Tiloxon Lösung zum Einnehmen

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat, Naloxonhydrochlorid-Dihydrat
Verfügbar ab:
PharmaSelect GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Tilidine Hydrochloride Hemihydrate, Naloxone Hydrochloride Dihydrate
Darreichungsform:
Lösung zum Einnehmen
Zusammensetzung:
Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat 71.458mg; Naloxonhydrochlorid-Dihydrat 6.08mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
39379.00.00

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber

enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei

Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Gebrauchsinformation

Tiloxon

Lösung zum Einnehmen

Wirkstoffe: Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid

Zusammensetzung

Arzneilich wirksame Bestandteile:

0,72 ml Lösung zum Einnehmen (ca. 20 Tropfen bzw. 4 Hübe Flasche mit Dosierpumpe) enthalten

51,45 mg Tilidinhydrochlorid ½ H

2

O (entsprechend 50 mg Tilidinhydrochlorid) und 4,40 mg

Naloxonhydrochlorid 2 H

2

O (entsprechend 4 mg Naloxonhydrochlorid).

Sonstige Bestandteile:

Natriumbenzoat (1 mg/ml), Salzsäure, gereinigtes Wasser.

Darreichungsform und Inhalt

Originalpackung mit 20 ml Lösung zum Einnehmen Flasche mit Tropfaufsatz (N1)

Originalpackung mit 50 ml Lösung zum Einnehmen Flasche mit Tropfaufsatz (N2)

Originalpackung mit 100 ml Lösung zum Einnehmen Flasche mit Dosierpumpe (N3)

Stoff- oder Indikationsgruppe

Tiloxon -GI-39379.00.00-061207

Kombination aus einem stark wirksamen Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide und einem

Opioid-Antagonisten.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Pharmaselect GmbH, Am Sägewerk 13, 68526 Ladenburg

Telefon (06203) 40 46-0, Telefax: (06203) 40 46-20

Hersteller:

Merckle GmbH, Ludwig-Merckle-Str. 3, 89143 Blaubeuren, Telefon: (07344) 140

Werk Ulm, Postfach 1780, 89007 Ulm, Telefon: (0731) 40201, Telefax: (0731) 4027338

Anwendungsgebiete

Starke und sehr starke Schmerzen.

Gegenanzeigen

Wann dürfen Sie Tiloxon nicht einnehmen?

Sie dürfen Tiloxon nicht einnehmen bei

-

Überempfindlichkeit gegen Tilidin, Naloxon oder einem der sonstigen Bestandteile (insbesondere

Natriumbenzoat) sowie bei

-

Drogenabhängigkeit von Opiaten (Heroin, Morphin) oder Opioiden wegen der Gefahr unmittelbar

auftretender Entzugserscheinungen.

Wann dürfen Sie Tiloxon erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen?

Tiloxon -GI-39379.00.00-061207

Im folgenden wird beschrieben, wann Sie Tiloxon nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit

besonderer Vorsicht einnehmen dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn

diese Angaben früher einmal zutrafen.

Bei anderen Abhängigkeitserkrankungen (z. B. bei Arzneimittel- oder Alkohol-Abhängigkeit) dürfen Sie

Tiloxon nur mit besonderer Vorsicht einnehmen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch,

wenn Sie früher einmal an einer Abhängigkeitserkrankung litten.

Was müssen Sie in der Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Tiloxon sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strengster Nutzen-Risiko-

Abschätzung gegeben werden, da keine Erfahrungen am Menschen vorliegen.

Ist in der Stillzeit eine Behandlung unbedingt erforderlich, sollte nicht gestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Tiloxon darf Kindern unter 2 Jahren nicht gegeben werden.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Vor jedem Mißbrauch von Tiloxon durch Drogenabhängige wird dringend gewarnt!

Bei Opiatabhängigen, die als Ersatz für Opiate wie Morphin oder Heroin Tiloxon in hohen

Einnahmemengen mißbräuchlich einnehmen, löst Tiloxon akute Entzugserscheinungen aus oder

verstärkt bereits bestehende Entzugserscheinungen.

Tiloxon ist nicht zur Entzugsbehandlung geeignet!

Die Lösung ist zur Einnahme bestimmt. Sie ist nicht für eine Injektion (Einspritzung in ein Blutgefäß)

geeignet! Nach einer derartigen Fehlanwendung können die nachfolgenden Entzugserscheinungen so

stark sein, daß lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, z. B. Blutdruckkrisen, Kreislaufversagen.

Tiloxon -GI-39379.00.00-061207

Hinweis:

Aufgrund des Gehaltes an Natriumbenzoat können bei entsprechend veranlagten Patienten

Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Reizungen an Haut, Augen und Schleimhäuten auftreten.

Bei Neugeborenen besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Gelbsucht.

Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne

sicheren Halt beachten?

Tiloxon kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Sie können dann auf

unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug und gezielt reagieren. Fahren Sie

nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen!

Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt!

Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung,

Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln

zu erwarten.

Sie dürfen die oben genannten Tätigkeiten nur dann ausüben, wenn es Ihnen Ihr Arzt ausdrücklich

gestattet hat.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Tiloxon ?

Bei gleichzeitiger Einnahme von Tiloxon und Alkohol oder Beruhigungsmitteln kommt es zu einer

gegenseitigen Verstärkung und Verlängerung der Wirkungen auf das Zentralnervensystem.

Bei Anwendung weiterer auf das Zentralnervensystem dämpfend wirkender Arzneimittel ist in

Einzelfällen ein Atemstillstand nicht auszuschließen.

Tiloxon -GI-39379.00.00-061207

Welche anderen Arzneimittel werden in ihrer Wirkung durch Tiloxon beeinflußt?

Tiloxon soll nicht mit anderen Schmerzmitteln eingenommen werden, die in gleicher Art wie Tilidin

wirken (Opioide), da die Wechselwirkungen durch gegenseitige Beeinflussung nicht abgeschätzt

werden können.

Beachten Sie bitte, daß diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten

können!

Welche Genußmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden?

Während der Behandlung mit Tiloxon sollten Sie Alkoholgenuß meiden.

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Tiloxon nicht anders verordnet hat. Bitte halten

Sie sich an die Einnahmevorschriften, da Tiloxon sonst nicht richtig wirken kann.

Wieviel von Tiloxon und wie oft sollten Sie Tiloxon einnehmen?

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren nehmen als Einzeldosis 20-40 Tropfen bzw. 4-8 Hübe*

Flasche mit Dosierpumpe Tiloxon ein. Die Tageshöchstdosis beträgt im allgemeinen 4 mal 40 Tropfen

bzw. 4 mal 8 Hübe* Tiloxon .

* 1 Hub (= 0,18 ml) der Flasche mit Dosierpumpe Originalpackung mit 100 ml Lösung zum Einnehmen

entspr. 5 Tropfen bzw. 12,5 mg Tilidinhydrochlorid.

Kinder unter 14 Jahren erhalten bis zu 4 mal täglich 1 Tropfen pro Lebensjahr, wobei als Einzeldosis

nicht weniger als 3 Tropfen gegeben werden sollten.

Tiloxon -GI-39379.00.00-061207

Ein Tropfen Tiloxon enthält 2,5 mg Tilidinhydrochlorid und 0,2 mg Naloxonhydrochlorid; die

durchschnittliche Tageshöchstdosis beträgt für Erwachsene 400 mg Tilidinhydrochlorid und

32 mg Naloxonhydrochlorid.

Hinweis

Für die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Wie und wann sollten Sie Tiloxon einnehmen?

Nehmen Sie die Lösung mit etwas Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) ein.

Die Lösung darf nicht injiziert (in ein Blutgefäß eingespritzt) werden (siehe "Vorsichtsmaßnahmen für

die Anwendung und Warnhinweise")!

Hinweis zur Flasche mit Tropfaufsatz Originalpackung mit 10/20/50 ml Lösung zum

Einnehmen:

Die kleineren Packungen von Tiloxon besitzen einen kindergesicherten Schraubverschluß!

Hinweis zur Flasche mit Dosierpumpe Originalpackung mit 100 ml Lösung zum Einnehmen:

Tiloxon -GI-39379.00.00-061207

Wie lange sollten Sie Tiloxon einnehmen?

Die Dauer der Einnahme wird von Ihrem behandelnden Arzt festgelegt.

Für die Behandlung akuter Schmerzzustände genügt oftmals eine einmalige Einnahme. Ggf. kann

Tiloxon mehrmals, auch über mehrere Tage angewendet werden.

Grundsätzlich sollte die kleinste schmerzlindernde Einnahmemenge gewählt werden. Bei der

Behandlung lang anhaltender Schmerzen ist der Einnahme nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu

geben. Die empfohlene Tagesdosis kann dabei auf bis zu 600 mg Tilidinhydrochlorid gesteigert

werden.

Überdosierung und andere Anwendungsfehler

Was ist zu tun, wenn Tiloxon in zu großen Mengen eingenommen wurde (beabsichtigte oder

versehentliche Überdosierung)?

Wenn Sie eine Einzelgabe von Tiloxon versehentlich doppelt einnehmen, hat dies keine

Auswirkungen auf die weitere Einnahme, d. h. Sie nehmen Tiloxon danach so ein, wie sonst auch.

Nach Einnahme erheblich zu hoher Arzneimengen kommt es zu Schwindelgefühl, Benommenheit,

Übelkeit, Erbrechen, Ataxie (Störung im geordneten Bewegungsablauf), Bewegungsunruhe und

gesteigerten Reflexen. Bei sehr starker Überdosierung kann eine Verminderung der Atmung auftreten.

Tiloxon -GI-39379.00.00-061207

Rufen Sie bei Auftreten dieser Krankheitszeichen den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe!

Mögliche ärztliche Behandlungsmaßnahmen sind primäre Giftentfernung durch Magenspülung,

Resorptionsverminderung durch Kohlegabe, Kreislaufstabilisierung durch Elektrolytinfusionen sowie

Verbesserung der Atemfunktion durch Sauerstoffinhalationen und kontrollierte Beatmung. Bei

exzitatorischen Symptomen Diazepam intravenös in üblicher Dosierung.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie zuwenig Tiloxon eingenommen oder eine Einnahme

vergessen haben?

Nehmen Sie danach nicht die doppelte Arzneimenge ein, sondern führen Sie die Einnahme wie vorher

fort.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden?

Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen

es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung in Frage kommen.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Tiloxon auftreten, und welche

Gegenmaßnahmen sind gegebenenfalls zu ergreifen?

Gelegentlich treten Schwindel, Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen auf.

Diese Krankheitszeichen können verstärkt unter körperlicher Belastung auftreten. Vermeiden Sie

daher nach Möglichkeit körperliche Anstrengung. Bei Schwindelgefühl sollten Sie sich hinlegen.

Aufgrund des Gehaltes an Natriumbenzoat (Konservierungsmittel) können bei entsprechend

veranlagten Personen Überempfindlichkeitserscheinungen auftreten.

Tiloxon -GI-39379.00.00-061207

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind,

teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Das Verfallsdatum dieses Arzneimittels ist auf der Faltschachtel und dem Flaschenetikett aufgedruckt.

Verwenden Sie dieses Arzneimittel nicht mehr nach diesem Datum!

Nach Anbruch der Flasche Tiloxon nicht länger als 12 Monate verwenden.

Wie ist Tiloxon aufzubewahren?

Achten Sie stets darauf, Tiloxon so aufzubewahren, daß sie für Kinder nicht zu erreichen ist!

Stand der Information:

Dezember 2006

Tiloxon -GI-39379.00.00-061207

Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Tiloxon

Lösung zum Einnehmen

Wirkstoffe: Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid

2.

Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

3.

Zusammensetzung des Arzneimittels

3.1

Stoff- oder Indikationsgruppe

Kombination aus einem stark wirksamen Analgetikum aus der Gruppe der Opioide und einem

Opioid-Antagonisten.

3.2

Bestandteile nach Art und arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und

Menge

- arzneilich wirksame Bestandteile

0,72 ml Lösung zum Einnehmen (ca. 20 Tropfen bzw. 4 Hübe Flasche mit Dosierpumpe)

enthalten 51,45 mg Tilidinhydrochlorid ½ H

2

O (entsprechend 50 mg Tilidinhydrochlorid) und

4,40 mg Naloxonhydrochlorid 2 H

2

O (entsprechend 4 mg Naloxonhydrochlorid).

Tiloxon -FI-39379.00.00-061207

4.

Anwendungsgebiete

Starke und sehr starke Schmerzen.

5.

Gegenanzeigen

Tiloxon darf nicht angewendet werden bei

-

Überempfindlichkeit gegen Tilidin, Naloxon oder einen der sonstigen Bestandteile

(insbesondere Natriumbenzoat) sowie bei

-

Abhängigkeit von Opiaten (Heroin, Morphin) oder Opioiden wegen der Gefahr einer akuten

Entzugssymptomatik.

Tiloxon soll nicht eingenommen werden bei anderen Abhängigkeitserkrankungen (s. 8

"Warnhinweise").

Tiloxon darf Kindern unter 2 Jahren nicht gegeben werden, da keine ausreichenden

Erfahrungen vorliegen.

Anwendung in Schwangerschaft und StiIlzeit

Tiloxon sollte während der Schwangerschaft nur nach strengster Nutzen-Risiko-Abschätzung

gegeben werden, da keine Erfahrungen am Menschen vorliegen (siehe auch Punkt 13.2

Reproduktionstoxikologie). Es ist nicht bekannt, ob Tiloxon in die Muttermilch übergeht. Ist in

der Stillzeit eine Behandlung unbedingt erforderlich, sollte abgestillt werden.

6.

Nebenwirkungen

Gelegentlich treten Schwindel, Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen auf.

Diese Symptome können verstärkt unter körperlicher Belastung auftreten. Es ist dem Patienten

deshalb zu empfehlen, sich nicht körperlich anzustrengen und sich bei Schwindelgefühl

hinzulegen.

Tiloxon -FI-39379.00.00-061207

Aufgrund des Gehaltes an Natriumbenzoat können bei entsprechend veranlagten Personen

Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Hinweis für Verkehrsteilnehmer:

Tiloxon kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen so weit beeinträchtigen, daß die

Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen nicht

mehr gegeben ist.

Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung,

Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungs-

mitteln zu erwarten.

Die Entscheidung trifft in jedem Einzelfall der behandelnde Arzt.

Bei stabiler Therapie ist ein generelles Fahrverbot nicht zwingend erforderlich.

7.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Bei gleichzeitiger Einnahme von Tiloxon und Alkohol oder Beruhigungsmitteln kommt es zu

einer gegenseitigen Verstärkung und Verlängerung der Wirkungen auf das

Zentralnervensystem.

Tiloxon soll nicht mit anderen Opioiden kombiniert werden, da die resultierende Wirkung

aufgrund von Wechselwirkungen nicht abgeschätzt werden kann.

Bei Gabe weiterer ZNS-depressiver Arzneimittel ist in Einzelfällen eine Apnoe nicht

auszuschließen.

8.

Warnhinweise

Bei Arzneimitteln mit Wirkung auf das ZNS besteht grundsätzlich die Gefahr der

mißbräuchlichen Verwendung. Vor der Verschreibung von Tiloxon an Patienten, die bereits von

einem Pharmakon abhängig sind oder es waren oder die zu Arzneimittelmißbrauch neigen,

sollte deshalb die Indikationsstellung sorgfältig geprüft und die Verabreichung von Tiloxon

gewissenhaft überwacht werden.

Vor jedem Mißbrauch von Tiloxon durch Drogenabhängige wird dringend gewarnt!

Tiloxon -FI-39379.00.00-061207

Bei Opiatabhängigen, die als Ersatz für Opiate wie Morphin oder Heroin Tiloxon in hoher Dosis

mißbräuchlich einnehmen, löst Tiloxon akute Entzugserscheinungen aus oder verstärkt bereits

bestehende Entzugserscheinungen.

Tiloxon ist nicht zur Entzugsbehandlung geeignet!

Die Lösung ist zur oralen Anwendung bestimmt. Sie ist nicht für eine Injektion geeignet!

Nach einer derartigen Fehlanwendung können die nachfolgenden Entzugserscheinungen so

stark sein, daß lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, z. B. Blutdruckkrisen,

Kreislaufversagen.

Aufgrund des Gehaltes an Natriumbenzoat können bei entsprechend veranlagten Patienten

Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Reizungen an Haut, Augen und Schleimhäuten

auftreten. Bei Neugeborenen besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Gelbsucht.

9.

Wichtigste Inkompatibilitäten

Bisher keine bekannt.

10.

Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren nehmen als Einzeldosis 20-40 Tropfen bzw. 4-8

Hübe* Flasche mit Dosierpumpe Tiloxon ein. Die Tageshöchstdosis beträgt im allgemeinen 4

mal 40 Tropfen bzw. 4 mal 8 Hübe* Tiloxon

* 1 Hub (= 0,18 ml) der Flasche mit Dosierpumpe Originalpackung mit 100 ml Lösung zum

Einnehmen

entspr. 5 Tropfen bzw. 12,5 mg Tilidinhydrochlorid.

Kinder unter 14 Jahren erhalten bis zu 4 mal täglich 1 Tropfen pro Lebensjahr, wobei als

Einzeldosis nicht weniger als 3 Tropfen gegeben werden sollten.

Tiloxon -FI-39379.00.00-061207

Ein Tropfen Tiloxon enthält 2,5 mg Tilidinhydrochlorid und 0,2 mg Naloxonhydrochlorid; die

durchschnittliche Tageshöchstdosis beträgt für Erwachsene 400 mg Tilidinhydrochlorid und

32 mg Naloxonhydrochlorid.

Für die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

11.

Art und Dauer der Anwendung

Die Lösung wird mit etwas Flüssigkeit eingenommen.

Hinweis zur Flasche mit Tropfaufsatz Originalpackung mit 10/20/50 ml Lösung zum

Einnehmen:

Die Flasche besitzt einen kindergesicherten Verschluß (zum Öffnen Verschluß nach unten

drücken und gleichzeitig drehen). Zur Entnahme soll die Flasche senkrecht nach unten

gehalten werden.

Hinweis zur Flasche mit Dosierpumpe Originalpackung mit 100 ml Lösung zum

Einnehmen:

Betätigen Sie die Pumpe bei erstmaligen Gebrauch mehrmals bis zum Austritt der Lösung (dies

ist aus technischen Gründen notwendig um den Pumpenmechanismus zu füllen).

1 Hub = 0,18 ml entspr. 5 Tropfen bzw. 12,5 mg Tilidinhydrochlorid.

Die Lösung darf nicht injiziert werden (s. 8 "Warnhinweise")!

Für die Behandlung akuter Schmerzzustände genügt oftmals eine einmalige Gabe. Ggf. kann

Tiloxon mehrmals, auch über mehrere Tage, angewendet werden.

Grundsätzlich sollte die kleinste analgetisch wirksame Dosis gewählt werden. Bei der Therapie

chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu geben. Die

empfohlene Tagesdosis kann dabei auf bis zu 600 mg Tilidinhydrochlorid gesteigert werden.

Tiloxon -FI-39379.00.00-061207

12.

Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

a) Symptome einer Überdosierung

Zeichen einer Überdosierung von Tiloxon sind Schwindelgefühl, Benommenheit, Übelkeit,

Erbrechen, Ataxie, psychomotorische Unruhe und Hyperreflexie sowie Hyperventilation und

Hypoventilationstetanie. Bei sehr starker Überdosierung kann Atemdepression auftreten.

Grundsätzlich sollte an die Möglichkeit einer Mehrfachintoxikation (Alkohol, psychoaktive

Substanzen; bei Suizidversuch) gedacht werden.

b) Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Primäre Giftentfernung durch Magenspülung, Resorptionsverminderung durch Kohlegabe,

Kreislaufstabilisierung durch Elektrolytinfusionen sowie Verbesserung der Atemfunktion durch

Sauerstoffinhalationen und kontrollierte Beatmung. Bei exzitatorischen Symptomen Diazepam

intravenös in üblicher Dosierung.

13.

Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik und

Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Verwendung erforderlich

sind

13.1

Pharmakologische Eigenschaften

Tilidin ist ein Prodrug mit schwacher Opioidwirkung. Die eigentliche Wirksubstanz ist Nortilidin.

Naloxon ist ein reiner Opioid-Antagonist ohne agonistische Wirkung.

Die Kombination aus Tilidin und Naloxon soll unter Beibehalten der analgetischen Wirkung das

Mißbrauchspotential vermindern. Das Mischungsverhältnis ist dabei so gewählt, daß der

Naloxon-Zusatz die analgetische Wirkung von Tilidin nicht beeinträchtigt. Bei Verwendung

unzulässig hoher Dosen durch Opiatabhängige gelangt aber so viel Naloxon in den

Organismus, daß ein Abstinenzsyndrom hervorgerufen werden kann.

Tiloxon -FI-39379.00.00-061207

13.2

Toxikologische Eigenschaften

Akute Toxizität

Untersuchungen zur akuten Toxizität der kombinierten Wirkstoffe (Tilidin und Naloxon im

Verhältnis 50:4) wurden an Ratten und Mäusen durchgeführt. Klinische Symptome waren vor

allem tonisch-klonische Krämpfe, Zyanose, Schnappatmung, Ataxie, Exophthalmus, Tremor,

Stellreflexverlust und Straubsches Schwanzphänomen.

Chronische Toxizität

Ratten und Hunde wurden 6 Monate lang mit einer Kombination von Tilidinhydrochlorid und

Naloxon p.o. behandelt. Bei Ratten traten in hohen Dosierungen erhöhte Lebergewichte sowie

Verfettungen der Leberzellen und des Nierenkanälchenepithels auf.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Untersuchungen zur Mutagenität von Tilidin im Ames-Test und in einer Zytogenetikstudie an

Knochenmarkszellen von Ratten verliefen negativ. Naloxon wurde einer umfassenden

Mutagenitätsprüfung unterzogen. Aufgrund der Ergebnisse sind mutagene Wirkungen beim

Menschen nach therapeutischer Anwendung von Naloxon hinreichend sicher auszuschließen.

Untersuchungen zum tumorerzeugenden Potential liegen weder für die Einzelwirkstoffe noch

für die Kombination von Tilidin und Naloxon vor.

Reproduktionstoxizität

Weder an der Ratte noch am Kaninchen fanden sich nach oraler Verabreichung der

Kombination Hinweise auf ein teratogenes Potential. Bis zu einer Dosis von 45 mg/kg/Tag

wurden auch keine anderen embryotoxischen Wirkungen beobachtet.

Nach einer Dosis von 135 mg/kg/Tag traten vermehrt Totgeburten und Jungtiersterblichkeit auf.

13.3

Pharmakokinetik

Tilidin und Naloxon werden nach oraler Gabe rasch resorbiert. Beide Substanzen unterliegen

einem ausgeprägtem First-pass-Effekt. Tilidin wird überwiegend zu Nortilidin, der eigentlichen

Tiloxon -FI-39379.00.00-061207

Wirksubstanz, und weiter zu Bis-Nortilidin metabolisiert. Naloxon wird zu dem sehr schwach

pharmakologisch wirksamen ß-Naloxol metabolisiert, beides wird glukuronidiert.

Die analgetische Wirkung tritt nach 10-15 Minuten ein .

Das Wirkungsmaximum wird nach etwa 25 bis 50 min erreicht (gemessen nach 100 mg Tilidin

plus 8 mg Naloxon oral), die Wirkdauer wird mit 4-6 Stunden angegeben.

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt für Nortilidin 3-5 Stunden und für Naloxon und seine

Metabolite 3-4 Stunden.

Tilidin und Naloxon werden überwiegend metabolisiert renal eliminiert (Tilidin zu 90 %, Naloxon

zu über 70 %). Der Rest erscheint in den Faeces.

Nierenfunktionsstörungen können nicht zur Kumulation pharmakologisch aktiver Metabolite

führen.

Bei Leberfunktionsstörungen ist in Abhängigkeit vom Ausmaß der Einschränkung die

Maximalkonzentration von Nortilidin im Plasma geringer als bei Lebergesunden und die

Halbwertszeit verlängert.

Naloxon, das bei Lebergesunden im Plasma - wenn überhaupt - nur für kurze Zeit in sehr

niedrigen Konzentrationen nachweisbar ist, erreicht bei Patienten mit Leberinsuffizienz deutlich

höhere Konzentrationen, die mit einer Halbwertszeit von ca. 2 Stunden durch weiteren

Metabolismus abklingen.

Es ist nicht sicher auszuschließen, daß bei Patienten mit hochgradiger Leberinsuffizienz die

Bildung von aktivem Nortilidin so gering sein kann, daß eine ausreichende analgetische

Wirkung u. U. nicht zu erreichen ist, und daß eine unzureichende Inaktivierung von Naloxon

durch Antagonisierung der Nortilidin-Wirkung zu einem weiteren Wirkungsverlust führen kann,

der insgesamt eine sinnvolle Therapie derartiger Patienten mit der Kombination in Frage stellt.

Untersuchungen an Neugeborenen, deren Mütter i.v.-Gaben von Naloxon erhalten hatten,

lassen auf einen Plazentatransfer von Naloxon schließen.

Die Plazentapassage wurde beim Schlaf untersucht. Kurze Zeit nach der Behandlung des

Muttertieres war Tiloxon auch im Fetus nachweisbar.

Tiloxon -FI-39379.00.00-061207

13.4

Bioverfügbarkeit

Die relative Bioverfügbarkeit von Tilidin nach Einnahme der Lösung (im Verhältnis zur

intravenösen Injektion) ist gleich der absoluten Bioverfügbarkeit, da die eigentlich wirkende

Substanz (+)-Nortilidin erst in der Leber bei der ersten Passage gebildet wird.

14.

Sonstige Hinweise

Die Umstellung der Therapie auf Tiloxon bei Patienten, die bereits Opioide in therapeutischer

Dosierung erhalten, erfordert für die empfohlenen Dosierungen keine besonderen

Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich des Naloxon-Anteils.

15.

Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 3 Jahre.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.

Haltbarkeit nach Anbruch: 12 Monate.

16.

Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise

Keine

17.

Darreichungsformen und Packungsgrößen

OP mit 20 ml Lösung zum Einnehmen Flasche mit Tropfaufsatz (N1)

OP mit 50 ml Lösung zum Einnehmen Flasche mit Tropfaufsatz (N2)

Tiloxon -FI-39379.00.00-061207

OP mit 100 ml Lösung zum Einnehmen Flasche mit Dosierpumpe (N3)

18.

Stand der Information

Dezember 2006

19.

Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

Pharmaselect GmbH

Am Sägewerk 13

68526 Ladenburg

Ruf: (06203) 40 46-0

Telefax: (06203) 40 46-20

E-Mail Adresse: office@pharmaselect.de, http://www.pharmaselect.de

Tiloxon -FI-39379.00.00-061207

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