator

NIST B11

Austauschbare

Spitze

Duplospray

MIS Regulator

Duplospray

MIS Regulator

NIST B11

Beim Aufsprühen von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

sollen Änderungen von Blutdruck, Puls,

Sauerstoffsättigung und endexspiratorischem CO

2

überwacht werden, da die Möglichkeit einer Luft-

oder Gasembolie besteht (siehe Abschnitt „BESONDERE WARNHINWEISE UND

VORSICHTSMASSNAHMEN FÜR DIE ANWENDUNG“).

Beim Einsatz zur Gewebeklebung wird empfohlen dass die initiale Verabreichung sofort die ganze zu

verklebende Fläche umfasst.

Die Gummistopfen der Präparateflaschen sind – wie allgemein üblich – vor dem Durchstechen zu

desinfizieren. Im Übrigen ist der gesamte im Kit vorhandene Gerätesatz sterilisiert, so dass die

Voraussetzungen für ein steriles Arbeiten – auch bei der Herstellung der Kleberkomponenten – gegeben sind.

Verdünnen der Aprotininlösung beim Kleben von Nervenanastomosen

Wie im Abschnitt "Dosierung" erläutert, muss die Aprotininlösung beim Kleben von Nervenanastomosen auf

ca. 100 KIE/ml verdünnt werden. Zu diesem Zweck gibt man 0,2 ml unverdünnte Aprotininlösung in 5 ml

Wasser für Injektionszwecke (Aqua ad iniectabilia)*. Dabei bedient man sich einer blau markierten 2 ml-

Spritze.**

Nach dem Überführen der unverdünnten Aprotininlösung in das Wasser für Injektionszwecke schwenkt man

die Wasserflasche mehrmals um, damit eine gleichmäßige Verteilung des Aprotinins eintritt. Die verdünnte

Aprotininlösung ist dann sofort weiter zu verwenden.

Herstellung der TISSUCOL-Lösung (1. Kleberkomponente)

Das Auflösen von TISSUCOL 2,0 lyophilisiert kann auf zwei Wegen erfolgen:

mit Hilfe des kombinierten Wärme- und Rührgerätes FIBRINOTHERM,

unter Verwendung eines auf 37

C temperierten Wasserbades.

Zur Erleichterung des Lösevorganges bei Verwendung des FIBRINOTHERM enthält die Flasche mit

TISSUCOL 2,0 lyophilisiert einen Rührpropeller.

Auflösen mit dem FIBRINOTHERM

FIBRINOTHERM ermöglicht die schnelle Auflösung von TISSUCOL 2,0 lyophilisiert bei einer konstanten

Temperatur von 37

C mit Hilfe des in der TISSUCOL-Flasche vorhandenen Rührpropellers.

Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

Die Schalter für Wärmevorrichtung und Magnetrührer einschalten.

Aprotininlösung in die Flasche mit dem lyophilisierten TISSUCOL überführen. Dazu ist eine blau

markierte 2 ml-Spritze zu verwenden, gegebenenfalls nach Kanülenwechsel jene, die zur Herstellung

der verdünnten Aprotininlösung benutzt wurde. Das lyophilisierte TISSUCOL ist durch leichtes

Schwenken möglichst vollkommen zu benetzen. Die TISSUCOL-Flasche ist unter Verwendung des

passenden Adapterringes in die größte Bohrung zu stellen (Magnetrührer).

Den Lösungsvorgang überprüfen. Bis zur ersten Kontrolle wartet man zweckmäßigerweise etwa 6

Minuten. Die Auflösung von TISSUCOL ist dann abgeschlossen, wenn beim Betrachten der Lösung

im durchscheinenden Licht keine ungelösten Partikel erkennbar sind. Andernfalls muss der

Lösungsvorgang verlängert werden.

Nach dem Auflösen wird die TISSUCOL-Lösung mit einer blau markierten 2 ml-Spritze der

TISSUCOL-Flasche entnommen. Eine Kanüle, die durch den Gummistopfen der TISSUCOL- Flasche

gesteckt wird, gleicht das Vakuum in der Flasche aus und erleichtert auf diese Weise das Aufziehen

der TISSUCOL-Lösung. Gleichzeitig mit dem Vakuum-Ausgleich fällt der Schaum zusammen.

_________________________________________________________

* Flaschen mit 5 ml Wasser für Injektionszwecke (Aqua ad iniectabilia) werden auf Anforderung kostenlos

von Baxter Deutschland GmbH, Unterschleißheim zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um

Durchstechflaschen, die wie die Flaschen mit der unverdünnten Aprotininlösung gehandhabt werden können

und deshalb ein steriles Arbeiten erleichtern.

** Wenn bei der Herstellung der beiden Kleberkomponenten irrtümlicherweise Thrombin in die TISSUCOL-

Lösung gelangt, kommt es zu einer vorzeitigen Verfestigung. Um dieses Risiko zu mindern, tragen die

Spritzen im Kit zwei unterschiedliche Farbmarkierungen: Die blau markierten Spritzen sind für die

Herstellung der TISSUCOL-Lösung und die schwarz markierten Spritzen für die Herstellung der

Thrombinlösung bestimmt.

Sollte die TISSUCOL-Lösung nach dem Auflösen nicht unmittelbar verwendet werden, so belässt man sie bei

abgeschaltetem Rührwerk und der Temperatur von

C in der TISSUCOL-Flasche (maximal 4 Stunden). Vor dem Aufziehen in die blau markierte 2 ml-Spritze

ist das Rührwerk dann noch einmal kurz einzuschalten, um die Homogenität der Lösung zu gewährleisten.

Auflösen unter Verwendung eines Wasserbades

Sowohl die Flasche mit TISSUCOL 2,0 lyophilisiert als auch die Flasche mit Aprotininlösung sind in

ein auf 37

C vorgewärmtes Wasserbad zu stellen und dort 10-15 Minuten zu belassen. (Nicht über 40

C erwärmen! Die Einhaltung der Temperatur ist ohne Thermostat praktisch nicht möglich.)

Anschließend wird die Aprotininlösung in die Flasche mit dem lyophilisierten TISSUCOL überführt.

Dazu ist eine blau markierte 2 ml-Spritze zu verwenden.

Danach stellt man die TISSUCOL-Flasche für eine Minute wieder in das Wasserbad mit 37

Anschließend folgt ein kurzes, kräftiges Schwenken der TISSUCOL-Flasche, wobei jedoch zu viel

Schaumbildung zu vermeiden ist. Daraufhin wird die Flasche für 10 bis 15 Minuten erneut in das

Wasserbad mit 37

C gestellt.

5. Danach ist zu prüfen, ob die Auflösung des lyophilisierten TISSUCOL abgeschlossen ist. Das ist

dann der Fall, wenn beim Betrachten der Lösung im durchscheinenden Licht keine ungelösten Partikel

erkennbar sind. Andernfalls muss der Lösungsvorgang für einige Minuten verlängert werden.

Nach dem Auflösen wird die TISSUCOL-Lösung mit einer blau markierten 2 ml-Spritze der

TISSUCOL-Flasche entnommen. (Eine Kanüle, die durch den Gummistopfen der TISSUCOL-Flasche

gesteckt wird, gleicht das Vakuum in der Flasche aus und erleichtert auf diese Weise das Aufziehen

der TISSUCOL-Lösung.)

Sollte die TISSUCOL-Lösung nach dem Auflösen nicht unmittelbar verwendet werden, so belässt man sie in

der TISSUCOL-Flasche bei 37

C (maximal 4 Stunden). Vor dem Aufziehen in die blau markierte 2 ml-

Spritze ist die TISSUCOL-Flasche dann, unter Vermeidung von Schaumbildung, kurz zu schwenken, um die

Homogenität der Lösung zu gewährleisten.

Herstellung der Thrombinlösung (2. Kleberkomponente)

Nach der Wahl der geeigneten Thrombinkonzentration wird der gesamte Inhalt der Durchstechflasche mit

Kalziumchloridlösung (2 ml) in die Flasche mit Thrombin S lyophilisiert bzw. Thrombin L lyophilisiert

überführt. Dazu benutzt man eine der schwarz markierten 2 ml-Spritzen.

Spritzen bzw. Kanülen, die zur Auflösung von Thrombin S lyophilisiert oder Thrombin L lyophilisiert

verwendet wurden, dürfen auf keinen Fall zum Verdünnen der Aprotininlösung oder zum Auflösen des

lyophilisierten TISSUCOL verwendet werden, da dadurch eine vorzeitige Verfestigung des Fibrinklebers

ausgelöst wird.

Nach kurzem Schwenken ist die Trockensubstanz gelöst. Die Lösung wird dann in eine Bohrung des auf 37

vorgewärmten FIBRINOTHERM bzw. in das entsprechende Wasserbad gestellt. Sie ist nach etwa 6 - 8

Minuten verwendbar. Gebraucht man die Lösung nicht sofort, wird sie bei 37

C belassen (maximal 4

Stunden). Man entnimmt die Thrombinlösung vor Gebrauch mit der zweiten schwarz markierten 2 ml-Spritze.

Applikationsmethoden*

Die Applikation von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno erfolgt mit dem DUPLOJECT-System, wobei sich die

folgenden Applikationsmethoden unterscheiden lassen:

Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikationskanüle,

Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikations-Katheter,

Lokale Applikation mit Injektionsnadel,

Applikation mit Trägermaterial.

Soweit Handschuhe und Instrumente mit der Kleberproteinlösung oder dem Gemisch in Berührung kommen,

sollen sie vorher mit einer sterilen Kochsalzlösung angefeuchtet werden, um ein Haftenbleiben des Klebers zu

vermeiden.

Die zu verklebenden Teile sind nach dem Auftragen des Gemisches rasch zu adaptieren und für mindestens 2

Minuten unter leichter Kompression zu halten, um eine ausreichende Polymerisation zu erreichen.

Speziell im Falle der Klebung von Flächen ist auf dünne Schichten des Gemisches zu achten.

Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikationskanüle

Das sterile DUPLOJECT-System besteht aus einer Halterung für 2 Einmalspritzen gleichen Volumens und

einem gemeinsamen Kolben, wodurch bei der Applikation gleiche Mengen der beiden Kleberkomponenten

über ein gemeinsames Anschlussstück in einer Applikationskanüle durchmischt werden.

Arbeitsanleitung:

Die Verschlusskappen der beiden Spritzen entfernen.

Die Konusse beider Spritzen mit einem beigepackten Anschlussstücke verbinden. Dabei auf festen

Halt achten. Anschlussstück mit Sicherungslasche an der Spritzenhalterung fixieren.

Eine der beigepackten Applikationskanülen auf das Anschlussstück stecken.

Die in den Spritzen, im Anschlussstück und in der Kanüle befindliche Luft erst bei der

Applikation herausdrücken, da es sonst schon vorher zu einer Verklebung der

Applikationskanüle kommen kann.

Bei der Klebung von Flächen: Das Gemisch auf eine Fläche der zu verklebenden Teile dünn, aber

möglichst lückenlos auftragen.

________________________________________________

*Die hier beschriebenen Applikationsmethoden lassen sich in unterschiedlicher Weise variieren, wie man der

Literatur entnehmen kann.

Wenn

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno mittels eines Sprühgerätes aufgetragen wird, stellen Sie bitte sicher, dass

sich der Druck nur in dem vom Gerätehersteller empfohlenen Bereich befindet. Ein Druck von 1,4-1,7 bar

sollte dabei nicht überschritten werden. Halten Sie den vom Gerätehersteller angegebenen Abstand vom

Gewebe ein. Er sollte mindestens 10-15 cm betragen. Beim Versprühen von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

sollten wegen der Möglichkeit einer Gasembolie Blutdruck, Pulsschlag, Sauerstoffsättigung und

endexpiratorischer CO

-Partialdruck überwacht werden.

Zur Beachtung:

Wird die Anwendung unterbrochen, so muss bei Wiederaufnahme der Klebung die gebrauchte

Applikationskanüle durch eine neue ersetzt werden

(3 Reservekanülen sind beigepackt). Die

Applikationskanüle sollte aber erst unmittelbar vor der Weiterführung der Anwendung ausgetauscht werden,

da es sonst zur Verklebung der Austrittsöffnung des Anschlussstückes kommen kann (in einem solchen Fall ist

das beigepackte Reserveanschlussstück zu verwenden).

Wenn sehr kleine Volumina (1 bis 2 Tropfen) von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno verabreicht werden, müssen

die ersten Tropfen unmittelbar vor der Verabreichung aus der Applikationskanüle herausgedrückt und

verworfen werden, um, die Anwendung eines ausreichend gemischten Produktes sicherzustellen.

Es ist möglich, das Gemisch ohne Applikationskanüle direkt aus dem Anschlussstück aufzutragen. Während

einer etwaigen Unterbrechung der Anwendung kann sich an der Austrittsöffnung ein Fibrinclot bilden. Dieser

lässt sich im Allgemeinen leicht entfernen. Sonst ist auch in diesem Falle das beigepackte

Reserveanschlussstück zu benutzen.

Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikations-Katheter

Zur Anwendung in schwer zugänglichen Bereichen des Operationsfeldes und zur endoskopischen Anwendung

stehen Applikations-Katheter zur Verfügung. Eine ausführliche Beschreibung dieser Anwendungsmethode ist

den Gerätesätzen DUPLOCATH 25 bzw. DUPLOCATH 180 beigepackt.

Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Sprühkopf (mit Treibgas)

Diese Methode eignet sich besonders zum Besprühen größerer Flächen (z. B. bei Hauttransplantationen) und

zur Stillung diffuser Blutungen.

Eine ausführliche Beschreibung dieser Anwendungsmethode ist dem Gerätesatz SPRAY SET beigepackt.

Lokale Applikation mit Injektionsnadel

Die Blutungsstelle wird mit TISSUCOL-Kit Immuno umspritzt. Es hat sich bewährt, je nach Stärke der

Blutung und Größe der Blutungsstelle 2 ml bis 4 ml TISSUCOL-Kit Immuno auf mehrere Depots zu verteilen.

Die den Injektionsgeräten beigepackten Gebrauchsanweisungen müssen beachtet werden.

Applikation mit Trägermaterial

Bei diffusen, kapillären Blutungen empfiehlt es sich, Kleberprotein- und Thrombinlösung auf

Trägermaterialien wie Kollagenvlies aufzutragen, um zu vermeiden, dass die Kleberkomponenten vor der

Verfestigung fortgeschwemmt werden. Nach dem Auftragen des Gemisches (bzw. der Kleberprotein- und der

Thrombinlösung) legt man das Trägermaterial sofort auf die Wundfläche. Dabei sind gleiche Mengen der

beiden Komponenten zu verwenden.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Sprühanwendung mit Treibgas, siehe Abschnitte

„Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“ sowie „Warnhinweise“.

ÜBERDOSIERUNG

Es sind keine Fälle einer Überdosierung bekannt.

BEI FRAGEN ZUR KLÄRUNG DER ANWENDUNG FRAGEN SIE BITTE IHREN ARZT ODER

APOTHEKER

NEBENWIRKUNGEN

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Gebrauchsinformation aufgeführt sind,

teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno auftreten?

Wie bei allen proteinhaltigen Arzneimitteln kann es bei wiederholter Anwendung von TISSUCOL-Kit 2,0

Immuno zum Auftreten anaphylaktischer oder anaphylaktoider Reaktionen kommen. (siehe Abschnitt

„Warnhinweise“)

In seltenen Fällen können diese Reaktionen auch bei Patienten bei der Erstverabreichung von Aprotinin oder

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno auftreten.

Selbst wenn eine zweite Verabreichung gut vertragen wird, kann eine darauf folgende systemische Gabe

schwere anaphylaktische Reaktionen auslösen. Die Anzeichen von allergischen/anaphylaktischen Reaktionen

können reichen von Bradykardie, Tachykardie, Blutdruckabfall, Flush, Bronchospasmus, keuchender Atmung,

Atemnot, Übelkeit, Urtikaria, Angioödem, Juckreiz, Erythem und Parästhesie, bis hin zu schwerer

Hypotension, anaphylaktischem Schock und Tod. Bei den ersten Anzeichen oder Symptomen einer

Überempfindlichkeitsreaktion ist die Anwendung sofort abzubrechen, und es sind die gebräuchlichen

Notfallmaßnahmen durchzuführen. Die therapeutischen Maßnahmen richten sich nach Art und Schweregrad

der allergischen Reaktion.

Bei einem Schock ist die geeignete medizinische Schockbehandlung einzuleiten.

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno darf nicht intravaskulär angewendet werden, da dies zu anaphylaktischen

und/oder thromboembolischen Komplikationen oder disseminierter intravasaler Gerinnung führen kann, die

lebensbedrohlich sein können.

Speziell bei koronaren Bypass-Operationen sollte TISSCOL-Kit 2,0 Immuno mit Vorsicht angewendet

werden, um jegliches Risiko der intravasalen Anwendung zu minimieren. In zwei retrospektiven, nicht-

randomisierten Studien der koronaren Bypass-Chirurgie zeigten jene Patienten, die Fibrinkleber erhalten

haben, ein statistisch höheres Mortalitätsrisiko. Obwohl diese Studien keinen kausalen Zusammenhang

belegen, kann eine Verbindung zwischen dem erhöhten Risiko und dem Einsatz von TISSUCOL-Kit 2,0

Immuno nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte dieses Produkt mit besonderer Vorsicht angewandt

werden, um eine unerwünschte, intravaskuläre Verabreichung zu vermeiden.

Aufgrund des Heparingehaltes von TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno können selten Antikörper-vermittelte schwere

Thrombozytopenien (Typ II) mit Thrombozytenwerten deutlich unter 100.000/

l oder einem schnellen Abfall

auf weniger als 50 % des Ausgangswertes beobachtet werden. Bei nicht Sensibilisierten beginnt der

Thrombozytenabfall in der Regel 6-14 Tage nach Behandlungsbeginn, bei Sensibilisierten unter Umständen

innerhalb von Stunden. Die schwere Form der Thrombozytopenie kann verbunden sein mit arteriellen und

venösen Thrombosen/Thrombembolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl. Hautnekrosen an der Injektionsstelle,

Petechien, Purpura und Meläna.

In solchen Fällen ist TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno sofort abzusetzen. Der Patient muss darüber informiert

werden, dass bei ihm auch in Zukunft keine heparinhaltigen Arzneimittel mehr angewendet werden dürfen.

Wegen der genannten gelegentlich auftretenden ungünstigen Wirkung des Heparins auf die Thrombozyten

muss deren Zahl, insbesondere zu Beginn der Behandlung mit diesem Arzneimittel, engmaschig kontrolliert

werden.

Zur Sicherheit vor übertragbaren Erregern, siehe Abschnitt „Warnhinweise“.

Nebenwirkungen, die von klinischen Studien und aus der klinischen Anwendung berichtet wurden, sind in der

nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Unbekannte Häufigkeiten basieren auf Spontanberichten aus der klinischen Anwendung mit Fibirnklebern von

Baxter.

Die Nebenwirkungen und ihre Häufigkeit werden wie folgt zusammengefasst:

Häufig: (≥1/100 bis <1/10)

Gelegentlich; (≥1/1.000 bis <1/100)

selten: (≥1/10.000 bis <1/1.000)

Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

System-Organ-Klassen (SOC)

bevorzugte MedDRA-Terms

Häufigkeiten

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeit einschließlich

anaphylaktischer Reaktionen,

anaphylaktischer Schock und folgende

Symptome: Angioödem, Gefühllosigkeit

in Armen und Beinen, verlangsamter Puls,

beschleunigter Herzschlag, flüchtige

Hautrötungen, Verengung der Atemwege,

Atemnot, keuchende Atmung,

Nesselsucht, Juckreiz und Erythem.

Anaphylaktische Reaktionen und

anaphylaktischer Schock einschließlich

Todesfälle

Häufigkeit nicht bekannt

Gefäßerkrankungen

niedriger Blutdruck

Arterielle Embolien, einschließlich

zerebraler Arterienverschluss,

Schlaganfälle

selten

Häufigkeit nicht bekannt

Erkrankungen des

Gastrointestinaltraktes

Übelkeit

gelegentlich

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Verzögerte Wundheilung

Häufigkeit nicht bekannt

Untersuchungen

erhöhter Wert an Fibrinspaltprodukten

gelegentlich

Verletzung, Vergiftung und durch

Eingriffe bedingte Komplikationen

Schmerzen nach der Behandlung

gelegentlich

als Ergebnis einer intravaskulären Verabreichung in den oberen Sinus des Felsenbeins

Bei der Anwendung von Fibrinklebern mit einem Sprühapplikator unter Verwendung von Druckgas ist das

Auftreten lebensbedrohlicher Luft- oder Gasembolien berichtet worden, in einem Fall tödlich.

Als Symptome von Überempfindlichkeiten gegen Fibrinkleber/Hämostatika sind Reizungen am

Verabreichungsort, Brustbeschwerden, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Lethargie, Unruhe und Erbrechen

beobachtet worden.

AUFBEWAHRUNG UND HALTBARKEIT

Die Haltbarkeit beträgt 2 Jahre.

Das Verfalldatum dieser Packung ist auf der äußeren Verpackung sowie auf dem Innenetikett aufgedruckt. Nach

Ablauf der Verfalldaten dürfen die Präparate im TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno nicht mehr angewendet werden.

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno im Kühlschrank lagern (2°C bis 8°C). Nach Auflösung sind die beiden

Kleberkomponenten innerhalb von 4 Stunden zu verwenden.

ZUSAMMENSETZUNG

Arzneilich wirksame Bestandteile:

TISSUCOL 2,0 lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat thermoinaktiviert

1 Durchstechflasche mit 252 - 396 mg Trockensubstanz enthält:

Humanplasmaproteinfraktion

160 - 240 mg

mit Fibrinogen

140 - 220 mg

Plasmafibronectin

4 - 18 mg

Blutgerinnungsfaktor XIII

20 - 100 I.E.*

Aprotininlösung

1 Durchstechflasche mit 2 ml Lösung enthält:

Aprotinin (bovin)

6000 KIE**

Thrombin S lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 110 - 150 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human)

1000 I.E.***

Thrombin L lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 110 - 150 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human)

8 I.E.

Kalziumchloridlösung

1 Durchstechflasche mit 2 ml enthält:

Kalziumchlorid x 2 H

11,76 mg

Sonstige Bestandteile:

TISSUCOL 2,0 lyophilisiert:

Natriumchlorid, Natriumzitrat, Aprotinin, Glyzin, Heparin, Triton,

Humanalbumin, Plasminogen

Aprotininlösung:

Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke, Benzylalkohol

Thrombin S lyophilisiert:

Natriumchlorid, Glyzin, Humanalbumin

Thrombin L lyophilisiert:

Natriumchlorid, Glyzin, Humanalbumin

Kalziumchloridlösung:

Wasser für Injektionszwecke

DARREICHUNGSFORM UND INHALT

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno ist eine Kombinationspackung, die die Präparate TISSUCOL 2,0 lyophilisiert,

Aprotininlösung, Thrombin S lyophilisiert, Thrombin L lyophilisiert und Kalziumchloridlösung zur

Herstellung eines Zweikomponentenklebers enthält.

Von TISSUCOL-Kit Immuno stehen folgende Gebrauchseinheiten zur Verfügung:

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno

Kombinationspackungen zur Herstellung von 1,0 ml, 2,0 ml und 5,0 ml TISSUCOL-Lösung.

______________________________________________________________________________

*Eine Einheit (I. E.) Blutgerinnungsfaktor XIII entspricht derjenigen Aktivität, die in 1 ml frischem

Normalplasma enthalten ist.

** 30 Kallidinogenase-Inaktivator-Einheiten (KIE) entsprechen 1 Trypsin-Inhibitor-Einheit (FIP-E.).

**Eine Internationale Einheit (I. E.) Thrombin wird definiert als jene Aktivität, die in 0,0853 mg des 1.

Internationalen Standards von humanem Thrombin enthalten ist.

Jede Kombinationspackung ist mit einem Gerätesatz zur Herstellung und Applikation der Kleberkomponenten

und dem Applikationssystem DUPLOJECT ausgestattet.

Von Baxter Deutschland GmbH, Unterschleißheim kann folgendes Zubehör bezogen werden:

FIBRINOTHERM

Kombiniertes Wärme- und Rührgerät zur Auflösung des lyophilisierten

EASY SPRAY Druckregler

TISSOMAT*

Druckgassteuergerät mit Fußschalter, Manometer,

SPRAY SET

Steriler Einmalgerätesatz, bestehend aus einem Verbindungsschlauch mit

Sterilfilter und zwei Sprühköpfen, zum Versprühen von TISSUCOL

DUPLOJECT

Wird mit den TISSUCOL-Kit 1,0 Immuno-Handelsformen mitgeliefert.

DUPLOCATH 180

Applikations-Katheter, lang

Einmalgerät zur Anwendung von TISSUCOL-Kit 1,0 Immuno in schwer

zugänglichen Bereichen des Operationsfeldes. Verwendbar auch in Kombination

mit einem Endoskop,flexibel, röntgendicht. Länge: ca. 180 cm,

ca. 5 french

(ca. 0,17 cm)

Der Applikations-Katheter 180 kann auf jede benötigte Länge gekürzt werden

DUPLOCATH 25

Applikations-Katheter, kurz

Einmalgerät zur Anwendung von TISSUCOL-Kit1,0 Immuno in schwer

zugänglichen Bereichen des Operationsfeldes. Verwendbar auch in Kombination

mit einem Trokar. Länge: ca. 25 cm,

ca. 5 french (ca. 0,17 cm)

* Der TISSOMAT ist aber zwar noch im Handel, wird von Baxter aber nicht mehr vertrieben.

Zulassungsinhaber

Baxter Deutschland GmbH, Edisonstraße 4, 85716 Unterschleißheim

Tel.:089/31701-0, E-Mail-Adresse: info_de@baxter.com

Hersteller

Baxter AG

A 1221 WIEN, Tel. 00431-20100-0

HERKUNFTSLÄNDER DER ZUR PRODUKTION VERWENDETEN PLASMEN

Deutschland, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Tschechien und Vereinigte Staaten von

Amerika.

STAND DER INFORMATION

März 2013

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

TISSUCOL-Kit 1,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

TISSUCOL-Kit Immuno ist eine Kombinationspackung, die die Präparate TISSUCOL Immuno lyo-

philisiert, Aprotininlösung, Thrombin S lyophilisiert, Thrombin L lyophilisiert und Kalziumchloridlö-

sung zur Herstellung eines Zweikomponentenklebers enthält. Diese Präparate weisen hinsichtlich ihrer

wirksamen Bestandteile folgende Zusammensetzungen auf:

* Eine Einheit (I.E.) Blutgerinnungsfaktor XIII entspricht derjenigen Aktivität, die in 1 ml frischem

Normalplasma enthalten ist.

** 30 Kallidinogenase-Inaktivator-Einheiten (KIE) entsprechen 1 Trypsin-Inhibitor-Einheit (FIP-E.).

*** Eine Internationale Einheit (I.E.) Thrombin wird definiert als jene Aktivität, die in 0,0853 mg des

1. Internationalen Standards von humanem Thrombin enthalten ist.

TISSUCOL-Kit 1,0 Immuno

TISSUCOL 1,0 lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat thermoinaktiviert

1 Durchstechflasche mit 126 - 198 mg Trockensubstanz enthält:

Humanplasmaproteinfraktion

80 - 120 mg

Fibrinogen

70 - 110 mg

Plasmafibronectin

2 - 9 mg

Blutgerinnungsfaktor XIII

10 - 50 I.E.*

Aprotininlösung

1 Durchstechflasche mit 1,0 ml Lösung enthält:

Aprotinin (bovin)

3000 KIE**

Thrombin S lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 55 - 75 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human)

500 I.E.***

Thrombin L lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 55 - 75 mg Trockensubstanz enthält:

4 I.E.***

Thrombin (human)

Kalziumchloridlösung

1 Durchstechflasche mit 1,0 ml enthält:

Kalziumchlorid x 2H

5,88 mg

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

TISSUCOL 2,0 lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat thermoinaktiviert

1 Durchstechflasche mit 252 - 396 mg Trockensubstanz enthält:

Humanplasmaproteinfraktion

160 - 240 mg

Fibrinogen

140 - 220 mg

Plasmafibronectin

4 -18 mg

Blutgerinnungsfaktor XIII

20 - 100 I.E.*

Aprotininlösung

1 Durchstechflasche mit 2,0 ml Lösung enthält:

Aprotinin (bovin)

6000 KIE**

entsprechend 3000 KIE pro ml

Thrombin S lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 110 - 150 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human)

1000 I.E.***

Thrombin L lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 110 - 150 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human)

8 I.E.***

Kalziumchloridlösung

1 Durchstechflasche mit 2,0 ml enthält:

Kalziumchlorid x 2H

11,76 mg

TISSUCOL-Kit 5, 0 Immuno

TISSUCOL 5,0 lyophilisiert

Kleberproteinkonzentrat thermoinaktiviert

1 Durchstechflasche mit 630 - 990 mg Trockensubstanz enthält:

Humanplasmaproteinfraktion

400 - 600 mg

Fibrinogen

350 - 550 mg

Plasmafibronectin

10 - 45 mg

Blutgerinnungsfaktor XIII

50 - 250 I.E.*

Aprotininlösung

1 Durchstechflasche mit 5,0 ml Lösung enthält:

Aprotinin (bovin)

15000 KIE**

entsprechend 3000 KIE pro ml

Thrombin S lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 275 - 375 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human)

2500 I.E.***

Thrombin L lyophilisiert

1 Durchstechflasche mit 275 - 375 mg Trockensubstanz enthält:

Thrombin (human)

20 I.E.***

Kalziumchloridlösung

1 Durchstechflasche mit 5,0 ml enthält:

Kalziumchlorid x 2H

29,4 mg

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung eines Fibrinklebers. Das lyophilisierte Pulver ist hygrosko-

pisch, weiß oder leicht gelb und von pulveriger oder körniger Konsistenz; die flüssigen Bestandteile

sind klare, farblose Lösungen.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Die Präparate haben – gegebenenfalls in Kombination mit resorbierbarem Kollagenvlies oder anderen

geeigneten Trägermaterialien – folgende Anwendungsgebiete:

Gewebeklebung

bei insuffizienzgefährdeter chirurgischer Naht;

zur gas- und flüssigkeitsdichten Absicherung einer chirurgischen Naht;

zur Einsparung von Nähten in mechanisch wenig belasteten Bereichen, bzw. Ersatz von

Nähten in mechanisch nicht belasteten Bereichen um eine Verkürzung der Operationszeit

und eine ungestörte Wundheilung zu erzielen;

bei aufgrund des Gewebezustandes, der topographischen Situation oder bei einem Implantat unsiche-

rer oder undurchführbarer chirurgischer Naht;

zur Abdichtung von Membrandefekten (mit und ohne Trägermaterial);

zur Fixierung von Transplantaten und Implantaten.

Blutstillung

bei Parenchymdefekten mit diffuser Blutung (größere Gefäße sind zu ligieren, Kollagenvlies als Trä-

germaterial wird empfohlen);

bei flächenhaften Blutungen aus Mikrogefäßen mit dem Risiko großer postoperativer Blutverluste

oder Hämatome (gegebenenfalls mit Kollagenvlies als Trägermaterial);

bei Blutungen, die durch chirurgische Naht oder andere Maßnahmen nicht beherrschbar sind (gege-

benenfalls Kunststoffpatches oder anderes stabiles Trägermaterial verwenden);

bei hämorrhagischen Diathesen, wenn eine Korrektur des Hämostasedefektes nicht möglich ist oder

Risiken der Substitutionstherapie vermieden werden sollen;

zur Abdichtung poröser Gefäßprothesen.

Unterstützung der Wundheilung

bei schlecht vaskularisiertem Empfängerbett für Hauttransplantate;

bei Hautnekrosen nach Extravasation von Zytostatika;

bei Hautulzerationen im Rahmen aggressiver Zytostatikatherapie;

zur Auffüllung knöcherner Defekte, vor allem auch in Verbindung mit Spongiosa.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

TISSUCOL-Kit Immuno darf nur von erfahrenen Chirurgen angewendet werden, die in der Anwen-

dung von TISSUCOL-Kit Immuno geschult wurden.

Dosierung

TISSUCOL-Kit Immuno dient zur Herstellung eines biologischen Zweikomponentenklebers, entspre-

chend dem folgenden Schema:

TISSUCOL lyophilisiert Kleber-

proteinkonzentrat thermoinaktiviert

TISSUCOL-Lösung

Aprotininlösung

TISSUCOL-

Thrombinlösung

Thrombin S lyophilisiert oder

Thrombin L lyophilisiert

Thrombinlösung

Kalziumchloridlösung

verfestigter Fibrink-

leber

(vollständige

Resorption

Die als TISSUCOL-Lösung bezeichnete Komponente entsteht durch Auflösen von TISSUCOL lyophi-

lisiert in Aprotininlösung. Die andere Komponente, die Thrombinlösung, wird durch Auflösen von

Thrombin S lyophilisiert oder Thrombin L lyophilisiert in Kalziumchloridlösung hergestellt.

Bei der Applikation, für die mehrere Methoden zur Verfügung stehen, werden die beiden Komponen-

ten vermischt, und es entsteht ein visköses Gemisch, das rasch zu einer weißen, elastischen Masse

wird.

Das erforderliche Volumen an TISSUCOL-Kit Immuno-Lösung richtet sich nach der Größe der zu

klebenden oder zu beschichtenden Oberfläche bzw. nach der Größe des auszufüllenden Defektes. Au-

ßerdem hängt es von der Applikationstechnik ab.

Bei der Klebung von Flächen kann als Anhaltspunkt dienen, dass 1,0 ml TISSUCOL -Lösung für eine

Fläche von mindestens 10 cm2 ausreichen. Verwendet man zur Auftragung das DUPLOJECT System

mit Sprühkopf (siehe Abschnitt 6.6), so lässt sich je nach Indikation eine Fläche von 25 - 100 cm2 be-

schichten.

Vor der Anwendung sollte die Wundoberfläche möglichst trocken sein.

Es empfiehlt sich, möglichst dünne Schichten der TISSUCOL-Thrombinlösung aufzutragen, um eine

unerwünscht langsame Resorption des Fibrinklebers zu vermeiden.

Beim Einsatz zur Gewebeklebung wird empfohlen, dass die initiale Verabreichung sofort die ganze zu

verklebende Fläche umfasst.

Die Anwendung kann falls notwendig wiederholt werden. Auf jeden Fall sollte aber eine Re-

Applikation auf einer bestehenden, durchpolymerisierten TISSUCOL-Kit Immuno-Schicht vermieden

werden, da TISSUCOL-Kit Immuno nicht auf einer durchpolymerisierten Schicht haftet.

Wahl der Aprotininkonzentration

Damit der verfestigte Fibrinkleber nicht zu schnell lysiert wird, enthält die TISSUCOL -Lösung den

Fibrinolysehemmer Aprotinin.

Bei den weitaus meisten Anwendungsgebieten benutzt man die Aprotininlösung unverdünnt, also in

einer Konzentration von 3000 KIE/ml. Bei der Klebung von Nervenanastomosen ist jedoch eine Kon-

zentration von ca. 100 KIE/ml vorzuziehen, damit der Fibrinkleber schon in kurzer Zeit (etwa 2 Tage)

resorbiert und das Entstehen von Fibrosen vermieden wird.

Eine Lösung mit der Konzentration von ca. 100 KIE/ml gewinnt man durch Verdünnen der im

TISSUCOL-Kit Immuno vorhandenen Aprotininlösung (siehe Abschnitt 6.6).

Wahl der Thrombinkonzentration

Wie rasch die Verfestigung des Klebers einsetzt, hängt von der Thrombinkonzentration der zweiten

Kleberkomponente ab. Während bei der Wahl von Thrombin L

(4 I.E. Thrombin/ml) die Verfestigung ca. 1 Minute nach Vereinigung der Kleberkomponenten be-

ginnt, setzt bei Verwendung von Thrombin S (500 I.E. Thrombin/ml) die Verfestigung innerhalb von

Sekunden ein. Deshalb ist Thrombin L für den Fall angezeigt, dass etwas Zeit - beispielsweise zur

Adaption von Klebeflächen - benötigt wird. Soll sich die TISSUCOL-Thrombinlösung hingegen rasch

verfestigen (z. B. um eine Blutstillung zu erzielen), so ist Thrombin S vorzuziehen.

Art der Anwendung

Zur epiläsionalen Anwendung

Um optimale Sicherheit bei der Anwendung von TISSUCOL-Kit Immuno zu gewährleisten, sollen

die folgenden Empfehlungen befolgt werden:

Bei offener Chirurgie soll ein Druckregelgerät verwendet werden, dessen Maximaldruck höchs-

tens 2,0 bar (28,5 psi) beträgt.

Bei minimal invasiven/laparoskopischen Eingriffen soll ein Druckregelgerät verwendet werden, dessen

Maximaldruck höchstens 1,5 bar (22 psi) beträgt und das ausschließlich Kohlendioxidgas verwendet.

Vor dem Aufbringen von TISSUCOL-Kit Immuno muss die Wundoberfläche mittels Standardtechni-

ken (z. B. intermittierende Anwendung von Kompressen, Tupfern, Anwendung von Saugern) getrock-

net werden.

TISSUCOL-Kit Immuno darf nur gemäß den Anweisungen und unter Verwendung der Produkte und

Geräte rekonstituiert bzw. verabreicht werden, die für dieses Produkt empfohlen werden (sie-

he Abschnitt 6.6).

Für die Sprühapplikation siehe Abschnitte 4.4 und 6.6 mit besonderen Empfehlungen zum erforderli-

chen Druck und Gewebeabstand je nach Art des Eingriffs und zur Länge der Applikationshilfen.

4.3

Gegenanzeigen

TISSUCOL-Kit Immuno darf nicht intravaskulär angewendet werden, insbesondere bei koronaren By-

pass-Operationen ist höchste Vorsicht geboten, um jegliches Risiko der intravasalen Anwendung zu

minimieren (siehe auch Kapitel 4.8 Nebenwirkungen).

TISSUCOL-Kit Immuno darf nicht in die Nasenschleimhaut injiziert werden.

Die alleinige Anwendung von TISSUCOL-Kit Immuno ist nicht angezeigt für die Behandlung von

massiven arteriellen oder venösen Blutungen.

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Rindereiweiß oder einen der Bestandteile von TISSUCOL-Kit

Immuno, einschließlich Aprotinin.

Aktuelle oder aus der Anamnese bekannte allergisch bedingte Thrombozytopenie (Typ II) auf Heparin.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Nur zur epiläsionalen Anwendung.

Bei Patienten mit allergischer Diathese bzw. Arzneimittelüberempfindlichkeit sowie Patienten, die A-

protinin bereits in der Vergangenheit erhalten haben, ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nö-

tig. Es empfiehlt sich, vor der Gabe von Aprotinin Antihistaminika zu verabreichen.

TISSUCOL-Kit Immuno darf nicht intravaskulär angewendet werden, insbesondere bei koronaren By-

pass-Operationen ist höchste Vorsicht geboten, um jegliches Risiko der intravasalen Anwendung zu

minimieren (siehe auch Kapitel 4.8 Nebenwirkungen). Eine unabsichtliche, intravaskuläre Verabrei-

chung von TISSUCOL-Kit Immuno kann zu lebensbedrohlichen, thromboembolischen Komplikatio-

nen oder disseminierter intravasaler Gerinnung führen.

Eine intravasale Injektion könnte darüber hinaus bei empfindlichen Patienten Wahrscheinlichkeit und

Schwere von akuten Überempfindlichkeitsreaktionen erhöhen.

Bei der Injektion in die Submucosa kann es in Einzelfällen zu einer Schädigung des Gewebes mit der

Folge einer Hämatombildung kommen. Eine akute Pankreatitis kann bei Patienten mit einem in-

tramuralen Hämatom der Duodenalwand beobachtet werden.

Abdominale Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen innerhalb von 1 bis 3 Tagen nach der endoskopi-

schen Blutstillung durch Injektion können Anzeichen für ein intramurales Hämatom sein.

Wenn Fibrinkleber in abgeschlossene Hohlräume eingebracht werden, sollte das Risiko von Komplika-

tionen aufgrund einer Kompression in Betracht gezogen werden.

Vor einer Sprühanwendung von TISSUCOL-Kit Immuno mit Instrumenten anderer Hersteller wird

gewarnt. Der EASYSPRAY-Druckregler und das SPRAY SET sind bei Baxter Deutschland GmbH,

Unterschleißheim erhältlich.

Beim Sprühen von Fibrinkleber kommt Druckgas zur Anwendung. Die Druckgasanwendung birgt das

Risiko einer Gasembolie, eines Gasemphysems oder einer Gewebs- bzw. Organruptur in sich, die le-

bensbedrohlich sein können.

TISSUCOL-Kit Immuno soll nur als dünne Schicht aufgetragen werden. Eine zu dicke Schicht

kann die Wirksamkeit des Produkts und die Wundheilung negativ beeinflussen.

Bei der Verwendung von Sprühgeräten mit Druckgasreglern zur Verabreichung von Fibrinkle-

bern sind lebensbedrohliche/tödliche Luft- oder Gasembolien aufgetreten. Dieses Ereignis

scheint mit der Verwendung von Spray-Sets mit höherem als dem empfohlenen Druck und/oder

mit einem zu geringen Abstand zur Gewebeoberfläche zusammenzuhängen. Das Risiko scheint

höher zu sein, wenn Fibrinkleber mit Luft aufgesprüht werden, als beim Sprühen mit CO

2

und

ist daher beim Aufsprühen von TISSUCOL-Kit Immuno auf offene Operationswunden nicht

auszuschließen.

Wird TISSUCOL-Kit Immuno mittels Sprühapplikation aufgetragen, muss sichergestellt wer-

den, dass ein Druck verwendet wird, der im vom Hersteller des Sprühgeräts empfohlenen

Druckbereich liegt (siehe Tabelle 6.6 für Drücke und Abstände).

TISSUCOL-Kit Immuno soll nur per Sprühapplikation verabreicht werden, wenn der Sprühab-

stand exakt beurteilt werden kann. Nicht näher als im empfohlenen Abstand aufsprühen.

Beim Aufsprühen von TISSUCOL-Kit Immuno sollen Änderungen von Blutdruck, Puls, Sauer-

stoffsättigung und endexspiratorischem CO

2

überwacht werden, da die Möglichkeit einer Luft-

oder Gasembolie besteht (siehe auch Abschnitt 4.2).

Der EASYSPRAY-Druckregler und das SPRAY SET dürfen deshalb in umschlossenen Körperhöhlen

nicht eingesetzt werden. Das Sprühen darf ausschließlich unter Sicht, bei einem Mindestabstand von

10 cm erfolgen. Für die Anwendung von TISSUCOL-Kit Immuno in der minimal invasiven Chirurgie

wird der DuploSpray MIS Regulator mit den entsprechenden Applikatoren empfohlen. Für weitere In-

formationen ist die Gebrauchsanweisung des Duplospray MIS Geräts heranzuziehen.

Bei der Sprühapplikation müssen Gebiete, auf die kein Kleber gesprüht werden soll, abgedeckt wer-

den. Nur einsehbare Gebiete sollten besprüht werden.

Kleberproteinlösung und/oder Thrombinlösung, die bei der Anwendung auf Gewebe außerhalb des zu

klebenden Bereichs gelangt sind, sollten nach Möglichkeit entfernt werden.

Wie bei allen proteinhaltigen Präparaten sind allergische Überempfindlichkeitsreaktionen möglich.

Anzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen können Nesselsucht, generalisierte Urtikaria, Engege-

fühl in der Brust, Stenoseatmung, Hypotonie und Anaphylaxie einschließen. Wenn diese Symptome

auftreten, muss die Anwendung sofort abgebrochen werden. Bereits appliziertes Produkt sollte von der

Operationsstelle entfernt werden.

Es müssen die derzeit gültigen Standardmaßnahmen für eine Notfallbehandlung angewandt werden.

Bei einem Schock muss die geeignete medizinische Schockbehandlung eingeleitet werden.

TISSUCOL-Kit Immuno enthält Rindereiweiß (Aprotinin). Auch bei strikt lokaler Anwendung besteht

das Risiko einer anaphylaktischen Reaktion, die auf das Aprotinin zurückzuführen ist. Das Risiko

scheint bei Patienten mit einer vorangegangenen Exposition erhöht zu sein, selbst wenn es zuvor gut

vertragen wurde. Deshalb sollte jede Verwendung von Aprotinin oder aprotininhaltigen Produkten in

der Krankenakte vermerkt werden.

Standardmaßnahmen zur Verhinderung von Infektionen, die durch aus menschlichem Blut oder Plasma

hergestellten Arzneimitteln übertragen werden können, schließen die Auswahl der Spender, die Tes-

tung der Einzelspenden und der Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker und die Durchführung

effektiver Herstellungsschritte zur Inaktivierung/Abtrennung von Viren mit ein. Trotzdem sind bei der

Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln Infektionskrankhei-

ten durch Übertragung von Erregern – auch bislang unbekannter Natur – nicht völlig auszuschließen.

Diese Maßnahmen werden für umhüllte Viren wie z. B. HIV, HBV und HCV für wirksam erachtet.

Diese Maßnahmen können bei nicht-umhüllten Viren, wie z. B. HAV und Parvovirus B19, einge-

schränkt wirksam sein. Parvovirus B19-Infektionen können bei Schwangeren (fötale Infektion) und

Personen mit Immundefekten oder gesteigerter Erythropoese (z. B. hämolytische Anämie) zu schweren

Erkrankungen führen.

Wird ein aus menschlichem Plasma hergestelltes TISSUCOL-Kit regelmäßig/wiederholt verabreicht,

müssen geeignete Impfungen (Hepatitis A und B) in Betracht gezogen werden.

Sicherheit und Wirksamkeit des Produktes an Kindern wurde nicht untersucht.

Es wird dringend empfohlen, jede Verabreichung von TISSUCOL-Kit mit Produktnamen und Char-

gennummer zu dokumentieren, um die Verbindung zwischen Patient und Produktcharge herzustellen.

Es wird auf die Dokumentationspflicht gemäß Transfusionsgesetz hingewiesen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Substanzen, die oxydierend wirken (z. B. Jod, H

), Proteine denaturieren (z. B. Alkohol) oder

Schwermetalle enthalten (z. B. Thiomersal) beeinträchtigen die Wirksamkeit des Fibrinklebers. Wenn

solche Substanzen, beispielsweise als Desinfektionsmittel, verwendet werden, so sind etwaige Reste

vor Beginn der Klebung mit einem sterilen Tupfer möglichst vollständig zu entfernen.

Produkte die Oxidierte Cellulose enthalten, können die Wirksamkeit von TISSUCOL-Kit Immuno be-

einflussen und sollten nicht als Trägermaterialien verwendet werden.

TISSUCOL-Kit Immuno kann auch bei voll heparinisierten Patienten (z. B. bei extrakorporalem Kreis-

lauf) angewendet werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob die Verabreichung von TISSUCOL-Kit Immuno während der Schwangerschaft

und der Stillzeit negative Auswirkungen auf Mutter und Kind haben kann. Aus diesem Grund ist wäh-

rend der Schwangerschaft und Stillzeit eine strenge Indikationsstellung geboten.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nicht relevant.

4.8

Nebenwirkungen

Wie bei allen proteinhaltigen Arzneimitteln kann es bei wiederholter Anwendung von TISSUCOL-Kit

zum Auftreten anaphylaktischer oder anaphylaktoider Reaktionen kommen. (siehe Abschnitt 4.4).

In seltenen Fällen können diese Reaktionen auch bei Patienten bei der Erstverabreichung von Apro-

tinin oder TISSUCOL-Kit Immuno auftreten.

Selbst wenn eine zweite Verabreichung gut vertragen wird, kann eine darauf folgende systemische

Gabe schwere anaphylaktische Reaktionen auslösen. Die Anzeichen von allergischen/anaphylaktischen

Reaktionen können reichen von Bradykardie, Tachykardie, Blutdruckabfall, Flush, Bronchospasmus,

keuchender Atmung, Atemnot, Übelkeit, Urtikaria, Angioödem, Juckreiz, Erythem und Parästhesie, bis

hin zu schwerer Hypotension, anaphylaktischem Schock und Tod. Bei den ersten Anzeichen oder

Symptomen einer Überempfindlichkeitsreaktion ist die Anwendung sofort abzubrechen, und es sind

die gebräuchlichen Notfallmaßnahmen durchzuführen. Die therapeutischen Maßnahmen richten sich

nach Art und Schweregrad der allergischen Reaktion.

Bei einem Schock ist die geeignete medizinische Schockbehandlung einzuleiten.

TISSUCOL-Kit Immuno darf nicht intravaskulär angewendet werden, da dies zu anaphylaktischen

und/oder thromboembolischen Komplikationen oder disseminierter intravasaler Gerinnung führen

kann, die lebensbedrohlich sein können.

Speziell bei koronaren Bypass-Operationen sollte TISSCOL-Kit Immuno mit Vorsicht angewendet

werden, um jegliches Risiko der intravasalen Anwendung zu minimieren. In zwei retrospektiven,

nicht-randomisierten Studien der koronaren Bypass-Chirurgie zeigten jene Patienten, die Fibrinkleber

erhalten haben, ein statistisch höheres Mortalitätsrisiko. Obwohl diese Studien keinen kausalen Zu-

sammenhang belegen, kann eine Verbindung zwischen dem erhöhten Risiko und dem Einsatz von

TISSUCOL-Kit Immuno nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte dieses Produkt mit besonderer

Vorsicht angewandt werden, um eine unerwünschte, intravaskuläre Verabreichung zu vermeiden.

Aufgrund des Heparingehaltes von TISSUCOL-Kit Immuno können selten Antikörper-vermittelte

schwere Thrombozytopenien (Typ II) mit Thrombozytenwerten deutlich unter 100.000/

l oder einem

schnellen Abfall auf weniger als 50 % des Ausgangswertes beobachtet werden. Bei nicht Sensibilisier-

ten beginnt der Thrombozytenabfall in der Regel 6-14 Tage nach Behandlungsbeginn, bei Sensibili-

sierten unter Umständen innerhalb von Stunden.

Die schwere Form der Thrombozytopenie kann verbunden sein mit arteriellen und venösen Thrombo-

sen/Thrombembolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl. Hautnekrosen an der Injektionsstelle, Petechien,

Purpura und Meläna.

In solchen Fällen ist TISSUCOL-Kit Immuno sofort abzusetzen. Der Patient muss darüber informiert

werden, dass bei ihm auch in Zukunft keine heparinhaltigen Arzneimittel mehr angewendet werden

dürfen.

Wegen der genannten gelegentlich auftretenden ungünstigen Wirkung des Heparins auf die Throm-

bozyten muss deren Zahl, insbesondere zu Beginn der Behandlung mit diesem Arzneimittel, engma-

schig kontrolliert werden.

Zur Sicherheit vor übertragbaren Erregern, siehe Abschnitt 4.4.

Nebenwirkungen, die von klinischen Studien und aus der klinischen Anwendung berichtet wurden,

sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Unbekannte Häufigkeiten basieren auf Spontanberichten aus der klinischen Anwendung mit Fibirnkle-

bern von Baxter.

Die Nebenwirkungen und ihre Häufigkeit werden wie folgt zusammengefasst:

Häufig: (≥1/100 bis <1/10)

Gelegentlich; (≥1/1.000 bis <1/100)

selten: (≥1/10.000 bis <1/1.000)

Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

System-Organ-Klassen (SOC)

bevorzugte MedDRA-Terms

Häufigkeiten

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeit einschließlich

anaphylaktischer Reaktionen,

anaphylaktischer Schock und folgende

Symptome: Angioödem, Parästhesien,

Bradykardie, Tachykardie, Flush,

Bronchospasmus, Atemnot, keuchende

Atmung, Urtikaria, Juckreiz und

Erythem. Anaphylaktische Reaktionen

und anaphylaktischer Schock ein-

schließlich Todesfälle.

Häufigkeit nicht

bekannt

Gefäßerkrankungen

niedriger Blutdruck

Arterielle Embolien, einschließlich

zerebraler Arterienverschluss, Schlag-

anfälle

Selten

Häufigkeit nicht

bekannt

Erkrankungen des Gastrointestinaltrak-

Übelkeit

gelegentlich

Erkrankungen der Haut und des Unter-

hautzellgewebes

Verzögerte Wundheilung

Häufigkeit nicht

bekannt

Untersuchungen

erhöhter Wert an Fibrinspaltprodukten

gelegentlich

Verletzung, Vergiftung und durch Ein-

griffe bedingte Komplikationen

Schmerzen nach der Behandlung

gelegentlich

als Ergebnis einer intravaskulären Verabreichung in den oberen Sinus des Felsenbeins

Bei der Anwendung von Fibrinklebern mit einem Sprühapplikator unter Verwendung von Druckgas ist

das Auftreten lebensbedrohlicher Luft- oder Gasembolien berichtet worden, in einem Fall tödlich.

Als Symptome von Überempfindlichkeiten gegen Fibrinkleber/Hämostatika sind Reizungen am Verab-

reichungsort, Brustbeschwerden, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Lethargie, Unruhe und Erbrechen be-

obachtet worden.

4.9

Überdosierung

Es sind keine Fälle einer Überdosierung bekannt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokale Hämostatika, ATC-Code: B02BC; Gewebekleber, ATC-

Code: V03AK

Die Fibrinklebung mit obigen Arzneimitteln entspricht im Prinzip der letzten Phase der Blutgerinnung.

Fibrinogen wird durch Thrombin zu monomerem Fibrin umgesetzt. Dieses bildet durch End-zu End-

und Seit-zu Seit-Anlagerung aggregiertes Fibrin S, das in 5 M Harnstoff löslich ist.

Gleichzeitig aktiviert Thrombin den Faktor XIII, der in ausreichenden Mengen in der Kleberproteinlö-

sung vorhanden ist. Da in der verwendeten Thrombin-Lösung Kalziumchlorid enthalten ist, wird das

entstehende FibrinS anschließend durch den Faktor XIIIa in polymeres harnstoffunlösliches FibrinS

umgewandelt. Dabei werden kovalente Bindungen zwischen benachbarten

- und

-Ketten der Fib-

rinmonomere gebildet.

Die nach dem Wundverschluss einsetzende Wundheilung ist gekennzeichnet durch das Einsprossen

von Fibroblasten in das Wundgebiet, wobei das Fibrin die Funktion einer Leitschiene übernimmt, so-

wie die Bildung von Kapillaren. Dieser Prozess stellt ein multi-faktorielles Geschehen dar, bei dem

Thrombin, Fibrin und Faktor XIII eine stimulierende Wirkung auf die Fibroblasten zeigen.

Als nächste Phase des Wundheilungsgeschehens setzt der Abbau des Fibrinnetzes durch Proteolyse

und Phagozytose ein. In der Kleberproteinlösung sind geringe Mengen an Plasminogen enthalten, wel-

ches durch Kallikrein und verschiedene Gewebefaktoren zu Plasmin umgesetzt wird und somit die Fib-

rinolyse in Gang setzt.

Dieser Vorgang gleicht der bei jeder Wundheilung beobachteten Resorption körpereigenen Fibrins.

Ein zu rascher fibrinolytischer Abbau des verfestigten Fibrinklebers wird jedoch durch die Zugabe von

Aprotinin als Antifibrinolytikum gehemmt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

TISSUCOL-Kit Immuno darf nur epiläsional angewendet werden. Intravasale Anwendung ist kontra-

indiziert. Deshalb wurden keine intravasalen Pharmakokinetikstudien am Menschen durchgeführt.

TISSUCOL-Kit wird wie körpereigenes Fibrin durch Fibrinolyse und Phagozytose abgebaut.

TISSUCOL-Kit Immuno darf nur lokal angewendet werden und ist sofort verfügbar.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxizitätsstudien mit einmaliger Verabreichung haben keine spezielle Gefährdung für den Menschen

gezeigt, die über die in anderen Abschnitten der Fachinformation genannten Informationen hinausgeht.

Aufgrund der Beschaffenheit sowie der besonderen Art der Anwendung wurden keine Studien zur Mu-

tagenität und Kanzerogenität durchgeführt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

1 Durchstechflasche mit TISSUCOL lyophilisiert enthält: Natriumchlorid, Natriumzitrat, Aprotinin,

Glyzin, Heparin, Triton, Humanalbumin, Plasminogen

1 Durchstechflasche mit Aprotininlösung enthält: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke,

Benzylalkohol

1 Durchstechflasche mit Thrombin S lyophilisiert enthält: Natriumchlorid, Glyzin, Humanalbumin

1 Durchstechflasche mit Thrombin L lyophilisiert enthält: Natriumchlorid, Glyzin, Humanalbumin

1 Durchstechflasche mit Kalziumchloridlösung enthält: Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Medikamenten gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

Nach Ablauf des Verfalldatums dürfen die Präparate nicht mehr angewendet werden. Nach Auflösung

sind die beiden Kleberkomponenten innerhalb von 4 Stunden zu verwenden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2°C bis 8°C).

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Von TISSUCOL-Kit Immuno stehen folgende Gebrauchseinheiten zur Verfügung:

TISSUCOL-Kit 1,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 2,0 Immuno

TISSUCOL-Kit 5,0 Immuno

Kombinationspackungen zur Herstellung von 1,0 ml, 2,0 ml und 5,0 ml TISSUCOL -Lösung.

Jede Kombinationspackung ist mit einem Gerätesatz zur Herstellung und Applikation der Kleberkom-

ponenten und dem Applikationssystem DUPLOJECT ausgestattet.

Bei Baxter Deutschland GmbH, Unterschleißheim kann folgendes Zubehör bezogen werden:

FIBRINOTHERM

Kombiniertes Wärme- und Rührgerät zur Auflösung des lyophi-

lisierten TISSUCOL Immuno

EASY SPRAY

Druckregler

TISSOMAT*

Druckgassteuergerät mit Fußschalter, Manometer, Reduzier-

ventil und Druckschlauch.

SPRAY SET

Steriler Einmalgerätesatz, bestehend aus einem Verbindungs-

schlauch mit Sterilfilter und zwei Sprühköpfen, zum Versprü-

hen von TISSUCOL-Kit Immuno mittels DUPLOJECT und

Sprühkopf auf große Wundflächen.

DUPLOJECT

Wird mit den TISSUCOL-Kit Immuno -Handelsformen mitge-

liefert.

DUPLOCATH 180

Applikations-Katheter, lang

Einmalgerät zur Anwendung von TISSUCOL-Kit Immuno in

schwer zugänglichen Bereichen des Operationsfeldes. Ver-

wendbar auch in Kombination mit einem Endoskop, flexibel,

röntgendicht.

Länge: ca. 180 cm,

ca. 5 french (ca. 0,17 cm)

Der Applikations-Katheter 180 kann auf jede benötigte Länge

gekürzt werden.

DUPLOCATH 25 Applikations-Katheter, kurz

Einmalgerät zur Anwendung von TISSUCOL-Kit Immun

in schwer zugänglichen Bereichen des Operationsfeldes.

Verwendbar auch in Kombination mit einem Trokar.

* Der TISSOMAT ist aber zwar noch im Handel, wird von Baxter aber nicht mehr vertrieben,

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Die Gummistopfen der Präparateflaschen sind – wie allgemein üblich – vor dem Durchstechen zu des-

infizieren. Im Übrigen ist der gesamte im TISSUCOL-Kit Immuno vorhandene Gerätesatz sterilisiert,

so dass die Voraussetzungen für ein steriles Arbeiten - auch bei der Herstellung der Kleberkomponen-

ten gegeben sind.

Verdünnen der Aprotininlösung beim Kleben von Nervenanastomosen

Wie unter 4.2 im Abschnitt Dosierung und Art der Anwendung erläutert, muss die Aprotininlösung

beim Kleben von Nervenanastomosen auf ca. 100 KIE/ml verdünnt werden. Zu diesem Zweck gibt

man 0,2 ml unverdünnte Aprotininlösung in 5 ml Wasser für Injektionszwecke (Aqua ad iniectabilia).

Dabei bedient man sich einer blau markierten 2 ml-Spritze bzw. 5 ml-Spritze.

Nach dem Überführen der unverdünnten Aprotininlösung in das Wasser für Injektionszwecke

schwenkt man die Wasserflasche mehrmals um, damit eine gleichmäßige Verteilung des Aprotinins

eintritt. Die verdünnte Aprotininlösung ist dann sofort weiter zu verwenden.

Wo im Folgenden von Aprotininlösung die Rede ist, kann es sich um das verdünnte oder das unver-

dünnte Präparat handeln.

Herstellung der TISSUCOL-Lösung (1. Kleberkomponente)

Das Auflösen von TISSUCOL lyophilisiert kann auf zwei Wegen erfolgen:

mit Hilfe des kombinierten Wärme- und Rührgerätes FIBRINOTHERM,

unter Verwendung eines auf 37 °C temperierten Wasserbades.

Zur Erleichterung des Lösevorganges bei Verwendung des FIBRINOTHERM enthält die Flasche mit

TISSUCOL lyophilisiert einen Rührpropeller.

Auflösen mit dem FIBRINOTHERM

FIBRINOTHERM ermöglicht die schnelle Auflösung von TISSUCOL lyophilisiert bei einer konstan-

ten Temperatur von 37 °C mit Hilfe des in der TISSUCOL-Flasche vorhandenen Rührpropellers.

Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

Die Schalter für Wärmevorrichtung und Magnetrührer einschalten.

Aprotininlösung in die Flasche mit dem lyophilisierten TISSUCOL überführen. Dazu ist eine

blau markierte Spritze zu verwenden, gegebenenfalls nach Kanülenwechsel jene, die zur Her-

stellung der verdünnten Aprotininlösung benutzt wurde. Das lyophilisierte TISSUCOL ist

durch leichtes Schwenken möglichst vollkommen zu benetzen.

Die TISSUCOL-Flasche ist unter Verwendung des passenden Adapterringes in die größte

Bohrung zu stellen (Magnetrührer).

Den Lösungsvorgang überprüfen. Bis zur ersten Kontrolle wartet man zweckmäßigerweise et-

wa 6 Minuten. Die Auflösung von TISSUCOL ist dann abgeschlossen, wenn beim Betrachten

der Lösung im durchscheinenden Licht keine ungelösten Partikel erkennbar sind. Andernfalls

muss der Lösungsvorgang verlängert werden.

Nach dem Auflösen wird die TISSUCOL-Lösung mit einer blau markierten Spritze der

TISSUCOL-Flasche entnommen. Eine Kanüle, die durch den Gummistopfen der TISSUCOL -

Flasche gesteckt wird, gleicht das Vakuum in der Flasche aus und erleichtert auf diese Weise

das Aufziehen der TISSUCOL-Lösung. Gleichzeitig mit dem Vakuum-Ausgleich fällt der

Schaum zusammen.

Sollte die TISSUCOL-Lösung nach dem Auflösen nicht unmittelbar verwendet werden, so belässt man

sie bei abgeschaltetem Rührwerk und der Temperatur von 37 °C in der TISSUCOL-Flasche (maximal

4 Stunden). Vor dem Aufziehen in die blau markierte Spritze ist das Rührwerk dann noch einmal kurz

einzuschalten, um die Homogenität der Lösung zu gewährleisten.

Auflösen unter Verwendung eines Wasserbades

Sowohl die Flasche mit TISSUCOL lyophilisiert als auch die Flasche mit Aprotininlösung

sind in ein auf 37 °C vorgewärmtes Wasserbad zu stellen und dort 10 bis 15 Minuten zu belas-

sen. (Nicht über 40 °C erwärmen! Die Einhaltung der Temperatur ist ohne Thermostat prak-

tisch nicht möglich.)

Anschließend wird die Aprotininlösung in die Flasche mit dem lyophilisierten TISSUCOL

überführt. Dazu ist eine blau markierte Spritze zu verwenden.

Danach stellt man die TISSUCOL-Flasche für eine Minute wieder in das Wasserbad mit 37

°C.

Anschließend folgt ein kurzes, kräftiges Schwenken der TISSUCOL-Flasche, wobei jedoch zu

viel Schaumbildung zu vermeiden ist. Daraufhin wird die Flasche für 10 bis 15 Minuten erneut

in das Wasserbad mit 37 °C gestellt.

Danach ist zu prüfen, ob die Auflösung des lyophilisierten TISSUCOL abgeschlossen ist. Das

ist dann der Fall, wenn beim Betrachten der Lösung im durchscheinenden Licht keine ungelös-

ten Partikel erkennbar sind. Andernfalls muss der Lösungsvorgang für einige Minuten verlän-

gert werden.

Nach dem Auflösen wird die TISSUCOL-Lösung mit einer blau markierten Spritze der

TISSUCOL-Flasche entnommen (Eine Kanüle, die durch den Gummistopfen der TISSUCOL-

Flasche gesteckt wird, gleicht das Vakuum in der Flasche aus und erleichtert auf diese Weise

das Aufziehen der TISSUCOL-Lösung).

Sollte die TISSUCOL-Lösung nach dem Auflösen nicht unmittelbar verwendet werden, so belässt man

sie in der TISSUCOL-Flasche bei 37 °C (maximal 4 Stunden). Vor dem Aufziehen in die blau mar-

kierte Spritze ist die TISSUCOL-Flasche dann, unter Vermeidung von Schaumbildung kurz zu

schwenken, um die Homogenität der Lösung zu gewährleisten.

Herstellung der Thrombinlösung (2. Kleberkomponente)

Nach der Wahl der geeigneten Thrombinkonzentration wird der gesamte Inhalt der Durchstechflasche

mit Kalziumchloridlösung in die Flasche mit Thrombin S lyophilisiert bzw. Thrombin L lyophilisiert

überführt. Dazu benutzt man eine der schwarz markierten Spritzen.

Spritzen bzw. Kanülen, die zur Auflösung von Thrombin S lyophilisiert oder Thrombin L lyophilisiert

verwendet wurden, dürfen auf keinen Fall zum Verdünnen der Aprotininlösung oder zum Auflösen des

lyophilisierten TISSUCOL verwendet werden, da dadurch eine vorzeitige Verfestigung des Fibrinkle-

bers ausgelöst wird.

Nach kurzem Schwenken ist die Trockensubstanz gelöst. Die Lösung wird dann in eine Bohrung des

auf 37 °C vorgewärmten FIBRINOTHERM bzw. in das entsprechende Wasserbad gestellt. Sie ist nach

etwa 6 bis 8 Minuten verwendbar. Gebraucht man die Lösung nicht sofort, wird sie bei 37 °C belassen

(maximal 4 Stunden). Man entnimmt die Thrombinlösung vor Gebrauch mit der zweiten schwarz mar-

kierten Spritze.

Applikationsmethoden

*

Die Applikation von TISSUCOL-Kit Immuno erfolgt mit dem DUPLOJECT-System, wobei sich die

folgenden Applikationsmethoden unterscheiden lassen:

Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikationskanüle, siehe 6.6.1.

Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikations-Katheter, siehe 6.6.2.

Sprühapplikation, siehe 6.6.3.

Lokale Applikation mit Injektionsnadel, siehe 6.6.4.

Applikation mit Trägermaterial, siehe 6.6.5.

Die hier beschriebenen Applikationsmethoden lassen sich in unterschiedlicher Weise variieren, wie man

der Literatur entnehmen kann.

Soweit Handschuhe und Instrumente mit der Kleberproteinlösung oder dem Gemisch in Berührung

kommen, sollen sie vorher mit einer sterilen Kochsalzlösung angefeuchtet werden, um ein Haftenblei-

ben des Klebers zu vermeiden.

Die zu verklebenden Teile sind nach dem Auftragen des Gemisches rasch zu adaptieren und für min-

destens 2 Minuten unter leichter Kompression zu halten, um eine ausreichende Polymerisation zu er-

reichen.

Speziell im Falle der Klebung von Flächen ist auf dünne Schichten des Gemisches zu achten.

Eine getrennte, sequenzielle Anwendung der beiden Komponenten von

TISSUCOL-Kit Immuno sollte vermieden werden.

6.6.1

Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikationskanüle

Das sterile DUPLOJECT-System besteht aus einer Halterung für die beiden Fertigspritzen und einem

gemeinsamen Kolben, wodurch bei der Applikation gleiche Mengen der beiden Kleberkomponenten

über ein gemeinsames Anschlussstück in einer Applikationskanüle durchmischt werden.

Arbeitsanleitung:

Die Verschlusskappen der beiden Spritzen entfernen.

Die Konusse beider Spritzen mit einem der beigepackten Anschlussstücke verbinden. Dabei

auf festen Halt achten. Anschlussstück mit Sicherungslasche an der Spritzenhalterung fixieren.

Eine der beigepackten Applikationskanülen auf das Anschlussstück stecken.

Die in den Spritzen, im Anschlussstück und in der Kanüle befindliche Luft erst bei der

Applikation herausdrücken, da es sonst schon vorher zu einer Verklebung der Applika-

tionskanüle kommen kann.

Bei der Klebung von Flächen: Das Gemisch auf eine Fläche der zu verklebenden Teile dünn,

aber möglichst lückenlos auftragen.

Überschüssiges Produkt soll vom Verabreichungsort entfernt werden.

Wenn TISSUCOL-Kit Immuno mittels eines Sprühgerätes aufgetragen wird, stellen Sie bitte sicher,

dass sich der Druck nur in dem vom Gerätehersteller empfohlenen Bereich befindet. Ein Druck von

1,4-1,7 bar sollte dabei nicht überschritten werden. Halten Sie den vom Gerätehersteller angegebenen

Abstand vom Gewebe ein. Er sollte mindestens 10-15 cm betragen. Beim Versprühen von

TISSUCOL-Kit Immuno sollten wegen der Möglichkeit einer Gasembolie Blutdruck, Pulsschlag, Sau-

erstoffsättigung und endexpiratorischer CO

-Partialdruck überwacht werden.

Zur Beachtung:

Wird die Anwendung unterbrochen, so muss bei Wiederaufnahme der Klebung die gebrauchte

Applikationskanüle durch eine neue ersetzt werden

(3 Reservekanülen sind beigepackt). Die Ap-

plikationskanüle sollte aber erst unmittelbar vor der Weiterführung der Anwendung ausgetauscht wer-

den, da es sonst zur Verklebung der Austrittsöffnung des Anschlussstückes kommen kann (in einem

solchen Fall ist das beigepackte Reserve-anschluss-Stück zu verwenden).

Wenn sehr kleine Volumina (1 bis 2 Tropfen) von TISSUCOL-Kit Immuno verabreicht werden, müs-

sen die ersten Tropfen unmittelbar vor der Verabreichung aus der Applikationskanüle herausgedrückt

und verworfen werden, um die Anwendung eines ausreichend gemischten Produktes sicherzustellen.

Es ist möglich, das Gemisch ohne Applikationskanüle direkt aus dem Anschlussstück aufzutragen.

Während einer etwaigen Unterbrechung der Anwendung kann sich an der Austrittsöffnung ein Fibrin-

clot bilden. Dieser lässt sich im Allgemeinen leicht entfernen. Sonst ist auch in diesem Falle das beige-

packte Reserveanschluss-Stück zu benutzen.

6.6.2

Simultane Applikation mit DUPLOJECT-System und Applikations-Katheter

Zur Anwendung in schwer zugänglichen Bereichen des Operationsfeldes und zur endoskopischen An-

wendung stehen Applikations-Katheter zur Verfügung. Eine ausführliche Beschreibung dieser Anwen-

dungsmethode ist den Gerätesätzen DUPLOCATH 25 bzw. DUPLOCATH 180 beigepackt.

6.6.3

Sprühapplikation

Diese Methode eignet sich besonders zum Besprühen größerer Flächen (z. B. bei Haut-

transplantationen) und zur Stillung diffuser Blutungen.

Eine ausführliche Beschreibung dieser Anwendungsmethode ist dem Gerätesatz SPRAY SET beige-

packt.

Wird TISSUCOL-Kit Immuno mithilfe eines Sprühgeräts aufgetragen, muss sichergestellt werden,

dass der Druck und der Gewebeabstand innerhalb der folgenden, vom Hersteller empfohlenen Berei-

che liegen:

Empfohlener Druck, Gewebeabstand und Sprühgeräte für die Applikation von TISSUCOL Duo S

Immuno

Art der Chirurgie

Zu verwen-

dendes

Sprühset

Zu verwendende

Applikationshil-

Zu verwendender

Druckregler

Empfohle-

ner Abstand

vom Ziel-

gewebe

Empfohlener

Sprühdruck

Offene Wunde

Duploject

Spray Set

n. z.

Tissomat

10-15 cm

1,5-2,0 bar

(21,5-28,5 psi)

Tissucol

Spray Set

n. z.

EasySpray

10-15 cm

1,5-2,0 bar

(21,5-28,5 psi)

Laparoskopie/

minimal invasive

Eingriffe

n. z.

Duplospray MIS

Applika-

tor 20 cm

Duplospray MIS

Regulator

2-5 cm

1,2-1,5 bar

(18-22 psi)

Duplospray MIS

Regulator NIST

Duplospray MIS

Applika-

tor 30 cm

Duplospray MIS

Regulator

Duplospray MIS

Regulator

NIST B11

Duplospray MIS

Applika-

tor 40 cm

Duplospray MIS

Regulator

Duplospray MIS

Regulator

NIST B11

Austauschbare

Spitze

Duplospray

MIS Regulator

Duplospray MIS

Regulator

NIST B11

Beim Aufsprühen von TISSUCOL-Kit Immuno sollen Änderungen von Blutdruck, Puls, Sauer-

stoffsättigung und endexspiratorischem CO

2

überwacht werden, da die Möglichkeit einer Luft-

oder Gasembolie besteht (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

6.6.4

Lokale Applikation mit Injektionsnadel

Die Blutungsstelle wird mit TISSUCOL-Kit Immuno umspritzt. Es hat sich bewährt, je nach Stärke der

Blutung und Größe der Blutungsstelle 2 ml bis 4 ml TISSUCOL-Kit Immuno auf mehrere Depots zu

verteilen. Die den Injektionsgeräten beigepackten Gebrauchsanweisungen müssen beachtet werden.

6.6.5

Applikation mit Trägermaterial

Bei diffusen, kapillären Blutungen empfiehlt es sich, Kleberprotein- und Thrombinlösung auf Träger-

materialien wie Kollagenvlies aufzutragen, um zu vermeiden, dass die Kleberkomponenten vor der

Verfestigung fortgeschwemmt werden. Nach dem Auftragen des Gemisches (bzw. der Kleberprotein-

und der Thrombinlösung) legt man das Trägermaterial sofort auf die Wundfläche. Dabei sind gleiche

Mengen der beiden Komponenten zu verwenden.

Nicht verbrauchte Lösungen müssen fachgerecht entsorgt werden.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Baxter Deutschland GmbH

Edisonstraße 4

85716 Unterschleißheim

Tel.: 089/31701-0

E-Mail-Adresse: info_de@baxter.com

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

2717.01.00

2717.02.00

2717.03.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

27. Dezember 1982

DATUM Verlängerung der Zulassung

28. September 1992

10.

STAND DER INFORMATION

März 2013

11.

SONSTIGE HINWEISE

Herkunftsländer der zur Produktion verwendeten Plasmen

Deutschland, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz,Tschechien und Vereinigte Staaten

von Amerika.

12.

VERSCHREIBUNGSSTATUS / APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

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