Tiorfan 100 mg Hartkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Racecadotril
Verfügbar ab:
Bioprojet Europe Limited
ATC-Code:
A07XA04
INN (Internationale Bezeichnung):
racecadotril
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Racecadotril 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
62751.00.00

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

PACKUNGSBEILAGE

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Tiorfan 100 mg Hartkapseln

Racecadotril

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann

anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1. Was ist Tiorfan und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Tiorfan beachten?

3. Wie ist Tiorfan einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Tiorfan aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Tiorfan und wofür wird es angewendet?

Tiorfan ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Durchfallerkrankungen.

Tiorfan wird angewendet für die symptomatische Behandlung von akuten Durchfällen bei Erwachsenen,

wenn eine ursächliche Therapie nicht möglich ist.

Wenn eine ursächliche Therapie möglich ist, kann Racecadotril als ergänzende Behandlung verabreicht

werden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Tiorfan beachten?

Tiorfan darf nicht angewendet werden,

– wenn Sie allergisch gegen Racecadotril oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile von

Tiorfan sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Tiorfan einnehmen, wenn

– Sie an eitrigem oder blutigem Durchfall oder zusätzlich an Fieber leiden. Die Ursache des Durchfalls kann

eine bakterielle Infektion sein, die vom Arzt behandelt werden muss.

– Sie chronischen Durchfall haben oder der Durchfall durch eine Antibiotika-Behandlung bedingt ist,

– Sie unter eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion leiden,

– Sie andauernd oder unkontrolliert erbrechen müssen,

– Sie an einer Laktoseintoleranz leiden (siehe “Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile

von Tiorfan”).

Bei der Behandlung mit diesem Arzneimittel ist das Auftreten von Hautreaktionen beobachtet worden. Diese

sind in den meisten Fällen leicht und mittelschwer. Beim Auftreten schwerer Hautreaktionen muss die

Behandlung unverzüglich abgebrochen werden.

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

Einnahme von Tiorfan zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren

Ihren

Arzt,

wenn

andere

Arzneimittel

einnehmen,

kürzlich

andere

Arzneimittel

eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Bitte teilen Sie Ihrem Arzt insbesondere mit, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel anwenden:

- ACE-Hemmer (z.B. Captopril, Enalapril, Lisinopril, Perindopril, Ramipril), die eingesetzt werden, um

den Blutdruck zu senken oder die Herztätigkeit zu erleichtern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Einnahme von Tiorfan ist nicht empfohlen, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein

oder wenn Sie stillen.

Fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Tiorfan hat wenig oder keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Tiorfan enthält Laktose

Tiorfan enthält Laktose (eine Zuckerart).

Bitte nehmen Sie Tiorfan erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter

einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckerarten leiden.

Dieses Arzneimittel ist glutenfrei.

3.

Wie ist Tiorfan einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie nicht ganz sicher sind.

Tiorfan wird in Kapselform abgegeben.

Die übliche Tagesdosis beträgt 3 x eine Kapsel; die Kapsel ist mit einem Glas Wasser zu schlucken.

Tiorfan sollte vorzugsweise vor den Hauptmahlzeiten eingenommen werden; Sie können die Behandlung

jedoch zu jeder Tageszeit mit einer Kapsel Tiorfan beginnen.

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange Sie Tiorfan einnehmen müssen. Es sollte bis zum Auftreten von

2 normalen Stuhlgängen fortgesetzt werden, jedoch maximal 7 Tage.

Um den durch den Durchfall verursachten Flüssigkeitsverlust auszugleichen, sollte dieses Arzneimittel im

Rahmen eines angemessenen Flüssigkeits- und Salzausgleiches (Elektrolyte) angewandt werden. Am besten

wird dieser Flüssigkeits- und Salzausgleich durch eine sogenannte orale Rehydratationslösung erzielt (wenn

Sie nicht sicher sind, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker).

Bei älteren Personen ist keine Dosisanpassung notwendig.

Kinder

Für Säuglinge und Kinder stehen andere Darreichungsformen von Tiorfan zur Verfügung.

Wenn Sie eine größere Menge von Tiorfan gegeben haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge Tiorfan eingenommen haben, als Sie sollten, wenden Sie sich sofort an Ihren

Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie die Einnahme von Tiorfan vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Fahren Sie

einfach mit der Behandlung fort.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

Wie alle Arzneimittel kann Tiorfan Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Sie müssen die Anwendung von Tiorfan bei Ihrem unverzüglich beenden und einen Arzt aufsuchen, wenn

bei Ihnen Symptome eines Angioödems auftreten, wie zum Beispiel:

Schwellung von Gesicht, Zunge oder Rachen

Schluckbeschwerden

Nesselsucht und Atembeschwerden

Folgende Nebenwirkungen wurden beobachtet:

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen (betreffen 1bis 10 Patienten von 100).

Gelegentlich (können bis zu 1 von 100 Patienten betreffen):

Hautausschläge und Erythem (Rötung der Haut).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Erythema multiforme (rosafarbene Läsionen an den Extremitäten und im Mund), Entzündungen der Zunge,

Entzündungen der Lippe und Entzündungen des Augenlids, Angioödem (Entzündung unterhalb der Haut an

verschiedenen Körperteilen), Urtikaria, Erythema nodosum (Entzündung in Form eines Knötchens unter der

Haut), papulärer Hautausschlag (Hautausschlag mit kleinen harten und knötchenförmigen Läsionen) Prurigo

(juckende Hautläsionen), Pruritus (generalisierter Juckreiz) und toxische Hauteruption.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arz oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit

dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Tiorfan aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Umkarton

nach

„Verwendbar

bis“

angegebenen

Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Tiorfan enthält

Der Wirkstoff ist Racecadotril. Jede Kapsel enthält 100 mg Racecadotril.

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

Die sonstigen Bestandteile sind Lactose Monohydrat, vorverkleisterte Maisstärke, Magnesiumstearat und

hochdisperses Siliciumdioxid. Die Kapsel enthält Gelatine, gelbes Eisenoxid (E172) und Titandioxid (E171).

Wie Tiorfan aussieht und Inhalt der Packung

Tiorfan wird in Form von elfenbeinfarbigen Hartkapseln abgegeben.

Jede Packung enthält 6, 10, 20, 100 oder 500 Hartkapseln. Packungen mit 100 oder 500 Kapseln sind nur zur

Verwendung in Kliniken bestimmt.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Bioprojet Europe Ltd.

101 Furry Park road

Killester

Dublin 5

IRLAND

Hersteller

Ferrer Internacional, SA

Gran Via Carlos III, 94

08028 Barcelona

SPANIEN

Oder

SOPHARTEX,

21 rue du Pressoir,

28500 Vernouillet

FRANKREICH

Oder

Delpharm Evreux

5 rue du Guesclin

27000 Evreux

Frankreich

Mitvertreiber

Bioprojet Pharma

9, rue Rameau

75002 Paris

FRANKREICH

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den

folgenden Bezeichnungen zugelassen:

SPANIEN:

Tiorfan

ÖSTERREICH:

Hidrasec

BELGIEN:

Tiorfix

TSCHECHISCHE REPUBLIK:

Hidrasec

DÄNEMARK:

Hidrasec

ESTLAND

Hidrasec

FINNLAND:

Hidrasec

DEUTSCHLAND:

Tiorfan

GRIECHENLAND:

Hidrasec

UNGARN:

Hidrasec

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

IRLAND:

Hidrasec

ITALIEN:

Tiorfix

LETTLAND:

Hidrasec

LITAUEN:

Hidrasec

LUXEMBURG:

Tiorfix

NIEDERLANDE:

Hidrasec

NORWEGEN:

Hidrasec

POLEN:

Tiorfan

PORTUGAL:

Tiorfan

SLOVAKEI:

Hidrasec

SLOVENIEN:

Hidrasec

SCHWEDEN:

Hidrasec

VEREINIGTES KÖNIGREICH:

Hidrasec

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2017.

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100mg

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

TIORFAN 100 mg Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Hartkapsel enthält 100 mg Racecadotril.

Hilfsstoffe: Eine Hartkapsel enthält 41 mg Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel.

Elfenbeinfarbene Kapseln. Größe 2, mit einem weißen Pulver mit Schwefel Geruch.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Tiorfan ist angezeigt zur symptomatischen Behandlung des akuten Durchfalls bei Erwachsenen wenn eine

ursächliche Therapie nicht möglich ist.

Wenn eine ursächliche Therapie möglich ist, kann Racecadotril als ergänzende Behandlung verabreicht

werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Ausschließlich zur Anwendung bei Erwachsenen.

Initial eine Hartkapsel ungeachtet der Tageszeit. Danach eine Hartkapsel 3-mal täglich, vorzugsweise vor

den Hauptmahlzeiten.

Die Behandlung sollte bis zum Auftreten von zwei normalen Stuhlgängen fortgesetzt werden.

Die Behandlungsdauer sollte 7 Tage nicht überschreiten.

Spezielle Patientengruppen:

Ältere Patienten: Eine Dosisänderung ist bei älteren Patienten nicht notwendig (siehe Abschnitt 5.2).

Vorsicht ist bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion geboten.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Anwendung von Racecadotril verändert nicht die üblichen Rehydratationsmaßnahmen.

Das Auftreten von blutigen oder eitrigen Stühlen und Fieber kann auf das Vorliegen invasiver Bakterien als

Auslöser der Diarrhoe oder auf andere schwere Erkrankungen hinweisen.

Auch bei Antibiotika-assoziierter Diarrhöe wurde Racecadotril nicht geprüft. Deshalb sollte Racecadotril

unter diesen Bedingungen nicht angewendet werden.

Bei chronischer Diarrhoe wurde das Arzneimittel nicht ausreichend geprüft.

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

Es gibt nur begrenzte Daten bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz. Diese Patienten sollten mit

besonderer Vorsicht behandelt werden (siehe Abschnitt 5.2).

Bei Patienten mit anhaltendem Erbrechen ist möglicherweise die Verfügbarkeit reduziert.

Warnhinweise

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Bei der Anwendung dieses Arzneimittels ist das Auftreten von Hautreaktionen beobachtet worden.

Diese sind in den meisten Fällen leicht und erfordern keine Behandlung; allerdings können sie in

einigen Fällen schwerwiegend, sogar lebensbedrohlich, sein. Beim Auftreten schwerer Hautreaktionen

muss die Behandlung unverzüglich abgebrochen werden.

Über Hypersensitivität/Angioneurotische Ödeme wurde bei Patienten berichtet die Racecadotril angewendet

haben. Diese können jederzeit während der Therapie auftreten.

Die Angioödeme können im Gesicht, auf den Gliedmaßen, den

Lippen und den Schleimhäuten

auftreten.

Im Fall einer Obstruktion der oberen Atemwege durch ein aufgetretenes Angioödem, wie z.B. im

Bereich der Zunge, der Glottis und/oder des Larynx, sollten umgehend Notfallmaßnahmen eingeleitet

werden.

Einnahme

Racecadotril

sollte

umgehend

abgebrochen

Patient

unter

strenge

medizinische

Beobachtung

geeigneter

Überwachung

gestellt

werden,

aufgetretenen

Symptome vollständig und anhaltend abgeklungen sind.

Patienten, bei denen in der Vergangenheit bereits Angioödeme ohne Zusammenhang mit einer Therapie

mit Racecadotril aufgetreten sind, können ein erhöhtes Risiko haben, dass sich Angioödeme bilden.

Die gleichzeitige Einnahme von Racecadotril und ACE-Hemmern kann das Risiko zur Bildung von

Angioödemen erhöhen (siehe Abschnitt 4.5). Deshalb ist es notwendig, dass eine sorgfältige Nutzen-

Risiko-Analyse vorgenommen wird, bevor eine Behandlung mit Racecadotril bei Patienten, die ACE-

Hemmer einnehmen, eingeleitet wird.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkung von Racecadotril mit ACE-Hemmern

Die gleichzeitige Einnahme von Racecadotril und ACE-Hemmern (z.B. Captopril, Enalapril, Lisinopril,

Perindopril, Ramipril) kann das Risiko der Bildung eines Angioödems erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).

Eine kombinierte Behandlung mit Racecadotril und Loperamid oder Nifuroxazid verändert die Kinetik von

Racecadotril beim Menschen nicht.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität:

Fertilitätsstudien mit Racecadotril an Ratten zeigten keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.

Schwangerschaft:

liegen

keine

ausreichenden

Daten

Anwendung

Racecadotril

Schwangeren

vor.

Tierexperimentelle

Studien

lassen

nicht

direkte

oder

indirekte

schädliche

Auswirkungen

Schwangerschaft, Fertilität, embryo-fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen. Da

jedoch keine spezifischen klinischen Studien verfügbar sind, sollte Racecadotril schwangeren Frauen nicht

verabreicht werden.

Stillzeit:

Aufgrund mangelnder Daten zum Übertritt von Racecadotril in die Muttermilch sollte dieses Arzneimittel

bei stillenden Frauen nicht angewendet werden.

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Racecadotril hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Es stehen Daten aus klinischen Studien zu akutem Durchfall von 2193 mit Racecadotril behandelten und

282 mit Placebo behandelten Erwachsenen zur Verfügung.

folgenden

unten

gelisteten

unerwünschten

Arzneimittelwirkungen

sind

Racecadotril

häufiger

aufgetreten als mit Placebo oder sind im Rahmen von Anwendungsbeobachtungen berichtet worden. Die

Häufigkeit der unerwünschten Arzneimittelwirkungen wird folgendermaßen definiert: sehr häufig (

1/10),

häufig (

1/100 bis < 1/10), gelegentlich (

1/1.000 bis < 1/100), selten (

1/10.000 bis < 1/1.000), sehr

selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerz.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes (siehe Abschnitt 4.4):

Gelegentlich: Hautausschlag, Erythem.

Nicht

bekannt:

Erythema

multiforme,

Zungenödem,

Gesichtsödem,

Lippenödem,

Augenlidödem,

Angioödem, Urtikaria, Erythema nodosum, papulöser Hautausschlag, Prurigo, Pruritus. toxisches Exanthem.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-Verhältnisses

Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet. Bei Erwachsenen hatten Einmalgaben von über 2 g,

entsprechend der 20-fachen Menge der therapeutischen Dosis keine schädlichen Wirkungen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antidiarrhoika.

ATC-Code: A07XA04.

Racecadotril ist ein "pro-drug", das zu Thiorphan als aktivem Metaboliten hydrolisiert wird. Dieses ist ein

Inhibitor der Enkephalinase, einer Zellmembran-Peptidase, die in verschiedenen Geweben, insbesondere im

Dünndarmepithel lokalisiert ist. Dieses Enzym trägt sowohl zur Verdauung exogener Peptide und zum

Abbau

endogener

Peptide

Enkephalinen

bei.

Racecadotril

schützt

Enkephaline

enzymatischen Abbau und verlängert ihre Tätigkeit an den enkephalinergen Synapsen im Dünndarm und

verringert die Hypersekretion.

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

Racecadotril wirkt ausschließlich im Darm antisekretorisch. Es verringert die durch Choleratoxine oder

Entzündungen bedingte intestinale Hypersekretion von Wasser und Elektrolyten und hat keinen Effekt auf

die basale Sekretion. Racecadotril übt eine schnelle antidiarrhoische Wirkung aus, ohne die Verweildauer

im Darm zu beeinflussen.

Racecadotril bewirkt kein geblähtes Abdomen. Im Verlauf der klinischen Untersuchungen war das Auftreten

einer sekundären Obstipation unter Racecadotril vergleichbar mit dem Placebo.

oraler

Anwendung

Aktivität

ausschließlich

peripher,

ohne

Auswirkungen

Zentralnervensystem.

Eine randomisierte Crossover-Studie zeigte, dass Racecadotril 100mg Kapsel bei therapeutischer Dosierung

(1 Kapsel) oder bei supratherapeutischen Dosis (4 Kapseln) keine QT/QTc-Verlängerung bei 56 gesunden

Probanden induzierte (im Gegensatz zu Moxifloxacin, welches als positive Kontrolle verwendet wurde).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption: Nach oraler Gabe wird Racecadotril schnell resorbiert.

Die Steady-State-Exposition ist vergleichbar mit der Exposition nach Einzeldosis.

Die Bioverfügbarkeit von Racecadotril wird durch Nahrungsmittel nicht verändert, aber die Spitzenaktivität

ist um ungefähr 1 1/2 Stunden verzögert.

Verteilung: Nach einer oralen Dosis von 14C-markierten Racecadotril bei gesunden Freiwilligen, wurde im

Plasma eine mehr als 200fach höhere Konzentration von Racecadotril als in Blutzellen und eine 3-fach

höhere als im gesamten Blut gemessen. Somit wurde das Arzneimittel nicht in einem signifikanten Ausmaß

an Blutzellen gebunden.

Die Radiokarbon-Verteilung in anderen Körpergeweben war mäßig, wie durch das mittlere scheinbare

Verteilungsvolumen im Plasma von 66,4 kg angezeigt.

Neunzig

Prozent

aktiven

Metaboliten

Racecadotril

(Thiorphan = (RS)-N-(1-oxo-2-

(mercaptomethyl)-3-phenylpropyl)glycin) wird an Plasmaproteine, hauptsächlich an Albumin, gebunden.

Die Dauer und Wirksamkeit von Racecadotril sind dosisabhängig. Die Zeit bis zum Peak der Plasma-

Enkephalinase Hemmung beträgt etwa 2 Stunden und entspricht einer Hemmung von 75 % bei einer Dosis

von 100 mg; die Dauer der Plasma-Enkephalinase Hemmung beträgt etwa 8 Stunden.

Stoffwechsel: Die Halbwertszeit von Racecadotril, gemessen als Plasma Enkephalinase Hemmung, beträgt

etwa

Stunden. Racecadotril wird schnell zu

dem aktiven

Metaboliten

Thiorphan (RS)-N-(1-oxo-2-

(Mercaptomethyl)-3-phenylpropyl)glycin hydrolysiert, der wiederum zu inaktiven Metaboliten transformiert

wird, die als Sulfoxyde von Smethylthiorphan, S-Methyl-Thiorphan, 2-Methanesulfinylmethyl Propionsäure

und 2-Methanesulfinylmethyl Propionsäure und 2-Methylsulfanylmethyl Propionsäure identifiziert wurden.

Menge

dieser

gebildeten

Metaboliten

übersteigt

jeweils

10 %

systemischen

Exposition

Ausgangswirkstoffs.

Weitere unbedeutende Metaboliten wurden ebenfalls nachgewiesen und im Urin und Stuhl quantifiziert.

Die wiederholte Anwendung von Racecadotril verursacht keine Akkumulation im Körper.

In-vitro-Daten

zeigen,

dass

Racecadotril

Thiorphan

vier

inaktiven

Hauptmetaboliten

wichtigsten CYP-Enzyme Isoenzyme 3A4, 2D6, 2C9, 1A2 und 2C19 nicht in einem klinisch relevanten

Ausmaß hemmen.

In-vitro-Daten zeigen, dass Racecadotril / Thiorphan und die vier inaktiven Hauptmetaboliten die CYP-

Enzym-Isoformen (3A Familie, 2A6, 2B6, 2C9/2C19, 1A Familie, 2E1) und UGT Konjugations-Enzyme

nicht in einem klinisch relevanten Ausmaß induzieren.

Racecadotril verändert nicht die Proteinbindung von Wirkstoffen mit starker Proteinbindung, wie z.B.

Tolbutamid, Warfarin, Nifluminsäure, Digoxin oder Phenytoin.

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

In Patienten mit Leberversagen [Leberzirrhose, Grad B der Child-Pugh-Klassifikation] zeigte das kinetische

Profil des aktiven Metaboliten von Racecadotril ähnliche Werte für Tmax und T ½ und geringere Cmax (-

65 %) und AUC (-29 %) im Vergleich zu gesunden Probanden.

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 11-39 ml / min), zeigte das kinetische

Profil des aktiven Metaboliten von Racecadotril kleinere Cmax (-49 %) und größere AUC-Werte (+16 %)

und T ½ als im Vergleich zu gesunden Probanden (Kreatinin-Clearance> 70 ml / min).

pädiatrischen

Population

sind

pharmakokinetischen

Ergebnisse

denen

erwachsenen

Bevölkerung ähnlich und erreichen nach Verabreichung den Cmax nach 2 Stunden 30 Minuten. Nach

Verabreichung einer Mehrfachdosis jeweils alle 8 Stunden über 7 Tage wurde keine Kumulation beobachtet.

Ausscheidung:

Racecadotril

wird

Form

aktiven

inaktiven

Metaboliten

eliminiert.

Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Nieren (81,4 %), und in einem viel geringerem Maße über den

Stuhl (ca. 8 %). Die pulmonale Ausscheidung ist nicht signifikant (weniger als 1 % der Dosis).

5.3

Preclinical safety data

Chronische 4-Wochen-Toxizitätstudien bei Affen und Hunden, die für die Dauer der Behandlung beim

Menschen relevant sind, zeigten keine Auswirkungen bei Dosen bis zu 1250 mg/kg/Tag und 200 mg/kg,

jeweils entsprechend den Sicherheitsabständen von 625 und 62 (vs. Mensch). Racecadotril war bei Mäusen,

denen es für bis zu 1 Monat gegeben wurde, nicht immuntoxisch. Längere Exposition (1 Jahr) bei Affen

zeigten bei einer Dosis von 500 mg/kg/Tag generalisierte Infektionen und reduzierte Antikörper-Reaktionen

eine

Impfung

keine

Infektion/Immundepression

120 mg/kg/Tag.

Ähnlich

waren

einige

Infektions-/Immunsystems-Parameter bei den Hunden, die 200 mg/kg/Tag für 26 Wochen erhalten haben,

betroffen. Die klinische Relevanz ist unbekannt siehe Abschnitt 4.8.

Es wurden keine mutagenen oder clastogenen Wirkungen von Racecadotril in Standard in-vitro- und in-

vivo-Tests gefunden.

Studien zur Karzinogenität wurden mit Racecadotril nicht durchgeführt, da das Medikament für eine

kurzfristige Behandlung vorgesehen ist.

Reproduktions-und Entwicklungstoxizität (Fertilität und frühe embryonale Entwicklung, pränatale und

postnatale

Entwicklung,

einschließlich

maternale

Funktion,

embryo-fetale

Entwicklungsstudien)

haben

keine besonderen Auswirkungen von Racecadotril aufgezeigt.

Andere

präklinischen

Effekte

schwere,

wahrscheinlich

aplastische

Anämie,

erhöhte

Diurese,

Ketonurie, Durchfall) wurden nur nach Expositionen über der als ausreichend betrachteten maximalen

Exposition beobachtet. Deren klinische Relevanz ist unbekannt.

Andere

Studien

pharmakologischen

Sicherheit

weisten

keine

schädlichen

Auswirkungen

Racecadotril auf das zentrale Nervensystem, das Herz-Kreislaufsystem und die Atemfunktion auf.

Bei Tieren, verstärkte Racecadotril die Wirkung von Butylhyoscin auf die Darmpassage und auf die

antikonvulsive Wirkung von Phenytoin.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Pulver

Lactose Monohydrat

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Magnesiumstearat

Hochdisperses Siliciumdioxid

Hartkapsel

Eisenoxide/-hydroxide (E 172)

Titandioxid (E 171)

Gelatine

6.2

Inkompatibilitäten

Tiorfan Hidrasec Tiorfix Tiorfast 100 mg

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC-PVDCI Aluminium Blister

Packungen mit 6, 10, 20, und 100 Hartkapseln (Klinikpackung) und 500 Hartkapseln (Klinikpackung).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Bioprojet Europe Ltd.

101 Furry Park road

Killester

Dublin 5

IRLAND

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

62751.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: (04. Juni 2004).

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 03. Januar 2016.

10.

STAND DER INFORMATION

April 2017

11.

VERSCHREIBUNGSSTATUS/APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

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